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Author Topic: [Lachen, Absolutismus, Dogma, Gott, Kontext... ]  (Read 21687 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Lachen, Absolutismus, Dogma, Gott, Kontext... ]
« on: November 21, 2006, 01:34:12 PM »

Quote
[...] Schon 1921 war er [George Grosz] auf Grund der 1920 auf der Dada-Kunstmesse ausgestellten Mappe Gott mit uns wegen Beleidigung der Reichswehr zu einer Geldstrafe von 5000 RM verurteilt worden. 1923 wurde ein weiteres Verfahren wegen Angriffs auf die öffentliche Moral eröffnet. Die Zeichnung Maul halten und weiter dienen brachte ihm 1927 eine Anklage wegen Gotteslästerung ein, die erst nach fünf Instanzen mit einem Freispruch endete.


Aus: "George Grosz" (02/2008)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Grosz

-.-

Quote
[…] In seinem historischen Abriss kommt Halter an Tucholsky natürlich nicht vorbei: Tucholskys berühmtes "Was darf Satire? Alles" war 1919 mehr Manifest als Zustandsbeschreibung (und allenfalls die halbe Wahrheit); aber Kabarettisten, Karikaturisten und Schriftsteller glaubten sich damals noch in der historischen Offensive: Eine Religion, die das Schlachten des Weltkriegs segnete, schrieb Tucholsky 1929 zum Grosz-Prozess, habe das Recht verloren, sich über Schändung und Kränkung zu beklagen. Wenn jemand "Gefühle verletzt" habe, dann eine Kirche, deren Autorität "rechtens in die Binsen gegangen" sei. …

... Nur zur Erinnerung: In dem Karikaturenstreit geht es um alles mögliche, nur nicht um den lieben Gott.


Aus: "Eine kurze Geschichte der Blasphemie" (10.2.2006)
http://www.sudelblog.de/?p=216

-.-

Quote
[...] "Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zum Lachen zu ängstlich ist." - Voltaire

"[...] ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht mehr vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott mehr […] dann können wir auch über Gott lachen." - Umberto Eco, "Der Name der Rose".


Aus: "Gott" (11/2006)
Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Gott

-.-

Quote
Gott würfelt nicht. Sie pokert.


Quelle: http://www.seesslen-blog.de/2013/03/20/winzigkeiten/ Georg Seeßlen unter Gesellschaft. (03/2013)

-.-

Quote
[...] "Allah Made Me Funny" has been a huge success by challenging stereotypes and giving people permission to relax and laugh, and also by blazing a trail for a new breed of Muslim comics...


From: "The laugh's on extremists" (theage.com.au; 17.11.2006)
Source: http://www.theage.com.au/news/arts/the-laughs-on-extremists/2006/11/16/1163266673345.html?page=2

-.-

Quote
[…] In Kopatchs Show ist immer was los: Er selbst präsentiert als rechtsradikale Handpuppe mit riesigem Kopf ein chaotisches Ensemble von korrupten Politikern, irren Arabern und hüftschwingenden Blondinen. Wenn diese Combo einen guten Tag hat, liebt sie ganz Israel…

[…] Ein Witz sei mehr als seine Pointe. Dazu gehöre der Kontext. Und der Sprecher. Und das Publikum: “Ich will nicht, dass Deutsche über den Holocaust lachen. Ich will, dass Juden über den Holocaust lachen.”

Es gibt allerdings viele in Israel, die seine Witze gar nicht lustig finden. “Der Terror der Satire” titelte eine konservative Zeitung über ihn. Dieser Vorwurf wiegt schwer in einem Land, in dem vollbesetzte Busse das Ziel von Selbstmordattentätern sind. Ephraim Kishon, der Vater der israelischen Satire, distanzierte sich in einem Interview von Kopatch: “Ich mag ihn nicht.” Die religiösen Parteien, denen er mit Witzen über die Thora auf die Nerven fiel, drängten ihn mit parlamentarischen Mitteln aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Jetzt sendet er im Kabel und ist bekannt wie nie zuvor.

[…] Gil Kopatch, dem “großen Penis”, wird in den konservativen Zeitungen regelmäßig Respektlosigkeit vor den Leiden der Opfer vorgeworfen. Er hat es aufgegeben, darauf hinzuweisen, dass es in Theresienstadt Kabarett gab und im Ghetto von Vilnius Comics.

[…] Kopatch ist auch ins Land der Täter gereist: Ein Freund hat ihn dabei gefilmt, wie er über das Gelände des Führerbunkers in Berlin läuft und lacht und schreit: “Hitler, du Schwein, fuck you, du bist tot, du bist tot. Aber ich lebe noch!”

Ist Humor ein angemessener Umgang mit dem Holocaust? Kopatch findet schon die Frage absurd: “Ich weiß nicht, wie ein Mensch damit normal oder gesund umgeht. Meine Reaktion auf den Holocaust ist Lachen. Es ist meine hysterische Reaktion.”


Aus:”Auschwitz ist ein Witz - Darf über den Holocaust gelacht werden?"
Junge israelische Comedians entdecken die Komik des Genozids ...
Autor: ROBIN ALEXANDER / Quelle: taz Nr. 7655 vom 3.5.2005, Seite 13
http://www.taz.de/pt/2005/05/03/a0141.nf/text

« Last Edit: November 20, 2020, 02:41:37 PM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)

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[Dabei reizt vor allem die Sprache...]
« Reply #1 on: November 21, 2006, 03:04:28 PM »

[...] Wie war es denn im Absolutismus? – Ich erinnere einmal an Marie-Antoinette. (Lachen bei Abgeordneten der SPD)...

[...] Macht und menschlichen Interessen, Leiden und Lachen, Sensationen und Spaß...

[...] Genau hier kommen wir aus der Falle des Absolutismus heraus, der ein Stück der Realität...

[...] Wir haben uns echt nichtmehr eingekriegt vor lachen. Gut, ich geb zu...

[...] Und wenn ich dann herzerfrischend lachen will, schaue ich "D'Artagnans Tochter"...

[...] Ich sitze im Absolutismus Seminar und lausche dem schlechtesten Referat seit...

[...] Man könnte auch sagen: Bei Riefenstahl gibt es nichts zu lachen...

[...] Der damalige König Louis XIV. betrieb den Absolutismus in seiner reinsten Form...

[...] Ich höre bereits, wie manche Franzosen lachen, aber ich weiß, dass sie Unrecht haben...

[...] Der Kasus macht mich lachen...

[...] Lachen angesichts der Absurdität und der Komik einzelner Situationen...

[...] Das rettende Lachen, das Begnini postuliert, erlaube dem Zuschauer das Kino mit...

[...] witziger DJ bringt GIs zum Lachen...

[...] Zu lachen über das Mörderisch-Groteske würde bedeuten, einen kooperativen Zug in diesem Wahnsinns-Spiel zu machen Lachen wäre...

[...] Darf Erfurt wieder lachen?

[...] Neben mir fängt K an zu lachen...

[...] Dann hörte sie plötzlich auf zu lachen und sah uns direkt an...

[...] Erika, lebenslustig, dauernd am lachen und eine mörderisch geile Mutter mit prachtvollen großen Titten...

[...] Lachen verträgt sich nicht mit Mitleid...

[...] Roland und ich haben uns nicht überlegt, was mörderisch lustig am Häuslbauen ist...

[...] Lachen ist einfach das Zeichen, daß das Absolute in der Nähe ist...

[...] Die Vorstellung der Hölle läßt einen heute lachen, bei all diesen...

[...] Johan, Mick, Bo und Stefan lachen Tränen über die Unvorsichtigkeit...

[...] Edgar Wallace würde Tränen lachen!...

[...] Die Leute sehen uns verdutzt an, dann lachen sie mit. Händeschütteln...

[...] Fernsehen standardisiert das Lachen...

[...] Ja, bei Londo muss man entweder lachen oder weinen...

[...] Die Lektüre Schopenhauers hat mich teilweise zum lachen gebracht...

[...] das Groteske ist markiert durch das Lachen, das im Hals stecken bleibt...

[...] erst lachen die Leute, aber dann merken sie, dass die Macht getötet hat...

[...] Worüber darf man (nicht) lachen? Groteske Kommunikation...

[...] oder ideologischer Macht. Dabei reizt vor allem die Sprache...

[...] Die Szene war in meinen Augen so grotesk, dass ich mich vor Lachen bog und...

[...] Die Tatsache, dass ich darüber auch noch lachen kann, macht mir große Angst...

[...] über das Paradoxe, über die Groteske, die Satire...

[...] Man hat gesagt, daß das Nachdenken über das Lachen melancholisch macht...

[...] Zum Grauen gehört immer das Lachen, welches eine Form von Selbstschutz...

[...] Wenn es einem zu peinlich ist, in der Öffentlichkeit lauthals in Lachen...

[...] 1 1/2 Stunden Schmunzeln, Grinsen und Lachen hinterlassen schmerzhafte Spuren...

[...] Erst postulieren Sie, einen Orgasmus mit Lachen sei unmöglich...

[...] Trieb zur Macht? Das Lachen der Hyänen...

[...] Sicher führen Chaplins groteske Übertreibungen zur Sublimierung des Grauens hinter den Bildern...

[...] Sie sind voller Humor, Hintersinn und einer Portion Sarkasmus, die offensichtlich die Realität erträglicher...

[...] Ein Fakt hebt die Lächerlichkeit geradezu ins Groteske...

[...] es ist die Ungeschicklichkeit, die uns lachen macht...

[...] die Regelungswut nimmt groteske Formen an...

[...] Es ist zum Lachen grotesk, nur steht dahinter keine harmlose Verarschung...

[...] wo Schwäche mit Macht und blindem Eigennutz vereint...

[...] diese groteske und provozierende Form der Satire deckt die Wahrheit doch erst...

[...] Wer da am Ende noch lacht, sollte sich ernsthaft fragen, was es denn da noch zu lachen gibt...

[...] Superhelden sind zum Lachen: grotesk gekleidet, spießig und dumm-pathetisch...

[...] Folgerichtig beginnt das internationale Symposium "Lachen über Hitler", das...

[...] Die literarische Groteske kann auf eine lange Tradition zurückblicken...

[...] Genau genommen gebe es bei Borat nicht viel zu lachen...

[...] Darin liegt ein gewisser Witz...

[...] unfähige und groteske Herrscher im Mittelpunkt - eine Konstruktion, die...

[...] Das Groteske beinhaltet bei Bachtin nicht nur die Umkehrung. von Machtverhältnissen...

[...] Deshalb bleibe das Lachen über das Groteske stets mit der Empfindung von Grauen...

[...] die Balance zwischen grotesk-makaberen und...

[...] Lachen als Unterwerfungsgeste. Man darf sich schon fragen, wie sie das macht...

[...] Völlig sinnentleert, aber man hatte eine Menge zu lachen...

[...] Bonker-Reggea. Berlin, 30. April 1945...

[...] Ich hock' in meinem Bonker...

[...] Adi ist auferstanden und präsentiert uns den Sommerhit für das Jahr 2006...

[...] Das Video “Adolf, die Nazisau (Der Bonker)” ist zurzeit der führende Hitler-Witz im Web...

[...] Eine Adolf-Tragikomödie in drei Akten - die letzten Stunden im BONKER, wie sie wirklich waren. Ob Prince oder Michael Jackson, Gandhi oder Mussolini...

[...] Klingelton Adolf bonker in 3 verschiedenen Formaten. Preis: 1,99 € aus Deutschland...
« Last Edit: August 31, 2015, 01:44:44 PM by Textaris(txt*bot) »
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lemonhorse

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[Der bekannte TV-Satiriker Waleed Hassan...]
« Reply #2 on: November 23, 2006, 01:51:29 PM »

Quote
[...] In Bagdad wurde der bekannte TV-Satiriker Waleed Hassan mit drei Kopfschüssen getötet. In seiner Show machte er sich über die sektiererische Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten, die US-Truppen oder etwa die ständigen Stromausfälle lustig.


Aus: "Irakischer Komiker erschossen" (22.11.06; AP)
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/12876794


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Textaris(txt*bot)

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[Der "Gotteslästerungsparagraf" und das Kaspertheater...]
« Reply #3 on: December 01, 2006, 09:20:20 AM »

Quote
[...] Der Begriff Blasphemie (altgr. ἡ βλασφημία, τῆς βλασφημίας - blasphêmía – die „Rufschädigung“, zusammengesetzt aus βλάπτειν - bláptein - „Schaden bringen, benachteiligen“ und ἡ φήμη - phếmê oder dorisch ἡ φάμα - pháma - „die Kunde, der Ruf“) bezeichnete ursprünglich eine „Gotteslästerung“, das heißt das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion. Er wird umgangssprachlich heute auch für rhetorische Angriffe auf gesellschaftlich höhergestellte Personen verwendet.

Gotteslästerung gilt in vielen Religionen als schweres religiöses Vergehen. Sie ist in vielen Staaten auch heute noch eine Straftat, die in manchen sogar mit der Todesstrafe bestraft werden kann, z.B. in den vom Islam geprägten Ländern Saudi-Arabien, Pakistan und Iran. Ob und in welchem Umfang bestimmte Handlungen oder Äußerungen als „Blasphemie“ gelten, hängt von den rechtsgültigen Kriterien für ihre Feststellung und vom Stellenwert religiöser Traditionen und Wertorientierungen in einer Gesellschaft ab. Diese können sich schon innerhalb der Geschichte einer Religion stark wandeln.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beschimpfung von religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsvereinigungen dann nach § 166 StGB (dem Gotteslästerungsparagraphen) strafbar, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, ähnlich in Österreich nach § 188, 189 StGB.

Religiöse, besonders fundamentalistische Gruppen sehen oft bereits Tatbestände als Blasphemie an, die heute in vom Zeitalter der Aufklärung geprägten Staaten kaum als strafwürdig gelten, z.B.:

    * eine Verhöhnung religiöser Symbole, beispielsweise das umgekehrte christliche Kreuz mit Dornenkranz (nicht zu verwechseln mit Petruskreuz)
    * Verhöhnung religiöser Inhalte (Filme wie Dogma (der Regisseur Kevin Smith distanziert sich davon, Dogma als blasphemisch zu bezeichnen), Das Leben des Brian u. ä. Satiren bzw zynische Komödien)
    * Fluchen, insbesondere solches mit religiösem Inhalt (zum Beispiel „gottverdammt“, „heilige Scheiße“)
    * Glaube an andere Religionen oder an andere Götter, insbesondere bei Sekten
    * Gottesverleugnung.

[...]  Gotteslästerungs-Anklagen gegen Kunstwerke [Bearbeiten]

    * Künstler der Gruppe SPUR wurden in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er Jahre wegen Gotteslästerung angeklagt.
    * Das Theaterstück „Maria Syndrom“ von Michael Schmidt-Salomon wurde in Deutschland 1994 verboten.
    * Es wurde 2004 der Künstlerin Dorota Nieznalska in Danzig verboten, einen Penis im Zusammenhang mit einem Kruzifix zu zeigen. Die Installation hieß Passion (polnisch: Pasja). Insbesondere im konservativ-katholisch geprägten Polen gehen Politik und Rechtsprechung vergleichsweise rigide mit Kunstwerken um, die sich kritisch oder abfällig mit katholischen Glaubensinhalten auseinandersetzen. Hier handelte es sich allerdings — im Gegensatz zu den Diskussionen um „Das Gesicht Mohammeds“ — um Vorgänge, die auf dem Territorium eines stark christlich geprägten Landes selbst gesetzt wurden, und nicht in einem anderen Kulturkreis.
    * Das Frankfurter Karikaturenmuseum sieht sich immer wieder Bombendrohungen und Morddrohungen ausgesetzt, die sich gegen die Auseinandersetzung mit christlichen Inhalten richten.
    * In Kassel wurden von christlichen Extremisten gegen eine Ausstellung von Gerhard Haderer Bombenandrohungen ausgesprochen. Er hatte Jesus Christus als Kiffer gezeichnet. Haderer wurde auch wegen blasphemischer Karikaturen in Griechenland in Abwesenheit zu sieben Monaten Haft verurteilt, später jedoch freigesprochen.
    * In Frankreich sahen sich Kinobetreiber Bombenandrohungen ausgesetzt, die in Paris den Film „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese vorführten.
    * Die Popmusikerin Madonna ließ sich während der Bühnenshow eines Live-Konzerts 2006 „ans Kreuz nageln" und stieß damit auf heftige Kritik bei Kirchenvertretern und Christen. Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch darauf, dass Anzeigen wegen Blasphemie nicht zu einer Verurteilung führen würden.

Der Karikaturenstreit:
Jüngstes Beispiel einer Kontroverse um Gotteslästerung sind die in der muslimischen Welt als blasphemisch empfundenen Mohammed-Karikaturen (Das Gesicht Mohammeds).


Aus: "Blasphemie (Weitergeleitet von Gotteslästerung)"
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesl%C3%A4sterung

-.-

Quote
[...] Volker Beck sprach sich generell für die Abschaffung des «Gotteslästerungsparagrafen» aus. Der Paragraf 166 des Strafgesetzbuches gehöre «auf den Misthaufen der Rechtsgeschichte», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach drohen demjenigen bis zu drei Jahre Haft, der öffentlich oder durch Schriften religiöse Bekenntnisse in einer Weise beschimpft, die den öffentlichen Frieden stören.
Der junge Mann hatte am 4. Februar an 87 Personen und Einrichtungen mit Islam-Bezug, darunter das Türkische Generalkonsulat in Karlsruhe, eine E-Mail mit zwölf Bilddateien versandt. Dabei handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Bilder, die in beleidigender, verhöhnender und teilweise Ekel erregender Weise verfremdet waren. Verunstaltet worden seien etwa Bilder der türkischen Flagge, eines mit Ornamenten versehenen Buches, das den Koran darstellen sollte und Fotos von schleiertragenden Personen.
Der angeklagte Schüler aus Siegburg, der vor dem Abitur an einem Abendgymnasium steht, sagte, er habe sich in «blindem Aktionismus» in etwas hineingesteigert. Anlass sei der damalige Streit um die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung gewesen, die zu gewaltsamen Übergriffen in mehreren Ländern geführt hatten. Sein Vorgehen sei «eine Protestaktion» dagegen gewesen, «dass man seine Meinung nicht so frei äußern kann wie man möchte». Heute bereue er seine Tat. Die Karikaturen habe er im Internet gefunden und manche nachbearbeitet.


Aus: "23-Jähriger nach Versendung von Islam-Karikaturen wegen Volksverhetzung verurteilt - «Gefährlich für den öffentlichen Frieden»" (pr-inside.com; 30.11.2006)
Quelle: http://www.pr-inside.com/de/gefaehrlich-fuer-den-oeffentlichen-frieden-r27841.htm

-.-

Quote
[...] Nach der Ausstrahlung der Comic-Serie "Popetown", in der der Papst verspottet wird, hat Edmund Stoiber eine Verschärfung des sogenannten Götteslästerungsparagrafen angekündigt. Eine Herabwürdigung oder Verspottung von Religion und Kirche soll künftig bestraft werden.

Bayern strebt nach Medien-Berichten eine Verschärfung des sogenannten Gotteslästerungsparagrafen an. Justizministerin Beate Merk (CSU) habe einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt. Der Entwurf werde derzeit in der Landesregierung abgestimmt. Danach wolle Merk eine Bundesrats-Initiative zur Änderung des Paragrafen 166 Strafgesetzbuch auf den Weg bringen.

Künftig solle nicht erst eine Beschimpfung von Religion und Kirche strafbar sein, die den öffentlichen Frieden stören könnte, sondern bereits die Herabwürdigung oder Verspottung solle unter Strafe gestellt werden. Nach dem Entwurf werde der öffentliche Friede bereits dann gestört, wenn der Spott das Vertrauen der Betroffenen in die Achtung ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung beeinträchtigen könne. Gleiches gelte, wenn die Herabwürdigung die Bereitschaft zu Intoleranz gegenüber Religion fördern könne.

Die katholische Kirche begrüße die Gesetzesinitiative. Die evangelische Kirche sehe dagegen keinen wirklichen Handlungsbedarf.

Quote
brihasparti  meint:
09-09-2007, 20:31 Uhr
Lustig..., daß mit dem Flying Spaghetti Monster(FSM) habe ich erst vor ca. 2 Wochen meinem 11-jährigen Neffen erklärt, da die verrückten Religionsfaschisten selbst an Gymnasien wieder beginnen, die Schüler mit ihren Mist zu indoktrinieren.
Da ich, leider, selbst eine katholischen Schule besuchen musste, spreche ich aus Erfahrung, daß Christentum und Schule nicht zusammen passen.
Bildung und Glaube zusammen, nicht gut...
Wie man in der heutigen Zeit mit diesen Möglichkeiten an Bildung noch an uralte Rituale und irgendwelchen religiösen Nonsens glauben kann, werde ich sicherlich nie lernen zu verstehen.
Wir hatten mit unserer Religionswahl in der Vergangenheit sicherlich nicht allzu viel Glück, wenn man sich die Geschichte anschaut.
Dann eine Rückkehr zu vermeintlich guten Zeiten anzustreben ist mehr als nur Blöd, sondern kriminell, sollten wieder Menschen sterben müssen, nur weil angeblich ein Hallodri vor 2000 Jahren (zu der Zeit liefen allerhand Typen wie Jesus im gelobten Land herum) irgend einen Dünnsinn erzählte.

Quote
Pegasus meint:
08-09-2007, 15:15 Uhr
Was wäre dann mit Sprüchen wie: "Die Ungläubigen sind niedriger als das Vieh, ihr Platz wird in der Hölle sein." Dies ist eine Herabwürdigung, die zu religiöser Intoleranz führt.
Wer entscheidet nun, wer wen auf diese Weise verfluchen darf? Die Heilige Inquisition? Die Ulema?
Der Tag ist nicht mehr fern, wo man zwangsweise Christ oder Moslem sein muss. Atheistische Äußerungen werden verboten, da sich ja Gläubige aller Art gekränkt fühlen können.
Wer von der Katholischen Kirche eine Verteidigung der Werte der Aufklärung erwartet hat, hat sich getäuscht. Vielmehr ist zu erwaraten, dass die Kirche versucht, im Windschatten islamischer Gewalttätigkeit ihre Deutungshoheit wieder erlangen will.

Quote
notinparadise meint:
08-09-2007, 15:23 Uhr
über Dinge, die einen nicht bewiesenen Gott angehen, kann man keine Gesetze erlassen, daß ist Diktatur !

