Author Topic: [China und die Informationsfreiheit... (Notizen)]  (Read 9169 times)

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[Executives of Chinese surveillance companies say... (Notizen)]
« Reply #15 on: September 12, 2007, 03:07:46 PM »
Quote
[...] Die Hedge Fonds von der Wall Street investieren offenbar massiv in chinesische Überwachungssysteme, die anhand der Auswertung von Cybercafes die Anfänge von Protesten erkennen sollen [...]


Aus: "Wall Street und die chinesische Überwachung" (Dienstag, 11. September 2007)
Quelle: http://netzpolitik.org/2007/wall-street-und-die-chinesische-ueberwachung/

-.-

Quote
[...] SHENZHEN, China, Sept. 7 — Li Runsen, the powerful technology director of China’s ministry of public security, is best known for leading Project Golden Shield, China’s intensive effort to strengthen police control over the Internet.

But last month Mr. Li took an additional title: director for China Security and Surveillance Technology, a fast-growing company that installs and sometimes operates surveillance systems for Chinese police agencies, jails and banks, among other customers. The company has just been approved for a listing on the New York Stock Exchange.

The company’s listing and Mr. Li’s membership on its board are just the latest signs of ever-closer ties among Wall Street, surveillance companies and the Chinese government’s security apparatus.

Wall Street analysts now follow the growth of companies that install surveillance systems providing Chinese police stations with 24-hour video feeds from nearby Internet cafes. Hedge fund money from the United States has paid for the development of not just better video cameras, but face-recognition software and even newer behavior-recognition software designed to spot the beginnings of a street protest and notify police.

[...] Executives of Chinese surveillance companies say they are helping their government reduce street crime, preserve social stability and prevent terrorism. They note that London has a more sophisticated surveillance system, although the Chinese system will soon be far more extensive.

Wall Street executives also defend the industry as necessary to keep the peace at a time of rapid change in China. They point out that New York has begun experimenting with surveillance cameras in Lower Manhattan and other areas of the city, and that corporations make broad use of surveillance cameras in places like convenience stores and automated teller machines.

“Is New York a police state?” said Peter Siris, the managing director of Guerrilla Capital and Hua-Mei 21st Century, two Manhattan hedge funds that were among the earliest investors in China Security and Surveillance.

Mr. Lantos and human rights advocates contend that surveillance in China poses different issues from surveillance in the West because China is a one-party state where government officials can exercise power with few legal restraints.

Mr. Lantos is part of a Democratic Congressional majority that is increasingly eager to confront China at a time of high Chinese trade surpluses and considerable economic insecurity in the United States. He is also a longtime ally of Nancy Pelosi, the speaker of the House and a fellow Californian, who made her reputation in Congress as a critic of China on human rights issues.

A White House spokesman, Tony Fratto said the White House would not comment on specific companies, adding, “It’s not appropriate to interfere in the private decisions of Americans to invest in legally incorporated firms.”


From: "An Opportunity for Wall St. in China’s Surveillance Boom" (By KEITH BRADSHER; Published: September 11, 2007)
Source: http://www.nytimes.com/2007/09/11/business/worldbusiness/11security.html?ex=1347163200&en=712011a0bd8e7771&ei=5090&partner=rssuserland&emc=rss

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[Internetcafés und Staatsgeheimnisse... (China, Tibet)]
« Reply #16 on: March 22, 2008, 10:39:03 AM »
Quote
[...] Reporter ohne Grenzen berichten, dass in Tibet ausländische Rundfunksender gestört werden und Internetcafés den Befehl erhalten hätten, ihre Kunden noch stärker zu überwachen um zu verhindern, dass "Staatsgeheimnisse" in Form von Videos und Fotos verschickt werden. Zudem seien die Telefonverbindungen weiter gestört. Nach anderen Berichten wird die Internetsuche nach bestimmten Begriffen weiterhin blockiert, YouTube ist immer noch gesperrt. (fr/Telepolis)

Quote
21. März 2008 14:33
Wer nichts zu verbergen hat, muss keine Journalisten ausweisen...
Z (mehr als 1000 Beiträge seit 16.06.00)

Wie unangenehm, wenn man vom Überwacher zum Überwachten wird. Aber so
ist das nun einmal: das Volk hat die Regierung zu überwachen, nicht
umgekehrt.

MFG/Z


Quote
21. März 2008 14:25
Wer zensiert, verliert ...
Phobeus (132 Beiträge seit 02.06.03)

So einfach ist es sich heut zu Tage eine Bild zu machen. Im Zeitalter
des Internets ist es möglich ohne Probleme jederzeit alle
Informationen bereit zu stellen. Wenn China also der Meinung ist,
dass es dort keine friedlichen Demonstranten gibt, sondern nur
randalierende Pöbel, dann sorgt dafür, dass das Internet wieder
läuft, damit jeder Weltenbürger sich via Ho Long (oder wie Meyer dort
auch heißen Mag) Webcam selbst ein Bild machen kann. Wer die
Kommunikationsleitung kappt und anschließend nur noch über
Staatsstellen etwas berichtet, verliert per Definition sofort die
gesamte Glaubwürdigkeit.

