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Author Topic: [Notizen zum Terror... ]  (Read 263179 times)

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[Die klare Befugnis... ]
« Reply #175 on: April 17, 2012, 10:02:49 AM »

Quote
[...] Washington - US-Justizminister Eric Holder hat die gezielte Tötung von Terror-Verdächtigen durch die USA verteidigt. Die Anwendung "tödlicher Gewalt" gegen mutmaßliche Terroristen sei auch dann gerechtfertigt, wenn es sich um US-Bürger handele, sagte Holder am Montag vor Jura-Studenten in Chicago. Eine solche Entscheidung sei zwar "eine der schwersten, die eine Regierung treffen muss", aber im Kampf gegen den Terror manchmal notwendig, so Holder.

Es sei "nicht immer machbar", Terroristen mit US-Staatsbürgerschaft, "die eine unmittelbare Bedrohung eines gewalttätigen Angriffs" darstellen, gefangen zu nehmen. In solchen Fällen habe die US-Regierung "die klare Befugnis, die USA mit tödlicher Gewalt zu verteidigen", sagte der Minister.

... Berichten zufolge wurden in den vergangenen Monaten mindestens drei US-Bürger im Ausland durch Drohnenangriffe getötet, darunter der radikale Islamist Anwar al-Awlaki. Das Qaida-Mitglied mit US-Staatsbürgerschaft starb im September bei einem Drohnenangriff im Jemen. In seiner Rede beschrieb Holder ihn als Terrorführer, der die Ermordung von Amerikanern geplant habe. Er sagte jedoch nicht explizit, dass die USA für die Tötung des Mannes verantwortlich seien.

ler/AFP/dapd/dpa


Aus: "US-Justizminister verteidigt gezielte Terroristen-Tötung" (06.03.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819526,00.html

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[Seit Mitte 2009... ]
« Reply #176 on: June 11, 2012, 02:07:49 PM »

Quote
[...] Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen. Seit Mitte 2009 starben durch Anschläge von Boko Haram in Nigeria nach Behördenangaben mehr als tausend Menschen.

...


Aus: "Mindestens sieben nigerianische Christen getötet" (10.06.2012)
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/nigeria432.html

-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Boko_Haram


http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_Nigerias

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[Der US-Senat kritisiert... ]
« Reply #177 on: July 17, 2012, 12:24:31 PM »

Quote
[...] Washington –  Der US-Senat kritisiert die Großbank HSBC in scharfen Tönen. In einem Bericht werfen die Senatoren der Bank Geschäfte mit Terroristen, Drogendealern und Geldwäschern vor. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die HSBC-Zentrale in London ihren Filialen in Ländern wie Mexiko, Bangladesch und Saudi-Arabien erlaubt hat, Milliarden Dollar verdächtiger Herkunft ohne hinreichende Kontrollen in die USA zu schleusen. HSBC entschuldigte sich und sagte Besserung zu.

In einer „Ära des internationalen Terrorismus, der Drogengewalt auf den Straßen und der organisierten Kriminalität“ sei es zwingend, gegen illegale Geldflüsse vorzugehen, die solche Verbrechen finanzierten, erklärte Senator Carl Levin. HSBC habe ihre Filiale in den USA unter Umgehung der Regeln des Bankensystems genutzt, um anderen Zweigstellen Zugang zum US-Finanzmarkt zu geben. Levin warnte, dass die Aufsichtsbehörden darüber nachdenken müssten, der Bank die Lizenz zu entziehen, wenn sie ihre eigenen Filialen nicht richtig kontrolliere.

HSBC reagierte umgehend. „Wir gestehen ein, dass wir in der Vergangenheit manchmal die Standards nicht eingehalten haben, die Kontrolleure und Kunden erwarten“, erklärte die Bank. Sie entschuldige sich für diese Fehler und versichere, die Verfehlungen zu korrigieren. Zudem sagte die Bank zu, sich bei einer Anhörung am Dienstag dem Senat zu stellen. In Zukunft würde für alle Filialen weltweit ein einheitlicher Standard gelten, der sich an dem höchsten geltenden Standard orientiere, versicherte die Bank.

Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) gehört zu den größten Banken der Welt. Mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Euro ist sie die größte Europas und ist in Deutschland durch die HSBC Trinkaus präsent. Sie hat ihre Zentrale in Großbritannien (jam/afp)

Quote
17.07.2012
10:42 Uhr
Melden
Mirco A. sagt: DuDuDu, und mach das nie wieder!! ...



Aus: "HSBC macht Geschäfte mit Kriminellen" (17. Juli 2012)
Quelle: http://www.fr-online.de/wirtschaft/terroristen-und-dealer-als-kunden-hsbc-macht-geschaefte-mit-kriminellen,1472780,16639392.html

Großbank HSBC zahlt Milliardenstrafe (11.12.2012)
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-12/hsbc-strafe-geldwaesche

« Last Edit: December 11, 2012, 11:03:01 AM by Textaris(txt*bot) »
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[In Düsseldorf... ]
« Reply #178 on: July 25, 2012, 08:17:45 PM »

Quote
[...] In Düsseldorf stehen vier mutmaßliche Mitglieder der radikal-islamischen Al-Kaida vor Gericht. Sie sollen in Deutschland einen Terroranschlag geplant haben. In den Planungen sei die Rede davon gewesen, "einen mit Metallteilen versetzten Sprengstoffkoffer in einer großen Menschenmenge zur Explosion zu bringen", sagte Bundesanwalt Michael Bruns vor dem Oberlandesgericht.

... Im April 2010 habe sich El-K. an den später bei einem Drohnen-Angriff getöteten Al-Kaida-Anführer Scheich Atijatallah al-Libi mit den Worten gewandt: "Unser Scheich, wir halten unserer Versprechen: entweder Sieg oder Märtyrertum."

... Das Bundeskriminalamt wurde auf El-K. nach Hinweisen eines US-Geheimdienstes aufmerksam. Außerdem habe ein Informant dem Bundeskriminalamt Hinweise auf die Existenz der Düsseldorfer Zelle gegeben.

Zum Bau einer Bombe sei es aber nicht mehr gekommen, weil drei der vier Männer im April 2011 und der vierte im Dezember festgenommen wurden, erläuterte Bruns in der Anklageschrift.

...


Quote
    Peter64
    25.07.2012 um 17:21 Uhr

... Auch wenn jetzt die Volksseele kocht...

"Kein Waffensammler aus Liebhaberei"
Acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung für Weiler Neonazi, der Bombenmaterial hortete.
Heinz Siebold, Fr, 20. April 2012
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/kein-waffensammler-aus-liebhaberei--58475128.html

Sprengstoff für geplante Anschläge zu horten ... Bin gespannt, ob man hier die gleichen Maßstäbe anlegt.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-07/al-kaida-prozess-duesseldorf?commentstart=9#cid-2207771



Aus: "Prozess gegen Islamisten offenbart heimtückischen Terrorplan" (25.07.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-07/al-kaida-prozess-duesseldorf

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[Proteste als milde Form des Terrorismus (ACTA)... ]
« Reply #179 on: September 27, 2012, 10:06:32 PM »


Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement, kurz ACTA, (deutsch Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen)
http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement

http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement#Kritik

-.-

Quote
[...]  Rund um die Proteste gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA tauchen immer neue, teils absurde „Sager" von Politikern auf, die das Demokratieverständnis in Frage stellen. Laut der französischen EU-Abgeordneten Marielle Gallo gab es eine "Desinformations-Kampagne", die als „milde Form des Terrorismus" zu bewerten sei.

Nächste Woche wird im Plenum des EU-Parlaments über das umstrittene Anti-Piraterieabkommen ACTA abgestimmt. Erst vergangene Woche hat sich der für das Handelsabkommen zuständige federführende Handelsausschuss (Inta) mit einer Mehrheit von 19 zu 12 Stimmen gegen ACTA ausgesprochen. Dies gilt als richtungsweisend, doch ACTA-Befürworter versuchen nach wie vor, für das Abkommen Stimmung zu machen.

Die französische EU-Abgeordnete Marielle Gallo aus der konservativen EVP-Fraktion gab „PC Inpact" ein Interview, in der sie ihre Auffassung erklärt, warum ACTA (voraussichtlich) nächste Woche vom EU-Parlament abgelehnt wird. Darin sagte sie: „Ist Ihnen nicht bekannt, dass Anonymous im polnischen Parlament demonstriert haben. Dies ist nicht nur eine Desinformations-Kampagne. Dies ist eine milde Form des Terrorismus, die den Menschen Angst macht. Es erschreckt sie. Es ist eine Fantasie. ACTA wurde zur Fantasie. Und das wird vom gesamten Internet unterstützt." (Übersetzung aus dem Französischen von netzpolitk.org)

Für die Anonymous-Masken im polnischen Parlament war allerdings die Fraktion der linksliberalen Partei Ruch Palikota verantwortlich. Auch in Österreich protestierten die Grünen Bundesräte - ganz nach Vorbild der Polen - mit Anonymous-Masken gegen ACTA.

Gallo fiel bereits in den vergangenen Jahren vor allem dadurch auf, sich an vielen Anträgen zu beteiligen, die zu einem Abbau von Grundrechten geführt haben oder führen sollten. Sie gilt als Hardlinerin. Nach ihr wurde auch der "Gallo-Bericht" benannt, in dem vorgeschlagen wurde, Urheberrechtsverletzungen strafrechtlich zu verfolgen.

Gallo sagte im Interview mit "PC inpact" auch, dass sie als Plan B im Falle einer ACTA-Ablehnung durch das EU-Parlament das "ganze Alphabet" zur Verfügung hätte. Das Internet-Kollektiv "Anonymous" veröffentlichte als Reaktion auf Gallos Aussage nun ein eigenes "ABC" gegen ACTA via pastebin. Rick Falkvinge, Gründer der schwedischen Piratenpartei, über den neuen "Gallo-Sager": „Wenn man seine eigene Wählerschaft als Terroristen bezeichnet, wenn sie ihre politische Meinung Ausdruck verschafft und diese von seiner eigenen Meinung abweicht, ist das mehr als politischer Suizid."

Gallo ist allerdings nicht die einzige konservative EU-Politikerin, die der Meinung ist, dass es im Zuge der Proteste zu einer "Desinformations-Kampagne" gekommen ist. Elisabeth Köstinger, EU-Abgeordnete der ÖVP, erwähnte gegenüber der futurezone vor wenigen Wochen, dass "viele Unwahrheiten über ACTA" verbreitet worden seien, man die Proteste zwar ernst nehme, aber man sich von Bürgern nicht erpressen lasse.

Aufregung gab es in den letzten Tagen auch immer wieder um eine Ankündigung des EU-Kommissars Karel De Gucht. Dieser erklärte in einer Rede vorm Parlament, dass die EU-Kommission vorhabe, ein weiteres Mal über ACTA abstimmen zu lassen. „Falls Sie sich für eine negatives Votum entscheiden, lassen Sie mich Ihnen sagen, dass die Kommission auch weiterhin das derzeitige Verfahren vor dem Gericht verfolgen wird. Ein negatives Votum wird das Verfahren vor dem Gerichtshof nicht beenden", so De Gucht vergangenen Mittwoch. Die Kommission plane, einen weiteren Antrag ans Parlament zu stellen. Der britische Sozialdemokrat und Berichterstatter im Inta-Ausschuss, David Martin, erklärte, dass eine erneute Vorlage desselben Textes rechtswidrig sei.

ACTA-Gegner unter den Parlamentariern finden dieses Vorhaben erbärmlich: „Der Wunsch, so lange abstimmen zu lassen, bis die EU-Kommission das gewünschte Ergebnis erhält, wäre der Beweis für ein erbärmliches Demokratieverständnis", sagte etwa der unabhängige EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser. Der SPÖ-EU-Abgeordnete Jörg Leichtfried betonte, dass die Bürgerproteste ein Zeichen dafür seien, „dass so eine Art demokratische Bewegung in Europa wirklich funktioniert."


Quote
testuser0815 27.06.2012

Das Wort Terrorismus in Verbindung mit einer "Informations-Kampagnie" in den Mund zu nehmen zeigt mehr als sonst etwas wo diese Leute leben.


Quote
ebolah 27.06.2012

'Elisabeth Köstinger, EU-Abgeordnete der ÖVP, erwähnte gegenüber der futurezone vor wenigen Wochen, dass "viele Unwahrheiten über ACTA" verbreitet worden seien, man die Proteste zwar ernst nehme, aber man sich von Bürgern nicht erpressen lasse."

Liebe Frau Köstinger, wir, die Bürger der EU, sind Ihre Dienstgeber. Wir 'erpressen' Sie nicht, sondern teilen Ihnen unmissverständlich mit, was wir von ACTA halten. Ihre Entgegnung ist eine Ungeheuerlichkeit. Wir wissen seit der Videodokumentation eines britischen Senders, dass ÖVP-EU-Abgeordnete käuflich sind. Vertreter anderer Parteien mögen es auch sein, aber der ÖVP ist es hierzulande und in Brüssel nachgewiesen. Ich denke, Sie sollten sich schämen.


Quote
euripides 27.06.2012
Kann doch niemand sagen, daß die Politiker nicht genug Möglichkeiten hätten, der "Desinformationskampagne" entgegenzutreten und laut die Wahrheit über ACTA zu verkünden. Warum tun sie das nicht? Weil sie genau wissen, daß ACTA den Interessen der Bürger diametral entgegenläuft.




Aus: "ACTA-Kampagne „milde Form des Terrorismus"" Barbara Wimmer (27.06.12)
Quelle: http://futurezone.at/netzpolitik/9795-acta-kampagne-milde-form-des-terrorismus.php

-.-

https://netzpolitik.org/2012/acta-soft-terrorismus-ist-schuld-scheitern/

Quote
Johannes Fischer
Erstellt am 26. Juni 2012 um 10:31

Ist immer wieder putzig, was für einen Demoktratiebegriff ein paar EU-Abgeordnete so haben. Man könnte es auch politische Partizipation nennen. Oder Meinungs- und Willensbildung. Aber ‘Soft-Terrorismus’ klingt einfach knackiger. Mein lieber Herr Gesangsverein…

https://netzpolitik.org/2012/acta-soft-terrorismus-ist-schuld-scheitern/#comment-467419


Quote
Rayne
Erstellt am 26. Juni 2012 um 17:16

Desinformations-Kampagne? Geht’s noch?

https://netzpolitik.org/2012/acta-soft-terrorismus-ist-schuld-scheitern/#comment-467475



http://www.pcinpact.com/news/71906-marielle-gallo-acta-parlement-europeen.htm

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[Der Festgenommene habe bereits angedeutet... ]
« Reply #180 on: November 20, 2012, 03:06:10 PM »

Quote
[...] Warschau - Nationalistisches, ausländerfeindliches und antisemitisches Gedankengut sollen die Motive für seine Anschlagspläne gewesen sein: Die polnische Polizei hat einen 45-jährigen Mann festgenommen, der den Behörden zufolge das Parlament in Warschau in die Luft sprengen wollte. Er habe das Parlament in Gegenwart von Präsident Bronislaw Komorowski und Regierungschef Donald Tusk mit vier Tonnen Sprengstoff attackieren wollen, sagte der zuständige Staatsanwalt Mariusz Krason am Dienstag vor Journalisten in Warschau.

Der Mann sei bereits am 9. November in Krakau in Gewahrsam genommen worden. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Hochschule habe er Zugang zu chemischen Materialien gehabt, die auch zum Bombenbau verwendet werden könnten. Bereits im September habe er mit 250 Kilogramm Sprengstoff experimentiert, sagten die Ermittler am Dienstag. Bei dem geplanten Anschlag sollten nach den bisherigen Erkenntnissen vier Tonnen Sprengstoff zum Einsatz kommen.

Der Festgenommene habe bereits angedeutet, dass der Anschlag während der Haushaltsdebatte angepeilt worden sei. Tatmotive seien Fremdenhass, Antisemitismus und Nationalismus.

Der Verdächtige gehöre jedoch formal keiner politischen Gruppe an. Die Staatsanwaltschaft erklärte weiter, der Mann habe die Anschuldigungen teilweise eingeräumt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Zwei weitere Menschen, die mit ihm zusammen arbeiteten, wurden wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen.

Bei landesweiten Durchsuchungen seien Sprengstoff und anderes Material sichergestellt worden. Auch Waffen, schusssichere Westen und Sturmhauben seien beschlagnahmt worden. Der Festgenommene habe die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber Aussagen gemacht.

Der Nachrichtensender TVN 24 berichtete unter Berufung auf Ermittlungskreise, der Terrorverdächtige habe sich in seinen Plänen an dem "Oklahoma-Bomber" und dem norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik orientiert.

hen/fab/dpa/dapd


Aus: "Nationalist plante Anschlag auf Warschauer Parlament" (20.11.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/pole-plante-anschlag-auf-warschauer-parlament-a-868258.html

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[Heute um 7:30 Uhr... ]
« Reply #181 on: November 21, 2012, 09:34:54 AM »

Quote
[...] Bei den Anschlägen in Mumbai am 26. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahmen an zehn verschiedenen Stellen der Stadt durch eine Gruppe von etwa zehn Angreifern, die sich in mehrere Gruppen aufgeteilt hatten. Sie wurden nach heftigen Gefechten durch die Polizei im Laufe des 27., 28. und 29. November festgenommen oder erschossen. Nach Angaben der indischen Behörden hat es dabei mindestens 239 Verletzte und 174 Tote[1] gegeben. Nur einer der in Pakistan ausgebildeten Täter, Ajmal Kasab wurde festgenommen. ...  

https://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_am_26._November_2008_in_Mumbai (11/2012)

-.-

Quote
[...] "Heute um 7:30 Uhr morgens ist Ajmal Kasab gehängt worden", sagte der Innenminister des Bundesstaats Maharashtra, R. R. Patil, am Mittwoch.

Der zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung 25-jährige Pakistaner war im Mai 2010 wegen Mordes, Verschwörung und Terrorismus zum Tode verurteilt worden. Indiens Präsident Pranab Mukherjee hatte ein Gnadengesuch Anfang dieses Monats abgelehnt. Kasab war daraufhin von Maharashtras Hauptstadt Mumbai in das Gefängnis in Pune, der zweitgrößten Stadt des Bundesstaats, gebracht worden.

Bei der Terrorserie in Mumbai hatten im November 2008 zehn militante Islamisten 166 Menschen ermordet. Neun der Angreifer wurden getötet. Unter den Opfern waren 28 Ausländer, darunter drei Deutsche. Die Terroristen hatten im Stadtzentrum unter anderem ein jüdisches Zentrum, Luxushotels wie das legendäre "Taj Mahal", den Hauptbahnhof und ein Café angegriffen. Dabei nahmen sie auch Geiseln.

...


Aus: "Einziger überlebender Attentäter von Mumbai hingerichtet" (21.11.2012)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/vier-jahre-nach-terrorserie-einziger-ueberlebender-attentaeter-von-mumbai-hingerichtet-1.1528856

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[Die Männer hatten sich... ]
« Reply #182 on: March 11, 2013, 04:47:38 PM »

Quote
[...] Paris - Die Männer hatten sich einen Mörder zum Vorbild genommen - und reichlich gefährliche Chemikalien organisiert. Radikale Islamisten haben in Frankreich offenbar einen Bombenanschlag geplant. Bei den drei in der vergangenen Woche festgenommen Männern wurden nach Ermittlerangaben eine Sprengstoffwerkstatt und Waffen entdeckt.

Die Gruppe sei in der Lage gewesen, sehr kurzfristig, wahrscheinlich sogar in den nächsten Tagen, zuzuschlagen, sagte Staatsanwalt François Molins an diesem Montag in Paris.

Den Ermittlungen zufolge hätten die Männer den Toulouse-Attentäter Mohamed Merah glorifiziert. Merah hatte vor genau einem Jahr eine Mordserie begonnen und an drei Tagen im März insgesamt sieben Menschen erschossen. Unter ihnen waren drei Kinder und ein Lehrer einer jüdischen Schule.

Der junge Mann war nach rund 32-stündiger Polizeibelagerung in seiner Wohnung bei einer Schießerei getötet worden. Er hatte sich selbst als Qaida-Anhänger und Mudschahid, also Gotteskrieger, bezeichnet.

