Author Topic: [Langzeitarchivierung (LZA)... ]  (Read 1169 times)

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Offline Textaris(txt*bot)

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[Langzeitarchivierung (LZA)... ]
« on: February 18, 2016, 09:59:56 AM »
Quote
... Unter Langzeitarchivierung (LZA) versteht man die Erfassung, die langfristige Aufbewahrung und die Erhaltung der dauerhaften Verfügbarkeit von Informationen. ... Während beispielsweise altes Pergament und Papier bei guter Lagerung viele hundert Jahre haltbar sind, trifft dies auf neue Speichermedien nicht zu. Die meisten Publikationen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auf Papier gedruckt, das sich durch Säurefraß zersetzt. Bei älteren Druckwerken und Handschriften stellen sich andere Probleme: Wurde eisenhaltige Tinte bei der Herstellung verwendet, können die Buchstaben durch Feuchtigkeitseinwirkung einfach wegrosten und Löcher in den Seiten zurücklassen. Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen können auch Pergamenthandschriften zusetzen, weil durch Dehnung und Kontraktion die aufgetragene Schrift abplatzen kann. Auch Filme, Fotos und Magnetbänder haben nur eine begrenzte Haltbarkeit. ...

Filme auf Zelluloid (Cellulosenitrat) mehr als 100 Jahre (gesichert) und bis zu 400 Jahre (vermutet)

Filme auf Cellulosetriacetat 44 Jahre (gesichert)

CD-R: 5 … 10 Jahre
CD-R mit 24k-Gold-Reflexionsschicht: bis zu 100 Jahre (laut Labortests), jüngst bei vereinzelten Anbietern widerlegt
CD-RW: unklar, weniger als DVD-RAM vermutet
DVD-ROM: unklar, weniger als DVD-RAM vermutet
DVD±R: unklar, weniger als DVD-RAM vermutet
DVD±RW: unklar, weniger als DVD-RAM vermutet
DVD-RAM: 30 Jahre (vermutet)
M-Disc (modifizierte DVD+R): Laut Hersteller bis zu 1000 Jahre
BD-R: bis zu 50 Jahre (laut Labortests)
CDa: unter Idealbedingungen geschätzt 50 … 80 Jahre
DVD: min. 100 Jahre (vermutet)

Disketten als Archivmedien (ohne Betrieb) 10 … 30 Jahre (datendichteabhängig?)

Festplattenlaufwerke im laufenden Betrieb 2 … 10 Jahre, je nach täglicher Betriebsdauer, im Mittel 5 Jahre

Festplattenlaufwerke als Archivmedien (ohne Betrieb)    10 … 30 Jahre (Magnetmedium? datendichteabhängig?)

Magnetbänder mindestens 30 Jahre (gesichert)

Magneto Optical Disk (MO-Disk) 30 … 50 Jahre

Iomega REV-Wechsellaufwerk bis zu 30 Jahre (vermutet)

USB-Stick, Flash-Speicher 10 … 30 Jahre

...


https://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung (3. Februar 2016)


« Last Edit: February 18, 2016, 10:10:39 AM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Der Mikrofilm... ]
« Reply #1 on: February 18, 2016, 10:17:48 AM »
Quote
[...] Der Mikrofilm wurde von René Dagron im Jahre 1859 in Paris erfunden. Bei der Belagerung von Paris während des deutsch-französischen Krieges in den Jahren 1870/71 half er mit, die Kommunikation zwischen dem unbesetzten Frankreich und der Hauptstadt zu verbessern. ... Die Haltbarkeit von Mikrofilm soll bei entsprechender Lagerung (21 °C, 50 % relative Luftfeuchte) bis zu 500 Jahre betragen. Passend dazu ist der Werbespruch eines Mikrofilmunternehmens „Digital for now, analog forever“ – sinngemäß: „Digital für den Moment, analog für die Ewigkeit“, oder: „Digital speichern, analog archivieren“. ...


Aus: "Mikroform" (15.02.2016)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mikroform


Offline Textaris(txt*bot)

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[Zur ewigen Speicherung... ]
« Reply #2 on: February 18, 2016, 10:25:46 AM »
Quote
[...] Forscher in Großbritannien haben eine kleine Glasscheibe entwickelt, auf der sich bis zu 360 Terabyte Daten speichern lassen. Sie ist etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück, soll Temperaturen von bis zu 1000 Grad aushalten und mehrere Milliarden Jahre lang auslesbar sein, wie die Wissenschaftler der Universität Southampton mitteilten.

