Author Topic: [Notizen zum Terror... ]  (Read 208135 times)

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[Seit dem Beginn des Konflikts im Jahr 2009... ]
« Reply #195 on: December 03, 2014, 05:40:17 PM »
Quote
[...] KANO afp | Bei einem weiteren Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Extremisten im Nordosten Nigerias sind offenbar mehr als 150 Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet worden. Rettungskräfte und Ärzte berichteten am Mittwoch, nach der Attacke auf die Stadt Damaturu am Montag seien 115 Leichen ins Krankenhaus gebracht worden. Darüber hinaus wurden sechs Soldaten und 38 Polizisten getötet, wie ein Polizeisprecher erklärte. Auch einige Angreifer sollen unter den Toten sein.

Mutmaßliche Kämpfer der Extremistenorganisation Boko Haram hatten am Montag mehrere Stunden lang Polizeistützpunkte attackiert. Zeugen berichteten von „Chaos“ in der Stadt. Auch vor einem Gefängnis, in dem Boko-Haram-Mitglieder festgehalten werden, soll gekämpft worden sein. Eine private Anti-Boko-Haram-Miliz berichtete, 40 Angreifer seien getötet worden. Eine offizielle Opferzahl gab es auch am Mittwoch weder von der Regierung noch vom Militär.

Damaturu ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaats Yobe. Im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft Boko Haram seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat. Seit dem Beginn des Konflikts im Jahr 2009 fielen den Angriffen der Extremisten auf Armee, Behörden, Schulen und Kirchen mehr als zehntausend Menschen zum Opfer.

Erst am Freitag wurden bei einem Angriff auf eine Moschee in der Millionenstadt Kano mindestens 120 Menschen getötet. Am Montag, dem Tag der Attacke in Damaturu, sprengten sich auf einem Markt der Boko-Haram-Hochburg Maiduguri zwei Selbstmordattentäterin in die Luft und rissen mehrere Menschen in den Tod. Bei einem Anschlag am selben Ort hatten schon eine Woche zuvor zwei Attentäterinnen 45 Menschen mit in den Tod gerissen.


Aus: "Anschläge in Nigeria mit 150 Toten" (03. 12. 2014)
Quelle: http://www.taz.de/Boko-Haram-greift-Polizeistuetzpunkte-an/!150608/


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[Am 14. und 15. Februar 2015 kam es zu... ]
« Reply #196 on: February 15, 2015, 12:52:28 PM »
Am 14. und 15. Februar 2015 kam es zu zwei Anschlägen in Kopenhagen, Dänemark. Am Nachmittag nahm ein Täter das Kulturzentrum Krudttønden im Stadtteil Østerbro unter Beschuss. Dabei wurden ein Mann getötet und drei Polizeibeamte verletzt. Ziel des Anschlages war eine Diskussionsveranstaltung zur Thematik Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_in_Kopenhagen_2015

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"Islamischer Staat"Beginnend mit Worten, endend mit Blut" Georg Seeßlen (15. Februar 2015)
Extremisten konkurrieren um die Jugend des Westens. Warum wird gerade der IS zur neuen Heimat der Enttäuschten? 15 Anmerkungen zu europäischen Dschihadisten...
http://www.zeit.de/kultur/2015-02/islamischer-staat-dschihadisten-aus-europa-essay

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Quote
[...] Journalisten und Zeichner sind immer wieder Ziele islamistischer Anschläge. Die Polizei geht auch in Kopenhagen von einem Terrorakt aus. Ein Überblick.

Januar 2015: Die Brüder Chérif und Saïd Kouachi stürmen in Paris die Redaktionsräume des religionskritischen Satiremagazins Charlie Hebdo. Sie erschießen zwölf Menschen, darunter neun Journalisten. Zu den Toten zählt auch der unter dem Künstlernamen Charb bekannte Zeichner und Chef des Magazins, Stéphane Charbonnier. Die Polizei erschießt die Brüder zwei Tage nach dem Anschlag.

Februar 2013: Der 70 Jahre alte dänische Journalist Lars Hedegaard übersteht in Kopenhagen ein Attentat unverletzt. Den unbekannten Täter kann er selbst in die Flucht schlagen. Zuvor hatte eine Pistolenkugel den Kopf des Islamkritikers knapp verfehlt. Hedegaard war Ende der 1980er Jahre Chefredakteur der linksliberalen Tageszeitung Dagbladet Information und stellte sich hinter die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten.

November 2011: Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Am selben Tag war ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien erschienen. Das Magazin hatte sich deshalb in Scharia Hebdo umbenannt, als Chefredakteur war der Prophet Mohammed benannt worden.

Mai 2011: Ein Kopenhagener Gericht verurteilt den Tschetschenen Lors Dukajew für einen versuchten Anschlag auf die Zeitung Jyllands-Posten zu zwölf Jahren Haft. Der 25-Jährige hatte sich 2010 in Kopenhagen bei der Explosion seines Sprengstoffes verletzt. Er wollte eine Briefbombe an die Redaktion der Zeitung schicken.

Mai 2010: Zwei Männer werfen Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. Auf den Zeichner wurde bereits 2007 im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150.000 Dollar ausgesetzt.

Januar 2010: Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, von dem die Mohammed-Karikaturen in Jyllands-Posten stammen, entkommt nur knapp einem Attentat. Bereits 2008 hatten die dänischen Behörden Mordpläne gegen ihn aufgedeckt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

November 2004: Der niederländische Islamkritiker Theo van Gogh wird in Amsterdam von einem muslimischen Extremisten ermordet. Er hatte einen Film über die Unterdrückung der Frauen im Islam gedreht. Auf der Leiche hinterließ der Täter einen Brief mit Morddrohungen gegen weitere Niederländer.

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   zettpunkt
    vor 2 Stunden 1 Minute

2. Bei der Nabelschau sollten die jüdischen Opfer ...

... in Paris und Kopenhagen, Brüssel, Toulouse etc. nicht vergessen werden.

Journalisten und Karikaturisten wird die Provokation unterstellt, die den islamistischen Terror nach sich zieht. Der Begriff der "Schere im Kopf" wird dann angeführt, wenn Journalisten, Karikaturisten und Künstler kritische Auseinandersetzungen mit dem Islam unterlassen.

Diese Möglichkeit haben jüdische Mitbürger nicht.
Sie bleiben Zielscheibe des antisemitischen Terrors.


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   Veräntergung
    vor 1 Stunde 56 Minuten

4. Der Stürmer

Diese Karikaturen und gerade Hebdo erinnern mich sehr an den Stürmern. Die Mulsime und der Islam darin werden in einer Weise dargestellt, die einem an diese andere Hetzschrift erinnert.



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   Demokläs
    vor 1 Stunde 49 Minuten

6. das hatten wir schon mal

"Diese Karikaturen und gerade Hebdo erinnern mich sehr an den Stürmern"

Und ihre Vergleich ist genau so *Glücklich* wie von Göbbels mit Gorbatschov!


Quote
   zettpunkt
    vor 1 Stunde 41 Minuten

7. Mich erinnern die antijüdischen Karikaturen in arabischen Medien an den Stürmer.

http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37971/medien-in-nahost?p=all

http://www.deutschlandradiokultur.de/nazi-propaganda-auf-arabisch.1079.de.html?dram:article_id=176254

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nahost-medien-quotenjagd-mit-antisemitismus-a-400708.html


Quote
   Begleiterscheinung
    vor 1 Stunde 49 Minuten

10. Wie Sarah Wagenknecht richtig bemerkte ...

...müssen die Aktionen in Paris und Kopenhagen mit den brutalen und hinterhältigen Dronenmorden der Amerikaner in Relation gesetzt werden.


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   Standpunkt
    vor 1 Stunde 44 Minuten

14. Nein...

müssen, ja DÜRFEN sie nicht.

Die Ermordung der CH-Redakteure erfolgte nicht wegen der "Drohnen-Angriffe", sondern wegen der "Beleidigung des Propheten". Sie erinnern sich noch an das Gegröle der Mörder - von Amateurvideos aufgenommen?
"Wir haben den Propheten gerächt!"

Ihre Einlassung ist daher barer Unsinn und eine Relativierung dieses Verbrechens.


Quote
   Danaeer
    vor 1 Stunde 48 Minuten

11. zu 4: über Politik, Religion und öffentliche Meinung muss sich

lustig gemacht werden dürfen, gerade über solche Vorschriftengeber und deren theoretische Quellen, die angeblich wissen und beinhalten, was gut und richtig für die Menschen ist. Für mich ist das unverzichtbarer Bestandteil der Meinungsfreiheit: und wenn Religionsfanatiker meinen, andere dafür, also unziemliche Meinung umbringen zu dürfen/müssen, darf sich jeder Attackierte mittels aller Möglichkeiten erwehren.

Wie oft waren schon Paepste und katholische Kirche Objekte satirischer Begierden? Der Papst Benedikt auf dem Titanic-Cover?

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich! İhre Gleichsetzung empfinde ich als ausgesprochen unpassend!


Quote
   Demetrios I. Poliorketes
    vor 1 Stunde 41 Minuten

15. bei insgesamt 18000 Opfern von Terroranschlägen weltweit. .

...und jährlich erzeugt diese kleine Aufzählung aus Europa mit berufsspezifischer Ausrichtung eher eine Relativierung gruppenbezogener rassistischer Gewalt durch Heraustellen von Einzeltätern, denn ein umfassendes Bild


Quote
   repugna
    vor 1 Stunde 37 Minuten

19. Der Westen versteckt sich gerne unter Schlagwörtern wie Meinungsfreiheit und Demokratie, meint aber immer "eure Kultur ist unseren unterlegen und deshlab können wir uns das Recht nehmen es zu karikieren." Vor Meinungsfreiheit steht aber immer noch Respekt. Respekt vor der Religion anderer, vor der Kultur anderer, vor den Resourcen und Gütern anderer etc. Wer das Ander nicht respektiert, kann auch kein Respekt erwarten und die Konsequenzen sind bekannt. Muslime haben Frankreich oder Dänemark versucht zu kolonisieren und die eigene Lebensart aufzuzwingen. Das waren immer nur die Europär und jetzt versuchen sie unter dem Vorwand den Islamismus zu bekämpfen wieder zu kolonisieren oder zu mindestens ihre Pfründe zu sichern. Oder warum befinden sich französische Armeeeinheiten in Mali. Etwa Dremokratie oder Meinungsfreiheit zu eatblieren? Nein, einzig dem Zweck das Yellow Cake für ihre Kernkraftwerke zu sichern und sonst nichts. Hätten sie Demokratie im Sinn gehabt als sie die nahöstlichen Staaten okkupierten, dann hätte man vielleicht schön länst demokratische Verhältnisse hier.


