Author Topic: [Zum Spannungsfeld der Musikindustrie... ]  (Read 104173 times)

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[Schwall wurstegaler Töne... (Musikindustrie)]
« Reply #35 on: Februar 11, 2007, 05:47:12 nachm. »
Quote
[...] Bei MTV und Viva hat Theweleit ein «einig Volk von angehenden Zuhältern des Anti-Lust-Lebens, Ruinateuren des Öffentlichen» ausfindig gemacht. Und kann der andauernden Produktion von Stars und Sternchen nicht viel abgewinnen: «Beinarbeit also, das eigene Körpergewicht in den Frontbereich der Scheinwerfer hieven und wieder verschwinden in der nächsten Sprühwolke, die eine neue Schnuppe ausspuckt, mit offenen Keramikzähnchen, um den nächsten Schwall wurstegaler Töne durchzulassen. Was für eine behämmerte Veranstaltung.»...

Aus: "Donald Ducks hoch komplexe Verfahren" Von Jan Süselbeck (02.03.2006)
Quelle: http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/385031.html

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[Pop, Porno und die Ästhetik der Stimulation... (Musikindustrie)]
« Reply #36 on: Februar 23, 2007, 10:26:35 vorm. »
Quote
[...] Tatsächlich kann man sagen, dass Pop im Zeichen von Disco auf ein grösstmögliches Publikum ausgerichtet wurde. Und der neue Sound, der Lüste stimulierte, statt Gefühle zu evozieren, erleichterte im Vergleich zur herkömmlichen, prozesshaft-dynamischen Musik nicht nur die industrielle Produktion. Die Stimulation an sich setzte auch weniger Vorwissen voraus und konnte mithin ein Publikum jenseits von irgendwelchen Szenen oder Traditionsgemeinschaften erreichen. Ähnliches zeigte sich ja gerade auch in der Pornographie, deren Spielplan sich auf unmittelbar verständliche Geschlechter-Plots reduziert.

Wenn Disco zunächst auch noch den Anschein von Songs zu wahren schien, so war das mit der gleichzeitigen Entwicklung des Pornofilms zu vergleichen: Im frühen Sexfilm mochten einschlägige Sexszenen verschämt in Kulissen und Rahmenhandlungen eingebettet werden; erst später fand das Genre im Rhythmus eines seriellen Kopulationsgeschehens zur Struktur, die sich im Zweck der Stimulierung erschöpft. Entsprechend ging es in Disco (später in Techno und House) trotz Strophen und Refrain kaum mehr um Botschaft und Erzählung, sondern um Animation zum Tanzen und um Stimulierung der körperlichen Lust (davon zeugen Bandnamen wie «Disco-Tex & The Sex-O-Letters» oder Hits wie «Sex Shooter»). Style und Sex-Appeal erwiesen sich fortan als ebenso bedeutend wie gesangliches bzw. künstlerisches Engagement - das galt erst recht, seit in den achtziger Jahren das Image der Popstars in Videoclips geprägt wurde. Popmusik wollte jetzt nicht mehr nur Emotionen generieren, sie stimulierte immer die physische Motion: «Dance to the music!», tönte es noch munter in der Disco - später aber befahl ein DJ: «Move your body!».

Die Entwicklung von Soul über Funk zu Disco bis hin zu House oder neuerem R'n'B ist keine musikalische Verfallsgeschichte - vielmehr geht es um eine ästhetische Akzentverschiebung zwischen Narration und Stimulation. Was hier bisher als ein Nacheinander geschildert wurde, erweist sich in der popmusikalischen Gegenwart überdies als ein Nebeneinander diverser und beliebig mischbarer Bestände und Verfahren. Gerade im Auswählen und Mischen können sich heutige Star-DJ und -Produzenten wie die Neptunes, Timbaland und will.i.am als Künstler behaupten - in steter Suche nach neuen Kicks, nach prägnanten Sound-Beat- Einheiten glückt ihnen bisweilen ein Pattern, das sich wiederum zu einem Song verketten lässt. Letztlich beweisen die zahllosen pornographisch angehauchten Songs zeitgenössischer Popstars - von Prince, Mariah Carey, Britney Spears, Kelis, Tweet, Justin Timberlake usw. -, dass Popmusik durch eine Doppelstruktur geprägt wird: Es geht hier nicht nur um expressive Kunst, es geht auch um stimulierende Technik.



Aus: "Body statt Soul" - Pop, Porno und die Ästhetik der Stimulation -
Von Ueli Bernays (22. Februar 2007, Neue Zürcher Zeitung)
Quelle: http://www.nzz.ch/2007/02/22/fe/articleEXN7H.html


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[Der Musikantenstadl war Milieuberichterstattung... ]
« Reply #37 on: M?RZ 01, 2007, 02:26:21 nachm. »
Quote
[...] Die Toten wissen einen Nachruf doch gar nicht zu schätzen. Da rufe ich lieber einem Lebenden etwas Freundliches nach; einem Lebenden, der die Bühne verlässt und von dem man nicht annimmt, dass er Lob verdient hätte. Eine Belehrung auf Moiks Abgang.


LINK: "Letzter Moikaner" Von Michael Ziegelwagner (mindestenshaltbar; 2006)
Quelle: http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/274/

-.-

Quote
[...] nicht selten wird eine heile Welt transportiert. [...]

Aus: "Volkstümlicher Schlager" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Volkst%C3%BCmlicher_Schlager

« Last Edit: Oktober 10, 2007, 06:59:27 nachm. by lemonhorse »

Offline lemonhorse

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[Zum Spannungsfeld der Popkultur... (Notizen)]
« Reply #38 on: M?RZ 13, 2007, 02:23:57 nachm. »
Quote
[...] Langsam jedoch stellen müde gewordene Dreißigjährige fest, dass ihnen das Ausgehen und das Herumhängen in Plattenläden nicht mehr ganz so leicht fällt. Der Freudenspender Popmusik taugt für das eigene Leben in erster Linie nur noch als Prozac-Ersatz und wird vor allem als Folie gebraucht, auf der der Broterwerb organisiert sein will. Da hilft es enorm, wenn man ungestraft von früher erzählen darf oder hier und da über außermusikalische Dinge reflektieren kann. Das vermeintliche Ende der Jugendkultur, die Entdeckung der Vierzigjährigen als Käuferschicht und die Erfindung des Alters als der besseren Lebenshälfte sind Ausdruck dieser tief verankerten Sinnkrise. Und die Berichterstattung über die - zu Recht in Trümmern liegende - Musikindustrie ist für den Popjournalismus genau das, was Brecht/Weill-Interpretationen für in die Jahre gekommene Sängerinnen sind: eine als Weiterentwicklung verbrämte Zwischenstation an der Einbahnstraße von der Resignation in die Bedeutungslosigkeit.

[...] Niemand bestreitet, dass die Popmusik schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Aber die viel zitierte Krise der Musikindustrie betrifft nur am Rande die Musik selbst. Sie ist in allererster Linie eine Krise der etablierten Distributionsformen und der ökonomischen Ausbeutung von Pop. Es gibt nach wie vor genreübergreifend spannende, interessante, gewagte, kaputte, mutige oder einfach nur schöne Musik. Das Problem dabei ist, dass wir es mittlerweile mit einem extrem heterogenen und ausdifferenzierten Feld zu tun haben und uns möglicherweise daran gewöhnen müssen, dass die Zeit der großen Verwerfungen erst mal vorbei ist. Die Popmusik ist nach über 40 Jahren Dauerrevolution erwachsen geworden und im Stadium ihrer ästhetischen Verfeinerung angekommen. Um diese zu diagnostizieren, bedarf es anderer Analysesysteme, eines genaueren Blickes. Es ist wenig hilfreich, wenn man dem Kranken übermüdet und mit schlecht übersetzten alten Lehrbüchern auf die Pelle rückt und direkt den Leichenwagen bestellt, nur weil der Patient schlecht riecht und sich nicht mehr schnell genug bewegt.


Aus: "Die Neokons der Popkritik" Auf in die Vergangenheit: Die bürgerliche Popkritik ruft zur neokonservativen Sinnstiftung und reaktiviert dafür einen zwanzig Jahre alten Popbegriff. Wo einst bedingungslos die Oberfläche gefeiert wurde, soll auch heute wieder Glamour sein. Die feinen Unterschiede bleiben dabei auf der Strecke / Von STEFFEN IRLINGER (taz vom 22.5.2004, S. 20, 382 Z.)
Quelle: http://www.taz.de/pt/2004/05/22/a0256.1/text

-:-

Quote
[...]  Thomas Gross verkündete in der Zeit vom 22.02.2007 anlässlich der neu gestalteten / besetzten Spex das Ende der Bescheidwisser – die Popkritik müsse angesichts der neuen, virtuellen Informationsströme ihre Position als Instanz abgeben und sich vielmehr darauf konzentrieren, einen slow journalism anzugehen, der sich vom traditionellen Eurozentrismus ebenso emanzipiert wie von dem Gedanken der Vollständigkeit. Zitiert wird dabei Boris Groys, der sagt: Der Kritiker ist ein Zeigender.
Darauf antwortete nun gestern (mit allerlei schwerem Geschütz – Bourdieu etc.) in der taz Diedrich Diedrichsen, also einer der Wenigen, die sich vielleicht noch als Instanz bezeichnen dürfen, und das im Rahmen einer Besprechung der neuen Platte von Air. Popkritik müsse den engen Spielraum der Bemusterungsnormalität durchbrechen, sei aber weiterhin notwendig, nicht zuletzt, weil die Mentalität bloßen Zeigens keine über die eigene Subjektivität hinausgehende, politisch-kulturelle Relevanz besitze und somit nichts in der Hand hat gegen die Dominanz von reaktionären Ideen im Impliziten heutiger Pop-Musik. [Der Kritiker] darf ja nicht argumentieren, geschweige denn werten, er soll ja nur zeigen.
Rede, Gegenrede – es wäre wünschenswert, dass daraus tatsächlich eine breit geführte Debatte entsteht, die nicht - wie bei den letzten Ansätzen - bei der Feststellung stehenbleibt, dass Blogs einfach schneller sind bzw. die Spex früher besser war.


Aus: "Popkritik-Debatte" (10. März 2007)
Quelle: http://www.echoes-online.de/blog/index.php?/archives/438-Popkritik-Debatte.html

-.-

"Das Ende der Bescheidwisser" Die Allgegenwart von Musik hat die Popkritik in eine Krise gestürzt. Im Streit um »Spex«, einst das wichtigste deutsche Musikmagazin, zeigt sich die Sehnsucht nach alten Verbindlichkeiten. Doch der Kritiker als Stilpapst hat ausgedient
Von Thomas Gross (22.02.2007)
Quelle: http://zeus.zeit.de/text/2007/09/Musikkritik

-.-

Quote
[...] Kein Erhabenheitsschwindel mehr im Angesicht des absoluten Nichts kapitalistischer Kultur.


Aus: "Den Einsatz erhöhen!" - Kritisieren heißt, einen Unterschied zu machen. Und davon zu sprechen, was man politisch und kulturell für wünschenswert hält. Aus Anlass von "Pocket Symphony", dem neuen Album des Pariser Duos Air: einige Gedanken zum Stand der Popkritik /
VON DIEDRICH DIEDERICHSEN" DIEDRICH DIEDERICHSEN (taz vom 9.3.2007, S. 15, 323 Z. (Kommentar))
Quelle: http://www.taz.de/pt/2007/03/09/a0219.1/text

-.-

Quote
[...] Der Begriff Popkultur als Kulturtechnik kennzeichnet eine Strömung, die seit dem beginnenden 20. Jahrhundert für ein kulturelles und gesellschaftspolitisches Phänomen steht, das auch unter dem Begriff Massenkultur subsumiert wird. Durch den gesamtgesellschaftlichen Charakter ist Popkultur (kurz: Pop) nicht bloß eine kulturelle Sparte unter vielen, sondern kennzeichnet eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung westlicher Wert- und Moralvorstellungen, die nahezu alle kulturellen Sparten umfasst. Popkultur nahm ihren Ursprung in den Anfängen der Industrialisierung und den mit ihr einhergehenden strukturellen Veränderungen.

[...]

Popkultur folgt verschiedenen Mechanismen:

    * Ambivalenz: scheinbare Gegensätze werden aufgehoben: Massen-/Elitekultur, Kunst/Kapitalismus, Virtualität/Realität, Glokalisierung, Prosumer, Technologie/Emotion, etc.

    * Aktualitätsprinzip und das Streben nach Neuem: Up to date zu sein, ist essentiell. Meistens erscheinen die Ideen revolutionär und/oder einfach. Oft wird auch Altes wiederholt, aber stets überreizt wiedergegeben. Die Popkultur folgt also dem Modeprinzip.

    * Gebrauch der Medien: Sie sind das zentrale Darstellungs- und Hilfsmittel zur Distribution der Hervorbringungen der Popkultur. Durch sie werden die Konsumenten beeinflusst und/oder interaktiv miteinbezogen, z. B. bei Wikipedia, Ebay oder Podcasts. Wegen zunehmendem cocooning der heutigen Gesellschaft wächst die Macht der Medien und Marken kontinuierlich, z.B. durch branded entertainment.

    * Ständige Grenzüberschreitungen, schnelle Veränderung und ein damit verbundenes subkulturelles und revolutionäres Image, das ausgehend von der früheren Popbewegung heute von großen Marken benutzt wird.

    * Befriedigung des Bedürfnisses nach Spaß und intensiven Erlebnissen.

[...]

Zur Theorie der Popkultur lassen sich im wesentlichen zwei Ansätze unterscheiden. Zum einen die Kritische Theorie, die vor allem auf Adorno und die Frankfurter Schule zurückgeht, zum anderen die Cultural Studies, die sich auf das Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) stützen. Auf der Seite der Kritischen Theorie ist vor allem das Kapitel Kulturindustrie in Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung zu nennen, auf der Seite der Cultural Studies haben sich Autoren wie John Fiske, Stuart Hall, Dick Hebdige und Lawrence Grossberg hervorgetan.

Die Cultural Studies untersuchen Kultur im eigentlichen Sinne, ohne wie bei der Kritischen Theorie auf einen gemeinsamen ideologischen Kern zurückzugreifen. Diese wissenschaftliche Disziplin hat sich interdisziplinär weiterentwickelt und eint verschiedenste Lesarten. In den Cultural Studies werden partikulare und lokale Erscheinungen auf ihren Zusammenhang mit sozialstrukturellen Merkmalen, wie z. B. Ethnie, Klasse, Schicht, Gender und sexuelle Orientierung hin untersucht.

Cultural Studies erforschen die Bedeutung von Kultur als Alltagspraxis. Diese Bedeutungen werden als sozial konstruiert aufgefasst. In seiner extremsten Form wird alles als Kultur aufgefasst, was im Zusammenhang mit menschlicher Sprache entsteht und somit einen soziokulturellen und zivilisatorischen Ursprung hat. Die Kritik an den Cultural Studies hinterfragt den Erkenntnisgewinn durch die genannten Ergebnisse.

Die These der Totalitätstheorie der Kulturindustrie Adornos und Horkheimers analysiert die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1940er Jahre. Ihre These ist keine kulturkritische, sondern eine gesellschaftskritische Theorie. Die Form der ökonomischen Analyse ihrer Theorie genießt heute keine Aktualität mehr. Sie stellen Kapitalismus als einen ausweglosen, sich in monopolkapitalistischer Formation verdichtenden Block dar. Aktualität wird hingegen der Diagnose des Spätkapitalismus zugerechnet. Adorno und Horkheimer gehen davon aus, dass sich Kapitalismus zum allgegenwärtigen System entwickelt hat. Darin habe sich fortwährend die Idee der Nische aufgelöst. Die Autoren haben diese Erkenntnis auf die einfache Formel gebracht: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“


Aus: "Popkultur" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Popkultur


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["aufgepasst!"... (Notizen)]
« Reply #39 on: April 16, 2007, 11:59:06 vorm. »
Quote
[...] Nachwuchsbands aufgepasst! - 20 Minuten und Coca-Cola suchen den besten Newcomer der Schweiz!
So funktionierts: Vom 16. April – 9. Mai 2007 können Sie Ihren Song als mp3-Datei auf www.mycokemusic.ch raufladen und am MyCokemusic Soundcheck 2007 teilnehmen. Bedingung: Text und Musik sind Eigenkreationen, der Song ist nicht kommerziell erhältlich und Sie haben noch keinen Plattenvertrag abgeschlossen.

Mitmachen lohnt sich!
Insgesamt werden 20 Bands, welche aus der Online-Abstimmung hervorgehen, ermittelt.

Diese werden am Openair St. Gallen bzw. am Gurtenfestival auf der MyCokemusic-Bühne vor einer Experten-Jury gegeneinander antreten.

Als Hauptpreis bietet MyCokemusic Soundcheck die Unterstützung durch ein professionelles Beraterteam für die musikalische Karriere im Wert von Fr. 20'000.-.

Zudem verlosen 20 Minuten und Coca-Cola bis am 9. Mai 2007 einen Gutschein für 250 Songs zum Herunterladen auf www.mycokemusic.ch


Aus: "Nachwuchsbands aufgepasst! - 20 Minuten und Coca-Cola suchen den besten Newcomer der Schweiz!" (2007)
Quelle: http://www.20min.ch/unterhaltung/wettbewerbe/story/25586857


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[Zwangsbeschallung... (Notizen)]
« Reply #40 on: April 30, 2007, 01:47:58 nachm. »
Quote
[...] Wer hat noch nicht spontan den Weltuntergang als etwas Wunderbares empfunden, während man im Warenhaus mit der Musik von Simply Red, Madonna, Sarah Connor, den Fantastischen Vier, Wolfgang Ambros und Jan Delay dauerbeschallt wurde oder hätte es vorgezogen in einem Bottich voll mit Hundekotze zu baden als in einem Zahnarztwartezimmer parallel zur Focus- oder Bunte-Lektüre in den Genuss sämtlicher Klassiker des Kuschelrock-Genres von Chris De Burgh und Phil Collins über Blumfeld bis Guns'n'Roses zu kommen?

Beim sogenannten Durchschnittskonsumenten soll diese Dauerberieselung zwar anscheinend libidinös gesteigerte Begehrlichkeiten in Richtung Warenkonsum wecken und beim Normalpatienten mutmaßlich eine beruhigende Wirkung hervorrufen, das einzige was diese Harmonien knapp über den Hirntod jedoch bei Menschen bewirken, die ihren Kopf noch immer nicht ausschließlich zum Tür anklopfen benutzen, ist eine einzigartige Mischung aus absoluter Lethargie und totaler Aggression, welche in einem zumindest für Sekunden die Erkenntnis reifen lässt, dass die Taliban auch nur Menschen sind.

Quote
30. April 2007 10:52
Ganz schlimmer Bockmist...
astrachanschaf (mehr als 1000 Beiträge seit 03.03.05)

Zugegeben: Der Artikel war überaus amüsant formluiert und manchesmal
hätte es mich fast vom Sessel gerissen. :-)

Aber mal abgesehen von der Forderung, die Zwangsbeschallung in der
Öffentlichkeit sein zu lassen: Wer gibt dem Autoren das Recht zu
entscheiden, was gute Musik ist?

Ein Death-Metal-Fan wird alles unterhalb seiner musikalischen
Aggressionsschwelle als lächerliches Geschwubbel und damit
unerträglich abtun. Der Klassikhörer wird die nach einer Atomuhr
gestellten Beats von Techno zum Teufel wünschen. Na und? Es hat jeder
seinen Geschmack und niemand das Recht, eine Musikrichtung wegen
persönlicher Abneigung als abartig zu verurteilen.

Diesen Aspekt hätte ich gern aus dem Artikel gestrichen gesehen. Er
hätte an Objektivität gewonnen. Wenn schon Zwangsbeschallung
verbieten, dann allgemein. Ich entscheide nicht für andere, was gute
Musik ist und deswegen in der Öffentlichkeit gehört werden sollte und
das entscheiden auch nicht andere für mich.

Quote
29. April 2007 11:01
DANKE!!
Rookie-Doo, (55 Beiträge seit 16.02.06)

Noch nie hat mir ein Artikel hier so aus der Seele gesprochen! :D

Quote
29. April 2007 17:14
deutsches Phänomen?
Mr Mo (10 Beiträge seit 24.09.06)

Habe manchmal die Vermutung, dass es sich bei Gedudel um 'ne deutsche
Problematik handelt. Auch im Radio ist ein Weichspülen bis zum geht
nicht mehr üblich. Bloß kein Lied, das irgendjemanden zu
"hart"/"modern"/"altbacken"/... sein könnte scheint mir die
Zielvorgabe bei all den den gleichen Weichspül-Wegwerf-Mist
spielenden Sendern zu sein - und das ist ja auch häufig die
öffentliche Beschallung. Ein bischen breiteres Musikspektrum könnte
dazu beitragen, dass es einen weniger schnell nervt? Ich erinner mich
noch, dass swr die letzte AC/DC Tour präsentierte - jeden Morgen "wir
präsentieren, die Götter des Hardrock, am..." unterlegt mit dem Intro
von "Hells Bells" (wenn ich mich richtig erinner). Glaubt ihr, sie
hätten auch nur einmal ein AC/DC Song gespielt...?
Andere Erfahrung zB in Stockholm: mehrere Spartensender für (harte)
Rockmusik, ein Freund berichtet ähnliches über elektronische Musik,
und beim Einkaufen kann man schonmal auch mit Rammstein beschallt
werden.

Der einzige mir bekannte Fall, bei dem die Hintergrundbeschallung
Situationsbedingt geändert wird ist übrigens der McDonalds in
Balingen. Während direkt neben an das "Bang Your Head" Festival
stattfindet, wird dort tatsächlich Gitarrenmusik gespielt.




Aus: "Aktion gegen Zwangsbeschallung" Reinhard Jellen (29.04.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25150/1.html

-.-

Video: "Geld zurück für Dudelmusik!"
Quote
[...] Unter dem Titel `Dudelstopp -- Musik ohne Zwang´ unterstützt die Plattform moderne21 im Frühjahr 2007 ein Projekt zur Huldigung des Phänomens `Stille´ in einer von den staatlich gestützten Anmaßungen des Lärms geplagten Umwelt...

Quote
caspa7   
Gute Idee, schlechte Schauspieler. Aber wird schon!


Link: http://www.youtube.com/watch?v=GaQ7AKDnPvM&


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[zuletzt in der DDR... (Notizen)]
« Reply #41 on: Mai 09, 2007, 09:58:37 vorm. »
Quote
[...] Radioquoten für deutschsprachige Musik gab es schon mehrmals, zuletzt in der DDR.


Aus: "Her mit der französischen Radioquote!" Der Bundestag will wieder mal deutsche Musik fördern – und übersieht dabei das wichtigste
Von Peter Mühlbauer  (TP; 09.05.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25240/1.html

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[Dieses eiserner Gesetz der Ökonomie ist die Mutter der Charts... ]
« Reply #42 on: Mai 16, 2007, 02:31:57 nachm. »
Quote
[...] Die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner war die Aufgabe der Popkultur. Die Kunst, und viele hielten Kunst im Kontext der Popkultur lange für unmöglich, die Kunst der Popper bestand darin, den gemeinsamen Nenner noch in den kleinen und kleinsten Details der Umwelt aufzuspüren, um ihn als respektvolle und/oder ironische Referenz ans Tageslicht zu zerren. Die Popkultur war somit auf der stetigen Suche nach sich selbst, in vielfachen Varianten mit sich selbst verschlungen, wieder und wieder. Ein monolithisches Knäul aus gemeinsamen Nennern und deren Retorten.

Das ist jetzt vorbei.

Es wird keinen gemeinsamen Nenner mehr geben. Keinen generationenübergreifenden. Nicht mal einen generationenumfassenden. Nicht mal einen regionalen. Es wird überhaupt gar keinen "gemeinsamen Nenner" mehr geben, nicht mal als geflügeltes Wort. Der gemeinsame Nenner wird so was von tod gewesen sein.

Denn der gemeinsame Nenner ist das Produkt eines bestimmten medientechnologischen Einschnitts. Er wurde produziert in den Fabriken und Presswerken, in den Funkstationen und Mediamärkten. Warum? Die Antwort heißt: Economy of scale.

Economy of scale ist ein ökomomischer Begriff für die Beschreibung des betriebswirtschaftlichen Phänomens, dass die Stückkosten eines Gutes proportional zu seiner Produktionsmenge schrumpfen. Wenn ich ein Stück eines Produktes produziere, kostet mich das 10 Euro. Bei 100 nur noch 5, bei 1000 einer und so weiter.
Dieses eiserner Gesetz der Ökonomie ist die Mutter der Charts. Welche wiederum, die Mutter der Popkutur ist. Die Charts SIND unser Gemeinsamer Nenner. (natürlich nicht nur die Musikcharts, auch die Bildungscharts, die Newscharts, die Bestsellerliste bei Büchern, etc.)
Sie geben die Basis ab, auf der die ganze Popkultur (und die Popkultur war immer schon viel mehr als nur "die Popkultur") gegründet ist. Die Popkultur ist das Resultat eines ökonomischen Kalküls. Eines Kostenzwangs. Einer betriebswirtschaftlichen Bilanz. Einer Rationalisierung.

Heute verlassen wir die Arena der Massenproduktion nach und nach. Massenproduktion wird es sicherlich noch lange geben, aber sie wird ihre Dominanz verlieren. Denn es ist und wird immer mehr möglich, massenhaft Individualprodukte herzustellen. Wir erleben das im Internet, alle möglichen kulturellen Güter betreffend, wir werden es auch im materiellen Bereich erleben. Und dann wird alles anders.

[...]  Man hat ihn abgeschoben mit Begriffen wie "Freak", "Nische" oder "Hobby". Jetzt zuckt er kräftig und man kann sich sicher sein, er wird sich erheben. Und wenn er sich erhebt wird die kulturelle Welt erbeben. Denn, Massenkonsum ist vor allem ein struktureller Zwang, der von der Massenproduktion auferlegt war. Und dessen werden sich die Leute gewahr, sobald sie in Kontakt treten mit Dingen, die sie WIRKLICH interessieren. Der Rattenschwanz wird sich also nicht nur erheben, er wird auch zunehmend größer. Viel größer. (Zur Zeit kann man ihn Anhand der Verkaufszahlen bei iTunes auf etwa 40% beziffern. Das ist noch lange nicht das Ende. Ich würde auf 80 bis 90% wetten. (Der Witz, wenn es so weit ist, ist POP selber nur eine Nische und somit Teil des long tail. Also doch ... 100%?))

Wenn jetzt aber niemand Teil einer großen Verwertergemeinschaft mehr sein wird, wenn die kulturelle Segmentierung so weit und so tief um sich greift, dass sie Gemeinsamkeiten nur noch handverlesen stiftet, dann wird die Popkultur vor Referenzlosigkeit schlicht verhungern.

Ich werde, glaub ich, keine Träne vergießen, wenn es so weit ist.


Aus: "Das Ende der Popkultur" (5.5.200507; geposted von mspro um 13:25)
Quelle: http://mymspro.blogspot.com/2007/05/letztens-vorm-bloggen.html


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[Sich über Textzeilen von Rap-Musik aufzuregen, ist doch witzlos... ]
« Reply #43 on: August 01, 2007, 01:03:21 nachm. »
Quote
[...] Aggro-Rapper G-Hot, ein 24 Jahre altes Milchgesicht aus Berlin, hat einen an Widerlichkeit nur schwer zu überbietenden Song über oder besser: gegen Schwule eingespielt: "Keine Toleranz" heißt das Stück und ist, wie der Rapper in einem Video auf seiner MySpace-Seite sagt, "schon so zwei, drei Jahre alt. Ich wollte den Track niemals veröffentlichen." Seit ein paar Tagen kursiert der Song im Internet.

Eine dritte Person habe das Stück gegen seinen Willen veröffentlicht. "Da bin ich zuhause an die Decke gehüpft", gesteht G-Hot, der eigentlich Gökhan Sensan heißt. Alles habe er getan, "dass dieser Track wieder aus dem Netz gezogen wird." Weil: "Mir gehen Schwule am Arsch vorbei."

Massenweise Lob

In Internetforen erntet G-Hot für den Song massenweise Lob, wie dieses vom User a.k.a 47 auf G-Hots MySpace-Seite: "ich war früher nicht so fan aber jetzt mit Toleranz hast du Eier gezeigt Entschuldige dich auf keinen fall bei diesen schwuchteln nur wenn es um die ganze karriere geht aber wie gesagt nur wenns sein muss". In anderen Foren wird G-Hot nach allen Regeln der Kunst argumentativ vermöbelt. Der Videoclip zum Song wurde vom Videoportal YouTube bereits wieder gelöscht.

Eine Berliner Rapperin hat Strafanzeige gegen G-Hot gestellt - wegen Aufrufs zum Mord von Homosexuellen: "So etwas habe ich bisher noch nicht gehört", sagt sie, die unerkannt bleiben möchte. Bei Textzeilen wie dieser nur allzu verständlich: "Ich gehe mit zehn MGs zum CSD und kämpfe für die Heten, die auf Mädchen stehen."

Und Aggro Berlin? Kündigt seinem türkischstämmigen Nachwuchskünstler einfach die Zusammenarbeit. "Nachdem vor ein paar Tagen der Track ,Keine Toleranz' im Internet erschien, haben wir G-HOT mitgeteilt, dass wir jede weitere Zusammenarbeit ausschließen", heißt es auf der Website. "Die gesamte Aggro Berlin Crew, Künstler und Mitarbeiter, distanzieren sich entschieden von den in jenem Titel geäußerten Ansichten und Äußerungen."

Was ist da los? War die gezielte Provokation für Sidos "Arschficksong" noch das Mittel der Wahl, um die Plattenverkäufe in die Höhe zu treiben, so ist es jetzt die gezielte Mäßigung. Fürchtet Aggro etwa die ewige Pressehölle, in der es wegen des Albums "Neger Neger" seines Rappers B-Tight wieder einmal schmort? "Kein Kommentar" hieß es dazu am Freitag auf Anfrage der SZ.

Quote

17.07.2007 05:42:16

Jonas.Bornemann: @smart.ass

"Ich verstehe die Aufregung gar nicht. Hat den jemals Rap oder Hip-Hop intelligente Texte gehabt.
Die denken doch seit 10 Jahren nur an Gangsta-Image und Chicken-Checken und langen sich alle paar Sekunden an ihren Lümmel um zu zeigen wie männlich sie sind.
Ist der SZ das erst jetzt aufgefallen ? "

die hip-hop und rap szene so zu pauschalisieren deutet nur daraufhin dass sie sich nie ernsthaft mit dem thema auseinander gesetzt haben. Ich werde nun auch nicht weiter darauf eingehen, weil diese diskussion endlos waere. es genugt schon zu sagen dass sie mit sicherheit unrecht haben. Desweiteren wird mit der kuendigung von G-Hot nur das bestaetigt was schon laenger meine meinung ueber die deutsche rap szene aus berlin ist. und zwar dass die jungs wie sido oder b-tight sich selber und ihre texte nicht ernst nehmen und jeder der dass tut, hat ihr konzept nicht verstanden. Ihre lieder sind meiner meinung nach hauptsaechlich satiren. Allein schon wie paradox es ist sich selber "arschf**kman" zu nennen und einen "arschf**ksong" raus zu bringen und dann auf der anderen seite homophob sein??? Die jungs von beispielsweise aggro berlin lachen sich doch kaputt dass sie mit solchen texten erfolg haben und sogar gold status erreichen. Zwar leben sie teile ihrer texte sicher wirklich, aber eigentlich geht es meiner meinung nur darum, extreme zu schildern, die so absurd sind, dass man drueber lachen muss. ich zumindest finde die deutsche rap szene amuesant. auf youtube gibt es ein gutes video in dem Orgie bei Alice Schwarzer zu sehen ist. Natuerlich ist sie ihm intellektuell ueberlegen, aber das juckt ihn eigentlich garnich und er lacht selber ueber dass was er da fabriziert und geld verdient kaputt......Die kuendigung von G-hot zeigt meiner meinung nach nur, dass man hip hop aus deutschland mit einem schmunzeln betrachten sollte bzw mit einem augenzwinkern, oder man sollte es ganz lassen. Wer dies nicht kann und ernsthafte propaganda gegen homosexuelle betreibt, und somit diese meinung weiter gibt an jugendliche die beeinflussbar sind, ist ja zumindest bei aggro berlin nicht willkommen. und das finde ich schonmal durchaus positiv. Aber anstatt aggro berlin diesen schritt positiv anzurechnen werden sie als unglaubwuerdig bezeichnet und weiterhin negativ bewertet. irgendwie paradox dafuer dass sie eigentlich momentan nur dass tun was alle fordern. sich von homophobie in deutscher rap musik abgrenzen.

Quote

16.07.2007 15:09:24

MarcusL: Feuer frei

Ich find es echt gandios! Solange diese Typen frauenverachtende Songs singen ist die Aufregung überschaubar, aber wenn es gegen die mächtige Schwulensszene gibt, wird man gefeuert.

Quote

16.07.2007 14:48:37

Europa ++:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.

