Author Topic: [Wasser... (Notizen)]  (Read 7088 times)

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[Wasser... (Notizen)]
« on: August 22, 2006, 10:58:44 AM »
Quote
[...] Weltweit leidet ein Drittel der Weltbevölkerung unter Wassernot, wie eine umfassende, internationale Studie belegt. Ein Mangel, der nicht sein müsste. Denn Wasser sei weltweit genug vorhanden. „Nur politische Konflikte und fehlende Infrastruktur verhindern die gerechte Verteilung“, sagt Frank Rijsberman vom Internationalen Institut für Wassermanagement (IWMI) in Sri Lanka. Etwa 98 Prozent der Wasserknappheit gehen seiner Meinung nach auf das Konto des Menschen. Nur etwa zwei Prozent der Dürren haben natürliche Ursachen.

[...] Erstmals hat ein internationales Expertenteam aus 700 Wissenschaftlern untersucht, wie sich die Wassernutzung in den vergangenen 50 Jahren verändert hat, und weiter entwickeln wird. Die Zahlen alarmieren...


Aus: "Das durstige Drittel" (21.08.06)
Quelle: http://aktuell.focus.msn.de/wissen/wissenschaft/umwelt_nid_34040.html

« Last Edit: January 21, 2013, 05:38:52 PM by Textaris(txt*bot) »

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["Virtuelles Wasser"... ]
« Reply #1 on: August 22, 2006, 11:05:44 AM »
Quote
[...] jeder Deutsche verbraucht etwa 4000 Liter Wasser am Tag. Diese Menge ist erforderlich, um all die Waren zu produzieren, die wir täglich kaufen, vom Steak bis zum Autoreifen. Dafür hat J. A. Allan vom King's College in London den Begriff "virtuelles Wasser" geprägt.

Es hat ein Jahrzehnt gedauert, bis sich dieses Konzept in der Wissenschaft durchsetzte, in Politik und Wirtschaft steht dies noch aus. "Virtuelles Wasser hat nur einen kleinen Platz im Denken der Mächtigen", sagte Allan kürzlich bei einer Tagung des Instituts für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main.

[...] Wissenschaftler des Instituts haben in jüngster Zeit viele Daten veröffentlicht, die einen fundierten Einblick in den virtuellen Wasserverbrauch erlauben. Demnach verbergen sich in jeder Tasse Kaffee 140 Liter virtuelles Wasser.

[...] In der Bilanz gehört Deutschland zu den Top-Ten der Nettoimporteure von virtuellem Wasser. Nach den Untersuchungen der Unesco liegt das vor allem an der Einfuhr wasserintensiv produzierter Agrarprodukte wie Tee, Kaffee und Kakao.


Aus: "Der Wasser-Fußabdruck
140 Liter für eine Tasse Kaffee

Vom Steak bis zum Computerchip: Forscher haben berechnet, wie viel Wasser für die Produktion verschiedener Waren verbraucht wird" (Von Frank Kürschner-Pelkmann; SZ vom 22.8.2006)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/251/83168/

« Last Edit: March 25, 2008, 10:08:21 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die Leute haben einfach die Zähler zerstört]
« Reply #2 on: November 09, 2006, 12:52:44 PM »
Quote
[...] In den letzten zwei bis drei Jahren sind tatsächlich rund um den Globus die Wassermultis auf dem Rückzug. Wenn man nach Lateinamerika oder Afrika schaut, dann sieht man, daß reihenweise die Verträge vorzeitig beendet oder nicht verlängert werden. Manchmal ziehen sich die Konzerne zurück, manchmal werden sie regelrecht rausgeworfen. Aufgrund der massiven Proteste, die es in den letzten zehn Jahren in vielen Ländern gegeben hat, merken viele Regierungen, daß es politisch nicht sehr schlau ist, Wasser zu privatisieren.

[...] in Johannesburg hat Suez sich jetzt zurückgezogen, weil es aufgrund des Widerstandes in den armen Stadtteilen Geld verloren hat. Die Geschäftsidee von Suez bestand darin, Zähler einzuführen, für die man im voraus bezahlte Chipkarten brauchte. Besonders in Soweto und anderen armen Townships sollten diese in jedem Haushalt installiert werden. Aber die Leute haben einfach die Zähler zerstört. Das Programm startete 2002 und sollte in diesem Jahr abgeschlossen sein. Doch nicht einmal zehn Prozent der Haushalte haben funktionierende Zähler. Umgerechnet mehrere 100 Millionen Euro wurden in dieses Programm gesteckt, aber aufgrund des Widerstandes in den Townships hat Suez eine Menge Geld verloren. Im Juni diesen Jahres ist der Vertrag mit Suez ausgelaufen, aber der Konzern hatte offenbar den Appetit verloren und zeigte an der Verlängerung kein Interesse.