Das gilt nicht nur für China, sondern auch in der Republik, wenn mal
wieder im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes irgendwelche
Unterlagen zurückgehalten werden. Verdammt nochmal, wenn schon damit
argumentiert wird, dass "wer nichts zu verstecken hat, etwas
verbergen muss", wieso gilt das nur für normale Bürger und nicht
Regierungsstellen, die eigentlich transparent gegenüber den
eigentlichen Souverän transparent sein sollten? Irgendwie stelle ich
mir unter einer moderen freien Gesellschaft etwas anderes vor als
China, Europa oder USA ...



Aus: "China fahndet im Internet nach Verdächtigen für die Unruhen in Lhasa" (21.03.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/China-fahndet-im-Internet-nach-Verdaechtigen-fuer-die-Unruhen-in-Lhasa--/meldung/105406




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[Das Golden Shield Project... ]
« Reply #17 on: April 29, 2008, 09:07:04 AM »
Quote
[...] Das Golden Shield Project, manchmal auch als die Große Firewall von China in Anlehnung an die chinesische Mauer bezeichnet, ist ein Projekt zur Überwachung und Zensur, betrieben vom Ministerium für Sicherheit der chinesischen Regierung, welches 1998 gestartet und 2003 landesweit in Betrieb genommen wurde. Dem zuständigen Ministerium zufolge stellt das Projekt ein Kommunikations- und Informationsnetzwerk dar, welches das Potential und die Effizienz der Exekutive steigern soll.

[...] 1998 wurde die Demokratische Partei Chinas (CDP) als eine der ersten oppositionellen Parteien gegründet, welche sich unter anderem auf die Möglichkeiten und die Nutzung von technischen Kommunikationsmitteln wie Internet, E-Mail und Pager-Systeme konzentrierte mit welchen große Menschen- und somit Wählermassen erreicht werden können. Die Kommunistische Partei Chinas befürchtete eine digitale Revolution hervorgerufen durch die Demokratische Partei Chinas, durch die Entstehung eines neuen und mächtigen Netzwerkes welches die bestehenden machthabenden Parteien nicht kontrollieren könnten.

Die CDP wurde umgehend verboten, gefolgt von rigorosen Verhaftungen. Im selben Jahr wurde das Golden Shield Project ins Leben gerufen. Die erste Phase des Projektes wurde acht Jahre später, im Jahre 2006 abgeschlossen, gefolgt von Phase 2 welche voraussichtlich 2008 fertiggestellt wird. China Central Television (CCTV) zufolge beliefen sich die Vorlaufkosten des Projektes bis 2002 auf US$ 800.000.000, umgerechnet ca. 505 Millionen EUR.

Am 6. Dezember 2002 begaben sich 300 Mitarbeiter des Projektes aus 31 Provinzen und Städten Chinas auf eine 4-tägige "Einkaufstour", auf der viele "westliche" high-tech Produkte wie bspw. Internet-Sicherheitsprodukte, Videoüberwachungstechnologie und Biometrie gekauft wurden. Es wird geschätzt, dass zu diesem Zeitpunkt rund 30.000 Organe der Exekutive an diesem gigantischen Projekt beschäftigt waren.

Das Projekt befasst sich unter anderem mit dem Sperren von unerwünschten Inhalten und Informationen. Dies wird durch das verhindern des Routings bestimmter IP Adressen erreicht - eine Funktion die durch Standard-Firewalls und Proxy Server zur Verfügung gestellt wird. Weiters wendet das System selektives DNS Poisoning an wenn versucht wird unerwünschte IP Adressen zu erreichen. Die Regierung scheint die im Internet zur Verfügung gestellten Informationen nicht systematisch zu analysieren, da dies aus technischer Sicht nicht zu bewältigen wäre.

[...] Im September 2002 wurde das Projekt von Li Runsen, dem technischen Direktor und Mitglied des Aufsichtsrates, tausenden Mitgliedern der Exekutive bei einer Informationsveranstaltung in Beijing mit dem Namen "Informationstechnologie für Chinas Nationale Sicherheit" vorgestellt.

