Author Topic: [Zum Spannungsfeld der Musikindustrie... ]  (Read 90595 times)

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Offline lemonhorse

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[Angie - wo wird das hinführen?... ]
« Reply #15 on: August 25, 2005, 12:59:08 PM »
Quote
Angela Merkel, CDU-Kanzlerkandidatin und die Rolling Stones haben eine tiefe Beziehungskrise. (Dieter Wonka /Leipziger Volkszeitung / Dienstag, 23. August 2005)

Aus: "Rolling Stones geben "Angie" nicht her"
Quelle: http://www.lvz-online.de/special/12669.html

Quote
Kanzlerkandidatin Angela Merkel tourt derzeit mit dem Rolling-Stones-Hit "Angie" durch Deutschland. (Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates und der ConBrio Verlagsgesellschaft)

Aus: "Stones nicht erfreut: CDU mit "Angie" auf Stimmenfang in Deutschland"

Quelle: http://www.nmz.de/kiz/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=10460

Quote
"Angie, oh Angie, where will it lead us from here?", heißt es in dem Stones-Klassiker "Angie".
Dazu Beifall der Mitglieder der Jungen Union, auf deren orangefarbenen T-Shirts der Schriftzug "Angie" prangt.[...] Auch wenn er Angie höflich Komplimente macht und säuselt, keine Frau käme an sie heran, es nützt nichts mehr.
Immerhin soll nachher niemand sagen dürfen, er und Angie hätten etwas unversucht gelassen.
Dummerweise scheren sie sich auch nicht um die Form. Mick Jagger greint zum Steinerweichen und erregt nach 32 Jahren "Angie" höchstens Mitleid. Allerdings bleibt diese Ironie wie auch beim Abspielen der Rolling Stones zu fröhlich hochgehaltenen "Angie"-Tafeln so diffus wie mancher Wahlprogrammpunkt.

Aus: "Wortschatz : Wörter des Tages : Belegstellen für »Angie« am 24.08.2005"
Quelle: http://wortschatz.uni-leipzig.de/wort-des-tages/2005/08/24/Angie.html


Quote
[...] Im Stress der Wahlvorbereitungen versäumten die Unionsstrategen jedoch offenbar, genauer hinzuhören. Oder sie störten sich einfach nicht daran, dass der Stones-Klassiker "Angie" ein trauriges Abschiedslied ist. Der Song gilt jetzt als inoffizielle Wahlkampfhymne von CDU und CSU.

Aus: "Angie - wo wird das hinführen?" (Date: ?)
Quelle: http://www2.onnachrichten.t-online.de/dyn/c/52/33/31/5233316.html
« Last Edit: November 23, 2010, 09:02:50 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline lemonhorse

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[But now I smell like Vaseline... ]
« Reply #16 on: August 25, 2005, 01:19:01 PM »
Quote
[...] Der CDU/CSU würde ich ja sogar zutrauen, dass sie Frank Zappas Bobby Brown spielt, wenn sie einen Kandidaten mit Namen Robert hat.

Hey there, people, I'm Bobby Brown
They say I'm the cutest boy in town
My car is fast, my teeth is shiney
I tell all the girls they can kiss my heinie
Here I am at a famous school
I'm dressin' sharp 'n' I'm
actin' cool
I got a cheerleader here wants to help with my paper
Let her do all the work 'n' maybe later I'll rape her

Oh God I am the American dream
I do not think I'm too extreme
An' I'm a handsome sonofabitch
I'm gonna get a good job 'n' be real rich

Women's Liberation
Came creepin' across the nation
I tell you people I was not ready
When I fucked this dyke by the name of Freddie
She made a little speech then,
Aw, she tried to make me say "when"
She had my balls in a vice, but she left the dick
I guess it's still hooked on, but now it shoots too quick

Oh God I am the American dream
But now I smell like Vaseline
An' I'm a miserable sonofabitch
Am I a boy or a lady...I don't know which

So I went out 'n' bought me a leisure suit
I jingle my change, but I'm still kinda cute
Got a job doin' radio promo
An' none of the jocks can even tell I'm a homo
Eventually me 'n' a friend
Sorta drifted along into S&M
I can take about an hour on the tower of power
'Long as I gets a little golden shower

Oh God I am the American dream
With a spindle up my butt till it makes me scream
An' I'll do anything to get ahead
I lay awake nights sayin', "Thank you, Fred!"
Oh God, oh God, I'm so fantastic!
Thanks to Freddie, I'm a sexual spastic
And my name is
Watch me now, I'm goin down,
And my name is
Watch me now, I'm goin down, etc.

Aus einem Kommentar von Adil Oyan (22.08.05 @ 11:30)
Quelle: http://dieterjanecek.wahl.de/main/index.php/dieterjanecek/2005/08/22/rolling_stones

« Last Edit: November 23, 2010, 09:03:15 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline lemonhorse

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Re: [Angie - wo wird das hinführen?]
« Reply #17 on: November 23, 2005, 09:29:14 PM »
Quote
Aus: "Angie - wo wird das hinführen?" (Date: ?)
Quelle: http://www2.onnachrichten.t-online.de/dyn/c/52/33/31/5233316.html

Ja  - wo hat es hingefuehrt??? Dr. Angela Merkel ist nun unsere Kanzlerin.
Ich haette nie fuer moeglich gehalten, das mit Hilfe eines Liedes der Rolling Stones die erste Kanzlerin der BRD gewaehlt werden wuerde/koennte !...
Und was nun?
Abwarten und (guten) Rotwein trinken. So kann man sich wenigstens noch fuer einen Sozialisten halten und trotzdem Schroeder mitsamt seinen korrupten Milliarden an die Industrie in die (rote) Hoelle wuenschen.

