Author Topic: [Übertragung Projektion und Abwehrmechanismus... ]  (Read 10490 times)

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[Übertragung Projektion und Abwehrmechanismus... ]
« on: December 02, 2009, 01:12:32 PM »
Quote
[...] Der Begriff der Übertragung stammt aus der Tiefenpsychologie, insbesondere der Psychoanalyse. Er bezeichnet dort den Vorgang, dass ein Mensch alte – oftmals verdrängte – Gefühle, Affekte, Erwartungen (insbesondere Rollenerwartungen), Wünsche und Befürchtungen aus der Kindheit unbewusst auf neue soziale Beziehungen überträgt und reaktiviert. Ursprünglich können diese Gefühle auf die Eltern oder Geschwister bezogen gewesen sein, bleiben aber auch nach der Ablösung aus dem Elternhaus in der Psyche präsent und wirken dort weiter. Dieser Vorgang ist zunächst weitestgehend normal und weit verbreitet, kann aber, wenn die übertragenen Gefühle sich gegenüber tatsächlichen gegenwärtigen Beziehungen als nicht angemessen erweisen, zu erheblichen Problemen und Spannungen führen.

[...]

Ein Beispiel soll den Grundmechanismus der Übertragung verdeutlichen:

    Eine Angestellte wird von ihrem Vorgesetzten immer wieder heftig und ungerecht abgewertet. Trotzdem bewundert sie ihn und versucht, ihm durch gute Leistungen und attraktives Auftreten zu gefallen. Auch in Beziehungen sucht sie immer wieder starke Partner, wobei sie hierbei viel Gewalt erfährt und sich trotzdem nicht trennt. Sie überträgt dabei jeweils Gefühle, die eigentlich ihrem gewalttätigen Vater gelten, auf ihren Chef oder Partner. Sie wünscht von diesen Bestätigung oder Zuwendung, nach der sie sich bei ihrem Vater gesehnt hat, ohne sie je zu bekommen.

Dieser Mechanismus lässt sich in vielen ähnlichen Situationen des sozialen Lebens wiederfinden:

    * Rachsucht und Rechthaberei im Erwachsenenalter gehen auf lieblose Erziehung zurück; Erziehung durch Liebesentzug
    * stark negative Reaktionen auf narzisstische Kränkungen gehen auf Bevorzugung anderer Geschwister und Lieblosigkeit zurück
    * Trennungsängste basieren entweder auf Trennungserfahrung in der Kindheit oder auf einer sehr starken und gut ausgeprägten Bindung zu bestimmten Personen
    * spontane Sympathie/Antipathie gegenüber bestimmten Personen: Die Ursachen sind Parallelen zu Personen der Vergangenheit.

[...]



# Aus: "Übertragung (Psychoanalyse)"
# Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
# Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
# Datum der letzten Bearbeitung: 19. November 2009, 13:01 UTC
# Versions-ID der Seite: 67006556
# Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=%C3%9Cbertragung_(Psychoanalyse)&oldid=67006556
# Datum des Abrufs: 2. Dezember 2009, 12:00 UTC

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Quote
[...] Projektion bezeichnet das Verlagern eines verdrängten inneren Motivs durch die Abbildung von eigenen Empfindungen, Gefühlen, Wünschen und Interessen in der Außenwelt. Dabei wird die Ich-Grenze teilweise aufgehoben.

[...] Beispiel: Eine Frau fühlt sich durch einen Kollegen sexuell bedrängt, obwohl dieser den Kontakt meidet. Lässt das Verhalten des Kollegen von außen betrachtet eher die Wahrscheinlichkeit zu, dass er keinen Kontakt wünscht, so kann davon ausgegangen werden, dass die Frau ihr Begehren in den Kollegen projiziert hat.

[...] Die Analytische Psychologie nach Carl Gustav Jung versteht unter Projektion zum einen das Zuschreiben von in der eigenen Psyche angelegten Archetypen an Personen oder Objekte außerhalb des Ichs.

Bekannte Formen sind:

    * Die Projektion des Mutterarchetyps auf die persönliche Mutter bzw. andere Frauen. Sie führt regelmäßig zum Mutterkomplex und ist Ursache einer Vielzahl psychischer Störungen.

