Pages: [1]   Go Down

Author Topic: [Imaginäres, Reales und der Wille... ]  (Read 7246 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

lemonhorse

  • Administrator
  • Full Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Posts: 153
[Imaginäres, Reales und der Wille... ]
« on: March 22, 2007, 07:50:58 PM »

Quote
[...] Das Imaginäre ist ein Sammelbegriff für alles „Bildhafte“. Darunter fallen sowohl materielle Bilder, aber auch mentale Vorstellungsbilder, seien diese individuell oder kollektiv. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff in der Theorie des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan – analog zu den Begriffen des Symbolischen und des Realen – eine der drei Strukturbestimmungen des Psychischen.

[...] Der Begriff „imaginär“ leitet sich vom lateinischen Wort für „Bild“ („imago“) sowie von „Imagination“ (Vorstellungskraft, Einbildungskraft) und dem Adjektiv „imaginarius“ („eingebildet“) ab. Der Begriff des Imaginären taucht bereits in der mittelalterlichen Philosophie auf und wird der Sache nach bereits bei Aristoteles als Phantasie behandelt. Die ausschließliche Konnotation des Begriffs „imaginär“ mit „eingebildet“ ist insbesondere im deutschen Sprachraum bis heute wirksam, wodurch als imaginär oft unwirkliche, nur vorgestellte Gegenstände bezeichnet werden, insbesondere Trugbilder, Halluzinationen, Täuschungen und vor allem Hirngespinste.

In anderen Ländern ist der Begriff nicht derart negativ konnotiert, sondern wird eher mit dem neutraleren Wort „imago“ verknüpft, aus welchem sich sowohl im Englischen wie im Französischen die gängigen Begriffe für „Bild“ („image“) ableiten.


Aus: "Das Imaginäre" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Imagin%C3%A4re

-.-

Quote
[...] Ein Hirngespinst ist ein Resultat geistiger Tätigkeit, das als sinnlos erscheint. Die als Hirngespinste bezeichneten Gedanken sind häufig nicht oder nur wenig logisch miteinander verbunden sondern wirre und unklare gedankliche Gewebe, deren Absichten und Ziele für andere Menschen nur schwer nachzuvollziehen sind.

Hirngespinste treten nicht nur bei psychisch Kranken auf als Indiz für einen Realitätsverlust und damit eine möglicherweise geminderte Zurechnungsfähigkeit, sondern lassen sich auch bei gesunden Menschen vorfinden, wenngleich das Auftreten immer ein bedenkliches Anzeichen darstellt.


Aus: "Hirngespinst" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hirngespinst

-.-

Quote
[...] Dabei meint „Phantasie“ die Fähigkeit, mentale Bilder hervorzubringen, während Phantasma die von der Vorstellungskraft hervorgebrachten Bilder selbst bezeichnet. Arthur Schopenhauer definiert das Phantasma als „nicht unmittelbar durch Eindruck auf die Sinne hervorgerufene, daher auch nicht zum Komplex der Erfahrung gehörige Vorstellung“ (Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde [1813], § 28). Eine Form des Phantasmas ist auch die Halluzination, in der das Phantasma nicht als Phantasma erkannt, sondern mit einer äußeren Sinneswahrnehmung verwechselt wird.


Aus: "Phantasma" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Phantasma

-.-

Quote
[...] Auch in den Wissenschaften ist Erkenntnis ohne Phantasie oft unmöglich. Phantasie spielt etwa eine bedeutende Rolle bei der Synthese von emprischen Beobachtungen und Befunden, die ohne Übersetzungsleistung und Interpretationsarbeit des Forschers keine Aussagekraft besitzen. In der Chemie sind August Kekulé und in der Soziologie Georg Simmel als resultatreich phantasierend bekannt geworden.

In der adjektivischen Verwendung des Begriffs phantastisch werden manchmal außergewöhnliche Dinge, Situationen oder Ereignisse beschrieben, z.B.: „ein phantastisches Ergebnis“, „ein phantastisches Konzert“. Andererseits sind auch abwertende Aussagen möglich: „das ist zu phantastisch, das glaube ich nicht“, die synonym gebraucht werden mit „du phantasierst“, „du spinnst“. Im ersten Fall wird das Adjektiv als Superlativ verwendet, um positive Überraschungen zu beschreiben. Anderseits werden unglaubwürdige, unmöglich erscheinende Aussagen durch eine Einstufung als „phantastisch“ als „unrealistisch“ abgewertet. Ein „Phantast“ wird daher oft als „Spinner“ oder „Verrückter“ angesehen (vgl. auch: Exzentriker). Seine Vorstellungskraft, „seine Phantasie geht mit ihm durch“ oder wird als „blühend“ bezeichnet.


Aus: "Phantasie" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Phantasie

-.-

Quote
[...] Symbole, wie sie in Religion, Mythos oder Kunst vorkommen, lassen sich in ihrer Bedeutung oft nicht rein rational übersetzen oder interpretieren. Sie enthalten einen Bedeutungsüberschuss: während die Bedeutung beispielsweise eines Verkehrszeichens genau definiert ist, übersteigt die Bedeutung eines religiösen, geträumten oder mythologischen Symbols die rationale Ebene und hat über den kulturellen Kontext hinaus eine für den Verwender oft intime psychische Bedeutung, die ohne fundierte Methode kaum eindeutig erkennbar ist.