Den in der Umgebung von Marseille festgenommenen Männern im Alter zwischen 21 und 27 Jahren droht nun ein Anklageverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Mit den sichergestellten Chemikalien hätte laut Staatsanwaltschaft eine Bombe hergestellt werden können, die im Umkreis von mehreren hundert Metern erhebliche Schäden verursacht.

jok/dpa


Aus: "Französische Polizei vereitelt Terroranschlag" (11.03.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/festnahmen-islamisten-planten-terroranschlag-in-frankreich-a-888116.html

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[Sie sollen geplant haben... ]
« Reply #183 on: March 14, 2013, 10:24:30 AM »

Quote
[...] Ermittler haben vier Männer aus der Islamistenszene festgenommen. Sie sollen geplant haben, den Rechtspopulisten Markus Beisicht zu töten.

... Vor einigen Monaten hatten Islamisten gegen eine Ausstellung von Pro NRW demonstriert. Die Partei hatte Mohammed-Karikaturen gezeigt. Im Internet gab es im vergangenen Jahr auch Mordaufrufe gegen Pro-NRW-Mitglieder.

Die Bewegungen Pro NRW und Pro Köln werden wegen ihrer ausländer- und vor allem islamfeindlichen Gesinnung vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet. Den Verein Pro Köln gibt es bereits seit 1996, Pro NRW als Partei seit 2007.

Quote
   Zwen
    13.03.2013 um 17:38 Uhr

... Eigentlich clever, Salafisten fingieren Anschlag auf Pro-NRW, die damit weiter ihre Hetze gegen Muslime verbreiten können, was wiederum die Salafisten anheizt gegen den Westen zu hetzen und somit radikalisieren sich die beiden Gruppen gegenseitig und finden immer weiter Zulauf. Ob das bei einem Tee abgesprochen wurde um erfolgreich zu werden?



Quote
   Esmeralda Tausendschön
    13.03.2013 um 17:43 Uhr

... Bevor man hier Panik verbreitet, sollte man erst einmal abwarten, was an der Sache dran ist, erinnern wir uns an die Panikmache wegen der "Sauerlandzelle", Peter v. Rossum, "Ein Käfig voller Enten":
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/918250/

"Bei näherer Betrachtung zeigten sich einige Sonderbarkeiten. Die Verhafteten wussten von ihrer Überwachung, der Stoff, aus dem die Bomben gefertigt werden sollten, ist frei erhältlich, und der Drahtzieher, die "Islamische Dschihad Union", ist lt. baden-württembergischem Verfassungsschutz eine Internet-Ente.

Wer versorgt eigentlich die Medien mit Informationen über terroristische Bedrohungen und nach welchen journalistischen Grundsätzen werden sie veröffentlicht?"

Oder können Sie sich noch an die absurde Räuberpistole erninnern, dass der saudische Botschafter in New York im Auftrag des Iran mit Hilfe der mexikanischen Drogenmafia umgebracht werden sollte?


...


Aus: "Salafisten planten Mordanschlag auf Pro-NRW-Chef" (13.03.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-03/terrorplaene-salafisten-pro-nrw

-.-

Quote
[...] Der versuchte Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof steht offenbar kurz vor der Aufklärung. Die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Fall in Bonn und dem geplanten Attentat auf den Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Pro NRW verdichteten sich, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Weitere Auskünfte verweigerte sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen. Der stern berichtete, dass DNA-Spuren die Familie einen wegen des Mordplans inhaftierten Salafisten belasten würden.

Dem Bericht zufolge fanden die Ermittler DNA-Spuren auf dem Sprengsatz vom Dezember 2012: auf dem Metallrohr und auf dem Wecker des Zeitzünders. Sie sollen von der Frau und dem zweijährigen Sohn des deutschen Salafisten Marco G. stammen. Der 26-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, weil er sich an Plänen für einen Mordanschlag auf den Pro-NRW-Vorsitzenden Markus Beisicht beteiligt haben soll. Wegen des Attentatsversuchs sitzen insgesamt vier Verdächtige seit April in Untersuchungshaft.

Marco G. und drei weitere Beschuldigte sollen sich im November 2012 zu einer militant-islamistischen Gruppierung zusammengeschlossen haben – mit dem Ziel, führende Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW zu töten. Im März 2013 sollen sie einen Mordanschlag auf den Parteivorsitzenden unmittelbar vorbereitet haben. Unter anderem beschafften sie eine Schusswaffe und zur Herstellung von Sprengstoff geeignetes Ammoniumnitrat.

Am Bonner Hauptbahnhof hatten unbekannte Täter hatten im Dezember eine Tasche mit einer Bombe abgestellt. Der Sprengsatz detonierte nicht. Die Bombe bestand aus einem Metallrohr mit Ammoniumnitrat und vier Druckgaspatronen.


Aus: "Bonner Bombe offenbar von Salafisten gelegt" (22.05.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-05/anschlagsversuch-bonn-ermittlungen-dna

« Last Edit: May 22, 2013, 10:18:58 PM by Textaris(txt*bot) »
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[...heißt es in einem ai-Bericht]
« Reply #184 on: March 27, 2013, 01:06:21 PM »

Quote
[...] Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat Beschränkungen der Meinungsfreiheit in der Türkei angeprangert. Zwar habe es in den vergangenen Jahren mehrere Gesetzesreformen gegeben, dennoch seien noch Hunderte politische Aktivisten, Journalisten, Schriftsteller und Anwälte angeklagt oder säßen im Gefängnis, weil sie nicht erwünschte Meinungen vertreten hätten, heißt es in einem ai-Bericht.

Amnesty forderte das Parlament in Ankara auf, die türkischen Gesetze in Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsstandards zu bringen und die Meinungsfreiheit zu schützen. "Mehrere Straftatbestände, die zur Unterdrückung abweichender Meinungen missbraucht werden, sind trotz der Reformversprechen der letzten Jahre immer noch in Kraft", sagte Amke Dietert, Türkei-Expertin von Amnesty International in Deutschland.

In dem ai-Bericht werden zahlreiche Beispiele aufgeführt. Außerdem analysiert Amnesty zehn Straftatbestände, die besonders häufig gegen Vertreter unliebsamer Meinungen benutzt werden. Darunter sind mehrere Paragrafen des Anti-Terror-Gesetzes. Es sei in den vergangenen Jahren zunehmend angewandt worden, "um politische Reden, kritische Schriften und Teilnahme an Demonstrationen zu verfolgen", sagte Dietert. Dies gelte etwa für den Umgang mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Mit Blick auf die laufenden Friedensverhandlungen der PKK und der türkischen Regierung sagte Dietert, die Beachtung der Meinungsfreiheit sei eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Friedensverhandlungen.


Aus: "Türkei missbraucht Anti-Terror-Gesetze als Maulkorb" (27.03.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-03/einschraenkung-meinungsfreiheit-tuerkei

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[Eine völlig sinnlose, ja surrealistische... ]
« Reply #185 on: May 23, 2013, 09:47:20 AM »

Quote
[...] Der Anschlag auf den Boston-Marathon war ein terroristischer Sprengstoffanschlag auf den jährlich am Patriots’ Day in Boston stattfindenden Stadtmarathon. Am Montag, dem 15. April 2013, explodierten gegen 14:50 Uhr EDT im Abstand von 13 Sekunden zwei Sprengsätze auf der Zielgeraden des Boston-Marathons. Durch die Explosionen wurden 3 Menschen getötet und 264 weitere verletzt. US-amerikanische Bundesbehörden stuften den Bombenanschlag als terroristischen Akt ein.

... Infolge der Explosionen starben drei Zuschauer des Marathons, 264 Zuschauer und Läufer wurden verletzt. Die Todesopfer waren die 29-jährige Restaurantmanagerin Krystle Campbell aus Medford, Massachusetts,[20] die 23-jährige Austauschstudentin Lü Lingzi (chinesisch 吕令子) aus Shenyang in China sowie der achtjährige, aus dem Bostoner Stadtteil Dorchester stammende Martin Richard.

Ein großer Teil der Verletzten wurde durch Bombensplitter im Bereich der Beine verletzt, da die Sprengsätze in Rucksäcken versteckt am Boden platziert worden waren. Mindestens 14 Verletzten mussten Gliedmaßen amputiert werden. Einige der verletzten Läufer waren für die Opfer und Hinterbliebenen des Amoklaufs an der Sandy Hook Elementary School gelaufen, nachdem ein lokaler Sender zuvor einen Wohltätigkeitsaufruf gestartet hatte.

... Im März 2011 wurde die US-Bundespolizei FBI durch den russischen Inlandsgeheimdienst FSB gewarnt, dass Tamerlan „Anhänger eines radikalen Islam“ sei. Der FSB soll damals über die US-Botschaft in Moskau eine Anfrage an das FBI gerichtet haben. Darin stand offenbar, Tamerlan Tsarnaev habe sich „seit 2010 drastisch verändert“ und bereite eine Reise nach Russland vor, um sich „Untergrund-Gruppierungen“ anzuschließen. Der FSB erbat mit der Anfrage vom FBI Informationen über Tsarnaev. Infolge befragte das FBI Tamerlan Tsarnaev und seine Angehörigen, fand jedoch keine Beweise für terroristische Aktivitäten. Das FBI nahm Tsarnaev jedoch in eine Warnliste der Zollbehörden auf, in das sogenannte TECS (Treasury Enforcement Communications System).

Nur wenig später stellte der russische Geheimdienst dieselbe Anfrage an den US-Auslandsgeheimdienst CIA. Dieser förderte bei der Suche in seinen Datenbanken offenbar auch keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten zutage, ließ Tsarnaev aber ebenfalls auf eine Warnliste setzen, die Datenbank TIDE (Terrorist Identities Datamart Environment).

...


Aus: "Anschlag auf den Boston-Marathon" (Stand: 22. Mai 2013)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_den_Boston-Marathon

-.-

Quote
[...] In die britische Hauptstadt ist die Terrorangst zurückgekehrt. Nach der Tötung eines Mannes vor einer Kaserne in London sprach Premierminister David Cameron von einem Terrorakt. Dafür gebe es "starke Anzeichen". Cameron wird am Morgen eine zweite Sitzung des Sicherheitskabinetts leiten. Die Terrorwarnstufe in Großbritannien wurde zunächst nicht angehoben. Londoner Sicherheitskreise untersuchen den Vorfall. Es gebe Hinweise auf radikalislamische Motive, hieß es.

Zwei Männer mit Messern und Fleischerbeil hatten am Mittwochnachmittag auf offener Straße einen Mann getötet. Bei dem Opfer handelt es sich um ein Mitglied der britischen Armee, wie Behörden der BBC bestätigten. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden von der Polizei angeschossen. Einer der beiden soll dabei lebensgefährlich verletzt worden sein. Beide werden in Krankenhäusern behandelt. Sie werden von bewaffneten Polizisten bewacht.

Der tödliche Angriff auf den Mann erfolgte in dem südöstlichen Stadtteil Woolwich, nur wenige Häuserblocks von den Royal Artillery Barracks entfernt. Britische Medien zeigten ein Handyvideo, in dem ein Mann ein Fleischerbeil und ein Schlachtermesser in Händen hielt und antibritische und radikalislamische Parolen von sich gab.  

Das vom britischen Sender ITV veröffentlichte Video soll den mutmaßlichen Angreifer zeigen. Der Gefilmte gibt sich als Angreifer aus. "Wir schwören beim allmächtigen Gott, dass wir niemals aufhören werden, euch zu bekämpfen", sagte der Mann mit britischem Akzent. Die mutmaßlichen Täter sollen auch "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben, berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise.  

Weiter fordert der Mann, die britische Regierung solle die "Soldaten zurückholen". Britische Truppen sind in Afghanistan stationiert, in Mali hat Großbritannien kürzlich die französische Intervention unterstützt.  

Wenige Stunden nach dem Attentat kam es in London zu islamfeindlichen Aktionen. Ein 43-Jähriger wurde festgenommen, als er mit einem Messer in eine Moschee eindrang, wie ein Abgeordneter auf Twitter berichtete. Ein zweiter Mann wurde wegen Verdachts auf rassistisch motivierte Sachbeschädigung im Südosten des Landes festgenommen.

Am Abend demonstrierten rund 50 Männer in Woolwich. Einige trugen die Fahne der rechtsextremen English Defense League, sangen nationalistische Lieder und riefen Obszönitäten über den Koran.

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. "Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden", hieß es in einem Statement. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verurteilte die Tat. "Solche Anschläge sind niemals zu rechtfertigen", sagte er. Die britische Innenministerin Theresa May sagte nach der ersten Sitzung des Sicherheitskabinetts, es sei ein Anschlag "auf alle in Großbritannien" gewesen.

Am Samstag findet in London das Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München statt. Es werden zahlreiche deutsche Fans in der britischen Hauptstadt erwartet.  

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Nyuto, 23.05.2013 um 8:00 Uhr

Gegen pauschale Hetze

12. März 2012: "Erst die Koran-Verbrennung und jetzt das: Ein US-Soldat tötet in Afghanistan 16 Menschen. Sein mutmaßlicher Amoklauf steht in einer langen Reihe von Verfehlungen der US-Armee. Was ist über den Täter bekannt? Und was bedeutet der Vorfall für den Abzug der Bundeswehr?"
Sind Islamisten Messerstecher ? Sind Christen Amokläufer ? Sicher ist, dass Gewalt zu Gewalt führt, überall auf der Welt.



Aus: "Cameron sieht eindeutige Hinweise für Terroranschlag" (23.05.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-05/London-Mord-Terrorverdacht

-.-

Quote
[....] Die Polizei rief zur Ruhe auf und bezeichnete ebenso wie Regierungschef Cameron den Mord als terroristischen Anschlag. Der eine Mörder scheint dies auch zu rechtfertigen, wenn er seine Tat als Reaktion auf die Tötung von Muslimen rechtfertigt, die jeden Tag sterben: "Dieser britische Soldat ist ein Auge um Auge, ein Zahn um Zahn. Wir müssen sie bekämpfen. Ich bedauere, dass Frauen dies heute sehen mussten. Leute, ihr werdet nie sicher sein. Stürzt eure Regierung."

Eine seltsame Entschuldigung für eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat, die aber Angst und Schrecken verbreitet, wie dies auch ein Terroranschlag machen soll, weil der Krieg in Afghanistan und anderswo nun auch auf den Straßen Londons einzieht. Zumindest scheinen dies die Täter so sehen zu wollen. In Großbritannien wäre es der erste Terroranschlag seit den Selbstmordanschlägen im Jahr 2005.

...

Quote
23. Mai 2013 07:30
"eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat"?
do_nym

Für die Täter war das sicherlich alles andere als sinnlos oder
surreal. Die haben ja sogar ihre rationalen Gründe genannt. Und es
sind offensichtlich die gleichen Gründe, die der westliche
Terrorismus anführt, wenn er in islamischen Ländern mordet: Auge um
Auge!
Ob sich ein Mörder im Weissen Haus hinstellt und sagt wir werden euch
jagen und töten oder auf einer Straße in Londen, ist kein
Unterschied. Der eine Mörder benutzt Drohnen, Raketen und Gewehre,
der andere Autos und Messer.
"Surreal" ist allenfalls, dass sich der Herr Rötzer offenbar nicht
vorstellen kann, dass es dort, wo der westliche Terror zuschlägt,
mindestens genauso blutig aussieht.

http://www.heise.de/tp/foren/S-eine-voellig-sinnlose-ja-surrealistische-Tat/forum-256610/msg-23577840/read/

Quote
Terroranschlag in London?

Leser-Feedback zum Beitrag
23. Mai 2013 08:24
Re: "eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat"?
Comran

do_nym schrieb am 23. Mai 2013 07:30

> Ob sich ein Mörder im Weissen Haus hinstellt und sagt wir werden euch
> jagen und töten oder auf einer Straße in Londen, ist kein
> Unterschied. Der eine Mörder benutzt Drohnen, Raketen und Gewehre,
> der andere Autos und Messer.
> "Surreal" ist allenfalls, dass sich der Herr Rötzer offenbar nicht
> vorstellen kann, dass es dort, wo der westliche Terror zuschlägt,
> mindestens genauso blutig aussieht.

Über den Krieg der USA kann man geteilter Meinung sein (ich teile die
deine).

Nichtsdestotrotz gibt es erhebliche Qualitäts(nicht
Quantitäts)-Unterschiede:

1. Der Krieg hat nicht die Zivilbevölkerung zum Ziel. Niemand sagt:
"Hey, lass uns eine Bombe auf die Hochzeitsfeier werfen.". Diese
zivilen Opfer resultieren aus tragischen Irrtümern bis hin zu
eklatantem Fehlverhalten.

2. Das vornehmliche Blut auf den Straßen Afghanistans stammt von
Selbstmordattentätern und beinahe täglichen Anschlägen, die kaum noch
jemanden interessieren. von den geschätzten 15000 zivilen Opfern in
Afghanistan sind nur 30% durch alliierte Angriffe ums Leben gekommen.
Für den Rest sind die Muslime unter sich verantwortlich. Und dies
sind keine Zahlen irgendwelcher US-Propaganda, sondern von der
AG-Friedensforschung.

Comran

Quote
23. Mai 2013 08:35
Re: "eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat"?
deafdumbblind

Comran schrieb am 23. Mai 2013 08:24

> 1. Der Krieg hat nicht die Zivilbevölkerung zum Ziel. Niemand sagt:
> "Hey, lass uns eine Bombe auf die Hochzeitsfeier werfen.". Diese
> zivilen Opfer resultieren aus tragischen Irrtümern bis hin zu
> eklatantem Fehlverhalten.

Nein, diese zivilen Opfer werden ganz bewusst mit einkalkuliert,
schließlich wird so ein andauerndes Klima der Angst erzeugt. Genau
das ist gemeinhin als Terrorismus bekannt.

> 2. Das vornehmliche Blut auf den Straßen Afghanistans stammt von
> Selbstmordattentätern und beinahe täglichen Anschlägen, die kaum noch
> jemanden interessieren. von den geschätzten 15000 zivilen Opfern in
> Afghanistan sind nur 30% durch alliierte Angriffe ums Leben gekommen.

Rechtfertigst Du gerade die Ermordung ca 5000 Zivilisten als
unerheblich?

Quote
23. Mai 2013 08:46
Re: "eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat"?
Comran (mehr als 1000 Beiträge seit 26.04.02)

deafdumbblind schrieb am 23. Mai 2013 08:35

> Rechtfertigst Du gerade die Ermordung ca 5000 Zivilisten als
> unerheblich?

Ich rechtfertige gar nichts. Ich sage nur, dass es eine andere
Qualität hat. Dabei möchte ich bewusst nicht über Zahlen reden und
auch den Krieg nicht verteidigen. Das habe ich direkt am Anfang
geschrieben, aber du hast es offenbar überlesen - oder willst es
ignorieren.

Um es deutlicher zu machen: wenn ein Attentäter Soldaten angreift
oder einen Regierungssitz, und dabei sterben Zivilisten, dann haben
wir eine vergleichbare Motivation. Dann würde ich auch nie von Terror
reden, sondern von Gegenwehr.

Das liegt bei solchen Anschlägen aber nicht vor. Wer den Unterschied
nicht erkennen will, der hat in meinen Augen eine Sperre im Kopf, die
ideologisch begründet ist.

Comran

Quote
23. Mai 2013 08:50
Re: "eine völlig sinnlose, ja surrealistische Tat"?
deafdumbblind (mehr als 1000 Beiträge seit 29.06.01)

Comran schrieb am 23. Mai 2013 08:46

> deafdumbblind schrieb am 23. Mai 2013 08:35
>
> > Rechtfertigst Du gerade die Ermordung ca 5000 Zivilisten als
> > unerheblich?
>
> Ich rechtfertige gar nichts. Ich sage nur, dass es eine andere
> Qualität hat. Dabei möchte ich bewusst nicht über Zahlen reden und
> auch den Krieg nicht verteidigen. Das habe ich direkt am Anfang
> geschrieben, aber du hast es offenbar überlesen - oder willst es
> ignorieren.

