Author Topic: [Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]  (Read 171487 times)

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[Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]
« Reply #360 on: February 25, 2019, 05:02:01 PM »
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[...] Karin Krichmayr: Österreich ist auf Zuwanderung angewiesen. Dennoch ist ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung Migrantinnen und Migranten gegenüber kritisch eingestellt. Sei es die berüchtigte "Ausländerkriminalität", sexuelle Gewalt, die besonders von Migranten ausgehe, oder die Angst, dass Muslime das christliche Abendland überrollen: In der öffentlichen Debatte haben sich eine Menge Botschaften ausgebreitet, die von Stereotypen geprägt sind und sich mitunter als schlicht falsch herausstellen, sobald sie auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft werden. Der Kulturanthropologe Klaus Schönberger ist überzeugt: Allein auf Fakten zu beharren ist nicht genug, der Mythos braucht einen Gegenmythos. Warum glauben so viele Menschen an Mythen, die sich bei genauerer Betrachtung als unrichtig herausstellen?

Schönberger: Diese Erzählungen und Narrationen, manche nennen sie Mythen, fallen nicht einfach vom Himmel, sondern haben oft eine lange Geschichte. Waren es in der Vergangenheit antisemitische Ressentiments, ist jetzt auch noch der Islam in das Fadenkreuz des Rassismus geraten. Menschen greifen diese Erzählungen nicht auf, weil sie dumm oder ungebildet sind. Sie wissen zum Teil sehr genau, dass diese Behauptungen ins Reich der Fabeln gehören und keinem Faktencheck standhalten können. Oft handelt es sich um eine Verschiebung von Problemen, über die nicht gesprochen werden soll. Insofern haben diese Erzählungen durchaus eine Funktion, einen rationalen Kern.

STANDARD: Was meinen Sie damit?

Schönberger: Menschen haben unterschiedliche Gründe, warum sie an solche Erzählungen glauben möchten. Einer ist, dass sie Teil einer Maschinerie sind, in der sie sich ohnmächtig fühlen. Die Vorstellung, dass da jemand ist, den ich ausgrenzen kann, dem ich sagen kann, er muss sich integrieren, suggeriert mir Handlungsfähigkeit. Das ist ein ganz rationales Interesse, um mich wieder handlungsfähig zu fühlen, indem ich nach unten trete und mich in der sozialen Hierarchie über andere erhebe.

STANDARD: Es geht also in Wahrheit um andere Probleme?

Schönberger: In einer komplexen Welt mit vielen Unsicherheiten, die ja real sind, treffen diese Erzählungen auf einen fruchtbaren Boden. Wer möchte sich schon grundsätzlich damit auseinandersetzen, warum seine Pension unsicher ist, warum private Aktiengesellschaften darüber bestimmen, ob man morgen noch seinen Job hat? In Kombination mit einer gewissen Medienpräsenz dieser Mythen kann man alle Probleme der Welt auf einen bestimmten Bereich fokussieren, in dem Fall auf Zuwanderer. Es ist mehr als die Suche nach einem Sündenbock, sondern eine Verschiebung der eigenen Probleme. Wir müssen allerdings aufhören, von den "berechtigten Ängsten" derjenigen, die andere drangsalieren, zu schwadronieren. Sie haben keine Angst vor Migranten, sie möchten sie herumkommandieren und sie verachten sie.

STANDARD: Üblicherweise erscheint die Migrationsdebatte eher von Ängsten getrieben. Wie lässt sich das erklären?

Schönberger: Es ist aberwitzig, welcher Aufwand betrieben wird, um die Burka zu verhindern, obwohl es nur eine Handvoll Fälle in ganz Österreich gibt. Wenn man aber eine kulturelle Ordnung und Unterordnung haben möchte, dann ist es rational, sich so zu echauffieren. Die Instrumentalisierung der Migrations- und Flüchtlingsfrage ist nichts anders als der Versuch, die gegenwärtige Demokratiekrise und gewisse Verarmungstendenzen zu dethematisieren.

STANDARD: Die Migrationsmythen sind also Teil der politischen Strategie?

Schönberger: Österreich braucht Einwanderung, das ist bekannt. Die Behauptung, dass Migranten Arbeitsplätze wegnehmen und den Sozialstaat gefährden, passt gut zu dem, was die Regierung vorhat, also einen ökonomischen Umbau und den Abbau von sozialen Sicherungssystemen. Diese Instrumentalisierung ist aus Sicht der ÖVP nachvollziehbar. Aus universitärer Perspektive verstehen viele aber nicht, warum der gerade in Migrationsfragen anerkannte Bildungsminister Heinz Faßmann entgegen der wissenschaftlichen Faktenlage Maßnahmen vertritt, die von Hasspredigern zur Regierungslinie erhoben wurden.

STANDARD: Warum ist es so leicht, sich auf Migration zu stürzen?

Schönberger: Es gibt Traditionen dieser Erzählungen, etwa die von der angeblich besonders hohen Kriminalität der "Ausländer". Oder das Beispiel sexuelle Gewalt. Man könnte das als Problem von toxischer Männlichkeit verhandeln. Die meiste Gefahr für Frauen geht von den Männern in den eigenen vier Wänden aus. Das ist also kein Problem der Migration, sondern eines der Männlichkeit. Dazu kommt, dass die Debatte um "Genderismus", die auch von der FPÖ geführt wird, eine Ermutigung ist für Männer, die eine Legitimation für ihren Besitzanspruch über Frauen suchen. Die komplexen sozialen Beziehungen und Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern können nicht von heute auf morgen aufgelöst werden, müssen aber jenseits der Migration angegangen werden, wenn es wirklich ein Interesse gibt an einer demokratischeren und gewaltfreieren Gesellschaft.

STANDARD: Wie kann man gegensteuern? Mit Gegenaufklärung und Fakten?

Schönberger: Man muss auf verschiedenen Ebenen agieren. Bei direkten Auseinandersetzungen muss man mit rationalen Fakten widersprechen. Die nächste Strategie ist die Dethematisierung, also die realen Probleme anzusprechen, die mittels Mythen weggeschoben werden. Und das Dritte ist: Der Mythos braucht einen Gegenmythos. Die Leute werden nicht überzeugt, weil sie die richtigen Fakten haben, sondern es muss ihnen etwas angeboten werden, wo sie ihre Hoffnungen hinprojizieren können.

STANDARD: Was könnte so ein Gegenmythos sein?

Schönberger: Es muss eine attraktivere soziale Praxis sein, von der niemand ausgeschlossen ist. Es geht um einen emanzipatorischen Mythos, in dem Herkunft keine Rolle spielt. Ich denke, man muss beim Klimawandel ansetzen, um die Jungen einzubeziehen. Die Forderung nach einem besseren Leben, besseren Partys und ökologisches Bewusstsein müssen sich nicht ausschließen. Es geht nicht darum, die alten Mythen von Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus wieder aufzuwärmen, das ist gegessen. Nicht gegessen sind die damit verbundenen Versprechen von einer gerechteren und freieren Gesellschaft für alle. Die müssen wir anders artikulieren und neu formulieren.

(Karin Krichmayr, 24.2.2019)

Klaus Schönberger ist Professor für Kulturanthropologie am Institut für Kulturanalyse der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er betreibt im STANDARD den Blog "Kulturanalyse des Alltags".


Aus: "Kulturanthropologe: "Es ist rational, nach unten zu treten" InterviewKarin Krichmayr" (24. Februar 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000098441426/Kulturanthropologie-Schoenberger-Es-ist-rational-nach-unten-zu-treten

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Freigeist78

Auch wer Antifaschismus ernst nimmt muss mit gängigen Auslegungen des Islam ein Problem bekommen. Ich kann an diesen kulturrelativistisch verwirrten Ansätzen auch nichts Linkes erkennen.


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Hibiskus

Wieder einer, der glaubt, seine Mitmenschen wüssten nicht, was sie tun, können nicht denken und eine eigene Meinung bilden, strampeln nur (nach unten) und glauben an "Mythen".


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Querschädl

haha
schon wieder so ein "Studierter". Brauchen wir nicht, diese reflektierten Menschen, die statt billigem Populismus wissenschaftlich fundierte Ursachenforschung betreiben.
Wie heißt es so schön im heutigen Einserkastl: "Basti, der Schutzpatron der Unstudierten" wirds schon richten!


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Paul Stanley

Was Mythos ist und was nicht, wird hier ganz schlicht nach Weltanschauung sortiert, Fakten kommen in dem ganzen Gespräch nicht vor.


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Norm MacDonald

Ich möchte Herrn Schönberger gern für das Brett vorm Kopf des Jahres nominieren.


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Lupus C. Cornu

Sie beleidigen Herrn Schönberger! UNFASSBAR - wie kommen Sie dazu???


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k.u.k hofquerflötendepotverwalter

Entspann dich mal a bissi ... Versuch es mit cordhosenbügeln auf dem fliesentisch.


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Little Green Man

recht hat er - er bleibt aber ein rufer in der wüste, wie man hier im forum sehen kann. leute, die nicht bereit sind, sich die situation aus einer anderen perspektive ansehen zu wollen. der beissreflex hier im forum beweist genau die thesen des arktikels.


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Barbarus hic ergo sum ....

der beissreflex hier im forum beweist genau die thesen des arktikels.
GENAU! der beißreflex gegen die katholische kirche beweist, dass sie recht hat!

gell?


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Canonista66

"Nicht gegessen sind die damit verbundenen Versprechen von einer gerechteren und freieren Gesellschaft für alle."

Das ist doch auch wieder nur eine Plattitüde. Was für einen politischen Plan kann man daraus destillieren?
Wenn es um materielle Gerechtigkeit geht, dann wird es immer noch zu akzeptieren sein, dass nicht alle für ihre Arbeit gleich viel bezahlt bekommen. Wenn es um Freiheit geht weiß ich nicht, wo die Unfreiheiten sind.

Zuwanderung ist ein Faktum, meine Großeltern sind aus der Böhmei zugewandert, aber müssen es unbedingt völlig un(aus)gebildete Problembären aus vollkommen fremden Kulturkreisen vom anderen Ende der Welt sein?


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Gigantopithecus Rex

das radfahrer-verhalten:
nach oben buckeln, nach unten treten.

wenn "der Mythos einen Gegenmythos braucht", wie wär es mit diesem:
wenn du nach unten trittst, dann darfst du dich auch nicht beschweren, wenn du von einem 'höheren' getreten wirst!

dieser gegenmythos sollte jedem bekannt sein. JEDE mutter/vater bringt dem kind bei "was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!"
vielleicht ist es zeit, verstärkt daran zu erinnern, durch die realität.