Im Oktober 2001 veröffentlichte Greg Walton vom Internationalen Zentrum für Menschenrechte und Demokratische Entwicklung folgenden Bericht:

    „ Die altmodische Zensur wurde durch eine massive, allgegenwärtige Überwachungsmaschinerie ersetzt: den goldenen Schild. Zweifellos ist das Ziel des Projektes, eine gigantische Online-Datenbank aus Daten wie Sprach- und Gesichtserkennung, Videoüberwachung, Smart Cards, Geldtransaktionen und Internet-Überwachungstechnologien zum Zwecke eines allumfassenden Überwachungsnetzwerkes zu erschaffen. “

    – Greg Walton

...




Aus: "Projekt Goldener Schild" (28. April 2008 )
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Golden_Shield_Project

-.-

"Breaking Through the “Golden Shield”"
Garden Networks - The Golden Shield and Web Repression (2004)
eumap.org is the website of OSI's EU Monitoring and Advocacy Program (EUMAP) and an online centre for comprehensive resources, news, and analyses on human rights and the rule of law in Europe.
http://www.eumap.org/journal/features/2004/infohr/infohr2/goldenshield

-.-

Quote
[...] Angesichts des vielschichtigen Systems aus technischen Filtern, gesetzlichen Verboten und händischer Kontrolle durch ein Heer von Aufsichtsbeamten und auch den verpflichteten Telekommunikations- und Internetprovidern, wird man den "Zuständigen" nicht finden.

Laut US-Medienberichten könnten Änderungen an Chinas "Goldenen Schild", dem weltweit größten Filtersystem, der Grund sein. Dieser erlaubt laut Experten ziemlich alles, was auch anderswo erprobt und angewendet wird, IP-Filtering, Portsperren, DNS-Manipulationen oder falsche Rückantworten auf DNS-Anfragen, das Blocken von URLs oder Teilen der URLs und das Scannen nach problematischen Schlüsselwörtern. In China sorgen viele Mitarbeiter für dynamische Updates, Datenpakete werden nicht nur gestoppt, sondern teilweise auch umgeleitet. Das jeweilige Feintuning der Filter erfolgt nach aktueller Großwetterlage.

...


(anw/c't)


Aus: "Deutsche Unternehmen klagen über Internet-Einschränkungen in China" (28.04.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Deutsche-Unternehmen-klagen-ueber-Internet-Einschraenkungen-in-China--/meldung/107125


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[Dieses Produkt kann ungesunde Informationen... (Grüner Damm)]
« Reply #18 on: August 13, 2009, 01:06:50 AM »
Quote
[...] Die neue Blockiersoftware Grüner Damm regiert empfindlich auf große fleischfarbene Flächen. Ein Bild mit viel gelber Farbe wird falsch beurteilt. Auch beim Test mit drei berühmten Katzen scheiterte die Software: Will man auf Hello Kitty (weiss und pink), Doraemon (blau) und Garfield (gelb) zugreifen, so wird der arme Garfield vom „Grünen Damm" blockiert.

„Ich bin total erschreckt, als ich die Nachricht gehört habe", sagt Chen Yun, ein Internet-User in der Provinz Guangdong. Am 9. Juni wurde die Vorschrift veröffentlicht, dass auf jedem Computer, der ab 1. Juli dieses Jahr in China verkauft wird, die Software „Grüner Damm" installiert sein muss.

Einer Online-Umfrage von sina.com zufolge wollen 80 Prozent der Befragten die Software nicht installieren, weil sie befürchten, dass mit dieser Software ihre Online-Aktivitäten offen zu Tage träten und damit ihre Privatsphäre verletzt würde.

Es ist bislang ohne Beispiel, dass eine Regierung die Bürger dazu verpflichtet, eine bestimmte Software anzuwenden. Deshalb hat die Nachricht erheblichen Argwohn hinsichtlich der Hintergründe der Vorschrift erregt. Tests haben zudem ergeben, dass die Software noch erhebliche Mängel aufweist.

Zwei bislang unbekannte Firmen stehen nun über Nacht im Mittelpunkt des Interesses: die Zhengzhou Jinhui Computer System Engineering Ltd. und die Beijing Dazheng Hierarchical Network of Concepts Ltd. Sie haben bei der Entwicklung der Software kooperiert. Jinhui ist verantwortlich für die Blockierung von bewegten Bildern und Fotografien, während Beijing Dazheng für das Filtern von Worten zuständig ist.

Am Abend des 9. Juni haben einige Internet-User herausgefunden, dass man auf der Homepage der Firma Jinhui durch einige Klicks pornografische Fotos betrachten konnte. Einen Tag später war auf der Homepage der Firma dieser Zugriff allerdings nicht mehr möglich. Will man derzeit die Homepage besuchen, findet man dort nur einen einzigen Satz vor: „Diese Webseite wird zur Zeit aktualisiert." Nach Meinung von Experten sollte mit diesem Fotomaterial wahrscheinlich die Filtersoftware getestet werden. Allerdings hätten sie nur intern zugänglich sein sollen, niemand weiß, warum sie plötzlich auf der Homepage des Unternehmens aufgetaucht sind.