Handelsübliche externe Festplatten haben eine Speicherkapazität von einem bis drei Terabyte und sind etwa so groß wie ein Taschenbuch. Daten auf einer herkömmlichen Festplatte werden in der Regel auf einer rotierenden magnetischen Oberfläche gespeichert.

Im "Superman-Speicherkristall", mit dem die Forscher das Prinzip vergleichen, werden die Daten mit einem ultraschnell pulsierenden Laser – also einem der sehr kurze und intensive Lichtimpulse aussendet –, in drei Lagen in die Nanostruktur des Glases geschrieben. Beim Auslesen wird die Polarisation des Lichts in dem Glas genutzt.

Das Forscherteam arbeitet seit einigen Jahren an der Technik und will sie nun auf der Konferenz der International Society for Optical Engineering in San Francisco vorführen. Es sucht derzeit Industriepartner, um die Technik zur Marktreife zu bringen. Potenzielles Einsatzgebiet sind Langzeitarchive großer Institutionen. (anw)


Aus: "Glasscheibe zur "ewigen Speicherung" großer Datenmengen soll marktreif werden" (17.02.2016)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Glasscheibe-zur-ewigen-Speicherung-grosser-Datenmengen-soll-marktreif-werden-3109718.html


Offline Textaris(txt*bot)

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[Langzeitarchivierung (LZA)... ]
« Reply #3 on: November 05, 2019, 05:09:00 PM »
Quote
[...] Microsoft ist es nach eigenen Angaben gelungen, den kompletten Hollywood-Film "Superman" von Warner Bros. auf ein neuartiges und besonders haltbares Speichermedium zu bannen. In dem Projekt "Silica" speicherten die Partner den Film aus dem Jahr 1978 auf ein Glasstück in der Größe einer Untertasse, teilt Microsoft in einem Blog-Eintrag mit. Bei dem Forschungsprojekt haben die Forscher demnach jüngste Entdeckungen in der ultraschnellen Laseroptik sowie Künstliche Intelligenz genutzt, um Daten in das Quarzglas zu schreiben.

Anders als herkömmliche Speichermedien soll die Quarzglas-Scheibe demnach hohen Temperaturen, Überschwemmungen und anderen Umweltbedrohungen sowie magnetischen Einflüssen standhalten. Damit würde sich die Methode vor allem für Daten aus historischen Archiven oder für kulturelle Schätze eignen, schreibt Microsoft-Managerin Jennifer Langston in dem Blog-Post. Dabei werden die Daten mit einem Laser als winzige dreidimensionale Gitter in verschiedenen Tiefen geschrieben. Das Auslesen der Daten erfolgt mit Hilfe spezieller Algorithmen. Dabei werden Bilder und Muster decodiert, die erscheinen, wenn polarisiertes Licht durch das Glas scheint.

Die Lagerung des gesamten "Superman"-Films in Glas als Speicher sei ein wichtiger Meilenstein, sagte Microsoft-Manager Mark Russinovich. "Ich sage nicht, dass alle Fragen vollständig beantwortet wurden, aber es sieht so aus, als wären wir jetzt in einer Phase, in der wir an der Verfeinerung und dem Experimentieren arbeiten, statt die Frage zu stellen: 'Können wir es tun?'"

Das Film-Studio Warner Bros. hat demnach schon seit Jahren nach Möglichkeiten gesucht, um ihren wertvollen Film-Bestand auf Speichermedien zu schützen, die Hunderte von Jahre halten und nicht ständig aktualisiert werden müssen. Die neue Speichertechnik und die jüngsten Erfolge präsentiert Microsoft am Montagabend auch auf seiner Entwicklerkonferenz Ignite in Orlando (Florida). (olb)


Aus: "Project Silica: Microsoft und Warner speichern "Superman"-Film auf Glasscheibe" (04.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Project-Silica-Microsoft-und-Warner-speichern-Superman-Film-auf-Glasscheibe-4577163.html