Author Topic: [Menschen in Schichten und Klassen... ]  (Read 173242 times)

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[Menschen in Schichten und Klassen... ]
« Reply #690 on: January 27, 2018, 07:31:19 PM »
Quote
[...] In den USA ist die Vermögenskonzentration so hoch wie in kaum einem anderen Land auf der Welt. Nach einer langen Periode sinkender Ungleichheit steigt sie seit 1980 laut Thomas Pikettys World Inequality Report wieder stetig an und nähert sich dem Vorkriegsniveau. Ein Prozent der Bevölkerung besitzt fast 42 Prozent des gesamten Vermögens. Damit einher geht eine wachsende Politikverdrossenheit: Die Akzeptanz des US-Parlaments ist laut Umfragen des renommierten Gallup Instituts so niedrig wie noch nie in der Geschichte der USA.

... Milliardäre haben sich in den USA keinesfalls die Wahl "gekauft". Vielmehr wurde die amerikanische Öffentlichkeit schleichend desillusioniert. Das Vermögen hat sich immer stärker konzentriert und gleichzeitig wuchs die Wahrnehmung, dass die Interessen der Durchschnittsbürger immer weniger berücksichtigt werden. Das reicht von der (manchmal ja auch richtigen) Wahrnehmung, dass der Arbeitsplatz durch verstärkten internationalen Handel oder striktere  Umweltauflagen und die ungezügelte  Profitgier der Wall Street verloren ging, bis hin zum Soziokulturellen, einer gut gemeinten, aber doch auch oft trennenden Identitätspolitik. Auch Demokraten wie Obama und die Clintons haben dazu beigetragen. Eines der größten Handicaps im Wahlkampf Hillary Clintons dürften deren lukrative Auftritte vor Wall-Street-Bankern gewesen sein.

... Insofern sahen viele die Wahl zwischen Clinton und Trump als eine Art Entscheidung zwischen Pest und Cholera an. Trump war für viele jedoch aus einer anderen kulturellen Dimension heraus eher wählbar. Und die hatte ironischerweise auch mit seinem Milliardärsgebaren zu tun. Für viele Amerikaner, vor allem abseits der Küsten – und dort wurde die Wahl ja entschieden – ist Trumps Lebensstil mit Cola, Golf, Fernsehen, Burgern und goldenen Toiletten ein Vorbild. Mit anderen Worten: Der amerikanische Traum erschöpft sich für eine genügende Anzahl von Wählern darin, so zu werden wie Trump.

...

Quote
w00t #1.7

Der Kern des Problems ist der der, dass die wirklich Benachteiligten Menschen für ihre Interessen überhaupt nicht einstehen. Sie glauben noch immer das Lügenmärchen der Möglichkeit des sozialen Aufstiegs durch Fresse halten und Malochen.
Werde diese Menschen nie verstehen.


Quote
Valmel #3

"Was kann gegen diese Entwicklung getan werden? "

Was wohl? So lange die naiven Wähler aber glauben, ein nimmersatter Milliardär würde nach der Wahl plötzlich zum Wohltäter und sich selbst beschneiden, der hat es nicht anders verdient.


Quote
Ihr Schreiben ist in unserem Papierkorb eingegangen #4

Ein Prozent der Bevölkerung besitzt fast 42 Prozent des gesamten Vermögens.

In Deutschland waren es im Jahre 2007 auch schon 35,8% des Vermögens:

https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverteilung_in_Deutschland#Untersuchungen,_die_Top-Verm%C3%B6gen_ber%C3%BCcksichtigen


Quote
petzi1306 #21

Wäre es nicht schlauer,sich in dieser Hinsicht erst mal vor der eigenen Haustür zu kehren? Hier besitzt 1% schließlich über 30% des Privatvermögens. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegen-sind-in-deutschland-sehr-ungleich-verteilt-a-1051286.html

siar1 #21.1

Das ist so, war so und wird wohl auch so bleiben.
https://www.heise.de/tp/features/Viel-in-den-Haenden-weniger-3952477.html

Antwort auf #21 von petzi1306

Raudel #21.2  —  vor 4 Minuten

45 Haushalte haben in Deutschland 50 % des Vermögens.

So kehre jeder vor seiner Tür
und versuche nicht,
seinen Dreck zu relativieren.


