Author Topic: [Menschen in Schichten und Klassen... ]  (Read 227464 times)

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[Menschen in Schichten und Klassen... ]
« Reply #840 on: November 28, 2018, 02:39:27 PM »
Quote
[...] „27 vernommene Zeugen, 50.000 Aktenseiten und 800.000 Euro Kosten: Der Kieler Untersuchungsausschuss zur HSH Nordbank hat […] nach knapp zwei Jahren seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin fordern die Parlamentarier keine personellen Konsequenzen aus der Krise der Landesbank, sondern sprechen sich für einen größeren Einfluss der staatlichen HSH-Anteilseigner im Aufsichtsrat, eine stärkere Risikobeteiligung der Manager sowie einen Verkauf der Landesanteile an der Bank aus. Für die Milliardenverluste der Bank, die von Hamburg und Schleswig-Holstein mit drei Milliarden Euro vor dem Konkurs gerettet wurde, gebe es nicht einen einzelnen Schuldigen, sagte SPD-Obmann Jürgen Weber. Keiner sei ‚frei von Verantwortung‘, so Weber bei der Vorstellung des 439-seitigen Berichts. Die Parlamentarier sehen eine Mitschuld bei den Bankmanagern, dem Aufsichtsrat, Ratingagenturen, der Bankenaufsicht sowie bei der Landespolitik.“

... Am 9. Dezember 2015 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft zur Rettung der angeschlagenen HSH Nordbank Kredite über 16,2 Milliarden Euro. Als Folge dieser Staatshilfe musste die Bank nach einer Vorgabe der EU bis März 2018 verkauft oder abgewickelt werden.

...


https://de.wikipedia.org/wiki/HSH_Nordbank (26. November 2018, 22:47)

-

Quote
[...] Im Sommer 2013 war die HSH Nordbank aus einer Fusion der Landesbanken in Hamburg und Kiel entstanden. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein hatten die HSH Nordbank auf Druck der EU-Kommission im Februar für rund eine Milliarde Euro an eine Gruppe von US-Finanzinvestoren veräußert. Das unter einem Berg problematischer Schiffskredite ächzende Institut war zuvor mit Steuermilliarden vor der Pleite bewahrt worden.


Aus: "Verkauf der HSH Nordbank abgeschlossen" Ulrich Metschies (28.11.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Closing-Die-HSH-Nordbank-ist-jetzt-die-Hamburg-Commercial-Bank

Quote
  #0 [courage], 13:14 Uhr 28.11.2018


... Schiffskredite, vom HSH-Partner Hamburg großzügig und offenbar bis zuletzt reihenweise den Reedern des Stadtstaates gewährt (u.a. die, die eine 20.000-Euro-Jacht als „sozialen Abstieg“ eingestuft wissen wollen, erinnert an den Millionär, der zur CDU-Spitze strebt, der sich zum Mittelstand zählt). ...


...

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[Menschen in Schichten und Klassen... ]
« Reply #841 on: December 03, 2018, 12:42:08 PM »
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[...] Genau das war es, was den CDU-Vorsitzkandidaten Friedrich Merz von Anfang an begleitet hat: das Unbehagen an seinem Aufsichtsratsposten in der Welt der Hochfinanz, den er bis zu seiner möglichen Wahl behält – und die Frage, als wie frei er wahrgenommen würde, wenn er ein Thema anpackt, das in diesen Dunstkreis gehört. Nicht sehr frei, wie sich nun herausstellt. ...


Aus: "Was zu erwarten war" Ariane Bemmer (02.12.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/friedrich-merz-was-zu-erwarten-war/23708566.html

Quote
BRCI 02.12.2018, 19:36 Uhr

Humor hat er ja, Steuererleichterung für Altersversorgung in Aktien. Welche Zielgruppe  hat er da wohl im Auge. Doch kaum die
Mindestlöhner oder Leiharbeiter. ...


