Author Topic: [Notizen zum Terror... ]  (Read 196322 times)

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[Britischer Abgeordneter von Antiterroreinheiten verhaftet... ]
« Reply #105 on: December 01, 2008, 12:29:52 PM »
Quote
[...] London - Während die ganze Welt auf Bombay schaute, fand in London ein fragwürdiger Akt der Terrorismusbekämpfung statt. Damian Green, der im konservativen Schattenkabinett für Einwanderung zuständig ist, wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von Antiterroreinheiten der Metropolitan Police in seinem Haus in Ashford verhaftet und zur Befragung nach London gebracht. Gleichzeitig durchsuchten Polizisten seine Häuser in London und Ashford sowie seine Büros in seinem Wahlkreis und dem House of Commons. Erst nach neunstündigem Verhör wurde der konservative Politiker gegen Zahlung einer Kaution wieder freigelassen.

Laut Angaben der Polizei wurde Green unter dem Verdacht verhaftet, "Fehlverhalten im öffentlichem Dienst begünstigt zu haben". Die Einsätze fanden im Rahmen einer Ermittlung statt, die einen "Maulwurf" im Innenministerium identifizieren soll. Dieser soll Mitgliedern der konservativen Opposition und der Öffentlichkeit geheime Akten und Informationen zugespielt haben. Seit November 2007 sind mehrere entsprechende Dokumente bekannt geworden, darunter einige, die das heikle Thema der illegalen Einwanderung behandeln. In diesem Zusammenhang ist in der vergangenen Woche auch ein Beamter des Innenministeriums verhaftet worden.

Der Parteiführer der Konservativen, David Cameron, zeigte sich empört und bezeichnete den Vorfall als "stalinistisch". Ein Sprecher des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson übte Kritik daran, dass Antiterroreinheiten an dem Einsatz beteiligt gewesen seien. "Der Bürgermeister versteht nicht, wie es möglich ist, dass an einem Tag, an dem Terroristen in Indien randalieren, britische Antiterroreinheiten einen Mandatsträger des britischen Parlaments ins Visier nehmen, der nichts Schlimmeres getan hat, als ihm anonym zugespielte Dokumente zu veröffentlichen." Chris Huhne, ein Sprecher der Liberal Democrats, beschrieb das Vorgehen als "die beunruhigendste Entwicklung seit Jahren, die eine eindeutige Machtverschiebung vom Parlament zur Regierung bewirken könnte".

Seit den Terroranschlägen im Jahr 2005 beansprucht die Regierung zur Bekämpfung des Terrorismus immer umfangreichere Rechte. Auch die Sicherheitsgesetze wurden verschärft. Diese Entwicklung wird auf der Insel äußerst kontrovers diskutiert. Bürgerrechtsaktivisten beklagen, Großbritannien werde dadurch zu einem Überwachungsstaat. jecs




Aus: "Britischer Abgeordneter von Antiterroreinheiten verhaftet" (29. November 2008)
Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article2801497/Britischer-Abgeordneter-von-Antiterroreinheiten-verhaftet.html


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[Ausrüstungsgegenstände wie Ferngläser, Funk- und Nachtsichtgeräte... ]
« Reply #106 on: December 02, 2008, 09:52:41 AM »
Quote
[...] Mutmaßlicher Terrorhelfer in Koblenz vor Gericht

Koblenz - Vor dem Oberlandesgericht in Koblenz muss sich seit Montag ein mutmaßliches Al-Qaida-Mitglied verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 46-jährigen Aleem N. aus dem rheinland-pfälzischen Germersheim vor, das Terrornetzwerk mit Geld und Ausrüstung versorgt sowie Kämpfer angeworben zu haben. Auch habe er selbst eine Sprengstoffausbildung in einem Terrorcamp absolviert. Die Vorwürfe lauten auf Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung und Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Beim Prozessauftakt äußerte sich der 46-Jährige nicht zu den Vorwürfen.

Der deutsche Staatsangehörige pakistanischer Herkunft war am 14. Februar durch Beamte des Landeskriminalamts festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er soll zwischen April 2005 und Juni 2007 vier Mal in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist sein und dabei insgesamt etwa 27 000 Euro sowie Ausrüstungsgegenstände wie Ferngläser, Funk- und Nachtsichtgeräte an Al-Qaida-Verantwortliche übergeben haben. Spätestens bei seiner vierten Reise hatte sich Aleem N. laut Anklage selbst als Kämpfer angeboten und eine Sprengstoffausbildung absolviert.

Die Ermittler werfen Aleem N. vor, im Jahr 2006 einen in Deutschland lebenden Sympathisanten für Osama bin Ladens Terrororganisation gewonnen zu haben. Dieser fuhr daraufhin mit einem Empfehlungsschreiben des Angeklagten in ein Ausbildungslager nach Afghanistan. Anfang 2007 soll Aleem N. zwei weitere Personen von Deutschland aus in Terrorcamps geschickt haben. AFP


Aus: "Empfohlen für al-Qaida" (02.12.2008)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/756384/993/2660078/Empfohlen-fuer-al-Qaida.html

« Last Edit: May 13, 2009, 09:46:34 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Einem dystopischen Roman entsprungen... (Mumbai)]
« Reply #107 on: December 04, 2008, 02:07:41 PM »
Quote
[...] Menschenmassen zwängen sich in die Züge und hängen mitunter an den Türen; rund drei Millionen Passagiere sind täglich in Mumbais Regionalbahnen unterwegs.

An diesen Orten nun haben die Terroristen zugeschlagen. Ihr Ziel waren die Wohlhabenden, die Gewinner des Globalismus, getroffen aber haben sie auch die Armen. Das schöne Mumbai ist auf einmal ein Platz des Schreckens.

Die Metropole hatte schon immer ein zweites Gesicht: Mehr als die Hälfte der 13 Millionen Einwohner leben in Slums. Die Augen vor dieser Armut kann niemand verschließen, auch nicht, wer weit über allem den Lunch im Luxushotel genießt. Die Armenviertel ragen mitten hinein in die wichtigste Hafenstadt des Subkontinents.

Entlang der sechsspurigen Straßen, die über den schmalen Küstenstreifen führen, haben die Mittellosen ihre Verschläge gebaut. Wäsche in knalligen Farben hängt zum Trocknen an den Leitplanken der Stadtautobahn. Der Vorbeifahrende fragt sich, wie die Menschen es schaffen, in all dem Elend und Schmutz mit scheinbar makellosem Hemd dazustehen.

Die Luft in der Stadt ist kaum zum Atmen. Zu der hohen Luftfeuchtigkeit und Hitze kommen die Abgase: Motorisierte Rikschas, Autos aus Zeiten weit vor serienmäßigen Katalysatoren und scheppernde rote Busse verstopfen hupend die Straßen.

Die Stadt hat ein ernstes Umweltproblem. Die gesamte Mumbai-Region zählt rund 20 Millionen Einwohner, die wenigsten Haushalte verfügen über einen Wasseranschluss geschweige denn eine geregelte Kanalisation. Besonders schlimm ist es zu Monsunzeiten, wenn die Baracken unter Wasser stehen und sich Infektionskrankheiten ausbreiten können. Das Elend entlädt sich in zum Teil mafia-ähnlichen Bandenkriegen.

[...] Die "Upper middle class" und die Superreichen holen sich mit extravaganten Cocktailbars und Restaurants auf Dachterrassen das SoHo-Feeling aus London und New York in die Stadt. Sie kaufen Luxusmarken in modernen Shopping Malls und in exquisiten Boutiquen, deren Designer persönlich für die Bollywoodstars schneidern.

Reisende mit Geld finden sich am anderen Ende der Stadt ein, am Südzipfel der Insel Salsette: dort, wo der Taj Mahal Palace steht. British English hört man in der Lobby am häufigsten, aber auch Amerikanisch und Französisch. Auf einen Gast scheinen gleich fünf Angestellte zu kommen - allesamt indischer Herkunft.

Gefrühstückt wird im prächtigen Garten des Hotels, mit Blick auf den Pool. Unweigerlich fühlt man sich in die Kolonialzeit zurückversetzt. Schwarz bedient weiß. Ein sperrig wirkender Anachronismus inmitten der nicht zu leugnenden Armut der Megacity.

Zweifelsfrei findet hier der zartbesaitete Europäer eine Oase der Ruhe und endlich Luft zum Atmen im Moloch Mumbai. Beim Gin in der Piano Bar entspannt der Herr, die Dame hat die Wahl zwischen Chanel und Bulgari in den hauseigenen Boutiquen.

Dennoch lassen sich bei Croissants und Earl Grey unter Palmen die Bilder der Stadt nicht löschen. Das schlechte Gewissen frühstückt mit. Draußen vor der Tür sind die Gepäckträger in gestärkten weißen Roben damit beschäftigt, Rollkoffer aus aller Welt in die Halle zu karren - und zugleich die ausgemergelten Mädchen mit Babys in den Armen zu verscheuchen, die den Gästen bittend die Hand entgegenstrecken.

Die Anschläge auf den Reichtum Mumbais und seiner Besucher sind ein menschenverachtender Akt. Und der Traum von Tausendundeiner Nacht ist spätestens jetzt zerplatzt.

Quote
28.11.2008 13:06:38

rossi1606: Die

"Süddeutsche" hat wie immer Unrecht, Kapitalisten haben kein Gewissen.


Quote
28.11.2008  13:07:01

Simnie: Zur Ergänzung des Betrages der SZ

Es ist auch in anderen Regionen der Welt sichtbar: Ursache des Terrorismus ist der Widerspruch zwischen superreicher Verschwendungssucht und unmenschlicher Armut.

In Indien reicht das Geld des Staates für Hochrüstung, Atombomben und Weltraumabenteuer, aber nicht für ein Menschenrecht auf Wohnraum. In vielen anderen Staaten ist dies ebenso. Europa unterstützt diese Entwicklung noch durch Rüstungsverkäufe und "Entwicklungshilfe". Gegen den Terror helfen weder die Rezepte von Bush, noch die von Schäuble. ...


Quote

28.11.2008 13:16:28

mona_7:

www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1637093_Deutsches-Kastensystem.html

und unsere Eliten im Konvent für Deutschland arbeiten an kolonialen Verhältnissen, die schamhaft als "Reformen" verkauft werden


Quote

28.11.2008 13:42:40

Das Grauen: Tja, genau wie in den USA

Da saß ich mal beim Frühstück in einem Business-Hotel (nur drei Sterne) in San Francisco, und hatte einen erstklassigen Blick sowohl auf das schicki-micki Appartmenthaus gegenüber (Luxuswagen kamen aus der Tiefgarage, vergitterter Vorgarten, uniformierte Security) als auch das potentielle Abrisshaus daneben (völlig vergammelt, verrammelte Fenster und Türen). An der Ecke wartete eine Prostituierte auf den ersten Freier und den Bürgersteig entlang humpelte eine arme alte Obdachlose, die sämtliche Habseligkeiten auf einem Einkaufswagen vor sich her schob.

Sowas scheint also in einigen Gegenden der Welt ganz normal zu sein. Aber was hat das mit Terrorismus zu tun?


Quote

28.11.2008 13:48:47

mona_7:

Sowas scheint also in einigen Gegenden der Welt ganz normal zu sein. Aber was hat das mit Terrorismus zu tun?

... das hat zumindest mit Staatsterrorismus zu tun... der kommt als grassierende Armut für die meisten und rauschende Champagnerpartys für 1% der sogenannten Leistungsträger daher...die leisten sich das nämlich auf dem Rücken der 99%, die sie in die Armut schicken.


Quote

28.11.2008 13:51:34

chocochip: Schlechtes Gewissen?

Ja ja, ich sehe mich nach nichts mehr als die Armut auf Dienstreise zu teilen und möchte in einem Slumhotel wohnen, wie es vermutlich jeder SZ-Redakteur tut!

Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Die Armut gehört bekämpft, aber ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, dass ich das Glück habe nicht arm zu sein. Höchstens dankbar bin ich dafür!

Und teilen tue ich meinen relativen Reichtum auch gerne, in dem ich in solchen Städten auf Dienstreisen grundsätzlich schaue, dass ich auch die kleinen Leute wirtschaftlich fördere durch Einkäufe.

Und in Shanghai gibt es bisher keinen Terrorismus, obwohl dort die Gegensätze zwischen arm und reich noch krasser sind! Wer Terroristen verteidigt, in dem er die Armut dafür verantwotlich macht, macht es sich zu einfach und verharmlost Mord!


Quote

28.11.2008 13:54:40

chocochip: Simnie

Wäre der Einkommensunterschied verantwortlich für Terrorismus, dann hätte es die RAF nie geben dürfen, alles reiche Kinder von gutbürgerlichen Ex-NSDAP Mitgliedern oder Mitläufern.


Quote

28.11.2008 14:00:20

troy-mc.-lure: Armut ist die Brutstätte des Terrors

Sowas scheint also in einigen Gegenden der Welt ganz normal zu sein. Aber was hat das mit Terrorismus zu tun?

Ganz einfach, irgendwann kommen ein paar Typen die es sich nicht weiter bieten lassen wollen, dass Millionen Mitmenschen in bitterer Armut leben, während nebenan mit Millionen Dollars um sich geworfen wird an deren Erwirtschaftung sie mit harter Arbeit teilhaben "durften".

Die Waffen bekommen sie von religiösen Fanatikern zugesteckt und ab geht die Post.

Es werden sicher noch viele Anschläge dieser Art folgen.


Quote

28.11.2008 14:00:27

mona_7:

Wäre der Einkommensunterschied verantwortlich für Terrorismus, dann hätte es die RAF nie geben dürfen, alles reiche Kinder von gutbürgerlichen Ex-NSDAP Mitgliedern oder Mitläufern.

tja, mein Lieber, abgesehen von Ihren bösartigen Geschichtsfälschung - wer immer politischen Widerstand leistet, kommt meistens nicht aus den allerärmsten Schichten der Bevölkerung, das sagt jedenfalls die Forschung.



Quote

28.11.2008 14:13:34

Aus Haching: Was hat denn die Armut mit dem Anschlag zu tun?

Nach den bisherigen Erkenntnissen waren die Attentäter Angehörige einer islamistischen Organisation, die gegen die indische "Besatzung" von Kaschmir kämpft.

Angegriffen wurden reiche Inder und Westler, weil das maximalen wirtschaftlichen Schaden für Indien und maximale Aufmerksamkeit für die Terroristen verspricht.

Gibt es irgendwelche Erkenntnisse darüber, dass der Anschlag einen "klassenkämpferischen" Hintergrund hatte? Wenn - wie mir scheint - nein, ist es irreführend und abzulehnen, einen solchen krampfhaft herzustellen.


Quote

28.11.2008 14:27:01

mona_7:

Gleichheit in der Misere, das Ziel aller Sozialisten. ...

tja, Freiheit im Neofeudalismus für 1% der Weltbevölkerung scheint die Ihre zu sein und den anderen die Misere.


Quote

28.11.2008 14:27:39

Corporatewookie:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.


Quote

28.11.2008 14:29:20

chocochip: mona_7

Sie gehören doch zu den 1%, wollen dies aber abstreiten, typisch sozialistische Einstellung.

Ich setze mich für andere ein, bin aber nicht bereit etwas abzugeben, die Anderen sollen bitte etwas ändern.

Ypsilanti und die Privatschule für ihren Sohn sind ein Paradebeispiel für diese Salonsozialisten-Einstellung.

Armut interssiert nur als Vorwand für den Klassenkampf. Gäbe es keine Armen oder Benachteiligten, wäre man revolutionär gesehen arbeitslos. Also muss es bei der Armut bleiben.


Quote

28.11.2008 14:35:36

chocochip: mona_7: Kein Problem...

Ich bin bereit dazu, dass jeder gleich viel Geld bekommt, weltweit!

Aber bitte WELTWEIT!

Bin gespannt, ob Sie mit der neuen Armut zufrieden sind, denn wenn Sie den Reichtum von einer Milliarde Menschen auf 6 Milliarden andere Menschen verteilen, dann müssten Sie augenblicklich von nur noch ca. 600 Euro im Monat leben.

Sind Sie dazu bereit? Ich wäre es, aber nur, wenn die Schweine nicht gleicher sind als die anderen Tiere!


Quote

28.11.2008 14:54:35

mona_7:

Sind Sie dazu bereit? Ich wäre es, aber nur, wenn die Schweine nicht gleicher sind als die anderen Tiere!

... unter diesen Umständen kommen wir sofort zusammen!


Quote

28.11.2008 15:09:09

johnsonville: Ts

"Ihr Ziel waren die Wohlhabenden, die Gewinner des Globalismus, getroffen aber haben sie auch die Armen."

Das Ziel waren der indische Staat, Hindus, Amerikaner, und alle nicht-moslemischen Opfer denen die Terroristen habhaftig werden konnten. Wer dies in eine "Arm gegen Reich" Seifenoper umdichten will sollte erklaeren warum die Terroristen bspw einen Bahnhof attackierten - weil sich inmitten der tausenden von Hindus ein einsamer westlicher Backpacker befand?