Ich habe es sehr wohl gelesen, finde allerdings Deine Formulierung
"nur 30%..." mehr als unglücklich und verharmlosend.

> Um es deutlicher zu machen: wenn ein Attentäter Soldaten angreift
> oder einen Regierungssitz, und dabei sterben Zivilisten, dann haben
> wir eine vergleichbare Motivation. Dann würde ich auch nie von Terror
> reden, sondern von Gegenwehr.

Da fehlt jetzt aber doch schon der Zusammenhang.

> Das liegt bei solchen Anschlägen aber nicht vor. Wer den Unterschied
> nicht erkennen will, der hat in meinen Augen eine Sperre im Kopf, die
> ideologisch begründet ist.

Ja, im Zweifelsfall kann man dem argumentativen Gegner immer
Ideologie unterstellen, damit lässte sich alles ganz einfach
erklären.
Scheint ja wohl auch so eine Art Ideologie zu sein.



Quote
23. Mai 2013 08:57
Das Opfer war kein Zivilist
notvalid (717 Beiträge seit 17.03.08)

Comran schrieb am 23. Mai 2013 08:24

> Nichtsdestotrotz gibt es erhebliche Qualitäts(nicht
> Quantitäts)-Unterschiede:
>
> 1. Der Krieg hat nicht die Zivilbevölkerung zum Ziel. Niemand sagt:
> "Hey, lass uns eine Bombe auf die Hochzeitsfeier werfen.". Diese
> zivilen Opfer resultieren aus tragischen Irrtümern bis hin zu
> eklatantem Fehlverhalten.

Mal abgesehen davon das der Krieg niemals wirklich Zivilisten außen
vor lässt. Die Täter hier hatten sich keinen Zivilisten ausgesucht
sondern einen Soldaten. Diese Auswahl scheint sehr bewusst und nicht
zufällig gewesen sein. Leider fehlt bei uns in den Nachrichten die
hälfte, daher empfehle ich hier noch einmal zu lesen:

> http://rt.com/news/woolwich-killing-emergency-cameron-650/
> http://www.liveleak.com/view?i=d0f_1369235265





Quote
23. Mai 2013 02:41
Re: Wer für MultiKulti ist, der muss sowas konsequenterweise auch gut finden
Hurgotron, Hanno Foest (mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.00)

PartySahne schrieb am 23. Mai 2013 02:36

> Wer für MultiKulti ist, der muss sowas konsequenterweise auch gut
> finden,

Wer gegen MultiKulti ist, der muss konsequenterweise auch die NSU gut
finden.

Hanno



Aus: "Terroranschlag in London?" Florian Rötzer (23.05.2013)
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/39/39184/1.html

-.-

Quote
[...] Die US-Regierung hat erstmals zugegeben, einen US-Bürger mithilfe einer Drohne getötet zu haben. Insgesamt seien vier Menschen mit amerikanischem Pass bei Anti-Terror-Angriffen im Ausland getötet worden. Das schrieb US-Justizminister Eric Holder in einem Brief an den Vorsitzenden des Justizausschuss' des Senats, den die New York Times bereits veröffentlichte. Der Drohnen-Angriff – obwohl lange unbestätigt – hatte heftige Debatten in den USA ausgelöst.

...

Quote
   Memphis1968
    23.05.2013 um 7:40 Uhr

Schön zu sehen

Interessant zu sehen, dass in den USA eine breit gefächerte Diskussion darüber gibt ob man US Bürger ohne das sie eines Verbrechen angeklagts sind oder ohne das ein Verfahren läuft einfach mal eben so über den Haufen schiessen darf. Viel Interessanter ist allerdings das es die selbe Diskussion nicht gibt wegen der Hunderten ( oder sind es schon tausende ? ) NICHT US Bürger welche von einem Sesselfurzer per Knopfdruck über den Jordan gegangen sind. Sind nicht US Bürger Menschen zweiter Klasse ? Hat nicht jeder einen fairen Prozes verdient ? Anscheinend nicht.

Quote

    Andre T
    23.05.2013 um 9:16 Uhr

Aus den Augen aus dem Sinn

Keine Bilder dieser Toten, keine Bilder der Frauen und Kinder die als Kolleteralschaden eben mit getoetet werden - keine Medien hier die sowas in der gleichen Intensitaet darstellen wir Boston oder gerade Woolwich - wieso?




Quote
   nilszbzb
    23.05.2013 um 7:46 Uhr

Aus dem heiteren Himmel Zivilisten töten

ist das nicht...Terrorismus?



Aus: "USA räumen Drohnenangriffe auf Amerikaner ein" (23.05.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/holder-drohnenangriff-amerikaner

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-02/usa-drohnen-angriffe-legitimation

« Last Edit: May 25, 2013, 10:14:22 AM by Textaris(txt*bot) »
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[....sagte Ali Tasköprü leise.]
« Reply #186 on: October 01, 2013, 09:46:49 AM »

Quote
[...] Es war eine bewegende Aussage am 37. Tag des NSU-Prozesses: Ali Tasköprü, der Vater des wohl dritten Mordopfers, sagte als Zeuge aus. Leise und langsam beschrieb er auf türkisch, wie er im Juni 2001 seinen Sohn tot im Laden der Familie in Hamburg Bahrenfeld fand, wie seine Enkelin faktisch zu einer Waise wurde und wie sehr die Familie unter der Tat gelitten hat. “Sie haben mir das Herz abgerissen”, sagte Ali Tasköprü leise.

Am Tattag sei er mit seinem Sohn gemeinsam zur Markthalle gefahren und habe eingekauft. Zurück im Laden habe sein Sohn festgestellt, dass noch Oliven fehlten. Diese habe er noch besorgt. Als er wieder in den Laden kam, habe er hinter der Theke etwas Schwarzes gesehen. “Mein Sohn, hast Du hier etwas vergossen?” habe er gefragt, doch keine Antwort mehr bekommen. Sein Sohn habe noch versucht, ihm etwas zu sagen, aber er konnte nicht mehr.

Ein Mädchen sei dazugekommen. Er wisse nicht mehr, ob er oder sie zur benachbarten Metzgerei gegangen sei, um Hilfe zu holen. Dann sei Hilfe gekommen und man habe ihm seinen Sohn aus den Armen genommen.

Zuvor habe er Leute gesehen, die aus dem Laden gekommen seien. “Aber ich habe gedacht, es sind normale Kunden”. Genau beschreiben könne er sie nicht: “Ich kann nichts Genaues sagen. Ich möchte nichts Falsches sagen”.

“Was wollten diese Leute von uns”, fragte Ali Tasköprü? “Mein Sohn war 31 Jahre alt. Wir haben von unserem eigenen Geld gelebt. Meine Tochter hat Geld gespart und ich habe das Geschäft gegründet, damit meine Söhne es betreiben können. Was wollten diese Leute von uns?”

Nach dem Tod gab Familie Tasköprü ihren Laden auf: “Auch wenn ich wüsste, dass ich in diesem Laden Gold verdienen würde, kann ich diesen Laden nicht mehr betreten”, sagte Ali Tasköprü. Es war eine eindrucksvolle und traurige Aussage.


Aus: "Vater von NSU-Opfer Tasköprü: “Sie haben mir das Herz abgerissen”" Holger Schmidt (23.09.2013)
Quelle: http://www.swr.de/blog/terrorismus/2013/09/23/vater-von-nsu-opfer-taskopru-sie-haben-mir-das-herz-abgerissen/

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[In einem Bus... ]
« Reply #187 on: November 16, 2013, 09:29:30 PM »

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolgograd

-.-

Quote
[...] Moskau - Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Stadt Wolgograd hat eine Frau in einem Bus einen Sprengsatz gezündet. Sie riss mehrere Menschen in den Tod. Das nationale Ermittlungskomitee sprach von mindestens fünf Toten, knapp 30 Menschen seien verletzt worden.

In dem Bus saßen den Behörden zufolge vierzig Passagiere. Eine sogenannte Schwarze Witwe eines Terroristen habe das Attentat am Montag verübt, teilten Ermittler der Agentur Interfax zufolge mit. Die Täterin sei anhand von Dokumenten identifiziert worden. Sie sei die Ehefrau eines Bandenführers gewesen, hieß es.

Der Sprengsatz sei am Körper der Frau befestigt gewesen, sagte der Vizechef der örtlichen Ermittlungsbehörden, Waleri Safonow. In der Vergangenheit hatten in Russland immer wieder sogenannte Schwarze Witwen Selbstmordanschläge verübt, um auf diese Weise den Tod ihrer Männer zu rächen.

Die 30-Jährige stamme aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Konfliktgebiet Nordkaukasus, hieß es. Dort kämpfen Islamisten - wie auch in der Nachbarrepublik Tschetschenien - um ein von Moskau unabhängiges Kaukasusemirat.

Der Terroristenchef des russischen Konfliktgebiets Nordkaukasus, Doku Umarow, hatte unlängst mit neuen Attentaten gedroht. Ziel sei es, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zu verhindern, hatte er erklärt. Die Spiele sollen am 7. Februar in dem Schwarzmeerkurort eröffnet werden. Die Sicherheitsvorkehrungen dort gelten als beispiellos.

Russische Islamisten nutzen Anschläge seit Jahren, um ein von Moskau unabhängiges Kaukasusemirat durchzusetzen. Dabei hatten sich auch immer wieder Schwarze Witwen in die Luft gesprengt.

In dem Bus explodierte laut Medien eine Handgranate. Eine weitere Granate sei nicht gezündet und später entschärft worden, berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Kremlchef Wladimir Putin werde über die Entwicklungen laufend informiert, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow.

"Russia Today" meldete, die Verletzten sollten nach Moskau ausgeflogen werden. Die Stadt liegt etwa tausend Kilometer südöstlich der russischen Hauptstadt.

heb/kgp/dpa/Reuters


Aus: "Tote bei Anschlag in Wolgograd: "Schwarze Witwe" soll Bombe in Bus gezündet haben" (21.10.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-tote-und-verletzte-bei-busexplosion-in-wolgograd-a-929070.html

-.-

Quote
[...] Moskau - Bei einem Anti-Terror-Einsatz gegen die Drahtzieher des jüngsten Selbstmordanschlags in Wolgograd sind im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus fünf Menschen getötet worden. Bei dem Stunden dauernden Feuergefecht sei der Ehemann der Attentäterin zusammen mit anderen mutmaßlichen Aufständischen nahe der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala ums Leben gekommen, meldete die Agentur Interfax am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die 30-Jährige Frau des zum Islam konvertierten Russen hatte Ende Oktober mit einer Bombe in Wolgograd sechs Menschen in einem Linienbus mit in den Tod gerissen.

Sotschi nur wenige hundert Kilometer entfernt

Der Anschlag hatte ein Schlaglicht auf die Gefahren im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi geworfen. Die Stadt ist nur wenige Hundert Kilometer vom Nordkaukasus entfernt. Dort kommt esimmer wieder zu schweren Gefechten zwischen Sicherheitskräften und Islamisten, die in der Region für ein von Moskau unabhängiges "Emirat" kämpfen.

Der Terroristenchef des russischen Konfliktgebiets Nordkaukasus, Doku Umarow, hatte unlängst mit neuen Attentaten gedroht. Ziel sei es, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zu verhindern, hatte er erklärt. Die Spiele sollen am 7. Februar in dem Schwarzmeer-Kurort eröffnet werden. Die Sicherheitsvorkehrungen dort gelten als beispiellos.

Der jetzt erschossene Ehemann hatte nach Angaben der Behörden während des Einsatzes gesagt, er persönlich habe den Sprengsatz gebaut. Kreml-Einheiten forderten die in einem Haus verschanzte Gruppe zunächst zur Aufgabe auf und stürmten das Versteck später.

mik/dpa/Reuters


Aus: "Russland: Armee tötet Drahtzieher des Anschlags in Wolgograd" (16.11.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/kreml-einheiten-toeten-drahtzieher-des-anschlags-in-wolgograd-a-934028.html

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[Jos liegt im Bundesstaat Plateau... ]
« Reply #188 on: May 21, 2014, 10:07:07 AM »

Quote
[...] Jos - Die Explosionen ereigneten sich in einem Geschäftsviertel in der Stadt Jos im Zentrum Nigerias: Mindestens 118 Menschen wurden dort bei einem Doppelattentat getötet, Dutzende weitere verletzt. Zwei Autobomben waren auf einem belebten Marktplatz in die Luft gegangen, wie die Polizei mitteilte. Die Sprengsätze rissen offenbar zahlreiche Frauen sowie Mitglieder der alarmierten Rettungsmannschaften in den Tod.

Die Attentäter hatten am Nachmittag zunächst einen Lastwagen in die Luft gesprengt, wie das Militär mitteilte. Die Rettungskräfte seien schnell vor Ort gewesen. Etwa 20 Minuten später sei in einem Kleinbus dann die zweite Bombe explodiert.

Jos liegt im Bundesstaat Plateau, an der Schnittstelle zwischen dem christlich geprägten Süden Nigerias und dem muslimischen Norden. In der Vergangenheit gab es dort immer wieder tödliche Auseinandersetzungen. Hintergrund sind oftmals religiös motivierte Konflikte.

...

Quote
Fabeulous heute, 02:37 Uhr
Irgendwie traurig, dass man eine Eilmeldung aufs Handy bekommt wenn Bayern den DFB Pokal gewinnt aber nicht wenn auf der Welt 118 Menschen umgebracht werden. Es sei denn es passiert oberhalb des Äpuators. Dann gibt es drei Wochen kein anderes Thema in den Medien.


http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=15727116#post15727116

Quote
capt.nuss heute, 09:38 Uhr

Das liegt einzig und allein an Ihren Apps. Und Nigeria liegt deutlich nördlich des Äquators.


http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=15728187#post15728187


Aus: "Terror in Nigeria: Bomben reißen mehr als hundert Menschen in den Tod" (20.05.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/terror-mehr-als-hundert-tote-bei-doppelanschlag-in-nigeria-a-970608.html

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[Auf einem Markt... ]
« Reply #189 on: May 22, 2014, 09:56:51 AM »

Quote
[....] Auf einem Markt in der Provinzhauptstadt Ürümqi hat es mehrere Explosionen gegeben. Sprengsätze sollen aus Autos geworfen worden sein, die durch die Menge fuhren. ...


Aus: "Mehr als 30 Menschen sterben bei Anschlag in China" (22. Mai 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/china-anschlag-xinjiang
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[Gestern begann... ]
« Reply #190 on: September 10, 2014, 09:24:57 AM »

Quote
[...] Gestern begann im Hochsicherheitssaal des Düsseldorfer Oberlandesgerichts der Prozess gegen den 27-jährigen Bonner Salafisten Marco G. und dessen Gesinnungsgenossen Enea B., Koray D. und Tayfun S. Die vier Fanatiker werden beschuldigt, eine Terrorgruppe gegründet, einen Mordanschlag vorbereitet und im Bonner Hauptbahnhofs eine Sporttasche mit einer Rohrbombe platziert zu haben, damit sie dort eine möglichst große Zahl von Menschen tötet. ...

[Der] Mordanschlag: Er galt dem Leverkusener Rechtsanwalt Markus Beisicht, der Vorsitzender der Partei Pro NRW ist, die im Landtagswahlkampf 2012 Mohammed-Karikaturen der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten verwendete. Den Ermittlungsbehörden zufolge hatten sich die vier Salafisten bereits Waffen und Schalldämpfer besorgt, mit denen insgesamt neun nordrhein-westfälische Islamkritiker ohne viel Lärm erschossen werden sollte. Außerdem "spähten [sie Beisichts] Wohnort […] aus und erkundeten mögliche Fluchtwege".

Dabei machten sie jedoch den Fehler, sich im Auto von Marco G. über den Mordplan zu unterhalten, in dem die Polizei eine Abhörvorrichtung installiert hatte. G. meinte während einer polizeilichen Vernehmung angesichts der ihm präsentierten Beweislage später:

Sie wissen doch schon alles. Sie haben unsere Gruppe abgehört, Telefon, Auto, alles. Wir handelten im Namen Allahs.

Wegen solcher Äußerungen bestellte das Gericht neben etwa 150 anderen Zeugen auch einen forensischen Gutachter, der G. auf dessen Geisteszustand untersuchen soll. Die Anwälte halten dies für einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit und haben deshalb Befangenheitsanträge gegen den kompletten 5. Strafsenat gestellt.

Quote
kampfzone, 9. September 2014 16:12
Untersuchung auf den Geisteszustand verstößt gegen die Religionsfreiheit

Ehrlich gesagt musste ich da dann schon etwas grinsen.


Quote
SolarMobil, 9. September 2014 14:33
Ich werde nie verstehen wie Erwachsene .....

Ernsthaft glauben können sie müssten für einen Gott irgend etwas
erledigen oder sogar seine Feinde töten. Warum macht dieser Gott das
nicht selbst?

Quote
GenosseGeneral, 9. September 2014 19:16

*lach*

Gottes Wege sind eben unergründlich oder so. :D
Du brauchst da nicht mit Logik zu kommen. ...




Aus: "Beredtes Schweigen im Bonner Bombenlegerprozess" Peter Mühlbauer (09.09.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42728/1.html

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[Der Mann war mit dem Fahrrad unterwegs... ]
« Reply #191 on: November 05, 2014, 12:18:19 PM »

Quote
[...] Der Mann war mit dem Fahrrad unterwegs, als er von einem anderen Fahrradfahrer eingeholt wurde, der auf ihn schoss. Als der Angeschossene verletzt am Boden lag, stieg der andere vom Fahrrad und schnitt seinem Opfer die Kehle durch. Wer hier an den Terror des IS denkt, liegt einerseits falsch und ist doch auf der richtigen Spur.

Die blutige Szene spielte sich vor 10 Jahren auf offener Straße in Amsterdam ab. Das Opfer war der Schriftsteller und Regisseur Theo van Gogh, der keine Scheu hatte, Religionen und Kulte, die Menschen heilig scheinen, zu verspotten und zu verhöhnen, keine Religion war vor seinem Spott sicher. Nur wenige Tage vor seiner Ermordung erklärte er, dass er nur ein Dorfnarr sei, dem nichts passieren werde.

Van Goghs Mörder Mohammed Bouyeri legte bei seinem Verbrechen Elemente an den Tag, die in den letzten Wochen durch den IS-Terror weltweit bekannt wurden und für Entsetzung sorgten. Auch Bouyeri ging es darum, einen Menschen zu vernichten, weil er in seinen Augen den Islam beleidigt hatte, ein Ungläubiger war. Zudem ging es ihn wie dem IS darum, möglichst viel Terror und Schrecken öffentlich zu verbreiten. Deshalb schnitt er seinem Opfer auf offener Straße die Kehle durch. Auch hinterließ er ein Bekennerschreiben, in dem er alle Elemente eines Weltbildes offenlegte, dass man zurecht als islamofaschistisch bezeichnen konnte.

In seinem Schreiben bedrohte er die Parlamentsabgeordnete Ayaan Hirsi Ali und beschuldigte sie, gemeinsame Sache mit den Feinden des Islam zu machen. Hirsi Ali hatte kurz zuvor das Drehbuch zu van Goghs islamkritischem Film Submission verfasst, der dem Regisseur das Leben kostete. Hirsi Ali verließ daraufhin das Land und migrierte in die USA.

In Holland gibt es 10 Jahre nach dem Mord an den Regisseur zahlreiche künstlerische und politische Veranstaltungen. In Deutschland ist das Echo wesentlich verhaltener. Gerade bei den Linken hätte man eine lebhaftere Debatte anlässlich dieses Jahrestages erwartet. Schließlich bekommen 10 Jahre nach der Tat durch den Aufstieg der IS nachträglich jene Teile der Linken recht, die bereits damals davor warnten, die dschihadistische Ideologie zu unterschätzen und die islamistische Gewalt in erster Linie als Folge der Unterdrückung der Moslems zu interpretieren.

Genau diese Lesart konnte man nach dem Mord an van Gogh beobachten. Da wurde ihm zumindest eine Mitschuld gegeben, wenn gefragt wurde, warum er auch alles, was irgendwen heilig war, zum Gegenstand von Hohn und Spott machen musste. Auch Hirsi Ali wurde nicht in erster Linie als eine Frau gesehen, die nach den islamistischen Mord an ihren Kollegen und den Drohungen gegen sie dei Niederlande verlassen hat, sondern als eine Konservative, die sich in ihrer politischen Arbeit mehr und mehr an bestimmte, von den Linken wenig geschätzte Organisationen anlehnte.