Am 8. April haben das Bildungsministerium, das Finanzministerium, das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie und das Pressebüro des Staatsrats gemeinsam eine Vorschrift veröffentlicht, wonach alle Computer in den Schulen des Landes die  Software „Grüner Damm- Jugendbegleitung" installieren müssten. Aus einem von der Schulbehörde in der Provinz Anhui weitergegebenen Dokument ist ersichtlich, dass auf Anordnung der vier Ministerien jede Schule bis Ende Juli die Installierung der Software vollzogen haben muss. Chinas große PC-Hersteller wie Haier und Fouder bestätigten, eine Anweisung der Regierung erhalten zu haben, wonach die Software auf allen Computern zu installieren sei, die im Rahmen der Aktion zur „Verbreitung von preiswerten elektrischen Haushaltsgeräten in ländlichen Gebieten" ausgeliefert werden. Dadurch wird der „Grüne Damm" sehr rasch die in China am weitesten verbreitete legale Software werden.

Allerdings ist die Arbeitsweise der Software „Grüner Damm" ein bisschen zu einfach: zuerst wird ein verdächtiges Foto analysiert, um herauszufinden, ob es Nacktheit abbildet. Dann begutachtet die Software die Gestalt des „nackten Gebietes" und soll beurteilen, ob es sich dabei um pornografisches Material handelt. Gesichtsdarstellungen dürfen unzensiert die Sperre passieren.

Fachleute aus der IT-Branche sind skeptisch: „Ungeklärt ist die Frage, ob die Software wirklich alle pornographischen Inhalte effektiv erfassen und blockieren kann. Wie sieht es mit pornografischen Darstellungen schwarzer Menschen aus?" Nach dem Test ist klar, dass „Grüner Damm" die Fotos farbiger Menschen nicht effektiv unterscheiden kann. Auch Fotos mit großflächigen Gelb- und Rosatönen, wie sie bei Abbildungen von nackten Babys, Schweinchen und der Cartoon-Figur Garfield auftreten, werden vom „Grünem Damm" blockiert, obwohl alle drei Zensuropfer nicht das Geringste mit Pornographie zu tun haben!

„Dieses Produkt kann ungesunde Informationen auf dem Internet blockieren, allerdings kann nicht garantiert werden, dass alle ungesunden Informationen erfasst werden und es sich bei allen blockierten Informationen um ungesunde Informationen handelt", so steht es in den Nutzungsbedingungen, denen die Kunden des „Grünen Damms" zustimmen müssen. „Dieses Produkt übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch seine Anwendung entstehen können."

Wäre diese Software nur eine normale Businesssoftware, würde man wahrscheinlich kein Aufhebens über diese Klausel machen. Allerdings wird der Grüne Damm ab 1. Juli zur vorgeschriebenen Software auf jedem PC in China. Dies wirft unweigerlich die Frage auf, wer für Schäden haftbar zu machen ist, die aus ihrer Anwendung entstehen.

Ein IT-Fachmann erklärt, dass die Software im Hintergrund des Rechners läuft. Wenn der Kunde mit Programmen wie Word ein Dokument eingibt, würde das Programm plötzlich und ohne Warnhinweis abstürzen, wenn die Software einige Wörter des Textes als „ungesunde Information" beurteilt. Das gleiche Problem beim Verfassen einer Email: wegen eines inkriminierten Begriffs im Text würde das System abstürzen und die Email nicht gesendet werden. Wenn Dokument und Email im Zusammenhang mit wichtigen Geschäftsvorgängen stehen, wer ist dann für das Versagen haftbar zu machen?

Anfänglich diente die Software „Grüner Damm" hauptsächlich dem Schutz der Jugend. Das Risiko wirtschaftlicher Einbußen ist in diesem Bereich eher gering. Jetzt ist sie eine landesweit vorgeschriebene Software geworden und wird auf den Alltag von weltweit Milliarden Kunden Einfluss nehmen.

Derzeit ist der „Grüne Damm" nur auf dem „Windows"- Betriebssystem anwendbar. Es gibt bisher noch keine Version für andere Betriebssysteme, wie Mac und Linux. Was macht man mit diesen Rechnern ab 1. Juli?

Näheres über die beteiligten Firmen

Zhou Huiqin, Geschäftsführerin der Zhengzhou Jinhui Computer System Engineering Ltd., war früher Vizegeschäftsführerin der Beijing Kehai Gruppe, die zur Akademie der Wissenschaften gehört. Im Jahr 1997 kam Zhou im Rahmen der technischen Armutsbekämpfung nach Zhengzhou und gründete Jinhui. In den letzten Jahren hat Jinhui stets Regierungsaufträge erhalten.