Aus: "»Die Leute haben einfach die Zähler zerstört«
Widerstand gegen Privatisierung der Trinkwasserversorgung verdirbt Groß­konzernen den Appetit. Ein Gespräch mit Dale T. McKinley" Interview: Wolfgang Pomrehn (jw; 09.11.2006)
Quelle: http://www.jungewelt.de/2006/11-09/056.php


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[Konflikte sind da programmiert... (Notiz)]
« Reply #3 on: August 14, 2007, 09:45:40 AM »
Quote
[...] BERLIN. Werden die Kriege des 21. Jahrhunderts um Wasser statt um Öl geführt? Manche Experten halten das durchaus für möglich. Schließlich reichen die Vorräte in vielen Ländern schon heute nicht mehr aus, um alle Haushalte mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen, die Felder zu bewässern und die Industrie am Laufen zu halten. Der Klimawandel wird den Mangel noch verschärfen. So rechnet eine UN-Studie damit, dass Mitte des Jahrhunderts in mindestens 48 Staaten Wasserknappheit herrschen wird. Über solche bedrohlichen Entwicklungen diskutieren 2 500 Experten aus 140 Ländern seit gestern in Stockholm auf der Weltwasserkonferenz.

Eigentlich müssten die globalen Wasservorräte gut für die gesamte Bevölkerung reichen. Schließlich stehen im Durchschnitt für jeden Erdenbürger - für sein Trinkwasser, für die Herstellung seiner Lebensmittel, für die Produktion der von ihm genutzten Industriewaren - im Jahr zwischen fünf und sechs Millionen Liter zur Verfügung. Schon 1,7 Millionen würden genügen, um sämtliche Bedürfnisse eines Menschen zu befriedigen. Doch da die Vorräte nicht gleichmäßig über den Globus verteilt sind, hat derzeit ein Drittel der Weltbevölkerung mit Wasserknappheit zu kämpfen.

Kritisch ist die Lage etwa in der Mittelmeerregion. Im Westen und in den Gebirgslagen Griechenlands können dort, wie eine Studie der Umweltorganisation WWF zeigt, pro Quadratmeter in einem Jahr durchaus mehr als 2 000 Liter Niederschlag fallen, das ist die doppelte Regenmenge von München. Die griechischen Inseln dagegen müssen sich in manchen Jahren mit 200 Litern pro Quadratmeter begnügen. In diesem Sommer haben die Behörden dort mancherorts schon den Wassernotstand ausgerufen.

Allerdings hat die Wasserknappheit im Mittelmeerraum nicht nur klimatische Ursachen. So hat der boomende Tourismus vielerorts einen gewaltigen Bedarf geschaffen, der aus den lokalen Vorräten kaum zu decken ist. Auf den Balearen zum Beispiel ist der Wasserverbrauch zwischen 1980 und 1995 auf das 15-fache angestiegen. Auch die Landwirtschaft verschlingt mehr und mehr der kostbaren Ressource. Im Jahr 2000 wurden mehr als 20 Millionen Hektar Felder rund ums Mittelmeer bewässert - das ist knapp doppelt so viel wie 1961.

Besonders stark klaffen Bedarf und Angebot im Nahen Osten auseinander. So stehen einer Studie aus dem Jahr 2000 zufolge jedem Israeli jährlich 250 000 Liter Wasser zur Verfügung. Die Palästinenser in den besetzten Gebieten hingegen müssen mit 115 000 Liter pro Kopf auskommen. Konflikte sind da programmiert.

Die Frage, wie sich die Wasserprobleme dieser politisch instabilen Region lösen lassen, wird einer der Schwerpunkte der Stockholmer Konferenz sein.


Aus: "Jeder dritte Mensch leidet unter Wassermangel: Ungleiche Verteilung der begehrten Ressource beschäftigt UN-Konferenz in Stockholm" Kerstin Viering (Berliner Zeitung, 13.08.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/677347.html

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[Anders als beim Öl, bei dem noch Alternativen denkbar sind... ]
« Reply #4 on: March 25, 2008, 10:07:53 AM »
Quote
[...] Anders als beim Öl, bei dem noch Alternativen denkbar sind, ist das Wasser durch nichts zu ersetzen, womit sich erklärt, dass die Kriege ums Wasser auf den verschiedensten Ebenen längst begonnen haben.
Erinnert sei an die bolivianische Stadt Cochabamba, wo die Wasserversorgung erst nach blutigen Kämpfen im Jahr 2001 wieder in öffentliches Eigentum rück überführt werden konnte, nachdem der US-Konzern Bechtel die Wasserpreise exorbitant erhöht hatte.

Oder die täglichen Wasserkämpfe im Israel-Palästina Konflikt, über die man wenig liest, die aber an Brutalität gegenüber wasserbedürftigen Palästinensern dem vorher Gesagten in nichts nachstehen.
Wasserstreit findet man auch in den USA, wo der deutsche RWE-Konzern vor einigen Jahren die Wasserversorgung von 29 US-Bundesstaaten aufgekauft hatte, um groß ins Wassergeschäft einzusteigen. Nun möchte RWE alles wieder verkaufen, meistbietend an der Börse und gegen den Widerstand ungezählter US-Bürger, die ihre Wasserversorgung wieder in öffentlicher Hand halten möchten.
Wasserkämpfe können aber auch völlig anders geartet sein, wie derzeit die Kämpfe um den Ilisu-Mega-Staudamm, der in der Osttürkei am Tigris gebaut werden soll, zeigen. Tausende Militärs sind vor Ort und sollen über 50.000 Bewohner aus dem Gebiet »entfernen«; wertvolle Grabungsstätten sowie die über 9000 Jahre alte Stadt Hasankeyf sollen überflutet werden; den Nachfolgestaaten Syrien und Irak wird, ohne Konsultation, förmlich das Wasser abgegraben und internationale Auflagen werden nicht eingehalten. Trotzdem gab die Bundesregierung eine 100-Millionen Hermes Bürgschaft und der Baukonzern ZÜBLIN freut sich auf einen Großauftrag.
Ob im ehemaligen Mesopotamien, im indischen Narmada-Tal, oder am Jangtse-Fluss in China: hunderte von Großstaudamm-Projekten verursachen soziale Probleme, wie die Vertreibung der Bewohner und ungezählte ökologische Probleme.

