COMMUNICATIONS LASER #17
March 29, 2017, 02:19:15 PM *
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Author Topic: [Menschen in Schichten und Klassen... ]  (Read 126557 times)
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« Reply #615 on: February 09, 2017, 10:15:31 AM »

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[...] Sie arbeiten als Paketauslieferer Unternehmensberater und Kosmetikerin, sind Kioskbesitzer, Hausmeister, Boutiquenbetreiber. Die Altersvorsorge sparen sie sich, wenn es nicht reicht. Aber an einer Krankenversicherung kommen auch sogenannte Solo-Selbständige nicht vorbei. Ein Problem, denn für viele ist dieser Posten selbst in gesetzlichen Kassen finanziell kaum noch zu stemmen. Die Beiträge fressen auch in gesetzlichen Kassen inzwischen oft die Hälfte der gesamten Einnahmen.

Die Versicherer kennen das Problem, die meisten Beitragsschuldner sind kleine Selbständige. Und es werden immer mehr. Im Dezember 2016 standen die Selbstzahler bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Tagesspiegel-Recherchen mit sechs Milliarden Euro in der Kreide. Im Januar des gleichen Jahres betrugen die Außenstände noch 4,48 Milliarden. Im Jahr davor lag der der Wert bei 3,24 Milliarden und 2011 bei lediglich einer Milliarde Euro.

Die Summe der Beitragsrückstände steige leider kontinuierlich an, klagt der GKV-Spitzenverband. Ein Grund dafür sei die „finanzielle Instabilität bei freiwillig versicherten Selbständigen“.

... Das Problem der Solo-Selbständigen mit den Kassenbeiträgen rührt vor allem aus zwei Umständen. Zum einen fehlt ihnen die Arbeitgeberbeteiligung, sie müssen den Krankenversicherungsbeitrag komplett aus eigener Tasche zahlen. Zum andern schert sich die Sozialversicherung nicht groß um ihr Einkommen. Zur Beitragsberechnung wird ihnen einfach ein monatliches Mindesteinkommen unterstellt, von dem viele Kleinunternehmer nur träumen können.

Aktuell liegt es bei 2.231,25 Euro. Macht, mit Krankengeldanspruch und Pflegeversicherung, im Schnitt etwa 407 Euro im Monat für die Krankenkasse. Nur in besonderen Härtefällen, etwa einer Existenzgründerphase, lässt sich die Bemessungsgrenze noch mal um ein weiteres Drittel senken – auf 1487,50 Euro. Die Krankenversicherung will dann durchschnittlich 271 Euro. Weniger geht nicht.

Tatsächlich kommt fast ein Drittel der gesetzlich versicherten Selbständigen - 600.000 von insgesamt 2,16 Millionen - im Schnitt grade mal auf ein Einkommen von 787 Euro im Monat. Zu 82 Prozent handelt es sich dabei um Solo-Selbständige. Diese Gruppe habe durchschnittlich 46,5 Prozent ihrer Einkünfte für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aufzuwenden, heißt es in einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aus dem Jahr 2016.

Dass es in der privaten Krankenversicherung (PKV) noch teurer ist – hier zahlt die unterste Einkommensgruppe der Selbständigen im Schnitt 58 Prozent – macht es für die Betroffenen nicht besser.

Nach wie vor unterstelle das Sozialrecht, „dass alle Selbständigen ökonomisch gut gestellt sind und deshalb keiner solidarischen Absicherung bedürfen“, heißt es in der Studie. „Weil das jedoch schon lange eine Fiktion ist, besteht beim Krankenversicherungsschutz gesetzgeberischer Handlungsbedarf.“

...



Aus: "Solo-Selbständige in der Krankenversicherung "Die Beitragslast ist zu hoch"" Rainer Woratschka (08.02.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/solo-selbstaendige-in-der-krankenversicherung-die-beitragslast-ist-zu-hoch/19362616.html

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« Reply #616 on: February 20, 2017, 10:39:46 AM »

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[...] Um die Identität von Asylbewerbern besser feststellen zu können, soll das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) deren Handys nach Plänen der Bundesregierung künftig auslesen dürfen.