Die Schwarze Angie und Schroeders Stellvertreter, Muenthefering werden uns noch weiter in die Schuldenfalle zerren und zum Schluss haben wir als einzige Rettung die Inflation: Also legt eure Kohle in Gold an, der Euro wird ne Wackelwaehrung...
Und wer keine Kohle hat, der verbrennt alle Wahlplakate uebern Winter: Denn leere Versprechen heizen gut., wenn auch nicht lange.
Im Uebrigen hat die Internationale Vereinigung der Todessehnsuechtigen schon den naechstgroesseren Meteor  bei Petrus bestellt.
Der wird alle Irrungen und Zweifel hier auf Erden fuer die naechsten Tausend Jahre in die Steinzeit zureuckschicken. Gott sei Dank trifft es alle, auch die Reichen...
Nehmen Sie mich nicht ernst, ich kann nichts fuer  meine abstrusen Einfaelle. Dank Dada und Marcel Janko bin ich nur eine virtuelle Erscheinung einer virtuellen, vorruebergehenden Eingebung.

Friede allen Toenen dieser Welt !




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[Payola und die Standardmaschine Pop]
« Reply #18 on: November 24, 2005, 07:59:47 AM »
Quote

Die Warner Music Group will es künftig unterlassen, Radiosender dafür zu bestechen, dass Titel des Plattenlabels bevorzugt gespielt werden, um damit Chart-Platzierungen zu manipulieren. Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer hatte wegen der als "Payola" bezeichneten Praxis ermittelt und nun mit dem Unternehmen eine Einigung erzielt, heißt es in einer Mitteilung. Warner ist nach Sony BMG die zweite Plattenfirma, der Spitzer eine Zusage abgewinnen konnte. Sony BMG hatte im Juli eine Zusage gegeben.

Spitzer hat ermittelt, dass Payola auf verschiedene Arten stattgefunden hat: Die Radiostationen bekamen Flugkosten erstattet und Tickets für Sportveranstaltungen und Konzerte ausgehändigt. Auch habe Warner Betriebskosten der Sender übernommen, Giveaways wie Eintrittskarten, Geschenkgutscheine und iPods für die Hörer gestellt oder illegale Zahlungen über Mittelsmänner geleistet.


Aus: "Warner Music will Radiosender nicht mehr bestechen" (23.11.2005)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/66536

--------

Quote

Der kleine Tim (6) will seinen Bruder Tom (4) nicht mehr hauen.

Das war das Ergebnis eines Gesprächs mit Richterin Mutti (34). Zur
Wiedergutmachung wird Tim seinem Bruder eine Woche lang seinen
Gameboy leihen.

P.S.: Früher oder später wird Tom natürlich wieder gehauen.


Foren User / Autor: der_spiegel (23.11.05 12:01)
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=9307816&forum_id=88401
« Last Edit: November 24, 2005, 08:16:34 AM by Textaris »

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[Payola und die Standardmaschine Pop II]
« Reply #19 on: November 24, 2005, 08:03:20 AM »
Quote
Die Bezeichnung Payola setzt sich zusammen aus den Worten pay (engl.: bezahlen) und Victrola und steht für den Vorgang des "pay for play" (engl.: "bezahlen für das Spielen"). Dieser Vorgang beschreibt die Bestechung von Disc-Jockeys und Programm-Redakteuren von Rundfunk- und Fernsehsender durch eine Plattenfirma, die so das häufige Spielen eines bestimmten Liedes durchzusetzt. Auf diese Weise läßt sich die Popularität eines Liedes ankurbeln und damit die Tonträgerverkäufe steigern. In Ländern in denen die Charts nicht allein durch die Verkaufszahlen erhoben werden, sondern der Einsatz eines Liedes bei Rundfunk- oder Frensehsendern in die Charts mit einfließt, ensteht zudem ein Ping-Pong Effekt.

Für erstes Aufsehen sorgt Payola in den 1950er Jahren. Die Praktiken der Payola sind aber bis in die heutige Zeit in der Musikindustrie üblich. Die Plattenfirma Sony BMG, zum Beispiel, zahlt im Juli 2005 im Rahmen eines Vergleichs zehn Millionen US-Dollar um einen Prozeß wegen Payola abzuwenden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Payola (24.11.2005)
« Last Edit: November 24, 2005, 08:05:17 AM by Textaris »

Offline lemonhorse

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[Abmahnwelle gegen Online-Karaokesänger... ]
« Reply #20 on: June 23, 2006, 08:06:54 AM »
Quote
[...]  Labels gehen gegen Webcam-Karaoke vor. Mit einer Abmahnwelle gegen Online-Karaokesänger zeigt die Musikindustrie wieder einmal ihr fehlendes Verständis der Web-Kultur. Denn die Plattenlabels wollen nun an den jugendlichen Selbstdarstellern auf Video-Plattformen wie YouTube mitverdienen.
   
      
Nach dem Kampf gegen Tauschbörsen und Songtext-Websites will die Musikbranche nun offenbar auch dem Webcam-Karaoke-Trend ein Ende bereiten.

Auf verschiedenen US-Websites wird von Fällen berichtet, bei denen YouTube-Nutzer aufgefordert wurden, ihre Videos von der Website zu entfernen.


Aus: "Labels gehen gegen Webcam-Karaoke vor" (22.06.2006)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/117506/
« Last Edit: November 23, 2010, 09:04:58 PM by Textaris(txt*bot) »

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[pöser hax0r du...]
« Reply #21 on: September 15, 2006, 07:17:48 PM »
Quote
[...] Der Musikkonzern Universal will gegen die Videoplattform YouTube wegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen. Wegen der verbreitung von Musikvideos hat das Unternehmen auch die Social-Networking-Site MySpace im Visier.