Quote

16.07.2007 13:21:02

Theymademedoit: Eingeschränktes Ironieverständnis

Ich persönlich habe so meine Schwierigkeiten damit, derartige Aussagen als Ironie zu behandelt. Auch das Aggro-Label selbst stellt ja offenbar gerade fest, das die Unterscheidung "Ist das noch Ironie?" schwer zu treffen, wenn nicht gar unmöglich ist. Ich finde, dass derartige "Ironie" einfach ein Kreativitätsdefizit ausdrückt - die Jungs können einfach nichts anderes, als mit Kraftausdrücken um sich zu werfen. Was dem einen sein Porsche als Ersatzgenital, ist dem anderen eben sein grobholzig zusammengezimmerter Rap-Song. (Es wäre im Übrigen wohl auch nicht übertrieben, auf den Zusammenhang derartiger Statements mit der in Immigrantenkreisen nicht gerade selten anzutreffenden Homophobie hinzuweisen - Toleranz hört bei mir nämlich bei der Intoleranz anderer auf.)

Wenn ein solcher Dämliche-Intoleranz-getarnt-als-Ironie-Stil (übrigens auch bei Neo-Nazis recht beliebt!) nicht leider einen gewissen Einfluss auf die heranwachsende Anhängerschaft hätte, würde ich sagen "Lasst sie doch spielen, sind ja noch klein." So muss man aber leider befürchten, dass hier der Genuss gerade durch den Ruch des Verbotenen gesteigert wird und letztlich auch Werte der "Idole" bei der Anhängerschaft hängen bleiben. Um so mehr, als die parolenhafte Verkürzung auch noch den letzten Rest eventuell vorhandener Ironie ausmerzt. Ein lustiges Beispiel dazu: Vor 25 Jahren haben bestimmt auch nicht alle Jung-Punks kapiert, dass mit dem "No Future", das sie sich in weiß auf die Jacke geschrieben hatten, ursprünglich mal - durchaus mit einem ordentlichen Schuss Ironie - die Queen gemeint war, und eigentlich nicht die gesamte Menschheit...


Quote

16.07.2007 13:17:26

seropa: wildstylemag.com

Man sollte fairerweise auch mal anmerken, daß das Magazin www.wildstylemag.com dieses Vergehen aufgedeckt hat. Das zeigt endlich mal, daß das Internet mit Hilfe eines jungen auch förderlich für unsere Demokratie sein kann.

Quote

16.07.2007 13:05:56

Europa ++:

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Quote

16.07.2007 13:02:01

Europa ++: ....ps....

....Toleranz gegenüber Intoleranz fördert Intoleranz und
Intoleranz gegenüber Intoleranz fördert Toleranz

Quote

16.07.2007 12:50:05

grabovski: Hip Hop

Für wenig sinnvoll halte ich es gerade jetzt, Rap bzw. die Hiphop Kultur pauschal zu verurteilen. Dass überwiegend unterbelichtete, aggressive und frauenfeindliche oder homophobe Texte verfasst werden, entspricht schlicht nicht der Wahrheit. Viele Rapper (v.a. auch aus den USA) steuern klar gegen diesen Trend - und das nicht erst seit heute. Ich verweise dabei auf Combos wie Zion I, Souls of Mischief, Sage Francis, Buck 65, u.v.m. - auf deutscher Seite wüsste ich nicht wann bspw jemals die Absoluten Beginner, Fettes Brot oder Fanta 4 durch speziell tumbe Texte aufgefallen wären.
Was vielmehr faszinierend ist: Gerade Mainstream Rap in den USA sowie in Deutschland scheint sich bewusst an solchen Klischees zu orientieren - wohl auch verständlich, die Masse geifert ja offensichtlich danach. Populäre Musik lässt sich immer auch als Spiegel der Gesellschaft auslegen; in diesem Fall finde ich das persönlich irgendwo zwischen furchterregend und traurig.

Quote

16.07.2007 12:49:35

manesse: Hans Apel

Jüngst ließ der frühere Bundesfinanzminister Apel im Deutschlandfunk eine Schwulen-Verunglimpfung vom Stapel, die ähnliches Niveau wie diese subkulturelle Psuedolyrik der Rapper hatte. Dem ollen Apel ist aber niemand über den Mund gefahren: Zweierlei Maß?

Quote
16.07.2007  12:40:40

VIELFÜSSLER: Rap ist minderwrtige Musik

Sich über Textzeilen von Rap-Musik aufzuregen, ist doch witzlos. [...]

Quote

16.07.2007 12:40:29

Europa ++:

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Quote

16.07.2007 12:27:43

TCHe: Psychologie

Da kann ich mir einen Kommentar doch nicht verkneifen.
in der Psychologie ist es bekannt, dass Homophobie oftmals eine nach außen gerichtete Form des Selbsthasses ist, etwa, wenn man selbst entsprechende Neigungen hat, aber diese nicht akzeptiert und sich auf diese Weise dann „zu reinigen“ sucht.

Die Formulierung, dass ihm „Schwule am Arsch vorbei“ gingen, lässt sich da doch sicherlich auch mittels Freud erklären …




Aus: "Aggro Berlin kündigt G-Hot wegen Homophobie: "Ihr lasst euch von Schwulen regieren"" Von Dominik Schottner (16.7.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt6m2/kultur/artikel/790/123616/

-.-

Quote
[...] Wieso ist Gangsta-Rap denn gerade bei Jugendlichen so beliebt?

Seim: Pop und Provokation gehörten schon immer zusammen. Seit Aufkommen der modernen Jugendkultur vor gut 50 Jahren zeichnet sie sich durch jeweils zeitgemäßes Rebellentum aus und definiert sich auch durch die Reaktionen der „Spießbürger“. Nur wenn sich die Elterngeneration über die Grenzverletzungen aufregt, macht es auch Spaß. Nach Gammlern, Hippies, Rockern und Punks ist es heute schon schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu greift man dann schon mal tief in die Kiste mit Tabus, Ressentiments und Vorurteilen, mixt sie mit vulgärer Fäkalsprache, und „pimpt“ es mit „cooler“ Gangsta-Pose und Gewaltbereitschaft auf. Damit ist schon mal der Unmut der „Alten“ erreicht.


[...] Wie ist der große Erfolg des Labels Aggro Berlin zu erklären?

Seim: Die Proll-Attitüde scheint den Zeitgeist getroffen zu haben. Ballermann-Niveau, gern auch mit „Kanak-Sprak“, verkauft sich gut.

Können Sie sich erklären, weshalb sich Aggro Berlin, dessen Künstler für harte Texte bekannt sind, sich ausgerechnet wegen dieses Textes von G-Hot distanziert?

Seim: In einer Stadt mit schwulem Bürgermeister geht die Aussage von „Keine Toleranz“ natürlich gar nicht. Vielleicht wollte man nicht von den falschen Leuten Applaus bekommen. Ich sehe das nicht als Zeichen von Schwäche, wenn sich das Label auch mal selbstkritisch mit den eigenen Hervorbringungen befasst.


Aus: "Schwulenfeindlicher Rap - „Tief in die Kiste der Vorurteile gegriffen“" (31. Juli 2007 )
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E0D9A22274D7E4F60A831DD2A5F954F7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

-.-

Quote
[...] G-Hot, der eigentlich Gökhan Sensan heißt, weiß, dass es nichts bringt, im Leben aus zu vielen Fenstern zu schauen. Feindbilder dienen der Selbsterhaltung. In der Schwulenszene hat er sein Feindbild gefunden. Mit Männern, die sich ein bisschen wie Frauen benehmen, weiß einer wie er nichts anzufangen. Denn Frauen, das wird er zu besingen nicht müde, sind ihm einzig zu einem nützlich: zum Beweis seiner Potenz. Davon hat G-Hot, das behauptet er, viel.

G-Hot, der sich wie „Dschihad“ ausspricht, führt also einen heiligen Krieg: gegen Schwule, die sein Weltbild verstören. Und in einem Moment besonderer Kühnheit rief er zum Mord an ihnen auf, wollte sie kastrieren und empfahl, sie „mit der Axt zu halbieren“. So etwas wie die habe „kein Leben verdient“. Der Song gelangt ins Internet, auf das Videoportal YouTube. Da kündigte ihm Aggro Berlin. Dabei war er nicht einmal der Erste und Einzige, der in diese Kerbe geschlagen hatte; auch Aggro-Kollege Bushido und der Maskenträger Sido haben homophobe Texte in ihrem Repertoire.

G-Hot weiß jetzt, dass es nur wenig echte Freundschaft auf der Welt gibt. Doch er hat einen guten Freund, der ihn nie im Stich lässt. Auch ihm hat er ein Lied geschrieben. Man soll ihn sich groß vorstellen, riesengroß und prall gefüllt mit einer Flüssigkeit, die er loswerden möchte. Das ist halt so. Das muss er einfach. Da führt, bei einem wie ihm, kein Weg dran vorbei.

Jetzt, da ihm ein teurer Prozess droht, ist G-Hot kleinlaut geworden. Es sei nicht so gemeint gewesen, er habe doch eigentlich nur hinweisen wollen auf Vorurteile gegen Schwule. Und er entschuldigte sich offiziell bei allen Homosexuellen, denn die gingen ihm, „Alter, am Arsch vorbei“. Er werde weitermachen und sich von ihnen nicht die Karriere verderben lassen. Und deswegen habe er jetzt ein eigenes Label gegründet. „Suppe inna Puppe“ heißt es und erspart jedes weitere Resümee.

Text: F.A.Z., 26.07.2007, Nr. 171 / Seite 31
Bildmaterial: ddp, dpa, POP-EYE, Pedersen

Quote
Wer?
Steve Schuster (PreSize)
26.07.2007, 13:27
Ist eigentlich G-Hot?

jemand der sich neben Mark Medlock und sonstigen Eintagsfliegen einreihen kann. Oh... das geht ja gar nicht. Vielleicht ist im Mark zu "Mädchenhaft".

Bestimmt gibt es einen Markt für so qualitativ hochwertige Musik, wie die seine. Aber die Kids, die Snuffclips auf ihren Handys haben und sich lyrische Ergüsse wie diese geben, haben eh´schon ihr Weltbild. Und weder Familie, Staat oder Freunde werden diesen Hobby Gangstas den Horizont erweitern können.

Ich höre Hip Hop seit fast 20 Jahren. Ich habe selbst als DJ in den ersten Tagen dieser Musik fungiert. Hip Hop war damals eine Art zu leben, sich auszudrücken und sich mit Themen zu beschäftigen die so nirgend wo anders ausgesprochen wurden. Heute gibt es im Jahr vielleicht 3-5 CD`s die sich lohnen sie anzuhören.

Das was heute als deutscher Hip Hop verkauft wird, langweilt nur. Es ist eine Kopie von Bling Bling und Bla Bla aus den Charts der U.S.A.

Leider gibt es eben einen Markt dafür.

Noch...



Aus: "Homophobie im Hip-Hop: Des Rappers Fluch" Von Thomas Thiel (26. Juli 2007)
Quelle: http://www.faz.net/s/RubE219BC35AB30426197C224F193F54B1B/Doc~EAC2EB57C8A0F4AC4976AB78B6811776C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

-.-

Quote
Tarek: Wir überdrehen die Realität extrem. Musik ist Kunst. Dazu gehört Abstraktion.

[...] Maxim: Und dieses Vokabular dient einfach nur der sprachlichen Distanzierung. Dadurch schafft man sich selbst eine Identität, indem man einen härteren Sprachgebrauch hat.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie schon mal überlegt, über andere Themen zu schreiben - jenseits von Sex und Gewalt?

Maxim: Frieden und Liebe? Nee, für mich muss Musik etwas Bewegendes sein.

SPIEGEL ONLINE: Aggression ist bewegender?

Nico: Darin sind wir geschult, das können wir sehr gut. Liebeslieder sind einfach zu 99 Prozent scheiße. Wenn ich eins machen würde, wäre es auch nicht viel besser.

Maxim: Aggro ist außerdem einfacher, weil man sich keine Blöße gibt. Es ist einfacher, erst mal mit Aggressionen fertig zu werden, als sentimental von sich zu sprechen.

Das Interview führte Johannes Gernert


Aus: "PORNO-RAPPER K.I.Z.: "Unsere Freundinnen finden das lustig"" (23. August 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,501390,00.html

« Last Edit: August 23, 2007, 01:13:32 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Prince schickt Websheriffs... (Notiz)]
« Reply #44 on: November 08, 2007, 09:32:06 vorm. »
Quote
[...] Im Auftrag des Künstlers geht das britische Unternehmen Web Sheriff mit Unterlassungsforderungen und der Androhung von Schadensersatz gegen mutmaßliche Rechtsverletzungen im Internet vor und hat dabei die Nutzung von Fotos, Songtexten und Plattencovern auf Fansites im Visier. Das sei aber nicht gegen die Fans gerichtet, erklärte ein Vertreter des Unternehmens gegenüber BBC, vielmehr gebe es einen "Disput" bezüglich zahlreicher Fotos, an denen Prince das Copyright halte. Schließlich sei es dem Künstler überlassen, welche Inhalte der die Leute nutzen lassen wolle.

Die Betreiber dreier Fansites sehen das anders und wollen sich gegen diesen "Angriff auf die Redefreiheit" gemeinsam zur Wehr setzen. Das Copyright der fraglichen Fotos, darunter zahlreiche Handyschnappschüsse, liege in der überwiegenden Mehrheit nicht bei Prince. Zudem seien die Fansites sämtlich privater Natur und verfolgten keine kommerziellen Interessen.

Die Betreiber der drei Fansites sehen sich zudem voll vom Urheberrecht geschützt. Das Gesetz erlaube die Veröffentlichung von Prominenten-Fotos zur Dokumentation von Nachrichten und Angelegenheiten des öffentlichen Interesses, heißt es auf ihrer gemeinsamen Website, die Cover-Abbildungen unterlägen dem Schutz des Fair-Use-Prinzips. Sie hoffen nun, das Prince seine Strategie überdenkt und die Websheriffs zurückpfeift. (vbr/c't)

Quote
7. November 2007 20:21
Für das Recht streiten...
DLC-4775 (mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.03)

...einem Künstler huldigen zu dürfen der einem in den Hintern tritt?
Ich würde diesem adelstitelanmaßenden Herren den Gefallen tun - und
eine Kampagne starten ihn aus dem Netz zu tilgen. Mal schauen ob nach
2 Monaten überhaupt noch jemand auf dem Planeten weiß wer er
überhaupt ist :-D

Quote
7. November 2007 20:58
Falsche Reaktion der Fanseiten...
Eigenartig (586 Beiträge seit 20.10.06)

... als Betreiber so einer Seite würde ich sie direkt schliessen und
nur noch einen Text zeigen der erklärt, dass Prince seine Fans
offensichtlich hasst, und die Aufforderung in Zukunft nichts mehr was
von Prince stammt zu kaufen.

Quote
7. November 2007 23:14
Faszinierend...
Marco Gruss, Marco Gruss (425 Beiträge seit 07.07.00)

...wie exakt man schon beim Lesen der Artikelüberschrift den Tenor
des Forums vorhersagen kann...

Quote
8. November 2007 9:17
When Doves Cry fällt Purple Rain ...
soma_summarum (2 Beiträge seit 30.10.07)

[...]

tja, zu Money Don't Matter 2 Night fällt mir so spontan [ ] nichts ein

... hmm ;)



Aus: "Prince schickt Websheriffs gegen Fansites los" (07.11.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/98626


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[Die deutsche Musikindustrie hat sich... (Notiz, BRD, MI, Amazon)]
« Reply #45 on: Dezember 22, 2007, 12:19:43 nachm. »
Quote
[...] Die deutsche Musikindustrie hat sich einem Bericht des Spiegel zufolge ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit dem Online-Händler Amazon angelegt. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sollen die großen Label SonyBMG, Warner Music, Universal Music und EMI den umsatzstarken Internethändler abgemahnt haben, weil dieser auch Import-CDs im Angebot hatte, die billiger waren als die offiziellen europäischen Releases. Amazon soll die Beschwerde zu einer kleinen Machtdemonstration genutzt haben: Zwar nahm der Händler die beanstandeten Titel aus dem Angebot, aber auch zahlreiche von der Industrie nicht beanstandete EU-Versionen.

Damit seien für ein paar Tage nahezu alle Top-100-Titel von SonyBMG und Warner sowie zahlreiche CDs von Universal und EMI nicht bei Amazon erhältlich gewesen. Wenn Celine Dion, Amy Winehouse, James Blunt und andere prominente Kollegen (der Spiegel nennt noch Mark Medlock) bei Amazon ausgelistet werden, dürfte sich das direkt auf die Verkaufszahlen der Branche auswirken – zumal Amazon eine der ersten Anlaufstellen für Weihnachtsgeschenke ist und CDs nach Büchern auf deutschen Wunschzetteln ganz oben stehen. Die Aktion findet in der Industrie offenbar auch nicht nur Zustimmung. "Wie es passieren konnte, sich ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft mit Amazon anzulegen, ist völlig rätselhaft", zitiert der Spiegel einen Top-Manager der Industrie.

Erst nach einem Krisengespräch zwischen Musikindustrie und Amazon nahm das Online-Kaufhaus die betroffenen CDs wieder ins Angebot; die von den Plattenfirmen als illegal angesehenen Importe bleiben weiter ausgelistet. Vom Tisch ist die Angelegenheit damit allerdings nicht. "Das ist nur ein Waffenstillstand, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis", sagte ein anderer Manager dem Nachrichtenmagazin. Bei den betroffenen Unternehmen war am heutigen Freitag niemand zu erreichen, der eine Stellungnahme abgeben konnte. Bei Amazon hieß es auf Anfrage von heise online nur: "Kein Kommentar".

Das Verhältnis von Amazon und der Musikindustrie ist nicht frei von Spannungen. Der Online-Versender ist einer der wichtigsten Absatzkanäle für Musik im klassischen CD-Format. Gleichzeitig bietet Amazon in den USA seit vergangenem September auch Musikdownloads im kopierschutzfreien MP3-Format an und plant ein solches Angebot auch in Deutschland. Andere große US-Händler wie Wal-Mart sind ebenfalls mit einem MP3-Shop am Markt. Dadurch steigt der Druck auf die Industrie, ihre Musik in dem passenden Format anzubieten und von der bisher strikt verfolgten DRM-Strategie abzuweichen. Das zeigt Wirkung. Zuletzt hatte Edgar Bronfman, Chef des zur letzten Bastion der DRM-Befürworter gehörenden Majors Warner Music, eingestanden: "Wir lagen falsch." (vbr/c't)


Quote
21. Dezember 2007 22:48
Das freut den Heise-Troll
Alexander Gräf, Alexander Gräf (mehr als 1000 Beiträge seit 14.03.03)

Schön, dass es Amazon der bösen Musikindustrie gegeben hat. Dass
Amazon schon mehrfach wegen ihrer Beschäftigungspolitik und ihrer
Löhne in die Kritik kam, wird da natürlich gerne übersehen. Und dass
es bei Amazon auch schon wieder höchste Eisenbahn für eine
Zerschlagung wäre... Oder wie kann es sein, dass ein einzelnes
Internetversandhaus die Musikindustrie zu Gesprächen an den Tisch
zwingen kann?

Cheers



Quote
21. Dezember 2007 19:15
Arme Bundesregierung
RaSaal (225 Beiträge seit 02.02.05)

allen voran Frau Zypries. Jetzt müssen die glatt über Weihnachten an
den Gesetzen werkeln, damit das im nächsten Jahr nicht mehr passieren
kann. Die Inhalte-Industrie und deren Lobbyisten stehen bestimmt
schon auf der Matte.



Quote
21. Dezember 2007 18:12
Schade, daß Amazon eingeknickt ist !
Froodles (61 Beiträge seit 12.08.04)

und die Titel wieder ins Sortiment aufgenommen hat. Die hätten es
wirklich darauf ankommen lassen sollen. Nachdem wie sich die MI
international mit Ihrem Urheberrecht und den unverhältnismäßig hohen
Schadensersatzzahlen benimmt, hätten die es wirklich nicht besser
verdient.




Quote
21. Dezember 2007 18:31
Liebe MI ...
ichwersonst (mehr als 1000 Beiträge seit 24.04.02)

... wenn ihr mir eine CD verkaufen wollt von einem amerikanischen
Küstler mit einem schwedischen bassisten, einem mexiaknischen Drummer
und einem englischen Studiogittaristen, aufgenommen in süditalien,
weils da so schön billig ist, abgemischt in Deutschland, weil man da
am billigsten die gerade noch aktzeptabele Qualität hinbekommt die
ihr wollt, gepresst in Taiwan, assembled in China, transportiert
mittels polnischem Lastwagenfahrer ... jeweils deswegen weil es da am
billigsten war dann ... ja dann nehme ich mir das recht heraus, diese
Musik an jedem beliebigen Ort der Welt zu kaufen oder aus jedem
beliebigen Ort der Welt ... obs Euch nun passt oder nicht.

Die Globalisierung ist nicht nur für Euch da und wenn ihr der Meinung
seit, Eure eigene Ware für Illegal zu erklähren, nur weil sie im
falschen Land liegt, dann geht mir das am Popo vorbei ... und das
sollte es jedem anderen auch - mir ist keine Industrie bekannt, die
so dermaßen verbohrt und fernab der wirklichkeit ihre eigenen Kunden,
Partner, Zulieferer und Künstler gängelt, beleidigt, belästigt und
letztendlich dadurch so nachhaltig damit beschäftigt ist, sich selbst
abzuschaffen.

Und das sage ich als ein Freund von Copyrights und Urheberrecht - ja,
genau dem Urheberrecht das ihr tagtäglich durch eure abstrusen
Aktionen, Eure Unverschähmtheiten, Eure Dreistigkeiten in Verruf
bringt und der Lächerlichkeit Preis gebt.



Aus: "Bericht: Amazon lässt im Streit mit Musikindustrie die Muskeln spielen" (21.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101000


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[Blockieren von Protokollen für Peer-to-Peer-Netzwerke... (Notiz, IFPI, EU)]
« Reply #46 on: Dezember 23, 2007, 02:03:09 nachm. »
Quote
[...] Die Internationale Föderation der Phonographischen Industrie (IFPI [http://www.ifpi.org/]) hat eine neue Debatte in Brüssel über das Blockieren von Protokollen für Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P) und das Filtern von Inhalten durch Internetprovider entfacht. Das EU-Parlament arbeitet derzeit unter der Federführung des französischen Sozialisten Guy Bono an einem Bericht über die Förderung der Kulturwirtschaft. Die Lobbyvertretung der Musikindustrie hat diese Chance genutzt, um in einem "Optionspapier" einmal mehr auf die unzureichende Kooperation der Zugangsanbieter sowie auf technische Möglichkeiten im Kampf gegen Raubkopien hinzuweisen. Die konservative spanische Abgeordnete und frühere Kulturministerin ihres Landes, Pilar del Castillo Vera, hat daraufhin gefordert, dass die Provider "Filtermechanismen installieren sollen, um Urheberrechtsverstöße zu verhindern".

Laut der Eingabe (PDF-Datei: http://www.eff.org/files/filenode/effeurope/ifpi_filtering_memo.pdf) der IFPI unternehmen die Zugangsanbieter bislang kaum etwas, um der "massiven Piraterie von Musik in P2P-Netzwerken" entgegenzuwirken. Dabei stünden ihnen eine "Reihe machbarer und vernünftiger Optionen" zur Verfügung, um beim Abstellen der Urheberrechtsverletzungen zu helfen. So würden viele Provider selbst bereits Spam ausfiltern oder den Filesharing-Verkehr in Hochzeiten ausbremsen, um die Kosten der Bandbreitennutzung im Rahmen zu halten. Dementsprechend könnten die Wächter über die Internetzugänge auch den gesamten Netzverkehr auf verdächtige, mit digitalen Fingerabdrücken versehene Audiodateien hin durchsuchen, mit einer Datenbank geschützter Werke abgleichen und unlizenzierte Songs blockieren.

Zweitens ist es laut dem Papier den Providern auch möglich, den Zugang zu bestimmten, für Urheberrechtsverstöße bekannte P2P-Diensten generell zu verhindern. Nicht zuletzt stehe es auch in der Macht der Zugangsanbieter, einzelne Seiten wie die PirateBay gezielt zu sperren.

Die spanische Kulturpolitikerin hat den Filteransatz aufgegriffen und in einen Änderungsantrag (PDF-Datei: http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/am/692/692488/692488en.pdf) für die Empfehlungen (PDF-Datei: http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/pa/685/685557/685557en.pdf) des Industrieausschusses für den Bono-Bericht eingebaut. Ursprünglich ging es der Berichterstatterin in dem Gremium, Neena Gill, allein um einen unkonkreten Ansatz, "die kritische Angelegenheit des geistigen Eigentums neu zu überdenken". Der federführende Kulturausschuss des EU-Parlaments soll nun Mitte Januar darüber entscheiden, ob ein Aufruf zum Filtern des Internet auf Providerebene mit in das Empfehlungspapier aufgenommen werden soll.

Die Electronic Frontier Foundation Europe (EFF) ist strikt gegen eine solche Forderung. In einem offenen Brief (PDF-Datei: http://www.eff.org/files/filenode/effeurope/CULT-filtering-letter.pdf) an die Mitglieder des Kulturausschusses warnt die Bürgerrechtsorganisation eindringlich davor, derartige Maßnahmen zu erwägen. Sie betont dabei, dass gerade Künstler selbst oder Lehrer von pauschalen Filtermaßnahmen mit am härtesten betroffen wären. Da die IFPI jegliche "unlizenzierten" Dateien aus dem Verkehr gezogen wissen wolle, wären davon auch eigentlich erlaubte Privatkopien, wissenschaftliche Arbeiten mit Zitaten, Parodien, Collagen oder Schulmaterialsammlungen betroffen.

Generell kritisiert die EFF einen allgemeinen Filteransatz zudem als Zensurmaßnahme, die der Gesellschaft als ganzer schade. Jedes westliche Land, das ein entsprechendes zentrales Kontrollsystem für Inhalte jeglicher Art installiere und somit die private Kommunikation seiner Bürger durchstöbere, würde einen gefährlichen Präzedenzfall und ein "gefährlich mächtiges Werkzeug" schaffen, dessen Missbrauch vorgezeichnet sei. Selbst wenn die Lobbyisten der Musikindustrie die potenziellen schweren Kollateralschäden aus den Augen verloren hätten, dürfte das den europäischen Bürgern und ihren gewählten Volksvertretern nicht passieren. Das EU-Parlament selbst hatte sich 2002 entschieden gegen Ansätze zur Webzensur und die Sperrung einzelner Webseiten ausgesprochen, da sonst unter anderem eine "Fragmentierung des Internetzugangs" sowie auch eine Blockade erlaubter Inhalte drohe. (jk/c't)

Quote
22. Dezember 2007 18:59
Immer wieder das selbe Gesülze der Raubkopierer
H A L (mehr als 1000 Beiträge seit 02.02.01)

Liebe P2P Raubkopierer.
Ihr könnt euch mit euerem heuchlerischem Sermon rechtfertigen so oft
ihr wollt. Fakt ist und wird es immer bleiben: Ihr kleinen
Schweinchen (Zitat Heise) seid schuld an der ganzen Misere. Ihr seid
es, die Musik und Filme klauen. Ihr seid schuld an Kopierschutz und
Un-CDs. Ihr selbst seid der Abschau der das Internet nutzt um aus der
Anonymität heraus den Pseudo-Revoluzzer zu spielen. Ihr seid schuld
wenn es tatsächlich dazu kommt, daß die P2P Protokolle gefiltert
werden. Ihr seid nichts als erbärmliche kleine Feiglinge.

H A L



Quote
22. Dezember 2007 17:29
Alleine die Forderung zeigt
klawischnigg (mehr als 1000 Beiträge seit 04.12.03)

wie merkbefreit und ahnungslos die sogenannte "Volksvertreter" sind.
Weil ja das Filtern von Spam zumindest theoretisch möglich ist, gibts
natürlich auch Filter, die erkennen können, daß eine Datei
urheberrechtlich geschützt ist. So was deppert, da bleiben einem die
Worte weg...

Quote
22. Dezember 2007 17:55
Die Aufgabe eines Internetproviders
Reinald Cronauer, Reinald Cronauer (488 Beiträge seit 06.01.00)

Ein Internetprovider hat die Aufgabe, mir eine Dienstleistung zu
erbringen und nicht nach Gutdünken von irgendwelche Interessengruppen
zu filtern.

Wo kämen wir hin, wenn jede Interessengruppen irgendwelche
Forderungen nach Inhaltsfilterungen stellt? Heute die FI/MI, morgen
Unterdrückung von unbequemen Informationen mit Nennung von Namen,
übermorgen ist nur noch Werbung erlaubt.

Trotzdem ein frohes Fest,
Reinald


Quote
22. Dezember 2007 19:38
zurück zur Steinzeit - jetzt!
Michael Boettcher, Michael Boettcher (mehr als 1000 Beiträge seit 18.07.00)

P2P filtern/verbieten? Das ist zu wenig!

 Fernsehen, Video und DVD schadet den Kinos
- Autos schädigen die Interessen der Pferdezüchter
- Strassenbahnen nehmen den Pferdefuhrwerken die Fahrbahn weg
- automatische Mähdrescher schädigen die Rechte von Knechten und
Mägden
- Dampfmaschinen vernichten Arbeitsplätze
- Demokratie ist Verrat am Kaiser und am heiligen römischen Reich
deutscher Nation
- der Buchdruck stellt die Autorität der heiligen Kirche in Frage
...

Die Forderung muss also lauten:
"Weg mit dem Fortschritt, zurück zur Steinzeit - jetzt!"

M. Boettcher


Quote
22. Dezember 2007 21:49
An alle, die sich aufregen:
Heckler of Dreams (1 Beiträge seit 22.12.07)

Wenn die Argumentation lautete, dass die MI ja eh nur abzockt etc
etc, lest das:

> http://www.heise.de/ct/04/21/003/

und schweigt fuer immer.

IHR seid Schuld, dass solcher Humbug von IFPI & Co verlangt und von
den grenzdebilen Idioten in Schlips und Bundestag durchgewunken
werden.

IHR seid Schuld an Copy protection.
IHR seid Schuld am Verhalten von Firmen wie Kanzlei Rasch Hamburg,
GVU etc.

Wenn ihr den ganzen Mist fuer Lau wollt (obwohl er ja SOOOO Scheisse
ist), dann steht wenigstens dazu und versucht, die Gesetzeslage zu
aendern. Geht u.a. mittels www.piratenpartei.de.

Wenn ihr den ganzen Mist nicht wollt, dann koennten Euch derartige
(im Grunde voellig idiotische) Gegenmassnahmen eigentlich sonstwo
vorbeigehen.

Dass die MI versucht, ihre Geschaeftsgrundlage zu sichern, ist
normales kaufmaennisches Handeln, jeder wuerde das so machen (siehe
Autoindustrie und Elektroantriebe, um mal den unsaeglichen
Autovergleich herbeizuzerren).

Jeder, der sich durch das aktuelle Gebaren der MI zu Unrecht
"verfolgt" fuehlt, sollte nicht gegen die MI agieren, sondern gegen
das scheinheilige Pickelgesocks, das generell einen auf Robin-Hood
macht, bloss um nix bezahlen zu muessen. Wenn ihr eure Musik etc
normal kauft, egal in welcher Form, dann ist nicht die MI diejenige
die Euch von hinten f***t, sondern jeder andere, der eben NICHTS
bezahlt.

Informationsfreiheit ist das eine, simples Klauen das andere.

Quote
22. Dezember 2007 22:10
Du hast es nicht kapiert, daher ein Doppelminus
Catonga (mehr als 1000 Beiträge seit 25.06.01)

Ich bezahle GEMA Gebühren für Brenner und meine CD-Rohlinge ohne
etwas davon zu haben.

Das Recht, eine DVD auf dem Betriebssystem mit der Abspielsoftware
meiner Wahl anzuschauen, wird mir entzogen.

Im Kino oder beim Abspielen einer DVD werde ich mit lästiger Werbung
vorsorglich des Raubkopierertums verdächtigt und muß mir eine
Standpauke anhören, obwohl ich für den Kinoeintritt bzw. die DVD
bezahlt habe.

Das Recht eine Privatkopie von meiner Original CDs fürs Auto zu
erstellen, wird mir durch den Kopierschutz entzogen.

Mein Handy wird inzwischen im Kino für die Dauer der Vorführung vom
Kinobetreiber beschlagnahmt.

Jetzt will die Musik- und Filmindustrie Peer2Peer Netze verbieten und
somit meinen Zugang zu aktuellen Linux Distributionen und Co
verhindern.

Und seit heute will sie jedes TCP und UDP Paket filtern, so daß mein
Multiplayerspiel bald laggt und es Probleme mit VoIP gibt.

Und sie hört nicht damit auf zu behaupten, daß wir Konsumenten nur
raubkopieren wollten und deswegen ihre Einnahmen eingebrochen währen,
obwohl sich unser Interesse schon längst auf Computerspiele verlagert
hat und wir daher
lieber Computerspiele, anstatt Musik CDs kaufen, denn auch unser
Einkommen
oder Geldbetrag den wir für Unterhaltungsprodukte ausgeben wollen ist
begrenzt.

usw. es gibt bestimmt noch mehr Punkte die die Musikindustrie ganz
klar als wild um sich schlagenden Elefanten im Porzellanladen
ausmacht, der einfach nur noch nervt.



