Author Topic: [Menschen in Schichten und Klassen... ]  (Read 173530 times)

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[Menschen in Schichten und Klassen... ]
« Reply #675 on: November 28, 2017, 05:19:45 PM »
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[...] Bosch: ... andere Dinge sind mir wichtiger als Geld.

ZEIT ONLINE: Stehen Sie damit stellvertretend für die Reichen in Deutschland?

Bosch: Durch die Stiftung Pecunia, einem Netzwerk für Erbinnen, habe ich mittlerweile einen großen Bekanntenkreis aufgebaut. Darunter sind auch Vermögende, die Wert darauf legen, ihren Reichtum zu zeigen. Es gibt aber auch viele, die in ähnlichen Umständen leben wie ich.

ZEIT ONLINE: Woher kommt das falsche Bild in der Öffentlichkeit?

Bosch: Reichtum ist mit vielen Klischees verbunden, der Manager mit S-Klasse und so. Aber sind wir wirklich so kurzsichtig zu glauben, dass alle so leben?

ZEIT ONLINE: Sprechen Sie deswegen so offen über Geld, um die Vorurteile abzubauen?

Bosch: Ja. Angefangen hat das 2006. Damals fand das ZDF für eine Reportage über Armut in Deutschland keinen Reichen, der sich zu dem Thema äußern wollte. Das fand ich falsch.

ZEIT ONLINE: Warum?

Bosch: Die Armen müssen überall die Hose runterlassen, vor dem Amt zum Beispiel. Die Reichen behalten im Normalfall die Hosen fein oben. Dem wollte ich etwas entgegensetzen.

ZEIT ONLINE: Vielleicht sind Sie eben doch die Ausnahme von der Regel.

Bosch: Das glaube ich nicht. Es gibt viele reiche Menschen, die mit ihrem Geld viel Gutes tun, die sprechen vielleicht weniger öffentlich darüber. Eigentlich ist das auch nichts Außergewöhnliches. In unserer Verfassung steht: Eigentum verpflichtet – auch mich.

ZEIT ONLINE: Aus Ihrer Familie sind Sie die einzige, die so offen spricht.

Bosch: Da haben Sie recht.

ZEIT ONLINE: Wieso äußern sich die Reichen nicht, die nicht den gängigen Klischees entsprechen?

Bosch: Häufig haben sie Angst, missverstanden zu werden oder persönlich Ärger zu bekommen – von Eltern, Kindern, Geschwistern. Sie haben Angst, mit Bittbriefen überschüttet zu werden. Und ich weiß aus Erfahrung, dass Bittbriefe kommen, allerdings viel weniger, als ich erwartet hätte.

ZEIT ONLINE: Sie selbst setzen sich für sexuelle Minoritäten ein. Was hätte Ihr Großvater Robert Bosch dazu gesagt?

Bosch: Er war ja Menschenrechtler. Im Dritten Reich hat er dafür Gefahren auf sich genommen, von denen ich heute weit entfernt bin. Seitdem haben sich die Themen vielleicht verlagert, und ich nehme mir die Freiheit, zu sagen, er hätte weiter Minderheiten verteidigt. Auch mein Einsatz gegen Rassismus wäre mit Sicherheit auf seiner Linie. Mein Urgroßvater war 1848er, ein Ur-Demokrat, und das waren auch seine Kinder. Die waren von Rassismus oder Antisemitismus nie angefochten.

... ZEIT ONLINE: Sie haben einmal gesagt, Deutschland sei noch immer eine Klassengesellschaft. Woran machen Sie das fest?

Bosch: An der Undurchlässigkeit der sozialen Schichten – bezogen auf Einkommen, Hautfarbe und Migrationshintergrund.

ZEIT ONLINE: Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Bosch: Viele meiner Bekannten und Freundinnen müssen allein aufgrund ihrer anderen Hautfarbe viel länger nach einer Wohnung suchen. Oder nehmen Sie das Thema Heiraten: Die Menschen kommen immer häufiger aus der gleichen sozialen Schicht, dem gleichen sozialen Umfeld. Arzt heiratet Ärztin. Dabei ist Heirat eines der besten Mittel, Schichtengrenzen zu überwinden. Ich halte das auch für die beste Antwort auf den grassierenden Rassismus: eine echte Durchmischung.

... ZEIT ONLINE: Wir brauchen also eine schwarze Frau an der Spitze der SPD?

Bosch: Wir brauchen grundsätzlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Politik, weil sie zu den großen Themen etwas zu sagen haben. Das gilt auch für Journalisten, die vor allem über, aber nicht aus der migrantischen Sicht schreiben.

ZEIT ONLINE: Und jetzt sitzen Ihnen hier wieder zwei weiße Männer gegenüber.

Bosch: Es liegt ja nicht am Persönlichen, mein Respekt vor den weißen Männern. Aber es müssen jetzt auch mal andere sprechen.

ZEIT ONLINE: In Ostdeutschland ist die Skepsis gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund besonders groß. Bemerken Sie das in Ihrer Arbeit?

Bosch: Mein Mann kommt aus Ostdeutschland. Wir sprechen deshalb oft darüber. Ich glaube, dass es im Osten Deutschlands eine alte, strukturelle Diskriminierung gibt. Ich war Ende der neunziger Jahre mit meiner damaligen Freundin in Brandenburg unterwegs und habe gemerkt, wie unwohl ich mich dort fühlte, weil wir zwei lesbische Frauen waren und sie auch noch jüdisch aussah. Die Angst vor Fremden war schon damals da.

ZEIT ONLINE: Seit 2015 scheint sich das deutlich verschlimmert zu haben.

Bosch: In den vergangenen zwei Jahren hat sich viel Protest Bahn gebrochen – ausgelöst durch die Flüchtlinge. Nach der Revolution 1989 gab es für kurze Zeit die Hoffnung, dass etwas zusammenwächst, dass es für alle vorangeht. Vieles hat sich davon aber nicht erfüllt. Diese Enttäuschung wurde von der Politik nie wirklich adressiert. Die Folgen sehen wir jetzt. ... Wir haben viele Probleme jahrelang nicht ernst genommen: Rassismus, soziale Spaltung, Gender-Fragen, Lohnungerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum. Die Herausforderungen sind viel größer, als es die Politik wahrhaben will. Und jetzt wird es eben mal aufgetischt, es weht ein rauerer Wind.

... ZEIT ONLINE: Zahlen Reiche in Deutschland zu wenige Steuern?

Bosch: Es gibt auf jeden Fall zu viele Möglichkeiten, Steuern zu vermeiden. Das gesamte Steuerberatungssystem ist darauf ausgerichtet, weniger Geld zu zahlen und sich nicht mehr zu engagieren. [Es wird immer eine Riesenmaschinerie im Hintergrund geben, deren Geschäftsmodell ist, dafür zu sorgen, dass die Abgaben möglichst gering bleiben. Wohlhabende bekommen diese Angebote. Man muss regelrecht gegen den Strom schwimmen, wenn man die Ansicht hat, ich zahle meine Steuern und bin deswegen noch lange nicht blöd.]

ZEIT ONLINE: Das widerspricht Ihrer These, dass viele Reiche die soziale Ungleichheit auch nicht gutheißen.

Bosch: Beides findet statt. Manche Reiche sind sich sehr wohl ihrer Verantwortung bewusst, aber hängen das nicht an die große Glocke. Andere tun eben sehr wenig und kümmern sich vor allem um Steuervermeidung und nutzen Lücken im Steuergesetz radikal aus.

...

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ulra
#6

Man ist ja schon dankbar, dass eine vermögende Person hier mal auf die Missstände in Deutschland hinweist. Dann ist aber auch schon mal gut, wir wollen ja nichts übertreiben oder - Gott bewahre - Dinge ändern.



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Fumakilla
#7

Mann oh Mann/Frau - ist dieser Wellnessjournalismus/dieses Interview wirklich die journalistische Qualität, die ZEIT Leser mit Wohnsitz in gentrifizierten Citylagen der deutschen Großstädte ganz, ganz toll finden?

Wenn das Kernthema dieses Interviews die soziale Undurchlässigkeit ist, warum werden dann keine Lösungen aufgezeigt? Achja, die Erbschaftssteuer soll´s richten ...
... Wie ist das denn so, mit dem Bildungssystem, indem die Akademiker unter sich bleiben und die deutschen Unterschichten kein Abitur machen?
Wie ist das denn so mit den bildungsfernen migrantischen Unterschichten?
Wie ist das denn so mit der Integrationsunwilligkeiten bestimmter Migrantenkreise, die insbesondere links-grüne Politiker noch durch Familiennachzug verstärkt ins Land holen wollen? Egal ... genug heute morgen aufgeregt ... Gernot ... ich brauche meine Herztropfen!



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Boesor
#7.3

Wenn das kernthema Ihres Beitrages ist sich aufzzuregen, warum zeigen Sie keine Lösungen auf? Oder muss diese Lösungen nur Frau Bosch wissen und wenn ja, warum eigentlich?


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Doc Zoidberg
#7.4

Sie sollte die Herztropfen weglassen, dafür aber Interviews und Texte mit neutraler Einstellung lesen. Die von Ihnen angemerkten Punkte werden von der Interviewten alle angesprochen und kritisiert. Vielleicht nicht in aller Ausführlichkeit und gerne abstrahiert, aber sie ist halt auch nur eine Interviewpartnerin und keine Politikerin, welche die Zustände zu verantworten hat.
Die Aufgabe eines Interviews ist es nicht Lösungen für komplexe Probleme zu liefern, sondern die sozial konstruierte Realität (lesen Sie dazu z.B. Berger und Luckmann "Die soziale Konstruktion der Wirklichkeit) bestimmter Personen bzw. -gruppen wiederzugeben.
Aber die letzte Frage zeigt ja sowieso ganz deutlich Ihre persönliche Perspektive. Anstatt sich mit der Komplexität von solchen Problemen auseinander setzen zu wollen, ist es natürlich viel entspannter polemisch und verallgemeinernd auf Themen einzudreschen. Also wenn Sie sich die Herztropfen sparen, kaufen Sie mit dem Geld Bücher über Postkoloniale Theorien. Da können Sie eine Menge lernen. ...


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chrisbo18
#13

Ich komme in meinem Beruf mit so manchem Wohlhabenden zusammen. Meiner Erfahrung nach sind die, die sich alles selbst erarbeitet haben oft sozialer und großzügiger als die, die alles in den Schoß gelegt bekamen. Rein subjektive Erfahrung!
Frau Bosch hingegen bestätigt mit ihrer Haltung die Regel.

Jedoch erfahre ich auch den Trend, dass sich die Klassen mehr und mehr gegenseitig aufwiegeln und sich imaginäre Wunden zuteilen, die sie sich dann gegenseitig lecken können. Wie gesagt, dies findet in "beiden" Klassen statt. (die Mittelklasse ist hier fast nicht vertreten)

Die Reichen bauen sich immer größere Festungen und der Mob wird immer wilder und brutaler. Siehe auch Altena. ["Hollstein wurde am Abend des 27. November 2017 gegen 20 Uhr in einem Dönerimbiss in Altena mit einem Messer angegriffen. Der 56-jährige Täter führte ein etwa 30 Zentimeter langes Messer gegen den Hals Hollsteins und verletzte diesen am Hals. Der Besitzer des Ladens und andere Passanten überwältigten den Täter. Der alkoholisierte Angreifer hatte sich lautstark abfällig über Hollsteins liberale Flüchtlingspolitik geäußert. Andreas Hollstein wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnte aber bald darauf wieder entlassen werden. „Ich habe zupackende Menschen an meiner Seite gehabt und bin froh, dass ich noch lebe“, sagte Hollstein am gleichen Tag der Nachrichtenseite „Lokalstimme“." Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Andreas_Hollstein&oldid=171475821 (28. November 2017)]
Wenn wir so weitermachen, werden wir noch in einem offen ausgetragenen Klassenkampf enden und wenn man bedenkt, wer aus solchen Lagen heraus bisher immer profitierte, sollten wir uns schleunigst an eine offene Diskussion wagen!

Mauern, auf beiden Seiten, haben noch nie etwas sinnvolles hervorgebracht!


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kowaltschik
#17

"Ich halte das auch für die beste Antwort auf den grassierenden Rassismus: eine echte Durchmischung. "

Zwei Sätze weiter: "Und vielleicht war auch ein weißer Mann die falsche Figur dafür."

Was ist das nur für eine elende Doppelmoral. Immer das gleiche Spiel: Auf der einen Seite Antirassismus, Toleranz, Integration usw.
Auf der anderen Seite die weißen Männer.

Ich kann nich verstehen wie manche Leute solche abgrundtief sexistischen wie rassisitschen Aussagen tätigen können. Klärt mich mal jemand auf.


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Le Blanc
#17.1

Gibt es so etwas wie Autorassismus?

Ich frage mich, wie man es unter einen Hut bringt einerseits alte, weiße Männer zu verteufeln, andererseits das Leben das man hat "Bosch-Erbin" zu sehr großem Teil von eben genau so einem weißen, alten Mann finanziert bekommen zu haben.
Fraglich ist es auf jeden Fall ob man ein Studium in den USA und das Leben als freischaffende Künstlerin ebenfalls genießen kann, wenn man sich keines bequemen finanziellen Polsters sicher sein kann.


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diogenes70
#17.2

Ich kann nicht viel mit der Problematisierung des "alten, weißen Mannes" anfangen (ich halte diese meist für ein Totschlagargument). Jedoch hat Frau Bosch dieses Stereotyp nicht auf rassistische Art und Weise verwendet. Ihr ging es ja nicht darum, die Minderwertigkeit oder die Faulheit, Niederträchtigkeit etc. der weißen Männer herauszustellen. Stattdessen hat sie gesagt, dass ein weißer Mann (vielleicht) nicht das perfekte Maskottchen ist für eine pluralistische, weltoffene, diverse und bunte Agenda.


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Marybeth
#19

Reichtum wird oft als die Freiheit verstanden, sich all das anzuschaffen, was man gerne haben möchte. Tritt dies ein, erkennen viele, dass die erfüllten Träume viel schlimmer sind, als die unerfüllten und leben ein selbsgewähltes Leben in voller Bescheidenheit und Freiheit.


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m.schmidt67
#20 

Das mag alles Nobel sein und Chapeau für ihr Engagement, aber die Realität sieht doch anders aus. Der Großteil der Bevölkerung sagen wir mal der verbliebene Mittelstand zahlt, wenn man den Arbeitgeberanteil mitrechnet mehr als 50% seines Einkommens als Abgaben und Steuern in die Solidaritätsgesellschaft. Die Reichen und Superreichen beschäftigen Anwälte, die eine Zahlungsvermeidungspolitik betreiben, gefolgt von den Lobbyisten um genau ihre Wünsche wahrzunehmen und die Politiker sind ihre Erfüllungsgehilfen und erhalten dann Spenden, welche sie nicht angeben müssen oder erst ab einer gewissen höhen. Das ist das Bild das vorherrscht. Dass die dann mit dem ersparten Geld die schöneren Autos fahren und viele Häuser auf der Welt besitzen ist ja das Resultat davon.
Viele reiche Familien haben ihr Vermögen schon über Generationen aufgebaut und wie sie an diese Vermögen rangekommen sind wird kaum gesehen.
Wenn Menschen reich werden, geht das nur, wenn auf der anderen Seite Menschen und Ressourcen sind die man ausbeuten kann und an denen man sich bereichern kann.
Eine sinnvolle und gerechte Verteilung gibt es nicht. Wer hat den in den letzten 10 Jahren kaum Lohnerhöhungen erhalten? Wie ist das Niveau der Löhne in Deutschland und wer hat davon profitiert?

