Author Topic: [Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]  (Read 8321 times)

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[Anpassungsprozess... ]
« Reply #15 on: March 25, 2013, 04:46:36 PM »
Quote
[...] Für Kunden der Bank of Cyprus war zunächst ein Abschlag von 30 Prozent im Gespräch, für Laiki-Kunden gilt ein Totalverlust als möglich. Ob sich Sarris' Angaben auf eine der Banken oder beide bezog, blieb offen. ...

... Finanzminister Sarris sagte der BBC, es werde Kapitalverkehrskontrollen geben, die "eine Frage von Wochen" seien. Er sei zuversichtlich, dass die Geldströme bald besser kontrolliert würden. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beobachteten Experten in der vergangenen Woche einen stark erhöhten Abfluss von Geldern. Auch zyprische Medien berichteten ohne Quellenangabe, es seien "Unmengen" von Geld abgehoben worden.

Solchen ungewöhnlichen Kontobewegungen will nun der zyprische Parlamentspräsident Ginnakis Omirou nachgehen. Nach dpa-Informationen forderte er eine Liste mit Auslandsüberweisungen der vergangenen Wochen an. Omirou wolle prüfen, ob hohe Beamte bei der Zentralbank oder im Präsidialamt, die von der bevorstehenden Entscheidung zur Schließung am 16. März wussten, ihre Gelder ins Ausland geschafft haben.


Aus: "Reiche könnten auf Zypern 40 Prozent verlieren" (26.03.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zypern-reiche-koennten-bei-bankenrettung-40-prozent-verlieren-a-890952.html

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Quote
[...] Das Land steht vor einem Anpassungsprozess, der mindestens so schmerzhaft sein wird wie der in Griechenland.

...


Aus: "Land gerettet, Zukunft ungewiss"  Philip Faigle (25.03.2013)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-03/zypern-rettung-banken

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Quote
[...] Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Chart zeigen lobt das Vorgehen gegenüber dem Inselstaat dagegen weiter als Vorbild. "Man sollte jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um Marktdisziplin wieder herzustellen", sagte David Folkerts-Landau dem "Handelsblatt". ... Anders als bei den Hilfen für Irland und Portugal sollen reiche Kontoinhaber an der Rettung beteiligt werden. ... Vor allem zyprische Unternehmer fürchten um ihr Geld: Sie sehen durch das chaotische Krisenmanagement der Euro-Retter ihre Existenz bedroht.

...

Quote
Frechheit
subiccrit heute, 09:28 Uhr
Wo die deutsche Bank in Schieflage war, durften die Steuerzahler ran- warum hat die Deutsche Bank denn nicht die Konten Ihrer Kunden mit 100 K Euro um 20 oder 30 % bestohlen um die Fehlspekulation Ihrer Trader auszugleichen? Sobald es andere Banken betrifft stellt sich die deutsche Bank als Moral Apostel auf ...

http://forum.spiegel.de/f22/zwangsbeteiligung-deutsche-bank-lobt-zypern-methode-86340.html#post12352409


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Deutsche Bank lobt
praesidente heute, 09:35 Uhr
Ich würde auch meine Gläubiger "loben", wenn sie gezwungen werden, meine Firma zu retten, die ich in den Ruin gewirtschaftet habe. ...

http://forum.spiegel.de/f22/zwangsbeteiligung-deutsche-bank-lobt-zypern-methode-86340-2.html#post12352493


Quote
Der Knallkopf hat gut reden!
bosemil heute, 09:38 Uhr

Zyperns Banken stehen am Abgrund, Gläubiger und Wohlhabende müssen sich an der Rettung beteiligen - der Chefvolkswirt der Deutschen Bank lobt das Verfahren: "Man sollte jede Gelegenheit nutzen, Marktdisziplin wieder herzustellen." Die Geldhäuser auf Zypern bleiben nun doch bis Donnerstag geschlossen. Zypern: Chefökonom der Deutschen Bank lobt Beteiligung der Gläubiger

Die Banken "gestalteten" den Markt und nicht die Gläubiger. Die Geldhäuser , Europaweit , die diesen Schwachsinn gestaltet haben bleiben ungeschoren. Das der sich überhaupt getraut als Chefvolkswirt seines Geldhauses diesen Bertug zu komentieren ist schon ein starkes Stück.



Aus: "Deutsche Bank lobt Zypern-Methode" (26.03.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zypern-chefoekonom-der-deutschen-bank-lobt-beteiligung-der-glaeubiger-a-890915.html

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Quote
[...] Dijsselbloem reagierte umgehend auf die Kursstürze und schob eine knappe Mitteilung nach: "Zypern ist ein besonderer Fall mit außergewöhnlichen Herausforderungen", heißt es darin. Und: "Makroökonomische Anpassungsprogramme sind für die betroffenen Länder maßgeschneidert und es werden keine Modelle oder Vorlagen genutzt."

...