Doug Morris, der Chef des weltgrößten Musikunternehmens Universal Music, ließ am Dienstag bei einer Investorenkonferenz mit den Worten aufhorchen, dass das Soziale Netzwerk MySpace und die Videosharing-Site YouTube für zahllose Urheberrechtsverletzungen verantwortlich seien und dem Musikkonzern mehrere Millionen US-Dollar schulden würden.

[...] Der Verband der US-Tonträgerindustrie, RIAA, hatte bereits im vergangenen Juni damit begonnen, einzelne Nutzer der Plattformen, die nicht lizenziertes, urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich gemacht hatten, abzumahnen.

Die Verbreitung von Musikvideos in Online-Communitys stellt für die Labels zwar eine willkommene Werbung dar, sie wollen jedoch auch an der Verwertung des Videomaterials mitverdienen.

[...] YouTube verhandelt bereits seit längerem mit Vertretern der Plattenfirmen und wollte die Aussagen des Label-Chefs nicht kommentieren. Auch von MySpace liegt bisher keine Stellungnahme vor.

Quote
[...]   LOL Ein Musiksender von Der Musikindustrie:
sigi99, vor 8 Stunden, 15 Minuten
Ich stell mir den mal so vor: Zuerst zahlt man sowieso für jedes Lied extra, dann wird noch dazu kommen, dass man so ne Art EULA bestätigen muss, wo drinsteht, das ausser Dir kein anderer zusieht/hört, und man einer Wöchentlichen Hausdurchsuchung zustimmt. Zu sehen würde man den Songs sowieso erst bekommen, nachdem man von der MI durch das FBI durchleuchtet wurde.
Was würde man noch brauchen? Natürlich einen Spezialfernseher ab 2500 Euro,dessen Display nicht grösser als Handydisplays sein dürften, Monochrom ergo Zweifarbig (Heller Hintergrund und dunkler Pixel wahlweise in Grün oder Sepia) versteht sich ja wohl von selbst, oder glaubst du die würden das unverschlüsselt schicken?
Und natürlich bräuchte man noch für jeden Entertainer einen eigenen Decoder... Aufzeichnen kommt sowieso nicht in Frage, dafür wurde schon in den Nutzungsbedingung mit Strafen ab 5 Jahren Haft pro Lied gesorgt.

Quote
solala,
wwwin, vor 18 Stunden, 23 Minuten
kann es sein dass sie nicht die geringste ahnung haben, was es kostet, ein album zu produzieren. es steckt etwas mehr dahinter als einen rohling zu brennen.


Quote
  Ehrlich gesagt verstehe ich diese Art von Wahnsinn nicht?
mindmachine, vor 22 Stunden, 47 Minuten
Was erwarten sich diese sogenannten Manager usw... Das die Leute CDs kaufen, wenn sie eine Seite verklagen, die Videos anbietet??? Eines ist klar, es geht nur ums Geld, da die Branche hofft, dass die Leute für die Videos zahlen... Naja. Viele Jugendliche denken beim Geldausgeben überhaupt nicht nach und wurden durch Werbung und die heutige Gesellschaft zu perfekten Konsumenten erzogen... Nicht denken! Kaufen!!!! Ich gebe keinen Cent für den Müll aus.

Quote
  statt dass diese großkotzigen konzerne, einmal die
kontexs, vor 23 Stunden, 1 Minute
vorteile zu schätzen wissen geht es nur ums geld.. selber schuld.

freie musik für freidenker

Quote
verklagts mich doch
cantodea, vor 1 Tag, 29 Minuten
ich schneid grad ein video zusammen (Mike Paradinas vs. Venetian Snares), welches ich selbst aufgenommen habe. live. bin ich jetzt ein verbrech0r?

Quote
pöser hax0r du...
herrsenfdazugeber, vor 21 Stunden, 17 Minuten



Aus: "Universal macht gegen YouTube mobil" (14.09.2006)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/136409/

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[Unerlaubter Upload... ]
« Reply #22 on: October 24, 2006, 09:43:13 AM »
Quote
[...] Ein schwedisches Gericht hat erstmals eine einzelne Person wegen unerlaubten Uploads von urheberrechtlich geschützter Musik ins Internet verurteilt, berichtet die schwedische Sektion der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI). Laut Mitteilung (PDF-Datei) habe die IPFI der schwedischen Polizei insgesamt 30 Personen gemeldet, die große Mengen Musik für Filesharing bereit gestellt haben sollen. Eine dieser Personen sei vom Bezirksgericht Borås zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 250 schwedischen Kronen (insgesamt 2170 Euro) verurteilt worden.

Laut schwedischen Medienberichten wurde der Beschuldigte dafür bestraft, vier Musikstücke von Roxette, Eurythmics, Mauro Scocco und Jakob Hellman zum Tausch bereit gestellt haben. Die IFPI habe in ihrer Anzeige ursprünglich 13.000 Songs aufgeführt. (anw/c't)


Aus: "Schwedisches Gericht brummt Filesharer Geldstrafe auf" (23.10.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/79876
« Last Edit: November 23, 2010, 09:06:03 PM by Textaris(txt*bot) »

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[...die Beklagte habe nicht über den entstandenen Schaden zu befinden]
« Reply #23 on: November 13, 2006, 09:22:21 AM »
Quote
[...] In dem konkreten Verfahren geht es um eine im Februar dieses Jahres eingereichte Klage von Universal Music gegen eine Frau aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn. Die Plattenfirma wirft ihr vor, Copyright-geschützte Musikstücke im Internet getauscht zu haben, und wollte das Verfahren gegen eine Zahlung von 4500 US-Dollar beilegen. Die Verteidigung focht die Höhe des geforderten Schadensersatzes an und forderte von Universal Belege zur Zusammensetzung des Großhandelspreises für ein Musikstück. Das Argument der Kläger, die Beklagte habe nicht über den entstandenen Schaden zu befinden, wies der New Yorker Richter David Trager ab.

