COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Zum Spannungsfeld der Musikindustrie... ]  (Read 57263 times)
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« Reply #90 on: June 13, 2012, 10:04:42 PM »

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[...] Viele Veranstalter buchen junge und unbekannte Bands, die wenig einspielen – manchmal zahlen die Veranstalter sogar noch drauf. Das Prinzip: Disco- und Konzertveranstalter lassen eine noch unbekannte Band bei sich auftreten. Die Kosten, die das Konzert verursacht, fangen diese Einrichtungen mit anderen Veranstaltungen auf, zum Beispiel mit Disco-Abenden oder Partys. Doch auch dabei hält die Gema die Hand auf, schließlich soll von der Musik, die per CD oder Laptop gespielt wird, auch etwas bei den Komponisten, Textern, Produzenten ankommen. Doch die neuen Tarife für die Disco-Abende verteuern sich offenbar dramatisch. Und das bedeutet, dass den Veranstaltern die Luft wegbleibt, um weniger ertragreiche Konzerte mit jüngeren Bands zu buchen. Auch die Tarife für Live-Konzerte sollen steigen.

... Gegen eine realistische Erhöhung hat Holger Schmidt vom Nightrooms nichts. Gleichzeitig hofft er, dass die neue Tarifordnung der Gema nicht durchkommt. Denn dann: „Muss ich die Kosten vielleicht an die Kunden weitergeben“ - über Eintrittspreise und Getränke. Warum? „Wir zahlen derzeit rund 18 000 Euro an die Gema pro Jahr“, sagt Schmidt. Stimmen seine Berechnungen wären es ab 2013 115 500 Euro ....

Die Gema verteidigt sich und weist darauf hin, dass die Tarife vereinfacht werden sollten – was sogar stimmt. Aber der Verein räumt auch ein: „Discotheken und Clubs trifft es tatsächlich negativ“, so Gema-Sprecher Franco Walther, „aber das liegt daran, dass der alte Tarif so günstig war.“

...


Aus: "Disco- und Party-Veranstalter in Dortmund fürchten neue Gema-Gebühren"
Von Peter Ring und Tim Müßle (23.05.2012)
Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/disco-und-party-veranstalter-in-dortmund-fuerchten-neue-gema-gebuehren-id6685577.html

-.-

http://www.wzonline.de/nachrichten/newsdetails-allgemein/article/gema-tarife-diskos-unter-druck.html?

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« Reply #91 on: August 10, 2012, 03:06:11 PM »

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[...] Das Bundesjustizministerium hat einen Referentenentwurf zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vorgelegt, mit dem die Schutzdauer für Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre ausgeweitet werden sollen. Laut dem im Blog der "digitalen Linken" veröffentlichten Papier (PDF-Datei) von Ende Juli sollen davon Urheber von Musikkompositionen mit Text wie Songschreiber, ausübende Künstler sowie Tonträgerhersteller profitieren. Die Schutzfrist um 20 Jahre zu verlängern eröffne ihnen die Chance, "sich an der wirtschaftlichen Entwicklung in dem geregelten Bereich weiterhin zu beteiligen". Dies stehe auch im Einklang mit dem Leitgedanken der Bundesregierung "zur nachhaltigen Entwicklung".

Das Justizressort will damit eine EU-Richtlinie umsetzen, die mit dem Segen des europäischen Ministerrates und des Parlaments seit Herbst 2009 gilt. Die Mitgliedstaaten müssen die Bestimmungen innerhalb von zwei Jahren in ihren nationalen Gesetzen berücksichtigen. Die EU-Kommission wollte die Schutzdauer ursprünglich auf 95 Jahre verlängern, was die Abgeordneten aber ablehnten.

Interpreten von Musikstücken sollen an den zusätzlichen Einnahmen, die der Tonträgerhersteller etwa durch Vervielfältigung, Vertrieb und der Veröffentlichung eines geschützten Werks etwa im Internet erzielt, zu 20 Prozent beteiligt werden. Verwertungsgesellschaften sollen die Vergütungen jährlich an die Interpreten auszahlen, die ihre Rechte gegen eine einmalige Zahlung an die Produktionsfirma übertragen oder abgetreten haben. Vorschüsse oder vertraglich festgelegte Abzüge dürfen im Anschluss an das 50. Jahr nach der "rechtmäßigen Veröffentlichung" oder öffentlichen Wiedergabe nicht gekürzt werden.

Zunächst außen vor bleiben Musik-DVDs; die Kommission will erst nach ersten Erfahrungsberichten prüfen, ob die Regeln auf diesen Bereich ausgedehnt werden. Einnahmen aus der Vermietung sonstiger Tonträger, der öffentlichen Sendung und Wiedergabe sowie aus Zahlungen für private Kopien werden ebenfalls nicht einbezogen. Hier werden Sänger und andere Bandmitglieder schon von den Verwertungsgesellschaften ausgezahlt.

Plattenfirmen können ihnen entstehende zusätzliche Ausgaben etwa fürs Marketing nicht von der Vergütung für die Interpreten abziehen. Sie sind zudem verpflichtet, ausübenden Künstlern auf Verlangen Auskunft über die Einnahmen und sonstige Informationen zu geben, die dazu nötig sind, den Vergütungsanspruch zu beziffern.

Prinzipiell sollen die neuen Vorschriften für Aufzeichnungen von Darbietungen und Tonträger gelten, deren bisherige Schutzdauer zum Umsetzungsstichtag im November 2013 noch nicht erloschen sind und solche, die danach entstehen. Hat ein Interpret vor diesem Datum bereits einen Übertragungsvertrag mit einer Plattenfirma abgeschlossen, sollen sich die neuen Schutzfristen auch darauf beziehen, "wenn keine eindeutigen vertraglichen Hinweise auf das Gegenteil vorliegen". Weitere von der Richtlinie ermöglichte vertragliche Anpassungen seien nicht nötig, da sie das deutsche Recht bereits abbilde.

Die Linken monieren an dieser Stelle, dass es schon auf EU-Ebene nicht um die ausübenden Künstler, sondern die übrigen Rechteinhaber und die Musikindustrie gegangen sei. Ein Interpret, der seine Rechte abgetreten habe, sei sie nun "automatisch für 20 weitere Jahre los". Das Verfahren könne problemlos auch so geregelt werden, dass die Ansprüche nach Ablauf der alten Schutzdauer automatisch an den Künstler zurückfallen. Schon während der Beratung der Richtlinie auf EU-Ebene hatte es Proteste gegen das Vorhaben gehagelt. Vor allem Bürgerrechtsorganisationen und Forscher rieten generell davon ab, den Urheberrechtsschutz zu verlängern. Sie befürchten, dass davon nur die Industrie, die Rechteinhaber sowie eine Handvoll ins Rentenalter kommender Popstars profitieren.

Die genauen Auswirkungen der nationalen Initiative kann sich das Justizministerium eigenen Angaben zufolge noch nicht ausmalen. Die Schutzdauer für Musikkompositionen mit Text werde sich "für eine nicht bezifferbare Anzahl" entsprechender Werke verlängern, ist in der Gesetzesbegründung nachzulesen. Soweit der Urheber seine Rechte auch weiterhin ausübt oder Ansprüche geltend macht, führe dies aber zu "keiner messbaren Verhaltens- oder Aufwandsänderung".

"Die Verwerter von Darbietungen ausübender Künstler und von Tonträgern werden während der verlängerten Schutzdauer entsprechende Lizenzvereinbarungen zu schließen haben", erklärt das Ministerium weiter. Dies entspreche den bereits geltenden urheberrechtlichen Vorgaben. Dem Tonträgerhersteller könne als Schuldner von Zahlungs- beziehungsweise Auskunftsansprüchen des ausübenden Künstlers gegebenenfalls ein zusätzlicher Zeit- und Kostenaufwand entstehen. Im Gegenzug profitiere er aber von einer längeren Verwertungsmöglichkeit der Aufzeichnungen. Insgesamt sei "mit quantifizierbaren Auswirkungen des Gesetzes auf das Preisniveau" nicht zu rechnen.

Der derzeit mit den übrigen Ressorts besprochene Entwurf, der noch vom Kabinett und vom Bundestag verabschiedet werden muss, tritt zu einem weiteren Entwurf für ein Urheberrechtsgesetz, mit dem das Justizministerium ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger schaffen will. Vom ursprünglichen Anlauf für eine umfassende Urheberrechtsreform in Form eines "dritten Korbs", der sich vor allem auch um die Belange von Wissenschaft und Forschung kümmern sollte, ist dagegen nach wie vor keine Spur in Sicht. (Stefan Krempl) / (anw)

Quote
sniggles, 8. August 2012 15:57
Ich kaufe längst keine Musik mehr
Dieser ganze Bullshit rund um die Musikindustrie geht mir
mittlerweile einfach so derb auf den Sack, dass ich schon lange keine
Musik mehr kaufe. Ich konsumiere neuere Musik einfach nicht mehr
freiwillig. ... Weil es mir einfach zu doof ist eine immer gierigere Branche zu finanzieren in der nur die
das große Geld bekommen die eh schon das Meiste haben und kleine Künstler mit Kleckerbeträgen abgespeist werden.