Beijing Dazheng Ltd. ist eine Gemeinschaftsgründung des Bezirks Haidian und dem Akustikinstitut der Akademie für Wissenschaften. Der Homepage der Dazheng GmbH zufolge sind alle Projekte, die von Danzheng betrieben werden, Projekte im Auftrag der Regierung. Die Firma hat auch Geldleistungen aus Fonds verschiedener Staatsprojekte bezogen.




Aus: " Grüner Damm: Filter für den armen Garfield - Wo steckt Fritz the Cat?" von Hu Ben (24-06-2009)
Quelle: http://german.beijingreview.com.cn/focus/txt/2009-06/24/content_203917.htm

-.-

Quote
[...] Eigentlich sollte es eine Protestaktion sein, aber nun wurde stattdessen eine Feier daraus. "Das ist doch toll, da haben wir doch zur Abwechslung mal etwas erreicht!", freut sich der Pekinger Maler Liu Yaohua und fährt sich mit der Hand durch seine neue, ungewohnte Frisur. Er hat sich ein "U" ins Haar rasiert.

Die drei Freunde, die mit ihm ins schicke Pekinger Galerienviertel Dashanzi gekommen sind, haben auch jeder einen Buchstaben auf den Kopf geschoren: Einer trägt ein "F", der zweite ein "C" und der dritte ein "K". Mit dem englischen Kraftausdruck wollten sie ihrer Meinung zur Verschärfung der Internetzensur Ausdruck verleihen, die unter dem seltsamen Namen "Grüner Damm Jugendeskorte" daherkam.

Dahinter verbirgt sich ein Filter- und Überwachungsprogramm, das ab dem ersten Juli auf allen in China verkauften Computern vorinstalliert sein sollte. Angeblich sollte es dazu dienen, die Chinesen vor Pornografie zu schützen. Aber es zielt auch auf "schädliche Inhalte" politischer Natur. In chinesischen Netzforen löste der Plan eine Sturm der Empörung aus. Auch die Protestfeier in Dashanzi richtete sich gegen den "Grünen Damm". Aber zur Überraschung der Demonstranten gaben die Behörden in der Nacht zum ersten Juli bekannt, die neue Zensurregel werde bis auf Weiteres verschoben.

Chinas Zensoren erklärten zwar nicht, warum sie ihr Projekt vertagten. Der Hauptgrund für den Aufschub ist aber offenbar, dass der "Grüne Damm" technisch so schwach auf der Brust ist, dass sich der zu erwartende Ärger für die Behörden nicht lohnt - noch nicht. Chinesische Internetnutzer begrüßten die Entscheidung. Der Aufschub sei ein "Sieg der Volksmeinung", sagte der Künstler und Blogger Ai Weiwei der britischen BBC. Aus Protest hatte Ai zum "Internetstreik" aufgerufen.

Die Hauptfunktion des Programms besteht darin, alle Computer, auf denen es installiert ist, mit einer laufend erweiterten, amtlichen Datenbank zu vernetzen, auf der verbotenen Seiten verzeichnet sind und den Zugriff auf sie zu blockieren. Dabei kann der "Grüne Damm" noch mehr, zum Beispiel in E-Mails in Textprogramme wie Word eingreifen und sie zum Absturz bringen, sobald ein unerwünschtes Wort fällt.

Aber das Programm krankt an einer ganze Reihe von Sicherheitslücken, die auch den Zensoren nicht recht sein können. So kann im Prinzip jede Webseite, auf die ein "Grüner Damm"-Computer zugreift, die Kontrolle über diesen Computer übernehmen, ergab ein Test des Programms an der Universität von Michigan. Die Zensurmaßnahme, die angeblich dem Schutz vor Pornografie dienen soll, wäre also eine Einladung für Hacker und Internet-Betrüger. Obendrein blockiert die Regierung mit dem Programm ihre eigene Propaganda. Wer etwa ein amtliches Pamphlet mit einem Namen wie "Der Dalai Lama ist ein Wolf im Schafspelz" lesen möchte, wird von der Filtersoftware ausgebremst.

Das immerhin wäre für die Machthaber vielleicht ein schöner Nebeneffekt. Aber außer technischen Problemen und dem Ärger der heimischen Benutzer handelte sich die Regierung mit dem Programm auch Schwierigkeiten mit ihren Handelspartnern ein. Die sehen in der neuen Software einen Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO). Allerdings hat China in der Vergangenheit immer wieder gegen Handelsregulierungen verstoßen und sich durch Proteste nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Wenn der "Grüne Damm" technisch besser ausgereift ist, dürfte es also, Blogger und WTO hin oder her, einen neuen Anlauf geben.