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« Reply #842 on: December 03, 2018, 07:06:06 PM »
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[...] Panoramablick über den Hamburger Hafen, hochwertige Inneneinrichtung und eine Lobby mit Concierge-Service: Die Luxuswohnungen in der Elbphilharmonie haben einiges zu bieten. Nun ist auch die letzte von ihnen verkauft worden; sie war mit einem Preis von 38.588 Euro je Quadratmeter zugleich die teuerste Wohnung Hamburgs. Damit hat die Wohnung nach Angaben des Maklerunternehmens Dahler & Company 10.000 Euro je Quadratmeter mehr gekostet als das teuerste Objekt Hamburgs im vergangenen Jahr.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, erstreckt sich die Wohnung in der Westspitze der Elbphilharmonie über 287 Quadratmeter und wurde offenbar für 11,07 Millionen Euro verkauft.

Dahler & Company zufolge ist der Preis für das Objekt in der Elbphilharmonie ein Ausreißer: Im Durchschnitt ging der Preis für Eigentumswohnungen im Hamburger Premiumsegment von 6759 auf 6583 Euro je Quadratmeter zurück. Das waren im ersten Halbjahr mehr als tausend Eigentumswohnungen mit einem Mindestpreis von 5000 Euro je Quadratmeter.

Laut der Webseite der Elbphilharmonie befinden sich 45 Wohnungen in dem Gebäude. Sie liegen in der Westspitze des Hauses auf den Etagen 11 bis 26.


Aus: "Für 38.600 Euro je Quadratmeter Letzte Luxuswohnung in Hamburger Elbphilharmonie verkauft" (03.12.2018)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/elbphilharmonie-teuerste-wohnung-fuer-38-600-euro-je-quadratmeter-verkauft-a-1241703.html

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« Reply #843 on: December 03, 2018, 07:07:29 PM »
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[...] Weine der Domaine de la Romanée-Conti erzielen derzeit Rekordpreise. Bei der Versteigerung einer privaten Weinsammlung im schweizerischen Genf sind am Sonntag rund 1300 Flaschen Wein des weltberühmten französischen Guts für 10,2 Millionen Euro versteigert worden. Die wertvollen Flaschen stammten aus nur einer einzigen Sammlung aus Europa, deren Besitzer aber anonym bleiben wollte.

Unter den Hammer kamen 1363 Normalflaschen, 158 Magnumflaschen (1,5 Liter) und drei der Größe Jeroboam (5 Liter). Das Glanzstück der Auktion, ein Satz aus zwölf Flaschen der Jahrgänge zwischen 1937 und 1991, war zuvor auf 100.000 bis 166.000 Euro geschätzt worden. Für stattliche 486.600 Euro wechselte er schließlich den Besitzer. Auch weitere Flaschensätze übertrafen bei der Versteigerung mit dem Titel "The secret cellar of an European collector" die Erwartungen um das Doppelte.


Aus: "Romanée-Conti-Auktion Spitzenweine zu Spitzenpreisen" (03.12.2018)
Quelle: http://www.spiegel.de/stil/romanee-conti-auktion-in-genf-spitzenweine-zu-spitzenpreise-a-1241696.html

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« Reply #844 on: December 04, 2018, 07:35:30 AM »
Quote
[...] Woran es der Mittelklasse grundsätzlich fehle, ist ein stimmiges Verhältnis zu sich selbst. Ihr fehle das richtige Klassenbewusstsein, während oben und unten wüssten, wo sie stehen. In der Mittelklasse, schreibt Quintane, herrsche daher eine "strikte Trennung zwischen dem, was wir leben, und dem, was wir behaupten". Im schlechtesten Fall habe die Moral, die man vor sich hertrage, mit der wirklichen Lebenspraxis dann kaum noch was zu tun.

... Wie stehen diejenigen, die sich in der Normalität verorten, wenn "die Armen unnormal" sind und "die Reichen" sich "außerhalb der Normen" befinden, zur Politik? Die Mittelklasse habe jedenfalls die soziale Frage abgestreift, heißt es im Buch. In ihrer Regungslosigkeit sei sie die Feindin der Demokratie, verstehe sich aber als deren Freundin. Persönliche Belange (32-Stunden-Woche! Veganes Bioessen in der Schulkantine!) trägt die Mittelschicht nicht einfach nur an die Regierung. Sie macht ihre Bewertung von Demokratie als Ganzem von diesen selbstbezüglichen Kriterien abhängig. Wie man es besser machen könnte? Quintane schlägt vor, ein neues Klassenbewusstsein zu erwecken, das kollektiv denken und handeln soll. Konkreter wird sie nicht. 