Im brasilianischen Sobradinho wird derzeit ein ähnlicher Kampf gekämpft. Präsident Lula will gleich einen ganzen Fluss, den Rio Sao Francisco umlenken und 700 km in ein neues Flussbett verlegen, um damit der durstigen Agro-Industrie einen gefallen tun. Gegen dieses Mega-Projekt wehrte sich Dom Luiz Cappio, Bischof von Barra, mit einem Hungerstreik und tausende Brasilianer, auch indigene Stämme, mit andauernden Demonstrationen, was aber Lula offensichtlich unbeeindruckt lässt.

Nicht nur in der »Dritten Welt«, sondern auch im behüteten Deutschland finden Auseinandersetzungen um das Wasser statt. So wollen die Berliner ihre Wasserversorgung rekommunalisieren, von der 49.9 Prozent an die Konzerne RWE und Veolia verkauft wurde und fordern die Offenlegung aller Geheimverträge. Trotz eines erfolgreichen Volksbegehrens verweigert sich die Politik mit dem Argument, eine mit den Konzernen vereinbarte Geheimhaltung habe Vorrang vor dem Bürgerwillen.

In Stuttgart sieht es nicht besser aus: 2002 hatte die Stadt ohne Not ihre gesamte Gas-, Strom- und Wasserversorgung an den EnBW-Konzern verkauft, hält Verträge geheim und stellt sich vehement gegen die Bürger, die eine Rückführung in öffentliche Hand fordern.
Die Beispiele im In- und Ausland ließen sich beliebig fortsetzen und Institutionen wie die Welthandelorganisation WTO und die EU tun ihr mögliches, um durch Verordnungen, Richtlinien und Beschlüsse die Privatisierung des Wassers zugunsten von Konzernen weiter zu forcieren. Den Bürgern wird dazu gebetsmühlenartig erklärt, dass dies notwendig, effektiv und für den härter werdenden Wettbewerb und die leeren Haushaltskassen notwendig sei.

Auch die von der UN-Generalversammlung im Jahr 2000 ausgerufene so genannte Milleniumskampagne zielt in eine ähnliche Richtung. Hinter der Vorgabe, bis 2015 die Zahl derer zu halbieren, die keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und zu Trinkwasser haben, verbirgt sich unter anderem eine klare Privatisierungsagenda, verbunden mit dem Argument, es gäbe nicht genügend öffentliches Geld, um den Menschen zu helfen, was jedoch zynisch anmutet. Schon ein Bruchteil der für Kriege und Zerstörung ausgegebenen Milliarden würde ausreichen, um bequem die gesteckten Ziele zu erreichen.
Eine andere Gefahr für das Trinkwasser ist die zunehmende Verschmutzung und Kontamination mit verschiedensten Giften. So werden in der Landwirtschaft, mit über 70 Prozent dem größten Wasserverbraucher, immer mehr Totalherbizide eingesetzt, wie z.B. Glyfosat, von Monsanto, die nicht genmanipulierte Pflanzen sowie viele Insekten töten und zudem krebserregende- und Unfruchtbarkeit auslösende Wirkung haben. Ähnliche Herbizide wie z.B. Diuron oder Bromacil, setzt die Bundesbahn ein, um die Gleise Pflanzenfrei zu halten. Diesen »Pflanzenschutzmitteln« ist gemeinsam, dass sie früher oder später in die Wasserleiter gelangen und so über lange Zeit unser Grundwasser nachhaltig verseuchen.
Noch gravierender ist die Kontamination des Wassers mit radioaktiven Substanzen, die sowohl bei der »friedlichen Nutzung« der Kernenergie anfallen, als auch bei der Verwendung in Kriegen. So schlummern auf dem Meeresgrund ungezählte Atomsprengköpfe und in den gegenwärtigen Kriegen werden tonnenweise Waffen mit abgereichertem Uran eingesetzt, deren Feinstaub hochgiftig, lungengängig und wasserlöslich ist und damit letztlich weit über die Landesgrenzen hinaus das Trinkwasser verseucht. Bei der »friedlichen Nutzung« ist vor allem die Endlagerung des radioaktiven Mülls ein ungelöstes Problem. So lagern im Salzbergwerk Asse 2 bei Wolfenbüttel derzeit über 125.000 Fässer mit radioaktivem Abfall, der früher oder später in die Wasserleiter gelangt, weil seit 1988 Wasser in das Bergwerk einbricht, und damit ein nicht mehr nachvollziehbares Verbrechen gegen die Umwelt darstellt.

Die zuständigen Politiker sind derzeit offensichtlich nicht in der Lage, auch nur halbwegs vernünftig klingende Lösungen anzubieten.
Auch hier ließe sich die Liste der Wasser gefährdenden Stoffe endlos fortsetzen und sollte uns zeigen, wie unendlich wichtig ein guter Umgang mit dem Wasser ist, wenn wir weitere Kriege ums Wasser vermeiden- und eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Nachkommen sicherstellen wollen.