Aus: ""Grüner Damm" - Peking übt noch bei Internet-Zensur" VON JUSTUS KRÜGER (01.07.2009)
Quelle: http://www.fr-online.de/top_news/1818979_Gruener-Damm-Peking-uebt-noch-bei-Internet-Zensur.html


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[Codewörter wie gelbe Ente... ]
« Reply #19 on: July 30, 2014, 10:01:42 AM »
Quote
[...] Zum 25. Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz unterbanden chinesische Behörden wie üblich die Google-Suche und blockierten Schlagwörter auf sozialen Medien noch stärker als sonst. Um die Zensur zu umgehen, erfinden Dissidenten zwar immer neue Codewörter und Bilder. Doch sie haben in dem ständigen Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden, die neue Codes regelmäßig knacken, immer weniger Möglichkeiten, für die breite Masse verständlich zu bleiben, schreibt "Blocked on Weibo"-Autor Jason Ng in einem Beitrag für die August-Ausgabe von Technology Review.

„Für das Massaker-Datum 4. Juni 1989 stand zunächst etwa 8964. Später wurde es mit römischen Zahlen (VIIV) und auf Französisch (six quatre) verfremdet", führt Ng aus. "Doch selbst das kryptische zwei hoch sechs für 64 würde bereits zensiert." Der chinesische Journalist Yang Xiao fürchtet deshalb, dass Nutzer, denen die Codes das Gefühl geben, Teil des Widerstands zu sein, in Wirklichkeit ins Nichts hineinrufen. Oder im besten Fall einen kleinen Zirkel Eingeweihter erreichen, die ihre Ansichten sowieso teilen. Gestützt wird Xiaos These durch eine aktuelle informelle Befragung von 100 chinesischen College-Studenten, von denen nur 15 das sogenannte Tank Man-Foto erkannten. Auf dem historischen Bild stellt sich ein einzelner Demonstrant auf dem Tiananmen-Platz einer Panzerkolonne entgegen.

Doch Codewörter wie gelbe Ente für dieses Foto nützen nichts, wenn es durch das erzwungene Schweigen von Staatsmedien und Schulen kein gemeinsames Wissen mehr gibt. Wer motiviert genug ist, kann im Internet zwar alle nötigen Werkzeuge zur Umgehung der Großen Firewall finden, schreibt die Pekinger Journalistin Helen Gao in der New York Times. Doch nur wenige suchen nach ihnen. Die meisten ihrer Altersgenossen würden die Zensur fraglos akzeptieren. Diese erzeuge nicht nur Unwissen, sondern auch eine Art Apathie gegenüber allem, was nicht das eigene Fortkommen betrifft. So kennen viele chinesische Uni-Absolventen Dissidenten wie Ai Weiwei und Chen Guangcheng nicht.“ (vsz)


Aus: "Pekings Online-Zensur immer schwerer zu umgehen" (30.07.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pekings-Online-Zensur-immer-schwerer-zu-umgehen-2269426.html


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[Der Zugriff auf Instagram... ]
« Reply #20 on: September 29, 2014, 08:58:40 AM »
Instagram ist eine schnelle, schöne und spannende Möglichkeit, dein Leben mit Freunden und Familie zu teilen.
Nimm ein Foto oder Video auf, wähle einen Filter, um das Aussehen und die Stimmung zu verändern und poste es auf Instragram - so einfach ist das. Du kannst es auch auf Facebook, Twitter, Tumblr und mehr teilen. Es ist ein neuer Blick auf die Welt. ...

http://instagram.com/

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Quote
[...] Der Zugriff auf Instagram ist in der Volksrepublik China seit Sonntag offenbar nicht mehr möglich. Dies zeigen die Seiten greaterfire.org und blockedinchina.net an. Ein Zusammenhang zwischen der Zensur und den Demokratiekundgebungen in Hongkong sowie der dort ausgeübten Polizeigewalt drängt sich auf. Denn auf Instagram wurden einschlägige Bilder mit den Hashtags #OccupyHK und #OccupyCentral veröffentlicht. In Hongkong selbst kann Instagram nach wie vor genutzt werden.

Die Internetzensur der Volksrepublik ist laufender Veränderung unterzogen. Die Maßnahmen reichen von der Unterdrückung bestimmter Begriffe bis zur Blockade gesamter Domains. Was genau unterdrückt wird kann sich stündlich ändern. Verschiedene Nachrichtenseiten sowie Dienste wie Facebook, Twitter, Xing und Google+ sind aber permanent unerreichbar. Flickr kam im Juli dazu, und nun hat es auch die Facebook-Tochter Instagram erwischt.