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Herr und Frau Österreicher

Was hier fehlt, ist die Rolle der Propaganda und Negativberichterstattung. Liest man Klatschblätter, tummelt man sich in den einschlägigen Bubbles (die ja mittlerweile im Mainstream angekommen sind) und hört man der Regierung zu, glaubt man ja wirklich, hinter jeder Ecke lauert ein 'Auslända", der einem nach dem Leben trachtet.


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GWS

"Es ist aberwitzig, welcher Aufwand betrieben wird, um die Burka zu verhindern, obwohl es nur eine Handvoll Fälle in ganz Österreich gibt."

Gilt dieser Satz äquivalent auch, wenn es um die Einführung von Toiletten für Menschen mit "alternativem" Geschlecht geht?

Es gibt übrigens in Ö so +/- 50 Morde im Jahr (heuer womöglich ein bisserl mehr). Bei über 8 Mio. Einwohnern eigentlich vernachlässigbar. Sollen wir deshalb - mit obigem Argument - Mord aus dem StGB streichen und die Mordkommissionen auflösen?


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Korinthenkacker

Ich gebe ihm Recht in dem Punkt, dass die Regierung versucht davon abzulenken, dass sie den Sozialstaat abbaut.


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Achsel-des-Boesen

Wissen Sie, ich habe als Trainerin in einer AMS-Maßnahme für junge Erwachsene ohne Bildungsabschluss gearbeitet
In Wien bedeutet das: Über 80% Muslime.
Einmal habe ich es gewagt, weil in einen Text der Begriff "fossile Brennstoffe" vorkam,den Leuten erklären zu wollen, was eine "Fossilie" ist. Worauf mir ein Teilnehmer sagt: "Das ist eine politische Frage" Ich,völlig konsterniert:"Nein, eine wissenschaftliche". Ein anderer Teilnehmer erklärt mir nun, es stehe nicht im Koran, dass der Mensch vom Affen abstammt, deswegen glaube er das nicht. Und ein anderer meint, alle Wissenschaftler würden lügen und ließen sich dafür gut bezahlen. Die ganze Gruppe hat zugestimmt mit einer Ausnahme.Die Ausnahme war ein junger Afghane, dessen Vater Astronom war.
Das war nur eine von vielen Geschichten, bei denen mir ganz anders wurde.


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gnadevorrecht
 ... Wer hierzulande als Frau leben muss, weiß auch von den allgegenwärtigen - oft subtilen - sexuellen Angriffen, denen frau ausgesetzt ist. "Zufällige" Blicke von Inländern(!), von denen frau in den Öffis "gestreift" wird, sind zum Beispiel an der Tagesordnung, die jedoch von den Opfern berechtigterweise als stare rape empfunden werden, welcher in Österreich dank einer untätigen Regierung (noch) nicht strafbar ist. Und jetzt sind es - typisch für uns - wieder die Ausländer, die als Sündenböcke herhalten müssen, dabei wird hier - wie oben treffend beschrieben - nur durch xenophobe Kräfte projiziert.


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Pinackel

Sie Schlingelin!
Fast wäre ich Ihnen auf den Leim gegangen.
Knochentrockener Humor, Kompliment!


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Mills

Ist das Satire oder fordern Sie hier ernsthaft dass flüchtige Blicke strafbar sein sollen?


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Dr. Lefotrak

Spätestens wo "Linksliberale" solchen Leuten wie Abdel-Samad, Necla Kelek, Hirsi Ali oder Seyran Ates in den Rücken gefallen sind, um sich bei erzkonservativen Religionsvereinen anzubiedern, habe ich diese politische Ecke für immer wegen akutem Realitätsverlust abgeschrieben. Das war für mich der entgültige mentale Zusammenbruch der linksliberalen Bewegung, und diese ideologischen Sonntagsreden werden mich nicht zurückholen.


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moustérien

Wenn man nur ein bisschen über diese ganzen echauffierten "Rationalitäten" der rechten Trollarmee im Forum drüberliest [1388 Postings/Kommentare, Stand 25.02.201817:00], leuchtet am Ende dieses luziden Interviews auch noch ein dickes fettes Q.E.D auf ...

([Die Wendung quod erat demonstrandum (lat. für „was zu beweisen war“) bindet das Ergebnis einer logischen oder mathematischen Beweisführung an den vorangestellten Zweck zurück und schließt damit die Beweisführung ab])


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[Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]
« Reply #361 on: March 07, 2019, 09:29:37 AM »
Quote
[...] In einer Hamburger Kita sind sogenannte Indianer- und Scheichkostüme an Karneval unerwünscht. Nun empören sich viele über eine Verbotskultur, dabei bräuchte es viel mehr Kitas wie diese. Ein Kommentar

Aktuell herrscht Empörung über eine Entscheidung einer Kitas in Hamburg. Sie wünschte sich von den Kindern, nicht im „Indianer- oder Scheichkostum“ zu erscheinen. Der Grund: Sie würden Stereotype und Vorurteile bedienen. „Wir achten im Kitaalltag sehr auf eine kultursensible, diskriminierungsfreie und vorurteilsbewusste Erziehung“, schrieb eine Kita vor dem Faschingsfest an die Eltern. Eine Kita möchte Kinder für verschiedene Kulturen sensibilisieren? Ist eigentlich erstrebenswert.

Das finden nicht alle. Viele Medien berichten über ein Verbot oder fragen: „Muss man denn auf alles Rücksicht nehmen?“ Dabei hat es gar kein Verbot gegeben. Die Kita-Leitung hatte lediglich einen Wunsch geäußert, keine verpflichtende Vorgabe gemacht. In den sozialen Netzwerken halten sich Postende die Waage zischen teils harter Kritik und Lob für die Entscheidung. Selbst Politiker*innen haben nun etwas zu sagen. Die CDU Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel würde etwa ihre Kinder aus der Kita nehmen, weil ihr die Vorstöße der Erzieher*innen zu weit gegangen seien. Grigorios Aggelidis, familienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, befindet den Wunsch der Kita als weltfremd und absurd.

Wer so denkt, sollte sich zuerst mit dem eigenen privilegierten Weltbild auseinandersetzen. Was ist falsch daran, inklusiv zu sein und nicht durch Stereotype Menschen verletzen zu wollen? Denn Kostüme sind nicht nur harmlose Kostüme, egal warum man sich als Pocahontas, Inuit oder sogenannter Ureinwohner verkleidet. Derartige Kostüme ethnifizieren.

Kostüme anderer Kulturen basieren auf Stereotypen, auf pauschalisierenden Vereinfachungen, und ignorieren damit eine vielleicht problematische Geschichte, die oft mit Enteignung, Kolonialisierung, Versklavung oder sogar Ausrottung einhergeht. Nur weil manche Kulturen zum Glück davon verschont blieben, heißt das noch lange nicht, dass naives Verkleiden angebracht ist. Menschen können sich dadurch gekränkt und reduziert fühlen. Auch wenn man mit einer derartigen Verkleidung nicht unbedingt selbst zu einem rassistischen Menschen wird, sind es trotzdem rassistische Verkleidungen.

Die Empörung um die Entscheidung der Kita teilen übrigens die wirklich Betroffenen nicht, nämlich die Eltern der Kinder. Im Gegenteil: „Es haben sich bei der Leitung nur Eltern gemeldet, die das total gut fanden. Die haben sich gefreut, dass dafür eine Sensibilität geschaffen wurde“, sagt die pädagogische Geschäftsführerin Franziska Larrá der Deutschen Presse-Agentur. Das ist richtig. Schließlich kann man nicht früh genug damit beginnen, Menschen für andere Kulturen und deren Historie zu sensibilisieren. Die Empörer*innen wurden es offensichtlich nicht.

Selten werden so viele rassistische Klischees bedient wie im Fasching. Der harmlose Wunsch der Hamburger Kita ist daher ein Schritt in die richtige Richtung und hat hoffentlich Vorbildwirkung für andere Kitas und Eltern. Denn wer Bescheid weiß, ist klüger. Fasching macht nämlich noch mehr Spaß, wenn man ihn nicht auf Kosten anderer Kulturen begeht.



Aus: "Warum es richtig ist, schon in der Kita auf Cultural Appropriation aufmerksam zu machen" Philipp Kienzl (06. März 2019)
Quelle: https://ze.tt/warum-es-richtig-ist-schon-in-der-kita-auf-cultural-appropriation-aufmerksam-zu-machen/

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Eberhard Schorr
Als Kind habe ich mich am liebsten als Indianer verkleidet. Ich fand es super, wie sich Indianer lautlos anschleichen konnten, mit Pfeil und Bogen zielgenau schießen konnten und überhaupt ihr Haltung hat mich begeistert. Geliebt habe ich die Lederstrumpf Geschichten, Held war Chingachgook. Und ich war wütend auf die Weißen Siedler und Soldaten, die den Indianern ihr Land wegnahmen.
Aus Solidarität und weil ich sie und ihre Lebensweise so cool fand habe ich mich wie einer angezogen - nicht nur zum Fasching.


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Thomas Melber
Wie sieht es dann aus mit Verkleidungen als Cowboy oder Wikinger? Oder Ninja? Hexe geht dann wohl auch nicht ^^


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Petr Meyer
Als notorischer Diskriminierungsallergiker weise darauf hin, dass reale Dikriminierung zu bekämpfen schwerer ist als Hineininterpretierte und bei aller Berechtigung der Argumentation, den Teilsatz des Textes ´naives Verkleiden angebracht´, reiße ich aus dem Kontext und mache ihn mir genauso zu Eigen, wie kindliches Verkleiden hier aus seinem eigenen Kontext herausgerissen wurde: Um Kinder nicht zu diskriminieren, muss man ihnen dass Recht zubilligen, sich naiv zu verkleiden. Es wird ja nicht verkleidet, um fröhliches Diskrimineren zu spielen. Es ist das Privileg der Kindheit naiv und ungebildet, unaufgeklärt und unvoreingenommen zu sein. Und ja, Kinder sollen ihre Vorstellungen von Identitätswechselmöglichkeiten ausleben, diese Illusionen werden ihnen ohnehin sehr bald ausgetrieben und sie werden auf ihr reales gesellschaftliches Ich reduziert. Was soll das Geschwätz von ´du kannst alles werden´ wenn sogar zu Karnevall sofort gesellschaftrelevante Einschränkungen hinterher geworfen werden? Kleine Kinder haben meist ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, Schaden nimmt es nicht durch Kostüme, sondern durchs Leben.