Der Fall erregte früher bereits Aufsehen, weil die Beklagte nach eigenen Angaben noch nie einen Computer besessen hat. In der Wohnung der Frau soll sich aber ein Internetzugang und ein ungeschütztes WLAN befunden haben, hieß es zur Erklärung in Medienberichten.


Aus: "US-Plattenlabel muss Schadensersatzforderung erläutern" (12.11.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/80906


-.-

Quote
[...] Jetzt will auch ein unabhängiger Richter wissen, was es mit den seltsamen Raubkopier-Berechnungen der Rechteverwerter auf sich hat.

Kriminologen haben die Raubkopier-Statistiken schon sehr deutlich zurückgewiesen. Ein unabhängiger amerikanischer Richter wies jetzt die "Recording Industry of America" (RIAA) an, die wundersamen Rechenkünste für die Wertberechnung eines einzelnen Musiktitels vorzuführen. Diese Inkasso-Organisation nämlich möchte von "Piraten" 750 US-Dollar für jede Aufnahme, während sie einem Händler dafür nur 70 Cent abnimmt.
Mit nicht weniger seltsamen juristischen Drehs versuchten die RIAA-Anwälte das abzuwenden, nachdem eine des Piratenunwesens beschuldigte Ms. Lindor den entsprechenden Antrag gestellt hatte. Nicht ohne Grund, denn wenn die RIAA nur noch den tatsächlichen Marktwert fordern könnte, wäre es den Aufwand kaum wert. Und natürlich macht eine Pressemeldung mehr Eindruck, wenn von Piraterie im Wert von über 7000 Dollar die Rede ist, obwohl es eigentlich nur um 7 Dollar ging.
Richter Trager befand, die RIAA-Anwälte könnten ihre Position durch keinen einzigen Präzedenzfall beweisen. Ms. Lindor hingegen konnte klar beweisen, dass der RIAA nur 70 Cent je Single und nicht 750 Dollar entgangen waren.
Wenn die Piratenjäger jetzt das Rechenexempel mit den 750 Dollar nicht erklären können, wird der Mann in der schwarzen Robe den geforderten Schadenersatz vermutlich als nicht verfassungsgemäß erklären. (Nick Farrell/bk)


Aus: "Gericht fragt RIAA: Warum kostet eine Single 750 Dollar?" von Bernd Kling (10.11.2006)
Quelle: http://de.theinquirer.net/2006/11/10/gericht_fragt_riaa_warum_koste.html


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[Überwachung des Kunden in bester Stasimanier...]
« Reply #24 on: November 13, 2006, 09:47:24 AM »
Quote
[...] Als Jugendlicher habe ich in den 70er Jahren jeden Montag und
Donnerstag meine Lieblingshits auf dem Tonband aufgenommen...
war alles kein Problem,
niemanden hat es gestört.
Seit dem hat sich Technik rasant entwickelt, nur der Vorgang der
Musiknutzung  verläuft in reziproker Relation.

Man sollte ja meinen das die Fortschritte in der Technik EIGENTLICH
dazu führen sollten, das JEDER MENSCH Musik in bester digitaler
Qualität wann immer er will mit sich führen kann. Sollte man
meinen...

[...] Damals wurde nicht reingequatscht, es gab keine ständig wie irre
lachenden Moderatoren die rund um die Uhr Slimline Witzchen erzählen
und dabei denken sie wären komisch, es gab keine KLANGREDUKTION und
keine Kompressoren die jede Dynamik verhunzen.

Es ist schon traurig;alle Fortschritte führen uns weiter weg von dem
um was es eigentlich geht, dem Spass an der Musik.
DRM, klangreduzierter Einheitsbrei von gecasteten Schwachköpfen die
allesamt denken sie wären Stars, eine Amoklaufende Medienindustrie
die ihre Kunden bekämpft oder ihnen gleich noch Rootkits unterjubelt,
konkurrierende Formate allerorts, Videoformate die abgesicherter sind
als Fort Knox und Überwachung des Kunden in bester Stasimanier.


Aus: "Zurück in die Steinzeit" Von RayFX (8. September 2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11195584&forum_id=105124

« Last Edit: November 13, 2006, 10:27:29 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Höhepunkte des weltweiten Feldzugs der Musikindustrie]
« Reply #25 on: November 13, 2006, 09:57:51 AM »
Quote
[...] Eine Richterin am Kopenhagener Stadtgericht hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Provider Tele2 erlassen, nach der dieser seinen Kunden den Zugang zum umstrittenen russischen Online-Musikladen AllofMP3.com in Zukunft verwehren muss. Nicht nur Internet-Aktivisten und Branchenvertreter zeigten sich konsterniert, selbst die dänische Vertretung des internationalen Verbandes der Plattenindustrie (IFPI) war überrascht von der Leichtigkeit, mit der sie die gewünschte Verfügung erhalten hatte. Die Industrievertreter hatten offenbar mit einem schwierigen Verfahren gerechnet, doch entschied das Gericht ganz im Sinne der Musikbranche. Hinter vorgehaltener Hand munkeln mit dem Verfahren vertraute Insider, die Kammer sei womöglich mit den technischen Details des Falles nicht richtig vertraut gewesen.

