Author Topic: [Objektivität + die Subjekt-Objekt-Spaltung... ]  (Read 2841 times)

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Online Textaris(txt*bot)

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[Objektivität + die Subjekt-Objekt-Spaltung... ]
« on: May 07, 2007, 12:17:22 PM »
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[...] Objektivität ist eine Eigenschaft, die der Haltung eines Beobachters oder der Beschreibung einer Sache oder eines Ereignisses zugeschrieben werden kann.

Im Fall der Beschreibung bezeichnet Objektivität die Übereinstimmung mit der Sache oder dem Ereignis ohne eine Wertung oder subjektive Verzerrung, im Fall des Beobachters das erfolgreiche Bemühen um eine solche Übereinstimmung.

[...] Nach dem semiotischen Modell von Charles Sanders Peirce ist Objektivität das Zeichenobjekt, welches als reines Objekt nie fassbar ist, da es einerseits unserem menschlichen Verständnis immer der Interpretation unterliegt und andererseits für uns unlösbar mit dem Medium (Publikationsform), welches es zu uns Interpretanten leitet, verbunden ist.


Aus: "Objektivität" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Objektivit%C3%A4t

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[...] Subjekt-Objekt-Spaltung (im Bewusstsein) nennt man in der Philosophie die Einteilung des gesamten Daseins je nach der Funktion in handelnde bzw. wahrnehmende Wirklichkeit einerseits (=Subjekt) und behandelte bzw. wahrgenommene Wirklichkeit andererseits (=Objekt).


Aus: "Subjekt-Objekt-Spaltung" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt-Objekt-Spaltung

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[...] Affinität bezeichnet im philosophischen Sinne meist die innere Verbindung oder Verwobenheit zweier Begriffe, wie beispielsweise Kunst und Religion, ohne dass eine Gleichheit oder Ähnlichkeit der Bedeutungen gegeben sein muss.


Aus: "Affinität (Philosophie)" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Affinit%C3%A4t_%28Philosophie%29

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[...] Neigung steht für den Grad der Disposition zu Willens- oder Triebhandlungen


Aus: "Neigung" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Neigung

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[...] Der Ausdruck Trieb (v. treiben) bezeichnet

in der Verhaltensbiologie und in der Psychoanalyse einen von inneren Faktoren gesteuerten Antrieb, der auf die Befriedigung starker, oft lebensnotwendiger, Bedürfnisse gerichtet ist. Synonym: Instinkt bzw. Instinktverhalten; vergl. Instinkttheorie, Triebtheorie, Handlungsbereitschaft, Motivation


Aus: "Trieb" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Trieb

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[...] In der Psychologie ist ein Motiv eine relativ stabile Persönlichkeitseigenschaft, die beschreibt, wie wichtig einer Person eine bestimmte Art von Zielen ist.

Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Begriff des Motivs vom Begriff der Motivation zu unterscheiden, die als variable, zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehende Handlungsbereitschaft definiert ist.

Motive werden auch als Komponenten der Selbststeuerung angesehen, da sie kreative und flexible (sich an neue Situationen anpassende) Bedürfnisbefriedigung ermöglichen, und darüber hinaus das Bestreben unterstützen, Selbstbild, selbstdefinierten Zielen, individuellen und kulturellen Werten, sozialen Rollen u.a. gerecht zu werden. Sie organisieren und repräsentieren kognitiv, welche Erfahrungen im Leben im Zusammenhang mit Bedürfnissen gemacht wurden, insbesondere implizit wahrgenommene Handlungsmöglichkeiten und deren Folgen. Sie sind nicht zwingend bewusst.


Aus: "Motiv (Psychologie)" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Motiv_%28Psychologie%29


« Last Edit: May 08, 2007, 12:27:58 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Die Behandlung von Gegensatzstrukturen... ]
« Reply #1 on: April 15, 2010, 01:05:06 PM »
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[...] [Die] Vermittlung von innen und außen unter der Voraussetzung der Gebundenheit an Reflexion. [...] Leitendes Prinzip war hier die „Selbstfremdmachung“…

[...] Die nicht hintergehbare Einlassung des Selbst in ein Fremdes kommt [...] dadurch zum Tragen, dass eine endgültige Vermittlung von Selbst und Welt nicht möglich ist. Die Konsequenz einer solchen Totalvermittlung lässt sich leicht einsehen: Es bliebe kein Selbst mehr übrig. Das Idealziel der Philosophie, die vollkommene Erkenntnis birgt also ein Paradox. Novalis bringt dies in folgender drastischer Wendung zum Ausdruck: “Der ächte philosophische Act ist Selbsttödtung; […] dahin geht alles
Bedürfniß des philosophischen Jüngers, und nur dieser Act entspricht allen Bedingungen und Merckmalen der transcendenten Handlung.”

„Selbsttödtung“ ist gewissermaßen die Radikalform der „Selbstfremdmachung“,
aber eben nur in paradoxer Wendung, da ohne Selbst keine Philosophie mehr möglich
ist. Auch bei Friedrich Nietzsche begegnet dieses Motiv. Er spricht in einer
nachgelassenen Notiz von 1881 davon, dass man „sich die Vortheile eines Todten
verschaffen“ müsste, um „der unsichtbare Zuschauer [zu] sein“…

[...] Das wahre Wesen der Dinge ist für uns geheimnisvoll, weil es unsere
Erkenntnisbedingungen übersteigt. ….

[...] Novalis reagierte [...] auf die verborgene Entsprechung von innerer und äußerer Welt durch das Prinzip einer Vermittlung aus Analogie in Form ihrer instrumentellen Umsetzung durch „Selbstfremdmachung“ bzw. „Selbstveränderung“ und „Selbstbeobachtung“. …

[...] Der Weg nach innen nähert sich der in der eigenen Existenz verborgenen
Zusammengehörigkeit von Eigenem und Anderem. Dieser Weg ist geheimnisvoll,
weil er das Selbst der Existenzform des Anderen annähert und umgekehrt das Andere
zunehmend als „Selbst“ in den Blick bringt. …

[...] Bernhard Waldenfels kommt in seinen phänomenologischen Analysen des
Verhältnisses von Eigenem und Fremdem zu Ergebnissen, die ebenfalls ganz dem von
Novalis Erarbeiteten entsprechen. … “Fremderfahrung besagt […] nicht bloß, daß ich Fremde [und Fremdes, W.S.] erfahre, sondern daß ich mir selbst fremd werde. Zwischen Eigenheit und Fremdheit läßt sich kein reiner Tisch machen.” …




Bruchstücke aus: “Die Behandlung von Gegensatzstrukturen bei Novalis und Nietzsche” Inaugural-Dissertation, vorgelegt von Walter Schmoll (Fakultät für Philosophie und Geschichte der Universität Tübingen, 290 Seiten, 07/2008)
Quelle: http://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/volltexte/2009/3906/pdf/Nn090504.pdf