Das geht aus einem Gesetzesentwurf des Bundesinnenministeriums "zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" hervor, aus dem die "Süddeutsche Zeitung", der WDR und der NDR zitieren. Über diese Pläne hatte bereits Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) berichtet.

Bisher ist das Bamf auf die Einwilligung der Asylbewerber angewiesen. Der neue Gesetzesentwurf solle nun die rechtliche Grundlage schaffen, diese Zustimmung zu umgehen. Er befinde sich noch in der Ressortabstimmung. Das Auslesen von Daten der Mobiltelefone ist bislang eigentlich nur bei Verdacht auf Straftaten möglich.

Das Bundesinnenministerium schätze, dass im Vorjahr bei 50 bis 60 Prozent der Asylsuchenden das Auslesen eines "Datenträgers" in Betracht gekommen wäre. Das wären etwa 150.000 Menschen gewesen. Nach Behördenangaben kommt es vor, dass Flüchtlinge falsche Personalien angeben, um eine Abschiebung zu verhindern oder bei Sozialleistungen betrügen zu können.

Die Außenstellen des Bamf sollen nach den Medienberichten mit Hard- und Software aufgerüstet werden, so dass etwa 2400 Datenträger pro Tag ausgelesen werden können. Laut Ausländerzentralregister befänden sich 213.000 "vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer" in Deutschland.

Bouffier hatte nach einem Ministerpräsidenten-Treffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 9. Februar gesagt, der Handy-Zugriff solle auf Fälle beschränkt bleiben, in denen Zweifel an der Identität des Asylbewerbers bestehen. Es sei wichtig, "eine Erkenntnisquelle, die man hat, auch zu nutzen". (dpa)


Aus: "Ohne Verdacht auf Straftaten: Flüchtlinge mit unklarer Identität sollen Handys herausgeben" (20.02.2017)
Quelle: http://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-politik_artikel,-Fluechtlinge-mit-unklarer-Identitaet-sollen-Handys-herausgeben-_arid,1553956.html

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« Reply #617 on: March 01, 2017, 10:04:02 AM »

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[...] Im vergangenen Jahr empfanden in einer repräsentativen Umfrage 82 Prozent der Deutschen die soziale Ungleichheit als zu groß. Die Entwicklung der Managergehälter hatte daran Anteil. Schließlich haben sich die Gehälter der Spitzenmanager längst von jeder Verhältnismäßigkeit entfernt: 1991 verdienten Konzernlenker laut einer aktuellen Studie noch das 28-Fache eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, heute ist es das 83-Fache. Es ist gut, dass die Politik hier eingreift.

Aber will sie Verhältnisse nicht nur symbolisch gerechter machen, müsste die Politik viel massiver und ganz woanders eingreifen: am unteren Ende der Einkommensskala.   

Viele Menschen hadern mit unserem Wirtschaftssystem, weil sich auf ihren Kontoauszügen seit langer Zeit kaum etwas bewegt. Vor allem jene, die am unteren Ende der Gehaltsskala stehen, haben real in den vergangenen 25 Jahren nichts dazugewonnen. Ihr Einkommen ist sogar geschrumpft, obwohl das Wirtschaftswachstum stetig zugenommen hat. Die Einkommensschere hat sich auch insgesamt weiter geöffnet, und besonders die jüngere Generation der Arbeitnehmer unter 40 Jahren ist davon betroffen. Unter ihnen ist die Gehaltsungleichheit doppelt so groß wie unter den Gleichaltrigen in den 1970er Jahren.

Profitiert haben von höheren Löhnen in den letzten Jahren vor allem die Arbeitnehmer, die noch nach Tarifverträgen bezahlt werden. Das sind aber immer weniger. Aktuell sind 40 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und sogar mehr als 50 Prozent im Osten gar nicht tariflich gebunden. Die Lohnentwicklung dieser Arbeitnehmer hinkt stark hinterher. ...

Noch bis in die 1990er Jahre war es weit verbreitete Praxis in der deutschen Wirtschaft, dass das Bundesarbeitsministerium einen Tarifabschluss zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern für eine ganze Branche als allgemeinverbindlich erklärt hat. Damit mussten also auch Unternehmen, die nicht Mitglied im Arbeitgeberverband waren, die tariflichen Löhne zahlen. Das hat das Einkommensniveau in der Bundesrepublik insgesamt hoch gehalten.