So schöne Weihnachten noch!


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weissk
#21

Es ist immer noch die Ansicht verbreitet, dass Politiker mit höheren Steuereinnahmen die soziale Sicherheit erhöhen.
In den letzten 12 Jahren sind die inflationsbereinigten Steuerzahlungen um 200 Milliarden € auf 730 Milliarden € jährlich gestiegen.
Dies hat die soziale Sicherheit nicht etwa gestärkt, sondern sogar vermindert. ...


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Verbal
#26 

Wenn ein Mensch, wie diese sympathische Dame, mit seinem Geld Gutes tut, finde ich das gut. Wenn reiche Menschen ihr Geld nutzen, ihre persönliche Weltanschauungen mit Hilfe ihres Vermögens "mehrheitsfähig" zu machen, finde ich das bezogen auf das demokratische System "systemisch" schlecht. Ein reicher Mensch hat durch sein Vermögen deutlich mehr Gestaltungsmacht und in welche Richtung er diese Gestaltungsmacht nutzt ist nicht demokratisch legitimiert. ...


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think-different
#26.2

@ #26.1 / NochNeMeinung

zitat: «Dieses Vermögen verdankt die Dame der Arbeitskraft hunderttausender Lohnarbeiter.»

die eben ihre arbeitskraft gegen lohn getauscht haben. so ist nunmal der deal.  ihr vermögen verdankt die dame dem erfindergeist und genie ihrer vorfahren, die ihre ideen zur marktreife gebracht haben und durch lohnarbeit in serie haben produzieren lassen - und im fall bosch vermutlich recht gut mit den lohnarbeitern umgegangen sind, im vergleich zu anderen industriellen.


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NochNeMeinung
#26.3

Die Ausbeutung besteht in der Differenz zwischen bezahlter Arbeit und dem Wert der Arbeitsleistung. Das ist das Wesen des Kapitalismus. Aber das werden Leute nicht verstehen, die dem Irrglauben anhängen, ihr Geld könne für sie arbeiten.


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think-different
#26.4

@ #26.3 / NochNeMeinung

zitat: «Die Ausbeutung besteht in der Differenz zwischen bezahlter Arbeit und dem Wert der Arbeitsleistung»

das ist keine ausbeutung, sondern die abgeltung von kapitaldienst, risiko und aufbau von rücklagen für investitionen oder wirtschaftlich schlechte zeiten.

oder um es vereinfacht auszudrücken: der arbeiter, der bei bmw kotflügel montiert wird mit seinem gehalt entlohnt (lebenszeit gegen geld). er trägt zwar mit dem montieren der kotflügel dazu bei, dass ein fertiges automobil entseht, trägt aber selbst weder risiko noch entwicklungsleistung, die beide dazu führen, dass er überhaupt kotflügel montieren kann/darf. der wert dieser arbeitsleistung ist also gering, da austauschbar. die arbeitsleistung anderer mitarbeiter (z.b. im bereich F+E) ist deutlich höher, weswegen hier auch andere gehalts- und bonistrukturen die entlohnung bestimmen.

aber das werden leute nicht verstehen, die dem irrglauben anhängen, dass ohne ideen, risiko, visonen und kapital arbeiter arbeit hätten.


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NochNeMeinung
#26.5 

Die "abgeltung von kapitaldienst" ist nichts anderes als Zinsen, deren Wesen nunmal darin besteht, dass man sie ohne Arbeitsleistung verdient, weil Geld selbst keine Werte schaffen kann. Könnte Geld heimlich arbeiten, würden wir alle im Bett bleiben und von dieser Arbeitskraft unter dem Kopfkissen leben.

Ein "risiko" in Form von Nägelkauen und Zähneklappern wegen der bösen Konkurrenz usw. schafft auch keinerlei Wirtschaftsgut, das sich nutzen ließe.

Die "entwicklungsleistung" ist selbstverständlich Arbeit, wird jedoch im Regelfall von keinem Kapitalisten erbracht, sondern von ebenfalls mit Lohn abgespeisten Ingenieuren, denen man damit auch noch ihr geistiges Eigentum wegnimmt.

Würden morgen sämtliche Aktionäre ihre Aktien verbrennen, wäre das für die Produktion völlig unerheblich; denn Tatsache ist, dass Aktionäre in der Wertschöpfungskette genau gar nichts leisten.


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cedebe
#52

Die Aussage zu der Heirat als Mittel des sozialen Aufstiegs empfand ich als sehr irritierend.

Dass heute mehrheitlich der Arzt die Ärztin heiratet, liegt doch daran, dass wir die strukturelle Diskriminierung der Frau in diesem Bereich überwunden haben, und der Partner heute nach Sympathie und Weltbild gewählt wird, und nicht nach Geldbörse und Kochkunst. ...




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M.Aurelius
#54

Steckt nicht hinter der Maßlosigkeit vieler Menschen, die im finanziellen Überfluss leben und dem Anspruchsdenken vieler Minderbemittelter eine sehr ähnliche Haltung? Das hinter Beidem stehende Problem scheint mir sehr viel mit der Zweckorientierung und Sinnentleerung dieser Gesellschaft zu un zu haben. Die einen kennen von allem nur den Preis, aber von nichts den Wert und die anderen müssen von allem den Preis kennen, um zu überleben. „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ (Lucius Annaeus Seneca) Überall regiert ein tumbes "mehr desselben" und "weiter so". Aber diese Durchhalteparolen ersetzen eine Strategie genauso wenig wie Hoffnung. Das Desaster der Politik unserer Tage hat wenig mit politischen Fehlern und ihren mannigfaltigen Manifestationen zu tun, sondern viel mehr mit der Tatsache, dass von denen, die sich zu den Eliten, der politischen und gesellschaftlichen Führungsschicht rechnen, nicht einmal der Versuch unternommen wird, eine Vorstellung davon zu entwickeln, was diese Gesellschaft außer Wohlstand und einer Fortschreibung der existierenden Zustände will . Die Krone des Desasters ist das geistlose wie moralinsaure Geschwurbel zum Thema Leitkultur. "Moralisten sind Leute, die sich jedes Vergnügen versagen, außer jenem, sich in das Vergnügen anderer Leute einzumischen." (Bertrand Russell)




...




Aus: "Reiche Deutsche: "Der Kapitalismus schmeißt Geld nach ganz oben"" Interview: Marcus Gatzke und Lukas Koschnitzke (28. November 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/ise-bosch-reichtum-spd-ungleichheit/komplettansicht

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« Reply #676 on: November 30, 2017, 08:06:58 AM »
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[...] Der Beamtenbund lehnt die von der SPD wieder ins Gespräch gebrachte Bürgerversicherung ab. "Wir werden jedem Versuch entgegentreten, Versorgung und Rente, Beihilfe, PKV und gesetzliche Krankenversicherung in einen Topf zu werfen", sagte Beamtenbundchef Ulrich Silberbach. "Wer das bewährte eigenständige und verfassungsrechtlich verankerte Sicherungssystem der Beamten nachhaltig verschlechtern oder gar gänzlich auflösen will, überschreitet eine rote Linie."

... Die meisten Beamten sind privat versichert. Doch die hohen Beiträge der PKV zahlen sie nicht. Von ihren Dienstherren bekommen sie eine Beihilfe zwischen 50 und 80 Prozent für die Krankheitskosten.

Silberbach sagte: "Wir können die Funktionsfähigkeit unseres Staatswesens, deren Rückgrat nun einmal die Beamten mit ihrem besonderen und entsprechend alimentierten Pflicht- und Treueverhältnis sind, nicht auf dem Altar einer vermeintlichen sozialen Gerechtigkeit opfern."


Aus: "SPD-Vorschlag: Bürgerversicherung für Beamtenbund "eine rote Linie"" (30. November 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/beamtenbund-lehnt-spd-buergerversicherung-ab

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« Reply #677 on: December 07, 2017, 07:21:54 AM »
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[...] Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wechselt gut ein halbes Jahr nach seiner Wahlniederlage in die Wirtschaft. Er werde als Unternehmensrepräsentant für die DHL-Gruppe in Brüssel arbeiten, sagte er. Im Januar werde er seine neue Stelle antreten. Albig führte von 2012 bis 2017 in Schleswig-Holstein eine Koalition aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit SSW. Die Landtagswahl im Mai 2017 verlor die SPD jedoch.  ... Bereits zu seiner aktiven Zeit als Politiker hatte der gebürtige Bremer einen späteren Berufswechsel nicht ausgeschlossen. "Es wäre kein dramatischer Bruch in meinem Leben, wenn nach der Frankfurter, der Berliner und der Kieler Zeit noch eine Tätigkeit in London, Chicago oder Buenos Aires stehen würde", sagte der SPD-Politiker Ende 2014.

...

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DailyWeb #17

Ein "sozialer" Politiker von der SPD als Lobbyist in der Logistikbranche, die ja gerade für ihre fairen Arbeitsbedingungen und guten Löhne bekannt ist. Das nenne ich mal eine feste politische Überzeugung.


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  Ad0rn0 #4

Ist das jetzt eigentlich neuer Standard, dass Politiker als Lobbyisten abgeworben werden?


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Tordenskjold #5

Albig hat seinen Rückzug aus der Politik erklärt. Jetzt arbeitet er. Er hätte auch sein Landtagsmandat wahrnehmen können. Hat er aber drauf verzichtet. Wo ist jetzt das Problem?
Wenn Beamte aus der Politik ausscheiden kehren sie oft zurück ins alte Beamtendasein. Darüber regt sich auch keiner auf.


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Blues Man #7

'Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wechselt gut ein halbes Jahr nach seiner Wahlniederlage in die Wirtschaft. Er werde als Unternehmensrepräsentant für die DHL-Gruppe in Brüssel arbeiten, sagte er.'

Das kann nur ein schlechter Scherz sein!

Sucht die SPD nicht gerade ihr Profil?
Und dann wechselt ein Ex-Ministerpräsident in die Wirtschaft?


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Gisbert Beaumarais #7.1

Herr Albig arbeitet doch für die DHL. Und die SPD ist eine Arbeiterpartei. Passt also alles...*

*Das ist ironisch gemeint


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TDU #8

Nichts dagegen. Aber bitte jetzt keine politischen SPD Parolen mehr, sondern die ausdrückliche Zustimmung zu Lohndrückerei und Stress durch knapp gehaltenes Personal. Lobbyist heisst ja, die Interessen der Branche bzw. deren Firmen zu vertreten.

Im Bereich hatten wir schon Birgit Fischer (Grüne) als Lobbyistin im Gesundheitswesen und Clement als Motor der Zeitarbeit. Von denen hat man dann nichts mehr gehört, sonst wärs auch peinlich gewesen.

Das ist das eigentlich Ärgerliche. Die Arbeit da, wo man als Politiker angeblich gegen war und damit auch dem Mittelstand geschadet hat. Aber wie sagt man beruhigend: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.


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Rantanplan 0 #8.1

Da fällt mir auch noch Marianne Tritz ( Grüne ), als jetzige Tabaklobbyistin, ein, oder Gazprom Gerd.


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siar1 #8.2

Koch, der in die Bauindustrie ging, die gerne öffentliche Aufträge annimmt.
Kohl, der für Kirch als Berater arbeitete, dem er das Privatfernsehen ermöglicht hatte.
Schmidt, der über seine Verlagsbeteiligung noch politischen Einfluss ausübte.

usw. usf.


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Tychus F1ndlay #9

Frau Kraft wird Aufsichtsrat bei RAG...


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bauer_schachmatt #10

"Torsten Albig wird DHL-Lobbyist."

die frage ist und bleibt, sind politiker bereits während ihres politikerdaseins so neutral in der bewertung und beurteilung wirtschaftlicher unternehmen, wie sie als - vom volke gewählte - sein müssten?
mittlerweile ist es ja gang und gebe, dass volksvertreter - nach ihrer amtszeit - in die privatwirtschaft abwandern.
es stinkt nach faulem fisch; und zwar ganz arg.
aber warum sollte man sich darüber aufregen?
sobald ein politiker abgewählt wurde, ist es ihm eh schnuppe, wie das volk über ihn denkt.


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prefec2 #10.3

Na dann treten sie doch in eine Partei ein und werden ein ehrbarer Politiker.


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Roberto Geissini #11

Unsere Spitzenpolitiker, so lieben wir sie!

Nach Ausscheiden aus der Politik sich noch schnell die Versilberung des Lebensabends sichern, bevor man bedeutungslos wird, da die "Connections" zu den Entscheidungsträgern nicht mehr aktuell sind.

Da reiht er sich in die Riege anderer "Größen" ein: Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Matthias Wissmann, Philipp Rösler, Roland Koch ...


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siar1 #11.2

Der Beste ist aber Niebel, der von der Entwicklungshilfe in die Rüstung wechselte.


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deDude #14

Das staatliche Versorungssystem kümmert sich auch nach der Politik noch um seine Leute. Wer keine Staatskanzlei haben kann, der soll wenigstens ein warmes Büro beim Staatskonzern bekommen ;-)


...