Die Frage, ob das auch daran gelegen haben kann, dass viele Linke in Holland, aber auch in anderen Ländern den radikalen Islamismus in Theorie und Praxis unterschätzten und teilweise sogar kleinredeten, wurde zu wenig gestellt.

Auch in Deutschland wurden Menschen, die nach den islamistischen Anschlägen des 11. September in den USA darauf hinwiesen, dass die Ideologie und die Praxis des Islamismus eine Gefahr für Juden, Linke und überhaupt alle Freunde der Freiheit sind, schnell in die konservative Ecke geschoben. Wobei man durchaus nicht verschweigen sollte, dass einige dieser Gruppen dann auch tatsächlich in diesen Kreisen ihre politische Heimat fanden.

Die Kritik daran ist berechtigt. Doch die Frage bleibt, warum linke Gruppen jeglicher Couleur allzu oft Religionskritik im Allgemeinen und Kritik des Islamismus in Theorie und Praxis rechten und rechtspopulistischen Gruppen überließen wie in den Niederlanden Geert Wilders. Die können sich dann als Rebellen und Streiter für die Freiheit ausgeben.

Dabei müsste sich die Linke nur auf ihre religionskritischen Wurzeln besinnen. Es waren Anarchisten und Anarchosyndikalisten, die für eine Gesellschaft ohne Gott und Staat eintraten. Es war Karl Marx, der in seinen Schriften Elemente einer radikalen Religionskritik propagierte und keine Ehrfurcht vor Tradition und Heiligtümern.

Insofern stand Theo van Gogh - der sich aber keineswegs als Marxist verstand - auch in diesen Traditionen. 10 Jahre nach seiner Ermordung muss man sich schon fragen, warum auf den vielen Demonstrationen, die jetzt überall in der Welt mit Kobane und den kurdischen Verteidigern gegen die IS organisiert wurden, nicht auch an Theo van Gogh erinnert wird. Schließlich war er einer der ersten Opfer dieses speziellen islamistischen Terrors auf europäischen Boden.


Aus: "Ein frühes Opfer des islamistischen Terrors" Peter Nowak (05.11.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tp/news/Ein-fruehes-Opfer-des-islamistischen-Terrors-2442272.html

"Migration und Integration: Der Mord an Theo van Gogh und seine Langzeitfolgen in den Niederlanden" (Datum 20??)
„Die Angst und das rassistische Verhalten haben zugenommen, vor allem unter und gegenüber den Moslems. Die Rhetorik gegen Moslems hat zugenommen. Frauen werden auf der Straße bespuckt und Jugendliche bekommen auf dem Arbeitsmarkt keine Chance. Das gab es immer schon, aber seit dem Mord an van Gogh hat es sich verschlimmert. Zugleich gibt es in der Gesellschaft allerlei Aktivitäten, um diesen Tendenzen entgegenzutreten. Muslimische Jugendliche besuchen einander häufig und Moscheen organisieren Begegnungen.“ ...
https://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/Zentrum/Projekte/Schulprojekt/Lernen/Multik/60/10.html

"Niederlande nach van-Gogh-Mord Anschlagsserie gegen Muslime setzt sich fort" (6. Dezember 2008)
Eine islamische Grundschule ging in der Nacht in Flammen auf. An eine Wand hatten die Täter "Theo, Ruhe in Frieden" geschrieben. Nach dem Mord an dem islamkritischen Regisseur wurden auf mehrere Moscheen Brandanschläge verübt. ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/niederlande-nach-van-gogh-mord-anschlagsserie-gegen-muslime-setzt-sich-fort-1.848182

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[Das Urteil der Menschenrechtler ist... ]
« Reply #192 on: November 05, 2014, 01:12:40 PM »

Quote
[...] Jerusalem - Ein Mann hat in Ost-Jerusalem mit seinem Auto mehrere Fußgänger angefahren. Mehr als zehn Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Israelische Medien berichten zudem, dass eines der Opfer mittlerweile gestorben sei.

Die Polizei geht von einem Anschlag aus. Ein Kleinbus sei "in eine Menschengruppe an einer Straßenbahnhaltestelle gefahren", sagte Polizeisprecherin Luba Samri. Danach sei der Fahrer ausgestiegen und habe mit einer Eisenstange auf die Umstehenden eingeprügelt.

Er wurde von Beamten der Grenzpolizei erschossen, die an der Bahnlinie stationiert sind, die entlang der alten Grenze zwischen West- und Ost-Jerusalem verläuft. Bei dem Täter handele es sich um einen arabischen Bewohner der Stadt, hieß es weiter. Nach palästinensischen Angaben kam er aus dem Ost-Jerusalemer Stadtviertel Schuafat. Sowohl die Hamas als auch der Islamische Dschihad bekannten sich zu der Tat.

Die Attacke ereignete sich unweit der Stelle, an der vor zwei Wochen ein ähnliches Attentat stattgefunden hatte. Damals war ein Palästinenser mit Absicht in eine Straßenbahnhaltestelle gerast und hatte dabei zwei Menschen getötet, darunter ein Baby, und mehrere verletzt.

In Jerusalem ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Zusammenstößen gekommen. Erst am Mittwochmorgen drangen Sicherheitskräfte am Tempelberg auf das Gelände der Aksa-Moschee vor, um Dutzende Vermummte auseinanderzutreiben. Im Anschluss kam es auch zu Ausschreitungen in der Jerusalemer Altstadt.

bka/AFP/AP/Reuters


Aus: "Anschlag in Jerusalem: Kleinbus fährt in Menschenmenge - viele Verletzte" (05.11.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/jerusalem-mann-faehrt-mit-auto-in-fussgaenger-a-1001159.html

Quote
[...] Tel Aviv - Das Urteil der Menschenrechtler ist harsch: Israel habe während des Gaza-Konflikts im Sommer dieses Jahres "schamlos das Kriegsvölkerrecht missachtet", sagt Philip Luther, Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Amnesty International.

Die Organisation hat acht Fälle untersucht, in denen Israels Armee Häuser von Palästinensern im Gaza-Streifen angriff. Bei den Attacken seien mindestens 111 Personen, davon mindestens 104 Zivilisten, getötet worden, schreibt Amnesty in einem Untersuchungsbericht.

In einigen Fällen seien zwar mögliche militärische Ziele ausgemacht worden. Doch die verursachte Zerstörung stehe nicht im Verhältnis zum militärischen Vorteil, beklagt Amnesty International. In keinem der untersuchten Fälle habe die Armee die Einwohner gewarnt.

Israels Regierung wies die Vorwürfe zurück. Das Außenministerium kritisierte außerdem, dass Amnesty die dokumentierten Kriegsverbrechen der Hamas ignoriere. "Der Bericht verwendet weder das Wort Terror in Verbindung mit der Hamas oder anderen bewaffneten palästinensischen Gruppen, noch erwähnt er die Tunnel, die von der Hamas errichtet wurden, um Israel zu infiltrieren und Terroranschläge zu verüben", erklärte das israelische Außenministerium.

Während des 50-tägigen Gaza-Krieges im Sommer waren mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Die Hamas und andere militante Gruppen hatten mehr als 4500 Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee griff mehr als 5000 Ziele in dem Küstenstreifen am Mittelmeer an.

syd/AP/dpa


Aus: "Gaza-Konflikt: Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen vor" (05.11.201)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/gaza-krieg-amnesty-international-wirft-israel-kriegsverbrechen-vor-a-1001112.html

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[Nach Erkenntnissen der Ermittler... ]
« Reply #193 on: November 13, 2014, 12:42:27 PM »

Quote
[...] Nach Erkenntnissen der Ermittler planten K. und seine drei Komplizen Jamil S., Amid C. und Halil S. Sprengstoffanschläge in Deutschland: Mit Metallteilen versetzte Bomben sollten laut Bundesanwaltschaft in Menschenmengen detonieren.

...


Aus: "Prozess gegen Düsseldorfer Qaida-Zelle: "Mithilfe Allahs die Hunde schlachten"" Jörg Diehl (13.11.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/qaida-prozess-in-duesseldorf-gerichtet-verkuendet-urteil-a-1002243.html

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[Eine hohe abstrakte Gefährdung... ]
« Reply #194 on: November 27, 2014, 09:53:37 AM »

Quote
[...] Berlin (ots) - Für einen Zeitraum von zunächst sechs Monaten soll es möglich sein, radikalisierten Islamisten den Personalausweis zu entziehen. Nach Ablauf der sechs Monate soll der Entzug des Personalausweises zwei Mal verlängert werden können - jeweils um weitere sechs Monate. So sieht es ein Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums vor, der dem rbb Inforadio vorliegt.

Auf diese Weise will das Bundesinnenministerium verhindern, dass radikalisierte Islamisten von Deutschland nach Syrien oder Irak ausreisen und sich als Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" anschließen können.

Um sich in Deutschland dennoch ausweisen zu können, sollen die Terror-Verdächtigen ein Ersatz-Dokument bekommen, das jedoch einen Ausreise-Sperrvermerk enthalten und außerhalb Deutschlands nicht gültig sein soll.

Eine Kennzeichnung des Personalausweises als Alternative lehnt das Innenministerium ab: "Das nachträgliche Aufbringen eines permanenten manipulationssicheren Ausreisesperrvermerks auf bereits ausgegebene Personalausweise ist technisch nicht möglich", heißt es zur Begründung im Gesetzentwurf.

Die Ausstellung eines Ersatzdokuments soll nicht kostenlos sein: geplant ist, die Betroffenen mit einer Verwaltungsgebühr von ca. zehn Euro zur Kasse zu bitten - jede Verlängerung soll sechs Euro kosten. Zur Begründung heißt es in dem Gesetzentwurf, die Unterbindung der Reisebewegungen sei im Zusammenhang mit dem jihadistischen Terrorismus "von herausragender Bedeutung".

Sowohl im Inland als auch für deutsche Einrichtungen und Interessen im Ausland - speziell in islamisch geprägten Staaten - bestehe auf Grund der weltweiten Ereignisse "eine hohe abstrakte Gefährdung" durch den islamistischen jihadistischen Terrorismus.

Diese Gefährdung könne sich "jederzeit in Form von Anschlägen unterschiedlicher Dimension und Intensität realisieren". Die Reisen von radikalisierten Islamisten nach Syrien oder den Irak seien dabei ein "zentrales Problem".

Eine "besondere Gefahr" gehe dabei von "Rückkehrern mit Kampferfahrung und Kontakt zu jihadistischen Gruppen" aus, heißt es im Gesetzentwurf.

Die Kosten für die Umsetzung der Pläne werden vom Bundesinnenministerium mit 400.000 Euro veranschlagt.


Aus: "De Maizière will Jihadisten bis zu anderthalb Jahre Personalausweis entziehen" (26.11.2014)
Quelle: http://www.presseportal.de/pm/51580/2890331/de-maizi-re-will-jihadisten-bis-zu-anderthalb-jahre-personalausweis-entziehen

---

Quote
[...] Den geplanten Sonderausweis für Islamisten müssen die Betroffenen offenbar selbst bezahlen. Laut den vom rbb Inforadio veröffentlichten Einzelheiten zum Gesetzentwurf wird der Ersatz für den herkömmlichen Personalausweis 10 Euro kosten und sechs Monate gültig sein. Er kann zweimal verlängert werden, was jeweils 6 Euro kosten soll. Danach muss ein neuer Ausweis beantragt werden, mit dem die Ausreise aus der Bundesrepublik verhindert werden soll. Zum Vergleich: Der 10 Jahre lang gültige Personalausweis kostet derzeit 28,80 Euro und kann zur elektronischen Identifikation eingesetzt werden.

Der Sonderausweis für Islamisten soll nach einer Änderung des Personalausweisgesetzes an Personen ausgehändigt werden, denen der Personalausweis entzogen wurde, weil sie im Verdacht stehen, sich Terrorgruppen anschließen zu wollen. Mit dem maximal 18 Monate gültigen Dokument können sie der gesetzlichen Ausweispflicht nachkommen, aber nicht aus Deutschland ausreisen, weil das Dokument außerhalb Deutschlands nicht gültig ist.

Im Gesetzentwurf für den Sonderausweis findet sich ein Passus, warum der herkömmliche "neue Personalausweis" (nPA) nicht zum Einsatz mit einer Sonderkennzeichnung genutzt werden kann: "Das nachträgliche Aufbringen eines permanenten manipulationssicheren Ausreisesperrvermerks auf bereits ausgegebene Personalausweise ist technisch nicht möglich". Ein solcher Sperrvermerk könnte zwar im hoheitlichen Teil des nPA-Chips gespeichert werden, doch nicht auf dem Kartenkörper selbst. Dies aber ist erforderlich, weil der Ausweis auch ohne Lesegerät geprüft werden muss.

Betroffene, denen der Personalausweis entzogen wird, müssen den von der Bundesdruckerei herzustellenden Sonderausweis beantragen, der 10 Euro kostet und sechs Monate lang gültig ist. Dieser Sonderausweis kann zweimal für jeweils sechs Euro verlängert werden, wobei die Polizeibehörden für die Verlängerung zuständig sind, die den Personalausweis des Betroffenen eingezogen haben. Auf diese Weise wirkt der Ausweis wie eine Meldepflicht-Auflage.

Entscheiden die Behörden, dass Betroffene weiterhin den Sonderausweis mit sich tragen müssen, muss nach 18 Monaten ein neuer Ausweis bestellt werden. "Wir wollen verhindern, dass der Terrorismus von Deutschland aus exportiert wird. Wir wollen erst recht verhindern, dass geschulte Terroristen zumal, wenn sie aus Deutschland gekommen sind nach Deutschland zurückkehren und hier Anschläge verüben", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Vorhaben in der Haushaltsdebatte des Bundestages. Für die gesamte Umsetzung des Sonderausweises schätzt sein Ministerium die anfallenden Kosten auf 400.000 Euro. (Detlef Borchers) / (axk)

Quote
27. November 2014 05:24
weil sie im Verdacht stehen, sich Terrorgruppen anschließen zu wollen!!!!!!!!!!!
GSgo9v6a

... jemand soll also seiner Rechte beraubt werden, weil er IM VERDACHT
steht (also noch nichts bewiesen), sich einer Gruppe anschliessen zu
WOLLEN (hat es also noch nicht getan?)

das soll ein Rechtsstaat sein? ...


Quote
26. November 2014 22:49
Übler Beigeschmack ...

Homer77

[Aufgrund der Verordnung über Reisepässe von Juden vom 5. Oktober 1938 (RGBl. I, S. 1342 / GBlÖ S. 2268) wurden deren Pässe für ungültig erklärt und eingezogen oder mit einem Judenstempel versehen. Deutschen Juden war damit ein unbemerkter Grenzübertritt im visafreien Grenzverkehr unmöglich geworden.]
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_Reisep%C3%A4sse_von_Juden

Quote
26. November 2014 23:27
Re: Übler Beigeschmack ...

bgks

> https://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_%28DDR%29

DDR-Bürgern war damit ein unbemerkter Grenzübertritt im visafreien
Grenzverkehr unmöglich geworden.

Passt übrigens besser. Denn Du hast offenbar übersehen, dass es
Deiner Quelle nicht um die Ausreise aus dem Deutschen Reich oder die
Wiedereinreise ins Deutsche Reich ging, sondern um die Einreise in
primär die Schweiz.
»Juden sollte der Grenzübertritt nur noch gestattet sein, wenn die
zuständige schweizerische Vertretung eine „Zusicherung der
Bewilligung zum Aufenthalt in der Schweiz oder zur Durchreise durch
die Schweiz“ im Pass vermerkt hatte.«



Quote
26. November 2014 19:24
So ein Ausweis kommt sicher super bei

Sephi2

Vermietern, Arbeitgebern, Banken, usw an. Perfekt um mal auf Verdachtsbasis ein Leben zu zerstören.


Quote
26. November 2014 19:16
Die schlimmsten Dinge entstehen aus gutem Willen

ti59

Es gab schon mehrere deutsche Staaten, die Bürger nach
ihrer Gesinnung be- und verurteilt haben.

Und die sie in ihrer Reisefreiheit behindert haben.

Damit das _nie_ wieder passiert wurde ein Grundgesetz eingeführt.

Das jetzt der Innenminister, also der Hüter genau dieses Gesetzes,
mit Füßen tritt.

Menschlich verstehe ich die gute Intention.

Als Bürger wird mir Angst und Bange.

- MHi



Aus: "Deutscher Islamisten-Ausweis soll 10 Euro kosten" (26.11.2014)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutscher-Islamisten-Ausweis-soll-10-Euro-kosten-2466591.html

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[Seit dem Beginn des Konflikts im Jahr 2009... ]
« Reply #195 on: December 03, 2014, 05:40:17 PM »

Quote
[...] KANO afp | Bei einem weiteren Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Extremisten im Nordosten Nigerias sind offenbar mehr als 150 Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet worden. Rettungskräfte und Ärzte berichteten am Mittwoch, nach der Attacke auf die Stadt Damaturu am Montag seien 115 Leichen ins Krankenhaus gebracht worden. Darüber hinaus wurden sechs Soldaten und 38 Polizisten getötet, wie ein Polizeisprecher erklärte. Auch einige Angreifer sollen unter den Toten sein.

Mutmaßliche Kämpfer der Extremistenorganisation Boko Haram hatten am Montag mehrere Stunden lang Polizeistützpunkte attackiert. Zeugen berichteten von „Chaos“ in der Stadt. Auch vor einem Gefängnis, in dem Boko-Haram-Mitglieder festgehalten werden, soll gekämpft worden sein. Eine private Anti-Boko-Haram-Miliz berichtete, 40 Angreifer seien getötet worden. Eine offizielle Opferzahl gab es auch am Mittwoch weder von der Regierung noch vom Militär.

Damaturu ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaats Yobe. Im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft Boko Haram seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat. Seit dem Beginn des Konflikts im Jahr 2009 fielen den Angriffen der Extremisten auf Armee, Behörden, Schulen und Kirchen mehr als zehntausend Menschen zum Opfer.

Erst am Freitag wurden bei einem Angriff auf eine Moschee in der Millionenstadt Kano mindestens 120 Menschen getötet. Am Montag, dem Tag der Attacke in Damaturu, sprengten sich auf einem Markt der Boko-Haram-Hochburg Maiduguri zwei Selbstmordattentäterin in die Luft und rissen mehrere Menschen in den Tod. Bei einem Anschlag am selben Ort hatten schon eine Woche zuvor zwei Attentäterinnen 45 Menschen mit in den Tod gerissen.


Aus: "Anschläge in Nigeria mit 150 Toten" (03. 12. 2014)
Quelle: http://www.taz.de/Boko-Haram-greift-Polizeistuetzpunkte-an/!150608/

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[Am 14. und 15. Februar 2015 kam es zu... ]
« Reply #196 on: February 15, 2015, 12:52:28 PM »

Am 14. und 15. Februar 2015 kam es zu zwei Anschlägen in Kopenhagen, Dänemark. Am Nachmittag nahm ein Täter das Kulturzentrum Krudttønden im Stadtteil Østerbro unter Beschuss. Dabei wurden ein Mann getötet und drei Polizeibeamte verletzt. Ziel des Anschlages war eine Diskussionsveranstaltung zur Thematik Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_in_Kopenhagen_2015

---

"Islamischer Staat"Beginnend mit Worten, endend mit Blut" Georg Seeßlen (15. Februar 2015)
Extremisten konkurrieren um die Jugend des Westens. Warum wird gerade der IS zur neuen Heimat der Enttäuschten? 15 Anmerkungen zu europäischen Dschihadisten...
http://www.zeit.de/kultur/2015-02/islamischer-staat-dschihadisten-aus-europa-essay

---

Quote
[...] Journalisten und Zeichner sind immer wieder Ziele islamistischer Anschläge. Die Polizei geht auch in Kopenhagen von einem Terrorakt aus. Ein Überblick.