...


Quote
Wahrheitsager, 8. August 2012 16:51

Von mir aus 100 oder 200 Jahre

... Im Übrigen wünsche ich mich in eine Zeit zurück, in der man
wenigstens noch auf dem Klo scheissen konnte, ohne von allen Seiten
bedudelt zu werden.


Quote
sputnik1969, 8. August 2012 18:24
Verlängerung der Rentenbezugszeit bis 70 Jahre nach dem Tod

Es kann schliesslich nicht angehen, dass meine Enkel nicht mehr davon
profitieren, dass ich mal gearbeitet habe... Denn ein Komponist macht
ja auch nichts anderes...
Also sollte die Rente aus der Rentenversicherung bis 70 Jahre nach
dem Tod an die Erben weitergezahlt werden... Das ist angemessen finde
ich...


Quote
ThomBS, 9. August 2012 09:20

Loriot und Karl Valentin

Von unserer Regierung der Superchristen und der nur von Geld lebenden
FDP war ja nichts anderes zu erwarten. Trolle, die billig irgendwo
ein paar Rechte gekauft haben, dürfe der Menschheit die Nutzung
menschlichen Eigentums bei Androhung der totalen Vernichtung
verbieten. Es geht doch nichts über Korruption und Lobbyisten!

Ich persönlich als jahrzehntelanger Loriot-Fan werde mir niemals mehr
etwas vom großen Meister kaufen. Seine Erbin führt einen Kreuzzug
gegen Fans von Loriot. Sie führt mit Hilfe von Anwälten einen
Kreuzzug gegen Menschen, die das Ansehen Loriots aufrecht erhalten
und ihn verehren.

Aus genau diesem Grunde habe ich alles, was ich jemals zu Loriot
geschrieben habe, von meiner Webseite entfernt. Vor Jahren hatte ich
das Adventsgedicht auf der Seite. Heute würde ich Opfer der Erbin und
sähe mich einem Krieg der Anwälte ausgesetzt, die dank CDU und FDP
nicht ruhen werden, bis sie mich komplett vernichtet haben.

Wie so etwas geht und wie man bequem das Erbe eines großen Menschen
nutzt, um mit Hilfe von Anwälten abzukassieren, zeigt das Beispiel
von Karl Valetin. Dessen Erben führen einen Krieg zur Vernichtung
eines Menschen, der vor Jahren einmal für ein Projekt kurze Zitate
von Valentin auf seiner Webseite hatte.

Wenn hingegen eine Zeitung auf dem Gebiet der früheren DDR einen
Artikel von mir zum Krieg in Georgien stiehlt, für einen eigenen
ausgibt und mit meinem geistigen Eigentum Geld verdient, dann dürfen
die das. Genauso wie dieser Verlag am lautesten schreit, wenn es
darum geht, das Leistungssschutzrecht und damit die totale Zensur in
Deutschland zu fordern.

So, genug Polemik für den Vormittag. Muss jetzt arbeiten.




Aus: "Regierung will Urheberrechtsschutz für Musiker und Komponisten verlängern" (08.08.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Regierung-will-Urheberrechtsschutz-fuer-Musiker-und-Komponisten-verlaengern-1663309.html

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« Reply #92 on: August 26, 2012, 10:52:34 AM »

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[...] Ein US-Bundesgericht in Massachusetts hat die gegen den wegen Urheberrechtsverstößen verurteilten Joel Tenenbaum verhängte Strafe von in Höhe von 675.000 US-Dollar (derzeit rund 538.000 Euro) bestätigt (PDF-Datei: http://beckermanlegal.com/Lawyer_Copyright_Internet_Law/sony_tenenbaum_120823Decision.pdf). Ein Geschworenengericht hatte Tenenbaum im Jahr 2009 für schuldig befunden, 30 Songs illegal heruntergeladen und über die Filesharing-Börse Kazaa verbreitet zu haben.

Richterin Rya Zobel hat nun Tenenbaums Antrag auf eine Neuauflage seines Verfahrens zurückgewiesen. Die Höhe des Schadenersatzes sei angesichts der Beweislage nicht übertrieben. Zudem liege sie eher am unteren Ende der bei vorsätzlichen Urheberrechtsverletzungen möglichen Geldstrafen (750 bis 150.000 US-Dollar pro Song). Auch das Limit für für Verstöße ohne Vorsatz sei nicht überschritten (bis zu 30.000 US-Dollar pro Song).

Zuletzt hatte Tenenbaum den Obersten Gerichtshof der USA einschalten wollen, weil die Höhe des Schadensersatzes seiner Ansicht nach gegen die Verfassung verstößt. Der Supreme Court hatte jedoch abgelehnt, ihn anzuhören. 2010 gelang es Tenenbaum vor Gericht eine Senkung der Geldstrafe auf 67.500 US-Dollar zu erwirken, 2011 wurde diese Entscheidung jedoch wieder in einem von Sony angestrengten Berufungsverfahren einkassiert und die alte Strafe wieder in Kraft gesetzt. (axk)

Quote
24. August 2012 21:11
Nur weiter so!
MajorGriffon

Schöner kann man die Absurdität des derzeitigen
Verwertungsrechtssystems nicht darstellen!


Quote
24. August 2012 22:13 ...
Cheop

... Recht muss Recht bleiben - Abschreckung auf Kosten von menschlichen Schicksalen ist abgrundtief
menschenverachtend.



Aus: "US-Gericht bestätigt Rekordstrafe gegen Filesharer" (24.08.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Gericht-bestaetigt-Rekordstrafe-gegen-Filesharer-1674581.html

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« Reply #93 on: November 01, 2012, 03:13:30 PM »

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[...] Die Schutzfrist für Musik soll um 20 Jahre wachsen. Das nütze den Künstlern, sagt die Regierung. Doch profitieren vor allem Plattenfirmen – auf Kosten der Allgemeinheit.

...Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, der die sogenannte Schutzdauer für die Rechte an Musikaufnahmen von 50 auf 70 Jahre verlängern soll. Urheberrechtsexperten halten das für einen Fehler.

... Das Max-Planck-Institut für Immaterialgüterrecht hat zu diesem Thema bereits 2008 eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Tenor: Die Verlängerung der Schutzfrist bringt den Künstlern nichts und zementiert außerdem die "Unzulänglichkeiten des heutigen Systems". Es profitierten allein die Tonträgerhersteller, heißt es darin.

... Die Bundesregierung will also dafür sorgen, dass Plattenfirmen 20 Jahre länger Geld mit Tonträgern verdienen können als bisher. Diesen Zugewinn – und nur diesen – müssen sie mit den Musikern teilen. Die Musiker bekommen von den zusätzlichen Einnahmen ein Fünftel.

Kein Wunder also, dass der ganze Plan Gegner hat. Der Jurist John Weitzmann vom Urheberrechtsportal irights.info schreibt dazu per Mail: "Das Argument, die Studiomusiker und Interpreten würden im Alter von der Verlängerung profitierten, grenzt an Zynismus. Das Einzige, was diese Verlängerung tut, ist, die Bilanzen einer Handvoll großer Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit zu füttern."

Denn nicht nur die marginale Beteiligung der Künstler wird kritisiert, sondern die Verlängerung der sogenannten Schutzfrist insgesamt. Diese Verlängerung werde, schreibt Weitzmann, "handfeste negative Wirkungen auf Verfügbarkeit, Nachnutzbarkeit und Rezeption der Tonaufnahmen ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben – und damit auf Innovationspotenzial und kulturellen Reichtum der europäischen Zivilgesellschaft in der Zukunft".

Denn wenn Rechteverwerter einen immateriellen Gegenstand länger nutzen dürfen, bedeutet es, dass die Rechte einer anderen Gruppe beschnitten werden – hier sind es die Rechte der Allgemeinheit. Bisher durfte jeder Aufnahmen verwenden, die 50 Jahre oder älter waren, durfte sie aufführen, samplen, in Filme einbauen.

Das britische Centre for Intellectual Property and Information Law der Uni Cambridge hat daher schon angesichts der EU-Richtlinie 2011 gewarnt, dass Europa dabei sei, einen wichtigen Teil seines kulturellen Erbes wegzuschließen.

... Bei Büchern ist das Problem bereits sichtbar, wie der Copyright-Forscher Paul Heald von der Universität of Illinois gezeigt hat. Aufgrund der Schutzfristen gibt es viele Werke, die zwar nicht mehr verlegt werden, weil sich das angesichts geringer Nachfrage nach den Titeln für Buchverlage nicht mehr rechnet. Gleichzeitig aber darf aufgrund der Rechtslage auch niemand anderes die Titel anbieten – unter einem anderen Geschäftsmodell beispielsweise oder ganz ohne Rechte. Das aber führt dazu, dass viele Bücher einfach nicht mehr verfügbar sind.

