Author Topic: [Versprengte Notizen zum Krieg... ]  (Read 327953 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Erklärte Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay... ]
« Reply #540 on: June 13, 2013, 02:32:32 PM »
Quote
[...] Genf - Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen mehr als 93.000 Menschen getötet worden. Dies sei die "Mindestzahl von Opfern", erklärte Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Donnerstag unter Berufung auf eine neue Untersuchung. "Die wahre Zahl derjenigen, die getötet wurden, liegt wahrscheinlich sehr viel höher", fügte sie hinzu.

Seit Juli 2012 seien im Monatsdurchschnitt mehr als 5000 Menschen zu Tode gekommen. Die meisten Opfer seien seit November im Umland der Hauptstadt Damaskus und in der Millionenmetropole Aleppo gezählt worden.

...


Aus: "Uno-Untersuchung: Fast 100.000 Menschen starben bisher im syrischen Bürgerkrieg" (13.06.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-uno-benennt-mehr-als-93-000-tote-im-buergerkrieg-a-905497.html


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Signaturschläge... ]
« Reply #541 on: June 27, 2013, 09:28:13 AM »
Quote
[...]  In Pakistan soll "die große Mehrheit" aller Drohnenangriffe sogenannte Signaturschläge sein – und zwar von Beginn der Operationen bis heute. ...


Aus: "US-Drohnen töten auf Verdacht" (27.06.2013)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Drohnen-toeten-auf-Verdacht-1896570.html

"Obamas rechtswidriger Krieg" Fred Kaplan (26.06.13)
http://www.heise.de/tr/artikel/Obamas-rechtswidriger-Krieg-1895034.html

-.-

Quote
[...]  Drohnen versprächen Distanz und den Schutz der Angreifer: Diese sogenannte "saubere" Kriegsführung ist Hauptargument der Befürworter der Killerdrohnen. Doch die Erfahrung zeigt, dass es schon bei der Präzision oft hapert: Bei den sogenannten "Signaturschlägen", mit denen Militär und CIA vermeintlich militante Terroristen töten, kommen oft auch Kinder und unschuldige Zivilisten um, was als Kollateralschaden in Kauf genommen wird. Abgesehen davon ist die gezielte Tötung von Terroristen mithilfe der satelliten-gesteuerten Drohnen ethisch ohnehin sehr fragwürdig. Sie unterwandert die Prinzipien des Rechtsstaats, der darauf baut, dass Verbrechern der Prozess gemacht wird. ...

Aus: "Drohnen im Anflug - Per Joystick aufklären und töten" (03.04.2013)
"Sauberes Töten? Grauzonen und ethische Abgründe beim Einsatz von Kampfdrohnen" Mehr über die Gefahren der militanten und die Einsatzmöglichkeiten von zivilen Drohnen hören Sie im Beitrag von Sven Ahnert, Sonntag, 7. April 2013, 18.05 Uhr im Kulturjournal auf Bayern 2
http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturjournal/drohnen-unbenannte-flugsysteme-veraendern-die-gesellschaft-100.html

-.-

Quote
[...] Auf der Ramstein Air Base in der Nähe von Kaiserslautern werden Livebilder der umstrittenen Drohneneinsätze des US-Militärs ausgewertet und mit geheimdienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Damit spielt die US-Basis eine deutlich zentralere Rolle im US-Drohnenkrieg als bislang angenommen, haben Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung ergeben. Die Anlage fungiere demnach als Relaisstation, um die weltweit operierende Drohnenflotte zu steuern; nicht nur die in Afrika, was bislang vermutet worden sei. Das gehe aus US-amerikanischen Dokumenten und der Aussage eines ehemaligen Drohnen-Piloten hervor.

Der Ex-Drohnen-Pilot Brandon Bryant wird bei der Süddeutschen Zeitung mit den Worten zitiert: "Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich." Bryant steuerte demnach fast fünf Jahre lang Drohnen der US-Luftwaffe von Stützpunkten im Irak und den US-Bundesstaaten New Mexico und Nevada aus. Bei Tausenden solcher Drohneneinsätze habe er die Bordkameras gelenkt und Ziele für Raketen markiert. Bei seinem Abschied sei seiner Einheit bescheinigt worden, an insgesamt 1262 Tötungen beteiligt gewesen zu sein.

Bei keinem einzigen seiner Einsätze habe er am Anfang nicht in Ramstein angerufen, berichtet Bryant. Mit der Air Base war er demnach immer über ein Glasfaserkabel verbunden. Von dort würden die Steuerungssignale dann über eine Satellitenverbindung an die Drohnen übertragen. Die sei dann auch hin und wieder von schlechtem Wetter in Deutschland beeinflusst worden, was teilweise für erhebliche Verzögerungen der Übertragung gesorgt habe. Außerdem sei in Ramstein eine Einrichtung des Distributed Ground Systems (DGS) stationiert. Die analysieren demnach die Einsätze in Echtzeit und teilen den Drohnenpiloten per Chat über mIRC Zusammenfassungen mit. So seien sie direkt an den Einsätzen beteiligt.

Schließlich erklärt Bryant noch, wie das US-Militär Zielpersonen ortet, von denen lediglich die Handynummer bekannt ist. Solche Handynummern gibt etwa auch der BND weiter, wobei die Bundesregierung der Auffassung ist, dass damit keine gezielten Tötungen möglich sind. Hintergrund ist, dass im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet deutsche Dschihadisten leben, die grundgesetzlich extra geschützt sind. Bryant erklärt nun, dass man mit der Handynummer weiß, in welcher Funkzelle sich das Mobiltelefon der Zielperson befinde. Zur genaueren Ortung nutze man dann ein Gerät namens Gilgamesh.

Das Gerät werde an eine Drohne gehängt und funktioniere wie ein mobiler Handymast. Die Handys im Umkreis nehmen automatisch Kontakt auf; ist ein gesuchtes dabei, fliege die Drohne im Kreis. Durch die andauernden Kontaktaufnahmen des Mobiltelefons lasse sich dessen Besitzer orten – auf einen Meter genau. Weil Handys, die Gilgamesh anfunken, auch immer die eigene Telefonnummer, die SIM-Kartennummer und die Seriennummer des Handys mitsenden, könne auch registriert werden, wenn eine Zielperson ihr Handy wechsle. Die SIM-Kartennummer bleibe ja identisch.

Insgesamt mache das deutlich, dass die Vereinigten Staaten das Vertrauen der Bundesregierung missbrauche, meint Bryant: "Und wenn meine Regierung schon nicht die Wahrheit sagt, muss es ja irgendwer machen." Gerne würde er dazu auch vor dem NSA-Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen, bislang sei er aber nicht gefragt worden. (mho)

Quote
FrogmasterL, 4. April 2014 11:08
Die USA mißbrauchen das Vertrauen der deutschen Regierung nicht
Denn die deutsche Regierung will gar nicht wissen, was die Amis in
ihren Stützpunkten treiben, sonst müsste sie ja eventuell Mißfallen
bekunden.
Da ist es besser, offiziell von nichts zu wissen.

...


Quote
fellinispirit, 4. April 2014 15:49
Das ist kein Drohnenkrieg, das ist ordinärer Massenmord an unschuldigen Menschen
In einem Rechtstaat hat jeder solange als Unschuldig zu gelten bis
ein ordentliches Gericht die persönliche Schuld unzweifelhaft in
einem Urteil festgestellt hat.

...



Aus: "Ramstein ist offenbar ein zentraler Puzzlestein im US-Drohnenkrieg" (04.04.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ramstein-ist-offenbar-ein-zentraler-Puzzlestein-im-US-Drohnenkrieg-2162880.html

#2 http://www.sueddeutsche.de/politik/us-militaerflughafen-in-deutschland-ramstein-ist-zentrum-im-us-drohnenkrieg-1.1928810

Quote
Takoda 3.4.2014 | 16:42 Uhr

Es wird ja vielfach der umsichgreifende Antiamerikanismus kritisiert, bloß wie soll man, wenn man sich auch nur ein bisschen mit den Machenschaften der USA beschäftigt, diesem nicht verfallen?
Das geht doch nur mit Verdrängung oder einer menschenverachtenden Grundeinstellung.
Beides unterstelle ich unserer Regierung!

484 Leser empfehlen diesen Beitrag

Quote
Paradice3.4.2014 | 19:37 Uhr

Können wir bitte aufhören, jede berechtigte Kritik mit dem Kampfbegriff "Anti-irgendwas-ismus" zu belegen und damit in die Nähe irrationaler Dogmen zu rücken, die der Wohlbegründetheit der Kritik in keinster Weise gerecht wird?

Wenn jemand die Außen- und Sicherheitspolitik der US-Regierung kritisiert, weil sie
- ferngesteuerte Drohnenmorde auf Verdacht anordnet
- Folter als Mittel der Wahrheitsfindung und Aufklärung wieder eingeführt hat
- sich herausnimmt, Menschen überall auf der Welt entführen zu lassen, um sie dann auf unbestimmte Zeit ohne formale Anklage und ohne Zugang zu Rechtsbeistand in abgeriegelten Enklaven zu inhaftieren
- unter fadenscheinigen Vorwänden und Lügen präemptiv souveräne Staaten (ganz gleich, wie wohlgelitten diese Staaten sein mögen) überfällt und dabei internationales Recht bricht
- einen umfassenden, weltweiten und schier unbeschränkten Spionage- und Überwachungsapparat gegen jeden einzelnen Bürger aufgebaut hat, der es sich zur Aufgabe macht, sämtliche Digitaltechnologien zu hintertreiben und zu destabilisieren

...dann kritisiert er eben dies: Eine politische Ideologie, die sich rücksichtslos über sämtliche Regeln der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenrechte und des Internationalen Rechts hinwegsetzt und jahrhundertealte Errungenschaften einer außer Kontrolle geratenen Machtelite zum Fraß vorwirft. Diese Ideologie aber ist in jedem Land der Erde falsch, wo immer sie auch Fuß fassen mag. Kritik an dieser Ideologie als "antiamerikanisch" abzubügeln ist daher nicht nur unehrlich und kurzsichtig: Es ist auch gefährlich.



...

