Author Topic: [Metaphysik der Information... (Notizen)]  (Read 4404 times)

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[Metaphysik der Information... (Notizen)]
« on: August 08, 2007, 12:18:20 PM »
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[...] Als Gegenstand der Naturwissenschaften wird unter Information ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen verstanden, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist.

Als Terminus in der mathematischen Informationstheorie bezieht sich Information auf die Auftretenswahrscheinlichkeiten von bestimmten Folgen von Elementen (beispielsweise einer Folge von Buchstaben) aus einer festgelegten Menge (beispielsweise dem Alphabet). Durch diese Festlegung wird Information zu einem berechenbaren Maß für die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse in einem technischen System. Claude Elwood Shannon (1948) konzipierte die mathematische Theorie der Information ursprünglich nicht für den Bereich menschlichen Handelns und menschlicher Kommunikation, sondern für die technische Optimierung von Übertragungskapazitäten.

Im Bereich des menschlichen Handelns wird unter Information ein Wissen (genauer: das Ergebnis eines Erfahrungsprozesses) verstanden, dem in der jeweiligen aktuellen Situation Bedeutung und Geltung beigemessen wird. In diesem Zusammenhang wird die Rede von „Information“ oder „sich informieren“ mit einer Beseitigung oder Verkleinerung von Ungewissheit verbunden, die durch Auskunft, Aufklärung, Mitteilung, Benachrichtigung oder durch Kenntnis über Gegenstände und Phänomene geschieht. Bestandteil des Informationsbegriffs ist dabei häufig Wiedererkennbarkeit sowie ein Neuigkeitsgehalt.

[...] Wilhelm Gaus schreibt in seinem Werk Dokumentations- und Ordnungslehre (1995) dass Information unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann

   1. Struktur = structure approach
   2. Erkenntnis = knowledge approach
   3. Signal = signal approach
   4. Nachricht = message approach
   5. verstandene Nachricht = meaning approach
   6. Wissensvermehrung = effect approach
   7. Vorgang = process approach



Aus: "Information" (08/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Information

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[...] Das "metaphysische Biest", wie er [Fred Dretske von der Universität Stanford]  es nennt, beschäftigt so unterschiedliche Menschen wie Journalisten, Computerwissenschaftlerinnen, Geheimdienstler und Bibliothekarinnen - da sei es höchst an der Zeit für die Klärung grundlegender Fragen.

Information, so seine Hauptthese, habe drei unverzichtbare Eigenschaften: Sie ist intentional und semantisch, wahr sowie übertragbar.

Der Reihe nach: "Information ist immer Information über etwas", betont Dretske. Ein Ziegel etwa sei keine Information, könne eine solche aber tragen - Form oder Farbe etwa können Aufschluss über seine Herkunft geben. Information ist für Dretske abstrakt, existiert in Aussagen, ist intentional in dem Sinne, dass sie sich immer auf etwas bezieht. Die Träger der Information seien hingegen "notwendigerweise konkret und beobachtbar".

Um wirklich als Information für Dretske zu gelten muss das, worauf sie sich bezieht, auch wahr sein. "Nicht alle Aussagen sind Informationen, nur die wahren." Information sei dabei nicht gleichzusetzen mit Wörtern oder Sätzen. Was gesagt wird, kann auch falsch sein, bleibt aber gesagt.

Mit Information verhalte es sich anders: Desinformation ist laut Dretske nicht eine andere Art von Information, sondern gar keine.

Sein aus dem Leben gegriffenes Beispiel: "Wer am Flughafen Schwechat die Auskunft bekommt, dass Kirchberg 600 Kilometer nördlich von Wien liegt, darf sich zurecht beschweren. Die Leute vom Info-Stand können sich nicht damit entschuldigen, dass sie bloß nach Information gefragt wurden und nicht nach wahrer Information. Das wäre lächerlich. Wer nach Information fragt, fragt nach der Wahrheit."