[...] Die Vereinbarung, was unter dem Begriff Symbol zu verstehen ist, ist selbst in der Semiotik (Zeichentheorie) durchaus nicht einheitlich. So sind Missverständnisse vorprogrammiert, wenn nicht im jeweiligen Diskurs vorab geklärt wird, in welchem Sinne der Symbolbegriff zu verstehen ist. Ganz allgemein kann angenommen werden, im Symbol seien die Gestalt und die Bedeutung 'zusammengeworfen' oder vereinigt worden, wie in 'Siegel und Siegelabdruck' (Urbedeutung des altgriechischen Wortes symballein, auch i. S. von Vertrag zweier Parteien).

Zu klären ist weiterhin, ob der Begriff Symbol im Sinne von z. B. Ernst Cassirer, Jean Piaget[1], oder Charles S. Peirce verwendet wird, wobei die häufigste Konfliktursache wohl die Opposition Symbol vs. Zeichen zu sein scheint, weil hier ein Konkurrenzverhältnis konstruiert wird, das so nicht gegeben ist.

In der neueren Semiotik hat sich die Auffassung von Charles Sanders Peirce durchgesetzt, der als einer der »Väter« der Semiotik gilt. Bei Peirce ist der Begriff Zeichen als Überbegriff zu verstehen. Symbol ist dann eine der drei Unterkategorien | Symbol | Index | Ikon |. Besonders hervorzuheben ist hier, dass die fachspezifische Verwendung des Begriffs Symbol im Bereich verschiedener Disziplinen verschiedenes meinen kann.

[...] Die Ursprungsbedeutung leitet sich von einem antiken Brauch ab: Ein Gast reichte seinem Gastgeber zum Abschied eine zerbrochene Tontafel oder einen Tonring. Sie dienten als Erkennungszeichen bei einem möglichen Gegenbesuch eines Mitglieds aus dem Gastgeberhaushalt bei dem ehemaligen Gast: Durch das Zusammenfügen der beiden Bruchstücke konnte sich der ehemalige Gastgeber (oder einer aus seiner Familie) als solcher zu erkennen geben. Der Ring als Symbol weist so über sich hinaus auf die Bedeutung „Ehe“.


Aus: "Symbol" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Symbol

-.-

Quote
[...] Das Symbolische (oder auch die symbolische Ordnung, die Ordnung des Symbolischen) ist ein Begriff des Psychoanalytikers Jacques Lacan und bezeichnet eine der drei Strukturbestimmungen des Psychismus. Anders als das bildhafte Imaginäre und das stumme Reale ist das Symbolische die Ordnung der Sprache und des Diskurses.

[...] Auch das Unbewusste unterliegt der Struktur des Symbolischen: "Das Unbewusste ist wie eine Sprache strukturiert." (Seminar XI. Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse, S. 26) Das Symbolische ist daher die dominante der drei Strukturbestimmungen des Psychischen (auch das Imaginäre ist immer schon symbolisch überformt), und auch jener Bereich, der in der psychoanalytischen Behandlung die zentrale Rolle spielt, die ja wesentlich eine Form der Heilung durch Sprache ist (vgl. Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse, in: Schriften III, S. 71-169)


Aus: "Das Symbolische" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Symbolische

-.-

Quote
[...] Unter Zeichenkodierung versteht man das Darstellen eines Schriftzeichens, also eines Buchstabens, einer Ziffer oder eines Symbols, mittels eines im Aufbau einfacheren oder für die betreffende Anwendung geeigneteren Codes.


Aus: "Zeichenkodierung" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeichenkodierung

-.-

Quote
[...] Unter einem Code oder Kode [koːd] wird eine Vorschrift verstanden, mit der Nachrichten oder Befehle zur Übertragung oder Weiterverarbeitung für ein Zielsystem umgewandelt werden können. Beispielsweise stellt der Morsecode eine Übertragungsvorschrift zwischen Buchstaben und einer Abfolge kurzer und langer Tonsignale her. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einem Code meist einen geheimgehaltenen Code, der zur Verschlüsselung von Botschaften verwendet wird. Ein Code kann aus Daten, Ziffern, Zeichen, Buchstaben oder anderen Informationsträgern bestehen, also zum Beispiel auch aus DNA-Strängen.

[...] Im allgemeinen ist ein Code eine Vereinbarung über einen Satz (ein Set) von Symbolen (Bedeutungsträgern, oder Verweisen) zum Zweck des Informationsaustauschs. Information existiert nicht in "reiner" Form; sie ist immer in irgendeiner Weise formuliert. Ein Code ist - allgemein ausgerückt - eine Formulierung von Information. Das setzt folgende Elemente voraus:

   1. mindestens eine informationsformulierende Instanz (Aufzeichner/Sender)
   2. mindestens eine informationsempfangende Instanz (Lesender/Empfänger) - kann im u.U. auch identisch mit (1) sein
   3. ein zu übermittelnder, abstrakter Inhalt, die Information
   4. eine Vereinbarung zum Zweck der Informationsformulierung und ggf. -übermittlung. Diese enthält einen Satz von Bedeutungsträgern oder Symbolen, der beiden Instanzen (1) und (2) bekannt ist, und ggf. Regeln zur Verwendung der Symbole

Menschliche Sprache und Tierlaute beispielsweise sind Codes unterschiedlicher Komplexität und Kapazität. Im Falle der Tierlaute ist "die Vereinbarung" durch natürliche Evolution entstanden. Normalerweise werden Mittel der tierischen Kommunikation und menschliche Sprache aber nicht als Codes angesehen, da sie als natürlich bzw. selbstverständlich hingenommen werden.