Quote
morten meint:
08-09-2007, 16:04 Uhr
gotteslästerungsparagrafen?

so etwas gibt es?

hoffentlich nur in bayern. und selbst das ist krass.
wie sieht es aus mit pressefreiheit?
und was hatte dingens eigentlich zur mohammed-affäre gesagt?

Quote
menne meint:
08-09-2007, 17:10 Uhr
Über diese Heuschelei kann man ja nur lachen. Auf der einen seite wird die verunglimpfung und verächtlichung des Islams als berechtigte Kritik und als meinungsfreiheit tituliert, sobald jedoch einige auf die Idee kommen, man könnte diese heilige freiheit eben ja auch mal auf die christlichen symbole und werte anwenden, begegnet man diesem mit der gotteslästerungskeule.

Enthalten anderen vor was wir uns zum Recht nehmen.
Das nennne ich Leitkultur

Quote
Peters, Falko meint:
08-09-2007, 19:02 Uhr
Warum nicht, seid 1968, als die Perversen die Regentschaft in Deutschland übernahmen, wurde alles in den Dreck gezogen. Nicht nur der Glaube, sondern auch die Festtage und ähnliches. Die rote Monika hat sich im Rundfunk schlapgelacht und gehöhnt über Weihnachten. Sie mögen dereinst in der Hölle schmoren! Was konnte ich meinen kleinen Töchtern dazu sagen? Plattenspieler, Tonbangeräte oder Fernseher unerschwinglich, war man auf den Rundfunk angewiesen. An der Sexualaufklährung in den Medien haben sich Typen jeden Tag aufgegeilt und das man Deutscher war und seine Kultur liebte, durfte man bis vor kurzen nicht erwähnen. Die Schulen wurden verschmiert ,verdreckt und zerstört. Eintagsfliegen, (Andersartige) übernahmen in diesem Staat das sagen und erweckten den Eindruck, als seien sie die normalsten Menschen. Und, was haben wir heute? Bürger die ziellos durch die Gegend laufen und ihre Identität suchen, weil sie sich nicht mehr mit Geld betäuben können. So lange man Schulden machen konte haben sie über die Verhältnisse in Deutschland mitgehöhnt.
Das ist die rote Ernte! Die Sahne schöpfen jetzt die ab, die den Bürgern Heimat und Kultur versprechen, die Rechten. Selbst die ehemalichen Bolschewisten in der Sowjetunion haben den Glauben an Gott in über 70 Jahren nicht ausrotten können. Der Glaube ist überall wieder vorhanden als wenn nichts gewesen währe, nur die Bolschewisten sind weg. Was seid ihr doch nur für kleine miese Scheißer!

Quote
Ne,Ne,Ne... meint:
08-09-2007, 19:22 Uhr
welcher Gott???

Quote
Hausmeister meint:
08-09-2007, 19:44 Uhr
@PETERS, FALKO
Falls Sie Ihre Memoiren zu veröffentlichen gedenken, würde ich einen Ghostwriter empfehlen.
Jesus..krutzi...

Quote
drole meint:
08-09-2007, 19:47 Uhr
Der Vorschlag aus Bayern geht nicht weit genug. Es sollte auch unter Strafe gestellt werden, sich über Leute lustig zu machen, die an Horoskope glauben. Oder an den Osterhasen.

Quote
Himmel hilf! meint:
08-09-2007, 20:16 Uhr
Ja, warum nicht, Bayern?

Schliesslich gibt es in Saudi-Arabien, Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan usw. ähnliche Gesetze.

Pfeifen wir doch auf die Aufklärung!

Aber warum nicht gleich zum Islam konvertieren?

Quote
  AbisZ  meint:
08-09-2007, 23:05 Uhr
Mein Heiland und Erloeser hat Spott, Hohn, Peinigung und selbst das Kreuz ueber sich ergehen lassen. Seine letzten Worte am Kreuz lauteten: “ Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!” Und nun sollen Beleidigungen ueber meinen Glauben mich aus den Bahnen werfen. Wie schwachglaeubig kann man noch sein?.
Ich selber bin Christ und uebe Toleranz. Beleidigungen treffen nur diejenigen, die sie aussprechen. Ich benoetige ein solches Gesetz nicht.

Quote
THEOLOGE meint:
08-09-2007, 23:12 Uhr
Bayerische Politiker sind eine Gotteslästerung?

Quote
CWF meint:
09-09-2007, 00:31 Uhr
Demnächst: Wöchentliche Verbrennung von Ketzern auf dem Münchner Marienplatz.

Quote
TECHNIKER meint:
08-09-2007, 23:15 Uhr
Das ist ja gerade das Aufregende am 3. Jahrtausend, daß man mittels modernster Technik mitten ins 12. Jahrhundert reisen kann ...

Quote
Guderian meint:
09-09-2007, 02:42 Uhr
Popetown? Lieber Herr Stoiber, wir leben im Zeitalter von SouthPark. Popetown schauen sich doch nur schmollende Katholiken an. Der wahre Hohn und Spott, der sich zu recht über Christen, Juden und Scientologen ergiesst, hat seine Quelle in Eric Cartman. Welch eine Befreiung vom alltäglichen Anpassungsdruck ist doch jede einzelne SouthPark Folge. Sogar der Zentralrat der Juden hat es noch nicht gewagt, ein Verbot von Eric Cartman zu verlangen, obwohl der wirklich alles getan hat, um die Empörungsmaschine zu starten. Von mir aus kann der Rest des Fernsehens verboten werden - SouthPark bleibt!!!

Quote
  Lolle  meint:
09-09-2007, 09:51 Uhr
Und was ist, wenn es gar keinen Gott gibt? Dann haben wir ein Gesetz für nichts!
Werde ich dann zukünftig für die Anzweiflung eines Gottes bestraft?

[...]


Quote
Domenq meint:
09-09-2007, 09:51 Uhr
Wenn der Stotterer einen konkreten Gottesbeweis vorlegt, ließe sich über Minderheitenschutz diskutieren.

Stotterer und ihre Götter müssen vor Spott geschützt werden.

Quote
  freidenker  meint:
09-09-2007, 10:14 Uhr
Lieber Herr Stoiber, Sie maßen sich die Vernichtung der tragenden Säulen der europäischen Philosophie an!
Auf Ihrem Scheiterhaufen liegen die Werke der größten Philosophen der Welt!
Sie sollten Schopenhauer, Nietzsche, Kirkegaard u.v.a. bis hin zu Sartre ersteinmal gelesen haben, geschweige verstanden!
Nein! Sie können sie nicht lesen, Sie würden an der geistigen Substanz derer zerbrechen!
Leute Ihres Schlages haben „Gott“ auf dem Gewissen!

Quote
  Fredd  meint:
09-09-2007, 10:41 Uhr
...wenn die ewig gestrigen beweisen könnten, dass es einen Gott gibt, könnte man ja einmal darüber nachdenken.

Quote
rappstrasse meint:
09-09-2007, 10:54 Uhr
Es ist durch nichts erwiesen, dass es jemals
einen Gott gegeben hat.
Das "Kaspertheater" in Rom ist Volksverdummung!
In den Entwicklungsländern sterben jeden Tag
Millionen von Menschen an Hunger, nur weil
die katholische Kirche den Gebrauch von
Verhütungsmitteln verbietet!
Auf den Schlachtfeldern wurden die Waffen
gesegnet.

Quote
du lieber himmel meint:
09-09-2007, 11:45 Uhr
Ich denke, Gott wäre es bestimmt wichtiger, dass die Menschen ihr Recht auf Meinungsfreiheit behalten. Aber hier geht es nicht darum, was Gott will, sondern was die Katholische Kirche will. Und die katholische Kirche hat schon immer gewusst was Gott will, in dem sie in seinem Namen tausende von Menschen auf den Scheiterhaufen verbrannt hat, in seinem Namen Kriege geführt hat, in seinem Namen Menschen versklavt hat… wann hört die katholische Kirche auf Gott zu missbrauchen. Was für mich Gotteslästerung ist.

Quote
   Monetenlos-Tauschportal  meint:
09-09-2007, 13:00 Uhr
Habe noch "Ablasszertifikate" im Angebot, auch für zukünftige Schweinereien - auf Vorrat!
10% Nachlass nur für kurze Zeit, ideal für diejenigen, welche hier Schuld auf sich geladen haben.
Beste Beziehungen nach ganz oben. [...]


Quote
Atheist meint:
09-09-2007, 13:05 Uhr
Das Ganze läuft auf einen Maulkorberlass hinaus, frei nach dem Motto: "Willst Du nicht meiner Meinung sein, dann schlag ich dir den Schädel ein." Gut, über diese Zeiten sind wir bei den christlichen Kirchen - zumindest meistens - knapp hinaus, beim Islam augenscheinlich nicht.

Wie weit der lange Arm der katholischen Kirche reicht, sei nur an einem Beispiel belegt:

In manchen Gegenden Bayerns dürfen auf Anordnung der kath. Kirche Flohmärkte am Sonntag erst um 11:00 Uhr beginnen, damit die Schäfchen auch ja all sich vorher ihr Wort zum Sonntag in der Kirche abholen können.

Dass Kirche per se Intolerant ist, bekommt man gleich als ersten Satz des ersten Gebotes auf's Butter brot geschmiert: "Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."

Lustig wird es, wenn sich kriminelle Organisationen mit mafiösen Herrschaftsstrukturen und eigener Geheimpolizei hinter Religionsparagraphen verstecken, wie das die Organisation tut, die sich großer Beliebtheit bei amerikanischen Schauspielern erfreut. Neeeinn, Namen nennen wir hier nicht, soweit reicht die Einschüchterung durch diesen Mafiaclan schon. Das ist ein echtes Problem, nicht aber die Sendung "Popetown".

Quote
OK meint:
09-09-2007, 13:48 Uhr
@ATHEIST
Echt widerlich diese Sekten, wahrscheinlich haben die noch weniger Humor als Frau Merk und der äh..., dings.
Weltverbesserung? Jeder nur ein Kreuz.

Quote
OK meint:
09-09-2007, 13:48 Uhr
@ATHEIST
Echt widerlich diese Sekten, wahrscheinlich haben die noch weniger Humor als Frau Merk und der äh..., dings.
Weltverbesserung? Jeder nur ein Kreuz.

Quote
irrturm meint:
10-09-2007, 10:31 Uhr
Es hätte schon viel früher darauf geachtet werden müssen, das es strafbar ist und auch vollzogen würde, wenn gegen unser hohes gut, glaube und gewählte des volkes gelästert wird. notfalls müsste man auch sender die so etwas ausstrahlen einfach schließen, das hat nichts mehr mit freier meinungsäußerung zu tun. sonder mit moral und achtung - die achtung die seit jahren innerhalb der amerikanisieung verloren ging. gott möge diese menschen strafen!

Quote
GeBe meint:
10-09-2007, 10:42 Uhr
@IRRTUM:

Besser konnten Sie ihr Pseudonym hier offensichtlich nicht wählen!

Quote
sandro33 meint:
10-09-2007, 10:52 Uhr
@irrturm, bei ihnen scheint wirklich alles verloren zu sein. ich hoffe nur dass sie kein Lehrer oder Priester sind, diese armen Kinder würden mir wirklich leid tun.



Aus: " Religion: Bayern will schärfere Strafen für Gotteslästerung" (8. September 2007)
Quelle: http://www.welt.de/bayern/article1168370/Bayern_will_schaerfere_Strafen_fuer_Gotteslaesterung.html

-.-

Quote
[...] Suchmaschinen finden inzwischen mehr als 1,5 Millionen Suchergebnisse zum Begriff „Flying Spaghetti Monster“.

[...] Auf seiner Homepage zitiert Henderson unter anderem George W. Bush, der sich für die Vermittlung von nicht-evolutionären Überzeugungen wie Intelligent Design an Schulkinder ausspricht. Daher fühlt Henderson sich in seinem Anliegen, Pastafari unterrichten zu lassen, von George W. Bush bestärkt.

Die Idee wurde in zahlreichen Modifikationen vorgestellt, welche in den USA regional vertretene christliche Sekten parodieren: der Cult of Oregano, die Reformed Church of Alfredo, Orthodox Monsterist Church of West Virginia, Mystical Order of the Flying Spaghetti Monster, die Moomin Church of His Spaghettiness von Jersey (Kanalinseln) oder die SPAM (The Spaghetti & Pulsar Activating Meatballs, deutsch: Die Spaghetti- und Pulsaraktivierenden Fleischbälle).

[...] „Dogmen, und ich meine nicht nur religiöse, zerstören die Welt und machen uns alle dümmer.“ – Bobby Henderson



Aus: "Fliegendes Spaghettimonster" (09/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Spaghettimonster

-.-

Quote
[...] Unter Dogma (griech. δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz“; Plural Dogmen oder seltener nach dem Griechischen Dogmata) versteht man eine festlegende Definition, um einem Glauben, eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit voraussetzend, einen unumstößlichen Wahrheitsgehalt zuzuschreiben.

[...] In Antike und Mittelalter war Dogma ein positiv besetzter Begriff, der für Klarheit und Eindeutigkeit stand. Seit dem Zeitalter der Aufklärung werden Dogmen kritisch als eine auf Autoritäten beruhende Denkweise oder Glaubensüberzeugung abgelehnt. Einer der zentralen Leitgedanken der Aufklärung, der von Immanuel Kant zitierte und so wieder bekannt gewordene Spruch des lateinischen Dichters Horaz, Sapere aude (lateinisch Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!), bildet nach moderner Auffassung einen unvereinbaren inhaltlichen Gegensatz zum Dogma bzw. zur entsprechenden Lehre, der Dogmatik.

[...] Oft gehen Dogmen mit einem geschlossenen Weltbild einher. Da das Dogma keines weiteren Beweises bedarf, weil es unverhandelbar ist, könnten abgespaltene Denkwelten entstehen. Dogmen werden trotzdem meist in einer, nicht notwendigerweise schlüssigen, Logik begründet und sind teilweise begrenzt auch kritischen Reflexionen gegenüber offen. Heute sind beispielsweise die Dogmen der römisch-katholischen Kirche nach der Trennung von Kirche und Staat mehr Hilfestellung und Empfehlung an die Gläubigen im Sinne einer Theosophie als im Sinne einer Gesetzesvorgabe. Eine Neuformulierung von Dogmen zeigt besonders in der römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten eine Anpassung bzw. Selbstkritik, jedoch ist eine konservative Haltung in der Regel immer noch erkennbar. Im Islam sind Dogmen in Form der so genannten Schari'a auch heute oft noch verbindliche Gesetze, deren Achtung teilweise mit äußerster Härte durchgesetzt wird. Der Begriff Dogma wird heute weiter in den modernen Naturwissenschaften als Kritik verstanden, wenn ein überkommener Standpunkt oder eine veraltete Theorie vertreten wird, die neuere Erkenntnisse ignoriert.

[...] Extreme Formen dogmatischer Lehren sprechen jeder Kritik die Legitimität ab und rechtfertigen dadurch unter Umständen sogar die Tötung der Kritiker wegen Häresie bzw. Ketzerei oder Gotteslästerung. Im Mittelalter dienten Dogmen der römisch-katholischen Kirche als Legitimation für ihre Inquisitionsgerichte, die von ihren Opfern mittels Folter Geständnisse erpressten und sie oft auf grausame Weise töteten (z. B. Hexenverbrennungen, auch in protestantischen Gebieten).
In kommunistischen Regimen wurden analoge Dogmen als so genannte Doktrin ebenso gewaltvoll durchgesetzt. Widerspruch gegen eine staatliche Doktrin oder eine Parteilinie führte zu massiven Repressionen, bis zu Gefängnis und Hinrichtung. Auch die Verfolgung „unamerkanischer Umtriebe“ in der McCarthy-Ära wurde gelegentlich mit den Hexenprozessen verglichen.
Bis in die Gegenwart ist in streng islamischen Ländern ein Verstoß gegen einige Dogmen der religiösen Dogmenlehre des Islam, die Schari'a, noch heute mit der Todesstrafe (Köpfungen, Steinigungen und andere Formen der Tötung) bedroht. Diese wird oft von informellen Gruppen in Form einer De-facto-Gerichtsbarkeit oder Lynchjustiz ausgeführt.

[...] Unter Dogmen versteht man im Laufe der Kirchengeschichte durch die lehramtliche Autorität formulierte Sätze (sowie seit dem II. Vatikanischen Konzil auch Aussagen darstellender Texte), die wichtig sind für die inhaltliche Profilierung ihres Glaubens. Sie „sind Lichter auf dem Glaubensweg. Sie erleuchten und sichern ihn.“ (Katechismus der Katholischen Kirche KKK 89). Der Entstehungskontext von Dogmen ist in der Regel eine strittige Situation in Glaubensfragen.
Konzilien und Synoden werden einberufen, um die Sachfragen zu klären und ggf. entsprechende Dogmatisierungen vorzunehmen.

[...] Beispiele für christliche Dogmen:

[...]     * erste Jahrhunderte: Apostolisches Glaubensbekenntnis
    * 4. Jahrh. Dreieinigkeit
    * 381 Nicäno-Konstantinopolitanum
    * 431 Maria ist „Gottesgebärerin“ (theotokos)
    * 431/451 Christologie: Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch

    * 1215 Transsubstantiation (Eucharistie-Verständnis);

diese von Konzilien verkündeten dogmatischen Definitionen wurden stets von den Päpsten bestätigt.

Dogmatik der katholischen Kirche:

    * 4. Dezember 1563: Schluss-Sitzung des Konzils von Trient (päpstlich bestätigt 1564)
    * Papst Pius IX.: 8. Dezember 1854 Unbefleckte Empfängnis Mariens
    * I. Vatikanum 1870: Unfehlbarkeit des Papstes
    * Papst Pius XII.: 1. November 1950 Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel (das erste und zugleich bislang letzte Mal seit 1870, dass ein Papst vom Unfehlbarkeitsdogma Gebrauch machte).

Bis 1950 wurden mehrere frühere päpstliche Entscheidungen als ex cathedra (unfehlbar) ergangene Definitionen angesehen. Unter dem Einfluss der Kriterien des I. Vatikanums wird diese Liste auf die Entscheidungen von 1854 und 1950 eingeengt, während alle früheren Definitionen (je nach Zählung etwa zehn bis zwanzig) dem allgemeinen, affirmativen Lehramt zugeordnet werden. Zu diesen gleichwohl Geltung beanspruchenden Bekräftigungen zählt nach amtlicher Auffassung auch die Entscheidung des Papstes Johannes Paul II., dass eine Priesterweihe für Frauen definitiv unmöglich ist. Eine bekannte Regel, die nach katholischer Ansicht definitiv kein unveränderliches Dogma darstellt, ist dagegen die verpflichtende priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat).

[...]


Aus: "Dogma" (09/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma

-.-

Quote
[...] In den Niederlanden hat der katholische Bischof Tiny Muskens (71) vorgeschlagen, alle Gläubigen sollten Gott künftig Allah nennen. Allah sei an sich ein ganz schöne Bezeichnung für Gott, sagte der Bischof von Breda nach Medienberichten vom Dienstag. Dies fördere das wechselseitige Verständnis zwischen den Religionen.


Aus: "Bischof will Gott in Allah umbenennen" (14. Aug. 2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/ausland/711432.html

« Last Edit: September 10, 2007, 04:59:50 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Seelenpunkte und Scheindebatten...]
« Reply #4 on: December 14, 2006, 04:09:42 PM »

Quote
[...] Ein neues Videospiel hat in den USA den Konflikt zwischen christlichen Fundamentalisten und liberalen Gesellschaftskreisen angeheizt. Nach Meinung von Kritikern fördert das Spiel „Left Behind: Eternal Forces“ religiös motivierte Gewalt. In dem seit einem Monat verkauften Spiel müssen Teilnehmer die Figuren vom christlichen Glauben überzeugen und eine Armee aufbauen, die physisch und spirituell den Teufel und seine Anhänger bekämpft.

Ziel des Spiels ist es, ein virtuelles Amerika wieder zu einem christlichen Staat zu machen. Dazu müssen die Gegner entweder zum Konvertieren gezwungen oder getötet werden.

„´Left Behind: Eternal Forces´ ist eine gewalttätiges Videospiel, in dem wiedergeborene Christen versuchen, alle zu missionieren oder zu töten, die nicht ihrer extremen Ideologie folgen“, erklärte ein Sprecher der Gruppe „Kampagne zur Verteidigung der Verfassung“. „Nachdem man jemanden getötet hat, muss man die eigenen Seelenpunkte wieder aufladen, indem man betet.“

Die Entwickler des Spiels wiesen die Kritik zurück. „Die Wirklichkeit ist, dass das Spiel Gebete und Gottesdienste fördert und es kein Töten im Namen Gottes gibt“, sagte der Geschäftsführer von Left Behind Games Inc., Troy Lyndon. „Es wird natürlich getötet, es ist schließlich ein Videospiel.“ Im Vordergrund stehe aber das Spirituelle. „Der Teufel ist der größte Bösewicht, und man bekämpft seine Gefolgsleute“, so Lyndon weiter.

Das Spiel basiert auf der Romanserie „Left behind“ von Tim LaHaye and Jerry B. Jenkins und verkauft sich nach Angaben der Hersteller bislang gut.


Aus: "Game: Christliches Killerspiel spaltet die USA" (13.12.06; focus.de; cf/rtr)
Quelle: http://www.focus.de/digital/games/game_nid_41005.html

-.-

Quote
[...] Nach dem Amoklauf eines vor kurzem volljährig gewordenen jungen Mannes im beschaulichen Emsdetten überschlagen sich Politiker der großen Koalition mit erneuten Forderungen nach einem Verbot von "Killerspielen". Diese "animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten", suchte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber nach einer Kabinettssitzung in München am heutigen Dienstag nach einer einfachen Erklärung des blutigen Vorfalls an einer nordrhein-westfälischen Realschule. Es dürfe deshalb "keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben", verlangte der CSU-Politiker, dessen entsprechende Verbotsanträge bislang nicht über den Bundesrat hinausgekommen sind.


Aus: "Kritik an "naiver Scheindebatte" um das Verbot von "Killerspielen"" (heise.de/newsticker; 21.11.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/81375



« Last Edit: December 14, 2006, 04:26:54 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Bei einem bösen Charakter kann man sich besser fallen lassen...]
« Reply #5 on: December 16, 2006, 06:30:00 PM »

Quote
[...] "Lachen ist ein zutiefst politischer Vorgang" (Dani Levy)

Quote
Von Schneider selbst ist nur ein sprödes Zitat zum Film überliefert: "Es ist einfacher, so einen bösen Charakter zu spielen. Bei einem bösen Charakter kann man sich besser fallen lassen."