Aufgrund der geplanten Verlängerung der Schutzfrist um zwanzig Jahre droht so etwas nun auch für die Musik der Fünfziger und Sechziger. Das wird nicht die Beatles betreffen, aber sicher viele weniger erfolreiche Platten. Dabei ist es kein Problem, Gesetze und Rechtsmodelle zu ändern. Ein Problem aber ist es, wenn nicht alle Beteiligten gleichermaßen von einer solchen Änderung etwas haben.

Quote
    FSonntag
    01.11.2012 um 13:11 Uhr

Am Thema vorbei

das Problem liegt nicht darin, das Urhebern eine länger Schutz zugesprochen wird.

Das Problem liegt an Buy-Out Verträgen, von Verlagen und Medienunternehmen, die die Urheber knebeln. Diese Verträge binden und blockieren. Medienunternehmen drängen freie Urheber dazu für wenig und nicht angemessenes Honorar alle Rechte abzutreten. Das ist die einfache Wahrheit. Wäre dies nicht so, würden viele Urheber umtriebiger sein können und brach liegendes Material weiter vermarkten...

... "...weil sich das angesichts geringer Nachfrage nach den Titeln für Buchverlage nicht mehr rechnet. ..."

Genau das ist der Punkt, Buchverlage, Vrlage und Medienunternehmen haben sich die Nutzungsrechte angeeignet, wie gesagt zu zumeist unfairen konditionen, und horten die Werke. Also liegt das Problem nicht direkt bei dem Schutz der Urheber, als vielmehr bei den Unternehmen, die Urhebern die Nutzungsrechte abkaufen. Da Urheber oft mit Herzblut an Ihrer Arbeit hängen würden diese sich darüber freuen, wenn Ihr "Produkt" weiterhin gekauft und Verwendung finden würde.

Beste Grüße
FSonntag


Quote
    Tom S.
    01.11.2012 um 14:14 Uhr

EU Vorgaben

Ich kann es nicht mehr hören. Alle unpopulären Entscheidungen werden von den Regierungen an die nicht demokratisch legitimierte EU übertragen, um dann die Hände in Unschuld zu waschen. Genau deshalb würde ich - sollte es mal eine Abstimmung zur EU geben - auf jeden Fall mit Nein stimmen. Diese Zustände sind in meinen Augen inakzeptabel.

Das Volk hat doch in Brüssel überhaupt keine Stimme, die ganzen Lobbies (Großkonzerne etc.) dagegen haben dort ihre Vertreter. Bei solchen Entscheidungen frag ich mich, ob nicht einer dieser Vertreter doch mal den einen oder anderen Koffer bei einem EU-Abgeordneten "vergessen" hat...


Quote
    Gerhard Berlin
    01.11.2012 um 15:10 Uhr

Urheberrecht?

Die Verlängerung des Schutzes auf 70 Jahre kann sich nicht auf das Urheberrecht beziehen, da das Urheberrecht ausschließlich der Künstler (Urheber) hat.
Es ist weder verkäuflich noch verpfändbar. Die Schutzfrist des Urheberrecht beginnt erst mit dem Tod des Künstlers nach einer gewissen Frist zu schwinden.
Das Veröffentlichungsrecht der Musikindustrie ist etwas anderes, und um das geht es hier wohl eher.



Aus: "Regierung will Musik 70 Jahre lang sperren"  Kai Biermann (01.11.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-11/musik-schutzdauer-leistungsschutzrecht

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« Reply #94 on: November 06, 2012, 09:13:00 AM »

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[...] Die Bundesregierung stellt sich hinter die sogenannte "GEMA-Vermutung", derzufolge Veranstalter oder DJs im Einzelfall belegen müssen, dass keine Musik aus dem von der GEMA verwalteten Repertoire zur Aufführung gekommen ist. Die "GEMA-Vermutung" mit der damit verknüpften Abgabenpflicht habe sich aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ergeben, erklärte der Staatssekretär im Bundesjustizministerium Max Stadler (FDP) am Montag im Petitionsausschuss des Bundestags.

Stadler hält die GEMA-Vermutung für gerechtfertigt, da es sonst kaum möglich sei, die Rechte der Künstler geltend zu machen. Die Veranstalter hätten es mit dem Gegenbeweis einfacher, auch wenn es einen gewissen Aufwand bedeute. Er sehe derzeit keine Möglichkeiten, das System insgesamt zu ändern. Einzelne Mechanismen müssten aber verbessert und die Gespräche zwischen allen Seiten intensiviert werden.

In den vergangenen Jahren wurden über 1000 Petitionen zu der Musikverwertungsgesellschaft an den Bundestag gereicht. Konkreter Anlass des Expertengesprächs war unter anderem ein Anliegen von David Henninger, in dem er sich für ein Ende der GEMA-Vermutung einsetzt. Henninger begründete seine von 62.842 Personen unterstützte Petition mit dem enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Betroffenen, alle genutzten Stücke und die damit verknüpften Rechte aufzuführen.

In der Anhörung erläuterte ein Vertreter Henningers, es müssten "alle am Werk beteiligten Urheber, also auch Komponisten und Verleger, angegeben" werden, um eine Vermutung zu widerlegen. Dazu komme "das Problem der Namensdopplungen", sodass auch der aktuelle Wohnort und das Geburtsdatum der Rechteinhaber genannt werden müssten. "Das bindet einen mehrere Tage." So würden derzeit letztlich "die gesamten Kosten auf die Veranstalter abgewälzt".

In der intensiven Diskussion in den Internet-Foren des Petitionsausschusses sprach sich eine Mehrheit der Beteiligten dafür aus, die GEMA begünstigende Praxis aufzuheben. Diese sei in Zeiten des Internets nicht mehr zeitgemäß und entspreche nicht der Vielfalt der heutigen Musikindustrie. So gebe es durch freie Lizenzen eine nie dagewesene Menge an frei verfügbarer Musik. Dies betreffe insbesondere den elektronischen Bereich, in dem viele Urheber entweder bewusst ihre Werke frei verfügbar machen oder nicht zu ermitteln seien.

Auf weniger Anklang war mit rund 400 Mitzeichnern eine Petition des Punk-Musikers Thomas Theophil gestoßen, eine staatliche Verwertungsgesellschaft nach dem Vorbild der GEMA zu schaffen. Der Antragsteller verwies im Parlament auf jüngst angekündigte und umkämpfte Erhöhungen der Tarife der Verwertungsgesellschaft "in unverhältnismäßigem Umfang". Größere Clubs und Diskotheken, die etwa 24-stündige Tanzrunden anböten, müssten demnach deutich mehr zahlen. Es müsse eine Alternative geben, "damit Kultur finanzierbar bleibt".

Stadler stellte heraus, dass es kein gesetzliches Monopol der GEMA gebe, aber derzeit ein faktisches. Der Staat könne Künstlern aber nicht vorschreiben, Mitglied einer Verwertungsgesellschaft zu werden. Er sorge daher dafür, "dass es faire Verfahren gibt" und nehme seine Aufsichtspflicht wahr. Es habe Ende Oktober ein erstes Schiedsgespräch stattgefunden, in dem die GEMA "deutliche Änderungen" angekündigt habe. So sollten die geforderten Zuschläge erst nach acht statt nach fünf Stunden Veranstaltungsdauer greifen und von 50 auf 25 Prozent herabgesetzt werden. Insgesamt sei die Einführung der Tarifreform von Anfang Januar auf 1. April 2013 verschoben worden. (Stefan Krempl) / (anw)

Quote
5. November 2012 17:00
Koffer-Vermutung
Pyrphoros (119 Beiträge seit 30.07.09)

Ich bin für die Einführung einer "Koffer-Vermutung". Politiker müssen
belegen, dass für ihre Aussagen und Gesetzes-Entwürfe keine Koffer
angenommen wurden. Die Koffer-Vermutung mit der damit verknüpften
Zurücktretepflicht ergibt sich aus der Notwendigkeit die Demokratie
zu stärken.

Quote
6. November 2012 03:05
Re: Koffer-Vermutung
X5493 (664 Beiträge seit 24.01.12)

Koffer sind doch sowas von out...

Der Politiker von heute erhält üppige Redner-Honorare oder hat
Berater-Verträge.




Aus: "Bundesregierung steht hinter der "GEMA-Vermutung"" (05.11.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesregierung-steht-hinter-der-GEMA-Vermutung-1743629.html

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« Reply #95 on: November 13, 2012, 09:12:21 AM »

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[...] Im vergangenen Jahr seien weltweit rund 4,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet derzeit rund 3,5 Milliarden Euro) in die Suche nach neuen Künstlern, ihre Entwicklung und in die Vermarktung geflossen, teilte die Internationale Vereinigung der Phono-Industrie (IFPI) am Montag in Berlin mit. Im Jahr 2010 waren es 5 Milliarden US-Dollar.

...

Quote
snopo, 13. November 2012 08:41

Musikindustrie: Uns geht's wieder etwas besser

Kunden: "Uns nicht!"