Es ist ziemlich geschmacklos diese Anschlaege bereits zu einem Zeitpunkt umdeuten zu wollen an dem noch nicht mal alle Opfer identifiziert sind.


Quote
28.11.2008 15:16:28

mona_7:

[...] Es gibt Staatsterror, es gibt den Terror des Krieges... es gibt strukturelle Gewalt, die sich nicht als Terror oder Mord darstellt, aber die Menschen vernichtet, die dieser Gewalt anheimfallen... in ganz vielfältiger Weise. Es gibt mafiöse Verbrechen... es gibt Terrorakte, die durch Geheimdienste inszeniert werden, um den Mächtigen in die Hände zu arbeiten, und es gibt Widerstand, der in der Tat auch Menschenleben fordert... der aber seine Berechtigung hat gegen eine Gewalt, denen die Menschen durch Mächtige ausgesetzt sind, die sie ihrer Lebenschancen berauben.


Quote

28.11.2008 15:27:55

kanchenjunga: mona_7

sie leben in der vergangenheit (zig brzezinski) und in der theorie (ihre weltfremden kommentare und verschwörungstheorien). warum machen sie nicht mal was konkret ?

und dann schreiben sie dies:

Widerstand, der in der Tat auch Menschenleben fordert... der aber seine Berechtigung hat gegen eine Gewalt, denen die Menschen durch Mächtige ausgesetzt sind, die sie ihrer Lebenschancen berauben.

dazu sage ich nochmal konkret. gehen sie raus, von mir aus nach palastinä oder nach kolumbien zur farc und halten ihren eigenen allerwertesten hin anstatt hier in kommentaren vom bewaffneten widerstand zu schreiben. schreibtischtäter und fabuliere waren zu allen zeiten und in allen systemen immer die schlimmsten. denn sie wissen gar nicht worüber sie schreiben!


Quote

28.11.2008 15:45:28

mona_7: @ kanchenjung - nur zu Ihrer Information, wie gegenwärtig die von Ihnen apostrophierte Vergangenheit ist

Der außenpolitische Berater des "Kandidaten des Wechselns" - Obama - ist ein alter Bekannter: Zbigniew Brzezinski, der als nationaler Sicherheitsberater Jimmy Carters in den 80ern islamische Extremisten in Afghanistan massiv militärisch und finanziell förderte, um die Sowjetunion zu destabilisieren – darunter befand sich auch ein gewisser Osama bin Laden. ....www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27458/1.html

Es macht keinen Sinn, mit Menschen sich auszutauschen, die so obrigkeitsstaatlich denken, dass sie die alte Debatte über den Tyrannenmord dazu veranlasst, ihre eigenen Klischees zu bedienen.


Quote

28.11.2008 16:11:17

vorschein: Dem einen sein Terrorist dem anderen sein Freiheitskaempfer. Militaerisch sind

diese Konflikte nicht zu loesen. Dennoch wird es wieder die einzige Antwort sein.

Bis die Herrschenden Begreiffen das all Ihr Geld ihnen keine Sicherheit kaufen kann.


Quote

28.11.2008 16:20:27

mona_7:

@ BOD

was Sie herauszulesen wünschen, werde ich nicht kommentieren.

Sie zitieren mich:

tja, mein Lieber, abgesehen von Ihren bösartigen Geschichtsfälschung - wer immer politischen Widerstand leistet, kommt meistens nicht aus den allerärmsten Schichten der Bevölkerung, das sagt jedenfalls die Forschung.

ich beziehe mich auf folgendes Posting:

Wäre der Einkommensunterschied verantwortlich für Terrorismus, dann hätte es die RAF nie geben dürfen, alles reiche Kinder von gutbürgerlichen Ex-NSDAP Mitgliedern oder Mitläufern.

"alles reiche Kinder von gutbürgerlichen Ex-NSDAP Mitgliedern oder Mitläufern" hier handelt es sich eindeutig um eine Geschichtsfälschung....

ich wüsste nicht, welches RAF-Mitglied aus solch einer Familie stammt - ansonsten haben sich die Mitglieder der RAF als politische Widerständler gesehen. Dass die offizielle Geschichtsschreibung Schleyer zum ausschliesslichen Opfer stilisiert und damit seine Vergangenheit - als typisches Beispiel der Übernahme der Täter der Hitlerei, der weiteren Zusammenarbeit ihrer Eliten in der angeblich in der Stunde Null geborenen westdeutschen Demokratie, die von N.a.z.is und SS, Reichssicherheitshauptamt und ähnlichem Gelichter insbesondere in den oberen Etagen durchsetzt war - aus dem Blickfeld geraten soll, ist Teil der bundesdeutschen Geschichte.

Die RAF war für die Geschichte der politischen ausserparlamentarischen Opposition eine Katastrophe.

Fest steht, dass mit zweierlei Mass gemessen wird.

Wäre Schleyer für seine Zusammenarbeit mit der argentinischen Militärdiktatur und die Ermordung von acht Betriebsratsmitgliedern zur Rechenschaft gezogen worden? Wahrscheinlich genauso wenig wie für die Taten seiner Vergangenheit. Wie überhaupt die, die Verbrechen im Namen des Staates begehen, in der Regel ungeschoren davonkommen. Die amerikanische Regierungskriminalität unter Bush ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Und dabei geht es nicht nur um die hunderttausenden an Toten unter Irakern und in Afghanistan, sondern auch die Betroffenen einer Weltwirtschaftskrise, die diese Regierung und die Geldsäcke, die hinter ihr steht - zu verantworten haben.


Quote

28.11.2008 16:28:22

kanchenjunga: vorschein

das problem sieht man gerade in indien sehr gut. vielleicht fallen die herrschenden und es kommen neue an die macht die spätestens dann erkennen wie gut es sich da oben leben lässt. und das spiel geht von vorne los.

auf lange sicht hilft nur bildung aller schichten und ächtung von religiösem oder politischen fanatismus jeglicher art!





Aus: "Luxus und Elend in Mumbai - Das schlechte Gewissen frühstückt mit" Von Mirja Kuckuk (28.11.2008)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/781/449510/text/

-.-

Quote
[...] Man braucht kein Schriftgelehrter zu sein, um zu wissen, dass es im Koran keine Empfehlung gibt, sich mit Steroiden zu dopen und dann vollgepumpt mit LSD und Kokain auf alles zu schiessen, was sich bewegt. Die Terroristen, die das Blutbad in Mumbai anrichteten, waren nicht einmal im Traum Befreiungskämpfer oder gar Glaubenshelden. Sie waren hochgezüchtete Kampfmaschinen, wie sie einem dystopischen Roman entsprungen sein könnten. Aus der islamischen Tradition holen sie allenfalls noch ihre Euphemismen - wie etwa «Lashgar-e Tayyiba» (Heer der Guten) - aber bei den praktischen Fragen des Massenmordes bedienen sie sich ungeniert bei allem, was der Westen an Know-How zu bieten hat. Die indische Polizei hatte mit einem solchen Gegner nicht gerechnet und wurde anfangs einfach platt gewalzt. 50 Stunden soll einer der Täter ununterbrochen und vermutlich ohne Schlaf und ohne Essen gekämpft haben bis er endlich ins Paradies durfte. Dort wird es dann mehr als bloss 72 Jungfrauen brauchen, um ihn erst von den Drogen runterzubringen und anschliessend zum verklärten Glaubenszeugen aufzupäppeln.

Die absolute Entmenschlichung, wie sie uns hier vorgeführt wurde, hat keine Wurzeln in irgendeiner Tradition, es sei denn in der eines Phantasiebildes vom Übermenschen. Der Wissenstransfer ging dieses Mal von West nach Ost, aber eines Tages wird er in die umgekehrte Richtung gehen und dann wird eine westliche Kampftruppe Methoden anwenden, wie sie in den Islamistenkamps in den hinteren Provinzen Pakistans ausgebrütet wurden.

Link: Mumbai attacks: Terrorists took cocaine to stay awake during assault
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/india/3540964/Mumbai-attacks-Terrorists-took-cocaine-to-stay-awake-during-assault.html


Aus: "Vom Westen lernen heisst... " (2008-12-03)
Von Beta @ 18:51   
Quelle: http://alpha.blueblog.ch/log/vom-westen-lernen-heisst-.html


-.-

Quote
[...] New York/Wien - Die Extremistenorganisation Lashkar-e-Taiba ("Armee der Reinen"/LeT) mit Sitz in Pakistan, die verdächtigt wird, für die Terroranschläge im indischen Bombay (Mumbai) verantwortlich gewesen zu sein, hat laut einem Artikel der "New York Times" Verbindungen zum pakistanischen Geheimdienst ISI. Die Zeitung beruft sich dabei auf amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und Anti-Terror-Spezialisten. In dem Artikel von Montag heißt es, ISI habe die Terrororganisation mit Training und Geld unterstützt.

Lashkar-e-Taiba wurde laut dem Artikel der "New York Times" vor über 20 Jahren gegründet, um den pakistanischen Geheimdienst im Kaschmir-Konflikt gegen Indien zu unterstützen. Obwohl die pakistanische Regierung die Organisation offiziell im Jahr 2002 verboten hat, sind amerikanische Behörden überzeugt, dass die Gruppe weiterhin enge Verbindungen zum pakistanischen Geheimdienst aufrechterhalten habe.

So hätten amerikanische Agenten regelmäßige Treffen zwischen ISI und Lashkar-e-Taiba dokumentiert, in denen die Organisationen Informationen über indische Militäroperationen in Kaschmir ausgetauscht hätten. "Es geht über Informationsaustausch hinaus und beinhaltet finanzielle Unterstützung und Training", zitiert das Blatt einen amerikanischen Beamten. Anti-Terror-Spezialisten und amerikanische Militärbeamte glauben, dass Lashkar-e-Taiba mittlerweile noch leistungsfähiger und eine noch größere Bedrohung ist, als bisher angenommen.

Ebenfalls auffallend sei, dass Lashkar-e-Taiba in den vergangenen Jahren relativ "offen" operieren konnte, während sich andere Terrororganisationen wie Al-Kaida im Untergrund verstecken mussten. Dies sei möglich gewesen, weil Lashkar-e-Taiba von "offiziellen pakistanischen Förderern" unterstützt werde.

Washington hat nach Informationen der "New York Times" aber keine Beweise, dass es eine direkte Verbindung zwischen dem pakistanischen Geheimdienst und den Terroranschlägen in Bombay gibt, bei denen Ende November über 170 Menschen ums Leben gekommen waren, gibt. Mittlerweile sei Lashkar-e-Taiba durch wohlhabende Financiers "der Unterstützung durch den ISI entwachsen", meint Urmila Venugopalan, eine Südasien-Spezialistin der "Jane's Information Group".

Pakistan hat jegliche Beteiligung der Regierung an den Anschlägen in Bombay abgestritten. Lashkar-e-Taiba wurde von den indischen Behörden auch schon früher in Verbindung mit Terroranschlägen gebracht. Die Organisation soll etwa für Anschläge auf Züge in Bombay im Juli 2006 und auf das indische Parlament im Dezember 2001 verantwortlich sein. (APA)

Quote
Artischocke    
 08.12.2008 15:42   
 
Geheimdienst trainiert und unterstützt Terrororganisation
Moment mal, ist das nicht eine Verschwörungstheorie? Das ist doch absoluter Quatsch, ich meine ein Geheimdienst soll doch zum Wohle der Menschen operieren und nicht dieses terrorisieren. Oder sind die Menschen im Spiel der Geheimdienste vielleicht doch unwichtig? Ich wage mich dunkel daran zu erinnern, daß auch Al Kaida vom ISI mit Hilfe der CIA aufgebaut wurde. Bin ich jetzt ein Verschwörungstheoretiker?


Quote
procontra   
 08.12.2008 14:54   
 
ISI ist
ein verlängerter Arm der CIA. Ohne deren Rückendeckung machen die gar nichts.


Quote
das Signal    
 08.12.2008 19:05   

Re:
Haben Sie auch irgendwelche Beweise? Irgendwelche seriösen Quellen?
Oder ist das wieder einmal eine - durch nichts belegte - billige Phrase die sie in ihrer unendlichen Amiphobie permanent dreschen?

zweiteres trifft zu.


Quote
JOACHIM SCHREIBER    
 08.12.2008 18:01   

Re: [...] der IST war schon in die anschläge vom 11.september als geldgeber (!!!) verwickelt, und niemanden interessierts... für die aufklärung von 9/11 wird nur ein 1/7 (ein siebtel!) der summe ausgegeben wie für die Klärung der Lewinskyaffäre...




Aus: "Verbindung zwischen Pakistans Geheimdienst und Terrorgruppe" (08. Dezember 2008)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=1227288078874


« Last Edit: December 09, 2008, 01:22:03 PM by Textaris(txt*bot) »

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[...Abdulla droht lebenslange Haft.]
« Reply #108 on: December 17, 2008, 01:08:46 PM »
Quote
[...] Eineinhalb Jahre nach den misslungenen Terroranschlägen von London und Glasgow ist ein Iraker des versuchten Mordes an hunderten Menschen schuldig gesprochen worden. Das Londoner Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Arzt Bilal Abdulla (29) im Juni vergangenen Jahres Nachtschwärmer in London mit Autobomben töten und Panik verursachen wollte. Einen Tag später war er mit einem Komplizen in einem brennenden Jeep in das Terminal am Flughafen Glasgow gerast. Das Strafmaß wird später festgesetzt. Abdulla droht lebenslange Haft.

Einen zweiten Mann, den jordanischen Arzt Mohammed Asha (28), sprach das Londoner Gericht von den selben Anschuldigungen frei. Der 28-Jährige stand im Verdacht, Abdulla und dessen Komplizen Kafeel Ahmed geholfen zu haben. Abdulla, der in Großbritannien als Arzt arbeitete, wollte sich für den Krieg in seinem Heimatland rächen.

Die Anschläge in London schlugen fehl, weil die Polizei die Bomben aus Benzin, Nägeln und Gasflaschen rechtzeitig entschärfen konnte. Auch in Glasgow wurde nur knapp eine Katastrophe verhindert, nachdem das Auto mitten in der Ferienzeit in das Terminal gerast war. Abdullas Komplize Ahmed starb später an seinen Brandverletzungen. (sba/dpa)



Aus: "Autobomben: Terroranschläge in London: Iraker schuldig gesprochen" (ZEIT online, Tagesspiegel | 16.12.2008)
Quelle: http://www.zeit.de/news/artikel/2008/12/16/2686298.xml

-.-

Quote
[...] Unter einem schnell noch am Kommandoturm des Flugzeugträgers USS Lincoln aufgehängten Transparent mit dem Slogan »Mission Accomplished«, was soviel heißt wie »Auftrag erfüllt«, präsentierte sich am 1. Mai 2003 ein strahlender Präsident George W. Bush und erklärte unter dem Jubel und dem Beifall von Offizieren und Matrosen seinen »amerikanischen Mitbürgern«, dass die Kämpfe in Irak vorüber seien und die USA mit ihren Verbündeten in der »Schlacht um Irak« gesiegt hätten. Nun werde sich die Koalition »der Sicherheit und dem Wiederaufbau des Landes Landes« widmen.

Fünf Jahre später ist dieser peinliche Auftritt als »Mission Accomplished« sarkastisches Synonym für ein Unternehmen geworden, das weder gelungen noch beendet ist. In Irak bedeutet »Mission Accomplished« ein anhaltendes Desaster, das von vielen arabischen Irakern -- nicht allerdings von den Kurden in Nordirak -- als schlimmer empfunden wird als das, was unter der Regierung von Saddam Hussein geschah.

Allein für den 27. April zählt die Webseite »Iraq Body Count« (benannt nach dem Ausspruch von US-General Tommy Franks: »We don't do body count« -- wir zählen keine Toten) 71 getötete Iraker: 2 in Shaab (Bagdad), 1 in Bayaa (Bagdad), 2 in Amel und Kadhimiya (Bagdad)... Und in der Provinz Diyala wurde ein Massengrab mit 50 unbekannten Leichen gefunden. (www.iraqbodycount.org)

Mehr als 4000 US-Soldaten und vermutlich Hunderttausende Iraker verloren in den letzten fünf Jahren in Irak ihr Leben. Das Jahrtausende alte Kulturland Mesopotamien wurde zerstört und geplündert, eine moderne, säkulare Gesellschaftsstruktur entwurzelt und zerstückelt. Mehr als vier Millionen Menschen, die Hälfte von ihnen Kinder, wurden in die Flucht getrieben, darunter die besten Professoren, Mediziner, Ingenieure.