Das Gericht stützt seine Entscheidung auf einen Artikel des dänischen Urheberrechts, der eine nicht genehmigte temporäre oder permanente Reproduktion urheberrechtlich geschützten Materials verbietet. Das Gericht geht davon aus, dass AllofMP3-Betreiber Mediaservices nicht die nötigen Rechte für die Verbreitung geschützter Musik in Dänemark hat. In seiner Urteilsbegründung führt die Kammer darauf aufbauend aus, dass die Musikstücke während der Durchleitung der Datenpakete durch das Netzwerk des Providers für kurze Zeit als elektronische Signale in den Routern vorgehalten würden und damit als Kopie oder Teilkopie im Sinne des Urheberrechts zu gelten hätten. Den Einwand des Providers, die weniger als eine Millisekunde dauernde Speicherung der Daten in Netzwerk-Routern komme keiner Reproduktion im Sinne des Gesetzes gleich, ließ das Gericht nicht gelten. Tele2 wurde angewiesen, nicht weiter an der Verbreitung von Musikstücken der Website AllofMP3.com mitzuwirken und Kopien davon anzufertigen. Darüber hinaus soll der Provider seinen Kunden den Zugang zu der Domain und ihren Subdomains verwehren.

Tele2 hat inzwischen die geforderten Maßnahmen ergriffen, wird sich aber gegen das Urteil wehren. Die Berufung sei in Vorbereitung, teilte die Rechtsabteilung des Providers mit. Andere dänische Provider wie der Carrier TDC, CyberCity oder Telia Stofa werden den Ausgang des Verfahrens gespannt beobachten. Die IFPI sieht die Zugangsanbieter in der "moralischen Verantwortung", der Verfügung ebenfalls nachzukommen. Bisher haben sich die dänischen ISPs allerdings nicht bewegt und können dabei auf die Rückendeckung ihres Verbandes zählen. Für die Branche steht nach diesem "falschen Urteil", wie es ein Insider nennt, zu viel auf dem Spiel. Sollte der Sieg der Musikindustrie Bestand haben, käme das einem Dammbruch gleich, fürchten Branchenvertreter. Die IFPI hätte mit dem Urteil ein Rechtsmittel an der Hand, bei den dänischen Zugangsanbietern die Sperrung zahlreicher unliebsamer Web-Seiten anzumahnen. Die Russen zeigen sich solidarisch: "Wir bedauern, dass Tele2 jetzt in einer extrem belastenden Situation ist", erklärte ein Sprecher für Mediaservices. Das Vorgehen der Musikindustrie sei Teil einer breit angelegten Kampagne gegen Mediaservices. Er bezeichnete die Bemühungen, AllofMP3.com zu schaden, als fehlgerichtet: "So wie wir das sehen, hat die IFPI ein Problem mit dem russischen Urheberrecht und sie sollte ihre Bedenken bei der russischen Regierung vorbringen."

Dass AllofMP3.com durchaus ein kontroverses Thema ist, weiß auch der dänische Verband der Telekommunikationsanbieter. Trotzdem will die Organisation die weiteren Bemühungen von Tele2 gegen das Urteil unterstützen. "Das Gericht löst keine Probleme, sondern verursacht eine Reihe von Nebeneffekten und begibt sich auf die rutschige Straße in Richtung Zensur", erklärte Ib Tolstrup, der Direktor des Verbandes Telekommunikationsindustrien. Netzbetreiber sollten nicht für Inhalte verantwortlich und damit zum nationalen Gatekeeper gemacht werden.

Das sieht auch der Sprecher der dänischen "Piratgruppen", Sebastian Gjerding, so: "Es ist fundamental wichtig, dass die ISPs nur den Zugang liefern, nicht auch Inhalte überwachen". Sollten solche Urteile Schule machen, würde der Internet-Zugang durch nationale Sonderwege reglementiert. China fällt dem Aktivisten dazu als Beispiel ein. "Das Urteil bedroht die freie Kommunikation. Es schafft ein nach dem chinesischen Modell kontrolliertes Internet, in dem Behörden überwachen, zu welchen Informationen die Bürger Zugang haben und unerwünschte Inhalte sperren". Allerdings weiß Gjerding auch, dass die von Tele2 ergriffenen und von der IFPI in der Klage vorgeschlagenen Maßnahmen vergleichsweise leicht zu umgehen sind. "Es ist nur eine einfache DNS-Blockade. Kein Problem, das zu umgehen". Wer damit doch Schwierigkeiten habe, finde auf der Seite von Piratgruppen entsprechende Hinweise.

Das Urteil ist der vorläufige Höhepunkt des weltweiten Feldzugs der Musikindustrie gegen illegal kopierte Musik im Allgemeinen und gegen den russischen Anbieter im Besonderen. Die Interessenvertreter schaffen es so, das Thema weiter zu forcieren. Der Musikladen spielt nun sogar in den Gesprächen über den Beitritt Russlands zur World Trade Organisation (WTO) eine Rolle. Doch AllofMP3 behauptet standfest, ein nach nationalem Recht legal operierendes Unternehmen zu sein und Urheberrechtsabgaben über die russische Verwertungsgesellschaft ROMS abzuführen. Die IFPI hält stets dagegen, davon keinen Cent zu sehen und beharrt auf der Illegalität des ganzen Unterfangens. In London haben britische Industrievertreter erreicht, dass sie vor einem englischen Gericht gegen das Unternehmen prozessieren dürfen, eine entsprechende Klage steht bisher noch aus. Tiefer dürfte dagegen die von IFPIs Lobbyarbeit nicht unbeeinflusste Entscheidung der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard getroffen haben, nicht länger Zahlungen für AllofMP3 abzuwickeln.

Auch hierzulande hatte die Musikindustrie im vergangenen Jahr eine einstweilige Verfügung gegen AllofMP3 erwirkt, mit allerdings wenig direkten Folgen für den russischen Anbieter. Stattdessen gilt die Verfügung als Hebel gegen "Unterstützer" hierzulande, die den Aktivitäten von AllofMP3.com mit Links, Anleitungen oder Empfehlungen Vorschub leisten. Aber auch die deutsche Musikindustrie beobachtet das Geschehen in Dänemark mit Interesse. Konkrete Pläne in dieser Richtung habe der deutsche Arm der IFPI hierzulande allerdings nicht, wie ein Sprecher mitteilte. Möglicherweise ist das auch nicht so einfach, wie die Erfahrung der GEMA aus dem Jahr 2005 zeigt. Die deutsche Rechteverwertungsgesellschaft hatte im Sommer vergangenen Jahres 42 deutsche Provider anwaltlich aufgefordert, den Zugang zu Filesharing-Portalen zu sperren. Die Zugangsanbieter zogen es vor, sich nicht zu rühren und es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen zu lassen. Doch die angedrohten Klagen blieben aus. Offiziell heißt es bei der GEMA, man sei mit den Providern noch im Dialog. Von diesen können sich einige allerdings nur vage an Gespräche erinnern.