Aus: "Torsten Albig wird DHL-Lobbyist" (6. Dezember 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-12/dhl-torsten-albig-spd-wechsel-unternehmensrepraesentant

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« Reply #678 on: December 13, 2017, 01:34:12 PM »
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[...] Arlie Hochschild: ... [Ich bemerkte] ..., dass ich in einer politischen Blase lebte. Ich war seit 30 Jahren Professorin für Soziologie im linksliberalen Berkeley, Kalifornien. Während alle um mich herum die gleichen Meinungen vertraten, wurde im Fernsehen oder in den Zeitungen ein ganz anderes Weltbild propagiert, mit dem ich nichts anfangen konnte. Ich wollte also aus meiner eigenen Blase raus, um eine ähnliche, aber politisch entgegengesetzte Blase zu finden. Ich wollte alle meine Vorurteile und moralischen Bedenken beiseitelegen und mir selbst erlauben, neugierig zu sein. Ich wollte Menschen treffen, die nach einer anderen Wahrheit lebten. Diese Suche führte mich in den Süden, nach Lake Charles, Louisiana. Mein erster Gedanke war: „Ich will in den Süden gehen, um mit den alten Weißen zu sprechen.“ Aber wohin genau? Ich sah mir also die Daten zur Präsidentschaftswahl 2012 genauer an. In Kalifornien sprach sich die Hälfte der weißen Wählerschaft für eine zweite Amtszeit Obamas aus. Im Süden, in den ehemaligen Konföderierten Staaten, war es dagegen nur ein Drittel; und in Louisiana mickrige 14 Prozent. Louisiana war also der Super-Süden. Ich war auch besessen davon, dem sogenannten Red-State-Paradox auf den Grund zu gehen. Red States, also Staaten, in denen die Mehrheit für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten stimmt, sind meist die ärmsten Staaten mit den schlechtesten öffentlichen Einrichtungen, der schlechtesten Gesundheitsversorgung und der niedrigsten Lebenserwartung. Obwohl sie mehr Bundesgelder in Form von Fördermitteln bekommen, als sie an Steuern einzahlen, findet man hier die größte Abneigung gegenüber Washington. In Louisiana finden wir eine Extremform dieses Phänomens. 2012 löste Louisiana Mississippi als ärmster Staat der USA ab. 44 Prozent des Staatsbudgets wurden von der US-Bundesregierung bereitgestellt. Trotzdem lebten dort überwältigend viele Tea-Party-Anhänger und später Donald-Trump-Wähler. Ich dachte mir: Das ist genau der Ort, wo ich hin muss. Ich möchte sehen, wo die Menschen zur Schule gegangen sind, wo ihre Eltern begraben liegen; ich möchte mit ihnen Angeln gehen und einfach in ihr Leben eintauchen.

Gibt es ihrer Meinung nach zu viele Menschen, die die Anliegen (und Stimmen) der Tea-Party-Anhänger und Trump-Wähler als sexistisch, rassistisch oder einfach nur als falsch abtun?

Ja, und das ist ein sehr großer Fehler. Es ist schlichtweg falsch, die Hälfte der Bevölkerung abzuschreiben, und das dann auch noch als großen, progressiven Akt zu verkaufen. Empathie ist unentbehrlich, wenn man andere Lebensweisen verstehen und echte Missstände beheben will. Ich bin der Meinung, dass die „Progressiven“ in diesem Land viel zu wenig Empathie gezeigt haben. Dabei sollte das ihre Priorität sein. Es ist sehr kontraproduktiv, Menschen, deren Meinung man nicht teilt, einfach als Rassisten, Trottel oder Rednecks abzustempeln. Genau diese Beleidigungen, diese Arroganz, haben die Menschen, die ich in Louisiana kennen lernte, zur Weißglut getrieben.

Empathie ist schon eine merkwürdige Sache. Als ich mit meinem Forschungsprojekt begann, bekam ich Kommentare wie „Oh, ich könnte mir niemals vorstellen, im Süden mit Anhängern der Tea Party zu sprechen. Das würde mich in den Wahnsinn treiben.“ Andere schienen sich Sorgen zu machen, ich würde vielleicht zur „anderen Seite“ überlaufen. War ich vielleicht insgeheim eine Rechte? Aber das ist schlichtweg eine falsche Auffassung von Empathie: Die Vorstellung, dass sie einen von Grund auf verändert, dass man darauf achten muss, nicht zu viel Empathie zu zeigen, da man sich sonst auf „den Feind“ einlässt. Viele denken auch, dass es sehr anstrengend seien muss, seine wirklichen Gefühle verstecken zu müssen. In meiner Erfahrung war jedoch genau das Gegenteil der Fall: Die Zeit in Louisiana hat meinen Horizont erweitert, ich empfand sie nicht im Geringsten als anstrengend.

Ich werde Ihnen ein Beispiel nennen. In Louisiana nahm ich an den Treffen des Republikanischen Frauenverbandes von Süd-West-Louisiana teil. Dort kam mit der Frau eines Pfingstkirchler-Pfarrers ins Gespräch. Sie war weiß, Mitte 40 und sagte zu mir: „Oh, ich liebe Rush Limbaugh.“ Limbaugh ist ein sehr konservativer, äußerst einflussreicher Radiomoderator, der extrem rechte Ansichten vertritt. Unter „normalen“ Umständen wechsle ich den Radiosender, wenn ich seine Stimme höre. Dieses Mal dachte ich jedoch: Moment mal, das ist eine günstige Gelegenheit. Daher sagte ich zu der Mitt-Vierzigerin: „Wie wäre es mit einer Verabredung zum Eistee morgen? Könnte ich mit Ihnen darüber sprechen?“ Sie willigte ein.

Am Tag darauf fragte ich, was genau sie an Limbaugh so liebe. Sie antwortete, dass sie es toll finde, wie er die „Feminazis“ (oder Feministinnen, wie ich eine bin) und „Öko-Spinner“ (wieder ich) fertigmacht. Ich verhielt mich neutral, machte Notizen, bis sie inne hielt und mich fragte: „War das gerade aufreibend für sie, sich anzuhören, was ich zu sagen hatte?“ Ich war überrascht, wie genau sie mich beobachtet hatte, und antwortete ehrlich: „Nein, ganz und gar nicht. Meine inneren Alarmglocken sind alle ausgeschaltet. Ich bin hier, um zu lernen und kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar bin, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben.“ Darauf meinte sie: „Ich weiß, was Sie hier tun. Und wissen Sie was? Auch ich kann meine Alarmglocken abschalten.“ Das Gespräch wurde anschließend sehr persönlich. „Wissen Sie, was ich an Limbaugh wirklich schätze?“, fragte sie. „Er beschützt Arbeiter aus den Südstaaten wie mich vor den Beschimpfungen urbaner Akademiker wie Ihnen. Viele Demokraten würden mich für sexistisch, rassistisch und homophob halten. Für sie bin ich zu religiös, zu ungebildet und zu dick.“ Die Frau war überzeugt, dass Rush Limbaugh eine Art Schutzpatron für Menschen wie sie sei. Am spannendsten fand ich jedoch, dass sie meine Motivation nachvollziehen konnte. Sie verstand, warum ich zuhören und mich in sie hineinversetzen wollte.

... Ich entwickelte in meiner Arbeit als Soziologin den Begriff der „Deep Story“ (zu Deutsch etwa „tiefe Erzählung“). Wir alle haben eine solche Erzählung, egal ob wir uns links, rechts oder in der Mitte des politischen Spektrums verorten. Was ist eine Deep Story? Es ist schlicht und einfach eine Darstellung, wie sich das Leben für jemanden anfühlt. Fakten und moralische Urteile haben hier nichts zu suchen, es geht um das subjektive Empfinden. Ich sprach mit insgesamt 60 Menschen, 40 davon waren überzeugte Tea-Party-Anhänger. Ich entwarf für sie eine Deep Story und fragte jeden einzelnen: „Stimmt das so?“ Manche baten mich, etwas zu ändern, damit es stimmte, aber die meisten meinten bloß: „Ja.“

... Die Deep Story geht in etwa so: Du stehst in einer langen Schlange an wie bei einer Pilgerfahrt. Die Schlange führt einen Berg hinauf und auf dem Gipfel befindet sich der American Dream. Du wartest schon lange. Deine Beine sind müde. Du hast alles richtig gemacht, hast die Regeln beachtet und hart gearbeitet und glaubst, dass Du nun einen Anspruch auf den American Dream hast. Die Schlange bewegt sich jedoch nicht. Plötzlich siehst du, wie sich Leute vordrängeln. Es sind Schwarze, die jetzt Zugang zu Jobs haben, die früher Weißen vorbehalten waren. Schlimmer noch, es sind Frauen dabei, die heute „Männerjobs“ machen. Da sind Einwanderer und Flüchtlinge. Sogar der ölverschmierte Braunpelikan, der vom Aussterben bedroht ist, darf sich weit vor dir einreihen (Ich habe mehrere Menschen sagen hören: „Oh, den Linksliberalen sind Tiere wichtiger als Menschen.“). Und dann siehst du Obama, der den Vordränglern zuwinkt, sie sogar ermutigt. Gehört Obama nicht auch zu den Vordränglern? Wie sonst landete er in Harvard? In Columbia? Er ist immerhin der Sohn einer alleinerziehenden Mutter. Irgendetwas stimmt hier nicht. So kommt es, dass die Bundesregierung von diesen Menschen als Instrument ihrer Marginalisierung gesehen wird. In der Sprache der Deep Story drehen sich Leute vom Anfang der Schlange um und sagen: „Ihr rückständigen Rednecks.“

Viele Menschen sind zornig. Sie fühlten sich wie Fremde im eigenen Land. Daher auch der Titel meines Buches. Diese Menschen suchen nach jemanden, der sie wieder zurück auf den richtigen Pfad führt. Trump, mit seinen großen Versprechen und seinem Prunk, löste bei ihnen Begeisterung aus. Mit ihm würden sie den Gipfel erklimmen.

Was, glauben Sie, war das Hauptmotiv der Trump-Wähler? Viele Ihrer Gesprächspartner in „Fremd in ihrem Land“ äußerten den Wunsch, durch die politische Zugehörigkeit wieder Ehre und Stolz zu empfinden. Trump griff dieses Gefühl mit seinem Slogan „Make America Great Again“ auf. Der Spruch hatte etwas Übermütiges und ungewollt Komisches. Aber kann man ihn nicht auch als ernsthaften Versuch sehen, dem American Dream neues Leben einzuhauchen? War eine Stimme für Trump auch eine Stimme für ambitionierte gesellschaftliche Ziele? Für Größe, statt für ein bloßes „über die Runden kommen“?

Das haben Sie sehr schön gesagt. Die Ehre dieser Menschen ist angeschlagen. Ihre Arbeit erfüllt sie nicht mehr mit Stolz, weil sie nicht mehr das ist, was sie einmal war. Daher suchten sie Stolz in ihrer Heimat: „Ich bin stolz darauf, ein Südstaatler zu sein.“ Durch das Internet wurde ihnen jedoch zunehmend bewusst, wie sie von anderen gesehen werden. Ihr Herkunftsort ist also auch kein Grund mehr, stolz zu sein. „Dann sind wir eben stolz darauf, Christen zu sein.“ In einer immer säkularen Welt wird Religiosität jedoch mit falschen Ansichten über die Evolution und anderen schlechten Sachen verbunden. Manche denken sich wohl: „Naja, wenigstens bin ich weiß“, aber das ist rassistisch und daher inakzeptabel. Also der Gedanke: „Wenigstens bin ich ein Mann.“ Aber auch das wird stigmatisiert. Das sind die Regeln, die heute bestimmen, was man fühlen darf. Vielleicht könnten Werte die Grundlage der persönlichen Ehre bilden? Doch auch das geht nicht. Viele traditionelle Werte stehen im Konflikt mit nationalen Gesetzen, die Abtreibung ist heute legal, und auch die gleichgeschlechtliche Ehe. Die Menschen fühlen sich also aus verschiedenen Gründen marginalisiert, es gibt keinen einzelnen, bestimmenden Faktor. Als Ergebnis zeichnet sich jedoch eine Krise der Ehre ab. Daher ist „US-Amerikaner sein“ plötzlich ungemein wichtig geworden. Der neue Nationalismus füllt ein Vakuum des Stolzes.

In Ihrem Buch geht es auch um die Tatsache, dass rechte Politiker die Gefühle und Sorgen jener Menschen, auf die Sie in Louisiana trafen, für ihre politische Agenda ausnutzen. Nach der Trump-Wahl in den USA oder der Brexit-Wahl in Großbritannien kritisieren viele Beobachter die manipulative Rolle der Medien. Sie hätten mit den Ängsten der Leute gespielt und sie in einer Welle des Populismus mitgerissen. Ist das nicht eine trübe Sicht auf die Menschen? Fanden es ihre Gesprächspartner verletzend, ständig als dumm dargestellt zu werden?


Ich denke, es geht vor allem um Emotionen. Fox News bekräftigt und legitimiert die Gefühle dieser Menschen. Donald Trump war so etwas wie ein Antidepressivum. Hinter der Wut und den rassistischen Ausbrüchen verstecken sich nämlich bei vielen Menschen Gefühle von Trauer und Verlust. Viele in der amerikanischen Arbeiterklasse trauern vergangenen, besseren Zeiten nach. Es gibt einen starken Hunger nach Bestätigung. Schon Ronald Reagan schaffte es, dieses Gefühl mit seiner „New Morning in America“ (ein neuer Morgen in Amerika) Kampagne anzusprechen. Die heutigen Linksliberalen in der US-Politik begreifen das nicht, sie haben dafür kein Verständnis. Bei Männern aus der Arbeiterschicht gibt es eine enorme Zunahme von Depression, Suizid und Suchterkrankungen. Der Linken ist es bisher nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen diese erschreckenden Entwicklungen und der Politik herzustellen. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass wir bisher den Gefühlen zu wenig Beachtung geschenkt haben.

Konnte Trump vor allem die Präsidentschaft gewinnen, weil Hillary Clinton von vielen verachtet wird? Weil sie es nicht geschafft hat, eine wirklich progressive Linie zu vertreten, die Substanz hat und die Menschen überzeugt? Sie verstehen sich selbst als Linke – denken Sie, dass die Tendenz vieler Linker, sich nicht mit rechten Ansichten zu befassen, zum Scheitern der Linken geführt hat? Stimmen deshalb viele Menschen, wie Sie sagen, gegen die eigenen ökonomischen Interessen?

... Hillary verkörperte in den Augen vieler einen zerstörerischen Neoliberalismus. Die ganzen transpazifischen Handelsabkommen wurden von vielen amerikanischen Fabrikarbeitern als wirtschaftliche Bedrohung gesehen. Hillarys Kombination aus Neoliberalismus und Identitätspolitik kam bei der Wählerschaft nicht gut an. Sie betonte oft: „Ich stehe für Transsexuelle, für Frauen und für Schwarze.“ Damit zählte sie nur Personengruppen auf, anstatt auf die Umstände einzugehen, die die Situation dieser Gruppen verschärfen. Hillary sprach die „gläserne Decke“ für berufstätige Frauen an, ein Thema, das uns schon seit den 1970er-Jahren beschäftigt. Über die Strukturen, innerhalb derer Männer und Frauen gleich seien sollen, verlor sie jedoch kein Wort. Überhaupt halte ich die Identitätspolitik für absolut kontraproduktiv. Hier auf dem Campus in Berkeley finden Sie den Philippinischen Unternehmerverband, gleich daneben ist die Samoanische Frauengruppe. Es ist wirklich bizarr. Es wird so viel Wert darauf gelegt, woher man kommt, anstatt darauf, was uns alle verbindet. Wir haben es hier also mit einem Paradox zu tun: Der Identitätspolitik geht es vorgeblich um Integration. Sie hat jedoch aus dem Blick verloren, in was für eine Gesellschaftdie Menschen integriert werden sollen. Hillarys Unbeliebtheit hatte also zwei wesentliche Gründe: Neoliberalismus und Identitätspolitik. Das hat sie nicht kapiert. Außerdem hat sie auf die Trump-Anhänger herabgeschaut. Sie bezeichnete die Hälfte von ihnen als „Erbärmliche“ (engl. „deplorables“). [...]