Heute verhindern die Unternehmen das oft. Im Einzelhandel beispielsweise hat das zu großen Einbußen für die Beschäftigten geführt, von denen viele unter Tarif verdienen. Das könnte die Politik ändern. Sie kann Tarifverträge als allgemeinverbindlich erklären, wenn ein öffentliches Interesse darin besteht, wirtschaftliche Fehlentwicklungen wieder zu korrigieren. Das ist in vielen Branchen heute der Fall.

Eine Regierung, die sich an diese konfliktträchtigen Tariffragen wagt, würde nicht nur Einfluss nehmen auf die Gehaltszettel einiger Millionäre. Sondern auf die Gehälter von Millionen.

Quote
wawerka #9

Nachdem die deutschen Wirtschaftsverbände bereits nach den überaus wolkigen Ansagen von Martin Schulz bezüglich einer möglichen(!) Aufweichung einiger Härten der Agenda 2010 davor warnten, auf keinen Fall etwas zu tun, was DERDEUTSCHENWIRTSCHAFT™ schaden könne, darf man (wie immer eigentlich) ganz sicher sein, dass sich nichts Wesentliches ändern wird.


Quote
Oxys #18

Viell. einfach sinnvoll gestalten. Da die Arbeiter einen nicht unerheblichen Teil zum Erfolg des Unternehmens beitragen, einfach die Lohnerhöhung der Geschäftsführung mit der Lohnerhöhung der Belegschaft koppeln. Jahrelang hat man ihnen die Möglichkeit gegeben, es ohne gesetzliche Regelung zu tun. Da sie sich immer mehr weigern, den Arbeitern das zukommen zu lassen, was sie _Wort wörtlich_ verdient haben, müssen die Manager und Geschäftsführer wohl in Zukunft durch Gesetze dazu gezwungen werden.

Wer nicht hören kann, muss fühlen.


Quote
Kunigunde53 #19

"Die Millionäre sind Nebensache"

Nein, die Superreichen sind nicht Nebensache - hier wird verharmlost - und wem das nützt, muss nicht extra ausgeführt werden.
Menschen mit Hunderten oder gar Tausenden von Millionen sind in der Lage, ganze Regierungen zu kaufen, Scharen von Lobyisten loszulassen und die Demokratie so ganz nebenbei abzuschaffen.
Der widersinnige Neoliberalismus hat diese Prozesse beschleunigt, selbst die Scharen von Befürwortern in den Redaktionen bekommen langsam Zweifel an der Richtigkeit ihrer Marschrichtung - wahrscheinlich ist es aber zu spät. Die Armut der Vielen und der Reichtum der Wenigen sind unterschiedliche Seiten ein und der selben Medaille - Schönreden sollte man das nicht.


Quote
Runkelstoss #23

Wem es um mehr als Symbole geht,

Es geht bei der Begrenzung der Gehaelter, Boni usw. nicht um Symbole.
Angeblich leben wir in einer ein Leistungsgesellschaft. Da kann es nicht sein, dass die Einen das Unternehmen an die Wand fahren und grosszuegig belohnt werden und die Anderen werden entlassen.

In einer Gesellschaft in der man wegen 'Diebstahls' eines Broetchens vom Vortag seine Arbeit verliert fuehrt das zwangslaufig zu politischen und sozialen Spannungen und Konflikten. Das uebersieht der Autor.

Das diese Obszoenitaeten auch noch vom Steuerzahler indirekt bezahlt werden ist eine Schweinerei.


Quote
entscheidedich #25

Ach Herr Zacharakis, während Politiker die sich nicht mit den eigentlichen Problemen beschäftigen wollen und Finanzbeamte darüber nachdenken wie man zur Volksverdummung ein paar Managergehälter deckeln kann, machen sich Herrscharen von Wirtschaftsberatern darüber Gedanken, wie man mit klugen und gesetzestreuen Ideen genau das wieder umgeht. Und die sind kreativ. Die verdienen ihr Geld damit!
Ihre Idee, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären finde ich so richtig gut! Sicher wird das einen Einfluss auf viele Gehaltszettel haben. Nicht auf die der Millionäre, sondern auf die der Betroffenen, die dann keinen Gehaltszettel mehr haben, sondern direkt von der Agentur für Arbeit versorgt werden. Entschuldigung, das war Sarkasmus zu einem Thema das es nicht verdient hat!