-.-

Quote
Die Bundesregierung hat nach einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags keine Möglichkeit, rechtlich gegen eine mögliche Steuerung der US-Drohnenangriffe von Deutschland aus vorzugehen. "Sieht man einmal von der (theoretischen) Möglichkeit ab, den Aufenthaltsvertrag einseitig zu kündigen, so bleiben der deutschen Regierung nur politische Reaktionen wie z.B. rechtlicher Protest oder bilaterale Konsultationen", heißt es in dem vom Grünen-Abgeordneten Omid Nouripour in Auftrag gegebenen Gutachten, das der dpa vorliegt.

Bereits vor einem Jahr hatte es erste Berichte darüber gegeben, dass das US-Kommando für die Afrika-Einsätze, "Africom", in Stuttgart und die US-Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein in die Steuerung von Drohnenangriffen involviert sein könnten. Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichteten am Donnerstag über weitere Indizien für eine zentrale Rolle des Stützpunkts in Ramstein bei Drohneneinsätzen weltweit.

In dem Gutachten vom 30. Januar 2014 heißt es, der Generalbundesanwalt prüfe zwar die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. "Die Verfolgung von Straftaten der in Deutschland stationierten Angehörigen der US-Streitkräfte sind jedoch (...) völkerrechtlich sehr begrenzt." Die Strafgerichtsbarkeit über die in Deutschland stationierten US-Streitkräfte liege bei den USA. Auch Ermittlungen würden sich schwierig gestalten. "So sind der Zutritt deutscher Behörden zu ausländischen militärischen Liegenschaften beziehungsweise Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen nur mit Zustimmung der ausländischen Kommandeure zulässig."

Nouripour forderte die Bundesregierung auf, politisch gegen eine mögliche Beteiligung der US-Stützpunkte in Deutschland an Drohnenangriffen vorzugehen. "Es ist nicht zu erwarten, dass die Amerikaner auf unsere Kritik hin sofort das Büßerhemd anziehen", sagte er. "Aber es ist beschämend, dass die Bundesregierung vor den völkerrechtswidrigen Handlungen von deutschem Boden aus einfach die Augen verschließt. Merkels Meisterschaft im konsequenten Wegschauen allerdings wird zu nichts führen."

Regierungssprecher Steffen Seibert deutete an, dass die Bundesregierung von den USA eine Stellungnahme zu den neuen Berichten verlangen werde. Die Berichterstattung werde "ernst genommen", sagte er am Freitag. Die Regierung sei mit den US-amerikanischen Stellen über alle Facetten der Zusammenarbeit in Kontakt. "In diesem Kontakt werden alle Themen angesprochen." Dazu zählten auch Medienberichte. Bisher hätten die USA versichert, dass von ihren Stützpunkten in Deutschland Drohnenangriffe "weder geflogen noch gesteuert werden", sagte Seibert.

Die USA nutzen Kampfdrohnen, um gezielt gegen Terroristen vorzugehen. Nach den Recherchen des Investigative Bureau of Journalism wurden allein in Pakistan seit 2004 bei fast 400 Angriffen mindestens 2300 Menschen getötet. Im Jemen und in Somalia sollen weitere 300 Menschen durch Drohnen-Einsätze ums Leben gekommen sein. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht. (dpa) / (mho)

Quote
4. April 2014 22:03
Differenziert betrachten
Beat_Junkie

So wie sich das im Originalartikel
(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ramstein-ist-offenbar-ein-zentraler-Puzzlestein-im-US-Drohnenkrieg-2162880.html)
liest ist es doch offenbar so:

"Bryant steuerte demnach fast fünf Jahre lang Drohnen der
US-Luftwaffe von Stützpunkten im Irak und den US-Bundesstaaten New
Mexico und Nevada aus.
[...]
Mit der Air Base war er demnach immer über ein Glasfaserkabel
verbunden. Von dort würden die Steuerungssignale dann über eine
Satellitenverbindung an die Drohnen übertragen."

Also sieht die Systemarchitektur wohl so aus:
(Steuerung (und ggf. Tötungshandlung) in den USA) ---- Glasfaser ----
Rammstein ---- Satelliten-Uplink ---- Drohne

Das bedeutet ja aber, dass die Angriffe eben NICHT von deutschem
Boden aus stattfinden. Hier befindet sich eine
Satelliten-Relaisstation.
Das nun zu verurteilen ist in etwa so, wie jemanden für
Urheberrechtsverletzungen verantwortlich zu machen, bei denen die
Daten dafür durch das Glasfaserkabel unter seinem Grundstück
durchgeleitet wurden. Soll der dann das Kabel ausbuddeln und sagen:
nee, nicht durch MEIN Grundstück. Deutschland ist hier halt Teil
einer größeren Infrastruktur. Mehr aber wohl auch nicht.

btw:
Ich finde diese Architektur auch total plausibel, weil die da
vermutlich einen geostationären Satelliten haben(?), der eben auf das
entsprechende Zielgebiet "zeigt". Der ist von unserem Längengrad
natürlich prima anzupeilen - ganz im Gegensatz zu den Längengraden
auf dem die USA liegen. Technisch ist das schon irgendwie spannend
(Also dass das funktioniert mit diesen langen Signalwegen).
Das zeigte aber auch, dass es für die USA sicher ein Leichtes wäre,
eine solche Station z.B. in Polen aufzubauen... Ich vermute aber mal,
dass die Infrastruktur (technisch, wie politisch) dort nicht so gut
ist wie hier ;-)

Disclaimer:
Ich befürworte gezielte Tötungen mittels Drohnenangriffen ganz und
gar nicht. Jeder Mensch hat das Recht auf ein faires
Gerichtsverfahren - ganz unabhängig von seiner (noch so
abscheulichen) Tat. Mir liegt aber etwas an einer differenzierten
Betrachtungsweise.



Aus: "Gutachten: Keine rechtliche Handhabe gegen US-Drohneneinsätze" (04.04.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gutachten-Keine-rechtliche-Handhabe-gegen-US-Drohneneinsaetze-2163292.html


« Last Edit: April 05, 2014, 12:50:56 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Folgen... ]
« Reply #542 on: July 03, 2013, 12:26:06 PM »
Quote
[...] Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben offenbar weit schwerwiegendere Folgen für Soldaten und ihre Familien als bisher angenommen. Bekannt ist, dass die Zahl der Soldaten, die durch Einsätze in Afghanistan oder dem Kosovo psychische Probleme bekommen, seit Jahren steigt. Nun gibt es Hinweise, dass Einsatzsoldaten vermehrt straffällig werden. Und Belege dafür, dass Kinder oder Lebenspartner betroffener Soldaten oft ebenfalls psychisch erkranken.

Peter Zimmermann, Leiter des Psychotraumazentrums im Berliner Bundeswehrkrankenhaus, geht davon aus, dass bis zu 25 Prozent der deutschen Soldaten mit Einsatzerfahrung unter psychischen Störungen leiden, wie er dem Tagesspiegel unter Verweis auf vorläufige Studienergebnisse mitteilte. Viele von ihnen seien möglicherweise schon vor dem Einsatz belastet gewesen, nicht alle seien behandlungsbedürftig – doch auch schwere Depressionen, Angstzustände und Suchterkrankungen sind bei Einsatzsoldaten verbreitet, und immer mehr erkranken an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS. Sie werden nach ihrer Rückkehr über Jahre hinweg von Ereignissen aus dem Einsatz verfolgt, die oft in normalen Alltagssituationen ins Bewusstsein zurückkehren.

2012 waren nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums allein wegen PTBS mehr als 1140 Soldatinnen und Soldaten in Behandlung. Tatsächlich liegt die Zahl deutlich höher, denn Zeitsoldaten, die sich nach ihrem Ausscheiden aus der Bundeswehr in zivilen Einrichtungen behandeln lassen, sind in der offiziellen Statistik nicht erfasst. Die Dunkelziffer ist dem Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der TU Dresden zufolge doppelt so hoch.

... Der Augsburger Anwalt Christian Steffgen, der als Vertragsanwalt des Deutschen Bundeswehrverbands Soldaten vertritt, hat festgestellt, dass auch Straftaten von Soldaten immer häufiger mit Einsatzerlebnissen in Verbindung stehen. "Das sind Soldaten mit vorbildlicher Karriere, die plötzlich persönlichkeitsfremde Taten begehen", sagte Steffgen.

...  Gemeint ist: Soldaten, die nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, beleidigen oder bedrohen plötzlich andere Verkehrsteilnehmer oder werden gewalttätig. "Die Hemmschwelle für ein solches Verhalten scheint durch Ereignisse im Einsatz, die nicht verarbeitet wurden, herabgesetzt zu werden", sagt der Anwalt. Fühlen sich die Soldaten im Straßenverkehr oder beim Gerangel an der Supermarktkasse provoziert, kann sie das "triggern", wie es im Fachjargon heißt. Sie werden mental in den Einsatz zurückversetzt und reagieren unverhältnismäßig aggressiv – im Extremfall mit unkontrollierten Gewaltausbrüchen.

Wie viele Einsatzsoldaten straffällig werden, ist nicht bekannt. Weder Bundeswehr noch Bundeskriminalamt erfassen diese Daten. In den USA sind Veteranen schon Amok gelaufen. "Denkbar ist das auch bei uns", sagt der Psychotherapeut Thomas Kleinheinrich, der die von Einsatzsoldaten gegründete Deutsche Kriegsopferfürsorge berät. Er sieht auch Parallelen zur Zeit nach 1945, als ganze Familien unter den Traumata der Kriegsheimkehrer gelitten hätten. "Auch heute gibt es Fälle, wo Kinder und Partner Probleme bekommen", sagt er. Kinder würden verhaltensauffällig oder machten plötzlich wieder ins Bett, wenn der Vater "emotional ausfalle". Auch häusliche Gewalt sei heute wie damals ein Thema.

...

Quote
   Creedinger
    03.07.2013 um 11:48 Uhr

Wo ist das Problem?

Auch wenn von offizieller Stelle etwas anderes behauptet wird, so sieht man an der Behandlung von Soldaten überall auf der Welt das gleiche Schema:

- Mit Bildungsversprechen in die Armee locken
- Im Kriegseinsatz verheizen - körperlich oder "nur" seelisch
- Daheim alleine lassen

Soldaten sind eigentlich ganz arme Schweine, denn sie riskieren ihr Leben und ihre Gesundheit für Brotkrumen - wer denkt, dass ein Soldat in Afghanistan ist, um patriotisch Deutschland zu verteidigen hat wohl noch nie mit einem Heimkehrer geredet.