Januar 2015: Die Brüder Chérif und Saïd Kouachi stürmen in Paris die Redaktionsräume des religionskritischen Satiremagazins Charlie Hebdo. Sie erschießen zwölf Menschen, darunter neun Journalisten. Zu den Toten zählt auch der unter dem Künstlernamen Charb bekannte Zeichner und Chef des Magazins, Stéphane Charbonnier. Die Polizei erschießt die Brüder zwei Tage nach dem Anschlag.

Februar 2013: Der 70 Jahre alte dänische Journalist Lars Hedegaard übersteht in Kopenhagen ein Attentat unverletzt. Den unbekannten Täter kann er selbst in die Flucht schlagen. Zuvor hatte eine Pistolenkugel den Kopf des Islamkritikers knapp verfehlt. Hedegaard war Ende der 1980er Jahre Chefredakteur der linksliberalen Tageszeitung Dagbladet Information und stellte sich hinter die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten.

November 2011: Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Am selben Tag war ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien erschienen. Das Magazin hatte sich deshalb in Scharia Hebdo umbenannt, als Chefredakteur war der Prophet Mohammed benannt worden.

Mai 2011: Ein Kopenhagener Gericht verurteilt den Tschetschenen Lors Dukajew für einen versuchten Anschlag auf die Zeitung Jyllands-Posten zu zwölf Jahren Haft. Der 25-Jährige hatte sich 2010 in Kopenhagen bei der Explosion seines Sprengstoffes verletzt. Er wollte eine Briefbombe an die Redaktion der Zeitung schicken.

Mai 2010: Zwei Männer werfen Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. Auf den Zeichner wurde bereits 2007 im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150.000 Dollar ausgesetzt.

Januar 2010: Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, von dem die Mohammed-Karikaturen in Jyllands-Posten stammen, entkommt nur knapp einem Attentat. Bereits 2008 hatten die dänischen Behörden Mordpläne gegen ihn aufgedeckt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

November 2004: Der niederländische Islamkritiker Theo van Gogh wird in Amsterdam von einem muslimischen Extremisten ermordet. Er hatte einen Film über die Unterdrückung der Frauen im Islam gedreht. Auf der Leiche hinterließ der Täter einen Brief mit Morddrohungen gegen weitere Niederländer.

Quote
   zettpunkt
    vor 2 Stunden 1 Minute

2. Bei der Nabelschau sollten die jüdischen Opfer ...

... in Paris und Kopenhagen, Brüssel, Toulouse etc. nicht vergessen werden.

Journalisten und Karikaturisten wird die Provokation unterstellt, die den islamistischen Terror nach sich zieht. Der Begriff der "Schere im Kopf" wird dann angeführt, wenn Journalisten, Karikaturisten und Künstler kritische Auseinandersetzungen mit dem Islam unterlassen.

Diese Möglichkeit haben jüdische Mitbürger nicht.
Sie bleiben Zielscheibe des antisemitischen Terrors.


Quote
   Veräntergung
    vor 1 Stunde 56 Minuten

4. Der Stürmer

Diese Karikaturen und gerade Hebdo erinnern mich sehr an den Stürmern. Die Mulsime und der Islam darin werden in einer Weise dargestellt, die einem an diese andere Hetzschrift erinnert.



Quote
   Demokläs
    vor 1 Stunde 49 Minuten

6. das hatten wir schon mal

"Diese Karikaturen und gerade Hebdo erinnern mich sehr an den Stürmern"

Und ihre Vergleich ist genau so *Glücklich* wie von Göbbels mit Gorbatschov!


Quote
   zettpunkt
    vor 1 Stunde 41 Minuten

7. Mich erinnern die antijüdischen Karikaturen in arabischen Medien an den Stürmer.

http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37971/medien-in-nahost?p=all

http://www.deutschlandradiokultur.de/nazi-propaganda-auf-arabisch.1079.de.html?dram:article_id=176254

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nahost-medien-quotenjagd-mit-antisemitismus-a-400708.html


Quote
   Begleiterscheinung
    vor 1 Stunde 49 Minuten

10. Wie Sarah Wagenknecht richtig bemerkte ...

...müssen die Aktionen in Paris und Kopenhagen mit den brutalen und hinterhältigen Dronenmorden der Amerikaner in Relation gesetzt werden.


Quote
   Standpunkt
    vor 1 Stunde 44 Minuten

14. Nein...

müssen, ja DÜRFEN sie nicht.

Die Ermordung der CH-Redakteure erfolgte nicht wegen der "Drohnen-Angriffe", sondern wegen der "Beleidigung des Propheten". Sie erinnern sich noch an das Gegröle der Mörder - von Amateurvideos aufgenommen?
"Wir haben den Propheten gerächt!"

Ihre Einlassung ist daher barer Unsinn und eine Relativierung dieses Verbrechens.


Quote
   Danaeer
    vor 1 Stunde 48 Minuten

11. zu 4: über Politik, Religion und öffentliche Meinung muss sich

lustig gemacht werden dürfen, gerade über solche Vorschriftengeber und deren theoretische Quellen, die angeblich wissen und beinhalten, was gut und richtig für die Menschen ist. Für mich ist das unverzichtbarer Bestandteil der Meinungsfreiheit: und wenn Religionsfanatiker meinen, andere dafür, also unziemliche Meinung umbringen zu dürfen/müssen, darf sich jeder Attackierte mittels aller Möglichkeiten erwehren.

Wie oft waren schon Paepste und katholische Kirche Objekte satirischer Begierden? Der Papst Benedikt auf dem Titanic-Cover?

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich! İhre Gleichsetzung empfinde ich als ausgesprochen unpassend!


Quote
   Demetrios I. Poliorketes
    vor 1 Stunde 41 Minuten

15. bei insgesamt 18000 Opfern von Terroranschlägen weltweit. .

...und jährlich erzeugt diese kleine Aufzählung aus Europa mit berufsspezifischer Ausrichtung eher eine Relativierung gruppenbezogener rassistischer Gewalt durch Heraustellen von Einzeltätern, denn ein umfassendes Bild


Quote
   repugna
    vor 1 Stunde 37 Minuten

19. Der Westen versteckt sich gerne unter Schlagwörtern wie Meinungsfreiheit und Demokratie, meint aber immer "eure Kultur ist unseren unterlegen und deshlab können wir uns das Recht nehmen es zu karikieren." Vor Meinungsfreiheit steht aber immer noch Respekt. Respekt vor der Religion anderer, vor der Kultur anderer, vor den Resourcen und Gütern anderer etc. Wer das Ander nicht respektiert, kann auch kein Respekt erwarten und die Konsequenzen sind bekannt. Muslime haben Frankreich oder Dänemark versucht zu kolonisieren und die eigene Lebensart aufzuzwingen. Das waren immer nur die Europär und jetzt versuchen sie unter dem Vorwand den Islamismus zu bekämpfen wieder zu kolonisieren oder zu mindestens ihre Pfründe zu sichern. Oder warum befinden sich französische Armeeeinheiten in Mali. Etwa Dremokratie oder Meinungsfreiheit zu eatblieren? Nein, einzig dem Zweck das Yellow Cake für ihre Kernkraftwerke zu sichern und sonst nichts. Hätten sie Demokratie im Sinn gehabt als sie die nahöstlichen Staaten okkupierten, dann hätte man vielleicht schön länst demokratische Verhältnisse hier.


Quote
   ah-ha
    vor 1 Stunde 23 Minuten

24. Die Welt wäre eine bessere

ohne den Islam.

Man sollte diese Religion verbieten und die Anhänger derselben ausweisen.


Quote

    Arlequin
    vor 46 Minuten

Seit wann zeigt sich denn dieses Problem des radikalen (d.h. mörderischen/faschistoiden) Islamismus?

Meines Wissens erst seit ca. 30 Jahren. Vielleicht sollte hier kritisch und selbstkritisch Ursachenforschung erfolgen, anstatt wahllos jedem Gemüsehändler Ausbürgerung anzudrohen.



Aus: "Terrorismus: Von "Charlie Hebdo" bis Theo van Gogh" (15. Februar 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/terrorismus-kopenhagen-charlie-hebdo-theo-van-gogh-ueberblick
« Last Edit: February 15, 2015, 12:55:41 PM by Textaris(txt*bot) »
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[In Pakistan kommt es immer wieder... ]
« Reply #197 on: March 15, 2015, 01:31:49 PM »

Quote
[...] Pakistan ist wegen ständigen Terrors von Extremisten in Alarmstimmung, vor allem seit dem Angriff der Taliban auf eine Schule in Peshawar im Dezember. Damals waren 150 Menschen getötet worden, vor allem Schüler. Oft wird die muslimische Minderheit der Schiiten getroffen. Doch gab es schon 2013 in Peshawar auch einen Angriff auf eine Kirche, bei dem 85 Menschen getötet wurden. ...


Aus: "Tote bei Anschlägen auf christliche Kirchen" (15. März 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/pakistan-anschlag-kirchen-taliban

---

Lahore ist mit 7.092.000 Einwohnern nach Karatschi die zweitgrößte Stadt Pakistans (Stand 2010). Sie liegt am Ufer des Flusses Ravi, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Indien entfernt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lahore

---

Quote
[...] Lahore - Zwei benachbarte Kirchen in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind Ziel von Anschlägen der Taliban geworden. Beim Gottesdienst am Sonntag hätten zwei Selbstmordattentäter die Gotteshäuser angegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Als Wachleute die Extremisten am Eingang stoppen wollten, hätten sich die Angreifer in die Luft gesprengt.

Außer den Attentätern seien 14 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Nach Krankenhausangaben wurden mehr mindestens 78 Menschen verletzt. Eine Splittergruppe der radikal-islamischen Taliban in Pakistan übernahm die Verantwortung für die Anschläge. Es werde weitere derartige Angriffe geben, schrieb ein Taliban-Sprecher in einer E-Mail an Journalisten.

Aufgebrachte Anwohner lynchten nach den Anschlägen zwei Personen, die verdächtigt wurden, in die Angriffe verwickelt gewesen zu sein. Die beiden Opfer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: "Das hätte nicht passieren dürfen."

Ein Zeuge sagte einem pakistanischen TV-Sender, der Haupteingang einer Kirche sei geschlossen gewesen, die Gläubigen hätten das Gebäude über eine Nebenpforte betreten. "Ein Bomber hat sich bei dieser Pforte in die Luft gesprengt." Mitten im folgenden Chaos sei die nächste Explosion zu hören gewesen.

"Ich saß bei einem Laden nahe der Kirche, als ich die Explosion hörte", sagte ein weiterer Zeuge. "Ich bin zu der Stelle gelaufen und habe gesehen, wie jemand mit einem Sicherheitsmann rang." Als der Angreifer es nicht geschafft habe, in die Kirche einzudringen, habe er sich in die Luft gesprengt.

Die betroffenen Kirchen - eine katholische und eine protestantische - liegen in Yohana Abad, einem von vielen Christen bewohnten Viertel Lahores. Die Bevölkerung der Stadt hat eine große christliche Minderheit. Lahore gilt als vergleichsweise sicher, aber seit gescheiterten Friedensgesprächen mit den Taliban im vergangenen Jahr ist die Lage auch dort angespannt.

In Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen von Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.

ulz/AP/Reuters/dpa



Aus: "Anschläge in Pakistan: Taliban töten Christen beim Gottesdienst" (15.03.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/anschlaege-in-lahore-taliban-toeten-pakistanische-kirchgaenger-a-1023611.html

http://www.zeit.de/news/2015-03/15/pakistan-sechs-tote-und-50-verletzte-bei-taliban-anschlag-in-lahore-15090010
« Last Edit: March 15, 2015, 10:40:16 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Der Händler Badamasi Amin berichtete... ]
« Reply #198 on: July 17, 2015, 07:56:32 AM »

Es ist ein Land mit großer kultureller Vielfalt: Im ganzen Land werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Außerdem sind hier zahlreiche westafrikanische Religionen anzutreffen. Allerdings herrschen auch oftmals mit Gewalt ausgetragene ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlich-animistischen Süden. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Nigeria

Die Geschichte Nigerias umfasst die Geschichte des seit 1960 unabhängigen westafrikanischen Staates Nigeria und der britischen Kolonien und Protektorate, aus denen der moderne Staat hervorgegangen ist. Die Grenzen des heutigen Nigeria sind das Ergebnis der Abgrenzung britischer Kolonialmacht von einer im 19. Jahrhundert französisch bzw. deutsch kolonialisierten Umgebung. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Nigerias

https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_Nigerias

Mit dem Scharia-Konflikt in Nigeria wird ein bewaffneter Konflikt um die Islamisierung des Landes zwischen militanten Gruppen, verschiedenen Vertretern religiöser Gruppierungen und der Regierung Nigerias bezeichnet. Erhard Kamphausen von der Missionsakademie der Universität Hamburg sprach von einer „geistlichen Kriegführung“ in muslimischen Kerngebieten. ... (07/2015)
https://de.wikipedia.org/wiki/Scharia-Konflikt_in_Nigeria


Quote
[...] Bei einem Doppelanschlag auf den zentralen Markt der Stadt Gombe im unruhigen Nordosten Nigerias sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Zudem seien 71 Menschen verletzt worden, mehrere davon so schwer, dass sie in Lebensgefahr schwebten, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. Die Opferzahl könne weiter steigen.

Viele Kinder und Frauen waren demnach unter den Toten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Das Attentat trägt jedoch die Handschrift der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram, die in der Region immer wieder derartige Angriffe begeht.

Der Händler Badamasi Amin berichtete, die erste Explosion habe sich an einem Schuhladen ereignet. Während er sich mit Kollegen und Kunden um die Verletzten kümmerte, sei die zweite Bombe wenige Minuten später auf der gegenüberliegenden Straßenseite detoniert. Der Markt war zu diesem Zeitpunkt voller Menschen, die vor dem Fest Eid al-Fitr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Freitag letzte Einkäufe erledigen wollten.

Gombe war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Bomben- und Selbstmordanschlägen. Im Februar hatten hunderte Kämpfer von Boko Haram die Stadt gestürmt und über Stunden auf die Bewohner gefeuert. Der gleichnamige Staat grenzt an die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa, die am schwersten vom Aufstand der Islamisten betroffen sind. Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt gegen den nigerianischen Staat. Dieser setzt Truppen ein, um die Terrorgruppe zurückzudrängen. Seitdem wurden in dem Konflikt mehr als 15.000 Menschen getötet.

kev/AFP/Reuters


Aus: "Nigeria: Dutzende Tote bei Bombenanschlag auf einem Markt" (17.07.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigeria-dutzende-tote-bei-doppelanschlag-auf-einem-markt-a-1044097.html
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[Am 10. Oktober 2015... ]
« Reply #199 on: October 19, 2015, 03:15:54 PM »

Quote
[...] Am 10. Oktober 2015 wurden zwei Selbstmordattentate in der türkischen Hauptstadt Ankara verübt. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen starben 102 Menschen[1] und mehr als 500 wurden verletzt.[2] Es handelt sich um den schwersten Terroranschlag in der Geschichte der Türkei. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_Ankara_2015 (18. Oktober 2015)

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[Wie würden.. ]
« Reply #200 on: October 26, 2015, 11:33:21 AM »

Quote
[....] Es geht Schlag auf Schlag. Vergangenes Wochenende sticht ein Flüchtlingsfeind die Kölner CDU-Politikerin Henriette Reker nieder, am Mittwoch nimmt die Polizei in Franken eine Gruppe Rechtsextremisten fest, die mit hochexplosiven Böllern eine Unterkunft für Asylbewerber angreifen wollte. Seit Monaten vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Gebäude brennt, in das Flüchtlinge einziehen sollen oder in dem schon Menschen leben.

Anfang Oktober zündelte ausgerechnet ein Feuerwehrmann im sauerländischen Altena auf dem Dachboden eines Hauses, in dem sieben syrische Flüchtlinge einquartiert waren, darunter eine schwangere Frau. Der Hass auf Asylbewerber oder Migranten insgesamt mündet offenkundig in rechten Terror. In Ost und West, in Dörfern und Städten. Als seien rassistische Anschläge eine Art Volkssport.

Da hilft kein Verdrängen und kein Relativieren: Die Bundesrepublik wird mit „homegrown terror“ konfrontiert. Der Begriff ist in den Sicherheitsbehörden für militante einheimische Islamisten reserviert, doch diese Exklusivität ist überholt. Wie auch der juristische Terrorbegriff. Das Strafgesetzbuch kennt nur „terroristische Vereinigungen“, für die es mindestens drei Tatverdächtige braucht. Nach dieser Logik sind der Messerstecher von Köln und der Brandstifter von Altena keine Terroristen. Das wirkt weltfremd.

Die Bundesanwaltschaft konnte den Fall Köln denn auch nur wegen der „Schwere der Tat und der mit ihr vom Beschuldigten angestrebten Signalwirkung“ übernehmen. Beim geständigen Täter von Altena hingegen sah der Staatsanwalt nicht einmal ein politisches Motiv, sondern nur eine „persönliche Überzeugung“. Der Brandstifter und sein Komplize kamen frei. Wenigstens wird gegen die bayerischen Neonazis, die lebensgefährliche Böllerbomben auf Flüchtlinge werfen wollten, wegen des Verdachts der Bildung einer „kriminellen Vereinigung“ ermittelt.

Der Mangel an Klarheit in Wahrnehmung und Sprache von Staat und Politik hat leider Tradition. In den meisten Bundesländern wird die Zahl rechter Morde kleingerechnet. Nur ein Beispiel: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wertet bis heute den Angriff eines Ex-Söldners, der 2003 in Overath einen Anwalt, dessen Frau und die Tochter erschoss, nicht als rechtes Tötungsverbrechen. Obwohl das Landgericht Köln dem Täter eine nationalsozialistische Motivation bescheinigte.

Wie würden das Verbrechen von Overath und jetzt die Messerattacke in Köln sowie die Anschläge auf Flüchtlingsheime genannt, wären Islamisten die Täter? Da gäbe es in Staat und Politik keine Zweifel: Das ist Terror.

Doch bei geplanter, zielgerichtet lebensgefährdender Gewalt von rechts wird oft gedruckst. Obwohl nach dem NSU-Schock, der die Republik vor vier Jahren erschütterte, Staat und Politik deutlich mehr Sensibilität versprachen. Es gab auch Reformen, doch sie reichen offenbar nicht weit genug für die Erkenntnis: Deutschland wird mit einem Rechtsterrorismus neuen Typs konfrontiert. Er ist weniger organisatorisch strukturiert als informell über das Internet und doch brandgefährlich. Sind uns Terroristen mal wieder einen Schritt voraus?


Aus: "Gewalt gegen Flüchtlinge und Politiker: Bei Terror von rechts wird oft gedruckst" Frank Jansen (26.10.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/gewalt-gegen-fluechtlinge-und-politiker-bei-terror-von-rechts-wird-oft-gedruckst/12495436.html

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[Eine unvollständige Chronik... ]
« Reply #201 on: November 14, 2015, 06:37:43 PM »

Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Nach Angaben der französischen Regierung wurden 130[1] Menschen getötet und 352 verletzt, davon 97 schwer. Außerdem starben sieben der Attentäter in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Attacken. Zu den Anschlägen bekannte sich die terroristische Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS). ... (Stand: 13.06.2016)
https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_13._November_2015_in_Paris | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen

---

Quote
[...] 14.11.2015 Ausland - Anschläge: Eine unvollständige Chronik von 2015
Insbesondere Frankreich ist Ziel von islamistischen Terroranschlägen

Die mutmaßlich islamistisch geprägten Anschläge vom Freitag, dem 13. November 2015 sind mit – nach derzeitigen Erkenntnissen 128 Opfern - die vorläufig blutigsten in diesem Jahr. Immer wieder versuchen islamistische Täter westliche Einrichtungen und Bürger zu treffen. Auftakt war der Angriff auf das französische Satiremagazin »Charlie Hebdo« in Paris im Januar.

12. November: Die italienische Polizei deckt ein islamistisches Terrornetz auf. Die verhafteten 16 Kurden und ein Kosovare sollen geplant haben, Geiseln zu nehmen und so den in Norwegen inhaftierten Terrorchef Mullah Krekar freizupressen.