Linkedin zensiert kritische Postings selbst und kommt so dem staatlichen Zensor zuvor. Myspace ist ebenfalls verfügbar. Die Aktivisten von Greatfire.org kritisieren in dem Kontext auch das Wall Street Journal und Reuters: Auf deren in chinesischer Schrift abgefassten Webseiten wurde lange gar nicht über die Proteste in Hongkong berichtet. Auch Microsoft bekommt sein Fett ab, weil es die in China angezeigten Suchergebnisse nach politischen Kriterien filtert.

Diese Proteste richten sich insbesondere gegen die Rücknahme des Allgemeinen Wahlrechts. 2007 hatte der Chinesische Volkskongress beschlossen, ab 2017 in Hongkong Wahlen mit Allgemeinem Wahlrecht durchzuführen. Auch das Hongkonger Grundgesetz sieht Allgemeine Wahlen vor. Nun aber will die Volksrepublik einen Rückzieher machen: Es sollen sich nur Kandidaten zur Wahl stellen dürfen, die treu zur Zentralregierung in Peking stehen. Um das zu garantieren sollen alle Kandidaten von einem Peking-treuen Komitee ausgesucht werden.

Der Hongkonger Rechtswissenschaftler Benny Tai Yui-ting will sich damit nicht abfinden. Er initiierte die Bürgerbewegung "Occupy Central with Love and Peace" (OCLP). Sie will gewaltfrei mit zivilem Ungehorsam auf die Entwicklung aufmerksam machen und Druck ausüben. Die Polizei reagierte mit Gewalt und Tränengas, soll sich gegenwärtig aber wieder zurückgezogen haben.

Die ehemalige britische Kolonie Hongkong hat einen juristischen Sonderstatus in China. Dies geht auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und Hongkong aus dem Jahr 1984 zurück. Großbritannien besaß nur einen kleinen Teil der Kolonie souverän, der überwiegende Teil war gepachtet ("New Territories"). Diese Pacht lief Mitte 1997 aus. In dem Vertrag aus 1984 wurde die Übergabe der gesamten Kolonie an die Volksrepublik zur Jahresmitte 1997 geregelt.

In Artikel 5 des Vertrages heißt es: "Das sozialistische System und seine Politik werden in der Sonderverwaltungszone Hongkong nicht angewandt. Das bisherige kapitalistische System und seine Lebensweise bleiben für weitere 50 Jahre unverändert." Kurz vor der Übergabe an China wurden in Hongkong Reformen für mehr Demokratie und Arbeitnehmerrechte beschlossen. Doch sofort nach der Übergabe machten chinesische Entscheidungsträger diese Reformen rückgängig. Sie schränkten auch das Demonstrationsrecht ein und erließen ein neues Wahlrecht.

...


Aus: "Demokratiedemos in Hongkong: China blockt Instagram" (29.09.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Demokratiedemos-in-Hongkong-China-blockt-Instagram-2404843.html


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[Seit vergangenen Freitag... ]
« Reply #21 on: December 30, 2014, 12:23:21 PM »
Quote
[...] In China sind seit vergangenen Freitag E-Mail-Adressen von Googles Web-Dienst Gmail nicht mehr erreichbar. Chinesische Aktivisten, die mit GreatFire.org für Meinungsfreiheit im Internet eintreten, gehen von einer Blockade der chinesischen Regierung aus. Ein Mitglied der Gruppe vermutete gegenüber dem britischen Guardian, dass die Regierung versuche, Googles Einfluss in China zu unterminieren. Wenn geschäftliche Kontakte in China via Gmail nicht mehr erreichbar wären, sähen sich deren Partner im Ausland gezwungen, andere Web-Dienste zu nutzen.

Googles Transparenzbericht zeigt für den Gmail-Traffic in China seit Mitte 2010 große Schwankungen. Am 26. Dezember fällt die Kurve plötzlich stark ab. Ein Google-Sprecher in Singapur sah auf Anfrage des Guardian allerdings keine Probleme auf Seiten des Konzerns.

Seit Juni waren etliche Google-Dienste in China immer wieder Störungen ausgesetzt. Gmail ließ sich bisher aber grundsätzlich noch nutzen. Damit ist es jetzt anscheinend erst einmal vorbei. Dem widersprach die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums Hua Chunying. Sie sagte demnach, dass sie nichts von einer Blockade wüsste und dass die chinesische Regierung sich für gute Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Investoren einsetze. (akr)




Aus: "Zensur: Gmail in China wohl blockiert" (29.12.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zensur-Gmail-in-China-wohl-blockiert-2507064.html


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[Seine Übertragungsprotokolle... ]
« Reply #22 on: January 26, 2015, 02:12:03 PM »
Quote
[...] China verschärft die Zensur des Internets. VPN-Tunneldienste, mit denen Nutzer die Blockaden teilweise umgehen können, werden offenbar mit verbesserten technischen Möglichkeiten seit Kurzem massiv gestört. Große Anbieter solcher VPN-Verbindungen wie Astrill und Golden Frog berichteten, ihre Server seien von China aus teilweise nicht mehr erreichbar.