Quote
Hermes_53 #32

Toller Artikel, er trifft den Kern in der Mitte. Ich wusste gar nicht, dass die Bundesregierung Tarifverträge allgemein verbindlich machen kann. Dies zu tun, würde tatsächlich viel bewegen. Wir warten mal auf Sozial Schulz, ob er sich äußert.

Die Ansicht des Autors, die Begrenzung der Managergehälter sei Symbolpolitik ist genau so richtig, wie die Frauenquote in Aufsichtsräten Symbolpolitik ist. Mal ist Symbolpolitik gut, mal ist sie schlecht. ...


Quote
Blick dahinter #46

Ich frage mich, warum ich in jedem 2ten Artikel immer von den armen unteren Einkommensgruppen lese. Warum wird denen immer diese Aufmerksamkeit und Fürsorge zuteil? Warum sind das automatisch immer gute und liebe Menschen, denen man sich zuwenden muss? Was hindert diese Menschen daran, in höhere Einkommensgruppen aufzusteigen? Oder wollen sie dann einfach der Kollektivschelte entgehen, die jeden trifft, der mehr leistet als das untere Drittel?

Im Fußball lese ich doch auch nicht ständig über die 3te Liga, und warum diese armen Bürschlein denn nicht in der Nationalelf spielen dürfen? Sollte die Politik hier nicht mal eingreifen und Startplätze bei Jogi durchsetzen?

Quote
Ihr Schreiben ist in unserem Papierkorb eingegangen #46.1

Glauben Sie eigentlich selbst, was Sie da schreiben?



...


Aus: "Managergehälter: Die Millionäre sind Nebensache" Ein Kommentar von Zacharias Zacharakis (28. Februar 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/managergehaelter-koalition-einkommen-begrenzen-arbeitnehmer-nutzen

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« Reply #618 on: March 13, 2017, 09:34:31 AM »

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[...] Der 24-jährige Schriftsteller Édouard Louis hasst den Front National. Er will das Verstummen der französischen Linken beenden. Ein Gespräch in Paris : ... Politik ist in meiner biografischen Erfahrung keine Frage von Meinungen, von Worten, von Kommunikation, die im Ergebnis die Lebensverhältnisse der Privilegierten schützen. Ich komme aus dem Lumpenproletariat, um es mit Marx zu sagen. In dem Dorf in der deindustrialisierten Picardie, über das ich meinen ersten Roman Das Ende von Eddy geschrieben habe, herrschten Arbeitslosigkeit, Elend, Alkohol, Gewalt, eine brutale Männlichkeit. In diesem Milieu, aus dem auch Bourdieu stammt, ist Politik eine Frage von Leben und Tod. Man spürt sie am lebendigen Leibe: in der medizinischen Versorgung, beim Essen, im sexuellen Alltag. Die politischen Fragen heißen: Gehe ich zum Arzt, wenn ich krank bin? Gibt es heute Abend etwas zu essen? Kann ich sexueller Gewalt entkommen? Mein Vater ist zum ersten Mal in seinem Leben zum Zahnarzt gegangen, als ich 14 Jahre alt war, weil der Staat eine Beihilfe geschaffen hatte. Es gab Tage in meiner Kindheit, da hat meine Mutter gesagt: "Heute gibt es zum Essen nur Milch." Ich gehe wählen, damit die körperliche Not und Gewalt aufhört. Das Wahlrecht ist für mich dabei ein politisches Instrument unter vielen. ... Die unangenehme Wahrheit lautet: Als Simone de Beauvoir den Kampf für die Frauen aufnahm, hat das eine große Mehrheit der Frauen nicht interessiert. Heute sehen viele die strukturelle Gewalt nicht, die noch meine Mutter dazu gebracht hat, mit 15 Jahren von der Schule abzugehen, angeblich weil sie es aus freien Stücken so wollte. Diese Gewalt ist unsichtbar, sie tritt als Normalität auf, deshalb kämpfen die Leute nicht. ... Die junge Generation lebt mit einem alles beherrschenden Gefühl der Ohnmacht. Sie hat in den letzten Jahren jeden Kampf verloren, ob in den sozialen Bewegungen wie Nuit debout und Occupy oder im Kampf gegen den alltäglichen Rassismus. Immer wieder erzählen mir Studenten von ihrer Traurigkeit darüber, dass sich ohnehin nichts ändert. Diese Generation verabscheut die Politik.