Wenn man weiße Arbeiter fragt, welche Faktoren ihre Wahlentscheidungen beeinflussen, sprechen sie meist materielle Probleme an. Es geht um Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, abgehängte Regionen und ein schlechtes Bildungssystem. Trumps Versprechen, die Wirtschaft wieder auf Touren bringen und Jobs zu schaffen, klingen für diese Menschen viel attraktiver als Hillarys leere Schlagwörter. Ist das nicht ein wesentliches Problem der heutigen, bürgerlich geprägten US-Linken? Dass sie nicht versteht, dass Identität in einer handfesten Realität verankert sein muss, und nicht in der ständig fluktuierenden Identitätspolitik oder den Vorgaben der political Correctness?

Auf jeden Fall. Und dass sie nicht erkennt, dass auch die weiße Arbeiterklasse eine Identität hat, die für sie eine Quelle des Stolzes ist. Linksliberale müssen endlich zwei Dinge begreifen: Sie selbst sind die eigentlichen Fremden im eigenen Land. Und sie selbst sind zu einem gewissen Grad dafür verantwortlich. Wir Linken haben es versäumt, die Demokratische Partei zu einem Motor zu machen, der das Leben der breiten Masse verbessert. Natürlich hat die Demokratische Partei auch viel Positives bewirkt, etwa beim Mindestlohn oder dem Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Trotzdem hat sie viele wichtige Anliegen vernachlässigt. Ihre Rhetorik spricht viele Menschen einfach nicht an. Linke müssen endlich erkennen, dass sie sich selbst ins Abseits gestellt haben. Wir müssen aus unserer Ecke rauskommen und mit Menschen reden, die nicht einer Meinung mit uns sind.

Das ist wahrscheinlich einfacher, als viele denken. Als ich in Louisiana unterwegs war, traf ich viele Menschen, die meinten: „Oh Bernie Sanders. Der gute alte Onkel Bernie.“ „Was!?“, meinte ich überrascht. „Der gute alte Onkel Bernie? Toll! Das hätte ich von Tea-Party-Anhängern nicht erwartet. Ich dachte es ging darum, den Staat loszuwerden, anstatt ihn als Motor der Veränderung zu sehen.“ Was ich damit sagen will: Es gibt viele politische Gemeinsamkeiten, von denen wir gar nichts wissen, weil wir immer nur damit beschäftigt sind, die Nase zu rümpfen. [...]

Als ich mit meinen Recherchen in Louisiana begann, rechnete ich nicht damit, Gemeinsamkeiten mit den Rechten zu finden. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt. Einmal machte ich mit einem großen Trump-Anhänger einen Angelausflug. Er verbrachte seine Kindheit auf einer Zuckerplantage und hatte sein Leben lang in der Ölindustrie gearbeitet. Er sagte zu mir: „Wissen Sie was? Es ist wirklich an der Zeit, dass die Politik nicht mehr vom Geld dominiert wird.“ Ich musste an meine linken Freunde denken, die sich für eine Reform der Wahlkampffinanzierung einsetzen. „Außerdem müsste man daran arbeiten, die Zahl der Gefängnisinsassen zu reduzieren“, meinte er weiter. „Viel zu viele Leute stecken wegen kleinerer Drogendelikte im Gefängnis.“ Darauf meinte ich: „Wissen Sie was? Die Linksliberalen teilen diese Meinung. Lass uns doch einmal nachdenken, was wir dagegen tun können.“ Solche Gespräche ergeben sich, wenn man sich auf die andere Seite einlässt.

Es gibt wirklich viele Gemeinsamkeiten, aber wir müssen aktiv auf die Menschen zugehen und ihnen eine grundsätzlich bessere Politik anbieten. In den 1930er-Jahren wurde Louisiana von einem progressiven, sozialistischen Gouverneur, Huey Pierce Long Jr., regiert. Dieser versprach „ein Huhn in jedem Topf“ – also Wohlstand für alle, egal ob schwarz oder weiß. Auf meine Frage, wer der beste Gouverneur von Louisiana gewesen wäre, antwortete der Mann, mit dem ich angeln fuhr: „Oh, Huey Long.“ Die Linke hat so viel Boden verloren. ...


Aus dem Englischen übersetzt von Maria Mayböck. Dieser Artikel ist zuerst im britischen Novo-Partnermagazin Spiked erschienen.

"Fremd in ihrem Land: Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten" Gebundene Ausgabe – 7. September 2017 von Arlie Russell Hochschild (Autor),‎ Ulrike Bischoff (Übersetzer)



Quote
kassandro
12. Dezember 2017 um 23:04

„Es ist sehr kontraproduktiv, Menschen, deren Meinung man nicht teilt, einfach als Rassisten, Trottel oder Rednecks abzustempeln.“ – Das ist ein Satz, den ich unterstütze, weil er den demokratischen Grundkonsens wiederherstellen könnte. Ich sehe aber momentan für so eine Einsicht keine Zukunft. Das wäre das Ende der "Political Correctness" und auf diese moralische Superiorität wird das linke Establishment erst nach einer vernichtenden Niederlage durch Trump oder einen anderen verzichten können.




Aus: "„Linke müssen erkennen, dass sie sich selbst ins Abseits gestellt haben“" (12.12.2017)
Quelle: https://www.ruhrbarone.de/linke-muessen-erkennen-dass-sie-sich-selbst-ins-abseits-gestellt-haben/149955

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« Reply #679 on: December 14, 2017, 01:06:55 PM »
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[...] BerlinDie Reichen werden immer reicher, die Armen bleiben arm. Mit dieser These seines Buches „Kapital im 21. Jahrhundert“ wurde der französische Ökonom Thomas Piketty vor drei Jahren weltberühmt und für seine Zuspitzung „Kapitalrendite schlägt Arbeitslohn“ von anderen Ökonomen heftig kritisiert. Jetzt legt er mit einer internationalen Forschergruppe nach: An diesem Donnerstag präsentieren er und sein Kollege Gabriel Zucman in Paris den „Welt-Ungleichheitsreport 2018“.

Mit dem Ergebnis: Die Ungleichheit zwischen reich und arm hat weltweit seit den 1980er-Jahren zugenommen. Überall sichert sich das reichste eine Prozent einen großen Teil des Nationaleinkommens; während der Anteil der ärmeren Bevölkerungshälfte sinkt.

Trotzdem ist Ungleichheit kein Schicksal, betonen die Ökonomen: „Es kommt auf die Politik und auf die Institutionen an.“ Denn die Staaten unterscheiden sich sehr stark darin, wie gut es den Reichsten gelingt, sich einen hohen Anteil am jeweiligen Nationaleinkommen zu sichern: Die reichsten zehn Prozent verfügten 2016 in Europa über 37 Prozent, in China über 41 Prozent, in USA und Kanada über 47 Prozent, in Indien über 55 Prozent, und im Mittleren Osten gar über 61 Prozent des nationalen Einkommens.

Der Ungleichheitsbericht wälzt Big Data: 19 Ökonomen und mehr als 100 Zuarbeitern trugen volkswirtschaftliche Daten über das Bruttoinlandsprodukt, Haushaltseinkommen, Einkommensteuern, Reichtums-Rankings und Sozialstudien seit Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen. Sie versuchten, aus der schieren Masse Muster herauszulesen und der Frage nachzugehen, was Ungleichheit verstärkt und was Gleichheit fördert.

„Es kommt uns nicht darauf an, dass alle die gleiche Meinung zum Thema Ungleichheit teilen“, schreiben die Ökonomen. Wobei sie nicht verschweigen, dass sie selbst eine starke Zunahme von Ungleichheit klar negativ werten: Diese könne „Auslöser für politische, wirtschaftliche und soziale Katastrophen“ sein. Das Ziel des Reports ist jedenfalls ambitioniert: Die Ökonomen wollen die Faktenbasis liefern, auf der sich dann jeder seine Meinung bilden soll.

In den vielen Kurven und Balken finden sich durchaus auch ungewöhnliche Ergebnisse. Etwa für Deutschland: Die reichsten zehn Prozent verfügten 2013 über 40 Prozent des Einkommens – und das war auch schon 1913 so. Beim obersten einen Prozent sank der Anteil am Volkseinkommen sogar, von 18 auf 13 Prozent.

Dafür ist der Klub der Reichen sehr stabil: Vor allem die Familien, die den industriellen Mittelstand seit Ende des 19. Jahrhunderts bildeten, gehören konstant zur Oberschicht. Erst seit den 1980er Jahren schafften es höhere Angestellte und Manager, in diesen Club vorzustoßen. Die Sozialpolitik in Deutschland sorgte aber  seit der Weimarer Republik dafür, dass die höchsten Einkommen anders als in den USA nicht völlig abhoben. Erst seit 1995 stieg der Anteil des reichsten Prozents deutlich.

Eines zeigt die Studie überdeutlich: Europa und die USA unterscheiden sich erheblich bei der Verteilung des Wohlstands. In den USA sank der Anteil der ärmeren Bevölkerungshälfte am Nationaleinkommen von 22 Prozent im Jahr 1980 auf nur noch 13 Prozent 2015. Gleichzeitig stieg der Anteil des einen Top-Prozents der Einkommensbezieher von 11 auf 22 Prozent. In Westeuropa schaffte es der Anteil des reichsten Prozents dagegen nur von zehn auf zwölf Prozent. Der Anteil der ärmeren Bevölkerungshälfte sank relativ moderat von 24 auf 22 Prozent.

Bei der Entwicklung der Vermögen schreiben die Ökonomen, dass vor allem dort, wo der Wert öffentlicher Güter abnahm, etwa in den USA, der private Reichtum besonders zulegte. Das stützt ihren Befund, dass die Ungleichheit dort weniger zunimmt, wo öffentliche Schulen den Kindern ärmerer Familien den Aufstieg durch Bildung ermöglichen. Und für Regierungen, die eine Zunahme der Ungleichheit nicht tatenlos hinnehmen wollen, empfehlen sie ein stark progressives Steuersystem. Seit Ende der 1970er-Jahre bis zur Finanzkrise hätten Steuerreformen vor allem die Spitzensteuersätze abgebaut. In jenen Industriestaaten, in denen das stark geschah, sei die Ungleichheit am stärksten gestiegen. Neben Bildung empfehlen Piketty und Kollegen zudem, dass auch die Zugänge zu den gut bezahlten Jobs für Absolventen aus ärmeren Familien verbessert werden müssten: Das berühmte Vitamin B verhindere, dass allein die Leistung für den Aufstieg zähle.

Dass es den Autoren nicht wirklich allein um die Aufbereitung von Fakten geht, zeigt auch ihr Plädoyer für eine Politik gegen wachsende Ungleichheit: Wenn alles so weiter laufe, dann werde bis 2050 die globale Mittelschicht von ihrem  Anteil von 30 Prozent am Wohlstand weitere zehn Prozent an die Reichsten verlieren: Regierungen sollten dem Modell des europäischen Sozialstaats folgen, empfehlen Piketty und Co.

Quote
Herr Heinz Keizer 14.12.2017, 12:03 Uhr


Studie von umstrittenem Ökonom : Die wirtschaftliche Ungleichheit auf der Welt geht zurück
Aktualisiert am 14.12.2017-10:47
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/ungleichheits-studie-deutschland-eben-nicht-so-ungleich-wie-vor-100-jahren-15340369.html


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Herr Marcel Europaeer 14.12.2017, 10:56 Uhr

Ungleichheit ist kein Schicksal; sie ist eine Tatsache.

Kein Mensch auf der Welt gleicht in seinen Fähigkeiten, seinen Ansichten und seiner Lebensplanung exakt einem anderen.

Zum Problem wird Ungleichheit dann, wenn sie zur Ungerechtigkeit wird. Und zum Problem wird eine extreme Schieflage der Eigentumsverhältnisse dann, wenn Reichtum mit jeder Menge politischem Einfluss gleich gesetzt wird.

Ich empfinde es als ungerecht, wenn ein Teil der Menschen 10% ihres Einkommens in das Gesundheitssystem investieren müssen; viele andere 1% oder 0,1%.
Ich empfinde es als ungerecht, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit nicht ein halbwegs durchschnittliches Leben führen können.
Ich empfinde es als ungerecht, wenn auf Mieteinnahmen oder auf Spekulationsgewinne keine Sozialabgaben zu bezahlen sind.
Ich empfinde es als ungerecht, wenn intelligente Kinder aus prekären Verhältnissen schlechtere Lebenschancen haben, als weniger intelligente aus "gutem Haus".

Man kann politisch eine Menge für mehr Gerechtigkeit und ausgeglichene Lebenschancen machen. Daran haben diejenigen, die bereits auf der Sonnenseite des Lebens stehen und dies auch an ihren Nachwuchs vererben wollen, im Regelfall kein Interesse. Da diese "Glücklichen" deutlich in der Minderheit sind, sollte das in einer Demokratie eigentlich kein Problem sein.


Quote
Herr J.-Fr. Pella 14.12.2017, 10:29 Uhr

Niemand ist so arm, dass er nicht etwas abgeben könnte, und
niemand so reich, dass er nicht noch ein bisschen mehr Geld gebrauchen könnte.
Zitat: Jacob Fugger


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Herr Sir Alex 14.12.2017, 10:05 Uhr

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article127643658/Unser-Geldsystem-ist-Sozialismus-fuer-Reiche.html
Sehr interessant.

Fazit: Reich zu werden ist sehr schwer. Wenn du ne Million hast,dann hast du es eigentlich geschafft. Mit Zinseszins. Das Problem ist die erste Million. Die Eintrittsbarriere ist halt sehr hoch. Darunter bist du Zinssklave! Darüber bist du Nutznießer dieses System. Die reiche Klasse profitiert und will das System natürlich nicht abschaffen. Die armen raffen es nicht. So einfach!!


Quote
Herr Chris Koeh 14.12.2017, 09:20 Uhr

"Jahrhundertungleichheit in Deutschland" ist einfach falsch:
Wie im Artikel beschrieben sind in Europa 37% Vermögen in 1% Reichsten Hand - weltweit sieht es da also für Europa und auch für Deutschland noch sehr freundlich aus.
Wenn Sie die Verantwortung berücksichtigen - nehmen wir einmal Frau Klatten als eine der Reichsten Deutschlands - dann sieht die Welt schon anders aus. Diese Menschen müssen sich um ihre Unternehmen KÜMMERN, das ist Arbeit. Viele sind da "hineingeboren" und hatten keine Wahl. Sie können sich vielleicht alles leisten, haben aber wie viele andere auch mit vielen Problemen zu kämpfen.
Nehmen Sie dagegen einen Menschen, der sich mit wenigem begnügt, vielleicht wie ein Einsiedler lebt, eine einfache, enthaltsame Lebensweise liebt, dann kann er durchaus zufriedener und glücklicher sein, als die 1% Reichsten - ich persönlich kenne keinen der 1% Reichsten - aber ich kenne 3 die zwar keine Schulden aber doch ein Einkommen UNTER Hartz 4 haben und kein Hartz 4 beziehen - sie erscheinen mir zumindest zufrieden zu sein - sie genießen den Tag und kümmern sich um wenig - ganz wie Franz von Assi! Auch das geht - im reichen Deutschland.
Ein jeder ist seines Glückes Schmied!!!!
Und in Deutschland mit den vielen sozialen Hilfsangeboten und Untersützungen wird keiner alleine gelassen - außer er will es.