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Uwe Wuschick
Vielleicht bin ich ja zu doof dafür, aber ich hab immer noch nicht gecheckt, was am Indianer- oder Scheich-Kostüm diskriminierend sein soll. Es mag ja "ethnisierend" sein, na und ? Sollen am besten alle in den selben Kostümen kommen, damit nur ja keine eventuelle Sensibilität verletzt wird? Werden jetzt die Bayern diskriminiert, wenn das Kind in Lederhosen zum Fasching kommt?


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Jürg Wanda
Ich kann nicht einmal sagen das es eine kranke entscheidung ist, Kostümierungen für Kinder zu verbieten! Es ist schrecklich was wir in kurzer Zeit an Kultur alles vernichten! Man lässt Zombis und Blutrünstige maskierungen bei Kinder zu, aber Indianer werden verboten! Ich bin so froh das ich als Kind eine ruhigere und natürlichere Kindheit erleben durfte! Was wird aus uns mit all diesen Verboten und wo soll das enden!


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Kingston Spirit
Hintergrundwissen ist mir wichtig, ich studiere die Geschichte und möchte wissen, wie es zu einem bestehenden politischen oder gesellschaftlichen Konflikt gekommen ist.
Aber die Kostüm-Diskussion geht selbst mir zu weit. Klitsches und kulturelle Missverständnisse werden sich in den nächsten Jahrhunderten nicht ausräumen lassen.
Sollen sich die Bayern jetzt beispielsweise diskriminiert fühlen, wenn Australier oder Asiaten in klischeehaften und authentizitätsfremden Trachten beim Oktoberfest erscheinen?
Da finde ich den schießwütigen, Marlboro rauchenden Cowboy verwerflicher als den stolzen Indianer. In jede Verkleidung kann etwas Anstößiges interpretiert werden.


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Beri Kristina
Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb es respektlos oder gar rassistisch sein soll, sich als Indianer oder Inuit zu verkleiden. Kinder wollen doch in die Rolle eines Wesens schlüpfem, das sie bewundern. Im Fasching haben sie die Möglichkeit dazu. Es findet eine hohe Identifiaktion statt, auch im Herzen. Problematischer würde ich es finden, wenn sich plötzlich kein Kind mehr als Indianer verkleiden wollte. Und als Scheich? Why not? Gäste der arabischen Emirate bekommen oft selbst eine halbe Scheich-Ausstattung für ein Foto. Natürlich zielt eine Verkleidung auf das Exotische, Fremdländische und ganz sicher auch in Stereotypen, die zumeist durch die klimatischen Bedingungen in den jeweiligen Ländern begründet sind. Ist doch schön, wenn Fasching alles multikulti ist. Außerdem: was sich liebt, das neckt sich. Ich habe weder als Kind noch als Erwachsene Kinderkostüme als abwertend empfunden. Und genau@Uwe Wuschick: würde sich anderswo auf der Welt jemand als Bayer verkleiden - wir wären geschmeichelt! Ein schönes Kompliment.


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Angelina Kitsche Dembek
Geboren Ende 1972.
Zu Karneval als Kind war ich
Indianer(männlich, nicht Pocahontas),
Cowboy(männlich),
Ungarin(die Veruschka, die Veruschka aus Buda-, Budapest).
Niemals hat sich ein amerikanischer Ureinwohner, Nachkomme eines Auswanderers oder Ungar bei meinen Eltern beschwert.
Wie auch?
Ein Kindergarten-Karneval im Norden von Dortmund ist einfach nicht deren Problem(zone).

Das Gleiche bei meinen Jungs.
Wikinger, Dracula, Pirat ...
Kein Nordmann, Siebenbürgener, Freibeuter hat interveniert.
Warum auch?

Statt den Kindern ihre Kostüme madig zu machen, könnten Eltern und Erzieher* doch einfach die Gelegenheit nutzen, altersentsprechend Geschichten über die jeweilige Kultur zu erzählen.
Haben meine Eltern so gemacht, hab ich gemacht.

*-innen und Xe sind mitgemeint.


Quote
Mariella Wilcke
Als ich als 10-Jährige mal als inuit ging, waren im Dorf meines Onkels in nordkanada, in dem 95% der bewohner inuit sind, alle, denen er das erzählt oder die Bilder gezeigt hat, stolz darauf und haben sich gefreut, dass sich im fernen fernen Deutschland ein Kind in ihrer traditionellen Tracht verkleidet.
Genau wie viele Bayern sich freuen, wenn menschen auf anderen kontinenten sich mit Lederhose verkleiden.
(Und nein, mein Onkel ist kein böser Kolonialist, sondern Krankenpfleger und selbst Immigrant (mit 20 als einer der so gefürchteten alleinstehenden jungen männlichen immigranten nach kanada eingewandert), der durch ein jobangebot in dem Dorf gelandet ist, und mittlerweile seit über 40 Jahren dort lebt.)
Ja, die Geschichte der inuit beinhaltet viele der im Artikel angesprochenen dunklen Kapitel... vieles davon wird durch Engagement von Menschen, Organisationen, Behörden gemildert und gebessert. Vieles wird noch ewig als Trauma bleiben. Helfen tut z.b. mein Onkel, der -inzwischen in rente- eine traumaklinik aufbaut. Nicht helfen tun kostümverbote.


Quote
Hänning Fischä
Ich könnte Gefühlte verletzen, ich glaube ich bleibe heute lieber im Bett.


...

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[....] Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kann die Empörung über ihren vermeintlichen Fastnachtwitz nicht nachvollziehen. "Manchmal muss man genau hinschauen, bevor man sich künstlich aufregt", sagte Kramp-Karrenbauer auf dem politischen Aschermittwoch ihrer Partei im mecklenburgischen Demmin. Wer sich ihre Rede vor dem Stockacher Narrengericht in voller Länge angehört habe, verstehe, dass sie keinen Witz auf Kosten von Intersexuellen gemacht habe. Sie habe vielmehr versucht, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, eine "Emanze" zu sein. "Es ging um die Klage von Machos, um das Verhältnis von Mann und Frau."

Grünenchef Robert Habeck hatte die Saarländerin auf dem politischen Aschermittwoch seiner Partei in Biberach zuvor aufgefordert, sich für ihre umstrittene Äußerung über die Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht zu entschuldigen. Es sei immer billig, auf Minderheiten herumzureiten, sagte Habeck. Für ihren Witz hatte Kramp-Karrenbauer auch von anderen Seiten viel Kritik einstecken müssen.

In Stockach am Bodensee hatte die CDU-Politikerin gesagt: "Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen." Wer nicht wisse, ob er beim Pinkeln noch stehen dürfe oder schon sitzen müsse, für den gebe es nun eben eine weitere Option.

Dass in Deutschland über "so einen Blödsinn" diskutiert werde, zeige, "dass wir keine anderen Probleme haben", sagte Kramp-Karrenbauer in Demmin. Die Deutschen könnten heute nicht mehr glücklich sein. Im Gegenteil: "Wir sind das verkrampfteste Volk, das auf der ganzen Welt herumläuft." Die Parteichefin warnte: "Wenn wir so weitermachen, laufen wir Gefahr, die Tradition von Karneval und Fastnacht kaputtzumachen."

...


Aus: "Annegret Kramp-Karrenbauer: "Wir sind das verkrampfteste Volk, das auf der ganzen Welt herumläuft"" (6. März 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/annegret-kramp-karrenbauer-fastnachtswitz-politischer-aschermittwoch

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Andreas71 #1

Ein bisschen hat sie ja Recht.


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Nö zur Komfortzone #10


... Sehe ich mit meinen vielen Auslandaufenthalten genauso: Entspannt euch mal, keiner braucht Moralaposteln. Wir brauchen selbstständig denkende, ethisch gebildete Menschen. Und zur Ethik, meine ich, gehört auch das Wissen, zu unterscheiden, was Lachen auf Kosten anderer ist - und was Fasching und Karneval im weiten Kontext nun mal bedeutet. ...


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So ist das eben #23


"Wir sind das verkrampfteste Volk, das auf der ganzen Welt herumläuft"

Sagt jene Frau, für die die Schwulenehe ein absolutes No-Go ist und § 219a der schützens- und verteidungswürdigste Paragraf des StGB darstellt.
Verkrampft sind also jene, die sich sich für Minderheiten- und Frauenrechte einsetzen. Ist schon klar, Frau AKK...


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Scholae Palatinae #23.1

"Verkrampft sind also jene, die sich sich für Minderheiten- und Frauenrechte einsetzen. Ist schon klar, Frau AKK..."

Sie missverstehen. Verkrampft sind diejenigen, die sich als professionelle Minderheitenaktivisten betätigen und keinen Humor zulassen.


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Grundgesetz-Gutmensch #25

Ich glaube mittlerweile, dass das Absicht war:
Sie provoziert mit einem bewusst sensiblen Thema als harmlosen Klamauk, um Empörung zu ernten und sich anschließend als Anti-Empörungsbeauftragte zu inszenieren und so im konservativen Lager zu punkten.

Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, die CDU-Bundesvorsitzende geht ohne sorgfältige Public Relations-Beratung zum Witze-Reißen auf eine Karnevals-Bühne?

Natürlich war und ist die Empörung übertrieben; unzählige Komiker machen ständig Witze aufkosten von Minderheiten und mithilfe von Klischees - so funktioniert Humor halt oft. Und keiner unterstellt Ressentiments.
Hier aber macht es eine künftige Kanzlerkandidatin, die genau weiß, für welche geschlechterpolitischen Ansichten sie bekannt ist und dass es Empörung geben wird. Die wird provoziert und sie kann sich grundsätzlich und vordergründig zu Recht als Gegnerin einer übertriebenen Empörungskultur inszenieren.

Alles peinlich: das Kalkül, der Witz, die Reaktionen.