...

Nathalie Quintane: Wohin mit den Mittelklassen? Essay; aus dem Französischen von Claudia Hamm; Matthes & Seitz, Berlin 2018; 116 S.


Aus: ""Wohin mit den Mittelklassen?": Im Fahrstuhl immer nach oben" Eine Rezension von Juli Katz (3. Dezember 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-11/wohin-mittelklassen-nathalie-quintane-buchveroeffentlichung-soziales-milieu/komplettansicht

Quote
DeS_DeS #15

"........streckten die Kinder der Mittelklasse auf der Schulbank eifrig ihre Zeigefinger in die Höhe. Für Menschen aus den unteren und den oberen Schichten gelte dieses Versprechen nicht. Den einen sichere nicht der Schulerfolg das Überleben, sondern die Fabrik und der Discounter. Und die anderen müssten sich nicht so sehr sorgen, da sie wissen, dass sie den Studienplatz in einer Elite-Uni notfalls mit Vaters Geld kaufen können...."

Das ist nicht falsch. Kinder werden am Ende der vierten Klasse bereits den drei bestehenden Schulformen zugeteilt. Diese sind für den späteren Werdegang entscheidend. In diversen Beiträgen wurde immer wieder drauf hingewiesen, dass es gerade der Mittelstand ist, der an diesem System festhalten möchte.


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« Reply #845 on: December 04, 2018, 09:04:09 AM »
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[...] Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fühlt sich nach eigenen Angaben in Berlin schwer verunsichert. ... Seiner Ansicht nach klappt einfach gar nichts in dieser Stadt. „Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht.“ ...


Aus: ""Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands!"" (04.12.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-schelte-des-tuebinger-oberbuergermeisters-vorsicht-sie-verlassen-den-funktionierenden-teil-deutschlands/23713572.html

Quote
DaW 07:51 Uhr
Palmer braucht sich doch gar nicht zu grämen. Mit der M10 ist er vom Hbf innerhalb von 20 min in Neuschwaben. Nur dass das für den Rest der Welt inzwischen so fad ist, dass niemand sonst mehr hin möchte.


Quote
Urbi_et_Orbi 08:49 Uhr
Antwort auf den Beitrag von DaW 07:51 Uhr

   ... dass niemand sonst mehr hin möchte

Da sprechen die Mietpreise aber eine etwas andere Sprache.


Quote
prokrastes 07:06 Uhr

Es gibt ja in der Tat so einiges, was man an Berlin kritisieren kann. Aber nicht so, nicht auf diese Art. Tja, Herr Palmer, nun hamse hier verschissen. ....


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« Reply #846 on: December 04, 2018, 09:34:50 AM »
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[...] Frau Narlikar, in den USA ist die Arbeitslosenquote auf einem historischen Tief, die Wirtschaft wächst kräftig. Was denken Sie als Expertin für Handel: Hat Donald Trump alles richtig gemacht? ...

Wirtschaftsexpertin Amrita Narlikar: ... Mindestens eins hat er richtig gemacht: Er hat eine tiefe Unzufriedenheit identifiziert. Es gibt in den USA Leute, die durch die Globalisierung zu Verlierern geworden sind. Liberale wie ich haben es versäumt, ihnen zu signalisieren: Wir verstehen, was ihr durchmacht, und werden uns für bessere Umverteilung einsetzen. Man dachte, die Vorteile der Globalisierung seien offensichtlich und vertraute darauf, dass die Gewinne in alle Bereiche der Gesellschaft durchsickern – was nicht der Fall ist.