Aus einem Mosaik vieler Religionen wurde ein Labor für religiöse Eiferer aller Couleur. Während muslimische Eiferer die Frauen unter den Schleier zwingen wollen, würden christliche Eiferer am liebsten alle irakischen Christen in einer Großoperation evakuieren und das Land ansonsten sich selbst überlassen. 24 000 Iraker werden nach Auskunft der UN-Mission in Irak in US-Gefängnissen wie Abu Ghraib, am Flughafen von Bagdad und Camp Bucca in Basra festgehalten. Die Mehrzahl dieser Gefangenen kennt keine Anklage, hat keinen Zugang zu einem Rechtsanwalt oder Kontakt mit Familienangehörigen.

Im Zweistromland herrschen Chaos und Gewalt, was -- wie in allen Kriegen -- der internationalen Rüstungsindustrie und ihren Handlangern nutzt. Während Kinder von Albträumen geplagt werden, Krieg nicht spielen, sondern täglich erleben und mangels medizinischer Versorgung, an schlechtem Wasser oder Unterernährung sterben, profitieren private Sicherheitsfirmen wie »Blackwater«, Ölkonzerne, Banken und Logistikgiganten wie Halliburton oder DHL von dem Elend. Korrupte Politiker schaufeln sich die Taschen voll Dollars, lieber noch Euros, die sie im Ausland bunkern. Die meisten Mitglieder der Regierung haben mindestens einen weiteren Pass. Ihre Familien leben im Ausland.

»Die Politiker haben keine Ahnung, wie wir leben«, sagt Kerim, ein junger Familienvater (im Telefongespräch mit der Autorin). Seit Jahren ist er ohne Arbeit, nur mit Hilfe seiner Eltern, Brüder oder von Freunden gelingt ihm das Überleben. Seine beiden Söhne, drei und fünf Jahre alt, haben noch nie ein anderes Stadtviertel Bagdads gesehen als das ärmliche Viertel, in dem sie aufgewachsen sind. Früher war es ein religiös gemischtes Viertel, heute leben dort nur noch Schiiten, manche von ihnen, wie Kerim, mit ihren sunnitischen Ehefrauen. Von der Regierung haben sich die meisten voll Abscheu abgewandt. »Sie wissen nicht, dass wir kein Wasser, keinen Strom, nicht mal genug zu essen haben«, erklärt der Familienvater. »Und sie interessieren sich auch nicht dafür.«


Aus: "Bushs gescheiterte Mission - Am 1. Mai vor fünf Jahren verkündete der US-Präsident den Sieg in der "Schlacht um Irak"" Von Karin Leukefeld (30. April 2008 )
Quelle: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Irak/5jahre-1mai.html

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Quote
[...] Die Angaben sind sehr unterschiedlich, offizielle Angaben liegen nicht vor.

    * Iraqbodycount zählt auf Grundlage von mindestens zwei übereinstimmenden Berichten, aus unterschiedlichen Medienorganen mindestens 89.111 (Stand 23. November 2008) getötete Zivilisten. Die Seite gibt an, dass ihre Zahlen vermutlich unter den tatsächlichen Opferzahlen liegen. Da sie sich auf die Meldungen von seriösen Nachrichtenorganisationen verlässt und unabhängige Journalisten vermutlich Abstand von den besonders schwer umkämpften Gebieten halten, würden viele Todesopfer nicht von den Medien erfasst.[18]

    * Eine Studie der Johns Hopkins University vergleicht die Sterblichkeit im Irak von 14,6 Monaten vor dem Invasionsbeginn im März 2003 mit den folgenden 17,8 Monaten. Sie kommt auf bis zu 100.000 (ohne Falluja) zusätzlich Gestorbene.[19] Genauer, mit 95 % Wahrscheinlichkeit, zwischen 8.000 Toten und 194.000 Toten, inklusive Falluja, unter der Zivilbevölkerung.[20] Laut dieser Studie starben die Zivilisten zumeist durch die Koalition, aber auch durch den Widerstand und Terroranschläge. Die Studie wurde vom britischen Medizin-Journal The Lancet im Oktober 2004 veröffentlicht.

    * Eine auf der Lancet-Studie beruhende Untersuchung des Genfer Hochschulinstituts für internationale Studien[21] vom 12. Juli 2005 geht in dem Zeitraum von Januar bis Dezember 2003 von 39.000 durch direkte Gewalteinwirkung getöteten Zivilisten aus.[22]

    * Für April 2006 gibt die BBC allein für Bagdad die Zahl von 1.091 getöteten Zivilisten an.[23] Dies entspricht etwa 30 Toten pro Tag.

    * Eine im Oktober 2006 von The Lancet veröffentlichte und von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore durchgeführte Studie geht von 392.979 bis 942.636 zusätzlichen Todesfällen im Irak durch Kriegsfolgen aus, was bei einem Mittelwert von 654.965 Toten rund 2,5 Prozent der Bevölkerung entspricht. Erneut wird, wie bei den vorherigen Studien, darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der statistischen Methode ungenau seien, allerdings wurden deutlich mehr Menschen als bei vorangegangenen Umfragen erfasst.[24]

    * Iraq Coalition Casualty Count listet 37.781 getötete Zivilisten seit März 2005 (Stand: 29. September 2007).[25]

    * Laut ORB (Opinion Research Business) sind im Zeitraum von März 2003 bis August 2007 zwischen 946.000 und 1.120.000 Iraker ums Leben gekommen (Stand Januar 2008).[26]

[...]

# ↑ Iraqbodycount
# ↑ Joachim Guilliard, 31. Oktober 2004
# ↑ Slate: How many Iraqi civilians have died as a result of the war?
# ↑ Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien
# ↑ News.ch
# ↑ "BBC.co.uk Iraq killings top 1,000 in April"
# ↑ Artikel im Lancet (PDF)
# ↑ a b iCasualties: OIF Iraqi Deaths
# ↑ ORB News vom Januar 2008
# ↑ Iraq Coalition Casualty Count
# ↑ Iraq Coalition Casualty Count
# ↑ National Priorities Project: Cost of War.



...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg (30. November 2008)


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[Man verhandelt nicht mit Terroristen... ]
« Reply #109 on: December 17, 2008, 03:50:30 PM »
Quote
[...] Terroralarm in Frankreich: Eine bislang unbekannte Gruppe hat am Dienstag mindestens fünf Sprengsätze in einem Pariser Luxuskaufhaus deponiert und mit Anschlägen gedroht, sollte Staatspräsident Nicolas Sarkozy die französischen Truppen nicht aus Afghanistan abziehen. Nach Eingang eines Bekennerschreibens entdeckte die Polizei die Sprengsätze auf den Toiletten des Kaufhauses Printemps. Nach Angaben von Innenministerin Michèle Alliot-Marie handelte es sich um „relativ alte Dynamitstangen“ ohne Zünder.


Es habe keine unmittelbare Explosionsgefahr bestanden, sagte die Ministerin. Sarkozy rief die Bevölkerung gleichwohl zur Vorsicht auf. „Ich appelliere an alle, sehr vorsichtig und sehr maßvoll zu sein“, sagte er in Straßburg und bekräftigte zugleich seine Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen. „Man verhandelt nicht mit Terroristen, man bekämpft sie.

...


Aus: "Terror: Terroristen drohen Frankreich und fordern Abzug aus Afghanistan" (16.12.08)
Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/terror-terroristen-drohen-frankreich-und-fordern-abzug-aus-afghanistan_aid_356309.html

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Quote
[...] Derzeit sind 3000 französische Soldaten in Afghanistan. 700 von ihnen wurden in der ersten Hälfte des Jahres zusätzlich entsandt, was das Taliban-Regime als Provokation interpretiert haben soll. Im Sommer wurden zehn Soldaten in einem Hinterhalt nahe Kabul getötet. Ihr Tod löste in Frankreich Streit über den Verbleib der Truppen am Hindukusch aus.


Aus: "Terroralarm: Dynamit in Pariser Kaufhaus" (16.12.2008)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/100/451809/text/

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Quote
[...] Analyse des Sprachgebrauchs

In seiner Studie „Writing the War on Terrorism. Language, Politics and Counter-Terrorism“ untersuchte der britische Politologe Richard Jackson (Internationale Politik an der Aberystwyth University) den zu der Kriegsführung seit dem 11. September 2001 etablierten Sprachgebrauch. Er kam zu dem Schluss, dass der Öffentlichkeit vier primäre „Wahrheiten“ übermittelt werden sollten:

    * die Anschläge vom 11. September 2001 seien ein kriegerischer Akt gewesen,
    * die Terroristen seien unmenschliche Barbaren, die es verdient hätten, von der zivilisierten Gesellschaft ausgerottet zu werden,
    * die Bedrohung durch den Terrorismus sei katastrophal und es sei nur rational, hierauf mit allen Streitkräften zu antworten,
    * der US-amerikanisch geführte „Krieg gegen den Terrorismus“ sei per Definition ein guter und gerechter Krieg.

Die Ziele dieses Diskurses bestünden darin,

    * ihn als reale Wahrheit zu etablieren,
    * die Grenzen des gesunden Menschenverstandes zu definieren,
    * die Begriffe in der Debatte zu setzen,
    * und alternative Paradigmen und Ansätze auszuschließen.

Diese Ziele seien unter anderem auch deshalb erreicht worden, weil die Regierung hierbei von der Partei der Demokraten, den Massenmedien und vielen anderen wichtigen Akteuren unterstützt worden seien. Eine Folge hiervon sei, dass die Regierung ihren Ansatz des Counter-Terrorismus mit einer großen öffentlichen Unterstützung und ohne eine nennenswerte Opposition im eigenen Land führen konnte. Jackson vergleicht den War on Terrorism mit der Periode des Kalten Krieges in den 1950er Jahren, in dem ebenfalls der Raum für offene Diskussionen ausgelöscht worden sei.

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Aus: "Krieg gegen den Terror" (15. Dezember 2008)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_gegen_den_Terror#Kritik


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[ Zweifeln an der offiziellen Version... ("Der zweite Tod meines Vaters")]
« Reply #110 on: December 26, 2008, 02:29:20 PM »
Quote
[...] As Chris Petersen, head of the supposedly 600-member Marxist-Leninist party of the Netherlands, Pieter Boevé travelled to Beijing more than two dozen times and met Mao Zedong. He was also welcomed with open arms in Albania by Enver Hoxha, and in the eastern bloc capitals of Europe.

"In fact we had at most a dozen members, none of whom had the faintest idea of the truth," Mr Boevé said yesterday from his home in the seaside resort of Zandvoort. "The whole thing was a hoax, set up by the secret services to learn all they could about what was going on in Marxist Peking."

...


From: "Mr Chips turns out to be 007 - Dutch maths teacher admits fake communist party scam that fooled Mao Zedong"
By Jon Henley (guardian.co.uk, Saturday 4 December 2004)
Source: http://www.guardian.co.uk/world/2004/dec/04/jonhenley

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Quote
[...] The Marxist-Leninist Party of the Netherlands (in Dutch: Marxistisch-Leninistische Partij Nederland, MLPN) was a fake pro-China communist party in the Netherlands set up by the Dutch secret service BVD to develop contacts with the Chinese government for espionage purposes. It existed from 1968 to the early 1990s. The MLPN was led throughout its existence by Pieter Boevé, who used the pseudonym Chris Petersen.

Boevé had previously served as the international secretary of the Marxist-Leninist Centre of the Netherlands (MLCN), using his position to create contacts in China and Albania. Boevé had also started his own publication, De Kommunist, in 1966 which annoyed the MLCN. The double play of Boevé was discovered by his party comrades. He was expelled and formed his own League of Marxist-Leninists in the Netherlands (Liga van Marxisten-Leninisten in Nederland) in 1968. A year later it took the name MLPN. It claimed to represent the principles of Maoism against the "heresies" of the official pro-USSR Communist Party of the Netherlands. Boevé frequently received gifts and travelling expenses from the Chinese government, and was on one occasion the guest of honour at a special banquet presided over by Zhou Enlai.

Boevé had joined the Dutch secret service in 1955 after attending a student conference in Moscow. He developed several contacts in China, and eventually convinced the Chinese leadership that the MLPN constituted a legitimate party in the Netherlands. In reality, it never had more than a dozen members, none of whom, aside from Boevé, knew of its true purpose. The MLPN disbanded shortly after the fall of the Berlin Wall in 1989, when the BVD judged that it was no longer necessary.

Boevé and another former BVD member went public with the party's story in 2004. Boevé has expressed no regrets for his actions, and now openly refers to the MLPN as having been a "fake party".

Boevé also claims that he played a role in arranging the historic meeting of Richard Nixon and Mao Zedong in 1972. He was asked by Chinese contacts as to his views on the possibility of better relations with the United States of America; he took this as a sign that the Chinese government was interested in thawing relations between the two countries, and passed his information on to the CIA.

The MLPN published a monthly periodical called De Kommunist (The Communist). It was written entirely by BVD operatives.


From: "Marxist-Leninist Party of the Netherlands" (9 November 2008)
Source: http://en.wikipedia.org/wiki/Marxist-Leninist_Party_of_the_Netherlands

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Quote
[...] False flag operations are covert operations conducted by governments, corporations, or other organizations, which are designed to appear as though they are being carried out by other entities. The name is derived from the military concept of flying false colors; that is, flying the flag of a country other than one's own. False flag operations are not limited to war and counter-insurgency operations, and have been used in peace-time; for example, during Italy's strategy of tension.

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From: "False flag" (17 December 2008)
Source: http://en.wikipedia.org/wiki/False_flag

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Quote
[...] Von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, für die sein Vater das Leben ließ, wird Michael Buback inzwischen nicht mehr mit dem Respekt behandelt, den Hinterbliebene von Terroropfern verdienen, sondern eher wie ein dahergelaufener Querulant. Er legte seine Finger in Wunden, von denen manche deutsche Behörden schon glaubten, sie geschlossen zu haben. Er fand heraus, dass es erhebliche Unklarheiten bei Aufklärung und Strafverfolgung des Karlsruher Attentats gab. Je mehr er sich der Wahrheit zu nähern schien, desto größere Ablehnung erfuhr er. Als der Chemie-Professor mit Unterstützung von Journalisten herausfand, dass auf irgendeine Art deutsche Geheimdienste in das Terror-Attentat verwickelt sein könnten, verschlossen sich die wichtigsten Quellen zur Aufklärung nicht nur vor ihm. Der Bundesinnenminister erklärte das wichtigste Dokument dazu für alle Ewigkeit zum Staatsgeheimnis.

Nun hat Michael Buback ein Buch über die Vorgänge geschrieben: "Der zweite Tod meines Vaters." Darin beschreibt er zunächst sehr persönlich, wie er bei einem Skiurlaub vom Tod seines Vaters erfuhr. Ohne jede polizeiliche Begleitung oder andere staatliche Unterstützung musste der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts mit seiner Frau im eigenen Auto von Zermatt nach Hause fahren. Die Mutter des Autors, Witwe des Generalbundesanwalts, wurde nicht etwa psychologisch betreut, nachdem man ihr den Tod ihres Mannes mitgeteilt hatte - sie fuhr alleine mit dem Fahrrad zum Tatort, dort wusste niemand etwas mit ihr anzufangen und so ließ man sie alleine wieder zurückradeln.

Die ersten Tatzeugen sprachen gegenüber der Karlsruher Polizei ihre Vermutung aus, dass eine kleine schmächtige Frau, vermummt in Motorradkleidung und Helm, vom Soziussitz aus auf Buback und seine Begleiter geschossen haben könnte. Erstaunlicherweise tauchten diese Zeugenaussagen aber nie in späteren Prozessen gegen RAF-Terroristen auf, die wegen Mittäterschaft verurteilt wurden. Kurze Zeit nach dem Attentat wurde die RAF- Terroristin Verena Becker mit einem Kumpan in Singen verhaftet, bei ihnen fand man die Tatwaffe, mit der Buback erschossen worden war, und weitere wichtige Spuren, die auf ihre Täterschaft hindeuteten. Verena Becker wurde in einem Beschluss des Ermittlungsrichters vom Bundesgerichtshof konsequenterweise als tatverdächtig bezeichnet. Das konnte bis heute geheim gehalten werden.

Irgendwie verschwand aber auch diese Erkenntnis wie von Geisterhand geführt aus allen Akten. Becker wurde wegen anderer Taten in einem auffallend kurzen Prozess rasch verurteilt, aber bald durch einen politischen Gnadenakt höchstwahrscheinlich nach einer Geheimkonferenz von Politikern, an der auch leitende Geheimdienstmitarbeiter teilgenommen haben sollen, wieder freigelassen. Erst Jahrzehnte später kam ans Tageslicht, dass sie - auf welche Weise auch immer - mit einem deutschen Geheimdienst zusammengearbeitet hatte.