Ausserdem: Es kann ja nicht angehen, dass die Bundeswehr zugibt, dass in Afghanistan schlimme Dinge passieren und es den Soldaten dort schlecht ergeht. Dann würde ja keiner hingehen. Dann doch lieber abstreiten, dass Soldaten nachher Probleme haben. Da zeigt man lieber den einen, der keinen Schaden hat auf Armeemessen und lässt ihn kleinen Kindern erzählen, wie toll sein Abenteuer in Afghanistan war.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/soldaten-einsatz-psychische-probleme-kriminalitaet/seite-2?commentstart=1#cid-2878914



Aus: "Krieg im Kopf" Ulrike Scheffer (02.07.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/soldaten-einsatz-psychische-probleme-kriminalitaet

http://www.tagesspiegel.de/politik/krieg-im-kopf/8438118.html

« Last Edit: July 03, 2013, 12:32:03 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Wie würden Sie sich fühlen... ]
« Reply #543 on: July 27, 2013, 12:22:05 PM »
Bradley Edward Manning (* 17. Dezember 1987 in Crescent, Oklahoma)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bradley_Manning

-.-

Quote
[...] Das Epizentrum des Kampfes der US-Regierung gegen die Whistleblower liegt eine gute Autostunde nördlich der Hauptstadt, hinter Zäunen mit Warnschildern, in einem kleinen Gerichtssaal auf der großen Militärbasis Fort Meade. Darin sitzt der Obergefreite und WikiLeaks-Informant Bradley Manning, angeklagt in 21 Punkten, insbesondere wegen "Unterstützung des Feindes". ...

Aus: "Prozess gegen Bradley Manning: "Kein Whistleblower, sondern ein Verräter""
Aus Fort Meade berichtet Sebastian Fischer (26.07.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/schlussplaedoyers-um-wikileaks-informant-bradley-manning-a-913219.html

-.-

Quote
[...] Manning sei „ein junger Mann, naiv, aber mit guten Absichten“, sagte Verteidiger David Coombs in seinem Schlussplädoyer vor dem Militärgericht in Fort Meade bei Washington.

Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Manning zuvor als Verräter bezeichnet, der den USA habe schaden wollen. Ein Urteil wird in Kürze erwartet, möglicherweise bereits am Wochenende. Über das Strafmaß wird erst später entschieden. Manning droht eine lange Haftstrafe.

Die Verteidigung zeigte im Schlussplädoyer ein Video, das Manning 2010 an Wikileaks weitergegeben haben soll: Zu sehen ist ein brutaler Armee-Einsatz im Irak, bei dem Soldaten von einem US-Kampfhubschrauber aus Zivilisten und Journalisten töteten. Coombs stellte die rhetorische Frage: „Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie als 22-Jähriger ein solches Video sehen?“

Manning hatte bereits gestanden, als Soldat im Irak 2010 Hunderttausende geheime Dokumente aus Armeedatenbanken an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben.

Das Verfahren ist der erste große Prozess gegen einen Whistleblower in den USA. Der schwerste Anklagepunkt lautet „Unterstützung des Feindes“, wofür die Todesstrafe droht. Die Staatsanwaltschaft hatte aber bereits vor dem Prozess signalisiert, dass sie diese nicht fordern will.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag rund fünf Stunden lang gesprochen - und erneut schwerste Vorwürfe an Manning gerichtet. „Er war kein Whistleblower, er war ein Verräter (...).“ Manning habe um den Wert der weitergereichten Dokumente für den Feind gewusst, sagte Staatsanwalt Ashden Fein. „Er war keine bedrängte junge Seele, er war ein entschlossener Soldat mit dem Wissen, der Fähigkeit und dem Willen, den USA und deren Kriegsanstrengungen zu schaden.“

Das Verfahren könnte als Präzedenzfall für weitere Whistleblower dienen - etwa für Wikileaks-Chef Julian Assange und den Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden. Assange hält sich seit längerem in der Londoner Botschaft Ecuadors auf, Snowden im Transitbereich eines Moskauer Flughafens. Die USA wollen beide unbedingt vor Gericht stellen.


Aus: "Verteidiger: Bradley Manning ist "naiv"" (27.07.13)
Quelle: http://futurezone.at/netzpolitik/17331-verteidiger-bradley-manning-ist-naiv.php


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Was wir vergangene Woche in Syrien gesehen haben... ]
« Reply #544 on: August 27, 2013, 09:49:24 AM »
Quote
[...] Washington/Bagdad/Teheran - Die USA haben dem Irak Medienberichten zufolge im Krieg gegen den Iran in den 1980er-Jahren geholfen, obwohl sie von Planungen für daraufhin folgende Giftgasangriffe wussten. Das Magazin "Foreign Policy" berichtete am Montag auf seiner Internetseite unter Berufung auf CIA-Dokumente und Zeugenaussagen damaliger Verantwortlicher, Washington habe seit 1983 gewusst, dass Ex-Machthaber Saddam Hussein Sarin oder andere Nervengase gegen die iranischen Truppen einsetzte.

Ende 1987 hätten die US-Geheimdienste anhand von Satellitenbildern eine iranische Truppenkonzentration bei Basra im Süden des Iraks entdeckt. In der Region waren die irakischen Truppen schwach. Der Bericht wurde laut "Foreign Policy" dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan vorgelegt, der daraufhin in einer Note festgehalten habe: "Ein Sieg des Irans ist nicht hinnehmbar."

Die USA lieferten Saddam Hussein ihre Informationen, auch über Luftabwehrstellungen des Iran. Der Irak erstickte daraufhin im April 1988 mit einer groß angelegte Offensive auf der Halbinsel Fao den iranischen Angriff - gestützt auf Bombardements mit Chemiewaffen. Vier Mal wurde laut CIA Giftgas eingesetzt. Dabei kamen jeweils "Hunderte bis tausende Iraner" ums Leben, wie "Foreign Policy" berichtete.

"Die Iraker haben uns nie gesagt, dass sie Nervengas einsetzen würden. Es war nicht nötig, wir wussten es schon", sagte der damalige US-Militärattache in Bagdad, Rick Francona. Zur damaligen Zeit, im März 1988, setzte Saddam Hussein auch Nervengas gegen das kurdische Dorf Halabja ein, wobei 5.000 Menschen getötet wurden. (APA, 26.8.2013)

Quote
Der_Sepp, 27.08.2013
Suprise, surprise...



Quote
Erithacus rubecula, 27.08.2013
"Die USA haben dem Irak Medienberichten zufolge im Krieg gegen den Iran in den 1980er-Jahren geholfen, obwohl sie von Planungen für daraufhin folgende Giftgasangriffe wussten."

Das ist nun wirklich nichts Neues. Wer sich für die Thematik interessiert, der hätte darüber schon seit gut 20 Jahren informiert sein können. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine kritische Haltung gegenüber den Mainstreammedien und den offiziellen amerikanischen Verlautbarungen gewesen.

Quote
Franz Altenberger, 27.08.2013
War da nicht schon sowas?
Hatten die USA (und die damalige BRD) damals nicht die Chemiewaffen / Nervengas an Sadam Hussein geliefert gegen den Iran???
Vor diesen Fakten ist Obamas Empörung ein neuerliches Absinken in die Scheinheiligkeit.

Quote
Bailiff, 27.08.2013
Nicht nur die USA haben kräftig mitgemischt, sondern auch Spanien, Frankreich, GB, BRD
Man hat den Iran mit einem Waffenembargo belegt, aber Saddam hochgerüstet und politisch gedeckt. Saddam war der Auftragskiller, die Auftraggeber der Westen+Araberstaaten, und das Opfer der Iran. Saddams Strategie war es in den Iran vorzudringen, und dann in einer sudwärts Bewegung zum persischen Golf, den Westen des Iran mit den Öl-und Gasfeldern unter seine Kontrolle zu bringen. Iranisches Öl wäre in die Hände eines US Freundes gefallen, und alles wäre wieder gut gewesen. Wurscht ob es den Iranern gefällt oder nicht. Öl ist wichtiger als Völkerrecht oder Menschenleben.
Der Plan ging natürlich nach hinten los: Saddam konnte Gebiete nicht halten, und kam in die Defensive+der Krieg erlaubte es Khomeini die islamische Revolution zu verfestigen


Quote
AbleDanger, 27.08.2013
Parallelen zu aktuellen Ereignissen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt



Aus: "Washington unterstützte Saddam bei Giftgasangriffen" (26. August 2013)
Quelle: http://derstandard.at/1376534699964/Washington-unterstuetzte-Saddam-bei-Giftgasangriffen

-.-

Quote
[....] Washington - Die USA sind überzeugt, dass in Syrien Giftgas eingesetzt wurde. Das sagte Außenminister John Kerry in Washington. Diese Erkenntnis sei "unbestreitbar", so Kerry.

"Was wir vergangene Woche in Syrien gesehen haben, muss das Gewissen der Welt erschüttern. Es verstößt gegen jeden moralischen Kodex", sagte Kerry. Er verwies darauf, dass die Regierungstruppen über ein Chemiewaffenarsenal verfügten. Er kündigte eine Reaktion von Präsident Barack Obama an: Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.

Das Regime von Baschar al-Assad habe systematisch versucht, den Einsatz der Chemikalien zu vertuschen, so Kerry. Es seien Beweise zerstört und weitere Angriffe auf die betroffenen Gebiete geflogen worden. Außerdem habe man die Uno-Inspektoren fünf Tage lang daran gehindert, die Orte zu besuchen. "Dies ist nicht das Verhalten einer Regierung, die nichts zu verbergen hat", sagte Kerry.

Der Außenminister sagte zwar nicht wörtlich, dass das Regime hinter dem Chemiewaffeneinsatz stecke. Aber er ließ keinen Zweifel daran, dass die USA davon überzeugt seien. Er kündigte an, dass die Obama-Regierung "zusätzliche Informationen über den Angriff" hätte, die sie in den kommenden Tagen veröffentlichen würde. Ein Sprecher Obamas betonte, das Weiße Haus hätte keinen festen Zeitplan für eine Entscheidung über ihr Vorgehen gegen Syrien.