... Im Vorfeld des G-20-Treffens in Hamburg im vergangenen Jahr arbeiteten Sie an einem Vorbereitungspapier für die Kanzlerin mit. Haben Sie sich auch angehört, was die Gipfelgegner zu sagen hatten?

Wirtschaftsexpertin Amrita Narlikar: Mit den Autonomen habe ich nicht geredet, abgesehen davon hatten wir viele Gespräche mit der Zivilgesellschaft. ...


Aus: "Interview mit Wirtschaftsexpertin Amrita Narlikar „Jemand wie ich darf wie ein Hippie klingen“"  Julia Prosinger und Björn Rosen  (30.11.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-wirtschaftsexpertin-amrita-narlikar-jemand-wie-ich-darf-wie-ein-hippie-klingen/23700010-all.html

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« Reply #847 on: December 04, 2018, 09:37:15 AM »
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[...] Boris Becker hat den Widerstand gegen die Zwangsversteigerung seiner Tennis-Trophäen aufgegeben: In dem in England gegen ihn laufenden Insolvenzverfahren kündigte der frühere Tennisstar nach Angaben vom Montag an, nicht länger einen Diplomatenstatus geltend zu machen. Damit kann der Verkauf seiner Trophäen und anderer Erinnerungsstücke wie ursprünglich geplant vonstatten gehen. Sie werden auf einen Wert von insgesamt 224.000 Euro geschätzt.

Becker war 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Der dreifache Wimbledon-Sieger erklärt daraufhin zur allgemeinen Überraschung, er sei zum Sport-Attaché der Vertretung der Zentralafrikanischen Republik bei der EU in Brüssel berufen worden und genieße diplomatische Immunität. ... Beckers angeblicher Diplomatenpass hatte im Juni für Schlagzeilen gesorgt. Den Vorwurf des zentralafrikanischen Außenministers, der Pass sei eine Fälschung, hatte Becker damals in der "Bild am Sonntag" entschieden zurückgewiesen. Er bestritt auch einen Zusammenhang zwischen seiner Angabe zur diplomatischen Immunität und dem Insolvenzverfahren.



Aus: "Boris Becker macht keinen Diplomatenstatus mehr geltend" (03.12.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/insolvenzverfahren-boris-becker-macht-keinen-diplomatenstatus-mehr-geltend/23713316.html

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« Reply #848 on: December 05, 2018, 09:01:41 AM »
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[...] Es gibt eine Forderung, die den Unterschied zwischen der Regierung und der Protestbewegung verdeutlicht. Es ist die Forderung nach Wiedereinführung der Vermögenssteuer in der früheren Form. Das würde Geld in die Staatskasten spülen und ein Zeichen dafür setzen, dass Macron die Verteilungsgerechtigkeit als politisches Ziel erkennt.

Auf der Regierungsseite, die unbedingt an der für Reiche sehr viel vorteilhafteren neuen Regelungen festhalten will, gibt es dazu Erklärungen, wonach die Erleichterungen bei der Vermögenssteuer dazu führen sollen, dass die Wohlhabenden das freigeworden Geld investieren und so als Schwungmasse für die Wirtschaft verwenden - eine Variation der alten Trickle-Down-Idee, deren Annahmen von der Wirklichkeit nicht bestätigt werden.

Ganz elementar zeigt sich: Sämtliche Aspekte, die mit einer anderen, grundsätzlich verschiedenen Auffassung vom Umgang mit der Ungleichheit oder der Verteilungsgerechtigkeit zu tun haben, werden von der Regierung ignoriert. Sie fehlen völlig in der Reaktion der französischen Regierung. Sie sind ausgeblendet. Entsprechend zeigen sich die Antworten, die von Teilnehmern der gilets-jaunes-Protesten übermittelt werden, enttäuscht.

Das seien "nicht die Aktionen, die auf unsere Erwartungen an das Leben heute antworten", zitiert Le Monde aus dem Schreiben einer Gruppe, die zu den gelben Westen in der Region um Bordeaux gehört. "Das sind keine Verbesserungsvorschläge, sondern nur die Aufhebung von Maßnahmen, die alles noch verschlimmern."