Quote
   ah-ha
    vor 1 Stunde 23 Minuten

24. Die Welt wäre eine bessere

ohne den Islam.

Man sollte diese Religion verbieten und die Anhänger derselben ausweisen.


Quote

    Arlequin
    vor 46 Minuten

Seit wann zeigt sich denn dieses Problem des radikalen (d.h. mörderischen/faschistoiden) Islamismus?

Meines Wissens erst seit ca. 30 Jahren. Vielleicht sollte hier kritisch und selbstkritisch Ursachenforschung erfolgen, anstatt wahllos jedem Gemüsehändler Ausbürgerung anzudrohen.



Aus: "Terrorismus: Von "Charlie Hebdo" bis Theo van Gogh" (15. Februar 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/terrorismus-kopenhagen-charlie-hebdo-theo-van-gogh-ueberblick
« Last Edit: February 15, 2015, 12:55:41 PM by Textaris(txt*bot) »

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[In Pakistan kommt es immer wieder... ]
« Reply #197 on: March 15, 2015, 01:31:49 PM »
Quote
[...] Pakistan ist wegen ständigen Terrors von Extremisten in Alarmstimmung, vor allem seit dem Angriff der Taliban auf eine Schule in Peshawar im Dezember. Damals waren 150 Menschen getötet worden, vor allem Schüler. Oft wird die muslimische Minderheit der Schiiten getroffen. Doch gab es schon 2013 in Peshawar auch einen Angriff auf eine Kirche, bei dem 85 Menschen getötet wurden. ...


Aus: "Tote bei Anschlägen auf christliche Kirchen" (15. März 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/pakistan-anschlag-kirchen-taliban

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Lahore ist mit 7.092.000 Einwohnern nach Karatschi die zweitgrößte Stadt Pakistans (Stand 2010). Sie liegt am Ufer des Flusses Ravi, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Indien entfernt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lahore

---

Quote
[...] Lahore - Zwei benachbarte Kirchen in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind Ziel von Anschlägen der Taliban geworden. Beim Gottesdienst am Sonntag hätten zwei Selbstmordattentäter die Gotteshäuser angegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Als Wachleute die Extremisten am Eingang stoppen wollten, hätten sich die Angreifer in die Luft gesprengt.

Außer den Attentätern seien 14 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Nach Krankenhausangaben wurden mehr mindestens 78 Menschen verletzt. Eine Splittergruppe der radikal-islamischen Taliban in Pakistan übernahm die Verantwortung für die Anschläge. Es werde weitere derartige Angriffe geben, schrieb ein Taliban-Sprecher in einer E-Mail an Journalisten.

Aufgebrachte Anwohner lynchten nach den Anschlägen zwei Personen, die verdächtigt wurden, in die Angriffe verwickelt gewesen zu sein. Die beiden Opfer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: "Das hätte nicht passieren dürfen."

Ein Zeuge sagte einem pakistanischen TV-Sender, der Haupteingang einer Kirche sei geschlossen gewesen, die Gläubigen hätten das Gebäude über eine Nebenpforte betreten. "Ein Bomber hat sich bei dieser Pforte in die Luft gesprengt." Mitten im folgenden Chaos sei die nächste Explosion zu hören gewesen.

"Ich saß bei einem Laden nahe der Kirche, als ich die Explosion hörte", sagte ein weiterer Zeuge. "Ich bin zu der Stelle gelaufen und habe gesehen, wie jemand mit einem Sicherheitsmann rang." Als der Angreifer es nicht geschafft habe, in die Kirche einzudringen, habe er sich in die Luft gesprengt.

Die betroffenen Kirchen - eine katholische und eine protestantische - liegen in Yohana Abad, einem von vielen Christen bewohnten Viertel Lahores. Die Bevölkerung der Stadt hat eine große christliche Minderheit. Lahore gilt als vergleichsweise sicher, aber seit gescheiterten Friedensgesprächen mit den Taliban im vergangenen Jahr ist die Lage auch dort angespannt.

In Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen von Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.

ulz/AP/Reuters/dpa



Aus: "Anschläge in Pakistan: Taliban töten Christen beim Gottesdienst" (15.03.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/anschlaege-in-lahore-taliban-toeten-pakistanische-kirchgaenger-a-1023611.html

http://www.zeit.de/news/2015-03/15/pakistan-sechs-tote-und-50-verletzte-bei-taliban-anschlag-in-lahore-15090010
« Last Edit: March 15, 2015, 10:40:16 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Der Händler Badamasi Amin berichtete... ]
« Reply #198 on: July 17, 2015, 07:56:32 AM »
Es ist ein Land mit großer kultureller Vielfalt: Im ganzen Land werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Außerdem sind hier zahlreiche westafrikanische Religionen anzutreffen. Allerdings herrschen auch oftmals mit Gewalt ausgetragene ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlich-animistischen Süden. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Nigeria

Die Geschichte Nigerias umfasst die Geschichte des seit 1960 unabhängigen westafrikanischen Staates Nigeria und der britischen Kolonien und Protektorate, aus denen der moderne Staat hervorgegangen ist. Die Grenzen des heutigen Nigeria sind das Ergebnis der Abgrenzung britischer Kolonialmacht von einer im 19. Jahrhundert französisch bzw. deutsch kolonialisierten Umgebung. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Nigerias

https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_Nigerias

Mit dem Scharia-Konflikt in Nigeria wird ein bewaffneter Konflikt um die Islamisierung des Landes zwischen militanten Gruppen, verschiedenen Vertretern religiöser Gruppierungen und der Regierung Nigerias bezeichnet. Erhard Kamphausen von der Missionsakademie der Universität Hamburg sprach von einer „geistlichen Kriegführung“ in muslimischen Kerngebieten. ... (07/2015)
https://de.wikipedia.org/wiki/Scharia-Konflikt_in_Nigeria


Quote
[...] Bei einem Doppelanschlag auf den zentralen Markt der Stadt Gombe im unruhigen Nordosten Nigerias sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Zudem seien 71 Menschen verletzt worden, mehrere davon so schwer, dass sie in Lebensgefahr schwebten, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. Die Opferzahl könne weiter steigen.

Viele Kinder und Frauen waren demnach unter den Toten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Das Attentat trägt jedoch die Handschrift der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram, die in der Region immer wieder derartige Angriffe begeht.

Der Händler Badamasi Amin berichtete, die erste Explosion habe sich an einem Schuhladen ereignet. Während er sich mit Kollegen und Kunden um die Verletzten kümmerte, sei die zweite Bombe wenige Minuten später auf der gegenüberliegenden Straßenseite detoniert. Der Markt war zu diesem Zeitpunkt voller Menschen, die vor dem Fest Eid al-Fitr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Freitag letzte Einkäufe erledigen wollten.

Gombe war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Bomben- und Selbstmordanschlägen. Im Februar hatten hunderte Kämpfer von Boko Haram die Stadt gestürmt und über Stunden auf die Bewohner gefeuert. Der gleichnamige Staat grenzt an die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa, die am schwersten vom Aufstand der Islamisten betroffen sind. Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt gegen den nigerianischen Staat. Dieser setzt Truppen ein, um die Terrorgruppe zurückzudrängen. Seitdem wurden in dem Konflikt mehr als 15.000 Menschen getötet.

kev/AFP/Reuters


Aus: "Nigeria: Dutzende Tote bei Bombenanschlag auf einem Markt" (17.07.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigeria-dutzende-tote-bei-doppelanschlag-auf-einem-markt-a-1044097.html

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[Am 10. Oktober 2015... ]
« Reply #199 on: October 19, 2015, 03:15:54 PM »
Quote
[...] Am 10. Oktober 2015 wurden zwei Selbstmordattentate in der türkischen Hauptstadt Ankara verübt. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen starben 102 Menschen[1] und mehr als 500 wurden verletzt.[2] Es handelt sich um den schwersten Terroranschlag in der Geschichte der Türkei. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_Ankara_2015 (18. Oktober 2015)


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[Wie würden.. ]
« Reply #200 on: October 26, 2015, 11:33:21 AM »
Quote
[....] Es geht Schlag auf Schlag. Vergangenes Wochenende sticht ein Flüchtlingsfeind die Kölner CDU-Politikerin Henriette Reker nieder, am Mittwoch nimmt die Polizei in Franken eine Gruppe Rechtsextremisten fest, die mit hochexplosiven Böllern eine Unterkunft für Asylbewerber angreifen wollte. Seit Monaten vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Gebäude brennt, in das Flüchtlinge einziehen sollen oder in dem schon Menschen leben.

Anfang Oktober zündelte ausgerechnet ein Feuerwehrmann im sauerländischen Altena auf dem Dachboden eines Hauses, in dem sieben syrische Flüchtlinge einquartiert waren, darunter eine schwangere Frau. Der Hass auf Asylbewerber oder Migranten insgesamt mündet offenkundig in rechten Terror. In Ost und West, in Dörfern und Städten. Als seien rassistische Anschläge eine Art Volkssport.

Da hilft kein Verdrängen und kein Relativieren: Die Bundesrepublik wird mit „homegrown terror“ konfrontiert. Der Begriff ist in den Sicherheitsbehörden für militante einheimische Islamisten reserviert, doch diese Exklusivität ist überholt. Wie auch der juristische Terrorbegriff. Das Strafgesetzbuch kennt nur „terroristische Vereinigungen“, für die es mindestens drei Tatverdächtige braucht. Nach dieser Logik sind der Messerstecher von Köln und der Brandstifter von Altena keine Terroristen. Das wirkt weltfremd.

Die Bundesanwaltschaft konnte den Fall Köln denn auch nur wegen der „Schwere der Tat und der mit ihr vom Beschuldigten angestrebten Signalwirkung“ übernehmen. Beim geständigen Täter von Altena hingegen sah der Staatsanwalt nicht einmal ein politisches Motiv, sondern nur eine „persönliche Überzeugung“. Der Brandstifter und sein Komplize kamen frei. Wenigstens wird gegen die bayerischen Neonazis, die lebensgefährliche Böllerbomben auf Flüchtlinge werfen wollten, wegen des Verdachts der Bildung einer „kriminellen Vereinigung“ ermittelt.

