Author Topic: [Notizen zur Zivilisation... ]  (Read 5681 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9339
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Notizen zur Zivilisation... ]
« Reply #15 on: September 26, 2018, 04:09:15 PM »
Quote
... Ein Video einer Pegida-Kundgebung vom 25. Juni in Dresden sorgt derzeit für Aufsehen: Als Redner und Gründungsmitgried Siegfried Däbritz über ein Rettungsschiff der Hilfsorganisation „Lifeline“ spricht, riefen Teilnehmer der Kundgebung lautstark „Absaufen! Absaufen!“.

Zunächst hatte die „Rheinische Post“ über das Video berichtet. Däbritz sagt in dem Video: „Ihr habt ja bestimmt gehört, was im Mittelmeer mit unserer herzallerliebsten Dresdner Schlepper-Organisation gerade passiert, oder?“

Zu diesem Zeitpunkt war die Dresdner Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ noch mit 234 Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer unterwegs. Über Tage wartete sie darauf, in einen europäischen Hafen einzulaufen, weil Italien und Malta zunächst ein Anlegen verweigerten. Schließlich durfte das Schiff in Malta anlegen, wurde aber von den Behörden beschlagnahmt. Der Kapitän der „Lifeline“ wird nach der Rettungsaktion vor der libyschen Küste in Malta der Prozess gemacht.

Auf die „Absaufen“-Rufe der Teilnehmer reagiert Däbritz mit einem Grinsen und sagt dann: „Nein, nein, nicht absaufen, wir brauchen das Schiff noch, um die alle wieder zurückzufahren.“

...



Aus: "Pegida-Redner spricht über Rettungsschiff "Lifeline" - Teilnehmer rufen "Absaufen!"" (16.07.2018)
Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/staatsanwaltschaft-prueft-vorfall-pegida-redner-spricht-ueber-rettungsschiff-lifeline-teilnehmer-rufen-absaufen_id_9266925.html

Quote
20.07.2018 | Zacharias Zyrte
Liebe Pegidisten und andere “Alternative”

“Absaufen, Absaufen, Absaufen!” Ja das ist freie Meinungsäußerung - auch wenn’s weh tut. Mal sehen wie Eure Aufrufe bei der nächsten Elbüberschwemmung in Dresden ankommen....


...

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9339
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Notizen zur Zivilisation... ]
« Reply #16 on: October 12, 2018, 11:13:02 AM »
"USA: Bundesstaat Washington schafft Todesstrafe wegen Rassismus ab" (12. Oktober 2018)
Der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates hat die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt. Sie werde oft willkürlich und aufgrund rassistischer Vorurteile verhängt.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/usa-washington-todesstrafe-urteil-verfassung

Quote
Guenther100 #18

Herzlichen Glückwunsch. Es gibt viele Gründe, die gegen die Todesstrafe sprechen, der heir ausschlaggebende ist einer davon.



Quote
wachsmueller #4

... An der Haltung zur Todesstrafe zeigt sich meiner Meinung nach der moralische Fortschritt einer Gesellschaft. ...


Quote
AllesKeinProblem #16.1

"Diese Entscheidung ändert nichts an Rassismus und sozialer Schieflage."

Dürfte den Betroffenen erst mal egal sein. :-)


Quote
MickyMesser #21

Für Serienmörder ist die Todesstrafe richtig. Nicht aus Rache sondern um die Gesellschaft (auch im Gefängnis) zu schützen .


Quote
babasikander #21.1

Wenn die Serienmörderin aber doch die Zwillingsschwester war, wie sich nach der Vollstreckung des Urteil heraus stellte? ...


Quote
Emma Stoned #21.3

Schwachsinn. Die Todesstrafe ist nie richtig.


Quote
J-J-Rousseau #22

Man ist erleichtert, dass diese barbarische Strafe wenigsten in diesem Staat der USA abgeschafft wird. Der unangenehme Beigeschmack dieser Entscheidung: diese US-Verfassungsrichter würden die Todesstrafe belassen, wenn es keine rassistische Auswahl beim staatlich organisierten Abschlachten gäbe. Was für ein Land! Aber wir hier in Europa folgen dem mit übergroßen Schritten nach. Der allgemeine Rechtsruck in Europe hat vielerorts auch die Wiedereinführung der Todesstrafe auf der Agenda. Die ultrarechte Le Pen in Frankreich z.B. löst mit diesem blutrünstigen Vorschlag begeisterten Beifall aus. ...


Quote
Emma Stoned #22.4

"Mein Mitleid mit Mördern, Kinderschändern, Vergewaltigern und gewalttätigen Tätern hält sich in überschaubaren Grenzen."

Zufällig verhält es sich mit meinem Respekt vor Befürwortern der Todesstrafe ganz genau so.



Quote
white raven #28

Eines der stichhaltigsten Argumente gegen die Todesstrafe, die ich kenne: sie ist zu mild.

Was ist schon das sekundenschnelle Versetzen in einen tiefen, traumlosen ewigen Schlaf im Vergleich zu lebenslanger Haft in einem amerikanischen Knast - einem der unbehaglichsten Aufenthaltsorte, den das Land der Tapferen und Freien zu bieten hat - und das mit der 100%igen Gewissheit, bis zum allerletzen Atemzug dort bleiben zu müssen?