Aus: "Code" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Code

-.-

Quote
[...]Semiose bezeichnet den Prozess der Wirkungsentfaltung eines Zeichens und ist nach Peirce der eigentliche Gegenstand der Semiotik.


Aus: "Semiose" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Semiose

-.-

Quote
[...] Erste Zeichen- und Bedeutungslehren entstanden in der stoischen Dialektik durch Diogenes von Babylon u. a. sowie im mittelalterlichen Nominalismus durch Wilhelm von Occam. Wesentliche Begründer der „modernen“ Semiotik sind Charles Sanders Peirce (1839–1914), Ferdinand de Saussure (1857–1913), Charles William Morris (1901–1979) und der dänische Semiotiker Louis Hjelmslev (1899–1965).

Ferdinand de Saussure erklärt Sprache als ein System von Zeichen, welches fähig ist, Ideen auszudrücken. Daraus geht eine Wissenschaft hervor, die sich mit dem Umgang mit Zeichen in der Gesellschaft beschäftigt und später Teil der Soziopsychologie sein wird, und daraus folgend auch Teil der Allgemeinen Psychologie. Man bezeichnet sie als Semiologie, abgeleitet vom griechischen Wort semeion („das Zeichen“). Saussure geht davon aus, dass nur menschliche Sender semiologische Vorgänge verstehen und produzieren können, indem der Sender eine Idee als Nachricht an einen menschlichen Empfänger schickt.

Charles Sanders Peirce hingegen geht von einem dreiteiligen System aus, welches er Semiosis nennt. Die Semiosis ist ein Prozess, der drei Instanzen umfasst, nämlich das Zeichen, sein Objekt und den Interpretanten. Der Interpretant kann hierbei in erster Annäherung als die Bedeutung des Zeichens verstanden werden, die in Peirce' System wiederum selbst als Zeichen mit eigenem Interpretanten aufgefasst wird. Auf diese Weise setzt sich der Interpretationsprozess prinzipiell bis ins Unendliche fort. Jedes Zeichen vermittelt so zwischen seinem Objekt und seinem Interpretanten. In einem bloßen Verhältnis von actio und reactio ist dies nicht möglich. Wenn bspw. eine Kugel auf eine andere trifft, ist dafür keinerlei Vermittlung oder Übersetzung nötig. Peirce schließt auch solche Phänomene ein, die keinen Menschen als Sender haben, die natürlichen Zeichen, aber auch solche, die keinen Menschen als Empfänger haben: So sei der Sonnenstrahl für die Blume ein Zeichen, sich ihr zuzuwenden.


Aus: "Semiotik" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Semiotik

-.-

Quote
[...] Die Hermeneutik (von griechisch ἑρμηνεύειν - hermeneuein: erklären, deuten, interpretieren) ist die Lehre vom interpretativen Verstehen, auch vom Deuten oder Auslegen. In der Antike und im Mittelalter des Christentums diente die Hermeneutik als Wissenschaft und Kunst der Auslegung (Exegese) grundlegender Texte. In der Neuzeit entwickelte sie sich zur Lehre der Interpretation und zu einer Philosophie des "Verstehens".


Aus: "Hermeneutik" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermeneutik

-.-

Quote
[...] Wahrheit und Methode (1960, Tübingen) ist das wohl bekannteste Werk des deutschen Philosophen Hans-Georg Gadamer, der darin seine Vorstellung einer universalen Hermeneutik formuliert.

[...] Etwas zu verstehen bedeutet, einem Text, Gesprächspartner oder Kunstwerk mit einer konkreten Erwartung entgegenzutreten und diese dann während des Eindringens in den Sinn des Gegenübers beständig zu revidieren. Diese Erwartung ist eine Vormeinung oder auch ein Vorurteil zum jeweiligen Thema. Zum Verständnis des Gegenübers genügt es nicht, dessen Sinn in die eigene Vormeinung zu integrieren. Vielmehr muss man den Willen aufbringen, die eigene Vormeinung auf Geltung und Herkunft zu überprüfen und in Bezug zum Sinn des Gegenübers zu setzen.

[...] Die Sprache ist die Mitte zwischen dem Ich und der Welt. Sprache ist spekulativ - nicht Abbildung, sondern Zur-Sprache-Kommen.


Aus: "Wahrheit und Methode" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit_und_Methode

-.-

Quote
[...] Das Reale ist ein Begriff des Psychoanalytikers Jacques Lacan und bezeichnet eine der drei Strukturbestimmungen des Psychismus. Das Reale ist der unauflösbare Rest, der in den übrigen beiden Ordnungen des Imaginären und des Symbolischen nicht aufgeht. Der Begriff des Realen ist nicht mit dem der Realität zu verwechseln, welcher eher der symbolischen Ordnung zuzurechnen ist.

[...] Das Reale ist der wohl rätselhafteste Begriff der Lacanschen Theorie, da er per definitionem nicht definierbar ist. Lacan beschreibt das Reale als das, was weder imaginär noch symbolisierbar ist, sondern eine eigene, massive, nichtreduzierbare und singuläre Existenz und Präsenz besitzt - etwa ein Traum, unter dem man leidet und der (noch) nicht in eine Geschichte verwandelbar ist. Das Reale ist immer etwas Unfassbares, Unsagbares, nicht Kontrollierbares, eine Art von Horror oder Trauma. Es tritt auch in den Sphären der Sexualität (siehe auch: Jouissance), des Todes und der Gewalt in Erscheinung. Das Reale ist das Außerhalb der normalen Realität Liegende und Verdängte, das diese bedroht. Es ist insofern verwandt mit dem Freudschen Begriff des Es.