Jens Loewe, 1958 in Bochum geboren, ist neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor Mitbegründer des »Stuttgarter Wasserforums« sowie des Städtebündnisses »Wasser in Bürgerhand« und unterstützt weltweit zahlreiche Initiativen zur Verhinderung und Rückabwicklung der Trinkwasserprivatisierung. In seiner Vortrags- und Seminartätigkeit befasst er sich mit den Themenschwerpunkten Wasser, Abwasser, Wasserprivatisierung und Kommerzialisierung, sowie mit Demokratisierungs- und Globalisierungsfragen. Sein aktuelles Buch »Das Wasser-Syndikat« ist erschienen im Pforte Verlag.

Aus: "»Kriege ums Wasser haben längst begonnen«: Jens Loewe, Autor und Begründer des Stuttgarter Wasserforums" Von Jens Loewe (23 März 2008)
Quelle: http://diegesellschafter.de/tagebuch/eintrag.php?eid=777#more


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[Kinen Zugang zu sauberem Trinkwasser... ]
« Reply #5 on: March 25, 2008, 10:13:15 AM »
Quote
[...] Mehr als eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden müssen ohne sanitäre Einrichtungen leben. "Täglich sterben 5000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, weil sie und ihre Eltern nicht wissen, dass unsauberes Wasser krank macht und den Tod bedeuten kann", teilte die Welthungerhilfe am Mittwoch in Bonn mit. Die Organisation forderte zum Weltwassertag am 22. März deshalb mehr Einsatz für Sanitärversorgung und Hygiene. Experten verwiesen darauf, dass sich die Versorgungslage bei Wasser durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten nochmals deutlich verschärfen wird.

[...] "Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen einer Krankheit, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser oder mit Fäkalkeimen verunreinigte Nahrung verursacht wird", erklärte Karin Kortmann vom Entwicklungshilfeministerium. "Damit tötet Hygienemangel weltweit mehr Kinder als HIV/Aids." Insgesamt leben heute laut Uno-Angaben 2,6 Millionen Menschen "ohne grundlegende Sanitärversorgung".

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Die Uno hatte es sich 2002 zum Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, denen ein Zugang zu sauberem Wasser fehlt. Experten halten dies aber schon jetzt nicht mehr für erreichbar. Hauptproblem ist, dass Wasser ungleich verteilt ist. "Vereinfacht gesagt, gibt es dort genug, wo keine Menschen leben", sagte der französische Wasserexperte Pierre Chevallier vom Pariser Institut de recherche pour le développement (IRD). "Mit dem Klimawandel wird das nicht besser werden. Er wird die Verdunstung und das Abschmelzen der Gletscher fördern und die verfügbare Wassermenge verringern."

Wie stark der Klimawandel die Trinkwasser-Reserven der Menschheit bedroht, hatten erst kürzlich Wissenschaftler der Ohio State University herausgefunden. Ein steigender Meeresspiegel führt nämlich auch dazu, dass Küstengebiete weltweit überflutet werden. Das eindringende Salzwasser mindert dabei die Wasservorräte.

Der französische Wasserexperte Chevallier verwies auf ein weiteres Problem: das rasante Bevölkerungswachstum auf dem Globus. Nicht nur die Weltbevölkerung wachse, auch die Anforderungen der Menschen in den großen Entwicklungsländern erhöhten sich. Das Uno-Umweltprogramm Unep schätzt demnach, dass Indien im Jahr 2050 mit einer auf 1,5 bis 1,8 Milliarden gewachsenen Bevölkerung 30 Prozent mehr Wasser benötigt als heute. Technisch sei das nicht unmöglich, sagt Chevallier. Dafür seien aber "riesige Investitionen" nötig.

[...]


Aus: "UNSAUBERES WASSER: Täglich sterben weltweit 5000 Kinder" (19. März 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,542456,00.html


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[Der Börsengang der US-Wassertochter... (Notizen, H2O, RWE)]
« Reply #6 on: April 01, 2008, 10:38:37 AM »
Quote
[...] American Water meldete am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC 64 Millionen Aktien für den geplanten Börsengang in New York an. Das sind lediglich 40 Prozent der American-Water-Anteile. Zusätzlich gibt es eine Mehrzuteilungsoption von 9,6 Millionen - einschließlich dieses Greenshoes würden 46 Prozent an die Börse gebracht.

American Water nannte der SEC einen Schätzpreis von 24 bis 26 Dollar je Aktie. Das Unternehmen bewertet sich also mit vier Milliarden Dollar. Der Börsengang der US-Wassertochter könnte ein Volumen von 1,54 bis 1,912 Milliarden Dollar haben, umgerechnet sind das derzeit 974 Millionen bis 1,21 Milliarden Euro.

Geld für die Aktionäre:

Die Börsenpläne für American Water gibt es schon länger. RWE hatte im vergangenen November aber den Gang der US-Tochter aufs Parkett wegen des schwachen Kapitalmarkts auf dieses Jahr verschoben. Im Februar hatte der neue RWE-Chef Jürgen Großmann noch ein Fragezeichen hinter den Zeitplan gesetzt. Theoretisch sei der Börsengang im Frühjahr möglich, der genaue Zeitpunkt sei aber offen. Einen genaueren Zeitplan nannte American Water auch in seiner Pflichtmitteilung an die SEC nicht.