Der Mangel an Klarheit in Wahrnehmung und Sprache von Staat und Politik hat leider Tradition. In den meisten Bundesländern wird die Zahl rechter Morde kleingerechnet. Nur ein Beispiel: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wertet bis heute den Angriff eines Ex-Söldners, der 2003 in Overath einen Anwalt, dessen Frau und die Tochter erschoss, nicht als rechtes Tötungsverbrechen. Obwohl das Landgericht Köln dem Täter eine nationalsozialistische Motivation bescheinigte.

Wie würden das Verbrechen von Overath und jetzt die Messerattacke in Köln sowie die Anschläge auf Flüchtlingsheime genannt, wären Islamisten die Täter? Da gäbe es in Staat und Politik keine Zweifel: Das ist Terror.

Doch bei geplanter, zielgerichtet lebensgefährdender Gewalt von rechts wird oft gedruckst. Obwohl nach dem NSU-Schock, der die Republik vor vier Jahren erschütterte, Staat und Politik deutlich mehr Sensibilität versprachen. Es gab auch Reformen, doch sie reichen offenbar nicht weit genug für die Erkenntnis: Deutschland wird mit einem Rechtsterrorismus neuen Typs konfrontiert. Er ist weniger organisatorisch strukturiert als informell über das Internet und doch brandgefährlich. Sind uns Terroristen mal wieder einen Schritt voraus?


Aus: "Gewalt gegen Flüchtlinge und Politiker: Bei Terror von rechts wird oft gedruckst" Frank Jansen (26.10.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/gewalt-gegen-fluechtlinge-und-politiker-bei-terror-von-rechts-wird-oft-gedruckst/12495436.html


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[Eine unvollständige Chronik... ]
« Reply #201 on: November 14, 2015, 06:37:43 PM »
Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Nach Angaben der französischen Regierung wurden 130[1] Menschen getötet und 352 verletzt, davon 97 schwer. Außerdem starben sieben der Attentäter in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Attacken. Zu den Anschlägen bekannte sich die terroristische Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS). ... (Stand: 13.06.2016)
https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_13._November_2015_in_Paris | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen

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Quote
[...] 14.11.2015 Ausland - Anschläge: Eine unvollständige Chronik von 2015
Insbesondere Frankreich ist Ziel von islamistischen Terroranschlägen

Die mutmaßlich islamistisch geprägten Anschläge vom Freitag, dem 13. November 2015 sind mit – nach derzeitigen Erkenntnissen 128 Opfern - die vorläufig blutigsten in diesem Jahr. Immer wieder versuchen islamistische Täter westliche Einrichtungen und Bürger zu treffen. Auftakt war der Angriff auf das französische Satiremagazin »Charlie Hebdo« in Paris im Januar.

12. November: Die italienische Polizei deckt ein islamistisches Terrornetz auf. Die verhafteten 16 Kurden und ein Kosovare sollen geplant haben, Geiseln zu nehmen und so den in Norwegen inhaftierten Terrorchef Mullah Krekar freizupressen.

31. Oktober: Über der ägyptischen Halbinsel Sinai stürzt ein Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia ab. Alle 224 Insassen – es sind vor allem russischen Touristen auf dem Heimweg – stürzt ab. Obwohl die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, gehen Geheimdienste, wohl auch der russische FSB, davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag als Rache für den massiven Einsatz Russlands in Syrien handelt. Die Islamistengruppe Ansar Beit al-Makdis (»Unterstützer Jerusalems«) behauptet ihre Täterschaft.

29. Oktober: In Frankreich wird ein mutmaßlicher Dschihadist festgenommen. Er soll einen Anschläge auf Soldaten in Toulon nahe Marseille geplant haben. Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, weil er Ende vergangenen Jahres versucht hatte, nach Syrien zu gelangen. Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass derzeit mehr als 500 Franzosen in Syrien und im Irak an der Seite der IS-Miliz kämpfen. Rund 750 weitere Landsleute wollen demnach offenbar in die Region reisen.

21. August: Ein 25-jähriger marokkanischer Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel - Paris von Fahrgästen überwältigt. Zwei Passagiere werden verletzt, bevor Mitreisende dem Attentäter die Kalaschnikow-Maschinenpistole entreißen und ihn überwältigen können.

13. Juli: Drei junge Männer werden verhaftet, sie sollen einen Angriff auf eine Militäranlage und die Enthauptung eines Offiziers geplant haben. Die Verdächtigen waren im Alter von 17, 19 und 23 Jahren und sie bekannten sich zum Islamischen Staat.

26. Juni: An einem Hotelstrand in der Nähe der tunesischen Touristenhochburg Sousse erschiesst ein 24-jähriger Einheimischer mit Verbindungen zu radikalen Gruppen 38 ausländische Touristen. Vor allem Briten werden getötet.

18. März: Im Bardo-Museum der tunesischen Hauptstadt Tunis werden 21 Menschen, in der Mehrheit ausländische Touristen, umgebracht. Die Terrororganisation Islamischer Staat bekennt sich zur Tat.

14. Februar: In Kopenhagen feuert ein 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Der Anschlag gilt vermutlich einem Mohammed-Karikaturisten, der jedoch unverletzt bleibt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor er von der Polizei erschossen wird.

3. Februar: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in der südfranzösischen Stadt Nizza drei Soldaten einer Anti-Terror-Patrouille angegriffen. Die Soldaten beschützten ein Gebäude, in dem die israelitische Kultusgemeinde von Nizza, eine jüdische Vereinigung sowie der Radiosender Shalom untergebracht sind.

7. Januar: Beim Attentat auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo« werden in Paris zwölf Menschen getötet. Die beiden Täter kommen zwei Tage später beim Gefecht mit Polizeisondereinheiten ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. hei



Aus: "Anschläge: Eine unvollständige Chronik von 2015" (14.11.2015)
Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/991245.anschlaege-eine-unvollstaendige-chronik-von.html

« Last Edit: June 13, 2016, 02:34:26 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Warum... ]
« Reply #202 on: December 01, 2015, 11:38:20 AM »
Quote
[...] Wolfgang Huber, Bischof a. D. und Professor an der Humboldt-Universität, warnte auf dem Kongress davor, angesichts der Angst vor Terror die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft als „pauschalen Identitätsmarker“ zu verwenden. Die Religionen stünden umgekehrt vor der Aufgabe, „sich gemeinsam zu einem egalitären Universalismus der Menschenwürde zu bekennen“. ...

Quote
     von ralf.schrader
    01.12.2015 09:46 Uhr

Psychiatrie und Terror - Da es sich bei der Radikalisierung von Menschen in Richtung Terror nicht um einen (patho-) psychologischen Tatbestand handelt, können die Psychiater wohl kaum etwas zur Prävention beitragen. Die Wurzeln der Radikalisierung gerade in Frankreich liegen im Nahen Osten der Jahre 1919 und später, sowie in Algerien der 60'er Jahre. ...


...


Aus: "Psychiater über Terror: Warum Jugendliche zu Radikalen werden" Adelheid Müller-Lissner (01.12.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wissen/psychiater-ueber-terror-warum-jugendliche-zu-radikalen-werden/12659408.html


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[Am 12. Juni 2016 im Bundesstaat Florida... ]
« Reply #203 on: June 13, 2016, 02:49:09 PM »
Bei dem Terroranschlag in Orlando wurden am 12. Juni 2016 im Bundesstaat Florida in den Vereinigten Staaten mindestens 51 Menschen getötet und 53 verletzt. Damit war es der folgenschwerste Terroranschlag in den Vereinigten Staaten seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 sowie der schwerste einzelne Gewaltakt gegen die LGBT-Community und eines der verheerendsten Massaker in der Geschichte des Landes. Der Attentäter bekannte sich vor dem Anschlag zum Islamischen Staat (IS). Er war Mitarbeiter der weltgrößten Sicherheitsfirma G4S....
https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschlag_in_Orlando (Stand 13.06.2016)


https://de.wikipedia.org/wiki/Antischwule_Gewalt

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen

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"Orlando: Was wir über das Massaker wissen" (ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, sk, 13. Juni 2016)
Das Motiv des Attentäters von Orlando gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf, der 29-Jährige war den US-Behörden bekannt. 49 Todesopfer wurden bisher identifiziert. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/orlando-massaker-was-wir-wissen-faq

https://www.taz.de/Angriff-auf-Nachtklub-in-Orlando/!5309036/ (12.06.2016)

Doch die besondere Bedeutung von LGBT-Clubs für eine Minderheiten-Community ging an den beiden Talk-Partnern vorbei, obwohl Owen Jones sie geradezu beschwor: „Wir müssen das als das bezeichnen, was es ist: eine absichtliche Attacke auf LGBT-Leute an einem LGBT-Ort!“ – „Auf die Freiheit aller Leute!“, versuchte Longhurst zu verallgemeinern, doch Jones blieb bei seinem Fokus: „Sie verstehen das nicht, Sie sind nicht schwul!“ – „Es spielt keine Rolle, ob ich schwul bin!“
Jones verwies mehrfach darauf, dass es in den Medien wenige Stimmen von LGBT-Leuten gebe. Und als in der Presseschau dann doch ein Vertreter der Organisation „Stonewall“ zitiert wurde, quasi als Feigenblatt des Ganzen, warf Owen Jones hin und verließ die Runde. ...

https://www.taz.de/TV-Diskussion-um-Orlando-Hintergruende/!5312345/ (13. 6. 2016)

Kühl dürfen nun einige Fakten zur Kenntnis gegeben werden: Anders, als der ARD-Brennpunkt am Sonntagabend erörterte, ist nicht die Frage zu klären, ob es sich eher um einen islamistischen oder homophoben Anschlag mit aktuell 50 Ermordeten handelt. Das ist die falsche Gegenüberstellung, denn der Täter, ein junger Mann, dessen Eltern aus Afghanistan in die USA einwanderten, handelte im Sinne beider Motive.
Der Islamismus von der Sorte des IS hasst Homosexuelle grundsätzlich. Er verabscheut alles, was offen schwul oder lesbisch oder trans* ist, und beabsichtigt, es auszulöschen. Des Täters Vater gab zu Protokoll, dass sein Sohn gewiss verstört war wegen zweier sich küssender Männer, die er gesehen habe. Das sind, sozusagen, Konfrontationen, die im islamistischen Kontext Hass und Wünsche nach Vergeltung auslösen. ...

https://www.taz.de/Kommentar-Angriff-auf-US-Disko/!5312393/ (Jan Feddersen, 13. 6. 2016)