Quote
USGerman #25

nach 17 Jahren USA - denke ich dass die Tendenz zur wirtschaflichen polarisierung zwischen Superreich und Durchschnitt - sowohl in Dt als auch in USA an Fahrt gewinnt.....

wenn ich mir die statistik der Obdachlosen anschaue sind die Zahlen gar nicht so unterschiedlich USA 2015: 560 Tausend - DT 2016 : 420 Tausend - mitlerweile fast verdoppelt - hier in USA wahrsceinlich auch deutlich hoeher.....

wenn ich mir den lifestyle meiner Beschaeftigten hier anschaue (durchschnittseinkommen von etwa 50-60 Tausend Dollar) dann nur bedingt mit Dt vergleichbar - Haueser (Bretterbuden) billiger hier - Autos billiger - Urlaub in diesem Bereich eher in Flordia (vielleicht mal Jamaika) aber nicht 2 mal TuiRiffa - Medizin und Ausbildung deutlich teurere hier - soziales Netzt schlechter - die MIttelschicht ist wahrscheinlich besser in Dt aufgehoben..... - allerdings vielleicht bessere Aufstiegchancen hier.

im Grunde besteht eine Ungerechtigkeit darin dass Vermoegensbesteuerung im Vergleich zu besteuerung aus Arbeit (im oberen Einkommensbereich) zu Gunsten von Vermoegensanlagen ausfaellt - d.h im Grunde ist es immer verlockend als 'vermogender' sich aus der Arbeitswelt zurueckzuziehen und nur noch von Dividenden etc zu leben.....


Quote
Macciavelli #28

Also wenn es global und absolut betrachtet, kann die Weltbevölkerung, auch im Mittel, nicht reicher als HEUTE sein und ist es auch nie gewesen.
Dass die eigene Subjektivität dies nicht zulässt, spricht für sich.
Denn ich kann mir heute viel mehr leisten als meine Familie und Verwandtschaft damals, auch gegen Ende des 20. Jahrhunderts.
Mein Vater musste für ein Auto jahrelang den Kaufpreis ansparen, einen Fernseher haben wir damals über 20 Jahre benutzt und auch für sonstige Konsumgüter musste auch kräftig gearbeitet und gespart werden, damit man diese sich leisten konnte.
Wenn ich mir heute Elektronikmärkte anschaue, wie aus allen Schichten die Leute da jedes neue Produkt von Apple und Samsung aus den Läden tragen und wie gut sie gekleidet sind, dann muss ich sagen, dass eigentlich jeder bekommt, was er verdient, obwohl die Milliardäre noch mehr Milliarden generieren.
Denn irgendwie müssen doch auch die Milliarden der Hochfinanz auch durch die Hände des kleinen Mannes geflossen sein, wenn es nicht reine Spekulationswerte sein sollten.


Quote
Reini52 #28.1

"Denn irgendwie müssen doch auch die Milliarden der Hochfinanz auch durch die Hände des kleinen Mannes geflossen sein, wenn es nicht reine Spekulationswerte sein sollten."
Mein Gott, ein Anhänger der der längst widerlegten trickle down Religion.


Quote
Kunigunde53 #29

In den Tagen vor Trump konnte man in der veröffentlichten Meinung hierzulande (gerne auch bei Joffe) nachlesen, wie nachahmenswert und vorbildlich die amerikanische Demokratie "the American way of life" halt, sei.
Mittlerweile lässt sich das so nicht mehr propagieren, die Probleme der USA sind nicht schön zu reden.
Statt nun journalistisch ernsthaft nachzufragen, was da schief gelaufen ist (im Rest der "westlichen Welt" sieht es nur in Nuancen besser aus), ist auch in diesem Artikel kein ernsthafter Versuch zu erkennen, an die Ursachen für die Verwerfungen zu gelangen.
Im Gegenteil wird - ganz im Interesse derer, gegen die sich der Verfasser scheinbar wendet - erklärt, dass es nichts nütze, den Multimillionären und Milliardären an die Pfründe zu gehen. Dass der marktradikale Wirtschaftskurs für die auf uns zukommende Katastrophe verantwortlich sein könnte, wird nicht einmal im Ansatz als Möglichkeit gesehen.
Nur noch eine Anmerkung: Mittlerweile besitzen weniger als 50 Leute mehr Besitztümer als die eine Hälfte der Weltbevölkerung zusammengenommen. Und das soll gesund sein?