Aus: "Dänische Provider wehren sich gegen AllofMP3-Sperre" (10.11.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/80860

-.-

Quote
[...] Australien plant das weltweit schärfste Gesetz gegen Urherberrechtsverstöße. Darin wird z.B. das öffentliche Aufführen (=Singen in einem Park) geschützter Lieder (z.B. Happy Birthday, geschützt bis 2030) mit einer saftigen Geldstrafe belegt. Wehe dem, der so ein privates Ständchen aufnimmt und auch noch ins Netz stellt (kann alles in allem ca. 8000 Dollar kosten).

Das mag jetzt abstrus und an den Haaren herbeigezogen klingen, so nach dem Motto: Wäre zwar theoretisch möglich, aber wer macht das schon?

Wer so argumentiert, kennt die auf solche Delikte spezialisierten Anwälte nicht. Bereits die in Deutschland bestehenden Gesetze (mit ihrem weiten Auslegungsspielraum) werden immer wieder gerne für teure Abmahnungswellen genutzt. Gerade erst wieder ging es um die Fotos bestimmter Produkte bei Ebay. Wer da auf die Fotos der Hersteller zurückgriff war schnell um 800 Euro ärmer.

Und was lernt man daraus? Die Leute, die gewerbsmäßig mit gebrannten DVDs/CDs handeln, sind bereits mit den heutigen Gesetzen zu belangen. Verschärfungen im Sinne der Industrie mit weitreichenden Auskunftsansprüchen gegen Privatleute nützen nur den Versendern von Abmahnungen und schaden dem freien Datenaustausch im Netz. Es soll schließlich auch noch Leute geben, die wirklich nur eigenes Material zum Download anbieten und in Musik aus dem Netz nur reinhören, um sich die Scheiben anschliepend zu kaufen.

PS: Die Neuregelung des Urheberrechts in Deutschland steht im Frühjahr an. Und die Lobbyisten sind schon sehr hofnungsvoll, dass der darbenden Industrie mit scharfen Regelungen geholfen werden kann.


Aus: "Australien will öffentliches Singen von "Happy Birthday" unter Strafe stellen" von Padrone (19.11.06)
Quele: http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::119401&hxmain_category=::pjsub::opinio::/musik_multimedia/internet/sonstiges


-.-


Quote
[...] Abmahnungen haben wieder Konjunktur. Betroffen sind nicht nur musiksüchtige Schüler, sondern auch IT-Verantwortliche und Geschäftsführer, ohne deren Wissen Musik- und Videodateien über das Firmennetz hoch- oder heruntergeladen werden.

In den Schreiben machen die Anwälte im Namen der Film- und Musikindustrie zivilrechtliche Ansprüche wie hohe Schadensersatzforderungen geltend und drohen mit strafrechtlichen Konsequenzen. Zudem verlangen die Abmahner Auskunft über weitere Filesharing-Aktivitäten und fordern eine »strafbewehrte Unterlassungserklärung«. Das bedeutet, dass sich der Unterzeichner verpflichtet, das abgemahnte Verhalten abzustellen und bei Verstoß eine Vertragsstrafe zu zahlen. Auf Basis eines hohen Streitwerts sollen die Abgemahnten auch die angefallenen Anwaltskosten bezahlen, oft mehrere hundert Euro. In der Regel liefert das Abmahnschreiben noch ein Angebot mit, die Angelegenheit durch Zahlung einer »fairen Pauschale« von einigen tausend Euro zu bereinigen.

[...] Egal wer an der Tauschbörse teilnimmt, ermittelt wird über die IP-Adresse nur der Anschlussinhaber. Tatsächliche Nutzer sind hingegen oft auch Kollegen im Betrieb, Kinder in der Familie oder sonstige Mitnutzer eines nicht zugriffsgeschützten WLAN. Der Anschlussinhaber haftet als Störer, wenn er zumutbare Kontrollpflichten verletzt. Das Landgericht Hamburg hat in zwei Entscheidungen vom 26. Juli und vom 25. Januar 2006 die Haftung des Inhabers eines ungeschützten WLAN angenommen sowie die Haftung von Eltern, die ihren Kindern unkontrollierten Zugang zum Web gewährten.



Aus: "Report: Filesharing-Börsen und ihre Gefahren: Tausche Download gegen Abmahnung" (Artikel aus PC Professionell Ausgabe 12/2006 / Autor: Heiko Mergard)
Quelle: http://www.testticker.de/praxis/netzwerke/article20061026030.aspx

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[...] Die Entscheidung eines New Yorker Bezirksgerichts könnte die gesamte Strategie der US-Musikindustrie bei der Bekämpfung der Online-Piraterie ins Wanken bringen. Der Richter hat entschieden, dass die in einem individuellen Rechtsstreit zugrunde gelegte Struktur des "statutarischen Schadens" auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüft werden muss.

Bei diesen "statutory damages" geht es um eine Besonderheit des US-Rechtssystems, auf dem die massenhafte Verfolgung individueller "Piraten" durch die Musikindustrie beruht. Der Zusammenhang ist dabei folgender: Der Musikindustrie ist es vergleichsweise einfach und mit geringem Aufwand möglich, die Identität eines P2P-Nutzers aufzudecken.