[...] Die drei Strukturbestimmungen des Subjekts Reales, Imaginäres und Symbolisches sind in der Struktur eines Borromäischen Knotens miteinander verbunden, das heißt: Jedes dieser "Register" des Psychischen bedingt die anderen beiden, so dass die drei Begriffe eine unauflösbare Einheit bilden. Löst man einen von ihnen aus dem Gesamtgeflecht heraus, lösen sich auch die übrigen und verliert das Geflecht seine Kohärenz.

[...] Der Philosoph Slavoj Žižek findet Beispiele für das Reale in den Filmen Alfred Hitchcocks, etwa die Vögel in dem gleichnamigen Film oder das riesige Schiff am Ende der Straße, in der im Film Marnie die Mutter der Protagonistin lebt. „Diese Art von Objekt zeichnet sich durch eine massive, bedrückende materielle Präsenz aus [...], zirkuliert aber auch nicht zwischen den Subjekten, ist also genausowenig ein Objekt des Austausches, sondern eine stumme Verkörperung eines unmöglichen Genießens (jouissance).“ (Žižek: Liebe Dein Symptom wie Dich selbst, S. 57). Auch das Alien im gleichnamigen Film könnte man als Verkörperung eines Lacanschen Realen verstehen.


Aus: "Das Reale" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Reale

-.-

Quote
[...] Der Begriff Wille (vom Althochdeutschen: willio, lat.: voluntas) bezeichnet das Vorhandensein starker Wünsche, Ziele oder Begehrlichkeiten oder bewusster Entscheidungen für oder gegen etwas. Diese werden aber nur dann im engeren Sinn als Wille bezeichnet, wenn sie aus eigenem Antrieb heraus, ohne Einwirkung fremder Einflüsse (z. B. Krankheit, Sucht, gesellschaftliche Zwänge) und auch nicht notwendigerweise (z. B. Instinkt-, Zwangshandlungen) entstehen. Mit dem Begriff des Willens wird demnach die Freiheit des Willens verbunden. Was unter dieser so genannten Willensfreiheit zu verstehen ist und ob sie tatsächlich gegeben ist, ist umstritten.

[...] Wille (lateinisch velle = wollen, volitio = Willensakt) bezeichnet innerhalb der Psychologie die willentliche Handlungskontrolle des Verhalten des Menschen durch ihn selbst (s. Volition (Psychologie), Volitionspsychologie).


Aus: "Wille" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wille

« Last Edit: December 05, 2013, 01:16:27 PM by Textaris(txt*bot) »
Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Imaginäres, Reales und der Wille... (Wieso zur Hölle?!)]
« Reply #1 on: February 25, 2008, 02:59:55 PM »

Quote
[...] 00008059,
verwirrt

Ich bin doch gar nicht in ihn verliebt. Wieso zur Hölle vermiss ich ihn dann obwohl er erst seit 3 Stunden weg ist???


Quelle:
http://www.parkuhr.net/b/81a0651c8341afef (02/2008)


-.-

Quote
00009181

... Gott ich liebe diese Frau selbst dann wenn ich sie hasse!


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/651c6abcf61af9be

-.-

Quote
00009170
müde   Ich habe meinen Freund betrogen. Das erste Mal am Anfang der Beziehung. Mir hat's nicht Leid getan. Ich hab' ihn nochmal betrogen. Am 19.12.09. Das hat mir Leid getan. Aber da hab' ich ihn noch nicht geliebt. Jetzt liebe ich ihn. Ich würd's ihm nie sagen. ... Ich liebe ihn. Jetzt gerade warte ich, bis er wieder da ist, zuhause. Bei sich. Wer weiß, vielleicht hat er dasselbe Geheimnis wie ich. Wenn es so ist, dann bin ich am Ende. ... Ich liebe ihn, aber erst seit Kurzem. Er wird nie erfahren, was für ein Drecksstück ich doch bin. Ich werd' ihm nicht das Herz brechen, solange er nichts davon erfährt.


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/7466647497e2a19a

-.-

Quote
00009163
Ich will nur noch weinen.

Quelle: http://www.parkuhr.net/n/c4c93cfbd062c721

-.-

Quote
00009162
   Super... weiß endlich wie seine EX aussieht... nämlich wie ich....großartige sache...


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/c5c5b3f5dada3158

-.-

Quote
00009159
bin enttäuscht von ihm......obwohl mich es wundert, dass er mich noch enttäuschen kann. ich wusste doch auf was für einen verlogenen wichser ich mich wieder einlasse..

...


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/7b7261e71d603d7e

-.-

Quote
00009148

gelangweilt   

Der Sex war so lala. Von wegen Eifelturm und unglaublich!


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/9f302a3c87fa3c44

-.-

Quote
00009124

Ich muss drüber weg kommen! Ich muss drüber weg kommen! Ich muss drüber weg kommen!