...


Aus: "Vermögensverteilung: Feudale USA"  Rüdiger Bachmann (27. Januar 2018)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2018-01/vermoegensverteilung-usa-donald-trump-feudalismus/komplettansicht

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« Reply #691 on: January 30, 2018, 10:52:36 AM »
Quote
[...] Charlotte Bartels hat analysiert, warum die Ungleichheit in Deutschland wächst und die Wohlhabenden immer reicher werden

... Wenn Wohlstandsgewinne sich auf einen kleinen Bevölkerungsteil konzentrieren, besteht die Gefahr, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert. Das kann sich dann etwa in einem Rückgang der Wahlbeteiligung der unteren Schichten zeigen, wie es in Deutschland der Fall ist. ... Dazu kommt, dass die Steuerreformen der letzten zwei Jahrzehnte Spitzenverdiener und Einkommen aus Kapital überproportional entlastet haben. ... Das oberste Prozent bezieht sein Einkommen vorrangig aus Unternehmensbesitz, während die unteren 99 Prozent primär auf Lohnarbeit angewiesen sind. ... Wenn Kapitaleinkommen gesamtwirtschaftlich immer bedeutender werden, nimmt meist auch die Ungleichheit der Einkommen zu.

Quote
Lenow | Community, 29.01.2018

Das sind ja alles ganz ganz neue Erkenntnisse.

Gratuliere!


Quote
Richard Zietz | Community, 30.01.2018

Gut; den Trend plausibel erhärtet. Eigentlich müßte es noch viel mehr Reichtumsforschung geben – beispielsweise dergestalt, wie diese Leute drauf sind. Wie ticken Leute, wenn draußen alles vor die Hunde geht, und man selbst nur daran denkt, wo man ein neues Luxusschloss errichtet oder welche neue Yacht man sich zulegt?

(Zitat) »Wenn Wohlstandsgewinne sich auf einen kleinen Bevölkerungsteil konzentrieren, besteht die Gefahr, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert. Das kann sich dann etwa in einem Rückgang der Wahlbeteiligung der unteren Schichten zeigen, wie es in Deutschland der Fall ist.«

Hinzukommend wäre da noch der weltweit grassierende Rechtspopulismus und der Rückgriff auf autoritäre Strukturen. Für die Hyperreichen im Grunde die denkbar kommodeste Situation. ...



Aus: " „Das ist eine politische Frage“" Interview: Pepe Egger | Ausgabe 04/2018
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/pep/das-ist-eine-politische-frage

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« Reply #692 on: January 30, 2018, 12:14:52 PM »
Quote
[...] Sachsen ist ein Land in der Klemme. Statistisch ist das alles längst bekannt. Doch die zum Teil bittere Wahrheit wurde immer wieder durch regierungsamtliche Schönfärberei weggeredet. Auch deshalb hat sich schleichend das Gefühl verbreitet, dass dieser Politik nicht zu trauen ist. Und die aktuelle Umfrage der "Sächsischen Zeitung" thematisiert diesen Unmut nun auch erstmals in einer der sächsischen Regionalzeitungen. Und bestätigt damit die Kritik der SPD.

„47 Prozent der Sachsen meinen, im Vergleich zu Westdeutschland keinen gerechten Anteil am Lebensstandard zu bekommen. Aus diesem Gefühl entwickelt sich auch Skepsis gegenüber der Demokratie – bis hin zur Sehnsucht nach einem ‚starken Führer‘. Das zeigt überdeutlich, dass wir eine offene Debatte über Gerechtigkeit brauchen“, erklärte am Montag, 29. Januar, Henning Homann, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und demokratiepolitischer Sprecher, zur jüngsten Umfrage der „Sächsischen Zeitung“. „Daran muss sich auch die Wirtschaft beteiligen und handeln.“