- Weil wir nämlich immer noch generell wie Straftäter behandelt
werden und nicht wie Kunden.

- Weil immer noch Themen wie VDS etc. in der Schwebe sind, die eine
Komplettüberwachung der Bürger zur Folge haben, nur um die
lächerlichen (!) Umsätze der MI zu sichern.

- Weil uns immer noch vorgehalten wird, die MI hätte deswegen kein
zweistelliges Wachstum mehr, weil wir alles raubkopieren - dabei
haben wir schlicht kein Geld, keine Zeit und kein Interesse mehr für
dieses Zeug!

- Weil wir mal eine "Lizenz" und mal einen "Datenträger" erwerben -
je nachdem wie es Euch gerade passt und demnach auch oftmals Dinge
doppelt kaufen müssen.

- Weil man Musik zwar "rauben" aber seltsamerweise nicht vererben
kann (http://www.focus.de/digital/computer/apple/rechtsstreit-um-itunes-mu
siksammlung-bruce-willis-will-apple-verklagen_aid_812182.html)

- Weil die Gema jeden verdächtigen und jedem eine Rechnung schreiben
darf - ohne Belege vorzuweisen oder ihre Ansprüche überhaupt prüfen
zu müssen!



Aus: "Musikindustrie: Uns geht's wieder etwas besser" (12.11.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Musikindustrie-Uns-geht-s-wieder-etwas-besser-1748411.html

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« Reply #96 on: November 17, 2012, 02:56:11 PM »

Quote
[...]  Bevor sich gestern die Musikindustrie bei der Verhandlung des Bundesgerichtshofs zur Haftung für Filesharing durch Minderjährige ihre verdiente Ohrfeige abholte, legte sie selbst in gleicher Münze vor. So entglitt der FAZ (AFP) zufolge einem Anwalt der Musikindustrie ein bemerkenswertes Statement:

Der Fall werfe "ein grelles Licht", darauf, dass für viele Eltern der Begriff Erziehungsaufgabe zu einem Fremdwort geworden sei, (...) Während früher "auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet" habe, würden Kinder heute an freier Leine laufen gelassen.

Eltern sollten also das nach den Vorstellungen der Geräuscheindustrie verletzte Urheberrecht als deren gewaltbereite Türsteher vermitteln.

...


Aus: "Ohrfeige um Ohrfeige - Sympathisiert die Musikindustrie mit Prügelstrafe?" Markus Kompa (16.11.2012)
http://www.heise.de/tp/blogs/6/153203


-.-

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/musiktausch-im-internet-eltern-haften-nicht-fuer-raubkopien-ihrer-kinder-11961702.html

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« Reply #97 on: December 09, 2012, 10:11:45 AM »

Quote
[...] Der Verband der britischen Musikindustrie BPI [The BPI is the representative voice of the UK recorded music business.] hat Provider informiert, dass sie die von den Machern der Pirate Bay installierte Promo-Plattform für Künstler nicht länger blockieren sollen. Die Bürgerrechtsorganisation Open Rights Group (ORG) hatte nach Bekanntwerden der Sperre am Montag eigenen Angaben zufolge mehrere große Zugangsanbieter in Großbritannien angeschrieben. Virgin Media bestätigte daraufhin, dass die URL der "Promo Bay" sich auf der für Provider maßgeblichen Sperrliste der BPI befunden habe.

Der britische High Court hatte Internetversorger des Königreichs im April dazu verpflichtet, die BitTorrent-Plattform Pirate Bay zu sperren. Im Juni leisteten TalkTalk, Virgin Media, Everything Everywhere, O2 (Telefónica), Sky und BT der Anordnung Folge. Virgin Media zufolge instruiert die BPI die Provider im Rahmen der Auflage, nicht nur alle Domains und Sub-Domains der Pirate Bay zu blockieren. Zu erfassen seien auch sämtliche IP-Adressen oder URLs, deren alleiniger oder hauptsächlicher Sinn und Zweck darin bestehe, den Zugang zur virtuellen Piratenbucht "zu ermöglichen oder zu erleichtern".

Da die BPI die Promo Bay von dieser Definition zunächst erfasst gesehen habe, war es nach Ansicht von Virgin Media auch Aufgabe des Verbands, die Zugangsanbieter über einen möglichen Fehler zu instruieren. Dies ist inzwischen erfolgt. Die Macher der "Pirate Bay" hatten den Ableger vorige Woche gestartet, um kostenlos Werbung für ausgesuchte unabhängige Künstler vor allem aus der Musik- und Filmbranche zu machen.

Für die ORG zeigt der Vorfall, wie intransparent das ganze Filterverfahren abläuft. Weder die Provider noch die BPI offenbarten, was alles auf der geheimen Sperrliste stehe. Hier müssten Mechanismen gefunden werden, um das Verfahren durchsichtiger zu gestalten. Eine kleine Abhilfe könne eine derzeit bei der Internet Engineering Task Force erörterte HTTP-Fehlermeldung sein, die auf eine staatlich angeordnete Blockade verweise. (Stefan Krempl) / (vbr)

Quote
6. Dezember 2012 20:46
Musikverwerter sagt Providern, wo es langgeht....
jondo (613 Beiträge seit 07.12.11)

"Der Verband der britischen Musikindustrie BPI hat Provider
informiert, dass sie die von den Machern der Pirate Bay installierte
Promo-Plattform für Künstler nicht länger blockieren sollen."

Wer regiert hier? Wer hat hier das Sagen?

Quote
6. Dezember 2012 22:42
Re: Musikverwerter sagt Providern, wo es langgeht....
diskless (mehr als 1000 Beiträge seit 05.03.04)

jondo schrieb am 6. Dezember 2012 20:46
...
> Wer regiert hier? Wer hat hier das Sagen?
Der mit den grössten schwarzen Koffern.





Aus: ""Promo Bay" nicht mehr auf britischer Sperrliste" (06.12.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Promo-Bay-nicht-mehr-auf-britischer-Sperrliste-1763945.html


http://www.heise.de/newsticker/meldung/Britische-Provider-blockieren-die-Promo-Bay-1761380.html



« Last Edit: December 09, 2012, 10:14:26 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #98 on: April 28, 2013, 02:17:03 PM »

Quote
[...] Mit den Stimmen von Schwarz-Gelb und der Grünen hat der Bundestag Donnerstagnacht den umstrittenen Regierungsentwurf zur Änderung des Urheberrechts verabschiedet, mit der die Schutzdauer für ausübende Künstler und Tonträgerhersteller von 50 auf 70 Jahre erweitert werden soll. Diese Regelung wird etwa für jene gelten, die beim einspielen eines Albums beteiligt sind. Genauso lang soll künftig aber auch der Schutz der Urheberrechte von Komponisten und Textern währen. Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung, die Linke votierte dagegen.

Bei Musikwerken mit einem Komponisten und einem Texter soll die ausgedehnte Frist mit dem Tod des zuletzt Verstorbenen beginnen. Rechteinhaber sollen 20 Prozent ihrer nach Ablauf der bisherigen 50-Jahresspanne erzielten Erlöse zurücklegen. Diese "Mehreinnahmen" sollen von einer Verwertungsgesellschaft als zusätzliche jährliche Tantieme an die eigentlichen Musikmacher ausgeschüttet werden. Zudem sollen ausübende Künstler ihre Abtretungsverträge kündigen können, wenn Tonträger 50 Jahre nach Veröffentlichung nicht mehr in Umlauf gebracht oder aufgeführt werden.

Die Koalition fügte eine Klausel ein, wonach dieses neue Recht zum Kündigen von Übertragungsverträgen mit Plattenproduzenten bei einer gemeinsamen Darbietung mehrerer Künstler dem Vorstand der Gruppe oder des Orchesters zustehen soll.

Eine Aussprache im Plenum fand angesichts der vorgerückten Stunde kurz vor Mitternacht nicht mehr statt, die vorgesehenen Reden gingen nur zu Protokoll. Die CDU/CSU-Fraktion hob hervor, dass der Entwurf eine EU-Richtlinie umsetze und wenig Handlungsspielraum bestanden habe. Es werde sichergestellt, dass zusätzliche Einnahmen in Fällen von Verknüpfungen von Musikkompositionen und Text durch den "wiederauflebenden Schutz" eines bereits gemeinfreien Werks dem Urheber und nicht etwa Plattenfirmen zustehe. Die Liberalen merkten an, dass Werkvermittler eine "wertvolle Dienstleistung" erbrächten und ihre "Symbiose" mit Urhebern besonders schützenswert sei.