Die Nachrichtenagentur des IS verbreitete eine kurze Erklärung unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle. Darin heißt es: „Der bewaffnete Angriff, der einen Nachtclub für Homosexuelle in Orlando, Florida, zum Ziel hatte und mehr als 100 Tote und Verletzte zurückließ, wurde von einem Kämpfer des Islamischen Staats ausgeführt.“ Beweise wurden aber nicht angeführt. ... Die Bluttat könnte zu einer weiteren Polarisierung in dem ohnehin schon scharf ausgetragenen Wahlkampf in den USA führen. Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Trump forderte Obama zum Rücktritt auf. Er warf dem Präsidenten zu große Nachsicht gegenüber der Gefahr durch islamische Extremisten vor. Trump bekräftigte seine Forderung, Muslimen generell die Einreise in die USA zu verwehren. Trumps voraussichtliche Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton verurteilte das Attentat.
Die Tat von Orlando ist der schwerste Terrorakt in den USA seit den Attentaten vom 11. September 2001. Sie gilt zudem als blutigste Tat eines Einzelschützen in der modernen US-Geschichte. Das Attentat ereignete sich während des Gay-Pride-Monats, in dem im ganzen Land Homosexuellenparaden und Feste stattfinden. In New York ordnete Bürgermeister Bill de Blasio zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für schwule und lesbische Einrichtungen an.
In Los Angeles gingen am Sonntag rund 150.000 Menschen zu einer Schwulen- und Lesbenparade auf die Straße. Die Polizei nahm einen Mann fest, der mit einem Auto voller Waffen unterwegs zu der Parade war. Seine Motive waren nach Angaben der Polizei von Los Angeles zunächst unklar. Verbindungen zu der Tat in Orlando sah sie nicht. ...

https://www.taz.de/Angriff-auf-Gay-Club-in-Orlando/!5312318/ (taz.de, 13. 6. 2016)

(15. Juni 2016): Den neusten Ermittlungen zufolge hat Omar Mateen für seinen Anschlag keine Instruktionen oder Hilfe von Gruppen wie dem "Islamischen Staat" bekommen. Vielmehr habe er sich selbst radikalisiert. Er sei ein "wütender, verstörter, instabiler junger Mann gewesen", sagte der US-amerikanische Präsident Barack Obama nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/orlando-taeter-ehefrau-mittaeterschaft

« Last Edit: June 15, 2016, 09:18:44 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #204 on: June 14, 2016, 09:33:09 AM »
Quote
[...] Während des tödlichen Angriffs auf eine Polizistenfamilie in Frankreich hat sich der Täter auf die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) berufen. Nachdem er einen 42-jährigen Polizisten mit Messerstichen getötet hatte, verschanzte er sich in dessen Haus im westlichen Umland von Paris. Spezialkräfte der Polizei stürmten in der Nacht zum Dienstag das Gebäude und erschossen den Angreifer, sie fanden dort die Leiche der Lebensgefährtin des Polizisten. Der dreijährige Sohn des Paares überlebte.

Die Attacke genau sieben Monate nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November fällt mit der Fußball-EM in Frankreich zusammen, die aus Furcht vor Anschlägen von Zehntausenden Polizisten geschützt wird.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft zog den Fall aufgrund des Vorgehens, des Ziels und der Äußerungen des Täters an sich, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Justizkreisen bestätigt wurde. Der Mann habe sich bei Verhandlungen mit der Polizei-Spezialeinheit RAID auf den IS berufen. Die von der Terrormiliz als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur "Amaq" berichtete zudem unter Verweis auf eine nicht näher spezifizierte Quelle, dass der Täter Kämpfer des IS gewesen sei.

Bei der Attacke auf den Polizisten vor dessen Haus in der Gemeinde Magnanville soll der Mann laut Augenzeugen auf Arabisch „Allah ist groß“ gerufen haben, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Dann habe er die Frau und den dreijährigen Sohn als Geiseln genommen. Das Kind wurde von den Polizisten befreit und blieb unversehrt, stand aber unter Schock.

Über die Identität des Angreifers wurde zunächst nichts bekannt, auch nicht über die Glaubwürdigkeit seiner Berufung auf den IS. Nach Angaben der auf die Beobachtung dschihadistischer Propaganda spezialisierten Firma Site berichtete „Amaq“, dass ein IS-Kämpfer den stellvertretenden Polizeichef der Ortschaft Les Mureaux und dessen Frau mit Stichwaffen getötet habe.

Die getötete Frau war selbst Beamtin des Innenministeriums und arbeitete nach Angaben des Staatsanwalts von Versailles, Vincent Lesclous, als Sekretärin im Polizei-Kommissariat der nahegelegenen Stadt Mantes-La-Jolie. Ihr Mann war laut „Parisien“ stellvertretender Chef der Kriminalpolizei im ebenfalls nahegelegenen Les Mureaux.

„In diesem Moment ist der Schmerz unermesslich“, sagte der Präfekt des Départements Yvelines, Serge Morvan. Eine Anwohnerin bezeichnete das Viertel, in dem sich die Tat ereignete, vor französischen Journalisten als ruhig: „Hier passiert nie etwas.“

Präsident François Hollande verurteilte „diese abscheuliche Tat“. Er sicherte zu, dass die Hintergründe vollständig aufgeklärt würden, und berief für Dienstagmorgen eine Sitzung im Élyséepalast ein. Innenminister Bernard Cazeneuve soll am Morgen zudem die Kommissariate von Les Mureaux und Mantes-la-Jolie besuchen.

Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, denen insgesamt 149 Menschen zum Opfer fielen. Die schwerste Anschlagserie ereignete sich am 13. November, als IS-Terroristen mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln im Pariser Musikclub „Bataclan“, am Stade de France sowie in Bars und Restaurants der Hauptstadt 130 Menschen ermordeten.

Im Vorfeld der laufenden Fußball-EM hatten Behörden immer wieder auf eine anhaltend hohe Terrorgefahr in Frankreich hingewiesen. Nach übereinstimmenden Angaben gab es aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gegen das Turnier.

Nach dem jüngsten Massaker in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Club in der US-Großstadt Orlando hatte die IS-nahe Agentur „Amaq“ ebenfalls behauptet, der Täter gehöre zu der Terrororganisation. Auch dort hatte sich der Todesschütze im Kontakt mit der Polizei zu islamistischen Terrororganisationen bekannt, allerdings passen seine verschiedenen Äußerungen nach Angaben der US-Bundespolizei FBI dem ersten Anschein nach nicht zusammen. (dpa)


Aus: "Polizistenmord nahe Paris - Täter beruft sich auf IS" (14.06.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/drei-tote-in-frankreich-polizistenmord-nahe-paris-taeter-beruft-sich-auf-is/13729902.html][url]http://www.tagesspiegel.de/politik/drei-tote-in-frankreich-polizistenmord-nahe-paris-taeter-beruft-sich-auf-is/13729902.html[/url]


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« Reply #205 on: September 20, 2018, 12:56:05 PM »
Quote
[...] Der Filmemacher Erik Poppe hat es gewagt, den Massenmord 2011 auf der norwegischen Insel Utøya zu verfilmen. Damit die Wunde endlich heilen kann, sagt er. Am 22. Juli 2011 zündete der norwegische Rechtsextreme Anders Breivik in Oslo eine Bombe, durch die acht Menschen starben. Wenig später tötete er auf der nahegelegenen Insel Utøya weitere 69 Menschen, 33 verletzte er. Die meisten von ihnen nahmen an einem Ferienlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei teil. Der Täter kam gegen 17 Uhr als Polizist verkleidet auf die Insel. Um 18.27 Uhr wurde er von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Genau so lange wie das Massaker dauert auch der Spielfilm "Utøya 22. Juli", den der norwegische Filmemacher Erik Poppe nun aus dem Attentat gemacht hat.

ZEIT ONLINE: Herr Poppe, welchen Stellenwert haben die Ereignisse vom 22. Juli 2011 heute in der norwegischen Gesellschaft?

Erik Poppe: Norwegen hatte sich zunächst mit dem Täter beschäftigt und ihn vor Gericht gebracht. Dann gab es lange Diskussionen, wie man die Innenstadt von Oslo nach der Bombenexplosion wieder aufbauen und wo die Gedenkstätte hin soll für all die jungen Menschen, die auf Utøya umgebracht wurden. Und schließlich hat sich natürlich Anders Breivik, der Terrorist, permanent neue Sachen einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wir werden im öffentlichen Diskurs immer wieder an die Ereignisse vom 22. Juli erinnert. Sie sind nach wie vor eine große, offene Wunde.

ZEIT ONLINE: Warum haben Sie für Ihren Film so eine ungewöhnliche Form gewählt: 72 ungeschnittene Filmminuten allein aus der Perspektive der Opfer?

Poppe: Als ich mein Filmvorhaben der Opfer-Organisation vorstellte, kam eine Mutter zu mir und sagte: "Wenn Sie an irgendeinem Punkt diese Geschichte sentimentalisieren und einen Unterhaltungsfilm über den Tod meiner Tochter machen, werde ich Ihnen das nie verzeihen." Mir war klar, dass wir den Film so wahrhaftig wie möglich gestalten mussten. Deshalb wurden die Überlebenden als Berater für das Skript, während der Proben und des Drehs eng eingebunden. Viele der Überlebenden erzählten immer wieder, dass sich diese 72 Minuten des Angriffs wie eine Ewigkeit angefühlt haben. Deshalb war es für mich wichtig, dass die Zeit eine eigene Figur im Film wird. Es ging nicht darum zu zeigen, was für tolle Filmemacher wir sind. Es ist gar nicht so schwer einen Film in einem Take zu drehen. Aber wir wollten das Publikum so nah wie möglich an die Situation und die Gefühle derer heranführen, die diese schrecklichen Ereignisse durchleben mussten. Deshalb gibt es keinen Schnitt und keine Musik.

ZEIT ONLINE: Was heißt diese gestalterische Prämisse für die Gewaltdarstellung im Film?

Poppe: Wir haben mehr als vierzig Überlebende jeweils ein bis zwei Tage lang interviewt. Viele dieser Gespräche waren, was die Gewalt angeht, sehr explizit. Aber mir ging es nicht um eine möglichst drastische, sondern um die wahrhaftigste Version der Ereignisse. Wir wollten ja keinen Horrorfilm drehen. Viele denken, dass die Gewalt im Mittelpunkt des Filmes steht. Aber im Grunde sieht man auf der Leinwand keine direkte Gewalt. Die Gewalt spielt sich eigentlich allein auf der Tonspur ab in Form von den Schüssen, die die Jugendlichen hören. Mir war es wichtig, dass der Film für Zuschauer zugänglich bleibt, die keine Gewalt sehen möchten. Natürlich ist es dennoch emotional schwer sich das Ganze anzuschauen. Aber es ist eben auch ein Akt der Loyalität zu den Menschen, die diesen schrecklichen Erlebnissen ausgesetzt waren.