Denn, so Homann: „Lohnunterschiede zwischen Ost und West, längere Arbeitszeiten wie in der Metall- und Elektroindustrie und geringe Tarifbindung verstärken das Gefühl bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, dass ihre Stimme und ihre Leistung im Unternehmen nicht zählen. Hier kann sich die Wirtschaft nicht hinter der Politik verstecken.“

Aber – das ist die Einschränkung: Das ist die klassische Interpretation. Die in gewisser Weise auch negiert, dass der Osten seit 1990 einen doppelten Transformationsprozess absolvierte. Nicht nur den Umbau einer heruntergewirtschafteten Staatswirtschaft galt es zu meistern. Das war immer nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte haben die jeweils verantwortlichen Politiker stets ignoriert: Der Osten war das erste großflächige Experimentierfeld der Deindustrialisierung. Und hier hätte man ganz bewusst die Frage versuchen müssen: Was passiert eigentlich mit einer fast komplett von ihrer Industrie entblößten Region?

Genau das aber wurde in all den Jahren nie beantwortet. Ergebnis ist natürlich genau dieses Brodeln in den Köpfen, der allgegenwärtige Unmut und das Gefühl, betrogen und ausgegrenzt zu sein. Wenn es sich Politik zu leicht macht, indem sie solche Entwicklungen ignoriert, entstehen abgehängte Regionen und politische Erdrutsche. Nicht nur im deutschen Osten. Dieselben Phänomene gibt es ja in den USA („rust belt“), England, Frankreich, Polen usw.

Und die Bewohner dieser Regionen reagieren natürlich. Sie wählen „Erlöser“ und „Heilsfiguren“. Oder sie ziehen um. Oder – um einmal den beliebtesten Spruch denkfauler Politiker zu benutzen: „Sie stimmen mit den Füßen ab.“

In den 1990er Jahren verlegten sie zu Hunderttausenden ihren Wohnsitz in den Westen.

Und seit der Jahrtausendwende ist auch ein anderer Effekt unübersehbar: Sie verlassen die strukturschwachen ländlichen Regionen und ziehen in die Großstädte, wo sich die moderne Wirtschaft angesiedelt hat, die den besser ausgebildeten jungen Leuten tatsächlich noch Arbeit gibt. Nicht unbedingt gut bezahlte. Aber attraktiv genug, den Konzentrationsprozess in Ostdeutschland und Sachsen immer weiter voranzutreiben.

Ergebnis: 2017 überschritt die Bevölkerungsentwicklung eine magische Schwelle. Nicht bei der Absolutzahl. Da sank die Bevölkerungszahl im Lauf des Jahres sogar wieder von 4.084.851 auf 4.081.783, nachdem sie in den Vorjahren endlich wieder gestiegen war. Aber das natürlich vor allem durch die Aufnahme von Flüchtlingen. Die ja dann – mit begeisterter Mauer-Politik von altem Schrot und Korn – gestoppt wurde.

Also kommt Sachsen wieder zurück in die alten Bewegungsmuster: Die ländlichen Räume schrumpfen. 2016 um 14.739 Personen. Zuwachs verzeichneten dafür die Großstädte: plus 11.671. Diese offizielle Zahlen für Dezember 2016 hat jetzt das Statistische Landesamt endlich vorgelegt.

Leipzig war natürlich der Motor. Hier wuchs die Bevölkerung ganz amtlich von 560.472 auf 571.088.

Aber Leipzig ist auch das Muster für die Entwicklung, die im kompletten Osten stattfindet. Die modernen Unternehmen siedeln sich fast alle in und um die Großstädte an. Mit dem demografischen Effekt, dass die Bevölkerung sich zusehends in diesen Metropolkernen sammelt.

Die magische Linie: Ende 2016 lebte erstmals mehr als jeder dritte Sachse in einer der drei Großstädte.

Lag der Wert Ende 2015 noch bei 33,12 Prozent, waren es am Jahresende 33,43 Prozent. Und das wird so weitergehen, denn bei Demografie geht es immer um tragfähige Wirtschaft und um tragfähige Strukturen. Natürlich hätte auch Sachsens Regierung gegensteuern können. Aber die einst von Ministerpräsident Georg Milbradt initiierten Demografie-Konferenzen verlieren sich mit Milbradts Abgang. Und hernach regierte in Dredsen die personifizierte Ahnungslosigkeit. Deswegen vermissen die ratlosen Sachsen natürlich auch so etwas wie eine belastbare Zukunftsvision, die nicht nur aus einem Lamento über Bevölkerungsschwund und Vergreisung besteht.