Mit dem Verkauf von American Water will der Konzern die Fokussierung auf das Kerngeschäft abschließen. Zuvor hatte sich RWE bereits von Thames Water getrennt. Den Erlös will RWE laut früheren Angaben an die Aktionäre ausschütten.
bs


Aus: "RWE macht Ernst bei American Water" (01.04.2008)
Quelle: http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_284882



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[Im Trinkwasser... ]
« Reply #7 on: August 05, 2008, 09:20:57 AM »
Quote
[...] In manchen betroffenen Gemeinden werden die Werte durch Mischung mit unbelastetem Wasser korrigiert, andere setzen auf Filteranlagen, bei denen zum Beispiel bestimmte Harze zum Einsatz kommen, die das Uran entfernen, den Rest des trinkwassers aber nicht beeinflussen. Und in wieder anderen passiert gar nichts: "Report München" berichtet, die Ostsee-Gemeinde Palmzin der Kommune Semlow in Mecklenburg-Vorpommern habe etwa erst durch die Nachfrage der Journalisten von der hohen Uran-Belastung mit Werten über 23 Mikrogramm erfahren. Das zuständige Gesundheitsamt sei zwar schon seit 2006 über die Messung informiert worden, habe aber seither nicht reagiert.


Aus: "SCHWERMETALL-BELASTUNG - Verbraucherschützer warnen vor Uran im Trinkwasser" Von Christoph Seidler  (04.08.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,570010,00.html

-.-

Quote
[...] Meerblau schimmert die Vittel-Flasche, „bonne source“, gute Quelle, steht auf dem Etikett. 

Eineinhalb bis zwei Liter soll der Mensch laut Lebensmittelexperten jeden Tag trinken, um sich „gesund“ und „ausgewogen“ zu ernähren.

Leider sind nicht alle Mineralwasser aus Frankreich so rein, wie die Werbung suggeriert.

In Flaschen von Vittel, Volvic, Cristaline und weiteren französischen Marken sind Spuren von Pestiziden und Hormonen entdeckt worden. Das Verbraucher-Magazin "60 Million de Consommateurs" und die Nicht-Regierungs-Organisation Fondation France Libertés haben die Studie durchgeführt.

Zehn von 47 analysierten Mineralwassern beinhalten Rückstände von Medikamenten, Hormonen und Pestiziden – insgesamt wurden 85 Stoffe entdeckt, die nichts im Wasser zu suchen haben.

Besonders erschreckend ist die Anwesenheit von Tamoxifen, einem synthetischen Hormon, das in der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird. Spuren des verschreibungspflichtigen Medikaments fanden sich in den beliebten Marken Mont Roucous, St-Yorre, Salvetat, Saint Amand und dem Carrefour-Wasser Céline Cristaline.

Am häufigsten wurde das wasserlösliche Herbizid Atrazin gefunden. Moleküle wurden in Volvic, Vittel, Cora und Cristaline nachgewiesen.

Die Proben der Mineralwasser Hepar und Saint Amand enthielten Spuren der Medikamente Buflomedil und Naftidrofuryl. Damit werden Arterien von Blutdruck-Patienten erweitert.

Auf Leitungswasser in Frankreich enthält laut Studie in acht von zehn Proben mindestens einen Schadstoff.
Wie das Magazin berichtet, bestritten die Mineralwasser-Konzerne die Ergebnisse der Untersuchung. Daraufhin ließ das Magazin die Ergebnisse in einer zweiten Studie überprüfen  - mit gleichem Ergebnis.
Um die Verbraucher zu beruhigen: Die Menge der Moleküle, die als Mikroverunreinigungen entdeckt worden sind, ist so gering, dass eine Gesundheitsgefahr ausgeschlossen werden kann. Trotzdem wirft die Studie Fragen auf: Was haben Arzneimittel und Pestizide im Mineral- und Leitungswasser zu suchen? Warum schließt die Wasser-Industrie solche Verunreinigungen nicht mittels Tests aus?
Es gibt Stoffe, die nicht ins Wasser gehören, auch nicht in winzigen Mengen. Aufklärung und Abhilfe durch die Wasser-Industrie ist nun angebracht.
Das Verbraucher-Magazin fühlt sich durch die Ergebnisse bestärkt: "Es ist ernst genug, um eine weitaus größere Studie anzustreben".


Aus: "Weichmacher im Mineralwasser Schadstoffe in Vittel und Volvic entdeckt"  Florian Leclerc (26. März 2013)
Quelle: http://www.fr-online.de/lebensmittel/weichmacher-im-mineralwasser-schadstoffe-in-vittel-und-volvic-entdeckt,21868140,22214302.html

« Last Edit: March 28, 2013, 10:22:34 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Bewohner der ostchinesischen Stadt Yancheng... ]
« Reply #8 on: February 22, 2009, 11:05:39 AM »
Quote
[...] Peking - Rund eine Millionen Bewohner der ostchinesischen Stadt Yancheng sind seit Freitag ohne Trinkwasser, nachdem eine Chemiefabrik giftiges Phenol in einen Fluss abgelassen hatte. Wegen der massiven Umweltverschmutzung im Manshe Fluss seien zwei der drei Wasserwerke der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt in der Provinz Jiangsu seit Freitag nicht in Betrieb, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Arbeiter müssten die Leitungen reinigen. Die Wasserbehörden hätten Schleusentore öffnen lassen, um die Chemikalie aus dem Flusswasser zu spülen.