Mit wissenschaftlicher Akribie schildert Michael Buback in dem Buch seine Bemühungen, Licht ins Dunkel der verschlossenen Akten zu bringen, die staatliche Mauer des Verschweigens, Vertuschens, Verbergens und Deckens von Terroristen zu durchbrechen. Für den Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts steht fest: Sein Vater hatte nicht nur Feinde im Lager der RAF; es sei schwierig, aufzudecken, wem er sonst noch im Weg stand, denn es gebe auch außerhalb der RAF "Schweigekartelle". Er und seine Frau hätten eine "klare Vorstellung davon, wer auf dem Tatmotorrad saß, und auch davon, wer es lenkte und wer die drei Menschen erschoss".

Michael Buback erklärt, er werde dieser Frage jetzt nicht weiter nachgehen, weil er keine Chance sehe, weitere "Fortschritte zu erzielen". Es bestehe für ihn und seine Frau "kein Zweifel mehr", dass es für RAF-Täter "einen Schutz" gab.

Selbst in der neuesten Ausgabe des allseits als Standardwerk über die RAF angesehenen Buchs von Stefan Aust ("Der Baader-Meinhof-Komplex") geht der Autor inzwischen davon aus, dass es "zahlreiche Indizien für geheimdienstliche Aktivitäten" im Zusammenhang mit der RAF-Geschichte gebe. Corinna Ponto, die Tochter eines ebenfalls von RAF-Terroristen ermordeten Bankers, schreibt in einem Buch: "Ich behaupte zudem, die Terroristen hingen zum großen Teil an Fäden und Drähten, die sie wahrscheinlich selbst bis zum heutigen Tag nicht ganz durchschauen." Wer die 30 Jahre lang geheim gehaltenen Urteile gegen die RAF-Mitglieder liest, findet heraus, dass sage und schreibe 14 dieser Terroristen für einen Geheimdienst gearbeitet haben.



Aus: "RAF - Wie von Geisterhand geführt" (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.12.2008)
Von Ulf G. Stuberger 
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Michael-Buback;art138,2689957


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Quote
[...] der Sohn des bei einem dieser Attentate getöteten damaligen General-Bundesanwalts Buback, vor kurzem ein Buch veröffentlicht („Der zweite Tod meines Vaters“), das schwerste Zweifel aufbringt, ob es sich da wirklich um eine selbständige Terrorgruppe handelte oder um eine am Gängelband des „Verfassungsschuzes“.

Buback, Chemie-Professor an einer Universität, also an akribische wissenschaftliche Arbeit gewöhnt, wollte wissen, wer wirklich seinen Vater umgebracht hat. Er stiess dabei auf offensichtliche Ungereimtheiten. So lagen bei der Staatsanwaltschaft bereits vor 25 Jahren Aussagen vor, die ein Mitglied der Gruppe mit Namen Wisniewski als einen der Täter des Buback-Mordes identifizierten. Dieser Spur wurde aber bis heute nicht nachgegangen – ja, es wurde überhaupt keine Ermittlung gegen Wisniewski begonnen. Es besteht der intensive Verdacht, Wisniewski war Spitzel des Verfassungsschutzes in der Gruppe.

Nun ist der Sohn des Getöteten, der die Recherchen über Jahre zusammen mit seiner Frau führte, noch auf eine Reihe anderer Ungereimtheiten gestossen. So gibt es zum Beispiel klare Aussagen von Zeugen, die Person auf dem Rücksitz eines Motorrads, die mit einer automatischen Waffe die tödlichen Schüsse abgab, sei klein und zierlich gewesen. Man habe den Eindruck von einer Frau gehabt. Nun – es wurde nie eine Frau wegen dieses Verbrechens angeklagt. Man weiss aber, dass Verena Becker zu jener Zeit Teil der Gruppe war und dass sie klein und zierlich ist. Als Frau Becker verhaftet wurde, fand man bei ih die Karlsruher Tatwaffe. Warum wurde dieser Spur nie nachgegangen? War Frau Becker eventuell auch Verfassungsschutz-Spitzel?

Ausserdem gibt es die „Zeugen vom Vortag“: Einen Tag vor dem Anschlag brachte in Karlsruhe (Sitz der Bundesanwaltschaft) eine unvorsichtig geöffnete Autotür ein Motorrad ins Schlingern, auf dem vermummte Personen waren, genauso wie am darauffolgenden Tag beim Anschlag. Wahrscheinlich waren es die gleichen Personen, die dann einen Tag später wirklich den Anschlag durchführten. Die Zeugen dieses Vorfalls am Vortag wurden damals nicht vernommen. Hätten sie unerwünschte Aussagen machen können, die einen (oder mehr) Verfassungsschutz-Spitzel hätten auffliegen lassen können?

Wenn der Verfassungsschutz mit einem Spitzel an diesem Anschlag beteiligt war, so hat auch die Bundesregierung Blut an ihren Fingern, nicht nur die Gruppe RAF. Wenn es – und dafür spricht Vieles – Wisniewski und Becker waren da auf dem Motorrad und beide Verfassungsschutz-Spitzel waren, so war es sogar eine Bundes-Mordtat, die nur indirekt etwas mit der RAF zu tun hat. Schwerwiegende offene Fragen!

Das alles geschah zur gleichen Zeit, als erwiesenermassen Bundes-Agenten ein Loch in die Mauer des Gefängnisses von Celle sprengten, was sie den „Terroristen“ in die Schuhe schieben wollten, denn dort sassen Gesinnungsgenossen ein. Ein weiteres Indiz für eine weit intensivere Beteiligung offizieller Stellen der Bundesrepublik an Dingen, die man „Linksradikalen“ zuschreibt, als es offiziell angegeben wird.

Und da gibt es die NPD, die nur deshalb nicht verboten werden konnte, weil sie so völlig von „Verfassungsschutz“-Mitarbeitern durchsetzt ist, dass man nicht mehr unterscheiden kann, was sind Worte und Taten der NPD und was solche des „Verfassungsschutzes“. Sollte es eventuell schon vorher eine Organisation gegeben haben, die so völlig unter dem Kartell des „Verfasungsschutzes“ stand, dass ihre Taten nur durch massivste „Ermittlungs-Pannen“ den tatsächlichen Gruppenmitgliedern zugesprochen werden konnten? Die RAF?

Interessant in diesem Zusammenhang auch wieder die Haltung der bundesdeutschen bürgerlichen Medien. Über das Buch von Buback wurde zum Teil gar nicht, zum Teil mit schweren Auslassungen berichtet. Die schweren Verdachtsmomente gegen die Bundesregierung wurden beiseite gelassen. Selbst in einem Interview, das Buback der „Süddeutschen“ aus Anlass der Freilassung von Klar gab, kommt das Wort „Verfassungsschutz“ nicht ein einziges Mal vor, hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/599/452304/text/

Waren es damals die Anarchisten, so sind heute die Islamisten zum Staatsfeind Nr. 1 geworden. Und das Schema gleicht sich: Wiederum kann man z.B. bei den „Sauerland-Bombern“ das Wirken von Bundes-Agenten feststellen, die aber nicht auftauchen und Zeugenaussagen machen, sondern die man heimlich aussteigen liess, Bevor man zuschlug.

Auch in diesem Fall extrem verdächtige Umstände. Es wurde Wasserstoff-Peroxid-Lösung gekauft, obwohl man damit und mit anderen Zuataten überhaupt keinen handhabbaren Sprengstoff herstellen kann, es sei denn, man hätte eine Chemiefabrik und extrem spezielle Fachkenntnisse. Einen Monat vor den Festnahmen im Sauerland schreibt „Focus“ganz offen über diese angebliche Terrorgruppe, aber die macht wohlgemut weiter. Der Verdacht eines „agent provocateur“ liegt auch hier extrem nahe. Näheres in diesem Artikel: http://karlweiss.twoday.net/stories/4249087/

Ähnlich auch der Fall der vier „britischen Jungs“, die jene Attentate in London im Juli 2005 unmöglich ohne deutliche Hilfe von aussen begangen haben können. Aber genau das behauptet der englische Untersuchungsbereicht. Auch hier der klare Verdacht, ein „agent provocateur“ hat die unbedarften erzürnten Muslims angeleitet, um Anlass für den Abbau der bürgerlichen Rechte zu liefern.

Ganz ähnliches bei dem grossen Terroranschlägen in Madrid ein Jahr vorher, die 200 Menschenleben forderten. Islamisten, die überhaupt nicht genug Kenntnisse für einen so umfangreichen und komplizierten Anschlag haben. Polizeispitzel in der Gruppe. Einer dieser Spitzel hat sogar den Sprengstoff besorgt, mit dem die Anschläge durchgeführt wurden. Auch hier klare Hinweise auf „agent provocateur“, auf eine „Gängelband-Gruppe“.

Fangen wir nicht davon an, von den vielen Zweifeln an der offiziellen Version des Ablaufs und der Täter der Anschläge des 11. September 2001 zu reden.

Die RAF, 9/11, Madrid, London, die Sauerland-Bomber: Einzelteile setzen sich zu einem Puzzle zusammen: Staatsmacht hilf beim Terror mit. Es geht um Vorwände, die noch vorhandenen freiheitlichen Rechte abzuschaffen, denn man weiss, man wird auf Widerstand stossen. Die Völker werden sich diese Zustände nicht so einfach gefallen lassen. Darauf will man mit viel Stasi vorbereitet sein. Nur sollte man sich das Ende der Stasi ansehen. ...




Aus: "Politik: War die RAF ein ‘Verfassungsschutz’-Projekt? - Gängelband-Terrorgruppen"
Von Karl Weiss" (24. Dezember 2008)
Quelle: http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=24122008ArtikelPolitikWeiss1


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[Terror-Fall als Agenten-Stück.. (Sauerland-Zelle)]
« Reply #111 on: February 05, 2009, 12:31:42 PM »
Quote
[...] Im Verfahren gegen die sogenannte Sauerland Gruppe, die 2007 Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant haben soll, stützt sich die Bundesanwaltschaft auf Aussagen fragwürdiger Herkunft. Der Verdacht: Ein wichtiger Zeuge könnte im usbekischen Gefängnis gefoltert worden sein.

[...]  Wie der stern in seiner neuen, bereits am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, vernahmen ein Bundesanwalt und drei Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) im September dieses Jahres einen 33 Jahre alten Zeugen im Stadtgefängnis von Taschkent in Usbekistan. In diesem Land gehört nach Ansicht des Anti-Folter-Komitees der Vereinten Nationen und mehrerer Menschenrechtsorganisationen Folter "zur Routine" und ist im Justiz- und Polizeiapparat "weit verbreitet". Aussagen von gefolterten Häftlingen aber dürfen in Deutschland vor Gericht nicht verwendet werden.
 

Die Vernehmung des Zeugen Sherali A. fand nach Angaben der Bundesanwaltschaft im Rahmen der internationalen Rechtshilfe nach den Regeln der deutschen Strafprozessordnung statt. Der angereiste Bundesanwalt notierte in seinem Bericht, er habe keine sichtbaren Auffälligkeiten an dem usbekischen Zeugen bemerkt. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, sei der Zeuge aber "zusammengezuckt" und habe einen "verschrockenen Eindruck" gemacht, als der stellvertretende Gefängnisdirektor und ein Referatsleiter des usbekischen Geheimdienstes SNB den Raum betreten hätten.

Sherali A. ist einer der wenigen namentlich bekannten Zeugen, die im Verfahren gegen die "Sauerland Gruppe" um den deutschen Konvertiten Fritz Gelowicz Angaben zur Islamischen Jihad Union (IJU) machen können. Die IJU soll Auftraggeber für die geplanten Anschläge in Deutschland gewesen sein.

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Quote
heartlander98 (16.12.2008, 9:51 Uhr)
Foltergeständnis?
Wenn man irgendeinen normalen Menschen festnimmt, in ein Lager verfrachtet und Wochen oder Monate foltert, wird er ALLES sagen, was man ihm in den Mund legt. ...


Quote
NeuerMensch (16.12.2008, 9:11 Uhr)
Usbekistan? Wer soll diesen Scheiss noch glauben?
Der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, hat es mit aller Deutlichkeit gesagt: "I have posted previously on the so-called Islamic Jihad Union, which appears to be a creation of the Uzbek Security Services and the CIA, and the extraordinary claims that it was responsible for a plot to blow up a US airbase as well as bars and nightclubs in Germany. (...) We now have vital confirmation that the only link between the three alleged terrorists and the "Islamic Jihad Union" is an allegation from the CIA."
.
http://www.craigmurray.org.uk/archives/2007/10/islamic_jihad_u_1.html
.
Hinzu kommt, das Usbekistan ein totalitärer Unrechtsstaat ist, der große Teile der Bevölkerung mit Gewalt unterdrückt. Aber die Medien kommen ja leider nur noch ihrer Aufgabe als Huren der Politik nach anstatt solchen Dingen einmal nachzugehen. Hallo! Aufwachen!



Aus: "Sauerland-Verfahren: Zeugenbefragung im Foltergefängnis" (16.12.2008)
Quelle: http://www.stern.de/panorama/:Sauerland-Verfahren-Zeugenbefragung-Foltergef%E4ngnis/649230.html


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[...] Es sollte offenbar der größte Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik werden: Die Mitglieder der so genannten "Sauerland-Gruppe" wollten im Herbst 2007 - laut Anklage der Bundesanwaltschaft - amerikanische Kasernen, Pubs oder Diskotheken in deutschen Großstädten in die Luft sprengen. Die jungen Muslime um den Ulmer Konvertiten Fritz Gelowicz sollen sich dazu zwölf Fässer Wasserstoffperoxid beschafft haben, das in einer Mischung mit Mehl nach Berechnungen von Gutachtern des Bundeskriminalamts (BKA) eine Sprengkraft von 410 Kilogramm TNT gehabt hätte. Anfang September 2007 waren Gelowicz sowie seine Glaubensbrüder Adem Yilmaz und Daniel Schneider im sauerländischen Oberschledorn festgenommen worden.
 

Wenige Wochen vor dem Prozessbeginn am 24. März erweist sich der Terror-Fall jedoch zunehmend als Agenten-Stück. In der Hauptrolle: Mevlüt K., ein 29-jähriger Türke aus Ludwigshafen. Das BKA ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts, bei der Beschaffung und Übergabe von 26 Sprengzündern an die "Sauerland-Gruppe" eine zentrale Rolle gespielt zu haben. K. soll zudem Kontakte zu hochrangigen al-Kaida-Mitgliedern und tschetschenischen sowie iranischen Mudschahidin haben. Doch seine Rolle ist noch in anderer Hinsicht interessant: Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll es sich bei Mevlüt K. um einen Kontaktmann des türkischen Geheimdienstes MIT und der amerikanischen CIA handeln.

Schon im Herbst 2001, unmittelbar nach den Terroranschlägen von New York und Washington, hatten sich amerikanische und deutsche Sicherheitskräfte für K. interessiert. Seine Wohnung in Ludwigshafen war damals durchsucht worden. Anfang 2002 wurde er auf dem Flughafen von Ankara festgenommen und saß bis November 2003 in türkischer Haft. In dieser Zeit wurde Mevlüt K. vermutlich vom türkischen Geheimdienst MIT angeworben. Später soll er nach Informationen aus Sicherheitskreisen im Fall der "Sauerland-Gruppe" auch als Kontaktmann für die amerikanische CIA gedient haben.


Der mutmaßliche CIA-Informant aus Rheinland-Pfalz soll in den Attentatsvorbereitungen dieser Terrorzelle eine zentrale Rolle gespielt haben, wie aus Ermittlungsunterlagen des BKA hervorgeht. Demnach soll er die Person mit dem Tarnnamen "sut" sein, über den die Beschaffung der 26 Sprengzünder maßgeblich gelaufen sein soll. Fritz Gelowicz soll mit "sut" konspirativ kommuniziert haben.

Über den jungen Alaeddine T. aus Wolfsburg soll Mevlüt K. im August 2007 zunächst 20 Sprengzünder an Gelowicz weitergeleitet haben. Angeblich waren sie in Schuhen versteckt, die K. in einer Istanbuler Moschee dem damals 15-jährigen Deutschen tunesischer Abstammung mitgegeben hatte.
 

Unter der Führung von Mevlüt K. seien auch weitere sechs Zünder nach Deutschland zur "Sauerland-Gruppe" geschmuggelt worden, aus dem Kosovo, wie die Terrorermittler herausfanden. Fünf serbische Islamisten sollen daran beteiligt gewesen sein, von denen einige im niedersächsischen Bad Harzburg gemeldet sind. Aus abgehörten Gesprächen geht hervor, dass Mevlüt K., der mutmaßliche CIA-Informant, für sie "der Chef" war, von dem die jeweiligen Anweisungen kamen.

Was den Fall noch undurchsichtiger macht: Wichtigster Kontaktmann von Mevlüt K. in Deutschland war nach BKA-Erkenntnissen der 26-jährige Somalier Ahmed H. aus Ludwigshafen. Es handelt sich um jenen Ahmed H., der zurzeit wegen Mordes an drei georgischen Autohändlern vor Gericht steht - zusammen mit einem Deutsch-Iraker, der als höchst fragwürdiger V-Mann jahrelang für das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz im Islamisten-Milieu gearbeitet hat - und ausgerechnet auf den jungen Somalier Ahmed H. angesetzt war.
 