...


Aus: "Thomas Piketty: Was in der neuen Studie des Star-Ökonomen steht" Donata Riedel (14.12.2017)
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/thomas-piketty-was-in-der-neuen-studie-des-star-oekonomen-steht/20708734.html

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« Reply #680 on: December 16, 2017, 08:17:21 PM »
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[...] Deutschland ist heute so ungleich wie vor 100 Jahren. So interpretierte am Donnerstag die Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einkommensverteilung-deutschland-ist-so-ungleich-wie-vor-jahren-1.3791457 eine umfassende Studie zur Einkommensverteilung in der Welt, die das Zeug dazu hat, künftig eine wichtige, feste Größe in der Debatte um Steuergerechtigkeit, Globalisierung und Einkommensverteilung zu werden.

Die Interpretation der SZ ist zumindest gehörig übertrieben, doch die Wucht der Daten gewaltig: Die Studie stammt von einer Gruppe von Ökonomen um Lucas Cancel von der Paris School of Economics und Thomas Piketty, der mit seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ von 2013 weltberühmt wurde – weil er anhand weltweiter Daten aufzeigte, dass von der globalisierten Wirtschaft fast ausschließlich die reichsten 10 Prozent profitieren.

An der Arbeit jetzt waren mehr als 100 Wissenschaftler beteiligt, die verwendeten Rohdaten sind alle online verfügbar. Wohl auch, um bei dem politisch heiklen Thema „Umverteilung“ allzu plumper Kritiker vorzubeugen: Wer die Ergebnisse anzweifelt, soll nicht pöbeln, sondern muss und kann gefälligst selbst nachrechnen.

Die Ergebnisse für Deutschland bieten genug Stoff für abendfüllende Talkshows, besonders eine Zahl: Die 10 Prozent Spitzenverdiener in Deutschland bekommen heute 40 Prozent des Gesamteinkommens und so war das schon vor mehr als 100 Jahren, 1913. Geht es bei uns also so ungleich zu wie damals?

Das sicher nicht, denn bei den ausgewerteten Daten handelt es sich um Vorsteuereinkommen aus Arbeit und Kapital. Der Spitzensteuersatz lag in einigen Teilen Deutschlands in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg bei 5 Prozent, heute liegt er bei 42 Prozent. Auch die Sozialleistungen durch das Renten- und Grundsicherungssystem sind nicht eingerechnet in die Einkommen.

Allerdings sind andere Daten schlicht nicht verfügbar, sagt Charlotte Bartels, die am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die Studie für Deutschland verfasst hat. Tatsächliche Einkommen sind nur über Haushaltsbefragungen zu ermitteln, und da macht das obere 1 Prozent der Bevölkerung nicht mit. Das Vorsteuereinkommen sei deshalb ein transparentes Konzept, um zu ermitteln, wie der Markt Einkommen verteilte.

Auch DIW-Chef Marcel Fratzscher spricht von einem „besseren Maß der Chancengleichheit“. So werde gezeigt, wie sich das, was die Menschen aus ihrer eigenen Hände Arbeit generieren, verteilt. „Hier stellt sich heraus, dass die Ungleichheit in Deutschland fast so groß ist wie in den USA. Erst nach Umverteilung, also durch Eingriff des Staates, steht Deutschland besser da“, schreibt er der taz.

In Deutschland lässt sich so zeigen, dass seit Anfang der nuller Jahre die unteren Einkommensschichten immer weniger Anteil am Gesamteinkommen erzielen. Wohl gemerkt bedeutet das nicht, dass sie absolut weniger verdienen, sondern relativ zu besser verdienenden schlechter abschneiden. Ob das an den Hartz-IV-Reformen liegt, haben die Ökonomen nicht untersucht – wohl aber, dass der Trend „Hand in Hand geht mit dem Wachstum des Niedriglohnsektors“.

Dazu kommt eine Entwicklung, die in Deutschland, aber auch weltweit zu beobachten ist: Immer weniger Kapital liegt in öffentlicher Hand, weil seit 1980 „riesige Mengen an öffentlichem Vermögen in private Hände transferiert wurden“, wie die Autoren schreiben. Das ist das Ergebnis der großen Privatisierungswelle seit den 80er Jahren.

Dadurch verringere sich der Spielraum von Staaten, der Ungleichheit entgegenzuwirken, heißt es in dem Bericht. Zwischen Westeuropa und den USA gibt es seit den 80er Jahren allerdings auch signifikante Unterschiede, beide Zonen haben sich fundamental unterschiedlich entwickelt. Tatsächlich ist Westeuropa von allen Weltregionen die mit der ausgeglichensten Einkommensverteilung.

1980 waren die Einkommen in den USA verteilt wie in Europa, seitdem hat sich der Anteil des reichsten einen Prozents am Gesamteinkommen in den USA verdoppelt – auf 20 Prozent. In Westeuropa stieg er nur leicht auf 12 Prozent an.

Die Ökonomen gehen so weit, dass sie davor warnen, das US-Modell zu übernehmen. Sollte der Trend generell so weitergehen wie bisher, werde die Mittelschicht weltweit „zerquetscht“, heißt es in dem Report. Die obersten 0,1 Prozent würden dann im Jahr 2050 mehr besitzen als die gesamte Mittelschicht.

Würde sich die Einkommensverteilung bis 2050 weltweit so entwickeln wie in Westeuropa im Schnitt der letzten 20 Jahren, dann würde die Schere zwischen Arm und Reich weltweit sich sogar wieder zu schließen beginnen. Das Durchschnittseinkommen der ärmeren Hälfte der Menschheit würde dann 2050 bei 9.100 Dollar liegen. Sollte das Wachstumsmodell der USA Pate stehen, betrüge es lediglich 4.500 Dollar. Die jüngste Steuerreform von Donald Trump, die vor allem Spitzenverdiener entlastet, dürfte die Umverteilung von unten nach oben noch weiter beschleunigen.

Das Pariser „World Inequality Lab“ um Piketty, an dem die Studie verfasst wurde, warnt vor dieser Entwicklung – und versteht sich auch als Gegengewicht der dominanten angloamerikanischen Chicagoer Schule, auf deren marktradikale Theorien viele neoliberale Reformen der letzten Jahrzehnte zurückgehen, inklusive der Politik der Notenbanken.

Die Pariser Schule schlägt eigentlich längst bekannte Maßnahmen vor, um der globalen Ungleichheit zu begegnen: Höhere Einkommen müssten auch mit höheren Steuern belastet werden, Erbschaften höher besteuert werden. So sei die Ungleichheit in Schwellenländern ohne Erbschaftssteuer besonders hoch. Sie fordern ein weltweites Finanzregister, um Steuerflucht zu bekämpfen. Außerdem freien Zugang zu Bildung, höhere öffentliche Investitionen in Bildung, Gesundheit und Umweltschutz.

Man wolle keinen gesellschaftlichen Konsens zum Thema Ungleichheit herstellen, schreiben die Autoren: „Dazu wird es niemals kommen, einfach weil es kein wissenschaftlich erwiesenes Idealmaß an Ungleichheit gibt.“


Aus: "Bericht zu weltweiter Ungleichheit: Tiefe transatlantische Spaltung" Ingo Arzt (14.12. 2017)
Quelle: http://www.taz.de/Bericht-zu-weltweiter-Ungleichheit/!5467859/

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« Reply #681 on: December 20, 2017, 12:08:35 PM »
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[...] Nutzfahrzeugbauer hatten ein Kartell gebildet ... Das Kartell von Daimler, Iveco, DAF, Volvo/Renault sowie MAN war schon 2011 aufgedeckt worden. Die EU-Kommission hatte im  Jahr 2016 Geldstrafen gegen vier der Lkw-Hersteller in Höhe von 3,8 Milliarden Euro verhängt. Die VW-Tochter MAN kam als Kronzeuge straffrei davon.

Quote
zappp

Die meisten privaten, kleinen und mittelständischer Opfer derartiger Kartelle, Bestechtungen oder Abgasbetrügereien ohne eigene Rechtsabteilung, externe Firmenanwälte, Budget und Durchhaltevermögen dafür bleiben auf ihrem Schaden sitzen. ...



Aus: "Bahn verklagt Lkw-Hersteller wegen Preis-Kartell" (20. Dezember 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/lkw-kartell-deutsche-bahn-bundeswehr-klage-daimler-man

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« Reply #682 on: December 26, 2017, 11:53:12 AM »
Quote
[...] Lust auf einen limitierten Lamborghini? Oder einen McLaren ohne Lieferzeiten? Wenn die offiziellen Händler passen müssen, kann das Team von Fusion Luxury Motors helfen und Träume wahr werden lassen. ... Mitten in diesem gesichtslosen Gewerbegebiet betreibt Yoel Wazana hier eine Art Motor-Märchenland und inszeniert sich als Wagenmeister der Hollywood-Society.

... Mehr als 50 Sport- und Luxusautos, Exoten und Oldtimer hat seine Firma Fusion Luxury Motors in einem piekfeinen Showroom auf Lager, und die Stars gehen bei ihm ein und aus, erzählt Verkaufschef Steve Feldman. So hat er zum Beispiel einen nicht unwesentlichen Anteil am faszinierenden Fuhrpark das ehemaligen Boxweltmeisters Floyd Mayweather.

Egal ob Ferrari Enzo, Bugatti Veyron oder ein Koenigsegg – all diese PS-Preziosen hat der Sportler bei einer Stippvisite in der Nordhoff Street gekauft und sich dann in seine klimatisierte Garage nach Las Vegas bringen lassen.

... Der Box-Champion schaut angeblich regelmäßig vorbei und kauft sich mal eben einen millionenschweren Supersportwagen wie andere ein Paar Turnschuhe; die meisten Kunden bekommt Feldman aber gar nicht zu Gesicht, denn ein Großteil des Geschäfts läuft mittlerweile über das Internet.

„Kunden aus dem ganzen Land browsen durch unser Inventar und kaufen blind“, sagt der Luxusautohändler und erzählt von immer mehr Anfragen, die ihn auch aus dem Ausland erreichen. Vor allem die Europäer wissen mittlerweile, dass es in Kalifornien wenig Regen, kein Salz und kaum Rost gibt. Und sie wissen auch, dass Fusion eine gute Adresse für alles Exotische ist, ganz gleich ob Rennwagen oder Serienauto, Neuheit oder Oldtimer.

... Ein knappes Dutzend Autos verkauft Feldman im Monat, und viele davon an dieselben Kunden. „Manche von denen wechseln ihre Sportwagen wie wir unsere Jacke“, sagt der Autohändler und freut sich über das angenehme Geschäftsklima in Hollywood. So hat er zum Beispiel einen Deal über 4,2 Millionen Dollar eingetütet und einem Sammler einen McLaren P1, einen Porsche 918 und einen seltenen Ferrari verkauft. „So viel haben wir an einem Tag noch nie umgesetzt.“

Da kann man im Gegenzug auch schon mal eine Kröte schlucken. Denn immer wieder muss Feldman einen Wagen in Zahlung nehmen, den er so schnell nicht wieder loswird. Ein Auto wie den silbernen Rolls-Royce Ghost zum Beispiel, der ihm schon länger in der Ausstellung den Platz wegnimmt und so langsam zum Staubfänger wird. „In einer Stadt wie Los Angeles ist das einfach nichts Besonderes“, klagt Feldman über den Golf des reichen Mannes.

...


Aus: "Der Autodealer von Box-Star Floyd Mayweather" Benjamin Bessinger (25.12.2017)
Quelle: https://www.welt.de/motor/petrolheads/article171831595/Fusion-Luxury-Motors-Autodealer-von-Floyd-Mayweather.html


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« Reply #683 on: December 27, 2017, 07:30:12 PM »
Quote
[...]

Das Vermögen der 500 wohlhabendsten Menschen der Welt ist in diesem Jahr um knapp eine Billion US-Dollar gewachsen. Insgesamt besitzen sie derzeit 5,3 Billionen US-Dollar (etwa 4,5 Billionen Euro), wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilte. Vor einem Jahr waren es 4,4 Billionen US-Dollar (circa 3,7 Billionen Euro) gewesen.

Die Reichsten der Reichen konnten ihr Vermögen demnach um 23 Prozent vermehren. Dieser Anstieg sei viermal so hoch wie 2016, berichtete Bloomberg. Das Vermögen der 500 Wohlhabendsten sei durchschnittlich täglich um 2,7 Milliarden US-Dollar (knapp 2,3 Milliarden Euro) gewachsen.

Die Daten stammen aus dem Bloomberg Billionaires Index, einem Ranking der vermögendsten Menschen der Welt. An der Spitze steht Amazon-Gründer Jeff Bezos mit einem Vermögen von derzeit 99,6 Milliarden US-Dollar (etwa 83,7 Milliarden Euro). Dahinter kommen Bill Gates, Gründer von Microsoft, und der US-Investor Warren Buffett.

Die meisten Reichen im Ranking stammen aus den USA: Die 159 verzeichneten amerikanischen Milliardäre vergrößerten in diesem Jahr ihr Vermögen um 315 Milliarden US-Dollar (knapp 265 Milliarden Euro). Bezos allein gewann 34,2 Milliarden US-Dollar (etwa 28,7 Milliarden Euro) dazu.

Die größten Vermögensgewinne konnten den Informationen zufolge hingegen Milliardäre aus China verzeichnen. Das Vermögen der 38 im Index aufgeführten Chinesen wuchs dieses Jahr um 177 Milliarden US-Dollar (knapp 149 Milliarden Euro). Das entspricht einem Anstieg von 65 Prozent. Der Fall von Xu Jiayin, Gründer des Immobilienunternehmens China Evergrande Group, sticht heraus: Jiayins Vermögen vergrößerte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr um 25,9 Milliarden US-Dollar (etwa 21,8 Milliarden Euro) – oder um 350 Prozent.

Durchschnittlich profitierten die Milliardäre der Technologiebranche am meisten. Allerdings gibt es laut dem Ranking auch Verlierer. So verringerte sich das Vermögen von 58 der 500 Milliardäre um insgesamt 46 Milliarden US-Dollar (etwa 38,6 Milliarden Euro).


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Daniel Löw #1

Gut, dann tröpfelt auch 23% mehr Geld auf uns niedere Schichten herab.


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Ein Leben ohne FDP ist möglich aber nutzlos #2

Ich befürchte, dass jetzt wieder die große Neiddebatte ausbricht. Das diese Menschen aber hunderttausende Arbeitsplätze schaffen, unsere Gesellschaft mit nützlichen Produkten versorgen und dabei auch noch Innovationskraft sind, wird dabei gerne übersehen.
Deshalb gilt ihnen mein Dank und Respekt. Jeder Cent ist verdient!