Das privat betriebene Biaoxin Chemiewerk sei geschlossen und die Besitzer in Gewahrsam genommen worden, berichtete Xinhua. Die Vergiftung war Freitagmorgen durch den Gestank des Wassers in den Aufbereitungsanlagen Chengxi und Yuehe entdeckt worden. Die Wasserversorgung wurde unterbrochen, so dass die meisten Bewohner und die Industrieproduktion in der Stadt betroffen waren. Die Menschen versuchten, sich mit Mineralwasser einzudecken. Einige Geschäfte versuchten Profit aus der Nachfrage zu schlagen und hätten den Preis für Wasserflaschen mehr als verzehnfacht, berichtete die "China Daily".

dpa




Aus: "Chemikalien vergiften Fluss - Eine Million Chinesen ohne Trinkwasser" (21. Februar 2009)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/21/1058408.html


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[Monitor hatte seinen Bericht... (H2O)]
« Reply #9 on: January 21, 2013, 05:38:36 PM »
Quote
[...] BRÜSSEL. (hpd) Nach Informationen des TV-Magazins Monitor will die EU-Kommission in einer Geheimoperation die Wasserversorgung privatisieren. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl seit Juli 2010 ein von der UN verbrieftes Menschenrecht (Resolution 64/292), soll zum Spekulationsobjekt von Unternehmen wie der deutschen RWE und Gelsenwasser oder europäischer Großkonzerne wie Thames Water oder Veolia werden.

Die europaweite Bürgerinitiative Right2Water ruft dagegen auf zum Protest. Humanisten sollten die Kampagne „Wasser ist ein Menschenrecht“ mit ihrer Unterzeichnung unterstützen. Eine Millionen Unterschriften aus mindestens sieben der 27 EU-Mitgliedstaaten werden gebraucht, damit sich die Europäische Kommission mit dem Anliegen der Bürgerinitiative befassen muss.

Monitor hatte seinen Bericht „Geheimoperation Wasser“ schon im Dezember ausgestrahlt. „Klammheimlich“, hieß es darin, „versteckt in einer Richtlinie, versucht die Europäische Kommission gerade ein Jahrhundertprojekt durchzusetzen. Es geht um nicht weniger als um die europaweite Privatisierung der Wasserversorgung“. Vor der Kamera kommen verzweifelte Bürger aus Portugal zu Wort. Nach dem Verkauf der Wasserwerke ihrer Gemeinde können sie kaum noch die bis zu 400 Prozent gestiegenen Trinkwasserpreise bezahlen.

Weil Krisenländer wie Portugal oder Griechenland dringend Geld brauchen, zwingt die EU-Kommission sie in Geheimverträgen (Monitor zitiert daraus auf seiner Internetseite) zum Verkauf. So sollen etwa die großen Wasserwerke von Athen und Thessaloniki unter Druck privatisiert werden. Und die Krisenstaaten machen erst den Anfang, fürchten Kritiker wie Heide Rühle, EU-Parlamentarierin der Grünen: „Die Konzessionsrichtlinie macht es nicht direkt, öffnet nicht direkt der Wasserprivatisierung die Tür, sie macht es durch die Hintertür.“

Die EU-Richtlinie, nach der die Wasserlizenzen europaweit ausgeschrieben werden sollen, rechtfertigt der für den EU-Binnenmarkt zuständige Kommissar Michel Barnier mit der Behauptung, man brauche eben Regeln und (nach der Übersetzung von Monitor) wörtlich: „Jede deutsche Kommune wird weiterhin über ihr Wasser entscheiden können, jetzt aber geben wir ihr die Möglichkeit, das Wasser auch einem privaten Partner anzuvertrauen. Jetzt wird auch das geregelt – zum Wohle des Verbrauchers.“

Zum Wohle des Verbrauchers? In Berlin, wo die Wasserbetriebe schon 1999, jedoch nur zum Teil privatisiert worden waren, hatten die Bürger gegenteilige Erfahrungen gemacht und zwangen die Stadt mit Massenprotesten die Wasserwerke teuer zurückzukaufen. Gerlinde Schermer von der Bürgerinitiative Berliner Wassertisch drückte es gegenüber Monitor so aus: „Die Berliner Erfahrung zeigt, dass auch eine Teilprivatisierung ein so genanntes öffentlich-privates Partnerschaftsgeschäft in Wirklichkeit nur den Privaten nützt. Die haben die Rendite und wir bezahlen.“ Eine Studie der Universität Barcelona von 2010 bestätigt diese Erfahrungen: Nach der Privatisierung besserte sich die Qualität des Wassers nicht wie versprochen, sondern wurde nur erheblich teurer.

Warum sich die EU-Kommission denn derart gegen den Willen der europäischen Bevölkerung entscheide, fragten sich die Monitor-Rechercheure und fanden einen Teil der Antwort in der Zusammensetzung der „Steering Group“, der Expertengruppe, von der sich die EU-Kommission in Fragen der Wasserpolitik beraten lässt. „Die Teilnehmerliste ist erstaunlich“, mussten die Journalisten konstatieren, „darin sitzen hauptsächlich Vertreter der Wasserindustrie und verwandter Industriebereiche.“ Als das heraus kam, war das selbst dem maßgeblichen EU-Kommissar Barnier peinlich, Monitor zitiert ihn mit dem Statement: „Wenn Sie von mir hören wollen, dass unsere Expertengruppen ausgeglichener besetzt sein sollten, gebe ich Ihnen gerne Recht.“ Doch davon, dass die Steering Group in ihrer Zusammensetzung verändert wurde, wurde bislang nichts bekannt.