Quelle: http://www.parkuhr.net/b/a972a3cc266f5c75

-.-

« Last Edit: February 01, 2010, 05:02:13 PM by Textaris(txt*bot) »
Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Der Einbruch des Realen und symbolischen Praktiken... ]
« Reply #2 on: December 16, 2008, 12:13:48 PM »

Quote
[...] Nichts, so scheint es, ist der Kultur der Moderne samt ihren ausdifferenzierten Medien so fern wie das Reale selbst. Über den Status von Wirklichkeit lässt sich nach Jahrzehnten von Theorienmoden trefflich und ohne absehbares Ende streiten. Ein Narr, so müsste man glauben, der sich über den Status von Wirklichkeit nach Kant, Konstruktivismus und vielen anderen Ismen überhaupt zu fragen traut.

Eine eben in Wien zu Ende gegange Konferenz traute sich das quasi justament - und schaute genauer hin, wie das Reale, wenn es uns überstürzt, überfordert und unsere bisherigen Sicherheiten aushebelt, wirkungsmächtig wird. Oder anders gesagt: ob das Reale gerade dann nichts anderes als Schein in unserer Gesellschaft ist.

Die Kultur der Moderne bringe dem Realen eine Art Hassliebe entgegen, konstatiert der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke von der Universität Konstanz, der zusammen mit seiner Konstanzer Kollegin Juliane Vogel die Konferenz "Schauplätze der Evidenz. Der Einbruch des Realen" am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) konzipiert hatte.

Der neue IFK-Chef Helmut Lethen hatte bei seinem Amtsantritt im Herbst 2007 eine Rückkehr zur Wirklichkeit gefordert und den Kulturwissenschaften dabei vorgeworfen, zu leichtfertig alle "sozialen Phänomene zu rhetorischen Inszenierungen zu machen".

In den Kulturwissenschaften, so der Ausgangsbefund auch bei der Tagung des Wiener Wissenschaftskollegs, hätten konstruktivistische Ansätze in den letzten Jahren den Ton angegeben: "Wir konstruieren die Welt durch Symbole. Das heißt aber auch, dass wir das Reale 'als solches' von uns fernhalten und ungreibar machen." Versagten diese Verfahren, dann käme es zum "Einbruch des Realen".

Bei Horror oder Trauma zeige sich, dass sich bestimmte Erfahrungen eben nicht in symbolischen Praktiken bewältigen ließen. Gerade Literatur, Kunst und Film seien in der Moderne Schauplätze, wo sich der Umgang mit "Einbrüchen des Realen" genauer untersuchen ließe.

Ausgerechnet im Realismus, der die "Darstellung" der "wirklichen Wirklichkeit" zum Programm erhob, sei das "Fremdeln" mit dem Realen besonders evident geworden, betonten zahlreiche Vortragende im Zuge der Tagung.

[...] Das Paradox der Moderne, so Koschorke, sei, dass sich diese Epoche des Wirklichen nur habhaft werde, indem "sie es sich aneignet, verändert und gerade dadurch notwendigerweise verkennt".

Quote
Das Reale ist für Reale überhaupt kein Problem!

pepperbird, vor 11 Stunden, 34 Minuten

Ein Problem haben ja nur die berufsmäßigen Quatscher - vulgo Intellektuellen - mit ihrem Begriff von Realität. Mit der Birne gegen den Türstock gepumpert - und schon weiß jeder, dass dieser sehr real ist. Dass so eine Erfahrung eine sehr einsame sein kann - wen interessiert's letztendlich, dass sich so ein Eierkopf die Birne angeschlagen hat? - das ist das eigentliche Problem der hauptberuflichen Realitätsbeschreiber:

Immer wollen sie Dinge, die schon sie nichts angehen, Leuten "nahe bringen", denen die Geschichte auch am Arsch vorbei geht.
So what?


Quote
#
Stell dir vor die Welt geht unter

seeigel, vor 23 Stunden, 41 Minuten

und keiner bemerkt etwas.


Quote
Das Platzen der "Fake Money Bonds" Amerikas

bildschnitzer, vor 23 Stunden, 58 Minuten

ist für das "Just-In-Time-Wirtschaften" der vielbekämpften "Globalisierer" ungefähr das, was die "Oppau-Explosion" für die Chemische Industrie gewesen war.
http://tinyurl.com/6rq3wy
(Vom Rest der Seite distanziere ich mich heftigst)
Eine spektakuläre Randerscheinung, die lediglich ein paar neue Sicherheitsvorschriften generiert.
Die Weltwirtschaft wird nicht zur menschenfreundlichen Bedarfsdeckung übergehen, sondern die "Ellenbogenmenschen" werden andere Wege finden, die schwächeren, ungebildeteren, langsameren auszubeuten.


Quote
der begriff "einbruch des realen" ist nichts als eine

iggi, vor 1 Tag, 56 Minuten

weitere erfindung dieser selbsternannten medien- und kulturwissenschaftler, mit denen sie ihre intellektuellen existenz jenseits eingeweidebeschau und trance-orakel festigen wollen.