Aus der SPD-Fraktion hieß es dagegen, dass die mit der Richtlinie verbundene, von der Rechteverwerter-Lobby in Brüssel durchgesetzte Ausdehnung der Schutzfristen sachlich nicht notwendig sei. Mehreinnahmen kämen nur einigen wenigen Stars und ihren Plattenfirmen zugute, rügte die Linke. Die Grünen monierten, dass die Verlängerung politisch problematisch sei, da sie zu Lasten der Interessen der Verbraucher sowie der eigentlichen Werkschöpfer gehe. Sie hätten sich trotzdem entschieden, die Umsetzung der EU-Vorgaben mit dem Entwurf zu unterstützen. (Stefan Krempl) / (anw)

Quote
26. April 2013 18:10
Ich hab kein Unrechtsbewusstsein
kurz angebunden (605 Beiträge seit 23.10.12)

70 Jahre? Hmjaneeklar. Dann mach ich mir halt meine eigenen Regeln,
wenn der Gesetzgeber so durch und durch korrupt ist. Indie-Bands
bekommen Geld von mir, gerne auch bei Konzerten. Major Labels werden
seit nunmehr über 10 Jahren konsequent boykottiert, und dabei bleibts
auch. Die sind es nämlich, die direkt oder indirekt diese
Lobby-Sauereien verursacht haben.

C?U, FDP und Grüne sind natürlich für weitere 70 Jahre unwählbar, SPD
auch, selbst wenn sie hier zufällig mal nicht mitgemacht haben.

Wenn ich mal Musik produziere, die jemand hören will, wird's unter CC
gestellt. Und wenn mir Musik von jemandem gefällt, der Flattr
anbietet, bekommt der ein paar Cent von mir.

Quote
26. April 2013 19:18
Re: Ich hab kein Unrechtsbewusstsein
Zweckpessimist (mehr als 1000 Beiträge seit 17.08.03)

Ich habe schon ein Unrechtsbewusstsein, immer wenn ich aus
Bequemlichkeit Medien kaufe, weil ich zu faul bin, nach Kopien zu
suchen, stelle ich mir vor, wie mit meinem Geld meine Volksvertreter
bestochen werden.

Schutzfrist verlängert? Dann wird sie von mir im Geiste verkürzt.
Alles, was über den Tod des Urhebers hinausgeht, ist ohnehin absurd,
ansonsten wäre etwas wie im Patentrecht, 25 Jahre nach Anmeldung mit
jährlichen Gebühren, noch halbwegs zu vertreten. Witwen, die nach 50
Jahren noch viel Geld für die sechs Töne der Tagesschau erhalten, das
kann man keinem Menschen plausibel erklären.


Quote
26. April 2013 21:22
Re: Ich hab kein Unrechtsbewusstsein (Editiert vom Verfasser am 26.04.13 um 21:24)
MKes (452 Beiträge seit 28.09.10)

... Mittlerweile interessiert es mich nicht mehr die Bohne was für
Gesetze wie verlängert werden in Sachen Urheberechte.
Die machen was sie wollen, ich mache was ich will. Fertig. ...



Quote
27. April 2013 08:34
Das funktioniert nur bei Katholiken, Hindus und Buddhisten,
DrZarkov

denn wer nicht an die Wiedergeburt oder zumindest die Auferstehung
von den Toten glaubt, wundert sich sehr über diese "Schutzrechte":

>Bei Musikwerken mit einem Komponisten und einem Texter soll die
>ausgedehnte Frist mit dem Tod des zuletzt Verstorbenen beginnen.
>Rechteinhaber sollen 20 >Prozent ihrer nach Ablauf der bisherigen
>50-Jahresspanne erzielten Erlöse zurücklegen. Diese "Mehreinnahmen"
>sollen von einer Verwertungsgesellschaft als zusätzliche jährliche
>Tantieme an die eigentlichen Musikmacher ausgeschüttet werden. Zudem
>sollen ausübende Künstler ihre Abtretungsverträge kündigen können,
>wenn Tonträger 50 Jahre nach Veröffentlichung nicht mehr in Umlauf
>gebracht oder aufgeführt werden.

Wie können Mehreinnahmen an die "eigentlichen Musikmacher"
ausgeschüttet werden, wenn diese seit mindestens 70 Jahren tot sind?

Wie kann ich als Künstler einen Vertrag kündigen, weil meine Platten
50 Jahre nach meinem Tod nicht mehr gespielt werden?

Waren die besoffen, als das Gesetz verabschiedet wurde, oder
(rhetorische Frage) geht es etwa gar nicht um die Künstler?


Quote
26. April 2013 09:30
Die heuchlerischen machtgeilen grünen...
wolli (277 Beiträge seit 06.01.00)

Letztes jahr noch gegen ACTA protestiert, jetzt zementieren die das
veraltete vermarktungsmodell der contentmafia gegen die früher
protestiert haben. Widerliche verlogene pack.



Aus: "Bundestag verlängert Schutzfrist für Tonaufnahmen" (26.04.2013)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-verlaengert-Schutzfrist-fuer-Tonaufnahmen-1850149.html

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« Reply #99 on: March 13, 2014, 01:00:06 PM »

Quote
[...] Berthold Seliger: Ich denke [ ], dass Popkultur heutzutage keine wirklich avantgardistische Funktion in der Gesellschaft mehr besitzt. Pop ist in der aktuellen Ausprägung Weltzustimmungs-Pop. Adorno hat einmal über Mahler geschrieben, dass dessen Symphonik "gegen den Weltlauf plädiert", heute haben wir das Gegenteil davon.

...


Aus: ""Eine Arbeitswelt inszenieren, in der sich Sklaverei wie Freiheit anfühlt" Reinhard Jellen (09.03.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41080/3.html
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« Reply #100 on: December 03, 2014, 12:14:43 PM »

Quote
[...] The man who produced Nirvana, Pixies and wrote the 1993 essay, The Problem with Music, has always been an industry outsider. In 2014, it’s his optimism that sets him apart ... In the eyes of Albini and his cohort of hard-working, indie bands – not to mention many musicians who had a brief (and largely financially unrewarding) time in the spotlight – the internet has offered a way of creating a sustainable career.

... Albini has a knack for colourful imagery, such as this description of how the internet has provided music lovers instant access to a cornucopia from around the world: “Imagine a great hall of fetishes where whatever you felt like fucking or being fucked by, however often your tastes might change, no matter what hardware or harnesses were required, you could open the gates and have at it on a comfy mattress at any time of day. That’s what the internet has become for music fans. Plus bleacher seats for a cheering section.” ...

Quote
patbrit
18 Nov 2014

This will do nicely.
“The music business is a cruel and shallow money
trench, a long plastic hallway where thieves and
pimps run free, and good men die like dogs.
There's also a negative side.”

― Hunter S. Thompson


Quote
Gertie12
18 Nov 2014

The internet has turned has-beens into pathetic old timers trying to pose as rock stars. There is nothing more ridiculous than to see 50 something "singer songwriters" still talking about themselves as if they're relevant. As if they ever were. Nobody wants to go see some lame "artist" play to an empty room. The 90s are over. Time for new blood. Go away old geezers, you suck. one more thing..if you've never made a dime at your music, you're not a "musician". It's a hobby.


Quote
Paul Lyons
19 Nov 2014
0 1

Glad that someone is optimistic about the music business. It has always been full of vultures and pimps. The great Sam Cooke made a small fraction of the profits on his hits as was the case of most stars of his era. 3 percent of record sales. Numbers like that. So there really were no "good 'ole days." I think playing in the pit for silent films would have been a gas.

I still am trying to figure out who makes the ad money when someone posts a song on YouTube that was copyrighted. A Bob Marley song will have 50 million views and if the person who posted this copyrighted material is making the money, I find that strange. I have a feeling it often is Google. The latest in the series of pimps in suits. We really have become accustom to viewing music as though it is downloadable open-source software. It is hard to follow the money in the music business.

The latest stats do point out that there are fewer working musicians in cities and the freelancers that are still doing it are hanging on by a thread. http://arstechnica.com/tech-policy/2012/10/have-we-lost-41-percent-of-our-musicians-depends-on-how-you-the-riaa-count/


...


From: "Steve Albini: the internet has solved the problem with music"
Monica Tan (Monday 17 November 2014 02.53 GMT)
Source: http://www.theguardian.com/music/2014/nov/17/steve-albini-at-face-the-music-how-the-internet-solved-problem-with-music

-

Quote
[...]  Heute jedoch, erklärte [Steve Albini.], sei das Problem mit der Majorindustrie vom Tisch, hätten Musiker bessere Chancen, ginge es trotz des Gejammers allerorten gerechter zu.

Im Wesentlichen bringt er drei Argumente vor: Es sei viel einfacher, Kontakte zu knüpfen, um Konzerte zu spielen und damit Geld zu verdienen. Musik sei heute zu einem Bruchteil der früheren Kosten zu produzieren und zu verbreiten. Außerdem mache das Internet die Majorlabels überflüssig, die ja noch nie ihre Künstler anständig an den Gewinnen beteiligten und ihnen letztendlich alle Kosten aufbürdeten. Dazu nimmt er genüsslich die in der Tat allgegenwärtige Floskel „Wir müssen herausfinden, wie sich der digitale Vertrieb für alle lohnen kann“ auseinander. „Wir“ kritisiert Albini, meine mit Sicherheit nicht die Hörer.