Quote
22. Dezember 2007 22:24
Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)

Und das wollen die Industrie<insert Schimpfwort here> unterbinden?
Das wird interessant, denn dann tue ich mich mit ein paar tausend
unabhängigen Musikern zusammen und wir ziehen vor Gericht. Dann wird
sich endgültig zeigen, ob die EU ein Lobbyistensumpf ist. Nicht nur
ich warte auf diesen Tag. Dann muss ein EU-Gericht entweder wirklich
Recht sprechen, oder das wahre Gesicht zeigen. Interessant wird das
allemal. Und wenn meine Kollegen und ich zusammenlegen, können wir
auch ein paar Anwälte bezahlen. Wäre doch gelacht, wenn wir diesen
grössenwahnsinnigen Pseudokunstverhökerern nicht Grenzen aufzeigen
könnten. Ich sage: Lasst sie ruhig kommen.

...mal ganz davon abgesehen, daß die Spassvögel mit ihren Forderungen
einmal mehr gezeigt haben,. daß sie von Internet, P2P, Dateiformaten
etc. soviel Ahnung haben wie eine Kuh vom Stricken... HAAAAALT...
eher glaube ich, daß eine Kuh stricken kann, als daß einer der
MI-Kasper auch nur irgendetwas von o.g. Begriffen versteht.

IFPI? Hahaha! Dinosaurs must die!

[...] Kunst hat keinen Preis! Kunst ist keine Ware!

[...]

Quote
22. Dezember 2007 23:11
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Heckler of Dreams (13 Beiträge seit 22.12.07)

Schwedter schrieb am 22. Dezember 2007 22:59

> Sicher möchte er für eine Leistung bezahlt werden, warum auch nicht.
> Die MF leistet nichts und wird deswegen auch immer mehr Löcher in den
> Gürtel bohren müssen bis sie irgendwann "leider" jämmerlich verreckt,
> wenn sie nicht endlich mal die Kurve kriegt und aufhört IHRE
> ZAHLENDEN KUNDEN ZU GÄNGELN!

Die MI leistet also nichts? Hmm ok, dh. jeder Kuenstler zahlt immer
alle Produktionen generell aus eigener Tasche, macht saemtliches
Marketing selber, die CD-Pressung, ebenso den Vertrieb, die
Abrechnung und die Organisation. Hmhm, ok. Ja, deswegen gibts wohl
auch keine Musikindustrie, weil die keiner braucht. Ganz
offensichtlich.

Dir wuerde ich dringend empfehlen, dich entweder ueber die Ablaeufe
bei Musikproduktionen zu informieren, oder einfach weniger zu Themen
zu posten, von denen du gelinde gesagt keine Ahnung hast.

Quote
22. Dezember 2007 23:18
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)

Auf die MI kann man im Internetzeitalter als Künstler gut verzichten.
Ich würde sogar sagen man ist als Künstler sehr gut beraten, wenn man
das tut. Frag mal einen bei einem Majorlabel unter Vertrag
arbeitenden Musik, was am Ende für ihn an Kohle rauskommt. Ich habe
früher selbst in der MI gearbeitet und ich sage Dir: Das sind
Blutsauger. Es wird Zeit, daß dieser Anachronismus ins verdiente Grab
sinkt.




Quote
23. Dezember 2007 0:38
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Irongate (201 Beiträge seit 10.12.02)

Heckler of Dreams schrieb am 22. Dezember 2007 23:11

> Die MI leistet also nichts?

Doch, durchaus. Es fragt sich nur für wen.

> Hmm ok, dh. jeder Kuenstler zahlt immer
> alle Produktionen generell aus eigener Tasche, macht saemtliches
> Marketing selber, die CD-Pressung, ebenso den Vertrieb, die
> Abrechnung und die Organisation.

Oft genug läuft es genau darauf hinaus.

> Hmhm, ok. Ja, deswegen gibts wohl
> auch keine Musikindustrie, weil die keiner braucht. Ganz
> offensichtlich.

Die Musikindustrie hatte ihre Daseinsberechtigung, als die Presswerke
noch selten und schweineteuer waren. Als man eben nicht mit einer in
2 Minuten gefricktelten Page und einem Paypal Button (nur einmal als
Beispiel um es einfach zu halten) Vertriebskanäle bis in die
Antarktis ausgehoben hat.

Bedauerlich ist, dass die Musikindustrie durchaus Potentiale hätte,
um sich der veränderten wirtschaftlichen und technologischen Welt
anzupassen. Aber dann verkommt ja der koksende Medienmogul zum
Dienstleister - und das wollen die alten Herren schlicht nicht. Statt
dessen werden ehrliche Kunden gegängelt, Schulkinder abgemahnt,
Künstler wie Galeerensklaven behandelt, Vertriebspartner erpresst und
dem Rest der Welt, der mit Free Music und seiner vorhandenen Sammlung
mehr als zufrieden ist noch mit verfassungsfeindlichen Ambitionen auf
den Sack gegangen.

Sicherlich hat ein Label seine Daseinsberechtigung, es gibt viel, was
ein Label für einen Künstler machen kann und viele behandeln ihre
Kunden (sowohl die Konsumenten als auch Künstler) sehr gut. Aber die
"Musikindustrie", also die Majors krallen sich so vehement und so
sehr auf Kosten anderer an ihre Profite und den verglimmenden Ruhm
alter Tage, dass jeder mit klarem Verstand diese Bande lieber heute
als morgen zur Hölle wünscht.


Quote
22. Dezember 2007 23:03
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)

Kunst und Broterwerb sind für mich zwei verschiedene Sachen.

Quote
22. Dezember 2007 23:08
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Heckler of Dreams (12 Beiträge seit 22.12.07)

alionSonny schrieb am 22. Dezember 2007 23:03

> Kunst und Broterwerb sind für mich zwei verschiedene Sachen.
Fuer dich. Fuer andere nicht. Guess what.

Quote
23. Dezember 2007 13:36
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Tims Katze (mehr als 1000 Beiträge seit 10.05.07)

alionSonny schrieb am 22. Dezember 2007 23:03

> Kunst und Broterwerb sind für mich zwei verschiedene Sachen.

Für andere nicht. Und nun?

Quote
22. Dezember 2007 23:14
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)

Nunja, dabei kommt dann der "Kompromiss" zwischen Kunst und Kohle
raus, der in den Charts läuft. Und das widerspricht genau dem was man
sich normalerweise von Kunst erwarten sollte, nämlich 100%
Kreativität. Kunst und Kohle vertragen sich nur äusserst schlecht.
Und wenn dann noch ein Konzern bestimmt welcher Anteil Kreativität im
Produkt sein darf, nämlich eigentlich NULL %, dann wird es laue
Standard-Lala.


Quote
22. Dezember 2007 23:13
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Schwedter (429 Beiträge seit 20.07.07)

Das vergessen leider zu viele Künstler und vergessen was Kunst
bedeutet. In dem Moment wo diese Kunst zu Komerz wird, von
Heuschrecken angezapft, ist sie viel zu oft dem Untergang geweiht.
Wahre Künstler brauchen oft Jahre um was auf die Beine zu stellen.
Müßiggang(wichtig und praktiziert seit Jahrtausenden)gehört auch oft
dazu und ist wichtig (Plato, Da Vinci). Sobald ein gewisser Druck da
ist leidet die Qualität enorm und führt nicht selten zu einer
Supernova.

[...]


Quote
23. Dezember 2007 0:14
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
Don Lino, Philip Honermann, Don.Lino@arcor.de (409 Beiträge seit 14.11.07)

Lies den Artikel nochmal; es geht um das Blockieren von bestimmten
Files per Fingerabdruck.

Quote
23. Dezember 2007 0:34
Re: Ich verbreite meine Musik ebenfalls über P2P
alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)

Ach ja, dann habe ich wohl Geisterbuchstaben gesehen, als ich das
hier las:

> Zweitens ist es laut dem Papier den Providern auch möglich, den Zugang
> zu bestimmten, für Urheberrechtsverstöße bekannte P2P-Diensten generell
> zu verhindern.

Dazu gehört garantiert auch EMule, Bittorrent etc... NÖÖÖÖ GARANTIERT
NICHT... Klaro..

Ausserdem las ich da was, daß der Tausch jeglicher unlizensierter
Audiodateien unterbunden werden soll. Meine Musik ist nicht
kommerziell lizensiert. Würde also auch gefiltert.



Quote
23. Dezember 2007 9:57
Ich fordere Koks- und Alkoholfilter...
VorEifelYeti (257 Beiträge seit 08.10.05)

anzuwenden natürlich nur für die abgehobene Musikindustrie...









Aus: "Musikindustrie fordert EU-weites Filtern des Internetverkehrs" (22.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101020


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[Musikindustrie im EU-Kulturausschuss vorerst gescheitert... ]
« Reply #47 on: Januar 24, 2008, 01:10:47 nachm. »
Quote
[...] Ende vergangener Woche hatte die Electronic Frontier Foundation davor gewarnt, dass die Musikindustrie einen weiteren Vorstoß unternommen hat, um das Urheberrecht zu ihren Gunsten umschreiben zu lassen. Neben einer Verlängerung der Schutzfristen für Musikaufnahmen wollte die Musikindustrie die Internetprovider zur Zwangskooperation verpflichten lassen. Geplant war nach französischem Vorbild, dass in Zukunft die Internetprovider ihre Kunden überwachen sollten. Bei wiederholten Urheberrechtsverstößen sollten die Provider den Kunden den Internetzugang komplett sperren.

Nachdem die EFF vor den vorgeschlagenen Maßnahmen gewarnt hatte, hatten sich besorgte Bürger aus ganz Europa bei ihren EU-Abgeordneten gemeldet. Die Kampagne hatte offensichtlich Erfolg: Der Kulturausschuss des EU-Parlaments hat die von der Musikindustrie initiierten Änderungsvorschläge zurückgewiesen, berichtet Danny O'Brien von der EFF.

O'Brien weist zugleich darauf hin, dass der Kampf noch nicht endgültig gewonnen sei. Vor der endgültigen Verabschiedung des Berichts müsse das EU-Parlament noch als Ganzes zustimmen. Im Prinzip könnte die Musikindustrie bis dahin "noch einen letzten Vorstoß unternehmen, um Änderungen am Dokument vornehmen zu lassen".

[von Robert A. Gehring] (ip)




Aus: "Musikindustrie im EU-Kulturausschuss vorerst gescheitert: EU-weite Proteste gegen Lobbyismus" (23.01.2008)
Quelle: http://www.golem.de/0801/57210.html


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[das sich Kreative selbst entscheiden könnten... ]
« Reply #48 on: Januar 28, 2008, 10:30:23 vorm. »
Quote
[...] Ohne bessere Lizensierungsmöglichkeiten für Peer-to-Peer-Dienste und eine Reform des Urheberrechts geht es nicht mehr, sagte der Urheberrechts- und Cyberlaw-Experte Lawrence Lessig auf der weltgrößten Musikmesse Midem in Cannes. Mit dem Urheberrecht aus dem 19. Jahrhundert könne man heute nicht mehr wirtschaften. Lessig rief die Industrie, die erstmals den renommierten Kritiker nach Cannes eingeladen hatte, zu einem Wandel auf. Wichtig sei eine bessere Ausbalancierung der Interessen und auch Respekt gegenüber alternativen Ansätzen, etwa einem Projekt wie den Creative Commons.

Creative Commons sei keineswegs, wie oft von Teilen der Industrie gescholten, ein Feind des Urheberrechts, betonte ihr Gründer Lessig. Die alternativen Lizenzen verschafften vielmehr einem ausbalancierten Urheberrecht Respekt, für das sich Kreative selbst entscheiden könnten. Die übertriebenen Forderungen und vor allem die "Urheberrechtskriege", mit denen die Unterhaltungsindustrie die Nutzer, vor allem Jugendliche überzogen habe, hätten in den vergangenen Jahren zu einer Radikalisierung geführt. "Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen", sagte Lessig, "glauben Sie mir, ich bin Amerikaner, ich kenne mich aus damit."

Die Industrie müsse auch anerkennen, dass es keine Möglichkeit geben, die Technik, die die Möglichkeiten zur massenhaften Verbreitung eröffne, abzustellen, "man kann sie allenfalls kriminalisieren." Hätte die Industrie schon vor Jahren Peer-to-Peer-Dienste lizensiert, statt sie zu bekriegen, hätten Künstler bereits heute viel mehr Geld verdient, sagte Lessig. Gesetzliche Änderungen und bessere Lizenzbedingungen seien aber weiter vordringlich.

Urheber, die sich für Creative Commons-Lizenzen entscheiden, können laut Lessig inwzischen übrigens durchaus auch kommerzielle Lizenzen vergeben, im Rahmen von CC+. Dafür arbeitet die Organisation mit Anbietern wie Pump Audio zusammen. Auch die dänische Verwertungsgesellschaft Koda hat laut Lessig den von Ihnen vertretenen Künstlern nun angeboten, dass sie auch mit Creative-Commons-Lizenzen experimentieren können. Bislang hatten die Verwertungsgesellschaften dies ziemlich kategorisch ausgeschlossen. (Monika Ermert) / (ola/c't)

Quote
27. Januar 2008 12:53
Die Musikindustrie soll sich nicht ändern…
ventorcai (724 Beiträge seit 10.04.05)

… sie soll einfach sang- und klanglos sterben.





Aus: "Creative-Commons-Gründer ruft Musikindustrie zu Veränderungen auf" (27.01.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/102508


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[Sperrwünsche der Musikindustrie... (UK)]
« Reply #49 on: April 06, 2008, 11:24:43 vorm. »
Quote
[...] Der drittgrößte britische Telekommunikationsanbieter TalkTalk widersetzt sich der Musikindustrie, die von den Providern weit reichende Maßnahmen gegen die illegale Verbreitung von Musik über das Internet fordert. Die britischen Zugangsanbieter sollen nach dem Wunsch des Musikindustrie-Verbandes BPI durch die Verbreitung illegaler Kopien aufgefallene Kunden verwarnen und beim dritten Verstoß vom Netz abklemmen, heißt es in britischen Medienberichten. Als einer der betroffenen Provider hat sich TalkTalk nun öffentlich dagegen ausgesprochen.

Charles Dunstone, CEO von TalkTalk-Mutterkonzern Carphone Warehouse, will sich nicht zur "Internet-Polizei" der Film- und Musikindustrie machen lassen und damit die Rechte seiner Kunden beschneiden. "Die Musikindustrie hat durchweg versagt, sich dem Wandel der Technik anzupassen und will ihre Probleme nun auf andere abwälzen", erklärte Dunston. "Statt uns zu drohen, sollte BPI die Zeit besser darauf verwenden, die Realität zu akzeptieren und das Geschäftsmodell entsprechend anzupassen."

"Ich kann mir keine Umstände vorstellen, unter denen wir einen Kunden aufgrund der Vorwürfe eines Dritten abschalten", stellt Dunston klar. Für TalkTalk seien die Vorschläge des Verbandes unangemessen und nicht umsetzbar. Das Unternehmen werde "jedes praktische und rechtliche Mittel zur Verteidigung seiner Kunden" einsetzen, heißt es in einer Erklärung. Der Provider habe BPI schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass er Daten seiner Kunden unter keinen Umständen freiwillig an die Musikindustrie herausgeben werde.

In einer Stellungnahme wies der Verband die Kritik zurück. TalkTalk wolle wohl die Position der Musikindustrie verzerrt darstellen oder habe sie einfach nicht verstanden, mutmaßt BPI-Chef Geoff Taylor. Es gehe darum, Künstler auch im digitalen Zeitalter eine faire Vergütung zukommen zu lassen. Der Verband glaube, dass sich zusammen mit den Providern "erstklassige, sichere und legale digitale Musikangebote" entwickeln lassen. Dies könne aber nicht funktionieren, wenn die Zugangsanbieter das Problem des illegalen Filesharings ignorierten.

"Wir verlangen von den ISPs nicht, als Polizei aufzutreten", schreibt Taylor weiter. "Jeder sozial verantwortlich handelnde ISP sollte Maßnahmen zum Schutz seiner Kunden vor illegalen Aktivitäten ergreifen und jene abschrecken, die bewusst Gesetze brechen." Von einem Internet, in dem geistiges Eigentum respektiert und Kreativität fair entlohnt werde, könnten alle profitieren. Auch TalkTalk solle sich daran beteiligen.

TalkTalks schroffe Abfuhr ist bisher die schärfste Reaktion, die sich die Musikindustrie bei den Providern abgeholt hat. Die Zugangsanbieter stehen auch unter Druck seitens der Regierung, die zwar eine freiwillige Regelung bevorzugt, aber auch mit gesetzlichen Maßnahmen droht. Der BPI führt Gespräche auch mit Virgin Media und Orange. Grundsätzlich ist auch TalkTalk zu Gesprächen bereit, denn neue Gesetze würde die Branche gerne vermeiden. Allerdings geht dem Provider die Drei-Verstöße-Regel zu weit. Sicher, so lässt ein Sprecher verlauten, könne sich der BPI noch etwas Besseres einfallen lassen.

Auch in Deutschland und anderswo richten sich die Begehrlichkeiten der Musikindustrie auf die Zugangsanbieter. Die Verbände drängen auf verschiedenen politischen Bühnen darauf, die Provider für Urheberrechtsverstöße im Internet in die Verantwortung zu nehmen. Während sich die Justiz hierzulande verstärkt gegen solche Begehrlichkeiten zur Wehr setzt, fallen sie in Berlin und Brüssel auf fruchtbareren Boden. (vbr/c't)




Aus: "Britischer Provider widersetzt sich Sperrwünschen der Musikindustrie" (04.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Britischer-Provider-widersetzt-sich-Sperrwuenschen-der-Musikindustrie--/meldung/106064



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[Der Prozesses gegen Troy Augusto... (Universal Music Group)]
« Reply #50 on: April 14, 2008, 09:58:58 vorm. »
Quote
[...] Die Musikindustrie konnte sich in den vergangenen Jahren einige ungewöhnliche Rechte sichern – etwa das auf direkte Datenabfrage beim Internetprovider oder ein Verbot von "Umgehungstechnologie". Nun formulierte die Universal Music Group (UMG) in den USA einen neuen Anspruch. Danach sollen auch der Weiterverkauf und das Wegwerfen von CDs Copyright-Verletzungen darstellen können.

Universals Anwalt Russell Frackman, der für die Musikindustrie unter anderem den Napster-Prozess gewann, erhob diesen Anspruch im Rahmen eines Prozesses gegen Troy Augusto, der Promo-CDs des Labels auf eBay angeboten hatte. Frackman argumentiert, Augusto habe die CDs nicht weiterverkaufen dürfen, weil sie ihm vom Musikkonzern nicht verkauft wurden und deshalb die "first-sale doctrine" nicht greife. Diese besagt unter anderem, dass die Kontrolle von Monopolrechtsinhabern nur bis zum ersten Verkaufsvorgang eines Tonträgers gilt, weshalb er gebraucht beliebig oft weiterveräußert werden darf.

Die Musikindustrie versuchte bereits mehrmals, den Weiterverkauf von gebrauchten Tonträgern zu unterbinden, was ihr aber aufgrund des bereits 1908 vom Supreme Court eingeführten Rechtsgrundsatzes nie gelang. 1976 wurde in einer Gesetzesänderung festgelegt, dass für die Geltung dieses Grundsatzes kein Verkauf notwendig ist, sondern auch andere Formen der Inverkehrbringung reichen. Nicht greifen sollte der Grundsatz dagegen bei lediglich vermieteten Objekten. Seitdem entwickelte sich vor allem zu Software eine ausgesprochen widersprüchliche Rechtsprechung. Hier beriefen sich Hersteller teilweise darauf, dass ihre Software nicht verkauft, sondern lediglich lizenziert würde.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) befürchtet im Falle des Erfolgs der Klage auch Folgen für Verbraucher und übernahm deshalb Augustos Verteidigung. Problematisch an der Argumentation Frackmans sei unter anderem, dass er Augusto die Beweislast für den Erstverkauf auferlegen will. Würde diesem Anliegen stattgegeben, könnte dies für Verbraucher heißen, Belege für CDs jahrzehntelang aufheben zu müssen. Der Universal-Anwalt sieht außerdem in Augustos Angabe, er hätte die CDs im Falle der Unverkäuflichkeit verschenkt oder weggeworfen, eine "ungenehmigte Verbreitung" und damit eine Copyrightverletzung.

Die Musikindustrie verschickt viele Tausende von Promo-CDs – meist ungefragt. Im Allgemeinen werfen Radiosender und Redaktionen solche CDs weg. Eine umweltbewusstere Minderheit trägt sie in Second-Hand-Läden; archiviert werden solche Musikbemusterungen in Zeiten zunehmender Raumnot kaum noch. (pem/Telepolis)

Quote
14. April 2008 0:47
***Faketicker Landgericht Hamburg***
GarryP (154 Beiträge seit 22.08.04)

Aus dem Gerichtssaal:

Heribert H. kaufte am 12. Dezember nachweislich eine CD der Gruppe
TrashASTrashCan.
Das Gericht ist der Überzeugung, daß Herr H. die geltenden
Lizenzbedinungen gem. §1234 klein a Abs.47 des Musikindustriegesetzes
verletze, als er diese CD seinem Sohn Benjamin H. zu Weihnachten
weiter verschenkte.
Weil Herr H. jedoch nicht vorbestraft war, kam er mit einer
vergleichsweise milden Strafe von 2 Jahren auf Bewährung davon,
jedoch mit der Auflage, 3 Monatsgehälter an den Verband der
notleidenden Musikindustrie zu spenden.

Das Urteil ist rechtskräftig.


Quote
14. April 2008 0:48
Abschaffung des Urheberrechts auf Musik
Diedel (mehr als 1000 Beiträge seit 28.02.01)

Welche Folgen hätte es, würde man das Urheberrechts im Falle von
Musik weltweit komplett abschaffen?

1. Innerhalb kürzester Zeit würden Altruisten dafür sorgen, dass das
gesamte aufgezeichnete musikalische Schaffen der Menschheit in
Tauschbörsen allgemein zur Verfügung steht.

2. Rein aus kommerziellen Interessen produzierte Musik würde nicht
mehr hergestellt.

3. Musiker würden von den Eintrittsgeldern für ihre Konzerte leben
und ihre Musik in geeigneter Form zu Promotionzwecken im Web
veröffentlichen. Komponisten, die Musik etwa für Filme oder
Computerspiele oder Muzak herstellen, würden auch weiterhin von ihren
Auftraggebern bezahlt. So etwas wie eine GEMA würde es nicht mehr
geben.

Quote
14. April 2008 1:34
Re: Abschaffung des Urheberrechts auf Musik
Nabeshin (mehr als 1000 Beiträge seit 11.08.03)

Es wäre vielleicht hilfreich, wenn man (durchaus im Sinne der Urheber
und nicht im Sinne der Verwerter) richtige Begriffe an richtiger
Stelle verwendet.

Das Urheberrecht ist (zumindest nach deutschem Rechtsverständnis)
NICHT übertragbar. Das bleibt für immer beim Urheber. Was auch gut
ist!

Zu reformieren ist allenfalls die Handhabung von Verwertungs- und
Vertriebsrechten UND vor allem das Ausmisten dieses unsäglichen
Begriffes "Geistiges Eigentum".


Quote
14. April 2008 2:19
Re: Abschaffung des Urheberrechts auf Musik
Diedel (mehr als 1000 Beiträge seit 28.02.01)

Nabeshin schrieb am 14. April 2008 1:34

> Das Urheberrecht ist (zumindest nach deutschem Rechtsverständnis)
> NICHT übertragbar.

Das ist mir bekannt. Aber ich plädiere für die Abschaffung des
Urheberrechts im Falle von Musik. Ein Urheberrecht, das nicht
existiert, kann auch nicht übertragen werden.

Ich kann eine Begründung auch kurz skizzieren:

Musik ist eine uralte Form menschlicher Kommunikation. Die
Herstellung von Musik ist nahezu jedem möglich. Man müsste schon
gelähmt und stumm sein, um keine Musik nach außen kommunizieren zu
können. Aber selbst dann ist nicht ausgeschlossen, dass man Musik
erdenkt, sie also im eigenen Kopf spielen lässt.
Zum therapeutischen Einsatz von Musik könnte ein Musikpädagoge
einiges Interessantes hinzufügen.

Sicher ist es schon einigen passiert, dass man sich eine Melodie hat
einfallen lassen, die man dann später in einem anderen Musikstück
wiedererkannt hat. Wir stehen auf den Schultern von Giganten, und bei
der begrenzten Anzahl von Tönen ist es wahrscheinlich, dass die
Melodie zum neuesten Charthit z.B. schon einem Leibeigenen im 12.
Jahrhundert bei der Fronarbeit auf dem Felde eingefallen ist.

Ein Urheberrecht auf Musik erscheint mir daher ebenso fragwürdig wie
ein Urheberrecht auf Sprache.

Das Kulturgut Musik ist einfach zu wichtig, um es monopolistischen
Profitgeiern zu überlassen. Und wenn diese Leute ihre radikalen
Maximalforderungen aufstellen können, sollten diejenigen, die am
Erhalt des Kulturguts Musik interessiert sind, ebenfalls ihre
Maximalforderungen ohne falsche Rücksichtnahme formulieren.

Übrigens sind gerade vier von mir bestellte Musik-CDs unterwegs.
Allesamt geordert in den USA über den Amazon Marketplace, weil sie
selbst mit Bezugskosten von je 3 Euro Porto dort deutlich preiswerter
sind als in Deutschland. Das ist natürlich ökologischer Wahnwitz,
aber die Ursache ist die seltsame Preisgestaltung der
monopolistischen Musikindustrie.

Und monopolistisch ist sie deshalb, weil es für jedes musikalische
Werk nur einen Rechteinhaber gibt, der bestimmt, auf welche Weise
dieses Werk veröffentlicht wird und ob es überhaupt veröffentlicht
wird.
Es gibt z.B. durchaus die eine oder andere LP, die ich mir gerne als
CD nachkaufen würde, die aber nie als CD in den Handel gekommen bzw.
seit Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr verfügbar ist.







Quote
14. April 2008 1:25
Reißerische Überschrift, mehr Sachlichkeit
step, step@startplus.de (mehr als 1000 Beiträge seit 05.03.00)

Hmm, die Überschrift ist ja nun wirklich BILD-Format, also
grenzwertig. Natürlich ist der MI der Handel mit gebrauchten CDs ein
Dorn im Auge, offensichtlich hat aber selbst intensivste Lobbyarbeit
(mit allen *Vergünstigungen* die für die Zielpersonen damit verbunden
sind) keinen dahingehenden Erfolg gebracht.

In diesem speziellen Fall geht es aber um den Verkauf von Hörproben,
die von der MI an bestimmt Personen kostenlos geliefert werden, um
Bekanntheit oder bessere Positionierung ihrer Stars und Sternchen zu
erreichen. Dass der Verkauf solcher Hörproben nicht gerade auf
Zustimmung des Herstellers stößt, ist aber selbst für mich, trotz
meiner sehr kritischen Einstellung zur MI, durchaus nachvollziehbar.
Wenn jemand das Booking in einem Club macht, dann wird er ja auch die
Ihm zugesendeten Demo-CDs nicht irgendwo verkaufen, das fände ich
zumindest als ziemlich fragwürdig.

Während es in diesem Fall um den Verkauf bei ebay geht, ergeben sich
auf einem völligen Nebenschauplatz die Option Verschenken oder
Wegwerfen:

> Der Universal-Anwalt sieht außerdem in Augustos Angabe, er hätte die CDs im
> Falle der Unverkäuflichkeit verschenkt oder weggeworfen, eine "ungenehmigte
> Verbreitung"

Hier bezieht sich der Anwalt mit der Aussage "ungenehmigte
Verbreitung" doch offensichtlich auf die Variante "verschenkt".
Den ganzen Sachverhalt unter dem Titel "Musikindustrie will Wegwerfen
von CDs verbieten", ist allerübelster Stil, den BILD und Co. auch
nicht schlechter hinbekommen hätten.

MfG
Step.


Quote
14. April 2008 5:45
P0rnoindustrie will privaten Sex verbieten
ganzgenau (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.04)

...



Aus: "Musikindustrie will Wegwerfen von CDs verbieten" (14.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Musikindustrie-will-Wegwerfen-von-CDs-verbieten--/meldung/106423


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[IP-Nummer 195.40.39.2 und die IFPI-Geschichte... ]
« Reply #51 on: April 15, 2008, 12:20:03 nachm. »
Quote
[...] Sehr dumme Leute tappen in die "es-war-nicht-alles-schlecht"-Falle, etwas klügere manipulieren ihre Vergangenheit einfach ein bisschen. Zur letzteren Gruppe Gehörige sitzen offenbar beim Weltverband der Phonoindustrie, der International Federation of the Phonographic Industry oder kurz "IFPI".

Der unterließ – wie anderswo üblich – Jubelmeldungen und pompöse Pressemitteilungen zu seinem 75. Jubiläum. Auch auf der Firmenwebsite der IFPI fand sich nichts über die Geschichte des Verbandes – ein Indiz dafür, dass es möglicherweise etwas gab, was ihm ausgesprochen peinlich sein musste. Mehr noch: Die IFPI-Geschichte war auch aus der englischen Wikipedia gelöscht worden - unter anderem von einem Benutzer mit der IP-Nummer 195.40.39.2. Weil sich relativ leicht herausfinden ließ, dass die IP-Nummer zum Londoner IFPI-Hauptquartier gehört, weckte das beim schwedischen Historiker Rasmus Fleischer die Neugier, näheres zur Geschichte des Verbandes herauszufinden.

[...]

Quote
14. April 2008 1:29
Wissen als Eigentum von Staat und Konzernen - eine totalitäre Idee
Europa2010 (97 Beiträge seit 07.09.07)

Mag sein, daß Patente und Urheberrecht in bestimmten Fällen sinnvoll
sind. Die Ideologie von IFPI und Co, deren Praxis manchmal an die
Mafia erinnert (noch so eine Wurzel?) sind zutiefst totalitär. Alles
Wissen, alle Kunst und Kultur, ja im Grunde alle kreativen Gedanken
die je ein Mensch gefasst hat, sollen Eigentum eines Konsortiums aus
Verwertungsgesellschaften sein.

...


Quote
14. April 2008 9:54
Mussolinis "Korporatismus" ist ja auch eine Realität geworden.
Nordstern67 (mehr als 1000 Beiträge seit 07.04.06)

Dass da einige Wirtschaftsverbände an Geschichtsklitterung
interessiert sind, ist kein Wunder.

Oh, böse Kapitalismuskritik von mir. ;)

Der Nordstern.




Quote
14. April 2008 10:26
Geistiges Eigentum
Wächter der Nacht (301 Beiträge seit 06.12.07)

ist ein Widerspruch in sich. Etwas Immaterielles kann niemals
jemandem gehören. Schon gleich gar nicht einem Rechteverwerter, einer
Plattenfirma etc. Das bringt nur der Kapitalismus fertig, in dem
alles Ware ist.
Die ganze Chose mit dem "Urheberrecht" würde schlagartig aufhören,
wenn die Rechte allein bei den Urhebern, den Musikern und Autoren
blieben. Höchstens für die Vermarktung werden diese Dinosaurier noch
gebraucht. Aber in den Zeiten des Internet ist auch das fraglich.

Wieviel Lobby-, Gesetzes- und Ermittlungsarbeit, wieviel unsinnige
Propaganda (sorry: Aufklärung), wieviel nutzlose manpower muss von
der Industrie, von Staat und Gesellschaft geleistet werden, nur um
die Interessen einer kleinen mächtigen Clique durchzusetzen?

Dabei ist dieses System zutiefst undemokratisch, wie der Artikel
zeigt. Es hat anscheinend ja faschistische Wurzeln, es zielt auf
mächtige Monopole (sorry: Verbände), die bestimmen, wo es lang geht,
die ihre Vorstellungen beim Gesetzgeber in der EU und auch im
Bundestag durchdrücken können, die aber nie zufrieden sind, und immer
mehr wollen:
http://www.heise.de/newsticker/Musikindustrie-will-Wegwerfen-von-CDs-verbieten--/meldung/106423


Und was steht am Ende? Der geknebelte Konsument, dem vorgeschrieben
wird, wann er was wie und wo sehen und hören darf, und der geknebelte
Künstler, der nach Gutdünken vom Verwerter mit Brosamen abgespeist
wird. Ein paar fette Firmen und eine völlig verarmte, weil auf
Einheitsbrei getrimmte "Kulturindustrie".

...






Aus: "Mussolini und der Musikindustrieverband" Peter Mühlbauer (14.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27717/1.html


Offline lemonhorse

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[Bundeskanzlerin soll Künstlerrechte schützen... ]
« Reply #52 on: April 25, 2008, 09:12:05 vorm. »
Quote
[...]  Rund 200 teilweise prominente Künstler haben einen vom Bundesverband Musikindustrie verfassten offenen Brief an Angela Merkel unterzeichnet, in dem die Bundeskanzlerin aufgefordert wird, sich für den Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen und das Thema "zur Chefsache" zu machen. Anlass des offenen Briefs, der am morgigen Freitag als ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der tageszeitung erscheinen soll, ist der von der World Intellectual Property Organization (WIPO) ausgerufene "Tag des geistigen Eigentums", der am Samstag (26. April) ansteht.

"Als Komponisten und Musiker, Schriftsteller und Verleger, als Schauspieler und Filmemacher begrüßen wir es sehr, dass mit diesem Tag das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums gestärkt werden soll", formuliert der Bundesverband Musikindustrie. "Denn leider müssen wir täglich mit ansehen, wie das Recht auf einen angemessenen Schutz unserer Werke missachtet wird. Vor allem im Internet werden Musik, Filme oder Hörbücher millionenfach unrechtmäßig angeboten und heruntergeladen, ohne dass die Kreativen, die hinter diesen Produkten stehen, dafür eine faire Entlohnung erhalten."