ZEIT ONLINE: Warum kommt der Täter nur einmal kurz und schemenhaft ins Bild?

Poppe: Ich habe keine feste Regel aufgestellt, dass der Täter nicht gezeigt werden darf. Das hat sich direkt aus der Erzählperspektive ergeben. Ich wollte nur so viel von ihm zeigen, wie die meisten Jugendlichen auf der Insel von ihm gesehen haben. Ein klassisches Film-Setup würde wahrscheinlich zwischen den Jugendlichen und dem Täter hin und her schneiden. Aber ich wollte mit diesem Film hundertprozentig auf der Seite der Opfer bleiben. Also habe ich alles nur so gezeigt, wie sie es erlebt haben.

ZEIT ONLINE: Ist das auch ein Statement gegen die Berichterstattung, die sich mehr für die Täter als die Opfer zu interessieren scheint?

Poppe: In der medialen Wahrnehmung solcher Ereignissen geht es ja eher um unsere eigene Beziehung zur Gefahr. Wir interessieren uns für das Böse und die dunklen Mächte. Natürlich ist eine Auseinandersetzung mit dem Täter und seinen Motiven wichtig. Wir müssen herausfinden, was ihn antreibt, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Aber trotzdem stellt sich die Frage: Warum lernen wir den Täter, aber nie die Opfer kennen?

ZEIT ONLINE: Anders Breivik hat die mediale Aufmerksamkeit ja auch gezielt genutzt, um sein rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten ...

Poppe: Ja und ich stimme den Leuten zu, die sagen, dass man diesem Mann nicht noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte. Aber Fakt ist: Jedes Mal, wenn wir über den 22. Juli sprechen, bekommt er genau diese Aufmerksamkeit. Dieses Dilemma müssen wir akzeptieren. Denn wenn wir über die Ereignisse nicht reden, haben wir schon verloren. Unsere Gesellschaft muss durch diesen Heilungsprozess gehen.

ZEIT ONLINE: Welche politischen Konsequenzen hatten diese Anschläge in Norwegen?

Poppe: Die Anschläge waren nicht das Werk eines Verrückten, sondern ein politisch motivierter Terrorakt. Doch der rechtsextreme Hintergrund Breiviks wurde kaum diskutiert. In den Tagen nach dem 22. Juli sind im kleinen Norwegen eine halbe Millionen Menschen aus allen politischen Richtungen auf die Straße gegangen. Daraus ist jedoch keine wirksame Bewegung gegen den erstarkenden Rechtsextremismus entstanden. Der damalige Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat gesagt, dass wir auf die Anschläge nicht mit Angst reagieren, sondern eine noch offenere Gesellschaft erschaffen werden. Aber genau das ist nicht geschehen. In Norwegen herrscht heute genau das gleiche kalte, politisch-rhetorische Klima wie im restlichen Europa.

ZEIT ONLINE: Wie stark sind rechtsextreme Parteien und Gruppierungen heute in Norwegen?

Poppe: In ganz Skandinavien lässt sich ein Aufstieg von rechtsextremen Bewegungen beobachten: Das reicht von militanten und kriminellen Gruppen, die immer stärker und professioneller agieren, bis hin zu populistischen Parteien. Wir haben in Norwegen eine konservative Regierungskoalition, an der auch die rechtspopulistische Fortschrittspartei beteiligt ist. Sie versuchen sich moderater zu geben, propagieren aber ein zynisches Programm, das selbst für die Konservativen inakzeptabel ist. Dennoch ist es besser sie im Parlament zu haben und zu zeigen, wie schwach ihre politischen Positionen sind, als sie auszugrenzen. Ausgrenzung führt nur dazu, dass sie noch stärker und gewalttätiger werden. Das hat der Fall Breivik ja deutlich gezeigt. Wir müssen dem Rechtsextremismus mit Argumenten begegnen und ihn in politischen Debatten offen bekämpfen.

ZEIT ONLINE: Sie haben früher als Fotojournalist gearbeitet. Was kann das Kino, was der Journalismus nicht kann?

Poppe: In einem Kinofilm kann man mit Emotionen anders arbeiten als in einer Nachrichtensendung. Man kann die Zuschauer leichter dazu bringen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Allerdings arbeiten die journalistischen Medien heute auch immer mehr mit den Mitteln des Entertainments. Die Art, wie eine Story strukturiert wird, folgt zunehmend Richtlinien, nach denen auch ein Drama erzählt würde. Das ist eine sehr problematische Entwicklung, weil es zunehmend mehr um Narrative als um die eigentlichen Fakten geht.



Aus: ""Utøya 22. Juli": "Alles so, wie sie es erlebt haben"" Interview: Martin Schwickert  (19. September 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/utoya-22-juli-norwegen-erik-poppe-kino-film

Quote
HUMAN0ID #2

Das sind Erlebnisse, die Überlebende nie wieder aus dem Kopf bekommt.
Nicht mit Traumatherapie, EMDR, Hypnose, Meridian Tapping... es bleibt.
Es lässt sich triggern, es gibt Flashbacks.. Ein Film heilt (löscht) NICHTS.


Quote
Kecke Krokette #5

Eine unfassbare Tat. Unmenschlich. Allerdings habe ich kein Bedürfnis einen Kinofilm mit Popcorn und Cola darüber anzusehen. Vorher in der Werbung wird der nächste Superhelden Blockbuster angekündigt. Nein danke. Im Übrigen auch keinen über Bataclan in Paris oder den Berliner Weihnachtsmarkt.

Als Angehöriger höchstwahrscheinlich noch weniger.
Nur meine persönliche Meinung.


Quote
IT-Guy-Admini #5.1

Unterschreibe ich so.
Der Täter ist evtl. sogar stolz darauf...


Quote
simie #7

Diese generelle Kunstfeindschaft, die in den bisherigen Kommentaren zum Ausdruck kommt, ist schon irritierend.
Es wurde noch jedes wichtige Ereignis in der Kunst verarbeitet. Und das ist auch völlig legitim, ja sogar notwendig.
Neben der soziologischen und historischen Aufarbeitung benötigt man auch eine künstlerische. Manchmal ist die künstlerische in ihren Auswirkungen sogar spürbarer als die wissenschaftliche Aufarbeitung.
Daher ist jede Diskussion, ob jetzt ein einzelnes Werk einem Ereignis angemessen ist, höchstwillkommen, eine generelle Ablehnung, wie hier in einigen Kommentaren zu spüren jedoch schon irritierend.


Quote
Emil Galotti #8

Welche Themen dürfen verfilmt werden und welche nicht? Darf es Tabus geben, und wenn ja welche?
Man ist immer ein wenig hin und her gerissen, bei diesem Thema. Springt der Regisseur nur auf einen fahrenden Zug auf und bereichert er sich am Unglück anderer?
Nein, ich denke, es sollte keine Tabus geben,die Freiheit auch mit bedenklichen Themen umzugehen, sollte in deiner gestandenen Gesellschaft möglich sein, auch kritische Inhalte müssen angepackt werden.

Der Zuschauer können dann selber entscheiden, ob bestimmter Content für sie erträglich sind oder nicht.
Fallen die Kritiken negativ aus, verschwindet der Film sowieso in der Versenkung, gerade auch in dieser schnelllebigen Zeit.
Andererseits kann er aber auch späteren Generationen als historisches Dokument dienen, wenn der Schrecken der Tat schon längst in der Vergangenheit verblasst ist.
So wie wir heute einen Spielfilm über den Holocaust oder über die Sklaverei in Amerika sehen und beurteilen, werden unserer Urenkel auch über diesen Film reden,wenn er denn in Erinnerung aufgrund seiner Güte bleibt!


...

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« Reply #206 on: September 27, 2018, 01:40:00 PM »
"Interaktive Karte Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung" Frank Jansen Heike Kleffner Johannes Radke Toralf Staud (27.09.2018)
Nach Tagesspiegel- und Zeit-Online-Recherchen wurden seit 1990 mindestens 169 Menschen von extrem Rechten getötet. Die interaktive Karte stellt die Fälle dar. Die Zahl der Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung ist deutlich höher als von der Bundesregierung gemeldet. Diese hatte im Juni in der Antwort auf eine Anfrage von Bundestagspräsidentin Petra Pau (Linke) von 83 Toten seit der Wiedervereinigung gesprochen. Recherchen des Tagesspiegels und von „Zeit Online“ ergaben, dass seit 1990 in Deutschland mindestens 169 Menschen von Neonazis und anderen extrem Rechten getötet wurden. Bei weiteren 61 Todesopfern gibt es zumindest Indizien für ein rechtes Motiv des Täters. Auf dieser interaktiven Karte sind im Folgenden alle Fälle verzeichnet und kurz beschrieben. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/interaktive-karte-todesopfer-rechter-gewalt-in-deutschland-seit-der-wiedervereinigung/23117414.html

-

Quote
[...] Serap Güler ist Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Staatssekretärin für Integration im Kabinett Laschet in Düsseldorf.

Seit dem Einzug der AfD in einige Landesparlamente, spätestens aber seit der vergangenen Bundestagswahl liegt uns offenbar besonders viel daran, die „Wutbürger“ und „Protestwähler“ dieser Nation zu verstehen. Etliche Stunden haben wir als etablierte Parteien damit verbracht, uns Gedanken zu machen, wie wir diese Wähler (wieder)gewinnen können. Schließlich seien das nicht alle Rechtsradikale.

Lange mag das tatsächlich zutreffend gewesen sein. Doch allerspätestens nach den Ereignissen in Chemnitz und Köthen, wo der tragische Tod zweier Menschen dazu missbraucht wird, rechtsextremes Gedankengut offen auszuleben, um Hass und Hetze zu verbreiten, wo auf inszenierten „Trauermärschen“ der Hitlergruß gezeigt wird und auf denen Schulter an Schulter Rechtsradikale mit führenden AfD-Politikern marschieren, allerspätestens jetzt muss allen klar sein, dass jeder, der diese Partei noch wählt, sich als mündiger Bürger mitverantwortlich für die Verbreitung von Hass und Hetze macht. Die Rechtfertigung „aus Protest“ darf nicht mehr gelten. Das Verständnis muss ein Ende haben.