... Den „Graben voller Scheiße“, durch den die Bands bei geringer Erfolgsaussicht um die Wette schwimmen, gibt es noch immer, auch wenn kein Majorlabelvertrag mehr auf der anderen Seite lockt. Was hat sich also geändert?

Nichts Grundlegendes. Konzerne legen immer noch nach Belieben die Bedingungen fest, unter denen man für sie arbeiten darf, und alle machen mit. Die Systemfrage wird nicht gestellt.

...


Aus: "Das Internet hat den Pop nicht befreit" Jörg Augsburg (03.12.2014)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/joerg-augsburg/das-internet-hat-den-pop-nicht-befreit

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« Reply #101 on: August 31, 2015, 08:34:43 AM »

Quote
[...] Als das Bundeswirtschaftsministerium den Musikexperten Dieter Gorny Ende März zum "Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie" machte, wurde das kontrovers aufgenommen. In dieser ehrenamtlichen Position berät er seitdem den Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Thema Digitalisierung. Bei der Ankündigung nannte das Ministerium zahlreiche Beschäftigungsfelder des neuen Beauftragten, darunter eine Professur an der Fachhochschule Düsseldorf, seine Vorsitzendenposition am European Center for Creative Economy und vergangene Großtaten wie den Vorsitz beim Musiksender Viva. Was die Ankündigung des BMWi unterschlug: Dieter Gorny war und ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), dem Lobby-Arm der deutschen Musikbranche.

Als solcher hat Dieter Gorny vielfach seine Position genutzt, um die Interessen seines Verbandes zu
vertreten: So forderte er hartes Durchgreifen gegen "Musikpiraten", die Songs illegal aus dem Netz herunterladen. Um die Dramatik digitaler Downloads zu unterstreichen, sagte er 2009 die von ihm mitgegründete Musikmesse Popkomm ab – angeblich konnten sich Unternehmen die Teilnahme "wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten". Wiederholt machte er sich für Internet-Sperren nach dem Vorbild des französischen Three-Strikes-Modells "Hadopi" stark und verglich in Interviews auch schon mal Downloader mit betrunkenen Autofahrern.

Im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes hat der Grünen-Politiker Malte Spitz beim Wirtschaftsministerium Unterlagen dazu angefordert, unter welchen Bedingungen Dieter Gorny zum Berater wurde. Neben dem eigentlichen Vertrag erhielt Spitz auch Zugang zum Mail-Verkehr zwischen Gorny und dem Ministerium. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass Gorny sein Arbeitsfeld in weiten Bereichen selbst festlegen durfte. Spitz legte das Material vorab dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vor. Das Magazin kommt zur Schlussfolgerung, dass das Ministerium zahlreiche Formulierungen direkt von Gorny übernommen habe.

Der Korrespondenz zufolge gab es auch innerhalb des Ministeriums Bedenken bei der Ernennung des Musik-Lobbyisten zum ministerialen Berater. Wie der Spiegel berichtet, enthält der Vertrag eine Klausel, Gorny dürfe "keine weiteren Tätigkeiten gegenüber Dritten" übernehmen, die seine Aufgaben für die das Ministerium "berühren". Grünen-Politiker Spitz sieht in Gornys fortgesetzter Lobby-Tätigkeit jedoch einen klaren Konflikt mit dieser Klausel.

In einer Stellungnahme beschreibt Spitz die Berufung als nicht nur "inhaltlich falsch". Die Benennung begründe sich "wohl eher aus Seilschaften und Freundschaften"; Sigmar Gabriel habe seinem Parteifreund "etwas Gutes zukommen lassen" wollen. Gorny wird für seine ehrenamtliche Aufgabe von der Bundesregierung nicht bezahlt. Das ehrenamtliche Engagement verschafft ihm aber eine starke Position, um der Regierung die Interessen des BVMI nahezubringen. Aus diesem Grund kommt wohl auch Spitz zu seinem Fazit: "Gorny ist nicht haltbar." (ghi)

Quote
berni27, 29.08.2015 20:36

Volker Pispers über Gabriel:
"Ich dachte bilsang immer, Dick und Doof wären ZWEI"


Quote
System.Diagnostics, 30.08.2015 00:15

Digitalbeauftragter?

Ist das die offizielle Bezeichnung? Sein grosses Lebenswerk "Viva" ist wegen des Digital-Trends vor die Hunde gegangen und er daraufhin ausgestiegen. Dieser Typ hat NULL KOMPETENZ im Digital-Bereich. Das ist als ob würde man Uschi Glas als Ausländerbeauftagte einstellen weil sie mal in 2-3 Indianerfilmen mitgespielt hat. ...



Aus: "Kritik an Gabriels Digitalbeauftragtem: "Gorny ist nicht haltbar"" (29.08.2015)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kritik-an-Gabriels-Digitalbeauftragtem-Gorny-ist-nicht-haltbar-2794131.html

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« Reply #102 on: May 30, 2016, 08:36:31 AM »

Quote
[...] Es geht um eine Rhythmussequenz von gerade einmal zwei Sekunden, aber für die deutsche Musikbranche steht viel auf dem Spiel: Mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entscheidet sich am kommenden Dienstag (31. Mai), was beim Kopieren fremder Beats und Klänge Vorrang hat – die Kunstfreiheit oder der Urheberschutz. In dem ungewöhnlichen Verfahren haben die Karlsruher Richter es mit einem Streit zwischen den Elektropop-Pionieren Kraftwerk und dem Produzenten und Komponisten Moses Pelham zu tun, der die Gerichte nun schon seit weit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt.

Gestritten wird um eine Klangfolge aus dem Kraftwerk-Titel "Metall auf Metall" aus dem Jahr 1977. Pelham hatte sich daran bedient und den Rhythmus zwanzig Jahre später in Endlosschleife unter das Lied "Nur mir" gelegt, das er 1997 mit der Sängerin Sabrina Setlur aufnahm. Kraftwerk-Gründungsmitglied Ralf Hütter sieht sich dadurch um Teile seines künstlerischen Werkes gebracht.

Nach einem ersten Urteil von 2008 hatte Hütter auch bei der Revision 2012 vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in dem Verfahren um Unterlassung und Schadenersatz die Oberhand behalten. Der Setlur-Song darf derzeit in den beanstandeten Versionen nicht mehr vertrieben werden. Dagegen haben Pelham und Setlur Verfassungsklage eingelegt. Etliche Produzenten und Musiker haben sich angeschlossen, darunter die Sängerin Sarah Connor, der Rapper Bushido und der Reggae-Musiker Gentleman. (Az. 1 BvR 1585/13)

Sie alle streiten dafür, dass das sogenannte Sampling, also die Interpretation eines fremden Beats in neuem musikalischen Kontext, auch ohne ausdrückliche Genehmigung erlaubt bleibt. Sie berufen sich dabei auf den §24 des Urheberrechtsgesetz zur Freien Benutzung und den Art. 5 Abs. 3 zur Kunstfreiheit im Grundgesetz. "Ich halte das für mein Recht", hatte Pelham in der Verhandlung im November gesagt. Ohne Sampling sei Hip-Hop überhaupt nicht möglich. Es gehe gerade um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Original.

Das hatten die BGH-Richter anders gesehen und den §85 UrhG angeführt. Nach ihrem Urteil braucht es selbst dann die Zustimmung, wenn nur ein ganz kleiner Ausschnitt kopiert werden soll. Vor allem dürfen weder Melodien "geklaut" werden noch Tonfolgen oder Klänge, die der Künstler ohne Probleme selbst einspielen könnte. Und die Richter hatten Pelham damals zugetraut, das Kraftwerk-Sample mit eigenen Mitteln zu rekonstruieren.

Die Kläger um Pelham sehen sich dadurch in ihrer Kunstfreiheit verletzt. Das Urteil mache es unmöglich, sich – wie heute in der elektronischen Musik gang und gäbe – mit Tonaufnahmen aus der Vergangenheit musikalisch auseinanderzusetzen. Komponisten und Produzenten würden unnötig verunsichert.

Hütter dagegen hatte in der Verhandlung im November die Mühe betont, die es 1977 gekostet habe – noch mit Tonbändern und ohne digitale Technik – das Stück zu produzieren. Als er 20 Jahre später seinen Rhythmus in dem neuen Lied wiedererkannt habe, sei er betroffen gewesen. Unter Kollegen hätte es sich gehört, vorher anzurufen, sagte er. (mit Material von dpa) / (hag)

Quote
     Rubbel Die Katz, 29.05.2016 13:14

Noch was zum Hintergrund

Wer den Beitrag aufmerksam der wird feststellen dass es nicht um den Klang oder Rhythmus selbst geht. Es geht um ein Sample ein Ausschnitt der eins zu eins aus einem Lied übernommen wurde.

Außerdem geht es speziell um die Ratte Pelham der Jahrelang Kinder und Jugendliche bzw. deren Familien mit höchstmöglichen Abmahnforderungen und Drohungen traktiert hat. Dabei wurden einzelne Songs abgemahnt die er vorher selbst ins Netz gestellt hat.
Überhaupt hat er sich mit DigiProtect ziemlich illegalen Methoden bedient um die Fans seiner Musik zu überführen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Pelham

Trotzdem haben die Kultrentner von Kraftwerk der Kunst einen Bärendienst erwiesen.