Aus: "Ich tanze auf einem Massengrab" Von Martin Jasper (Freitag, 15.12.2006)
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2184/artid/6197571
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[Witze über die Militärjunta... (Notiz, Mandalay)]
« Reply #6 on: September 12, 2007, 11:21:30 AM »

Quote
[...] 1996 wurden Lay und Paw zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt, weil sie auf einer Kulturveranstaltung in der Villa der Oppositionsführerin Aung San Suu-Kyi Witze über die Militärjunta gerissen hatten. [...] "Kaum waren meine Brüder zu Hause angekommen", erzählt Lu Maw, "dann hämmerte nachts der Geheimdienst an unsere Tür und schleifte sie weg".


Aus: "RIKSCHA-REPORT: Keine Gnade für die Schnurrbart-Komödianten" Von Jürgen Kremb, Mandalay (12. September 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,505082,00.html

-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Mandalay

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[Dogma, Gott, Kontext... (Notiz, Gotteslästerungsparagraf)]
« Reply #7 on: November 20, 2007, 02:54:53 PM »

Quote
[...] Der Begriff Blasphemie (altgr. ἡ βλασφημία, τῆς βλασφημίας - blasphêmía – die „Rufschädigung“, zusammengesetzt aus βλάπτειν - bláptein - „Schaden bringen, benachteiligen“ und ἡ φήμη - phếmê oder dorisch ἡ φάμα - pháma - „die Kunde, der Ruf“) bezeichnete ursprünglich eine „Gotteslästerung“, das heißt das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion. Er wird umgangssprachlich heute auch für rhetorische Angriffe auf gesellschaftlich höhergestellte Personen verwendet.

[...] Gotteslästerung gilt in vielen Religionen als schweres religiöses Vergehen. Sie ist in vielen Staaten auch heute noch eine Straftat, die in manchen sogar mit der Todesstrafe bestraft werden kann, z.B. in den vom Islam geprägten Ländern Saudi-Arabien, Pakistan und Iran. Ob und in welchem Umfang bestimmte Handlungen oder Äußerungen als „Blasphemie“ gelten, hängt von den rechtsgültigen Kriterien für ihre Feststellung und vom Stellenwert religiöser Traditionen und Wertorientierungen in einer Gesellschaft ab. Diese können sich schon innerhalb der Geschichte einer Religion stark wandeln.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beschimpfung von religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsvereinigungen dann nach § 166 StGB (dem Gotteslästerungsparagraphen) strafbar, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, ähnlich in Österreich nach § 188, 189 StGB.

[...] Jüngstes Beispiel einer Kontroverse um Gotteslästerung waren die von vielen Muslimen als blasphemisch empfundenen Mohammed-Karikaturen. Die Zeitung Jyllands-Posten wurde 2005 wegen Gotteslästerung in Dänemark angezeigt, aber in höchster Instanz freigesprochen.


Aus: "Blasphemie" (11/2007)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesl%C3%A4sterung

-.-

Quote
[...] Häresie (von griechisch αἵρεσις, haíresis „Wahl, Auswahl“) bedeutet im frühchristlichen Griechisch Wahl des Glaubens oder auch Partei (der von der Orthodoxie - dem rechten oder richtigen Glauben - Abweichenden). Der Begriff wird besonders von Katholiken zur Bezeichnung von Kirchengegnern verwendet. Als Synonyme werden Irrlehre und Ketzerei (von griech. καθαρος, katharós: rein; nach dem Namen der mittelalterlichen Bewegung der Katharer) verwendet. Während der Begriff der Häresie einen Irrglauben bezeichnet, wird die Abspaltung von der (offiziellen) Kirche als Schisma bezeichnet. Beides kann, muss jedoch nicht einhergehen. So kann ein katholischer Häretiker den Papst als solchen anerkennen und ein Schismatiker alle Glaubensinhalte der Kirche teilen.


Aus: "Häresie" (11/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ketzerei

-.-

Quote
[...]  WELT ONLINE: Es wird wieder über eine Verschärfung des „Gotteslästerungsparagrafen“ diskutiert. Halten Sie einen solchen Vorstoß für angebracht?

Bischof Walter Mixa: Die Art und Weise einer bewussten Beschädigung oder eines Lächerlichmachens von religiösen Überzeugungen und Symbolen wirft die Frage nach der Verantwortung für den inneren Frieden auf. Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung. Religiöse Überzeugungen, gleich welcher Art, in den Schmutz zu ziehen fördert nicht die Gesprächskultur.

WELT ONLINE: Ist das Strafrecht das richtige Mittel, dem zu wehren?
Bischof Walter Mixa: In diesem Fall halte ich das schon für angebracht. Denn durch das Strafrecht wird ja deutlich gesagt: bis hierher und nicht weiter! Es gibt immer wieder Leute, die kein Maß und kein Ziel mehr kennen und nur noch sich selber und ihre Ideologie – ohne Rücksicht auf Verluste.

Quote
Kleriker meint:
20-11-2007, 06:13 Uhr
Neues vom Mixa? Der nervt allmählich!


Quote
Kassandra meint:
20-11-2007, 06:31 Uhr
Wir brauchen mehr Männer und Frauen in Politik und öffentlichem Leben, die klar und direkt Position beziehen wie Bischof Mixa.

Quote
KlassClever meint:
20-11-2007, 06:19 Uhr
Mixa ist einer der Vertreter der kath. Kriche der dafür sorgt, dass dieser Glaubensstrang irgendwann aussterben wird.

Quote
Nina meint:
20-11-2007, 09:22 Uhr
Wegen Mixa erwäge ich, aus der Kirche auszuteten

Quote
Bauer Gerhard meint:
20-11-2007, 09:33 Uhr
Bischof Mixa ist ein Grund in der kath. Kirche zu bleiben.

Quote
Neckartaler meint:
20-11-2007, 10:18 Uhr
Es wird wieder über eine Verschärfung des „Gotteslästerungsparagrafen“ diskutiert

Ich fasse es nicht........!!!!!!!!!!!!
Bald haben wir dann auch wieder den Gottesdienst in Latein.
Ich kann nur noch den Kopf schuetteln.....!!!!!!

Quote
M.R. meint:
20-11-2007, 10:31 Uhr
... Mal wieder einer, der den Menschen sagen will, was sie zu wollen haben... Erinnert sehr an die DDR.

Quote
U.K meint:
20-11-2007, 11:00 Uhr
Mixa hat mal wieder Recht, wer ihn nicht versteht ist halt z8 ublöd dafür, kann man nix machen, da helfen auch keine Pillen.

Quote
Maria Kessler meint:
20-11-2007, 11:49 Uhr
Mixa sagt zwar, die Kirche müsse nerven, tatsächlich meint er sich und nur sich selbst. Er zeigt das Verhalten eines narzisstisch veranlagten, geltungssüchtigen Aufmerksamkeitsjunkies, für den es geradezu ein Bedürfnis ist, im Rampenlicht zu stehen und, ja eben, die Leute zu nerven.
Nun, wenn sich die kath. Kirche so präsentiert wissen will, bittesehr.

Quote
Petra meint:
20-11-2007, 13:30 Uhr
Wieder ein großartiges Interview von Bischof Mixa. Die Linken toben mal wieder. Wie so oft in letzter Zeit.

Quote
Sarkozyfan meint:
20-11-2007, 13:59 Uhr
Die Linken sind eine ganz besondere Spezie.
Sie gehoeren zwar der Homosapien-famillie an, aber sind aufgrund von einigen Gen-defekten, wie mangelnde Intelligezn, Argumentationsvermoegen, Geduld und ein genzlich nicht vorhandenes Nationalbewustsein, zu grosser Agression gezwungen um genau diese zu verstecken.
Dadurch das sie viel schreien, haben sie die Hoffnug andere zu ungehoert zu lassen, den eines ihrer Eigenschaften ist ach andere Menschen auf ihre Seite bringen zu wollen.
Etwas was generell normal ist, aber durch ihre ewigen paten prueche wie "freiheit" etc. etwas Hypokratisch und laecherlich wirkt.

Die groesste Pest der Welt sind die Linken. Auch 68 genannt.
Bitte verkriecht ecuh wieder in euren Hoehlen und raucht Pot und lasst uns intelligenten Rechten, Christen die Welt etwas vernuenftig gestallten, wenn wir die Wlet gerettet haben, duerft ihr uns auch ganz doch dafuer kritisieren, versprochen ;)

Quote
  M. Kessler  meint:
20-11-2007, 14:23 Uhr
Tut mir leid, Frau Petra, aber Ihre Furcht, es würden nur "Linke" protestieren, ist Paranoia. Ich zähle mich keineswegs zu den Linken, bin aber entschieden dagegen, dass eine nichtsstaatliche Interessengruppe (Kath. Kirche) umgeben von den kräftig blökenden Schafen ebenfalls nichtsstaatlicher, erzkonservativer Mutterkreuzzügler (z.B. die Sekte "Familie ist Zukunft", der Sie ja wohl angehören) sich anmaßen, staatliche Regierungspolitik zu beeinflussen und dringend nötige Reformen zu blockieren. Da hört sich der Spaß nämlich auf, definitiv. Sie irren gewaltig, wenn Sie meinen, der christliche Fundamentalismus werde nur von Linken abgelehnt.

Quote
  M. Kessler  meint:
20-11-2007, 14:41 Uhr
@ Sarkozyfan

"Bitte verkriecht ecuh wieder in euren Hoehlen und raucht Pot und lasst uns intelligenten Rechten, Christen die Welt etwas vernuenftig gestallten, wenn wir die Wlet gerettet haben, duerft ihr uns auch ganz doch dafuer kritisieren..."

Hmm, soll das jetzt eine Probe Ihrer Intelligenz sein?? Ja, genau so schätze ich Sie und Ihresgleichen ein.



Aus: " Religion: Bischof Mixa will, dass "die Kirche nervt"" (20. November 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/article1378946/Bischof_Mixa_will_dass_die_Kirche_nervt.html

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Suchmaschienen Textfraktale:

Radio Vatikan - 9. Nov. 2007
Katholische und islamische Theologen haben sich dagegen ausgesprochen, Gotteslästerung im deutschen Strafrecht schärfer zu verfolgen...

DEA Evangelische Nachrichtenagentur - 10. Nov. 2007
Lublin (idea) – In Polen ist der Reformator Martin Luther (1483-1546) öffentlich als Gotteslästerer und Irrlehrer angeprangert worden...

Jenseits der Aufklärung
hpd-online - 14. Nov. 2007
Das wäre eigentlich die Spitze des Eisberges gewesen: ein Vortrag über „Gotteslästerung“ in der Veranstaltungsreihe zu „Glaube und Satire“ an der Uni Passau...

Theologen für Streichung des Gotteslästerungs-Paragraphen
Evangelischer Pressedienst - 9. Nov. 2007
Bei Theologen stoßen Bestrebungen, Gotteslästerung strafrechtlich schärfer zu verfolgen, auf Widerspruch. Die Geschichte zeige, dass Strafprozesse mit dem...

Fotografien von Georg Kürzinger im Museum der Weltkulturen in ...
Frankfurt-Live.com - 16. Nov. 2007
Sein 1959 fertig gestellter Roman „Die Kinder unseres Viertels“ wurde auf Druck konservativer islamischer Kreise als angebliche Gotteslästerung verboten und...

1835 bis 1843 war Gutzkows Werk in Deutschland sogar wegen angeblicher Gotteslästerung verboten. Der reaktionäre Kritiker Wolfgang Menzel hatte alles...

Rhein Main Presse - 12. Nov. 2007
Von nun an verkündet Paulus das Wort Jesu, sieht sich bald selbst in der Rolle des Angeklagten und wird der Gotteslästerung beschuldigt...

"Kunst und Homosexualität" in Florenz
ORF.at - 29. Okt. 2007
Außer Blasphemie, wie der Kurator Eugenio Viola betont: "Die in der Ausstellung gezeigten Werke haben natürlich nichts mit Gotteslästerung zu tun...

DIE WELT, Brieffach 2410, 10888 Berlin, Fax: (030) 2591-71608 ...
WELT ONLINE - 26. Okt. 2007
Tatsächlich sagte ich: "Der Kölner Kardinal Meisner hat die Gotteslästerung begangen, indem er es sich leistete zu sagen: Wäre Jesus alt geworden...

Rheinische Post - 25. Okt. 2007
... frühe Medicus eben selbige seziert und katalogisiert hat, weil die eigene Art zu Studien nicht geöffnet werden durfte (wegen Gotteslästerung...

09.11.2007 Islam-Wissenschaftler: Bau von Moscheen muss akzeptiert ...
Islamische Zeitung (Abonnement) - 9. Nov. 2007
Er hatte am Donnerstagabend auf Einladung Kalischs über sein jüngst veröffentlichtes Buch «Gotteslästerung» referiert. Wie gründe ich einen Verein?...

Schweinzeit 2007: Passauer Klerus lässt Kunstwerke abhängen
medienDenk - 21. Okt. 2007
In dem Presseorgan des Bischofs waren die Bilder als gotteslästerlich und geschmacklos verurteilt worden. Den Zeigefinger hob vor allem Domvikar Dr....

König Abdullah modernisiert diskret
FR-online.de - 6. Nov. 2007
Demokratie gilt den wahhabitischen Theologen als Gotteslästerung. Sie sorgen auch dafür, dass Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren und die meisten...

“Mit höllischen Grüßen”
Deutschlandradio - 28. Okt. 2007
Der Autor von "Seelandschaft mit Pocahontas" war ja sogar wegen "Gotteslästerung und Pornografie" polizeilich vernommen worden, und suchte jahrelang...

Der Bischof von Innsbruck sollte zurücktreten
kreuz.net - 27. Okt. 2007
Das ist eine niederträchtige Gotteslästerung und Verhöhnung. Selbst die damaligen Schergen ließen die Gekreuzigten nicht nackt am Kreuze hängen...

Fragen an Dr. Ditmar Staffelt
abgeordnetenwatch.de - 9. Nov. 2007
Das Recht auf Gotteslästerung ist in einer nichtkonfessionellen Demokratie ein Zeichen von Freiheit und Toleranz. Doch darf das nicht so weit gehen...

Angeklagte ohne Chance
P.M. - 24. Okt. 2007
Vor Gericht wird Sokrates Gotteslästerung und Verführung der Jugend vorgeworfen, doch das sind nur Vorwände. Tatsächlich ist der bekennende Atheist den...

Der Freistaat startet eine Bundesratsinitiative, mit der ...
Märkische Allgemeine - 23. Okt. 2007
Seit 1969 bestraft Paragraph 166 nämlich nicht mehr die Gotteslästerung, sondern nur noch die Gefährdung des öffentlichen Friedens...

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[Mordplan gegen Mohammed-Karikaturisten aufgedeckt... ]
« Reply #8 on: February 13, 2008, 11:07:40 AM »

Quote
[...] Kopenhagen - Die Mohammed-Karikaturen wurden vor zweieinhalb Jahren veröffentlicht - die Zeichner leben immer noch in Lebensgefahr. Ein Sprecher des dänischen Polizeigeheimdienstes PET hat heute die Festnahme von mehreren Männern in der Stadt Århus bestätigt, die einen der Zeichner angeblich ermorden wollten.

Die Festnahme sei in der Nacht in vorbeugender Absicht "in einem frühen Stadium" erfolgt. Nach Angaben der Zeitung "Jyllands-Posten" handelt es sich bei den Festgenommenen um Muslime. Die Mordpläne seien schon relativ konkret gewesen - der Zeichner Kurt Westergaard sollte demnach in seinem eigenen Haus getötet werden.

"Jyllands-Posten" hatte im September 2005 zwölf Karikaturen mit Darstellungen des Propheten veröffentlicht. Einige Monate später brachen in islamischen Ländern wegen der Verletzung des Abbildungsverbotes für Mohammed massive und teilweise gewalttätige Proteste aus. Dabei starben mehr als 150 Menschen.

Der 73-jährige Westergaard hatte gemeinsam mit elf Kollegen Bilder von Mohammed für einen Wettbewerb erstellt und den Propheten dabei als finsteren, vollbärtigen Mann mit einer Bombe im Turban gezeichnet. Laut "Jyllands-Posten" stand er mehrere Monate lang unter massivem Polizeischutz. Der Zeichner und seine Frau mussten demnach ständig umziehen und vorübergehend an geheimen Orten leben.

Der Chefredakteur der "Jyllands-Posten", Carsten Juste, sagte nach der Festnahme, die Chefredaktion habe über Monate mit Sorge gesehen, dass Westergaard beschützt werden musste. Die Redaktion fühle mit ihm und seiner Familie. Es sei beschämend, dass ein Mann, der seine Arbeit in voller Übereinstimmung mit den dänischen Gesetzen, der dänischen Presseethik und der dänischen Zeitungstradition ausgeführt habe, mit Mord bedroht werde.

Westergaard selbst erklärte in der "Jyllands-Posten", er sei zornig, dass eine gewöhnliche, alltägliche Handlung wie seine Zeichnung zu einem derartigen Wahnsinn führe. Er wisse nicht, wie lange er unter Polizeischutz stehen werde, aber die Nachwirkungen dieser wahnsinnigen Reaktion würden sein Leben lang anhalten. "Das ist traurig, aber das sind nun meine Lebensbedingungen. "

anr/ler/dpa




Aus: "Mordplan gegen Mohammed-Karikaturisten aufgedeckt" ( 12. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,534660,00.html

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[Ein paar Leute in lustigen Gewändern... (Wo bitte geht's zu Gott?)]
« Reply #9 on: February 13, 2008, 02:46:08 PM »

Quote
[...] Die Diözese Rottenburg-Stuttgart erstattete bereits Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Auch das Bundesfamilienministerium will das Buch de facto verbieten lassen. Das Ministerium beantragte die Indizierung des Kinderbuchs "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" vom Aschaffenburger Verlag Alibri als jugendgefährdende Schrift. Nach Angaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) wird die mündliche Verhandlung Anfang März stattfinden.

[...] Das 20-seitige Buch erzählt von einem Ferkel und einem Igel, die ein Plakat entdecken, auf dem geschrieben steht: "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Deshalb macht sich das Duo auf den Weg, Gott zu suchen. Die Frage, ob einem religionslosen Kind etwas fehlt, werde dabei "aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet", hieß es vom Verlag, der für religions-, kirchen- und kulturkritische Schriften bekannt ist.
 
"Und die Moral von der Geschicht: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht", heißt es am Ende des Buches, das sich mittlerweile einer großen Fan-Gemeinde erfreut.

[...] Der Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser sagte bereits im Oktober 2007 anlässlich der Präsentation des Buches, dass es bei dem kleinen Ferkel weder darum geht, zu missionieren noch zu indoktrinieren: "Es klärt auf, auf unkonventionelle Weise vielleicht, aber Aufklärung ist nicht gleich Indoktrination. Im Gegenteil. Das Buch kann dazu beitragen, dass die Kinder lernen, nicht jede Aussage - stamme sie von einem Religions-Lehrer oder aus einem Buch - für wahr zu halten. Problematisch wäre es, wenn in dem Buch behauptet würde, Atheisten seien die besseren Menschen. Aber das ist nicht der Fall. Die Grundaussage des Buchs ist doch: Wir Menschen sind alle gleich, Gläubige wie Ungläubige - auch wenn ein paar 'Leute in lustigen Gewändern' das nicht wahrhaben wollen!"


Aus: "Jugendgefährdende Schrift?: Kinderbuch über Weltreligionen" von Peter Poprawa (9. Februar 2008)
Quelle: http://www.n-tv.de/916656.html

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Quote
[...] Nach der Lektüre bin ich für meinen Teil davon überzeugt, daß ich mich für dieses Buch nicht stark machen möchte, und daß die Entscheidung der Bundesregierung verständlich ist. Den Text kann man als Ideologie akzeptieren, auch wenn es die Religionen allesamt in etwas fragwürdiger Weise auf den Arm nimmt.

Was aber das Buch mehr als tendenziös erscheinen lässt, sind die Zeichnungen. Die Gestalt des Rabbiners ähnelt in vielem den Karikaturen des damaligen STÜRMERS. Das ist auf dem verminten Boden Deutschlands — den Ausdruck übernehme ich von Ingeborg Drewetz — alles andere als unverfänglich.

Das Buch verstößt mithin gegen die Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Religionen. Also, ich stimme gegen einen Protestbrief an die Bundesregierung.


Aus: "Zur Diskussion:
Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Guy Stern (02/2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/diskussion_kinderbuch_080208.html

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[...] zum Indizierungsversuch: Dem, finde ich, sollten wir prinzipiell die Stirn bieten — ob nun durch eine Presseerklärung oder sonstwie, sei dahingestellt. Es geht doch nicht darum, dieses Buch an sich zu verteidigen, sondern bürokratische Zensur, Unterdrückung der Meinungs– und Äußerungsfreiheit und staatliche Eingriffe in die Kunst abzuwehren. So wie ich vehement gegen jeden Zensurversuch bei den dänischen Mohammed–Karikaturen war, bin ich entschieden gegen jeden Zensurversuch gegen dieses Buch und finde, wir als Autorenvereinigung, die für die (ungeteilte!!!) Freiheit des Wortes stehen sollte, sollte dies öffentlich zum Ausdruck bringen. Dabei muß natürlich auch unseren unterschiedlichen weltanschaulichen und religiösen Einstellungen insofern Rechnung getragen werden, daß eine öffentliche Erklärung unsererseits nicht als inhaltliche Identifikation mit dem Buch verstanden werden kann. (Auf die historisch verständliche deutsche und österreichische Sonderheit der Strafbarkeit nazistischer Meinungsäußerungen — bei mir in den USA undenkbar — will ich hier nicht eingehen.)

Drittens, zum Buch selber: Obwohl ich mich als humanistischen Atheisten (oder atheistischen Humanisten) bezeichnen würde, pflichte ich dem Zeit-Rezensenten weitgehend bei. Antisemitisch ist das Buch nicht, anti–monotheistisch (auch allgemein anti–theistisch) ja. Im Gegensatz zu meinem Freund Guy Stern kann ich in der Darstellung des Rabbiners keine Ähnlichkeit zu Stürmer–Stereotypen erkennen, im Gegenteil, es hat mir den Anschein, als hätte sich der Zeichner bemüht, gerade das zu vermeiden. In der Moschee–Sequenz vermisse ich allerdings den Hinweis, daß Mosleme auch nicht gerade Ferkel–Freunde sind — da haben es sich die Autoren (wie auch an anderen Stellen) zu bequem gemacht, denn ein Schwein wäre doch schon von Anfang an von den Stufen der Moschee geknüppelt oder gesteinigt worden. Ansonsten finde ich das Buch streckenweise recht witzig, und als Antidote gegen die Übermacht der organisierten Religionen im öffentlichen Leben halte ich es mit seinen karikaturistischen Übertreibungen für durchaus angebracht und angemessen — wenn mich auch wie den Zeit–Renzensenten die aufdringliche Ideologisiererei am Schluß stört, vor allem mit dem überflüssigen FKK–Bild. Aber wie gesagt, es geht hier nicht um persönliche Einstellungen zu dieser oder jener Religion, es geht hier nur ums Prinzip, daß staatlichen Zensurbemühungen — noch dazu unter solch fadenscheinigen Vorwänden wie in diesem Fall des Antisemitismus, hinter denen sich meiner Meinung nach wahrscheinlich kirchenhörige Bürokraten gut verschanzt glauben — gewehrt werden sollte.


Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Fred Viebahn (02/2008)
http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/fv_ferkelbuch_080208.html

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[...] Es ist nichts gegen ein Kinderbuch einzuwenden, das Gott in Frage stellt und die Vorstellungen der drei Religionen aufspießt. Soviel Humor und Meinungsfreiheit sollten selbst fromme Menschen besitzen. Doch Dummheit tut weh. Die falsche und fiese Darstellung des Judentums sowie die primitive Behauptung, als gehöre das fünfmalige Waschen zum Wesen des Islam, sollte Käufer davon abhalten, 12 Euro für unseriösen Mist auszugeben. Der Autor scheint so ungebildet zu sein, dass er weder beim Juden noch beim Moslem eine „rassistische” Anmerkung gegen den Wunsch des Ferkelchens einbrachte, deren Gotteshäuser zu betreten. Bekanntlich sind für Juden wie für Moslems Schweine abscheulicher als die schlimmsten Konkurrenten im Gottesbetrieb.


Aus: "Zur Diskussion:
Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel"
von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke - Mit der Keule gegen ein Kinderbuch" - von Ulrich W. Sahm (Jerusalem, 9. Februar 2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/sahm_ferkelbuch_080209.html

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[...] der Vorwurf antisemitisch ist ein Vorwand für die Unlust am Atheismus des Bandes. Der mißfällt mir letztlich in seiner dümmlichen Schlußpointe (das letzte Bild voller Nackter hat schon wieder Witz), aber jugendgefährdend ist das nicht. Und ein Bestzeller ist es nun auch.


Aus: "P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

Zur Diskussion:
Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" - von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" Diskussionsbeitrag von Lutz Rathenow (02/2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/rathenow_ferkelbuch_080209.html

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[...] die Indizierung ist ein Repressionsmittel aus der gleichen Waffenkammer, das gerade wir als PEN-Club nicht unwidersprochen hinnehmen dürften. Mit derselben Begründung müßte man eine andere — literarisch sicherlich anspruchsvollere — Kindergeschichte, die von Robert Musil über die Jäger Piff, Paff und Puff, auf den Index setzen, in der der "Glaube" an den gekreuzigten Gott mit dem "Aberglauben" an den Osterhasen auf eine kategorielle Stufe gestellt wird.

[...] Wer die Frage stellte, wie ein gekreuzigter Jesus Gott sein kann und gleichzeitig Schmerzen leiden, wie er eingeborener Sohn sein kann und gleichzeitig von Anbeginn da, wie ein Nächstenliebe predigender Gottessohn sich mit dem "grausamen Rachegott des Alten Testaments" (fast die gleiche Formulierung wie bei Dir, aber als Sachaussage!) verträgt, der wurde verfolgt. Das will ich heutigen Kinderbuchautoren nicht antun müssen. Daß wir heute, wenigstens im Westen und wenigstens streckenweise, aufgeklärter denken, verdankt sich nicht zuletzt mutiger Religionskritik, Feuerbach, Marx usw.

Bezeichnend ist daher auch, daß der Angriff der Autoren auf die drei Hauptreligiönen vor allem des Antisemitismus geziehen wird. Das Argument "Antiislamismus" würde im heutigen politischen Kontext nicht verfangen, der wird ja geradezu gefordert.

Dies meine Position zu dem Problem. Einzig und allein die Frage: Sind wir für ein Verbot oder gegen ein Verbot?, zählt, und die Antwort müßte doch eigentlich klar sein.


Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Hans-Christian Oeser (02/2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/hco_ferkelbuch_080208.html

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[...] Ich halte das (sicher witzig illustrierte) Buch für ebenso demagogisch und intolerant gegenüber Andersenkenden (in dem Falle Gläubigen überhaupt) wie die Eingangslosung, der Igel und Schwein nachspüren. Aus "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" wird als Message für Kinder "Wer Gott kennt, dem fehlt etwas! Nämlich hier oben…" Dazwischen jagen drei jüdische, christliche, muslimische Fundamentalisten den kleinen Tierchen Angst ein… Diesem Buch werden nicht nur christliche, jüdische oder muslimische Eltern, sondern auch Kinderpsychologen die Rote Karte zeigen. Auch ich tue das, die ich aus einer anderen christlichen Tradition komme…

Ich möchte mich lieber mit dem Autor auseinandersetzen statt ihm den Rücken zu stärken! Wir sind hier nicht in Saudi-Arabien und auch nicht bei den wiedererweckten Christen Amerikas. Wir leben in einem Land, in dem die Kinder verschiedener Religionen — gemeinsam mit den aus nichtreligiösen Familien — lernen müssen, einander zu tolerieren und zu respektieren; wir leben in einem Land, in dem ca. die Hälfte der Menschen in irgendeiner Form gläubig ist. Das Buch mit seiner Kurzaussage: "Religion heißt Menschen ertrinken lassen, Jupp an de Latt nageln lassen und fünfmal täglich in die Knie gehen" senkt das Thema auf das Niveau: "Alle Deutschen sind wie Adolf Hitler"… Das Buch erinnert mich irgendwie an die K–Gruppenzeit.


Berlin, den 7. Februar 2008


Aus: "P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland - Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Freya Klier (7. Februar 2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/fk_ferkelbuch_080209.html

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Quote
[..] Nicht erst, seitdem die Jesuiten es abgelehnt haben, mich vor der Bedrohung durch die Gaskammern in Schutz zu nehmen und nicht erst, seitdem orthodoxe Rabbiner mein Judesein meinten negieren zu dürfen, und nicht erst, seit Protestanten glaubten, die Herausgabe von Lebensmittelpaketen, nach denen ich hungerte, mit der Forderung nach bravem Beten verknüpfen zu dürfen, habe ich meine grundsätzlichen Probleme mit organisierter und institutionalisierter Religion. Soviel zu meiner persönlichen Voreingenommenheit.

Stefan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland hat zweierlei erklärt. Zum einen, daß er das Buch nicht für antisemitisch halte. (Auch ich würde diesen Vorwurf abweisen.) Zum anderen hat der Generalsekretär des Zentralrats eine Indizierung gefordert, weil es alle drei großen monotheistischen Religionen gleichermaßen verleumde.

Nun läßt sich sicherlich vieles zu diesem Buch sagen, so zum Beispiel, daß man sich vorstellen könnte, auch Kinder darauf hinzuweisen, daß die "Erfindung" von Gott in der Evolutionsgeschichte auch als eine kulturelle Leistung zu sehen sei.

Solange aber fundamentalistische Literatur auch für Kinder zu Recht nicht indiziert wird, solange sollte auch ein nicht notwendigerweise gutes Buch, nur weil es antireligiös ist, nicht indiziert werden.

Es mag Pflicht oder Recht der organisierten, institutionalisierten Religionen sein, sich für eine Indizierung auszusprechen — es sollte jedoch Aufgabe einer Vereinigung von Autoren sein, sich gegen Indizierung auszusprechen.


Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Peter Finkelgruen (02/2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/pf_ferkelbuch_080208.html

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[...] Das Buch ist nicht antisemitisch sondern antireligiös. Die Interpretation der besagten Kampfszene als antisemitisch ist ein Witz — das ganze Buch ist ja so aufgebaut, dass immer alle drei Religionen angegriffen werden, bei der Vorstellung auf dem Berg in der Reihenfolge ihres Alters.

Was man dem Buch aber vorwerfen kann: Es ist für Kinder sicher nicht klar, dass hier (angeblich) nur die stursten, konservativsten Vertreter der jeweiligen Religion angegriffen werden.

Man kann jede Religion oder Weltanschauung leicht zur Sau machen, wenn man sie auf einige komische Klischees beschränkt oder auf die Haltung der stursten Vertreter.

Die Bilder finde ich nicht "niedlich" und auch nicht witzig — sie gehören eher in den Bereich der Satire, aber auch des schlechten Geschmacks.

Es soll jedem freigestellt sein, zu GLAUBEN, eine Religion zu haben — auch wenn es keine der grossen Weltreligionen ist — oder eben NICHT zu glauben. (Zu den grossen Weltreligionen wären auch Hinduismus und Buddhismus zu zählen, die im Buch gar nicht vorkommen.) Auch Atheisten können human agieren und Gläubige können sich inhuman verhalten, in der Geschichte wie heute.

Solange jede Menge religiöse Kinderbücher auf dem Markt sind, gibt es daher keinen Grund, ein solches Buch zu verbieten, auch wenn es als Kinderbuch nicht überzeugt.



Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Irène Bourquin (02/2008)
Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/bourquin_ferkelbuch_080209.html

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Quote
[...] Ob nun das Judentum etwas schlechter wegkommt als Katholizismus und Islam, ist nicht ausschlaggebend. Nach der Lektüre des Buchs wird kein Kind auf die Idee kommen, dass Juden schlimmere Menschen sind als Christen oder Muslime. Die Moral des Buchs ist, dass Gläubige verrückt sind – Juden ebenso wie Christen und Muslime. Und weil sie allesamt schnell reizbar sind, sollte man sich von ihnen fernhalten und lieber mit Papierfliegern spielen. Ob das geeigneter Stoff für ein Kinderbuch ist, sei dahingestellt. Eine antisemitische Hetzschrift ergibt er jedenfalls nicht, sondern lediglich eine humorlose Polemik mit ansprechenden Illustrationen und schlichtem ideologischen Hintergrund.

Schmidt-Salomon zeigt sich als selbstgerechter und eindimensionaler Religionshasser. Seine Heilserwartung ist die rückstandslos entzauberte Welt, die vollendete Moderne. Die Gegner des Fortschritts sind die Religionen, wobei ihm das Judentum genauso im Weg ist wie alle anderen Religionen. Und nun benutzt er auch Kinderbücher, um seine naive und völlig dialektikfreie Version von Aufklärung zu propagieren. Das ist nicht zu begrüßen. Doch eine Indizierung wäre überzogen.


Aus: "Gottlose Tiere" Von Jan Free (5.2.2008)
Quelle: http://www.zeit.de/online/2008/06/kinderbuch-religion?page=all

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Quote
[...] Während also der muslimische Mob aus Protest gegen Mohammed-Karikaturen Botschaften abfackelte, zieht nun das Bundesfamilienministerium gegen eine Kinderfibel zu Felde. Das ist, man muss es zugeben, ein erheblicher zivilisatorischer Fortschritt, aber dennoch bedenklich.

[...] Wer sich von der Religion frei wähnt, ist oft Opfer ihrer dümmsten Vorurteile. Sicher hätten jüdische Atheisten die Sache ganz anders dargestellt, und man darf annehmen, dass bei ihnen der Gott der Antisemiten von Paulus bis Hitler, von Mohammed bis Osama bin Laden, nicht ganz so glimpflich davongekommen wäre.  Also doch ein Fall für den Index? Kinderbücher, die zu unterhalten vorgeben, in Wirklichkeit aber erziehen wollen, sind ohnehin eine Pest.  Eigentlich gehörten sie alle verboten. Aber Kinder sind weniger doof, als die meisten Eltern und Zensoren glauben. Wenn sie die Gelegenheit und die Wahl haben, greifen sie instinktsicher zu moralfreien Geschichten wie „Pu der Bär“. Der wird ein Klassiker bleiben, wenn dieses traurige Dokument der Borniertheit längst vergessen ist. Es zu verbieten wäre zu viel der Ehre.

[...] Das einzig Schlimme am Atheismus, denke ich mir zuweilen, sind die Atheisten.P.P.S. Mein lieber Freund Ingo Langner schrieb mir zum Artikel in der "Welt" - oder vielmehr zu "Pu der Bär": "Moralfrei?? ich finde das Buch hochmoralisch". Hmm. Was meinen die anderen LeserInnen?

Quote
adenosine
09.02.2008 - 11.10 Uhr

Religionen haben kein besonderes Recht auf Schutz vor Kritik und auch keine Bevorzugung bei der Meinungsbildung von Kindern. Selbstverständlich müssen sie im Rahmen der Gesetze zur Ausübung ihrer Freiheiten wie andere Gruppen vor Verleumdung und Belästigung geschützt werden aber eine religiöse Hypothese hat keinen höheren Schutzbedarf als andere Meinungen.


Quote
Hannes Küper  13
10.02.2008 - 04.33 Uhr

Meinen Kindern gefiel das Buch sehr gut. Immer dann, wenn sich die Religions-
vertreter wegen lustiger Kommentare der Tiere aufregten, lachten meine Kinder
besonders laut. Wie, wenn sich bei Stan und Olli der Schnautzbart über eine naive
Bemerkung Stans übertrieben aufregt. Das Buch ist kein bißchen antisemitisch.
Denn der Judengott ist tatsächlich rachsüchtig, wie die Erzählung der Arche Noah,
von Isaaks Beinahe Opferung, von Sodom und Gomorrha, Jericho uva zeigen. Auch
der Ausschluß sogenannter "Unreiner" findet sich im Judentum besonders stark.
Religiöse "Apartheit" muß man so nennen dürfen, ohne "Antisemit" genannt zu
werden. Die anderen Religionen sind natürlich genauso schlimm, wenn sie sich die
barbarischen Vorstellungen der jüdischen Religion zu eigen machen.


Quote
Wayne
12.02.2008 - 09.57 Uhr

Sie disqualifizieren sich schon mit dem Einleitungssatz: "Anders als in der muslimischen Welt ist in Europa die Religionskritik erlaubt. Es sei denn, sie wird verboten."
Sie haben offensichtlich keine Ahnung, ob und wie in muslimisch geprägten Ländern, hier sei beispielhaft die Türkei mit der Diskussion über das Kopftuchverbot erwähnt, weil über diese Diskussion auch in deutschen Medien berichtet wurde, über Religion diskutiert wird. Auf primitiver Ebene könnten Sie das in morgentlichen türkischen Talkshows erleben. Es tut mir leid Ihre Vorurteile zu widerlegen, aber auch Muslime sind fähig kritisch mit ihrer Religion umzugehen.
Die Frage die sich mir stellt ist warum sie Ihren Beitrag so beginnen.


Quote
hans  256
08.02.2008 - 11.25 Uhr

das kleine Ferkel
Als Kind war ich in den Schulferien gern auf den Hof meiner Grosseltern.

Dabei ist mir aufgefallen, dass Ferkel immer einen traurigen Blick haben. Auf meine Frage warum das so ist sagte mein Großvater: hans, wer hat schon gern ein Schwein zum Vater und eine Sau zur Mutter.


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TobyR  30
07.02.2008 - 12.45 Uhr

Aber Kinder sind weniger doof, als die meisten Eltern und Zensoren glauben.
Das ist doch mal ein wunderbarer Satz.

...



Aus: "Wie antijüdisch darf ein atheistisches Kinderbuch sein?" -  von Alan Posener, Kommentarchef der WELT am SONNTAG (06.02.2008)
Quelle: http://debatte.welt.de/weblogs/148/apocalypso/59178/wie+antijuedisch+darf+ein+atheistisches+kinderbuch+sein?highlight=%2C

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Quote
[...] "Mit dem Indizierungsantrag gegen das Kinderbuch 'Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel' verstößt das Familienministerium erneut gegen die ihm als staatliche Institution gebotene Neutralität.

Der Antrag gegen das Buch ist ein Versuch der weltanschaulichen Zensur.

Das Ministerium versucht, religionskritische Kinderliteratur aus den Buchläden zu verbannen.

Der Staat darf sich nur bei objektiver Gefährdung von Kindern und Jugendlichen einschalten, hier liegt aber keine Gefährdung vor. Das Buch erfüllt kein einziges Kriterium für Indizierungen nach § 18 Jugendschutzgesetz. Der Antisemitismusvorwurf ist offenbar ein Vorwand für die Durchsetzung christlicher Erziehung seitens des Familienministeriums. Areligiöse Beeinflussung ist genauso wenig wie eine vermeintlich oder tatsächlich mangelnde Qualität eine legitime Begründung für eine Indizierung.

Meinungsfreiheit muss für alle gelten, auch für Religionskritiker. Wir fordern von der Bundesprüfstelle die Ablehnung des Antrages und vom Familienministerium eine öffentliche Zurücknahme der darin enthaltenen unberechtigten und rufschädigenden Vorwürfe gegenüber den Verantwortlichen für das Kinderbuch."


Aus: "Meinungsfreiheit auch für Religionskritiker" - HAGEN. (hpd) Säkulare Verbände fordern Meinungsfreiheit auch für Religionskritiker. Gemeinsame Erklärung zum Indizierungsantrag gegen 'Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel' (6 Feb 2008)
Quelle: http://hpd-online.de/node/3773

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Dokumente:
Der Indizierungsantrag des Bundesfamilienministeriums als PDF-Dokument.
http://www.schmidt-salomon.de/indizierungsantrag.pdf


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Quote
[...] Urteil aus pädagogischer Sicht:

Das Buch trägt zwar nicht dazu bei, dass Kinder ihr Weltbild klären und weiterentwickeln können, oder dass sie lernen, sich in einer pluralistischen Welt zu orientieren. Es gibt ihnen nicht das, was sie brauchen. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass es ihnen schadet, so dass der Staat eingreifen muss, finden wir unangemessen.

Wir fördern die Selbstbestimmung und Urteilsfähigkeit von Kindern. Dazu gehört auch immer ein „Vertrauensvorschuss“, dass sie dazu in der Lage sind. Dass Kinder sich auch an Vorbildern orientieren, die wir aus pädagogischer Sicht problematisch finden, gehört zu unserer Alltagssituation.

Dass Kinder „verdorben“ werden, wenn sie die falschen Bücher lesen, ist eine Vermutung, die meistens vernachlässigt, wie Kinder das, was sie lesen, auf dem Hintergrund ihrer Alltagserfahrung interpretieren. Und da macht es vermutlich auch einen Unterschied, wer ihnen ein Buch schenkt, empfiehlt etc.

Kinder müssen dann – auch durch den Staat – geschützt werden, wenn sie selbst bedroht sind, z.B. durch entwürdigende Darstellung in Kinderpornographie oder Instrumentalisierung durch Erwachsene, wenn sie z.B. als Selbstmordattentäter verkleidet werden.
Schlussfolgerungen

Es liegt uns daran, dass Eltern, KollegInnen und die an Lebenskunde interessierte Fachöffentlichkeit uns nicht mit der Position des Anti-Religion-Agitators verwechselt.

Es liegt uns außerdem daran, dass das Ziel, den Kindern ein angemessenes und klärendes Bild von Religionen durch Bilder, Texte, Gespräche und Begegnungen zu vermitteln, die gemeinsame Verantwortung von Eltern und Lebenskundelehrern ist, die wir nicht an den Staat delegieren.

Schließlich liegt uns daran, dass wir uns nicht als zähnefletschende Atheisten in das Gerangel von Priester, Imam und Rabbi schmeißen, wie das Buch sie zeigt. Den Kindern bringen wir bei, dass das Argument, der andere habe angefangen, wenig zu einer Bearbeitung von Konflikten beiträgt, die allen Beteiligten nützt. Viel Feind, viel Ehr, heroische Opfermentalität oder Gier nach Skandalöffentlichkeit ist nicht unsere Maxime.



Aus: "Religionen humanistisch erklären" Peter Adloff (7 Feb 2008)
Quelle: http://hpd-online.de/node/3784

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Quote
[...] Unterstützung finden die Autoren beim Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Peter Riedesser, der im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung sitzt. Sein Urteil: "Als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll! Schauen Sie sich doch einmal an, was den Kindern in unseren Kindergärten und Schulen sowie in vielen Elternhäusern beigebracht wird!" Mit seinem Kollegen Axel Verderber arbeitet er derzeit an einem Buch über die Folgen von Religionserziehung aus psychologischer und psychiatrischer Sicht. Man wird also noch einiges hören vom Kreuzzug der Ungläubigen.


Aus: "Das Religionen-Hasser-Buch fürs Kinderzimmer" VON: JS (30.01.08)
Herausgeber: Christlicher Medienverbund KEP e.V.
Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de/themen/bcher/buecher-single/article/das-religionen-hasser-buch-fuers-kinderzimmer/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=9&cHash=734bf0bedf



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Quote
[...] Nun mag man von der arg vereinfachenden, ja geradezu profanisierten Religionskritik halten was man will, ein Fall für den Index Librorum Prohibitorium ist sie aber nicht. Und dennoch strebt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Ursula von der Leyen vorsteht, eine Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdete Schrift an.

Indes kann es nicht verwundern, daß ausgerechnet von der Leyen, selbst einer konservativ-christlichen Familie entstammend, ein Verbot eines solchen Buches befürwortet. (Ihr Vater Ernst Albrecht, ehemaliger CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen sprach sich für familiäre Hierarchien aus, die er in der Bibel vorgezeichnet sehen will.) Als sie im April 2006 ein "Bündnis für Erziehung" ankündigte, welches zum Ziel haben sollte, christliche Werte wieder zum Fundament der Erziehung zu machen, unterstrich sie damit die Leitlinien ihres Familienbildes: Religion habe einen zentralen Platz im Leben der Familie einzunehmen.

Überhaupt ist die Debatte um das "Bündnis für Erziehung" dienlich, um den Mißstand in diesem Lande zu unterstreichen. Seinerzeit ärgerten sich Moslems und Juden gleichermaßen darüber, daß man sie nicht zu einer Diskussion über religiöse Werte und Erziehung eingeladen hat. In den Medien fanden vorallem die Vertreter der beiden anderen Weltreligionen Gehör; die atheistischen Gegenpositionen aber bzw. jene Stimmen, die für staatlichen Neutralismus in der Erziehungs- und Bildungsfrage warben, blieben ungehört. Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses (nach Art. 4 GG) ist aber eben nicht gegeben, wenn die Weltanschauung ohne einen Gott zurecht kommt. Der Glaubende bekommt Rechte eingeräumt, wird gesellschaftlich hofiert, wenn auch manchmal - aufgrund seines Anachronismus - liebevoll belächelt; den Atheisten macht man aber verächtlich, bezichtigt ihn nicht selten - wie der unglücksselige Martin Hohmann seinerzeit, indem er die Diktaturen des 20. Jahrhunderts zu Machwerken von Atheisten verklärte - aller möglichen Verbrechen.