...

Quote
Blues Man, #11

Wie sehr doch die Sichtweise eines jungen linken Islamophobie beklagenden Schriftstellers und die einer tunesischstämmigen, französischen Busfahrerin, Mitglied der kommunistischen Gewerkschaft, auseinanderklaffen können, zeigt diese ARTE-Doku auf. Ab 27:35 min oder 28:35 min bis ca. 33:00 min.

"Endstation Bataclan - Vom Busfahrer zum Attentäter - Arte Doku - (Deutsch, Dokumentation)"
https://www.youtube.com/watch?v=zJ5lCr27niw&app=desktop


...


Aus: "Édouard Louis: Wenn die Eltern Le Pen wählen" Interview: Elisabeth von Thadden (9. März 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/2017/09/edouard-louis-frankreich-linke-front-national-marine-le-pen/komplettansicht

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« Reply #619 on: March 18, 2017, 10:27:58 AM »

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[...] Siemens hält seit 2014 eine Zeitgeschichte des großen Korruptionsskandals unter Verschluss, die der Konzern selbst bei zwei unabhängigen Historikern in Auftrag gegeben hat. Damit hatte die Firma ursprünglich ein Zeichen für mehr Transparenz setzen wollen.

"Siemens hat ohne Angabe von Gründen die geplante und uns verbindlich zugesagte Buchpublikation der Untersuchungsergebnisse auf unbestimmte Zeit zurückgestellt", hieß es dazu auf Anfrage von den Autoren des 800-Seiten-Werks, Hartmut Berghoff und Cornelia Rauh. Der Konzern ging noch einen Schritt weiter und bestätigte, eine Veröffentlichung sei nicht mehr geplant.

Der renommierte Göttinger Historiker Berghoff hatte den Auftrag für die Untersuchung im Jahr 2011 von Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme bekommen. Gemeinsam mit seiner Hannoveraner Kollegin Rauh sollte er die Geschichte des Konzerns in der Zeit des Korruptionsskandals nachzeichnen, der 2006 aufgeflogen war. Die Historiker hatten dazu auch vertrauliche Vorstands- und Aufsichtsratsprotokolle einsehen dürfen. Konzern und Historiker konnten danach aber keine Einigkeit darüber erzielen, ob und wie aus diesen Protokollen in dem öffentlich angekündigten Buch zitiert werden kann. Darüber hinaus gibt es Stimmen, die der heutigen Siemens-Spitze unter Joe Kaeser kein Interesse mehr an einer neuerlichen Aufarbeitung des Skandals nachsagen.

Zwar zieht die Studie ein positives Urteil über Kaeser. Gegen den heutigen Konzernchef, der in den Jahren 2001 bis 2004 in der korruptionsanfälligen Mobilfunksparte als Finanzvorstand tätig war, wurde auch nie ermittelt; Hinweise, er habe von Bestechungen gewusst, wies er stets zurück. Die Studie kommt allerdings zu dem Schluss, dass sich nach der milliardenschweren Einigung des Konzerns mit den Strafverfolgungsbehörden "ein Schleier über tausende Vorwürfe gelegt" habe, die nicht weiter aufgeklärt worden seien.

Quote
Nordstadtbewohner gestern, 18:27 Uhr
... Kein Unternehmen ist gezwungen, interne Untersuchungen zu veröffentlichen. Das hat auch seinen Grund. Eine Veröffentlichung gäbe Unternehmensinterna preis, die von der Konkurrenz und Meinungshabern missbraucht werden würde. Siemens tut gut daran, Untersuchungsergebnisse nur den Eigentümern zukommen zu lassen.


Quote
whizzzler gestern, 18:32 Uhr
Alles gut. Es gibt hier nichts zu sehen bitte gehen sie weiter.


