Author Topic: [Zum Gesicht von Familie (Notizen)... ]  (Read 5505 times)

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Offline Textaris(txt*bot)

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[Zum Gesicht von Familie (Notizen)... ]
« Reply #35 on: Oktober 16, 2019, 11:54:00 vorm. »
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[...] Die mütterliche Liebe und Geborgenheit blieben ihm sein Leben lang verwährt. Allein vor der Presse zeigt sich seine Mutter stolz und bewundernd. Ihre Zuneigung hegte sie hingegen für den jüngeren Bruder Simenons, Christian. War sie immerhin der Meinung, dass es ausgesprochen bedauerlich ist, dass ausgerechnet sein Bruder Christian sterben musste. Christian Simenon, Kolonialbeamter im Kongo und Kollaborateur während des  zweiten Weltkrieges, starb als Fremdenlegionär in Saigon im Oktober 1947. In dem autobiografischen Werk „Brief an meine Mutter“, das er vier Jahre nach ihrem Tod, also 1974, veröffentlichte, schreibt er: „Bei einem meiner seltenen Besuche in Liège sahst du mich einmal lange und eindringlich an und sagtest  etwas,  was  ich  nie  vergessen konnte: "Wie  traurig  Georges,  daß  gerade  Christian  sterben  mußte." “ Sein Hunger nach menschlichem Kontakt veranlasste ihn dazu, mit unzähligen Frauen zu schlafen ... In „Ein Mensch wie jeder andere“, der Originaltitel lautet „Un homme comme un autre“,  erschien  1975  bei  dem  Verlag  Presses  de  la  Cité  und  1978  bei Diogenes, äußert sich Simenon zu seinem Bedürfnis nach Frauen wie folgt:„(...) meiner übergroßen Neugier und auch meinem Verlangen nach einer Form des Kontaktes, das nur sexuelle Beziehungen befriedigen konnten (...) Frauen sind für mich immer außergewöhnliche Menschen gewesen, die ich vergebens zu verstehen suchte. Es war eine lebenslange, unaufhörliche  Suche.  Und wie hätte ich Dutzende, vielleicht Hunderte von Frauenfiguren in meinen Romanen schaffen können, wenn ich nicht diese Abenteuer erlebt  hätte, die zwei Stunden oder zehn Minuten dauerten?“ ...


Aus: "„Le Train“ – „Der Zug“ von Georges Simenon - Transformationsanalyse: Buch, Hörspiel, Film" Julia Fleischmann (Wien, 2008)
Quelle: http://othes.univie.ac.at/2167/1/2008-10-28_0204594.pdf
« Last Edit: Oktober 16, 2019, 11:56:53 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Zum Gesicht von Familie (Notizen)... ]
« Reply #36 on: Dezember 10, 2019, 12:10:48 nachm. »
Kommentare zu: https://www.derstandard.at/story/2000111949198/geschwister-sie-lieben-und-sie-hassen-sich

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gelöster Loser

Unvergessen ein Gespräch mit meiner sechsjährigen Tochter, die währenddessen zweifelnd zur neunjährigen Schwester rüberschielte welche den "ich erklär dir nachher wie es wirklich ist"-Blick aufsetzte.

Ab da war mir klar, dass Eltern als Welterklärer bei den jüngeren Kindern absolut keine Chance haben.


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Frau Papaya

Untereinander können wir leidenschaftlich verschiedener Meinung sein, das war von klein auf so. Bei einer ungeraden Zahl gab es natürlich auch (oft stündlich) wechselnde Allianzen.
Aber wehe, von außen wagt es jemand, etwas gegen eines der Geschwister zu sagen!!


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Kamiikatze

Meine Schwester und ich sind 9 Jahre auseinander und sie war von Anfang an ziemlich eifersüchtig. Da sie noch in den 80ern aufwuchs und ich in den 90ern, hatte ich natürlich von Anfang an mehr vom Wohlstand. So musste sie zB jeden Tag 800m zur Bushaltestelle gehen, während ich oft gefahren und geholt wurde (wer sagt da als Kind schon nein), da wurde so sehr gefetzt, dass meine Eltern oft die Scheiben von den Türen wechseln mussten, erst als sie auszog stellte sich ein normal-gutes Verhältnis ein. Lebt man in einem großen Haus, wo jeder seinen eigenen Bereich (Badezimmer, WC, Wohnzimmer) gibt es viel weniger Reibereien.