Allein in Deutschland seien im vergangenen Jahr über 300 Millionen Musikstücke illegal aus dem Internet heruntergeladen worden, heißt es weiter. Dies sei zehnmal mehr, als legal verkauft worden seien. Mehrere Millionen Menschen würden sich regelmäßig aus "Internet-Tauschbörsen und anderen illegalen Quellen" im Netz bedienen. "Und obwohl damit nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Allgemeinheit durch Steuerausfälle und Arbeitsplatzverluste geschädigt werden, schaut der Staat bisher nahezu unbeteiligt zu", kritisieren die Verfasser. Nachdem sich die Bundeskanzlerin in China bereits vorbildlich für die Interessen der deutschen Industrie beim Thema Produktpiraterie eingesetzt habe, solle sie dies auch in Deutschland für mehr Respekt vor dem Schutz geistigen Eigentums tun.

In Anspielung auf geforderte Überwachungsmaßnahmen seitens der Provider stellen die Autoren des offenen Briefs die Behauptung in den Raum, allein 70 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland entfielen auf "die – leider meist illegale – Tauschbörsennutzung". Und weiter: "Aber während beispielsweise die milliardenschwere Telekommunikationsindustrie massiv von der Nutzung illegaler Inhalte profitiert, verweigert sie beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung." Als europäische Musterschüler in Kampf gegen illegales Filesharing werden Frankreich und England angeführt. So sollen etwa in Großbritannien ab 2009 gesetzliche Vorgaben für Provider gelten, nach denen Internet-Nutzern bei wiederholten Urheberrechtsverletzungen der Zugang gesperrt wird.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören unter anderem die Filmregisseure Sönke Wortmann, Bernd Eichinger und Faith Akin sowie die Schauspieler Til Schweiger, Renan Demirkan und Detlev Buck. Mit dabei sind auch Musikgruppen wie Tokio Hotel, Monrose, Söhne Mannheims und Juli sowie die Sänger Udo Lindenberg, Reinhard Mey, Peter Maffay, Roger Cicero und LaFee. Unterstützung kommt auch von der Moderatorin Barbara Schöneberger, dem Produzenten Ralph Siegel, dem Komponisten Wolfgang Rihm, der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz und dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder. (pmz/c't)

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25. April 2008 04:25
Irgendwie lustig...
dreaddy2 (7 Beiträge seit 11.03.08)

Nicht, dass ich jemals etwas von besagten Leuten herunterladen würde
oder die Illegalität dieses Tuns in Frage stelle, aber wenn ein
Haufen auch trotz Filesharing sehr sehr gut verdienender Millionäre
verzapfen, dass die zu großen Teilen Schüler, Studenten und Leute für
die 30 Euro nicht mal eben aus dem Geldbeutel gezückt sind, doch mal
ihren Krams zahlen sollten...
Egal ob das Recht auf ihrer Seite ist, ich würde mich beim
Unterschreiben von diesem geistigen Eigentum Brief recht schäbig
fühlen.
Aber ein Angehöriger einer Branche, die es unter Kundenbindung
versteht, seit Jahren potentiellen Kunden mit Gefängnis zu drohen um
sie zum kaufen zu motivieren, sieht das vermutlich nicht so.

...



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25. April 2008 07:04
Ein Stück Zeitgeschichte
Tonikaparallele (397 Beiträge seit 14.05.07)

Sollte es auch weiterhin dabei bleiben, dass sich die Zeiten ändern,
dann könnte dieses Dokument irgendwann mal ganz interessant werden.
Es sagt mE viel aus über die Zeit, in der wir heute leben. Vor allen
Dingen für Musikwissenschaftler, aber nicht nur. Ich jedenfalls fühle
mich an die DDR-Musikwissenschaft erinnert, was einerseits an den
offensichtlichen Lügen im Text und andererseits am Quatsch-Begriff
"Geistiges Eigentum" liegt. Stellte die DDR-Musikwissenschaft alle
(echte, "gültige") Musik als Produkt des Volkes hin und blendete den
Künstler als Individuum völlig aus, so wird heutzutage Musik allein
als Wirtschaftsgut gesehen. Das ist sie zwar zweifellos u.a. auch,
aber doch nicht *nur*. Anders ausgedrückt: Gerade so, wie man in der
DDR auf Biegen und Brechen alle persönliche künstlerische Äußerungen
entweder als dekadenten Quatsch abtun oder der sozialistischen
Ideologie einverleiben musste (Lieder eines unglücklich Verliebten
als Ausdruck der "allgemeinen sozialen Misere"), so wird in unserer
Zeit alles nur noch im Hinblick auf Verwertbarkeit und Gewinn gesehen
und dabei vieles ausgeblendet. Man riecht den Schweiß.


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24. April 2008 19:53
Geldgier vs. Freiheitsrechte
p_kater (mehr als 1000 Beiträge seit 29.07.04)

Das ist ja nichts Neues, sozusagen die Grundlage einer
kapitalistischen Demokratie im Spannungsfeld der Interessen. Aber es
gibt den Moment, indem eine Demokratie in eine Diktatur umkippt. Zum
Beispiel dann, wenn zur Durchsetzung der Geldgier Einzelner die
totale Überwachung eingeführt wird. Frage: Kann einem Künstler egal
sein, ob er in einer Demokratie oder einer Diktatur lebt? Ich finde
nicht. Diesen Künstlern ist es aber egal. Wenn sie damit leben
können...


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25. April 2008 08:23
Wochenende: Kinderchorauftritt...
egnurg (173 Beiträge seit 31.07.02)

... Kostüme selbst gebastelt, Lieder AUSWENDIG GELERNT und LIVE
GESUNGEN!
Lampenfieber, freuen sich über ein Überraschungsei und den Applaus
des Publikums.

DAS sind Künstler!!

Für den Auftritt müssen sie aber GEMA anmelden und dürfen kräftig
dafür zahlen.
Soviel daß sich der Verein schon überlegt ob er überhaupt noch
Kinderchor-Auftritte finanzieren kann.
Oder so Dinge wie Kinderfasching und Jugenddisco - kaum noch
finanzierbar.
Dann sitzen die Kids eben zuhause und raubdownloaden sich ihre
Lieder, was sollen sie auch sonst machen?

Von den Abgaben müssen halt auch die "armen" Künstler finanziert
werden deren Platten immer nur raubkopiert werden...

Mein Vorschlag an Merkel:
Kostenloses Auftrittsrecht für alle Kinder und Jugendliche unter 18!


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25. April 2008 09:06
ausgerechnet die Filmemacher in Deutschland
Xyrus (mehr als 1000 Beiträge seit 10.06.05)

produzieren ihre Filme oftmals mit öffentlichen Filmfördergeldern
oder im Auftrag der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten mit
Zwangsgebühren und wollen nachher das Urheberrecht für sich
proklamieren. Wer Filme mit öffentlichen Geldern produziert, müsste
eigentlich gezwungen werden, seine Werke unter creativ commons Lizenz
zu stellen, meine Meinung. ...


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25. April 2008 02:16
ihr habt angst um euer geld???
dannyray (165 Beiträge seit 23.07.07)

DANN LASST ES!
denn "künstler" seid ihr NICHT!
[...]  ein künstler ist jemand, der seiner kreativität freien lauf lässt, ungeachtet materieller
faktoren. wer dabei an profit denkt, ist kein künstler mehr, sondern ein schaffender - wie jeder 0815-angestellte auch.

ganz davon abgesehen nagt keiner der unterzeichner am hungertuch, im gegenteil. sie haben bloss angst um die vermarktung ihrer produkte und das internet ist ihr natürlicher feind.  denn das internet ist grösser als das CD-regal im blödmarkt, hier gibt es zig newcomer und freie auswahl. und im internet muss man nicht kaufen, nein, hier KANN man unterstützen, was man für gut hält.

also leckt mich doch am arsch.  [...] wenn ihr kein bock habt kreativ zu sein und nur noch verkaufen wollt,
dann lasst es doch einfach sein.



Aus: "Offener Brief: Bundeskanzlerin soll Künstlerrechte schützen" (24.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Offener-Brief-Bundeskanzlerin-soll-Kuenstlerrechte-schuetzen--/meldung/106992

-.-

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[...] Liebe Musikindustrie,
schon seit Jahren schreibe ich mir im Internet die Finger wund um darauf hinzuweisen, dass der technologische Fortschritt im Internet mit Ansprüchen, die sich aus dem Term „Geistiges Eigentum“ ergeben, und den herkömmlichen Top-Down-Geschäftsmodellen nicht vereinbar ist und ich könnte es kurz machen und einfach schreiben: „Was kann ich für euer geficktes Businessmodell?“ Was letztlich viel cooler und knackiger wäre, aber irgendwie habe ich wirklich Lust, etwas weiter auszuholen. Dass ich mich dabei wiederhole, weil dieses Thema ständiger Begleiter von Nerdcore ist, ist mir völlig Wuppe. Lesen Sie das hier also als so einen Nerdcore-Copyright-Tag-Remix.

Zunächst hatten Sie es sehr leicht. Da standen in den Neunzigern hier und da die Server rum, da hatte jemand die Verantwortung dafür und wenn da böse MP3s drauf lagen, verklagte man den halt ordentlich. Und dann kam 1998 Napster, die erste Software, die eine neue Technologie namens P2P begründete und die es den Nutzern erlaubte, nicht mehr auf einen zentralen Server zuzugreifen, sondern sich gegenseitig tolle Musik zu schicken. Unerhört! Leider, leider lagen die Informationen der Dateien bei Napster, weshalb man es in Grund und Boden klagte. Anstatt sich einer funktionierenden Technologie zu bedienen und sie zu monetarisieren, haute man sie kaputt. Kann man so machen, man darf sich dann aber nicht über das Ergebnis wundern. Weil, wissense, die Internet-Leute sind ja nicht blöd.

Die programmierten nämlich schwuppsdiwupps Software, die nirgends mehr irgendwelche Dateien oder Infos zentral hostete und die deshalb für Sie, sehr geehrte Musikindustrie, leider unfickbar wurde. Seitdem weinen Sie bittere Tränen und weil Sie so bitter weinen, hat die Bundeskanzleuse schon 2006 auf dem tollen G8-Gipfel versprochen, etwas zu tun. Und die Politik hat ja auch viel für Sie getan in letzter Zeit. Zum Beispiel ist nicht nur mehr der Upload geschützter Werke strafbar, sondern auch der Download (und um den geht es Ihnen ja auch schließlich, nicht wahr?) Noch dazu haben sie die zweifelhafte Vorratsdatenspeicherung durchgewunken, wobei Ihnen gleich das Wasser im Mund zusammengelaufen ist und siehe da: Sie sollen tatsächlich Zugang zu Verbindungsdaten erhalten. Na, das ist doch was, oder? Da kann man sich doch mal ein bisschen freuen und ich verstehe nicht so recht, warum Sie im Eingangs zitierten Brief immer nichts als weinen. Naja, vielleicht ahnen Sie ja bereits das Fazit dieses Artikels, den ich nun auch mal so langsam ausklingen lassen will, denn ich möchte mich und meine Leser nicht ständig mit Themen zu Copyright und Musikindustrie langweilen. Ich mach’s jetzt kurz, okay?

Restlos alle ihre Bemühungen, Internet-Piraterie zu unterbinden sind gescheitert und werden weiterhin scheitern. Hören Sie endlich auf, sich in Ihrer beknackten Opferrolle heimisch zu fühlen und gleichzeitig zu behaupten, die Zahlen der P2P-Nutzer würde sinken. Denn es stimmt nicht. Monetarisieren Sie endlich die vorhandene, funktionierende und vor allem einfache Technologie und machen Sie Schluß mit ihren Bemühungen, den Nutzern umständliche, proprietäre und indiskutable Lösungen zu präsentieren. Es tut mir ja leid, dass die Zeiten vorbei sind, als Sie darüber bestimmten, wie und wann Musik gehört wurde. Get over it!

Kopieren Sie die Piraten! Warner, ein Vertreter Ihrer Spezies ist da schon einen Schritt weiter. Gehen Sie mit, machen Sie Vorschläge und beschäftigen Sie sich endlich mit dem Netz. Es ist nicht böse, glauben Sie mir: wir wollen nur spielen. Und tauschen. Machen Sie was draus. Sie werden nicht daran zu Grunde gehen, versprochen. Sie werden sich nur verändern.

[...]

[update2] Hier die Liste der Unterzeichner, danke für’s abtippen, Karsten.

   
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2raumwohnung, Daniel Acht, Fatih Akin, Götz Alsmann, Stefan Arndt, Bob Arnz, Uli Aselmann, Andreas Auth, Lutz Bandte, Wolf Bauer, Claudia Baumhöver BAP, Dr. h.c Wolfgang Beck, Christian Becker, Oliver Berben, Christoph Biermann, Julia Boehme, Claus Boje, Ranja Bonalana, Dr. Jörg Bong, Prof. Dr. Heinrich Breloer, Silke Brix, Till Brönner, Burkhard Brozat, Prof. Christian Bruhn, Francesco Bruletti, Anni Brunner, Detlev Buck, Sven Burgemeister, Leander Carell, Yvonne Catterfeld, Roger Cicero, Culcha Candela, Jakob Claussen, Caroline Dabue, Samy Deluxe, Renan Demirkan, Joy Denalane, Helmut Dietl, Die Labbese, DJ Ötzi, Klaus Doldinger, Bernd Eichinger, EL*KE, Peter Eötvös, Jörg Evers, Dieter Falk, Dr. Wolfgang Ferchl, Axel Fischer, Helene Fischer, Uschi Flacke, Julia Franck, Egon L. Frauenberger, Amelie Fried, Molly von Fürstenberg, Joseline Gassen-Hesse, Hans W. Geißendörfer, Bijan Ghawami, Dr. Peter Gölitz, Ulrich Granseyer, Herbert Grönemeyer, Ludwig Güttler, Till Hagen, Martin Hagemann, Kirsten Hager, Klaus Hanslbauer, Titus Häusermann, Peter Heppner, Max Herre, Gerd Hesse, Sabine Hirler, Mischa Hofmann,Dr. G.-Jürgen Hogrefe, Höhner, Dr. Gottfried Honnefelder, Klaus Humann, Viola Jäger, Christoph John, Juli, Udo Jürgens, Dr. Joachim Kaps, Ewa Karlstroem, Andreas Langenscheidt, Toni Kater, Joachim Kaufmann, Georg Kessler, Dietrich zu Klampen, Klaus&Klaus, Alexander Klaws, Patrick Knippel, Astrid Lollex, René Kollo, Meike Kordes, Harald Kügler, Mickie Krause, Joachim Król, Michael Krüger, Dieter Thomas Kuhn, Peter Lackner, LaFee, Prof. Ulrich Limmer, Udo Lindenberg, Peter Lohmann, Annett Louisan, Peter Maffay, Manfred Mai, Martin May, Helge Malchow, Marquess, Marc Marshall, Jens Meurer, Reinhard Mey, Kari Meyer, MIA, Michael Mittermeyer, Monrose, Martin Moszkowicz, Christoph Müller, Nobelpenner, Oomph!, Margit Ostewold, Erick Öxler, Wolfgang Pampel, Stefan Peters, Dr. Joerg Pfuhl, Uli Putz, Thomas Quasthoff, Rabaue, Karl-Klaus Rabe, Frank Ramond, Reamonn, Uschi Reich, Aribert Reimann, Steffen Reuter, Revolverheld, Dr. Andreas Richter, Prof. Dr. h.c. Wolfgang Rihm, Rosanne Rocci, Hilke Rosenboom, Ursula Rosengart, Rosenstolz, Jennifer Rostock, Dr. Christian Rotta, Sasha, Prof. Dr. Enjott Schneider, Philipp Schepmann, Schiller, Monika Schlitzer, Jörg Schlönvoigt, Bernhard Schmid, Kim Oliver Schmidt, Dr. Patricia Scholten, Walter Scholz, Barbara Schöneberger, Atze Schröder, Hermann Schulz, Dr. Susanne Schüssler, Jan Schütte, Til Schweiger, Scooter, Seeed, Mark von Seydlitz, Rodion Shchedrin, Ralph Siegel, Söhne Mannheims, Martin Spencker, Tom Spieß, Dagmar Stehle, Dr. Jörg D. Stiebner, Ulrich Stiehm, Dr. Henning Stump, Alexander Thies, Tokio Hotel, Imre Török, Judy Tossell, Matthias Ulmer, Andreas Ulmke-Smeaton, Ulla Unseld-Berkéwich, Philip Voges, Prof. Lothar Voigtländer, Neele Vollmar, Dr. Ralf Weigand, Stefan Waggershausen, Peter Wackel, Wagner Love, Joachim Weidler, Max Wiedemann, Ursula Woerner, Johanna Wokalek, Sönke Wortmann, Peter Zenk und Tom Zickler haben diesen Brief unterschrieben.

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Kommentare:

#

Ein bisschen viel “ficken” und “kacken” in dem Text… aber sonst: volle Zustimmung
Kommentar von margerie - 24. April 2008 @ 21:23 Uhr Reply to this comment
#

Also, „kacken“ steht gar nicht drin. „Ficken“ ja. Is ja auch schöner ;)

Danke!
Kommentar von René - 24. April 2008 @ 21:30 Uhr Reply to this comment
#

Ich zähle da nur ein “ficken”, und das wird durch das wunderschöne “unfickbar” ja quasi wieder aufgehoben.
Und ansonsten steckt da so viel wahres drin, das man auch ruhig ein paar unmissverständliche Worte nutzen darf.
Kommentar von Peter/Blogwinkel - 24. April 2008 @ 21:35 Uhr

[...]

Sollten in einer Demokratie nicht eigentlich Einzelinteressen ausgeblendet werden und nur das Allgemeinwohl zählen?

Kommentar von Bene - 24. April 2008 @ 22:24 Uhr

[...] Um es mit den Worten des Lemuren-Königs aus “Madagascar” zu sagen:

-Ihr seite die große Weischeeier!-

Anstatt sich selbst mal ein Konzept aus dem doch so großen Geist zu formen, bleibt man lieber auf dem geistigen Eigentum hocken und jammert dann der Bundelmerkel die Ohren voll. Tante Angela wird schon helfen.
Kommentar von daRONN - 25. April 2008 @ 09:11 Uhr

[...] Ich schwöre hoch und heilig, nicht ein einziges Lied der Unterzeichneten jemals besessen, geklaut, geschweige natürlich gekauft zu haben, und dies auch NIEMALS zu tun. Klaus&Klaus, Ooomph!, Udo Lindenberg, DJ Ötzi und all die anderen, ich bin ja schon froh, wenn ich Eure Ergüsse nicht zufällig im Schuhladen mithören muss. ...

Kommentar von Peel - 25. April 2008 @ 10:07 Uhr Reply to this comment

[...] Eine offene Bankrotterklärung der Musikindustrie. So rückständig, so albern.. So Web 0.1
Kommentar von ritman - 25. April 2008 @ 10:42 Uhr

[...] Darf man das, was Jennifer Rostock machen jetzt eigentlich Kanzlerpunk nennen?
Kommentar von Saint - 25. April 2008 @ 12:44 Uhr

[...] Der Bundesbürger ähä Kreative Künstler, hat nichts anderes Verdient als Schäuble, Kontrolle und wirtschaftliche Versklavung.

Deutschland, Sadomasochismus in Reinkultur!
Kommentar von lutzkettenschutz - 25. April 2008 @ 15:47 Uhr

[...] Verwundert hat mich lediglich Fatih Akin, aber das Geld für Produkte der sonstigen Mischpoke müßte man schon mit der Knarre aus mir rauspressen.
Arg gruselige Liste.

“Geistiges Eigentum…” als “.Öl des 21. Jahrhunderts” ist wirklich gaga. Und das von Getty. Das ist so als würde man Al Capone über die Prohibition befragen. “Klasse Sache, verdiene Millionen mit dem selbstgebrannten Schnappes!”

Jedes aufgeworfene Argument ließe sich einfachst zerpflücken. Besonders ärgert mich die Darstellung, daß die künstlerische Landschaft verkargen würde, wenn diese Künstler-Wanna-Bes kein Geld mehr für ihre Machwerke bekommen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Alle Kanäle sind verstopft mit vermarktbarem Unfug besagter “Künstler”, während die meisten passionierteren Künstler eher ein Schattendasein in obskuren Musikmagazinen oder- websites führen. (@ Meaty: Es gibt eine ganze Menge guter Musik da draußen, man muß nur danach suchen. Radio und TV helfen da recht wenig, die bedienen nur den kleinsten gemeinsamen Nenner.)
Als ob niemand mehr Musik machen würde, wenn er nix damit verdienen würde. Ein großer Teil des Internets ist doch der Beweis des Gegenteils. Manche Menschen haben einfach Spaß daran, Inhalte zu produzieren und müssen nicht noch extra bezahlt werden. Das ist der Content-Industrie (Musikindustrie, Verlage etc.) natürlich extrem unheimlich -und natürlich existenzbedrohend- und deswegen wird versucht, zu kriminalisieren, schmähen (s. auch die Mainstream-Presse zum Thema Blogs),zu drohen und zu jammern.
Trotzdem: Musik hat sich mit der Digitalisierung quasi verflüssigt, ist verlustfrei zu vervielfältigen und ist nicht mehr trägergebunden (CD, Vinyl etc.), damit gibt es auch keine Güternappheit mehr, die eigentlich eine der wirtschaftsphilosophischen Grundvoraussetzungen für die Begründung von Eigentumsrechten ist.

...

Kommentar von Stefan - 25. April 2008 @ 17:32 Uhr



[...] Also, wenn die Unterschreiber die letzten Getreuen der Musindustrie sind, dann steht deren Ende wirklich sehr kurz bevor.
Kommentar von vib - 25. April 2008 @ 18:42 Uhr

[...] # das Geilste ist doch, dass der ganze P2P-Kram den “kleinen Künstlern” schade! was ein bullshit! die haben doch echt keinen Schimmer, was die Zeichen der zeit sind bzw. wie der verfickte Hase läuft. Dass das genaue Gegenteil dieser dümmlichen Behauptung der Fall ist, geht einem aber wohl nicht auf, wenn man eben Teil einer INDUSTRIE ist und es eben nicht um “Kunst” geht. P2P ist für “Untergrund”sachen abseits des Mainstreams ein wahrhafter Segen. Ende, aus.
Kommentar von jay - 26. April 2008 @ 13:48 Uhr Reply to this comment


[...] DJ Ötzi und “geistiges Eigentum” ist eigentlich DER Oberknaller - wäre es eigentlich wert, einen eigenen Artikel drüber zu schreiben. :-)
Kommentar von Stefan - 26. April 2008 @ 14:10 Uhr

[...] “Die Krise im Schallplattengeschäft des Jahres 1959 ist nicht auf Deutschland beschränkt. Ähnliche Schwierigkeiten verzeichneten in den letzten Jahren fast alle westeuropäischen Länder und vor allem Amerika. Die Plattenhändler stöhnen über die Konkurrenz des Fernsehens mit den gleichen Worten wie die Kinobesitzer.

Die finanzielle Belastung, die dem Konsumenten beim Kauf eines Fernsehapparates auferlegt wird, tut dem Schallplattenverkauf Abbruch. Außerdem wird die Freizeit jetzt mehr vom Fernsehapparat in Anspruch genommen als vom Plattenspieler. Auch Tonband und Motorgefährt schlucken jetzt einen Teil der Gelder, die früher vom Käufer in Platten angelegt wurden. Die Überproduktion der Plattenfirmen ist jedoch der wichtigste Grund für den Umsatzrückgang.

Man rechnet, dass pro Monat in Westdeutschland ungefähr 180 neue Schlagerplatten auf den Markt kommen. Das sind 360 Titel im Monat oder 4900 pro Jahr. Welcher Käufer kann da schon mithalten?”

(zitiert nach Siegfried Schmidt-Joos: Geschäfte mit Schlagern, Seite 67/68 [© 1960 Carl Schünemann Verlag Bremen])

In späteren Kapiteln geht der Autor auf den Payola-Skandal ein, erzählt, wie die echte Mafia° Jukeboxen zum Erfolg machte und berichtet von großangelegtem Chartbetrug mit faken Hörerwunschbriefen und Claqueuren, die das Applausometer nach oben trieben.



° “When Prohibition was repealed, the Outfit moved into the jukebox and film industries. They had a hand in almost every union i n Hollywood and developed first the music industry top ten and then the top 40.

A prominent position on an Outfit jukebox almost guaranteed a song would be a hit, so record producers and promoters often paid the gangsters to put their record in the number one spot.”

(Quelle: The Mob that made modern America)
Kommentar von henteaser - 26. April 2008 @ 23:12 Uhr

[...] # Ihr seid also alle der Meinung, Musiker sollten für ihre kreative Leistung nicht entlohnt werden?
Kommentar von STU - 27. April 2008 @ 12:09 Uhr

#@ STU: Nein. Wo soll das stehen? Musiker oder genauer: die Musikindustrie gehen derzeit leider leer aus, weil die MI ihren Arsch nicht hochkriegt und ihr Geschäftsmodell nicht den technischen Gegebenheiten anpasst und so leid mir es tut: das ist nicht mein Problem.
Kommentar von René - 27. April 2008 @ 12:20 Uhr

[...] Die Zeiten in dennen von der Industrie aufgebaute “Künstler” mehrfache Millionäre wurden sind, zum Glück, vorbei. Im Falle der Musikindustrie von Künstlern zu sprechen ist sowieso lachhaft.

...

Kommentar von Börmel - 27. April 2008 @ 16:28 Uhr


...



Aus: "Offener Brief der Musikindustrie an die Kanzlerin zum Tag des geistigen Eigentums - und meine Antwort"
Von René am 24. April 2008 um 21:12 Uhr
Quelle: http://www.nerdcore.de/wp/2008/04/24/offener-brief-der-musikindustrie-an-die-kanzlerin-zum-tag-des-geistigen-eigentums-und-meine-antwort/



« Last Edit: August 05, 2008, 11:06:39 vorm. by lemonhorse »

Offline lemonhorse

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[Staatsminister für Internetsperre bei Urheberrechtsverletzungen... ]
« Reply #53 on: April 26, 2008, 12:00:24 nachm. »
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[...] Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat vor dem morgigen "Welttag des geistigen Eigentums" freiwillige Vereinbarungen zwischen Providern und Rechteinhabern zur "wirksamen Bekämpfung der Internetpiraterie" nach französischem Vorbild gefordert. Demnach sollen Zugangsanbieter ihren Kunden bei wiederholten Urheberrechtsverletzungen zunächst Warnbriefe schreiben. Bei deren Nichtbeachtung droht die zeitweise oder dauerhafte Kappung der Netzverbindung. Dieses Thema muss dem CDU-Politiker zufolge "auch weiterhin auf europäischer Ebene diskutiert werden". Dabei müsse auch geklärt werden, wie der effektive Kampf gegen Urheberrechtsverstöße im Internet mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung "in Einklang zu bringen ist".

Neumann macht sich damit eine Kernforderung von 200 Künstlern und zahlreichen Verbänden der Medienindustrie zu Eigen, welche diese gerade in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorbrachten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für den Staatsminister auch die Verlängerung der Schutzfristen für ausübende Künstler, schließlich gehe es hier um die soziale und wirtschaftliche Absicherung der Urheber. Zusammen mit seiner französischen Kollegin Christine Albanel habe er daher den zuständigen EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy gebeten, in Brüssel tätig zu werden. Dieser habe versprochen, noch vor der Sommerpause einen Vorschlag zu unterbreiten. Der Ire liebäugelte bereits Anfang des Jahres mit dem Ansatz, den Urheberrechtsschutz für europäische Musikkünstler von 50 auf 95 Jahre zu verlängern.

Zugleich sprach sich Neumann für "mehr Respekt gegenüber dem Wert und der wirtschaftlichen Bedeutung des geistigen Eigentums" im Zeitalter der Digitalisierung aus. Die hohe Zahl illegaler Downloads von Musik, Filmen und Hörbüchern schade nicht nur der Kultur- und Kreativwirtschaft als Zukunftsbranche, sondern bedrohe auch die wirtschaftliche Existenz des einzelnen Künstlers. Daran sollten besonders jene denken, die mit dem irreführenden Argument, Kultur sei ein allgemein verfügbares und vor allem kostenloses Gut, Kreativen die angemessene finanzielle Vergütung vorenthalten würden.

Bei der Begehung des "Tags des geistigen Eigentums" in Berlin, den Industrie und Politik am heutigen Freitag zum dritten Mal gesondert zelebrierten, warb auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für eine stärkere Achtung von Immaterialgüterrechten. Verbraucher müssten etwa besser informiert werden, was Produktpiraterie für eine Volkswirtschaft bedeute. Dabei sei auch die "persönliche Betroffenheit" etwa aufgrund drohender Gesundheitsschäden durch nachgemachte Markenartikel darzustellen.

Die SPD-Politikerin begrüßte es daher, dass Microsoft im Rahmen des Vorgehens gegen Software- und Produktpiraterie erneut und erstmals gemeinsam mit der Messe Frankfurt den Wettbewerb "Die Idee" ausgerufen habe. Dieser ehre Menschen oder Organisationen, "die sich besonders für die Achtung des geistigen Eigentums einsetzen". Besonders freute sich Zypries, dass darüber hinaus der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Wettstreit "Ideenliebe" ausgerufen hat, mit dem vor allem Schüler in den achten bis zehnten Klassen angesprochen werden sollten.

Zypries warnte zugleich davor, bei Produktpiraterie und Raubkopien immer nur "den Zeigefinger in Richtung China auszustrecken". In China werde zwar "deutlich mehr kopiert, aber fast jeder fünfte Maschinenbauer klagt über Produktpiraterie aus dem Inland". Zudem sei die Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte gerade erneut im Rahmen des achten "Rechtsstaatsdialogs" mit China in München angesprochen worden.

Aus der Wirtschaft waren bei der Tagung immer wieder Klagen zu hören, dass der vom Bundestag beschlossene Entwurf für ein Gesetz zur besseren Durchsetzung von Immaterialgüterrechten seinem Ziel nicht gerecht werde. Vielmehr werde damit "jede Rechtsdurchsetzung gestoppt", echauffierte sich Rüdiger Salat, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, über "einen Zustand wie in einer Bananenrepublik". Keine Erwähnung fanden dagegen etwa im Rahmen der Adelphi-Charta lauter werdende Stimmen, wonach im System des geistigen Eigentums die Balance durch eine ständige Ausweitung der Stellung der Rechteinhaber längst verloren gegangen sei und die Innovationskraft geschädigt werde. (Stefan Krempl) / (pmz/c't)


Quote
25. April 2008 19:32
Wer bezahlt Herrn Neumann?
Corwin Duke, Corwin Duke (838 Beiträge seit 11.05.00)

Morbus Siemens allerorten...


Quote
25. April 2008 19:35
Ja, bitte!!!! Ganz schnell her mit dem Gesetz!
choke, choke@gawab.com (mehr als 1000 Beiträge seit 16.02.01)

Und dann bitte auch konsequent hunderttausendfach Anbindungen kappen!
Eine bessere Anti-Werbung können die Assis in der Regierung gar nicht
machen. Vielleicht gehen dann ein paar mehr Leuten die Augen auf, was
gerade in diesem Land passiert.

Weil es so schön zum Thema passt: Tokio Hotel & Co. möchten härteres
Vorgehen gegen "illegale" Downloads:

> http://www.laut.de/vorlaut/news/2008/04/25/18515/

Was habe ich gelacht. Diese Bubis gerade.


Quote
25. April 2008 19:39
Soziale Absicherung der Urheber mit einer Schutzfrist von 95 Jahren?
ichwersonst (mehr als 1000 Beiträge seit 24.04.02)

Selbst wenn der Urheber ein knackiges Alter von 15 hatte (was dann
doch eher unwahrscheinlich ist) Würde das eine soziale Absicherung
bis ins biblische Alter von 110 bedeuten - bei einer
durchschnittlichen Lebenswerwartung von roundabout 75 Jahren.

Wer so eine absurde Forderung mit so einer durchaubar von der MI
vorhergesagten Argumentation anschleppt und auch ansonsten zu hundert
Prozent auf Linie der Industrie liegt, der zwingt einen ja geradezu
dazu, zu fragen, was sich denn diesesmal im Überraschungsköfferchen
befunden hat.


Quote
25. April 2008 20:34
Ihr Heuchler! (Editiert vom Verfasser am 25.04.08 um 21:00)
wayland_smithers (mehr als 1000 Beiträge seit 20.08.03)

Seit endlos und 3 Tagen entgegne ich jedem von euch hier und
andernorts:

Geht an die Künstler! Geht an die Schaffenden, geht an eure Idole!

Die MI ist die falsche Adresse, die MI hat nur so lange etwas zu
sagen, wie ein Vertrag mit einem Künstler läuft und alle Verträge
dieser Art sind endlich. Einige Künstler, auch populäre, arbeiten
mittlerweile völlig auf eigene Rechnung - es geht!