Wurde seine IP bei der Teilnahme an einem P2P-Tausch beobachtet, so wird der für diese IP zuständige Provider mit Hilfe einer bei Gericht beantragten "Subpoena" dazu gezwungen, die Daten seines Kunden an den potentiellen Kläger zu übergeben.

Im nächsten Schritt folgt dann keineswegs die Klage gegen diesen Piraten. Vielmehr setzt sich in aller Regel eine Schlichtungsstelle der Industrie mit ihm in Verbindung und bietet einen teuren Vergleich an: Gegen Zahlung mehrerer tausend Dollar verzichtet die Musikindustrie auf ein Verfahren.

Auf dieses Angebot ging bisher die überwiegende Mehrheit der bereits vielen tausend ertappten Anwender ein. Selbst wenn die Beweislage oft wackelig ist, zahlen viele Betroffene lieber die teure Vergleichssumme, als dass sie ein Verfahren riskieren, bei dem es pro getauschtem Werk um bis zu 150.000 Dollar an "statutory Damages" geht.

Dieser per Statut ermittelte Schaden ist ein fiktiver Wert, wird vom Gericht bestimmt, da es bei Urheberrechtsverstößen kaum feststellbar ist, wie hoch der tatsächliche Schaden ist. Die Kläger verlangen allerdings meist eine "moderate" Schadensbemessung, die wie im vorliegenden Fall bei 750 Dollar pro Werk liegen kann.

Wobei man nicht vergessen darf, dass es bei den bisherigen Fällen von Piraterie oft um mehrere hundert oder gar tausend getauschte Werke ging. In der Gesamtheit bleibt der Streitwert also weiter sehr hoch. Die Zahl der tatsächlich anberaumten Gerichtsverfahren ist aus diesen Gründen bisher sehr gering.

Doch die jetzt angekündigte Prüfung der Rechtsgrundlage könnte das ändern. Denn dem Richter erscheinen die 750 Dollar selbst im Vergleich zu den theoretisch möglichen 150.000 Dollar noch viel zu hoch. Der "messbare" Schaden in Form eines Gewinnausfalls pro Werk beträgt gerade 0,70 Dollar. Die Forderung der Kläger ist damit tausendmal höher - und möglicherweise rechtswidrig.

Um nun eine bessere Schätzung des tatsächlichen Schadens zu erhalten, werden die Kläger aufgefordert, mit Hilfe von Zeugen und Bilanzen eine realitätsnahe Einschätzung möglich zu machen.

Für die Musikindustrie dürfte das eine höchst unangenehme Forderung sein, denn nun wird aktenkundig, wieviel Geld die Musikindustrie im Online-Handel verdient - und wieviel davon an die Künstler geht, für deren Schutz der Verband der Musikindustrie (RIAA) angeblich in erster Linie kämpft.


Aus: "Karten auf den Tisch!" (intern.de; 14. November 2006)
Quelle: http://www.intern.de/neue_meldungen/karten_auf_den_tisch_801.html

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[...] In einem der zahlreichen Zivilverfahren gegen die Nutzer von Filesharing-Netzwerken, die vom amerikanischen Verband der Musikindustrie (RIAA) angestrengt wurden, droht den zusammengeschlossenen Musikfirmen derzeit eine Niederlage. Der Richter forderte die RIAA auf, ihre Forderungen zu begründen.

Konkret soll der Musikverband darlegen, wie man auf die Summe von 750 US-Dollar kommt, die man als Schadenersatz für jeden einzelnen heruntergeladenen Musiktitel erwirken durchsetzen will. Die Angeklagte hatte mit der Hilfe ihrer Anwälte glaubhaft machen können, dass der Musikindustrie pro illegal heruntergeladenem Song ein wesentlich geringerer Schaden entsteht.

Die Verteidigung hatte nachgewiesen, dass die Forderung von 750 US-Dollar pro Musikstück nicht nachvollziehbar sei, wenn die Industrie die Titel zum Preis von 70 US-Cent an die Betreiber von legalen Download-Betreibern abgibt. Sollte die RIAA nicht begründen können, wie man auf die horrende Schadenssumme pro Titel kommt, dürfte das Gericht entscheiden, dass die höhe der Forderungen verfassungswidrig ist.


Aus: "Forderungen der RIAA in P2P-Verfahren auf der Kippe" (10. November 2006)
Quelle: http://www.winfuture.de/news,28431.html
« Last Edit: November 20, 2006, 02:21:23 PM by Textaris(txt*bot) »

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Die Bundesregierung und Vertreter der Musikwirtschaft sind sich darin einig, dass die Rahmenbedingungen für die deutsche Popmusik hier und im Ausland verbessert werden müssen. Dabei geht es darum, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte in einem ganzheitlichen Förderansatz zu bündeln.
 
In einer gemeinsamen Initiative des Bundes und der Musikbranche sollen deshalb an der Schnittstelle zwischen Kreativität und Wirtschaft modellhafte Projekte entwickelt und realisiert werden.
 
Angesichts von Digitalisierung und Globalisierung spiele die Musikwirtschaft in Zukunft eine noch wichtigere Rolle, erklärte Staatsminister Neumann am 9. November. „Der Blick ins Ausland zeigt aber auch, dass Deutschland hier in einem harten Wettbewerb steht.“
 
Die „Initiative: Musik“ soll vor allem auf drei Säulen ruhen: der Nachwuchsförderung, der Exportförderung und dem Bereich „Migration und Integration“. Hier könne die Musik als universelle Sprache einen wichtigen Beitrag zur Integration von Jugendlichen mit  Migrationshintergrund leisten, erklärte Staatsminister Neumann.
 
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat für das Projekt Mittel in Höhe von einer Million Euro im Bundeshaushalt 2007 bereitgestellt.