...


Aus: "Kraftwerk vs. Pelham: Karlsruhe urteilt zum Urheberschutz beim Sampling" (29.05.2016)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kraftwerk-vs-Pelham-Karlsruhe-urteilt-zum-Urheberschutz-beim-Sampling-3221599.html

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« Reply #103 on: May 31, 2016, 08:45:01 AM »

Quote
[...] Nach 17 Jahren und fünf Gerichtsurteilen streiten sie immer noch – über zwei Sekunden Musik. Zwei Sekunden, die ursprünglich von der deutschen Band Kraftwerk 1977 als Teil ihres Tracks „Metall auf Metall“ komponiert und eingespielt wurden. 1997 benutzte ein Team um den Produzenten Moses Pelham diese zwei Sekunden als digitales Extrakt (Sample) von der Tonaufnahme Kraftwerks. Sie wurden in einer Dauerschleife als Rhythmus des Songs „Nur mir“ verwendet, veröffentlicht von der Deutschrapperin Sabrina Setlur. Gefragt hatten Pelham & Co. nicht. Kraftwerk erhoben Klage, unter anderem auf Schadensersatz und Unterlassung. Eine beispiellose Odyssee begann.

Nach fünf Niederlagen vor Gericht hat die Pelham-Seite ihrerseits im Namen der Kunstfreiheit Verfassungsbeschwerde erhoben – unterstützt von einigen weiteren Mitstreitern wie Setlur selbst, die bislang juristisch unbeteiligt war. An diesem Dienstag will das Bundesverfassungsgericht nun sein Urteil verkünden.

Die mündliche Verhandlung am 25. November 2015 war kontrovers verlaufen. Zahlreiche Stellungnahmen von Bundesjustizministerium bis zu Industrie- und Juristenverbänden wurden eingeholt. Und natürlich die beteiligten Künstler angehört. Auf der einen Seite Kraftwerk-Mitgründer Ralf Hütter, der erzählte, wie er und die anderen diesen Sound damals mit einfachen Tonbändern ohne digitale Technik als Klangkomposition geschaffen haben. Er beschwor das Ideal des originär nur aus sich schöpfenden Künstlers.

Auf der anderen Seite Pelham und Co., sie argumentierten, ohne Sampling seien weite Teile heutiger Populärkultur nicht mehr möglich und derart kleine Aneignungen im Übrigen ohne Nachteil für den Gesampelten. Ohne einen konkreten Schaden nachzuweisen, verwiesen Kraftwerk wiederum auf die große Bedeutung von Samplinglizenzen als Einnahmequelle.

Was wie eine Privatfehde aus Absurdistan anmutet, ist im Grunde viel mehr: das Ringen um den passenden Interessenausgleich. Künstlerische Freiheit und lebensnahes Recht hier, Schutz von ästhetischen und wirtschaftlichen Investments dort. Alles gute Gründe, die schwierig auszubalancieren sind. Wie sehr es die Gerichte richtig machen wollen, kann man daran ablesen, dass das Bundesverfassungsgericht die nun zu entscheidende Verfassungsbeschwerde überhaupt angenommen hat. Musik in Karlsruhe. Urheberrecht! Zwischen Atomausstieg und Oppositionsrechten. Ein Novum.

Dieser Plagiatsfall ist extrem in jeder Hinsicht. Und der größte Prozess, der in Sachen Musik, Urheberrecht und Kunstfreiheit im 21. Jahrhundert in Deutschland bislang geführt worden ist. Auch andere Länder blicken gespannt nach Karlsruhe, nirgends gibt es bislang einen vergleichbaren Rechtsstreit.

Sampling steht kurz gesagt für die Möglichkeiten, beliebig große Auszüge aus Tonaufnahmen digital extrahieren, speichern, transformieren und in neuen Tonaufnahmen weiterverwenden zu können. Seit Mitte der achtziger Jahre, als Technik und Software plötzlich zu erschwinglichen Preisen zu haben waren, ist Sampling kompositorische Alltagskultur mit niedriger Zugangsschwelle.

Warum fragt man nicht einfach, wenn man samplen will? Anders als bei Coverversionen fehlt bei Sampling ein standardisierter, rechtlich sicherer, jedermann gleich behandelnden und ökonomisch ausgewogener, sprich: realistischer Weg, Sampling-Lizenzen zu erwerben. Was Coldplay gelingt, nämlich von Hütter persönlich eine Antwort zu bekommen, ist für viele unmöglich. Ganz gleich, wie gut oder kulturell relevant ihre Arbeit auf Basis des Samples ausfällt, zu oft bleibt nur die Wahl zwischen Lassen und Illegalität. Auch deshalb polarisiert dieser Rechtsstreit so.

Beim Samplingakt werden drei verschiedene Rechte berührt: Das Urheberrecht der Komponisten – und gegebenenfalls der Textdichter. Das Leistungsschutzrecht der ausübenden Musiker, die man auf der Tonaufnahme spielen hört. Und das Recht des Tonträgerherstellers an der Tonaufnahme, das sich seinem wirtschaftlichen und organisatorischen Investment in die Produktion verdankt. Meistens liegen diese Rechte bei verschiedenen Inhabern, von Anfang an oder weil sie im Zuge der Auswertung der Tonaufnahme übertragen wurden. In diesem Streit nun liegen alle Rechte bei Kraftwerk.

Der Fall und seine Entwicklung sind juristisch kompliziert. Die Sache lässt sich dennoch auf ein Kernproblem herunterbrechen, bei dem es eben genau darum geht, dass ein Samplingakt zugleich verschiedene Rechte berührt: Ist es richtig, dass hinsichtlich des Tonträgerherstellerrechts null Toleranz gilt, während es hinsichtlich der anderen beiden Rechte eine Untergrenze gibt, unterhalb derer man sich alles frei aneignen darf?

Schöpfungshöhe nennen Juristen diese Untergrenze. Sie soll musikalisches Handwerkszeug für alle frei halten. Jeder darf somit aus seinem Lieblingslied seinen Lieblingsakkord nachspielen und weiterverarbeiten. Die Frage ist nun, ob das Bundesverfassungsgericht solche Übernahmen künftig auch digital von der Tonaufnahme eben dieses Liedes erlaubt. Zumindest, bis eben jene Untergrenze erreicht ist. Microsampling nennt man das.

Die ersten beiden Instanzen haben die Pelham-Seite mit dem Null-Toleranz-Argument wegen Verletzung des Tonträgerherstellerrechts von Kraftwerk verurteilt. Über die Verletzung der anderen beiden Rechte wurde deswegen bislang gar nicht entschieden. Hoch umstritten, begann der Bundesgerichtshof 2008 im dritten Urteil das Null-Toleranz-Argument aufzuweichen, traute sich aber noch nicht richtig.

Nach einer Konkretisierung in den beiden Folgeurteilen gilt nun, dass nur kurze Samples ohne Melodien Dritter frei benutzt werden dürfen, wenn man das Gesampelte zudem nicht selbst hätte nach- und einspielen können – fiktiver Maßstab ist dabei ein Durchschnittsproduzent – und der Sample im neuen Werk verblasst. Der Gewinn ist gering. Anstelle des Null-Toleranz-Arguments steht nun ein Faktisch-Nie-Maßstab. Die Pelham-Seite verlor entsprechend ab hier mit der neuen Begründung, dass sie die zwei Sekunden Kraftwerk-Musik selbst hätte nachproduzieren können.

Wären die Auswirkungen groß, wenn das Bundesverfassungsgericht der Verfassungsbeschwerde stattgibt? Eher auf symbolischer Ebene. Denn die Untergrenze wird gerade im Bereich der Musik sehr niedrig angesetzt, wird aber nur im Einzelfall genau festgelegt. Und Melodien schützt das Urhebergesetz zudem gleich kategorisch. Einzelne Sounds, Rhythmuspartikel und Ähnliches würden frei. Microsampling eben. Für alle größeren Samples bleibt es wohl bei dem vom Bundesgerichtshof entwickelten Szenario. Faktisch heißt das, dass man beim Sampling jenseits der Untergrenze weiterhin die Zustimmung aller Rechteinhaber braucht.

Kommt die Sache nun an ihr Ende? Unwahrscheinlich. Es gibt zum einen auch auf EU-Ebene ein Urheberrecht. Es gäbe Argumente, sich vor dem Europäischen Gerichtshof hierauf zu berufen. Es passt zur Skurrilität dieses Falls, dass es aber auch wieder zurück auf Start gehen könnte. Denn die Frage, ob die zwei Sekunden nun die Untergrenze für diesen konkreten Einzelfall überspringen, ist bislang ja gar nicht entschieden.