Quote
gomo heute, 08:14 Uhr
Wenn Sie mal richtig googlen nach Siemens und Schmiergeldskandal, können Sie herausfinden, dass in den letzten Jahren viele Strafverfahren gg Siemens Vorstände und Mitarbeiter wegen dieses Skandals angeklagt und auch verurteilt worden sind. Fast alle Vorstände mussten das Unternehmen verlassen. Der ehemalige Finanzvorstand nahm sich nach seinem Prozess tragischerweise das Leben. ...


...


Aus: "Siemens hält Schmiergeldstudie unter Verschluss" (17.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-haelt-schmiergeld-studie-unter-verschluss-a-1139211.html

« Last Edit: March 18, 2017, 10:32:56 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #620 on: March 20, 2017, 12:40:24 PM »

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[...] Hamburg taz Lug und Betrug – Rechtsanwalt Reiner Fuell­mich ist nicht zimperlich mit seinen Anschuldigungen gegen die Deutsche Bank. Er hat sie in mehreren Gerichtsverfahren erhoben. In einem Aufsatz, den er zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Michael Bohndorf verfasst hat und der in der Fachzeitschrift für Wirtschafts- und Verbraucherrecht VuR erscheinen soll, macht er der Großbank neue Vorwürfe.
Sie soll den tatsächlichen Zeitpunkt des Vertragsschlusses in Abertausenden Fällen manipuliert haben. In mindestens 4.000 Fällen, so Fuellmich, wären die Darlehensverträge daher nichtig. Die Bank müsste eigentlich Rückzahlungen an die Darlehensnehmer von rund 100.000 Euro pro Person leisten. ... Für Fachanwalt Fuellmich, seit Langem auf der Spur der Deutschen Bank, kein Grund zur Aufgabe. Für ihn erklären sich die Erfolge der Banken vor Gericht aus falschen Angaben, die sie gemacht hätten. Er wirft nun der Deutschen Bank „massenhaften – aktuell in Hunderten von Rechtsstreiten begangenen – Prozessbetrug“ vor. Die Deutsche Bank habe „systematisch die Gerichte über die Art und Weise und den Zeitpunkt des Vertragsschlusses belogen“. Diese Praxis setze sie fort.
Deutschlands größte Bank reagiert gewohnt wortkarg. Ein Sprecher weist die Vorwürfe als „unbegründet“ zurück. Die von Fuellmich genannte Zahl von 4.000 Fällen „entbehrt jeglicher Grundlage“. Ins Feld führt Fuellmich mehrere Verfahren vor Oberlandesgerichten. Jetzt könne es wie in den USA, wo die Deutsche Bank etwa 4 Milliarden Euro an Opfer von „Schrottimmobilien“ zahlen müsse, auch in Deutschland „zum Eklat“ kommen. Das OLG Oldenburg habe eine Beweisaufnahme wegen Falschaussage angeordnet, in anderen Gerichten liefen sie bereits. Mit Ergebnissen, heißt es am Oldenburger Gericht, sei sicherlich nicht vor der Sommerpause zu rechnen.


Aus: "Neue Vorwürfe gegen Deutsche Bank" Hermannus Pfeiffer (15.3.2017)
Quelle: https://www.taz.de/Streit-um-Schrottimmobilien/!5392938/

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Quote
[...] Die Deutsche Bank will mit frischem Geld Lücken stopfen, die durch die unzähligen Rechtsstreitigkeiten entstanden sind. Sie beschloss eine massive Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro. ... Allein im vergangenen Jahr hatte die Bank wegen ihrer Verstrickungen einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro verbucht, im Jahr zuvor waren es 6,7 Milliarden. ...  Die Bank beschäftigt ganze Abteilungen, die sich mit den Tausenden von Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Die kostet Unsummen und führte das Institut soweit in die Krise, dass Anfang vergangenen Jahres sogar über seine Solvenz spekuliert wurde. Auch gab es Sondierungsgespräche über eine Notfusion mit der Commerzbank, die aber ins Nichts führten.

An den Finanzmärkten wird der neueste Coup der Deutschen Bank positiv bewertet. Dort hofft man, dass mit dem Befreiungsschlag endlich reiner Tisch gemacht wird und somit die Plattform für einen Neunanfang entsteht.

Die Aktionäre allerdings dürften wenig begeistert sein. Der Aktienkurs, der erst vor wenigen Monaten bis rund zehn Euro abstürzte und sich wieder etwas berappelt hat, wird durch die Kapitalerhöhung nun weiter verwässert.