Andere Künstler, leider so gut wie alle - das zeigt auch dieser
letzte Aufruf, wollen es nicht anders. Die wollen ihre Werke
fabrizieren, vielleicht zusätzlich Kohle durch Konzerte machen, die
MI soll gegen einen satten Obulus produzieren, vermarkten und Inkasso
für Datenträger machen, also die unangenehme Nebenlast abnehmen.

Wenn ihr mit diesem Modell nicht einverstanden seid, dann boykottiert
die Künstler welche dieses Modell betreiben und schützen und das sind
95% all derer, deren Titel in den Filesharingnetzen getauscht werden.
All dieser angeblich so verachtenswerte Mainstream, pff...

Wer wirklich etwas gegen dieses System unternehmen will und nicht nur
seinen eigenen, bigotten Lebenswandel schönreden will, der kauft,
sieht, hört und saugt nichts von diesen Leuten. Dann würde dieses
System in kürzester Zeit an seinen eigenen Kosten ersticken.

Ihr aber, die ihr glaubt die Befriedigung eurer eigenen
Konsuminteressen für lau wäre eine Art von Robin-Hood-Widerstand
gegen die MI, ihr, die ihr euch gegenseitig "Transfomers"-saugend
auf die Schulter klopft: Ihr widert mich an.






Aus: "Staatsminister für Internetsperre bei Urheberrechtsverletzungen" (25.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Staatsminister-fuer-Internetsperre-bei-Urheberrechtsverletzungen--/meldung/107049


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[Lobbyismus vom feinsten... (Notiz, BRD, Merkel, MI)]
« Reply #54 on: April 27, 2008, 12:05:15 nachm. »
Quote
[...] Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Künstlern Unterstützung im Kampf gegen illegale Kopien aus dem Internet zugesagt. In ihrer aktuellen Videobotschaft erklärte Merkel am Samstag, sie werde sich auch auf internationaler Ebene für mehr Schutz des geistigen Eigentums stark machen. Zugleich rief sie zu einer gesellschaftlichen Debatte über Urheberrechtsverletzungen im Internet auf. "Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt", sagte Merkel an dem von der UN initiierten Welttag des geistigen Eigentums.

Zuvor hatten rund 200 prominente Künstler in einem offenen Brief an Merkel einen besseren Schutz geistigen Eigentums gefordert. Im Internet würden millionenfach Musiktitel, Filme oder Hörbücher illegal angeboten. 2007 seien in Deutschland mehr als 300 Millionen Musikstücke illegal heruntergeladen worden – zehnmal mehr als legal verkauft wurden. "Nehmen Sie sich dieses Themas an und machen es zur Chefsache", hatten die Künstler in Anzeigen gefordert.

Merkel verwies darauf, dass die Bundesregierung das Thema bereits im vergangenen Jahr auf die Tagesordnung der G8-Beratungen der sieben führenden Industrienationen und Russlands gesetzt habe. "Und auch in diesem Jahr werde ich dieses Thema wieder ansprechen", kündigte die Kanzlerin an. Internetpiraterie sei "eine Sache, vor der nationale Grenzen nicht schützen können". In Deutschland sei das Urheberrecht novelliert worden. Damit sei deutlich gemacht worden, was im privaten Rahmen an Kopien erlaubt sei und was geschützt werden müsse.

Allerdings hätten Künstler darauf hingewiesen, dass damit der Urheberschutz noch nicht ausreichend gesichert sei, sagte Merkel. "Denn es geht gerade um junge Künstlerinnen und Künstler, die noch kein finanzielles Polster haben, um sich mit Raubkopien auseinandersetzen zu können." Es gehe darum, dass sie die Chance haben, den gerechten Lohn für ihre Leistung zu bekommen. (dpa)/ (rek/c't)


Quote
26. April 2008 15:09
Noch deutlicher kann es sich doch gar nicht zeigen...
Kalle Kloeppel (662 Beiträge seit 07.12.06)

...was für ein korruptes pack in Berlin herumlungert!

34000 Bürger zweiter Klasse  müssen vors Bundesverfassungsgericht
ziehen, weil die Bundesregierung nicht einsieht, warum man mit
Hinblick auf VDS usw. auf eine derartige Menge Bürger und deren
Bedenken hören müsste.
Aber wenn 200 Bürger erster Klasse ein Schreiben unterzeichnen, dass
vor Lobby-Interessen nur so trieft und darauf abzielt, x Millionen
Bürgern zweiter Klasse das Leben noch schwerer zu machen, dann wird
das binnen 24 Stunden zur Chef-Sache erklärt?

Tut mir leid, aber bei mir ist der Bogen echt überspannt.

...



Quote
26. April 2008 15:17
"Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt"
Schabernack (mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.04)

Natürlich sind sie das, außer ich handel gewerblich mit ihnen. Die
stellt sich hin und tut so als wäre es ein Kapitalverbrechen,
vergleichbar mit Mord und Totschlag, oder was. Einfach lächerlich was
Madame da mal wieder zum Besten gibt.

Quote
26. April 2008 15:59
Re: "Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt"
Noddaba (246 Beiträge seit 23.10.03)

Kavaliersdelikte sind nur schwarze Köfferchen, vielleicht kann man
das auch unter Jugendsünde laufen lassen; immerhin ist man so jung
wie man sich fühlt.
Kavaliersdelikte sind auch prügelnde SEK-Beamte, immerhin spricht man
die solahop frei. Ebenso bei totalen Falschmeldungen und Volkshetze
durch die BILD.
Von der grundlosen Verkabelung der Wohnung durch "heimliches
betreten" mal ganz abgesehen.

Keine Kavaliersdelikte sind hingegen schwarzfahren bei überhöhten
Preisen in Notfällen. Kugelschreiber mitgehen lassen.
Und schon gar nicht die Weiterverbreitung von guter Musik unbekannter
Künstler die sich über jeden neuen Konzertbesucher freuen.




Quote
26. April 2008 15:37
Warum kämpft Herbert Grönemeyer gegen Bürgerrechte?
Patrik (mehr als 1000 Beiträge seit 04.04.00)

Diese ganze Aktion mit dem offenen Brief ist sehr verwunderlich. Es
war doch sonnenklar, dass unsere Volksvertreter (warum auch immer die
so heissen) diese Vorlage nutzen, um das Volk in einem weiteren Schub
pauschal zu kriminalisieren.

Sollten Leute wie Herbert Grönemeyer, BAP, Götz Alsmann oder
2raumwohnung so naiv sein zu glauben, dass sie damit nicht helfen,
dem gesamten Volk einen weiteren Schlag zu versetzen?


Quote
26. April 2008 15:56
Hat die sonst nix zu tun? Dann soll sie abtreten und bei BMG anfangen.... (Editiert vom Verfasser am 26.04.08 um 15:58)
Frood (539 Beiträge seit 18.02.00)

Alle paar Sekunden stirbt irgendwo ein Mensch, weil er nix zu Essen
hat.

Wir Menschen überfischen die Meere und zerstören Naturwälder en mass.

Die Einkommensspanne zwischen den Top- und den Niedrigverdienern geht
immer mehr auseinander.

Unser Rollstuhlminister zerstört immer mehr Freiheitsrechte und
argumentiert alles mit einem 'Kampf gegen den Terrorismus' - von dem
ich mich eigentlich viel weniger bedroht fühle, als von Schäuble.

Andauernd bringen irgendwelche jungen Mütter ihre Babies um.

Unsere Gesellschaft wird immer kälter, jeder denkt nur noch an sich.

Wir zahlen immer mehr ins Gesundheitswesen, bekommen aber immer
weniger dafür.

Angies Partei schmückt sich noch mit dem 'C', hat aber mit
christlichem Verhalten immer weniger im Sinn.

Und die macht sich Sorgen wegen Raubkopien??

Wie soll man so was eigentlich ernst nehmen???

...


Quote
26. April 2008 16:30
200 Künstler reichen - 30.000 Bürger nicht!
oxnoxo (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.02)

Während 200 Künstler - und solche die sich so bezeichnen -
ausreichen, um das merkelsche Herz zu rühren, genügen 30.000 Bürger
nicht, um Verfassungsbruch und Entrechtung durch die
Schäuble-Connection zu stoppen.

Vielleicht sollte man den Künstlern - oder noch besser: Deren
Verlegern - etwas Nachhilfe in Betriebswirtschaft, Marketing und
Verstand geben. Denn ohne Ursache keine Wirkung. Während die Künstler
rumjammern, dass angeblich 300 Millionen Raubkopien durch die Lande
geistern (die Zahl ist reine Phantasie), vergessen die, dass
einerseits die Resultate des künstlerischen Schaffens oftmals nicht
mehr zeitgemäß sind und andererseits deren Verleger nicht verstanden
haben, in welcher Zeit wir leben und wie der moderne Markt
funktioniert.

Es klappt einfach nicht mehr, dass man einen billigen, inkompatiblen
Datenträger für 20 EUR in großen Stückzahlen unter die Leute bringt.
Die Zeiten sind vorbei. Es ist aber natürlich leicht, die bösen
Raubkopierer herzunehmen, als auf die eigenen Unzulänglichkeiten zu
achten.

Liebe Frau Merkel: Wieviele Menschen sind nötig, um Sie zum Umdenken
bei den Überwachungsvorhaben zu brngen? Wie reich müssen diese
Menschen sein? Wieviel Geld müssen die Ihnen oder Ihrer Partei
spenden?

Ich frage Sie offen Frau Merkel: Sind Sie oder ist Ihre Regierung
korrupt?




Quote
26. April 2008 16:43
"...gerechten Lohn für ihre Leistung..."
humpflsen (274 Beiträge seit 05.10.02)

auf den warten auch Millionen deutsche Arbeitnehmer, die von ihrem
Vollzeitjob nicht leben können weil sie 4€ die Stunde verdienen!
Ebenso wie die sog. Normalverdiener, die seit Jahren Reallohnverzicht
üben.
Wie wäre es damit, dieses Thema mal zur Chefsache zu machen? Ach
nein, ist zu schwierig zu lösen - also lieber weiter das Volk
auspressen und überwachen.

...


Quote
26. April 2008 18:03
cool, ich brauche also nur 200 unwichtige leute...
brian_j (54 Beiträge seit 09.11.07)

...und schon "macht die kanzlerin das". das nenn ich demokratie!


Quote
26. April 2008 17:43
Ich BIN Künstler
schwitteck-18th-Reloaded (151 Beiträge seit 29.03.08)

Ich BIN Künstler und ich will das nicht. Schon mal gar nicht will ich
von einer Person wie Merkel vertreten werden.


Quote
26. April 2008 20:30
Re: Ich BIN Künstler
schwitteck-18th-Reloaded (152 Beiträge seit 29.03.08)

GrooveX schrieb am 26. April 2008 18:15

> schwitteck-18th-Reloaded schrieb am 26. April 2008 17:43
>
> > Ich BIN Künstler und ich will das nicht. Schon mal gar nicht will ich
> > von einer Person wie Merkel vertreten werden.
>
> was du nicht willst, kann ich nachvollziehen. doch nun die
> preisfrage:
> was IST künstler?
>
> keine frage, es geht um das leben der kopierindustrie, dass diese
> industrie eine schutzwürdige existenz häbe und dass diejenigen, deren
> sachen sie kopiert und verhökert, jetzt gefälligst auch mal was
> unternehmen sollen, um ihre schutzwürdige existenz zu sichern.
>
> nochmal gefragt und hypothetisch nachgefragt:
> was IST künstler? derjenige, dessen sachen kopiert und verkauft
> werden?

die Frage ist schwerer zu beantworten, als Du denkst :-), denn was
macht einen zum Künstler? Die eigene Meinung oder die Meinung von
anderen?

Ist es letzteres, kommt man nicht umhin, auch die Instant-Kacke, mit
der sich die Musik"industrie" seit knapp 20 Jahren immer mehr ins
finanzielle Aus manövriert (und das aus reiner BWLer-Blödheit), als
"Kunst" zu bezeichnen.

Das ist es aber nicht, denn es ist seit 20 Jahren immer derselbe
Aufguss - ab und zu von einer neuen Mode und mit "zeitgemäßen"
Sounds, was man an der Flut der "Coverversionen" hören kann.

Ich bezeichne (musikalische) Kunst als etwas, das Kreativität und
Professionalität auf Instrumenten (nicht Mausschubsen) voraussetzt.
Meiner Erfahrung nach sehen das auch die meisten Konsumenten so, was
z.B. erklärt, warum die sogenannten "Altmeister" mittlerweile oft
mehr in die Kassen spülen, als neue "Topacts".
Ausnahmslos alle (auch Gutverdiener) Künstler nach meiner Definition,
die ich kennengelernt habe, haben nichts dagegen, wenn ihre Werke
kopiert werden, denn es ist tatsächlich so, dass nur die Instantkacke
geklaut wird. Wenn jemand eine Kunst wirklich genießt und bewundert
habe ich und alle die ich kenne immer die Erfahrung gemacht, dass er
sie auch kaufen will - ohne Ausnahme.
Ich und andere haben aber Probleme mit den Brotkrumen, die die MI
ihren eigenen Künstlern zuwirft. Effektiv bekommst Du von
Plattenverkäufen selten mehr als 5%, es sei denn, Du bist ein
"Topact" - wenn überhaupt. Nicht selten ist es ein Zuschussgeschäft
(vom Künstler), der sich meistens ein Beinchen ausfreuen würde, wenn
mal Massen sein Zeug überhaupt mal hören könnten.
In der Regel vergammelst Du in Proberäumen und machst ein paar
unzumutbare Gigs zu unzumutbaren Zuständen.

Nachwuchsförderung?
`
KEINE SPUR! Kein einziger Euro der Majors geht mehr in
Talentförderung. Ein paar Euros wandern in die Produktion (!) von
Talenten.

Es ist eine Schande. 90% der Künstler brauchen die MI nicht. Sie
brauchen jemanden, der sie nicht in eine Schublade stopft, finanziell
betrügt und dann wegwirft.




Quote
26. April 2008 18:09
Liebe "Künstler", ...
Provokant (reloaded) (mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.06)

...geht doch einfach sterben! (Im Sinne von: "Haltet doch Eure
Klappe!"). Eure Zeit ist abgelaufen. Keiner will Euch und Euren
hochgecasteten/mainstrean-weichgespülten Mist, den ihr
unverschämterweise "Musik" zu nennen pflegt, mehr hören.

Und nach dem Staat zu "gröhlen" ist einfach nur peinlich und mehr als
erbärmlich.

MfG
  Der Provokant

Quote
26. April 2008 18:19
Re: Liebe "Künstler", ...
purchaser (535 Beiträge seit 03.08.06)

Provokant (reloaded) schrieb am 26. April 2008 18:09

> ... Keiner will Euch und Euren
> hochgecasteten/mainstrean-weichgespülten Mist, den ihr
> unverschämterweise "Musik" zu nennen pflegt, mehr hören.

Aber warum entsteht dann hier so ein Geschrei über illegalen
Download. Wenn es wirklich keiner mehr hören will (sehen, lesen
inklusive), dann ist doch die Welt in Ordnung. Warum das Theater um
die Durchsetzung des Schutzes geistigen Eigentums von Künstlern?

Ich versteh die Aufregung unter den heise-Usern nicht.
Oder ist dein Satz oben nur eine Schutzbehauptung?

Quote
26. April 2008 18:30
Re: Liebe "Künstler", ...
Provokant (reloaded) (mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.06)

purchaser schrieb am 26. April 2008 18:19

[...]
> Aber warum entsteht dann hier so ein Geschrei über illegalen
> Download.

Ganz einfach: Mittels dieser "Rrrrraubkopierer"-Propaganda von
Gröhlemeyer und Co. soll es privaten Organisationen ermöglicht
werden, mal so eben nebenbei Userdaten bei den Providern abzugreifen
und das ohne jede Einschränkung (->Richtervorbehalt). Somit werden
Grundprinzipien des Rechtsstaats außer Kraft gesetzt, inclusive der
Abschaffung des Datenschutzes.

[...]

MfG
  Der Provokant




Quote
26. April 2008 22:11
Kreativität und Kopieren
Repl (5 Beiträge seit 18.10.07)


Viele Künstler wollen doch nicht nur für ihre kreative Schöpfung
entlohnt werden, sondern auch für die Verbreitung. Warum sollte ein
Künstler dafür entlohnt werden wenn z.B. ein Musikstück irgendwo hin
übertragen/übermittelt wird, egal ob Datenträger oder Ohr.
Übertragung kostet (fast) nichts im heutigen Informationszeitalter,
woher nehmen sie den Anspruch sich dafür entlohnen zu lassen?


Quote
26. April 2008 22:57
Seltsam...
consumer (39 Beiträge seit 07.04.04)

wenn sich 200 künstler für sogenannten urheberschutz einsetzen, dann
reagiert die politik und verspricht schnelle hilfe. wenn zehntausende
bürger um die einhaltung (!) der grundrechte bitten, dann ist das
nicht weiter wichtig.


Quote
26. April 2008 23:00
An: Frau Merkel
AlwinTheCatHunter (125 Beiträge seit 14.01.03)

nachdem wir unsere gemeinsame Vergangenheit überwunden haben, an der
wir zumindest bis an unsere Grenzen gehen konnten, frage ich mich,
was unterscheidet uns jetzt?
Okay, ich kann jetzt nicht mal mehr furzen, ohne in den Verdacht zu
geraten, dass das jemand vor mir gemacht hat und mich abmahnt. Meine
Wohnung brauche ich gar nicht mehr verlassen um überwacht zu werden,
man ist bereits drin.

Ich konnte weder (einige)FDJ-Sekretärinnen noch
(einige)Pastorentöchter leiden und werde heute von selbigen
drangsaliert.

Was bitte Frau Merkel, wollen Sie mir auf den Weg geben?
Das es richtig ist im Namen der Christen zu foltern, Kriege zu
unterstützen,  Bürger zu überwachen und die kleinen Leute
abzuschröpfen. Im Namen des Sozialen Menschenrechte abbauen,
Kapitalisten, Nationalsozialisten, Betrüger, ...in den Arm zu nehmen.
Entschuldigen Sie, unsere Wege waren nie die selben und werden sich
niemals treffen.

Leimi


Quote
27. April 2008 00:09
Eine widerwärtige und scheinheilige Aktion
kielykiely (298 Beiträge seit 13.10.01)

Na gut - Merkel muss wohl zunächst "ja" sagen, denn Frau kann nie
wissen wo Wählerstimmen zu ergattern sind. Sie hat wohl nicht
mitbekommen, dass ein "Welttag des geistigen Eigentums" im Format
einer Welthungerhilfe-Veranstaltung nichts anderes ist als eine
weitere Aktion der Medienmafia UND es geht am allerwenigsten um
Künstler. Hier versucht eine vom Erfolg ($$$) verwöhnte "Industrie"
auf schleimiger Art die gleichen Ziele auf dem Bettelweg zu
erreichen, die juristisch scheiterten.

Wenn eine Deutsche Kanzlerin solches scheinheiliges Gejammer ernst
nimmt, dann darf an ihrer Kompetenz gezweifelt werden.

Dieses ganze "Raub"kopiengejammer ist Lobbyismus vom feinsten.




Aus: "Merkel will Künstlern im Kampf gegen Internet-Raubkopien helfen" (26.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Merkel-will-Kuenstlern-im-Kampf-gegen-Internet-Raubkopien-helfen--/meldung/107061

-.-

Quote
[...]

Quote
25.04.2008 18:05:52

Dieter_Wondrazil:

ich kann es nicht mehr hören.

a) sind ein Grossteil der genannten keine Künstler, sondern höchstens minderbegabte Interpreten. Gut, das ist meine subjektiv-polemische Sicht, aber trotzdem

b) Der Grossteil derAutoren bekommt sowieso nur ein paar Brösel des Gewinnes.

c) Die Errechnung des "Gewinnausfalls" treibt einem doch den Blutdruck hoch: Nur ein Minimalanteil der "Sauger" würde sich den Stuss doch tatsächlich kaufen! Der Rest ist somit erstens gewinnneutral und zweitens steigert er den Bekanntheitsgrad der "Künster", was wiederum für diejenigen bare Kohle ist.

Also mal Klartext: Hier versucht eine millionenschwere Lobby ihre Pfründe zu sichern. Ohne Rücksicht auf verluste. Es geht um die RechteVERWERTER, hallo, aufwachen! Ist hier jemand, der wirklich glaubt, den Labels ginge es um ihre Künstler?

Niemand mißgönnt dem armen Musiker eine angemessene Entlohnung!

Wem ich allerdings Millionesaläre mißgönne, sind so Blindgänger wie "DJ Ötzi". Wenn der Musiker ist, bin ich Maler. Schliesslich kann ich einen Stift halten...

DW


Quote

25.04.2008 17:35:28

khm2000: Scheingefechte

Die nicht enden wollende Dämonisierung der Tauschbörsen zeigt deutlich, in welch rückwärtsgewandte Scheingefechte sich die Rechteverwalter nach wie vor verstricken. Einerseits werden gerade die millionenschweren Superstars und Plattenbosse, die es sich leisten können, schwere mediale Geschütze aufzufahren, kaum auf Verständnis stoßen. Andererseits ist die anrüchige Abmahnindustrie selbst ins Zwielicht geraten. Unterbeschäftigte Anwälte und andere Glücksritter überzogen hilflose Kleinverdiener mit vierstelligen Schadenersatzforderungen und machten mit windigen Start-Up-Unternehmen selbst den großen Reibach.

Andererseits tummeln sich die echten Download-Freaks längst auf anderen Plattformen. Sie kehrten den streng überwachten Tauschbörsen mit ihren tröpfelnden Downloads den Rücken und bevorzugen schwerer zu kontrollierende Torrent-Netze, wo die Ladegeschwindigkeit oft ein Vielfaches erreichen. Relativ neu in der Szene sind Filehoster und Usenet-Portale, die bei gigantischen Bandbreiten anonyme Downloads nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit erlauben. Aber die Kreativindustrie macht noch immer Jagd auf Kids und Gelegenheitsnutzer, die aus Leichtsinn oder wider besseres Wissen ein paar Titel aus den Tauschbörsen ziehen.


Quote

25.04.2008 16:52:11

jazzbert: Candyrat

Eines der besten Gegenbeispiele zu der hirntoten Argumentation der Rechteverwerter ist das kanadische Label Candyrat.

Die stellen reihenweise Videos von kompletter Songs auf Youtube ein und haben so Künstler (ohne Anführungszeichen wie sie für DJ Ötzi und Co notwendig sind) wie z.B. Andy McKee oder Antoine Dufour innerhalb von anderthalb Jahren weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht.

Obendrein liefern sie Bestellungen über den Atlantik hinweg schneller aus als so mancher Versender innerhalb Deutschlands.

SO generiert man Umsatz.

Ein schönes Wochenende wünscht der jazzbert


Quote

25.04.2008 16:29:44

a-zeller: Zeiten ändern sich

Zeiten ändern sich und Geschäftsmodelle müssen das auch tun!

Wie sähe wohl unsere Welt aus, wenn sich damals der Drosckenkutschenlenker-Verband durchgesetzt hätte mit seiner Forderung nach Verbot der Atomobilisierung?

Wenn der Bundesverband Musikindustrie all das Geld und die Energie, die für solche Kampagnen und die Rechtsabteilungen genutzt werden, in die Entwicklung neuer Vertriebswege stecken würde, gäb es evtl. weniger Grund zu jammern.

Und wann begreifen die Musiker/Künstler, dass Ihre Vermarkter ihren Job seit Jahren nicht mehr richtig machen? Statt das eigene Publikum zu beschimpfen und zu kriminalisieren sollten Sie Ihre Plattenfirmen und Vertrieben klar machen, dass es deren Job ist, auf die veränderte Marktlage zu reagieren. Dafür werden sie vom Künstler bezahlt.

Übrigens: Gesetze werden bei uns noch vom Parlament gemacht und nicht von der Kanzlerin.





Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/805/171304/?page=3#readcomment

« Last Edit: April 29, 2008, 10:44:07 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Die Impresarios der Unterschichten-Nummer... (MI, Rap)]
« Reply #55 on: Mai 06, 2008, 12:18:06 nachm. »
Quote
[...] "Wir sind kulturell die unterste Schicht, wir bringen das Ghetto ans Licht," rappt Massiv aus Berlin.

[...] Letztendlich wetteifern sie alle darum, wer den härteren Existenzkampf führt, wessen Viertel das schlimmste ist, wer noch weiter am Rand der Gesellschaft steht. Sie wetteifern auch um die Gunst der bürgerlichen Kinder, die sich gern gruseln. Es ist ein Kampf der Realitäten in einem Geschäft, in dem es um die Wirklichkeit geht: Wann ist man noch authentisch, wann schon ein Produkt?

[...] Auf dem Tisch in Joes Plattenfirma Aggro stehen Flaschen mit italienischem Mineralwasser, die Vorhänge haben Tarnfarben. Die drei Gründer des Labels: Spaiche, ein Ostdeutscher und früher ein bekannter Breakdancer, Halil, ein Deutschtürke aus Kreuzberg, und Specter, ein gebürtiger Franzose und ehemaliger Graffitisprayer, warten. Dem Label wird oft nachgesagt, dass es seine Künstler zu Klischees aufbaue: Aus Sido wurde der Mann mit der Maske; aus Fler der deutschtümelnde Rapper aus dem Westghetto; aus B-Tight der frauenverschlingende »Neger«. Und nun füllen sie mit Joe Rilla eine letzte Nische: den Osten. Zugleich werden die Aggro-Chefs für ihr »zugespitztes Marketing« bewundert. »Wenn die Künstler das nicht in sich hätten, könnten wir das auch nicht erfinden. Wir können nur etwas verstärken«, sagt Specter.

[...] Specter zieht an seinem Joint, dann sagt er: »Die Nummer mit dem Afrikaner musst du umdrehen. Erzähl von einem Ossi, der hier nichts mehr zu fressen hat. Dann wird das was Neues, Mann.«

Rilla hat noch ein paar härtere Sachen dabei, Marzahner Berserker und Deutsch-Rap-Hooligan: »Ja, wir sind gewaltbereit. Bei mir bist du ein krasser Kunde, wenn du ein paar Namen nennst.« Halil: »Das muss aufs Album!« Und Rilla zeigt noch ein Video, zu Heavy-Metal-Klängen singt er: »Friss meinen Schmerz.« Spaiche ist begeistert. Das sei was Neues, allerdings werde MTV auch das nie spielen. »Hast du noch mehr davon?«, fragt Specter. Joe nickt. Gemeinsam überlegen sie, wann und wie sie das neue Album herausbringen sollen. Konzerte wird es kaum geben. »Joe Rilla zu verbooken ist fast unmöglich. Irgendwo sitzt immer ein gescheiterter Alt-68er, der die Jugend schützen will«, sagt Spaiche.

Im Nebenzimmer zeigt Specter auf seinem Computer ein neues Video aus Frankreich. Mehrere Araber stehen vor einem französischen Plattenbau, sie tanzen mit riesigen MGs, jemand wird zusammengeschlagen und angezündet. Alles ist auf die Spitze getrieben, ein einziger riesiger Witz. Oder nicht?

[...] »Wer das ernst nimmt, ist selbst schuld«, sagt Specter. Er findet, die Jugendlichen würden krass unterschätzt. »Kunst ist unantastbar.« Gibt es eine Grenze? Doch, die Rapperin Lady Bitch Ray habe Aggro nicht unter Vertrag genommen. »Sie wäre beim ersten Konzert erschossen worden.« Möse und Allah in einer Zeile vereint, da hätte es sein können, dass ein muslimischer Familienvater ausrastet. Das habe Aggro nicht verantworten wollen. Der Musikkonzern Universal hat sich nun ein wenig »Street-Credibility« gekauft und arbeitet mit Aggro zusammen. Hat Aggro damit seine Glaubwürdigkeit verloren? Das Musikgeschäft sei längst tot, meint Specter. »Da musst du mit dem Rudel dickster Geier unterwegs sein, sonst kriegst du nichts mehr ab.«

[...] Vor ein paar Wochen hielt der Filmwissenschaftler Stefan Linz einen kleinen Vortrag bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen in Berlin, einem Verein der Fernsehindustrie, der die Programme auf jugendgefährdende Inhalte hin prüft. Um die »Sprache als Risiko« ging es dem Redner Linz, »die Sprache in deutschen Hip-Hop-Videoclips«. 30 Zuhörer hatte er erwartet, aber es kamen mehr als 100. Erstaunlich, dachte er, wie viele Erwachsene sich für dieses Thema interessieren.

Erstaunlich ist auch, wie ratlos die Experten sind, sobald man von ihnen wissen möchte, warum der deutsche Rap bei Jugendlichen so beliebt ist. Rebelliert da die deutsche Unterschicht? Brüllt das Prekariat? Politiker, Verbandsfunktionäre und Jugendschützer sind über die Songtexte von Rappern sehr besorgt; aber wenn man von ihnen erfahren will, wo gesellschaftliche Ursachen liegen, bleibt ein verlegenes Schweigen.

Statt auf die Rap-Musiker einzuschlagen, müsse man fragen: »Warum ist Sexismus wieder angesagt in dieser Gesellschaft?« Klaus Farin vom Archiv der Jugendkulturen in Berlin hält die Rapper für Seismografen einer sozialen Erschütterung. Es sei dumm, den Seismografen zu zertrümmern. »Jugendliche drücken radikaler aus, was sie in der Erwachsenenwelt gelernt haben. Auch die Anbieter und Vermarkter von Gangsta-Rap sind keine Jugendlichen.«

Philip Ginthör ist zwar erst 32 Jahre alt, er trägt auch noch seine modische Fransenfrisur, aber er fühlt sich von den Teenagern, für die er immer neue Lockmittel erfinden muss, weiter entfernt als von so manchen 50-Jährigen. Es ist die Routine in einem ernsthaften Geschäft, die einem schnell das Kreischen abgewöhnt. Ginthör war früher Assistent des BMG-Chefs Rolf Schmidt-Holtz und wohnte in New York, jetzt leitet er bei Sony BMG in München eigenständig das Plattenlabel Columbia. Er hat es mit Leuten zu tun, die am Ende eines Tages Verkaufszahlen von Bildschirmen ablesen, nicht mit Träumern.

Als Ginthör die Nachricht von dem sagenhaften Ghettojungen erreichte, warnten ihn Kollegen aus der Branche: »Wenn du dich mit dem triffst, dann pass auf, dass sie dich nicht abstechen.« Philip Ginthör lachte, stieg in München in ein Flugzeug und traf sich in Berlin gleich mit diesem jungen Wilden, den er für seine Show engagieren wollte, in der schon TicTacToe und Wolfgang Petry aufgetreten sind, aber noch keiner aus der Unterwelt. »Massiv, allein dieser Körper«, dachte Ginthör, »er ist so unglaublich credible.« Das sei »der Krasseste von allen«, hatte Ginthör sich sagen lassen und handelte mit Massiv einen Vertrag aus, der in der Branche als »übertrieben fett« gilt, fast 100000 Euro.

[...] Lernt man die Leute kennen, die ihn als authentisch preisen, all die Talentspäher, Betreiber von Internetplattformen, Programmchefs von Musikkanälen, all die Impresarios der Unterschichten-Nummer, dann staunt man, wie viel gutbürgerliche Doppelmoral da zusammenkommt: wie viele 40-jährige Männer, die ihre Wohlstandsbäuchlein unter Schlabberhemden verstecken und sich bei Massiv in einem rücksichtsvollen Flüsterton nach dem Heilungsprozess im Oberarm erkundigen, wie viele gebildete Leute, die frühmorgens mit ihren getrimmten Hunden durch den Wald joggen, bevor sie sich von Ghetto-Beats in Stimmung bringen lassen, wie viele mitteilungsfreudige Menschen, die ihren grau gewordenen Eltern nicht mehr erklären können, womit sie ihr Geld verdienen.

[...] Wenn eine CD indiziert wird, verschwindet sie unter dem Ladentisch, außerdem darf nicht für sie geworben werden. Deshalb kommen die Jugendschützer oft in den Texten der Rapper vor, sie werden beleidigt.

Im Konferenzraum der Prüfstelle tagen zwölf Frauen und Männer, das Durchschnittsalter liegt bei 50. Es sind Vertreter der Länder, von Jugendbehörden, der Kirche und der Kultur. Neonlicht strahlt ihnen auf die Köpfe. Peer Bießmann, ein junger Mann im Anzug und Anwalt des Musiklabels Aggro Berlin, bemüht sich gerade, ihnen das Genre Hip-Hop zu erklären [...]

[...] Die Leiterin der Behörde, Elke Monssen-Engberding, will den Titel Alles Fotzen außer Mama hören. Es folgt Titel 12: Fick Dich. Einige Gremiumsmitglieder greifen zum Obst auf dem Tisch. Titel 18 ist dann der Höhepunkt: Sex und Gewalt. Wahrscheinlich wurde er speziell für dieses Gremium geschrieben, jeder Rapper weiß, dass die Wächter auf diese Mischung sehr sensibel reagieren. In dem Lied sticht eine Frau einen Mann ab, um sich für all die bösen Männer ihrer Vergangenheit zu rächen. Es endet mit einem langen Schmerzensschrei. Der Vertreter des Saarlandes fragt den Anwalt: »Wie soll ich die Zeile ›Ich knips dein Licht aus‹ verstehen?«

»Das heißt nicht, kauf dir eine Knarre und durchlöchere den Feind. Das ist Metaphorik, um zu erklären, was man mit dem anderem fiktiv machen will«, antwortet Bießmann.