Mit anderen Worten: Die Wasserlobby kann ihren Einfluss auf die EU-Politiker weiterhin ungehindert gelten machen. Und zumeist wohl eher selten zum Wohl des Verbrauchers, bemängelt auch der Präsident des Deutschen Städtetages Christian Ude: „Es ist wirklich bedauerlich, dass mancher Wettbewerbskommissar nur noch die Bedürfnisse seiner Gesprächspartner aus den Konzernchefetagen kennt und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung.“

Um die Anerkennung und Umsetzung des universellen Rechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Europa und der Welt voranzutreiben und dem Einfluss der international wirkenden H2O-Lobby zu entziehen, hat sich mit „Wasser ist ein Menschenrecht“ eine der ersten Europäischen Bürgerinitiativen zusammengeschlossen. Mit dabei der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD), in Deutschland vertreten durch Verdi, und Organisationen wie Attac und andere. Die EU-Institutionen sollen dafür sorgen, fordert die Initiative mit Nachdruck,

    dass allen Bürgern und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung zusteht,
    die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen nicht den Binnenmarktregeln unterworfen wird,
    die EU ihren Einfluss stärker geltend macht einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Frisches, klares Wasser ist eines der kostbarsten Güter der Welt. Weltweit haben 884 Millionen Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberem Wasser. Jedes Jahr sterben Millionen, weil ihnen diese Ressource verwehrt ist, kommen durch verunreinigtes Wasser vor allem Kinder um. 2,6 Milliarden Weltbürger verfügen nicht einmal über einfache sanitäre Anlagen. Die Kampagne „Wasser ist ein Menschenrecht“ braucht Unterstützung.



Aus: "EU will Wasserversorgung privatisieren" Tom Brandenburg (21.01.2013)
Quelle: http://hpd.de/node/14832

-.-

Geheimoperation Wasser: Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will
https://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5


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[Erstmals überhaupt... ]
« Reply #10 on: February 13, 2013, 01:20:58 PM »
Quote
[...] Erstmals überhaupt hat ein EU-Volksbegehren die nötige Zahl von einer Million Unterschriften erreicht. Die Initiative "Wasser ist ein Menschenrecht - Right 2 Water" richtet sich gegen EU-Pläne zur Privatisierung des Wasserversorgung. Sie teilte auf ihrer Internetseite mit, ihr Anliegen habe bislang rund 1,02 Millionen Unterstützer gefunden. Damit wäre die für eine Europäische Bürgerinitiative notwendige Hürde von einer Million Menschen überschritten.

...


Aus: "Eine Million Bürger gegen private Wasserversorgung" (11.02.2013)
Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/wassernetze100.html


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[Das kleine Jordanien... ]
« Reply #11 on: October 29, 2015, 12:47:27 PM »
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[...] Das kleine Jordanien hat nach Angaben des Uno-Flüchtlingswerks UNHCR fast 630.000 Menschen aus Syrien aufgenommen, die jordanischen Behörden gehen sogar von 1,4 Millionen aus - und alle brauchen Wasser. Dabei ist die Versorgung in Jordanien schon jetzt so angespannt wie kaum anderswo auf dem Planeten. Laut der Hilfsorganisation Oxfam kann die Regierung ihren Bürgern nur 150 Kubikmeter Wasser pro Jahr zur Verfügung stellen - weit weniger als jene 500 Kubikmeter, unterhalb derer die Uno von Wassermangel spricht.


Aus: "Klimawandel und Umweltzerstörung: Die Wüsten werden wachsen, die Menschen fliehen" Markus Becker, Brüssel (29.10.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fluechtlinge-klimawandel-und-wassermangel-verschaerfen-gefahr-a-1059195.html

Jordanien
https://de.wikipedia.org/wiki/Jordanien
« Last Edit: October 29, 2015, 12:50:06 PM by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Wasser... (Notizen)]
« Reply #12 on: April 23, 2018, 05:02:05 PM »
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[...] Düsseldorf/Viersen Durch Dünger und Mist belastet die Landwirtschaft Boden und Grundwasser mit Nitrat. Weil der Grenzwert im Wasser an vielen Orten überschritten wird, drohen künftig höhere Preise für das Trinkwasser. Davor warnen Experten des Umwelt Bundesamtes (UBA) in ihrem aktuellen Bericht. Denn das Trinkwasser muss immer aufwendiger aufbereitet werden, damit der Nitratgehalt unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter bleibt. Das UBA hat berechnet, dass künftig Mehrkosten von 134 Euro pro Jahr für eine vierköpfige Familie zu erwarten sind.

Das gilt vor allem für sehr ländliche Regionen wie den Niederrhein. Der Trinkwasserversorger NiederrheinWasser (NEW) muss nach eigenen Angaben etwa in Bereichen von Viersen das Trinkwasser aus verschiedenen Quellen mischen. Das koste bisher nur wenige Cent mehr. Sollte dieses Verfahren irgendwann nicht mehr ausreichen, müsse jedoch zu einer chemischen Aufbereitung übergegangen werden, sagt ein NEW-Sprecher. So könne der Preis um 40 Cent pro Liter steigen.