Denen, die das nicht verstehen, möchte ich kurz etwas über meine Mutter erzählen, eine der stärksten Frauen, die ich kenne und die ich für ihren Mut immer bewundert habe. Emanzipiert genug, um sich in den sechziger Jahren in Anatolien zuzutrauen, ihr Kind allein zu erziehen und sich von ihrem Mann zu trennen; mutig genug, um sich als Frau in den Siebzigern als Gastarbeiterin in einem fremden Land zu bewerben; und auch stark genug, um mit einer Diagnose wie Hirntumor umzugehen, und anderen, die Angst um sie hatten, Mut zu machen. Diese starke Frau habe ich ganze zwei Mal in Angst erlebt. 1993 und – jetzt.

Waren Rostock, Hoyerswerda oder sogar Mölln noch weit weg, so war Solingen doch um die Ecke, so nah am Ruhrgebiet; auf einmal wurde nämlich deutlich: Hass kann uns alle treffen, „uns“, also die, die anscheinend immer noch fremd in diesem Land waren. Meine Mutter war gewiss nicht allein mit dieser Angst. Viele Türken, viele Ausländer hatten Angst – Angst vor Hass, denn dieser Hass war bereit zu töten. Ich erinnere mich noch gut daran, dass es einige türkische Familien in unserer Arbeitersiedlung gab, die ernsthaft überlegten zurückzukehren. „Irgendwann erwischen sie uns alle – die Nazis“ war ein Satz, der in jenen Tagen häufig fiel.

Heute ist diese Angst wieder da. Während der Ausschreitungen in Chemnitz waren meine Eltern in einem Kurort siebzig Kilometer davon entfernt. Vor dem ersten Septemberwochenende rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass sie sich unwohl fühle. Mehr noch: Sie habe Angst. Da war es wieder: Chemnitz sei „so nah“, deshalb habe sie sich mit meinem Vater dazu entschieden, die Klinik an dem Wochenende nicht zu verlassen. Ich war nicht in der Lage, ihr aus der Ferne Mut zu machen. Ich hatte Sorge um sie. Die Sorge um einen Menschen, dem Angst im Leben eigentlich etwas Fremdes war.

Meine Mutter ist hier nur ein Beispiel. Es gibt viele Menschen in unserem Land, ob nun mit oder ohne Migrationsgeschichte, die sich durch die aktuellen Ereignisse an die Brandanschläge Anfang der neunziger Jahre erinnert fühlen und Angst haben oder diese nun allmählich bekommen – nicht nur Angst um ihr Leben, sondern auch Sorge, dass sich der Hass wieder verbreitet, von Stadt zu Stadt springt und in einem Inferno endet. Diese Sorge scheint mir berechtigt. Denn im Unterschied zu den neunziger Jahren sitzt heute eine Partei im Bundestag, die tagtäglich den Hass befeuert, die Hitlergrüße als „unappetitlich“ banalisiert und nicht davor zurückschreckt, mit Rechtsextremen und Pegidisten gemeinsam zu marschieren. Darauf angesprochen, fällt dieser Partei nichts Besseres ein, als auf den Linksextremismus hinzuweisen. Doch Extremismus bekämpft man nicht mit Extremismus. Wer nach links schielt, darf nicht blind auf dem rechten Auge sein; und wer diesen Extremismus wählt, rechten oder linken, der macht sich mitschuldig, wenn er sich verbreitet. Keine Wut, kein Ärger über etablierte Parteien rechtfertigt Hass und Hetze auf Menschen, die fremd aussehen oder an etwas anderes glauben. Dafür darf es kein Verständnis geben.

Deshalb wird es allerhöchste Zeit, sich den anderen Ängsten und Sorgen zu widmen: den Ängsten von Menschen wie meiner Mutter und den Sorgen der Demokraten, dass es hier im Grunde nicht um Befindlichkeiten oder Begrifflichkeiten geht, sondern um einen Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Es ist an der Zeit, sich mit der Stimme dagegen zu erheben.


Aus: "Was gibt’s da zu verstehen?: Die AfD gehört zum Hass-Kartell" Serap Güler (27.09.2018)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-verstaendnis-fuer-die-afd-muss-ein-ende-haben-15808343.html

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« Reply #207 on: October 01, 2018, 11:22:27 AM »
Quote
[...] Die Bundesanwaltschaft hat gegen Rechtsextreme aus dem Raum Chemnitz Ermittlungen wegen der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung eingeleitet. Das teilte die Behörde am Montag mit. Sechs Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren wurden festgenommen. Ein weiterer sitzt bereits in Haft. Alle sind deutsche Staatsangehörige.

Die Beschuldigten gehören den Angaben zufolge der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an. Sie sollen sich als führende Personen in der rechtsextremistischen Szene Sachsens verstanden haben. Nach der "Oldschool Society" und der "Gruppe Freital" ist es die dritte rechtsterroristische Zelle in Sachsen.

Spätestens am 11. September 2018 haben sich die Beschuldigten den Ermittlern zufolge zu der Gruppierung "Revolution Chemnitz" zusammengeschlossen. Der bereits Inhaftierte Christian K. soll dabei eine zentrale Führungsposition übernommen haben.

Die Beschuldigten verfolgten auf der Grundlage ihrer rechtsextremistischen Gesinnung ein "revolutionäres", auf die Überwindung des demokratischen Rechtsstaates gerichtetes Ziel, hieß es weiter. Dazu sollen sie sollen sie gewalttätige Angriffe und bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende beabsichtigt haben. Zu den politisch Andersdenkenden zählen die Beschuldigten den Erkenntnissen zufolge auch Politiker und Angehörige des gesellschaftlichen Establishments.

Die Verdächtigen hätten bereits versucht, sich halbautomatische Schusswaffen zu besorgen. Bereits am 14. September sollen fünf der Beschuldigten bewaffnet mit Glasflaschen, Quarzhandschuhen und einem Elektroimpulsgerät gemeinsam mit weiteren gewaltbereiten Anhängern anderer rechtsextremer Gruppen auf der Schlossteichinsel in Chemnitz mehrere ausländische Mitbürger angegriffen und verletzt haben.

Wie der Twitter-Account "Straßengezwitscher", der seit Jahren über rechte und fremdenfeindliche Geschehnisse in Sachsen informiert, damals berichtete, handelte handelte es sich laut einem Augenzeugen "ganz klar" um Neonazis, die damals "formiert und zielgerichtet" eine Gruppe Jugendlicher angegriffen hatten. Die Angreifer hätten sich selbst als "Bürgerwehr" bezeichnet.

Unter den Angegriffenen hätten sich Deutsche, Iraner und Pakistaner befunden. Laut Augenzeugenbericht hatten sich die Angreifer im Halbdunkel formiert, seien auf die Jugendlichen zugerannt und hätten sie angegriffen. Eine Person wurde verletzt - sie erlitt eine Schnittwunde am Hals. Augenzeugenberichten zufolge sei versucht worden "alles was linksalternativ aussah, zu jagen und zu schlagen". "Straßengezwitscher" meldete weiter: "Die Staatsanwaltschaft Chemnitz geht aktuell davon aus, dass die Angreifer vorher an der Demonstration von ,Pro Chemnitz' teilgenommen haben." "Pro Chemnitz" hat seit Ende August nach der Tötung des 35-jährigen Deutsch-Kubaners Daniel H. zahlreiche rechte Demonstrationen in Chemnitz organisiert.

Der Übergriff am 14. September sollte den Ermittlungen zufolge ein "Probelauf" für ein von den Beschuldigten für den am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, geplantes, in seinen Einzelheiten aber noch nicht näher aufgeklärtes Geschehen sein, hieß es weiter in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Der Hooligan-Experte Robert Claus hatte Ende August im Tagesspiegel-Interview über ein "hochgefährliches braunes Netzwerk" in Chemnitz berichtet, das sich teilweise schon seit den 90er und Nuller-Jahren zusammengefunden habe. Es habe teilweise sogar Verbindungen zum NSU-Unterstützerumfeld gegeben.


Aus: "Sechs mutmaßliche Rechtsterroristen aus Chemnitz festgenommen"  Matthias Meisner Kai Portmann (01.10.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/bundesanwaltschaft-sechs-mutmassliche-rechtsterroristen-aus-chemnitz-festgenommen/23134048.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/rechte-vorfaelle-in-dortmund-und-chemnitz-nazis-bruesten-sich-mit-antisemitismus/23100866.html

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Quote
[...] Es gab keinen Mob in Chemnitz, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Es gab auch keine Hetzjagden in Chemnitz, zumindest keine belastbaren Hinweise auf solche, sagte der inzwischen abberufene Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen.

Nun, was es offenbar gab in ­Chemnitz, das ist eine siebenköpfige rechtsextreme Terrorgruppe, die Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende plante und bereits dabei war, sich halbautomatische Schusswaffen zu besorgen, um diese Pläne auch in die Tat umzusetzen. Schon Mitte September, während halb Deutschland die semantischen Feinheiten des Begriffs „Hetzjagd“ ­diskutierte, wurde ganz praktisch ­geübt für die zum Tag der Deutschen Einheit am kommenden Mittwoch geplante Tat: Mit Quarzhand­schuhen, Glasflaschen und einem Elektroschocker ausgestattet, zogen die Mitglieder der selbst ernannten Bürgerwehr nach einer rechtsextremen Demonstration von „Pro Chemnitz“ zur Chemnitzer Schlossteich­insel, spielten sich bei einer Ge­burtstagsfeier als Ausweiskontrolle auf und griffen anschließend eine iranisch-pakistanische Gruppe an.

So lauten die Erkenntnisse der Bundesanwaltschaft, die am Montag die Festnahme der mutmaßlichen Rechtsterroristen veranlasste. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, und doch lassen sich schon Parallelen ziehen etwa zu den Rechtsterroristen aus Freital, die 2016 festgenommen wurden: Rassistische Mobilisierungen und rechtsextreme Demonstrationen stellen eben nicht nur unmittelbar für den jeweiligen Tag des Geschehens eine Gefahr dar. Sie sind, und zwar gerade, wenn sie als legitime Meinungsäußerung verharmlost werden, immer auch Ermutigung und Nährboden für eine weitergehende Radikalisierung. Umsturzfantasien sind in der rechten Szene insbesondere in Ostdeutschland allgegenwärtig – wenn es mit den Aufmärschen so gut läuft, warum nicht auch einen Schritt weiter gehen?