Seine Übertragungsprotokolle bei dem mobilen Apple-Betriebssystem iOS seien "schwer geblockt", berichtete Astrill der Financial Times. Nutzer klagten, dass sie keine Tunnel-Verbindungen mehr mit iPhone oder iPad herstellen könnten, um gesperrte Websites aufzurufen. Der Zugriff sei Anfang des Jahres schwieriger geworden, seit wenigen Tagen seien die Protokolle komplett geblockt. Golden Frog berichtete, viele seiner Server seien von China aus gegenwärtig nicht mehr erreichbar. Auch andere VPN-Dienste seien betroffen.

China blockiert routinemäßig soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube. Zuletzt hatte Chinas Internetzensur auch den Zugriff auf Googlemail über E-Mail-Apps im Smartphone gesperrt. Google hatte sich 2010 aus China zurückgezogen, um sich nicht weiter selbst zensieren zu müssen. Seither gehen die Behörden gegen Google-Dienste vor.

Auch Websites von Menschenrechtsorganisationen und verschiedene ausländische Zeitungen wie die New York Times oder das Wall Street Journal sind gesperrt. Viele Chinesen und auch ausländische Journalisten nutzen deswegen die kostenpflichtigen Tunneldienste, um die Blockaden zu umgehen.


Quote
    Deutschmeister
    vor 32 Minuten

Details fehlen - Welches Protokoll ist betroffen? PPTP, IPSec(IKEv2), OpenVPN oder SSTP? Diese Details sind wichtig. Über eine Portsperre lassen sich bis auf OpenVPN alle lahmlegen. OpenVPN kann man mit Randomports betreiben.


Quote
    Deutschmeister
    vor 31 Minuten

Verschlüsselung komplett aushebeln

Unser Innenminister will Verschlüsselung komplett aushebeln ...

[ (21.01.2015) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Auch-de-Maiziere-wendet-sich-gegen-Verschluesselung-2523297.html ]


Aus: "Internetzensur: China blockiert VPN-Verbindungen" (26. Januar 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2015-01/china-internet-zensur-vpn


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[China und die Informationsfreiheit... (Notizen)]
« Reply #23 on: November 28, 2016, 01:02:42 PM »
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[...] Schon jetzt ist es für westliche Internetfirmen nicht ganz einfach, auf dem chinesischen Markt aktiv zu sein. Wer Dienste für die dortige Öffentlichkeit anbietet, muss sich dem Zensur- und Sicherheitsregiment unterwerfen, das in dem Land herrscht. ... Die Regeln, die Anfang November beschlossen wurden, geben den chinesischen Zentralbehörden mehr Macht, Datenflüsse und Hardware zu überwachen. So sollen auch ausländische Firmen gegenüber der Regierung offener agieren und kriminaltechnische Untersuchungen direkter unterstützen. Internetunternehmen müssen sich an polizeilichen Ermittlungen beteiligen und vollen Zugriff auf die Daten geben, sollten Beamte Gesetzesübertretungen vermuten. Die neuen Regeln verlangen außerdem, dass Firmen belegen, dass ihre Systeme gegenüber Hackerangriffen sicher sind – wie genau das gehen soll, ist noch offen.

Die verschärfte Politik, die vom ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses bereits genehmigt wurden, soll im Juni 2017 in Kraft treten. Die Regierung betont, sie reagiere damit nur auf die gestiegene Hackinggefahr sowie Terrorbedrohungen aus dem Ausland. China behauptet, in den vergangenen Jahren häufig angegriffen worden zu sein – und die Anzahl der Hacks steige weiter. Laut "Reuters" sagte Yang Heqing, Mitglied des ständigen Ausschusses, China sei eines der Länder mit den größten Internetsicherheitsrisiken. "China muss dringend Rechtssysteme für die Netzwerksicherheit einführen und perfektionieren." Große US-Unternehmen sind derzeit zum Teil gar nicht in China aktiv: So hat Google bereits 2010 seine Server aus dem Land zurückgezogen und Facebook wird seit Jahren geblockt. (Jamie Condliffe)

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     ListigerLurch, 25.11.2016 10:20

Klingt nicht anders als bei uns. Also bis auf die vorherige Sperre der Dienste. Erstaunlich ist die Motivation der Leute, trotz dem sie von sowas wissen, bei diesen Diensten noch mitzumachen. Quasi zur Schlachtbank joggen. Hüben wie drüben.



Aus: "Chinas neue IT-Sicherheitsregeln machen westlichen Firmen Angst" Ben Schwan (25.11.2016)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Chinas-neue-IT-Sicherheitsregeln-machen-westlichen-Firmen-Angst-3464676.html