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« Reply #362 on: March 07, 2019, 01:58:27 PM »
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Berlin (dpo) - ES IST DER WOHL SKANDALÖSESTE SKANDAL DER DEUTSCHEN NACHKRIEGSZEIT! Soeben wurde der muslimische Bundeskanzler Tufan Bilgin-Lehmann (CDU) auf einer Berliner Toilette für Intersexuelle von einer Horde kostümierter Indianer überfallen und beinahe skalpiert. In Deutschlands Zeitungs-Redaktionen geht es seitdem drunter und drüber.
"Ich war gerade dabei, mein drittes Geschlecht auszupacken, da kamen diese Wilden hereingestürmt", so der Bundeskanzler, der immer noch sichtlich unter Schock stand. "Ich danke Allah, dass ich mit dem Leben davongekommen bin." Zum Glück habe es sich bei den Indianern wohl nur um rassistische Kinder in Verkleidung gehandelt. "Entsprechend stumpf waren auch ihre Waffen", so der CDU-Politiker, der sich inzwischen an einem sicheren Ort befindet.
Woher die kostümierten Indianer kamen, ist unklar. Es wird allerdings vermutet, dass sie aus einer Hamburger Kita geflohen sind und nun Jagd auf Menschen mit Doppelnamen machen. Die Sprachpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Medienexperten sind sich einig, dass dieser denkwürdige Vorfall derart skandalträchtig ist, dass er die Schlagzeilen der nächsten 200 Jahre dominieren dürfte – es sei denn, morgen passiert irgendwo irgendetwas anderes, worüber man streiten kann.


Aus: "SKANDAL! Muslimischer CDU-Kanzler auf Intersex-Toilette von kostümierten Indianern überfallen" (Mittwoch, 6. März 2019)
Quelle: https://www.der-postillon.com/2019/03/skandal.html

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Hubert

Schon wieder der pure Seximus hier! Bitte ändern Sie im Artikel "Indianer" in "Indianerinnen und Indianer".
Danke.


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Swen Ekaf

echt ein Skandal! Schon wieder eine Nichtfrau als CDU–Bundeskanzlerin.... Typisch 50er Jahre Machopartei!


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Red Hirsching

Das rassistische Hetzblatt hier musste natürlich gleich die Ethnie der Täter nennen. Ekelhaft.


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Anke

Indianer? INDIANER?!?? Das heißt Indigene Völker Nordamerikas! Ich bin empört !!


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Swen Ekaf

ich dachte die Grünen hätten die Indigene schon lange verboten?


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ERR_USER_NOT_FOUND

Zum Glück lese ich nur Qualitätsmedien, die solche Vorfälle nicht unüberlegt skandalisieren. Ich bin doch hier bei der Apothekenrundschau, oder?


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Zwölf Olf

Der Bürgermeister von Stuttgart hätte diese Rotzlöffel wegen Majestätsbeleidigung verklagt.


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idiotanumerouno

Ich würde lieber etwas über Welpen lesen...


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Boris Bogunovic

Der soll froh sein, dass er hier auf ein anständiges Klo kann. In der Türkei müsste er im Stehen pinkeln.



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[Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]
« Reply #363 on: March 16, 2019, 06:37:14 PM »
Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) sind am 15. März 2019 mindestens 49 Menschen getötet und weitere 40 Menschen verletzt worden. Die Tat ist nach Zahl der Todesopfer das schwerste Verbrechen in der Geschichte Neuseelands. ... (Stand: 16.03.2019)
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_zwei_Moscheen_in_Christchurch

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[...] In seinem 87-seitigen Manifest spottet der möglicherweise gleiche Täter: Spyro, ein kleiner violetter Videospieldrache, habe ihn zum Ethnonationalismus konvertiert. Er bedroht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Tod. Sie sei "die Mutter aller anti-weißen und anti-germanischen Dinge, ganz oben auf der Liste". Wenige hätten so viel getan, um Europa zu schädigen. Die Passage endet mit den Worten: "KILL ANGELA MERKEL, KILL ERDOGAN, KILL SADIQ KHAN."

Mit Ironie und bewusster Provokation will er offenbar emotionale Reaktionen beim Publikum auslösen. So wird es fast unmöglich, sein Weltbild aus seinem Pamphlet zu rekonstruieren. Darüber hinaus will sich T. keiner bestimmten rechtsextremen Gruppe zuordnen. Lediglich gegenüber anderen Attentätern, darunter Dylann Roof und Anders Breivik, empfindet er eine Art ideologische Verbundenheit. Das Manifest des norwegischen Massenschützen sei seine "wahre Inspiration" gewesen.


Aus: "Rechtsextremismus: Was trieb den Attentäter von Christchurch an?" Patricia Zhubi (15. März 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-03/rechtsextremismus-terrorattentat-christchurch-pewdiepie-youtuber

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spiegelwechsler #4

Was trieb ihn an?
Der Attentäter ist nicht richtig im Kopf.
Für sowas gibt es keine Rechtfertigungen.


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ah-jun #4.1

"Der Attentäter ist nicht richtig im Kopf"

Also straffrei ab in die Klappse?


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Best Friend Tabitha #4.5

Ach die Rechten sind ja nie richtig im Kopf, wenn sie Leute umbringen. Alle anderen natürlich schon. ...


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Der freundliche Waran #4.16

Weil vom Standpunkt eines normalen Menschen aus "schlicht und einfach irre" zu sein keine geeignete Kategorisierung ist, um schwerste Verbrechen richtig einordnen zu können. Gut ein Drittel der Bevölkerung erkrankt irgendwann im Laufe des Lebens psychisch, kaum jemand begeht deswegen dann Straftaten. Umgekehrt gibts kaum Mordfälle, in denen eine psychische Erkrankung juristisch relevant ist - das ist sie nur dann, wenn jemand durch die Erkrankung die Fähigkeit verliert, seine Taten steuern zu können. Das passiert nur durch schwerste Wahnvorstellungen, "die Stimmen haben es befohlen" usw.
Bei den meisten Mördern ist das nicht der Fall und auch hier gingen die Täter wohl zu planvoll und systematisch vor, um davon auszugehen, dass es zutreffen könnte.

Was machen wir dann mit der Mehrheit der Mörder, die zwar irgendwie nicht mehr ganz sauber ticken, deren Taten sich aber nicht durch einen Verlust ihrer Steuerungsfähigkeit erklären lassen? Nun, wir sehen uns an, was sie sonst noch für Motive haben. Denn nur so finden wir heraus, warum sie nicht z.B. wie andere narzisstisch Gestörte ein unauffälliges Leben führen, in dem sie nur gelegentlich mal rumbrüllen, wenn man sie kränkt.

Nur außerhalb des pathologischen Teils ihrer Persönlichkeit finden wir den wahren Grund, warum sie Täter geworden sind. Am Ende steht bei einem steuerungsfähigen Menschen immer die Entscheidung, Täter zu werden. Die Frage ist, was zu dieser Entscheidung führt.

In diesem Fall ist es übrigens Faschismus.


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mineyanoor #4.24

Der ist genau so wenig verrückt wie alle anderen Fanatiker. ...


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vincentvision #9

Menschen wurden bewusst getötet und verletzt, nur weil sie eine andere Religion leben - damit unterscheiden sich solche Taten nicht im Mindesten von denen islamistischer Attentäter, die angeblich Ungläubige töten wollen.

Und damit geht einmal mehr die Saat derjenigen auf, die täglich gegen Menschen hetzen und sie ausgrenzen.

Und deren Hetze man größtenteils unwidersprochen lässt.

Dass es dann zu solchen Taten führt, ist keine Überraschung.

Denn seit den alltäglichen Salonrassisten ist aber genau diese Hetze unter bürgerlich-braunem Mäntelchen normal und intelligente Differenzierung bei gewissen Mitbürgern nicht mehr en vogue. ...


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AH-JA #19

Dummheit, abgrundtiefer Hass, politische Verblendung, Selbstüberschätzung und Gewaltbereitschaft werden zusammengerührt und führen zu diesen terroristischen Mordexzessen. Ein unheilvolles Gebräu von Menschenverachtung.


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GrosMorse #24

Habe das Manifest gelesen. Das ist so ein Haufen Mist, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Der Mann feiert darin andere Massenmörder wie den Quebec Mosque Shooter oder den Killer von Charleston. Er schreibt außerdem, dass er Europa mit der Tat einen Gefallen getan hat und tut dies im Namen von Millionen Europäern. Er ist überzeugt, er sollte außerdem für den Friedensnobelpreis nominiert werden.
Im Manifest sind außerdem Bilder von Blonden Frauen und Kindern enthalten, die völlig verquert mit Bildern von martialischen Soldaten gemischt sind. Nordische Mythologie ist natürlich auch mit dabei.

Er nutzt die gleiche Rhetorik die die Identitäre Bewegung, Front National, Britain First und andere Rechte Bewegungen in Europa nutzen. Außerdem redet er von einem Völkermord in Europa an der weissen Bevölkerung durch die niedrigen Geburtenraten. Daher ruft er zum Mord an allen Nicht-Europäern in Australien, Europa, Argentinien, Nordamerika und Neuseeland auf. Das sind ihm zu Folge nach Bruderländer.
Die Kapitalisten sollen außerdem Millionen billig Arbeitskräfte importieren um die Kultur zu zerstören und Gewinn zu machen.
Außerdem müssen wir die Umwelt schützen um unseren ethnisch reinen Staat zu bewahren und die Kultur, die mit der Natur verbunden ist, mehr schätzen.

Das ganze Manifest ist so unfassbar rassistisch, menschenverachtend und lehnt alle Werte und Normen der westlichen Zivilisation ab.


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HelloDarknessMyOldFriend #30

Hat sich der Autor mit dem "Manifest" eigentlich überhaupt beschäftigt? Es ist wirklich eckelhaft das so vor diesen Hintergrund zu schreiben, aber das meiste davon ist ein Witz. Was aber daraus klar wird sind die Intentionen des Mörderers. Er will den "Culture War" beschleunigen. ...


...

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[Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]
« Reply #364 on: May 02, 2019, 02:33:13 PM »
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[...] Vor dem S-Bahnhof Berlin-Grunewald herrscht beinahe Partystimmung. Technobässe wummern über den Platz, auf dem mehrere Tausend Menschen in der Sonne stehen.

Bands spielen, Väter tragen ihre Kinder auf den Schultern. Plakate mit Sprüchen wie „Deine Geldanlage ist unser Zuhause“ oder „Heuschrecken grillen“ verraten jedoch, dass es um mehr als ums Feiern geht.

Auf einer Bühne steht ein Mann, auf seinem T-Shirt „Deserteur“. Er stellt sich als Breatt vor und erklärt, worum es hier geht: Berlins Nobelviertel Grunewald sei ein „Problembezirk“.