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   General Schlüssel #11

Ach, dahin geht das Geld das die Notenbanken drucken also? Erstaunlich, wer hätte das gedacht.


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HeinoWins #32

Das freut mich aber für die Superreichen!



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Nachbohrer #21 

Na das ist ja sehr schön für unsere Superreichen. Und allen Trickle Down Befürwortern zufolge kommt dieser Reichtum dann ja auch bald am anderen Ende der Einkommensskala an, an dem z.B. immer mehr staatlich durchaus gewollte Solo-Selbstständige oftmals nicht mehr wissen wie sie die nächste Krankenversicherungsrate bezahlen sollen:

"Verschuldung durch Krankenkassenbeiträge"  Helmut Lorscheid (27. Dezember 2017)
Selbständige Geringverdiener müssen bis zu 50 Prozent ihres Einkommens für überhöhte Krankenversicherungsbeiträge zahlen und häufen dadurch einen Schuldenberg auf
https://www.heise.de/tp/features/Verschuldung-durch-Krankenkassenbeitraege-3927977.html?seite=all

Tolles System in dem wir da leben. Chapeau.


...


Aus: "Bloomberg Billionaires Index: Die Reichsten sind 23 Prozent reicher geworden" (27. Dezember 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/bloomberg-billionaires-index-reichste-500-vermoegen-steigerung

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« Reply #684 on: January 02, 2018, 03:46:12 PM »
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[...] Wer die ehemalige Unternehmerin Kathleen O'Neill in ihrem neuen Zuhause besuchen will, fährt von San Francisco 90 Minuten ins Landesinnere – und kommt in eine andere Welt. Der Highway wird zuerst vier-, dann drei-, dann zweispurig; die grünen Hügel verfärben sich erst gelb, dann braun. Dazwischen Güllesilos, Lagerhallen und Fast-Food-Ketten. Elf Abfahrten führen nach Stockton; die Stadt liegt flach und ausgestreckt da, wie das Central Valley selbst.

Unter einem der Autobahnkreuze wohnt Kathleen O'Neill – es ist eine Adresse, die sie nicht gern nennt. Hier säumen Zelte die Straße, Bretter und Decken schützen vor Wind und neugierigen Blicken. Qualm steigt auf, eine alte Frau kocht Wasser auf offener Flamme. Neben dem Lager steht ein überfülltes Obdachlosenheim.

"Vor Jahren hätte ich noch gedacht: 'Obdachlose? Das sind doch die Drogenabhängigen, die sich gehen lassen. Kann mir nicht passieren.'" O’Neill sitzt auf einer Bank, über ihr brettern Trucks mit Gemüse und Pendlern in Richtung Bay Area und Vans voller Touristen in die Gegenrichtung, zum Yosemite-Nationalpark. Wer hier nicht abfahren muss, fährt auch nicht ab. O’Neill aber blieb nichts anderes übrig.

Die 49-Jährige würde in einem Touristen-Van nicht auffallen, in einem deutschen Supermarkt auch nicht. Hier schon. Die blonden Haare hat sie mit einer Sonnenbrille zurückgeschoben, sie wirkt aufmerksam und unverbraucht. "Jeder Mensch ist sieben Schritte von der Obdachlosigkeit entfernt", sagt O'Neill – ein Satz, den man in Stockton häufig hört. "Mein neunjähriger Sohn und ich waren lange nur eine Essensmarke vom Hunger entfernt, eine Monatsmiete von der Obdachlosigkeit. Und trotzdem war ich schockiert und beschämt, als wir hier im August vor der Tür standen." O'Neill wuchs in der Küstenstadt Santa Cruz auf, ihre Eltern waren obere Mittelklasse, wie sie sagt. Ihr erster Mann war Konzertpianist, mit dem zweiten leitete sie eine Spedition.

"Ich habe immer hart gearbeitet und glaubte, das würde sich auszahlen", sagt O’Neill. Als sie in ihrem Job als Krankenpflegerin einem Patienten helfen wollte, zog sie sich eine schwere Verletzung der Wirbelsäule zu. Kathleen O'Neill verlor ihre Arbeit. Ihrem Sohn und ihr selbst blieben Lebensmittelmarken und 535 US-Dollar Sozialhilfe pro Monat – viel zu wenig, um die Miete in Stockton zu zahlen. Die Vermieterin kündigte ihnen, und sie landeten hier: im größten Obdachlosenheim Nordkaliforniens, das täglich größer wird.

"Hier kommen immer öfter Leute wie Kathleen an", sagt Mitarbeiterin Kimberly Maxwell. "Unsere 400 Stockbetten sind längst belegt." Hunderte weitere Menschen schlafen Schulter an Schulter auf dem Fußboden der Aufenthaltsräume. Viele der Obdachlosen, sagt Maxwell, führen morgens vom Heim aus zur Arbeit, "wo sie nicht mehr genug verdienen, um die Mieten in Stockton zu bezahlen".

Manche Bewohner nennen Stockton die "Far Far East Bay" – als hofften sie, dass Ruhm und Reichtum der San Francisco Bay Area auf die Stadt abfärben könnten. Dabei ist es andersherum: Die Nähe zum Silicon Valley schadet Stockton. Junge IT-Ingenieure mit Jahreseinkommen jenseits der 100.000 Dollar treiben die Mieten in der San Francisco Bay Area in die Höhe. Familien und Nicht-Techies werden verdrängt und ziehen ins Central Valley – zum Beispiel nach Stockton, wo sie mit ihren Pendlergehältern eine zweite Gentrifizierungswelle auslösen. Die Mieten in Stockton steigen jedes Jahr um zehn Prozent, so schnell wie in kaum einer anderen Stadt der USA.

Die Einheimischen sind schlecht darauf vorbereitet: Im Durchschnitt verdient hier jeder 23.000 Dollar pro Jahr, nicht einmal halb so viel wie ein durchschnittlicher Einwohner von San Francisco. Jeder Sechste ist arbeitslos, jeder Vierte lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele Stocktonians, wie sie sich nennen, tragen ihre Schulden aus der Finanzkrise noch immer mit sich herum.

Eine Meile vom Autobahnkreuz entfernt schwingt sich Bürgermeister Michael Tubbs in einen Mahagonisessel. "Wir wollen nicht länger vom Erfolg abgeschnitten sein", sagt er. "Bei aller Liebe zu Technologie und Effizienz: Das Silicon Valley sollte keine neuen Probleme schaffen." Als Tubbs noch zur Highschool ging, kürte das Forbes-Magazin seine Heimatstadt Stockton erstmals zum "elendsten Ort der USA". Das war 2008. Die Immobilienblase war gerade geplatzt und viele Häuser wurden zwangsvollstreckt; die Insolvenz der Stadt stand kurz bevor. Ein Jahrzehnt später ist Tubbs Bürgermeister von Stockton: als erster Afroamerikaner vor Ort und als jüngster Bürgermeister einer US-Großstadt. Und Forbes – das Magazin mit der Elendsliste – ernennt den 27-Jährigen zu einem der 30 Hoffnungsträger unter 30 Jahren in den USA.

"Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich zurückkommen würde – und gar als Bürgermeister – hätte ich ihn ausgelacht", sagt Tubbs. "Ich liebte meine Stadt, aber ich hatte nichts gegen eine Fernbeziehung." Er wuchs im Arbeiterviertel Nightingale auf; seine Mutter war noch ein Teenager, als er klein war; sein Vater im Gefängnis. 

Tubbs' Geschichte erinnert die Menschen in Stockton daran, dass es den Amerikanischen Traum noch gibt. Nicht für sie, aber für einen von ihnen, einen von 315.000. Ihm gelang, was wenige hier schaffen: Tubbs machte seinen Master an der Elite-Universität Stanford, er absolvierte ein Praktikum bei Google und eines im Weißen Haus unter Barack Obama.

Doch eines Tages erhielt er in Washington D.C. einen Anruf aus der alten Heimat: Sein Cousin war auf einer Party in Stockton getötet worden. "Als ich für die Beerdigung zurückkam, wurde mir klar, dass es jedes Jahr noch 50 anderen Familien in Stockton so geht wie uns." Seit den Achtzigerjahren werden jedes Jahr Dutzende Menschen in Stockton ermordet, überwiegend junge Afroamerikaner im Süden der Stadt. "Plötzlich wurde mir klar, dass ich mein Glück nicht nur für meine eigene Karriere nutzen sollte, sondern für etwas Größeres." Michael Tubbs blieb.

So ungewöhnlich wie seine Lebensgeschichte sind auch seine Ideen. Mit privaten Fördermitteln will Michael Tubbs ab Herbst 2018 hundert zufällig ausgewählten Familien in Stockton ein bedingungsloses Grundeinkommen von 500 Dollar pro Monat zahlen, drei Jahre lang – unabhängig davon, ob sie einen Job haben oder Sozialhilfe empfangen. Sein Traum wäre es, wenn die Auserwählten in Stockton eigene Unternehmen gründeten und daraus ein wirtschaftlicher Aufschwung entstünde. Im Unterschied zur Sozialhilfe in den USA wäre dieses Grundeinkommen nicht an bestimmte Restriktionen gebunden. Wer Geld dazuverdienen möchte, der darf dies unbegrenzt tun.

Unterstützung für seine Idee bekommt der Bürgermeister aus dem Silicon Valley, das für Stocktons Probleme mitverantwortlich ist. "Wenn hier Zwanzigjährige Millionen verdienen, während dort Menschen sich trotz lebenslanger Arbeit verschulden müssen, stimmt doch etwas mit unserem System nicht", sagt Taylor Jo Isenberg. Sie ist Geschäftsführerin des Economic Security Project aus San Francisco, einer Initiative des Facebook-Mitbegründers Chris Hughes. Der 34-Jährige zählt mit einem Reinvermögen von 430 Millionen US-Dollar laut Forbes zu den reichsten Unternehmern der USA. Mit einem kleinen Teil seines Geldes sowie Spenden von anderen Mäzenen unterstützt Hughes insgesamt 35 Grundeinkommensprojekte mit insgesamt 10 Millionen Dollar – für das Projekt in Stockton gab er eine Million.

Hughes' Grundgedanke: Automatisierung und Globalisierung werden zu Massenarbeitslosigkeit führen, Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz wie selbstfahrende Autos werden die Entwicklung noch verstärken. Ein Grundeinkommen könnte die Folgen abdämpfen. Ob und wie es sich im größeren Maßstab umsetzen lässt, soll unter anderem das Projekt in Stockton zeigen.

Aber kann man sich langfristig auf das schlechte Gewissen der Tech-Unternehmer verlassen – darauf, dass sie die Folgen ihrer disruptiven Technologien freiwillig abmildern werden? Oder sollte man IT-Firmen zu Abgaben verpflichten, Frau Isenberg? "Sorry, dazu haben wir keine offizielle Meinung."

Grundeinkommen ist nicht gleich Grundeinkommen. Die Befürworter vertreten die unterschiedlichsten Ideologien – von Konservativen und Libertären, die das bestehende Sozialsystem ersetzen wollen, bis zum linken Spektrum, das das Grundeinkommen ausschließlich durch zusätzliche Steuereinnahmen finanzieren will. Chris Hughes gehört zu Letzteren. Er schließt sich Bill Gates' Forderung nach einer Robotersteuer an; über sie würden Unternehmen, die Arbeiter durch Roboter ersetzen, einen Ausgleich für die verlorenen Arbeitsplätze an den Staat zahlen. Allerdings ist auch dieser Ansatz umstritten: Kritiker mahnen, soziale Ungleichheit ließe sich effektiver bekämpfen, wenn das Geld in den Ausbau des bestehenden Sozialsystems gesteckt werde, um Bedürftige gezielt zu erreichen und Inflation zu vermeiden.

Doch was machen 500 Dollar im Leben von Bedürftigen tatsächlich aus? Wissen sie, was am besten für sie ist oder brauchen sie Regeln und Anleitungen? Und führt das Geld wirklich zu mehr Unternehmertum oder legen sich die Beglückten auf die faule Haut?

Benjamin Saffold, der jahrelang in Kathleen O'Neills Obdachlosenheim unter dem Autobahnkreuz gearbeitet hat, ist skeptisch: "Für viele Bewohner dort wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen ohne Beratung eine schlechte Idee. Wer drogenabhängig ist, wird es für noch mehr Drogen ausgeben. Andere haben schlicht nicht gelernt, richtig mit Geld umzugehen." Bürgermeister Tubbs hält dagegen: "Unser Projekt soll zeigen, dass die meisten Menschen weise Entscheidungen treffen, wenn sie eine Chance bekommen."

In Stockton leben die Experten für diese Fragen dort, wo Bürgermeister Michael Tubbs aufgewachsen ist: Wer den Dr. Martin Luther King Boulevard herunterfährt und in die Mariposa Road abbiegt, kommt ins Arbeiterviertel Nightingale. Je weiter nach Norden und Westen man kommt, desto reicher und weißer wird Stockton – Nightingale liegt am entgegengesetzten Ende der Stadt, ganz im Südosten. Bauzäune schirmen jede noch so kleine Hütte ab. Im Radio läuft Werbung für Agenturen, die die Kreditlinie verbessern oder Schecks noch vor der Ausstellung auszahlen – Dienstleistungen für die Verzweifelten, zu horrenden Gebühren. Die Straßen sind leer, nur aus dem Waschsalon und dem Family-Dollar-Laden kommt hin und wieder ein Mensch.

"500 Dollar? Jeden Monat? Für drei Jahre? Woaaah!" Charles George schiebt sein Fahrrad den Bürgersteig hinunter. Er freut sich, in der Stadtwüste jemanden zum Reden gefunden zu haben. "Dann müsste ich ernsthaft auskundschaften, wer das Geld am dringendsten braucht. Wie ein Weihnachtsmann würde ich bei ihnen auftauchen und ein Segen für sie sein." – "Charles, die Sponsoren im Silicon Valley meinen, sie hätten die Leute schon gefunden, die das Geld am dringendsten brauchen: Sie alle hier in Stockton. Was würden Sie selbst mit dem Geld machen?" – "Pfff, ich überlebe." Dabei könnte George das Geld gebrauchen: Der 62-jährige lebt von Sozialhilfe und kommt damit gerade so zurecht.

Eine Nachbarin und ihr Neffe kommen hinzu: Was würden sie mit 500 Dollar tun? Sie würde ihre Nichten und Neffen mit Schuhen ausstatten, sagt die Nachbarin. Der Junge wünscht sich "Möbel, damit ich mich zu Hause hinsetzen kann".