[...]



Aus: "Das Atheistenschwein" Von Roberto J. De Lapuente (01.02.2008 / Themen: Bildung)
Quelle: http://de.indymedia.org/2008/02/206938.shtml

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[Papst kritisiert gekreuzigten Frosch... ]
« Reply #10 on: September 07, 2008, 08:43:19 PM »

Quote
[...] Seit Monaten streiten die Südtiroler über den im Bozner Museion ausgestellten "gekreuzigten Frosch" des deutschen Künstlers Martin Kippenberger. Selbst der Papst hat sich nun zu dem umstrittenen Kunstwerk geäußert: Benedikt XVI. betonte, dass es "die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt hat, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unserer Rettung sehen". Das schrieb er in einem Brief an den Südtiroler SVP-Politiker Franz Pahl. Dieser wurde am 7. August verfasst, als der Papst seinen Urlaub im Südtirolerischen Brixen verbrachte. Teile des Schriftstücks wurden von Pahl bekannt gegeben, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Pahl war wegen des Kunstwerks mit dem Titel "Zuerst die Füße" in Hungerstreik getreten. Wegen eines Schwächeanfalls beendete der rechtskonservative Politiker die Protestaktion.

[...] "Zuerst die Füße" zeigt einen gekreuzigten Frosch, der in der einen Hand einen Bierkrug und in der anderen ein Ei hält. Bereits am Eröffnungstag Ende Mai sprachen Kritiker von Gotteslästerung. Auch der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hatte es als eine Respekt- und Geschmacklosigkeit bezeichnet.

Die Kuratorin des Museion, Letizia Ragaglia, hatte zur Erläuterung gemeint, Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekreuzigter gefühlt. Der Künstler hatte zum Zeitpunkt der Entstehung einen Alkohol- und Drogenentzug gemacht.




Aus: "Papst kritisiert "gekreuzigten Frosch"" (28.08.2008)
Quelle: http://diepresse.com/home/kultur/news/409673/index.do

-.-

Quote
[...] Die Leitung des „Museion“ in Bozen ist nach heftiger Kritik in die Knie gegangen und hat Martin Kippenbergers altbekannten gekreuzigten Frosch „Fred“ schamhaft hinter Zeitungsausschnitten zu diesem mittlerweile auch schon 18 Jahre alten „Skandal“ versteckt. Einem wahlkämpfenden Südtiroler Politiker reicht das noch immer nicht – er ging in Hungerstreik, schließlich naht der Papst zum Sommerurlaub. Und nicht einmal Kippenberger selbst kann mit seinem Eierwagen und einem Topf seiner geliebten Nudeln zur Fütterung des Empörten vorbeikommen. Denn Kippenberger ist 1997 gestorben, in Wien, einer der ganz großen, einer, der so intensiv gelitten und gefeiert, getrunken und gequält, Kunst gemacht und provoziert hat wie kaum ein Künstler seiner Zeit.

Mit dem Frosch am Kreuz hat er sich ganz zynisch selbst gemeint, den Künstler am Kunstkreuz, ein erbärmlicher Anblick, besoffen, mit heraushängender Zunge, das Krügel in der einen, die Schöpfungskraft nutzlos in der anderen Hand. Das macht der Alkohol, das will das Klischee, das schon Dürer in seinem Selbstporträt als Christus strapaziert hat. Jeder Mensch ist ein Künstler, predigte Beuys. Jeder Künstler ist ein Mensch, antwortete Kippenberger. Aber wehe, er gibt sich als solcher zu erkennen.

Das ist ähnlich scheinheilig wie kein Wort zu sagen gegen das Riesengeschäft mit massenproduzierten Plastikkitschfiguren vor jedem Wallfahrtsort. Auch die hatte Kippenberger – der nie aus der Kirche ausgetreten ist, er wollte ja in den Himmel – vor den Augen, als er bei einem Tiroler Herrgottschnitzer seine Frösche in Auftrag gab. Alles Geschichten, nachzulesen in Susanne Kippenbergers ausführlicher Biografie ihres Bruders.

Und jetzt zu Wien, dieser Weltstadt: Hier wurde erst kürzlich im Dommuseum ein deftiges Abendmahl-Bild von Hrdlicka aufgehängt, das angeblich ein paar religiös Fühlende gepeinigt hat. Was aber ist mit meinen Gefühlen? Was mit denen der Künstler? Ein Werk abzuhängen, das ist wie Mord, es zu verhängen wie Dunkelhaft. Wenn sich ein Museum schon dazu entschließt, provokante Kunst zu zeigen, dann muss es auch stark genug sein, ihre Qualität zu vermitteln. Denn Kunst kommt von kommunizieren.

Hat Kippenberger gesagt.


Aus: "Und wer denkt an meine Gefühle?" Von ALMUTH SPIEGLER (Die Presse, 25.07.2008)
Quelle: http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/401037/index.do


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[Blasphemie jetzt mit Erektion... ]
« Reply #11 on: September 07, 2008, 08:47:40 PM »

Quote
[...] Aufgeregte Christen verklagten die Kunstgalerie Baltic Centre for Contemporary Art in Gateshead, England, wegen des Aufstellens von Skulpturen des kontroversen chinesischen Bildhauers Terence Koh. Vom September 07 bis Januar 08 waren dort unter dem Titel “Gone, Yet Still” Gipsfiguren von Micky Mouse, ET, Jesus Christus zu sehen, alle mit beachtlicher Erektion. Gerade im letzteren Fall werden nun Vorwürfe erhoben, weil, ja, weil es der Klägerin Emily Mapfuwa (40), eben nicht passt, wenn jemand die Zentralperson ihres Glaubens mit einer Erektion darstellt. Die Verhandlung wurde auf den 23. September festgesetzt, und die Klageseite will sich auf ein Londoner Gerichtsurteil von 1990 berufen, in welchem sowohl Künstler und Galerist wegen Verstosses gegen die guten Sitten verurteilt wurden. In diesem Fall ging es um eine Skulptur, die aus menschlichen Föten bestand.

...



Aus: "Blasphemie jetzt mit Erektion" (5. September 2008)
Kategorien: bizarr . Tags:blasphemie, erektion, jesus, religion . Autor: Fritz
Quelle: http://11k2.wordpress.com/2008/09/05/blasphemie-jetzt-mit-erektion/

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[Kult der Grausamkeit... ]
« Reply #12 on: September 10, 2008, 09:31:10 AM »

Quote
[...] Moskau -  [...] Die Reihe [South Park] soll verboten werden, da sie "extremistisch" sei und Hass zwischen den Konfessionen schüre.

"Diese Serie kann negative Reaktionen bei einer Mehrzahl der Zuschauer auslösen, da sie die Gefühle gläubiger Menschen unabhängig von deren Konfession beleidigt und ethnische Konflikte auslösen kann", hieß es in einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Staatsanwaltschaft. Die Behörde forderte das Moskauer Stadtgericht auf, den Trickfilmkanal 2x2 zu verwarnen, der die Serie ausstrahlt.

Anlass für den Vorstoß war eine Beschwerde eines evangelischen Kirchenverbandes, der gegen eine Folge vom 9. Januar protestiert hatte. Der Verband warf den Filmemachern vor, Pädophilie und Homosexualität zu propagieren. Die Leitung des Fernsehsenders weist die Vorwürfe zurück und betont, dass sich die Serie an Erwachsene richte und zu entsprechenden Sendezeiten ausgestrahlt werde.

2x2 strahlt neben "South Park" auch die "Simpsons", "The Adventures of Big Jeff" und "Happy Tree Friends" aus - alles satirische Formate, über die die Kirchenführer bereits ihr Urteil gesprochen haben: "Kult der Grausamkeit".

Julia Solowjow, Direktorin der Firma Prof Media, zu der 2x2 gehört, kommentierte vor kurzem in der "Süddeutschen Zeitung": "Wir leben in einer säkularen Welt und einem keineswegs puritanischen Staat. Aus juristischer Sicht ist es deshalb sehr seltsam, wenn Evangelikale, Baptisten und Adventisten die Belange eines Fernsehsenders regeln wollen."

Was wohl Eric Cartman, eines der enfant terribles aus "South Park" dazu sagen würde? Vermutlich sein berühmtes "Sick dude!" - echt krank!

dan/AFP


Aus: "Moskauer Staatsanwaltschaft will "South Park" verbieten" (09.09.2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,577292,00.html

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[Witz über Papst und schwule Teufel... (Notiz, IT)]
« Reply #13 on: September 14, 2008, 01:47:55 PM »

Quote
[...] Kabarettistin Sabina Guzzanti nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch nicht, wenn es um den Papst geht. Dem droht sie, behält er seinen mittelalterlichen Kurs bei, innerhalb von 20 Jahren eine Fahrt zur Hölle an, wo er von besonders grossen und besonders schwulen Teufeln, nun, äh, gequält würde. Italienische Strafverfolger wollen sie nun unter Berufung auf die Lateranverträge zwischen dem Vatikan und der Regierung in Rom von 1929 für fünf Jahre ins Gefängnis werfen. Also einer Vereinbarung zwischen dem faschistischen Diktator Mussolini und dem damaligen Papst. Und wegen Verletzung der Ehre von Papst Ratzinger. Klasse, oder?



Aus: "Witz über Papst und schwule Teufel: 5 Jahre Knast" (13. September 2008)
Kategorien: bizarr . Tags:italien, papst . Autor: Fritz
Quelle: http://11k2.wordpress.com/2008/09/13/witz-uber-papst-und-schwule-teufel-5-jahre-knast/#more-681


-.-

Quote
[...] Rom - Die italienische Satirikerin Sabina Guzzanti muss sich wegen einer Verbal-Attacke auf den Papst vor Gericht verantworten. Die römische Staatsanwaltschaft hat die Eröffnung eines Prozesses gegen die bekannte Kabarettistin beantragt, die bei einer Demonstration gegen die aktuelle Regierung Berlusconi Anfang Juli gesagt hatte, Benedikt XVI. werde in 20 Jahren in der Hölle von "Teufeln und Schwuchteln" gequält werden. Die Kabarettistin muss sich wegen Verunglimpfung eines Staatsoberhauptes verantworten, da der Papst mit einem Staatschef gleich gestellt werden könne, verlautete es aus der römischen Staatsanwaltschaft. Guzzanti droht damit eine Strafe bis zu fünf Jahren.

Die Diözese Rom hatte nach der Demonstration in Rom in einer kurzen Erklärung "tiefes Bedauern wegen der beleidigenden Worte" gegen Benedikt XVI. ausgedrückt. Die katholische Tageszeitung "Avvenire" hatte in einem Leitartikel von einer "schäbigen Performance" gesprochen.

Die 45-jährige Guzzanti ist durch ihre Persiflagen von Regierungschef Silvio Berlusconi zum Star geworden. Die Verwandlungskünstlerin schlüpft in ihren Shows meist in die Rolle Berlusconis, hin und wieder mimt sie auch dessen Rivalen. Wegen ihrer langen Anti-Berlusconi-Monologen im Fernsehen war sie auch von der TV-Gruppe Mediaset im Besitz des Premierministers wegen Diffamierung angezeigt worden. (APA)

Quote
starship, 13.09.2008 13:42   
      
 
ist ja fast schon wie in saudi arabien...
wie wärs mit 500 peitschenhieben.


Quote
AntiFa201, 12.09.2008 16:41   
 
ist italien EU mitglied?


Quote
sumac trebla, 12.09.2008 22:05   
         
 
Re:
nein, der arabischen liga!


Quote
DieBo, 12.09.2008 11:42   
 
Ich erinnere mich vage. War da nicht letztens so ein Aufhebens wegen der Intoleranz der Moslems wegen so blöder Mohamed Karikaturen?


Quote
Nowotila, 11.09.2008 14:09   
      
 
Wenn der Vatikan Schadensersatz zahlen müßte
für die Beleidigungen aller Art, nicht nur Homosexuellen gegenüber,
wäre der Vatikan schon längst Pleite.


Quote
Dimple, 12.09.2008 12:43   
         
 
Re:
Was sie nicht verstehen wollen
Der Vatikan hat damit nix zu tun - das ist eine reine innerstaatliche Angelegenheit Italiens. Daß bei Anti-Bush-Demonstrationen, wo auch ein ausländ. Staatsoberhaupt geschmäht wird, nix passiert, zeigt jedoch, daß dieser Paragraph des ital. Strafgesetzes abgeschafft gehört.

Nur nochmals: Der Vatikan und der Papst haben - ausser als Opfer von Beschimpfungen (?) - nix damit zu tun.

lg
Dimple


Quote
Nowotila   , 11.09.2008 13:47   

Die Fundamentalisten sind sich alle einig:
Sie vertrauen nicht auf die Strafe Gottes, sie strafen immer am liebsten selber, als ob sie nicht an die Strafe Gottes glauben würden.

Das gilt auch für die Wahabiten in Saudi-Arabien: Gotteslästerung= Todesurteil; Warum eigentlich?
Einem Gläubigen müßte doch genügen: Gott wird dich strafen.

Aber anscheinend glauben die nicht so richtig daran, diese Gläubigen.


Quote
Jürgen Rembremerding, 11.09.2008 14:19   
      
 
Re:
Du hast aber schon verstanden, dass nicht der Vatikan,
sondern der ital. Staat als Ankläger auftritt und einen säkularen Straftatbestand anführt?

Hast Du nicht verstanden?

Lies es noch mal, bitte!


Quote
Nowotila,  11.09.2008 14:41   
      
            
Re: Re:
Ja, ich werde in der Hölle schmoren.

Aber vielleicht bereue ich ja noch auf dem Sterbebett.


Quote
Gilgamesh, 11.09.2008 12:56   
 
Absurd genug, dass eine Religion als Staat anerkannt wird...


Quote
toni ice, 11.09.2008 16:36   
      
            
 
Re: Re:
LOL

Der Papst ist ein Ar*ch !!

komme ich jetzt auch in den Knast??

LOL


Quote
Jürgen Rembremerding, 11.09.2008 16:46   
      
 
Re: Re: Re:
Nein!
In die Hölle!





Aus: "Satirikerin muss wegen Verbal-Attacke auf Papst vor Gericht" (12. September 2008)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=1220457894638

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[Manche würden behaupten ihn zu vertreten... ]
« Reply #14 on: October 17, 2008, 11:48:12 AM »

Quote
[...] Im September letzten Jahres hat Ernie Chambers, seit 38 Jahren Senator im US-Bundesstaat Nebraska, eine Klage gegen Gott vor dem Bezirksgericht eingereicht. Das Gericht sollte Gott durch eine einstweilige Verfügung untersagen, schädliche Handlungen zu begehen und Terrordrohungen zu äußern. Erst einmal hat Gott gewonnen und das Gericht die Klage zurückgewiesen, weil es für Gott nicht zuständig sei.

Eingereicht hat Chambers die Klage beim Bezirksgericht Douglas, das für Gott – ebenso wie jedes andere Gericht – deswegen zuständig sei, weil Gott, der unter verschiedenen Namen auftritt, allgegenwärtig und daher auch im Douglas County "persönlich präsent" sei. Überdies werde Gott durch zahlreiche Agenten unterschiedlicher Religionen und Kirchen in Douglas County vertreten, die in seinem Namen handeln und sprechen. Manche würden auch behaupten, ihn ausschließlich zu vertreten. Der Angeklagte habe sich nie davon distanziert. Möglicherweise stehe Gott aber in keiner Beziehung zu den selbsternannten Agenten, trotzdem müsse er wegen seiner Allwissenheit die Klage kennen.

Das Gericht hat nun entschieden, doch lieber für Gott nicht zuständig zu sein, weil die Adresse des Beschuldigten nicht aufzufinden sei. Der Richter sagte, nach dem Recht müsse der Kläger Zugang zum Beklagten haben können, um eine Klage bearbeiten zu können. An diesen Angeklagten könne man aber niemals Gerichtsschreiben schicken, weswegen die Klage abgewiesen wird.

...

Quote
17. Oktober 2008 07:24
Zur Geschichte .... (Editiert vom Verfasser am 17.10.08 um 07:29)
Artie Fischl (684 Beiträge seit 01.12.02)

....

'Mit einer Strafanzeige gegen Gott will ein Abgeordneter im
US-Bundesstaat Nebraska seinem Ärger gegen die Flut von Klagen in den
USA Luft machen.'

Es wurde hier schon gesagt, dass der Artikel, etwas aus dem
Zusammenhang gerupft ist.

....

http://www.netzeitung.de/vermischtes/744170.html

http://www.netzeitung.de/vermischtes/748850.html

Die Links sind aus meinem Archiv 'Realsatire'.

....

Abgesehen davon, könnte er (E.Chambers) doch den verantwortlichen
Geschäftsführer, bzw. den Stellvertreter Gottes auf Erden in die
Klage einbeziehen.

....

Gott ist tot. (Nietzsche)
Nietzsche ist tot. (Gott)



Aus: "Klage gegen Gott gescheitert" Florian Rötzer 17.10.2008
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28944/1.html

-.-


Suit against God thrown out over lack of address
LINCOLN, Neb. (AP) — A judge has thrown out a Nebraska legislator's lawsuit against God, saying the Almighty wasn't properly served due to his unlisted home address. ...
By NATE JENKINS – 16.10.2008
http://ap.google.com/article/ALeqM5i2jb6VPJX4XBa5yiEEIuPjrcZmFwD93R8TH00

« Last Edit: October 17, 2008, 11:50:50 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Sollte dieser darin bestehen, plastiniert zu werden... ]
« Reply #15 on: June 07, 2009, 06:31:31 PM »

Quote
[...] Die Exponate reichen von plastinierten Föten über menschliche Organe bis hin zu einem toten Paar beim Geschlechtsakt. Nach dem Protest der Pfarrer enthüllte von Hagens ein bewegtes Objekt, das eine tote Frau darstellt, die den Kopf dreht.

Die Pfarrer hatten vorab erklärt, die Besucher mit ihrer Aktion darauf aufmerksam machen zu wollen, dass dort Menschen ausgestellt werden.

[...] Von Hagens warf den Pfarrern vor, sich einer Diskussion nicht stellen zu wollen. [...] Er beziehe sich auf das Grundgesetz, wo es heißt, die Würde des Menschen sei unantastbar. Dies bedeute, jeder habe das Recht auf einen letzten Willen. Sollte dieser darin bestehen, plastiniert zu werden, müsse der Wunsch berücksichtigt werden.


Aus: "Pfarrer-Protest gegen Körperwelten-Schau stößt auf Gegendemo" (06/2009)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/17/20090607/ten-pfarrer-protest-gegen-koerperwelten-87042fc.html

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[Loopt een man over het water... ]
« Reply #16 on: August 05, 2009, 11:47:23 AM »

Quote
[...] Die Show „Läuft ein Mann übers Wasser...“ („Loopt een man over het water...“) sei auf heftige Kritik in konservativen Kirchenkreisen gestoßen, hieß es in niederländischen Medienberichten.

Ein Sprecher der öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt Evangelische Omroep (EO), in deren Verantwortung die Sendung produziert wurde, erklärte, die Show mit mehreren Kabarettisten habe eigentlich die Beschäftigung mit Gott fördern sollen. „Sie hatte jedoch den unerwünschten Effekt, dass Menschen dachten, da werden einfach nur Witze über Gott gemacht.“

Hingegen sagte der populäre Moderator Arie Boomsma: „Dieses Format bot eine einzigartige Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und ein offenes und ehrliches Gespräch über Jesus in Gang zu bringen. Dass wir diese Chance nun nicht bekommen, finde ich bedauerlich.“ Das Jesus-Kabarett sollte im öffentlich-rechtlichen Programm Nederland 3 im Rahmen der Sendung „TV Lab“ laufen, bei der neue Showformate ausprobiert werden.

Erst im April hatte eine Gerichtsshow im Programm Nederland 2 für Aufsehen gesorgt. Dabei war Papst Benedikt XVI. von einer „Bürger- Jury“ für den Tod von Millionen von Aids-Kranken verantwortlich gemacht worden, weil er die Benutzung von Kondomen kritisiert habe. Hingegen wurde der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden für unschuldig erklärt, da seine Beteiligung an den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA nicht erwiesen sei.

Quote
04.08.2009,
21:34 Uhr
    Reiner sagt:
    Wer körperliche Verletzungen ablehnt, muss auch seelische Verletzungen ablehnen.
    Warum ist es Euch Spöttern so wichtig, andere zu verletzen?
    Man kann doch auch argumentieren.
    Fehlt es Euch etwa (wie auf Golgotha) an Argumenten, weil ihr nur zu Spott und Hohn fähig seid?


Quote
04.08.2009,
22:11 Uhr
    Clemens Wolf sagt:
   
    Grundsätzlich:
    Hat der HERR Humor, wird er sich - vielleicht - über unser knickeriges Gehabe amüsieren.
   ...



Aus: "Keine Witze über Jesus im holländischen TV" (4. August 2009)
Quelle: http://www.welt.de/fernsehen/article4253705/Keine-Witze-ueber-Jesus-im-hollaendischen-TV.html



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[Da hört sich der Spass auf...... ]
« Reply #17 on: December 14, 2009, 03:25:07 PM »

Quote
[...] Verstoßen Deix-Karikaturen gegen das NS-Verbotsgesetz? Dieser Meinung sind zumindest einige Diakone der Erzdiözese Wien, die deshalb der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt haben. Außerdem sollen die betreffenden, im NEWS erschienenen Zeichnungen religiöse Lehren herabgewürdigt haben. Die trockene Reaktion des Künstlers: "So einen Unsinn muss ich nicht kommentieren".

Quote
Bezirksrätin, 11. 12. '09 18:11
Ja warum sollen denn nicht
einmal die kath. Christen aufstehen? Wenn Deix über die Moslems solche Zeichnungen veröffentlicht hätte würde er in Zukunft ein schweres und sehr gefährdetes Leben haben!!!


Quote
schnorrawackler, 11. 12. '09 14:51
Da hört sich der Spass auf...
bei unseren Katholen... Früher hat man andere Umgebraucht um ihnen das "Seelenheil" zu bringen - heute werde sie angezeigt.

Die Methoden haben sich geändert - aber der Kern ist der gleiche geblieben - es geht um Macht - und die darf man bekanntermassen nicht lächerlich machen - sonst hat sich nämlich (an Macht) verloren...