Man habe sich heute versammelt, um den reichen Villenbesitzern am Gartenzaun beizubringen, welche gesellschaftlichen Verwerfungen sie auslösen: Vielen sei ja offenbar gar nicht klar, wie sie mit ihrem „stetig wachsenden Immobilienportfolio und Renditeerwartungen Leute in ärmeren Bezirken aus ihrem Zuhause rausschmeißen“.

Es ist das zweite Jahr in Folge, dass das linke Bündnis Hedonistische Internationale am 1. Mai zum „Kiezspaziergang“ durch den Grunewald eingeladen hat. 2018 kamen rund 3000 Teilnehmer, in diesem Jahr dürften es noch mehr gewesen sein. Die Veranstalter sprechen von mehr als einer Verdoppelung. Eine offizielle Zahl gibt es zunächst aber nicht.

In der deutschen Hauptstadt, einst arm, sexy und billig, gibt es kaum ein Thema, das so viele Menschen bewegt wie der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Wohl auch deswegen diskutiert Berlin ernsthaft darüber, ob die Stadt Wohnungsbaugesellschaften wie die Deutsche Wohnen SE enteignen sollte.

Weil die Sache so wichtig sei, sei es auch wichtig, friedlich zu bleiben, sagt Organisator Breatt. Im vergangenen Jahr hatte es hier rund 100 Strafanzeigen gegeben, die meisten wegen Sachbeschädigung, weil die Demonstranten Fassaden besprüht oder Sticker auf Autos geklebt hatten. An diesem 1. Mai verlief die Demonstration bis zum späten Nachmittag gewaltfrei.

Lustig machen über die „Bonzen“ wollte man sich natürlich trotzdem. Zum Beispiel über den CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler: Der habe in einem Schreiben den Anwohnern empfohlen, „hochpreisige Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen und ihre Toranlagen geschlossen zu halten“. Im Publikum höhnisches Gelächter. „Toranlage! Jeder Bezirk hat eben seine eigenen Probleme“, sagt Breatt.

Doch auch unter den vermeintlichen Bonzen gibt es Sympathisanten. Eine davon ist Birgit Huber, eine Dame um die 50, die mit ihrer teuer wirkenden Kleidung in der Masse auffällt.

Sie lebe in Charlottenburg, verdiene als Geschäftsführerin eines Krankenhauses sehr gut und zähle sich selbst zu den oberen Zehntausend. „Vor anderthalb Jahren habe ich beschlossen, wieder demonstrieren zu gehen“, sagt sie. Weil sie das Gefühl habe, in der Gesellschaft sei etwas ins Rutschen geraten.

„Die Ungleichheit in unserer Gesellschaft gefährdet die Demokratie.“ Sie sei heute hier, um die Eliten daran zu erinnern, dass mit Geld auch eine besondere gesamtgesellschaftliche Verantwortung komme.

„Ich habe das Gefühl, viele reiche Menschen in Deutschland haben die Bodenhaftung verloren.“ Insofern ergebe es Sinn, im Grunewald und nicht, wie früher, in Kreuzberg zu demonstrieren.

Weniger optimistisch, dass die Demonstration die Menschen hinter ihren Villenzäunen wachrütteln kann, ist dagegen der Kneipenbesitzer Christian, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte.

Er hält ein großes Plakat in die Höhe: „Syndikat bleibt“, steht darauf geschrieben. Die Eckkneipe „Syndikat“ ist eine Institution in Berlin-Neukölln.

Vor einigen Monaten wurde Christian und den anderen Kneipenbetreibern nach 33 Jahren der Pachtvertrag gekündigt. „Ohne jede Begründung“, sagt er.

Der Eigentümer sei eine Briefkastenfirma, und hinter der steckten Investoren, die irgendwo in Grunewald wohnten. „Die verschanzen sich hier in ihrem Villenviertel und zerstören unsere Existenz.“

Verdrängung, Zwangsräumung, Wohnungsnot und hohe Mieten sorgen in Berlin sehr viele Menschen. Weniger als ein Prozent der Wohnungen steht in der deutschen Hauptstadt leer.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Mietpreise verdoppelt – nirgendwo sonst im Land steigen sie so rasant.

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft dürfte sich die Lage in den kommenden Jahren sogar noch verschärfen, denn Berlins Bevölkerung wächst schneller als die jeder anderen Stadt im Land.

Die Berliner Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen sammelt derzeit Unterschriften, um ein Volksbegehren zu beantragen. Sie verlangt, Unternehmen, denen mehr als 3000 Wohnungen gehören, gegen Entschädigung zu „vergesellschaften“.

Eine der Organisatoren ist Susanna Raab, eine kleine blonde Frau, die mit einem Unterschriftenzettel in der Menge steht. Die Soziologin setzt sich seit Jahren in verschiedenen Projekten für mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt ein. Berlin steuere geradewegs auf eine Katastrophe zu, wenn die Stadt jetzt nicht schnell handele.

Ihre Forderung nach Enteignungen sei schon radikal, sagt sie selbst. Die Stadt sei aber an einem Punkt, an dem nur noch radikale Lösungen helfen könnten.

In Berlin würde zwar neuer Wohnraum gebaut, aber viel zu teuer und damit völlig am Bedarf vorbei. „Zwei Drittel aller Berliner verdienen so wenig, dass sie Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben“, sagt Raab.

Die Stadt müsse ihren Bestand an bezahlbaren Mietwohnungen daher deutlich erhöhen – das ginge kurzfristig am besten über Enteignung: „Wir sind überzeugt, dass das eine mietpreisbremsende Wirkung auf die gesamte Stadt hätte.“

Offenbar gibt es eine ganze Menge Menschen in Berlin, die ihrer Meinung sind. Der Unterschriftenblock von Susanna Raab füllt sich schnell. Um ein Volksbegehren zu beantragen, braucht die Initiative 20.000 Unterstützer. Raab sagt, die nötigen Unterzeichner hätten sie schon locker zusammen.


Aus: "Enteignungsdemo im Villenviertel" Tina Kaiser (02.05.2019)
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article192790071/1-Mai-in-Berlin-Enteignungsdemo-im-Villenviertel.html

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jobst v.

 Ich würde es mal mit Arbeit probieren. Arm und sexy war Euer Motto, jetzt kommen die Konsequenzen.


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Graf Krollock

 Bei Demonstrationen schau ich immer gerne in die Gesichter der Demonstranten. Kann ich mich mit den Teilnehmer identifizieren?
Schau ich mir die Gesichter dieser Leute an, ganz sicher nicht: Alle Wohlstandskinder ohne jegliche Leistungsbereitschaft.


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Günter F.

 Wird es Zeit dieses Land zu verlassen ? Klima Greta, Enteignungs- Fetischisten und die Antifa, die auch bei dieser Demo fleissig mitläuft, sorgen bei mir für ein flaues Gefühl.  Ich bin wahrlich kein Freund von Turbokapitalismus, aber ohne klare Differenzierung geht es auch nicht. Ich als normaler Arbeiter und Steuerzahler sage es einmal so, es gibt auch und das ist die klare Mehrheit, auch anständige Geldsäcke !

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Fingerinderwunde F.

 Die leute die enteignen wollen, haben selber nichts auf die reihe bekommen.
Wollen aber das haben was den anderen gehört.
Kommt mir bekannt vor.


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Marcus W.

 Und wenn man den Bestand an bezahlbarem Wohnraum dann erhöht hat, kommen wieder doppelt so viele neue Hipster nach Berlin, wie es Wohnungen gibt ....


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Carl T.

 Allein schon die Debatte um Enteignungen wird Deutschland weiter runterziehen und ärmer machen.
Investitionen werden zurückgestellt, nicht nur bei Immobilien, dank SPD Kühnert auch in der Industrie.
Vermögende machen sich aus dem Staub und der Kuchen wird noch kleiner werden. ...


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Betty B.

 Aus diesen Demonstranten und ihren Forderungen spricht der pure Neid.
Sie haben es zu nichts gebracht und machen andere dafür verantwortlich.


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Susanne S.

 Ich bin wirklich geschockt ueber diese meiner Ansicht nach dumme Kurzsichtigkeit dieser sogenannten
Demonstranten. Denken diese wirklich das den Eigentuemern dieser Grundstuecke  nichts dafuer getan
haben um diese zu besitzen? Also muessen diese enteignet werden um ihnen einen besseren Lebensstandard zu bescheren?
Zusaetzlich bin ich geschockt ueber den Stil der Berichterstattung von Welt!


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Uwe T.

 Stimmt, der Inhaber von KIK bezahlt Mindestlohn an seine Mitarbeiter und wohnt selbst in einer Villa.


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Monika S.

 Ich wohne am Stadtrand von München und war kürzlich in Berlin....für was protestieren die eigentlich? Noch billiger als dort gehts ja schon fast nicht mehr....


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Arne D.

 Naja, aus Sicht der sozialistischen Träumer in Berlin ist es eine Zumutung, überhaupt für etwas zahlen zu müssen, das ja schon da ist.


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Heiko T.

 Sind diejenigen, die die Wohnungsknappheit beklagen, nicht dieselben, die für  offene Grenzen sind und am liebsten ganz Afrika nach Deutschland holen wollen ?
Über 2 Millionen illegale Migranten in den letzten Jahren, dazu jährlich noch 2,3 Großstädte zusätzlich - die wandern nicht nur in unsere Sozialsysteme ein, die benötigen auch hunderttausende Wohnungen !


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Udo G.

 Die einfachen kausalen Zusammenhänge zu erkennen ist halt nicht die Stärke der linksorientierten Gesellschaft in Berlin.


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Carlos T.

 Wenn ich mir ansehe wer da so mitläuft, wird mir ganz anders. Menschen die ihre Kinder instrumentalisieren. Oder welche die überhaupt keine Lust haben für ihr Geld zu arbeiten. Bzw. sich den gesellschaftlichen Normen nicht anpassen wollen. ...


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Pina L.

 Ja haben wir denn wieder Sozialismus?


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A. W.

 Wahrscheinlich sind die Mieten noch nicht hoch genug, da es Leute immer mehr nach Berlin, Hamburg oder München zieht. Warum soll ich die Miete nach den Wünschen der Mieter anpassen.  ...


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luka p.