Quote
Statt Einbruch des Realen

      bildschnitzer, vor 1 Tag, 16 Minuten

      könnte man ja auch :
      "Fenstersturz aus dem Elfenbeinturm".
      sagen








Aus: "Schwierige Datenverarbeitung: Das Reale" (futurezone/Gerald Heidegger, 14. 12. 2008)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1500733/

Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Das Imaginäre, das Symbolische und das Reale... [Lacan] ]
« Reply #3 on: January 18, 2010, 03:38:42 PM »

Quote
[...] Drei wesentliche Kategorien, die als ineinander verflochtene Strukturen verstanden werden
sollen, bestimmen Lacan zufolge, den Psychismus des Menschen und demnach
auch seinen Diskurs: das Imaginäre, das Symbolische und das Reale. Die Kategorie des
Imaginären hat ihre Fundierung im Spiegelstadium1. Die jubilatorische Aufnahme des
eigenen Leibes im Spiegel bedeutet für den Säugling die Illusion einer Einheit, die das Ich
als eine äußerliche Gestalt fixieren läßt. Dabei liefert die Erfahrung des Ichs im Spiegel
das Model für die Identifikation mit dem Anderen. Der Andere erscheint dem Säugling als
ein einheitliches, quasi ideelles Bild, mit dem er sich identifiziert und an dessen Stelle er
treten will. Dies würde jedoch heißen, daß das Ich den Anderen beseitigen muß, um sich
sein Imago anzueignen. Die Beseitigung des Anderen würde aber andererseits die Beseitigung
des narzißtischen Subjektes bedeuten. Diese ausweglose Lage führt zu einem
suizidalen, gewalttätigen Zirkel und bedarf deshalb eines Dritten, der symbolischen Ordnung,
d.h. der Sprache, um gesprengt zu werden.
Das Symbolische ist dabei nicht eine Tätigkeit des Geistes, sondern eine Struktur, in der
das Subjekt vernetzt wird. Es schließt das imaginäre Stadium ab und konfrontiert das
Subjekt mit der Welt. Das Subjekt ich wird dabei durch den Anderen in die symbolische
Ordnung geworfen und in ihr entworfen. Lacan erklärt den Vorgang wie folgt: „Das mensch-
liche Wesen […] hat eine spezielle Beziehung zu dem Bild, welches das seinige ist
– eine Beziehung der Kluft, der entfremdenden Spannung. Da schaltet sich die
Möglichkeit der Ordnung, der Präsenz und der Absenz ein, das heißt der symbolischen
Ordnung.”2 Das Fort – Da, die Absenz und die Präsenz des Anderen, bildet
das erste symbolische Netz, das die illusorische Konzeption des Ichs, die sich im
Imaginären entwickelt hat, überwinden läßt und die Entstehung des Ichs im Symbolischen
bewirkt.
Die Sprache, die das Symbolische par excellence ist, versucht der Welt adäquat zu
sein, aber „so weit sich auch das System der Realität fortentwickeln mag, es läßt
offenbar einen wesentlichen Teil dessen in den Netzen des Lustprinzips hängen
[...].”3 Alles, was im Symbolischen keinen Zugang findet und verworfen bleibt, aber
nicht vollkommen verdrängt werden kann, nennt Lacan das Reale: „Die Einkehr des
Subjekts, das biographische Eingedenken geht nur bis zu einer bestimmten Grenze,
die ich das ‚Reale‘ nenne.”4 Das Reale ist demnach in sprachlicher Form nicht
assimilierbar und kann letzthin als eine Absenz verstanden werden.

...


Aus: "Portraits zur Literaturtheorie II: Jacques Lacan" kritische-ausgabe.de (Autor?, Datum?)
Abgerufen am 18.01.2010
Quelle: http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/stadt/stadtkarakassi.pdf

Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre... ]
« Reply #4 on: October 26, 2010, 01:19:59 PM »

Quote
[...] Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre

Eine zentrale Rolle im Denken Žižeks spielt das auf Lacan zurückgehende triadische Modell der drei Strukturbestimmungen der Psyche:

Reales, Symbolisches und Imaginäres (RSI).

Auch hier besteht Žižeks Leistung vor allem in der Übertragung der abstrakten Lacanschen Begriffe auf Phänomene aus Politik, Philosophie, Alltag und Populärkultur.


Das Reale

Das Reale ist bei Žižek, wie schon bei Lacan, ein recht rätselhafter Begriff und nicht mit der „Realität“ gleichzusetzen. Unsere Realität ist symbolisch konstruiert, also letztlich eine kollektiv praktizierte Fiktion. Das Reale dagegen ist innerhalb dieser Ordnung des Symbolischen ein nicht ‚fiktisierbarer‘ Kern, der sich nicht symbolisieren, nicht in Worte fassen lässt. Es hat keine positive Existenz, sondern existiert nur als Ausgeschlossenes, das an den Grenzen der gewöhnlichen Realität zum Vorschein kommt.

Nicht alles in der Realität lässt sich als Fiktion entlarven, es bleibt immer ein Rest des Realen übrig – bestimmte Punkte, die mit sozialen Gegensätzen, mit Leben, Tod und Sexualität oder allgemeiner dem logisch-rational nicht Greifbaren zu tun haben. Das Reale, sofern es das Subjekt überfordert und verunsichert, hat stets etwas Traumatisches an sich. Das Reale ist nicht eine tieferliegende Realität hinter der Realität, sondern besteht aus den Leerstellen, welche die Realität unvollständig und inkonsistent machen. Auf die Psychoanalyse bezogen bedeutet dies, dass die Realität nicht nur eine beliebige Erzählung unter vielen anderen ist. Vielmehr muss der Patient den harten Kern des Realen, die traumatische Dimension seiner Innenwelt, erkennen, aushalten und neu erzählen.

Die Triade des Realen/Imaginären/Symbolischen spiegelt sich innerhalb jedes einzelnen dieser drei Bereiche des Psychischen wider. Es gibt also entsprechend drei Modalitäten des Realen:

    * Das symbolische Reale – der auf eine sinnlose Formel reduzierte Signifikant (vgl. etwa die Quantenphysik, die wie jede Wissenschaft ans Reale greift, aber kaum nachvollziehbare Vorstellungen produziert).