Das Regime in Damaskus bestreitet den Einsatz chemischer Kampfstoffe und beschuldigt stattdessen die Rebellen, Giftgas eingesetzt zu haben. Laut der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind in von ihr betreuten Krankenhäusern 3600 Menschen mit Symptomen von Nervengift behandelt worden. Von ihnen seien 355 gestorben. Die Opposition in Syrien spricht von bis zu 1300 Toten.

International haben die Berichte Entsetzen ausgelöst und einen westlichen Militärschlag wahrscheinlicher gemacht. Die USA bereiten sich auf ein Eingreifen vor, haben aber offiziell noch keine Entscheidung gefällt. Obama hatte in der Vergangenheit den Einsatz von Giftgas als "rote Linie" bezeichnet.

In Syrien wurden die Chemiewaffenexperten der Uno, die die Giftgas-Vorwürfe untersuchen sollen, am ersten Tag ihres Einsatzes von Heckenschützen angegriffen. Der Konvoi geriet unter Beschuss, als die Fahrzeuge von der Zone, die die Regierung kontrolliert, in das Gebiet der Rebellen fahren wollte. Sie sei mehrfach absichtlich beschossen worden, teilte ein Uno-Sprecher. Ein Auto war daraufhin nicht mehr einsetzbar.

Später erreichten die Kontrolleure doch noch den betroffenen Ort Muadamija. Dabei hätten sie Überlebende und Ärzte befragt und auch einige Proben genommen, teilte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon mit. Es brauche nun etwas Zeit für eine erste Auswertung, sagte er.

fab/dpa/Reuters

Quote
Die Art der Beweise
ollux gestern, 21:28 Uhr
kenne ich beispielsweise auch von Bush und den Chemiewaffen im Irak. Sind nun die Erkenntnisse besser, wahrer? ...
http://forum.spiegel.de/f22/aussenminister-john-kerry-usa-sind-von-giftgaseinsatz-syrien-ueberzeugt-99049.html#post13575826

Quote
fast wortgleich
hhasenbein123 gestern, 21:31 Uhr
Erinnert mich irgenwie an den US-Außenminister a.D. Powell, der "Beweise" für Massenvernichtungswaffen im Irak hatte. Was ist mit dem Spiegel los? Kopiert ihr einfach nur US-Pressemeldungen? Wo sind die kritischen Journalisten?
http://forum.spiegel.de/f22/aussenminister-john-kerry-usa-sind-von-giftgaseinsatz-syrien-ueberzeugt-99049-2.html#post13575846

...


Aus: "Außenminister John Kerry: USA sind von Giftgas-Einsatz in Syrien überzeugt" (26.08.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-kerry-ist-ueberzeugt-von-giftgas-einsatz-a-918748.html

« Last Edit: August 27, 2013, 09:54:46 AM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
Re: [Versprengte Notizen zum Krieg... ]
« Reply #545 on: September 03, 2013, 09:28:35 AM »
Quote
[...] Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind mittlerweile zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen. An jedem Tag würden nahezu 5.000 Syrer ihr Land verlassen und vor allem in den Nachbarstaaten auf Sicherheit und humanitäre Hilfe hoffen, teilten die Vereinten Nationen mit. Weitere 4,25 Millionen Menschen seien in Syrien auf der Flucht.

"Syrien ist zur großen Tragödie dieses Jahrhunderts geworden – eine beschämende humanitäre Katastrophe mit Leid und Vertreibung in einem in der jüngeren Geschichte beispiellosen Ausmaß", erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. In Syriens Nachbarstaaten seien 97 Prozent der bislang zwei Millionen Flüchtlinge untergekommen.

...


Aus: "Zwei Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen" (3. September 2013)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-09/syrien-fluechtlinge-un-eu-italien


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Sogar mancher Schriftsteller pries nun seine Erfindung... ]
« Reply #546 on: September 24, 2013, 11:37:16 AM »
Quote
[...] Seine Erfindung machte ihn zum Urvater des industriellen Krieges: 1884 entwickelte der Amerikaner Hiram Maxim das erste selbstladende Maschinengewehr der Geschichte.  ...

Der Oberbefehlshaber der britischen Armee machte sich schleunigst auf den Weg zu Maxims Werkstatt, um das Maschinengewehr in Augenschein zu nehmen. Auf einem zweirädrigen Gestell ruhte die Waffe - ein im Vergleich zu einem normalen Gewehr klobiges, langes Stück Metall, das als Rückstoßlader eine nie dagewesene Schussfrequenz erreichte. Eine Wasserkühlung schützte das Gewehr vor Überhitzung, die Patronen glitten aus einem Kasten unter dem Lauf per Gurt in die Abschusskammer - nun musste der Schütze nur noch den Abzugshebel drücken. Nie zuvor war Töten so einfach gewesen.

Auch der deutsche Kaiser Wilhelm I. zeigte Interesse an der neuen Waffe. 1887 ließ er sich das "Maxim" sowie die Konkurrenzprodukte der Hersteller Gatling und Nordenfelt vorführen und war begeistert: "Das ist die Waffe", so Wilhelm über das Maxim-Maschinengewehr, "es gibt keine andere." Die Vorteile des "Maxim" lagen auf der Hand: Das Gatling-Repetiergewehr zum Beispiel musste mühsam per Muskelkraft geladen werden und streikte häufig. Solche Probleme waren beim zuverlässigen "Maxim" nicht zu befürchten.

Bald standen die europäischen Armeen bei Maxim Schlange, um seine Maschinengewehre zu ordern. Der österreichische Erzherzog zeigte sich bei einer Vorführung in Wien schockiert vom "Maxim". Er nannte es "das furchtbarste Instrument, das ich jemals gesehen habe oder mir vorstellen konnte" - und orderte sogleich große Stückzahlen für die österreichisch-ungarische Armee.

Hiram Maxim war höchst zufrieden: Endlich erhielt er die Bewunderung, die er immer erhofft hatte. Ruhm und Geld waren seine Motoren, das Schicksal der Soldaten oder patriotische Gefühle rührten ihn nie wirklich. Ständig tüftelte der Erfinder an der Verbesserung des "Maxims" herum. So reduzierte er das Gewicht des Maschinengewehrs auf weniger als 70 Kilogramm. Leichtere Waffen waren ein großer Wunsch der Militärs, die das Maschinengewehr in die unwirtlichen Kolonien mitnehmen wollten. Er ersann einen neuen Munitionsgurt, der sich in sechs Sekunden einbauen ließ. Und auch neben dem "Maxim"-Maschinengewehr erfand Hiram Maxim fleißig weiter, zum Beispiel ein rauchloses Schießpulver. Über 200 Patente sollte er im Laufe seines Lebens halten.

Werbung für sein Produkt musste Hiram Maxim nie machen. Jeder Krieg, in dem sein Gewehr eingesetzt wurde, war das beste Marketing für ihn. So auch im Jahr 1898: Zu dieser Zeit marschierte eine britisch-ägyptische Armee den Nil herauf, um die Reste des sudanesischen Mahdi-Reichs zu vernichten, das den Briten rund ein Jahrzehnt zuvor eine peinliche Schmach zugefügt hatte. Die britischen Soldaten hüteten die Geheimwaffe wie ihren Augapfel: Sie verpackten ihre "Maxim"-Maschinengewehre gegen den allgegenwärtigen Sand in Seide.

Am 2. September 1898 kam es bei der sudanesischen Stadt Omdurman zur Entscheidungsschlacht. Über 60.000 Mahdisten, die in ihren wehenden Gewändern einen prachtvollen Anblick boten, aber nur miserabel ausgerüstet waren, stürmten auf die britische Armee los. Bis die ihre "Maxims" sprechen ließ. Die Maschinengewehre machten die Schlacht zum Gemetzel, wie ein berühmter britischer Teilnehmer der Kämpfe - Winston Churchill - berichtete. "Im entscheidenden Augenblick erschien das Kanonenboot und begann plötzlich, aus Maximkanonen, Schnellfeuergewehren und Büchsen zu schießen. Die Entfernung war kurz, die Wirkung verheerend. Die angreifenden Derwische sanken nieder wie gemäht", schrieb Churchill. Die britischen Verluste betrugen keine 50 Mann, die Mahdisten büßten fast 10.000 Kämpfer ein.

Hiram Maxim hörte die Nachrichten über die Schlacht im fernen Sudan mit Begeisterung, waren sie für ihn doch ein Beleg seines Genies. Sogar mancher Schriftsteller pries nun seine Erfindung. "Was auch immer passieren mag, wir haben das Maxim-Maschinengewehr, und die anderen nicht", schrieb ein Bewunderer über den Unterschied zwischen Briten und den "unzivilisierten" Völkern.

In Großbritannien war Maxim ein hochgeachteter Mann, 1900 hielt bei einem Fest sogar der britische Premierminister Lord Salisbury eine Ansprache auf ihn. "Wissen Sie, Gentlemen, dass ich Mr. Maxim als einen der größten Wohltäter betrachte, den die Welt je gekannt hat?", so Lord Salisbury. "Und wie?", entfuhr dem selbst völlig verdutzten Maxim. "Nun", setzte der Premierminister an, "ich muss sagen, dass Sie mehr Männer davor bewahrt haben, im hohen Alter zu sterben, als jeder andere Mensch, der jemals gelebt hat".

Salisburys Worte hatten prophetischen Charakter: 14 Jahre später, im August 1914, richteten die Europäer ihre selbstladenden Maschinengewehre, die auf Maxims Erfindung beruhten, aufeinander. Was seine in tausendfacher Ausführung eingesetzte Waffe auf den Schlachtfeldern Europas anrichtete, sollte Hiram Maxim noch selbst erleben. Er starb 1916 in London.


Aus: "Maschinengewehr-Erfinder: Hiram Maxim Der Vater des Gemetzels" Marc von Lüpke (23.9.2013 )
Quelle: http://einestages.spiegel.de/s/tb/29468/maschinengewehr-erfinder-hiram-maxim.html


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Ich habe einfach nur die Papiere unterschrieben... ]
« Reply #547 on: October 17, 2013, 03:47:03 PM »
Quote
[...] Mit 19 Jahren hat sich Edwards freiwillig zur Armee gemeldet, weil er nicht so richtig wusste, was er mit seinem Leben anfangen sollte und weil sein Großvater schon gedient hatte. "Ich war so naiv, ich wusste überhaupt nicht, auf was ich mich einlasse", sagt er. "Ich habe einfach nur die Papiere unterschrieben, ich habe gar nicht wirklich darüber nachgedacht."