Aus: "Was das Gefühl von Ungerechtigkeit mit der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen zu tun hat" Ralf Julke (30. Januar 2018)
Quelle: https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2018/01/Was-das-Gefuehl-von-Ungerechtigkeit-mit-der-Bevoelkerungsentwicklung-in-Sachsen-zu-tun-hat-204109


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« Reply #693 on: January 30, 2018, 01:58:32 PM »
Quote
[....]  Die Unternehmerfamilie Reimann hat für 21 Milliarden Dollar den US-Hersteller Dr Pepper Snapple gekauft. Damit erweitern die Reimanns ihr Kaffeeimperium um erfolgreiche Limonadenmarken.


Aus: "Deutsche Milliardärsfamilie kauft Dr Pepper" (30. Januar 2018)
Quelle: http://www.zeit.de/video/2018-01/5722208035001/getraenkeindustrie-deutsche-milliardaersfamilie-kauft-dr-pepper

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« Reply #694 on: February 06, 2018, 12:02:02 PM »
Quote
[...] So steht es im Jahr 2018 um den Planeten: Nach all den Kriegen, Revolutionen und internationalen Gipfeln der vergangenen 100 Jahre leben wir in einer Welt, in der eine winzige Gruppe unglaublich reicher Personen unverhältnismäßig große Macht auf das ökonomische und politische Leben der globalen Gemeinschaft ausübt. Tatsache ist, dass die sechs reichsten Leute der Welt mittlerweile mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen – also 3,7 Milliarden Menschen. Das reichste eine Prozent verfügt zudem über mehr Geld als die restlichen 99 Prozent.

Während die Milliardäre ihren Reichtum zur Schau tragen, kämpft fast einer von sieben Menschen mit knapp über einem Euro am Tag ums Überleben. Täglich sterben rund 29.000 Kindern an Durchfall, Malaria oder Lungenentzündung.

Gleichzeitig geben überall auf der Welt korrupte Eliten, Oligarchen und anachronistische Monarchien Milliarden für absurde Extravaganzen aus. Der Sultan von Brunei besitzt um die 500 Roll-Royce-Wagen und lebt in einem der größten Paläste der Welt mit 1.788 Räumen. Im Nahen Osten leben fünf der zehn reichsten Monarchen der Welt. Junge Mitglieder der Königsfamilien vergnügen sich als Teil des Jetsets auf der ganzen Welt, während die Region unter der höchsten Jugendarbeitslosigkeitsquote der Welt leidet. Während Hunderte Millionen Menschen unter miserablen Bedingungen leben, werden die Waffenhändler dieser Welt immer reicher, weil Regierende Billionen für ihre Produkte ausgeben.

Amazon-Gründer Jeff Bezos, der derzeit reichste Mensch der Welt, verfügt über ein Nettovermögen von 80 Milliarden Euro. Er besitzt mindestens vier große Villen. Als wäre das noch nicht genug, gibt er etwas mehr als 34 Millionen Euro für den Bau einer Uhr in einem Berg in Texas aus, die 10.000 Jahre lang laufen soll. Unterdessen schuften in den Amazon-Lagerhallen im ganzen Land seine Mitarbeiter stundenlang für einen so niedrigen Lohn, dass sie auf das Gesundheitsfürsorgeprogramm Medicaid oder Lebensmittelmarken angewiesen sind.

Aber das ist nicht alles. In einer Zeit massiver Wohlstands- und Einkommensungleichheit verlieren Menschen das Vertrauen in die Demokratie – die Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk. Sie erkennen mehr und mehr, dass die globale Wirtschaft so strukturiert ist, dass sich die an der Spitze auf Kosten aller anderen belohnen. Das macht die Menschen wütend.

