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Author Topic: [Themenfeld >> Cyborg]  (Read 4315 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Themenfeld >> Cyborg]
« on: June 25, 2005, 01:39:14 PM »

Quote
"Wir sind [...] alle Cyborgs. Der Begriff "Cyborg" setzt sich zusammen aus den Wörtern "cybernetic" und "organism". Kreiert wurde der Begriff im Jahr 1960 von dem ursprünglich aus Wien stammenden Musiker und Wissenschafter Manfred Clynes. Er schrieb damals einen wissenschaftlichen Aufsatz für die NASA, in dem er Szenarien entwickelte, wie der Organismus des Menschen an die Lebensbedingungen im Weltall angepasst werden könnte. Mit seiner Wortschöpfung traf Clynes damals auf große Vorbehalte: Ein Kollege wandte ein, dass man bei "Cyborg" nicht an einen kybernetischen Organismus, sondern an eine Stadt in Dänemark denken würde.

Wenn wir heute den Begriff "Cyborg" hören, dann denken wir an Maschinenmenschen wie Arnold Schwarzeneggers "Terminator" oder "Robocop". Manfred Clynes hatte in seinem Aufsatz 1960 allerdings eher eine Art chemischen Cyborg vor Augen, dessen Stoffwechsel durch implantierte künstliche Organe und Drogeninfusionen gezielt gesteuert werden könnte. In einem Interview, das 1995 im "Cyborg Handbook" veröffentlicht wurde, verwahrte sich Clynes auch ganz explizit und entschieden gegen die Trivialisierung seines Konzepts Cyborg durch die Popkultur. Für Clynes sind Cyborgs keine mythische Maschinenwesen der Zukunft, sondern bereits unter uns: Jeder Menschen mit einem Herzschrittmacher, ja selbst jeder Radfahrer sei bereits ein Cyborg, so Clynes im Interview."
Aus "Cyborg Citizen" (Autor: Gerlinde)
Quelle: http://fm4.orf.at/gerlinde/106304/main
« Last Edit: October 19, 2006, 01:10:35 PM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)

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[Diese Metaphern aus der Computertechnik]
« Reply #1 on: June 25, 2005, 01:44:34 PM »

Quote
"Generell konstatiert Sherry Turkle in den USA eine Entwicklung hin zu einem Menschenbild, das den Menschen als eine Art biologische Maschine sieht. Bemerkenswert ist in diesem Kontext auch, wie sehr Begriffe aus dem Bereich der Computertechnik Eingang in den Sprachgebrauch von Psychologen, Psychiatern und Psychoanalytikern finden. Ein beliebter Vergleich ist dabei der zwischen dem menschlichen Gehirn und einer Festplatte, die es im Rahmen einer Psychotherapie oder einer Behandlung mit Psychopharmaka neu zu formatieren gelte.

'Diese Metaphern aus der Computertechnik werden von Psychologen übernommen, weil der Computer eine psychologische Maschine ist und ein mögliches Modell für den menschlichen Geist darstellt. Ich denke aber, dass es die Aufgabe der Psychoanalytiker wäre, hier auch auf eine Gefahr aufmerksam zu machen: Wenn man den Geist und die Psyche des Menschen mit einem Computer vergleicht, dann könnte es nämlich sein, dass man sehr bald nicht mehr über Sinn und Inhalte, sondern nur mehr über reine Systemabläufe redet. Überall, wo das passiert, wäre es die Aufgabe der Psychoanalytiker daran zu erinnern, dass die Menschen nicht nur von ihren biologischen Programmen gesteuerte Wesen sind, sondern im Gegensatz zu Computern Mütter, Kinder, Partner haben, zu denen sie komplexe Beziehungen unterhalten. Anders als Computer durchleben Menschen auch einen überaus komplexen Reifungsprozess, der mit Verlusten verbunden ist. Das sind alles Dinge, die sehr wenig mit dem Serotoninhaushalt oder einem Computerprogramm zu tun haben.'"
Aus: "computer zum psychiater. im gespräch mit der internetsoziologin sherry turkle" (Autor: Richard Brem)
Quelle: http://matrix.orf.at/bkframe/020512_2.htm
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Textaris(txt*bot)

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[THE BRAIN / MIND COMPLEX]
« Reply #2 on: June 25, 2005, 01:48:41 PM »

Quote
"In modern times, the brain has been seen from several different perspectives:

a) as a microphysical system ruled by the principle of determinism

b) as something similar to an electronic device, acting according to the rules of automation, regulated by servomechanisms and retroactive circuits, followind logicomathematical principles;

c) as the primary organ of the mind, the site of memory, thoughts, emotions, intelligence, acting through neuropsychological constructs.

Although they present their own advantages, such models constitute unilateral views and, if considered separately, are unacceptable." (Wilson Luiz Sanvito)

Source: Quelle: http://www.geocities.com/pluriversu/brain.html
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Textaris(txt*bot)

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[das Problem der phänomenalen Qualitäten]
« Reply #3 on: June 25, 2005, 01:52:24 PM »