...


Aus: "Frankreich: Versuch der Befriedung einer unbekannten Protestbewegung" Thomas Pany (04. Dezember 2018)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Frankreich-Versuch-der-Befriedung-einer-unbekannten-Protestbewegung-4241006.html

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Hat se nicht alle, 04.12.2018 19:57

... Es scheint so, als ob ein gewisser Prozentsatz derer, die all die Jahrzehnte unbeachtet ausgesaugt wurden nun einfach darauf keinen Bock mehr haben. Es ist eben NICHT auf Leistung begründet, wenn sich ein kleiner Teil das 20-100 fache eines Durchschnittsgehalts gönnt und steuerlich recht unbelastet ihr Geld vermehrt. ...


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     Nickellodeon, 04.12.2018 22:27

Bei Phönix ist das alles nur ein Kommunikationsproblem


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« Reply #849 on: December 06, 2018, 09:01:30 AM »
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[...] Die Max-Planck-Gesellschaft - Sie ist eine der renommiertesten Forschungsorganisationen der Welt. Viele junge Wissenschaftler bewerben sich um eine Stelle an einem der mehr als 80 Institute und Forschungseinrichtungen, gelten sie doch als Sprungbrett für die Karriere. Die Einrichtungen entstehen um weltweit führende Spitzenforscher herum, die ihre Themen selbst bestimmen, beste Arbeitsbedingungen erhalten und Mitarbeiter frei auswählen können, wie es auf der Website der Max-Planck-Gesellschaft heißt. Finanziert wird die Max-Planck-Gesellschaft je zur Hälfte von Bund und Ländern. Im Jahr 2017 lag die Grundfinanzierung bei etwa 1,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen Drittmittel von öffentlichen und privaten Geldgebern sowie der Europäischen Union.

... an zahlreichen Hochschulen gibt es immer wieder Fälle von Machtmissbrauch an Unis. Elitehochschulen wie die ETH Zürich sind davon nicht ausgenommen.

Schuld daran ist ein System, in dem Professoren über viel Macht verfügen. Sie bestimmen über Verträge und Arbeitszeiten, haben das letzte Wort bei Publikationen. Sie bewerten die Abschlussarbeiten und verfassen Empfehlungsschreiben. Kurzum: Sie halten die Zukunft ihrer Doktoranden und Postdocs in den Händen.

Unangenehme Chefs gibt es zwar auch in anderen Branchen, aber der Unterschied zur Forschung ist groß: Ob Professoren ihre Macht missbrauchen, wird bislang noch viel zu wenig kontrolliert. Es gibt zwar auch Beschwerdestellen, aber Doktoranden oder Postdocs haben Angst, dass sie sich den Weg nach oben verbauen könnten, wenn sie Kritik üben - zumal sich viele Wissenschaftler untereinander kennen und sich schnell herumsprechen könnte, wer einem Professor unangenehm wurde.

...


Aus: "Max-Planck-Direktorin muss Posten räumen" Kristin Haug (05.12.2018)
Quelle: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/max-planck-institut-leipzig-direktorin-tania-singer-muss-gehen-a-1242019.html

Quote
hedgehog66, 11:18 Uhr

Eine Professorin, die (lt. Wikipedia) auf dem Gebiet 'menschliches Sozialverhalten sowie soziale und moralische Emotionen (z. B. Empathie, Mitgefühl, Neid, Rache, und Fairness) forscht, wird wegen jahrelangen systematischen Mobbings entlassen. Offensichtlich hat die Dame wenig Ahnung von ihrem Fachgebiet und/oder kann sich schlichtweg nicht selbst reflektieren!? Andererseits ... in der heutigen Zeit erscheint es sogar oftmals so, dass eine gewisse Empathie-Losigkeit eine notwendige Voraussetzung zu sein scheint, um gewisse Positionen erst bekleiden zu können.