"So viel Aufhebens um ein Projekt, das 100 Menschen in einer 315.000-Einwohner-Stadt unterstützt", sagt Benjamin Saffold. Der 52-Jährige sieht sich als Aktivist, der die Lokalpolitik beobachtet und Rechenschaft fordert. Das Grundeinkommen von Bürgermeister Tubbs sei, "als wolle man mit einem halben Glas Wasser den Durst von Tausend Menschen in der Wüste stillen", sagt er. An den großen Problemen in Stockton aber, der schlechten Bezahlung, den hohen Mieten, an Drogenabhängigkeit und Waffengewalt, ändere es nichts.

Er möge Michael Tubbs sehr, beeilt sich Saffold zu sagen, während er Richtung Rathaus schlendert. Er sei Mitglied der gleichen Kirchengemeinde wie seine Familie und kenne ihn von Kindesbeinen an. Doch er befürchtet, dass Tubbs das dreijährige Projekt lediglich als Aushängeschild für sich nutzen will, um weiter Karriere zu machen. "Am Ende seiner Amtszeit bleibt Stockton high and dry zurück, ohne Anschlussprojekt oder nachhaltigen Nutzen."

Saffold ist mit seiner Kritik nicht allein. Die ehemalige Vize-Bürgermeisterin, Ratsfrau Christina Fugazi, beklagt die hohen Ausgaben des Bürgermeisters, der zugleich aus Kostengründen eine Bücherei im armen Ostteil der Stadt geschlossen hält und ein Förderprogramm für benachteiligte Jugendliche gekürzt hat.

Doch die Stocktonians neigen nicht zum Lamentieren. Wer einen (auch noch so bescheidenen) Job und ein (noch so kleines) Dach über dem Kopf hat, bezeichnet sich schon als Mittelklasse. Dabei sind viele der Arbeiter bitterarm. "Eines der Hauptprobleme sind die Big Boxes", sagt Serena Williams. So nennt sie die Fastfood- und Ladenketten, die Angestellte zum lokalen Mindestlohn von 10,50 Dollar (8,90 Euro) beschäftigen – fast ausschließlich in Teilzeit und mit so unregelmäßigen, kurzfristig geplanten Schichten, dass sie sich schwer mit einem Zweitjob oder Familienleben vereinbaren lassen.

Wer wie Williams früher 25 Wochenstunden arbeitet, kommt damit auf knapp über 1.000 Dollar brutto; schon die Miete für ihre Einzimmerwohnung kostet mehr. Mit 36 Jahren muss sich Williams deshalb noch immer von ihrer Mutter unterstützen lassen, bei der auch ihre beiden Kinder wohnen, weil ihre Wohnung so winzig ist.

Williams würde das Grundeinkommen nutzen, um ihr Studium zu beenden, das sie aus Geldnot abgebrochen hat, und um ein Kunstzentrum für Jugendliche zu gründen. Doch durch Geld alleine lässt sich Armut nicht beheben, glaubt sie: Sie vererbe sich über Generationen hinweg. Es grämt Williams, dass auch sie ihren Kindern so vieles nicht bieten kann – keinen Vater, wenig Zeit und kein gemeinsames Zuhause. Als ihre Tochter 14 Jahre alt war, schmetterte sie ihr entgegen: "Ich will nie so werden wie du!" Serena Williams lächelte nur müde. "Gut. Dann habe ich immerhin etwas erreicht."

Auch Kathleen O'Neill hofft, ihrem Sohn eines Tages wieder eine Wohnung bieten zu können – egal, ob durch ein größzügigeres Sozialsystem, einen höheren Mindestlohn, niedrigere Mieten oder ein Grundeinkommen. Doch ihr ist klar: Ihre Chancen, für das Projekt des Bürgermeisters ausgewählt zu werden, sind kaum größer, als im Lotto zu gewinnen.

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Dr. Who #1

Und wieder eine die dachte harte Arbeit würde sich auszahlen. ...


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Wir brauchen ein Europa der 28 Geschwindigkeiten #1.2

Wer hart arbeitet macht etwas falsch.
Begabte Kapitalisten lassen arbeiten ;-)


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ameliebott #1.8

... Steinzeitkapitalisten kennen keine Notsituationen anderer Menschen!


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Karl Lauer #16

"Wenn hier Zwanzigjährige Millionen verdienen, während dort Menschen sich trotz lebenslanger Arbeit verschulden müssen, stimmt doch etwas mit unserem System nicht", sagt Taylor Jo Isenberg.

Wenn für die Allgemeinheit ein Anstieg von Armut und Obdachlosigkeit zu verzeichnen ist, während gallopierende Gewinne immer mehr Geld in die Hände einiger Weniger spülen, dann bedeutet das nicht, dass mit dem System etwas nicht stimmt, sondern dass das System funktioniert wie vorgesehen.


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Sekaria #21

Die Idee ist nicht falsch. In der Science Fiction gibt es solche Ansätze. Raumschiff Enterprise beispielsweise, dort bekommen die Föderationsmitglieder ein Grundeinkommen. Wer etwas werden oder repräsentieren möchte, der muss sich bemühen und bekommt entsprechend mehr materielle Leistung. Leistungsanreiz also durch berufliche und persönliche Perspektiven anstatt durch Not oder Notwendigkeit.

Eine russische Verfilmung (Dark Planet - Prisoners of Power) präsentiert als Ausgangspunkt eine ähnliche Idee, wendet sich aber dann dem Thema Diktatur und politische Balance zu.

Frage: Was geschieht mit allen Menschen, die heute noch lohnabhängig sind, aber deren "Arbeit" künftig automatisiert durch Maschinen erledigt wird. Wie werden die ernährt? Kommen brutal-zynische Vorschläge: wir brauchen mehr Kriege, das reduziert die Bevölkerung? ...


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derdasschreibt #32

Das sind doch wieder Zustände wie im Mittelalter: der Adel lebt in den Palästen in Saus und Braus und das arme Volk lebt vor den Toren der Stadt im Dreck. Wenn der Adel gelegentlich ein schlechtes Gewissen bekommt, verschenkt er ein paar Silberlinge und fühlt sich dann gleich besser.
Irgendwann aber setzt der Gärungsprozess ein und wenn die kritische Masse erreicht ist, kommt der Aufstand. ...


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Arnd-Matthias Langner #32.1

Ich halte Ihre Anspielung auf die Zeiten vor der französischen Revolution für historisch gewagt. Der "Adel" der Bay Area verbringt seine Tage nun nicht gerade steuerbefreit zwischen Rebhuhnjagd und Oper, auf Kosten des steuerzahlenden Bürgertums.

Dieser Adel entwickelt z.B. die technischen Grundlagen für all die vielen Dinge, von denen der Durchschnittsbürger nicht genug bekommen kann, von Smartphones bis zu den (putziger Neologismus) App genannten Gimmick-Progrämmchen, die darauf laufen, schicken E-Autos, neue Betriebssysteme, die technischen Grundlagen von Netflix, Spotify, Amazon Shops,... alles was Mensch von heute für unverzichtbar hält ... und ist gegenüber dem Adel von früher abzüglich aller Transferleistungen Netto-.Steuerzahler und bestreitet seinen Lebensunterhalt selber.

Im vorrevolutionären Frankreich fanden intellektuelle Leistungen vielfach im dritten Stand, dem Bürgertum statt - in der von ihnen zitierten gärenden Masse? Ob die auch nur in einigen Sätzen kurz CDMA erläutern können, während die vor dem Apple Store Schlange nach den Ingenierleistungen des "Adels" stehen?


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Democratius #45

""Wenn hier Zwanzigjährige Millionen verdienen, während dort Menschen sich trotz lebenslanger Arbeit verschulden müssen, stimmt doch etwas mit unserem System nicht", sagt Taylor Jo Isenberg."

Das ist der Punkt.


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Kunigunde53 #46

""Wenn hier Zwanzigjährige Millionen verdienen, während dort Menschen sich trotz lebenslanger Arbeit verschulden müssen, stimmt doch etwas mit unserem System nicht", sagt Taylor Jo Isenberg. "
Wer im Kommentarbereich dieser wunderbaren Zeitung darauf hinweist, dass parallel dazu zwei Amis (Bezos und Gates) mehr als die Hälfte aller Werte der USA zusammengerafft haben, und dass zur Armut der Vielen da zwangsläufig ein Zusammenhang besteht, wird wird mit Häme überzogen und der Vermutung konfrontiert, man habe einen an der (linksradikalen) Waffel.

Wie haben die das nur hinbekommen?


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Ansewez #55

Ich muss ende Januar beruflich wiedereinmal nach Stockton. Dann kann ich das Ganze wieder live erleben.
In meinen Augen sollten die ganzen Silicon Valley Firmen steuerlich viel mehr in die Pflicht genommen werden.


...



Aus: "Kalifornien: Unter den Brücken von Stockton"  Christina Felschen, Stockton (2. Januar 2018)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/grundeinkommen-usa-silicon-valley-armut-bekaempfung/komplettansicht

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« Reply #685 on: January 11, 2018, 11:54:05 AM »
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[...] Ein US-Pensionsfonds, der in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt war, klagt gegen das Bundeszentralamt für Steuern. Das berichtet DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. Der Fonds namens KK Law Firm Retirement Plan Trust besteht auf einer Auszahlung von 28 Millionen Euro. Die Klage kommt zu einer Zeit, in der mittlerweile mehrere Staatsanwaltschaften wegen der Cum-Ex-Geschäfte ermitteln und gegen einige der Beteiligten bereits Anklage erhoben wurde.

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Dräsdn #1.1

Dämme der Schamlosigkeit sind gebrochen ...


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2.Juni #1.6

Was ist eigentlich aus den Panama-Papers geworden?
Schweigen im Walde.


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Adresseveloren #1.7

Wo ist beim dem Artikel das Problem?
Es wurde ein Antrag auf Zahlung gestellt, der Antrag wurde abgelehnt, gegen die Ablehnung wurde Einspruch eingelegt und jetzt wird geklagt.
Köln wird sich wohl dem FG Frankfurt anschließen und dann geht das zum BFH. Der BFH wird die Urteile wohl absegnen. Denn die Anspruchsgrundlage ist unbrauchbar.


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Dräsdn #2

Dem einfachen Volk wird ja gerne neuerdings Schamlosigkeit vorgeworfen. Zu recht. Aber ich glaube sie ist nicht minder in den höheren Schichten vertreten.



Aus: "Steuerräuber verklagen den Staat" (18. Oktober 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/cum-ex-skandal-us-pensionsfonds-finanzgericht-koeln



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[...] HAMBURG afp | Der Steuerskandal um sogenannte Cum-Ex-Geschäfte hat laut einem Medienbericht weit größere Ausmaße als bislang bekannt. Staatsanwälte und Steuerfahnder gingen mittlerweile in 417 Fällen gegen Banken, Anwälte und Finanzunternehmen vor, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Angaben des Bundesfinanzministeriums. Im Herbst vergangenen Jahres war demnach noch von rund 260 Fällen die Rede gewesen.

In den nun untersuchten Fällen geht es dem Bericht zufolge um einen mutmaßlichen Betrug am deutschen Staat in Höhe von 5,3 Milliarden Euro. Ein vom Bundestag eingesetzter Untersuchungsausschuss sei im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass der Schaden bei unter einer Milliarde Euro liege.

Diese Zahl korrigierte das Bundesfinanzministerium nun laut NDR, WDR und SZ deutlich nach oben. Geldinstitute und deren Partner hätten nach Ansicht der Ermittler den Fiskus jahrelang und systematisch getäuscht, um hohe Gewinne auf Kosten der Steuerkassen zu machen.

Bei Cum-Ex-Geschäften kaufen und verkaufen Banken unmittelbar um einen Dividendenstichtag herum in Leerverkäufen Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch und lassen sich eine nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer von den Finanzämtern mehrmals erstatten. Das Steuerschlupfloch wurde für inländische Banken 2007 geschlossen, für ausländische erst 2012.

Von den 5,3 Milliarden Euro, die laut Finanzministerium als Betrugsschaden im Raum stehen, haben die Finanzämter dem Bericht zufolge bislang 2,4 Milliarden Euro erfolgreich zurückgefordert, beziehungsweise bei frühzeitigem Verdacht haben sie die geforderten Summen gar nicht erst erstattet.

Aus Ermittlerkreisen heißt es laut NDR, WDR und SZ, der Skandal werde sich voraussichtlich sogar noch ausweiten. Bekannt ist bislang, dass gegen Banken aus dem In- und Ausland ermittelt wird. Einige Banken haben bereits hohe Steuerrückzahlungen geleistet.


Aus: "Cum-Ex-Steuerbetrug von Banken: Geschätzter Schaden verfünffacht sich" (11.1.2018)
Quelle: https://www.taz.de/Cum-Ex-Steuerbetrug-von-Banken/!5476604/

« Last Edit: January 11, 2018, 12:01:02 PM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #686 on: January 17, 2018, 10:43:02 AM »
Quote
[...] New York – Ist ein Unternehmer allein seinen Aktionären und vielleicht noch seinen Mitarbeitern gegenüber verantwortlich, oder trifft ihn eine Verpflichtung, auf das Wohlergehen der Gesellschaft als Ganzes zu achten? Mit einem erstaunlichen Aufruf hat sich am Dienstag Larry Fink, der Chef des Vermögensverwalters Blackrock, in diese Debatte eingeschaltet. In einem offenen Brief ruft Fink Firmenbosse weltweit dazu auf, sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zu werden und zu stellen. Er schreibt von der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich und einer bedrohlichen Polarisierung vieler Gesellschaften. Millionen von Menschen würden mit ihrem Einkommen kaum noch über die Runden kommen. Eine Folge der stagnierenden oder sinkenden Löhne werde sein, dass Menschen im Alter zunehmend in die Armut abrutschen werden. Implizit warnt der Blackrock-Chef davor, Investitionen aus Konzernen abzuziehen, die nicht zeigen, wie sie gegen die erwähnten negativen Trends vorgehen und "welchen positiven Beitrag sie zur Gesellschaft leisten". Ob das nur eine PR-wirksame Drohung ist oder Fink die Sache ernst meint, wird sich zeigen. Sicher ist, dass seine Stimme Gewicht hat. Blackrock ist der mit Abstand größte Asset-Manager der Welt. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 6,28 Billionen US-Dollar (5,1 Billionen Euro) im Auftrag seiner Kunden in Unternehmen investiert. Der Fokus von Blackrock liegt in der Vermögensverwaltung für US-Kunden, das Unternehmen ist aber auch in Europa aktiv. An der deutschen Börse ist Blackrock zum Beispiel der größte Einzelinvestor.