Ahmed H., so geht aus BKA-Akten hervor, hatte in der Zeit der Anschlagsvorbereitungen regelmäßig telefonischen Kontakt zum "Chef" Mevlüt K., der sich in der Türkei aufhielt. In den Gesprächen sei es immer wieder um die Zünder gegangen. Am 3. August 2007 soll der Somalier in Mannheim die sechs Sprengzünder an den Rädelsführer der "Sauerland-Gruppe", Fritz Gelowicz, übergeben haben. Einen direkten Beleg für diese Übergabe gibt es allerdings nicht, beide konnten zu diesem konkreten Zeitpunkt nicht observiert werden.

Mevlüt K. soll der maßgebliche Mann hinter der Beschaffung der Zünder gewesen sein. Deutsche Ermittlungsakten weisen ihn als hochkarätigen Islamisten aus: Er habe dem Netzwerk des 2006 von den Amerikanern getöteten al-Kaida-Topterroristen al Sarkawi angehört und dort logistische Aufgaben erfüllt. Zudem sei er Kopf einer Gruppierung, die sich mit Anschlagsplanungen beschäftige, und verfüge über Kontakte zu Dschihad-Kämpfern in Tschetschenien und dem Iran. Mevlüt K. ist von libanesischen Behörden international zur Festnahme ausgeschrieben - wegen des Versuchs, durch Bildung einer al Kaida-Zelle im Libanon Terroranschläge zu verüben. Doch Mevlüt K., der mutmaßliche CIA-Mann, lebt nach stern.de-Informationen in der Türkei als freier Mann.

Quote
endbenutzer (4.2.2009, 12:15 Uhr)
... Möglich ist alles. Das sollte auch dem letzten Träumer zu denken geben..


Quote
NeuerMensch (4.2.2009, 12:52 Uhr)
Das ist doch schon lange bekannt!
MONITOR (WDR) hatte schon im September 08 ausführlich darüber und über die wahrscheinliche Steuererung der IJU durch Geheimdienste berichtet. Der Beitrag von damals:
http://www.youtube.com/watch?v=mo2CwqlEG3U


Quote
seppmaier (4.2.2009, 13:36 Uhr)
false flag operationen...
...sind eine spezialität von geheimdiensten.
wer über "operation gladio" bescheid weiss, hat ein völlig anderes verständniss für die sogenannten terror-anschläge.
bis heute weigert sich die brd-regierung gladio aufzuklären.
die ergebnisse würden diesen "staat" schlichtweg zerreissen!


Quote
RDUKE7777777 (4.2.2009, 15:31 Uhr)
Ja, ja lieber Stern, liebe Terrorhysteriker
Ich erspare mir jetzt Sachen wie "das war im Internet bereits vor JAHREN zu lesen",...aber das waren ja alle "Verschwörungstheoretiker", ne?

hahahaha. ....


Quote
endbenutzer (4.2.2009, 16:35 Uhr)
@OnceKnown:
"...Der CIA insbesondere mag ja schon so einige krumme Dinger in irgendwelchen zentralamerikanischen Bananenrepubliken gedreht haben, aber wir reden hier vom 3000-fachen Massenmord an der eigenen Bevölkerung. Selbst der profitgeilste Politiker würde da nicht mitspielen, insbesondere nicht die Mitarbeiter der CIA oder sonstiger Geheimdienste, die einen Eid geschworen haben ihre Landsleute durch ihre Tätigkeit zu beschützen...."
.
Sorry, aber das ist ja wohl der Gipfel der Naivität.


Quote
OnceKnown (4.2.2009, 16:45 Uhr)
@endbenutzer
Passt Ihnen nicht? Glauben Sie nicht? Haben Sie Beweise?
.
Sorry, aber das ist ja wohl der Gipfel des Zynismus und der Paranoia.






Aus: "Sauerland-Zelle: Mutmaßlicher CIA-Mann war "der Chef"" Von Rainer Nübel (04.02.2009)
Mitarbeit: Özlem Gezer, Martin Knobbe
Quelle: http://www.stern.de/panorama/:Sauerland-Zelle-Mutma%DFlicher-CIA-Mann-der-Chef/653678.html

« Last Edit: February 05, 2009, 12:36:13 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Es ist der 11. April 2002, 9.35 Uhr... ( M. Christian Ganczarski)]
« Reply #112 on: February 06, 2009, 11:08:10 AM »
Quote
[...] PARIS ap/afp  Es ist der 11. April 2002, 9.35 Uhr. "Wir waren in der Synagoge, auf einmal fing alles an zu knallen", erinnert sich eine Augenzeugin. "Die Tür fiel zu, das Feuer brach aus, man hörte nur noch Schreie." Der Tunesier Nisar Nawar war mit einem Lastwagen mit 5.000 Litern Flüssiggas in die Al-Ghriba-Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba gerast. Der Explosion fielen 21 Menschen zum Opfer: 14 deutsche und zwei französische Touristen sowie fünf Tunesier.

Fast sieben Jahre später wird den mutmaßlichen Hintermännern des Anschlags, zu dem sich al-Qaida bekannte, ab Montag in Paris der Prozess gemacht. Drei Angeklagte sind wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt, ihnen drohen lebenslange Haftstrafen.


 Als Auftraggeber und Planer gilt der Pakistaner Khalid Sheikh Mohammed, der als mutmaßlicher Kopf der Anschläge vom 11. September 2001 von den USA auf Guantánamo festgehalten wird und dem daher in Abwesenheit der Prozess gemacht wird. Verantworten muss sich auch der Bruder des Selbstmordattentäters, Walid Nawar. Mit Spannung wird der Auftritt des Deutschen Christian Ganczarski erwartet. Laut französischen Ermittlern erteilte er dem Attentäter die letzte Zustimmung für den Anschlag.

Damit wird im Prozess mehr zur Sprache kommen als der Djerba-Anschlag. Ganczarski war nach Pariser Darstellung eine Schlüsselfigur von al-Qaida, die sich um die Internetaktivitäten des Terrornetzes kümmerte und mit Kurierdiensten zwischen Bin Laden und Sheikh Mohammed betraut war. Sollte sich dies bestätigen, wäre es ein herber Schlag für die deutschen Terrorfahnder, die Ganczarski unmittelbar nach dem Anschlag laufen ließen.

Ganczarski war in der deutschen Islamisten-Szene eine schillernde Figur. Er kam mit neun Jahren als Spätaussiedler von Polen nach Mülheim. Die Hauptschule brach er ab. Ein tunesischer Kollege brachte ihn mit dem Koran in Kontakt. Er trat zum Islam über, besuchte Saudi-Arabien und ab 1999 mehrmals Afghanistan. Französische Ermittler verfügen über ein Video, das ihn mit Bin Laden zeigt.

Der deutsche Verfassungsschutz ließ Ganczarskis Telefon abhören. So fingen die Fahnder am Morgen des 11. April 2002 einen Anruf aus Djerba ab. Darin soll Nawar um den "Segen" für den Terroranschlag gebeten haben. Die Antwort: "So Gott will."

Ein Haftbefehl wurde danach vom Bundesgerichtshof allerdings abgelehnt. Eine Verhaftung wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung war aufgrund der damaligen Gesetzeslage nicht möglich. Im November 2002 zog Ganczarski mit seiner Familie nach Saudi-Arabien. Im Mai 2003 wiesen ihn die dortigen Sicherheitskräfte nach Paris aus. Dort wurde er am 3. Juni 2003 am Flughafen festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Er weist alle Anschuldigungen zurück.


Aus: "Justiz prüft Duisburger Terrorspur" (05.01.2009)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/justiz-prueft-seltsame-duisburger-terrorspur/


-.-

Quote
[...] Ein französisches Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der Duisburger Christian Ganczarski von dem Attentat in Tunesien wusste und es unterstützte. Er war nach Ansicht der Richter Komplize des Attentäters und Mitglied der Terrorgruppe al-Qaida. Bei dem Attentat auf der Ferieninsel Djerba waren im April 2002 für 21 Menschen getötet worden, darunter 14 Deutsche.

Der 1986 zum Islam konvertierte Ganczarski sitzt seit mehr als fünfeinhalb Jahren in Frankreich in Untersuchungshaft. Er bestritt jegliche Mitwisserschaft und auch, Mitglied von al-Qaida zu sein. "Ich habe niemals von einem Attentat gewusst", sagte der Vater von fünf Kindern in seinem Schlusswort. Seine Afghanistan-Reisen hätten nichts mit irgendwelchen Anschlagsplanungen zu tun gehabt. "Es war nicht das, was ich in Afghanistan unterstützt habe."

Die Anklage hatte 30 Jahre Gefängnis für den Deutschen gefordert. Als Belege für die Beteiligung des Deutschen hatte die Staatsanwaltschaft die zahlreichen Reisen des heute 42-Jährigen nach Afghanistan gewertet, bei denen er neben Osama bin Laden zahlreiche andere hochrangige Al-Qaida-Mitglieder und den Attentäter Nizar Nawar traf.

Kurz vor dem Anschlag hatte Ganczarski zudem einen Anruf von Nawar erhalten, in dem dieser ihn um "göttlichen Segen" bat und sagte "Vergiss nicht, für mich zu beten". Das Gespräch dauerte 112 Sekunden und wurde auf Englisch und Arabisch geführt. Es wurde von deutschen Sicherheitsbehörden aufgezeichnet, die Ganczarski in Verdacht hatten, ein Al-Qaida-Mann der ersten Stunde zu sein.

Schon 1991 soll der in Polen geborene Spätaussiedler Mitglieder im Ruhrgebiet rekrutiert haben. Die Tonqualität des Telefon-Mitschnitts ist schlecht. Ein aus Ägypten angereister Islamexperte sagte vor Gericht, der Inhalt des Gesprächs beweise nichts. Es müsse sich nicht um einen Segen oder um eine Genehmigung für den Anschlag gehandelt haben. "Im Islam betet man immer für andere", sagte der Rechtsgelehrte Omar El Kadi von der El-Asar-Universität in Kairo. Französische Gutachter sahen hingegen einen Beleg für Ganczarskis Mitwisserschaft. In Deutschland hatte der Anruf für eine Untersuchungshaft nicht ausgereicht.

Ganczarski bezeichnete die Strafforderung der Staatsanwaltschaft in seinen Schlussworten als "unglaublich". Diese mache sich keine Gedanken darüber, wie es sei, wenn ein Unschuldiger mit 30 Jahren Haft konfrontiert werde. Aber dies sei ja egal, sagte Ganczarski. "Es geht ja nur um einen Muslim, der noch dazu Osama bin Laden kennt." Als Hintergrund seiner Bekanntschaft mit Bin Laden nannte Ganczarski persönliche Gründe. Seine Tochter sei wie der Al-Qaida-Chef zuckerkrank.

Mit Ganczarski saß der Bruder des tunesischen Selbstmordattentäters Nizar Nawar auf der Anklagebank. Ihn verurteilte das Gericht wegen Mittäterschaft zu zwölf Jahren Haft. Auch er bestritt jegliche Schuld. "Ich möchte für meine Familie um Entschuldigung bitten für das Grauen, das mein Bruder angerichtet hat", sagte Walid Nawar vor Gericht. "Der Bruder, den ich kannte, war ein anderer." Der 24-jährige Nizar Nawar hatte sich am 11. April 2002 an der Synagoge La Ghriba mit einem Flüssigtransporter in die Luft gesprengt.



Aus: "Urteil im Djerba-Prozess: 18 Jahre Haft für Deutschen" (05.02.2009)
Von M. Kläsgen
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/668/457329/text/


-.-

Quote
[...] M. Christian Ganczarski (* 1966 in Gliwice, Polen) ist ein wegen Beihilfe zum Anschlag auf die Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilter Konvertit.

Er kam als Neunjähriger mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er deutscher Staatsangehöriger wurde. Aufgewachsen ist er in Mülheim an der Ruhr. Er beendete die Hauptschule nach der 7. Klasse. 1986 trat er zum Islam über und war fortan in einer Mülheimer Moschee aktiv. Moslemische Freunde nennen ihn auch Abu Ibrahim. Er machte eine Ausbildung zum Schmelzschweißer oder Emaillierer. Über deren Abschluss gibt es in der Presse widersprüchliche Aussagen: von vorzeitig abgebrochen bis als Bester seines Jahrgangs abgeschlossen. 1990 heiratete er eine ebenfalls zum Islam übergetretene Deutsche.

1991 bot Dr. Nadeem Elyas, seinerzeit Mitglied im Vorstand der Aachener Bilal-Moschee, ihm ein „Stipendium“ für ein Studium des Islam an der „Universität für islamische Wissenschaften“ im saudischen Medina. Ganczarskis späteren Aussage der Polizei gegenüber, scheint es Anfang der 1990er Jahre eine groß angelegte Rekrutierungsaktion durch islamische Gelehrte in europäischen Ländern gegeben zu haben. Nichtarabische Konvertiten sollten an der Universität ausgebildet werden und den Islam vermittelt bekommen, um später in ihren Heimatländern den Islam für nichtarabische Muslime zu unterrichten. 1992 nahm er das für ihn attraktive Angebot an und ging mit seiner Familie nach Medina. Einen Schul- oder Ausbildungsabschluss erlangte er nicht. Später hat er laut Generalbundesanwalt Kay Nehm Zugang zum inneren Führungskreis der al-Qaida erhalten.

Nach zwei Jahren musste er mit Frau und Kindern Saudi-Arabien wieder verlassen, weil seine Wohltäter den Aufenthalt nicht länger finanzieren wollten. Die Familie kehrte nach Mülheim zurück. In Deutschland konnte er sich nur schwer wieder zurecht finden. In den 1990er Jahren zog es ihn mehrfach nach Tschetschenien, Afghanistan und Pakistan. Seinen Lebensunterhalt soll er damals angeblich mit dem Schmuggel von Edelsteinen verdient haben. In den späten 1990ern wurde er in Duisburg öfter mit Mohambedou Ould Slahi, der über seine Frau mit bin Laden verwandt ist, gesehen. Juli 2001 soll er in einem Gästehaus in den afghanischen Bergen Nizar Nawar kennengelernt haben. 2002 war Ganczarski arbeitslos und lebte mal in Mülheim, mal in Essen, mal in Duisburg. Wegen seiner radikalen Ansichten überwachte ihn seit längerem der Verfassungsschutz und ließ das Telefon abhören.

Am 11. April 2002 gegen 7.30 Uhr erhielt Ganczarski einen Anruf von der tunesischen Insel Djerba, von einem Nizar Nawar. Nach Angaben der Presse wurde das Gespräch übersetzt mit: N.: „Vergiss nicht, mich in deinen Gebeten zu bedenken.“ G.: „So Gott will, brauchst du irgendetwas?“ N.: „Nein, danke, ich brauche nur deinen Segen.“ G.: „So Gott will.“ Nawar soll dieses Gespräch entweder von einem Mobiltelefon oder einem Satellitentelefon geführt haben.

Kurze Zeit später, gegen 8.00 Uhr explodierte ein Transporter vor der Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba, wobei auch deutsche Urlauber starben. Ob der Transporter mit Kerosin, Benzin oder 5.000 Liter Flüssiggas gefüllt war ist noch unklar. Normalerweise wurde in dem Laster Wasser transportiert. Den wohl verbrannten Fahrer identifizierte man als Nizar Nawar.

Ganczarski wurde daraufhin von der Polizei vernommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung soll die Telefonnummer von Mounir El Motassadeq gefunden worden sein. Trotz seiner Aussage mussten die Ermittler Ganczarski am nächsten Tag wieder laufen lassen. Laut StGB § 129a ist zwar die Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie die Mitgliedschaft in dieser verboten, doch das bezog sich ausschließlich auf inländische, nicht auf ausländische Terrorganisationen. Am 26. April verabschiedet der Bundestag den entsprechenden Nachtragsparagrafen 129b. Doch das neue Gesetz gilt nicht rückwirkend und die deutschen Behörden hatten keine rechtliche Handhabe. Eine Abhörwanze, die er später in seinem Auto fand, ging kaputt.

Er kündigte in aller Ruhe seine Wohnung, besorgte sich Visa für Saudi-Arabien und nahm die Kinder von der Schule. Im November 2002 konnte Ganczarski, da dem Bundesgerichtshof die gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente für eine Beteiligung an dem Anschlag auf Djerba nicht für einen Haftbefehl ausreichten, ungehindert mit seiner Familie nach Saudi-Arabien ausreisen. Die ermittelnden Behörden in Tunesien und Frankreich waren entsetzt und die US-Öffentlichkeit schockiert. Die amerikanischen Regierung nahm den Umweg über den Supergeheimdienst Alliance Base bei Paris. Deutsche Gesetze spielen hier keine Rolle.