... Über das Leben von Tom Edwards und das seiner Kameraden im Krieg hat die Schweizer Fotografin und Autorin Elisabeth Real ein Buch geschrieben. Einer der Soldaten ist Reals Schwager Timmy McClellan. Mit ihm hat alles begonnen, wegen ihm hat sie sich für dieses Buchprojekt entschieden. "Ich wollte anfangs ganz simple Dinge wissen, zum Beispiel warum er sich freiwillig gemeldet hat und welches Leben er bei der Armee führt", sagt sie ...

In der Zeit zwischen 2006 und 2012 reiste sie mehrmals in die USA und besuchte die Soldaten. In "Army of One" erzählt sie die Geschichte der traurigen Helden, die mit Depressionen zurückkehrten, ihre Ängste und Alpträume mit Tabletten, Alkohol und Haschisch bekämpfen und nun einen Weg in die Normalität suchen. Sie zeigt das Leben der Männer zwischen ihren Heimaturlauben und nach dem Krieg.

...

Quote
bennysalomon heute, 11:14 Uhr
Mein Mitgefühl den Soldaten.

http://forum.spiegel.de/f22/portraets-von-us-veteranen-armee-der-kaputten-103461.html#post14007588

Quote
Mir kommen die Tränen.
ratschbumm heute, 11:12 Uhr
[Zitat von sysop]Sie haben Menschen umgebracht und Freunde sterben sehen. Sie wurden schwer verwundet und kämpfen nun gegen Depressionen und Angstzustände. Die Fotografin Elisabeth Real zeigt in ihrem Band "Army Of One" hautnah, wie der Krieg sechs US-Soldaten verändert hat. Army of One: Elisabeth Real zeigt US-Irak-Veteranen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/army-of-one-elisabeth-real-zeigt-us-irak-veteranen-a-927857.html)

Wo bleibt eine Reminiszenz über hundertausende Ermordeter, Verstümmelter, traumatisierter Opfer der US-Militärmaschinerie?


Quote
das Kanonenfutter des Systems
preteatro heute, 11:31 Uhr
junge Frauen und Männer, welche in der Armee oft die einzige Möglichkeit erkennen, zu Bildung oder Arbeit zu kommen. Das dieses Bestreben im Fall der agressiven Hegemonialpolitik der USA sehr schnell auf dem Schlachtfeld fern der Heimat enden kann, mussten und müssen viele US Amerikaner erleben. Sie verteidigen NICHTS ausser der Freiheit welche sich die USA nimmt, fern jeglichen int. Rechts mit Raketen, Drohnen und Bombern die Gewinne ihrer Konzerne zu sichern und zu steigern. Das dieses menschliche Kanonenfutter im US System bei nicht funktionieren zwangsläufig wertlos wird, vielfach dokumentiert und beschrieben, liegt in der Natur dieses Systems. Völlig unbeachtet bleiben dabei die Opfer/Täter des riesigen US Söldnerheeres. Weder ihre Verbrechen noch ihre Verluste scheinen in der Regel in irgendwelchen Statistiken auf. Opfer eines Systems, welches seine Verbrechen bis vor kurzem noch lautstark mit der angeblichen Verteidigung von Demokratie und Freiheit zu begründen versuchte. ...

http://forum.spiegel.de/f22/portraets-von-us-veteranen-armee-der-kaputten-103461.html#post14007779

Quote
Krieg
berghamburg heute, 11:44 Uhr
Die Soldatenjungs und -Mädels tun mir schon irgendwo leid, kein Zweifel. Aber sie haben sich alle freiwillig gemeldet. Als ich Kind war (Jahrgang 1959) haben ALLE Erwachsenen den 2. Weltkrieg erlebt und waren froh, mit dem Leben davongekommen zu sein. Männer an den Gewehren, Frauen zuhause im Bombenhagel, so wie meine Eltern. Alle haben Freunde, Verwandte und Bekannte sterben gesehen. Die älteren (die damalige Generation 60+) hatten sogar zwei Kriege durchgemacht, so wie meine Großeltern. Viele waren behindert und es war damals so gut wie gar nichts behindertengerecht. Und viele hatten auch einen Knacks weg, aber Ärzte, die eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostizierten? Psychiater? Lächerlich! Nach dem Krieg gab es nicht mal Penicillin oder Morphium gegen die Schmerzen. Zu essen gab es nur auf Lebensmittelkarten - wenn überhaupt - oder vom Schwarzmarkt, das wenige Geld, welches sie noch hatten, war so gut wie wertlos. Und das waren damals nicht die einzigen Sorgen … Ich bin schon dankbar, dass meiner Generation und den nachfolgenden dieses alles erspart geblieben ist, jedenfalls bis jetzt. Aber abgesehen davon: Der Irakkrieg ist - wie viele Kriege der Neuzeit - sehr willkommen. Das Volk der USA (und anderer Staaten) hat ihn bezahlt, die US-Industrie (Kriegsmaschinerie, Erdöl etc) hat die Gewinne daraus gezogen. Schon merkwürdig …

http://forum.spiegel.de/f22/portraets-von-us-veteranen-armee-der-kaputten-103461.html#post14007904

Quote
Die armen geistlosen Mörder
winninni heute, 15:24 Uhr
... Mein Vater musste in den Krieg, der hatte keine Wahl, er glaubte auch das er seinem Land dienen würde - Propaganda gestern wie Heute. Wenn ich die Realität mit der erzählten Geschichte abgleiche, dann glaube ich gar nichts mehr.
http://forum.spiegel.de/f22/portraets-von-us-veteranen-armee-der-kaputten-103461-4.html#post14010792


Aus: "Porträts von US-Veteranen: Armee der Kaputten" Kristin Haug (17.10.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/army-of-one-elisabeth-real-zeigt-us-irak-veteranen-a-927857.html


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht... ]
« Reply #548 on: October 22, 2013, 08:48:22 AM »
Quote
[...] Deutschland hat nach einem Bericht von Amnesty International die völkerrechtlich umstrittenen US-Drohnenangriffe in Pakistan mit Geheimdienstinformationen unterstützt. Das teilte die Menschenrechtsorganisation unter Berufung auf pensionierte pakistanische Geheimdienstoffiziere mit. Nach deren Aussagen aus diesem und dem vergangenen Jahr sollen "die Geheimdienste in Deutschland und anderen europäischen Staaten mit den USA und deren Drohnenprogramm in Pakistan zusammengearbeitet" haben. Deutschland habe dem US-Geheimdienst CIA sogar Daten wie Handy-Nummern von späteren Drohnen-Opfern geliefert.

In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht von Amnesty International (AI) zu US-Drohnenangriffen in Pakistan heißt es weiter: "Die USA haben beim Einsatz bewaffneter Drohnen in Pakistan immer wieder Völkerrecht gebrochen. Bei einigen Angriffen kann es sich sogar um Kriegsverbrechen handeln." Die deutsche AI-Sektion kritisierte "eine Lizenz zum Töten, die menschenrechtliche Standards und das Völkerrecht vollkommen ignoriert".

Der Pakistan-Experte von Amnesty International, Mustafa Qadri, sagte auf Anfrage: "Wir veröffentlichen diesen Bericht, um Regierungen einschließlich der deutschen dazu zu drängen, ihre Rolle in dem US-Drohnenprogramm offenzulegen."

Die Bundesregierung verlasse sich auf die Selbstauskunft der USA, wonach das Völkerrecht eingehalten werde, teilte AI weiter mit. "Die Bundesregierung muss endlich öffentlich einfordern, dass auch die USA sich an das geltende Recht halten. Deutsche Behörden dürfen die rechtswidrigen Drohnenangriffe der USA nicht auch noch unterstützen."

Amnesty-Mitarbeiter überprüften nach Angaben der Organisation alle 45 Drohnenangriffe, die zwischen Januar 2012 und August 2013 aus dem schwer zugänglichen Stammesgebiet Nord-Waziristan bekannt wurden. Im Oktober 2012 sei etwa eine 68-jährige Großmutter bei der Feldarbeit vor den Augen ihrer Enkel getötet worden, heißt es in dem Bericht. Die Kinder seien bei einem zweiten Luftschlag schwer verletzt worden. Im Juli 2012 hätten US-Drohnen 18 Dorfbewohner getötet, die anschließend als militante Kämpfer bezeichnet worden seien.

Die Drohneneinsätze werden auch Thema beim Treffen des neuen pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif mit US-Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch in Washington sein. Die pakistanische Regierung fordert seit langem einen Stopp der Angriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan, was die USA ignorieren. Die CIA setzt die unbemannten Flugzeuge ein, um gezielt mutmaßliche Aufständische zu töten, denen zuvor kein rechtsstaatlicher Prozess gemacht wurde. Dabei kommen immer wieder Unschuldige ums Leben.

Das "Büro für Investigativen Journalismus" in London schätzt, dass bei 376 CIA-Drohnenangriffen seit 2004 zwischen 2525 und 3613 Menschen getötet wurden. Darunter sind demnach zwischen 407 und 926 Zivilisten, wovon zwischen 168 und 200 Kinder waren. (dpa) / (jk)


Aus: "Amnesty-Bericht: Deutschland hat US-Drohnenangriffe unterstützt" (22.10.2013)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amnesty-Bericht-Deutschland-hat-US-Drohnenangriffe-unterstuetzt-1983132.html


"Deutschland soll US-Drohnenangriffe in Pakistan unterstützt haben" (22. Oktober 2013)
http://www.zeit.de/politik/2013-10/drohnenangriffe-pakistan-amnesty-deutschland

« Last Edit: October 22, 2013, 10:20:39 AM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Syrien... ]
« Reply #549 on: October 22, 2013, 10:34:34 AM »
Quote
[...] Seit Beginn des Krieges im März 2011 sind in Syrien etwa 115.000 Menschen gestorben. ...


Aus: "Augenblick: Kampf um Aleppo" (21.10.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-in-der-umkaempften-stadt-aleppo-explodiert-ein-geschaeft-a-929097.html

Bürgerkrieg in Syrien
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien

Chronik des Bürgerkriegs in Syrien 2011
https://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_des_B%C3%BCrgerkriegs_in_Syrien_2011

Kategorie:Bürgerkrieg in Syrien
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien

-.-

Quote
[...] Washington/Genf - Die USA liefern leichte Waffen an moderate syrische Rebellen im Süden des Landes. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und bezieht sich auf Informationen aus amerikanischen und europäischen Sicherheitskreisen. Die Finanzierung der Rüstungslieferungen seien vom US-Kongress in geheimen Abstimmungen gebilligt worden, hieß es.