Fink schreibt aber nicht nur über soziale Polarisierung. "Eine Reihe von Regierungen verabsäumen es, ihre Staaten für die Zukunft vorzubereiten", beklagt er sich, etwa wenn es darum geht, mit den Auswirkungen der zunehmende Automatisierung fertigzuwerden. "Infolgedessen wendet sich die Gesellschaft zunehmend an den privaten Sektor und fordert Unternehmen auf, sich größeren gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen", so Fink, der sich jedes Jahr einmal in einem offenen Brief an Unternehmen wendet, in die Blackrock investiert hat. "Unternehmen müssen allen ihren Interessengruppen, einschließlich der Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und der Gemeinschaften, in denen sie tätig sind, zugutekommen." Finks Brief reiht sich in eine Reihe von Wortmeldungen von Investoren und Unternehmen ein, die vor der sozialen Spaltung in den USA und einer Rückkehr zum Feudalismus warnen. Im Sommer ließ Ray Dalio, Chef von Bridgewater Associates, einem der größten Hedgefonds der Welt, mit der Aussage aufhorchen, dass die soziale Kluft ähnlich bedrohliche Ausmaße wie in den 1930er-Jahren erreicht habe. Der Internetmilliardär Nick Hanauer argumentiert ähnlich. Vor wenigen Wochen schaltetet sich Abigail Disney, Enkelin von einem der Disney-Gründer, in die Debatte um die Steuerreform ein und warnte davor, dass die Steuerentlastung in den USA 2018 vor allem Reichen auf Kosten der restlichen Gesellschaft zugutekommen wird. (szi, 17.1.2018)

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Bel Ami, 17.1.2018

ausgerechnet von blackrock kommt das? friert gerade die hölle zu?


...


Aus: "Das Kapital entdeckt sein soziales Gewissen" (17.01.2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000072437959/Blackrock-Chef-fordert-mehr-soziale-Verantwortung-von-Firmen

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« Reply #687 on: January 19, 2018, 02:45:37 PM »
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[...] Ich kam irgendwann an einen Scheidepunkt in meinem Leben: Ich stellte fest, dass ich zu lange zu viel schlechten und zu wenig guten Kaffee getrunken habe.  ... Während ich also so schlürfte, stellte ich mir existenzielle Fragen: Wieso habe ich mich so lange mit dieser Frechheit zufrieden gegeben, die hierzulande einige Kaffee nennen? Wieso ist er in Italien so gut? Kann ich mir nicht selbst ebenso köstlichen Kaffee zubereiten? Und falls ja: wie? Damals wusste ich noch nicht, auf welche Reise mich diese Fragen schicken würden. Ich fand heraus, dass ich nicht alleine auf der Suche nach exzellentem Kaffee war. Einige Menschen im Freundeskreis haben mich sofort verstanden. Ein Freund berichtete mir etwa von seiner Technik, Kaffee langsam über einen Handfilter aufzubrühen. Wer das richtig macht und viel Wert auf die Qualität des Kaffees legt, bekommt tolle Ergebnisse, nicht vergleichbar mit der Pfütze, die oft durch alte Filtermaschinen in die Tasse kommt. ...


Aus: "Meine Zeit ist mir zu schade für schlechten Kaffee" Till Eckert (18. Januar 2018)
Quelle: https://ze.tt/meine-zeit-ist-mir-zu-schade-fuer-schlechten-kaffee/

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[...] Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der Rentner verdoppelt, die aus Geldnot bei den Tafeln in Deutschland für Essen anstehen müssen! Die Sozialverbände sind alarmiert, fordern eine sofortige Reform des gesamten Alterssicherungssystems.

„Fast jeder vierte Tafel-Kunde ist mittlerweile Rentner. Das sind in etwa 350.000 Menschen“, so Jochen Brühl, Vorsitzender des Dachverbands der 934 Tafeln in Deutschland, zur NOZ. 2007 waren noch 12,3 Prozent der Bedürftigen Senioren, jetzt sind im Bundesschnitt schon 23 Prozent der rund 1,5 Millionen regelmäßigen Tafel-Kunden Rentner – Tendenz steigend. ... Und in Berlin? „Dieses Jahr kamen 27 bis 28 Prozent unserer Kunden aufgrund zu geringer Rente oder als Grundsicherungs-Empfänger zu uns, weil sie von von ihrem Geld einfach nicht leben können“, so Antje Trölsch, Geschäftsführerin der Berliner Tafel, zur B.Z. ...


Aus: "Altersarmut: Immer mehr Rentnern bleibt nur die Tafel" Boris Dombrowski (30. Dezember 2017)
Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/altersarmut-immer-mehr-rentnern-bleibt-nur-die-tafel

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« Reply #688 on: January 22, 2018, 09:57:33 AM »
Quote
[...] Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt laut einem Oxfam-Bericht mehr Vermögen als die anderen 99 Prozent zusammen. Und die Zahl der Milliardäre steigt weiter.

Die Schere zwischen Reich und Arm geht weltweit immer weiter auseinander. Dieser Trend hat sich nach Berechnungen der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam im vergangenen Jahr in unvermindertem Tempo fortgesetzt. 82 Prozent des 2017 neu erwirtschafteten Vermögens sind demnach an das reichste Prozent der Weltbevölkerung geflossen, heißt es im Bericht „Reward Work, not Wealth“ (übersetzt: Belohnt Arbeit, nicht Vermögen), den Oxfam kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgelegt hat.

Demnach besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen als die anderen 99 Prozent zusammen. 2002 habe der Anteil bei 43 Prozent gelegen. Diese Entwicklung wird, so Oxfam, auch nicht dadurch gebremst, dass die Einkommen in China, in anderen Ländern Asiens und in Lateinamerika stärker wachsen als in den reichsten Ländern. Die Zahl der Milliardäre sei 2017 so stark angestiegen wie nie zuvor – auf den Rekordwert von 2043 Superreichen. Alle zwei Tage sei ein neuer Milliardär dazu gekommen. 762 Milliarden Dollar haben sie dem Bericht zufolge 2017 zusätzlich angehäuft.

Jörn Kalinski, Kampagnenleiter bei Oxfam Deutschland räumt zwar ein, dass die Zahl der weltweit absolut Armen, die von weniger als 1,90 Dollar pro Tag leben müssen, auf etwa 700 Millionen gesunken ist. „Das ist uneingeschränkt gut. Aber gleichzeitig lebt die Hälfte der Weltbevölkerung von nur zwei bis zehn Dollar am Tag“. Umgekehrt wird es an der Spitze der Vermögenspyramide immer absurder. „In nur vier Tagen verdient ein Vorstandsvorsitzender von einem der fünf größten Modekonzerne der Welt so viel wie eine Näherin in Bangladesch in ihrem ganzen Leben“, heißt es bei Oxfam.

Gleichzeitig würden sich die Reichen durch Steuertricks jährlich um Zahlungen an die öffentliche Hand von rund 200 Milliarden Dollar drücken. Mindestens 7,6 Billionen Dollar hätten sie in Steueroasen versteckt. Entwicklungsländer entgingen durch diese Praktiken von Konzernen und Privatpersonen mindestens 170 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen. Zum Vergleich: Die weltweite Entwicklungshilfe liegt bei jährlich etwa 145 Milliarden Dollar. In Deutschland verliere der Staat bis zu 17 Milliarden Dollar (umgerechnet 13,9 Milliarden Euro).

Auch hierzulande nimmt die Ungleichheit dem Bericht zufolge zu. Das Vermögen des reichsten Prozents der Bevölkerung sei 2017 um 22 Prozent gewachsen, das der ärmeren Hälfte nur um drei Prozent. „Um das Jahreseinkommen eines Vorstandsvorsitzenden eines Dax-Konzerns zu verdienen“, so Kalinski, „müsste eine durchschnittliche Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer 157 Jahre arbeiten.“ In Europa sei die Schere bei der Vermögensverteilung nur in Litauen größer.

Als prinzipielle Ursache für die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm prangert Oxfam das derzeitige Wirtschaftssystem an. Die Profitinteressen einer kleinen Gruppe stehe über dem Wohl der großen Mehrheit. Oxfam fordert auch die Bundesregierung auf, endlich gegenzusteuern.

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[...] Wenn der größte Kapitalist der Welt vor dem Kapitalismus warnt, horcht man auf. Die Neujahrsbotschaft von Blackrock-Chef Laurence Fink lautet: Die gesellschaftliche Spaltung in der Welt ist beunruhigend. Unternehmen müssen sich fragen, wozu sie da sind, und was sie der Gesellschaft schulden. Sie dürfen sich nicht auf kurzfristiges Geldverdienen konzentrieren. Sie brauchen eine nachhaltige Strategie. Das hätte auch SPD-Chef Martin Schulz sagen können. Nur: Schulz meint so etwas ernst.

Blackrock ist als einer der wichtigsten Vermögensverwalter der Welt an allen Unternehmen im Deutschen Aktienindex beteiligt. Weltweit hat die Firma 6,3 Billionen Dollar investiert. Fink hat seine Botschaft an die Chefs aller Unternehmen geschickt, an denen Blackrock beteiligt ist. Die gesellschaftliche Spaltung interessiert ihn, weil sie der Kundschaft die Laune verdirbt. Er meint: Die Unternehmen müssen besser werden. Mehr nicht.

Blackrock und ähnliche Beteiligungsfirmen haben ein Problem: Obwohl sie oft der größte Aktionär sind, verhalten sie sich bisher vorzugsweise passiv. Sie gehen selten in die Aufsichtsräte, oder halten dem Management der Firmen durch Beratung den Rücken frei.

Aktivere Aktionäre dagegen machen öffentlich Druck, dass kurzfristig mehr Gewinn gemacht und ausgeschüttet wird. Oder sie verlangen, dass ein Unternehmen wie Apple untersuchen muss, ob Iphones abhängig machen – und was man dagegen tun kann. Auf solche Forderungen reagieren die Firmen sehr schnell.

Das bringt die vornehmen Beteiligungsfonds in die Bredouille. Ihre Kunden – oft Pensionsfonds, private Rentenversicherer oder Privatanleger mit langfristigen Interessen – fühlen sich vernachlässigt. Deshalb mischt Blackrock sich nun ein. Finks Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass sich Unternehmen künftig tatsächlich langfristig orientieren und ihren Kunden, Mitarbeitern und Aktionären bessere Produkte und Perspektiven bieten.

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"Ein Investor will die Welt verbessern - oder nicht?" Ursula Weidenfeld (21.01.2018)
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/blackrock-ein-investor-will-die-welt-verbessern-oder-nicht/20870220.html


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Babsack 22.01.2018 08:31 Uhr

Quizfrage:
Was hat dieser Artikel wohl mit dem Artikel über BLACKROCK zu tun?
Antwort:
Beide haben dasselbe Thema und schauen von durchaus sehr verschiedenen Positionen auf diesselbe Ungerechtigkeit und kommen erstaunlicherweise zum selben Ergebnis.

Weitere Quizfrage:
Was tun Milliardäre mit ihren Milliarden, nachdem sie sich alle materiellen Wünsche erfüllt haben?
Antwort:
Sie kommen auf die Idee, sich die Welt mithilfe ihrer Milliarden so zu formen, wie sie ihnen am Besten gefällt. ...


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ralf.schrader 22.01.2018 09:09 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Babsack 08:31 Uhr
Demokratie ist die Staatsform des Kapitalismus und muss sich diesem immer wieder anpassen. Aber nur in der Form, im Inhalt ist der Staat Interessenvertreter der herrschenden Klasse und die ist im Spätkapitalismus das Finanzkapital.


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Aus: "Soziale Ungleichheit nimmt weltweit drastisch zu" Rolf Obertreis (22.01.2018)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/oxfam-studie-soziale-ungleichheit-nimmt-weltweit-drastisch-zu/20871368.html

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[...]      Selbstherrschaft, 22.01.2018 06:47

Sind die bei Oxfam so deppert oder tun die nur so? - Die klaffende Ungleichheit ist doch nicht dem Hände-in-den-Schoß-legen der Staatslenker, sondern, ganz im Gegenteil, deren überaus eifrigen Machtausübung zuzuschreiben! ...


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Oxfam-appelliert-an-die-Regierungen-die-wachsende-Ungleichheit-zu-stoppen/Sind-die-bei-Oxfam-so-deppert-oder-tun-die-nur-so/posting-31722904/show/

« Last Edit: January 22, 2018, 10:14:28 AM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Menschen in Schichten und Klassen... ]
« Reply #689 on: January 25, 2018, 04:41:49 PM »
Quote
[...] Umgangsformen sind Formen sozialer Interaktion. Eine Gesellschaft bewertet bestimmte Verhaltensformen negativ (z. B. als derb, roh, ungehobelt, unhöflich, ungesittet, feige) oder positiv (z. B. als gut erzogen, höflich, kultiviert, edel, tapfer) und unterscheidet „gute“ und „schlechte“ Umgangsformen. Häufig verwendet man in der deutschen Sprache das Wort „Umgangsformen“ ohne den Zusatz „gut“ und meint gleichwohl „gute Umgangsformen“. Umgangsformen fungieren auch als identitätsstiftende Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft bzw. einer sozialen Gruppe innerhalb einer Gesellschaft.  ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangsformen (22. Januar 2018)

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[...] Nach dem Duden werden [mit Allüren], bildungssprachlich oft abwertend, „aus dem Rahmen fallende Umgangsformen“, „auffallendes Benehmen“ sowie „Gehabe“ beschrieben. Im Speziellen wird damit ein eitles, launenhaftes Benehmen bezeichnet, das in negativem Sinne vor allem gegenüber Marotten und Gehabe von Diven, Stars oder anderen Vertretern des Show-Business verwendet wird („Starallüren“).

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https://de.wikipedia.org/wiki/All%C3%BCren (29. März 2016)

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     Sok1960, 25.01.2018 15:22

Neulich im Ruheraum der Sauna

musst doch tatsächlich ein Typ einem anderen solche Banalitäten wie den letzten Einkauf beim Fleischer unter diese Nase reiben obwohl jeder merkte, dass dies selbst für den Adressaten nervend war.

Das hörte erst auf als ich nach jedem Satz den Satz wiederholte und mich bedankte wie froh wir doch alle sind, das jetzt zu wissen...
Funktioniert auch mit Leuten, die neben einem stehen und lautstark telefonieren.


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Von-der-Sinfonie-der-Grossstadt-zur-Geraeuschkulisse/neulich-im-Ruheraum-der-Sauna/posting-31746624/show/

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      pehar, 25.01.2018 16:21

Re: neulich im Ruheraum der Sauna

Sok1960 schrieb am 25.01.2018 15:22:

    Das hörte erst auf als ich nach jedem Satz den Satz wiederholte und mich bedankte wie froh wir doch alle sind, das jetzt zu wissen...

Die höfliche Variante wäre gewesen, denjenigen um Ruhe zu bitten. Von seiner Seite wäre es dann höflich gewesen, sich zu entschuldigen und zu verstummen.

Aber Höflichkeit ist heute nicht mehr gefragt - dann lieber passiv-aggressiv reagieren und sich selbst für seine vermeintliche Originalität auf die Schultern klopfen. Aus meiner Sicht genauo sozial schwach wie die Rücksichtslosigkeit des anderen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.01.2018 16:21).


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Von-der-Sinfonie-der-Grossstadt-zur-Geraeuschkulisse/Re-neulich-im-Ruheraum-der-Sauna/posting-31747118/show/

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« Last Edit: January 25, 2018, 04:48:13 PM by Textaris(txt*bot) »