Der Autor ist Musikwissenschaftler und Jurist. Er lehrt an der FU Berlin und der TU Dortmund. Gerade erschienen: „Mashup in der Musik. Fremdreferenzielles Komponieren, Sound Sampling und Urheberrecht“, transcript Verlag, Bielefeld 2016.

Quote
   Babsack, 31.05.2016 08:32 Uhr

Könnte mich totlachen welche Korintenkacker manche Künstler doch sind,n´est ce pas?


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    ThomasM, 31.05.2016 08:05 Uhr

Hmm. Kann das sein, dass die zuviel Geld haben? Jahrelange, gerichtliche Streitereien um 2 Sekunden Musik?
Wobei es ja nicht so ist, wie die aneignende Seite weißmachen will. Wären es tatsächlich nur zwei Sekunden, wäre das vielleicht keinem aufgefallen, man hätte sich über Zufälle und eben die Schöpfungshöhe gestritten. Wenn nun aber diese zwei Sekunden in Dauerschleife hintereinandergehängt werden und den Grundrhythmus des neuen Liedes vorgeben, dann ist es eben keine Lappalie mehr und sollte schon nur unter Einwilligung der Urheber stattfinden dürfen. Dass man für diese Feststellung jahrelang und mehrere Gerichtsinstanzen braucht, ist nicht wirklich zu verstehen.


Quote
    zenker_bln
    30.05.2016 19:40 Uhr

Erstaunlich!
Derjenige, der sich mit seiner damaligen Firma DigiProitect darum kümmerte , das auch nicht der Fitzel eines Songs von ihm und seinen Schützlinge (u.a. Sabrina Setlur) gestohlen sehen wollte, möchte jetzt einen Freifahrtschein um noch mehr Kohle anzuhäufen, indem er bei anderen Künstlern stehlen geht!

https://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Pelham

https://de.wikipedia.org/wiki/DigiProtect

Quote
    Mostrichmeister, 31.05.2016 08:11 Uhr

Antwort auf zenker_bln vom 30.05.2016 19:40 Uhr
Von künstlerischer Freiheit reden und Geld verdienen meinen!



...


Aus: "Bundesverfassungsgericht zum Sampling Durfte Moses Pelham zwei Sekunden Kraftwerk kopieren?" Frédéric Döhl (31.05.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/bundesverfassungsgericht-zum-sampling-durfte-moses-pelham-zwei-sekunden-kraftwerk-kopieren/13662898.html

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« Reply #104 on: May 31, 2016, 01:08:27 PM »

Quote
[...] Im Streit um die Verwendung einer fremden Rhythmussequenz hat der Komponist und Produzent Moses Pelham vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg erzielt. Seiner Verfassungsbeschwerde wurde stattgegeben, der Fall muss nun neu vom Bundesgerichtshof (BGH) entschieden werden. Zugleich wiesen die Richter darauf hin, dass eine gesetzliche Bezahlpflicht eingeführt werden könnte. Außerdem sollte der Fall dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden.

...  Der Bundesgerichtshof muss den Fall nun noch einmal bewerten. Seine Urteile trügen der Kunstfreiheit nicht hinreichend Rechnung, sagte Vizegerichtspräsident Ferdinand Kirchhof. Er begründete die Entscheidung mit der Kürze der Sequenz. Daraus sei ein neues, eigenständiges Kunstwerk entstanden, ohne dass Kraftwerk dadurch wirtschaftlichen Schaden habe. Ein Verbot würde "die Schaffung von Musikstücken einer bestimmten Stilrichtung praktisch ausschließen".

Pelham hatte sich im Prozess auf Artikel 5 des Grundgesetzes berufen, der die Kunstfreiheit schützt. Wenn er grundsätzlich nicht sampeln dürfe, könne es seine Kunstform nicht geben. Unter zehn Tonträgern seit 1989 enthielten seiner Meinung nach neun ein Sample.

Kraftwerk-Gründungsmitglied Ralf Hütter hatte Pelham Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen. Unter Kollegen hätte es sich gehört, vorher anzurufen, hatte er im November in der Verhandlung in Karlsruhe gesagt. Der Bundesgerichtshof hatte 2012 zu Hütters Gunsten entschieden. Ein fremder Beat dürfe, egal wie lang er ist, nur dann kopiert werden, wenn er nicht gleichwertig nachgespielt wird, hatten die Richter geurteilt. Daraufhin hatte Pelham Verfassungsbeschwerde eingelegt.


Aus: "Verfassungsgericht erlaubt freies Kopieren fremder Beats" (31. Mai 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/kultur/musik/2016-05/verfassungsgericht-teilerfolg-fuer-moses-pelham-im-samples-streit

---

Quote
[...] Die Urteile trügen der Kunstfreiheit nicht hinreichend Rechnung, sagte Vize-Gerichtspräsident Ferdinand Kirchhof. Er begründete die Entscheidung mit der Kürze der Sequenz. Daraus sei ein neues, eigenständiges Kunstwerk entstanden, ohne dass Kraftwerk dadurch wirtschaftlichen Schaden habe. Ein Verbot würde "die Schaffung von Musikstücken einer bestimmten Stilrichtung praktisch ausschließen", sagte er. (Az. 1 BvR 1585/13)

Quote
     Snyder, 31.05.2016 11:11

So fühlt sich also die Überwindung kognitiver Dissonanz an. Meine Sympathien könnten nicht eindeutiger verteilt sein (Kraftwerk: *sabber*, Moses P: pfuigack!). Und dennoch ist das Urteil durch und durch vernünftig. Seltsames Gefühl.


Quote
     schlägerpolizist, 31.05.2016 11:30

Ist so etwas nicht einfach nur ein Zitat? Zwei Sekunden eines Stückes verwenden und daraus ein neues, eigenständiges Werk schaffen – ist das nicht einfach nur ein Zitat?

Wenn Pelham hier ein bestehenden Hit leicht verändert neu auf den Mark gebracht hätte unter eigenem Namen, dann könnte man darüber streiten. Aber ein Sample-Loop zu verwenden ist doch nicht so, als würde sich hier jemand eine fremde Leistung zueigen machen.

Der Mensch ist von Kulturgütern umgeben und diese beeinflussen das Leben jedes einzelnen fortwährend. Warum soll ich mich damit nicht künstlerisch auseinandersetzen dürfen? Wenn ich aus Zeitungsausschnitten eine Kollage bastele, dann erschaffe ich ebenfalls ein neues Werk aus bereits bestehenden Teil-Werken. Ich kann diese Werke in einen neuen Kontext setzen, mich damit kritisch auseinandersetzen, einen anderen Blick auf das bestehende Werk erzeugen, etc.

Ein Ölgemälde, welches z.B. einen Stormtrooper zeigt, der am letzten Abendmahl teilnimmt – ist das ein neues Kunstwerk, ein Zitat oder ein Plagiat? Immerhin ist StarWars mittlerweile so tief in der Pop-Kultur angekommen, dass man sich diesem Phänomen kaum entziehen kann. Es umgibt mich und beeinflusst mich allerorten und jederzeit. Es sollte klar sein, dass ich mich damit auseinandersetzen darf, wenn ich nicht grade einen eigenen Film mit den Figuren fremder Schöpfer drehe, der darauf abzielt auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Solange ich jedoch ein eigenes Werk schaffe, dass ein bestehendes Phänomen aus der Kultur aufgreift und verarbeitet, dann sollte das möglich sein.


Quote
     Sven Schumacher, 31.05.2016 12:00

Kraftwerk vs. Kraftwerk (Kickstarter)
[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kraftwerk-Brennstoffzellen-Generator-fuer-die-Hosentasche-2514253.html]

Kraftwerk hat auch ein beliebtes KS-Projekt wenigstens in große Schwierigkeiten gebracht:
Das Projekt "Kraftwerk", welches eine Brennstoffzelle als Handy-Lader umfasst, wurde in den USA verklagt. Das hat - wie ich verstanden habe - fast 2 Millionen US$ gekostet, obwohl das Projekt den Streit gewonnen hat. Zur Zeit versucht man bei dem KS-Projekt einen Neustart... nach einer Insolvenz am Standort Dresden.

Scheint so, als würde die ehemals progressive und gute Band gerne klagen ... anstatt gute Musik zu machen oder mit Leuten sinnvoll zu sprechen.

Quote
     Sven Schumacher, 31.05.2016 12:25
... bei manchen Dingen sehe ich den wirtschaftlichen Sinn einer Klage ein... aber eine Band mit generischem Namen (Kraftwerk ist ja schon lange vorher für eine Einrichtung zur Stromerzeugung benutzt worden) verklagt eine Firma die eine Einrichtung zur Stromerzeugung vermarkten will??? Und ein 2s-Schnipsel ist eben kein "Kunstwerk" ... auch wenn es gut klingt.




...


Aus: "Moses P. vs. Kraftwerk: Verfassungsgericht kippt BGH-Urteil zum Sampling" Martin Holland (31.05.2016)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Moses-P-vs-Kraftwerk-Verfassungsgericht-kippt-BGH-Urteil-zum-Sampling-3222880.html

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