    * Das reale Reale – ein grauenhaftes Ding, etwa das, was in Horrorfilmen das Gefühl des Horrors vermittelt.

    * Das imaginäre Reale – ein unergründliches Etwas, das als „Erhabenes“ (Kant) durch die Dinge hindurch scheint. Diese Art des Realen wird etwa in dem Film Ganz oder gar nicht – Full Monty daran deutlich, dass sich die arbeitslosen Protagonisten beim Striptease vollkommen ausziehen, wodurch in der zusätzlichen „freiwilligen“ Erniedrigung zugleich etwas Erhabenes, eine eigene Würde sichtbar wird.


Das Symbolische

Das Symbolische bildet unsere (soziale) Realität und deren sprachliche und normative Dimension. Seine Elemente sind Signifikanten, d.h. bedeutungsvolle Zeichen, die sich zu einem „Netz“ der „symbolischen Ordnung“ strukturieren. Seine Geltung bezieht das Symbolische aus der Autorität des großen Anderen, insofern dieser als Herrensignifikant bzw. als Name-des-Vaters das Netz der Signifikanten strukturiert und legitimiert. Es ist damit auch die Sphäre der Herrschaft und der Diskurse – deren Macht Žižek vor allem als symbolische Macht versteht.

Als Herrschaftsverhältnis besitzt das Symbolische, wie schon das Herr-Knecht-Verhältnis bei Hegel, einen dialektischen Charakter, der auf gegenseitiger Anerkennung beruht. So ist „nur der ein König, zu dem sich die anderen als Untertanen verhalten“. Gleichzeitig gibt es immer – außer in der Paranoia – einen gewissen Abstand des Symbolischen zum Realen: „Nicht nur der Bettler ist verrückt, der glaubt, er ist ein König, sondern auch der König, der glaubt er ist ein König.“ Denn dieser hat ja nur das symbolische Mandat eines Königs, ist nur austauschbarer Träger einer ihm eigentlich äußeren Funktion.


Auch das Symbolische besitzt drei Dimensionen:

    * Das reale Symbolische ist der auf eine sinnlose Formel reduzierte Signifikant.
    * Das imaginäre Symbolische entspricht etwa den Jungschen Symbolen.
    * Das symbolische Symbolische ist das Sprechen und die sinnvolle Sprache, das „volle Sprechen“ etwa einer erfolgreichen Psychoanalyse.


Žižek veranschaulicht das Symbolische am Phänomen des Cyberspace. Als Medium der Kommunikation wirkt dort der Bildschirm, ein Inter-Face, das auf die symbolische Vermittlung jedes Sprechens verweist. Zwischen der aussagenden Person und der „Position des Aussagens“ (des Nicknames, der E-Mail-Adresse) besteht eine Kluft: Der Signifikant bin niemals wirklich ich. Der Sprechende erfindet sich nicht selbst, sondern seine virtuelle Existenz wurde in gewisser Weise schon mit dem Cyberspace selbst miterfunden. Man hat es hier mit einer fundamentalen Identitätsunsicherheit zu tun, die sich aber nicht in kontingente Simulakren und bloße Zeichenspiele auflösen lässt. Auch hier, wie im sozialen Leben, kreisen die symbolischen Netze um bestimmte, letztlich unauflösbare Leerstellen und Brüche.[4]

Mit dem Beispiel des Cyberspace beantwortet Žižek eine Fragestellung, die für seine Methode und seinen Denkstil typisch ist. Die Frage Žižeks lautet nicht: „Was können wir vom Leben über den Cyberspace lernen“, sondern umgekehrt: „Was können wir vom Cyberspace über das Leben lernen?“. Diese von Žižek in verschiedenen Zusammenhängen variierte Frage-Verdrehung dient der „theoretischen Psychoanalyse“: Im Gegensatz zur „angewandten Psychoanalyse“ will sie nicht die Kunstwerke analysieren und so das Unverständliche und Fremde verständlich machen, sondern einen neuen Blick auf das Gewöhnliche schaffen, den Alltag verfremden und die Theorie am Gegenstand weiterentwickeln.


Das Imaginäre

Das Imaginäre liegt auf der Ebene des Verhältnisses des Subjekts zu sich selbst bzw. zu seinem Selbstbild. Es ist der Ort der Identifikation mit dem eigenen Ich. Dieses imaginäre Selbstverhältnis bildet sich nach Lacan am Blick in den Spiegel auf sich selbst im Spiegelstadium, wobei Lacan betont, dass dieser Blick auf sich selbst, der immer auch den vorgestellten Blick eines Anderen bedeutet, letztlich auf einer „Verkennung“ beruht (vgl. dazu den ausführlichen Artikel über das Spiegelstadium).

Auch das Imaginäre lässt sich dreifach [5] einteilen:

    * Ein reales Imaginäres (das Phantasma, das den Platz des Realen einnimmt).
    * Ein imaginäres Imaginäres (das Bild selbst).
    * Ein symbolisches Imaginäres (etwa die Archetypen nach Jung). Um über das Imaginäre sprechen zu können, so Lacan, muss man sich immer schon außerhalb des Imaginären befinden: Das Imaginäre ist im Grunde immer schon in das Symbolische eingebettet.

Alle drei Ebenen des Psychischen hängen nach Lacan in einer Art Borromäischer Knoten zusammen, als drei Ringe, die strukturell miteinander verbunden sind und sich gegenseitig Halt geben. Löst man einen von ihnen heraus, sind auch die anderen beiden nicht mehr verbunden, was letztendlich zu einem traumatischen Verlust an Kohärenz und damit zur Psychose führt.