In vielen Ländern arbeiten Millionen Menschen mehr Stunden zu niedrigeren Löhnen und Gehältern als vor 40 Jahren. Mit einem Gefühl der Hilflosigkeit beobachten sie Mächtige, die Wahlen kaufen, und eine Elite, die immer weiter Wohlstand anhäuft, selbst im Angesicht einer immer düstereren Zukunft ihrer eigenen Kinder.

Inmitten dieser ganzen ökonomischen Ungleichheit erlebt die Welt eine Zunahme von Autoritarismus und Rechtsextremismus, die sich von den Ressentiments der Abgehängten nährt, sie ausbeutet und weiter verstärkt sowie ethnisch und rassistisch motivierten Hass schürt.

Mehr denn je müssen diejenigen unter uns, die an Demokratie und fortschrittliches Regieren glauben, Menschen mit niedrigem Einkommen und Arbeitende auf der ganzen Welt hinter einer Agenda zusammenbringen, die deren Bedürfnisse spiegelt. Statt Hass und Spaltung müssen wir eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität anbieten. Wir müssen eine internationale Bewegung bilden, die den Kampf gegen die Habgier und die Ideologie der Klasse der Milliardäre aufnimmt und zu ökonomischer, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit in der Welt führt. Das wird ganz sicher kein einfacher Kampf. Aber es ist ein Kampf, den wir nicht vermeiden können. Es steht zu viel auf dem Spiel.

Papst Franziskus hat 2013 gesagt: „Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des alten goldenen Kalbes hat ein neues und grausames Bild gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur der gesichtslosen Wirtschaft ohne wirklich menschliche Ziele und Zwecke.“ Und weiter: „Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichtemacht. Als Folge dieser Situation sehen sich große Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt: ohne Arbeit, ohne Aussichten, ohne Ausweg.“

Eine neue, internationale progressive Bewegung muss sich zur Aufgabe machen, die strukturelle Ungleichheit innerhalb wie zwischen den Staaten zu bekämpfen. Sie muss die vom „Fetischismus des Geldes“ und „Gesetz des Stärkeren“ geprägte Einstellung überwinden. Sie muss nationale wie internationale Politik für einen besseren Lebensstandard der Armen und Arbeiter unterstützen – mit Zielen wie Vollbeschäftigung und existenzsicherndem Lohn bis hin zu allgemeinem Zugang zu höherer Bildung, Gesundheitsversorgung und fairen Handelsabkommen. Außerdem gilt es, die Macht der Unternehmen zu beschränken und die ökologische Zerstörung durch den Klimawandel zu verhindern.

Hier ist nur ein Beispiel dafür, was wir tun müssen: Vor einigen Jahren schätzte das Netzwerk Steuergerechtigkeit, dass die reichsten Menschen und größten Konzerne der Welt mindestens 21 bis 32 Billionen US-Dollar in Steuerparadiese beiseiteschaffen, um ihren Anteil nicht zahlen zu müssen. Wenn wir gemeinsam die Hinterziehung über Steueroasen unterbinden, könnte das zusätzliche Einkommen dazu genutzt werden, den weltweiten Hunger zu stoppen, Hunderte Millionen neuer Arbeitsplätze zu schaffen, die extreme Einkommens- und Wohlstandsungleichheit deutlich zu verringern, auf nachhaltige Landwirtschaft umzustellen und den Wandel unserer Energieversorgung weg von fossilen, hin zu erneuerbaren Energiequellen zu beschleunigen.

Sich gegen die Habgier der Wall Street, die Macht der gigantischen multinationalen Konzerne und den Einfluss der globalen Milliardär-Klasse zu stellen, ist nicht nur eine Frage der Moral – es ist ein strategischer geopolitischer Imperativ. Wenn Bürger Korruption und Ungleichheit beobachten und sich ausgeschlossen fühlen, sind das nach Untersuchungen des UN-Entwicklungsprogramms mit die stärksten Ursachen dafür, dass Rechtsextremismus und gewalttätige Gruppen in einer Gesellschaft Unterstützung finden. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Karten zu ihrem Nachteil gemischt sind und keinen legalen Weg sehen, das zu ändern, wenden sie sich eher schädlichen Lösungswegen zu, die das Problem nur verschärfen.