»So kann, so muss man es aber nicht verstehen. Der einfach gestrickte Jugendliche kann das falsch auffassen«, sagt der Vertreter des Saarlandes.

Die Leiterin mischt sich ein: »Es ist immer das Gleiche beim Hip-Hop. Alles ist verbal gemeint, und wir verstehen es meistens falsch.« Bießmann geht nicht darauf ein, er sagt: »Bei dem Titel Fick Dich stößt Ihnen wahrscheinlich das ›Ficken‹ auf. Das ist nicht wörtlich zu verstehen. Es ist keine Aufforderung zum Geschlechtsverkehr.« Der Vertreter des Saarlands widerspricht: »Ficken hat ja schon Zugang zum Duden gefunden und hat mehrere Bedeutungen. Im Antifa-Bereich kann es auch ein Aufruf zur Gewaltanwendung sein.«

Bießmann wird ärgerlich. »Bei der Zeile ›Fick den Bundestag‹ ist doch klar, dass der Künstler dem nicht Gewalt antun will.« Auch die Leiterin Monssen-Engberding hat noch eine Frage: »Bei Titel 22, Ich fackle jeden Penner ab, können Sie mir sagen, für welches Synonym da Penner steht?« »Es ist kein Synonym für Obdachlose. Es ist ein abwertendes Wort für jemanden, der nicht up to date ist. Ich benutze es auch im privaten Gebrauch. Womöglich haben Sie es auch schon mal gesagt?« »Nein! Ich finde es nicht lustig.« »Sie sind nicht die Zielgruppe!« ...



Aus: "Attacke aufs Kinderzimmer" Von Jana Simon und Stefan Willeke (DIE ZEIT, 01.05.2008 Nr. 19)
Quelle: http://www.zeit.de/2008/19/Rapper?page=1


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« Reply #56 on: Mai 26, 2008, 11:23:23 vorm. »
Quote
[...] Gute Laune sollten auch die Musikfilme verbreiten. Genau beziffern lässt sich diese Gruppe nicht. Zwar können 194 Filme (16,1 %) eindeutig einem musikalischen Genre – wie Musikfilm, Operette, Sängerfilm oder Revuefilm – zugeordnet werden, die Zahl der Filme, in denen gesungen oder getanzt wird oder mit denen ein neuer Schlager herausgebracht werden sollte, ist jedoch beträchtlich höher. Selbst einschlägige Propagandafilme wie Jud Süß (1940), Ohm Krüger (1941) oder Kolberg (1945) hatten ihre musikalischen „Ohrwürmer“.


Aus: "Nationalsozialistische Filmpolitik" (20. Mai 2008)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Filmpolitik


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[Der Kulturausschuss des Bundestags und die Verwertungsgesellschaften... ]
« Reply #57 on: Juni 25, 2008, 10:07:18 vorm. »
Quote
[...] Der Kulturausschuss des Bundestags hat vergangene Woche eine vor allem an die EU-Kommission gerichtete Entschließung verabschiedet, wonach die Brüsseler Behörde das gesamte System der kollektiven Rechtewahrnehmung stärker stützen soll. So wird die Bundesregierung etwa aufgefordert, sich weiterhin bei der Kommission dafür einzusetzen, dass diese bei ihren Reformbestrebungen sowohl die berechtigten Interessen kommerzieller Nutzer als auch die der Urheber und ihrer Verwertungsgesellschaften berücksichtigt.

[...] Die Kommission will die Verwertungsgesellschaften seit längerem an die Kandare nehmen. 2005 veröffentlichte sie eine umstrittene Empfehlung zur Forcierung des Wettbewerbs im Online-Musikmarkt, mit der die Urheberrechtsvertretungen zu einheitlicheren Lizenzierungsformen für die gesamte EU sowie zu mehr Wettbewerb gezwungen werden sollten. 2006 startete die Behörde dann ein Kartellverfahren gegen den weltweiten Dachverband der Verwertungsgesellschaften, die International Confederation of Societies of Authors and Composers (CISAC) sowie deren nationale Mitglieder innerhalb der EU wie die GEMA.

Die Kommission will sich damit etwa gegen Bestimmungen wenden, denen zufolge Autoren ihre Rechte nur an ihre jeweilige nationale Gesellschaft übertragen können. Zudem hat sie die sogenannten Gegenseitigkeitsverträge zwischen europäischen Verwertungsgesellschaften im Visier, mit denen die wechselseitige Rechteeinräumung erfolgt. Weiter will die Brüsseler Behörde mit ihrer Arbeit an einer Mitteilung über kreative Online-Inhalte ebenfalls neue grenzüberschreitende Lizenzierungsregelungen im Bereich audiovisueller Werke vorantreiben.

Die Entschließung des Kulturausschusses hält dem entgegen, dass das Brüsseler Postulat eines freien Dienstleistungsverkehrs nicht zu Lasten der Honorierung kreativer Leistung und der kulturellen Vielfalt in Europa gehen dürfe. Es bestehe die Besorgnis, dass sich wenige große Verwertungsgesellschaften mit attraktivem Repertoire auf die Nichtigkeit der Gegenseitigkeitsverträge berufen oder diese kündigen würden. Zurück bliebe ein "Puzzle" verschiedener Repertoires, von denen nur noch der kommerziell interessante Mainstream lizenziert würde.

Die GEMA und ihre britische Schwester MCPS-PRS haben auf die Bestrebungen der Kommission hin den Central European Licensing and Administration Service (CELAS) aufgebaut. Damit müssten die Nutzer aber immer noch verschiedene Repertoires von unterschiedlichen Gesellschaften erwerben, monieren die Abgeordneten. Es stünde kein "One-Stop-Shop" mehr für den Erhalt der Rechte aus einer Hand zur Verfügung. Dies beträfe etwa auch öffentlich-rechtliche Sender, die nur an einem Lizenzerwerb für das eigene Territorium interessiert seien.

Geht es nach den Kulturpolitikern, sollte das System der Gegenseitigkeitsverträge im Grundsatz beibehalten werden. Zu korrigieren sei es allein in dem erforderlichen Maß, "um berechtigten Interessen kommerzieller Nutzer an einer EU-weiten Lizenzierung Rechnung zu tragen". Dabei dürfe der Erhalt kultureller Unterschiede in Europa nicht aus dem Auge verloren werden.

Die GEMA begrüßte die Verabschiedung des Antrags. " Wir freuen uns sehr über dieses klare interfraktionelle Bekenntnis des Parlaments zur Erhaltung der Verwertungsgesellschaften und ihres bewährten Vertragssystems zur gegenseitigen Rechteeinräumung", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Musikverwertungsgesellschaft, Harald Heker. "Diese Unterstützung auf nationaler Ebene stärkt die Rahmenbedingungen für unsere weitere Arbeit im Interesse der Urheber und Rechteinhaber." (Stefan Krempl) / (pmz/c't)


Quote
25. Juni 2008 09:29
Bundestag bekennt sich zu Verwertungsgesellschaften
valen (403 Beiträge seit 03.10.00)

Jeder Abgeordnete nehme sich beim Rausgehen ein Köfferchen. Bitte nur
einen Koffer.

Zum Kotzen Ehrlich


Quote
25. Juni 2008 04:15
Das wird der GEMA nur nichts nützen
Udo_Froehn (mehr als 1000 Beiträge seit 28.02.01)

Ewig kann sie sich mit ihren drei Schlager-Opas und zwei Dutzend
Casting-Clones nämlich nicht über Wasser halten - und für unabhängige
Künstler ist die GEMA ungefähr so attraktiv, wie ein Nest
Kellerasseln unter'm Amp*.

*Letzteres ist verbreiteter, als man glaubt. *Schauder*

Quote
25. Juni 2008 09:35
Re: Das wird der GEMA nur nichts nützen
kryz (159 Beiträge seit 01.10.01)

Udo_Froehn schrieb am 25. Juni 2008 04:15

> wie ein Nest Kellerasseln unter'm Amp*.
>
> *Letzteres ist verbreiteter, als man glaubt. *Schauder*

Mein Amp steht auf Rollen, da passiert das nicht ;-)

k'



Quote
25. Juni 2008 08:28
'Verwertungsgesellschaften' - klingt ja schon irgendwie nach Gammelfleisch
Schnapprollo_ (260 Beiträge seit 01.03.07)

und wenn was am gammeln und stinken ist, kann ja unsere Regierung
nich weit sein.

Ach beneide ich die Iren ...

MfG


Quote
25. Juni 2008 00:05
Ich habe gerade wieder schallendes Gelächter gehört.
schlapp_struller (mehr als 1000 Beiträge seit 05.08.03)

Muss wohl aus dem Grab des Führers gekommen sein....

** kwT **





Aus: "Bundestag bekennt sich zu Verwertungsgesellschaften" (24.06.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Bundestag-bekennt-sich-zu-Verwertungsgesellschaften--/meldung/109934

-.-

Quote
[...] Musikindustrie entdeckt neue Piraterieform und zwar das gute alte Radio, das in den US of A keine Sendelizenzgebühren an Verwertungsgesellschaften abführt.

In den USA konnten Radiostationen bisher Musik ausstrahlen, ohne dafür zu bezahlen. Nicht so in Europa, wo auch die Sender stolze Summen an die Verwertungsgesellschaften (i.e. Gema) abführen müssen.

Nun fällt den Musikkonzernen ein, dass hier noch eine ungenutzte Einkommensmöglichkeit besteht. Das fegt das Argument der kostenlosen Werbung für Tonträgerverkäufe durch das Radioprogramm vom Tisch. Der Verband der US-Radios NAB (National Association of Broadcasters) dagegen sieht ein jährliches Umsatzvolumen von 2,4 Milliarden US-Dollar, das durch Airplay erst möglich wurde. Schön, wenn zum Ende einer Ära doch noch mal Klartext gesprochen wird. Pauschale Abgaben für Verbreitung via Internet sind auch ein sehr viel heisseres Thema. [fe]



Quote
gema ist staatlich unterstützung krimineller vereinigungen. Sollen die radios doch bitte aufhören den musikmafi dreck zu spielen, dann wirds auch endlich was mit dem untergang der kriminellen content diktaturen.

    * von Anonymous
    * 24.06.08 12:25
    * comment



Quote
Bis auf einige Klassiksender ist doch Radio die Werbeplattform der MI, oder hab ich das missverstanden?? Meinetwegen sollen sie doch ihre ‘Werbung’ einstellen. Höre sogut wie nie Radio und wenn dann keine Sender, die den lieben langen Tag, die MI-Lieblinge wie Bohlen und Konsorten, spielen.
Ich glaub den Müll, will einfach keiner haben, auch die Masse mit ihrem miserablen Geschmack wendet sich langsam ab, nachdem ihr dämmert das sie jetzt schon fast ein Jahrzehnt von Jamba verarscht wird, lol.

    * von meckerliese
    * 24.06.08 13:31
    * comment



Aus: "Musikindustrie entdeckt neue Piraterieform" von Fritz Effenberger  (24 Juni 2008, 11:16)
Quelle: http://www.theinquirer.de/2008/06/24/musikindustrie_entdeckt_neue_piraterieform.html

=> http://blog.wired.com/27bstroke6/2008/06/recording-indus.html

« Last Edit: Juni 25, 2008, 10:12:18 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[90 Tage Haft für Filesharing... (Portugal)]
« Reply #58 on: Juni 30, 2008, 09:15:07 vorm. »
Quote
[...] Ein Verfahren in Portugal wegen Filesharings urheberrechtlich geschützter Werke endete erstmals mit einer Verurteilung zu 90 Tagen Haft, berichtet Portugal News Online. Allerdings kann die Strafe auch durch eine Geldzahlung abgegolten werden. Ausgesprochen wurde sie von einem Gericht in Portimão, das angeblich den Namen der verurteilten Person ebenso geheim hält wie die näheren Umstände des Verfahrens.

Anzeigeerstatter war der örtliche Musikindustrieverband Associação Fonográfica Portuguesa (AFP). Laut dem Generaldirektor von EMI Portugal, João Teixeira, soll dass Urteil angeblich ein Exempel statuieren, das abschreckt. Er zeigte sich über das Urteil "befriedigt", regte aber beim Gesetzgeber Internetsperren nach dem Vorbild des französischen Hadopi-Gesetzes an. In Portugal sollen noch über 100 Verfahren wegen Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing geschützter Werke anhängig sein. (pem/Telepolis)

Quote
29. Juni 2008 14:30
In der Tat erschreckend.
exil (mehr als 1000 Beiträge seit 31.12.02)

Falls jemand eine Liste der EMI-Tonlieferanten braucht, um sie mit
seinen Kaufgewohnheiten abzugleichen:
> http://www.emimusic.de/artist_a-z


Quote
29. Juni 2008 14:39
Wow, geheime Gerichtsverfahren
7bit (905 Beiträge seit 28.12.02)

isses doch schon wieder so weit?


Quote
29. Juni 2008 15:33
Sind Freiheits- und Todesstrafen abschreckend genug?
nocpaz (972 Beiträge seit 27.10.01)

Mit dem Raubkopieren ist das so eine Sache. Den Einstieg finden schon
Kinder und Jugendliche mit der unberechtigten Weitergabe von
Klingeltönen. Die Aussetzung der Strafunmündigkeit ist da sicher ein
guter Anfang, vor allem wenn man an die wehrlosen Opfer
(Klingeltonanbieter!) denkt. Viele schreckt das aber nicht ab. Als
Jugendliche raubkopiert man Musikstücke als MP3s und Filme als DivX.
Mehrjährige Haftstrafen schrecken hier doch nicht ab. Für diese
Brüder ist doch Gefängnis "cool". Gerade wenns bis zu Rente dauert.
Hat man so einen Raubkopiere immer noch nicht erwischt, dann wird er
etwa mit 18 zum Brutalkopierer. Eigene Bude, eigener Rechner, eigener
DSL-Anschluss, da ist der eigene Torrent-Server nicht weit. Was nutzt
da schon die Todesstrafe in der besonders grausigen Form? Nichts!
Hält doch keinen von ab. Diese Verbrecher hinterlassen doch
selbständig laufende Serverprogramme, die no nach ihrem Ableben der
freundlichen Medienkonzerne schädigen. Wir sollten über wirklich
grausame Strafen für diese Art Schwerverbrecher nachdenken. Das
Folterverbot kann doch nicht für alle gelten. Wir brauchen mehr
ausserstaatliche Einrichtungen wo wir diese feindlichen Kämpfer gegen
unsere arglosen kultuschaffenden Konzerne schützen können.

Gut Nacht westliche Zivilisation
noc

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Wer das jetzt ernst gemeint sieht, der hat ne Ahnung wie weit wir
schon sind!


Quote
29. Juni 2008 17:51
Hehe, die Heise-Nerds drehen wieder am Rad. :D (Editiert vom Verfasser am 29.06.08 um 17:51)
Stukenbrok (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Sehr amüsante Sache, wie sich wieder künstlich aufgeregt wird. *g*

90 Tage Haft ist übrigens eine sehr angemessene Strafe in diesem
Fall. Ich hoffe, dass die Musikindustrie weitere Erfolge gegen die
Kostenlosschmarotzer einfahren kann. Irgendwann sollte nämlich mal
die Toleranzgrenze für diese Art Vergehen erreicht sein.

np: Crowded House - Fall At Your Feet (EMI)

Quote
29. Juni 2008 23:00
Re: Hehe, die Heise-Nerds drehen wieder am Rad. :D (Editiert vom Verfasser am 29.06.08 um 23:01)
Stukenbrok (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

asims schrieb am 29. Juni 2008 22:40

> Mitleid ist es keineswegs,
> die Verhältnismäßigkeit ist auf der Strecke geblieben.
> Das ist alles!!!

Schwarzfahrer klauen nichts physisches, können ebenfalls 3 Monate
hinter Gitter landen.
Väter, die keine Alimente zahlen, können bis zu 9 Monate hinter
Gitter landen.




Quote
29. Juni 2008 21:40
Rache und Exempel
THz (mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.01)

Der Rachegedanke darf grundsätzlich nicht in ein Urteil einfließen.
Das haben vermutlich kluge Köpfe, nicht ohne Grund, in die Gesetze
einfließen lassen.

Nachfolgende Generationen werden vermutlich dasselbe einmal fürs
"Exempel" in die Gesetze schreiben, denn was bedeutet dieses "Exempel
statuieren" denn im Klartext?

Im Klartext hat "ein Exempel statuieren" vor Gericht eine ganz
eindeutige Bedeutung: Ein Urteil fällen, das nicht Tat- und
schuldangemessen ist.

In diesem Fall ein Teil der Strategie der Monopolbildung auf
Kulturgüter wie Bildung und Musik und Mafia-artiger Verteidigung des
Monopols.

Aber halt? Was erfährt man in Wikipedia zum deutschen Strafrecht (wo
diese Exempel auch ganz gerne statuiert werden)?

"Die Strafzumessung erfolgt durch das Gericht vor allem nach der
Schwere der Schuld sowie unter Berücksichtigung von Begleitumständen
und mit Blick auf die Täterpersönlichkeit. Die im Einzelfall
schuldangemessene Strafe stellt die absolute Höchstgrenze dar."

http://de.wikipedia.org/wiki/Strafe#Straffestsetzung

sollte es in Portugal anders sein? Oder ist das Problem einfach nur
das, dass Richter nicht dafür haftbar gemacht werden können, wenn sie
sich vorsätzlich nicht an Rechtsgrundsätze halten?

MfG

THz


Quote
29. Juni 2008 19:20
Wer solch einen Bockmist auch noch runterlädt
J-M-F (146 Beiträge seit 13.04.05)

für den sind 90 tage zu wenig.

nicht mal mehr durch klagen dürften die einen pfennig mit ihrem
schrott verdienen



Aus: "Portugal: 90 Tage Haft für Filesharing urheberrechtlich geschützter Werke" (29.06.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Portugal-90-Tage-Haft-fuer-Filesharing-urheberrechtlich-geschuetzter-Werke--/meldung/110168


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[EU-Kommission will Schutzrechte für Musikwerke... ]
« Reply #59 on: Juli 17, 2008, 10:32:44 vorm. »
Quote
[...] Die EU-Kommission will die Schutzdauer für Tonaufnahmen von 50 auf 95 Jahre verlängern. Während die Musikindustrie den Vorschlag begrüßt, meinen Kritiker, dass eine Verlängerung der Schutzfrist nur der multinationalen Tonträgerindustrie zugute komme und den Zugang zu historischen Tonaufnahmen erschwere.

Am Mittwoch verabschiedete die Europäische Kommission einen Richtlinienvorschlag, der die Verlängerung der Schutzdauer von Tonaufnahmen und Tonträgern in er EU von 50 auf 95 Jahre vorsieht. Künstler und Industrie würden gleichermaßen von der längeren Schutzfrist profitieren, hieß es in einer Aussendung der EU-Kommission.

Eine 95-jährige Schutzdauer würde verhindern, dass ausübende Künstler, die im Alter von 20 Jahren Platten aufgenommen haben, bei Erreichen ihres 70. Lebensjahres einem plötzlichen Einkommensausfall gegenüberstehen, so die EU-Kommission.

Die zusätzlichen Einnahmen aus der erweiterten Schutzdauer sollen auch der Tonträgerindustrie helfen, sich an das Internet-Zeitalter anzupassen und ihre Investitionen in neue Talente aufrechtzuerhalten, begründete die EU-Kommission ihren Vorschlag.

"Ich werde alles daransetzen, um sicherzustellen, dass ausübende Künstler über ein angemessenes Einkommen verfügen und es auch künftig eine europäische Musikindustrie geben wird", sagte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy, der die Verlängerung der Schutzfristen vorgeschlagen hatte.

[...] Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft, IFPI Austria, begrüßte am Mittwoch naturgemäß den Vorschlag der EU-Kommission.

Die vorgeschlagene Verlängerung der Schutzfrist stärke die europäische Musikwirtschaft im internationalen Wettbewerb und bedeute mehr Fairness gegenüber Interpreten und Labels, hieß es in einer IFPI-Aussendung.

[...] Europäische Rechtsexperten hatten die geplante Erhöhung der Schutzdauer für Tonaufnahmen in der EU zuletzt scharf kritisiert. Eine Verlängerung der Schutzfrist würde nur multinationalen Musikkonzernen mit großen Back-Katalogen zugute kommen, den Zugang zu historischen Tonaufnahmen erschweren und Kreativität und Innovation in Europa Schaden zufügen.

Im Juni warnten europäische Wissenschaftler die EU-Kommission deshalb vor der Verlängerung der Schutzfrist und setzten diese mit einem "Kotau an die Tonträgerindustrie" gleich.

Die Initiative Sound Copyright, die von der britischen Open Rights Group und dem europäischen Arm der Electronic Frontier Foundation [EFF] betrieben wird, machte gegen die Ausweitung der Schutzdauer von Tonaufnahmen mit einer Online-Petition mobil.

[...]

Quote
  Hey, McGreedy... eine einfache Frage:
heliman, vor 1 Stunde, 15 Minuten
Warum sollte jemand mit 20 aufhören, Musik zu machen?

Hm?


Quote
  Umkehrschluss
grahamchapman, vor 10 Stunden, 21 Minuten
Ich könnte natürlich auch zu dem Arbeitgeber gehen, bei dem ich vor 20 Jahren gearbeitet habe und von denen Kohle verlangen: weil, das ist ja auch für die nächsten 30 Jahre nicht verjährt, so oder so.....

Quote
  An lameth (von weiter unten):
tomtiger, vor 15 Stunden, 51 Minuten
Die maximale Schutzdauer von Patenten beträgt 20 Jahre.


Quote
  klingt schrecklich
max7c, vor 15 Stunden, 56 Minuten
leute die mit 20 mal gearbeitet haben bekommen mit 70 plötzlich kein Geld mehr dafür.

Ganz Klar im Kopf kann man jedenfalls nicht sein wenn man soetwas von sich gibt. Und solche Leute machen unsere Gesetze - erschreckend.





Aus: "95 Jahre Schutzfrist für Beatles & Co." (16.07.2008)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/293270/

-.-

Quote
[...] Die EU-Kommission schlägt vor, die Schutzfrist für Tonaufnahmen und Tonträger von derzeit 50 auf 95 Jahre zu verlängern. Der Vorschlag geht auf eine Initiative des Binnenmarktkommissars Charlie McCreevy zurück, der damit das Einkommen der Künstler sichern will. "Eine 95-jährige Schutzdauer würde verhindern, dass ausübende Künstler, die im Alter von 20 Jahren Platten aufgenommen haben, bei Erreichen ihres 70. Lebensjahres einem plötzlichen Einkommensausfall gegenüberstehen", erläutert die EU-Kommission in einer Mitteilung. Bei den betroffenen Rechten handelt es sich um Leistungsschutz-, nicht um Urheberrechte. Urheberrechte genießen einen Schutz von 70 Jahren ab dem Tod des Urhebers, während die Leistungsschutzrechte ab Veröffentlichungsdatum eines Werkes gelten. McCreevy empfindet diese Differenz als unsachgemäße Ungleichbehandlung.

In ihrem Vorschlag geht die EU-Kommission auch auf die derzeitigen Absatzprobleme der Musikindustrie ein. Eine Verlängerung der Schutzdauer würde die Firmen "in die Lage versetzen, sich dem raschen Wandel der geschäftlichen Rahmenbedingungen anzupassen". Während die Ladenverkäufe rapide zurückgingen, wüchsen die Online-Umsatzerlöse vergleichsweise langsam. An den Preisen für die Verbraucher würde sich durch die Fristverlängerung wenig ändern, meint die Kommission unter Verweis auf eine Studie der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers. Sie habe ergeben, dass es keinen signifikanten Preisunterschied zwischen durch Copyright geschützten und nicht geschützten Werken gebe.

Während die EU-Kommission davon überzeugt ist, dass von einer Verlängerung der Schutzdauer Künstler und Plattenfirmen gleichermaßen profitierten, äußerten Wissenschaftler und Musikexperten im Juni Bedenken. Sie meinen, eine Verlängerung käme lediglich den großen, marktbeherrschenden Plattenfirmen zugute und die Verfügbarkeit historischer Aufnahmen nehme ab. Auch würden nur jene Musiker profitieren, die es wegen ihres bereits erlangten Wohlstands nicht nötig hätten. Dem hält die EU-Kommission entgegen, dass im Durchschnitt ein Künstler mit jährlichen Einnahmen von 150 bis 2000 Euro aus der Verwertung an Rechten seiner Werke rechnen könne. Das sei im Vergleich zu den Wohlhabenden nicht spektakulär, aber für viele Musiker ein bedeutender Betrag.

Die Kommission hat zudem das Konsultationspapier "Urheberrechte in der wissensbestimmten Wirtschaft" vorgelegt. Darin geht es unter anderem um die Frage, wie Forschungs-, Wissenschafts- und Unterrichtsmaterialien verbreitet werden, und ob Wissen im Binnenmarkt ungehindert zirkuliert. Die Kommission will damit eine Debatte darüber einleiten, welche Strategie beim Urheberrecht in wissensintensiven Bereichen auf lange Sicht verfolgt werden soll. (anw/c't)

Quote
16. Juli 2008 16:48
Kommt drauf an...
Cornel Panic (mehr als 1000 Beiträge seit 08.04.02)

...was da jetzt geschützt wird. Wenn das bedeutet, dass Musik, die
jünger ist als jetzt 50 und demnächst 95 Jahre, nicht gecovert werden
darf, ist mir das ein Tun.

Wenn es mal wieder um das "Copyright" geht, dann bin ich dafür, dass
das Copyright nach einem Jahr generell ausläuft, denn länger sind die
meisten CDs ohnehin nicht mehr verfügbar. Ich würde ein Copyright da
auch generell an eine Veröffentlichungspflicht (mit Preisbindung
gegen Astronomie-Preise) gekoppelt sehen. Und das nicht nur bei
Musik, sondern auch bei Filmen. Alles, was die Content-Verwerter
nicht mehr verwerten wollen, sollte frei zum Tauschen und Kopieren
werden.


Quote
16. Juli 2008 16:57
Kann sich die Kommission bitte auch darum kümmern,...
der_spiegel (mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.04)

...dass ausübende Arbeitskräfte, die im Alter von 16 - 50 Jahren
einer Arbeit nachgekommen sind, bei Erreichen der Arbeitslosigkeit
keinem plötzlichen Einkommensausfall gegenüberstehen?


Quote
16. Juli 2008 17:00
Irrsinn
Kharol (32 Beiträge seit 02.08.04)

Es ist wirklich erschreckend was sich die Gesetzgeber von den
Lobbyisten alles einblasen lassen.
Ganz und absolut sicher profitiert kein Künstler (Aufführungsrechte)
davon, wenn seine Einspielung noch 95 Jahre nicht gemeinfrei wird.
Wer wird schon 150?
Schon der Urheberschutz des Grundwerks ist absolut überdimensioniert.
Ich finde es korrekt, wenn der Künstler und eventuell auch die
_ersten_ Erben noch finanziell etwas von der Werkschöpfung haben.
Aber die zur Zeit geltenden 70 Jahre nach dem Tod sind ganz sicher
weder im Allgemeinen Interesse noch im Interesse der
Kulturschaffenden selbst. Als Rechenbeispiele:
- Die Werke von Ravel sind gerade erst im Dezember gemeinfrei
geworden,
- mit der neuen Regelung wären praktisch alle überhaupt existierenden
Ton- und Videoaufnahmen plötzlich wieder der Allgmeinheit entzogen.

Das Argument mit den plötzlichen Einnahmeausfällen will ich auch
nicht gelten lassen. Ich kann meinem Chef auch nicht sagen ich höre
auf, aber gib mir und meinen Erben bitte noch 95 Jahre lang Geld, ich
habe doch schließlich mal gearbeitet als ich 20 war, die Straße die
ich damals geteert habe gibt es immer noch... Der würde sich völlig
zu Recht an die Nase fassen (und mir in den .... treten)


Quote
16. Juli 2008 17:05
Schutzrecht Lebenslänglich und mit dem Tode auslaufen lassen.
blckguard (mehr als 1000 Beiträge seit 16.04.03)

Ganz einfache Sache.
Von mir aus kann der Musiker sein Leben lang von seiner Musik leben.
Dagegen spricht nichts. (dass es wieder nur bei den Labeln Kasse
machen wird ist zum Teil Selbstverschulden der Künstler)

Aber exakt mit dem Tag des Todes hört der Schutz auf und die Rechte
gehen an die Allgemeinheit. Sache erledigt.
Bei Singlekünstlern kein Thema.
Bei Gruppen gilt der Todestag des letzten Beteiligten.


Quote
16. Juli 2008 17:16
Vor allem geht es gar nicht um den Schutz des Künstlers.
ichwersonst (mehr als 1000 Beiträge seit 24.04.02)

Dessen Werke sich langfristig geschützt, über seinen Tod hinaus. Es
geht einzig und alleine darum, die wertigkeit der Aufnahmen(!) der MI
massiv zu verlängern, der Künstler hat davon bestenfalls marginal am
Rande etwas.

Schon diese krude Argumentation zeigt auf, auf welchem Mist das
gewachsen ist und daß der Kommisar nix anderes ist, als das
Vortragäffchen.


Quote
16. Juli 2008 17:37
Verfall der Gesellschaft
oxnoxo (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.02)

Die EU-Kommission scheint nicht mehr frei und rational Entscheidungen
zu treffen, sondern sie scheint mehr oder Minder zur
"Durchwinkagentur" für die Wünsche von geldstarken Lobbyisten
degeneriert zu sein.

Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf.

Eine Verlängerung des Urheberrechtes von 50 auf 95 Jahre ist
einerseits überflüssig, weil die meisten Künstler keine 95
Lebensjahre ab Werkschöpfung mehr vor sich haben, andererseits ist
eine solche Regelung auch pures Gift für kulturelle Entfaltung und
künstlerische Schöpfungskraft auf freier Basis. Das wird
mittelfristig bereits zu noch stärker einschneidenden Abbau
künstlerischer Schaffenskraft führen, da man immer stärker auf nur
noch zwei Formen einer künstlerischen Existenz festgelegt wird:

* Abhängiger der Industrie werden, um sich so von der juristischen
Bedrohung "frei zu kaufen"
* Frei und unabhängig bleiben, aber mit einem Fuß im Gefängnis stehen

Den Niedergang einer Gesellschaft kann man auch am Umgang mit ihren
Künstlern erkennen - und da sieht es düster aus. Die Raffkes mit
Ultrakapitalistenmentalität zerstören, um sich weiter zu bereichern,
alles um sich herum. Sie verhalten sich wie tollwütige Raubtiere, die
alles um sich herum  töten, um auf die Schnelle maximalen Gewinn zu
erzielen - ohne daran zu denken, dass sie schon bald keine Beute mehr
finden werden, weil es sie nicht mehr gibt. Was folgt ist
Kanibalismus.

...





Aus: "EU-Kommission will Schutzrechte für Musikwerke auf 95 Jahre verlängern" (16.07.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/EU-Kommission-will-Schutzrechte-fuer-Musikwerke-auf-95-Jahre-verlaengern--/meldung/112899


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[Gangsta-Rapper vs. Gangsta Rentner... ]
« Reply #60 on: Juli 18, 2008, 11:07:52 vorm. »
Quote
[...] Bushido (bürgerlich: Anis Mohamed Youssef Ferchichi; * 28. September 1978 in Bonn), auch bekannt unter dem Pseudonym Sonny Black, ist ein deutsch-tunesischer Rapper aus Berlin, dessen Stil sich an den amerikanischen Gangsta-Rap anlehnt. Er ist zudem Inhaber des Plattenlabels ersguterjunge und arbeitet als Immobilienmakler.

Der Künstlername „Bushido“ wurde dem Japanischen entnommen und bedeutet Weg des Kriegers

[...]


http://de.wikipedia.org/wiki/Bushido_(Rapper) (17. Juli 2008)

-.-

Quote
[...] Der "Gangsta-Rapper" Bushido hat sich vor Gericht in Verfahren um Urheberrechtsverletzungen durchgesetzt. Der Musiker war gegen drei Computerbesitzer vorgegangen, die seine Musik aus einer Internet-Tauschbörse heruntergeladen haben sollen. Das Düsseldorfer Landgericht bestätigte gestern laut Mitteilung einstweilige Verfügungen gegen die Beklagten (u. a. Az.: 12 O 195/08). Die Prozessgegner hatten versichert, keine Musik illegal aus dem Internet zu holen.

Ein Rentner hatte erklärt, er wisse gar nicht, wer oder was Bushido sei und habe auch kein Programm, um Musik aus dem Internet herunterzuladen. Ein Ehepaar hatte angegeben, zur fraglichen Zeit sei nachweisbar niemand an ihrem Computer gewesen. Das Gericht befand, dass es darauf nicht ankommt und wendete den Grundsatz der "Störerhaftung" an.

Verzichtet der Anschlussinhaber bei Inbetriebnahme seines WLAN-Routers aus Unkenntnis auf Sicherheitsvorkehrungen – etwa durch Verschlüsselung oder MAC-Adressen-Filter – so steht das heimische Funknetz jedem Dritten innerhalb des Empfangsradius offen. Auch wenn Dritte über eine ungesicherte WLAN-Funknetzverbindung die Internet-Adresse der Beklagten möglicherweise missbraucht haben, müssten die Computerbesitzer als "Störer" haften, meinte das Gericht. Ihnen sei zumindest vorzuwerfen, ihr WLAN nicht gesichert und mit einem Passwort geschützt zu haben.