2003 wurde seine Wohnung in Mülheim vom BKA durchsucht. Im April 2003 wurde er in Riad festgenommen und im Mai wieder auf freien Fuß gesetzt. Kurz darauf wurde er (lt. Times auf Veranlassung des CIA) wieder inhaftiert wegen Ablauf seines saudischen Pilgervisums und am 3. Juni 2003 aus Saudi-Arabien ausgewiesen. Auf dem Rückflug nach Deutschland, bei der Zwischenlandung in Paris auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle wurde er zusammen mit seiner Familie im Juni 2003 festgenommen. Während Frau und vier Kinder wieder auf freiem Fuß sind, sitzt Ganczarski in der Haftanstalt Fresnes.

Zwei Tage vor ihm war auf dem Pariser Flughafen der Marokkaner Karim Mehdi aus Duisburg, der seit Ende der 1990er in Deutschland lebt, festgenommen worden. Er war auf dem Flug von Deutschland über Paris zur französischen Insel Réunion. Seine Telefonnummer war in Ganczarskis Telefonbuch gefunden worden.

Karim Mehdi soll gestanden haben, Ganczarski sei einer der Organisatoren und Geldgeber eines Anschlags, der auf der französischen Insel La Réunion mit einer Autobombe verübt werden sollte. Mehdi ist Oktober 2006 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Laut einem Bericht des Spiegel hatte der 2003 in Pakistan verhaftete mutmaßliche El-Quaida-Kommandant Khalid Scheich Mohammed ausgesagt, Ganczarski habe enge Kontakte zu Terroristenführer Osama bin Laden gepflegt und als Kurier zwischen Bin Laden und Sheikh Mohammad fungiert.

Frankreichs oberster Terror-Ermittler Jean-Louis Bruguière, Fahnder und Richter in einem, wollte Ganczarski bereits Mitte 2006 vor Gericht stellen.

Anfang Februar 2009 wurde bekannt, dass ihm der Prozess gemacht werden soll, weil er Grünes Licht für die Explosion vor der Synagoge auf Djerba gegeben habe. Der Pariser Staatsanwalt fordert 30 Jahre. Für den Bruder von Nizar Nawar forderte die Generalstaatsanwaltschaft 15 Jahre Haft.

Am 5. Februar 2009 wurde Ganczarski zu 18 Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Walid Nawar wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt.

Quellen:
 Quellen [Bearbeiten]

    * Polak z Gliwic został terrorystą Osamy bin Ladena – Artikel in der polnischen Zeitung Dziennik
    * http://relaunch.stern.de/magazin/heft/543791.html?nv=sb
    * Osamas deutscher General – Artikel im Stern
    * http://www.welt.de/print-welt/article240400/Was_plante_Christian_G..html
    * http://www.jungle-world.com/seiten/2003/24/1074.php
    * http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,367996,00.html
    * Stadt Hamburg: Islamismus; Festgenommene Terrorverdächtige unterhielten Verbindungen zur Hamburger Al-Qaida-Zelle
    * http://rhein-zeitung.de/on/03/06/06/topnews/terror2.html
    * http://www.123recht.net/Marokkaner-Karim-Mehdi-in-Pariser-Terror-Prozess-verurteilt__a18687.html
    * http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,458739,00.html
    * http://fides.ifrance.com/fides/html/djerba1.html
    * Anklage und Prozess im Frühjahr 2008
    * http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2700034/1fetmiq/index.html
    * http://www.swr.de/report/presse/-/id=1197424/vv=print/pv=print/nid=1197424/did=2833724/slv8w1/index.html



Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ganczarski (6. Februar 2009)




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[Ein neues Anti-Terror-Gesetz... (Fotografie, Grossbritannien)]
« Reply #113 on: February 17, 2009, 12:36:18 PM »
Quote
[...] Seit heute verbietet in Grossbritannien ein neues Anti-Terror-Gesetz, Polizisten oder Soldaten zu fotografieren. Ziel des Gesetzes ist es, Terroristen zu erschweren, Spionagefotos zu schiessen. Doch Fotojournalisten befürchten, dass unter Berufung auf dieses Gesetz künftig jedes Foto verboten werden kann, auf denen Polizisten oder Soldaten zu sehen sind.

Rund 200 Fotografen protestierten am Montag vor der Zentrale von Scotland Yard gegen die neue Anordnung. «Das Gesetz erschwert es Fotografen, jede Art von öffentlicher Demonstration oder Unruhen zu fotografieren», erklärte Demonstrant Marc Vallee. Fotografen, die trotz einer Warnung Bilder machen, drohen bis zu zehn Jahren Haft oder nicht näher bezeichnete Geldbussen.

«Wir haben in diesem Land gesehen, wie für Fotografen immer mehr Grenzen gezogen werden, und dieses neue Gesetz macht es für sie nur noch schwerer», erklärte Padraig Reidy von der Bürgerrechtsgruppe Index on Censorship.

...

Quote
Heikki ott
08:59 Uhr

es werden keine Bilder mehr von Polizeiübergriffen gemacht werden dürfen. Das führt zur Entlastung der Gerichte und somit können schlägernde Staatsbeamte ohne Gesichtsverlust freigesprochen werden. ...


Quote
Sam Pirelli
08:31 Uhr

Wow - wunderbare Blüte der so lang schon geschürten Angst vor dem "Terrorismus". Das heisst also, dass fortan auch keine Übergriffe durch die Polizei mehr dokumentiert werden können. Es gibt demzufolge erst recht keine Kontrolle mehr. Und da spricht man noch von "westlicher Demokratietradition"? Tatsächlich beängstigend.


Quote
Jonas Gantenbein
06:19 Uhr

Warten wir mal ab, bis das auch in der Schweiz so wird. Denn bisher haben wir den Engländern, Deutschen und Amis noch allen Mist nachgemacht. Nur eben immer noch ein Quäntchen gründlicher. Schade, dass die Leute welche Geld haben so um ihre Macht fürchten, dass sie den ganzen Polizeistaat brauchen. Die Polizei dein Freund und Helfer oder doch eher die Volksterroristen. Gnade Gott England.



Aus: "Bobbys fotografieren verboten" (16.02.2009)
Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/ausland/europa/Bobbys-fotografieren-verboten/story/10669197


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[After a three-year global study... (EJP Report)]
« Reply #114 on: February 17, 2009, 02:17:28 PM »
Quote
[...] After a three-year global study, the International Commission of Jurists said many states used the public's fear of terrorism to introduce measures.

These included detention without trial, illegal disappearance and torture.

It also said that the UK and the US have "actively undermined" international law by their actions.

It concluded that many measures introduced to fight terrorism were illegal and counter-productive.

It called for justice systems to be strengthened and warned that temporary measures should not become permanent.

The Geneva-based International Commission of Jurists (ICJ) is a non-governmental organisation which promotes the observance of the rule of law and the legal protection of human rights.

The panel of eminent lawyers and judges concluded that the framework of international law that existed before the 9/11 attacks on the US was robust and effective.

But now, it said, it was being actively undermined by many states and liberal democracies like the US and the UK.

The report remarks upon the extent to which undemocratic regimes with poor human rights records have referred to counter-terror practices of countries like the US to justify their own abusive policies.

The report will make uncomfortable reading for many in governments on both sides of the Atlantic, says BBC security correspondent Frank Gardner.

The panel said the legal systems put in place after World War II were "well-equipped to handle current terror threats".

It said countries should use civilian legal systems to try suspects and "not resort to ad-hoc tribunals or military courts to try terror suspects".

The report's authors expressed concern at the lack of adequate safeguards in the use of control orders, the weakness of diplomatic assurances in relation to deportations and "excessive detention without charge".

Britain's pre-trial detention time limit of 28 days is one of the longest in the world.

The British Home Office said the UK faced a severe threat from terrorism.

"We recognise clearly our obligations to protect the public from terrorist atrocities whilst upholding our firm commitment to human rights and civil liberties," it said in a statement.

"Our policies strike that balance, with new legislation facing rigorous scrutiny through external consultation and in Parliament as well as being subject to the Human Rights Act, which the UK government enacted."

The ICJ report recommended an urgent review of counter-terrorism laws and policies to prevent serious and permanent damage to fundamental human rights principles.

The panel reviewed counter-terrorism measures in over 40 countries, and heard from government officials, victims of terror attacks, and from people detained on suspicion of terrorism.

It found that many states have used the fear of terrorism to introduce measures which are illegal such as torture, detention without trial, and enforced disappearance.

Some of the world's top international law experts served on the ICJ panel, including Mary Robinson, former president of Ireland and former United Nations human rights commissioner, and Arthur Chaskelson, former president of the constitutional court of south Africa.

Mr Chaskelson, chairman of the panel, said: "In the course of this inquiry, we have been shocked by the extent of the damage done over the past seven years by excessive or abusive counter-terrorism measures in a wide range of countries around the world.

"Many governments, ignoring the lessons of history, have allowed themselves to be rushed into hasty responses to terrorism that have undermined cherished values and violated human rights.

"The result is a serious threat to the integrity of the international human rights legal framework."

The report also called on the US administration of President Barack Obama to repeal any policies that were instigated under the "'war on terror' paradigm" that were inconsistent with international human rights law.

"In particular, it should renounce the use of torture and other proscribed interrogation techniques, extraordinary renditions, and secret and prolonged detention without charge or trial," the report recommended.

It added that the US detention centre at Guantanamo Bay should be closed in a "human rights compliant manner", with inmates either released or charged.

President Obama ordered the closure of Guantanamo Bay within hours of becoming president last month, as well as ordering a review of military trials for terror suspects and a ban on harsh interrogation methods.


From: "Anti-terror tactics 'weaken law'" (16 February 2009)
Source: http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7892387.stm

http://news.bbc.co.uk/1/shared/bsp/hi/pdfs/16_02_09_ejp_report.pdf


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[Überhastet Antiterrorgesetze... (Stella Rimington)]
« Reply #115 on: February 23, 2009, 10:06:17 AM »
Quote
[...] London/Wien (g. a.). Sorgen darüber, dass Antiterrorgesetze Grund- und Bürgerrechte verletzen, gab es schon immer. Aber wohl noch nie äußerten sie die Geheimdienste selbst. „Die Regierung in Großbritannien nützt die Terrorangst aus, um Freiheiten der Bürger einzuschränken, und schafft somit einen Polizeistaat“, sagte nun die ehemalige Chefin des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Stella Rimington.

In einem Interview mit der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ kritisierte Rimington offen die britische Regierung. Vor allem ein Gesetzesvorhaben, das die lückenlose Speicherung des Telefon- und Internet-Verkehrs erlaube, sei ein Schritt hin zum Polizeistaat.

Sie beschuldigt zudem die USA, im Kampf gegen den Terror und mit der Internierung von Terrorverdächtigen in Guantánamo „eindeutig zu weit gegangen“ zu sein. Die 73-jährige Ex-Polizeichefin, die dem MI5 von 1992 bis 1996 vorgestanden war, meinte gar, die USA würden indirekt den Terrorismus fördern, weil sie durch ihr Verhalten den Terroristen eine Rechtfertigung für ihre Taten gäben.

Ähnliche Töne schlägt eine internationale Kommission aus Richtern und Anwälten an. Die verschärften Verhörmethoden hätten Grundrechte unterminiert, heißt es in einem vor Kurzem veröffentlichten Bericht der „International Commission of Jurists“. Die Regierungen hätten im Kampf gegen den Terror überhastet Gesetze erlassen, die gegen die Prinzipien eines freien Staates verstießen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2009)


Aus: "Ex-Polizeichefin warnt vor Polizeistaat" (22.02.2009)
Quelle: http://diepresse.com/home/politik/terror/454828/index.do


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[Please use 'Overseas Contingency Operation'... (The end of GWOT)]
« Reply #116 on: March 31, 2009, 10:46:45 AM »
Quote
[...] THE HAGUE (Reuters) - U.S. Secretary of State Hillary Clinton said on Monday the Obama administration had dropped "war on terror" from its lexicon, rhetoric former President George W. Bush used to justify many of his actions.

"The (Obama) administration has stopped using the phrase and I think that speaks for itself. Obviously," Clinton told reporters traveling with her to The Hague for a conference on Afghanistan, which Bush called part of his "global war on terror."

The term "war on terror" was coined after the September 11, 2001 attacks against the United States, which were planned in Afghanistan by the militant group al Qaeda.

The phrase was strongly criticized by human rights groups who said it was used to justify many actions, such as the opening of the Guantanamo Bay prison for detainees held without trial at the U.S. Naval base in Cuba.

Internationally, the phrase was seen by critics as a "with-us-or-against-us" philosophy, overly dependent on military force and what many Muslims decried as an attack on Islam.

Since taking office on January 20, Obama has moved swiftly to reverse some of Bush's practices, ordering the closure of Guantanamo within a year and an end to harsh interrogation of terrorism suspects.

"I have not heard it used. I have not gotten any directive about using it or not using it. It is just not being used," said Clinton when asked whether the term had been officially dropped by the Obama administration.

...


Aus: "Obama team drops "war on terror" rhetoric" (30.03.2009)
Quelle: http://www.reuters.com/article/politicsNews/idUSTRE52T7MH20090330

-.-

Quote
[...] Auf dem Flug nach Den Haag offenbarte US-Aussenministerin Hillary Clinton ein seit Monaten bekanntes Geheimnis: die neue Regierung in Washington hat den multipel übersetzbaren Begriff "War on Terror" beerdigt. Wenn man bedenkt, dass nicht nur die gesamte Innen- und Aussenpolitik der USA seit dem 11.September 2001 diesen Begriff als Ausrede hatte sondern u.a. auch die Politik der deutschen Regierungen, dann ist das schon eine bemerkenswerte Tatsache.

...


Aus: "Clinton vor Afghanistan-Konferenz in Den Haag: Obama-Regierung verwendet Begriff "War on Terror" nicht mehr"
Autor: Daniel Neun (Tuesday, 31. March 2009)
Quelle: http://www.radio-utopie.de/2009/03/31/Clinton-vor-Afghanistan-Konferenz-in-Den-Haag-Obama-Regierung-verwendet-Begriff-War-on-Terror-nicht-mehr

-.-

Quote
[...] Eines der wichtigsten Begriffe während der US-Präsidentschaft war der "Krieg gegen den Terror", später der "Globale Krieg gegen den Terror" oder noch später auch der "Lange Krieg". Schon wenige Tage nach den Anschlägen vom 11.9. hatte man die Sprachregelung gefunden, die auch dafür sorgen sollte, die Bevölkerung in Angst zu versetzen und gegen den weltweit agierenden Gegner zu mobilisieren (We're at war). Und weil der Global War on Terror so oft vorkam und alle möglichen Aktionen im In- und Ausland durch einen überall gegenwärtigen Feind rechtfertigte, wurde er auch praktischer Weise zu GWOT abgekürzt.

Der Begriff ist aber nun vom Weißen Haus für definitiv out erklärt worden. Nach einem offiziellen Memo des Pentagon an die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums soll der Begriff angeblich tunlichst vermieden und durch "Overseas Contingengy Operation" ersetzt werden, wie die Washington Post berichtet.

"The administration prefers to avoid using the term 'Long War' or 'Global War on Terror' [GWOT.] Please use 'Overseas Contingency Operation.'" (Pentagon-Memo)

Es herrscht zwar noch Verwirrung, von wem diese Anweisung gekommen ist, offenbar nicht vom Office of Management and Budget (OMB), das die Äußerungen der Regierungsmitarbeiter vor Veröffentlichung überprüft, wie es im Memo hieß, aber nach der Washington Post spricht einiges dafür, dass es sich um die neue Wortregelung handelt. So sprach bereits der OMB-Direktor Peter Orszah Ende Februar von den Kosten der Militäroperationen im Irak, in Afghanistan und von anderen möglicherweise notwendigen "overseas contingency operations".

"Militärische Notfalleinsätze im Ausland", wie man den Ausdruck übersetzen könnte, klingt schon anders, als wenn man vom Krieg redet. Ein Einsatz mutet eher kurzfristig, weniger massiv, politisch weniger sensibel und auch weniger teuer an. Und streicht man den Terror noch dazu, dann gibt es auch keinen großen, globalen Feind mehr, sondern vielleicht lokale Gegner, die auch keine Terroristen sein müssen.

...

Quote
26. März 2009 13:19
Newspeak - Neusprech
Chrysophylax (mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.00)

Ach du meine Güte, ich komme mir vor wie in einem schlecht verfilmten
Buch... ich glaube hier weiß jeder welchen "Roman" ich meine.

Wahnsinn, jetzt werden sogar von oben angeordnet die Sprüche
geändert, mal sehen wann die Verblödungsmedien diesen Neusprech in
ihre Artikel aufnehmen werden.