31. Oktober: Über der ägyptischen Halbinsel Sinai stürzt ein Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia ab. Alle 224 Insassen – es sind vor allem russischen Touristen auf dem Heimweg – stürzt ab. Obwohl die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, gehen Geheimdienste, wohl auch der russische FSB, davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag als Rache für den massiven Einsatz Russlands in Syrien handelt. Die Islamistengruppe Ansar Beit al-Makdis (»Unterstützer Jerusalems«) behauptet ihre Täterschaft.

29. Oktober: In Frankreich wird ein mutmaßlicher Dschihadist festgenommen. Er soll einen Anschläge auf Soldaten in Toulon nahe Marseille geplant haben. Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, weil er Ende vergangenen Jahres versucht hatte, nach Syrien zu gelangen. Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass derzeit mehr als 500 Franzosen in Syrien und im Irak an der Seite der IS-Miliz kämpfen. Rund 750 weitere Landsleute wollen demnach offenbar in die Region reisen.

21. August: Ein 25-jähriger marokkanischer Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel - Paris von Fahrgästen überwältigt. Zwei Passagiere werden verletzt, bevor Mitreisende dem Attentäter die Kalaschnikow-Maschinenpistole entreißen und ihn überwältigen können.

13. Juli: Drei junge Männer werden verhaftet, sie sollen einen Angriff auf eine Militäranlage und die Enthauptung eines Offiziers geplant haben. Die Verdächtigen waren im Alter von 17, 19 und 23 Jahren und sie bekannten sich zum Islamischen Staat.

26. Juni: An einem Hotelstrand in der Nähe der tunesischen Touristenhochburg Sousse erschiesst ein 24-jähriger Einheimischer mit Verbindungen zu radikalen Gruppen 38 ausländische Touristen. Vor allem Briten werden getötet.

18. März: Im Bardo-Museum der tunesischen Hauptstadt Tunis werden 21 Menschen, in der Mehrheit ausländische Touristen, umgebracht. Die Terrororganisation Islamischer Staat bekennt sich zur Tat.

14. Februar: In Kopenhagen feuert ein 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Der Anschlag gilt vermutlich einem Mohammed-Karikaturisten, der jedoch unverletzt bleibt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor er von der Polizei erschossen wird.

3. Februar: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in der südfranzösischen Stadt Nizza drei Soldaten einer Anti-Terror-Patrouille angegriffen. Die Soldaten beschützten ein Gebäude, in dem die israelitische Kultusgemeinde von Nizza, eine jüdische Vereinigung sowie der Radiosender Shalom untergebracht sind.

7. Januar: Beim Attentat auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo« werden in Paris zwölf Menschen getötet. Die beiden Täter kommen zwei Tage später beim Gefecht mit Polizeisondereinheiten ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. hei



Aus: "Anschläge: Eine unvollständige Chronik von 2015" (14.11.2015)
Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/991245.anschlaege-eine-unvollstaendige-chronik-von.html

« Last Edit: June 13, 2016, 02:34:26 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Warum... ]
« Reply #202 on: December 01, 2015, 11:38:20 AM »

Quote
[...] Wolfgang Huber, Bischof a. D. und Professor an der Humboldt-Universität, warnte auf dem Kongress davor, angesichts der Angst vor Terror die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft als „pauschalen Identitätsmarker“ zu verwenden. Die Religionen stünden umgekehrt vor der Aufgabe, „sich gemeinsam zu einem egalitären Universalismus der Menschenwürde zu bekennen“. ...

Quote
     von ralf.schrader
    01.12.2015 09:46 Uhr

Psychiatrie und Terror - Da es sich bei der Radikalisierung von Menschen in Richtung Terror nicht um einen (patho-) psychologischen Tatbestand handelt, können die Psychiater wohl kaum etwas zur Prävention beitragen. Die Wurzeln der Radikalisierung gerade in Frankreich liegen im Nahen Osten der Jahre 1919 und später, sowie in Algerien der 60'er Jahre. ...


...


Aus: "Psychiater über Terror: Warum Jugendliche zu Radikalen werden" Adelheid Müller-Lissner (01.12.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wissen/psychiater-ueber-terror-warum-jugendliche-zu-radikalen-werden/12659408.html

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[Am 12. Juni 2016 im Bundesstaat Florida... ]
« Reply #203 on: June 13, 2016, 02:49:09 PM »

Bei dem Terroranschlag in Orlando wurden am 12. Juni 2016 im Bundesstaat Florida in den Vereinigten Staaten mindestens 51 Menschen getötet und 53 verletzt. Damit war es der folgenschwerste Terroranschlag in den Vereinigten Staaten seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 sowie der schwerste einzelne Gewaltakt gegen die LGBT-Community und eines der verheerendsten Massaker in der Geschichte des Landes. Der Attentäter bekannte sich vor dem Anschlag zum Islamischen Staat (IS). Er war Mitarbeiter der weltgrößten Sicherheitsfirma G4S....
https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschlag_in_Orlando (Stand 13.06.2016)


https://de.wikipedia.org/wiki/Antischwule_Gewalt

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen

---


"Orlando: Was wir über das Massaker wissen" (ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, sk, 13. Juni 2016)
Das Motiv des Attentäters von Orlando gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf, der 29-Jährige war den US-Behörden bekannt. 49 Todesopfer wurden bisher identifiziert. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/orlando-massaker-was-wir-wissen-faq

https://www.taz.de/Angriff-auf-Nachtklub-in-Orlando/!5309036/ (12.06.2016)

Doch die besondere Bedeutung von LGBT-Clubs für eine Minderheiten-Community ging an den beiden Talk-Partnern vorbei, obwohl Owen Jones sie geradezu beschwor: „Wir müssen das als das bezeichnen, was es ist: eine absichtliche Attacke auf LGBT-Leute an einem LGBT-Ort!“ – „Auf die Freiheit aller Leute!“, versuchte Longhurst zu verallgemeinern, doch Jones blieb bei seinem Fokus: „Sie verstehen das nicht, Sie sind nicht schwul!“ – „Es spielt keine Rolle, ob ich schwul bin!“
Jones verwies mehrfach darauf, dass es in den Medien wenige Stimmen von LGBT-Leuten gebe. Und als in der Presseschau dann doch ein Vertreter der Organisation „Stonewall“ zitiert wurde, quasi als Feigenblatt des Ganzen, warf Owen Jones hin und verließ die Runde. ...

https://www.taz.de/TV-Diskussion-um-Orlando-Hintergruende/!5312345/ (13. 6. 2016)

Kühl dürfen nun einige Fakten zur Kenntnis gegeben werden: Anders, als der ARD-Brennpunkt am Sonntagabend erörterte, ist nicht die Frage zu klären, ob es sich eher um einen islamistischen oder homophoben Anschlag mit aktuell 50 Ermordeten handelt. Das ist die falsche Gegenüberstellung, denn der Täter, ein junger Mann, dessen Eltern aus Afghanistan in die USA einwanderten, handelte im Sinne beider Motive.
Der Islamismus von der Sorte des IS hasst Homosexuelle grundsätzlich. Er verabscheut alles, was offen schwul oder lesbisch oder trans* ist, und beabsichtigt, es auszulöschen. Des Täters Vater gab zu Protokoll, dass sein Sohn gewiss verstört war wegen zweier sich küssender Männer, die er gesehen habe. Das sind, sozusagen, Konfrontationen, die im islamistischen Kontext Hass und Wünsche nach Vergeltung auslösen. ...

https://www.taz.de/Kommentar-Angriff-auf-US-Disko/!5312393/ (Jan Feddersen, 13. 6. 2016)

Die Nachrichtenagentur des IS verbreitete eine kurze Erklärung unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle. Darin heißt es: „Der bewaffnete Angriff, der einen Nachtclub für Homosexuelle in Orlando, Florida, zum Ziel hatte und mehr als 100 Tote und Verletzte zurückließ, wurde von einem Kämpfer des Islamischen Staats ausgeführt.“ Beweise wurden aber nicht angeführt. ... Die Bluttat könnte zu einer weiteren Polarisierung in dem ohnehin schon scharf ausgetragenen Wahlkampf in den USA führen. Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Trump forderte Obama zum Rücktritt auf. Er warf dem Präsidenten zu große Nachsicht gegenüber der Gefahr durch islamische Extremisten vor. Trump bekräftigte seine Forderung, Muslimen generell die Einreise in die USA zu verwehren. Trumps voraussichtliche Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton verurteilte das Attentat.
Die Tat von Orlando ist der schwerste Terrorakt in den USA seit den Attentaten vom 11. September 2001. Sie gilt zudem als blutigste Tat eines Einzelschützen in der modernen US-Geschichte. Das Attentat ereignete sich während des Gay-Pride-Monats, in dem im ganzen Land Homosexuellenparaden und Feste stattfinden. In New York ordnete Bürgermeister Bill de Blasio zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für schwule und lesbische Einrichtungen an.
In Los Angeles gingen am Sonntag rund 150.000 Menschen zu einer Schwulen- und Lesbenparade auf die Straße. Die Polizei nahm einen Mann fest, der mit einem Auto voller Waffen unterwegs zu der Parade war. Seine Motive waren nach Angaben der Polizei von Los Angeles zunächst unklar. Verbindungen zu der Tat in Orlando sah sie nicht. ...

https://www.taz.de/Angriff-auf-Gay-Club-in-Orlando/!5312318/ (taz.de, 13. 6. 2016)

(15. Juni 2016): Den neusten Ermittlungen zufolge hat Omar Mateen für seinen Anschlag keine Instruktionen oder Hilfe von Gruppen wie dem "Islamischen Staat" bekommen. Vielmehr habe er sich selbst radikalisiert. Er sei ein "wütender, verstörter, instabiler junger Mann gewesen", sagte der US-amerikanische Präsident Barack Obama nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/orlando-taeter-ehefrau-mittaeterschaft

« Last Edit: June 15, 2016, 09:18:44 AM by Textaris(txt*bot) »
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[In diesem Moment ist... ]
« Reply #204 on: June 14, 2016, 09:33:09 AM »

Quote
[...] Während des tödlichen Angriffs auf eine Polizistenfamilie in Frankreich hat sich der Täter auf die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) berufen. Nachdem er einen 42-jährigen Polizisten mit Messerstichen getötet hatte, verschanzte er sich in dessen Haus im westlichen Umland von Paris. Spezialkräfte der Polizei stürmten in der Nacht zum Dienstag das Gebäude und erschossen den Angreifer, sie fanden dort die Leiche der Lebensgefährtin des Polizisten. Der dreijährige Sohn des Paares überlebte.

Die Attacke genau sieben Monate nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November fällt mit der Fußball-EM in Frankreich zusammen, die aus Furcht vor Anschlägen von Zehntausenden Polizisten geschützt wird.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft zog den Fall aufgrund des Vorgehens, des Ziels und der Äußerungen des Täters an sich, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Justizkreisen bestätigt wurde. Der Mann habe sich bei Verhandlungen mit der Polizei-Spezialeinheit RAID auf den IS berufen. Die von der Terrormiliz als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur "Amaq" berichtete zudem unter Verweis auf eine nicht näher spezifizierte Quelle, dass der Täter Kämpfer des IS gewesen sei.

Bei der Attacke auf den Polizisten vor dessen Haus in der Gemeinde Magnanville soll der Mann laut Augenzeugen auf Arabisch „Allah ist groß“ gerufen haben, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Dann habe er die Frau und den dreijährigen Sohn als Geiseln genommen. Das Kind wurde von den Polizisten befreit und blieb unversehrt, stand aber unter Schock.

Über die Identität des Angreifers wurde zunächst nichts bekannt, auch nicht über die Glaubwürdigkeit seiner Berufung auf den IS. Nach Angaben der auf die Beobachtung dschihadistischer Propaganda spezialisierten Firma Site berichtete „Amaq“, dass ein IS-Kämpfer den stellvertretenden Polizeichef der Ortschaft Les Mureaux und dessen Frau mit Stichwaffen getötet habe.

Die getötete Frau war selbst Beamtin des Innenministeriums und arbeitete nach Angaben des Staatsanwalts von Versailles, Vincent Lesclous, als Sekretärin im Polizei-Kommissariat der nahegelegenen Stadt Mantes-La-Jolie. Ihr Mann war laut „Parisien“ stellvertretender Chef der Kriminalpolizei im ebenfalls nahegelegenen Les Mureaux.

„In diesem Moment ist der Schmerz unermesslich“, sagte der Präfekt des Départements Yvelines, Serge Morvan. Eine Anwohnerin bezeichnete das Viertel, in dem sich die Tat ereignete, vor französischen Journalisten als ruhig: „Hier passiert nie etwas.“

Präsident François Hollande verurteilte „diese abscheuliche Tat“. Er sicherte zu, dass die Hintergründe vollständig aufgeklärt würden, und berief für Dienstagmorgen eine Sitzung im Élyséepalast ein. Innenminister Bernard Cazeneuve soll am Morgen zudem die Kommissariate von Les Mureaux und Mantes-la-Jolie besuchen.

Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, denen insgesamt 149 Menschen zum Opfer fielen. Die schwerste Anschlagserie ereignete sich am 13. November, als IS-Terroristen mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln im Pariser Musikclub „Bataclan“, am Stade de France sowie in Bars und Restaurants der Hauptstadt 130 Menschen ermordeten.

Im Vorfeld der laufenden Fußball-EM hatten Behörden immer wieder auf eine anhaltend hohe Terrorgefahr in Frankreich hingewiesen. Nach übereinstimmenden Angaben gab es aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gegen das Turnier.

Nach dem jüngsten Massaker in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Club in der US-Großstadt Orlando hatte die IS-nahe Agentur „Amaq“ ebenfalls behauptet, der Täter gehöre zu der Terrororganisation. Auch dort hatte sich der Todesschütze im Kontakt mit der Polizei zu islamistischen Terrororganisationen bekannt, allerdings passen seine verschiedenen Äußerungen nach Angaben der US-Bundespolizei FBI dem ersten Anschein nach nicht zusammen. (dpa)


Aus: "Polizistenmord nahe Paris - Täter beruft sich auf IS" (14.06.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/drei-tote-in-frankreich-polizistenmord-nahe-paris-taeter-beruft-sich-auf-is/13729902.html][url]http://www.tagesspiegel.de/politik/drei-tote-in-frankreich-polizistenmord-nahe-paris-taeter-beruft-sich-auf-is/13729902.html[/url]

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[Notizen zum Terror... ]
« Reply #205 on: September 20, 2018, 12:56:05 PM »

Quote
[...] Der Filmemacher Erik Poppe hat es gewagt, den Massenmord 2011 auf der norwegischen Insel Utøya zu verfilmen. Damit die Wunde endlich heilen kann, sagt er. Am 22. Juli 2011 zündete der norwegische Rechtsextreme Anders Breivik in Oslo eine Bombe, durch die acht Menschen starben. Wenig später tötete er auf der nahegelegenen Insel Utøya weitere 69 Menschen, 33 verletzte er. Die meisten von ihnen nahmen an einem Ferienlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei teil. Der Täter kam gegen 17 Uhr als Polizist verkleidet auf die Insel. Um 18.27 Uhr wurde er von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Genau so lange wie das Massaker dauert auch der Spielfilm "Utøya 22. Juli", den der norwegische Filmemacher Erik Poppe nun aus dem Attentat gemacht hat.

ZEIT ONLINE: Herr Poppe, welchen Stellenwert haben die Ereignisse vom 22. Juli 2011 heute in der norwegischen Gesellschaft?

Erik Poppe: Norwegen hatte sich zunächst mit dem Täter beschäftigt und ihn vor Gericht gebracht. Dann gab es lange Diskussionen, wie man die Innenstadt von Oslo nach der Bombenexplosion wieder aufbauen und wo die Gedenkstätte hin soll für all die jungen Menschen, die auf Utøya umgebracht wurden. Und schließlich hat sich natürlich Anders Breivik, der Terrorist, permanent neue Sachen einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wir werden im öffentlichen Diskurs immer wieder an die Ereignisse vom 22. Juli erinnert. Sie sind nach wie vor eine große, offene Wunde.

ZEIT ONLINE: Warum haben Sie für Ihren Film so eine ungewöhnliche Form gewählt: 72 ungeschnittene Filmminuten allein aus der Perspektive der Opfer?

Poppe: Als ich mein Filmvorhaben der Opfer-Organisation vorstellte, kam eine Mutter zu mir und sagte: "Wenn Sie an irgendeinem Punkt diese Geschichte sentimentalisieren und einen Unterhaltungsfilm über den Tod meiner Tochter machen, werde ich Ihnen das nie verzeihen." Mir war klar, dass wir den Film so wahrhaftig wie möglich gestalten mussten. Deshalb wurden die Überlebenden als Berater für das Skript, während der Proben und des Drehs eng eingebunden. Viele der Überlebenden erzählten immer wieder, dass sich diese 72 Minuten des Angriffs wie eine Ewigkeit angefühlt haben. Deshalb war es für mich wichtig, dass die Zeit eine eigene Figur im Film wird. Es ging nicht darum zu zeigen, was für tolle Filmemacher wir sind. Es ist gar nicht so schwer einen Film in einem Take zu drehen. Aber wir wollten das Publikum so nah wie möglich an die Situation und die Gefühle derer heranführen, die diese schrecklichen Ereignisse durchleben mussten. Deshalb gibt es keinen Schnitt und keine Musik.

ZEIT ONLINE: Was heißt diese gestalterische Prämisse für die Gewaltdarstellung im Film?

Poppe: Wir haben mehr als vierzig Überlebende jeweils ein bis zwei Tage lang interviewt. Viele dieser Gespräche waren, was die Gewalt angeht, sehr explizit. Aber mir ging es nicht um eine möglichst drastische, sondern um die wahrhaftigste Version der Ereignisse. Wir wollten ja keinen Horrorfilm drehen. Viele denken, dass die Gewalt im Mittelpunkt des Filmes steht. Aber im Grunde sieht man auf der Leinwand keine direkte Gewalt. Die Gewalt spielt sich eigentlich allein auf der Tonspur ab in Form von den Schüssen, die die Jugendlichen hören. Mir war es wichtig, dass der Film für Zuschauer zugänglich bleibt, die keine Gewalt sehen möchten. Natürlich ist es dennoch emotional schwer sich das Ganze anzuschauen. Aber es ist eben auch ein Akt der Loyalität zu den Menschen, die diesen schrecklichen Erlebnissen ausgesetzt waren.

ZEIT ONLINE: Warum kommt der Täter nur einmal kurz und schemenhaft ins Bild?

Poppe: Ich habe keine feste Regel aufgestellt, dass der Täter nicht gezeigt werden darf. Das hat sich direkt aus der Erzählperspektive ergeben. Ich wollte nur so viel von ihm zeigen, wie die meisten Jugendlichen auf der Insel von ihm gesehen haben. Ein klassisches Film-Setup würde wahrscheinlich zwischen den Jugendlichen und dem Täter hin und her schneiden. Aber ich wollte mit diesem Film hundertprozentig auf der Seite der Opfer bleiben. Also habe ich alles nur so gezeigt, wie sie es erlebt haben.

ZEIT ONLINE: Ist das auch ein Statement gegen die Berichterstattung, die sich mehr für die Täter als die Opfer zu interessieren scheint?

Poppe: In der medialen Wahrnehmung solcher Ereignissen geht es ja eher um unsere eigene Beziehung zur Gefahr. Wir interessieren uns für das Böse und die dunklen Mächte. Natürlich ist eine Auseinandersetzung mit dem Täter und seinen Motiven wichtig. Wir müssen herausfinden, was ihn antreibt, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Aber trotzdem stellt sich die Frage: Warum lernen wir den Täter, aber nie die Opfer kennen?

ZEIT ONLINE: Anders Breivik hat die mediale Aufmerksamkeit ja auch gezielt genutzt, um sein rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten ...

Poppe: Ja und ich stimme den Leuten zu, die sagen, dass man diesem Mann nicht noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte. Aber Fakt ist: Jedes Mal, wenn wir über den 22. Juli sprechen, bekommt er genau diese Aufmerksamkeit. Dieses Dilemma müssen wir akzeptieren. Denn wenn wir über die Ereignisse nicht reden, haben wir schon verloren. Unsere Gesellschaft muss durch diesen Heilungsprozess gehen.

