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Author Topic: [Kommunikative Äußerungen als Turbulenzen... ]  (Read 3051 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Kommunikative Äußerungen als Turbulenzen... ]
« on: June 13, 2005, 11:12:33 AM »

Quote
[...] Der Normalfall ist [ ] stets der, daß 'Intention' seitens des Senders von Zeichen und 'Verstehen' seitens ihres Empfängers beträchtlich voneinander abweichen [...] Schließlich betone ich nochmals - und man muß es bis zum Überdruß betonen -, daß in den meisten Fällen kommunikativer Interaktion zwischen Menschen die Vermittlung des 'Gemeinten' nur teilweise, fragmentarisch oder modifiziert 'gelingt', daß dies kaum prüfbar ist und daß daher kommunikative Äußerungen eher als Stimuli (oder 'Turbulenzen') im Interaktionsbereich des Adressaten angesehen werden müssen, die entsprechend dem gegebenen Zustand desselben zu bestimmten individuendeterminierten Transformationen führen, die nur wenig oder gar nichts mit der originalen 'Botschaft' bzw. dem 'Intendierten' seitens des 'Senders' oder Beobachters gemeinsam haben! (Köck)

Aus: "Radikaler Konstruktivismus" von Xenia Zenner (ca. 1980)
Quelle: http://kunst.erzwiss.uni-hamburg.de/Meyer/Hypermed/xenia.htm
« Last Edit: August 12, 2020, 12:33:22 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Kommunikative Äußerungen als Turbulenzen... ]
« Reply #1 on: August 12, 2020, 12:03:29 PM »

Quote
[...] Da Religion und Film als kulturelle Zeichensysteme verstanden werden können, ergibt sich in beiden Systemen das kommunikative Verständnis zwischen Kommunikator und Rezipient aus   dem gemeinsamen Symbol- oder Zeichenvorrat, wobei gerade hier auch die Schwachstelle im System ist, denn unterschiedliche Interpretationen eines niemals deckungsgleichen Symbol- und Zeichenvorrats führen auch zu Missverständnissen. Nicht nur der Filmemacher ist an der Sinnkonstruktion beteiligt sondern in seiner interpretierenden Funktion auch der Rezipient. Ähnlich geschieht es zwischen den Gläubigen und dem Priester, der in seiner Predigt zwar gewisse Inhalte vermitteln kann, aber wie diese dann verstanden und interpretiert werden, ist auch abhängig von jedem einzelnen  Gläubigen.

...


Aus: "„Symbole und Mythen im populären Film“ Die religionsästhetische Dimension des Abenteuerfilms „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“"
Verfasserin Vannina Maria Wurm (Wien, im Mai 2009)
Quelle: https://core.ac.uk/download/pdf/11585947.pdf
« Last Edit: August 12, 2020, 12:34:54 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Kommunikative Äußerungen als Turbulenzen... ]
« Reply #2 on: March 31, 2021, 11:06:21 AM »

Quote
[...] Cassirer breitet in der Philosophie der symbolischen Formen seine Kulturphilosophie und Wissenschaftstheorie in einer Mischung aus systematischer und historischer Untersuchung aus. Im ersten Band legt er die Grundlagen der Analyse der allgemeinen geistigen Funktionen und Ausdrucksformen des Menschen. Der erste Band untersucht thematisch die Sprache, der zweite Band Mythos und Religion und der dritte Band die moderne wissenschaftliche Erkenntnis. ...

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen 3 Bde. 1. Auflage: Bruno Cassirer, Berlin, 1923–1929.

    Teil 1. Die Sprache, Berlin: Cassirer 1923, XII+293 S. Digitalisat: archive.org
    Teil 2. Das mythische Denken, Berlin: Cassirer 1925, XVI+320 S.
    Teil 3. Phänomenologie der Erkenntnis, Berlin: Cassirer 1929, XII+559 S.

Kernaussage seiner Arbeit ist, dass wir die Welt stets in der Vermittlung durch bestimmte Systeme der Zeichen- und Bedeutungsbildung wie Kunst, Wissenschaft oder Religion erfahren, die er symbolische Formen nennt. ... Trotz allem kommt bei Cassirer dem Mythos eine besondere Stellung zu, da er ihn als Urform des menschlichen Denkens auffasst. Im Mythos werde eine erste Gliederung der Welt vorgenommen, es würden Strukturen geschaffen (wenn auch noch keine abstrakten Strukturen), Prägnanz ausgebildet und die mannigfaltigen Eindrücke symbolisch dargestellt. Aus dem mythischen Denken gehen für Cassirer in einem Prozess dialektischer Entwicklung die anderen symbolischen Formen wie Kunst, Geschichte, Wissenschaft usw. hervor. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_symbolischen_Formen (28. Februar 2021)

Quote
[...]  ... So erschien Cassirer der kulturelle Organismus aIs 'eine Welt, in der man nur leben muß, um in ihr zu leben', also als stabiler Rekursgrund humanen Daseins. Daß seine kulturelle Lebenswelt sich aber als  sehr fragil erwies, mußte für ihn eine 'Krisis der europäischen Kultur' erscheinen. So ist denn der späte Versuch seiner Mythenkritik im ,,Mythus des Staates" ein ausgesprochen zwiespältiges Dokument von Cassirers emphatischer Auseinandersetzung mit valenten Mythen und mit seinem blanken Erstaunen über die Faktizität und Valenz des Mythos in der Moderne. [...] "In  der  Politik leben wir immer auf vulkanischem Boden. Wir müssen auf abrupte Konvulsionen und Ausbrüche vorbereitet sein ... denn der Mythos ist nicht wirklich besiegt und unterdrückt worden. Er ist immer da, versteckt im Dunkel und auf seine Stunde und Gelegenheit wartend. Diese Stunde kommt, sobald die anderen bindenden Kräfte im sozialen Leben des Menschen aus dem einen oder anderen Grunde ihre Kraft verlieren und nicht länger imstande sind, die dämonischen mythischen Kräfte zu bekämpfen" (MS 364) ...


Aus: ""Die Gegensätze schließen einander nicht aus, sondern verweisen aufeinander" Ernst Cassirers Symboltheorie und die Frage nach Pluralismus und Differenz"
Loccumer Protokolle 30/98, Herausgeber Wolfgang Vögele
https://www.uni-heidelberg.de/md/theo/einrichtungen/ts/faecher/st/13_von_cassirer_zu_blumenberg.pdf

« Last Edit: March 31, 2021, 11:13:33 AM by Textaris(txt*bot) »
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