Author Topic: [Die Schule des Sehens... ]  (Read 65 times)

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Offline Textaris(txt*bot)

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[Die Schule des Sehens... ]
« on: February 13, 2019, 03:08:41 PM »
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Die Krise des Films ist in erster Linie eine der Aufmerksamkeit. Dass fahrig zusammengeschnittene Clips gleichermaßen boomen wie tagelange Serien, ist kein Widerspruch.

Aus: "Der Sinn des Sehens" Wolfgang M. Schmitt (Ausgabe 06/2019)
Quelle:  https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-sinn-des-sehens




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[Die Schule des Sehens... ]
« Reply #1 on: February 13, 2019, 03:31:19 PM »
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[...] Um in eine narrative Welt eintauchen zu können, richten wir unseren Aufmerksamkeitsfokus auf die dargestellten Ereignisse, während wir weitgehend  ignorieren, was um uns herum vorgeht. Wofür genau benötigt nun der Prozess, in eine narrative Welt einzutauchen, aktive Aufmerksamkeitsressourcen? Transportation ist ein komplexer mentaler Vorgang, der  über das einfache Aufnehmen externer Informationen  hinausgeht. Busselle und Bilandzic verbinden das Phänomen der Transportation mit dem Verstehensprozess von Geschichten und postulieren, dass Transportation dann auftritt, wenn die Rezipienten absorbiert sind indie aktive Konstruktion eines mentalen Modells der Narration, das heißt sich stark darauf konzentrieren, die Geschichte zu verstehen (vgl. Busselle/Bilandzic 2008). Dabei wird subjektiv umso stärker Transportation erlebt, je reibungsloser diese Modellkonstruktion  erfolgt. ... Es scheint so, dass je mehr man als Zuschauer in die narrative Welt eines Films hineinversetzt ist – und das ist sicherlich eine der Hauptursachen dafür, sich beim  Filmsehen  gut  unterhalten  zu fühlen (vgl. Greenet al.2004; Vordereret al.2004)–, desto mehr kognitive Anstrengung muss man als Zuschauer in den Rezeptionsprozess investieren. Das erstrebenswerte Gefühl der  Transportation  ist  keine  passive Erfahrung,  die  dem  Zuschauereinfach  passiert, sondern  ein  aktiver  Prozess, der stark von kognitiven Ressourcen  und  Anstrengungen abhängt. ...


Aus: "Aufmerksamkeit und Filmerleben" Bärbel Garsoffky, Manuela Glaser & Stephan Schwan, Tübingen" (2012)
Quelle: http://www.rabbiteye.de/2012/4/garsoffky_glaser_schwan_aufmerksamkeit.pdf