ZEIT ONLINE: Welche politischen Konsequenzen hatten diese Anschläge in Norwegen?

Poppe: Die Anschläge waren nicht das Werk eines Verrückten, sondern ein politisch motivierter Terrorakt. Doch der rechtsextreme Hintergrund Breiviks wurde kaum diskutiert. In den Tagen nach dem 22. Juli sind im kleinen Norwegen eine halbe Millionen Menschen aus allen politischen Richtungen auf die Straße gegangen. Daraus ist jedoch keine wirksame Bewegung gegen den erstarkenden Rechtsextremismus entstanden. Der damalige Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat gesagt, dass wir auf die Anschläge nicht mit Angst reagieren, sondern eine noch offenere Gesellschaft erschaffen werden. Aber genau das ist nicht geschehen. In Norwegen herrscht heute genau das gleiche kalte, politisch-rhetorische Klima wie im restlichen Europa.

ZEIT ONLINE: Wie stark sind rechtsextreme Parteien und Gruppierungen heute in Norwegen?

Poppe: In ganz Skandinavien lässt sich ein Aufstieg von rechtsextremen Bewegungen beobachten: Das reicht von militanten und kriminellen Gruppen, die immer stärker und professioneller agieren, bis hin zu populistischen Parteien. Wir haben in Norwegen eine konservative Regierungskoalition, an der auch die rechtspopulistische Fortschrittspartei beteiligt ist. Sie versuchen sich moderater zu geben, propagieren aber ein zynisches Programm, das selbst für die Konservativen inakzeptabel ist. Dennoch ist es besser sie im Parlament zu haben und zu zeigen, wie schwach ihre politischen Positionen sind, als sie auszugrenzen. Ausgrenzung führt nur dazu, dass sie noch stärker und gewalttätiger werden. Das hat der Fall Breivik ja deutlich gezeigt. Wir müssen dem Rechtsextremismus mit Argumenten begegnen und ihn in politischen Debatten offen bekämpfen.

ZEIT ONLINE: Sie haben früher als Fotojournalist gearbeitet. Was kann das Kino, was der Journalismus nicht kann?

Poppe: In einem Kinofilm kann man mit Emotionen anders arbeiten als in einer Nachrichtensendung. Man kann die Zuschauer leichter dazu bringen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Allerdings arbeiten die journalistischen Medien heute auch immer mehr mit den Mitteln des Entertainments. Die Art, wie eine Story strukturiert wird, folgt zunehmend Richtlinien, nach denen auch ein Drama erzählt würde. Das ist eine sehr problematische Entwicklung, weil es zunehmend mehr um Narrative als um die eigentlichen Fakten geht.



Aus: ""Utøya 22. Juli": "Alles so, wie sie es erlebt haben"" Interview: Martin Schwickert  (19. September 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/utoya-22-juli-norwegen-erik-poppe-kino-film

Quote
HUMAN0ID #2

Das sind Erlebnisse, die Überlebende nie wieder aus dem Kopf bekommt.
Nicht mit Traumatherapie, EMDR, Hypnose, Meridian Tapping... es bleibt.
Es lässt sich triggern, es gibt Flashbacks.. Ein Film heilt (löscht) NICHTS.


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Kecke Krokette #5

Eine unfassbare Tat. Unmenschlich. Allerdings habe ich kein Bedürfnis einen Kinofilm mit Popcorn und Cola darüber anzusehen. Vorher in der Werbung wird der nächste Superhelden Blockbuster angekündigt. Nein danke. Im Übrigen auch keinen über Bataclan in Paris oder den Berliner Weihnachtsmarkt.

Als Angehöriger höchstwahrscheinlich noch weniger.
Nur meine persönliche Meinung.


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IT-Guy-Admini #5.1

Unterschreibe ich so.
Der Täter ist evtl. sogar stolz darauf...


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simie #7

Diese generelle Kunstfeindschaft, die in den bisherigen Kommentaren zum Ausdruck kommt, ist schon irritierend.
Es wurde noch jedes wichtige Ereignis in der Kunst verarbeitet. Und das ist auch völlig legitim, ja sogar notwendig.
Neben der soziologischen und historischen Aufarbeitung benötigt man auch eine künstlerische. Manchmal ist die künstlerische in ihren Auswirkungen sogar spürbarer als die wissenschaftliche Aufarbeitung.
Daher ist jede Diskussion, ob jetzt ein einzelnes Werk einem Ereignis angemessen ist, höchstwillkommen, eine generelle Ablehnung, wie hier in einigen Kommentaren zu spüren jedoch schon irritierend.


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Emil Galotti #8

Welche Themen dürfen verfilmt werden und welche nicht? Darf es Tabus geben, und wenn ja welche?
Man ist immer ein wenig hin und her gerissen, bei diesem Thema. Springt der Regisseur nur auf einen fahrenden Zug auf und bereichert er sich am Unglück anderer?
Nein, ich denke, es sollte keine Tabus geben,die Freiheit auch mit bedenklichen Themen umzugehen, sollte in deiner gestandenen Gesellschaft möglich sein, auch kritische Inhalte müssen angepackt werden.

Der Zuschauer können dann selber entscheiden, ob bestimmter Content für sie erträglich sind oder nicht.
Fallen die Kritiken negativ aus, verschwindet der Film sowieso in der Versenkung, gerade auch in dieser schnelllebigen Zeit.
Andererseits kann er aber auch späteren Generationen als historisches Dokument dienen, wenn der Schrecken der Tat schon längst in der Vergangenheit verblasst ist.
So wie wir heute einen Spielfilm über den Holocaust oder über die Sklaverei in Amerika sehen und beurteilen, werden unserer Urenkel auch über diesen Film reden,wenn er denn in Erinnerung aufgrund seiner Güte bleibt!


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[Notizen zum Terror... ]
« Reply #206 on: September 27, 2018, 01:40:00 PM »

"Interaktive Karte Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung" Frank Jansen Heike Kleffner Johannes Radke Toralf Staud (27.09.2018)
Nach Tagesspiegel- und Zeit-Online-Recherchen wurden seit 1990 mindestens 169 Menschen von extrem Rechten getötet. Die interaktive Karte stellt die Fälle dar. Die Zahl der Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung ist deutlich höher als von der Bundesregierung gemeldet. Diese hatte im Juni in der Antwort auf eine Anfrage von Bundestagspräsidentin Petra Pau (Linke) von 83 Toten seit der Wiedervereinigung gesprochen. Recherchen des Tagesspiegels und von „Zeit Online“ ergaben, dass seit 1990 in Deutschland mindestens 169 Menschen von Neonazis und anderen extrem Rechten getötet wurden. Bei weiteren 61 Todesopfern gibt es zumindest Indizien für ein rechtes Motiv des Täters. Auf dieser interaktiven Karte sind im Folgenden alle Fälle verzeichnet und kurz beschrieben. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/interaktive-karte-todesopfer-rechter-gewalt-in-deutschland-seit-der-wiedervereinigung/23117414.html

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[...] Serap Güler ist Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Staatssekretärin für Integration im Kabinett Laschet in Düsseldorf.

Seit dem Einzug der AfD in einige Landesparlamente, spätestens aber seit der vergangenen Bundestagswahl liegt uns offenbar besonders viel daran, die „Wutbürger“ und „Protestwähler“ dieser Nation zu verstehen. Etliche Stunden haben wir als etablierte Parteien damit verbracht, uns Gedanken zu machen, wie wir diese Wähler (wieder)gewinnen können. Schließlich seien das nicht alle Rechtsradikale.

Lange mag das tatsächlich zutreffend gewesen sein. Doch allerspätestens nach den Ereignissen in Chemnitz und Köthen, wo der tragische Tod zweier Menschen dazu missbraucht wird, rechtsextremes Gedankengut offen auszuleben, um Hass und Hetze zu verbreiten, wo auf inszenierten „Trauermärschen“ der Hitlergruß gezeigt wird und auf denen Schulter an Schulter Rechtsradikale mit führenden AfD-Politikern marschieren, allerspätestens jetzt muss allen klar sein, dass jeder, der diese Partei noch wählt, sich als mündiger Bürger mitverantwortlich für die Verbreitung von Hass und Hetze macht. Die Rechtfertigung „aus Protest“ darf nicht mehr gelten. Das Verständnis muss ein Ende haben.

Denen, die das nicht verstehen, möchte ich kurz etwas über meine Mutter erzählen, eine der stärksten Frauen, die ich kenne und die ich für ihren Mut immer bewundert habe. Emanzipiert genug, um sich in den sechziger Jahren in Anatolien zuzutrauen, ihr Kind allein zu erziehen und sich von ihrem Mann zu trennen; mutig genug, um sich als Frau in den Siebzigern als Gastarbeiterin in einem fremden Land zu bewerben; und auch stark genug, um mit einer Diagnose wie Hirntumor umzugehen, und anderen, die Angst um sie hatten, Mut zu machen. Diese starke Frau habe ich ganze zwei Mal in Angst erlebt. 1993 und – jetzt.

Waren Rostock, Hoyerswerda oder sogar Mölln noch weit weg, so war Solingen doch um die Ecke, so nah am Ruhrgebiet; auf einmal wurde nämlich deutlich: Hass kann uns alle treffen, „uns“, also die, die anscheinend immer noch fremd in diesem Land waren. Meine Mutter war gewiss nicht allein mit dieser Angst. Viele Türken, viele Ausländer hatten Angst – Angst vor Hass, denn dieser Hass war bereit zu töten. Ich erinnere mich noch gut daran, dass es einige türkische Familien in unserer Arbeitersiedlung gab, die ernsthaft überlegten zurückzukehren. „Irgendwann erwischen sie uns alle – die Nazis“ war ein Satz, der in jenen Tagen häufig fiel.

Heute ist diese Angst wieder da. Während der Ausschreitungen in Chemnitz waren meine Eltern in einem Kurort siebzig Kilometer davon entfernt. Vor dem ersten Septemberwochenende rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass sie sich unwohl fühle. Mehr noch: Sie habe Angst. Da war es wieder: Chemnitz sei „so nah“, deshalb habe sie sich mit meinem Vater dazu entschieden, die Klinik an dem Wochenende nicht zu verlassen. Ich war nicht in der Lage, ihr aus der Ferne Mut zu machen. Ich hatte Sorge um sie. Die Sorge um einen Menschen, dem Angst im Leben eigentlich etwas Fremdes war.

Meine Mutter ist hier nur ein Beispiel. Es gibt viele Menschen in unserem Land, ob nun mit oder ohne Migrationsgeschichte, die sich durch die aktuellen Ereignisse an die Brandanschläge Anfang der neunziger Jahre erinnert fühlen und Angst haben oder diese nun allmählich bekommen – nicht nur Angst um ihr Leben, sondern auch Sorge, dass sich der Hass wieder verbreitet, von Stadt zu Stadt springt und in einem Inferno endet. Diese Sorge scheint mir berechtigt. Denn im Unterschied zu den neunziger Jahren sitzt heute eine Partei im Bundestag, die tagtäglich den Hass befeuert, die Hitlergrüße als „unappetitlich“ banalisiert und nicht davor zurückschreckt, mit Rechtsextremen und Pegidisten gemeinsam zu marschieren. Darauf angesprochen, fällt dieser Partei nichts Besseres ein, als auf den Linksextremismus hinzuweisen. Doch Extremismus bekämpft man nicht mit Extremismus. Wer nach links schielt, darf nicht blind auf dem rechten Auge sein; und wer diesen Extremismus wählt, rechten oder linken, der macht sich mitschuldig, wenn er sich verbreitet. Keine Wut, kein Ärger über etablierte Parteien rechtfertigt Hass und Hetze auf Menschen, die fremd aussehen oder an etwas anderes glauben. Dafür darf es kein Verständnis geben.

Deshalb wird es allerhöchste Zeit, sich den anderen Ängsten und Sorgen zu widmen: den Ängsten von Menschen wie meiner Mutter und den Sorgen der Demokraten, dass es hier im Grunde nicht um Befindlichkeiten oder Begrifflichkeiten geht, sondern um einen Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Es ist an der Zeit, sich mit der Stimme dagegen zu erheben.


Aus: "Was gibt’s da zu verstehen?: Die AfD gehört zum Hass-Kartell" Serap Güler (27.09.2018)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-verstaendnis-fuer-die-afd-muss-ein-ende-haben-15808343.html
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[Notizen zum Terror... ]
« Reply #207 on: October 01, 2018, 11:22:27 AM »

Quote
[...] Die Bundesanwaltschaft hat gegen Rechtsextreme aus dem Raum Chemnitz Ermittlungen wegen der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung eingeleitet. Das teilte die Behörde am Montag mit. Sechs Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren wurden festgenommen. Ein weiterer sitzt bereits in Haft. Alle sind deutsche Staatsangehörige.

Die Beschuldigten gehören den Angaben zufolge der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an. Sie sollen sich als führende Personen in der rechtsextremistischen Szene Sachsens verstanden haben. Nach der "Oldschool Society" und der "Gruppe Freital" ist es die dritte rechtsterroristische Zelle in Sachsen.

Spätestens am 11. September 2018 haben sich die Beschuldigten den Ermittlern zufolge zu der Gruppierung "Revolution Chemnitz" zusammengeschlossen. Der bereits Inhaftierte Christian K. soll dabei eine zentrale Führungsposition übernommen haben.

Die Beschuldigten verfolgten auf der Grundlage ihrer rechtsextremistischen Gesinnung ein "revolutionäres", auf die Überwindung des demokratischen Rechtsstaates gerichtetes Ziel, hieß es weiter. Dazu sollen sie sollen sie gewalttätige Angriffe und bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende beabsichtigt haben. Zu den politisch Andersdenkenden zählen die Beschuldigten den Erkenntnissen zufolge auch Politiker und Angehörige des gesellschaftlichen Establishments.

Die Verdächtigen hätten bereits versucht, sich halbautomatische Schusswaffen zu besorgen. Bereits am 14. September sollen fünf der Beschuldigten bewaffnet mit Glasflaschen, Quarzhandschuhen und einem Elektroimpulsgerät gemeinsam mit weiteren gewaltbereiten Anhängern anderer rechtsextremer Gruppen auf der Schlossteichinsel in Chemnitz mehrere ausländische Mitbürger angegriffen und verletzt haben.

Wie der Twitter-Account "Straßengezwitscher", der seit Jahren über rechte und fremdenfeindliche Geschehnisse in Sachsen informiert, damals berichtete, handelte handelte es sich laut einem Augenzeugen "ganz klar" um Neonazis, die damals "formiert und zielgerichtet" eine Gruppe Jugendlicher angegriffen hatten. Die Angreifer hätten sich selbst als "Bürgerwehr" bezeichnet.

Unter den Angegriffenen hätten sich Deutsche, Iraner und Pakistaner befunden. Laut Augenzeugenbericht hatten sich die Angreifer im Halbdunkel formiert, seien auf die Jugendlichen zugerannt und hätten sie angegriffen. Eine Person wurde verletzt - sie erlitt eine Schnittwunde am Hals. Augenzeugenberichten zufolge sei versucht worden "alles was linksalternativ aussah, zu jagen und zu schlagen". "Straßengezwitscher" meldete weiter: "Die Staatsanwaltschaft Chemnitz geht aktuell davon aus, dass die Angreifer vorher an der Demonstration von ,Pro Chemnitz' teilgenommen haben." "Pro Chemnitz" hat seit Ende August nach der Tötung des 35-jährigen Deutsch-Kubaners Daniel H. zahlreiche rechte Demonstrationen in Chemnitz organisiert.

Der Übergriff am 14. September sollte den Ermittlungen zufolge ein "Probelauf" für ein von den Beschuldigten für den am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, geplantes, in seinen Einzelheiten aber noch nicht näher aufgeklärtes Geschehen sein, hieß es weiter in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Der Hooligan-Experte Robert Claus hatte Ende August im Tagesspiegel-Interview über ein "hochgefährliches braunes Netzwerk" in Chemnitz berichtet, das sich teilweise schon seit den 90er und Nuller-Jahren zusammengefunden habe. Es habe teilweise sogar Verbindungen zum NSU-Unterstützerumfeld gegeben.


Aus: "Sechs mutmaßliche Rechtsterroristen aus Chemnitz festgenommen"  Matthias Meisner Kai Portmann (01.10.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/bundesanwaltschaft-sechs-mutmassliche-rechtsterroristen-aus-chemnitz-festgenommen/23134048.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/rechte-vorfaelle-in-dortmund-und-chemnitz-nazis-bruesten-sich-mit-antisemitismus/23100866.html

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Quote
[...] Es gab keinen Mob in Chemnitz, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Es gab auch keine Hetzjagden in Chemnitz, zumindest keine belastbaren Hinweise auf solche, sagte der inzwischen abberufene Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen.

Nun, was es offenbar gab in ­Chemnitz, das ist eine siebenköpfige rechtsextreme Terrorgruppe, die Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende plante und bereits dabei war, sich halbautomatische Schusswaffen zu besorgen, um diese Pläne auch in die Tat umzusetzen. Schon Mitte September, während halb Deutschland die semantischen Feinheiten des Begriffs „Hetzjagd“ ­diskutierte, wurde ganz praktisch ­geübt für die zum Tag der Deutschen Einheit am kommenden Mittwoch geplante Tat: Mit Quarzhand­schuhen, Glasflaschen und einem Elektroschocker ausgestattet, zogen die Mitglieder der selbst ernannten Bürgerwehr nach einer rechtsextremen Demonstration von „Pro Chemnitz“ zur Chemnitzer Schlossteich­insel, spielten sich bei einer Ge­burtstagsfeier als Ausweiskontrolle auf und griffen anschließend eine iranisch-pakistanische Gruppe an.

So lauten die Erkenntnisse der Bundesanwaltschaft, die am Montag die Festnahme der mutmaßlichen Rechtsterroristen veranlasste. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, und doch lassen sich schon Parallelen ziehen etwa zu den Rechtsterroristen aus Freital, die 2016 festgenommen wurden: Rassistische Mobilisierungen und rechtsextreme Demonstrationen stellen eben nicht nur unmittelbar für den jeweiligen Tag des Geschehens eine Gefahr dar. Sie sind, und zwar gerade, wenn sie als legitime Meinungsäußerung verharmlost werden, immer auch Ermutigung und Nährboden für eine weitergehende Radikalisierung. Umsturzfantasien sind in der rechten Szene insbesondere in Ostdeutschland allgegenwärtig – wenn es mit den Aufmärschen so gut läuft, warum nicht auch einen Schritt weiter gehen?

Was den Bundesverfassungsschutz angeht, gibt es angesichts der jüngsten Erkenntnisse wieder nur die zwei Möglichkeiten, die schon beim Terrornetzwerk NSU galten: Entweder hat er nichts gewusst, oder er hat die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Eine Daseinsberechtigung für die Behörde ergibt sich aus keiner Variante. ...


Aus: "Kein Mob, sondern Rechtsterroristen" Kommentar von Malene Gürgen (1. 10. 2018)
Quelle: http://www.taz.de/Kommentar-Terrorrazzia-in-Chemnitz/!5536672/

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"Chemnitz: Polizei soll Beleg für rechte Absprachen zu "Jagd" auf Migranten haben" (26. August 2019)
Medien zitieren aus einem LKA-Bericht, wonach sich Rechte vor einem Jahr in Chemnitz tatsächlich zur Jagd auf Menschen verabredet haben – bevor es darum eine Debatte gab. Neue Ermittlungen des sächsischen Landeskriminalamts (LKA) legen laut Medienberichten nahe, dass es bei den rechten Ausschreitungen in Chemnitz vor einem Jahr zu gezielten Angriffen auf Migranten kam. Das berichten Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR unter Berufung auf einen vertraulichen LKA-Bericht. Die Demonstrationen seien durch "eine hohe Gewaltbereitschaft gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten, Personen mit tatsächlichem oder scheinbarem Migrationshintergrund, politischen Gegnern sowie Journalisten" geprägt gewesen, zitierten die Medien aus dem Bericht.  ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-08/chemnitz-hetzjagden-migranten-ausschreitungen-chatprotokolle

« Last Edit: August 26, 2019, 10:07:08 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #208 on: March 16, 2019, 05:23:28 PM »

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) sind am 15. März 2019 mindestens 49 Menschen getötet und weitere 40 Menschen verletzt worden. Die Tat ist nach Zahl der Todesopfer das schwerste Verbrechen in der Geschichte Neuseelands. ... (Stand: 16.03.2019)
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_zwei_Moscheen_in_Christchurch

Quote
[...] Ein übergroßer weißer Schutzanzug, breiter Hüftgurt und Handfesseln: der mutmaßliche Massenmörder von Christchurch wurde am Samstagmorgen Ortszeit dem Richter vorgeführt. Nur Medien waren im Gerichtssaal zugelassen, für die Öffentlichkeit waren die Räumlichkeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Der Australier wurde offiziell des Mordes angeklagt. Eine Entlassung auf Bewährung beantragte er nicht. Am 5. April muss er erneut vor dem Gericht erscheinen. 49 Menschen, die eben mit dem Freitagsgebet begonnen hatten, soll der 28-jährige Australier am Freitag in zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch erschossen haben. Unter ihnen seien auch Kinder, so Premierministerin Jacinda Ardern. Das jüngste Todesopfer war zwei Jahre alt, das älteste 60.