Quote
hansulrich47 heute, 11:22 Uhr

Professoren sind Halbgötter

Gegenüber Diplomanden oder Doktoranden sind sie in einer sagenhaften Position der Allmacht. Denn ob die Daten gut oder schlecht sind, ob eine Arbeit beendet werden darf oder nicht, entscheidet ausschliesslich der Professor/die Professorin. Das ist für die Betroffenen kein Zuckerschlecken. War leider schon immer so. Und keiner weiss so genau, wie das zu ändern wäre. ...


Quote
Lykanthrop_ heute, 12:25 Uhr

Diesen Missbrauch von Macht gibt es überall da, wo Menschen über andere Menschen bestimmen, besonders auch in der freien Wirtschaft. Dass dies nun gerade eine Sozialwissenschaftlerin betrifft wirkt skurril ...


Quote
cherrypicker gestern, 13:00 Uhr

Unter den Talaren ...

Das deutsche Hochschulwesen begünstigt nun mal autokratische Strukturen, daran hat sich seit Zeiten Max Webers' nichts geändert, der darüber schon 1904 ätzte. Auch die Bildungsreform in den 1970ern hat die alten Zöpfe nur geglättet, aber nicht abgeschnitten. Zwar tragen die Dignitäre der Unis heute kaum noch Talare (unter denen die 68er bekanntlich den Muff tausender Jahre ausmachten), aber ihr Allmachtsanspruch ist unangefochten. Es wäre leicht möglich, dass System einer stärkeren demokratischen Kontrolle zu unterwerfen. Das müssten aber ausgerechnet diejenigen unterstützen, die selber durch die entwürdigende Karrieremühle mussten und jetzt endlich an den Fleischtrögen bzw. auf den Lehrstühlen sitzen. Sie werden ihre Macht niemals freiwillig teilen. Bologna hat leider den universitären Mittelbau total geschleift und damit jedwedem zarten Pflänzchen eines Machtausgleichs zwischen Ordiniarien und Fußvolk den Garaus gemacht. Wer als deutscher Wissenschaftler etwas kann, geht meist ins Ausland und überlasst das berufsmäßige Speichellecken denjenigen, die an dieser Art der Selbstherabwürdigung Spaß zu haben scheinen.


...

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« Reply #850 on: Yesterday at 06:19:47 PM »
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[...] Mit der Hoffnung auf schnelles Geld stehen vorwiegend Osteuropäer jeden Morgen in Gaarden an der Straße. Sie werden abgeholt, um Arbeiten zu verrichten - ohne Rechte, ohne Versicherung. Für Experten ist der sogenannte Arbeiterstrich keine Seltenheit.

Kiel - Dienstagmorgen, es ist kurz nach 6 Uhr. Drei Männer stehen im Stadtteil Gaarden an der Kreuzung zwischen Iltisstraße und Kirchenweg. Es ist dunkel und kalt, sie stehen zusammen, einer zündet sich eine Zigarette an. Um 6.15 Uhr hält plötzlich ein kleiner Lkw mit Plöner Kennzeichen direkt neben ihnen. Alle drei steigen ein, und das Fahrzeug braust davon. Selber Ort, selbe Zeit einen Tag danach: Wieder kommt der Transporter, diesmal wartet er eine Weile: Einer der Männer holt sich noch einen Kaffee vom Kiosk gegenüber. Er trägt Arbeitskleidung und einen Werkzeuggürtel. Dann fährt der Wagen in Richtung Preetzer Straße los.

Was auf den ersten Blick wie eine gut funktionierende Fahrgemeinschaft wirkt, nennt Adrian Stoica von der Kieler Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit „Arbeiterstrich“. Stoica arbeitet seit fünf Monaten als Projektleiter in der Einrichtung. Vom Arbeiterstrich erfuhr er durch Berichte eines Klienten, dessen Beschreibungen sich auch mit dem beobachteten Szenario am Dienstagmorgen decken. Nach Stoicas Darstellung funktioniert der Arbeiterstrich so: Frühmorgens gegen 6 Uhr stellen sich Menschen, vorwiegend Männer aus osteuropäischen Ländern, an die Straße und warten darauf, dass jemand sie mitnimmt und sie für einen Tag oder zwei beschäftigt. Das Geld gebe es am Ende des Tages bar auf die Hand, sagt Stoica. Zu wem sie einsteigen und was sie den Tag über arbeiten, wissen die Männer im Voraus meistens nicht. Im Prinzip seien sie Tagelöhner – ohne Rechte und ohne Versicherung. „Sie arbeiten schwarz. 90 Prozent der Männer, die sich hier auf den Arbeiterstrich stellen, sind Bulgaren“, sagt Stoica.