    * Die Projektion des Schattenarchetyps, also verdrängter eigener Eigenschaften, Wünsche und Taten – vor allem solcher, die mit gesellschaftlichen Normen in Konflikt stehen, oder für die sich der Projizierende schämt – auf andere Menschen, um sich selbst von diesen distanzieren zu können. Es handelt sich um einen Abwehrmechanismus zur Bewältigung der Negativanteile der eigenen Persönlichkeit. Dieser Abwehrmechanismus führt aber häufig zu sozialen Konflikten, bis hin zu der Verfolgung von Minderheiten und Krieg.

Beispiel: Ein neugieriger Mensch, der gern die Post der anderen Mietparteien in seinem Haus durchstöbern würde, behauptet eben dieses von seinen Nachbarn.

Die weitere Form von Projektion umfasst das Hineinlesen eigener Vorstellungen auf mächtigere Personen oder Wesen, um diesen Rechtfertigung und Nachdruck zu verleihen.

Beispiele für diese Form der Projektion finden sich bei Puristen oder Fundamentalisten: „Gott will, dass alle Ungläubigen bekehrt werden“.

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    * Aus "Projektion (Psychoanalyse)"
    * Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
    * Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
    * Datum der letzten Bearbeitung: 19. November 2009, 14:12 UTC
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    * Datum des Abrufs: 2. Dezember 2009, 12:04 UTC

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[...] Übertragungsliebe ist ein psychoanalytischer Begriff für die Übertragung von Liebe von einem ursprünglichen auf ein neues Ziel bewirkt. Der Begriff wird aufgrund seiner häufigen Verwendung im Kontext der Psychoanalyse heute meist im Sinne einer psychischen Störung verwendet. Peter Sloterdijk weist darauf hin, dass diese Verwendung zu eng ist und weiter gefasst werden sollte, indem er Übertragung als eine Quelle offener schöpferischer Vorgänge betrachtet.

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    * Aus: Übertragungsliebe
    * Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
    * Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
    * Datum der letzten Bearbeitung: 19. November 2009, 14:24 UTC
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    * Datum des Abrufs: 2. Dezember 2009, 12:06 UTC

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Quote
[...]  Beispiele für Abwehrmechanismen:

[...]

    * Repression/Verdrängung: Die Verdrängung ist ein Abwehrmechanismus, der vor allem die Aufgabe hat, das Ich vor einem bedrohlichen Einfluss zu schützen. Wie die Dissoziation radiert auch die Verdrängung keine Erinnerungen aus, sie erschwert nur die bewusste Erinnerung an ein Erlebnis. Unerwünschte Es-Impulse, die ein Gefühl von Schuld, Scham oder das Herabsetzen des Selbstwertgefühls hervorrufen, werden durch Ich und Über-Ich in das Unbewusste verdrängt. Von dort aus können sie allerdings in Träumen oder als unbewusste Ersatzhandlungen wieder zutage treten. Freuds Begriff der Repression muss vom Begriff der Unterdrückung (Suppression) unterschieden werden, denn wenn wir bestimmte Gedanken, Handlungen und Wünsche unterdrücken, sind wir uns ihrer die ganze Zeit über bewusst.

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# Aus: "Abwehrmechanismus"
# Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
# Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
# Datum der letzten Bearbeitung: 19. November 2009, 21:10 UTC
# Versions-ID der Seite: 67025135
# Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Abwehrmechanismus&oldid=67025135
# Datum des Abrufs: 2. Dezember 2009, 12:11 UTC


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[Übertragung der moralischen und ethischen Vorstellungen... ]
« Reply #1 on: December 02, 2009, 01:15:43 PM »
Quote
[...] Gläubige Menschen übertragen unbewusst ihre eigenen moralischen und ethischen Vorstellungen in den Wertecodex, den sie als von ihrem Gott gegeben betrachten. Das haben Nicholas Epley  von der University of Chicago und seine Kollegen aus Fragebögen und Hirnscans von über 1000 US-Amerikanern gelesen.

Die Wissenschaftler befragten die überwiegend christlichen Probanden zu Themen wie der Todesstrafe, Abtreibung oder gleichgeschlechtlichen Ehen. Anschließend mussten die Teilnehmer die vermutete Haltung ihres Gottes einschätzen und mit der bekannter Persönlichkeiten oder des Durchschnittsamerikaners vergleichen. Die Probanden nahmen ihre eigene Meinung als gottesnah wahr. Ähnlich schnitt die Einstufung der Meinung von Personen ab, die ein hohes öffentliches Ansehen genießen.