...


Aus: "Slavoj Žižek: Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre" (15. Oktober 2010)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Slavoj_%C5%BDi%C5%BEek

Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Virtuelle Kunstwährung & eine polizei-eigene digitale Geldbörse... ]
« Reply #5 on: December 05, 2013, 01:16:11 PM »

Bitcoin ist eine Form von virtuellem Geld, die im Jahr 2009 entstand. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin

Quote
[...] Das Bundeskriminalamt hat zwei Verdächtige festgenommen, die über ein Netz gekaperter Computer Bitcoins im Wert von über 700.000 Euro produziert haben sollen. Gegen drei Beschuldigte werde wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetruges ermittelt, teilten das BKA und die ermittelnde Staatsanwaltschaft Kempten am Mittwoch mit.

Die drei Verdächtigen haben nach Darstellung der Ermittler eine bestehende Schadsoftware umgebaut und damit fremde Computer unter ihre Kontrolle gebracht. Dieses Botnetz nutzen sie dann, um Bitcoins zu erstellen. Die Behörden hätten weitere Hacking-Aktivitäten und Urheberrechtsverletzungen festgestellt. Das BKA ermittele seit Mitte des Jahres, sagte die Staatsanwaltschaft.

Zwei Männer seien in der Nacht zu Dienstag mit Hilfe der Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 festgenommen wurden. Die Beschuldigten wurden in Bayern und Niedersachsen verhaftet. Gegen einen dritten Beschuldigten lag kein Haftbefehl vor, sagte eine BKA-Sprecherin der dpa.

Dabei beschlagnahmten die Behörden Einheiten der digitalen Kunstwährung Bitcoin mit einem Marktwert von 700.000 Euro. Die Bitcoins wurden auf Datenträgern gesichert und an eine polizei-eigene digitale Geldbörse übertragen, sagte die BKA-Sprecherin. (dpa) / (vbr)


Aus: "BKA nimmt mutmaßliche Bitcoin-Betrüger fest" (04.12.2013)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/BKA-nimmt-mutmassliche-Bitcoin-Betrueger-fest-2060498.html

-.-

Quote
ThePhysicist, 4. Dezember 2013 20:57
Bitte Wikipedia-Artikel über GSG9 aktualisieren. (Editiert vom Verfasser am 04.12.13 um 20:57)

> „Die GSG 9 ist auf Antiterrorkampf, Geiselbefreiung und Bombenentschärfung spezialisiert“
zu
> „Die GSG 9 ist auf Antiterrorkampf, Geiselbefreiung, Bombenentschärfung und Festnahme von Stromdieben spezialisiert“

...


http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Bitte-Wikipedia-Artikel-ueber-GSG9-aktualisieren/forum-270797/msg-24473240/read/

Logged

Textaris(txt*bot)

  • LASER#17 Ambivalenzen
  • Hero Member
  • *
  • Offline Offline
  • Posts: 10668
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Induction of self awareness... ]
« Reply #6 on: May 14, 2014, 09:51:06 AM »

Quote
[...] Frankfurter Forscher stimulieren Hirn mit Schwachstrom, Testpersonen träumen daraufhin luzid.

Es gehört allerhand Training dazu, sich während des Träumens darüber bewusst zu werden, dass man träumt. Normalerweise führen die Bilderwelten im Schlaf ein Eigenleben. Forschern um Ulrike Foss von der Universität Frankfurt ist es nun gelungen, „luzides Träumen“ über schwache Stromimpulse zu entfesseln und ihre Arbeit im anerkannten Journal Nature Neuroscience zu veröffentlichen.

Sie stimulierten die Männer und Frauen, die bislang keine Erfahrung mit Klarträumen hatten, kurz nach Beginn der REM-Phase mit Hilfe der sogenannten transkraniellen Wechselstrom-Stimulation (tDCS). Dabei wird über Elektroden ein schwacher elektrischer Impuls durch die Schädelknochen in das Gehirn geleitet. Gleich darauf wurden die Personen geweckt und nach ihren Trauminhalten befragt. Der Strom ließ mehrere Teilnehmer zu Klarträumern werden, wobei der Effekt bei den Frequenzen von 25 und 40 Hertz am häufigsten auftrat. Manche sahen sich in der dritten Person, andere gaben sogar an, die Kontrolle über ihre Träume übernommen zu haben. In der Kontrollgruppe, die zwar mit Elektroden, aber ohne Stimulation auskommen mussten, traten keine Klarträume auf.

Die Studie ist nicht nur für Patienten mit posttraumatischen Störungen interessant, die ihre wiederkehrenden Albträume in den Griff kriegen könnten. Sie dürfte auch der Do-it-Yourself Szene der Biohacker Auftrieb geben, die ein weiteres Instrument sehen werden, körpereigene Funktionen zu kontrollieren.


Aus: "Bewusste Träume auf Knopfdruck" Jörg Auf dem Hövel (14.05.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tp/news/Bewusste-Traeume-auf-Knopfdruck-2187363.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Externe_kraniale_Neurostimulation

"Induction of self awareness in dreams through frontal low current stimulation of gamma activity"
Ursula Voss, Romain Holzmann, Allan Hobson, Walter Paulus,    Judith Koppehele-Gossel, Ansgar Klimke & Michael A Nitsche
http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.3719.html
Logged
Pages: [1]   Go Up