Zur Information: Kirchberg liegt rund 70 Kilometer südlich von Wien.

Wahrheit ist für Dretske also ein unverzichtbarer Bestandteil von Information. Wer aber als des Deutschen Unkundiger am Flughafen Schwechat steht und wahre, aber ausschließlich deutschsprachige Information über Kirchberg erhält, wird trotz aller Wahrheit nichts mit ihr anzufangen wissen.

Er oder sie braucht dann eine Übersetzungshilfe. Damit aus Information Wissen wird, ist Wahrheit notwendig, reicht aber nicht aus.

[...] Dritter unverzichtbarer Bestandteil für Information ist für den Philosophen ihre Übertragbarkeit. Diese Transmissibilität sei es auch, welche die "auch von Wörterbüchern ausgelöste Konfusion" zwischen Information und Wissen klären kann.

Das, was etwa in der Erziehung weitergegeben wird, sei nicht Wissen, sondern Information. "Wenn du mich etwas lehrst, gibst du mir dein Wissen nicht, du hast es ja noch immer."

Bei der Übertragung kann es aber zu Problemen mit der Wahrheit kommen. Es gibt nämlich wahre Aussagen über etwas, die dennoch keine Information sind.

Sein Beispiel: Eine stehengebliebene Uhr zeigt zweimal am Tag die richtige Uhrzeit an, dennoch vermittelt sie niemals Information. Obwohl sie zweimal die Wahrheit spricht, kann man von ihr nie die Uhrzeit erfahren.

"Die Kommunikation der Wahrheit ist zwar notwendig für die Kommunikation von Information, aber nicht ausreichend", so Dretske. Der Empfänger brauche nicht nur die Wahrheit, sondern auch eine Art Schlüssel, um diese Wahrheit zu erkennen.

Deshalb gebe es technische Geräte, die Fakten dokumentieren - etwa die Tankanzeige im Auto. Experten sind für Dretske übrigens wie Tankanzeigen der Fachinformation.

Insgesamt wollte Dretske in Kirchberg die "metaphysische Bestie Information" nur umreißen. Seiner Ansicht nach gelte es nun, die aufgeworfenen Thesen zu vertiefen. Und detailliertere Antworten zu finden auf die Frage: "Was ist es genau, das wir mit der Wahrheit kommunizieren müssen, damit aus der kommunizierten Wahrheit Information wird?"

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     agentbluescreen | 08.08, 09:03
meiner auffassung nach:
Information muss nicht wahr sein um Information zu sein, sondern lediglich für wahr gehalten werden... nicht wahre Informationen haben zwar keinen Nutzen bzw. sind kontraproduktiv sind aber immer noch Informationen.

zB: Man stelle ohne bestimmten Grund an einer Straße vor einer unübersichtlichen Kurve ein Warndreieck auf. Die Folge daraus wird sein, dass die Fahrer diese Information für wahr halten und entsprechend langsamer fahren - ist Kontraproduktiv aber funktioniert. (Reines Hirngespinst - bitte nicht versuchen)

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euripides | 08.08, 10:27
Welche Information?
Die Information ist: "Hier steht ein Warndreieck." Alles andere ist Vermutung.





Aus: "Philosoph Dretske: Metaphysik der Information" (Lukas Wieselberg, science.ORF.at, 8.8.07)
Quelle: http://science.orf.at/science/news/149029

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[...] Die Metaphysik (lat. metaphysica, von gr. metá „nach, über“ und phýsis „Natur, natürliche Beschaffenheit“, d.h. „was nach der Natur kommt“) ist eine, nach manchen Auffassungen „die“ Grunddisziplin der Philosophie. Sie behandelt die zentralen Probleme der theoretischen Philosophie in universal angelegten Systementwürfen: die Fundamente (Voraussetzungen, Ursachen oder „ersten Gründe“) und allgemeinsten Strukturen (Gesetzlichkeiten, Prinzipien) sowie den Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit bzw. allen Seins.