Dies ist ein entscheidender Moment in der Weltgeschichte. Mit dem explosionsartigen Fortschritt der Technologien und den damit einhergehenden Durchbrüchen sind wir heute in der Lage, den weltweiten Wohlstand substanziell – und gerecht – zu mehren. Wir haben die Möglichkeiten an der Hand, die Armut zu bekämpfen, die Lebenserwartung zu erhöhen und ein günstiges und die Umwelt nicht verschmutzendes globales Energiesystem zu schaffen.

Dafür müssen wir den Mut haben, gemeinsam gegen die mächtigen Einzelinteressen vorzugehen, die immer nur mehr für sich selbst haben wollen. Das ist es, was wir tun müssen – um unserer Kinder, Enkel und der Erde willen.

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reziplikativ | Community


So neu ist die Schande nicht, die der brave Bernie Sanders da entdeckt hat. Eine extrem reiche Oberschicht tanzt der wackeren oder feigen Masse Mensch global auf der Nase herum und lebt auf offener Bühne Luxus, Menschenverachtung und Skrupellosigkeit aus. Schändliche Politiker laufen als willige Claqueure am Gängelband dieser real herrschenden Klasse und schwafeln dabei „der Mensch muss im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen“. Dafür gibt es dann Leckerli in Form von Parteispenden und Aufsichtsratsmandaten. Seit Tausenden Jahren, einigen Revolutionen, Hunderten Aufbrüchen, verlogenen Reformen, bedachten und unbedachten Umstürzen und Tausenden Appellen und Reden, Reden, Reden nichts Neues auf diesem Planeten. Man schaue nur auf die Heerschau der Mächtigen und deren Tanz mit ihren politischen Laufburschen in Davos. Jahr um Jahr werden die wirklichen Machtverhältnisse dort ins Schaufenster gestellt. Den Rest erledigen dann offene und verdeckte Think Tanks, die der Massenverblödung weiter die Rutschbahn bauen und Politikern den Handlungsrahmen stecken, damit diese im Krieg Reich gegen Arm genau wissen was sie zu tun und zu lassen haben. Schöne neue (alte) Welt. Wie werden Mut und Kampf wohl aussehen, die US-Senator Sanders „gegen die Habgier der Wall Street, die Macht der gigantischen multinationalen Konzerne und den Einfluss der globalen Milliardär-Klasse“ anempfiehlt?



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zelotti | Community

Sehr populistisch, aber deshalb nicht unwahr. Klingt wie einstmals der Oskar.


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Lethe | Community

Zuviel "müssen" ist psychologisch ungeschickt. Die allermeisten müssen den ganzen Tag, da wollen viele nicht mehr müssen müssen. Davon abgesehen ist es selbst in Zeiten, in denen es sehr viel dringender als heute gewesen wäre, noch nie gelungen, eine Internationale der Abgehängten und Unterdrückten als geschlossene Front gegen die Mächtigen dieser Welt zu etablieren. Warum sollte es also heute gelingen, da diesen Mächtigen genügend viele Waffen plus Schutzräume zur Verfügung stehen, die bei einer ernstzunehmenden Bedrohung ihrer Machtpositionen gerne auch sechs, sieben Milliarden getötete Menschen zu einer realistischen Option macht? Geschichte wird eh von den Siegern interpretiert.


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Thomas Homilius | Community

Bernie Sanders ist unheilbarer Kommunist alter Schule. Er sollte sich mit einem Aufenthalt in Venezuela oder Nordkorea von seiner Krankheit kurrieren lassen.

Ich kann jetzt verstehen, warum man bei den U.S.-Demokraten auf einen Praesidentschaftskandidaten Bernie Sanders keinen Wert legte. Die offensichtlichen Sanders-Anhaenger bei den Demokraten, die die kompromitierenden E-Mails der Demokraten gegen Sanders veroeffentlicht haben, wurden zurecht von U.S.-Behoerden geraeuschlos kaltgestellt. Offiziell war der Leak natuerlich die Russen und vielleicht TRUMP, wir wissen es aber besser!


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mardi51a | Community
@ Thomas Homilius

Neben Ihrem anfänglichen Totschlagsargument interessierte mich die Bedeutung von "WIR" am Ende Ihres letzten Satzes. Danke sehr.


