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Author Topic: [Notizen zur Absurdität... ]  (Read 3456 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Notizen zur Absurdität... ]
« on: December 16, 2006, 09:37:39 PM »

Quote
[...] Die Absurdität (von lat. absurd: "misstönend") bezeichnet eine Widersinnigkeit bzw. ein außergewöhnliches, abstruses, der Logik widersprechendes oder seltsames Vorkommnis oder Phänomen, dem der menschliche Verstand entgegen seiner Gewohnheit keinen Sinn, keine Bedeutung zu verleihen mag.

Zwei altertümliche Synonyme sind Aberwitz und Irrwitz. Zu deren Etymologie siehe den Artikel Witz.

Im 20. Jh. brachte Absurdes Theater die Sinnlosigkeit, unsinnige Handlungen, sinnlose Ereignisse, dem gesunden Menschenverstand Widersprechendes, auch auf die Bühne.

Autoren, in deren Denken der Begriff des Absurden eine wichtige Rolle spielt(e):

    * Albert Camus
    * Jean Paul Sartre
    * Gabriel Marcel
    * Martin Heidegger
    * Karl Jaspers
    * Otto Friedrich Bollnow
    * Søren Kierkegaard
    * Witold Gombrowicz
    * Andre Breton
    * Samuel Beckett
    * Eugène Ionesco

Intellektuelle Strömungen, in denen der Begriff des Absurden eine wichtige Rolle spielt(e):

    * Existenzphilosophie
    * Existenzialismus
    * Dadaismus

Zitat:
"Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet." – Albert Camus (Der Mythos des Sisyphos)


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Absurdit%C3%A4t (12/2006)

« Last Edit: February 01, 2007, 04:54:33 PM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)

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[Rollen müssen wir allemal!... (Albert Camus)]
« Reply #1 on: February 01, 2007, 04:45:22 PM »

Quote
[...] Das Gefühl der Absurdität, schreibt der französische Philosoph Albert Camus, kann einen beliebigen Menschen an jeder Straßenecke anspringen. Plötzlich stellt sich die Sinnfrage: Was soll das Alles?

[...] Der Bonner Hirnforscher Detlev Linke meint dazu: "Aus den gewöhnlichen Alltagsbezügen kann man auf die verschiedenste Weise herausfallen. Plötzlich wird alles absurd. Man kann auch sagen, da wird etwas ekelig." Es könnte aber auch das Lachen sein, womit man aus dem üblichen Zusammenhängen herausfällt, folgert Linke, zum Beispiel ein Medizinstudent, der in der Prüfung ist, verschiedene Muskeln aufzählen muss und plötzlich anfängt zu lachen. Auch mit einem Lachen kann uns also das Absurde anspringen. "Wozu das alles?", schreibt Camus. Und weiter: "Aufstehen, Straßenbahn, acht Stunden Büro, Straßenbahn, Essen, schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag." Der Überdruss ist das Ende eines mechanischen Lebens. Der nächste Schritt ist entweder die Umkehr in die Kette oder das entgültige Erwachen.

[...] Die absurde Erfahrung reißt uns nicht nur aus der Mechanik des Lebens heraus, sie befreit uns auch von den Normen, die uns an die dumpfe Mechanik binden. Das Absurde befreit uns zur Wahl. Danach sind wir frei zu wählen. Will ich diese Mechanik oder nicht? Für Detlev Linke lautet das philosophische Vitamin zu Albert Camus: "Das was uns im Leben aus der Routine heraus und zurückwirft, gibt uns die Chance, neue Lebenskraft zu entwickeln." Die Freiheit der Wahl ist für den Existenzialisten und Nobelpreisträger Camus keine Qual. Sie ist ein Glück! Wer einmal aus der Routine heraustritt, lebt danach anders. Er rollt entweder seinen alten Stein weiter, jetzt aber durch eine bewusste Entscheidung, oder er sucht sich einen neuen Stein. Rollen müssen wir allemal!


Aus: "Die Absurdität des Alltags: Philosophische Vitamine Teil 12: Albert Camus" Theo Roos für Kulturzeit (29.03.2005)
Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/77669/index.html

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Textaris(txt*bot)

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[Scheitern als einzig plausible Form des Gelingens...]
« Reply #2 on: February 01, 2007, 04:53:28 PM »

Quote
[...] Das Gebet stellt sich ein, wenn die Nacht das Denken überkommt. Es ist aber notwendig, daß der Geist der Nacht begegne. (Camus)

Das Absurde ergibt sich aus der grundlegenden Differenz von menschlicher Aktion und Wirklichkeit. Wir sehnen uns nach dem Unendlichen, nach Sinn und Eindeutigkeit und sind permanent konfrontiert mit der eigenen Vergänglichkeit, der grundlegenden Sinnlosigkeit unserer Bemühungen und der Mehrdeutigkeit einer Welt, die weder Plan noch Ziel kennt und offensichtlich von keinerlei höherer Vernunft gelenkt ist. Wie sagt Jan Hoet: Logik perfekt, Mensch verloren!

In dieser Situation scheint es sinnvoll, sich auf das Camus`sche Credo einzulassen, der mit seiner Version des mittelmeerischen Denkens das Aushalten der Differenz fordert. Der Mensch soll nicht Jenseitiges erhoffen (in den Glauben springen), sondern Diesseitiges ausschöpfen. Er soll sich - Nemesis, der Göttin des rechten Masses erinnernd - um den Ausgleich der Gegensätze bemühen und sein Scheitern als einzig plausible Form des Gelingens anerkennen.


Aus: "Absurdität" (Datum: (?); Autor: (?))
Quelle: http://www.brock.uni-wuppertal.de/cgi-bin/echo.pl?vorlage=v_white_32&stw=Absurdit%E4t

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[Pankar schrieb am 23.8. 2006 um 13:05:11 Uhr... ]
« Reply #3 on: February 01, 2007, 04:57:41 PM »

Quote
[...] Pankar schrieb am 23.8. 2006 um 13:05:11 Uhr zu Absurdität

Zur Steigerung des Wirtschaftswachstums werden die Löhne gesenkt, die Arbeitszeit verlängert und die umlaufende Geldmenge reduziert.

Zur Sicherung der Freiheit wird alles mit Überwachungskameras gepflastert.

Für den Frieden wird die gut bewaffnete Armee in die ganze Welt geschickt.


http://www.assoziations-blaster.de/info/Absurdit%E4t.html
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