 Die Sonnenbrille für 400 Euro, aber dem russischen Kindermädchen 1,50 Euro zahlen, das sind diese Dauerdemonstranten, man hat wichtigeres zutun als auf seine Kinder aufzupassen. Und was mich persönlich aufregt, es ist immer Berlin, man hat es ja. Man sollte diese Stadt den 4 Siegermächten zurückgeben.


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John L.

 Das lustige, oder traurige - je nachdem wie man es sehen will - an der Sache ist das es wahrscheinlich gerade die Wähler von SPD und Grüne sind die auf die Straße gehen und nach Enteignung schreien und dabei vergessen haben das es genau diese Parteien waren die vor 15 Jahren dafür verantwortlich waren das über 50000 Wohnungen zu einem Spottpreis verscherbelt worden sind. An wen? An genau jene die man jetzt enteignen will...


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Mark B.

 vielleicht sollten wir denen allen mal eine Woche Venezuela / Cuba Urlaub schenken, dann können sie sich ja selber ein Bild davon machen, wie gut Sozialismus und Enteignungen funktionieren. Und zum Thema "günstiger" Wohnraum, sollen sie mal mit ihrer Wunschpartei den Grünen sprechen, die durch ihre Auflagen größtenteils dafür verantwortlich sind, dass man unter €3.000 / qm nicht mehr bauen kann und die vor allem in Berlin kaum noch Flächen freigeben..


Quote
Primus V.

 Die Neidgesellschafft geht auf die Strasse.
Schon bedrückend, dass die Menschen die Konsequenzen ihrer Wahlentscheidungen nicht verstehen.
Selbst wenn sie von der Realität eingeholt werden und soviel Leidensdruck verspüren, dass sie auf die Strasse gehen, können sie Ursachen und Wirkung nicht einschätzen.


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Uwe H.

 Wie sehen eigentlich die Antworten der AFD zu diesem Thema aus oder ist das noch wichtig?


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Christan M.

 Bitte uns hängen deren Plakate: keine Enteignung!

Soweit eindeutig..


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Christiane B.

 Nicht alle Wohlhabenden sind Mietspekulanten oder Lottogewinner. Viele arbeiten jahrzehntelang 60 bis 70 Stunden die Woche. Danach sehen die meisten Demonstranten nicht aus. ...


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Stefan U.

 Warum demonstrieren die eigentlich nicht vorm Abgeordnetenhaus oder der EZB? Da sitzen die eigentlichen Verursacher der Misere...aber billiges Ressentiment gegen Bonzen ist halt einfacher. Und endet, wie Kollege Don schon richtig festgestellt hat, bei aller Konsequenz im Gulag.


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Alexander G.

 Bei "Enteignung" denken jetzt viele, dass tatsächlich die"Grossen" dran wären. Wobei fast Niemand etwas mit Namen wie BlackRock, Norges, Lansdowne Partners, Massachusetts Financial Services anfangen kann. Diese Gesellschaften haben ihren Sitz gar nicht in Deutschland. Ob ein paar Naivlinge im Grunewald runtorkeln ist denen egal. Diese Unternehmen sind rechtlich nicht erreichbar. Was die Leute nicht verstehen ist, dass die "Grossen" die Politik machen. ...


Quote
Paul O.

 Soso, die Bösen wohnen also im Grunewald. ...


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Frank P.

 Solche Enteignungs-Phantsien schrecken alle ab, die bereit sind in Deutschland zu investieren. Man sollte sich darüber klar werden, welch ein Bild hier nach außen getragen wird. ...


Quote
Wolfgang E.

 Hässliche Bilder mitten aus Deutschlands sog. Mitte der Gesellschaft.


Quote
Thomas H.

 Wie lange schauen wir uns schon die linksgrüne Versuchsanstalt „Berlin“ an, pumpen Jahr für Jahr Milliarden Hart verdienter Steuergelder dorthin, damit sie dort ihren marxistischen Fasching feiern können?? ... Vermutlich versorgen wir die Leistungsverweigerer inzwischen zu gut. Verbunden mit zuviel Freizeit steigt das einigen wohl zu Kopf.

Und Kevin, Du der das Berufsleben nur aus der Theorie kennst, willst hier den grossen intellektuellen Zampano spielen und den Leistungsträgern erklären die Welt funktionieren sollte. Das war Anfangs ganz amüsant. Doch Du solltest Dir langsam mal einen richtigen Job besorgen.


Quote
Kalle

 Natürlich, sie Neiddebatte wird weiter gepflegt. Ich wohne auch zur Miete, bin abhängig Beschäftigter. Wenigstens gehe ich einer Tätigkeit nach, das lässt sich bei den "Aktivist$€¥¢×#*... Innen" vom "Syndikat" nicht so einfach vermuten.
Und ich habe den Mut zu zugeben, dass ich nicht mein Geld einem unternehmerischen Risiko aussetze, um zu investieren. So bin ich nicht der Verwirklicher von Geschäftsideen, sondern eher meiner egoistischen Konsumwünsche.
Daher kann ich auch nicht Eigentum schaffen, dass andere beneiden und ohne eigene Leistung begehren.
Vor meiner Toreinfahrt im Wohnhaus hat übrigens keiner demonstriert.


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Benis Johnson

 Das ist ehrenhaft, schön den Gratismut zur Schau zu stellen!


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Rantamplan

 Die Mieten in Berlin sind weder im nationalen, noch im internationalen Vergleich hoch. Sie bewegen sich lediglich ausgehend von sehr niedrigem Anfangsniveau Richtung Normalität. ...


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Andres A.

 Wir werden erleben, dass die Leute sich einzäunen werden. Dann fährt nur noch der rein, der darf. Die anderen beissen die Hunde, später dann (so in 10-15 Jahren, wenn wir nochmal 3 Mio Kulturfremde mehr hier haben) wird scharf geschossen.


Quote
Nordlicht

 Vor 30 Jharen gingen die Bürger der DDR auf die Straße um das System des real existierenden Sozialismus abzuschaffen. Heute wird für die Wiedereinführung der DDR demonstriert. ...


Quote
Conrad L.

 Vor einigen Jahren habe ich nah einer Wohnung in Berlin zur Geldanlage gesucht - ich bin ja selbstständig und muss mich für die Rentenzeit irgendwie aufstellen und absichern.
Der Invest fand dann aber in Rostock statt.
Den Mietern der vermieteten Wohnung, die ich kaufte, sagte ich mit dem Kauf (sozusagen zur Beruhigung) zu, die Miete 5 Jahre nicht erhöhem zu wollen - obwohl diese zum Kaufzeitpunkt eher niedrig war.
Warum ich in Berlin nicht investierte: Misstrauen gegen die linke Regierung und gegen Teile der Stimmung in der Stadt.
Ich glaube, die Rostocker hats gefreut.


Quote
Lothar R.

 Das ist doch Prima, was die Geschäftsführerin des Krankenhauses sagt, ich hoffe doch, dass sie ein Wohnhaus baut und es deutlich unter Marktwert an die mit Demonstranten vermietet. 


Quote
Birgit D.

 Die Enteignugsfantasien linker und grüner Politiker sind verfassungswidrig und gefährden den sozialen Frieden in Deutschland ...


Quote
MaKiLu

 Wurden auf der Demo auch "Refugees Welcome" Banner herumgetragen?

Das hätte die Schizophrenie und das völlige Fehlen von wirtschaftlichem Basisverständnis besonders schön gezeigt. "Links" in Deutschland ist nur noch ein "Lifestyle" - unreflektiert, einseitig und ohne den Anspruch, noch irgendetwas mit der Realität zu tun zu haben.


Quote
Dr. M.

 Als "Irgendwas-mit-sozial"-Student wird man sich nie ein Haus in Grunewald leisten können. Da hilft auch kein Trommeln am Tag der Arbeit.


Quote
Nadja S.

 Es geht auch nicht drum, sich ein Haus in Grunewald leisten zu können. Das Schlimme ist ja, dass man sich als Normalverdiener auch eine normale Wohnung in Kreuzberg nicht mehr leisten, wenn die Mieten ständig steigen und man aus seinem Zuhause vertrieben wird. ...


Quote
Gerhard B.

 Wenn das so weitergeht werden „die Reichen“ Berlin und Deutschland verlassen und ihr Geld und Vermögen z.B. in der Schweiz anlegen, dort ist es sicher vor Enteignung und linksgrüner Verleumdung.
Das tut sich auf Dauer niemand an. ...


Quote
Daniel D.

 Alle reden von der braunen Suppe, rechter Rand, Nazis, Populisten...
Aber was ist mit der Linken und Grünen Gefahr für Deutschland? ...


Quote
Hans K.

 Naja auch wenn ich die Meinung der Demonstranten nicht teile, sind Soziologinnen und Kneippenbesitzer weniger beängstigend als eine Horde Glatzen.


Quote
albin h.

 Es geht hier nicht um Arm und Reich.  Es geht hier darum wer fuer die billigen Mieten zahlen soll.  Der Mieter, der Vermieter, Steuerzahler oder der liebe Gott? 


Quote
Moritz L.

 Berlin muss aufpassen mit allem. Wäre ich Investor, ich würde nicht in Berlin sondern woanders investieren. Diese Demos will kein Investor hören oder sehen.


Quote
Dominik R.

... Arbeit muss sich lohnen das bedeutet nicht dass jeder 100.000€ verdienen muss denn das wäre nur weitere Geldentwertung. Andersherum wird ein Schuh daraus, wer nicht arbeitet der muss nicht alles haben können. ...


Quote
Claudia M

 Berlin, das Mekka der Leistungsempfänger, möchte noch mehr Multi und Kulti, noch mehr Menschen und wundert sich über Probleme. ...


Quote
Peter R.

 Unser Land verkommt total. Gibt es nur noch Irre? ...


Quote
christian h.

... Weniger Sozialismus wagen!


Quote
Homunkulus

 Sozialismus funktioniert nicht. Mehr ist dazu nicht zu sagen.


Quote
Christopher Marlowe

 Spielen die '68?


Quote
Renate S.

 Mir riechen diese "Spaziergänge" nach beginnendem Progrom. ...


Quote
Piepengrün

... Verwelkte, Verkrampfte, Verhetzte.
Geisterstunde in Deutschland.


Quote
Morpheus

 Diese Leute tun nichts für die Allgemeinheit. Denen geht's nur ums eigene Süppchen. Sie wollten vor allem sich selber schützen.
Gentrifizierer der ersten Stunde sind das, die jetzt durchdrehen.