Quote
[...] "Eccles zufolge kann der Geist [ ] nur mit einem bestimmten Teil der Hirnrinde (dem Liaisonhirn) direkt interagieren. Dabei soll diese Interaktion so vonstatten gehen, dass der Geist kleine funktionelle Einheiten (Module) in diesem Bereich abtastet und die Aktivität einiger Module, die ihm aufgrund ihrer "Offenheit" zugänglich sind, "leicht modifiziert, wobei die Module dann gemeinsam auf diese geringfügigen Änderungen reagieren und diese gemeinsame Reaktion durch die Assoziations- und Kommissurenfasern weiterleiten" (Gehirn und Geist, 173). In neueren Arbeiten vermutet Eccles die Geist/Materie-Interaktion sogar in "Dendronen", also in Einheiten, die noch wesentlich kleiner als die Module sind. [...] Jedes Eingreifen des Geistes in die Welt physischer Körper führt zu einer Veränderung in der physischen Welt, für die es keine physischen, sondern nur "außer-physische" Ursachen gibt. Wenn der Geist kausal in die Körperwelt eingreift, passiert es also zumindest manchmal, dass z.B. Neurotransmitter ausgeschüttet oder Ionenkanäle geöffnet werden, ohne dass es dafür eine physikalische oder chemische Ursache gäbe. Wenn der Geist kausal in die Körperwelt eingreift, müssen daher selbst die grundlegenden Gesetze der Naturwissenschaften in dem Sinne unvollständig sein, als zumindest manchmal Dinge geschehen, die von diesen Gesetzen nicht erfasst werden. Es gibt aber keinerlei empirischen Grund zu glauben, dass es solche Gesetzeslücken tatsächlich gibt.

[...] Bleibt zum Schluss das Problem der phänomenalen Qualitäten.

[...] Wenn man an seine eigenen Empfindungen denkt [...]"

Aus: "Philosophische Psychologie" (2003) - Ulrich Lorenz (Hg.)
Quelle: http://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/beckermann/Alber%20ww%20c.pdf
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[Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine]
« Reply #4 on: June 25, 2005, 02:04:04 PM »

Quote
"[...] Wenn das 17. und das frühe 18. Jahrhundert das Zeitalter der Uhren war und das späte 18. und 19. Jahrhundert das Zeitalter der Dampfmaschinen, so ist die gegenwärtige Zeit das Zeitalter der Kommunikation und der Regelung." (Norbert Wiener, Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine , OA 1948, erweiterte Ausgabe 1961, Düsseldorf-Wien-New York-Moskau 1992, S. 74.)

[...] Computerspezialist und AI-Pionier Ray Kurzweil prophezeit schon für die nahe Zukunft, dass der Denkprozess im menschlichen Gehirn eine Verbindung aus biologischen und nicht-biologischen Prozessen sein wird. Kurzweil denkt dabei an Nanoboter, mikroskopisch kleine Roboter, die via Blutbahn ins Gehirn gelangen. "Was wir heute als Maschinen betrachten", sagt Kurzweil in einem Interview, "werden wir in der Zukunft als menschlich akzeptieren. Dies sind unsere Geisteskinder. Sie sind Hybriden unseres biologischen Erbes, verbunden mit unseren technologischen Schöpfungen." (Der Standard, 25.08.2001, Album, S. 1,2)


Aus: "Kunst und Viabilität - Wo vieles schon tot ist, ist alles erlaubt" von F.E.Rakuschan
Quelle: http://seminare.snm-hgkz.ch/~maja/seminare/poiesis4/poiesisupdate/linzfe2.htm
« Last Edit: June 25, 2005, 02:05:41 PM by Textaris »
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[Menschen als Naturwesen, als wissenschaftliches Objekt]
« Reply #5 on: June 25, 2005, 02:31:29 PM »

Quote
[...] "Die Denker beginnen die Realität zu entdecken, die eine eigene Existenz besitzt, unabhängig von einem Geist, der sie schafft. Sie studieren den Menschen als Naturwesen, als wissenschaftliches Objekt und auch als Lebewesen, das von bestimmten Umständen abhängig ist.
Auch Stirner wird in seinem Werk "Der Einzige und sein Eigentum" die hegelsche Omnipotenz des Geistes einer erbarmungslosen Kritik unterziehen. Er verurteilt darin den absoluten Geist Hegels als Gespenst, das keinerlei Grundlage in der Realität besitzt." (Sabine Scholz)

Quelle: http://www.geocities.com/marieundmax/stirner/biograph.htm
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[Brain Machine Interface]
« Reply #6 on: May 28, 2006, 08:48:54 PM »

Quote
[...] […] Mit dem in Zusammenarbeit mit dem Advanced Telecommunications Research Institute International http://www.atr.jp entwickelten “Brain Machine Interface” (BMI) können zwar nur einfache Bewegungen gesteuert werden, dafür funktioniert dies ohne jegliche Implantate. Externe Sensoren zeichnen die Hirnaktivitäten auf, digitalisieren sie und werten sie aus. Die Maschinensteuerung erfolgt in “Beinahe-Echtzeit”, womit die Wissenschaftler eine Zeitverzögerung von sieben Sekunden meinen. Zur Messung der Hirnaktivitäten wird ein Kernspintomograph eingesetzt, erläutern die Forscher: Die darin liegende Testperson macht zuerst eine Faust und spreizt anschließend zwei Finger zu einem V. Einige Sekunden später macht die Roboterhand die Geste nach. Honda zufolge kann die Maschinenhand die Bewegungen der Menschenhand nachahmen, indem die hämodynamischen Reaktionen des Hirns, also die Bewegung des Blutes im Gefäßsystem, ausgewertet werden. Die Treffergenauigkeit liege bei 85 Prozent. Das System ist dafür ausgelegt, Bewegungen zu erkennen und diese zu kopieren. Ein aufwendiges Training der Probanden sei nicht notwendig. Selbst bei erstmaliger Nutzung des BMI sollen einfache Handbewegungen zuverlässig erkannt werden, so die Wissenschaftler.



[Bruchstück aus: “Honda schafft Durchbruch bei Robotersteuerung durch “Gedanken” - Kernspintomograph erfasst Gehinaktivität und wertet diese aus” (27.05.2006)
Quelle: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060527001
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