Aus: "Befreiungsschlag aus der Krise?" (05.03.2017)
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutschebank-215.html

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Quote
[...] Der Chef der Deutschen Bank gehört nicht mehr zu den Spitzenverdienern unter den Vorstandsvorsitzenden der börsennotierten deutschen Konzerne. Der gebürtige Brite bekam für das vergangene Jahr „nur“ sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausgezahlt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorging. Wie die übrigen Vorstände der Bank verzichtete er damit auf alle Boni.

Unter den Chefs der Dax-Konzerne verdienten damit bislang nur die Anführer des Versorgers Eon, des Halbleiterherstellers Infineon und der Lufthansa weniger. 26 der 30 in dem Standardwerteindex haben bislang berichtet darüber.

... Cryans Vorgänger an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus, Anshu Jain und Josef Ackermann, hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. Die Zeiten haben sich geändert: Auch wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, beträgt die Gehaltsobergrenze in der Deutschen Bank 9,85 Millionen Euro je Vorstand. Insgesamt kostete der Vorstand die Bank im vergangenen Jahr etwas weniger als 26 Millionen Euro, im Jahr 2015 waren es beinahe 23 Millionen Euro gewesen.

Das neue Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. „Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen“, heißt es im Vergütungsbericht.

Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher. Stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

Indem sie auf ihre Boni verzichtete, reagierten die Deutsche-Bank-Vorstände auf die drastische Kürzung der variablen Vergütungen für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. Die gesamten Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück.

316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756 gewesen. Die beiden Spitzenverdiener lagen laut Vergütungsbericht zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Auch noch nach der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank einigen Investmentbankern teils zweistellige Millionensummen im Jahr gezahlt.

Zum ersten Mal seit Jahren beschäftigt die Deutsche Bank weniger als 100.000 Mitarbeiter, obwohl im Controlling und in Überwachungs-Funktionen neue Stellen geschaffen wurden und ausgelagerte Aufgaben in den Konzern zurückgeholt wurden. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahr 2016 um 1360 auf 99.744. Der größte Teil des Stellenabbaus steht der Deutschen Bank noch bevor. Mit der Wiedereingliederung der Postbank dürfte er nochmals verschärft werden.


Aus: "Deutsche-Bank-Chef verzichtet auf alle Boni" (20.03.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/john-cryan-deutsche-bank-chef-verzichtet-auf-alle-boni-14933642.html
« Last Edit: March 20, 2017, 12:58:59 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #621 on: Today at 08:30:39 AM »

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[...] Die Abgeordneten im rheinland-pfälzischen Landtag erhöhten sich zum Wochenende ihre Diäten bis 2020 um 17,5 Prozent (vgl. Diätenerhöhung im Aufmerksamkeitsschatten der Saarlandwahl). Ein paar Tage veröffentlichte die HKP Group eine Statistik, aus der hervorgeht, dass sich die Manager der 30 deutschen Dax-Konzerne im letzten Jahr um durchschnittlich fast 14 Prozent höhere Einkünfte genehmigen ließen (vgl. Deutsche Spitzenmanager verbuchen fast 14 Prozent Einkommenszuwachs).

Im Vergleich zu den Spitzenfunktionären des Fußball-Weltverbandes Fifa wirken sie aber alle wie Amateure: Dessen Ratsmitglieder wollen sich Medienberichten nach nämlich gleich eine Gehaltssteigerung in Höhe von 50 Prozent genehmigen und zukünftig 450.000 statt 300.000 Dollar im Jahr kassieren.

Die Fifa möchte diese Zahlen aktuell weder bestätigen noch dementieren und verweist auf anstehende Sitzungen ... Im Regelfall werden solche Forderungen heute mit der Behauptung begründet, ein Gremium, eine Person oder eine Lizenz sei das "wert".

Quote
     sadbydefinition, 29.03.2017 00:50

Das ist bestimmt nur, damit die nicht mehr bestechlich sind!  ...



Aus: "Fifa-Funktionäre: Weil sie es (sich) wert sind" Peter Mühlbauer (29. März 2017)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Fifa-Funktionaere-Weil-sie-es-sich-wert-sind-3668349.html
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