Aus: "Mehr Geld für die Musikförderung" (Mi, 15.11.2006)
Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2006/11/2006-11-15-mehr-geld-fuer-die-musikfoerderung.html


Offline Textaris(txt*bot)

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[Das Konzept der Netlabels... ]
« Reply #27 on: November 20, 2006, 01:59:06 PM »
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[...] Ein Netlabel ist eine Webseite, von der sich Musikliebhaber vorher unveröffentlichte Musik legal herunterladen können. Meist handelt es sich dabei um anspruchsvolle elektronische Pop-Musik. Mittlerweile gibt es schon über 600 Netlabels, die mal im Wochen-, mal im Monatstakt Compilations oder einzelne Songs herausbringen. Sie sind ein Forum für Elektro-Musiker, die ihre Werke frei von den Zwängen der Musikindustrie und ohne GEMA-Gebühren im Netz verbreiten wollen.

„Netlabels bieten die Möglichkeit, schnell, unkompliziert und mit einem minimalem Budget modernste Musik an den Mann zu bringen“, erklärt Donovan Ludwig, Mitbegründer des Berliner Netlabels Pentagonik. Neben London und Berlin sei die Netlabel-Szene auch in Köln oder Barcelona aktiv: Ein urbaner Trend im digitalen Zeitalter, der virtuell und geographisch immer größere Kreise ziehe.

[...] Im Moment setzten die Netlabel-Betreiber noch auf gemeinschaftliche Ideale. Trotz der großen Auswahl an Netlabels in Europa gebe es keine Konkurrenz zwischen den virtuellen Musikverlegern, behauptet Donovan Ludwig. „Das Konzept der Netlabels steht auf einer Non-Profit-Basis“, so seine Begründung.

[...] Doch aller Aufschwungseuphorie zum trotz: Netlabels können die großen Plattenfirmen wie Warner oder EMI nicht ernsthaft gefährden. Zwar gab es Fälle, in denen ein Netlabel den Bekanntheitsgrad von Künstlern steigerte – bis dann eine Plattenfirma kam, die den Musiker unter Vertrag nahm. Markus Koller, Betreiber des Podcasts starfrosch.ch und Veranstalter des ersten Netaudio-Festivals in Bern, gibt sich jedenfalls realistisch: “Die Netlabelszene wird wohl immer eine Nischenkultur bleiben: Da ist kein Geld zu holen”.



Aus: " Netlabels: Frei von den Zwängen der Musikindustrie" Von Lam Vo  - London (30.10.2006)
Quelle: http://www.cafebabel.com/de/article.asp?T=A&Id=2111



« Last Edit: November 23, 2010, 09:07:54 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[YouTube und die Rechteinhaber... ]
« Reply #28 on: November 20, 2006, 02:02:16 PM »
Quote
[...] YouTube versprach den Musik-Managern nicht nur eine Beteiligung an den Einnahmen durch Werbung, die neben den bisher illegalen Kopien der Musikvideos eingeblendet wird. Die YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chen willigten auch ein, künftige Uploads von Videos auf mögliche Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen.

Doch die Bereitschaft der Musikkonzerne, mit dem bisherigen "Urheberrechtsverletzer" YouTube (Zitat des Universal-Chefs) zu kooperieren, hat ihren Preis: Die Konzerne verlangten Anteile an YouTube, die zunächst so gut wie nichts, nach der Übernahme durch Google aber beachtliche 50 Millionen Dollar wert waren. Zuzüglich wohlgemerkt der Beteiligung an künftigen Werbeeinnahmen.

Dass Google von diesen Gesprächen wusste, kann die New York Times zwar nicht bestätigen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Unterhändler nicht von der Beteiligung am Eigenkapital YouTubes erfahren haben. Es ist sogar wahrscheinlich, dass Google diese Verhandlungen billigend in Kauf nahm, denn ein solcher Deal minimiert das rechtliche Risiko beträchtlich.

Allerdings wird Google nun damit rechnen müssen, dass auch andere Rechteinhaber vorstellig werden, um ähnlich günstige Deals zu vereinbaren. Denn bisher werden viele Künstler, Musikverlage, Filmstudios oder auch Fernsehstationen auf rechtliche Schritte beziehungsweise auf eine genaue Beobachtung der YouTube-Inhalte verzichtet haben, weil bei YouTube kein Blumentopf zu gewinnen war.

Nach der Übernahme durch Google und der großzügigen Beteiligung der 3 Musikkonzerne stellt sich das aber ganz anders dar.


Aus: "Musikindustrie bei YouTube beteiligt"  (19. Oktober 2006)
Quelle: http://www.intern.de/neue_meldungen/musikindustrie_bei_youtube_beteiligt_664.html

« Last Edit: November 23, 2010, 09:08:06 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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["Speicher für gestohlene Musik"]
« Reply #29 on: November 20, 2006, 02:05:02 PM »
Quote
[...] Nun ist es wieder soweit. Jahre nachdem abertausende User pauschal als Raubkopierer abgeurteilt wurden und von zahlreiche Branchenverbänden angesichts sinkender Tonträger-Verkäufe mit Klagen eingedeckt wurden, fährt die Musikindustrie wieder scharfe Geschütze gegen ihre ureigene Zielgruppe auf: in einem Interview mit dem Branchenmagazin Billboard verlautbarte Doug Morris ungeniert, dass iPods lediglich „Speicher für gestohlene Musik wären“. Und weil es so schön passt: Gerade ist auch die Meldung reingeflattert, dass Universal das Portal Myspace verklagt hat.


Aus: "Universal kann iPodder nicht leiden - Der Tonspion Wochenrückblick" (20.11.06)
Quelle: http://www.tonspion.de/info.php?id=1363&stil=news&TS=5a943fbae9e6e0fa9c93780103fa0c22