Mit Gehirnscans zeigten die Forscher, dass bei der Einschätzung der Meinung von im Mittel negativer bewerteten Durschnittsamerikanern andere Hirnareale aktiv werden, als bei der Bewertung der eigenen oder der göttlichen Meinung. Betroffen sind dabei vor allem der mittlere präfrontale Kortex, der Precuneus und die Schläfenlappen, wo unter anderem die Meinung Anderer bewertet wird. Die Aktivitätsmuster wichen besonders deutlich ab, wenn die Bewerteten von den Probanden als "ungläubig" eingestuft wurden.

Nach Ansicht der Forscher spielt das Selbst bei der Entstehung des Glaubens eine größere Rolle als bisher angenommen. Der Glaube an die "selbstgemachte" göttliche Meinung könne als Verstärker dienen, um die eigene Gedankenwelt zu bestätigen und zu rechtfertigen. Da die Studie ausschließlich mit überwiegend christlichen Amerikanern durchgeführt wurde, sei sie nicht automatisch auf alle Weltreligionen übertragbar, so die Wissenschaftler. (jvs)


Aus: "PSYCHOLOGIE - Gläubige projizieren eigene Gedankenwelt auf Gott" (30.11.2009 )
Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1015719


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[Ereignisse: Übertragung Projektion und Abwehrmechanismus... ]
« Reply #2 on: February 01, 2010, 03:48:09 PM »
Quote
[...] ... die Ignoranz und Abgrenzung der anderen Menschen, welche sich davor schützen wollen den Schmerz, das Leid oder die Krankheit zunahe an sich heranzulassen. Im Gegensatz zu Ereignissen wie Geburten und Hochzeiten an denen jeder glaubt teilhaben zu müssen.

...


Aus: "Von der Lebenskraft des Trauerns" Autor: Dieter Rothmann (29.04.01)
Quelle: http://www.physis-web.de/Dateien/Fortbildungsskripte/Psychologie%20und%20Sozialp%E4dagogik/LebenskraftTrauerns.pdf


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[Und vor dem Hintergrund... ]
« Reply #3 on: July 28, 2014, 04:11:00 PM »
Quote
[...] Hakan und die Huren
che2001, Montag, 21. Juli 2014 00:17h

Der Jens hatte erzählt, dass unser Kollege Hakan in seinem Seminar einen Hörer hätte, der erzählt hatte, dass er die Dienstleistungen einer Sexarbeiterin in Anspruch nähme. Jens kritisierte nun, dass Hakan den Seminaristen dafür nicht angegangen ist. Das ging allerdings nicht in die Richtung, wie das nun anzugehen sei - ich finde diese Zero-Macho-Debatte aus Frankreich die Freier anzusprechen und bei denen Bewusstsein schaffen zu wollen sehr richtig - sondern eher darum, Hakan als Menschen fertig zu machen, so auf einer essentiellen Ebene "der ist damit selber Sexist."

Ich meinte dazu, es müsste erstmal abgeklärt werden, zu was für einer Hure er denn ginge, ob das eine Zwangsverschleppte, eine mit Zuhälter oder eine die das aus freien Stücken macht sei mache nunmal einen existenziellen Unterschied. Nein, erwiderte Jens, jeder Mann der für Sex zahle stehe auf der anderen Seite und sei ein Feind. Da erwiderte ich, dass ich zwar noch nie für Sex gezahlt habe, das aber so kategorisch auch nicht ausschließen könne, das jemals zu tun, da es nun mal meine zentrale Lebenserfahrung ist, dass Frauen mit mir keinen Sex wollen oder ich jedenfalls mit von mir begehrten Frauen keinen Sex bekommen kann und sich mir dann vielleicht mal die Frage stellt "lebenslanger Verzicht oder Notlösungen". Und vor dem Hintergrund hielte ich es für Hybris, einen solchen Mann zu verurteilen. Reden über sein Verhalten ja, aber ergebnisoffen. Jens starrte mich an, als ob ich drei Augen hätte. Solche Beziehungsmenschen wie er leben in einer anderen Welt als ich, zu der ich nur sehr bedingt Zugang habe. Die Welt spontaner sexueller Begegnungen, aber auch von jeglichem Sex außerhalb der geschlossenen Zweierkiste erscheint hier als ein "Außen".

Quote
are, Donnerstag, 24. Juli 2014, 23:18
So einerseits finde ich diese feinziselierten abgestuften Unterscheidungen zwischen verschiedenen Gruppen von Huren und dem Umgang mit ihren Freiern sehr hilfreich und Deine Kontrahaltung gegen Schwarz-Weiß-Moralismus richtig, andererseits stört mich Deine Selbstverortung. ...



Quelle: http://che2001.blogger.de/stories/2420567/