...


Aus: "Das Gesetz des Schwächeren: Aufbruch Die Milliardäre verprassen ihren Luxus, während Tausende Kinder sterben. Warum sich alles radikal ändern muss"
Bernie Sanders | Ausgabe 03/2018 (05.02.2018)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/das-gesetz-des-schwaecheren

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« Reply #695 on: February 06, 2018, 02:49:50 PM »
Quote
[...] Nur weil es keine Vorschriften gibt, ist die Kleidung noch lange nicht egal. „Es gibt immer eine Erwartungshaltung, auch ohne offiziellen Dresscode“, sagt Coach und Stilexperte Jan Schaumann. ... Schaumann rät da: Augen aufmachen - und bei den Chefs anfangen. „Erstmal die Führungskräfte anschauen“, rät Schaumann. „Legen die Wert auf eine bestimmte Art, sich zu kleiden? Danach schaue ich mir erst die Kollegen an, wie die rumlaufen.“ Gibt es große Unterschiede zwischen beiden Gruppe sollte man sich eher nach oben als nach unten orientieren - und eher an der Masse. Und nicht an dem einen Paradiesvogel, der in Shorts und Flip-Flops allen Regeln trotzt. ... Projektmanager sind dann vielleicht gerne etwas schicker, System-Administratoren etwas entspannter unterwegs. „Und das kann sich auch von Tag zu Tag ändern, wenn ich etwa einen Kundentermin habe“, sagt Schaumann. Viel Mühe also, die sich aber lohnt. Denn oft sind diese ungeschriebenen Regeln genau so wichtig wie der Dresscode einer Bank. Vor allem lässt sich damit kommunizieren: Zusammengehörigkeit etwa, ein bestimmter Stil oder die Haltung eines Unternehmens - und Status oder Ambitionen des Einzelnen. ... Ein besonderes Problem ist der inoffizielle Dresscode natürlich am ersten Arbeitstag. Schließlich hat man die meisten Kollegen und ihre Outfits noch gar nicht gesehen. Dann gilt „Eher zu viel als zu wenig“, sagt Stilexperte Schaumann - auch wenn es peinlich werden kann. „Es ist besser, wenn die Kollegen vielleicht schmunzeln, weil ich der Einzige im Anzug bin, als wenn ich der Einzige in Jeans bin.“ ... Noch wichtiger als die Kleidung an sich ist aber, wie sie aussieht. Der Tipp „keine Freizeitkleidung“ ist zwar überholt, sagt Schaumann. „Die Trennung gibt es so nicht mehr.“ Nach Sofa-Lümmelei daheim sollte die Arbeitskleidung aber trotzdem nicht aussehen - und der Mensch darin auch nicht: „Am wichtigsten ist immer, nicht abgerockt oder ungepflegt aufzutreten.“ (dpa) 

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Aus: "Dresscode: inoffiziell" Tobias Hanraths (05.02.2018)
Quelle: http://www.sz-online.de/ratgeber/dresscode-inoffiziell-3872903.html


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« Reply #696 on: February 13, 2018, 03:07:12 PM »
Quote
[...] Stuttgart. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche bekommt für 2017 rund 8,6 Millionen Euro und damit eine Million mehr als für das Jahr davor. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Dax-Konzerns hervor. Für 2016 hatte er 7,6 Millionen Euro erhalten, für das Jahr davor 9,7 Millionen. Die Vergütung für den gesamten Daimler-Vorstand beträgt für 2017 35 Millionen Euro, 3,2 Millionen mehr als für 2016.

... Die rund 130 000 nach Tarif bei Daimler Beschäftigten in Deutschland sollen im April 5 700 Euro bekommen. Im Vorjahr hatte es 5400 Euro gegeben. Die Aktionäre sollen 3,65 Euro Dividende je Aktie bekommen – 40 Cent mehr als im Vorjahr. Dem muss die Hauptversammlung im April allerdings noch zustimmen.

Von dpa/RND


Aus: "Geschäftsbericht Daimler-Chef Zetsche verdient fast 9 Millionen Euro" (13.02.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Daimler-Chef-Zetsche-verdient-fast-9-Millionen-Euro