Quote
antikapitalist, 11. 12. '09 15:04
es heisst:
gott hat alles erschaffen!also hat er auch den humor erschaffen!und ist sicher amüsiert über die karikaturen!!!weiter so,deix,du warst und bist einfach eine coole sau!!!



Aus: "Deix-Karikaturen bei der Justiz gemeldet: "So einen Unsinn kommentiere ich nicht"" (11.12.2009)
Quelle: http://www.news.at/articles/0950/6/257596/deix-karikaturen-justiz-so-unsinn

-.-

Quote
[...] Es handle sich bei der Sachverhaltsdarstellung nicht um eine Aktion der Erzdiözese, sondern um "eine Initiative der Diakone, die in ihren Kontakten mit Gläubigen öfters darauf angesprochen wurden", erklärte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger. Normalerweise würde zu einer Veröffentlichung dieser Art nicht Stellung genommen, "doch hier ist eine Schwelle überschritten worden". Angermann präzisiert: "Es ist keine Klage. Die Sachverhaltsdarstellung will nichts anderes, als die Staatsanwälte aufmerksam zu machen: Das ist erschienen, es gab Proteste, bitte schaut euch an, ob das in unserem pluralen Staat in Ordnung ist. Wir wollen nicht wehleidig sein, sondern es geht uns darum, Grenzen aufzuzeigen im Sinne eines pluralen Zusammenlebens auf der Basis von Toleranz".

Auf der Karikatur vom 19. November (Bildzeile: "Entwurf für ein multikulturelles Kompromisskreuz") wurden Aussendung Symbole von Christentum, Islam und Buddhismus mit den Symbolen zweier Totalitarismen - Nationalsozialismus (Hakenkreuz) und Kommunismus (Hammer und Sichel) - zusammenmontiert. Die Diakone betonen dazu: "Dadurch, dass das Symbol des Nationalsozialismus kritiklos auf eine Stufe mit den Symbolen von Weltreligionen gestellt wird, erscheint auch die verbrecherische NS-Ideologie gesellschaftlich quasi rehabilitiert, neu anerkannt bzw. verharmlost".

In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass "viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer" ihr Leben hingegeben hätten, "weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann". Die Deix-Karikatur "Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix" vom 19. November stelle daher auch eine "unglaubliche Verhöhnung" zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.

Durch die Deix-Karikaturen hätten sich viele gläubige Menschen in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt, befinden die Diakone. Was Deix gezeichnet habe, sei eine "visuelle Rücksichtslosigkeit", die ihrer Meinung nach mit der Freiheit der Kunst nicht begründet werden könne, sondern eine "Grenzüberschreitung" gegen die großen Religionen insgesamt darstelle.

"Manfred Deix wollte sicherlich keine religiösen Gefühle verletzen", sagte Oliver Voigt, Generalgeschäftsführer der "News"-Gruppe. "Karikatur kommt von caricare oder caricatura und bedeutet Überladung bzw. Übertreibung. Manfred Deix verzerrt jede Woche ironisch-satirisch und im Rahmen der künstlerischen Freiheit greifen wir grundsätzlich nicht in die inhaltliche Gestaltung seiner Karikaturen ein." (APA/red)

Quote
Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
14.12.2009 12:59

Die Kirche versucht es mit der Moslem-Masche

Lauter Aufschrei, "Verletzung religiöser Gefühle", Anzeige, Appell an "Demokratie" und "Toleranz" etc....

Was ist schon die lächerliche Meinungs- und Pressefreiheit wert, wenn so unschätzbare Güter wie die Gefühlsduseleien einzelner Gläubiger auf dem Spiel stehen?


Quote
NotDarkYet
14.12.2009 11:28

Ich muss zwar zugeben,

dass mich Deix seit vielen Jahren nur noch langweilt - aber seine Verteidigung ist schon ziemlich genial: Soll mal jemand beweisen, dass Gott nicht so aussieht!

Das ganze ist ja wirklich zum Brüllen komisch:
Ein paar ungebildete Wüstenbwohner erfinden sich ein Zauberwesen und obwohl in mehreren Tausend Jahren nie ein psychisch gesunder Mensch dieses Zauberwesen gesehen hat, gibt es inzwischen einen multinationalen Konzern, der dieses erfundene Zauberwesen vermarktet.

Und jedes Mal wenn jemand eine eigene Meinung über die Existenz, die Botschaft oder das Aussehen dieses unsichtbaren Zauberwesens äußert, fühlt sich dieser Konzern - nein, nicht beleidigt - sondern in seiner Geschäftsgrundlage gestört!


Quote
stefankrone

14.12.2009 09:53

Der Nachteil für die katholische Kirche...

...gegenüber muslimischen "Karikaturkritikern" ist, dass sie keine Botschaften abfackeln lassen können. Ein erzürnter Pfaffe vor einem Kiosk mit einem Schild "Osterich you will pay for" wäre jedoch eine legitime Variante des Protests.


Quote
nemo sander
14.12.2009 10:15

... beim film die letzte versuchung christi wurden in frankreich und italien kinos in brand gesetzt!

...

Quote
H. Kienhammer
14.12.2009 13:04

Es wurde ...

... auf EIN franz. Kino EIN Brandanschlag verübt.
Der war am 23.10.1988 in Paris.

...



Quote
opelkadett
14.12.2009 09:42

die sind ja schon heftig

die bildchen. aber sie treffen die heuchelei hier auf den punkt.


Quote
am g
13.12.2009 22:47

fuer ein bisschen mehr geld und ein bisschen mehr popularitaet tut man alles...

ich glaube, herr deix wuerde auch seine mutter verkaufen, ganz zu schweigen von anderen wertvorstellungen


Quote
Pi der Grieche
14.12.2009 10:15

Die Kirche hat alle Gläubiger zu Schuldigern gemacht. Ist das etwa besser?


Quote
joergipoergi
14.12.2009 09:57

Sie würden ihre Mutter wohl auch für Jesus Christus verkaufen...


Quote
Susanne_B
14.12.2009 08:47

Ich empfehle Ihnen, zB Rom zu besuchen - da sehen Sie prachtvolle Kirchen. die wurden übrigens auch nicht gratis errichtet -sondern auf Kosten der Menschen, die Jahrhunderte lang von der römisch-katholischen Kirche ausgebeutet wurden.... So viel zum Thema "großmutter verkaufen".


Quote
Der elegante Herr von nebenan
14.12.2009 08:42

na ja die Kirche hat an der "heiligen Mutter" auch ganz gut verdient. Die Summen gehen in die Milliarden.


Quote
Preger
13.12.2009 21:21

Als haetten wir nicht andere Sorgen.

Wann ist endlich schluss mit all(!!) diesem Bloedsinn. Schluss mit diesen Sektierergruppen in der Oeffentlichkeit.

Jeder soll in seinen vier Waenden glauben duerfen was er will. Aber ausserhalb der vier Waende muss eine Ruhe sein. Punkt.

Preger, Teilzeitkuenstler/In


Quote
Gerhard Schwarz
13.12.2009 20:13

Pädophilie und deren Vertuschung ist ein Verbrechen.
Meinungsfreiheit ist ein demokratisches Recht.
Nur als Botschaft angemerkt für die katholische Parallelgesellschaft.


Quote
Hans Vogel
13.12.2009 15:12

Hätte er den Islam beleidigt,

hätte man nicht protestiert, sondern ihn einfach umgebracht.


Quote
Wolf1005 
14.12.2009 06:34

Und die Katholiken sollen das auch so machen?


Quote
Gerhard Schwarz
13.12.2009 20:01

So wie es die Kirche jahrhundertelang ja auch gemacht hat. Von den Kreuzzügen, Ketzer- und Hexenverfolgungen über die Conquistadoren, Zwangsmissionierer und Inquistatoren bis ins 20.Jhdt: Spanien, Portugal, Griechenland, Chile - immer eng liiert mit den Faschisten gegen die "Ungläubigen".


Quote
her wig
13.12.2009 15:09
Die Religion ist das einzige

kulturelle Produkt der Menschheit, das ausschliesslich böse ist.


Quote
Ich gebs zu
13.12.2009 21:55
Ihr Posting ist dagegen nicht das einzige, das völlig blödsinnig ist.


Quote
teflon
13.12.2009 15:04

Religiöse Empörung über Karikaturen?
Das gabs doch erst kürzlich...
Werden im Vatikan schon österreichische Fahnen verbrannt?


Quote
derunbestechliche
13.12.2009 12:45

Ich liebe meinen HerrGott, denn über ihn darf ich mich auch lustig machen. Er versteht Spaß.

Ich bin mir sicher, dass er selber am lautesten über seine eigene Karikatur lachen würde.


...

...

Quote
Herzerzog Johann
14.12.2009 11:35

1963 Postings bis jetzt ....

Zu den unerheblichsten Sachen kommen offensichtlich die meisten Wortmeldungen.



Aus: "Deix-Karikaturen: Kirche schaltet Justiz ein" (11. Dezember 2009)
Quelle: http://derstandard.at/1259281679650/Bilderstreit-Deix-Karikaturen-Kirche-schaltet-Justiz-ein

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[Der Weltuntergang fällt aus... ]
« Reply #18 on: March 12, 2012, 04:45:38 PM »

Quote
[...] Oakland - Der Weltuntergang ist nicht verschoben, er fällt aus. Zu dieser späten Erkenntnis kommt der US-Prediger Harold Camping. Der 90-jährige Apokalyptiker aus Kalifornien hatte jahrzehntelang vor dem Jüngsten Gericht gewarnt - und dieses auch terminiert.

Nun ruderte Camping zurück und gab sich prophezeiungsmüde: Er sehe keine neuen Hinweise auf ein baldiges Ende der Erdbevölkerung. Weiterhin würde er auch nicht mehr nach weiteren Zeichen für die Apokalypse Ausschau halten.

Laut seiner ursprünglichen Berechnung sollte die Welt bereits 1988 ihren Betrieb einstellen. Als es in dem Jahr nicht zu der erwarteten Katastrophe kam, gab er den 21. Mai 2011 als neue Endzeit an. Da dieses Datum ebenfalls ohne Armageddon verstrich, folgte der 21. Oktober des vergangenen Jahres als Ausweichtermin. Auch dieser Tag ging ohne ernsthaften Weltuntergang über die Bühne.

Campings treue Anhänger waren aufgrund der nicht eintreffenden Apokalypse am Boden zerstört. Viele hatten im Vorfeld des erwartenden Weltuntergangs nicht nur ihren Job gekündigt, sondern auch teilweise ihr gesamtes Vermögen dem US-Prediger gespendet. Der Kalifornier benutzte die zahlreichen Dollar-Millionen dazu, um auf mehr als 5000 Plakatwänden vor der vermeintlichen Katastrophe die US-Bevölkerung zu warnen.

Camping gestand auf seiner offiziellen Web-Seite ein, durch die Geschehnisse am 21. Mai Demut gelernt zu haben. "Wir müssen offen zugeben, dass wir keine neuen Hinweise auf das Ende der Welt haben", teilte der 90-Jährige mit. Die von den Mayas für den 21. Dezember 2012 prophezeite Apokalypse ließ er unkommentiert.

dkr


Aus: "Das Ende der Welt fällt aus" (10.03.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,820550,00.html

--

Quote
[...] In den Niederlanden ermittelt die Polizei auf einem Bauernhof, in dessen Keller eine Familie jahrelang von der Außenwelt abgeschottet gelebt haben soll. Zuvor war ein 25-Jähriger verwirrt aufgegriffen worden. Er sei weggelaufen, behauptete er.

In Erwartung des Weltuntergangs sollen ein Mann und seine sechs Kinder fast zehn Jahre lang isoliert in einem Keller in den Niederlanden gehaust haben. Die Polizei entdeckte die Familie auf einem abgelegenen Bauernhof, wie die Polizei am Dienstag in der östlich gelegenen Provinz Drenthe mitteilte. Die Menschen würden nun versorgt.

Der Mann und Kinder im Alter von 16 bis 25 Jahren sollen auf „das Ende der Zeiten“ gewartet haben, berichten niederländische Medien. Die Ermittler wollten diese Darstellung zunächst nicht bestätigen. Der 58-Jährige wurde laut Polizei vorläufig festgenommen.

Der Wirt der Dorfkneipe hatte die Polizei am Montag alarmiert. Bei ihm war ein fremder junger Mann in der Wirtsstube aufgetaucht. Er war total verwirrt, wie der Wirt dem TV-Sender RTV Drenthe sagte. Auch habe er ausgesehen, als sei er seit Jahren nicht beim Friseur gewesen. „Er sagte, dass er weggelaufen war und Hilfe brauchte.“

Als der 25-Jährige fünf Bier bestellte, habe er sich dazugesetzt und sei mit ihm ins Gespräch gekommen. Dabei habe ihm der 25-Jährige erzählt, er sei neun Jahre lang nicht draußen gewesen. Auch habe er keine Schule besucht. Daraufhin hatte der Wirt die Polizei eingeschaltet.

Über die genauen Lebensumstände und den Gesundheitszustand der Familie wollte die Polizei vorerst keine Angaben machen. Die Untersuchungen seien noch in vollem Gange. „Alle Szenarien sind noch offen“, sagte eine Sprecherin. Der 58-Jährige sei festgenommen worden, „weil er nicht an unserer Untersuchung mitarbeitete“.

Niederländische Medien berichten, dass die Polizei hinter einem Schrank im Wohnzimmer eine Treppe entdeckt hatte, die in den Keller führte. Dort hätten der Vater und die Kinder gehaust.

Die Dorfbewohner sind geschockt. Sie sagten Reportern, dass sie bei dem Hof immer nur einen Mann gesehen hatten. Von einer Familie hätten sie nichts gewusst. Der Hof liegt versteckt hinter Bäumen und etwa 200 Meter vom Rande des Dorfes entfernt. Dazu gehören nach Aussagen von Reportern ein großer Gemüsegarten und eine Ziege. Möglicherweise habe sich die Familie jahrelang selbst versorgt. Wo die Mutter ist, ist nicht bekannt.


Aus: "Familie lebt neun Jahre aus Angst vor Weltuntergang in Keller" (15.10.2019)
Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article201924054/Niederlande-Familie-lebt-neun-Jahre-aus-Angst-vor-Weltuntergang-in-Keller.html
« Last Edit: October 15, 2019, 05:07:29 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Nach dem Willen des Bamberger Erzbischofs... ]
« Reply #19 on: August 02, 2012, 12:35:53 AM »

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[...] Nach dem Willen des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick soll Gotteslästerung künftig unter Strafe gestellt werden. "Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden", sagte Schick am Mittwoch in Bamberg. ... Konkret forderte Schick, nicht nur das Christentum, sondern alle Religionen durch ein "Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle" zu schützen. Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellten eine Verletzung der Menschenwürde dar, argumentierte er. Bislang kann nach dem Strafgesetzbuch die "Beschimpfung von Bekenntnissen" nur dann unter Strafe gestellt werden, wenn eine Störung des öffentlichen Friedens droht.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestags-Grünen, Volker Beck, warnte hingegen vor einer härteren strafrechtlichen Verfolgung blasphemischer Äußerungen. "Bischof Schick fühlt sich offenbar motiviert, gegen demokratische Freiheitsrechte vorzugehen", sagte er der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Satire und Ironie müsse einem nicht gefallen, verbieten könne man sie aber nicht, sagte der Grünen-Politiker weiter. "Gläubige brauchen keinen anderen strafrechtlichen Schutz vor Diffamierung, Beschimpfung und Hetze als andere soziale Gruppen".

Respekt vor anderen Religionen und Weltanschauungen müsse gesellschaftlich erstritten, er dürfe nicht strafrechtlich verordnet werden. Für Aufregung hatte jüngst ein Cover des Satiremagazins "Titanic" gesorgt, das Papst Benedikt XVI. mit einem großen gelben Fleck auf der Soutane zeigte. Schicks Forderung sei allerdings nicht konkret an den Streit um das Cover geknüpft, sondern schließe an eine bereits länger geführte Diskussion an, erklärte ein Sprecher des Bischofs auf Anfrage.

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01.08.2012 um 21:12 Uhr, Martin__ schreibt

Herr Ludwig Schick verletzt meine Seele mit Spott und Hohn!
Allein schon dadurch, dass er die Existenz eines "Gottes" behauptet!

Ich glaube nicht, ich weiß, also bin ich kein Gläubiger, sondern ein Wissender! Und deshalb verletzt dieser Herr meine Seele mit Spott und Hohn, schon allein wenn er die Existenz dieses nicht-existierenden und von Menschen erfundenen Gottes behauptet!

Möge er dafür bestraft werden!


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01.08.2012 um 18:37 Uhr, Irsud schreibt

Aber mal im Ernst....
hat man dem Herrn etwas in den Kaffee getan?



Aus: "Bischof fordert Anti-Blasphemie-Gesetz" (01.08.2012)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/vorstoss-gegen-gotteslaesterung-bamberger-bischof-fordert-anti-blasphemie-gesetz-1.1429219

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« Reply #20 on: August 03, 2012, 04:18:39 PM »

Quote
[...] Der Videoclip, der das Leben von Yashar Khameneh völlig verändern sollte, ist knapp vier Minuten lang. Wenn man ihn auf Facebook anklickt, sieht man Khameneh als Imam Naghi verkleidet – eine historische Figur, die im neunten Jahrhundert lebte und zu den zwölf Imamen zählt, die im schiitischen Islam als unfehlbar gelten. Im Iran ist Naghi per Gesetz vor Beleidigungen geschützt.

Bis zur Veröffentlichung seines Videos war Khameneh ein junger Iraner, der in den Niederlanden International Business Management studierte. Und er dachte, er könne sich im Internet einen Scherz erlauben. Er drehte den Clip für die Facebook-Gruppe "Kampagne, um die Schiiten an Imam Naghi zu erinnern". Diese setzt sich mal mit mehr, mal mit weniger grober Satire mit der Heiligenverehrung im Iran auseinander. Ein Gruppenmitglied wählte das bärtige Gesicht des Sektenführers Charles Manson als Konterfei für den Imam. Weil das so schön griffig war, übernahmen es die anderen einfach.

Der 25-jährige Khameneh druckte das Manson-Bild aus, bastelte sich eine Maske daraus und zog, ausgestattet mit Videokamera und Stativ, wie ein Prophet in die Wüste – oder das, was eben gerade in seiner Nähe war: ein Naturschutzgebiet irgendwo in den Niederlanden, mit Sanddünen und so wenig Vegetation, dass es als Wüste durchging.

Vor dieser Kulisse legte er etwas in den Sand, das wie ein Gebetsteppich aussah. Dann griff er in seinen Kaftan und holte zwei Plüschtiere heraus, mit der Linken einen Esel, mit der Rechten ein Kamel. Beiden setzte er ein kleines Glas vor, zog eine Flasche Rotwein aus dem Kaftan und schenkte seinen Gefährten ein, bevor er selbst das Glas erhob. Später spritzte er übermütig Champagner durchs Bild und spielte Karten um Geld, ohne sich daran zu stören, dass der Islam dies verbietet.

Zwei Monate, nachdem Yashar Khameneh sein Video postete, könnte er wohl gut noch eine weitere Maske gebrauchen: Weil das Regime im Iran die Facebook-Seite als Gotteslästerung ansieht, steht Khamenehs Leben plötzlich auf dem Kopf. In Teheran wurde sein Vater verhaftet, kurz nachdem das Video online ging. Das Gefängnis, in dem er festgehalten werden soll, ist berüchtigt für Folterungen.

Khameneh ist inzwischen Asylant in den Niederlanden. Vor drei Jahren kam er zum Studieren hierher, sein Antrag auf Asyl wurde vor Kurzem anerkannt. Gegen ein Mitglied der Facebook-Gruppe wurde in Teheran eine Fatwa ausgesprochen. Khameneh ist viel vorsichtiger als noch vor wenigen Monaten. Seine Adresse hält er nun geheim. Treffen kann man ihn nur im Zentrum der niederländischen Stadt, in der er lebt, deren Namen er aber lieber nicht in der Zeitung lesen will. Ein anonymes Schnellrestaurant hat er für das Gespräch vorgeschlagen. Die strubbeligen Haare stehen wild von seinem Kopf ab. Auf älteren Fotos hatte er sie mit Gel noch brav zurückgekämmt. Er hat seinen Laptop mitgebracht, ganz so, als studiere er noch. Doch weil er sich als Asylbewerber exmatrikulieren musste, dient der Laptop nur dazu, seinen Fall zu erläutern.

Auf der Facebook-Satireseite sieht man Imam Naghi mit seiner Manson-Maske neben einem Kamel mit Sonnenbrille und dem Esel aus dem Animationsfilm Shrek. Daneben ist eine Moscheekuppel zu erkennen, die aussieht wie eine weibliche Brust. Es ist überdrehter, derber Studenten-Humor, der Khameneh aber ein Lächeln ins Gesicht treibt. Gefolgt von einem Kopfschütteln, das sagen soll: so viel Aufhebens um eine solche Lappalie.

Im Mai 2011 wurde die Facebook-Gruppe gegründet. Wie Khameneh darauf aufmerksam wurde, weiß er nicht mehr. „Wahrscheinlich hörte ich es von Freunden.“ Die Idee sprach ihn an. Er hatte eine kritische Grundhaltung gegenüber der iranischen Regierung, aber er war kein ideologischer Regimegegner. „Es ging darum, Imam Naghi auf satirische Weise eine neue Identität zu geben“, erzählt er. Zum ironischen Helden einer Seite mit mehr als 22.000 Likes wurde Naghi rein zufällig. „Man weiß wenig über ihn, er ist etwas in Vergessenheit geraten“, erzählt Khameneh. Eins der wenigen biografischen Details aber war eine Steilvorlage für die Community. "Es heißt, Imam Naghi starb an vergiftetem Traubensaft. Damit ist natürlich Wein gemeint." Deshalb sind Weinflaschen auf der Satire-Seite auch allgegenwärtig.