Auf die Computerbesitzer kommen nun erhebliche Verfahrens- und Anwaltskosten zu. Außerdem wird gegen sie auch strafrechtlich ermittelt. Die Ermittler hatten die IP-Adressen der Beklagten festgestellt. Daraufhin war Bushido zivilrechtlich gegen sie vorgegangen. Im Wiederholungsfall drohen ihnen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Die Entscheidungen sind nicht rechtskräftig, Rechtsmittel dagegen sind zulässig.

Seit Langem streiten Juristen um die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen der Anschlussinhaber für solche Rechtsverletzungen haftet, die unbekannte Dritte über seinen Anschluss begangen haben. Vor Kurzem war das OLG Frankfurt anderer Meinung als nun das Landesgericht Düsseldorf. Es hob Anfang Juni eine Entscheidung der Vorinstanz auf, nach der ein wegen Urheberrechtsverletzungen Beklagter der Störerhaftung unterlag. Der Beklagte hatte ebenfalls vorgebracht, selbst keine Musik aus dem Netz geladen zu haben, ein Fremder müsse per WLAN seinen Anschluss genutzt haben. Die Frankfurter Entscheidung widerspricht auch Urteilen des LG Hamburg, das in zwei Entscheidungen die Mitstörerhaftung für ein unverschlüsseltes WLAN bejaht hatte. (anw/c't)


Quote
17. Juli 2008 10:25
Na ja...
Onkel Bräsig (mehr als 1000 Beiträge seit 12.07.07)

Er stellt sich als asozial dar, ist auch noch stolz drauf, schimpft
auf den Staat und die Gesellschaft...

aber wenn ihm 3 Euro durch die Lappen gehen, rennt er sofort zum
Gericht.


Quote
17. Juli 2008 10:28
"Gangsta-Rapper"?
seniler alter Zirkusaffe (mehr als 1000 Beiträge seit 02.10.03)

Ham wa in Deutschland nicht. Mamasöhnchen wäre wohl zutreffender für
die Heulsusen-"Rapper" in Deutschland.
In Amiland pusten die sich gegenseitig die Schädel weg, hierzulande
verklagen sie Oma Kawuppke wegen ihrem ungesicherten WLAN.

Wobei derartige Klagen dem Begriff "Gangsta" natürlich durchaus eine
gewisse neue Bedeutung geben...


Quote
17. Juli 2008 10:47
"Der Weg des Kriegers" wählt den Weg des Waschlappens (kT)
Corwin Duke, Corwin Duke (926 Beiträge seit 11.05.00)

Hier nix Text.


Quote
17. Juli 2008 11:16
Gerade er klagt? Ist selbst wegen Urheberrechtsstreitigkeiten angeklagt
monstarx (490 Beiträge seit 05.07.02)

Anfang November 2007 wurde bekannt, dass Bushido für den Track
„Mittelfingah“, den er zusammen mit King Orgasmus und Bass Sultan
Hengzt 2001 veröffentlichte, ein Sample aus dem Lied „Mourning
Palace“ der norwegischen Dark-Metal-Band Dimmu Borgir verwandte, ohne
die Band darüber zu informieren. Dimmu Borgir kündigten daraufhin an,
wegen Verletzung des Urheberrechts Schadensersatz zu fordern.[18]

http://de.wikipedia.org/wiki/Bushido_(Rapper)#Urheberrechtsstreitigke
iten

Wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und
Sachbeschädigung wurde Bushido vom Gericht vor die Wahl gestellt,
eine staatlich geförderte Ausbildung zum Maler und Lackierer zu
machen oder ins Jugendgefängnis zu gehen. Im Rahmen der deshalb
absolvierten Ausbildung lernte Bushido auch seinen späteren
Kollaborations-Partner Fler kennen.

Einen hab ich noch...
Bushido wurde am 3. August 2005 in Linz (Österreich) festgenommen,
wurde aber nach Zahlung von 100.000 Euro nach 14 Tagen
Untersuchungshaft auf Kaution entlassen mit der Auflage, bis zum
Prozess Österreich nicht zu verlassen. Ihm wurde vorgeworfen,
gemeinsam mit zwei Freunden einen 20 Jahre alten Mann
zusammengeschlagen zu haben, weil dieser grundlos die Reifen seines
angemieteten 7er-BMWs zerstochen haben soll.

So genau nimmt es der Junge nicht mit dem Gesetzt, aber wehe ein Opa
downloadt "angeblich" einen Song aus einer tauschbörse, dann, heult
er rum wie ein kleines kind, so ein Penner.



Quote
17. Juli 2008 11:17
Vollkommen richtige Entscheidung
KlimaleugnerXL (34 Beiträge seit 15.12.07)

sonst würde ja jeder Fileshareer ein offenes WLAN betreiben und sich
damit rausreden ein anderer hätte die Urheberrechtverletzung über
sein ungesichertes WLAN begangen. Die Musikindustrie könnte dann
einpacken. Soweit wird es nicht kommen, auch wenn sich das Heiseforum
dies noch so sehr wünscht. So weltfremd sind die Gerichte nicht!

Quote
17. Juli 2008 11:22
Immer diese Rentner
Alexander Gräf, Alexander Gräf (mehr als 1000 Beiträge seit 14.03.03)

Erst dem Staat Jahrzehnte auf der Tasche liegen, weil sie nicht
sozialverträglich abtreten wollen, und dann dem armen Bushido die
Gewinne vermießen, indem sie sich seine Lala einfach übers Internetz
saugen !!!1!1

Wenigstens hat das Gericht technische Kompetenz bewiesen und die
alten Säcke anständig in die Pfanne gehauen, das wird ihnen eine
Lehre sein, auf ihren Altenteil solche Straftaten zu begehen !!!11!1

Ich hätte noch eine Hausdurchsuchung angeordnet, um festzustellen ob
die Damen und Herren die gesaugte Musik eventuell schon als
Klingeltöne auf ihren Seniorenhandies nutzen, denn das hätte das
Strafmaß sicher erhöht !!!!!

Cheers



...


Aus: "Bushido siegt in Rechtsstreit um Urheberrechtsverletzungen über offenes WLAN" (17.07.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Bushido-siegt-in-Rechtsstreit-um-Urheberrechtsverletzungen-ueber-offenes-WLAN--/meldung/112925

-.-

Quote
[...] BERLIN - Ein offizielles Statement gab es nicht. Nur über seinen Twitter-Account verriet Rapper Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, dass es wieder „Schlagzeilen“ über ihn geben werde. Da hatten die Fahnder der Staatsanwaltschaft Berlin gerade kistenweise Beweismaterial sichergestellt.

Am Dienstagmorgen um sechs Uhr rückten die Beamten aus, um zehn Objekte in Berlin und Brandenburg zu durchsuchen, darunter die Villa des 34-jährigen Musikers in Klein-Lichterfelde, das Charlottenburger Büro seines Steuerberaters sowie die Wohnung seines Geschäftspartners und Freundes Arafat Abou-Chaker. Seit Monaten soll gegen den Rapper wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt worden sein – laut Medienberichten soll es sich dabei um Millionenbeträge handeln. ...


Aus: "Razzien gegen Bushido in zehn Immobilien in Berlin und Brandenburg" (23.05.2013)
Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12520618/62249/Razzien-gegen-Bushido-in-zehn-Immobilien-in-Berlin.html

« Last Edit: Mai 25, 2013, 10:42:11 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[US-Kongress verpflichtet Unis zum Kampf... ]
« Reply #61 on: August 05, 2008, 10:14:32 vorm. »
Quote
[...] Der US-Senat hat Ende vergangener Woche mit großer Mehrheit einen umstrittenen Gesetzesentwurf verabschiedet, demzufolge US-Hochschulen Copyrightverstöße beim Filesharing mithilfe "technikbasierter Abschreckungsmittel" verhindern sollen. Legen die betroffenen Ausbildungseinrichtungen künftig keinen entsprechenden Plan etwa für Ansätze zum Filtern oder Blockieren von Tauschbörsen vor, könnte ihnen die Kürzung staatlicher Förderungsmittel drohen. Zudem werden die Unis angehalten, Alternativen zu illegalen Downloads über Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P) anzubieten. Damit erhöht sich der Druck auf die Bildungsinstitute, Abonnements für legale Filesharing-Dienste wie Napster oder Ruckus abzuschließen.

Die entsprechenden Bestimmungen finden sich in Abschnitt 494 des umfangreichen Gesetzestextes für einen College Opportunity and Affordability Act (COAA). Bei dem Vorhaben geht es um eine Novelle des allgemeinen US-Gesetzes für die Universitäten in Form des Higher Education Act von 1965, das vom US-Kongress eigentlich alle fünf Jahre zu überprüfen ist.

Führende US-Hochschulverbände wie die Association of American Universities (AAU) und Educause sowie Bürgerrechtsorganisationen hatten sich frühzeitig gegen die Bestimmungen positioniert. Sie empfinden sie als zu bürokratisch. Nach ihrer Lesart droht mit dem Entwurf die Streichung staatlicher Beihilfen, falls Unis das teils illegale Treiben der Studenten in Tauschbörsen weiter dulden. Die Förderung des Bildungsbereichs aus Steuergeldern beläuft sich pro Jahr in den USA auf insgesamt rund 100 Millionen US-Dollar.

Eine Sprecherin des Bildungsausschusses des Repräsentantenhauses, das den Entwurf bereits im Februar beschlossen und vergangene Woche sein Votum noch einmal bestätigt hatte, interpretiert die Auflagen aber anders. Ihr zufolge müssen Universitäten ihre Studenten allein über die Regeln auf dem Campus und die gesetzlichen Folgen des Downloads oder der Verbreitung rechtlich geschützter Werke aufklären.

Verbände der US-Unterhaltungsindustrie begrüßten die Absegnung des Gesetzes, das noch von US-Präsident George W. Bush unterschrieben werden muss, trotzdem lautstark. "Der Kongress hat eine starke Botschaft ausgesandt, dass das geistige Eigentum schützenswert ist", freute sich etwa Dan Glickman, Geschäftsführer der Motion Picture Association of America (MPAA). Gemeinsam mit der Recording Industry Association of America (RIAA), der Interessensvertretung der großen Musiklabels, hatte sich sein Verband zuvor für die Aufnahme der umkämpften Klauseln in den Entwurf stark gemacht.

[...]

Quote
4. August 2008 13:50
Gebt das File frei!
S||D, Oezguer@directbox.com (725 Beiträge seit 19.08.00)

Freiheit für alle Files!

Wenn man nun eine Software baut, die Gefühle entwickelt,
bekommt dieses Software dann ebenso Menschenrechte zugesprochen oder
wird es versklavt und gehört seinem Urheber?



Aus: "US-Kongress verpflichtet Unis zum Kampf gegen Filesharing" (Stefan Krempl) / (jk/c't)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/US-Kongress-verpflichtet-Unis-zum-Kampf-gegen-Filesharing--/meldung/113756


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[GEMA geht gegen "Spreader" vor... ]
« Reply #62 on: August 05, 2008, 10:31:36 vorm. »
Quote
[...] Die GEMA hat den juristischen Kampf gegen Online-Plattformen begonnen, die eine Verbreitung beliebiger Dateien inklusive urheberrechtlich geschützter Werke über eine Vielzahl von Sharehostern erlauben. Beim gerichtlichen Vorgehen gegen diese so genannten Spreader, die eine hochgeladene Datei über mehrere Sharehoster verteilen, hat die Musikverwertungsgesellschaft nach eigenen Angaben zunächst die Seite Xirror.com ins Visier genommen. Man habe im Juni vor Gericht einen Sieg errungen, teilt die GEMA freudig mit. Die Plattform habe daraufhin ihren Dienst eingestellt. Die Domain selbst funktioniert zwar noch, die Seite sei aber geschlossen worden, ist dort nachzulesen. Die hinter dem Angebot stehende toFOUR GmbH aus Magdeburg klärt zudem im dortigen Impressum noch über den bestehenden Markenschutz für Xirror sowie den Urheberrechtsschutz an Inhalt und Struktur der Webseite auf.

Die GEMA liefert sich bereits seit über eineinhalb Jahren eine gerichtliche Fehde mit Sharehostern wie RapidShare, die Speicherplatz für Unternehmen und Privatpersonen anbieten. Dateien können dabei über einen speziellen Link heruntergeladen oder gelöscht werden. Die Auseinandersetzung dreht sich dabei vor allem um die Prüf- und Kontrollpflichten der Anbieter. Spreader potenzieren nun nach Ansicht der Verwertungsgesellschaft die Gefahr des Verstoßes gegen Urheberrechte. Mit dem "neuen Phänomen im Bereich der illegalen Nutzung von geschützten Inhalten im Internet" werde die Verbreitung etwa von Musikinhalten über eine Reihe von Sharehostern noch einfacher.

Nach dem reklamierten Erfolg vor dem Kadi gegen Xirror verkündet die GEMA, nun weitere Betreiber dieser Art gerichtlich bekämpfen zu wollen. Auf dem Kieker hat sie dabei unter anderem Shareonall, Hubupload oder die Plattform Datenschleuder, die nicht mit dem gleichnamigen offiziellen Magazin des Chaos Computer Clubs (CCC) zu verwechseln ist.

"Die GEMA beobachtet aufmerksam den Musikmarkt im Internet und die Angebote der einzelnen Dienste mit dem Ziel, den Urhebern durch den Abschluss von Lizenzvereinbarungen eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Musik zu sichern", gelobte der Vorstandsvorsitzender der Verwertungsgesellschaft, Harald Heker. "Verwehren Dienstbetreiber sich jedoch gegen eine Lizenzierung, gehen wir frühzeitig gegen solche neuen illegalen Phänomene vor, um deren Etablierung im Markt zu verhindern." Der im Fall Xirror betroffene Provider toFOUR hat sich zu den Anschuldigungen der GEMA bislang noch nicht öffentlich geäußert.

[Update]:
Inzwischen erreichte heise online eine Stellungnahme der Xirror-Betreiber. Die GEMA ist bei ihnen demnach wegen Rechtsverletzungen von 150 Werken Ende Mai mit einer Abmahnung vorstellig geworden. Wenige Stunden nach Kenntnisnahme seien die Einträge aus der Datenbank gelöscht worden. Alle Kontaktversuche zur Verwertungsgesellschaft seien erfolglos verlaufen. Mitte Juni sei eine weitere Abmahnung wegen 81 betroffener Werke erfolgt. Die beanstandeten Datensätze habe man wieder gelöscht, die geforderte Unterlassungserklärung aber nicht abgegeben. Zwei Tage später sei "unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen" die Entscheidung gefallen, den Dienst einzustellen. Erst danach habe die GEMA eine einstweilige Verfügung auf Basis eines sehr allgemein gehaltenen, auch an Mitbewerber gesandten Schreibens mit Dringlichkeit beantragt und rasch vom Landgericht Düsseldorf bewilligt bekommen.

In die Berufung gehen will die Betreiberfirma nicht. Sie versicherte aber, eine Reihe technischer Vorkehrungen wie den Abgleich von Prüfsummen unternommen zu haben, um die illegale Verbreitung geschützter Werke über den Dienst zu unterbinden. Im Laufe eines Jahres seien knapp drei Millionen Dateien über Xirror gespiegelt worden. An den Missbrauchsmeldungen sei aber ablesbar, dass die "Raubkopien" darunter weniger als ein Prozent betragen hätten. (Stefan Krempl) (jk/c't)

Quote
1. August 2008 10:40
Was ist eigentlich mit dem Usenet?
zahlungseingang (mehr als 1000 Beiträge seit 10.03.05)

Ausnahmsweise mal eine erstgemeinte Frage:

Warum ist bislang eigentlich noch kein Rechteverwerter gegen
Usenet-(Zugangs-)Anbieter vorgegangen?

Teilweise werben Usenext & Co ja sogar mit ihren Binary-Groups. Mich
würde mal interessieren, ob das bislang einfach "noch nicht
angegangen" wurde oder ob es da technische/rechtliche Gründe für
gibt?

Quote
1. August 2008 10:44
Re: Was ist eigentlich mit dem Usenet?
Jürgen Kuri, Jürgen Kuri, jk@ct.heise.de (mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.00)

zahlungseingang schrieb am 1. August 2008 10:40

> Ausnahmsweise mal eine erstgemeinte Frage:
>
> Warum ist bislang eigentlich noch kein Rechteverwerter gegen
> Usenet-(Zugangs-)Anbieter vorgegangen?

Machen sie schon:

http://www.heise.de/newsticker/US-Musikindustrie-nimmt-das-Usenet-ins-Visier--/meldung/97522


http://www.heise.de/newsticker/UseNeXT-will-Verfuegung-wegen-Urheberrechtsverletzungen-nicht-hinnehmen--/meldung/84242


http://www.heise.de/newsticker/Widerspruechliche-Rechtsprechung-zu-Angeboten-im-Usenet--/meldung/90372



Quote
1. August 2008 10:55
Re: Was ist eigentlich mit dem Usenet?
Dawson (369 Beiträge seit 13.06.07)

http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2326848,00.asp






Aus: "GEMA geht gegen "Spreader" vor [Update]" (01.08.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/GEMA-geht-gegen-Spreader-vor-Update--/meldung/113663


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[dieser klassische Verwertungskanal ist hiermit zu Grabe getragen... ]
« Reply #63 on: August 05, 2008, 11:18:08 vorm. »
Quote
[...] Verehrte Herren in den Chefetagen und liebe Spürhunde der Musikindustrie, geschätzte Promotion-Mitarbeiterinnen und alle restlichen Plattenfirmenangestellten, wir haben eine schlechte Nachricht. Sie haben es womöglich schon geahnt, aber nun endlich ist es endgültig, das Leiden hat ein Ende: Ihre Geschäftsgrundlage ist nicht mehr vorhanden. Oder, anders gesagt: Suchen Sie sich einen neuen Job!

Das Kerngeschäft von Plattenfirmen hat sich in Luft aufgelöst. Mit dem schlichten Verkauf von Musik, das steht jetzt fest, ist kein Geld mehr zu verdienen. Das, was alle eigentlich schon wussten, hat nun eine von der Musikverwertungsgesellschaft MCPS-PRS Alliance in Auftrag gegebene Studie ganz offiziell bewiesen. Die britische Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ließ vom Marktforschungsunternehmen Big Champagne untersuchen, wie Kunden ein avantgardistisches Angebot von Radiohead annahmen: Die bekannte britische Band hatte ihr letztes Album "In Rainbows" zuerst als Download auf der eigenen Website angeboten, und die Kunden konnten selbst bestimmen, ob überhaupt und wie viel sie zahlen wollten.

Trotzdem, das ergab nun die Studie der MCPS-PRS, luden die meisten Interessenten "In Rainbows" nicht umsonst auf der Radiohead-Seite herunter, sondern lieber illegal über Internettauschbörsen. Allein über das Filesharing-Programm BitTorrent wurde das Album bereits am ersten Tag nach der Veröffentlichung 400.000 aus dem Netz gesaugt, 2,3 Millionen Downloads waren es nach gut drei Wochen. Im Klartext: Radiohead verschenkten ihr Album, aber die Hörer klauten die Musik lieber weiter wie gewohnt zwei Mausklicks nebenan.

Damit kann sich die darbende Musikindustrie nun endlich von einer Lebenslüge verabschieden. Dass nämlich der Musikkonsument gern auf illegale Angebote verzichten würde, wenn man den Verfolgungsdruck nur entsprechend erhöht und parallel dazu technisch konkurrenzfähige Verkaufsdownloads anbietet. Damit räumt die Studie nun radikal auf: "Tauschbörsen sind etabliert, unglaublich beliebt und werden niemals verschwinden", kommentierte Big-Champagne-Chef Eric Garland, "es ist Zeit, damit aufzuhören, gegen den Strom zu schwimmen, und zu akzeptieren, was die Leute wollen."

Zeit also für die Musikindustrie in Deutschland, all die Rechtsanwälte wieder zurückzupeifen, die Filesharer mit Klagen überziehen. Zeit für Softwareentwickler, die wahrscheinlich eh aussichtslose Suche nach dem unknackbaren Kopierschutz aufzugeben. Zeit für die Plattenfirmen und Onlineanbieter in England, sich das Porto zu sparen, mit dem sie demnächst hunderttausende von Downloadern über die Illegalität ihres Tuns aufklären wollen. Es wird, kurz gesagt, Zeit für die Verantwortlichen im Popgeschäft, die Realität zu akzeptieren.

Denn die sieht so aus: Die Leute wollen Musik. Aber sie wollen sie umsonst dort herunterladen, wo sie wollen und wie sie wollen. Wer also mit Musik noch Geld verdienen will, sollte sie am besten verschenken. Denn auch das beweist das Beispiel Radiohead: Obwohl "In Rainbows" quasi kostenlos angeboten und zudem millionenfach illegal heruntergeladen wurde, laufen die Geschäfte prima für Sänger Thom Yorke und seine Kollegen. Der Werbecoup hatte ausverkaufte Tourneen und akzeptable Verkäufe der später angebotenen Luxus-CD-Ausgaben zur Folge.

Natürlich kann das keine Blaupause sein für das zukünftige Geschäft mit der Popmusik. Nicht jede Band hat so treue Fans wie Radiohead, und die unbekanntere Konkurrenz muss erst prominent werden, bevor sich irgendjemand ihr Produkt wird schenken lassen wollen.

Aber umdenken müssen nun endlich vor allem die Plattenfirmen. Musik zu verkaufen an Musikfans, ob als Tonträger oder Download, dieser klassische Verwertungskanal ist hiermit zu Grabe getragen. Und mit ihm der aktuelle Hoffnungsschimmer der Industrie, die momentan heiß diskutierte Musik-Flatrate. Denn wozu soll ich einen festen Monatsbeitrag überweisen an eine Plattenfirmen, um auf deren beschränktes Repertoire zugreifen zu können, wenn eine Website weiter nahezu alle Musik der Welt umsonst zur Verfügung steht? Die Menschen wollen Tauschbörsen, weil sie umsonst sind, praktisch und zudem ein soziales Netzwerk.

So ist zwar ungewiss, wie die Zukunft der Musik aussieht. Vielleicht wird sie zum Werbeträger degradiert. Vielleicht nur noch live aufgeführt und für Filmsoundtracks lizenziert. Vielleicht gibt es sie bald als Dreingabe zum Pfund Kaffee. Aber eines steht nun fest: An den Endkunden verkauft wird Musik demnächst nur noch in Notfällen.




Aus: "Studie zu illegalen Musik-Downloads - Experiment gescheitert" VON THOMAS WINKLER (04.08.2008)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/experiment-gescheitert/


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[Was Opi noch wusste: Ein Leben als Raubmordenteigner ohne P2P... ]
« Reply #64 on: Oktober 01, 2008, 09:56:06 vorm. »
Quote
[...] Beim Broadband World Forum, dem jährlichen Zusammentreffen der ISP- und IP-Carrier-Branche, sind in dieser Woche in Brüssel neben neuer Breitband-Technik auch immer wieder Urheberrecht und Tauschbörsen ein Thema. Am gestrigen Montag beispielsweise wurden in einem Panel die verschiedene Möglichkeiten erläutert, P2P-Traffic aus den Netzen zu verbannen. Am heutigen Dienstag Mittag richtete Sony in Brüssel einen Appell an die Internetprovider.

John McMahon, seines Zeichens Europachef von Sony Pictures Television International, warb in seiner Keynote für einen "Spirit of Colaboration" zwischen Breitband-ISPs und Medienindustrie. McMahon rechnete zunächst vor, dass den Inhalteanbietern durch "Internet-Piraterie" mehr als zwei Milliarden US-Dollar Schaden jährlich entstehe. Wenn die Provider mithelfen würden, könne dieses Geld künftig zur Verbesserung der Content-Produkte investiert werden, was laut McMahon letztlich auch der Provider-Branche zugute käme.

In ungewohnter Offenheit erläuterte McMahon, dass die Medienindustrie mit geräteabhängigen DRM-Maßnahmen bei der Musik-Distribution aufs falsche Pferd gesetzt habe. Unter anderem der Frust über diese Methoden habe die Nutzer in die Tauschbörsen getrieben. Nun müsse man sie mit geeigneten Angeboten schnell davon überzeugen, dass guter Content legal nun einmal nicht kostenlos zu haben sei.

McMahon zufolge setzt Sony dabei voll auf das Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE). Mit dem neuen Medienformat soll es möglich werden, DRM-geschützte Musik- und Videodateien auf jedem zertifizierten Player abspielen zu können. Zur CES im Frühjahr 2009 will Sony laut McMahon zusammen mit den anderen Mitgliedern im DECE-Konsortium Details dazu bekannt geben. (hob/c't)


Quote
30. September 2008 18:33
Was Opi noch wusste: Ein Leben als Raubmordenteigner ohne P2P
Schaulustiger (366 Beiträge seit 19.05.04)

Früher, in den wilden 80ern, hatten wir keine Angst vor Ozonlöchern
oder Schwarzen Löchern. Die einzigen Löcher, vor denen man Angst
haben musste, waren Politiker und bei denen hat sich seitdem nicht
wirklich imagemäßig viel getan. Die Atome vom Russen und Ami waren
damals größer und gefährlicher, nicht so gequarkte Billigdinger, wie
sie heute durch den LHC flitzen. Aber so wie Elektronen beim
Vorbeiflug untereinander Photonenquanten austauschen (Achtung,
Überleitung!) wurden damals auf den Schulhöfen der Nation Raubkopien
ausgetauscht (mein erster Einleitungsentwurf sah was mit dem neuen
Heiselayout vor).

P2P ging damals nur, wenn man den anderen Peer persönlich kannte. Und
wenn der noch jemanden kannte, der in einer Cracker Crew wie
Fairlight oder KGB war, dann war man immer mit den aktuellsten
"Warez" versorgt. Das war die Zeit der ersten Rechtschreibreform, als
an alle Hauptwörter ein "z" drangehängt wurde, wenn man cool sein
wollte.

Garnicht cool waren die ganzen Steckmodul-Cracker, die Freeze Frame
MK III-Cracker und dann die fertige Speicherkopie per Intro Maker mit
einem Vorspann versahen. Heutzutage würde man solche Leute als
"N00bz" oder "L0serz" verschreien, aber die zweite
Rechtschreibreform, in der alle "o" gegen Nullen ausgetauscht wurden,
war erst 1998.

Mein erstes einschneidendes Erlebnis war damals, als 1991 die Post
die Postlagerkarten eingestellt hatte. Die PLK war eine prima
Methode, um einigermaßen anonym und deutschlandweit Päkchen
auszutauschen, deren Inhalt meistens kleine schwarze Scheiben im 5
1/4 Zoll-Format waren, liebevoll in mühsamer Heimarbeit handgelocht
und mit buntbemalten Aufklebern versehen, während später seelenlose
7-Nadel-Drucker von Seikosha auf Data-Becker-Endlospapier die
Etikettierarbeit übernahmen. Danke, Printfox!

So gesehen war die Deutsche Bundespost meine erste Erfahrung mit
einem anonymen P2P-Netzwerk. Heutzutage würde man den Schuppen
vermutlich auf Zuruf von der Musikindustrie einfach dicht machen und
2 Wochen später würden speichelerkennende DRM-Briefmarken auf den
Markt kommen, die nur von bestimmten Benutzern abgeleckt aber dafür
auf bis zu 3 verschiedene Briefen gepappt werden dürfen.

An diesem Tauschverhalten änderte sich zunächst nichts. Der C64 wurde
vom Amiga verdrängt (bei anderen verdrängte der ST den XL, aber
sorry, solche Leute kann man nicht ernst nehmen!), der
Diskettenlocher verschwand in einer Umzugskiste im Keller und die
Diskettenformate wurden kleiner. In der ASM (so eine Art
Offline-Tauschbörse mit beigefügten Spieletests, was ist eigentlich
aus Baller-Otti geworden? Ist Uridium mittlerweile heilbar?) gab es
immer reichlich Kontaktadressen, über die man die aktuellsten
Programme beziehen konnte, solange man nicht einer gewissen "Tanja"
antwortete.

Diese Zeit war reich an kreativen Kopierschutzmechanismen, die alle
versagten: Dongles, versteckte Sektoren, Kopierschutzräder,
Handbuchabfragen... In den einschlägigen Magazinen mehrten sich zudem
die Hilferufe verwunderter Spieler, bei denen in Falcon immer das
Triebwerk explodierte oder für die in Leander im 4. Level der
Vorsprung nicht erreichbar war. Findige Anwälte fuhren damals reiche
Beute ein.

So um 1993 herum wurde ich Point in einer FIDO-Box. Klingt so, als
hätte ich als Zivi Hundekot in öffentlichen Parks eingesammelt, war
aber meine erste grosse Netz- und Alkoholerfahrung. In den Mailboxen
der Welt lagen immer irgendwo interessante Programme, die es wert
waren, ihre riesigen 10 MB-Dateien (!) in handlichen Paketen mit
lächerlicher Bandbreite über Nacht und über behördliche Leitungen zu
ziehen. Noch immer sprach niemand von P2P-Netzwerken, MP3 war so gut
wie unbekannt und Apple war eine Firma, von der man jederzeit das
Ende erwartete, so wie halt jeden Freitag im Heise-Forum, nur eben
auf täglicher Basis. Wenn das die Musikindustrie damals gewusst
hätte!

1998 gab es mit der Wiedervereinigung in Deutschland ein historisches
Ereignis, das in keiner Rückblende vergessen werden darf: Modern
Talking. Die zweite Wiedervereinigung innerhalb von 10 Jahren, von
der sich so mancher Deutsche damals besseres versprochen hatte. Erst
jetzt drang das Internet langsam in das Bewusstsein von Bundesbürgern
und Musikindustrie vor. Aber immer noch war Warez-Tausch ein mühsames
Geschäft über langsame Datenleitungen und obskure FTP-Server, von
denen man oft nur die IP kannte und die einem auf kyrillisch oder
1337 von ihren Errungenschaften und Schätzen erzählten.

Mittlerweile hatte ich jedoch meine erste Festanstellung und
verdiente genug Geld, um mir "Originale" kaufen zu können, auch wenn
ich den Kauf oft bereute. Damals wuchs meine Software- und
CD-Sammlung beträchtlich an und ich denke, beide Seiten, ich und die
Industrie, konnten mit dem Ergebnis meiner Gewissensfindung zufrieden
sein. Irgendwann wird man eben älter, reifer, vernünftiger... oder
wie in meinem Fall einfach nur vermögender.

Kaum 10 Jahre später hatte die Industrie allerdings immer noch nicht
begriffen, wie man das neue Medium für Geschäfte nutzen kann, ohne
den mündigen Bürger verladen zu wollen. Es wurde die Parole
ausgegeben: Wenn der Bürger nicht bereit ist, für mangelhafte Ware zu
zahlen, soll ihn/sie doch bitte der Staat dazu zwingen, minderwertige
Ware (DRM & Kopierschutz) zu überhöhten Preisen zu kaufen. Kunden
werden kriminalisiert und Technologien verteufelt, als sei die
Heilige Inquisition wieder auf die Erde gefahren, um all die Sünder
zu strafen, die nicht an das Heilige Wort der Herren glauben.

25 Jahre verfolge ich nun schon diesen Kampf, dieses Gezerre, die
Verleumdungen, die schmutzigen Tricks... ich mag's nicht mehr sehen.
Ich habe keine Lust mehr, als Laborratte das Ziel von Experimenten
von Wirtschaftsversagern zu werden, die nie im Leben verstanden haben
und wohl auch nie verstehen werden, wie man ein Medium wie das
Internet zu Geschäftzwecken nutzen kann. Ich will Musik und Software
kaufen können, wann und wo mir beliebt, ohne mir Sorgen machen zu
müssen, dass mein CD-Laufwerk die CD nicht erkennt, oder dass
irgendwo ein DRM-Server abgeschaltet wird, weil ein Anbieter pleite
geht, oder dass der Kopierschutz meinen Rechner lahmlegt, oder dass
meine persönlichen Daten oder Kreditkartendaten irgendwo in einem
Laden wie Bertelsmann im Haus die Runde machen und irgendwann bei
arvato auf dem Ramschtisch landen.

Vermutlich verlange ich zuviel für das Jahr 2008. Aber wenn ich mir
den Lernprozess in der Industrie so anschaue, dann werde ich die
Erfüllung meiner Wünsche zu Lebzeiten nicht mehr erleben. Am besten
speichere ich mir diesen Foreneintrag ab und poste ihn in 25 Jahren
einfach nochmal. Um Abschnitte über Web 3.0 und die Matrix ergänzt.
Wisst ihr noch, damals, als es noch Torrents gab...

PS: Die Apple-Aktien sinken. Das ist das Ende!

Quote
1. Oktober 2008 09:48
Was Opi noch wusste: Ein Leben als Raubmordenteigner ohne P2P
Mmoe (mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.02)


Yooo , Die Contentmafia ist in sofern einzigartig , dass sie es seit
über 20 Jahren schaffen sogar den mathematisch gegebenen Gesetzen der
Ökonomie zu trotzen !!

Schon vor 20 Jahren haben die ihrer Schadensberechnung die
Überzeugung zugrunde gelegt, dass, wenn man Programme  nicht kopieren
könnte , jeder Siebtklässler monatlich für 80.000 Mark Software
kaufen würde ....

Die lernen es auch in diesem Jahrtausend nicht mehr !!