Quote
Niko L.

 Dann lasst uns die enteignen, die das fordern: Grüne, Linke und Teile der SPD, sowie ihre Wähler. Damit wäre ich vollkommen einverstanden. ...


Quote
Uwe M.

 Einfach nur peinlich.
Was ist aus der Leistungsgesellschaft geworden?
Was haben wir da groß gezogen?


Quote
Teetrinker

 "die mit ihrer teuer wirkenden Kleidung in der Masse auffällt."

Ein. Brüller!


Quote
Köln GD

 Kommunisten, Spinner und Individuen, die weder eigene noch gesellschaftliche Werte geschafft bzw. schaffen werden.

Über Generationen staatlich versorgter 68er Bildungsplebs.


Quote
Michael Z.

 Die Leute auf den Abbildungen sehen nicht so aus, als hätten diese jemals einen Stein bewegt. Das überlässt man gerne anderen.


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Feli citas

 Mein Papa (Diplom-Mathematiker) ist sein Leben lang 1.5h mit der Bahn nach München hin und 1.5h wieder zurück gependelt. Eine Wohnung hätten wir uns dort auch noch leisten können. Stattdessen hat er seiner Familie ein Kleinstadtleben ermöglicht und ich erbe 3 Häuser. Seine Kindheit verbrachte er übrigens mit Ochsenpflug auf dem Feld! Von nichts kommt nichts, liebe Linken.


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DerDreisatz

 Richtig, nichts wertvolles fällt einem einfach so zu. Wer erfolgreich sein oder reich werden will, hat zwangsläufig eine Zeit der Entbehrungen. Das kann sogar über Jahrzente gehen, ohne Garantie auf Erfolg.

Und wer Kinder hat, wird ohnehin versuchen, dass es ihnen besser geht und wenn es auch nur drei Häuser auf dem Land sind.


usw.

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« Reply #365 on: May 07, 2019, 02:30:53 PM »
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[...] Sama Maani Sama Maani, Schriftsteller und Psychoanalytiker. Publikationen (u.a.): "Ungläubig" (Roman), "Der Heiligenscheinorgasmus und andere Erzählungen". 2018 erscheint der Roman "Teheran Wunderland" bei Drava.


 Bis in die 1990er-Jahre behauptete der Diskurs der Rassisten und "Ausländerfeinde" in Österreich und in Deutschland, die Türken würden "uns" deshalb Probleme bereiten, weil sie Türken seien. Seit dem Erstarken des sogenannten politischen Islam, vor allem seit den Anschlägen von 9/11, behauptet der neue rassistische Diskurs, die Türken (die Araber, die Nordafrikaner, die Iraner ...) würden "uns" Probleme bereiten, weil sie Muslime seien. Seither gilt der Islam als eine – mit Marx zu sprechen – den Türken (den Arabern, den Nordafrikanern ...) "an und für sich selbst zukommende Eigenschaft". Die Kategorie "Islam" funktioniert hier als Fetisch im Marx'schen Sinn: Eine gesellschaftlich (sprich durch das Sich-Bekennen gläubiger Muslime oder durch die Fremdzuschreibung an die Adresse tatsächlicher oder vermeintlicher Muslime) hergestellte Verknüpfung zwischen einzelnen Subjekten und dem Islam erscheint als eine naturgegebene. Der Zusammenhang zwischen dem Islam und den Türken (den Arabern, den Iranern ...) wird als ein unauflöslicher, quasi genetischer aufgefasst. -

Diese "volle Identifizierung" von real existierenden Individuen mit der imaginären Kategorie Islam (imaginär, weil es sich hier um Glaubensvorstellungen handelt) ist unabdingbare Voraussetzung des neuen Rassismus. Voraussetzung für die Kritik dieses Rassismus wäre daher die Kritik dieser Voraussetzung. Der sich selbst als "antirassistisch" missverstehende Diskurs des linken und liberalen Mainstreams kann diese Kritik aber schon deshalb nicht leisten, weil er mit den Hetzern von FPÖ, AfD und Co die Grundvoraussetzung ihres Diskurses teilt – ebenjene Ideologie der "vollen Identität" (Isolde Charim)¹ zwischen Individuen aus bestimmten Ländern und dem Islam, was sich deutlich an Kampfbegriffen wie "Islamophobie" ablesen lässt: Wer nicht müde wird, die Angst vor dem Islam beziehungsweise die Feindschaft gegen den Islam als "rassistisch" zu bezeichnen, für den existiert ein unauflöslicher Zusammenhang zwischen der imaginären Kategorie "Rasse" und – einem Glaubensbekenntnis. "Rassistisch" wäre "Islamophobie" dann (und nur dann), wenn wir den Islam zur unauflöslichen, "rassischen" Eigenschaft von Türken, Arabern oder Iranern erklärten – eine ihrerseits zutiefst rassistische Position. Denn: Rassistisch ist selbstverständlich nicht die Angst vor einem – oder die Ablehnung eines – Glaubensbekenntnis(ses), sondern einzig die falsche – und fixe – Verknüpfung von Herkunft und Religion.

Für "Antirassisten" des linken und liberalen Mainstreams hat – genauso wie für die Rassisten von FPÖ, AfD und Co – die Beziehung vermeintlicher oder tatsächlicher Muslime zum Islam einen buchstäblich existenziellen Charakter. Menschen, die aus Gesellschaften mit islamischer Bevölkerungsmehrheit stammen oder einen entsprechenden "Migrationshintergrund" haben, kommt aus dieser Perspektive außerhalb der Sphäre des Islam kein Existenzrecht zu. Der vermeintliche oder tatsächliche Muslim ist aus dieser Sicht durch und durch Muslim, scheint mit dem Islam nicht bloß identifiziert, sondern identisch zu sein. Was hier (meist unbemerkt) auf der symbolischen Ebene des Diskurses passiert, hat im Umgang vieler islamischer Gesellschaften mit dem Phänomen der Apostasie (des Abfalls vom Islam) eine unheimliche reale Entsprechung: In Saudi-Arabien, dem Sudan, dem Jemen, dem Iran, Katar, Pakistan, Afghanistan, Somalia und Mauretanien kann der Abfall vom Islam mit dem Tod bestraft werden.

Was würde es aber bedeuten, diese weitverbreitete Ideologie der "vollen Identität" zu brechen, jene falsche fixe Verknüpfung zwischen dem Islam und Individuen aus Ländern mit islamischer Bevölkerungsmehrheit aufzulösen? Es würde zum einen dem trivialen Umstand Rechnung tragen, dass Gesellschaften mit islamischer Bevölkerungsmehrheit selbstverständlich nicht nur aus bekennenden Muslimen bestehen, sondern auch aus Christen, Juden, Atheisten, Agnostikern et cetera, und dass das natürlich auch für aus diesen Ländern stammende Migranten gilt: jene vermeintlichen – aus Sicht der FPÖ und der Pegida-Rassisten "optischen" – Muslime, denen häufig dieselben Ressentiments entgegengebracht werden wie ihren muslimischen Landsleuten. Entscheidender ist aber, dass ein erstaunlich großer Teil der in Deutschland lebenden Migranten oder der Menschen mit "Migrationshintergrund", die aus Ländern mit islamischer Bevölkerungsmehrheit (und auch tatsächlich aus muslimischen Familien) stammen, in Umfragen angibt, nicht Muslim zu sein – so etwa 50 Prozent der aus dem Iran, 63 Prozent der aus Südosteuropa und 36 Prozent der aus dem "Nahen Osten" stammenden Befragten. Für die deutsche Bundesregierung hingegen zählen all jene Migranten, die aus einem "mehrheitlich muslimischen Land" stammen, sowie alle deutschen Staatsbürger mit einem entsprechenden "Migrationshintergrund" als Muslime – cuius regio, eius religio (wes der Fürst, des der Glaub').


Aus: "Warum wir Linken über den Islam nicht reden können" Sama Maani (10. Jänner 2017)
Quelle: https://derstandard.at/2000050315751/Warum-wir-Linke-ueber-den-Islam-nicht-reden-koennen-1

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Larporello, 15. Jänner 2017, 19:14:15

"Warum wir Linken über den Islam nicht reden können"
Der Grund ist eigentlich ganz einfach, da muss man gar nicht viele Wort verlieren: Der Islam steht aus westlicher Perspektive für das Andere und das Fremde. Außerdem wird er als Religion von unterprivilegierten 'People of Color' wahrgenommen (auch wenn er das in der Praxis häufig nicht ist).
Deshalb triggert Kritik am Islam bei vielen Linken die gleichen psychologischen und moralischen Reflexe wie wenn jemand schlecht über Schwarze redet oder über Homosexuelle herzieht.


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standardposting 24. Jänner 2017, 21:37:34

Da werden "Linke" genauso rassistisch-ideologisch diskriminiert, wie das im Artikel der Fall für Angehörige aus mehrheitlich islamischen Ländern der Fall ist! Natürlich dürfen Linke genauso über den Islam reden und ihn kritisieren, wie alle anderen! Genauso wie über alle anderen Religionen. Die Diskussion über eine Religion per se als rassistisch unterbinden zu wollen, ist abstrus.


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Strellnikow, 15. Jänner 2017, 15:38:28

die Linke?
fühle mich als Linker hier nicht angesprochen und rede offen und kritisch über den Islam sowie über alle anderen Religionen, auch über Linke die aus falsch verstandener Toleranz Intoleranz akzeptieren wollen...


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Nörgler, 14. Jänner 2017, 07:51:41

Einfluss der Sozialisierung
Schön und gut, aber Menschen, die in einem islamischen Staat sozialisiert wurden, ticken einfach anders als Menschen, die nach dem WK2 in unseren Breiten sozialisiert wurden. Diesen Aspekt vermisse ich in dem Artikal, und Marx ist schon lange tot.


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lesmuts

13. Jänner 2017, 15:02:50

Der Islam ist heute mehrheitlich eine Proletarierbewegung, die sich sowohl in vielen muslimischen Ländern (siehe z.B. Muslimbrüder oder AKP) wie in den europäischen Einwanderungsländern mit postkolonialem Pathos und Leberwurstbeleidigtheit gegen den "bösen Westen" und die "verderbten Eliten" wendet - dramaturgisch ganz ähnlich dem europäischen Faschismus des 20 Jhdt.
In der Türkei funktioniert dieser Schmäh heute so gut, dass dort ein pseudoislamischer Diktator unter tosendem Beifall der schadenfrohen Massen die Macht an sich reißt und der Opposition zu Leibe rückt, im Iran dasselbe 40 Jahre früher.
Hierzulande schaut es eher noch schlimmer aus unter den Migraten, v.a. den Türken, der Autor möge aber gerne jene selber zum Islam befragen.