[...] Jede Kritik an der Metaphysik muss in gewisser Weise gleichzeitig eine metaphysische Position beziehen, da der negierende Teil zugleich eine These über das Verhältnis zwischen Geist und sinnlicher Erfahrung aufstellen muss. Meta-Physik kann sich zur Meta-Moral (Kant) oder Meta-Wissenschaft umdeklarieren, bleibt aber darin formal doch stets dem Metaphysischen verhaftet.

Das Zitat von Theodor W. Adorno "Dass keine Metaphysik möglich sei, wird zur letzten" beschreibt einen dem Agnostizismus verwandten Standpunkt. Es zeigt zugleich die latente Selbstwidersprüchlichkeit einer radikalen Ablehnung der Möglichkeit jeglicher Metaphysik.

Einen äußerst kritischen Standpunkt vertritt auch Ludwig Wittgenstein, der die Metaphysik grundsätzlich zum Verstummen bringen will, wenn er zu dem Schluss gelangt: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." Umstritten ist, ob er damit einen mystischen Standpunkt einnahm.


Aus: "Metaphysik" (08/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik


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[Information ist für Alexander Bard... ]
« Reply #1 on: May 09, 2012, 12:40:34 PM »
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[...] Information ist für den schwedischen Autor und Künstler Alexander Bard das Paradigma der Menschheitsgeschichte, die er in vier Zeitalter einteilt. Das vierte, das Internetzeitalter, habe gerade erst begonnen, hat er auf der Konferenz Next 2012 in Berlin dargelegt.

In der Schule lernen wir, die Menschheitsgeschichte sei eine Abfolge von Zeitaltern wie der Stein-, der Bronze- oder der Eisenzeit, und heute lebten wir im Kommunikationszeitalter. Vergesst dieses Geschichtsbild, fordert Alexander Bard. Die Menschheitsgeschichte besteht nur aus Informationszeitaltern, hat er auf der Konferenz Next 2012 in Berlin erklärt - und wir leben im vierten.

Vier Zeitalter unterscheidet der schwedische Autor, Wissenschaftler und Künstler, und sie alle unterschieden sich durch ein bestimmtes Paradigma der Kommunikation. Das erste sei die Sprache gewesen, durch die sich der Mensch vom Tier abhebe. Das zweite Paradigma war die Entwicklung der Schrift, die es ermöglicht, Informationen außerhalb des menschlichen Gehirns zu speichern. Das bedeutete, dass das Wissen eines Mitgliedes einer Gesellschaft über seinen Tod besser bewahrt werden konnte. Darauf habe die Menschheit Zivilisationen aufbauen können.

Das dritte Informationszeitalter brach mit der Erfindung des Buchdrucks an. Das Weltbild Bards basiert auf der Menge an Informationen, die für die Menschen zur Verfügung steht - und durch den Buchdruck seien die Kosten für die Herstellung eines Informationsträgers dermaßen gesunken, dass sich jeder Bildung leisten konnte - Mitte des 19. Jahrhunderts hätten die europäischen Länder eine Alphabetisierungsrate von annähernd 100 Prozent erreicht.

Das Zeitalter der gedruckten Sprache habe die Massenmedien ermöglicht. Das gelte für gedruckte ebenso wie für die elektronischen Medien Radio oder Fernsehen. Diese unterschieden sich nur in der Technik von gedruckten - nicht aber in der Art und Weise, wie sie genutzt werden, und das ist: Ein Sender verteilt Informationen an viele Empfänger.

Das habe sich geändert, als erstmals in den USA Computer einer Universität mit denen des Militärs vernetzt worden seien. Damit brach das vierte Zeitalter an: das des Internets. Die Vernetzung ermögliche eine direkte Kommunikation der Menschen. Sie könnten das, was die Massenmedien ihnen erzählten, kommentieren - bis die Kommunikation der Menschen den Sender überflüssig macht.