Richtig ernst nahm das Ganze am Anfang keiner, der dort postete. Natürlich habe es etwas großsprecherisch den Anspruch gegeben, "den Aberglauben aus der Religion auszutreiben", wie Khameneh es formuliert. Und er fügt hinzu: "Nichts ist zu heilig, um darüber Witze zu machen." Diese Witze aber waren zunächst so harmlos, dass die Mitglieder dafür ihre Klarnamen gebrauchten. "Niemand dachte, dass das ernsthaft oder gar gefährlich werden könnte." Doch nach einigen Wochen tauchten auf schiitischen Websites Screenshots auf von Facebook-Usern, die Beiträge der Naghi-Seite geliked hatten. Den Betroffenen wurde vorgeworfen, für die Seite verantwortlich zu sein. Man drohte, sie zu identifizieren und bei den iranischen Behörden anzuzeigen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt, das weiß Khameneh heute, hätte er gewarnt sein müssen. Das Regime in Teheran verfolgt als einer der restriktivsten Zensoren des Netzes nicht nur das Ziel eines sogenannten "Halal-Internet" – es unterhält auch eine spezielle Cyber Army, die online gegen die Opposition vorgeht. Die Schutz-Maßnahmen, die Khameneh ergriff, sprechen aber dafür, dass er nicht an eine wirkliche Gefahr glaubte: "Ich dachte, sie wollten den Leuten nur Angst machen. Also wählte ich einen Nickname. Der Fehler war, dass ich meinen Vornamen nicht veränderte. Dann setzten wir unsere Aktivitäten einfach fort. Die Seite wurde unterdessen immer populärer."

Zweifellos war Khamenehs Haltung naiv. Aber bevor die Aufmerksamkeit um die Imam-Seite erst zu einem Schneeball und dann zu einer Lawine wurde, hatte er keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet. "Weder mit Bloggen noch mit Satire oder Videos drehen", betont er. Auch einen politischen Hintergrund sucht man bei ihm vergeblich. "Ein Aktivist war ich nie", sagt er entschieden. Sein Ingenieursstudium in Teheran brach er nach drei Jahren ab, weil es ihn nicht interessierte. Nach Europa kam er, weil er im Iran keine berufliche Zukunft für sich sah.

Und seine Familie? Khamenehs Hintergrund ist bürgerlich-konservativ. Beide Eltern sind Akademiker, die Mutter Chemikerin, der Vater Computer-Ingenieur. Von seinen Online-Späßen wussten sie nichts, gut geheißen hätten sie sie erst recht nicht. Wohl im Gegenteil: „Meine Mutter versuchte immer, mir die Religion näherzubringen“, erzählt Khameneh. Spätestens seit der Schulzeit mit dem obligatorischen religiösen Lektüreprogramm habe er daran aber kein Interesse mehr gehabt.

Dass der Spott, den er zehn Jahre später mit dem heiligen Naghi treiben sollte, zu einer Gefahr für seine Familie werden würde, hatte auch mit einem anderen Spielfeld desselben Konflikts zu tun: dem Fall des Polit-Rappers Shahin Najafi, über den die religiösen Autoritäten der Islamischen Republik wegen eines anstößigen Songs das Todesurteil verhängten.

In Interviews erklärte Najafi, die Satire-Facebook-Seite habe ihn zu seinem Lied über Imam Naghi inspiriert – wodurch die Bekanntheit der Seite erst richtig in die Höhe schnellte. Das war im Mai, Yashar Khameneh arbeitete zu dieser Zeit an seinem Videoclip mit der Weinverkostung in der Wüste. Es war der letzte von fünf Clips, die er postete. „Zum ersten Geburtstag der Naghi-Kampagne am 11. Mai ging das Video online. In zehn Tagen wurde es 60.000-mal angeschaut.“ Wenn man auf der Facebook-Seite heute auf den Videobutton drückt, wird es einem immer noch als erstes angeboten.

Zwei Wochen nach dem Video-Post erhielt Khameneh einen Anruf. Sein Vater erzählte ihm kurzatmig, der Geheimdienst sei im Haus der Eltern. Man erwarte seine Kooperation. Binnen einer Stunde verlangten die Behörden die Herausgabe der Passwörter zu Khamenehs E-Mail-Account, seinem Weblog sowie seiner persönlichen Facebookseite, auf die er Inhalte der Naghi-Kampagne verlinkt hatte. Sonst werde sein Vater verhaftet. Für jemand mit wenig Erfahrung mit staatlichen Repressionen blieb Khameneh bemerkenswert gelassen. Er entschied sich, die Passwörter nicht herauszurücken. „Das hätte andere Menschen in Schwierigkeiten bringen können.“ Seine E-Mails hätten etwa die Namen Gleichgesinnter verraten können. Stattdessen löschte er die Accounts und das Blog. Nicht genug für die Behörden in Teheran – wie angedroht, wurde der Vater eine Stunde später verhaftet.

Was folgte, beschreibt Khameneh als einen endlosen Albtraum. Die ältere Schwester erzählte am Telefon, der Geheimdienst halte ihn für den Administrator der Facebook-Seite. Solange er sie nicht schließe, bleibe sein Vater in Haft. Zudem hätte man herausgefunden, dass er in den Niederlanden gar nicht studiert habe, sondern dort nur „antireligiöse Aktivitäten“ betreibe. Khameneh tat, was er konnte, um den Vorwürfen entgegenzutreten: Er schickte seiner Schwester die Einschreibebescheinigungen der Universität. Er mailte dem Administrator der Facebook-Seite und bat ihn, sie vom Netz zu nehmen. Eine Antwort bekam er nicht. Als seine Schwester ihm vorschlug, ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen, tat er auch das. Ohne Wirkung. Sein Vater blieb im Gefängnis.

Nach einigen Wochen wurde es Khameneh zu viel. Er hielt es nicht mehr aus – das Weinen der Mutter am Telefon, die Vorwürfe, die Schuldzuweisungen, das Unverständnis für seine Ansichten. Was ist schon Meinungsfreiheit, wenn der Ehemann und Vater dafür im Gefängnis sitzen muss? Aus dem Gefängnis hinterließ der Vater eines Tages eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter seiner Familie: Wenn sein Sohn die Seite nicht sofort schließe, wisse er nicht, ob er am nächsten Tag noch lebe. Kurz danach brach Khameneh den Kontakt zu seiner Familie ab. Er hatte Mitleid mit seinem Vater, aber es war einfach zu viel für ihn.

Beim Gespräch im Schnellrestaurant wirkt Khameneh sehr gefasst, wenn er über die letzten Monate redet. „Es ist eine Geiselnahme, was sonst? Sie haben kein Wort über das Verbrechen verloren, das mein Vater begangen haben soll. Er hat keinen Anwalt, bekommt keinen Besuch. Und es gibt keinen rechtlichen Weg, ihm zu helfen.“ Was Khameneh bleibt, ist der Gang in die Öffentlichkeit. In iranischen Exilmedien fand der Fall viel Beachtung. Die BBC und der Guardian berichteten ebenso wie CNN. Immer wieder darüber zu sprechen, finde er aber „ärgerlich“, sagt Khameneh – es klingt, als wolle er sein altes Leben zurück. Das Leben, bevor ihn ein Facebook-Video zum Regimegegner machte. Wie das Ganze ihn verändert, darüber möchte er nicht sprechen. Wovor hat er Angst? „Dass der Geheimdienst meinen Vater zwingt, etwas zu gestehen, das er nicht getan hat.“

Noch immer fällt es Khameneh schwer, die Dimension zu begreifen, die die Dinge angenommen haben. Das einzige Ziel der Kampagne, beteuert er, sei die Meinungsfreiheit gewesen. Muslime sollen das Recht haben, ihre Bücher zu publizieren. Und Ungläubige das Recht, sie zu kritisieren. „Wir wollen nicht den Islam zerstören. Wir bedrohen niemand, wir beleidigen niemand, wir wollen niemand verletzen.“ Darum ist der Charakter, den sie Imam Naghi gegeben haben, auch ein freundlicher, ein sehr menschlicher, mit allen Schwächen. „Eigentlich verdienen wir den Friedensnobelpreis dafür, keine Fatwa.“

Als wollten sie diese Einschätzung unterstreichen, springen auf der Website Figuren mit Imam-Masken Bierhumpen-schwingend über den Bildschirm. Dann erscheint Manneken Pis, die Brüsseler Kinderfigur, auch sie mit Naghi-Maske. Der Imam, wie seine neue Gefolgschaft ihn sieht, ist entspannt, trinkt und hat, sagt Khameneh, „zu viele sexuelle Begierden“. Da ist er wieder, dieser seltsame Zwiespalt. Einerseits muss er bei dem Satz grinsen, andererseits weiß er mittlerweile nur zu gut, wie brisant seine Witze sein können.

Von seinem Vater hat er nun seit Wochen nichts mehr gehört.



Aus: "Nichts zum Lachen" Tobias Müller (03.08.2012)
Quelle: http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nichts-zum-lachen

-.-

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=xgBggajNkgU

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[Bei Beethoven, Mozart, Janacek sind oder beim 19. Strafgerichtshof... ]
« Reply #21 on: April 16, 2013, 01:52:55 PM »

Quote
[...] Während der türkische Starpianist Fazil Say durch Deutschland tourt, läuft in Istanbul ein Prozess gegen ihn. Der Musiker soll religiöse Gefühle vieler Menschen verletzt haben ...

Im vergangenen April hatte Say auf Twitter zwei Sätze verbreitet, die dem persischen Dichter Omar Khayyam (1048-1131) zugeschrieben werden: "Du behauptest, durch die Bäche wird Wein fließen - ist das Paradies etwa eine Schänke? Du sagst, jeder Gläubige wird zwei Jungfrauen bekommen - ist das Paradies etwa ein Bordell?" Say, bekennender Atheist, hat auch Bemerkungen getweetet wie diese: "Überall wo es Schwätzer, Schurken, Sensationsgierige, Diebe, Blödmänner gibt, sind sie alle furchtbar fromm."

Say ist 43 Jahre alt, er spielt mit den besten Orchestern dieser Welt, gibt bis zu 130 Konzerte im Jahr, rasiert sich an Flughäfen, frühstückt in Flugzeugen, raucht zweieinhalb Schachteln am Tag, trinkt ab und zu einen Zitronenwodka vor dem Konzert. Er ist ein Profi, deswegen wird das Publikum in Reutlingen oder München seinem Gesicht wohl kaum entnehmen können, ob seine Gedanken gerade bei Beethoven, Mozart, Janacek sind oder beim 19. Strafgerichtshof in Istanbul.

... Im November gab Fazil Say ein Interview im Fernsehsender CNN Türk, sein vorerst letztes, er stellte sich den Fragen eines Moderators, mit dem ihn eine Duzfreundschaft verbindet. "Die ganze Welt lacht über die Türkei, und die Regierung steht hinter diesen Menschen, die mich verklagen. Es ist eine interessante Situation."

Egemen Bagis, der Europäische-Unions-Minister, zuständig für die Beitrittsverhandlungen, hatte mitgeteilt, er verfolge nicht mehr, was Fazil Say zu sagen habe. "Seine Kunst ist freilich etwas anderes, er ist ein sehr wichtiger Name für die Türkei. Aber was er jenseits der Kunst von sich gibt, ist absoluter Schwachsinn."

... Die Menschen, die Fazil Say verklagt haben, sind Anhänger eines populären Gurus namens Adnan Oktar alias Harun Yahya. Oktar trägt gerne Sonnenbrillen und Hemden mit offenem Kragen und sagt, es habe keine Evolution gegeben und außerdem seien alle Terroristen Darwinisten. Oktar hat in seinen 57 Lebensjahren mehr als dreihundert Bücher geschrieben. Er hat einen eigenen Fernsehsender, in dem er eine Reihe von puppenhaften, erstaunlich ähnlich aussehenden Frauen mit großen Lippen und schwerem Lidschlag als Inventarpublikum einsetzt.

Ali Emre Bukagili, der klagefreudige Bauingenieur, tweetet gerne Links zu Oktars Sendungen. Ein Student aus Eskisehir schrieb mal darüber in seinem Blog: "Wie hilflos muss ein Mensch denn sein, um sich an einen Mann wie Adnan Oktar heranzuschleimen?" Bukagili verklagte den Studenten. Und gewann. Bukagili hat auch den türkischen Verleger von Richard Dawkins verklagt, er hat 113 Autoren der Plattform Eksi Sözlük (Saueres Wörterbuch) verklagt. Er hat einen Karikaturisten der Zeitschrift Penguen verklagt.

Kürzlich teilte Ali Emre Bukagili mit, er wolle auf all die Anfragen von Journalisten zu seiner Motivation eingehen und erklärte: "Ich will, dass jeder, wenn er seine Meinung äußert, sich vernünftig und konstruktiv verhält und die Meinungen und den Glauben anderer Menschen respektiert. Damit in unserem Land Liebe, Verständnis und Friede Wurzeln schlagen."



Aus: "Zu wenig Taktgefühl - Türkischer Starpianist vor Gericht" Tim Neshitov (15. April 2013)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/tuerkischer-starpianist-vor-gericht-zu-wenig-taktgefuehl-1.1648929

-.-

Quote
[...]  Nach zehn Jahren Regierung der islamischen AKP, ist erstmals ein prominenter Künstler wegen der Verletzung religiöser Gefühle verurteilt worden. Damit haben religiöse Kreise, die Klage gegen Fazil Say war eine organisierte Aktion türkischer Kreationisten, jetzt erstmals eine Waffe scharf gemacht, die zwar schon lange im Strafrecht lagert, bislang aber in der Türkei genauso selten zur Anwendung kam wie in Deutschland.

Das könnt sich nun ändern, denn die Kläger genießen die Unterstützung der AKP, denen der scharfzüngige Pianist Fazil Say schon länger ein Dorn im Auge war. Fazil Say wird wohl kein Einzelfall bleiben. Erdogan und seine Regierung haben in den letzten Jahren wiederholt säkularen Künstlern gedroht, die mit einer islamischen Gesellschaftsauffassung nicht konform gehen.

 So wurden die staatlichen Theatern mit Schließung bedroht, wenn sie nicht mehr auf die Bedürfnisse des Volkes eingehen, womit gemeint ist, Stücke zu spielen, die bei konservativen Muslimen keinen Anstoß erregen.

Es ist wohl richtig, Erdogan ist kein Islamist der morgen die Scharia in der Türkei einführen will. Aber nach zehn Jahren AKP Regierung, denen gut nochmal zehn Jahre folgen könnten, hat sich die Türkei schon erheblich gewandelt.

...


Aus: "Klaviatur der Zensur" Kommentar von Jürgen Gottschlich (16.04.2013)
Quelle: https://www.taz.de/Kommentar-Fazil-Say/!114610/

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/02/468719/beunruhigende-tendenz-tuerkisches-gericht-schickt-erstmals-twitter-user-hinter-gitter/

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/04/473510/fazil-say-urteil-dagdelen-sieht-gefahr-eines-islamistischen-staates/

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/04/473489/blasphemie-fazil-say-erhaelt-zehn-monate-auf-bewaehrung/

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[Ein erweitertes »Mutterdunkel«... ]
« Reply #22 on: September 26, 2013, 04:06:15 PM »

Quote
[...] Leitend bleibt für sie [Lou Andreas-Salomé] das ewig ungelöste Grundproblem der Teilung und des Ganzen (sowie des Bewussten und des Unbewussten). Lange vor der psychoanalytischen Theorie entwirft sie das Szenario des urkindlichen Menschen, der sich noch in einem Allzusammenhang erlebt, dem im »schaffenden Spiel« die Welt aufgeht als ein erweitertes »Mutterdunkel« – bis er sich seiner Vereinzelung bewusst wird und ihm die eine Welt plötzlich gegenübersteht, mit Objekten, die zuvor unabgetrennt mit ihm insistierten, nun fremd und abgeteilt von ihm existieren.

Um diesen Riss zu überbrücken, erschafft der Mensch in Fantasieakten einigende Brücken durch »Seinsbetätigungen« wie Religion, Kunst, Eros, Denken. Wollen diese Seinsbetätigungen mehr sein als vermittelnde, einigende Ausdrucksmittel, so verkehren sie sich in »negative Schöpfungen«, die sich als spukhafte Konkurrenz des Lebens selbst gebärden. Aus Symbolen werden Symptome, aus befreiendem Denken wird Aberglaube und Fanatismus.

...


Aus: "Geistesgeschichte: Lou Andreas-Salomé und Constantin Brunner als Wegbereiter der Psychoanalyse"
von Claudia Weinzier (29.11.2012)
Quelle: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14588

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[Auslöser der Diskussion sind... ]
« Reply #23 on: January 12, 2015, 09:47:06 AM »

Quote
[...] Union und SPD lehnen vor dem Hintergrund der Diskussion um Mohammed-Karikaturen eine Abschaffung des Blasphemieparagrafen 166 StGB ab. Dieser verbietet, das religiöse Bekenntnis oder eine Religionsgemeinschaft in einer Weise zu beschimpfen, "die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören". Möglich sind bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Auslöser der Diskussion sind die Mordanschläge von Paris, bei denen Islamisten 17 Menschen töteten, darunter Zeichner der Satirezeitschrift Charlie Hebdo.

Der Chef des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach, sagte, er sei "ausdrücklich nicht der Auffassung", dass es sinnvoll und ein Zeichen der Solidarität mit Frankreich wäre, wenn Deutschland jetzt den Paragrafen 166 StGB komplett abschaffe oder zur Disposition stelle. Gotteslästerung zu bestrafen, sei "nach wie vor sinnvoll", sagte der Jurist und CDU-Politiker der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, sagte der Zeitung, gerade nach den Morden in Paris sehe er keinen Anlass dafür, den strafrechtlichen Schutz von Religionsgemeinschaften zu reduzieren. Überdies sei die kriminalpolitische Relevanz dieses Paragrafen auch eher gering.

Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hingegen sympathisiert mit einer Abschaffung und forderte eine "ernsthafte Diskussion über die Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit". Zu Recht sei die westliche Welt erschüttert von diesem Hass auf Satire und religiöse Karikaturen.

Dazu passe es laut Leutheusser-Schnarrenberger "schwerlich, gleichzeitig die Beschimpfung des Inhalts religiöser Bekenntnisse mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen", wie es der Paragraf 166 unter anderem vorsieht. Allerdings, so schränkte die FDP-Politikerin ein, sei der umstrittene Paragraf "so eng gefasst – es muss immer auch der öffentliche Friede gestört sein –, dass er zum Ärger mancher keine Wirkung" entfalte.

Für eine Abschaffung des Paragrafen hatten sich zuvor unter anderem FDP-Chef Christian Lindner, die Giordano-Bruno-Stiftung und der Göttinger Staats- und Kirchenrechtler Hans Michael Heinig ausgesprochen. Sie argumentierten, die Beleidigungstatbestände und der Schutz vor Volksverhetzung genügten, wohingegen eine Abschaffung des Beschimpfungsverbots ein starkes Zeichen für die Meinungsfreiheit sei.

Quote
    MisterMankind
    vor 5 Minuten

Abschaffung?

Ja! Das ist schon lange überfällig.



Aus: "Mordanschläge lösen Debatte über Blasphemie aus" (12. Januar 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-01/blasphemie-charlie-hebdo-bosbach

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[Streit um die Guignols... ]
« Reply #24 on: July 09, 2015, 02:09:38 PM »

Les Guignols de l'info, ursprünglich Les Arènes de l'info, ist eine satirische Fernsehsendung des französischen Bezahlfernsehsenders Canal+, deren Darsteller ähnlich wie beim deutschen Pendant Hurra Deutschland Gummipuppen sind. Die Sendung, die 1988 von Alain de Greef ins Leben gerufen wurde und deren Produktion anhält, karikiert die Welt der Politik, der Massenmedien, der Prominenten und allgemein das tagesaktuelle Geschehen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Les_Guignols_de_l%E2%80%99info

-

Quote
[...] Der Canal-Plus-Besitzer Vincent Bolloré, der den rund 300 wenig schmeichelhaften Latexnachbildungen von Politikern und Prominenten den Garaus zu machen, die Puppen aus dem Programm zu nehmen gedachte, hat den Plan angesichts massiver Proteste fürs Erste fallenlassen.

Der 63-jährige Medienmogul, der den beißenden Spott der „Guignols de l’Info“ nach eigenem Bekunden „bisweilen als verletzend“ empfindet, hatte die Rechnung ohne das Volk gemacht. Als bekannt wurde, dass die seit 1988 täglich kaspernden Puppen entsorgt werden sollen, brach ein Sturm der Entrüstung los. In den sozialen Netzwerken ging eine Woge des Zorns auf den Zensor Bolloré hernieder. Ein Solidaritätsaufruf brachte es binnen weniger Tage auf 30 000 Unterschiften.

Delphine Ernotte, designierte Chefin von France Télévisions, bot den Bedrohten Asyl an. Die Guignols seien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen jederzeit willkommen, verkündete Ernotte. Politiker sämtlicher Parteien vergaßen den Ärger über ihr oft wenig schmeichelhaftes Latex-Alter-Ego, solidarisierten sich ebenfalls mit den Guignols. Staatschef Francois Hollande meldete sich von einer Reise durch Afrika. Karikaturen seien Teil des französischen Kulturerbes, ließ der Sozialist wissen.

Bei Angriffen auf die Satire-Freiheit schrillen in Frankreich nun einmal sämtliche Alarmglocken. Ein halbes Jahr nach der Terrorattacke auf das Satireblatt „Charlie Hebdo“ gilt das erst Recht. Seit den Zeiten der Revolution und der Aufklärung haben respektlos, ja rücksichtslos zu Werke gehende Satiriker in der französischen Gesellschaft ihren festen Platz. Was immer die Mächtigen und den ihnen verbundenen Klerus der Lächerlichkeit preisgibt, ist willkommen. Immer wieder bekam die anarchistisch, antiklerikal gesinnte Satirikerzunft allerdings auch den Zorn der Verspotteten zu spüren. Die Revolution war kaum zu Ende, da griffen Robespierre und Napoleon auch schon wieder entschlossen zur Zensur.

Überlebt hat freilich die Überzeugung, dass ein funktionierendes Gemeinwesen Satire braucht. Ob „Charlie Hebdo“, das Satire- und Enthüllungsblatt „Le Canard Enchainé“ (Die angekettete Ente) oder auch die Guignols: Sie alle mögen nicht immer witzig sein, mit Geschmacklosigkeiten verstören, von Publikumsschwund gezeichnet sein: Ihre Existenz gilt als unverzichtbar.

Anstatt der Gummipuppen muss nun Rodolphe Belmer über die Klinge springen, der Generaldirektor von Canal Plus. Was nicht heißt, dass der Streit um die Guignols damit endgültig ausgestanden wäre. Angeblich erwägt Bolloré, ihnen die prominente Sendezeit im Abendprogramm zu entziehen. Wenn die täglich acht Minuten kaspernden Guignols ein 20-minütiges Sonntagsprogramm zugewiesen bekämen, wäre das ein Tod auf Raten, glaubt ein Mitarbeiter. Aber das Volk würde wohl auch das zu verhindern wissen.


Aus: "Angriff auf die Satire-Freiheit" Axel Veiel (07. Juli 2015)
Quelle: http://www.fr-online.de/politik/satire--guignols--angriff-auf-die-satire-freiheit,1472596,31145496.html
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[Gott, Kontext... ]
« Reply #25 on: February 08, 2016, 01:16:11 PM »

Quote
[...] BERLIN. (hpd) Wie Spiegel-Online gestern Abend meldete, wurde die ehemalige Gesundheitsministerin der Niederlande, Els Borst, im Jahr 2014 ermordet. Ein Mann gestand jetzt vor Gericht, einen “göttlichen Auftrag” erhalten zu haben, die Frau zu töten, da sie für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden verantwortlich gewesen sei.

Els Borst wurde im Februar 2014 in ihrem Haus bei Rotterdam mit Dutzenden Messerstichen getötet. Sie war von 1994 bis 2002 Gesundheitsministerin, vertrat äußerst liberale Positionen und hat maßgeblich zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe beigetragen.

Im jetzt eröffneten Gerichtsverfahren vor einem Strafgericht in Rotterdam gestand der Angeklagte die Tat. Es wäre ein “göttlicher Auftrag” gewesen, sie zu töten, da sie für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden verantwortlich gewesen sei.

...


Aus: "Frühere Gesundheitsministerin der Niederlande wegen Sterbehilfelegalisierung ermordet: Mord in "göttlichem Auftrag"" Frank Nicolai (5. Feb 2016)
Quelle: http://hpd.de/artikel/12702
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[Lachen, Absolutismus, Dogma, Gott, Kontext... ]
« Reply #26 on: March 19, 2016, 04:53:19 PM »

Quote
[...] Für diesen Satz könnte Carsten Kengeter eine Menge Spott ernten. Am vorigen Mittwoch hat der Chef der Deutschen Börse mit pathetischen Worten für den geplanten Zusammenschluss mit der Londoner Börse geworben.

"Die Fusion ist gottgewollt", sagte der ehemalige Investmentbanker Kengeter laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" auf einer Betriebsversammlung. Die Deutsche Börse war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das letzte Mal, als ein Manager einen ähnlichen Vergleich wagte, löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Im Jahr 2009 hatte Lloyd Blankfein, der Chef der US-Bank Goldman Sachs, in einem Interview gesagt, er und seine Bank verrichteten "Gottes Werk". Kurz zuvor hatte Blankfein satte Gewinne verkündet - während der Rest der Welt, unter anderem wegen fragwürdiger Produkte seiner Bank, unter der Finanzkrise und der schärfsten Rezession seit Jahrzehnten litt.

...


Aus: "Chef der Deutschen Börse: "Die Fusion ist gottgewollt"" (19.03.2016)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-boerse-kengeter-haelt-fusion-mit-london-fuer-von-gott-gewollt-a-1083229.html
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« Reply #27 on: April 12, 2016, 01:35:01 PM »

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[...] [Leila Ahmed, 1940 in Kairo geboren, ist eine ägyptisch-amerikanische Autorin und Wissenschaftlerin. Sie lehrt als Professorin für Frauenstudien und Religion an der Harvarduniversität und forscht vor allem zum Islam und zu Gender.]

... Die Frage also, was der Islam ist und welche fundamentalen Regeln ihm zugrunde liegen, kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise beantwortet werden. Im Sinne des Islams kann es richtig sein, dass Bürger die Freiheit haben, zu wählen und sogar eine Frau zur Staatschefin zu ernennen. Oder es kann die Überzeugung entstehen, dass Gott Frauen nicht am Steuer eines Autos sehen will.

Dass unterschiedliche Interpretationen der heiligen Schriften auf das jeweilige Verständnis einer Religion zurückwirken, zeigt sich freilich in allen Glaubensrichtungen. So gibt es Christen, die es für zulässig halten, dass auch Frauen und Schwule Priester werden können, während andere Gläubige dies ausdrücklich ablehnen.

...


Aus: "Die Rückkehr des Kopftuchs" Leila Ahmed (8. April 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-03/hidschab-kopftuch-islam-geschichte
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Textaris(txt*bot)

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« Reply #28 on: January 10, 2020, 03:07:13 PM »

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[...] Verwirrung über eine Serie in Brasilien: Ein Gericht in Rio de Janeiro hatte den US-Streamingdienst Netflix angewiesen, sein umstrittenes Weihnachtsspecial „The First Temptation of Christ“ (Die erste Versuchung Christi) abzusetzen. Das berichteten örtliche Medien am Mittwoch. Der brasilianische Film, der Jesus als homosexuelle Witzfigur darstellt, sorge in der „mehrheitlich christlichen Gesellschaft Brasiliens“ für Unruhe, so der Richter.

... Kehrtwende dann am Donnerstagabend (Ortszeit). Das Oberste Gericht hob ein Urteil eines Bundesrichters in Rio de Janeiro auf, der die Ausstrahlung der Komödie nach Protesten christlicher Gruppen untersagt hatte, wie die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ berichtete.

Der Präsident des Obersten Gerichts, Dias Toffoli, betonte, die Meinungsfreiheit sei unerlässlich für eine Demokratie. Eine Satire könne nicht die christlichen Werte schwächen, deren Wurzeln zweitausend Jahre zurückreichten.

...


Aus: "Netflix-Film spaltet Brasilien Jesus, ein schwuler Witz" Joachim Huber (10.01.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/netflix-film-spaltet-brasilien-jesus-ein-schwuler-witz/25404058.html

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Aldermann 12:00 Uhr

Was passiert denn, wenn Religion meine unreligiösen Gefühle verletzt?


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SybilleHeckenreuter 12:22 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Aldermann 12:00 Uhr

Bekanntlich gibt es Gefühle nur bei religiösen Menschen. Alle anderen sind gefühllose Rationalisten, die dereinst in der Hölle enden werden.


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SybilleHeckenreuter 12:22 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Aldermann 12:00 Uhr
Bekanntlich gibt es Gefühle nur bei religiösen Menschen. Alle anderen sind gefühllose Rationalisten, die dereinst in der Hölle enden werden.

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« Reply #29 on: September 03, 2020, 09:18:22 AM »

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[...] Zwölf Menschen wurden beim Anschlag vor fünf Jahren auf die Redaktion von Charlie Hebdo getötet. Zum Prozessauftakt reagiert das Satiremagazin mit einem Sonderheft.

„Charlie Hebdo“ veröffentlicht anlässlich des Pariser Strafprozesses um den tödlichen Terroranschlag gegen das Satiremagazin erneut Mohammed-Karikaturen. Das Sonderheft mit der Titelzeile „Tout ça pour ça“ (etwa: „Viel Lärm um nichts“) solle am Mittwoch erscheinen, teilte das Blatt am Dienstag auf Twitter mit.

Am Mittwoch beginnt in Paris auch der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Anschlagsserie rund um „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. Insgesamt wurden 12 Menschen getötet, auch die drei islamistischen Täter wurden erschossen.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin nannte den Prozess historisch. Das Land wird seit Jahren von islamistisch motivierten Terrorakten erschüttert - mehr als 250 Menschen kamen dabei ums Leben.

„Wir werden niemals kuschen. Wir werden niemals aufgeben“, erklärte „Charlie-Hebdo“-Herausgeber und Karikaturist Laurent Sourisseau alias Riss laut französischer Nachrichtenagentur AFP.

In einem Editorial des Blattes heißt es, dass alle Zeichnungen, die ursprünglich im Jahr 2005 von der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlicht und ein Jahr später von „Charlie Hebdo“ übernommen wurden, auf die Titelseite der neuen Ausgabe gehoben wurden.

Daneben zeige das Heft auch eine Karikatur des islamischen Propheten, die vom Zeichner Cabu stamme, der bei dem Terroranschlag 2015 getötet wurde. Mohammed-Karikaturen galten damals als Hintergrund der Attacke auf die Redaktion. (dpa)



Aus: "Satiremagazin „Charlie Hebdo“ veröffentlicht erneut Mohammed-Karikaturen" (01.09.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/zum-prozessbeginn-des-terroranschlags-satiremagazin-charlie-hebdo-veroeffentlicht-erneut-mohammed-karikaturen/26149038.html

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LagoBlanco 02.09.2020, 12:28 Uhr
Die Beschriftung auf der neuen Karikatur auf der aktuellen Titelseite lautet:

    mahomet débordé par les integristes
    c´est dur d´etre aime par des cons


Muhammad von Fundamentalisten überwältigt.
Es ist schwer, von Idioten geliebt zu werden.


...
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« Reply #30 on: December 21, 2020, 02:54:42 PM »

Quote
[...] Im Jahr 2020 über Religionskritik zu sprechen ist schwierig, weil man schlecht die Gefechte des Mittelalters wiederaufleben lassen kann. Es stellt sich die Frage, wie Menschen kritisiert werden sollen, die im 21. Jahrhunderts allen Ernstes behaupten, es gebe höhere Wesen, und sich also, ganz freiwillig und ohne Zwang, auf das intellektuelle Niveau von vor ein paar hundert Jahren begeben. Nur zu gerne würde man sich auf den Austausch der besten Propheten-, Jesus- und Messiaswitze beschränken.

Doch die letzten Dekaden haben gezeigt, dass das, was heute unter Religion firmiert, zu ernst ist, als dass man es allein mit den Mitteln der Humorkritik erledigen könnte – auch wenn einige religiöse Dogmen und Vorstellungen tatsächlich erst einmal als schlechter Witz erscheinen. Man denke nur an die Behauptung, Dschihadisten, die sich auf israelischen Gemüsemärkten in die Luft sprengen, würden im Paradies mit ein paar Dutzend Jungfrauen belohnt.

Leider geht es beim dschihadistischen Suicide Bombing und bei den aktuellen islamistischen Anschlägen nicht um eine gedankliche Schrulle, sondern um eine blutige gesellschaftliche Praxis.

Die Reaktionen auf den „Karikaturenstreit“ 2006, der Mordanschlag auf den dänischen Zeichner Kurt Wester­gaard 2010, die Ermordung von Redaktionsmitgliedern der Zeitschrift Charlie Hebdo und nun der brutale Mord an einem Lehrer in Paris, der im Unterricht einige Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte, verdeutlichen, dass Witze, insbesondere über die islamische Religion, das Problem eher verharmlosen, als es zu erhellen.

Lustig machen könnte man sich darüber, wenn es nur das Privatunvergnügen lustfeindlicher Obskuranten wäre, sich irgendwelchen unsinnigen Ernährungs-, Abbildungs- und Sexualvorschriften hinzugeben.

Es geht keineswegs ausschließlich um die diversen Ausprägungen des Islam – jedoch aus gutem Grund in erster Linie um ebendiese: Selbstverständlich gilt es, zu allem bereiten christlichen Fanatikern entgegenzutreten, auch wenn sie die Gesellschaften, in denen sie agieren, alles andere als dominieren. Doch kaum etwas kommt an die Barbarei heran, die aktuell von den diversen Fraktionen der Muslimbruderschaft, dem „Islamischen Staat“ und anderen sunnitischen Islamisten oder der „Islamischen Republik“ im Iran repräsentiert wird.

Wenn seit Beginn des Jahrtausends ein paar harmlose Karikaturen einen mittleren Aufstand auf dem halben Globus auslösen können, wenn Gruppierungen wie die Hamas Wahlen gewinnen, wenn ein esoterischer Obskurant mit Vorlieben für feudalistische Herrschaftsstrukturen wie der Dalai Lama als Vorbild ganzer Generationen über alle politischen Grenzen hinweg fungiert, wenn die katholische Homophobie in Polen und die russisch-orthodoxe in Moskau wieder als militanter Mob in Erscheinung tritt, wenn also das schon tausendfach Totgesagte sich heute als ausgesprochen lebendig erweist – im Falle des dschihadistischen Islam als dermaßen lebendig, dass es für Ungläubige eine tödliche Bedrohung darstellt –, dann müsste man noch einmal zum Anfang zurück und sich Grundlagen der Religionskritik vergegenwärtigen.

Gleichzeitig kann man aber nicht bei solch einer allgemeinen Religionskritik stehen bleiben. Es ginge darum, deutlich zu machen, inwiefern Religionen unterschiedlich weit entfernt sind vom Gedanken materialistischer Aufklärung und Kritik; dass manch religiöse Strömung eine Vermittlung des Glaubens mit der Vernunft anstrebt, während andere die Ratio für reines Teufelszeug halten.

Dass es, worauf Max Horkheimer nachdrücklich hingewiesen hat, Formen von Religiosität wie etwa den jüdischen Messianismus gibt, die vor allem die Sehnsucht nach dem ganz Anderen bewahren, die also auch den Gedanken an eine befreite Gesellschaft in wie auch immer deformierter Form aufrechterhalten, anstatt die gewaltsame Vermittlung im falschen Bestehenden durchzusetzen. Kurz: Man müsste die Unterschiede zwischen den Religionen thematisieren.

Man dachte, über Religion sei alles gesagt, und es ist schwierig, dem, was in den letzten 300 Jahren über den Götter- und Götzenglauben festgestellt wurde, viel Neues hinzuzufügen. Kant brachte Vernunft und Mündigkeit gegen den alten Gottesglauben in Anschlag und Ludwig Feuerbach sah in der Religion die Projektion menschlicher Sehnsüchte. Marx beschrieb die Religion als Opium des Volkes, Freud ortete im Glauben kindliche Wunschvorstellungen und Sartre betrachtete Religion völlig zu Recht als Bedrohung für die menschliche Freiheit.

Schon Marx ging Mitte des 19. Jahrhunderts davon aus, dass die Kritik der Religion bereits geleistet worden sei und man sich nun mit dem gesellschaftlichen Elend beschäftigen müsse, welches das Bedürfnis nach Religion erst hervorbringt. Er sah in der Religion noch einen Doppelcharakter: Sie sei Flucht aus dem Elend, aber auch „Protestation“ gegen dieses Elend.

Doch sollte man diese Protestation nicht überschätzen, denn sie vermag kaum zu den wirklichen Ursachen des Elends vorzudringen und bleibt durch ihr Gefangensein in den religiösen Illusionen in der Regel konformistische Rebellion.

Angesichts der heutigen Stellung der christlichen Kirchen hat allerdings auch gegenwärtige, sich vornehmlich auf das Christentum konzentrierende Religionskritik im Vergleich zu ihren Vorläufern in früheren Jahrhunderten immer etwas von einer konformistischen Revolte von Leuten, die radikale Gesellschaftskritik scheuen und sich lieber in anklägerische Pose gegenüber schon längst Erledigtem werfen.

Während Giordano Bruno und all die anderen Häretiker auf dem Scheiterhaufen landeten, sind Witze über den Papst heute ähnlich subversiv wie die von Regierungsparteien vorgetragene Kritik am Kapitalismus.

Heute geht es unter anderem darum, die vorbürgerlichen Relikte im bürgerlichen Recht endlich zu beseitigen, also die Blasphemieparagrafen aus den Gesetzbüchern zu tilgen und überall dort, wo Religionsausübung jene wie auch immer beschränkten individuellen Freiheiten verletzt, welche die westlichen Gesellschaften nach der partiellen Emanzipation von christlichem Tugendterror und staatlicher Willkürherrschaft zumindest garantieren können, die Mindeststandards bürgerlicher Aufklärung durchzusetzen.

Es gilt, die Bedingungen gesellschaftskritischer Reflexion – und Religionskritik wird einer der notwendigen Bestandteile solcher Reflexion bleiben müssen – aufrechtzuerhalten. Angesichts der Reaktionen, mit denen in den letzten Jahren insbesondere Vertreter der islamischen Religion mit kräftiger Unterstützung von Kulturrelativisten jeglicher Couleur auf Kritik reagiert haben, müssen diese Bedingungen als bedroht bezeichnet werden.

Große Teile der Linken überlassen die dringend notwendige Kritik des Islam den Fremdenhassern von rechts, anstatt eine an einer allgemeinen Emanzipation und an einer über sich selbst aufgeklärten Aufklärung orientierte Kritik an der islamischen Menschenzurichtung zu formulieren.

So gesehen ist es auch gar nicht verwunderlich, dass ganz so wie nach dem Mordanschlag auf Kurt Wester­gaard auch nach dem jetzigen Mord in Paris quer durch Europa die Medien ihren Lesern und Zusehern zwar von den „umstrittenen Karikaturen“ berichteten, sich aber kaum eine führende Zeitung oder ein Sender traut, beispielsweise die Abbildung Mohammeds samt Bombe im Turban, die nach Tausenden dschihadistisch motivierten Attentaten in den letzten Dekaden ebenso naheliegend wie in ihrer Kritik zurückhaltend ist, nachzudrucken.

Es geht heute darum, die bürgerlichen Freiheiten von Leuten wie Ayaan Hirsi Ali zu verteidigen, die den Propheten einen perversen Tyrannen genannt hat, von Hiphoppern, die Jesus als Bastard titulieren, und von israelischen Poplinken, die verkünden, der Messias werde nicht kommen.

Die Frage, warum die beiden Letztgenannten ähnlich wie lange Zeit Manfred Deix mit Kritik, Empörung und schlimmstenfalls mit aberwitzigen strafrechtlichen Konsequenzen leben müssen, Ayaan Hirsi Ali aber mit Morddrohungen und Kurt Westergaard mit Mordversuchen konfrontiert waren, lässt sich nur erklären, wenn in Zukunft versucht wird, die entscheidenden Unterschiede zwischen den Religionen und ihrer jeweiligen Funktion in den heutigen Gesellschaften zu thematisieren.

Und die Reaktion auf die grauenhafte Enthauptung eines Pariser Lehrers aufgrund seines selbstverständlichen Eintretens für das kleine Einmaleins der Aufklärung kann kein abstrakter Wald- und Wiesenatheismus sein, dem alles eins ist.

Wenn Linke und Liberale sich nicht einmal angesichts solcher Brutalität zu einer konsequenten Kritik sowohl des radikalen Islamismus als auch jener Elemente des orthodox-konservativen Mehrheitsislams bequemen, welche die emanzipatorischen Errungenschaften westlicher Gesellschaften bedrohen, werden weiterhin antikosmopolitische politische Formationen mit ihrer „Islamkritik“ reüssieren, die hinsichtlich Antisemitismus, Misogynie und Homophobie vom Objekt ihrer Kritik bei weitem nicht so weit entfernt sind, wie sie gerne suggerieren.


Aus: " Plädoyer gegen abstrakten Atheismus: Das Einmaleins der Aufklärung" Stephan Grigat (20.10.2020)
Quelle: https://taz.de/Plaedoyer-gegen-abstrakten-Atheismus/!5721820/

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15610 (Profil gelöscht), 20. Okt, 17:37

Religionskritik, die sich ausschließlich auf Religion beschränkt, greift viel zu kurz. Wie steht es um den quasireligiösen Charakter politischer Ideologien ?

Grundlage für Millionen Tote war der Glaube ans dritte Reich und seine Verkünder. Das Gewissen eines Schergen der chinesischen Kulturrevolution war im Blutrausch genauso rein, wie das eines heutigen Dschihadisten - notfalls stirbt er für "richtige Sache"

Es ist vermutlich eher das alte Menschheitsthema vom Kampf für das Gute und gegen das Schlechte, das uns in unzähligen Heldenepen bis in die heutige Zeit verfolgt und eine wirkmächtige Faszination ausübt - und der leider nicht nur Literaten, sondern auch viele junge,überwiegend männliche, Menschen erliegen. Religion ist weder die einzige Quelle von Heilsversprechen, noch hat sie das Monopol auf Irrlehren.


Quote
SchnurzelPu, 21. Okt, 08:14

Neben aller berechtigten Kritik am Islam und den Islamisten, sollten wir nicht übersehen, dass sich, als Gegenreaktion darauf, etwas auf christlicher Seite zusammenbraut.
Wenn im Pergamon Museum in Berlin 70 Ausstellungsstücke beschädigt werden, weil Attila Hildmann dort den Thron Satans verortet hat, dann läuft etwas schief in vielen Oberstuben.


Quote
uvw, 21. Okt, 05:18

Der Unterschied zwischen einem Musikverein und einer Religionsgemeinschaft ist, dass erstgenannter keine Privilegien beansprucht.

Genau die sind das Problem. Der Mörder aus Evreux beanspruchte das Privileg, einen Menschen zu töten - den er nicht mal kannte. Die Religion gab ihm das Recht. Aus seiner Sicht legitimierte Herrschaftsausübung. Keine Religion darf Sonderrechte besitzen, die über denen des Staates stehen.

Die Konsequenz muss sein, alle Privilegien aller Glaubensgemeinschaften abzuschaffen. Denn sie sind die Basis für diese Selbstermächtigung und Entrechtung anderer.

Das umfasst eine riesige Palette an Privilegien im Arbeits- und Steuerrecht, bei Subventionen, durch automatisches Mitspracherecht in Gremien, Einfluss auf die Bildung aller, bei Verbrechen, die nach eigenem "Recht" geregelt werden dürfen, bei der Bildung von Vereinen, die normalerweise unter "terroristische Vereinigung" laufen würden, bei der Immunisierung gegen Kritik und bei der Freistellung von allgemeinen Rahmenbedingungen, die ihrem Glauben widersprechen.

Der "Freie Markt" widerspricht auch meinem "Glauben", nur kann ich mich davon leider nicht freistellen lassen.

Religionskritik geht weiter: Ideologien, die Koalitionen erlauben und hervorbringen mit alten und neuen Faschisten, mit alten und neuen Feudalisten, mit Tyrannen jeglicher Spielart, oder gleich in Personalunion das alles vereinen, sollten endlich so wahrgenommen werden. Ein Blick nach Brasilien, Polen, Indien, Türkei oder Saudi-Arabien genügt.

...


Quote
Descartes, 20. Okt, 17:58

Ohne eine übernatürliche Instanz die uns vorschreibt was "gut" und was "böse" ist, sind diese Kategorien nicht objektiv feststellbar sondern bloße Meinungen (und das sage ich mal als Atheist).

Dass es bei uns heute z.B. keine Behinderten-Euthanasie gibt und Ehebruch nicht todeswürdig ist, deckt sich mit der aktuellen Mehrheitsmeinung. Das kann man aber auch anders sehen, das war auch schon mal anders, denn das ist keine Frage von "wahr" und "falsch".

Man muss sich zuerst eingestehen dass Menschenrechte, Meinungsfreiheit etc., nichts absolutes sind, nichts überall jederzeit allgemeingültiges wie die Schwerkraft, sondern nur unsere derzeitige "Leitkultur". Und die verteidigt man besser gegen jeden und nicht nur gegen Rechtsextreme, und nicht erst dann wenn die Hütte schon brennt.


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