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der lange Treck

Das ist Quatsch, mit dem Haus, ich bin 9 und 16 älter als meine Brüder und wir lebten alle in einem riesigen Haus, sogar zusammen mit den Großeltern und einem Bäckereibetrieb.
Es hat nichts geholfen, wir hassen uns alle wie die Pest. Keiner hat heute noch Kontakt zu dem anderem.


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Tagesfresse

Ich bin gegen die inflationäre Verwendung des Wortes "hassen".
Es reicht ignorieren, verachten, egal sein.



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Kamiikatze

Das was Sie beschreiben ist schon eine andere Liga, da scheint es viel größere Probleme gegeben zu haben, bei uns waren es definitiv so Sachen wie "Du bist zu laut", "Du blockierst wieder das Bad"...


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singulärunsympathisch

Ich glaube ich kann mich mit keiner Person so intensiv und trefflich über Kleinigkeiten streiten wie mit meiner Schwester, das kleine Gfrast.
Aber wenns dann drauf ankommt ist man selbstverständlich füreinander da. Zudem weiß niemand wie schwer es mit unseren Eltern manchmal war, das verbindet enorm.


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WoaschWiaIMoan?

Als Jüngster von 5 Kindern aufgewachsen, wobei meine älteste Schwester genau 10 Jahre älter ist, als ich. Wie es bei uns zuhause drunter und drüber ging kann man sich vorstellen, zumal wir alle 5 nicht auf den Mund gefallen sind und über die Stärken und Schwächen der anderen ebenfalls sehr genau Bescheid wissen! Trotz alldem, hatte jede/r von uns von Geburt an 4 enge Freunde, auf die er/sie sich immer (BEDINGUNGSLOS) verlassen kann. Ich sehe das als Riesenprivileg, auch wenns nicht immer einfach war/ist - vor allem für unsere Eltern, denen wir dieses einzigartige Verhältnis zu verdanken haben. Heute gehen wir sogar noch alle 5 gemeinsam feiern. Ich liebe sie alle!


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causa_bibendi

Geschwister... ich vertraue ihnen nicht einmal weit genug um ihnen im gleichen Raum den Rücken zuzudrehen, aber würde jederzeit jedem der Nervensägen eine Niere spenden.


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moscoweverywhere

Mein Bruder 14 und ich 12
Da haben wir beschlossen, jetzt sind wir erwachsen, deshalb wird nicht mehr gerauft.
Haben wir die letzten 45 Jahre eingehalten.

Es gibt aber immer noch Themen, die wir nicht diskutieren, da es sonst in einen Streit endet.
Mittlerweile sind wir aber so Altersklug, dass wir es akzeptieren, dass wir eben zu bestimmten Themen grundverschiedene Meinungen haben und lassen diese dem anderen auch.

Aber er ist mein Bruder und ich seiner. Damit weiß jeder, dass er sich auf den anderen Verlassen kann, wenn es notwendig ist.
Und damit haben wir, wenn ich so das Forum lese, mehr erreicht als viele andere.


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SonDeTeuf

7 Geschwister....
und ich würde behaupten, dass wir einer der komplexesten und undurchsichtigsten Familienstrukturen haben.

Völlige Distanz bei gleichzeitiger Vertrautheit und das bei der absolut selben Person innerhalb des Familienbunds sind vollkommen "normal".
Für außenstehende bzw. hinzukommende Partner dauert es meist ziemlich lange sich zurechtzufinden.

Ein bisschen so, als würde man in einen geheimen Club aufgenommen werden, welcher nicht einmal als Club erkennbar ist.



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anton muffl

... Leider war das Leben mit meinem Bruder sehr kurz, als er vor wenigen Jahren starb. Dieses Verhältnis werde ich bis an mein Lebensende vermissen - trotz aller Konflikte die ich mit ihm hatte.


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[Zum Gesicht von Familie (Notizen)... ]
« Reply #37 on: Januar 14, 2020, 02:30:09 nachm. »
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r (@wasserdanke) twitterte um 7:51 vorm. on Mo., Jan. 13, 2020:
knapp 10 jahre nachdem sich meine eltern getrennt haben ist meine mutter in love again und der typ ist kein kompletts arschloch und sie verhält sich als wäre sie wieder 16 und schickt mir die ganze zeit lustige pärchenfotos und ich kann gar ned ausdrücken wie schön ich des find
(https://twitter.com/wasserdanke/status/1216613837970923520?s=03)