Die Massenmedien- und die Internetgesellschaft unterschieden sich in jeder Hinsicht radikal voneinander, demonstrierte Bard anhand einer Gegenüberstellung. Das sei zunächst die Wirtschaft: Früher wurde in Fabriken produziert und so Reichtum geschaffen. Heute stehen die Fabriken in Asien, und ihr Wert werde heutzutage durch Medien, also geistiges Eigentum erzeugt.

Früher lebten wir in Städten, hatten Adressen und Visitenkarten. Heute hingegen lebten wir im Cyberspace. Keiner brauche mehr Visitenkarten für die Adresse - diese befänden sich im Internet: Es reiche, den Namen seines Gegenübers zu kennen, um ihn in einem beliebigen sozialen Netz zu finden. Darüber und über sein Mobiltelefon sei jeder an jedem Ort erreichbar. Geografie beschränke sich heute auf die Entfernung eines Menschen und seinem Mobiltelefon. Anders herum: Wer dort nicht oder nur unzureichend repräsentiert sei, sei in der Internetgesellschaft chancenlos.

Der Motor der alten Welt war Geld - wer davon viel hatte, hatte viel Ansehen. Das zähle heute nicht mehr, da vieles in der Internetgesellschaft kein Geld koste. Deren Währung sei Beachtung oder Aufmerksamkeit, die er als Produkt aus Bekanntheit und Glaubwürdigkeit beschreibt. Das bedeute, die anderen müssten wissen, dass es eine Person gebe, sie müsse auffindbar sein. Und wenn sie gefunden wurde, müssen die anderen davon überzeugt sein, dass sie glaubwürdig ist. Nur wer diese beiden Kriterien erfülle, könne in der Internetgesellschaft und in deren Wirtschaft erfolgreich sein.

Eines indes hat sich nach Bards Auffassung nicht geändert: Wie das Zeitalter der Massenmedien gibt es auch im Internetzeitalter eine Zweiklassengesellschaft. Was früher Bürger und Arbeiter waren, seien heute Netokraten und Consumptarianer. Ein Digital Divide existiert für Bard nicht. Der Spalt sei zwischen jenen, die im Netz aktiv sind, und jenen, die zwar online sind, aber nur konsumieren und nicht selbst Inhalte produzieren oder sich nicht vernetzen, kurz nicht interaktiv seien - in Bards plakativen Worten: übergewichtige Mittdreißiger, die auf dem Land und noch bei Muttern wohnen, wenig Bildung haben, arbeitslos sind und keine Freunde bei Facebook haben.

Für das neue Bewusstsein bedürfe es auch einer neuen Identität als Grundlage: Früher sei das der Nationalstaat gewesen, für den die Menschen noch vor hundert Jahren mit Freuden in den Krieg gezogen seien. Das sei heute nicht mehr der Fall. Identität werde heute über die Zugehörigkeit zu kleinen Gemeinschaften, Netzwerken, oder in Bards Terminologie: zu Stämmen gestiftet. Das Internet sei "das goldene Zeitalter von Sekten und Kulten in einem globalisierten Imperium".

Unsere Welt gleiche der des Römischen Weltreiches. An die Stelle Roms seien die USA und China getreten, und niemand komme aus diesem Imperium raus - "nicht einmal Griechenland". Die Bewohner dieses Imperiums erschafften sich in der virtuellen Welt eine Vielzahl von Kulten und Sekten, denen sie sich anschlössen. 

... Bard hat seine Theorie zusammen mit dem Medienwissenschaftler Jan Söderqvist in dem Werk The Futurica Trilogy - The Netocrats (2000), The Global Empire (2003), The Body Machines (2009) - entwickelt. Was aber noch fehle, sagt er, sei eine Metaphysik des Internetzeitalters. In alter Zeit sei die Religion die Metaphysik gewesen. Sie habe den geistigen Rahmen des Agrarzeitalters gebildet. Im Industriezeitalter wurde sie vom Humanismus der Aufklärung abgelöst: Statt an Gott glaubten die Humanisten an das Subjekt.