Aus: "US-Regierung streicht den Ausdruck "Globaler Krieg gegen den Terror"" Florian Rötzer (26.03.2009)
Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/8/135207


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[Ich stehe nur für Allah auf... (Sauerland-Terrorprozess)]
« Reply #117 on: April 23, 2009, 09:23:03 AM »
Quote
[...] Düsseldorf - ... Als Fritz Gelowicz (29) gestern als erster der vier Angeklagten in das hoch gesicherte Verhandlungsgebäude des Oberlandesgerichts Düsseldorf geführt wird, schlendert er. Fast lässig sieht er in seinem weißen Pullover und der verwaschenen Jeans aus. Und sehr bestimmend. Die lebenslängliche Haft, die ihm und seinen drei Komplizen Adem Yilmaz (30), Daniel Schneider (23) und Atilla Selek (24) für die Planung einer bisher nie da gewesenen Anschlagsserie in Deutschland drohen, scheinen ihn und die anderen nicht zu beeindrucken. Yilmaz langweilen sie sogar. Er grinst abfällig, guckt genervt, weigert sich, sich für das Gericht zu erheben und seine Kopfbedeckung abzunehmen. "Ich stehe nur für Allah auf", ruft der Islamist durch die Panzerglasscheibe in den riesigen Gerichtssaal, der an eine moderne Mehrzwecksporthalle erinnert.

Meterhohe Panzerglaswände trennen die Angeklagten von den Anwälten, Richtern und Anklägern sowie diese wiederum von den Zuschauern. An den hellen holzgetäfelten Wänden sind in meterlangen Regalen die mehr als 500 Prozessakten sorgfältig aufgereiht.

Gestern begann in Düsseldorf mit der Anklageverlesung gegen die Islamisten der sogenannten Sauerland-Zelle einer der größten, vielleicht sogar der größte Terrorprozess in Deutschland. Mit der Detonation von selbst gebauten Bomben aus Wasserstoffperoxid vornehmlich an US-Einrichtungen wollten sie, so sagte Bundesanwalt Volker Brinkmann in seiner Anklage, "ein Ausmaß wie bei den Terroranschlägen vom 11. September" in den USA erreichen. Später wird er noch hinzufügen: "Ich habe schon viele Verfahren erlebt, aber bisher habe ich noch keine Ermittlungen geführt, bei denen eine derart große Menge Menschen getötet werden sollte." In der Schlussphase der Planungen kurz vor ihrer Verhaftung im September 2007 im Sauerland hörten die Fahnder mit, wie die Angeklagten beschlossen, mindestens drei Autos mit 250 Kilogramm Sprengstoff zu bestücken. Je ein Auto für Gelowicz, Schneider und Yilmaz. "Wenn jeder 50 tötet, dann sind es 150 Tote", sagte Gelowicz.

Die Anklage zeichnete das Bild von vier jungen Muslimen aus Deutschland, die nach einer entsprechenden Ausbildung in Terrorcamps an der pakistanisch-afghanischen Grenze im Jahr 2006 aus Hass auf die "Ungläubigen" alles daransetzten, Deutschland mit Anschlägen zu überziehen. In Ausbildungslagern der Islamischen Dschihad-Union (IJU), die dem Terrornetzwerk al-Qaida zugerechnet wird, hätten sie konspiratives Verhalten und Bombenbau gelernt. Gelowicz, Yilmaz und Schneider hätten dann 2007 einen deutschen Ableger der Terrorgruppe gegründet.

Nach Ermittlungen der Ankläger ist das dokumentiert in der Einrichtung vom E-Mail-Accounts, die sie zum heimlichen Austausch nutzten. Dabei wurden die Mails nicht abgeschickt, sondern nur in dem Entwurfordner gespeichert, auf den alle Zugriff hatten. So wollten sie eine mögliche Überwachung umgehen. Gelowicz war demnach der Anführer, Yilmaz der Kassenwart, Schneider der Bombenbastler und Selek in der Türkei der Beschaffer der Zünder. Bei Yilmaz fanden die Ermittler einen Umschlag mit 5300 Euro. Darauf stand in arabischer Schrift "Staatskasse".

Die Verteidiger der vier Islamisten bezweifelten jedoch, dass es überhaupt eine IJU gibt. Gelowicz' Rechtsanwalt Dirk Uden behauptet, dass sein Mandant bis zu einer Presseveröffentlichung im Mai 2007 über die IJU diese Gruppe gar nicht gekannt habe. Für wen er dann aber die Bomben bauen wollte, kann Uden nicht erklären. Die Anwälte zweifeln generell an der Verwertbarkeit der Ermittlungsergebnisse. Diese seien möglicherweise rechtswidrig über Geheimdienste erworben worden. Außerdem hätte die Bundesanwaltschaft in Gefängnissen von Kasachstan und Usbekistan Zeugen vernommen, die möglicherweise gefoltert wurden.

Gestern schwiegen die Angeklagten. Aussagen wird wohl nur Schneider, weil er des versuchten Mordes an einem Polizisten angeklagt ist. Auf ihn hatte er während seiner Flucht geschossen.

Schneider ist der Jüngste von allen. Er war der Einzige, der sich nach der Festnahme ohne Maske fotografieren ließ. Fast interessiert folgte er gestern in seinem weißen Hemd der Verhandlung. Anders als Yilmaz. Der legte am Nachmittag seinen Kopf auf die Stuhllehne und schloss die Augen.



Aus: ""Ich stehe nur für Allah auf"" (erschienen am 23. April 2009)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/23/1132985.html

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[...] Als der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling den Saal betritt, stehen Gelowicz, Schneider und Selek auf - nur Yilmaz bleibt demonstrativ sitzen, genau wie kurze Zeit später erneut, als die Dolmetscher vereidigt werden sollen. Breitling weist ihn auf mögliche Strafen hin, fordert ihn auf, sich zu erheben. Da ruft Yilmaz mit heller Stimme: "Ich stehe nur für Allah auf!" Das ist die einzige emotionale Äußerung eines der Angeklagten an diesem ersten Tag. Und selbst die nimmt Yilmaz halb zurück: Es sei ihm nur so rausgerutscht, sagt er später seiner Anwältin.

In den folgenden zwei Stunden verliest die Bundesanwaltschaft die Anklagen gegen die vier Männer: Radikalisierung in Deutschland, Reisen in Sprachschulen und dann in ein Terrortrainingscamp, Kontakte zu Führungspersonal der IJU in Pakistan und danach per E-Mail aus Deutschland, zunehmend konspiratives Verhalten, Gründung einer eigenen Zelle, schließlich der Kauf von Chemikalien und allerlei technischen Utensilien, die zum Bombenbau taugen.

Die Planung verheerender Anschläge und die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung wirft ihnen die Bundesanwaltschaft vor, ein Fanal ähnlich den Attentaten vom 11. September 2001 hätten sie setzen wollen. Sie seien Mitglieder der Islamischen Dschihad Union (IJU), die "ihre Kreise im Sinne des globalen Dschihad ausweitet".

[...] Auch einen weiteren Aspekt, der in den kommenden Prozesstagen eine Rolle spielen wird, griffen beide Seiten in der Pause auf: Geraune, Halbwissen und ernsthafte Indizien um V-Leute im Umfeld der Angeklagten. Die Verteidiger vermuten, dass in einigen Situationen V-Leute faktisch als treibende Kraft agiert haben. Bundesanwalt Brinkmann erklärte, er habe keine Hinweise darauf, dass "bei Zünderbeschaffung, Radikalisierung oder Planung" Nachrichtendienste eingebunden gewesen seien. Ob dass das letzte Wort bleiben kann, ist ungewiss.

...


Aus: "SAUERLAND-TERRORPROZESS - "Ich stehe nur für Allah auf""
Aus Düsseldorf berichten Yassin Musharbash und Marcel Rosenbach (22.04.2009)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,620562,00.html

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[...] Das Verhalten des mutmaßlichen Rädelsführers G. bezeichnete der Zeuge als "konspirativ". 212 Mal habe G. in Telefonläden mit der IJU per Mail kommuniziert. Dafür habe er 68 verschiedene Shops in zwölf verschiedenen Städten aufgesucht und vor Betreten der Läden versucht, mögliche Verfolger abzuschütteln. Die E-Mails seien meist nicht verschickt worden: Sender und Empfänger hätten sich in das gleiche E-Mail-Konto eingeloggt und ihre Nachrichten dort als Entwürfe gespeichert.

Zuvor hatten die Verteidiger vergeblich versucht, die Aussage des BKA-Ermittlers zu verhindern und ein Verwertungsverbot für alle
zentralen Beweismittel beantragt. Sie argumentierten, das Ermittlungsverfahren sei auf Grundlage illegal erlangter Geheimdienst-Informationen der USA eingeleitet worden. Das Gericht wies die Anträge jedoch zurück.

Bundesanwalt Volker Brinkmann räumte ein, dass geheimdienstliche Erkenntnisse "eine Rolle gespielt" hätten. Sie seien aber in der Gesamtschau nicht entscheidend gewesen. Dass die Geheimdienste sich illegaler Praktiken bedient hätten, sei eine bloße Vermutung. "Es war Gefahr im Verzug. Das hat auch der Ermittlungsrichter so gesehen." Von einer Totalüberwachung könne nicht die Rede sein.

...


Aus: "Sauerland-Prozess: Angeklagte wussten von Ermittlungen"
(28.04.2009, ZEIT online, Tagesspiegel)
Quelle: http://www.zeit.de/news/artikel/2009/04/28/2784495.xml

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[...] Ein Käfig voller Enten?
Recherchen zur Sauerlandzelle
Von Walter van Rossum

Am 4. September 2007 wurden im Sauerland drei junge Männer verhaftet, die in dem idyllischen Oberschledorn angeblich einen Anschlag planten. Monatelang hatten Polizisten das Trio verfolgt, das als "islamistische Zelle" beschrieben wurde. In den Medien erschienen diverse Berichte über Bedrohungsszenarien: "Sie planten die Super-Bombe" - "Es sollten entsetzliche Anschläge werden mit Hunderten von Toten." "Sie waren schon dabei, die Höllen-Sprengsätze zusammenzusetzen", hieß es. Doch welche Recherchen lagen diesen Aussagen zugrunde?

Bei näherer Betrachtung zeigten sich einige Sonderbarkeiten. Die Verhafteten wussten von ihrer Überwachung, der Stoff, aus dem die Bomben gefertigt werden sollten, ist frei erhältlich, und der Drahtzieher, die "Islamische Dschihad Union", ist lt. baden-württembergischem Verfassungsschutz eine Internet-Ente.

Wer versorgt eigentlich die Medien mit Informationen über terroristische Bedrohungen und nach welchen journalistischen Grundsätzen werden sie veröffentlicht?


Aus: "Das Feature  12.05.2009 · 19:15 Uhr - Ein Käfig voller Enten? - Recherchen zur Sauerlandzelle"
Von Walter van Rossum
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/programmtipp/dasfeature/918250/

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[...] Bevor die vier Angeklagten sich zu ihrem Gespräch zurückziehen konnten, gab es noch kräftige Schimpfe von Bundesanwalt Brinkmann für diesen Blog. Der “Journalist Schmidt” veröffentliche Informationen aus Vermerken, “die über das hinausgehen, was in der Hauptverhandlung besprochen wurde”. Was aus dem Mund eines Chefredakteurs ein Kompliment gewesen wäre, war beim Bundesanwalt als Drohung gemeint: Offenbar würde der Autor verbotenerweise Prozessunterlagen erhalten. Brinkmann stellte eine mögliche Strafbarkeit nach § 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen) in den Raum - der Vorsitzende Richter Breidling ergänze noch § 353d StGB (Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverahndlungen). Er habe einen konkreten Verdacht, meinte Brinkmann noch.   

Die Normen richten sich übrigens eher gegen angeblichen Informante - so es sie den gibt - als gegen den Autor. Trotzdem möchte ich höchst vorsorglich anmelden, dass ich heimatnahe Haft vorziehen würde. Die JVA Bruchsal, zum Beispiel. Oder Stuttgart-Stammheim. Dann aber bitte im 7. Stock.


Aus: "Schimpfe für den Blog" (09.06.2009)
Abgelegt unter Allgemeines, BKA, Ottmar Breidling, Volker Brinkmann von Holger Schmidt
Quelle: http://www.swr.de/blog/sauerland-verfahren/?p=508

Das Sauerland-Verfahren
#2  http://www.swr.de/blog/sauerland-verfahren/

« Last Edit: June 10, 2009, 02:13:57 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Oktoberfest-Attentat soll neu untersucht werden... ]
« Reply #118 on: May 13, 2009, 09:45:48 AM »
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[...] Das Oktoberfestattentat war ein Terroranschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund. Am 26. September 1980 starben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Münchener Oktoberfests, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag gilt als schwerster Terrorakt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ob der von den Behörden als Einzeltäter bezeichnete Bombenleger Gundolf Köhler tatsächlich allein verantwortlich war, ist umstritten. Mehrfach wurde von verschiedenen Seiten vergeblich versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu bewirken, zuletzt im Jahr 2005.

Am 26. September 1980 um 22:19 Uhr explodierte in einem Papierkorb am Haupteingang des Oktoberfest an der Brausebadinsel (im Volksmund auch Tröpferlbad genannt) eine Rohrbombe. Sie bestand aus einer zuvor entleerten britischen Mörsergranate, die mit 1,39 Kilogramm TNT wieder befüllt und in einen mit Schrauben und Nägeln gefüllten Feuerlöscher gesteckt worden war. 13 Menschen kamen ums Leben, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer. Mehreren Opfern mussten beide Beine amputiert werden, zahlreiche Menschen trugen schwere Behinderungen davon. Das Oktoberfest wurde trotz anderslautender Überlegungen nicht abgebrochen. Die 1982 eingestellten offiziellen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des bayerischen Landeskriminalamts ergaben, dass der Rechtsextremist Gundolf Köhler aus Donaueschingen, der selber bei der Explosion starb, als sozial isolierter und verbitterter Einzeltäter handelte. Köhler, der direkt neben der Bombe stand, wurden bei der Explosion beide Arme abgerissen. Er war so stark entstellt, dass er nur anhand seines bei ihm gefundenen Reisepasses identifiziert werden konnte.

Die „Einzeltäterthese” wird von einigen Seiten angezweifelt, u. a. auf Grund der staatsanwaltschaftlich festgestellten Verbindungen Köhlers zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Bekannte Kritiker sind die SPD-Bundestagsabgeordnete Herta Däubler-Gmelin, das Attentatsopfer Ignaz Platzer, der bei der Explosion zwei Kinder verlor (siehe Zitate), der Journalist Ulrich Chaussy[1] und der Rechtsanwalt Werner Dietrich, der im Auftrag von Attentatsopfern für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen kämpfte. Sein Antrag auf Wiederaufnahme wurde vom Generalbundesanwalt in Karlsruhe 1984 abgelehnt. Ein breites Bündnis[2] aus Organisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen, darunter mehrere Münchner Stadträte sowie Landes- und Bundespolitiker der SPD, setzte sich zum 25. Jahrestag des Anschlags 2005 erneut für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen ein, jedoch ohne Erfolg.

Zu den Hauptkritikpunkten an den Ermittlungen zählt, dass zahlreiche Zeugenaussagen im Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft nicht berücksichtigt wurden, die auf eine Beteiligung weiterer Personen hinwiesen. Unter anderem berichteten mehrere Zeugen übereinstimmend, dass sie Köhler unmittelbar vor der Tat mit zwei Personen in grünen Parkas hätten sprechen sehen und sich kurz vor der Explosion ein weiterer Mann gemeinsam mit Köhler über eine Plastiktüte gebeugt habe. Eine Zeugin hatte kurz nach der Explosion ein Gespräch in der Nähe des Tatorts gehört, in dem einer der Beteiligten rief: „Ich wollt's nicht, ich kann nichts dafür, bringt's mich um.“[3]

Im Jahr 2004 veröffentlichte Forschungsergebnisse des Historikers und Gladio-Forschers Dr. Daniele Ganser von der ETH Zürich haben der bereits früher von verschiedenen Seiten geäußerten These einer Involvierung der 1990 aufgedeckten Geheimorganisation Gladio neue Nahrung gegeben.[4][5] Die These wird laut ihren Verfechtern unter anderem durch die zeitliche Nähe des Oktoberfestanschlages zu dem Bombenattentat auf den Hauptbahnhof von Bologna am 2. August desselben Jahres mit 85 Toten und über 200 Verletzten gestützt. Die italienischen Rechtsextremisten Giusva Fioravanti und Francesca Mambro wurden im Jahr 1995 für diese Tat vor Gericht gestellt und verurteilt. Zwei Mitarbeiter des italienischen Militärgeheimdiensts und Licio Gelli, der Leiter der Geheimloge Propaganda Due, wurden wegen Behinderung der Ermittlungen verurteilt.[6]

...