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gelöschter User
12. Jänner 2017, 21:26:29

Die Sorgen der Linken erschöpfen sich meist in
endlos langen Diskussionen über Herkunft, Rasse, Ethnie oder Religion von meist armen Menschen - und wie kann man als Linker, aus dieser eigentlich unlösbaren Gemengelage, moralisch erhaben, seinen Nimbus als P.C. Charakter bewahren.
Solche unlösbaren Problemfelder wird es solange geben, solange es Religionen und verschiedene Kulturen auf diesem Planeten gibt.
Lieber sollten sich Linke, mit der gleichen Energie, den wirklichen Gefahren für Staaten und Gesellschaften zuwenden - und die kommen aus der Wall Street, der City of London oder Hongkong - dort fragt keiner nach der Herkunft, der Rasse oder der Religion der Akteure;
und der Götze, dem sie sich alle unterworfen haben, könnte irgendwann einmal alle Religionen dieser Welt ersetzen...


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Ausgeflippter Lodenfreak

12. Jänner 2017, 17:03:31

In Wirklichkeit ist ja "Islam" bei uns in der Zuwanderungsdiskussion nicht einfach die Religion sondern ein Code für Fremdheit. Religion und Herkunft werden nicht miteinander verknüpft, sondern sind Codes für eine besonders große Fremdheit die bei uns Probleme verursacht.
Ab einem gewissen Ausmaß an Fremdheit wird diese von vielen als Problem empfunden, weil sie einen Gegensatz und keine Ähnlichkeit darstellt und die größte Gemeinsamkeit vieler großer und sehr großer Gruppen welche diese Schwelle der Fremdheit überschreiten, ist nun einmal in der Österreichischen und Europäischen Realität der Islam.


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Bankert

12. Jänner 2017, 08:55:26

aufs Simpelste ausgedrückt: Die Linken haben Angst als Rassisten zu gelten, obwohl Religion keine Ethnie ist. Dabei waren die alten Linken religionskritisch.


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früherhättsdesnetgeben

11. Jänner 2017, 16:54:23

Ein langer Artikel für einen einfachen Zusammenhang: Religionskritik hat nichts mit Rassismus zu tun.

Was wir bei unserer eigenen Religion täglich leben, die Sozis allen voran, sollten wir endlich einmal auch auf andere Religionen anwenden. Kritik am Papst ist ja auch keine Kritik an den (mehrheitlich katholischen) Österreichern, also warum sollte das beim Islam anders sein? Wenn der Papst Frauen das Priestertum verwehrt gibt es einen Aufschrei, beim Islam kräht kein Hahn danach.


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cba

11. Jänner 2017, 17:27:36

> Religionskritik hat nichts mit Rassismus zu tun

zeitgenössischer rassimus tarnt sich häufig als 'religionskritik'


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Hans Müller1

11. Jänner 2017, 16:39:21

naja, ist schwierig zu trennen, denn im Islam gibt's keine Glaubens- und Gewissensfreiheit. Man braucht nur mit einem Türken mal drüber reden warum er nicht x oder y macht (gegen den Willen der Familie) - die Antwort ist meistens einfach nur: "Du hast keine Ahnung wie das bei uns ist".  ...


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[Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]
« Reply #366 on: May 16, 2019, 09:03:26 AM »
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[...] In den USA scheint derzeit ein Wettstreit abzulaufen, wer das schärfste Abtreibungsrecht verabschieden kann. Genauer gesagt sind es die republikanischen Hochburgen, die sich hier zu überbieten versuchen. Jüngstes Beispiel ist Alabama, jener Bundesstaat im amerikanischen Süden, in dem die Zustimmung zu US-Präsident Donald Trump regelmäßig einen landesweiten Spitzenwert einnimmt.

Mit einer Mehrheit von 25 zu sechs Stimmen verabschiedete der Senat von Alabama am späten Dienstagabend (Ortszeit) das wohl schärfste Abtreibungsgesetz des Landes. Wohlgemerkt: mit 25 Stimmen ausschließlich weißer Männer. Es gibt dort überhaupt nur vier Senatorinnen, und diese gehören alle der Demokratischen Partei an.

Das Gesetz, so es denn wie erwartet von der republikanischen Gouverneurin Kay Ivey unterzeichnet wird, würde fast alle Schwangerschaftsabbrüche untersagen. Ausnahmen gäbe es nur noch, wenn das Leben der Mutter in Gefahr oder das Kind nicht lebensfähig wäre. Nach einer Vergewaltigung oder in einem Fall von Inzest müsste eine Frau dagegen das Kind zur Welt bringen. Ärzten, die Frauen in einer solchen Notlage helfen wollen, drohen zwischen zehn und 99 Jahren Haft.

Der Aufschrei ist riesig – und prallt doch an der republikanischen Mehrheit ab. Der Oppositionschef Bobby Singleton warf den Unterstützern des neuen Gesetzes vor, sie hätten „den Staat Alabama gerade selbst vergewaltigt“. Planned Parenthood, eine auf Familienplanung spezialisierte Organisation, sprach von einem „dunklen Tag für Frauen in Alabama und dem ganzen Land“. Die Politiker des Bundesstaates würden wegen ihrer Entscheidung „für immer in Schande leben“. Für die Nationale Frauen-Organisation ist das Gesetz schlicht „verfassungswidrig“.

Welches Leid entsprechende Gesetze mit sich bringen können, zeigt ein aktueller Vorfall in einem anderen Bundesstaat. In Ohio wurde ein elfjähriges Mädchen entführt und vergewaltigt. Sie ist schwanger – und muss das Baby behalten, obwohl sie selbst eigentlich noch zu jung zum Kinderkriegen ist. Dabei ist die Begründung für die Gesetzesverschärfung eigentlich, dass damit die Rechte derjenigen geschützt werden sollen, die „am meisten verwundbar“ seien.

Solche Extremsituationen drohen nicht nur in Ohio. Auch in Mississippi, Georgia und Kentucky sollen nach dem Willen der Gesetzgeber Frauen nicht mehr abtreiben dürfen, wenn der Herzschlag des Embryos zu hören ist, darum heißen diese Gesetze „Heartbeat Bill“. Das kann bereits ab der sechsten Woche der Schwangerschaft der Fall sein, zu einem Zeitpunkt, an dem vielen Frauen noch gar nicht klar ist, was sich in ihrem Körper entwickelt. Georgia geht sogar so weit, dass einer werdenden Mutter bei einer Fehlgeburt Ermittlungen und eine Anklage drohen. Hier immerhin sind Vergewaltigung und Inzest Ausnahmen.

Nun ist es so, dass Frauen in den USA seit 1973 grundsätzlich das Recht haben abzutreiben. Diese Entscheidung fällte der Supreme Court in dem Präzedenzfall „Roe versus Wade“. Alle diese harten Gesetze, die derzeit verabschiedet werden, können daher zunächst auch gar nicht in Kraft treten.

Ihren Befürwortern geht es aber ohnehin um Größeres. Das hat die Republikanerin Terri Collins, die das Gesetz in Alabama eingebracht hat, im Vorfeld deutlich gemacht: „Wir wollen ,Roe versus Wade’ kippen und den Staaten erlauben vorzugehen, wie sie wollen.“ Wenn nun Frauen- und Bürgerrechtsgruppen gegen die neuen Gesetze klagen, so das Kalkül, dann steht die Grundsatzentscheidung auf einmal wieder zur Debatte. Und diese Debatte könnte im Supreme Court anders ausgehen als noch vor 46 Jahren.

Dafür hat Trump gesorgt. Gleich zwei konservative Oberste Richter konnte der Präsident in seiner bisherigen Amtszeit bereits nach Washington schicken: Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh. Personalentscheidungen, die gerade seine erzkonservativen Anhänger bejubelten – und die Liberalen erbittert bekämpften; sie ahnten, was diese Richterbesetzungen für Folgen haben könnten. Denn auf einmal haben die Anhänger der „Pro Life“-Bewegung Grund zur Hoffnung, dass „Roe versus Wade“ in naher Zukunft doch noch gekippt werden könnte.

Der Präsident weiß, wie wichtig die Evangelikalen für seine Wiederwahl sind. Gerade erst hat er ihnen am „Nationalen Gebetstag“ Anfang Mai versprochen, er werde eine „Kultur des Lebens“ aufbauen. Dabei kündigte er an, die Rechte von Ärzten und anderen Gesundheitsmitarbeitern zu stärken, die aus Glaubensgründen keine Abtreibungen oder andere medizinische Eingriffe wie Sterilisation und Sterbehilfe durchführen wollen. Schon jetzt haben Frauen in manchen Staaten Schwierigkeiten, überhaupt noch einen Arzt zu finden, der Abtreibungen durchführt.


Aus: "Abtreibungsgegner machen mobil" (15.05.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/kulturkampf-in-den-usa-abtreibungsgegner-machen-mobil/24345630.html

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wilhelm 15.05.2019, 17:31 Uhr
Kulturkampf?

[Politiker beugen sich sich den Evangelikalen, die sich an einem Buch aus vorwissenschaftlicher Zeit festgebissen haben, die dieses Buch wörtlich auslegen bis hin zum Kreationismus. Diese Leute glauben, allein durch Berufung auf ihren Gott anderen Menschen Vorschriften machen zu dürfen. Diesen Leuten muss einmal klipp und klar gesagt werden, dass die Zeit, und mit ihr Wissenschaft und Philosophie, nicht bei Abraham und nicht bei Jesus stehen geblieben sind, dass sie zwar glauben können was immer sie wollen, aber mit ihrem Gott und ihrem Glauben keine anderen Menschen zu behelligen haben.]

Ein Kampf archaischer Postulate und Dogmen gegen Wissenschaft und Vernunft. Wären diese Leute nicht in den USA sondern in den Hindu-Regionen Indiens geboren, würden sie mit dem gleichen Eifer und mit der gleichen Inbrunst und mit der gleichen Überzeugen die dort geltende Götter, Dogmen und Rituale verfechten.

Zufall von Zeit und Ort der Geburt als Fundament des Götterglaubens: Dagegen ist selbst Treibsand weit tragfähiger.


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