Aus dem religiösen Glauben an die Ewigkeit wurde in der Aufklärung der Glaube an den Fortschritt - also dass es die nächste Generation besser habe als die davor. Die Metaphysik des Internetzeitalters hingegen werde das Ereignis im Sinne, wie es Jacques Derrida in den 1960er Jahren entwickelt habe, glaubt Bard.

Das Internetzeitalter hingegen kenne kein Individuum mehr, kein Ego, das immer gleich bleibe. Die Netzbewohner hingegen seien Dividuen, geteilte Menschen, die sich selbst als Teile von Systemen begriffen, in denen sie jeweils jemand anderes seien. Die junge Leuten entwickelten eine Vielzahl an Persönlichkeiten, spielten und experimentierten damit - und änderten sie, wenn sie einen Vorteil darin sähen. Aus einem "Wer ich wirklich bin" würden viele "Wer ich sein kann", aus denen ausgewählt werde.

Bekanntgeworden ist der Autor und Philosoph in den 1990er Jahren als Musiker, als Mitglied der Gruppe Army of Lovers. Heute macht er Musik in der Zweimannband Gravitonas, deren erklärtes Ziel die Abschaffung physischer Tonträger ist.

Quote
Autor Vion 09.05.12 - 08:20

Und das 5. Zeitalter ist dann letztlich das telepathische Netz, wenn Schnittstellen zwischen Gehirn und der Elektronik geschaffen werden und die Menschheit zu einem Wesen verschmilzt. ^^



Aus: "Das Internet ist das vierte Menschheitszeitalter" Werner Pluta (8.5.2012)
Quelle: http://www.golem.de/news/alexander-bard-das-internet-ist-die-vierte-menschheitsrevolution-1205-91656.html


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[Die digitale Substanz... ]
« Reply #2 on: December 01, 2014, 09:17:18 AM »
Quote
[...] Die digitale Substanz, aus der nun alles besteht, hat eine einzigartige neue Leichtigkeit. Digitale Dinge lassen sich ungleich leichter bewegen als zuvor, weltweit senden, empfangen, verändern, kopieren, remixen und mit anderen teilen. Die ganze Medienwelt wird neu aufgemischt und altgewohnte Strukturen lösen sich auf.

...


Aus: "Jeder weiß, wie's geht" Peter Glaser (28.11.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Jeder-weiss-wie-s-geht-2466695.html

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[Informationen sortieren... (Notizen)]
« Reply #3 on: June 20, 2016, 03:20:11 PM »
Quote
[...] Diese Ozeane aus Gedrucktem, die man Bibliothek nennt, sind die analoge Vorform der Informationsflut, die wir nun im Internetzeitalter neu bändigen müssen. Viele kennen die sonderbaren Übergangserscheinungen zwischen dem Gedruckten auf Papier und den nur noch geistesleicht leuchtenden Zeilen am Bildschirm. Da gibt es in Japan etwa den Begriff «Tsundoku», mit dem das ständige Kaufen von Büchern bezeichnet wird, die nur gestapelt, aber nicht gelesen werden. ...

In einem Buch mit dem düsteren Titel «Das Ende der Zeiten» schrieb Umberto Eco erhellend: «Wir bewegen uns auf eine neue Klassenspaltung zu, die nicht mehr auf Geld beruht, sondern auf der Fähigkeit, seinen kritischen Geist einzusetzen und Informationen zu sortieren.» ...


Aus: "Nachgedanken zu Umberto Eco: Das Bücherhaben" Peter Glaser (4.3.2016)
Quelle: http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/nachgedanken-zu-umberto-eco-das-buecherhaben-ld.6125
« Last Edit: June 26, 2016, 09:24:00 PM by Textaris(txt*bot) »