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Author Topic: [Wirklichkeitswahn (Notizen) ...]  (Read 2365 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Wirklichkeitswahn (Notizen) ...]
« on: June 13, 2005, 11:49:58 AM »

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Aufbäumen wenigstens im Wort?

Jeder Poet ist wie der Wissenschaftler an das Noch-Nicht- Gewußte, den alles bedingenden apriorischen Grund (das Eine) durch seinen Einfall gebunden.

Neben der mathematischen Formel und der Musik ist das Gedicht die einzige Möglichkeit der herrschenden gefährlichen Hohlform des Wirklichkeitswahns und seinen Täuschungsmanövern und sozialen Manipulationen durch Hinabtauchen in die Tiefendimensionen zwischen den Zeilen zu entgehen, und zugleich zum Angriff überzugehen


Aus: "AUFBÄUMEN. UND DER SPRACHBAUM DER KABALLA" Schlesak (Datum ?)
Quelle: http://www.geocities.com/transsylvania/gedichteuue.html
« Last Edit: August 26, 2020, 07:37:55 PM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)

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[Wirklichkeitswahn (Notizen) ...]
« Reply #1 on: August 26, 2020, 07:40:09 PM »

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[...] "Die Weigerung, sich einer bestimmten Definition der Wirklichkeit (zum Beispiel einer Ideologie) zu verschreiben; die Anmaßung, die Welt in eigener Sicht zu sehen und auf eigene Facon selig zu werden – wird immer häufiger zum "think crime" in Orwells Sinne abgestempelt, je mehr wir uns dem Jahr 1984 nähern. ... Vor über 40 Jahren erscheint Paul Watzlawicks Studie über Wahn, Täuschung und Verstehen zum ersten Mal. Das Schreckensjahr 1984 aus George Orwells gleichnamigem Roman steht kurz bevor; und nicht nur Intellektuelle wie Watzlawick fürchten sich vor den Möglichkeiten eines allwissenden Überwachungsstaates, wie Orwell ihn skizziert hat. Lange her – und zugleich verblüffend gegenwärtig ist diese Furcht heute. Die digitalen Datenimperien spähen uns inzwischen in einer Weise aus, wie selbst Orwell es sich nicht ausmalen konnte. Was immer wir tun: Der große Bruder schaut uns zu. Und verwandelt das, was wir für unsere Persönlichkeit halten, in einen berechen­baren Algorithmus. Die Grundidee, von der Paul Watzlawick in seiner Studie 1976 ausging, erschien damals vielen Zeitgenossen abenteuerlich. Wie verstehen wir die Idee heute?

...


Aus: "Paul Watzlawick - Wie wirklich ist die Wirklichkeit" (17.09.2019)
Quelle: https://www1.wdr.de/kultur/buecher/wie-wirklich-wirklichkeit-104.html
« Last Edit: August 26, 2020, 07:59:24 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Wirklichkeitswahn (Notizen) ...]
« Reply #2 on: October 13, 2020, 01:02:16 PM »

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[...] ob wir etwas authentisch finden, hat mehr mit unserer eigenen Erwartung zu tun, glaubt Schilling. Ein italienisches Restaurant halten Deutsche für authentisch, wenn es aussieht, wie sie sich ein italienisches Restaurant vorstellen, und es zum Beispiel Pizza serviert, obwohl Pizza historisch nur für die Gegend um Neapel typisch ist. Das Gleiche gilt für jene italienischen Restaurants, die eine distinguiertere Zielgruppe genau deshalb authentisch findet, weil sie keine Pizza servieren.

Dingen auf diese Art Authentizität zuzuschreiben ist durchaus nützlich, es kanalisiert Vertrauen: Ah, hier ist alles, wie ich dachte, mit Heuchelei und bösen Überraschungen ist nicht zu rechnen. Es ordnet eine unübersichtliche Welt und bestätigt die Vorstellungen, die man von sich und anderen hat. Damit wird jedoch auch schon klar, dass Authentizität nicht nur die Befreiung bedeutet, als die sie gehandelt wird: Sei ganz du selbst! Sie schafft vielmehr ein neues Korsett: Verhalt dich so, dass andere dich als authentisch wahrnehmen. Aber das verschweigt das Ideal der Authentizität natürlich. ...

Zu: "Erik Schilling: Authentizität Karriere einer Sehnsucht; C. H. Beck, München 2020; 155 S. ..."


Aus: "Authentizität in der Literatur: Echt jetzt?" Eine Rezension von Maja Beckers (8. Oktober 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/2020/42/authentizizaet-literatur-erik-schilling-literaturwissenschaft
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