Mmoe



Quote
30. September 2008 16:48
"P2P-Traffic aus den Netzen zu verbannen"
White Dwarf (22 Beiträge seit 10.07.08)

Und schon wieder wird versucht, das P2P-Prinzip als etwas
ausschließlich Böses, Bekämpfens- und Verbannenswertes hinzustellen.
Es mag ja zutreffend sein, dass in P2P-Netzwerken viele
unautorisierte Musik- etc.-dateien getauscht werden. Deswegen P2P
gänzlich aus unserer Kultur zu verbannen, hieße aber nicht nur, das
Kind mit dem Bade auszuschütten, sondern das Kind mitsamt Badewanne
aus dem Fenster zu werfen.

Ich warte nur noch darauf, dass irgendwann in den Schlagzeilen steht,
dass P2P-Netzwerke nach den "Raubkopien" nun auch von islamistischer
Propaganda incl. Anschlagsaufrufen, Bombenbauanleitungen,
Kinderpornos und was auch immer Bösem durchseucht seien, und dass
womöglich Amokläufer wie in Finnland deutlich häufiger als andere
Menschen an P2P teilnehmen - und schon könnte P2P europaweit verboten
werden. Mein Gefühl sagt mir, dass das nicht mehr lange dauern kann
:-(

White Dwarf



Aus: "Sony fordert Provider zur Zusammenarbeit gegen Piraterie auf" (30.09.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Sony-fordert-Provider-zur-Zusammenarbeit-gegen-Piraterie-auf--/meldung/116735


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[John, wisch dir mal unter der Nase lang... ]
« Reply #65 on: Oktober 09, 2008, 10:00:32 vorm. »
Quote
[...] Peter Jenner, alter Hase im Musikgeschäft und Ex-Manager von Bands wie Pink Floyd, hat sich auf der Popkomm in Berlin für ein Ende des Kampfs der Rechteinhaber gegen die vielfach beschworene Internetpiraterie ausgesprochen. Schon der konzeptionelle Ansatz der Bemühungen zum Stopp von "Raubkopien" im privaten Umfeld sei falsch, da es sich beim Filesharing meist um ein Pendant zum rechtlich ganz legalen Verleihen von CDs im Freundeskreis handle. Statt weiter gegen das sich bereits eingebürgerte Verhalten der Verbraucher beim Nutzen von Peer-to-Peer-Netzen (P2P) vorzugehen, sollte die Musikwirtschaft besser auf internationaler Ebene wie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) nach Wegen suchen, die Praktiken der Nutzer über Vergütungsansätze wie eine "Kultur-Flatrate" oder andere Pauschaltarife in bare Münze zu verwandeln.

Den Ansatz der Musikindustrie, auf das "exklusive" Urheberrecht zu setzen, hält Jenner für verfehlt. Copyrights seien in einer Welt voller Mashups sowie MySpace und YouTube in den meisten Fällen nicht mehr durchsetzbar. Schon eine Live-Aufführung werfe zudem massive Rechte- und Vergütungsfragen auf, wenn man nur an den Künstler, die Plattenfirma, den Veranstaltungsort oder den Tour-Manager denke. Eine separate Rechtelizenzierung sei kaum noch handhabbar.

[...] Malte Spitz vom Bundesvorstand der Grünen appellierte derweil ebenfalls an die Musikindustrie, "sich endlich offen einer Diskussion über neue Nutzungsformen kreativer Inhalte im Internet und einer sinnvollen und fairen Vergütung dafür zu stellen". Die technischen Möglichkeiten des Internet hätten die Lebensrealität von Musikkonsumenten verändert. Dem müsse die Branche endlich Rechnung tragen: "Höhere Strafen und den einseitigen Schutz der Rechteinhaber lehnen wir ab." Wo neue Wege auf dem Musikmarkt gegangen würden, führten diese dagegen zu Erfolgen. Spitze nannte in diesem Zusammenhang etwa Urheberrechte weniger strikt fassende Lizenzierungsformen wie Creative Commons, Ansätze zur kostengünstigen Direktvermarktung sowie neue Förderungsmöglichkeiten für Nachwuchsmusiker. (Stefan Krempl) / (pmz/c't) 

[...]

Quote
8. Oktober 2008 21:00
Wann wird man Peter Jenner am Grund eines Sees finden?
ToBeOrNotToBe (mehr als 1000 Beiträge seit 26.04.03)

Wann wird man Peter Jenner mit "Betonsocken" am Grund eines Sees
finden?

Soetwas kann die Content-M.A.F.I.A keinesfalls dulden.



Quote
8. Oktober 2008 20:57
Dieser Mensch gehört sofort kaltgestellt.
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Soweit kommts noch, Vernunft und Einsicht, und das auch noch auf
Managementebene.
Das ist ja so, als würde Obermann sagen: 'Ich bitte um Entschuldigung
und werde meinen Posten aufgeben.'


Quote
8. Oktober 2008 21:24
ich hatte zuerst gelesen (Editiert vom Verfasser am 08.10.08 um 21:25)
dannyray (206 Beiträge seit 23.07.07)

> Musikmanager fordert Ende der Netzpiraterie.

Gestatten, Freud. Siegmund Freud.
Schon krass, dass selbst ich indoktriniert bin. Die Gehirnwäsche der
Medienindustrie beginnt zu wirken.


Quote
8. Oktober 2008 20:42
ACHTUNG ! VERNUNFTSALARM ! DIES IST KEINE ÜBUNG !!!
IEEE802.1q (mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.02)


...Irgendwo auf der Welt. An einem geheimen Ort...

...1900 Zulu-Zeit...

Es ist ruhig. So ruhig, wie es eigentlich jeden Abend ist.
Content-Agent Smith und Special Content-Agent Smith sitzen an ihren
Tischen. Alles ist so wie es jeden Abend ist. Die grosse Anzeigetafel
in Form einer Weltkarte scheint in dem fahlen grünen Licht, der
kleinen Anzeigelampen. Über die Monitore huschen Zeilen mit
Dateinamen mit Dezimalen Zahlen in Vierergruppen , Angaben zu
Speichergrössen.

Agent Smith sitzt lässig zurückgelehnt in seinem Bürostuhl, die Hände
hinter dem Kopfverschränkt: "John, wisch dir mal unter der Nase lang.
Du bist da noch ganz weis vom Koks!" 

"Danke, Jim" Special Agent Smith schau in seinen kleinen
Taschenpiegel auf dem sich noch Pulvereste befinden und wendet sich
dann wieder seiner Konsole zu, " Du, hier habe ich was
Vielversprechendes"

"Zeig her!" Agent Smith rückt mit seinem Bürostuhl heran "Wie
´vielversprechend´, John?"

"Mindestens 30 Alben im Upload!  Provider speichert auch"

"Und John? Finanzquerprüfung gemacht?"

"Ja, Anschlussinhabern ist Angestellter, unteres Management.
Jahreseinkommen 55.956 Euro. Genau richtig. Da gibts gut zu ´ernten´"

"Ja John, aber nicht genug Finanzieller Hintergrund sich zu wehren.
Eigentlich optimal.  Hast du das Umfeld geprüft ? Nicht das wir das
wieder einen Sohn eines Lokalen Politiker hochnehmen, mann das gab
ärger das Letzte..."

"ACHTUNG! KRITISCHER VORFALL! DIES IST KEINE ÜBUNG!!" Das Gespäch
wird lautstark un jäh unterbrochen von der Sirene und der
Automatischen Durchsage.

Der Ganze Raum ist in tief rotes Licht getaucht von der Rundumleuchte
die sich an der Decke dreht. Auf der Weltkarte an der Wand , im
Bereich Europe flackert nervös ein rotes Licht.

Agent Smith schnellt zu seinem Terminal rüber und beginnt hektisch
die Tastatur zu bearbeiten. "Was ist los Jim???" der Special Agent
war auf gestanden und stand jetzt hinter ihm.

"Warte John! Und stell den verdammten Alarm ab!"   John geht zu
seinem Terminal und tippt ALT+F4 , der Alarm verstummt , nur noch die
rote Rundumleuchte taucht den Raum in ein gespentisches Licht.

"Subjekt : Jenner, Peter. Musikmanager" sagt Agent Smith ohne von
seinem Terminal aufzuschauen "Er hat eben grad ÖFFENTLICH gesagt das
die Jagd auf Filesharer sinnlos wäre!!"

"Ruhig Jim, wahrscheinlich nur ein kleines ´Licht´das eh keiner ernst
nimmt"

"Nein John! Der hat sogar schon Pink Floyd gemanaged!"

"WO JOHN?" leichte Panik schwingt in der Stimme des Special Agents

"Berlin, Deutschland. Popkomm Messe!"

"MEIN GOTT!" Special Agent Smith lässt sich rückwärts seinen Stuhl
fallen und ist kreidebleich geworden"Weiss der nicht was er da
anrichtet??  Haben wir ein Team in der Nähe?"

Agent Smith tippt ein paar Befehle in sein Terminal "Negativ! Wir
haben zur Zeit ein Mobiles Team in Stockholm. Übergabe von
Bestechungsgelder, damit der grosse Torrent-Tracker da dichtgemacht
wird.. Aber das schaffen die nie, auch nicht mit dem Jet"

"Egal, die sollen ihre Ärsche bewegen! Du weisst selber wie
ansteckend diese Idee ist wenn sie erstmal im Umlauf i..."

"John! Es ist zu spät! Es wurde schon veröffentlicht: heise.de ,
Heise Verlag, Deutschland"

Der Special Agent greif zitternd zum Telefon "Ich informiere jetzt
die Division.."

----
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Aus: "Popkomm: Musikmanager fordert Ende des Kampfs gegen die Netzpiraterie" (08.10.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Popkomm-Musikmanager-fordert-Ende-des-Kampfs-gegen-die-Netzpiraterie--/meldung/117105


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[Staatspräsident torpediert EU-Parlamentsbeschluss... ]
« Reply #66 on: Oktober 09, 2008, 10:31:43 vorm. »
Quote
[...] Auf der Jagd nach Internatpiraten versucht Nicolas Sarkozy auch das Europa-Parlament auszuschalten. Mit aller Macht will er einen Gesetzeszusatz im Telekom-Paket verhindern, den das Parlament Ende September verabschiedet hatte.

Der Text der Europa-Abgeordneten steht Sarkozys eigenem Gesetzvorhaben im Wege. Mit diesem Gesetz will Frankreich durch eine neue Behörde Raubkopierer im Internet stoppen, zunächst verwarnen, später auch bestrafen. Nun schrieb Sarkozy an die EU-Kommission, sie solle den Zusatz zurückweisen.

Die Kommission aber zog nicht mit: Sie respektiere die demokratische Entscheidung des Parlaments, erklärte ein Sprecher. Ihrer Auffassung nach sei dieser Gesetzeszusatz eine wichtige Bekräftigung grundlegender Prinzipien der juristischen Ordnung der EU, insbesondere der Grundrechte der Bürger.

Über Gesetze entscheidet allerdings nicht die Kommission, sondern Parlament und Mitgliedsstaaten. Frankreichs Kultusministerin Christine Albanel hatte nach dem Votum des Europa-Parlaments die Auswirkungen auf das französische Vorhaben heruntergespielt. Sie will Frankreichs Modell zum Vorbild für ganz Europa machen.

Das Parlament hingegen pocht auf den Schutz der Privatsphäre und freie Informationssuche und will auch keiner Aufsichtsbehörde, sondern nur Richtern Sanktionsbefugnis geben.


Aus: "Internet Sarkozy stellt sich Internet-Gesetz des Europa-Parlaments in den Weg " (06.10.2008)
Quelle: http://www.euronews.net/de/article/06/10/2008/sarkozy-urges-rejection-of-internet-amendment/


-.-

Quote
[...] Ein Fax des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy an den Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso, sorgt für Aufregung. Denn in dem Schreiben fordert Sarkozy Barroso auf, sich gegen eine Passage im sogenannten Telecom-Paket zu engagieren, nach der Internetsperrungen etwa wegen Urheberrechtsverstößen nicht ohne richterliche Genehmigung verfügt werden dürfen. Nachdem die EU-Komission das Ansinnen zurückwies, beschwichtigt Sarkozys Büro: Das "unglücklich veröffentlichte Schreiben" sollte keinen Druck auf die EU-Kommission ausüben, sondern lediglich den Standpunkt der französischen Regierung verdeutlichen.

Der einigermaßen ungewöhnliche Vorgang steht im Zusammenhang mit der ersten Lesung des Telecom-Pakets (PDF-Datei: http://www.catherinetrautmann.net/uploads/File/Actu/Fiches%20paquet%20telecom.pdf) im EU-Parlament, in der das Parlament den Änderungsantrag Nr. 138 mit 573 zu 74 Stimmen angenommen hatte. Unter Berufung auf Artikel 11 der EU-Charta (PDF-Datei: http://www.catherinetrautmann.net/uploads/File/Actu/Fiches%20paquet%20telecom.pdf), der die Informationsfreiheit betont, spricht sich der Änderungsantrag dafür aus, dass keine (Netz-)Sperrungen ohne eine zuvor erfolgte richterliche Anordnung erfolgen dürfen.

Diese Passage widerspricht direkt französischen Plänen für eine Internetpolizei, die ohne richterliche Beschlüsse Verwarnungen und Sperrungen problematischer Inhalte oder auch den Entzug persönlichen Zugriffsrechte einzelner Bürger durchsetzen soll. Entsprechend heißt es im Fax von Nicolas Sarkozy sehr direkt: "Il est notamment fondamental que l'amendement No. 138 adopté par le Parlement européen soit rejeté par la Commision. Pour écarter l'amendement, je sollicite votre engagement personnel et celui de la commissaire en charge du dossier". ("Es ist von grundsätzlicher Bedeutung, dass der vom EU-Parlament beschlossene Änderungsantrag Nr. 138 von der Kommission zurückgewiesen werden muss.[...] Dabei setze ich auf Ihr persönliches Engagement und das Engagement der zuständigen Kommissarin für dieses Paket."

Seitens der von Sarkozy erwähnten zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding hatte gestern Martin Selmayr, der für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Sprecher der EU-Kommission mit einer Antwort reagiert. Er verwies auf die demokratischen Entscheidungsprozesse, die bei der Verabschiedung des Telecom-Pakets eingehalten werden müssen. "Die Kommission respektiert die demokratische Entscheidung des EU-Parlaments. Nach unserer Ansicht fixiert der Änderungsantrag wichtige Rechte des Bürgers. Es ist wichtig, einen gesunden Ausgleich zwischen dem Recht auf Privatsphäre, dem Recht auf Informationsfreiheit und den Rechten der Anderen zu schaffen."

Allgemein sorgt der Aktionismus des französischen Präsidenten für Irritationen. Das Telecom-Paket muss noch vom EU-Ministerrat abgesegnet werden. Dieser kann einzelne Änderungsanträge oder das gesamte Paket ablehnen und es zur erneuten Lesung an das EU-Parlament zurück verweisen. (Detlef Borchers) / (pmz/c't)

Quote
8. Oktober 2008 18:05
Das "unglücklich veröffentlichte Schreiben"
blechmann (100 Beiträge seit 26.04.04)

Zur Klarstellung:

Damit ist nicht gemeint, dass das Schreiben wirklich unglücklich
(also vielleicht in nachteilhafter Form oder mit inhaltlichen
Fehlern) veröffentlicht worden ist, denn der Originalwortlaut liegt
ja vor. Unglücklich ist es nach Ansicht der Verantwortlichen und
ihrer Ausputzer nur, d a s s das Schreiben überhaupt an die
Öffentlichkeit gelangt ist. Ein feiner und gleichsam bedeutender
sprachlicher Unterschied.

Quote
8. Oktober 2008 18:47
Re: Das "unglücklich veröffentlichte Schreiben"
Paule S (mehr als 1000 Beiträge seit 30.10.05)

Ist wie bei der Ekelkom. Auch da ist der Datenverlust erst
"unglücklich" wenn er bekannt wird.


Quote
8. Oktober 2008 19:28
Na sicher
cip22 (mehr als 1000 Beiträge seit 08.11.00)

Es heißt ja auch nicht »das veröffentlichte unglückliche Schreiben«,
wie es richtigerweise heißen müßte, wenn sich »unglücklich« auf
inhaltliche Aspekte bezöge.

Tja, wie relativ doch alles ist - ich betrachte es gerade als
*Glück*, dass hier der Oberlobbyist Sarkozy bei undemokratischem Tun
auf frischer Tat ertappt wurde... :-)






Aus: "Frankreichs Staatspräsident torpediert EU-Parlamentsbeschluss" (08.10.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Frankreichs-Staatspraesident-torpediert-EU-Parlamentsbeschluss--/meldung/117101


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[Guns_and_Lawyers-Content_Dictatorship_Promo_Vinyl-2008-CBR... ]
« Reply #67 on: Dezember 17, 2008, 11:37:04 vorm. »
Quote
[...] Der Blogger Kevin Cogill hat sich am Montag vor einem US-Gericht schuldig bekannt, Auszüge des neuen Albums der Rockgruppe Guns N' Roses vorab auf seinem Blog veröffentlicht zu haben. Nach einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft, in der er sich zur Kooperation verpflichtet, wird der 28-Jährige wohl mit einer Bewährungsstrafe davonkommen.

Nominell droht Cogill eine Gefängnisstrafe von bis zu zwölf Monaten sowie eine empfindliche Geldstrafe. Das Strafmaß soll im März verkündet werden. Als Teil des bereits im Oktober unterzeichneten Abkommens war die Klage auf ein minderschweres Vergehen reduziert worden. Für Cogill ist der Ärger mit dem Geständnis allerdings nur teilweise ausgestanden. Mit der Vereinbarung arrangiert sich der Blogger mit dem Staat, der Anklage wegen schwerer Urheberrechtsverletzung erhoben hatte. Darüber hinaus droht noch eine Zivilklage des Labels der Band.

Cogill soll nun vor allem dabei helfen, die Originalquelle der im Netz verbreiteten Songs zu enttarnen. Er war nach eigenen Angaben im Juni an neun Titel des von Fans lang erwarteten Albums "Chinese Democracy" gelangt und hatte sie auf seinem Blog "Antiquiet" veröffentlicht. Die von der Plattenfirma unerwünschte Vorabpremiere brachte dem Blogger mächtigen Ärger ein. Nach einer Unterlassungsforderung des Labels bekam Cogill im August Besuch von FBI-Agenten, die ihn vorübergehend in Gewahrsam nahmen. (vbr/c't)

Quote
16. Dezember 2008 15:57
Da siegt doch endlich mal wieder die Gerechtigkeit...
Largor (mehr als 1000 Beiträge seit 14.02.03)

</sarkasmus>

Dass es auch anders geht, zelebrieren gerade Nine Inch Nails. Album
unter Creative Commons veröffentlicht, 1,6 Mio damit gemacht, jetzt
die Grammy-Nominierung.


Quote
16. Dezember 2008 16:08
Gefängnisstrafe für das Veröffentlichen einer Musik-CD!?
KolbHans (mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.01)

Geht's eigentlich noch?


Quote
16. Dezember 2008 17:06
Richtig so ... ?!
USER000 (105 Beiträge seit 04.08.08)

Versteh die Aufregung darüber nicht, der hat geklaut und wird
bestraft... !!!

Angenommen ihr steckt ne Menge Arbeit in ein Projekt, sei es ein
Album, ein Film, ein Buch oder ein Programm, und dann kommt irgend so
ein "Blogger" und stellt mein Werk ins Netz wo es sich jeder
kostenlos ziehen kann, was zum Teufel...? Haltet ihr das etwa für
fair?

Wie, wann und in welcher Form bzw. für welchen Preis ist immer noch
Angelegnheit des Urhebers bzw. des Rechteinhabers.

Und die Ausrede dass die Künstler sowieso genügend Geld haben ist
lächerlich. Besserverdiener gibt es in jeder Branche, und in fast
jeder gibt es prozentual mehr als in der Film und Musikindustrie. Die
sind bloß nicht jeden Tag in den Medien präsent. Ich rechtfertige
doch auch nicht einen Porschediebstahl mit Wiedekings 80 Millionen
Euro Gehalt ...

Und ob und wieviel die Plattenfirmen davon kassieren ist m. M. auch
lächerlich. Niemand zwingt die Künstler dazu zu einer Plattenfirma zu
gehen, die gehen alle freiwilig - Warum? Weil die Plattenfirmen sie
promoten und sie groß machen, allein außer von ein paar Indiebands
kaum zu schaffen. Jede Band würde sich nen Arm ausreisen um an einen
Vertrag zu kommen!

Das die Labels dann keinen Bock haben sie nachdem sie viel Geld in
einen Künstler gesteckt haben einfach so ziehen zu lassen ist doch
klar, deshalb werden immer gleich 5 oder mehr Jahresverträge
geschlossen... Habt ihr ne Ahnung wieviel in Künstler investiert wird
aus denen nie was wird, das Geld bekommen sie ja auch nicht zurück...

Diebstahl ist nicht zu tolerieren, und genau das hat dieser "Blogger"
gemacht. Über das Ausmaß der Strafe kann man sicher diskutieren, aber
Strafe ist nach meinem Rechtsempfinden sicherlich angebracht!

Quote
16. Dezember 2008 17:56
Re: Richtig so ... ?!
USER000 (107 Beiträge seit 04.08.08)

Ja ich weis:
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Keine-Bange/forum-149097/msg-16016801/read/


Wie bereits erwähnt ist mir durchaus bewusst das Diebstahl und
Urheberrechtsverletzungen rechtlich nicht  genau das Selbe sind,
trotzdem fällt beides unter die Rubrik illegale Aneignung fremden
Eigentums.

Sorry wenn ich mich nicht juristisch korrekt ausgedrückt habe...

Quote
16. Dezember 2008 18:12
Re: Richtig so ... ?!
Hans von Maulwurf (648 Beiträge seit 31.01.07)

Du bist auch im Recht.
Aber eine Strafe wegen des Hochladens und meinetwegen eine
Unterlassungserklärung i.h.v. 2000 Euro und er wär auch gestraft.
Dass die Musikindustrie einen Schadensersatz fordert, den er nie im
Leben bezahlen kann, ist unmenschlich und bescheuert.

Quote
16. Dezember 2008 18:24
Re: Richtig so ... ?!
RasT (mehr als 1000 Beiträge seit 29.02.00)

Hans von Maulwurf schrieb am 16. Dezember 2008 18:12

> Dass die Musikindustrie einen Schadensersatz fordert, den er nie im
> Leben bezahlen kann, ist unmenschlich und bescheuert.

Tun sie das denn? Wo steht das?

Abgesehen davon: Wer 2008 noch das unveröffentlichte Material einer
Band vom Kaliber "Guns N' Roses" in einem Blog veröffentlicht und
glaubt, er käme mit einer sanften Verwarnung davon, kann eigentlich
auch nicht mehr ganz bei Verstand sein.

/Ras T

Quote
16. Dezember 2008 18:51
Re: Richtig so ... ?!
Hans von Maulwurf (649 Beiträge seit 31.01.07)

Ach, er hat also eine höhere Strafe verdient als
wie wenn er ein Album der Hintertupfer Tupfenhintern
"veröffentlicht" hätte ?

Interessant.

Quote
17. Dezember 2008 08:57
Re: Richtig so ... ?!
RasT (mehr als 1000 Beiträge seit 29.02.00)

Hans von Maulwurf schrieb am 16. Dezember 2008 18:51

> Ach, er hat also eine höhere Strafe verdient als
> wie wenn er ein Album der Hintertupfer Tupfenhintern
> "veröffentlicht" hätte ?

Nur solange man davon ausgehen muss daß mit dem Album von
Guns'n'Roses höhere Einnahmen (und damit auch höhere
Einnahme-Ausfälle) zu erwarten sind als mit dem Album der
Hintertupfer Tupfenhintern. Da ich vonletztgenannten noch nie was
gehört habe nehme ich mal an, daß dem so ist.

> Interessant.

Ich finde es nicht weiter ungewöhnlich daß die Strafe von der Höhe
des verursachten Schadens abhängt.







Quote
16. Dezember 2008 17:06
Biite erklären!
heikom36 (676 Beiträge seit 12.01.07)

Ihm drohen 12 Monate Haft wegen Veröffentlichung einer CD.

Banker, die 100te MILLIARDENSCHÄDEN(!!!!) verursachen bekommen dazu
noch Prämien.
Dies ist einer Erklärung würdig.

Quote
16. Dezember 2008 17:12
Re: Biite erklären!
Kaufzwang (mehr als 1000 Beiträge seit 05.04.05)

Er hat damit im Alleingang die Finanzkrise ausgelöst. Das muß schon
bestraft werden.


Quote
17. Dezember 2008 08:21
Re: Biite erklären!
ITF1 (92 Beiträge seit 08.09.00)


heikom36 schrieb am 16. Dezember 2008 17:06

> Ihm drohen 12 Monate Haft wegen Veröffentlichung einer CD.
>
> Banker, die 100te MILLIARDENSCHÄDEN(!!!!) verursachen bekommen dazu
> noch Prämien.
> Dies ist einer Erklärung würdig.

...du kennst den Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen?



Quote
17. Dezember 2008 11:07
Guns_and_Lawyers-Content_Dictatorship_Promo_Vinyl-2008-CBR
proforma (mehr als 1000 Beiträge seit 12.06.03)

schön wärs



Aus: "US-Blogger bekennt sich der Urheberrechtsverletzung schuldig" (16.12.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/US-Blogger-bekennt-sich-der-Urheberrechtsverletzung-schuldig--/meldung/120524


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[RIAA gibt Massenklagen gegen Tauchbörsennutzer auf... ]
« Reply #68 on: Dezember 20, 2008, 08:47:22 nachm. »
Quote
[...] Die Record Industry Association of America (RIAA) hat angekündigt, künftig keine Massenklagen mehr gegen Tauschbörsennutzer anzustrengen. Wie das Wall Street Journal berichtet, will der Verband nur noch gegen chronische Musikpiraten vorgehen. Eine der Musikindustrie nahestehende Quelle teilte mit, dass "Nutzer, die monatlich 5000 oder 6000 Songs herunterladen", weiterhin juristisch belangt würden.

Statt auf Massenklagen setzt die RIAA nun auf eine enge Zusammenarbeit mit den Internet-Service-Providern (ISP). Sie sollen von der RIAA Informationen über Tauschbörsennutzer erhalten, ihre Kunden per E-Mail über den Verdacht informieren und im Wiederholungsfall die Internetnutzung einschränken.

Seit Anfang 2003 hat die RIAA in den USA rund 35.000 Verfahren gegen Tauschbörsennutzer eingeleitet und den größten Teil davon außergerichtlich beigelegt. Besondere Aufmerksamkeit kam der Klage gegen Jammie Thomas zu, die zwischenzeitlich zur Zahlung von 220.000 Dollar Schadenersatz für die Bereitstellung von 24 Songs verurteilt worden war. Im September hatte der Richter seine Entscheidung jedoch revidiert und erklärt, dass das Bereitstellen von Liedern in einer Tauschbörse kein ausreichender Nachweis für eine Urheberrechtsverletzung sei.




Aus: "RIAA gibt Massenklagen gegen Tauchbörsennutzer auf" (19. Dezember 2008)
Von Greg Sandoval und Stefan Beiersmann
Quelle: http://www.zdnet.de/news/tkomm/0,39023151,39200590,00.htm


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[Auch Musicload will (fast) vollständig auf... ]
« Reply #69 on: Januar 08, 2009, 07:24:46 nachm. »
Quote
[...]  Nach Apples iTunes Store will nun auch Musicload einen Großteil seines Repertoires ohne Kopierschutz verkaufen. Die Tochterfirma der Deutschen Telekom kündigte am Mittwoch an, vom 1. April an mehr als 95 Prozent der Lieder ohne Beschränkungen anzubieten. Der Bundesverband Musikindustrie begrüßte den Schritt der beiden Unternehmen, die in Deutschland die größten Anbieter von legalen Musik-Downloads sind.

Alle großen Plattenfirmen unterstützten die Initiative, sagte ein Musicload-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 6,5 Millionen Titel im Angebot, davon derzeit rund 3 Millionen ohne Beschränkungen durch Digital Rights Management (DRM). Fast alle Lieder seien künftig im MP3-Format verfügbar. Ein flexibleres Preismodell sei im Gespräch, aber noch nicht beschlossen. Musicload ermöglicht den Plattenfirmen bereits jetzt, unterschiedlich hohe Preise zu verlangen, die Spanne reicht von 79 Cent bis 1,99 Euro für ein Lied.

Marktführer Apple hatte am Dienstag auf der Messe Macworld Expo in San Francisco vorgelegt und angekündigt, über iTunes künftig einen Großteil der Lieder ohne Kopierschutz anzubieten – darunter auch das Repertoire der großen Plattenfirmen EMI, SonyBMG, Warner und Universal. Im Gegenzug geht der Konzern aus Kalifornien auf die Forderung der Plattenfirmen ein, Lieder nicht mehr zum Einheitspreis von 99 Cent anzubieten, sondern eine Differenzierung zu ermöglichen. Wer bereits gekaufte Dateien vom Kopierschutz befreien will, muss dafür eine "Aktualisierung" in Höhe von 30 Cent zahlen.

Der Bundesverband Musikindustrie, Interessenverband der deutschen Plattenfirmen, begrüßt den Schritt der beiden Anbieter. Durch die Differenzierung sei es nun möglich, dass die Plattenfirmen "auf die Begehrlichkeiten des Marktes reagieren können", sagte Geschäftsführer Stefan Michalk. Neue Titel ließen sich nun zu höheren Preisen als bisher anbieten. "Wesentliche Teile des Umsatzes werden mit dem aktuellen Repertoire gemacht", betonte Michalk – somit ergebe sich für die Anbieter die Chance, höhere Einnahmen zu erzielen. Konsumenten könnten dagegen ältere Lieder auch für geringere Preise kaufen.

Ob der Verzicht auf einen Kopierschutz dem Markt einen Schub geben werde, könne man erst in einigen Monaten beurteilen. Der Umsatz mit Musik aus dem Internet lag im vergangenen Jahr in Deutschland Schätzungen zufolge bei rund 78 Millionen Euro – ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Die Konsumenten dürfen aber jetzt nicht denken, dass man machen kann, was man will", so Michalk. Die Verbreitung der ungeschützten Dateien über Tauschbörsen bleibe verboten.

Tatsächlich tut man gut daran, auf seine DRM-freie Musik aufzupassen, damit sie nicht unwissentlich doch in einer Tauschbörse oder auf einer Webseite auftaucht. Wer beispielsweise einem Kumpel iTunes-Plus-Dateien überlassen hat, darf sich nicht wundern, wenn er Ärger bekommt, falls solche Dateien im Internet auftauchen. Apple personalisiert die Kaufmusik mit Account-Informationen, sodass sich die M4A-Dateien zum Käufer zurückverfolgen lassen. (dpa) / (vza/c't)

Quote
8. Januar 2009 12:01
Eine große Direktplattform ohne Musikindustrie dazwischen wäre toll
X.Perry_Mental (662 Beiträge seit 19.01.00)

Man stelle sich vor, die künstler könnten ihre Musik
über diese Plattform an mich verkaufen und bekämen
dafür von mir das Geld. Die Preise würden sinken,
das Geld würde da ankommen wo es hingehört und die
MI den Bach runter gehen.
Man wird doch noch träumen dürfen...

Quote
8. Januar 2009 15:26
Träumer
mordsDing boa eh (mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.05)

X.Perry_Mental schrieb am 8. Januar 2009 12:01

> Man stelle sich vor, die künstler könnten ihre Musik
> über diese Plattform an mich verkaufen und bekämen
> dafür von mir das Geld. Die Preise würden sinken,
> das Geld würde da ankommen wo es hingehört und die
> MI den Bach runter gehen.
> Man wird doch noch träumen dürfen...

Du hängst also tatsächlich noch dem irren Glauben an, es würde nur
kopiert, weil die MI so viel Geld abgreift und der Konsument nicht
direkt an die Künstler zahlen kann? Oder wie ist das zu verstehen?

Du glaubst allen Ernstes, es würde die Zahl illegaler Kopien
zurückgehen, nur weil die Künstler dann direkt das Geld bekommen?

Was glaubst du, wie viel würde der Preis wohl runter gehen?
Immer unter der berücksichtigung, daß CDs dennoch produziert würden,
weil ein Teil des Marktes das so will. Immer unter der
Berücksichtigung, daß auch weiterhin Studiomiete, Mitarbeiter,
Promotion und Werbung, Touren, Merchandise, Hotels, Reisen, Manager,
Anzeigen usw Geld kosten und bezahlt werden müssen. Und zwar in
Vorleistung!

Du glaubst wirklich, das könne alles von den Bands alleine
bewerkstelligt werden?

Warum unterschreiben dann so viele Bands immer noch Verträge mit der
MI?
Werden sie mit vorgehaltener Waffe gezwungen?
Oder sehen sie eventuell doch auch Vorteile in der Zusammenarbeit?

Das alles ist nicht so einfach, wie du es dir erträumst




Quote
8. Januar 2009 12:13
"...Musikindustrie begrüßte den Schritt..."
dot (384 Beiträge seit 15.01.00)

bitte was?

der blanke hohn!

als nächstes sagt die MI noch sie haben nie DRM gewollt.




Aus: "Auch Musicload will (fast) vollständig auf digitale Rechteverwaltung verzichten" (08.01.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Auch-Musicload-will-fast-vollstaendig-auf-digitale-Rechteverwaltung-verzichten--/meldung/121324