Quote
Busters Onkel #24

Sehr begrüßenswert. Insbesondere in Zeiten wie diesen. Spannend ist im Hinblick auf die USA ja auch, dass ebenjene, die gegen die Abtreibung "ungeborenen Lebens" sind, gleichzeitig sich das Recht vorbehalten, eben jenes Leben vorfristig zu beenden.
Und das auch noch (wie man oft genug im Rechtssystem der USA feststellen durfte) aufgrund hanebüchener Anklagen und Scheinprozessen.

Lebenslange Haft hat den Vorteil, dass etwaige Ermittlungsfehler irgendwann noch ausgebadet werden können und eine lebendige Rehabilitierung stattfinden kann. Bei der Todesstrafe macht sich der Rechtsstrafe auf ewig eines Mordes schuldig.

Abgesehen davon sollte der Rechtsstaat nicht die selben Methoden anwenden, wie beispielsweise rechtmäßig verurteilte Mörder, denn der Rechtsstaat sollte diesen moralisch überlegen sein.


...

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9339
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Notizen zur Zivilisation... ]
« Reply #17 on: October 17, 2018, 10:57:12 AM »
Quote
[...] Montreal - In Ländern, in denen die körperliche Bestrafung von Kindern verboten ist, prügeln auch die Jugendlichen weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Daten aus 88 Ländern, die im „British Medical Journal Open“ veröffentlicht ist. Die Forscher um Frank Elgar von der McGill University in Montreal (Kanada) hatten Studien zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewertet, in denen auch nach der Häufigkeit von Prügeleien gefragt worden war.

Einer Untersuchung des Kinderhilfswerks Unicef zufolge hatten etwa 17 Prozent der Jugendlichen weltweit körperliche Bestrafung innerhalb des Vormonats erfahren, entweder in der Schule oder zu Hause. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Untersuchungen, die die negativen Folgen der Prügelstrafe belegten, schreiben die Wissenschaftler um Elgar. Auswirkungen seien beispielsweise aggressives und antisoziales Verhalten, psychische Probleme, geistige Defizite, geringes Selbstwertgefühl und körperliche Misshandlungen.

Elgar und seine Mitarbeiter nutzten für ihre Untersuchung nun Daten von zwei großen internationalen Studien aus den vergangenen Jahren und ergänzten diese um einige landesweite Erhebungen. Angaben zu den gesetzlichen Regelungen in den 88 untersuchten Ländern liefert eine globale Initiative zur Beendigung der körperlichen Bestrafung von Kindern. Als gewalttätig stuften die Wissenschaftler diejenigen Jugendlichen ein, die angaben, in den vergangenen zwölf Monaten an vier oder mehr körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt gewesen zu sein.

Im Durchschnitt aller Länder waren 9,92 Prozent der männlichen und 2,81 Prozent der weiblichen Jugendlichen regelmäßig in Prügeleien verwickelt. Allerdings gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Ländern: von 0,86 Prozent der Mädchen in Costa Rica bis 34,78 Prozent der Jungen in Samoa. Nimmt man solche Gewalt aus Ländern ohne Verbot der Prügelstrafe als 100 Prozent, dann lag der Anteil der gewalttätigen männlichen Jugendlichen in Ländern mit Verbot bei 69 Prozent. Bei weiblichen Jugendlichen sind es sogar nur 42 Prozent.

Andere Faktoren, wie Waffengesetze, Mordrate, Elternerziehungsprogramme oder Wohlstand wurden als mögliche Ursachen für die Unterschiede untersucht. Sie hatten jedoch wenig bis gar keinen Einfluss auf die Anzahl der prügelnden Jugendlichen, teilweise zur Überraschung der Wissenschaftler: „Wir gingen davon aus, dass wir in wohlhabenderen Ländern weniger Prügeleien finden würden“, schreiben sie, „aber in Kambodscha, Myanmar und Malawi fanden wir die geringste Häufigkeit von Prügeleien bei männlichen Personen und an beiden Enden des Spektrums eine Mischung aus einkommensschwachen und einkommensstarken Ländern.“

Mit Ausnahme von Ghana und Sambia sind männliche Jugendliche stets häufiger in Prügeleien involviert als weibliche, zeigte die Analyse weiter. Teilweise sei der Unterschied erheblich. Weshalb das so ist, ist unbekannt, schreiben die Forscher. „Es könnte sein, dass männliche Personen, im Vergleich zu weiblichen, außerhalb der Schule mehr körperlicher Gewalt ausgesetzt sind oder durch körperliche Bestrafung von Lehrern anders betroffen sind.“ Dies müsse jedoch noch untersucht werden.

Die Forscher betonen auch, dass die Studie nur eine statistische Beziehung zwischen Verbot der Prügelstrafe und Prügeleien unter Jugendlichen aufzeigt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind damit noch nicht geklärt. In Deutschland ist eine körperliche Bestrafung von Heranwachsenden seit dem Jahr 2000 nicht mehr erlaubt.

Von dpa/RND


Aus: "In Ländern ohne Prügelstrafe gibt es weniger Gewalt unter Jugendlichen" (16.10.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wissen/In-Laendern-ohne-Pruegelstrafe-gibt-es-weniger-Gewalt-unter-Jugendlichen