Zu den Waffen, die über Jordanien an nicht-islamistische Rebellen geschickt werden, gehören den Angaben zufolge leichte Infanteriewaffen, aber auch Panzerabwehrraketen. Tragbare Luftabwehrraketen, die von der Schulter abgefeuert werden können, sollen nicht darunter sein.

Im vergangenen Jahr hatte der US-Kongress Rüstungslieferungen an syrische Rebellen noch blockiert. Die Abgeordneten befürchteten, die Waffenkönnten in die Hände islamischer Extremisten geraten. Mittlerweile habe sich bei Sicherheitsexperten die Überzeugung durchgesetzt, dass dies nicht geschehen werde, verlautete aus Kreisen, die mit den Vorgängen vertraut sind, so Reuters.

Der Bürgerkrieg in Syrien steckt seit Monaten in einer Patt-Situation. Weder die Truppen von Präsident Baschar al-Assad noch die Rebellen sind in der Lage, ihre Gegner entscheidend zu schlagen. Diese Lage könnte nach Einschätzung von Experten noch längere Zeit anhalten.

Auch bei den Syrien-Friedensgesprächen in Genf bewegen sich die Konfliktparteien kaum aufeinander zu. Der Streit um die Bildung einer Übergangsregierung hatte die Gespräche ins Stocken gebracht. Uno-Vermittler Lakhdar Brahimi sagte vor Journalisten: "Wir werden weitermachen und sehen, ob und wann Fortschritte gemacht werden können." Er betonte zugleich: "Wir haben nie Wunder erwartet."

Die Delegationen von Regierung und Opposition waren am Montag lediglich für eine Stunde zu direkten Gesprächen zusammen getroffen. Die Verhandlungen seien nicht vom Fleck gekommen, sagte ein Mitglied der Oppositionsdelegation. Streitpunkt war unter anderem ein möglicher Rücktritt von Machthaber Assad. Die Regierungsvertreter wiesen diese Kernforderung der Opposition erneut kategorisch zurück.

Nach Angaben der Opposition brach Brahimi die direkte Gesprächsrunde ab, als die Atmosphäre zu hitzig wurde. Zu Differenzen kam es dabei auch in humanitären Fragen. Der Uno-Vermittler hatte am Sonntag noch verkündet, die Konfliktparteien hätten sich darauf verständigt,dass Frauen und Kinder die belagerten Teile der syrischen Stadt Homs verlassen dürfen. Nun musste Brahimi aber einräumen, dass es in diesem Punkt keine großen Fortschritte gegeben hat. Die Diskussionen gingen etwa noch darum, wie genau die Menschen heraus geleitet werden könnten. Die Regierung sei bereit dazu, doch es gebe noch "allerhand Probleme" wie etwa Heckenschützen. Auch die Erlaubnis, Hilfsgüter in die Stadt zu bringen, sei noch nicht getroffen. Er sei aber froh darüber, "dass der Wille da ist, die Diskussionen fortzusetzen".

Oppositionsvertreter hatten zuvor dementiert, zugestimmt zu haben, dass Frauen und Kinder die belagerten Teile Homs' verlassen sollten. Stattdessen drängten sie auf eine "schrittweise Aufhebung der Belagerung" durch die Regimetruppen sowie einen Zugang für Hilfskonvois.

Die Genfer Friedenskonferenz hatte vergangenen Freitag begonnen. Ihr Ziel ist es, den mehr als zwei Jahre andauernden Bürgerkrieg zu beenden. Neben einer Übergangsregierung soll auch eine Waffenruhe und ein Gefangenenaustausch vereinbart werden.

heb/Reuters/dpa


Aus: "Syrischer Bürgerkrieg: USA liefern Waffen an Rebellen" (28.01.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-usa-liefern-waffen-an-rebellen-a-945886.html

« Last Edit: January 28, 2014, 10:12:37 AM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Eine weitere Frage ist in diesem Zusammenhang... ]
« Reply #550 on: February 10, 2014, 09:53:32 PM »
Quote
[...] Eine US-Spezialeinheit hat einem Bericht zufolge "Find, Fix & Finish"-Missionen auf "Metadaten" gestützt und deshalb auch Unschuldige getötet. Da stellt sich nicht nur die Frage, ob auch deutsche Dienste solche "Metadaten" geliefert haben.

Laut einem US-Medienbericht hat der US-Geheimdienst NSA Aufklärungstechnik in Drohnen dazu benutzt, mutmaßliche Terroristen anhand ihrer Mobiltelefone zu identifizieren und anschließend zu töten. Das berichtete das neue Online-Magazin The Intercept unter Berufung auf einen US-Drohnenpilot sowie Informationen des Whistleblowers Edward Snowden. Der linke Bundestagsabgeordnete Andre Hunko stellt nun die Frage, ob deutsche Dienste dabei möglicherweise assistiert haben. Auch ist noch nicht genau geklärt, welche Technik zum Einsatz kommt.

Das von Greenwald und Scahill präsentierte Material zu der Signalaufklärung der Drohnen ist nicht sehr aussagefähig, die Beschreibung der Möglichkeiten ist allgemein gehalten. Doch soll sich die drohnengestützte Signalaufklärung (SIGINT, Signal Intelligence) der NSA auf die Lokalisierung von Handys verlassen haben. Eine Spezialeinheit des Joint Special Operations Command (JSOC), die mutmaßliche Terroristen finden und ausschalten soll, hat laut Bericht gestützt nur auf "Metadaten" getötet, ohne dass zuvor ein einziges Gespräch abgehört wurde. Da SIM-Karten und Telefone getauscht werden können, seien auch Unschuldige unter den Opfern der Drohnenangriffe. Eine NSA-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Einige Einzelheiten des Artikels werfen jedoch technische Fragen auf. Nach Angaben des von Greenwald und Scahill befragten JSOC-Spezialisten rüsten NSA, CIA und US-Armee ihre Drohnen und Flugzeuge mit virtuellen Mobilfunkbasisstationen aus: IMSI-Catcher, die sich als Mobilfunkantenne ausgeben, bei der sich die Telefone der Verdächtigen anmelden. Nach Angaben eines Mitarbeiters des deutschen Herstellers Rohde und Schwarz funktionieren diese Geräte bis zu einer Flughöhe von 3000 Metern bei einem Radius von 230 Kilometern zuverlässig.

Sollten höher fliegende Aufklärer im Spiel gewesen sein – The Intercept macht dazu keine Angaben – könnte dies darauf hindeuten, dass Thuraya-Satellitentelefone abgehört wurden. Die Technik für die fliegende Ortung solcher Telefone ist eine deutsche Entwicklung, die am Fraunhofer Institut FKIE erforscht wird. Bleibt die Frage, ob diese Technik bei den im Militärjargon "F3" ( Find, Fix & Finish) genannten Tötungsmissionen zum Einsatz kam.

Eine weitere Frage ist in diesem Zusammenhang, ob deutsche Dienste, wie bereits in einem Untersuchungsausschuss erörtert, Telefonnummern von Verdächtigen weitergaben. Diese Frage beschäftigt auch den Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko von der Linksfraktion. Er will wissen, ob der Verdacht ausgeräumt werden kann, dass deutsche Dienste Beihilfe zu extralegalen Tötungen geleistet haben. (Detlef Borchers) / (vbr)


Aus: "Tödliche US-Drohneneinsätze werfen Fragen auf" (10.02.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Toedliche-US-Drohneneinsaetze-werfen-Fragen-auf-2110348.html

https://firstlook.org/theintercept/article/2014/02/10/the-nsas-secret-role/


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Es fühlt sich nicht intelligent an... ]
« Reply #551 on: February 17, 2014, 02:20:26 PM »
Quote
[...] Viele konnten sich kaum noch auf den Beinen halten. Ihre Gesichter sind gezeichnet von Hunger, Todesangst und schlaflosen Nächten. Einige der 1400 Menschen, die in Sicherheit gebracht werden konnten, waren so benommen, dass sie zunächst am Eingang der provisorischen Versorgungstelle des Roten Halbmonds vorbeitaumelten, wo Helfer die Ausgemergelten mit einer ersten Mahlzeit aus Obst, Brot und Biskuit versorgten. „Solch ein Ausmaß an Horror habe ich noch nie zuvor gesehen“, erklärte Matthew Hollingworth, Chef des Welternährungsprogramms für Syrien. „Menschen hausen in unterirdischen Tunneln, suchen die Ruinen ab nach Wurzeln oder irgendetwas anderem Essbaren.

15 Monate dauert die Total-Blockade von Homs bereits. Vor drei Jahren begann der Volksaufstand gegen Diktator Baschar al-Assad in der südwestlichen Stadt Dara'a. Seit dem ist die westsyrische Stadt Homs zum Symbol von Not und Elend des Bürgerkrieges geworden. Dabei ist das Leid der 4000 Eingeschlossenen in der völlig ausgebombten Altstadt nur ein Bruchteil der humanitären Katastrophe, die das gesamte Land erfasst hat. So sind den Vereinten Nationen (UN) zufolge mehr als 250000 Menschen in unzugänglichen Hungerenklaven gefangen. Das bestätigt auch Ralf Südhoff, Deutschland-Direktor des Welternährungsprogramms der UN. Nach dem vorläufigen Scheitern der Genfer Friedensgespräche drohten dramatische Folgen für die Menschen vor Ort, sagte er dem Tagesspiegel. „Solche schlechten Nachrichten helfen uns nicht gerade, damit wir schnell mehr Mittel bekommen, um Millionen Menschen mit dem Notwendigsten versorgen zu können.“

Im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Damaskus hausen zum Beispiel die verbliebenen 18000 Bewohner zwischen Müll und Trümmern, essen Kaktusblätter und Unkraut, schlachten Katzen oder streunende Hunde. „Die Hölle wäre besser“, empfing eine 29-jährige Mutter mit Baby auf dem Arm die UN-Helfer, die vorletzte Woche rund 1000 Lebensmittelpakete nach Yarmouk durchbringen konnten. Die humanitäre Tragödie in Syrien hat ohnehin längst apokalyptische Ausmaße angenommen. Mindestens 140000 Menschen haben ihr Leben verloren, zehntausende werden vermisst.