39 weitere Gläubige befinden sich noch in Krankenhäusern. 11 liegen mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation. Der Täter hatte seinen Amoklauf gefilmt und live im Internet gezeigt. In einem 74 Seiten starken "Manifest" bekannte er sich zu rechtsextremem Gedankengut und seinem Hass gegen Muslime und Einwanderer.

Ardern meinte, der mutmaßliche Amokläufer sei nur 36 Minuten nach dem ersten Alarm von der Polizei festgenommen worden. Laut Polizei hatte er fünf Waffen bei sich, darunter zwei halbautomatische und zwei umgebaute Gewehre. Er sei unterwegs gewesen, um weitere Menschen zu ermorden, so Ardern. "Er hatte absolut die Absicht, seine Attacke fortzuführen".

Der Täter gefiel sich offenbar auch darin, sich auf historische Ereignisse zu beziehen, darunter die Wiener Türkenbelagerung. In einem TV-Bericht des niederländischen Senders RTL Nieuws mit Aufnahmen vom Tatort ist beispielsweise ein Schriftzug mit dem Namen "Ernst Rüdiger von Starhemberg" und die Zahl "1683" zu sehen. Der Feldmarschall hatte 1683 die Verteidigung Wiens geleitet. In einer von ihm angefertigten Liste von "Bruderstaaten" wird an zweiter Stelle auch Österreich genannt. Zudem werden in dem im Internet kursierenden Video auch Bezüge auf frühere christliche Kreuzzüge gezeigt. Außerdem seien auf der Tasche des Verdächtigen Neonazi-Symbole gefunden worden, so der Bericht.

... In der australischen Stadt Gosford, wo der Attentäter aufgewachsen war, herrschte auch am Samstag ungläubiges Entsetzen. Der mutmaßliche Massenmörder war dort in einer Arbeiterfamilie groß geworden. Er sei ein unauffälliger und generell angenehmer Mitschüler gewesen, so einige seiner ehemaligen Klassenkameraden gegenüber dem australischen Fernsehen. Später arbeitete der Australier als Fitness-Trainer. Laut seiner ehemaligen Chefin im Fitness-Club, Tracey Gray, war ihr Mitarbeiter "sehr professionell und zuverlässig – ein sehr guter Trainer". ... In dem von der Polizei noch nicht als sein Werk bestätigen Hass-Manifest bezeichnet sich der Australier als weißen Nationalisten der Einwanderer hasse. Immigranten bezeichnet er als "Invasoren". Der Mann warnt mehrfach, europäisch stämmige Menschen mit christlichem Glauben würden ihren Platz an Muslime verlieren. Auch erklärte er, dass er keiner bestimmten Organisation angehöre und die Attacken in Christchurch in den vergangenen drei Monaten geplant habe. Laut der Tageszeitung The Australian soll er schon 2011 im Internet Andeutungen über seine Gesinnung gemacht haben: "Ich bin ein Monster der Willenskraft. Ich brauche nur ein Ziel", so der spätere mutmaßliche Massenmörder. Dass sich der Mann rechtsextremem Gedankengut verschrieben hatte, wurde auch im Video ersichtlich, das der Täter mit Hilfe einer auf seinem Helm montierten Kamera gedreht und ins Internet gestellt hatte. Darin sind neben den historischen Bezügen auch weitere rassistische Parolen und Symbole zu sehen, die er auf seine Waffen gemalt hatte. Eines der Vorbilder des Attentäters scheint Donald Trump zu sein. Der amerikanische Präsident sei für ihn "das Symbol einer erneuerten weißen Identität", schreibt er im Manifest. (ergänzt durch die Redaktion, 16.3. 2019)


Aus: "Der Attentäter von Christchurch war auf dem Weg zur nächsten Bluttat" Urs Wälterlin (16. März 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000099657800/Der-Attentaeter-von-Christchurch-war-auf-dem-Weg-zur-naechsten

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Umerziehungsberechtigter

Irgendwie total krank. Ein Abkömmling von Einwanderern nach Australien, den die Aborigines sicher nicht eingeladen haben, will Einwanderer bekämpfen.


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Briaftroga

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird erwähnt das bisherige rechtsextreme Amokläufer immer als lokales Phänomen gesehen wurden aber anscheinend ist dem nicht mehr so. ...


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Turbolaser

Das ist Religion. Das ist Wahnsinn. Wann beenden wir endlich das staatliche Hofieren semi-krimineller Terrororganisationen, die unter dem Deckmantel der Nächstenliebe Lügen zur Selbstbereicherung verbreiten? Die Aufklärung war vor 300 Jahren. Wir wissen, dass es keine Götter gibt und trotzdem erhalten wir die Lügen aufrecht - dass ist das Resultat unserer Tatenlosigkeit. Die Verbreitung religiöser Lügen gehört endlich unter Strafe gestellt!

Für eine Gesellschaft der Fakten und Wissenschaft!


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[...] Am 3. Februar 2017 nimmt einer der bizarrsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre seinen Lauf. Franco A., ein Soldat der deutschen Bundeswehr, wird auf dem Wiener Flughafen festgenommen, als er eine geladene Waffe aus einem Versteck in der Behindertentoilette holen will. Als der Verdächtige überprüft wird, entdecken die Beamten, dass sich dieser mit einer zweiten Identität als syrischer Flüchtling in Deutschland registrieren ließ. Bei einer Hausdurchsuchung finden sie Todeslisten und offensichtlich Vorbereitungen auf einen Terroranschlag, den der deutsche A. vermeintlich als syrischer Flüchtling ausführen wollte. Was damals noch niemand ahnt: Franco A. ist nur ein Teil eines rechtsextremen Netzwerks aus aktiven und ehemaligen Soldaten und Polizisten, die sich in Chatgruppen miteinander über den Tag X austauschen – jenen Tag, an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht. Folgt man ihren Spuren, landet man bei einem Verein für ehemalige Elitesoldaten, beim deutschen Verfassungsschutz, einem merkwürdigen Ritterorden in Österreich – und beim heimischen Verteidigungsministerium, wie Recherchen von STANDARD, Taz und Schweizer WOZ zeigen.

Im Zentrum des Netzwerks steht ein ehemaliger deutscher Elitesoldat namens André S., besser bekannt als "Hannibal". Er gründete gemeinsam mit einem Verfassungsschützer den Verein Uniter, der Sicherheitsdienste anbietet und global vernetzt ist. Außerdem war er Administrator geheimer Chatgruppen, in denen sich Soldaten, Polizisten und Security-Mitarbeiter über "sichere Häuser", Bedrohungsszenarien und Fluchtrouten unterhielten. Eine solche Chatgruppe gab es auch für Österreich, wie aus Zeugenbefragungen der deutschen Ermittler hervorgeht. Einige Mitglieder der Chatgruppen entwendeten Waffen und Munition aus den Beständen der Bundeswehr und legten einen Ordner mit Feindlisten von Politikern und Personen aus der linken Szene an. Am Tag X sollten diese Personen dann zusammengerottet, an Straßensperren vorbeigeschmuggelt und eliminiert werden, sagte ein Zeuge zu den deutschen Ermittlern. Von den rechtsextremen Tendenzen in der deutschen Bundeswehr wussten auch die Attentäter von Neuseeland Bescheid, die am Freitag 49 Menschen in zwei Moscheen ermordeten. Ein mutmaßlicher Terrorist, der das berüchtigte Manifest verfasste, verlinkte noch am Mittwoch zu zwei Artikeln des deutschen Auslandssenders "Deutsche Welle", in denen 2017 etwa von Franco A. und anderen Rechtsextremen berichtet wurde. Damals war zwar bekannt, dass die deutsche Bundeswehr ein großes Problem mit Rechtsextremismus in den eigenen Reihen hat – dass Franco A. und andere sich über geheime Chatgruppen austauschten, wurde jedoch erst später enthüllt. Noch ist unklar, ob die neuseeländischen mutmaßlichen Attentäter diese Informationen auch wahrgenommen haben. In seinem Manifest schreibt der mutmaßliche Terrorist jedenfalls davon, dass es in Europas Armee hunderttausende nationalistische Soldaten gäbe.

Zurück zu Franco A.: Der Soldat war im Februar 2017 zum zweiten Mal binnen weniger Tage nach Wien gereist. Ein paar Tage vor seiner Festnahme hatte er gemeinsam mit Freunden den Ball der Offiziere besucht. In seiner Vernehmung gibt er an, bei einer Beisltour durch Wien in einem Gebüsch eine Pistole gefunden zu haben. Er schlief mit der Pistole bei seinem Freund Maurice R., der im siebenten Bezirk wohnt. Nach seiner Übernachtung entdeckte Franco A. angeblich vor dem Security-Check am Flughafen Wien, dass er die Waffe noch eingesteckt hatte. Er geriet in Panik und versteckte sie auf der Behindertentoilette, dann reiste er ab. Am 3. Februar, dem Tag des Akademikerballs, kehrte A. nach Wien zurück. Die Pistole war zwischenzeitlich von einer Putzfrau gefunden worden, die Polizei hatte eine Videofalle installiert. Als A. die Pistole wieder an sich nehmen will, wird er verhaftet. Die Affäre nimmt ihren Lauf, Ermittler entdecken ein weitverzweigtes Netzwerk im deutschsprachigen Raum, das auch nach Wien führt. In den Chatgruppen sind mindestens einige Dutzend Personen aktiv, genaue Informationen dazu sind nicht öffentlich. Deutsche Ermittler fragen bei ihren Vernehmungen zu dem Fall etwa immer wieder, ob Zeugen Franco A.s Wiener Gastgeber Maurice R. kennen. Die österreichischen Behörden führen auf Bitten ihrer deutschen Kollegen eine Hausdurchsuchung in Wien durch. R. ist in Wien gut vernetzt: Der ehemalige deutsche Bundeswehrsoldat studiert Psychologie, und er treibt sich in Burschenschafter-Kreisen herum. Zu seinem Umfeld gehören auch zwei Mitarbeiter des österreichischen Verteidigungsministeriums. Bekannt ist er auch mit der Familie Gudenus. Ein Foto, das dem STANDARD vorliegt, zeigt Maurice R. und Clemens Gudenus, Bruder von FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und derzeit FPÖ-Bezirkspolitiker in Wien-Wieden, gemeinsam auf einer Couch sitzend. Clemens Gudenus sagt dem STANDARD, dass Maurice R. "nur einer von 2800 Facebook-Freunden" sei. Franco A. kenne er nicht. Parallel zur Hausdurchsuchung in Wien versuchen die Mitglieder der geheimen Chatgruppen, ihre Spuren zu löschen. Als André S., also "Hannibal", erfährt, dass die Medien über die Vorwürfe gegen Franco A., ein Mitglied der Chatgruppe "Süd", berichten, gibt er die Anweisung, alle Chats zu löschen. Das sagt S. zu deutschen Ermittlern. Er wolle damit verhindern, dass Beamte, Soldaten und Richter in den Chatgruppen beruflichen Schaden davontragen. Wer ist dieser ominöse "Hannibal"? André S. war lange "Auskunftsperson" des Militärischen Abschirmdienstes in Deutschland (MAD). Der MAD ist das deutsche Pendant des Heeresabwehramts, also genau jene Institution, die sich um verfassungsfeindliche Tendenzen innerhalb des Militärs kümmern sollte. Vor dem Amtsgericht Köln beginnt am Mittwoch ein Prozess gegen Hannibals Kontaktmann beim MAD. Ihm wird vorgeworfen, "Hannibal" vor anstehenden Razzien gewarnt zu haben.

Das ist nicht die einzige Verbindung, die zeigt, dass "Hannibals" Schattennetzwerk mit genau jenen Behörden verbunden zu sein scheint, die eigentlich um die Aufklärung seiner Aktivitäten bemüht sein sollten. Die taz hat diese Woche aufgedeckt, dass ein Beamter des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz Gründungsmitglied des Vereins Uniter war. Auch "Hannibal" war bis zur vergangenen Woche stellvertretender Vorsitzender des Vereins, laut Recherchen der NZZ sitzt er noch im Präsidium. Der Verein Uniter soll ehemaligen Elitesoldaten dabei helfen, sich wieder im "echten Leben" zurechtzufinden. Der 2012 gegründete Verein vernetzt sie mit Polizisten und anderen Personen aus der "Sicherheitsbranche". Nach außen hin wirbt er mit karitativen Aktivitäten, parallel dazu baut er jedoch eine Abteilung "Defence" auf. Offiziell dementiert Uniter, mit der Prepper-Szene zu tun zu haben; also mit jenen Personen, die sich militärisch oder organisatorisch auf ein Horrorszenario vorbereiten. Doch in einem Newsletter an seine Mitglieder sprach Uniter schon vor vier Jahren von "Auffangcamps im Ausland" und anderen Mitteln, um sich zu präparieren. Wie die Taz dieses Wochenende berichtet, soll Uniter versuchen, weltweit als Dienstleister im Sicherheitsgewerbe Fuß zu fassen. Vereinsmitglieder bieten Trainings für Sicherheitskräfte, aber auch für Zivilisten an – etwa auf den Philippinen, wo Streitkräfte des autoritären Präsidenten Rodrigo Duterte von Uniter instruiert worden sind.

Wer dem Verein Uniter folgt, landet bald in Österreich. Uniter war als gesamter Verein Mitglied eines Pseudo-Ritterordens namens Lazarus Union, der auf der Burg Kreuzenstein bei Wien seinen Sitz hat. Hannibal, also André S., wurde auch selbst zum Ritter geschlagen. Ein Video zeigt, wie er letztes Jahr im Beisein des niederösterreichen Alt-Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP) und des ehemaligen Verteidigungsministers Werner Fasslabend (ÖVP) an einer Investitur in der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt teilnahm. In dieser Zeremonie mussten die Herrschaften mit ihrer Ehre auf die Leitsätze der Lazarus Union schwören und versichern, ihren Korpsgeist zu bewahren. André S. ist laut Vereinsregister Vizepräsident der Lazarus Union. Nach eigenen Angaben wirkt die Lazarus Union als karitative Organisation und besitzt einen Sonderberaterstatus bei den Vereinten Nationen. Der Schweizer Ableger von Uniter betont in einer Presseaussendung, im Zusammenhang von UN-Mandaten international tätig zu sein, und verweist gegenüber der Schweizer WOZ auf die Lazarus Union. Der Präsident der Lazarus Union, Wolfgang Steinhardt, betont gegenüber dem STANDARD, dass seine Organisation über keine UN-Mandate verfüge und dementiert jegliche Aktivitäten durch oder mit Uniter. "Bis die Vorwürfe entkräftet sind", hat Steinhardt die Gruppenmitgliedschaft von Uniter und Hannibals Funktion als Vizepräsident vor zwei Wochen ruhend gestellt. Was aber bewegt einen Verein, der sich laut Statuten für Veteranen aus Spezialeinheiten engagiert und klandestin paramilitärische Strukturen im In- und Ausland aufbaut, prominentes Mitglied in einem österreichischen Ritterorden zu werden? Uniter gibt auf Anfrage des STANDARD dazu keine Antwort. Auch zu gemeinsamen Projekten wolle man "zum beiderseitigen Schutz der Mitglieder" keine Angaben machen. "Hannibal" hat noch eine weitere Verbindung nach Österreich: Vor zwei Wochen tauchte er mit Namensschild auf der Waffenmesse Enforcetek in Nürnberg auf – und zwar am Stand einer österreichischen Firma, der High Profile Protection GmbH aus Kärnten. Die verlinkt unter dem Namen "Tacticalbros" auf Facebook immer wieder auf Uniter. Firmenmanager Klaus Anton Stöckl dementiert auf Anfrage des STANDARD, sich bei Uniter zu engagieren. Man habe André S., also "Hannibal", bei dem Stand auf der Messe eine "Plattform geboten", um einen Kaffee namens Black Ops Coffee zu bewerben. Diesen Kaffee, der "sehr gut schmecken" soll, habe man auch selbst im Einsatz. Verbindungen zu Uniter habe man keine, dessen Mitglieder seien lediglich potenzielle Kunden. Tacticalbros bietet neben unterschiedlichen Waffen auch "Ausbildungen" an. Etwa eine Woche in der Slowakei "absolut bestes Training für Scharfschützen und Spotter" mit Ausbildern, die laut Beschreibung Veteranen der Spezialeinheiten und der Nato sind. Über Uniter selbst wurden auch schon Veranstaltungen in Österreich organisiert. Angaben zu Partnern will der Verein aber "aus Datenschutzgründen" nicht machen. Der Verein postet immer wieder Fotos aus Österreich, etwa vom Abflug eines Eurofighters. Uniter wird derzeit vom deutschen Generalbundesanwalt als Beobachtungsvorgang geführt. Der Verfassungsschutz im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wo Uniter seinen Sitz hat, schloss eine Beobachtung vorerst aus. Die deutschen Grünen und die Linkspartei befürchten nun, dass die Behörden abermals ein rechtes Netzwerk vertuschen wollten, wie etwa bei der Terrorgruppe NSU. Österreichs Behörden geben sich ebenfalls bedeckt. Das Verteidigungsministerium sagt nur, dass man "alle Entwicklungen innerhalb und außerhalb Österreichs beobachtet, die Auswirkungen auf die Sicherheit des Bundesheers haben könnten". Aus dem Innenministerium heißt es, dass man zu "laufenden Verfahren nicht Stellung" nimmt. Das Schattennetzwerk und seine Mitglieder bleiben also auch hierzulande noch im Verborgenen. So ist nicht bekannt, ob die heimischen Behörden die Protokolle der geheimen Chatgruppe für Österreich erhalten haben oder wissen, wer ihre Mitglieder waren. Bekannt ist nur, dass die deutschen Mitglieder am Tag X Richtung Süden flüchten wollen – also Richtung Alpenraum. (Fabian Schmid, Laurin Lorenz, 15.03. 2019)


Aus: "Christchurch-Attentäter bezog sich auf rechte Soldaten in Bundeswehr – deren Netzwerk führt nach Österreich" (15.03. 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000099600939/Spuren-nach-Oesterreich-bei-rechtem-Netzwerk-deutscher-Soldaten
« Last Edit: March 16, 2019, 05:56:22 PM by Textaris(txt*bot) »
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Re: [Notizen zum Terror... ]
« Reply #209 on: April 26, 2019, 11:33:52 AM »

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Freund-Feind-Den·ken
/Freúnd-Feínd-Denken/
Substantiv, Neutrum [das] (Soziologie)

    schematische Klassifizierung von Mitmenschen unter dem alleinigen Gesichtspunkt der Freundschaft oder der Feindschaft


https://www.google.com/search?q=freund+feind+denken

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[...] Radikale Islamisten betrachten Sufisten wegen ihrer Toleranz auch anderen Religionen gegenüber als Feinde. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Moscheen wurden der Polizei zufolge erhöht. ...


Aus: "Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka soll tot sein" (26.04.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/islamistenchef-hashim-drahtzieher-der-anschlaege-in-sri-lanka-soll-tot-sein/24259574.html
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