Was den Bundesverfassungsschutz angeht, gibt es angesichts der jüngsten Erkenntnisse wieder nur die zwei Möglichkeiten, die schon beim Terrornetzwerk NSU galten: Entweder hat er nichts gewusst, oder er hat die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Eine Daseinsberechtigung für die Behörde ergibt sich aus keiner Variante. ...


Aus: "Kein Mob, sondern Rechtsterroristen" Kommentar von Malene Gürgen (1. 10. 2018)
Quelle: http://www.taz.de/Kommentar-Terrorrazzia-in-Chemnitz/!5536672/
« Last Edit: October 01, 2018, 09:06:56 PM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #208 on: March 16, 2019, 05:23:28 PM »
Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) sind am 15. März 2019 mindestens 49 Menschen getötet und weitere 40 Menschen verletzt worden. Die Tat ist nach Zahl der Todesopfer das schwerste Verbrechen in der Geschichte Neuseelands. ... (Stand: 16.03.2019)
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_zwei_Moscheen_in_Christchurch

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[...] Ein übergroßer weißer Schutzanzug, breiter Hüftgurt und Handfesseln: der mutmaßliche Massenmörder von Christchurch wurde am Samstagmorgen Ortszeit dem Richter vorgeführt. Nur Medien waren im Gerichtssaal zugelassen, für die Öffentlichkeit waren die Räumlichkeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Der Australier wurde offiziell des Mordes angeklagt. Eine Entlassung auf Bewährung beantragte er nicht. Am 5. April muss er erneut vor dem Gericht erscheinen. 49 Menschen, die eben mit dem Freitagsgebet begonnen hatten, soll der 28-jährige Australier am Freitag in zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch erschossen haben. Unter ihnen seien auch Kinder, so Premierministerin Jacinda Ardern. Das jüngste Todesopfer war zwei Jahre alt, das älteste 60.

39 weitere Gläubige befinden sich noch in Krankenhäusern. 11 liegen mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation. Der Täter hatte seinen Amoklauf gefilmt und live im Internet gezeigt. In einem 74 Seiten starken "Manifest" bekannte er sich zu rechtsextremem Gedankengut und seinem Hass gegen Muslime und Einwanderer.

Ardern meinte, der mutmaßliche Amokläufer sei nur 36 Minuten nach dem ersten Alarm von der Polizei festgenommen worden. Laut Polizei hatte er fünf Waffen bei sich, darunter zwei halbautomatische und zwei umgebaute Gewehre. Er sei unterwegs gewesen, um weitere Menschen zu ermorden, so Ardern. "Er hatte absolut die Absicht, seine Attacke fortzuführen".

Der Täter gefiel sich offenbar auch darin, sich auf historische Ereignisse zu beziehen, darunter die Wiener Türkenbelagerung. In einem TV-Bericht des niederländischen Senders RTL Nieuws mit Aufnahmen vom Tatort ist beispielsweise ein Schriftzug mit dem Namen "Ernst Rüdiger von Starhemberg" und die Zahl "1683" zu sehen. Der Feldmarschall hatte 1683 die Verteidigung Wiens geleitet. In einer von ihm angefertigten Liste von "Bruderstaaten" wird an zweiter Stelle auch Österreich genannt. Zudem werden in dem im Internet kursierenden Video auch Bezüge auf frühere christliche Kreuzzüge gezeigt. Außerdem seien auf der Tasche des Verdächtigen Neonazi-Symbole gefunden worden, so der Bericht.

... In der australischen Stadt Gosford, wo der Attentäter aufgewachsen war, herrschte auch am Samstag ungläubiges Entsetzen. Der mutmaßliche Massenmörder war dort in einer Arbeiterfamilie groß geworden. Er sei ein unauffälliger und generell angenehmer Mitschüler gewesen, so einige seiner ehemaligen Klassenkameraden gegenüber dem australischen Fernsehen. Später arbeitete der Australier als Fitness-Trainer. Laut seiner ehemaligen Chefin im Fitness-Club, Tracey Gray, war ihr Mitarbeiter "sehr professionell und zuverlässig – ein sehr guter Trainer". ... In dem von der Polizei noch nicht als sein Werk bestätigen Hass-Manifest bezeichnet sich der Australier als weißen Nationalisten der Einwanderer hasse. Immigranten bezeichnet er als "Invasoren". Der Mann warnt mehrfach, europäisch stämmige Menschen mit christlichem Glauben würden ihren Platz an Muslime verlieren. Auch erklärte er, dass er keiner bestimmten Organisation angehöre und die Attacken in Christchurch in den vergangenen drei Monaten geplant habe. Laut der Tageszeitung The Australian soll er schon 2011 im Internet Andeutungen über seine Gesinnung gemacht haben: "Ich bin ein Monster der Willenskraft. Ich brauche nur ein Ziel", so der spätere mutmaßliche Massenmörder. Dass sich der Mann rechtsextremem Gedankengut verschrieben hatte, wurde auch im Video ersichtlich, das der Täter mit Hilfe einer auf seinem Helm montierten Kamera gedreht und ins Internet gestellt hatte. Darin sind neben den historischen Bezügen auch weitere rassistische Parolen und Symbole zu sehen, die er auf seine Waffen gemalt hatte. Eines der Vorbilder des Attentäters scheint Donald Trump zu sein. Der amerikanische Präsident sei für ihn "das Symbol einer erneuerten weißen Identität", schreibt er im Manifest. (ergänzt durch die Redaktion, 16.3. 2019)


Aus: "Der Attentäter von Christchurch war auf dem Weg zur nächsten Bluttat" Urs Wälterlin (16. März 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000099657800/Der-Attentaeter-von-Christchurch-war-auf-dem-Weg-zur-naechsten

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Umerziehungsberechtigter

Irgendwie total krank. Ein Abkömmling von Einwanderern nach Australien, den die Aborigines sicher nicht eingeladen haben, will Einwanderer bekämpfen.


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Briaftroga

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird erwähnt das bisherige rechtsextreme Amokläufer immer als lokales Phänomen gesehen wurden aber anscheinend ist dem nicht mehr so. ...


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Turbolaser

Das ist Religion. Das ist Wahnsinn. Wann beenden wir endlich das staatliche Hofieren semi-krimineller Terrororganisationen, die unter dem Deckmantel der Nächstenliebe Lügen zur Selbstbereicherung verbreiten? Die Aufklärung war vor 300 Jahren. Wir wissen, dass es keine Götter gibt und trotzdem erhalten wir die Lügen aufrecht - dass ist das Resultat unserer Tatenlosigkeit. Die Verbreitung religiöser Lügen gehört endlich unter Strafe gestellt!

Für eine Gesellschaft der Fakten und Wissenschaft!


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[...] Am 3. Februar 2017 nimmt einer der bizarrsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre seinen Lauf. Franco A., ein Soldat der deutschen Bundeswehr, wird auf dem Wiener Flughafen festgenommen, als er eine geladene Waffe aus einem Versteck in der Behindertentoilette holen will. Als der Verdächtige überprüft wird, entdecken die Beamten, dass sich dieser mit einer zweiten Identität als syrischer Flüchtling in Deutschland registrieren ließ. Bei einer Hausdurchsuchung finden sie Todeslisten und offensichtlich Vorbereitungen auf einen Terroranschlag, den der deutsche A. vermeintlich als syrischer Flüchtling ausführen wollte. Was damals noch niemand ahnt: Franco A. ist nur ein Teil eines rechtsextremen Netzwerks aus aktiven und ehemaligen Soldaten und Polizisten, die sich in Chatgruppen miteinander über den Tag X austauschen – jenen Tag, an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht. Folgt man ihren Spuren, landet man bei einem Verein für ehemalige Elitesoldaten, beim deutschen Verfassungsschutz, einem merkwürdigen Ritterorden in Österreich – und beim heimischen Verteidigungsministerium, wie Recherchen von STANDARD, Taz und Schweizer WOZ zeigen.

Im Zentrum des Netzwerks steht ein ehemaliger deutscher Elitesoldat namens André S., besser bekannt als "Hannibal". Er gründete gemeinsam mit einem Verfassungsschützer den Verein Uniter, der Sicherheitsdienste anbietet und global vernetzt ist. Außerdem war er Administrator geheimer Chatgruppen, in denen sich Soldaten, Polizisten und Security-Mitarbeiter über "sichere Häuser", Bedrohungsszenarien und Fluchtrouten unterhielten. Eine solche Chatgruppe gab es auch für Österreich, wie aus Zeugenbefragungen der deutschen Ermittler hervorgeht. Einige Mitglieder der Chatgruppen entwendeten Waffen und Munition aus den Beständen der Bundeswehr und legten einen Ordner mit Feindlisten von Politikern und Personen aus der linken Szene an. Am Tag X sollten diese Personen dann zusammengerottet, an Straßensperren vorbeigeschmuggelt und eliminiert werden, sagte ein Zeuge zu den deutschen Ermittlern. Von den rechtsextremen Tendenzen in der deutschen Bundeswehr wussten auch die Attentäter von Neuseeland Bescheid, die am Freitag 49 Menschen in zwei Moscheen ermordeten. Ein mutmaßlicher Terrorist, der das berüchtigte Manifest verfasste, verlinkte noch am Mittwoch zu zwei Artikeln des deutschen Auslandssenders "Deutsche Welle", in denen 2017 etwa von Franco A. und anderen Rechtsextremen berichtet wurde. Damals war zwar bekannt, dass die deutsche Bundeswehr ein großes Problem mit Rechtsextremismus in den eigenen Reihen hat – dass Franco A. und andere sich über geheime Chatgruppen austauschten, wurde jedoch erst später enthüllt. Noch ist unklar, ob die neuseeländischen mutmaßlichen Attentäter diese Informationen auch wahrgenommen haben. In seinem Manifest schreibt der mutmaßliche Terrorist jedenfalls davon, dass es in Europas Armee hunderttausende nationalistische Soldaten gäbe.