Allein seit dem 22. Januar, als die Bürgerkriegsparteien erstmals in der Schweiz an einem Tisch saßen, wurden 5800 Menschen getötet, die meisten durch teuflische Fässerbomben, gefüllt mit Sprengstoff und Eisenteilen, die von Kampfhubschraubern auf Wohngebiete abgeworfen werden. „Wir sind nicht nur pessimistisch, wir sind extrem frustriert“, klagte Valerie Amos, UN-Untergeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten. Beide Seiten, das Regime und die Rebellen, würden das humanitäre Völkerrecht „ununterbrochen und schamlos“ verletzen und ihre Pflicht missachten, die Zivilisten zu schonen. „Wir wissen, dass dies ein Krieg ist – aber selbst Kriege haben Regeln.“

Die Vereinten Nationen schätzen, dass nahezu zehn Millionen Menschen derzeit auf der Flucht sind, das sind 45 Prozent der Bevölkerung. Rund sieben Millionen irren im Land umher. 2,5 Millionen haben sich über die Grenzen ins Ausland gerettet, darunter eine Million Kinder. Die Hilfsorganisationen warnen seit langem übereinstimmend vor einer „verlorenen Generation“. Erst vor kurzem stellten die UN einen Bericht vor, in dem dokumentiert wird, dass selbst Minderjährige gefoltert werden. Halbwüchsige würden zudem gezielt als Kämpfer eingesetzt, von Assads Truppen ebenso wie von Rebelleneinheiten. Statt einem Ende des Grauens steht Syrien nach dem Scheitern in Genf jetzt eine weitere Eskalation bevor. Regimeeinheiten und ihre Hisbollah-Verbündeten nahmen die Grenzstadt Yabroud in der Provinz Damaskus unter Feuer und begannen, sie sturmreif zu schießen. SaudiArabien kündigte am Wochenende an, man werde den Rebellen jetzt moderne Panzerabwehrgeschosse sowie schultergestützte Boden-Luft-Raketen gegen Assads Luftwaffe liefern.


Aus: "Bürgerkrieg in Syrien „Die Hölle wäre besser“" Christian Böhme und Martin Gehlen (16.02.2014)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/buergerkrieg-in-syrien-die-hoelle-waere-besser/9491110.html

-.-

Quote
[...] Aristoteles, einer der bedeutendsten griechischen Philosophen, dachte, das Universum existiere seit jeher. Warum wir nicht entwickelter seien, erklärte er damit, dass Fluten oder andere Naturkatastrophen die Zivilisation immer wieder zurück an den Anfang werfen würden.

Heute entwickeln wir uns noch schneller. Unser Wissen wächst exponenziell an und damit auch unsere Technologien. Aber als Menschen haben wir immer noch die Instinkte, und im Besonderen die aggressiven Impulse, die wir als Höhlenmenschen hatten. Aggression hat klare Überlebensvorteile, aber wenn moderne Technologien auf uralte Aggression treffen, dann sind die gesamte Menschheit und große Teile des restlichen Lebens auf der Erde in Gefahr.

Aktuell sehen wir in Syrien moderne Technologien in Form von Bomben, chemischen und anderen Waffen, die eingesetzt werden, um sogenannte intelligente politische Ziele voranzutreiben.

Aber es fühlt sich nicht intelligent an mitanzusehen, wie 100 000 Menschen getötet werden oder auf Kinder gezielt wird. Und es scheint ausgesprochen dumm zu verhindern, dass humanitäre Hilfe Kliniken erreicht. Kliniken, in denen Berichten der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ zufolge Kindern Körperteile amputiert werden, weil die Grundausstattung fehlt – und in denen Neugeborene in Brutkästen sterben, weil es keinen Strom gibt.

Was gerade in Syrien passiert, ist eine Abscheulichkeit – und die Welt schaut kaltblütig aus der Ferne zu. Wo ist unsere emotionale Intelligenz? Wo ist unser Sinn für kollektive Gerechtigkeit? Wenn ich über intelligentes Leben im Universum spreche, dann gehört für mich die Menschheit dazu. Auch wenn ein Großteil des menschlichen Verhaltens im Laufe der Geschichte scheinbar nicht darauf angelegt war, der Überlebensfähigkeit der Gattung Mensch zu dienen. Und obwohl es nicht klar ist, dass Intelligenz einen langfristigen Überlebenswert hat, im Gegensatz zur Aggression, ist unsere spezifische menschliche Form der Intelligenz gekennzeichnet von der Fähigkeit, vernünftig zu denken und zu planen – nicht nur für unsere eigene, sondern für unsere kollektive Zukunft.

 Wir müssen zusammenarbeiten, um diesem Krieg ein Ende zu setzen und die syrischen Kinder zu beschützen. Wir haben seit drei Jahren stumm zugeschaut, wie dieser Konflikt wütet und dabei alle Hoffnungen verschlingt. Als Vater und Großvater sehe ich das Leiden dieser Kinder und sage: Schluss damit.

Ich frage mich oft, wie wir wohl aussehen müssen in den Augen von anderen Wesen, die uns aus dem fernen Weltraum zusehen. Wenn wir ins Universum schauen, blicken wir in der Zeit zurück, weil uns das Licht von fernen Objekten erst viel, viel später erreicht. Was zeigt das Licht, das heute von unserer Erde ausgestrahlt wird? Wenn andere auf unsere Vergangenheit schauen, werden wir dann stolz sein auf das, was wir gemacht haben? Wie wir, als Brüder, miteinander umgehen? Wie wir unseren Brüdern erlauben, mit unseren Kindern umzugehen?

Wir wissen jetzt, dass Aristoteles unrecht hatte: Das Universum hat nicht schon immer existiert. Es fing vor ungefähr 14 Milliarden Jahren an. Aber er hatte recht, dass große Katastrophen einen riesigen Rückschritt für unsere Zivilisation darstellen. Der Krieg in Syrien bedeutet vielleicht nicht das Ende der Menschheit. Aber jede Ungerechtigkeit, die begangen wird, bricht ein Stück aus der Fassade dessen, was uns zusammenhält. Der universale Grundsatz der Gerechtigkeit ist vielleicht nicht in der Physik verwurzelt, aber er ist nicht weniger fundamental für unsere Existenz. Denn ohne ihn werden wir als menschliche Wesen bald aufhören zu existieren.


Aus: ""Es muss Schluss damit sein!"" Stephen Hawking (02/2014)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/stephen-hawking-zu-syrien-es-muss-schluss-damit-sein/9491466.html


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Handy-Nummern... ]
« Reply #552 on: February 25, 2014, 10:01:10 AM »
Quote
[...] Hamburg - Der Bundesnachrichtendienst (BND) gibt Handy-Nummern von Terrorverdächtigen an internationale Partnerdienste weiter. Seit rund zehn Jahren geht das schon so. Die sogenannten GSM-Mobilfunkdaten können dazu genutzt werden, ein Handy zu lokalisieren - und das US-Militär nutzt diese Technik zunehmend für Drohnenangriffe im Jemen, Somalia, Afghanistan und anderen Ländern. Das zeigen Snowden-Enthüllungen.

Die Bundesregierung bestreitet jedoch, mit der Datenweitergabe bei der Lokalisierung und Tötung von Terrorverdächtigen zu helfen. Man sei "weiterhin der Ansicht, dass die Sicherheitsbehörden des Bundes keine Informationen weitergeben, die eine unmittelbare zielgenaue Lokalisierung zu mutmaßlichen in der Region Pakistan/Afghanistan befindlichen Personen zulassen", erklärte Unions-Mann Günter Krings nun für das Innenministerium. Dieser Satz findet sich in der Antwort auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko zum Thema.

Der Vorwurf an die Sicherheitsbehörden und die Regierung ist nicht neu: Der deutsche Islamist Bünjamin E., ein 20-jähriger Mann aus Wuppertal, war am 4. Oktober 2010 bei einem US-Drohnenangriff im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan getötet worden. Dabei hatte offenbar die Handy-Nummer des deutschen Staatsangehörigen den US-Diensten als Hinweis gedient.

Schon vor drei Jahren musste die Regierung deshalb entsprechende Fragen beantworten. Damals wies die Regierung die Vermutung, Mobilfunk-Nummern würden "zur Lokalisierung oder gar Tötung" genutzt, noch als "spekulativ" zurück. Trotzdem sollen die Dienste danach bei der Weitergabe von Handy-Daten vorsichtiger geworden sein. Gestoppt wurde der Informationsfluss aber nicht.

Hunko erhebt deshalb schwere Vorwürfe: "Wenn der NSA die Handy-Ortung genügt, um Menschen ohne Gerichtsverfahren in den Tod zu schicken, besteht der akute Verdacht, dass die deutschen Geheimdienste und mit ihnen die Bundesregierung Beihilfe zum Mord geleistet haben." Das betreffe unter anderem deutsche Staatsangehörige, die dann in Pakistan von Drohnen getötet würden. Die Datenweitergabe müsse daher gestoppt und vom Generalbundesanwalt untersucht werden, fordert der Abgeordnete.

ore

Quote
Interessanterweise
Anstossgebender gestern, 13:08 Uhr
[Zitat von egalanzeigen: ... wenn solche Subjekte mit deutschem Pass herumlaufen. Aber wer als Islamist in Afghanistan, Pakistan oder Syrien in den heiligen Krieg zieht, hat meiner Meinung nach keinen Schutz verdient ]
muss man nicht unbedingt in den "Heiligen Krieg" ziehen, um durch eine Drohne getötet werden. Aber das ist Ihnen natürlich egal. Egal ist Ihnen ebenso, dass man sich eindeutig von den Prizipien eines Rechtsstaates verabschiedet hat. Wozu brauchen wir den auch?
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986491#post14986491

Quote
grommeck gestern, 13:04 Uhr
Nun ja wir haben nunmal eine verbrecherische, korrupte Regierung. Daher wird sich nichts ändern.
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986437#post14986437