Ein Mann, der vor dem Kiosk in Gaarden steht, bestätigt den Ablauf: „Das machen die hier schon seit Monaten so. Meistens holen Baufirmen die Männer ab.“ Manchmal seien es sechs, manchmal nur drei, die an der Kreuzung stehen und darauf warten, abgeholt zu werden. „Naivität und Geldnot sind für die meisten die Beweggründe, um nach Deutschland zu kommen und sich hier mit Schwarzarbeit ihr Geld zu verdienen“, sagt Stoica. Auch in Neumünster soll es einen Arbeiterstrich geben, in Großstädten wie Hamburg, München und Köln wurde ebenfalls über das Phänomen berichtet. Dagegen sei der Arbeiterstrich in Kiel vergleichsweise klein, sagt Stoica.

... In Gaarden gibt es inzwischen viele bulgarische Cafés. Eins davon ist laut Stocia der Ort, an dem sich Männer treffen, die auch auf dem Arbeiterstrich ihr Geld verdienen. Wer sie vor Ort anspricht, stößt auf eine Mauer des Schweigens. „Davon wissen wir nichts“, sagt ein älterer Mann. Das Geschäft mit dem Arbeiterstrich bliebt im Kiel im Verborgenen.


Aus: "Ein Job für einen Tag" Franziska Martin (11.10.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Kiel/Arbeiterstrich-Gaarden-Ein-Job-fuer-einen-Tag


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« Reply #851 on: Yesterday at 07:18:32 PM »
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[...] In Deutschland arbeiten deutlich mehr Migrantinnen und Migranten im Niedriglohnsektor als im internationalen Vergleich. Im Durchschnitt werden in der Europäischen Union und den Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ein Viertel dieser Jobs von Migranten ausgeübt. In Deutschland sind es 40 Prozent. Das zeigt eine anlässlich des UN-Migrationsgipfels im Marrakesch vorgelegte Integrationsstudie von EU und OECD.

Ähnliche Werte wie Deutschland haben demnach Österreich, Schweden und Norwegen. In der Schweiz und in Luxemburg werden sogar 60 Prozent der in der Regel niedrig entlohnten Jobs von Zuwanderern übernommen. "Es bleibt viel zu tun, wenn es um die Erschließung des bisher ungenutzten Potenzials von Migranten für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Aufnahmeländern geht", sagte OECD-Generalsekretär Angel Guerría.

Wie aus der Studie hervorgeht, erhöhte sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre die Differenz bei der Arbeitslosenquote von Migranten und Einheimischen. In allen Staaten der EU und der OECD sei die Arbeitslosenquote von Migranten höher als die von Nicht-Migranten. Am ausgeprägtesten sei die Differenz aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Südeuropa.

Die Studie zeigt auch, dass viele gut ausgebildete Migranten in Berufen arbeiten müssen, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. So gebe es 33,2 Millionen Migranten in der OECD und elf Millionen in der EU, die als hochgebildet gelten. Von diesen arbeiten demnach 8,1 Millionen in der OECD respektive 2,9 Millionen in der EU in Jobs, für die sie überqualifiziert sind. Weitere sieben Millionen (OECD) und 2,4 Millionen (EU) aus dieser Gruppe seien sogar arbeitslos. Damit hätten 20,4 der 33,2 Millionen hochgebildeten Migrantinnen und Migranten keine ihrer Ausbildung angemessene Beschäftigung.


Aus: "Überdurchschnittliche viele Migranten im Niedriglohnsektor beschäftigt" (9. Dezember 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-12/niedriglohnsektor-oecd-studie-migranten-deutschland-europa

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