In Viersen haben im Jahr 2015 fünf von zehn Messstellen die 50 mg/l überschritten. Deswegen hat das Land NRW den Kreis zu einem Schwerpunkt beim Kampf gegen Nitrat gemacht. Drei von 31 Modellbetrieben liegen im Kreis Viersen. Dort soll möglichst gewässerschonende Landwirtschaft betrieben werden. Die Maßnahmen auf diesen Höfen werden von der Landwirtschaftskammer überwacht und ausgewertet.


Der Nitrat-Grenzwert: Die 50 Milligramm Nitrat pro Liter sind ein Giftigkeitsgrenzwert. Den hat die EU für Trinkwasser und Grundwasser festgelegt. „Weil Nitrat im Körper zu Nitrit wird und davon eine akute Gefahr für die Gesundheit ausgeht“, sagt Volker Mohaupt vom Umweltbundesamt. Der Grenzwert orientiert sich an Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

... Das Problem mit dem Nitrat ist nicht neu. Die EU hat ihre Mitglieder im Jahr 1991 mit der Nitratrichtlinie dazu verpflichtet, den Gehalt im Grundwasser unter dem Grenzwert zu halten.

Doch viel getan hat sich seitdem nicht: Die Nitratwerte in Deutschland sind seit dem Jahr 2007 an 40 Prozent der Messstellen gestiegen – nicht gesunken. Zu diesem Ergebnis kam die EU-Kommission nach Auswertung der deutschen Grundwasserwerte. Eine Klage gegen die Bundesrepublik läuft.

Deutschland hat daraufhin eine neue Düngeverordnung erarbeitet. Doch auch die geht Wasserversorgern und UBA nicht weit genug. Die Beschränkungen für das Düngen würden nicht ausreichen, um den Nitratgehalt an kritischen Stellen deutlich zu senken, fürchten sie.

Zusammen mit dem Recherchezentrum Correctiv haben wir die Grundwasserwerte in Nordrhein-Westfalen aus den Jahren 2000 bis 2015 analysiert. Die Daten zeigen: An zahlreichen Messstellen ist die Belastung mit Nitrat nicht gesunken. ...




Aus: "Nitrat – die Gefahr aus der Gülle" Christina Rentmeister und Phil Ninh (19.04.2018)
Quelle: https://interaktiv.rp-online.de/nitrat-in-nrw/messstellen-in-nrw

Offline Textaris(txt*bot)

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[Wasser... (Notizen)]
« Reply #13 on: February 07, 2019, 09:41:00 AM »
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[...] Eine Studie einer internationalen Forschungsgruppe im Fachblatt „Nature Climate Change“ weist auf eine dramatische Entwicklung im Klimawandel hin: Die natürlichen Grundwasser-Reservoirs schrumpfen. In den nächsten 100 Jahren werden wahrscheinlich nur die Hälfte der Grundwasservorkommen weltweit wieder vollständig aufgefüllt werden. Trotz extremer Regenfälle können sich die Reservoirs aufgrund der immer häufiger werdenden Trockenperioden nicht wieder erholen. Die Folgen werden sich aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung bemerkbar machen, so die Forscher.

Auch in Deutschland schlagen Meteorologen Alarm: Der Dezember 2016 war der trockenste seit 1963 – also seit 53 Jahren. Laut der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes war das Jahr 2018 zudem das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Problematisch an langen Trockenperioden ist vor allem, dass die Wasserspeicher in der Regel nicht von einmaligen, starken Regenfällen gefüllt werden können. Besonders starker Regen fließt oberflächlich ab, statt dass das Wasser in tiefere Schichten sickert.

Für die Studie zum Grundwasser nutzten die Wissenschaftler Computermodelle auf Grundlage von Grundwasser-Daten. Die Ergebnisse alarmierten die Forscher: „Das könnte als Umwelt-Zeitbombe beschrieben werden, weil sich alle jetzt auftretenden Folgen des Klimawandels für die Grundwasserneubildung erst lange Zeit später vollständig auf den Basisabfluss zu Flüssen oder Feuchtgebieten auswirken werden“, sagte Mark Cuthbert von der Fakultät für Erd- und Meereswissenschaften an der Universität Cardiff der Nachrichtenagentur AFP.

Der Prozess, in dem Regenwasser gefiltert wird und sich in tieferen Erdschichten als Grundwasser ansammle, könne Jahrhunderte dauern. Die genaue Dauer sei von Region zu Region unterschiedlich. Besonders in bereits heute trockenen Gegenden wie der Sahara könne dieser Prozess mehrere tausend Jahre in Anspruch nehmen. Fehlt Wasser in den unterirdischen Speichern, sind Natur und Tiere bedroht, auch die Landwirtschaft ist betroffen. Dazu kommt eine höhere Konzentration an Schadstoffen im verbleibenden Wasser.

Die Menschheit sei sich dieses Problems nicht bewusst, beklagt Cuthbert: „Grundwasser ist außer Sichtweite und aus den Köpfen, diese gewaltige versteckte Ressource, über die die Menschen nicht viel nachdenken, obwohl sie die weltweite Produktion von Lebensmitteln stützt.“ Bereits heute sind die Grundwasservorräte durch die stark wachsende Zahl der Menschen auf der Erde und die damit einhergehende Steigerung der Lebensmittel-Produktion gefährdet. (mit AFP)


Aus: "Forscher warnen: Grundwasser schwindet" Florence Schulz (29.01.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/klimawandel-forscher-warnen-grundwasser-schwindet/23922150.html