Zurück zu Franco A.: Der Soldat war im Februar 2017 zum zweiten Mal binnen weniger Tage nach Wien gereist. Ein paar Tage vor seiner Festnahme hatte er gemeinsam mit Freunden den Ball der Offiziere besucht. In seiner Vernehmung gibt er an, bei einer Beisltour durch Wien in einem Gebüsch eine Pistole gefunden zu haben. Er schlief mit der Pistole bei seinem Freund Maurice R., der im siebenten Bezirk wohnt. Nach seiner Übernachtung entdeckte Franco A. angeblich vor dem Security-Check am Flughafen Wien, dass er die Waffe noch eingesteckt hatte. Er geriet in Panik und versteckte sie auf der Behindertentoilette, dann reiste er ab. Am 3. Februar, dem Tag des Akademikerballs, kehrte A. nach Wien zurück. Die Pistole war zwischenzeitlich von einer Putzfrau gefunden worden, die Polizei hatte eine Videofalle installiert. Als A. die Pistole wieder an sich nehmen will, wird er verhaftet. Die Affäre nimmt ihren Lauf, Ermittler entdecken ein weitverzweigtes Netzwerk im deutschsprachigen Raum, das auch nach Wien führt. In den Chatgruppen sind mindestens einige Dutzend Personen aktiv, genaue Informationen dazu sind nicht öffentlich. Deutsche Ermittler fragen bei ihren Vernehmungen zu dem Fall etwa immer wieder, ob Zeugen Franco A.s Wiener Gastgeber Maurice R. kennen. Die österreichischen Behörden führen auf Bitten ihrer deutschen Kollegen eine Hausdurchsuchung in Wien durch. R. ist in Wien gut vernetzt: Der ehemalige deutsche Bundeswehrsoldat studiert Psychologie, und er treibt sich in Burschenschafter-Kreisen herum. Zu seinem Umfeld gehören auch zwei Mitarbeiter des österreichischen Verteidigungsministeriums. Bekannt ist er auch mit der Familie Gudenus. Ein Foto, das dem STANDARD vorliegt, zeigt Maurice R. und Clemens Gudenus, Bruder von FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und derzeit FPÖ-Bezirkspolitiker in Wien-Wieden, gemeinsam auf einer Couch sitzend. Clemens Gudenus sagt dem STANDARD, dass Maurice R. "nur einer von 2800 Facebook-Freunden" sei. Franco A. kenne er nicht. Parallel zur Hausdurchsuchung in Wien versuchen die Mitglieder der geheimen Chatgruppen, ihre Spuren zu löschen. Als André S., also "Hannibal", erfährt, dass die Medien über die Vorwürfe gegen Franco A., ein Mitglied der Chatgruppe "Süd", berichten, gibt er die Anweisung, alle Chats zu löschen. Das sagt S. zu deutschen Ermittlern. Er wolle damit verhindern, dass Beamte, Soldaten und Richter in den Chatgruppen beruflichen Schaden davontragen. Wer ist dieser ominöse "Hannibal"? André S. war lange "Auskunftsperson" des Militärischen Abschirmdienstes in Deutschland (MAD). Der MAD ist das deutsche Pendant des Heeresabwehramts, also genau jene Institution, die sich um verfassungsfeindliche Tendenzen innerhalb des Militärs kümmern sollte. Vor dem Amtsgericht Köln beginnt am Mittwoch ein Prozess gegen Hannibals Kontaktmann beim MAD. Ihm wird vorgeworfen, "Hannibal" vor anstehenden Razzien gewarnt zu haben.

Das ist nicht die einzige Verbindung, die zeigt, dass "Hannibals" Schattennetzwerk mit genau jenen Behörden verbunden zu sein scheint, die eigentlich um die Aufklärung seiner Aktivitäten bemüht sein sollten. Die taz hat diese Woche aufgedeckt, dass ein Beamter des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz Gründungsmitglied des Vereins Uniter war. Auch "Hannibal" war bis zur vergangenen Woche stellvertretender Vorsitzender des Vereins, laut Recherchen der NZZ sitzt er noch im Präsidium. Der Verein Uniter soll ehemaligen Elitesoldaten dabei helfen, sich wieder im "echten Leben" zurechtzufinden. Der 2012 gegründete Verein vernetzt sie mit Polizisten und anderen Personen aus der "Sicherheitsbranche". Nach außen hin wirbt er mit karitativen Aktivitäten, parallel dazu baut er jedoch eine Abteilung "Defence" auf. Offiziell dementiert Uniter, mit der Prepper-Szene zu tun zu haben; also mit jenen Personen, die sich militärisch oder organisatorisch auf ein Horrorszenario vorbereiten. Doch in einem Newsletter an seine Mitglieder sprach Uniter schon vor vier Jahren von "Auffangcamps im Ausland" und anderen Mitteln, um sich zu präparieren. Wie die Taz dieses Wochenende berichtet, soll Uniter versuchen, weltweit als Dienstleister im Sicherheitsgewerbe Fuß zu fassen. Vereinsmitglieder bieten Trainings für Sicherheitskräfte, aber auch für Zivilisten an – etwa auf den Philippinen, wo Streitkräfte des autoritären Präsidenten Rodrigo Duterte von Uniter instruiert worden sind.

Wer dem Verein Uniter folgt, landet bald in Österreich. Uniter war als gesamter Verein Mitglied eines Pseudo-Ritterordens namens Lazarus Union, der auf der Burg Kreuzenstein bei Wien seinen Sitz hat. Hannibal, also André S., wurde auch selbst zum Ritter geschlagen. Ein Video zeigt, wie er letztes Jahr im Beisein des niederösterreichen Alt-Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP) und des ehemaligen Verteidigungsministers Werner Fasslabend (ÖVP) an einer Investitur in der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt teilnahm. In dieser Zeremonie mussten die Herrschaften mit ihrer Ehre auf die Leitsätze der Lazarus Union schwören und versichern, ihren Korpsgeist zu bewahren. André S. ist laut Vereinsregister Vizepräsident der Lazarus Union. Nach eigenen Angaben wirkt die Lazarus Union als karitative Organisation und besitzt einen Sonderberaterstatus bei den Vereinten Nationen. Der Schweizer Ableger von Uniter betont in einer Presseaussendung, im Zusammenhang von UN-Mandaten international tätig zu sein, und verweist gegenüber der Schweizer WOZ auf die Lazarus Union. Der Präsident der Lazarus Union, Wolfgang Steinhardt, betont gegenüber dem STANDARD, dass seine Organisation über keine UN-Mandate verfüge und dementiert jegliche Aktivitäten durch oder mit Uniter. "Bis die Vorwürfe entkräftet sind", hat Steinhardt die Gruppenmitgliedschaft von Uniter und Hannibals Funktion als Vizepräsident vor zwei Wochen ruhend gestellt. Was aber bewegt einen Verein, der sich laut Statuten für Veteranen aus Spezialeinheiten engagiert und klandestin paramilitärische Strukturen im In- und Ausland aufbaut, prominentes Mitglied in einem österreichischen Ritterorden zu werden? Uniter gibt auf Anfrage des STANDARD dazu keine Antwort. Auch zu gemeinsamen Projekten wolle man "zum beiderseitigen Schutz der Mitglieder" keine Angaben machen. "Hannibal" hat noch eine weitere Verbindung nach Österreich: Vor zwei Wochen tauchte er mit Namensschild auf der Waffenmesse Enforcetek in Nürnberg auf – und zwar am Stand einer österreichischen Firma, der High Profile Protection GmbH aus Kärnten. Die verlinkt unter dem Namen "Tacticalbros" auf Facebook immer wieder auf Uniter. Firmenmanager Klaus Anton Stöckl dementiert auf Anfrage des STANDARD, sich bei Uniter zu engagieren. Man habe André S., also "Hannibal", bei dem Stand auf der Messe eine "Plattform geboten", um einen Kaffee namens Black Ops Coffee zu bewerben. Diesen Kaffee, der "sehr gut schmecken" soll, habe man auch selbst im Einsatz. Verbindungen zu Uniter habe man keine, dessen Mitglieder seien lediglich potenzielle Kunden. Tacticalbros bietet neben unterschiedlichen Waffen auch "Ausbildungen" an. Etwa eine Woche in der Slowakei "absolut bestes Training für Scharfschützen und Spotter" mit Ausbildern, die laut Beschreibung Veteranen der Spezialeinheiten und der Nato sind. Über Uniter selbst wurden auch schon Veranstaltungen in Österreich organisiert. Angaben zu Partnern will der Verein aber "aus Datenschutzgründen" nicht machen. Der Verein postet immer wieder Fotos aus Österreich, etwa vom Abflug eines Eurofighters. Uniter wird derzeit vom deutschen Generalbundesanwalt als Beobachtungsvorgang geführt. Der Verfassungsschutz im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wo Uniter seinen Sitz hat, schloss eine Beobachtung vorerst aus. Die deutschen Grünen und die Linkspartei befürchten nun, dass die Behörden abermals ein rechtes Netzwerk vertuschen wollten, wie etwa bei der Terrorgruppe NSU. Österreichs Behörden geben sich ebenfalls bedeckt. Das Verteidigungsministerium sagt nur, dass man "alle Entwicklungen innerhalb und außerhalb Österreichs beobachtet, die Auswirkungen auf die Sicherheit des Bundesheers haben könnten". Aus dem Innenministerium heißt es, dass man zu "laufenden Verfahren nicht Stellung" nimmt. Das Schattennetzwerk und seine Mitglieder bleiben also auch hierzulande noch im Verborgenen. So ist nicht bekannt, ob die heimischen Behörden die Protokolle der geheimen Chatgruppe für Österreich erhalten haben oder wissen, wer ihre Mitglieder waren. Bekannt ist nur, dass die deutschen Mitglieder am Tag X Richtung Süden flüchten wollen – also Richtung Alpenraum. (Fabian Schmid, Laurin Lorenz, 15.03. 2019)


Aus: "Christchurch-Attentäter bezog sich auf rechte Soldaten in Bundeswehr – deren Netzwerk führt nach Österreich" (15.03. 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000099600939/Spuren-nach-Oesterreich-bei-rechtem-Netzwerk-deutscher-Soldaten
« Last Edit: March 16, 2019, 05:56:22 PM by Textaris(txt*bot) »

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Re: [Notizen zum Terror... ]
« Reply #209 on: April 26, 2019, 11:33:52 AM »
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Freund-Feind-Den·ken
/Freúnd-Feínd-Denken/
Substantiv, Neutrum [das] (Soziologie)

    schematische Klassifizierung von Mitmenschen unter dem alleinigen Gesichtspunkt der Freundschaft oder der Feindschaft


https://www.google.com/search?q=freund+feind+denken

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[...] Radikale Islamisten betrachten Sufisten wegen ihrer Toleranz auch anderen Religionen gegenüber als Feinde. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Moscheen wurden der Polizei zufolge erhöht. ...


Aus: "Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka soll tot sein" (26.04.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/islamistenchef-hashim-drahtzieher-der-anschlaege-in-sri-lanka-soll-tot-sein/24259574.html