    „Lange habe ich darum gekämpft, um endlich zu erfahren, wer oder welche [Attentäter] es wirklich waren. Ich musste jedoch lernen, dass man mir darauf nie eine ehrliche Antwort geben wird. […] Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich nur Ärger einhandelt, wenn man insistiert.“

    – Ignaz Platzer, Vater von zwei kleinen Kindern, die beim Bombenattentat auf das Oktoberfest starben: Süddeutsche Zeitung, München, 27. September 1996, S. 39

    „Bewusst oder unbewusst wurden alle Spuren und Zeugenaussagen, die der Einzeltätertheorie widersprechen, nicht richtig gewürdigt oder beiseite geschoben. Die offizielle Version ist ein politisch erwünschtes Ermittlungsergebnis, damit keine Zusammenarbeit zwischen Köhler und anderen rechtsradikalen Personen und Strukturen nachgewiesen wird.“

    – Werner Dietrich, der als Rechtsanwalt mehrerer Attentatsopfer für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen eintrat.

...

Quellen:
   1. ↑ 25. Jahrestag des Oktoberfestattentats. Was geschah wirklich am 26.9.1980?. In: hagalil.com. 20. September 2005. Abgerufen am 12. Dezember 2008.
   2. ↑ Die Opfer nicht alleine lassen: Attentat in München. In: hagalil.com. 22. September 2005. Abgerufen am 12. Dezember 2008.
   3. ↑ Oktoberfest-Attentat: Starke Zweifel an der Einzeltäter-Theorie. In: hagalil.com. 23. September 2005. Abgerufen am 12. Dezember 2008.
   4. ↑ a b c d Daniele Ganser: Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. In: The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations, South Orange NJ, 2005, Vol. 6, 1, S. 69., S. 80ff.
   5. ↑ Johannes Lieberer: Wiesn-Attentat: Geheimarmee unter Verdacht. In: Abendzeitung. München 17. Mai 2005, S. 3 (PDF ; Stand: 20. Juli 2008; Ein Artikel über das Oktoberfest-Attentat von 1980).
   6. ↑ Karl Hoffmann: Vor 25 Jahren: Bomben-Anschlag im Bahnhof von Bologna. In: Deutschlandfunk. 2. August 2005. Abgerufen am 20. Juli 2008.
   7. ↑ Gunther Latsch: Die dunkle Seite des Westens. Der Spiegel, 15/2005 vom 11. April 2005, S. 48
   8. ↑ Birgit Lutz-Temsch: Vor 25 Jahren. Der nagende Zweifel über die Tat. Interview mit Ulrich Chaussy, Süddeutsche Zeitung, 23. September 2005


Literatur:
    * Tobias von Heymann: Die Oktoberfestbombe: München, 26. September 1980, 592 Seiten, Berlin, Nora Verlag, 2008, Taschenbuch, ISBN 978-3865571717.
    * Ulrich Chaussy: „Oktoberfest. Ein Attentat.”, 1985, ISBN 3-63088022-3; auch als Hörbuch: 2000, ISBN 3-93412039-3
    * o.V.: Wiesn-Attentat: Geheimarmee unter Verdacht. In: Abendzeitung, München, 17. Mai 2005, S. 3., Artikel über das Oktoberfest-Attentat 1980.
    * Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen und ihr Terror In: „Der Bund”, Bern, 20. Dezember 2004, S. 2
    * Daniele Ganser: Nato's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe. Frank Cass, London 2005, ISBN 0714685003
    * Daniele Ganser: Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. In: The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations, South Orange NJ, 2005, Vol. 6, 1, S. 69.
    * Karl Hoffmann: Vor 25 Jahren: Bomben-Anschlag im Bahnhof von Bologna. Italien und der Terror von rechts.. In: Deutschlandfunk, 2. August 2005

...


http://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberfestattentat (8. Mai 2009)

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[...] Wie die “Süddeutscher Zeitung“ berichtet, versuchten mehrere Geschädigte, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu erreichen.

Zudem unternähmen die Grünen im Bundestag einen Vorstoß, um die Hintergründe des Attentats doch noch aufzuklären. Sie legten der Bundesregierung einen ausführlichen Fragenkatalog vor, in dem es vor allem darum gehe, ob die deutschen Geheimdienste von den Vorbereitungen der Tat gewusst haben, schreibt die “SZ“.

Bei der Bombenexplosion waren am 26. September 1980 am Eingang des Oktoberfestes 13 Menschen getötet worden, fast 200 Menschen wurden schwer verletzt. Als einziger Täter wurde der rechtsgerichtete Student Gundolf Köhler ausgemacht, der bei dem Attentat selbst umkam. Mehrere Zeugen hatten jedoch ausgesagt, sie hätten mögliche Mittäter gesehen.

Der Münchner Rechtsanwalt Werner Dietrich schrieb an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, bei neuen Ermittlungen sollten neue kriminaltechnische Erkenntnismöglichkeiten genutzt werden, so zum Beispiel DNS-Analysen, heißt es in dem Bericht weiter. Insbesondere sollten Leichenteile untersucht werden, die damals am Tatort gefunden wurden.

Dietrich vertrete eine Frau, die bei dem Attentat schwer verletzt wurde, sowie eine Familie, die zwei Kinder verlor. Der Anwalt äußere in seinem Brief erhebliche Zweifel am bisherigen Ermittlungsergebnis der Bundesanwaltschaft, wonach das Attentat allein dem rechtsgerichteten Köhler zuzurechnen sei.

dpa

Quote
vor 13 Stunden meint 26091980 (anonym)

Es wird auch Zeit!! Gundolf Köhler war bestimmt kein Einzeltäter und Beweise diesbezüglich wurden wegen des Wahlkampfes 1980 unterdrückt. Der Alptraum von damals muß endlich restlos aufgeklärt werden. Ich war an dem Abend auf der Wiesn und habe bei dem Attentat einen Freund verloren.


Aus: "Zeitung: Oktoberfest-Attentat soll neu untersucht werden" (12.05.09)
Quelle: http://www.tz-online.de/nachrichten/welt/zr-zeitung-oktoberfestattentat-soll-untersucht-werden-298236.html

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Quote
[...] Der Autor Tobias von Heymann hat in den vergangenen Jahren die Stasi-Akten nach Erkenntnissen über das Attentat durchforstet. Danach haben Verfassungsschützer aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen exakt 22 Stunden vor der Explosion auf dem Oktoberfest eine Beschattungsaktion gegen Mitglieder der Wehrsportgruppe Hoffmann gestartet - detailliert dokumentiert in den Unterlagen der Stasi. Die Grünen wollen nun wissen, ob die Verfassungsschützer auch Gundolf Köhler beschattet haben und von seinen Tatvorbereitungen wussten. "Lagen den Verfassungsschützern möglicherweise Kenntnisse vor, dass die Wehrsportgruppe Hoffmann einen Anschlag in München planen könnte?", fragen die Grünen die Bundesregierung.

(SZ vom 13.05.2009/pfau)


Aus: "Oktoberfest-Attentat soll neu untersucht werden" (12.05.2009)
Von A. Ramelsberger und N. Richter
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/726/468292/text/

« Last Edit: May 26, 2009, 10:40:03 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die amerikanische Sauerland-Zelle... ]
« Reply #119 on: May 27, 2009, 10:28:13 AM »
Quote
[...] „Terroranschlag in New York vereitelt“, jubelte der FOCUS. Und natürlich war am Abend des 21. Mai die vom FBI eingeladene Nachrichtenagentur AP in New York dabei, um von der Festnahme der “amerikanischen Sauerland-Zelle“ Foto um die Welt zu schicken, die natürlich auch Spiegel, Süddeutsche Zeitung u.v.a. veröffentlichten. Unser Autor hat sich Gedanken darüber gemacht, was von diesem Medienknüller zu halten ist. – Die Redaktion.

Es sollte angeblich Amerikas zweiter 11. September werden: vier islamistische Terroristen, drei davon amerikanische Konvertiten, einer Afghane, planten laut FBI-Aussagen Anschläge auf eine Synagoge und Einrichtungen des Militärs. Das Quartett wurde “rechtzeitig“ festgenommen. Verdrängt durch die übliche Panikmache der Staatsschützer und der Medien wird dabei die Rolle der amerikanischen Bundespolizei, welche die Terrorzelle durch einen V-Mann seit knapp einem Jahr “steuerte“.
 
Am 26. September 1993 ging in New York eine Bombe hoch. Als die Terrorgruppe um den Pakistaner Ramzi Yousef einen Van, beladen mit etwa 700 kg Sprengstoff, in einer der Tiefgaragen des World Trade Center 1 parkte, und anschließend in die Luft jagte, starben sechs Menschen und über 1000 wurden verletzt. Es hätte weitaus schlimmer kommen können damals, hätten Yousef und sein Mitverschwörer Eyad Ismail den Lieferwagen nur näher an einem der tragenden Pfeiler des WTC geparkt.(1) Fraglich ist jedoch bis heute, ob es überhaupt so weit hätte kommen müssen. Denn das FBI hatte einen V-Mann, Emad Salem, in Yousefs Terrorzelle geschleust, der die Islamisten sogar bei der Fertigung der Bombe unterstützte und dem für seine Spitzeltätigkeit Zeugenschutz zugesichert wurde. Im anschließenden Prozess gegen die Verschwörer, sagte Salem, der Anschlag hätte verhindert werden können; die Bundesbehörde (FBI) hätte im Vorfeld über alle Vorgänge Bescheid gewusst, jedoch nichts unternommen. Auch der Plan, entscheidende Elemente der Bombe durch nutzlose Imitate auszutauschen, den Salem ausführen sollte, wurde im letzten Moment durch den zuständigen FBI-Vorgesetzten rückgängig gemacht.(2)

Zu Toten und Verletzten kam es dieser Tage in New York glücklicherweise nicht. In einer nahezu perfekt durchgeführten Operation des FBI wurden die vier mutmaßlichen Terroristen, die Anschläge auf ein Militärflugzeug und jüdische Einrichtungen in New York planten, seit fast einem Jahr auf Schritt und Tritt überwacht: unter anderem auch per Video- und Audioaufzeichungen. Der SPIEGEL schreibt, das „terroristische Komplott“ sei „von Anfang an unter Aufsicht eines FBI-Agenten entstanden“.(3) Dieser hatte sich vor knapp einem Jahr in die Gruppe eingeschleust und den Islamisten anschließend die Bomben- und Raketenattrappen beschafft, durch welche die vier glaubten, das nächste 9/11 herbeiführen zu können. Nachdem dann genügend Beweise gegen die Gruppe gesammelt worden waren, konnte sie am 21. Mai in einer koordinierten Aktion des FBI und der New Yorker Polizei festgenommen werden. Die Operation war, so ein FBI-Agent, „zu jeder Zeit voll unter Kontrolle.“

Wie im Falle der deutschen “Sauerland-Zelle“', handelte es sich auch bei den in New York festgenommenen Islamisten um sogenannte “Homegrown Terrorists“, also Terroristen, die im Zielland aufgewachsen sind und sich erst dort radikalisierten. Für amerikanische und deutsche Sicherheitskreise hat sich mit dieser Sorte Terroristen, zu denen oft junge und hasserfüllte Männer gehören, die Gefahr für die innere Sicherheit qualitativ erhöht, weshalb auch weitere sicherheitspolitische Maßnahmen, wie etwa eine “Terror-Datenbank“ oder die präventive Speicherung von Kommunikationsverbindungen gerechtfertigt seien. Der Bereich der Gefährder weite sich mit den “hausgemachten Terroristen“, meist Konvertiten, aus, so Wolfgang Schäuble kurz nach dem vereitelten Anschlag in Deutschland. Nicht nur Personen mit islamischem Migrationshintergrund, sondern auch dem Islam zugeneigte Personen geraten nun ins Visier der Staatsschützer.(4) Durch den jüngst vereitelten Anschlag in Amerika fühlen sich die Sicherheitspolitiker einmal mehr in ihren Prophezeiungen bestätigt.
 
Doch nicht nur dass die islamistischen Akteure sich im Zielland radikalisierten, ist den vereitelten Anschlägen von New York und Deutschland 2007 gemein; ebenso wie bei Fritz Gelowicz, Daniel Schneider und Adem Yilmaz, handelt es sich auch bei den nun festgenommenen amerikanischen Konvertiten um blutige Amateure, Kleinkriminelle, deren Unfähigkeit, einen derartigen Anschlag präzise auszuführen, bei näherer Betrachtung offenbar wird.(5) Die Terroristen der “amerikanischen Sauerland-Zelle“ sind allesamt Ex-Häftlinge, die sich unter anderem im Gefägnis kennengelernt und radikalisiert hatten. Ebenso wie Gelowicz und Co. verhielten sie sich alles andere als unauffällig und, bevor sie sich im Gefängnis kennengelernt hatten und zum Islam konvertiert waren, zudem höchst unislamisch: drei von ihnen waren bereits wegen Drogendelikten verurteilt worden, einer wegen Körperverletzung. Über den 55-jährigen Rädelsführer der Gruppe, James Cromitie, wird gesagt, er habe einen „Hass auf Juden“ und sei „wütend über den US-Militäreinsatz in Afghanistan.“(6) Der 27-jährige Laguerre Payen nahm laut seinem Anwalt „Medikamente gegen Schizophrenie und hatte einen sehr niedrigen Intelligenzquotienten“. Zuvor fiel er bereits auf, als er mit seinem Luftgewehr auf Passanten geschossen und Brieftaschen geraubt hatte.

Nach solchen Erkenntnissen ist es nicht nur fragwürdig, ob die Hysterie in den Medien über den vereitelten Anschlag gerechtfertigt ist. Viel wichtiger ist die Frage nach der genauen Rolle der Geheimdienste in diesem Spiel. Denn was wäre wohl mit den “Crackpots“ aus Newburgh, oder mit den den WTC-Bombern 1993, ebenso wie mit Gelowicz und seinen Komplizen geschehen, hätte man sie nicht vom Geheimdienst aus mit Informationen, Ideen und Zündern ausgestattet und bis zuletzt gewähren lassen?(7) Was hätten sie zustande gebracht? Und haben sich diese - mit Verlaub - “erbärmlichen“ Gestalten nicht letztendlich doch nur von den staatlichen Behörden für politische Zwecke instrumentalisieren lassen?
 
An diesem Punkt stellt sich die Frage, ob nicht viele der hysterischen Terror-Warnungen, die regelmäßig, von Sicherheitspolitikern kommend, über die Massenmedien multipliziert werden, bereits Ausdruck von Insider-Wissen über laufende Geheimdienst-Operationen (Stichwort “V-Männer“, “Agents Provocateurs“) sind. Wenn dem so sei – wovon in vielen Fällen auszugehen ist -, so muss auch die Frage erlaubt sein, inwiefern jene verdeckten Operationen dazu beitragen, die eigens heraufbeschworene Terrorhysterie erst Wirklichkeit werden zu lassen. Denn es sind schon lange nicht mehr nur die Terroristen die von der “Politik der Angst“ profitieren - auch für die Innenminister und die Geheimdienste geht es um Geld, Kompetenzen und Anerkennung, im schlimmsten Falle sogar um die eigene Existenzberechtigung. (PK)

 
(1) http://web.archive.org/web/20050316140649/http://msnbc.msn.com/id/3069653/
(2) http://www.nytimes.com/1993/10/28/nyregion/tapes-depict-proposal-to-thwart-bomb-used-in-trade-center-blast.html siehe auch: http://sander.gnn.tv/blogs/13555/
(3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,626195,00.html
(4) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,504232,00.html
(5) Ein CIA-Mitarbeiter lieferte der Sauerlandzelle den Zünder für ihre Sprengsätze und galt sogar als ihr „Chef“: http://www.stern.de/panorama/:Sauerland-Zelle-Mutma%DFlicher-CIA-Mann-der-Chef/653678.html
Zum Dilettantismus und den Kontroversen um die Sauerlandzelle etwa: „Ein Käfig voller Enten“, von Walter Rossum, Deutschlandfunk, 12.05.09, siehe hier: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=641012&/ und das Buch „Terrorziel Europa“ von Jürgen Elsässer, NRhZ 177 vom 17.12.2008, siehe http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13237
(6) http://www.focus.de/panorama/vermischtes/new-york-terrorismus-geistliche-setzen-zeichen-gegen-hass-und-intoleranz_aid_401579.html
(7) Bis zuletzt stand Yehia Yousif, der Gelowicz beim Bombenbau anleitete und zum Teil für dessen Radikaliserung verantwortlich gemacht werden kann, beim baden-württembergischen Landesamt für Verfassungsschutz auf der Gehaltsliste. Vgl. (5)

 
Alan Schink, Jahrgang 1985, studiert an der Universität Stuttgart Philosophie und Soziologie und interessiert sich seit den Anschlägen vom 11. September 2001 für Terrorismus und dessen Ursachen, für Geopolitik sowie das Entstehen und Wirken von Machtstrukturen.

Online-Flyer Nr. 199  vom 27.05.2009



Aus: "Die „amerikanische Sauerland-Zelle“" Von Alan Schink (27.05.2009)
NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13811