Aus: "Künftige Rettungsstrategie: Euro-Gruppen-Chef droht Krisenländern mit Zypern-Methode" (25.03.2013)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-gruppen-chef-sieht-zypern-als-wendepunkt-der-euro-rettung-a-890863.html

Quote
[...] Durch die Ledra-Straße, die Fußgängerzone im Zentrum, zog ein Trupp von 50 jungen Leuten. Sie hatten ein Megafon und Zypern-Fahnen dabei und riefen: "Sie haben uns alle verkauft."

...


Aus: "Erste Selbstmordversuche werden bekannt" (25. März 2013)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzkrise-in-europa-zypern-im-sturzflug-1.1633322-2

« Last Edit: March 26, 2013, 01:06:56 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #16 on: July 26, 2016, 09:59:47 AM »
Quote
[...]      -fdik-, Volker Birk, 25.07.2016 20:31

Die Mörder sind wieder an der Macht. Sie trommeln schon wieder für ihre Angriffskriege im Ausland. Nur lügen sie diesmal noch eleganter: sie sagen nicht “Krieg”, sondern “robuster Einsatz”. Mit Worten werden Ölschlieren auf die Blutlache gelegt. Wie schön, der Regenbogen!


http://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Die-Mobilmachung-Resteuropas/Die-Moerder-sind-wieder-an-der-Macht/posting-28959138/show/


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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #17 on: April 03, 2017, 10:52:02 AM »
Quote
[...] Versuche der BA hätten gezeigt, dass die Vermittlungszahlen deutlich anstiegen, wenn die Kontaktdichte sich erhöhe. "Eine so verstandene fürsorgliche Belagerung finde ich sinnvoll", sagt Scheele.


Aus: ""Eine fürsorgliche Belagerung finde ich sinnvoll"" Markus Dettmer und Cornelia Schmergal (31.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/detlef-scheele-neuer-ba-chef-setzt-bei-hartz-iv-empfaengern-auf-fuersorgliche-belagerung-a-1141331.html

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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #18 on: October 04, 2017, 11:52:40 AM »
Quote
[...] Wenn es gilt, Negatives positiv darzustellen, rechtssicher zu schummeln oder zu vertuschen, dann werden sie aktiv und kreativ: die Experten des Euphemismus, auch als sprachliche Schönfärber oder wendige Wortverdreher bezeichnet. Das Phänomen ist nicht neu, sondern in Religion und Mythologie seit Jahrtausenden bekannt. Aber erst seit dem Siegeszug der Marktwirtschaft und aktuell durch übersteigerte politische Korrektheit ist es zu ungeahnter Blüte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelangt. Die Beispiele entstammen dem Prachtdeutschen.

Heißt es in der Politik, der Bürger solle mehr Eigenverantwortung übernehmen, dann heißt das schlicht, er muss mehr zahlen. Die Beitragserhöhung wird als Beitragsanpassung verharmlost. Die Müllhalde heißt nun Entsorgungspark. Und die Krankenkasse stellt sich vital als Gesundheitskasse vor. Sozialverträgliches Frühableben heißt Sterben – und zwar, bevor man die Rentenkasse belastet.

Auch die Militärsprache setzt auf geballte Verharmlosung. Militäreinsätze werden gerne als friedenserhaltende Maßnahmen bezeichnet. Wenn der Friedensprozess stockt, dann herrscht Krieg. Leider gibt es Kollateralschäden, als wäre der Tod von Menschen eine Begleiterscheinung. Aus Vertreibung wird eine Umsiedlung. Ethnische Säuberungen bedeuten nichts anderes als Massentötungen, bei denen höchstens das eigene Gewissen reingewaschen wird. Das alles ist suboptimal, also schlecht, und bedarf brutalstmöglicher Aufklärung, tut uns der Politikermund dynamisch kund. Nicht nur die Superlative werden in der Politik überstrapaziert.

In der Wirtschaft gehört sprachliches Schönfärben dank Marketing und Werbung ganz traditionell zum Geschäft. Die Lebensmittelindustrie bringt Dynamik in diese Disziplin. Der zuckrige Fettkeks knuspert sich freundlich als Frühstückchen heran, der gesunde Fruchtsaft ist Zuckerwasser ohne nennenswerte Spuren Obst. Nur wer den Unterschied zwischen natürlichen und naturidentischen Aromastoffen kennt, weiß, dass Himbeergeschmack nichts mit dem Genuss einer echten Beere zu tun haben muss. Appetitlich klingt Analogkäse nicht gerade – ob das Wort auch im Digitalzeitalter noch gefragt ist? Aber künstlicher Käse klingt nun mal nach igitt. Die Formulierung Formfleisch sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn gemeint sind zusammengebügelte Fleischreste, wobei mit Geschmacksverstärkern nicht gegeizt wird.

Locker mithalten kann die Immobilienbranche, verbales Aufhübschen ist eine Art Kernkompetenz gegenüber der Kundschaft: Der Grundriss ist originell, das Haus ausbaufähig, der Garten eingewachsen, das Viertel lebhaft. Übersetzt heißt das: Die Zimmer sind verschnitten, das Haus ist eine Ruine, der Garten verwildert, und draußen tosen Verkehr und Partyvolk. Ach ja, gegenüber ist ein Rückbau geplant, also Abriss. Der euphorisch besungene „Familientraum am Bach mit oberbayrischem Gutshofcharme“ entpuppte sich als versumpfte Bröckelscheune und frustrierte den französischen IT-Mitarbeiter bei seiner Besichtigung nahe München zutiefst.

Oder soll man sagen, verstörten den zweisprachigen Mann, dessen Familie nach Bayern nachziehen sollte? Solche Anzeigentexte auf raffiniert bebilderten Portalen zu entschlüsseln, das überforderte seine ansonsten respektablen Deutschkenntnisse. „Sagt ihr Deutschen nicht, man wird für dumm verkauft?“ Immerhin hat sich der Mann seinen Humor bewahrt, denn als Ausländer mit derlei Euphemismus konfrontiert zu werden, das macht weiß Gott keinen Spaß. Sprachliche Verschleierung meets globalisierte Welt – was für eine Herausforderung. Come in, find out, mag man den Zugereisten zurufen.

Gut mithalten kann hier die artverwandte Tourismusbranche, die unter anderem auch Behausungen an den Kunden bringen möchte. Blöd, wenn das neu eröffnete Hotel einfach noch nicht fertig gebaut ist. Doof, wenn der aufstrebende Ferienort über zahllose Baustellen verfügt, aber immerhin noch beliebt bei Stammgästen sei – denn die anderen kommen nicht mehr. Genaues Lesen hilft auch hier. Denn Meerseite heißt nicht Meerblick, und Meerblick heißt nicht Strandnähe. Direkt am Meer heißt nicht, dass man über Klippenspitzen auch ans Meer gelangt oder dass es Strand gibt. Und was selbstbewusst Idylle genannt wird, hat einfach keine Infrastruktur. Kein Weg. Nirgends.

Herrlich verherrlichend auch die Welt der Finanzen. Allein das Wort Gewinnwarnung. Das klingt schon wie Sturmwarnung – warnen wir vor Gewinn oder vor weniger Gewinn? Auch niedlich: Nullwachstum, also Stagnation. Negativzinsen, also dumm gelaufen, das Ersparte wird immer weniger. Das ist aber noch besser als negative Zuwachsraten, hier ist der Verlust nämlich noch größer. Vertuscht werden diese deprimierenden Zahlen durch kreative Buchführung, was letztendlich einer Bilanzfälschung gleicht. Die Entzerrung des Preisgefüges hört sich fast charmant an, etwas entzerren ist irgendwie vielversprechend, entspricht aber einer Verteuerung.

Locker hält die Personalwirtschaft mit. Human Capital, Human Resources – Begriffe für Mitarbeiter, Bezeichnungen, in denen nichts Menschliches mehr steckt. Man spricht dort gerne von freisetzen statt entlassen. Die geplante Betriebsoptimierung umschreibt Kündigungen. Das laute Großraumbüro wird zur Teamfläche deklariert. Dort gilt es, interessante Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen, also unangenehme Dinge zu erledigen, bei denen man sich nur Ärger einhandeln kann. Die Kollegen seien in den besten Jahren, will heißen: kurz vor der Rente. Die anderen sind förderungswürdig, also unfähig und brauchen dringend Nachhilfe. Schon allein, damit später im Zeugnis nicht steht: Sie waren stets bemüht, übersetzt, zu nichts zu gebrauchen.

Euphemisten trauen sich nicht, Dinge beim Namen zu nennen, sie könnten sich sonst die Zunge verbrennen an den heißen Eisen der Wahrheit. Sie nehmen uns nicht an der Hand, sondern auf den Arm, das heißt, sie verspotten uns. Aber bekommen das reflektierte Menschen tatsächlich immer mit?

Manchmal wird es gar zu bunt mit der sprachlichen Schönfärberei. Dinge müssen wieder schwarz auf weiß wahrgenommen werden. Zum Beispiel, wenn es um Berufe geht. Klare, klassische Berufsbezeichnungen scheinen auszusterben. Es gleicht einer Majestätsbeleidigung, wenn man von Putzfrau statt Raumpflegerin redet oder den hilfsbereiten Hausmeister im Elternabendprotokoll nicht Facility Manager nennt.

Die Akademiker sind keinen Deut besser. Ganz im Gegenteil, Stichwort Anglizismen. Jeder Jurist, der mal einen englischsprachigen Mandanten hatte, muss mindestens einmal irgendwas mit „law“ auf seiner Karte erwähnen. Die ist ohnehin sagenhaft, die Titellyrik der Visitenkarten. Unglaublich, welche blutjungen „Head of sonstwas“ sich dort aufmanteln. Oder wer sich alles forsch Manager nennen darf. Gemanagt wird das Büro, gemanagt wird der Job im Imbisswagen, ganz so, als wäre Sekretärin oder Dönerverkäufer eine despektierliche Bezeichnung. Durch den Manager wird jede Fachkraft zur Führungskraft. