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Author Topic: [Depressionen, Essstörungen, Auffälligkeiten...]  (Read 12761 times)

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[Suizid-Rate im Zuge der Finanzkrise...]
« Reply #15 on: July 13, 2011, 11:20:04 AM »

Quote
[...] Um bis zu 17 Prozent sei die Selbstmordrate in den europäischen Staaten zwischen 2007 und 2009 gestiegen, schreiben Forscher im Fachmagazin „The Lancet“.

Die Zahl der Suizide ist im Zuge der Finanzkrise in Europa deutlich gestiegen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie US-amerikanischer und britischer Forscher. David Stuckler von der University of Cambridge (UK), Martin McKee von der London School of Hygiene and Tropical Medicine (UK) und Sanjay Basu von der University of California (USA) berichten in der Fachzeitschrift „The Lancet“, dass die Suizid-Rate in 90 Prozent der untersuchten Nationen während der Finanzkrise gestiegen sei.

...


Aus: "Suizid-Rate im Zuge der Finanzkrise gestiegen" (11.07.2011)
Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/suizid-rate-im-zuge-der-finanzkrise-gestiegen-809193.php

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[Etwa jedes vierte Kind in Deutschland...]
« Reply #16 on: August 16, 2011, 05:15:34 PM »

Quote
[...] Etwa jedes vierte Kind in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten, vor zehn Jahren war es nur jedes fünfte. Das hat eine Studie des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg ergeben. ...


Aus: "Krank und allein" Von Ulrike Meyer-Timpe (16.8.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/05/Psychisch-kranke-Kinder

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[54 Millionen Fehltage...]
« Reply #17 on: April 30, 2012, 09:50:34 AM »

Quote
[...] Frankfurt am Main - Ärzte diagnostizieren bei Krankmeldungen immer häufiger psychische Probleme. Einem Langzeitvergleich zufolge ist die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen drastisch gestiegen. Dem Bundesarbeitsministerium zufolge waren es 2001 deutschlandweit noch 33,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Im Jahr 2010 wurden bereits 53,5 Millionen Fehltage wegen psychischer Erkrankungen gemeldet, berichtete die "Frankfurter Rundschau" (FR).

Der Anteil solcher Fälle an allen Arbeitsunfähigkeitstagen kletterte demnach von 6,6 auf 13,1 Prozent. Die Zahlen gehen aus einer Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion an das Arbeitsministerium hervor. Als Gründe für die Häufung der Fälle werden steigende Anforderungen, erhöhte Eigenverantwortung, höhere Flexibilitäts-Anforderungen und nicht-kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse genannt.

Viele Leiharbeiter arbeiteten unter Rahmenbedingungen, "die die Gesundheit negativ beeinflussen können", hieß es. Besonders gefährdet sind demnach Frauen: 2010 gingen rund 39.000 weibliche Beschäftigte aufgrund psychischer Erkrankungen in die Erwerbsminderungsrente. Dies entspreche fast einer Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2000. In vielen Krankheitsfällen komme zur Unzufriedenheit im Beruf auch ein schlechterer Zugang zu Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

Trotz des Anstiegs sehe die Bundesregierung aber keinen Bedarf für neue Gesetze gegen Stress, berichtete die "FR". Zunächst müssten der Wissens- und Kenntnisstand verbessert werden. Erst dann könne entschieden werden, ob man konkrete Schutzmaßnahmen vorschreiben müsse, zitierte die Zeitung aus der Antwort auf die Anfrage. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann forderte eine Eindämmung von Leiharbeit und befristeten Verträgen sowie eine Anti-Stress-Verordnung.

Auch Zahlen von Krankenkassen zeigen, dass Erkrankungen wie Depressionen und Burnout ein volkswirtschaftliches Problem sind. Laut einem im Juli 2011 erschienenen Report der Barmer GEK kommen immer mehr Menschen wegen psychischer Störungen ins Krankenhaus. Die Zahl der Betroffenen hat demnach in den vergangenen 20 Jahren um 129 Prozent zugenommen. Laut Barmer GEK waren 1990 rund 3,7 von 1000 Versicherten betroffen, 2010 waren es bereits 8,5.

mmq/dpa/dapd


Aus: "Psychische Erkrankungen verursachen 54 Millionen Fehltage" (30.04.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,830519,00.html

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[Die Zahl sei in den vergangenen acht Jahren...]
« Reply #18 on: July 10, 2012, 03:40:47 PM »

Quote
[...] Berlin - Erschöpfung, Depressionen, Schlafstörungen - immer mehr Mütter in Deutschland sind psychisch krank. Die Zahl sei in den vergangenen acht Jahren um rund ein Drittel gestiegen, sagte die Kuratoriumsvorsitzende des Müttergenesungswerks, Marlene Rupprecht, am Dienstag in Berlin. Vor allem wachsender Zeitdruck, die Doppelbelastung in Beruf und Familie und mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit mache den Frauen zu schaffen. "Sie müssen die Managerinnen für alles sein und sollen dabei auch noch guter Laune sein", so Rupprecht. "Das ist kaum machbar."

Zugleich bewilligen die Krankenkassen aber immer weniger Mutter-Kind-Kuren. Im vergangenen Jahr wurden demnach 39.000 Frauen und 56.000 Kinder in den Kliniken des Müttergenesungswerks behandelt. Das sind 8000 Patientinnen weniger als noch 2008. "2,1 Millionen Mütter sind kurbedürftig", konstatierte Rupprecht. Längst nicht alle wissen allerdings um die Hilfsangebote: "Viele Frauen kommen leider gar nicht auf die Idee, eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen", sagte eine Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt zu SPIEGEL ONLINE. Auch die Angst vor Stigmatisierung oder die Furcht, zu lange am Arbeitsplatz auszufallen, dürfte bei der Entscheidung für oder gegen einen Kurantrag eine wichtige Rolle spielen.

... "Wenn es der Mutter schlecht geht, geht es auch dem Kind nicht gut", erklärt Rupprecht. Bereits Kinder im Grundschulalter übernähmen dann die Rollen von Erwachsenen und versuchten, der Mutter Last abzunehmen. "Die Kinder sind dann nicht rebellisch oder aggressiv, sondern extrem erwachsen für ihr Alter. Das ist eine Überforderung."

Belastungssyndrome beobachtet Rupprecht bei Müttern in allen Einkommensschichten. Bei den Patienten des Müttergenesungswerks habe es eine Verschiebung von den unteren Einkommen hin zu höheren gegeben.

...

Quote
Yestoertchen heute, 15:21 Uhr
Freuen wir uns bereits jetzt auf eine vollkommen am Thema vorbeigehende Diskussion über die Vorzüge traditioneller Rollenverteilung, Betreuungsgeld und KiTa-Plätze. Meine Damen und Herren halten Sie das Popcorn bereit!

http://forum.spiegel.de/f22/ueberfordert-zahl-psychisch-kranker-muetter-steigt-65552.html#post10527608



Aus: "Zahl psychisch kranker Mütter steigt" (10.07.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/psychische-erkrankungen-bei-muettern-nehmen-zu-a-843614.html

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[Statistisch betrachtet hat sich der Medikamentenkonsum...]
« Reply #19 on: November 28, 2012, 04:08:46 PM »

Quote
[...] Statistisch betrachtet hat sich der Medikamentenkonsum unter Studenten innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt. Vor allem Stimmungsaufheller werden verschrieben.

Studenten in Deutschland nehmen einer Studie zufolge deutlich mehr Psychopharmaka zu sich als noch vor wenigen Jahren. Im Jahr 2010 erhielt ein Student statistisch betrachtet 13,5 Tagesdosen und damit 55 Prozent mehr als 2006 (8,7 Tagesdosen), teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit.

Der Verbrauch unter Hochschülern stieg damit stärker als unter gleichaltrigen Berufstätigen. In dieser Gruppe erhöhte sich die Quote von 7,1 Dosen im Jahr 2006 auf 9,9 Dosen 2010. Das entspricht einem Plus von 39 Prozent.

Die Studie der Techniker Krankenkasse hat die gesundheitliche Situation von Studenten und jungen Berufstätigen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren untersucht. In dieser Altersklasse stiegen zwischen 2006 und 2010 vor allem die Verordnungsraten von Antidepressiva um mehr als 40 Prozent, ergab die Studie.

Eine Analyse der Daten zeige, dass jedem fünften Studenten oder jungem Berufstätigen mindestens einmal pro Jahr eine psychische Diagnose gestellt werde, teilte die TK mit. Frauen seien mit 30 Prozent viel stärker betroffen gewesen als Männer mit 13 Prozent.

Gründe für den gestiegenen Psychopharmaka-Konsum nannte die TK nicht. Sie verwies auf eine Umfrage aus Nordrhein-Westfalen, wonach sich viele Studenten heutzutage häufig oder ständig gestresst fühlten. Als Hauptursachen seien dabei Prüfungsdruck, Zeitnot und finanzielle Sorgen genannt worden.


Aus: "Studenten nehmen deutlich mehr Psychopharmaka" (28.11.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/studium/2012-11/studenten-medikamente-studie-deutschland

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[Depressionen, Essstörungen, Auffälligkeiten...]
« Reply #20 on: August 14, 2013, 09:39:54 AM »

Quote
[...]  Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) wird sie in nur zehn Jahren die zweithäufigste Volkskrankheit sein. In
Deutschland sind derzeit 5,8 Millionen Menschen betroffen. Das sind sechs Prozent
der Bevölkerung, die stationär behandelt werden müssen. Ihre Zahl hat sich in den
letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Als Gründe für die Zunahme werden
wachsende berufliche Leistungs- und Flexibilitätsanforderungen sowie
unterbrochene Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitslosigkeit genannt.

Ob Führungskraft oder Geringverdiener, selbst ernannte Leistungselite oder
sogenanntes „Prekariat“, ob Workaholic oder erwerbslos – die Depression
mäandert durch alle Altersgruppen, Bildungsschichten und Gehaltsklassen.
Für die Pharma- und Wellnessindustrie, für Psychotherapeuten, Ratgeberschreiber
oder andere Experten für die Seele ist das gewiss ein lukratives Geschäft. Doch
allmählich wird es zu teuer, wie den Klagen von Unternehmen wegen Arbeitsausfällen
oder den periodisch erscheinenden Krankenkassenberichten zu entnehmen ist. Die
soziale Frage wird dabei weitgehend vermieden. Wer aber die falschen Fragen stellt,
bekommt – wenn nicht gerade falsche – so doch unzulängliche Antworten.

Sind die psychischen Symptome der klinisch Behandlungsbedürftigen das Resultat
ihrer individuellen Lebenssituation? Handelt es sich bei den Betroffenen nur um
bedauerliche Einzelfälle? Oder geben die Erkrankungen Auskunft über den Zustand
der Gesellschaft? Vieles deutet darauf hin, in der Depression, insbesondere der
Erschöpfungsdepression, dem Burnout-Syndrom, eine psychische Manifestation
unserer pervertierten „Kultur“ zu sehen, die den Wert des Subjektes mehr denn je
ausschließlich an seinem „Marktwert“ misst und als Diktum in Köpfe und Seelen
hämmert, bis sie kollabieren. Die totale Ökonomisierung aller Lebensbereiche zeigt
hier ihre verborgene destruktive Kehrseite: Das „flexible Selbst“ (Richard Sennett)
mutiert zum immer „erschöpfteren Selbst“.

... In den Praxen der Psychotherapeuten kumulieren die negativen Auswüchse
gesellschaftlicher Zustände. Psychologen und Mediziner betreuen immer mehr Patienten, die
krank werden von der Angst, die Jagd zu verlieren, von Stress, Selbstbestimmungsverlust,
Sinn- und Hoffnungslosigkeit. So gehört Stress zu den Hauptursachen für die vorzeitige
Verrentung. Laut einem Bericht der Welt am Sonntag, der sich auf eine Studie der
Rentenversicherung bezieht, sind vier von zehn Beschäftigten, die vorzeitig aus dem
Erwerbsleben ausscheiden, psychisch krank, leiden unter Angstzuständen und Depressionen.

... Die Not des Einfach-nicht-mehr-Könnens mündet für das Individuum in Selbstvorwürfe,
Versagensängste und in eine destruktive Auseinandersetzung mit sich selbst. Der Depressive
wird zum seelischen Krüppel, zum „Invaliden“ dieser verinnerlichten Kriegführung. ...


Aus: "Rohstoff Angst – Kapitalismus und Depression" CORNELIA BEUEL (15. Juli 2013)
Quelle: http://www.hintergrund.de/201307152697/feuilleton/zeitfragen/rohstoff-angst-kapitalismus-und-depression.html

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[Die Studie ergab ferner...]
« Reply #21 on: October 31, 2013, 10:43:21 PM »

Quote
[...] Hartz-IV-Empfänger leiden nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern besonders häufig unter psychischen Erkrankungen. Bei mehr als einem Drittel von ihnen wurde innerhalb eines Jahres mindestens eine psychische Beeinträchtigung festgestellt. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und der Universität Halle-Wittenberg hervor.

Viele Arbeitslose litten unter affektiven und neurotischen Störungen, Depressionen sowie seelisch bedingten körperlichen Leiden. Die Forscher berufen sich unter anderem auf Krankenkassendaten. Arbeitsvermittler in Jobcentern hätten den Anteil der psychisch kranken Hartz-IV-Betroffenen in Interviews auf 5 bis 40 Prozent geschätzt. Fallmanager der Behörde gehen sogar bei der Hälfte bis zu zwei Dritteln aller Hartz-IV-Empfänger von Problemen aus.

Die Studie ergab ferner, dass sich viele Mitarbeiter in Jobcentern im Umgang mit psychisch kranken Arbeitslosen überfordert fühlten. So falle es vielen schwer, überhaupt zu erkennen, ob jemand eine psychische Störung habe, berichten die Forscher. Dadurch komme es immer wieder zu Missverständnissen, da Jobvermittler die bei manchen Erkrankungen auftretende Symptome wie Antriebsmangel unter Umständen als geringes Interesse an einem Job interpretierten.

In den Augen mancher Jobcenter-Mitarbeiter erlaubten schon die Rahmenbedingungen nicht, dass sie sich angemessen um diese Gruppe kümmern könnten. So fehle es den Vermittlern wegen der Vielzahl der zu betreuenden Arbeitslosen an Zeit, auf psychisch Kranke einzugehen.

Fort- und Weiterbildungskurse, mit denen die Betroffenen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden sollen, seien außerdem oft zu kurz.
„Zurückgegriffen wird oft mangels Alternativen auf Standardmaßnahmen der allgemeinen Förderung, die nur bedingt eine individuelle Ausrichtung ermöglichen“, kritisieren die Autoren der Studie.

Die Wissenschaftler fordern daher dringend eine Fortbildung von Jobvermittlern. Es müsse vermieden werden, dass „die Fallbearbeitung in den Jobcentern bestehende Probleme verschlimmert, was durch inadäquate Ansprache, falsche Maßnahmezuweisung oder gar Sanktionen wegen fehlender Mitwirkung (...) der Fall sein kann“, warnen sie.

...


Aus: "Studie zeigt: Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist psychisch krank" (31.10.2013)
Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/arbeitslosigkeit/alarmierende-zahlen-studie-zeigt-jeder-dritte-hartz-iv-empfaenger-ist-psychisch-krank_aid_1145393.html

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...
« Reply #22 on: November 21, 2013, 11:17:18 AM »

Quote
[...] Der Blick auf eine aktuelle OECD-Studie zeigt, dass ungeachtet der kritischen Debatten Ärzte in reichen Ländern Antidepressiva offenbar immer häufiger verschreiben. Der Trend ist eindeutig: Laut dem neuen OECD-Report "Health at a Glance 2013" ("Gesundheit auf einem Blick"), der am Donnerstag in London veröffentlicht wird, ist der Gebrauch von Antidepressiva in den meisten OECD-Ländern in den vergangenen zehn Jahren dramatisch angestiegen. In manchen Ländern, so der Bericht, werde inzwischen mehr als einem von zehn Erwachsenen ein Antidepressivum verschrieben.

Island, Australien und Kanada führen die Tabelle an. So wurden 2011 in Island etwa hundert Dosen je 1000 Einwohner pro Tag verschrieben. 2000 waren es dagegen nur etwa 70. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Verschreibungen deutlich erhöht: von knapp über 20 Tagesdosen je 1000 Einwohner im Jahr 2000 auf 50 Tagesdosen je 1000 Einwohner in 2011. Damit liegt Deutschland aber unter dem OECD-Durchschnitt, der 2011 56 Tagesdosen pro 1000 Einwohner betrug.

... Laut OECD-Report könnte auch die Finanzkrise einen Einfluss auf den steigenden Gebrauch von Antidepressiva haben. Hinweise darauf geben Studien, wie etwa jene von chinesischen Forschern, die vor kurzem die Daten zu Suizidraten aus 54 Ländern ausgewertet hatten: Demnach gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Suizidraten und dem Ausmaß der Arbeitslosigkeit in den jeweiligen Ländern. Zudem sind laut OECD-Report die Verschreibungsraten von Antidepressiva in Ländern wie Spanien und Portugal, die schwer von der Wirtschaftskrise getroffen wurden, in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen.

Eine alleinige Erklärung für den Trend ist die Finanzkrise jedoch nicht: So ist der Gebrauch von Antidepressiva in Deutschland, das weniger stark davon betroffen war, zwischen 2007 und 2011 viel drastischer gestiegen - um 46 Prozent.

cib

Quote
Heute 01:33 von
insert Randomname here
Antidepressiva und Ritalin...

    ...bitte in den Warenkorb. Damit sie auch Morgen noch bei ihrem Arbeitgeber(in)/Ehegatten(in)/Kindern (in?) und lauter positiven Zukunftsperspektiven ihre Pflicht erfüllen können. Wir leben ja in einer Leistungsgesellschaft. Willkommen im 21. Jahrhundert. /Ironie off

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-2.html#post14274616

Quote
Heute 02:26 von
Stega
Erwartungshaltung

    Es hat sich aber auch die Erwartungshaltung geändert. Das Leben wird jetzt wie ein organisatorischer Vorgang betrachtet, wie ein Geschäft. Wenn's dann nicht nach Plan läuft, sollen die Techniker kommen und die Defekte reparieren. Schließlich hat man ja einen Anspruch auf "Positivität".

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-2.html#post14274646

Quote
Heute 06:55 von
unsichtbarereinzelfall
Antidepressiva werden uns nicht retten!

    Als Betroffene, seit 3 Jahren auf der Suche nach adäquater Hilfe, lehne ich Psychopharmaka strikt ab.

    Aus der Selbstständigkeit in die Realität von ALG 2, Diskriminierung und sozialer Abstieg.
    Nicht ein Hilfeangebot, gerade Depressive stehen unter dem Verdacht der "Drückebergerei".

    Eine Zunahme der Obdachlosigkeit um 10 % in einem Jahr (mit einem hohen Anteil von psychisch Kranken unter den Betroffenen), jeder dritte ALG 2 Empfänger psychisch krank.

    Ich sehe amerikanische Verhältnisse auf uns zu kommen, wo psychisch Kranke, ohne Hilfe, ein elendes Leben auf der Straße führen.

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-4.html#post14274815

Quote
Heute 07:03 von
saaman
Weitere Gründe

    Menschen vertragen im Leben ihren Aufstieg, aber nicht ihren Abstieg. Geld bzw. Reichtum macht nicht glücklich, es macht die Seele oberflächlich und schläfrig. Und wenn dann ein Zustand eintritt, der die Seele wieder zum Leben erweckt, meldet sie sich schmerzhaft zurück. In der modernen Gesellschaft wird die Natürlichkeit des Lebens mit Medikamentation ausgehebelt. Mit Medikamenten lässt sich mehr verdienen als mit seelischer Betreuung durch Aufarbeitung der Lebenssituation.

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-4.html#post14274828

Quote
Heute 08:30 von
atticus_finch
Depression

    Antidepressiva, wie z.B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer werden nicht nur bei Depressionen verschrieben, sondern auch bei Angststörungen und Zwangsstörungen. Dies sollte im Artikel berücksichtigt werden.

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-6.html#post14275105

Quote
Heute 08:45 von
christophe_le_corsaire
Eine Gesellschaft,

    die ihre Bevölkerung zugunsten einiger weniger auspresst, auslutscht und anschließend entsorgt, produziert einfach viel seelische Kolateralschäden. Entschleunigung wäre die Lösung, nicht Medikamente.

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-7.html#post14275180

Quote
Heute 08:47 von
falcon33
wieder so ein halbrecherchierter Bericht

    Mittlerweile ist diese Stimmungsmache gegen psychisch kranke Menschen ekelhaft!
    1. rund 15.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr das Leben (zum Vergleich: es gibt rund 5000 Verkehrstote) die Dunkelziffer ist sicher noch viel höher.
    2. Die Zahlen nehmen zum Glück leicht ab, das hat mit der höheren Sensibilität und den besseren Behandlungsmöglichkeiten zu tun.
    3. Medikamente sollten nur in Verbindung mit einer Therapie verschrieben werden. Die Realität ist aber, dass man zB. in Berlin rund 3 Monate auf einen Therapietermin warten muss und viele Hausärzte nicht ausreichend geschult sind. Im Ernstfall (suizidale Krise) ist der Patient in dieser Zeit schon tot.
    3. Auf eine Therapieplatz in einer Klinik wartet man in Berlin rund 9 Wochen.
    4. Sicher können äußere Umstände den Krankheitsverlauf beeinflussen, aber wenn man schwer depressiv ist, ist einem die Umwelt scheissegal, Krise hin oder her. Ich habe in der Klinik Menschen getroffen, denen es scheinbar im Leben an nichts fehlte und die trotzdem mehrere Suizidversuche hintersich hatten.
    4. In der ach so behüteten DDR waren die Zahlen ungefähr doppelt so hoch und wurden von den Genossen sogar unter Verschluss gehalten.
    Depression ist eine Erkrankung des Gehirns und der Betroffene hat selber kaum Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Es sei denn, er holt sich professionelle Hilfe.
    Wenn es unmöglich erscheint, morgens aufzustehen und sich die Zähne zu putzen, sind so Ratschläge, wie geh doch mal joggen oder reiss dich mal zusammen, absolut kontraproduktiv. Sie bewirken nur, dass der Patient sich noch mehr in sich zurückzieht und im schlimmsten Fall "völlig unerwartet" in der Garage hängt.

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-7.html#post14275193

Quote
Heute 09:00 von
falcon33
Suizidhäufigkeit nach Ländern

    http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_Ländern
    hier für alle die glauben, dass die wirtschaftliche Situation einen Einfluss auf die Suizidrate hat...
    Es gab in der vergangenheit allein in Deutschland Zeiten, wo man annehmen müsste, dass die Menschen "allen Grund" gehabt hätten, sich zu töten. Ende 2. Weltkrieg, Konzentrationslager, Massenvergewaltigungen etc. aber erstaunlicherweise sind die Zahlen in diesen Zeiten nicht signifikant angestiegen.
    Bei aller Küchentischwissenschaft: die Ursachen sind bis heute nur in Ansätzen erforscht. Es ist offensichtlich immer eine bestimmte Mischung aus verschiedenen Faktoren. Aber keiner weiss bis heute, warum in einer vergleichbaren Lebenssituation der Eine sich tötet und der Andere damit umgehen kann und nicht depressiv wird (traumatischer Verlust eines Angehörigen zB. oder Insolvenz des eigenen Unternehmens).

http://forum.spiegel.de/f22/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-schlucken-immer-mehr-antidepressiva-106536-7.html#post14275295


Aus: "OECD-Studie: Menschen reicher Länder nehmen immer mehr Antidepressiva" (21.11.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/oecd-studie-menschen-aus-reichen-laendern-nehmen-mehr-antidepressiva-a-934761.html

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[Eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer...]
« Reply #23 on: January 28, 2014, 04:18:25 PM »

Quote
[...] Bei fast jedem zweiten Frührentner sind psychische Erkrankungen die Ursache für die Pensionierung, besagt eine neue Studie [Eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer - Sie hat die Statistiken der Kranken - und Rentenversicherungen zur Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung für das Jahr 2012 ausgewertet]. ... Laut Studie sind psychische Erkrankungen für 42 Prozent aller Frührentner der Grund für die vorzeitige Pensionierung - wobei die Zahlen nicht klar verraten, ob wirklich die Zahl solcher Erkrankungen so stark geklettert ist oder ob es sich teils auch um eine Diagnosewelle handelt. Vor allem die Anzahl der diagnostizierten Depressionen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen hat seit 2001 deutlich zugenommen.

... Zunehmend haben Arbeitnehmer auch Probleme mit Alkohol und anderen Suchtstoffen, wie mehrere Krankenkassen in ihren jüngsten Gesundheitsreports dargestellt hatten.

dpa/vet


Aus: "Stress im Job treibt Arbeitnehmer in die Frührente" (28.01.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/psychostress-im-job-macht-arbeitnehmer-krank-a-945932.html

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[Rund ein Viertel der Bevölkerung...]
« Reply #24 on: August 31, 2015, 12:14:06 PM »

Quote
[...] Angststörung - Zwanghafte Ängste, die immer wieder unkontrolliert auftreten und sich bis zu Panikattacken auswachsen können, nennt man so. Davon sind inzwischen ziemlich viele Menschen betroffen: Rund ein Viertel der Bevölkerung in der industrialisierten und digitalisierten Welt erkrankt einmal im Leben daran, bei Frauen ist es laut einer US-Studie die häufigste psychiatrische Störung (noch vor Depressionen), bei Männern immerhin die zweithäufigste (nach Alkoholmissbrauch).

...


Aus: "Ganz normal gestört" Ina Freudenschuss (30. August 2015)
Quelle: http://derstandard.at/2000021397389/Ganz-normal-gestoert
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[Unter den jährlich...]
« Reply #25 on: September 10, 2015, 10:02:01 AM »

Quote
[...]  Die Selbsttötungsrate bei den über 60-Jährigen steigt nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz weiter besorgniserregend an. Unter den jährlich 10.000 Menschen, die sich das Leben nehmen, gehörten 45 Prozent dieser Altersgruppe an, obwohl sie nur 27 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmache, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Während die Bundesregierung den Ausbau von Hospiz- und Palliativarbeit für sterbende Menschen plane, "ist bei der Suizidprophylaxe im Alter keine Verbesserung in Sicht".

An heutigen Donnerstag ist der Weltsuizidtag. Weltweit nehmen sich jährlich schätzungsweise eine Million Menschen das Leben. In Deutschland versuchen 100.000 Menschen, sich selbst zu töten. Etwa 10.000 unter ihnen sterben. "Das sind mehr Tote im Jahr als durch Verkehrsunfälle, Mord, Totschlag, illegale Drogen und Aids zusammen", sagte Brysch.

Häufig leiden die Betroffenen Brysch zufolge an Depressionen, die oft nicht erkannt und somit nicht therapiert werden. ...

Quote
    Meinungsaustauscher, 10.09.2015 09:01 Uhr

Da tritt allmählich was zutage ...
Ein solcher Selbstmordkandidat in spe bin ich doch auch! Ich bin 55, Single, schwul, ohne Sexleben, vereinsamt, seit Jahrzehnten depressiv. Welche Therapie sollte das ändern? Beschafft die mir einen hübschen, attraktiven, jungen Partner, der meine unausgelebte Sexualität und private Einsamkeit und Leere ausfüllt? Den gibt es nicht! Es sein denn, ich ließe mich auf sexuelle Korruption ein ... Was bleibt? Arbeit! Und ein paar "trockene" Hobbys als Ersatz ... und irgendwelche "Freizeitaktivitäten" als ewiges Kompensationsmethadonprogramm für die eigentlichen dauerhaft unbefriedigten Bedürfnisse nach Nähe, Zärtlichkeit, Körperlichkeit, Sex. Die will ich nur leider nicht von Gleichaltrigen bedient bekommen - mein Pech!

Depressionen sind ein tabuisiertes Massenphänomen, das nach meiner Behauptung latente 80% der Menschen betrifft. Keiner will natürlich öffentlich depressiv sein, das sind immer nur die anderen, die "Kranken" ... Depression ist aber nach meinem Dafürhalten keine Krankheit, sondern die logische Folge eines dauerhaft unzufriedenen Zustands, das auf die meisten zutreffen dürfte, auch auf die in vorgeblich "glücklichen Beziehungen".

Peu a peu tritt somit ein dunkles Massenphänomen zutage, das es eigentlich schon immer gegeben hat, nur mittlerweile immer mehr an die Oberfläche tritt, weil das Kaschieren auf Dauer zu viel Kraft kosten wird.

Noch gilt aber die Devise: Och, die arme depressive Minderheit ... nur ich gehöre garantiert nicht dazu .........


Quote
    jotka26, 10.09.2015 08:46 Uhr

Ich versteige mich 'mal zu der böswilligen Unterstellung:
Das kann dem Staat doch sehr gelegen kommen!
Die Vereinsamung in den Städten ist auch einer immer weiter voranschreitenden Verarmung geschuldet.
Ein Umstand, der seit Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bekannt ist.
Mit Einführung der Hartz IV-Regelsätze wurde die ohnehin schon beachtlich hohe Selbstmordrate noch einmal gesteigert.
Mittlerweile ist die Suizidrate unter der "jüngeren Bevölkerung" ebenso rasant gestiegen.
Die Stigmatisierung Depressiver ist leider immer noch sehr verbreitet und so trauen sie Betroffene leider kaum aus ihrer Schattenwelt.
Das Ansinnen den Aufbau mobiler psychotherapeutischer und neurologischer Teams in den Städten mag sinnvoll erscheinen.
In den ländlicheren Gegenden könnte es für die Betroffenen eher zum Spießrutenlaufen werden.



Aus: "Weltsuizidtag: Hohe Selbstmordrate bei über 60-Jährigen in Deutschland" (10.09.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/weltsuizidtag-hohe-selbstmordrate-bei-ueber-60-jaehrigen-in-deutschland/12301528.html
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[Auffälligkeiten...]
« Reply #26 on: October 13, 2016, 09:55:37 AM »

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[...] In den vergangenen 15 Jahren sind Fehlzeiten im Büro wegen psychischer Erkrankungen um 90 Prozent angestiegen. Alle übrigen Beschwerden sind in ihrer Häufigkeit konstant geblieben. Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich gestresst, findet ihr Leben anstrengender als vor drei Jahren. Fast die Hälfte fühlt sich „abgearbeitet und verbraucht“. Hauptgrund ist der Job. All das sind Ergebnisse der Stressstudie 2016, die am Mittwoch von der Techniker-Krankenkasse vorgestellt wurde.

Was die Befragten während der Arbeit vor allem belastet, sind ein zu hohes Pensum (64 Prozent), der Termindruck (59 Prozent), Unterbrechungen (52 Prozent) und die Menge an E-Mails (39 Prozent). Obwohl die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in den letzten Jahrzehnten in Deutschland gesunken ist und die Technik das Leben vereinfacht, haben die Menschen laut TK-Chef Jens Baas „das Gefühl, dass sich die Welt immer schneller dreht.“

Weitere Stressfaktoren sind laut der Studie hohe Ansprüche an sich selbst (43 Prozent), zu viele Termine in der Freizeit (33 Prozent) und die Erwartung von ständiger Erreichbarkeit (34 Prozent). Dies sei bei drei von zehn Beschäftigten der Fall. Sie klagen besonders über Stress und haben Probleme damit, abends und am Wochenende abzuschalten. Als Ursachen für die veränderte Arbeitswelt nannte Baas neben der Digitalisierung „den Anspruch der Kunden, rund um die Uhr alles erledigen zu können.“

Damit sich der Trend von zunehmendem Stress nicht weiter fortsetzt, fordert Baas eine neue Unternehmenskultur. Die Betriebe müssten die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben wieder mehr respektieren, die Vereinbarkeit von Karriere und Familie erleichtern – und die Mitarbeiter mehr wertschätzen. Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich derzeit nicht genügend anerkannt. Dabei würden Mitarbeiter, die gerne zu Arbeit gingen, Stress eher als Ansporn und weniger als Belastung empfinden. Wollen die Betriebe also keine erschöpften und unmotivierte Mitarbeiter haben, müssen sie umdenken. „Staatliche Regulierungen“ lehnt Baas hingegen ab. Seit einigen Jahren steht zum Beispiel eine Anti-Stress-Verordnung zur Debatte.

Generell haben sieben von zehn Befragten Spaß an ihrer Arbeit. Von den überarbeiteten Befragten sagt das nur ein Drittel. Sie haben oft Verspannungen, fühlen sich ausgebrannt, schlafen schlecht und sind gereizt. Knapp ein Viertel sieht den Job nur als Broterwerb an. Für fünf Prozent ist der Beruf reiner Frust. Einen Ausgleich finden viele in einem Hobby (71 Prozent), im Faulenzen (68 Prozent) und in ihrem sozialen Umfeld (67 Prozent). Außerdem versucht fast die Hälfte, in seiner freien Zeit möglichst viel offline zu sein. Das Handy mit all seinem Ablenkungspotenzial ganz bewusst weg zu legen.


Aus: "Job und eigene Ansprüche sorgen für Stress" Marie Rövekamp (13.10.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/arbeitswelt-job-und-eigene-ansprueche-sorgen-fuer-stress/14677634.html

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[...] So viel Stress war nie. Kaum hat man die traurigen Nachrichten von den gestressten Studierenden vom Dienstag verdaut, kam am Mittwoch die nächste Studie heraus, diesmal zum allgemeinen Stresspegel im Land. Betrübliches Fazit: 61 Prozent der Über-18-Jährigen hecheln ihrem Leben hinterher: zuvorderst den Ansprüchen, die ihre Jobs stellen. Aber dann folgen bereits die Ansprüche, die sie an sich selbst stellen, und der Terminstress in der Freizeit. Es ist die „schneller werdende“ Welt, die viele ihrer Bewohner in den verschiedenen Bereichen überfordert.

Aber sie sind nicht nur Opfer einer Entwicklung, sie sind auch deren Aktivisten. Sie sind Teil des smarten Universums, das vor allem aus Kommunikationserweiterung und -beschleunigung besteht, an der so viele gern und dauernd mitarbeiten. Und da lässt sich einhaken: Wenn man an seinem Job, also dem Leistungsdruck von außen, nichts oder nur wenig ändern kann, warum den dann noch ins Private importieren? Was einen im Privaten stresst, kann man ändern. Zu viele Termine in der Freizeit: absagen! Die Ansprüche an sich selbst sind zu hoch: runter damit. Wenigstens den Versuch sollte jeder sich wert sein.

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A.v.Lepsius 12.10.2016, 18:42 Uhr

Ständiges Erreichbar sein, das Warten, ob eine Nachricht eingeht, wer was mitzuteilen hat, das "alle drei Minuten auf das Display-gegucke" würde mich auch stressen. ... Das Ergebnis ist definitiv weniger Konzentration, denn wenn die Hälfte der Gedanken bei FB oder sonstwo ist, stehen eben nicht die vollen Ressourcen für andere Arbeiten zur Verfügung. Dieser Aspekt kommt etwas kurz in den Berichten, finde ich.



Aus: "Neue Stressstudien: Jeder muss sich selbst entlasten" Ariane Bemmer (12.10.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/neue-stressstudien-jeder-muss-sich-selbst-entlasten/14679320.html

« Last Edit: October 13, 2016, 10:01:45 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Depressionen, Essstörungen, Auffälligkeiten...]
« Reply #27 on: October 20, 2016, 10:21:40 AM »

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[...] Kann man sich eine schwerwiegendere Anklage gegen ein System vorstellen als eine epidemische Ausbreitung psychischer Erkrankungen? Heute leiden Menschen auf der ganzen Welt [http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2014/03/19/ije.dyu038.full] unter Angststörungen, Stress, Depressionen, sozialen Phobien, Essstörungen, dem Zwang, sich selbst zu verletzen und Einsamkeit. Die jüngsten Zahlen über die psychische Gesundheit von Kindern in England geben ein schreckliches Bild ab machen deutlich, dass es sich um eine globale Krise handelt.

Es mag dafür viele Gründe geben, aber mir scheint, dass ein grundelegende Ursache überall dieselbe ist: Menschliche Wesen, diese ultrasozialen Säugetiere, deren Gehirne darauf ausgerichtet sind, auf andere Menschen zu reagieren, werden systematisch auseinandergetrieben. Wirtschaftliche und technologische Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie erzählen uns beständig, dass wir unser Glück im kompetetiven Eigeninteresse finden, und in einem grenzenlosen Individualismus.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Der Konkurrenzdruck im Bildungssystem wird immer härter. Die Jobsuche grenzt oft genug an eine Nahtoderfahrung, bei der immer verzweifeltere Menschen immer weniger Stellen hinterherjagen. Endlose Wettbewerbe und Castingshows im Fernsehen fördern völlig unrealistische Erwartungen, während die realen Möglichkeiten immer weniger werden.

Die wachsende soziale Lücke wird mit Konsum gestopft. Doch er heilt nicht die Krankheit der Isolation, sondern verstärkt den Hang unseren sozialen Status zu vergleichen – bis wir alles andere verschlungen haben und anfangen, uns selbst zu zerfleischen. Die sozialen Medien bringen uns zusammen und treiben uns gleichzeitig auseinander, indem sie uns ermöglichen, unser soziales Ansehen genau zu quantifizieren. Sie zeigen uns, dass andere mehr Freunde und Follower haben als wir.

Wie Rhiannon Lucy Cosslett sehr gut gezeigt hat [https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/sep/08/thinner-retouching-girls-image-manipulation-women], verändern Mädchen und junge Frauen routinemäßig ihre geposteten Fotos, um schlanker zu wirken. Manche Handys machen das mit ihren Beauty-Settings ganz automatisch, ohne ihre Besitzerinnen überhaupt zu fragen. So kann man heute zu seiner eigenen Dünnspiration werden. Willkommen in der nächsten Stufe der Hobb'schen Dystopie: ein Krieg aller gegen sich selbst.

Ist es verwunderlich, dass in diesen einsamen Innenwelten, in denen Berührung durch einen Klick auf die Filterfunktion ersetzt werden, junge Frauen massenhaft an psychischen Störungen leiden? Eine neue Studie in England legt nahe, dass jede vierte Frau zwischen 16 und 24 sich schon einmal selbst verletzt hat und jede achte an posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. 26 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind von Angst, Depression, Phobien oder Zwangsstörungen betroffen. So sieht eine öffentliche Gesundheitskrise aus.

Wenn soziale Brüche nicht mit derselben Ernsthaftigkeit behandelt werden wie gebrochene Gliedmaßen, dann liegt dies daran, dass wir sie nicht sehen können. Die Neurowissenschaften können dies jedoch sehr wohl. Eine Reihe faszinierender wissenschaftlicher Publikationen legt nahe [http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ejsp.837/abstract], dass sozialer Schmerz und körperlicher Schmerz von denselben neuralen Schaltkreisen verarbeitet werden. Das könnte erklären, warum es in vielen Sprachen sehr schwierig ist, den Bruch sozialer Verbindungen zu beschreiben, ohne das Vokabular zu benutzen, das wir auch im Zusammenhang mit physischem Schmerz und Verletzungen verwenden. Sowohl beim Menschen als auch bei anderen Säugetieren reduziert sozialer Kontakt körperlichen Schmerz. Das ist der Grund dafür, warum wir unsere Kinder in den Arm nehmen, wenn sie sich wehgetan haben: Zuneigung ist ein starkes Mittel gegen Schmerzen. Dass Opioide sowohl körperliche Beschwerden als auch Trennungsschmerz lindern, könnte den Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Drogenabhängigkeit erklären.

Das Journal Physiology & Behaviour schreibt über aufschlussreiche Experimente [http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0031938416305583?via=sd]: Stellt man soziale Säugetiere vor die Wahl zwischen körperlichen Schmerzen und sozialer Isolation, entscheiden sie sich für ersteres. Kapuzineraffen, die 22 Stunden lang nichts zu essen bekamen und gleichzeitig in Isolation gehalten wurden, gingen zuerst zu ihren Artgenossen, bevor sie ihren Hunger stillten. Es gibt Hinweise darauf, dass emotional vernachlässigte Kinder schwerwiegendere gesundheitliche Folgen davontragen als Kinder, die emotional vernachlässigt und gleichzeitig misshandelt werden: So grausam das klingt, beinhaltet Gewalt eine abscheuliche Form von Aufmerksamkeit und Kontakt. Oft verletzten sich Menschen selbst, um ihren psychischen Schmerz zu lindern. Es ist ein weiterer Hinweis darauf, dass körperlicher Schmerz leichter zu ertragen ist als emotionaler. Das erkennt man auch am Gefängnissystem: Eine der effektivsten Formen der Folter besteht in der Isolationshaft.

Es ist nicht schwer zu erkennen, worin die evolutionären Gründe für sozialen Schmerz liegen: Die Überlebenschancen sozialer Säugetiere steigen gewaltig, wenn sie enge Verbindungen mit dem Rest ihres Rudels unterhalten. Es sind die isolierten und marginalisierten Tiere, die am leichtesten Raubtieren zum Opfer fallen oder verhungern. So wie körperlicher Schmerz uns vor körperlichen Verletzungen schützt, schützt uns emotionaler Schmerz vor sozialen Veletzungen. Er bringt uns dazu, uns einander zuzuwenden. Vielen Menschen erscheint dies allerdings nahezu unmöglich.

Es ist wenig überraschend, dass soziale Isolation oft Depressionen, Selbstmordgedanken, Angstzustände und Schlaflosigkeit zur Folge hat. Überraschender ist, wie viele körperliche Krankheiten Einsamkeit verursachen oder verstärken: Demenz, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Hirnschläge, verringerte Widerstandsfähigkeit gegen Viruserkrankungen, selbst Unfälle kommen bei chronisch einsamen Menschen häufiger vor. Der Einfluss von Einsamkeit auf die körperliche Gesundheit ist vergleichbar mit dem Rauchen von 15 Zigaretten pro Tag. Offenbar erhöht sie das Risiko eines frühen Todes um 26 Prozent. Das liegt zum Teil daran, dass sie zu einer verstärkten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt, welches das Immunsystem unterdrückt.

Studien, die sowohl bei Tieren als auch bei Menschen durchgeführt wurden, geben Aufschluss darüber, was beim sogenannten Frustessen passiert: Die Isolation verringert die Impulskontrolle und führt so zu Fettleibigkeit. Dies könnte eine Erlärung dafür sein, warum ein starker Zusammenhang zwischen der Gefährdung von Einsamkeit, einem geringem ökonomischem Status und Adipositas besteht.

Offensichtlich läuft hier etwas schief. Etwas, das weitaus wichtiger ist als die meisten Dinge, um die wir uns gemeinhin den Kopf zerbrechen. Warum machen wir bei diesem umwelt- und selbstzerstörerischen Wahnsinn mit? Sollte diese Frage nicht jedem, der am öffentliche Leben teilnimmt, auf den Lippen brennen?

Es gibt ein paar großartige Organisationen und Initiativen, welche diese Entwicklung bekämpfen. Mit einigen von ihnen werde ich mit meinem Einsamkeitsprojekt zusammenarbeiten [https://www.theguardian.com/music/2016/oct/03/loneliness-george-monbiot-ewan-mclennan-songs-tour]. Doch mit jedem, den sie erreichen, rutschen andere durchs Netz.

Dies erfordert keine politische Reaktion. Es erfordert etwas sehr viel Größeres: die Neubewertung einer kompletten Weltsicht. Von all den Hirngespinsten, die Menschen haben können, ist die Vorstellung, dass wir es alleine schaffen können, die absurdeste und vielleicht die gefährlichste. Entweder wir stehen zusammen oder wir gehen unter.

Übersetzung: Holger Hutt



Aus: "Alle gegen sich selbst" George Monbiot (19.10.2016)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/alle-gegen-sich-selbst

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« Reply #28 on: March 21, 2017, 10:23:47 AM »

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[...] Immer mehr Menschen nehmen wegen psychischer Erkrankungen Reha-Leistungen in Anspruch, um wieder fit für den beruflichen Alltag zu werden. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Rentenversicherung 156.500 stationäre Rehabilitationsleistungen wegen psychischer Erkrankungen bewilligt – mehr als jemals zuvor.

Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Jahr 2015 waren 155.000 Patienten Aufenthalte in Reha-Kliniken zugestanden worden. Vor zehn Jahren lag die Zahl noch um rund 70 Prozent niedriger, da waren es 92.750 Rehabilitationen.

Die häufigsten Diagnosen, die eine Reha notwendig erscheinen lassen, sind depressive Störungen und Angsterkrankungen. Im Jahr 2016 waren 55 Prozent der Reha-Patienten Frauen. Die Erfolgsaussichten dieser Behandlungen bewertet die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, als sehr hoch.

Die Rehabilitation ermögliche vielen Versicherten mit psychischen Störungen, trotz einer gesundheitlichen Beeinträchtigung im Erwerbsleben zu bleiben, sagte sie der F.A.Z. in Berlin. „Unsere Erhebungen haben gezeigt, dass bei rund 85 Prozent der Versicherten eine Rehabilitation wegen einer psychischen Erkrankung zu einer Eingliederung in das Berufsleben geführt hat.“ Eine Erwerbsminderungs- oder Altersrente bezogen zwei Jahre nach der Rehabilitation rund 15 Prozent.


Aus: "Immer mehr Rehas wegen psychischer Erkrankungen" (20.03.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/f-a-z-exklusiv-immer-mehr-rehas-wegen-psychischer-erkrankungen-14934710.html
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« Reply #29 on: June 28, 2017, 01:12:11 PM »

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[...] Krankheitstage aufgrund psychischer Probleme sind bei Auszubildenden überdurchschnittlich stark gestiegen. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Fehlzeiten der 16- bis 25-jährigen Berufsanfänger wegen Depressionen oder Anpassungs- und Belastungsstörungen mehr als verdoppelt: Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet einen Anstieg von 108 Prozent.

Zum Vergleich: Über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten bei Arbeitnehmern 88 Prozent. Auch das ist eine drastische Zunahme, die Auszubildenden sind aber offenbar besonders stark von dem Phänomen betroffen.

Die Depression steht auf Platz drei der Hauptursachen von Krankschreibungen bei Azubis, hinter Atemwegs- und Magen-Darm-Infekten. Überdurchschnittlich betroffen sind sie auch von Verletzungen und Vergiftungen. Vor allem männliche Azubis fallen häufig wegen Unfällen aus.

Insgesamt sind Auszubildende mit 11,5 Fehltagen im Jahr allerdings mehr als drei Tage weniger krankgeschrieben als der Durchschnitt der Beschäftigten in Deutschland - dafür deutlich häufiger. Das heißt, sie fallen öfter, aber im Krankheitsfall kürzer aus.

"Die häufigen, aber relativ kurzen Ausfälle legen den Verdacht nahe, dass es sich vor allem um leichtere Beschwerden handelt", sagte TK-Chef Jens Baas bei der Vorstellung des Berichts. Tatsächlich gehe etwa ein Viertel der Fehlzeiten auf Erkältungen, Mandelentzündungen und Ähnliches zurück.

Zeitgleich gibt es jedoch eine deutliche Zunahme psychischer Beschwerden. Die Ursachen sind laut den Forschern vielfältig: Diagnosen würden heute besser gestellt und es gebe eine bessere medizinische Versorgung.

Aber auch der Lebensstil und der Umgang mit Stress seien entscheidende Faktoren. Eine Ursache für den hohen Stresslevel der Berufseinsteiger sehen die Experten im Medienkonsum. Die Generation "Always on" müsse lernen abzuschalten. Viele verbringen ihren Feierabend mit digitalen Medien. "Das allein muss nicht per se schädlich sein", erklärte der Neurologe Volker Busch. "Aber der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen und so ständig abgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration."

koe/AFP/dpa


Aus: "Alarmierend viele Azubis haben Depressionen" (28.06.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/depressionen-bei-azubis-nehmen-drastisch-zu-a-1154873.html
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