Quote
zerozero123 gestern, 13:00 Uhr
Ich bin stolz auf unsere Regierung. Immer schön bei der Ermordung von angeblichen Terroristen ohne Gerichtsverfahren helfen. So will ich das sehen. Rechtstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie sind eh schon abgeschafft in dieser US Kolonie. Eine Schande was unsere Regierung zulässt und aktiv betreibt. Ich wende mich mittlerweile nur noch ab von diesem "Haufen" da oben, der unfähig und noch schlimmer unwillens ist das eigene Volk gemäß des Grundgeseztes und Menschenrechte zu schützen. Es wird Zeit die Kooperation mit den USA aufzugeben, die nehmen uns nicht ernst und verkaspern uns in einer Tour. Wer sich mal die Definition von Terror durchliest und mal mit den USA vergleicht weiss was ich meine. 
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986399#post14986399

Quote
Traurig aber wahr
Untertan 2.0 gestern, 13:15 Uhr
Das Merkel-Regime ist eben nur eine Marionettenregierung der USA.
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986559#post14986559

Quote
Den Prinzipien des Rechtsstaates ...
Fridolin_Forenfleiß gestern, 13:31 Uhr
[Zitat von Anstossgebender] muss man nicht unbedingt in den "Heiligen Krieg" ziehen, um durch eine Drohne getötet werden. Aber das ist Ihnen natürlich egal. Egal ist Ihnen ebenso, dass man sich eindeutig von den Prizipien eines Rechtsstaates verabschiedet hat. Wozu brauchen wir den auch?
... ist die Charta der UN, das Völkerrecht un die Beschlüsse der UN übergeordnet. Und diese erlauben es betroffenen Staaten, Terrorismus auch international zu bekämpfen, wenn die Staaten, auf deren Territorium Terroristen ihr Rückzugsgebiet haben, es nicht selbst tun. Und die Bekämpfung mittels Drohnen ist bei weitem ärmer an Kollateralschäden, als ein Bombardement oder gar eine Bodeninvasion.
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986725#post14986725

Quote
gog-magog gestern, 13:37 Uhr
Hallo, es geht um Terror-VERDÄCHTIGE, also nicht um Verbrecher, die der Straftat des Terrorismus überführt wurden. Wer sich - in welcher Weise auch immer - an der Ermordung von Menschen beteiligt, deren Schuld nicht gerichtsfest erwiesen ist, begeht ein Schwerverbrechen. Da kann es doch wohl kaum zwei Meinungen geben. Das ist eines demokratischen Rechtsstaats nicht würdig. Ob wir es wollen, oder nicht, man kann die Bevölkerung nur im rechtsstaatlichen Rahmen vor Unrecht schützen und nicht, indem man die Menschenrechte manchen Menschen zugesteht und anderen nicht. Im übrigen ist die Todesstrafe in Europa abgeschafft. Wenn sich die Bundesregierung an der Ermordung von irgendwelchen Verdächtigen beteiligt, dann ist dies ein weiterer Grundgesetzbruch.
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=14986771#post14986771


Aus: "Drohnenangriffe: Regierung will weiter Handy-Daten an USA übermitteln" (24.02.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bundesregierung-will-weiter-handydaten-an-die-usa-uebermitteln-a-955255.html


Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Ich war nicht die einzige... ]
« Reply #553 on: June 06, 2014, 09:50:28 AM »
Quote
[...] Washington - Späte Entschuldigung: Hillary Clinton bereut es, 2002 als Senatorin im US-Kongress für denIrak-Krieg gestimmt zu haben. "Ich war nicht die einzige, die einen Fehler gemacht hat. Aber ich habe dennoch einen Fehler gemacht. Eindeutig", schreibt sie nach einem Bericht des TV-Senders CBS in ihrer demnächst erscheinenden Autobiografie. ...


Aus: "Entschuldigung: Hillary Clinton bereut Ja zum Irak-Krieg" (06.06.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/hillary-clinton-entschuldigung-fuer-irak-zustimmung-a-973730.html

-.-

Begründung für den Irakkrieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung_f%C3%BCr_den_Irakkrieg

-.-

Quote
[...] Der Irakkrieg (auch Zweiter Irakkrieg oder Dritter Golfkrieg) war eine völkerrechtswidrige Invasion des Irak durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten sowie des Vereinigten Königreichs, unterstützt von der sogenannten Koalition der Willigen. Er begann mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad am 20. März 2003 und wurde nach der Eroberung Bagdads und dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein von US-Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 für beendet erklärt.

... Die genannten Begründungen des Irakkriegs sind historisch widerlegt und werden oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet, da im Irak weder Massenvernichtungsmittel noch Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden. Stattdessen werden oft geopolitische und wirtschaftliche Interessen der USA als tatsächliche Kriegsgründe angenommen.

... Iraqbodycount zählt auf Grundlage von mindestens zwei übereinstimmenden Berichten aus unterschiedlichen Medienorganen bis Ende 2011 mindestens 108.000 getötete Zivilisten. Die Seite gibt an, dass ihre Zahlen vermutlich unter den tatsächlichen Opferzahlen liegen. Da sie sich auf die Meldungen von seriösen Nachrichtenorganisationen verlässt und unabhängige Journalisten vermutlich Abstand von den besonders schwer umkämpften Gebieten halten, würden viele Todesopfer nicht von den Medien erfasst.

... Die Koalition der Willigen verschoss im Laufe des Krieges 1000 bis 2000 Tonnen panzerbrechende Uranmunition. Ein Jahrzehnt später liegt die radioaktive Belastung stellenweise 180 Mal höher als die natürliche Strahlenbelastung. In Krankenhäusern steigt die Anzahl von Leukämien und anderen Krebsarten teilweise um mehr als das Zehnfache.

... Der US-Krieg gegen den Irak gilt bei Völkerrechtlern und Historikern wegen der Bestimmungen der UN-Charta und dem fehlenden UN-Mandat als völkerrechtswidriger, illegaler Angriffskrieg.

...

Kosten:

    USA: 79 Milliarden US-Dollar für den Krieg und seine Folgen, davon 62,6 Milliarden US-Dollar reine Kriegskosten
        Seit Beginn des Krieges etwa 497,2 Milliarden US-Dollar (Stand vom 24. Februar 2008)[45]; 616 Milliarden US-Dollar (Stand vom 24. Juli 2008); bis Ende 2009 offiziell 700 Milliarden US-Dollar, wobei die Gesamtkosten „weit höher“ liegen sollen.
        Laut Joseph Stiglitz belaufen sich die „wahren Kosten“ auf etwa 3 Billionen Dollar (Zeit-Artikel vom 26. Februar 2008)
    Großbritannien: 3 Milliarden Pfund = 3,7 Milliarden Euro

Im Umfeld der Kriegsaktivitäten fand offensichtlich in großem Umfang Misswirtschaft statt, außerdem wurden weitverbreitet betrügerische Aktivitäten durch beteiligte Unternehmen ermittelt, die bis zu 23 Milliarden Dollar in dunklen Kanälen verschwinden ließen.

... Schriftsteller aus aller Welt haben den dritten Jahrestag des Einmarsches in den Irak am 20. März zum „Tag der politischen Lüge“ ausgerufen. In einer Erklärung der Berliner Peter-Weiss-Stiftung kündigten die Autoren öffentliche Lesungen in vierzig Städten von Europa, Amerika, Asien und Australien an.

Damit solle das Bewusstsein für Inhalt und Form der politischen Lüge geschärft werden, so die Stiftung, die alljährlich das Berliner Literaturfestival veranstaltet.

...



Bibliografische Angaben für „Irakkrieg“
    Seitentitel: Irakkrieg
    Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
    Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
    Datum der letzten Bearbeitung: 2. Juni 2014, 01:03 UTC
    Versions-ID der Seite: 130949047
    Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Irakkrieg&oldid=130949047
    Datum des Abrufs: 6. Juni 2014, 07:44 UTC




Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 8862
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Auch werde nicht erklärt... ]
« Reply #554 on: June 24, 2014, 11:31:05 AM »
Quote
[...] Die USA haben ein bislang geheimes Dokument veröffentlicht, das den tödlichen Drohnenangriff auf einen amerikanischen Terrorverdächtigen im Ausland rechtfertigt. Der Prediger und US-Staatsbürger Anwar al-Awlaki war bei einem US-Drohnenangriff im Jemen im Jahr 2011 getötet worden. Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama hatte jahrelang versucht, das Papier unter Verschluss zu halten. Es wurde nun auf eine Klage der Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) und der New York Times hin öffentlich gemacht.

Der nun veröffentlichten Begründung des US-Justizministeriums zufolge verstieß der Angriff gegen al-Awlaki nicht gegen die US-Verfassung. Diese garantiert eigentlich jedem US-Bürger, der einer Straftat beschuldigt wird, das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren. Die Tötung eigener Bürger sei dann gerechtfertigt, wenn sie eine unmittelbare Bedrohung für die USA darstellten und sie nicht zu fassen seien, hieß es in dem 41 Seiten langen Dokument. Al-Awlaki wurden Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt.
Lob und Kritik von Bürgerrechtsorganisation

Die ACLU lobte die Veröffentlichung als überfälligen, aber entscheidenden Schritt zur Transparenz im umstrittenen US-Drohnenprogramm. "Nur wenige Fragen sind wichtiger als die, wann die Regierung das Recht hat, die eigenen Bürger zu töten", sagte ACLU-Anwalt Jameel Jaffer. Kritik übte die Organisation daran, dass das Geheimpapier zwar die Begründung für die Rechtmäßigkeit der Tötung nenne, diese aber nicht definiere.

So habe al-Awlaki dem Dokument zufolge eine "unmittelbare" Bedrohung dargestellt, aber was genau diese ausmache, werde nicht gesagt. Auch werde nicht erklärt, warum eine Gefangennahme, wie behauptet, "nicht machbar" gewesen sei. Zudem werde in dem Dokument auf "vorgelegte Fakten" hingewiesen, die allerdings unkenntlich gemacht worden seien, was eine rechtliche Einschätzung unmöglich mache. Weitere Kritikpunkte seitens der ACLU sind die unklare Rolle der CIA bei Tötungsaktionen und die Nichtveröffentlichung weiterer Papiere zur Klärung der Sachlage.

...


Aus: "Tötung von US-Bürger: USA veröffentlichen Geheimpapier zu Drohnenangriff" (24. Juni 2014)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/toetung-von-us-buerger-usa-veroeffentlichen-geheimpapier-zu-drohnenangriff-1.2013611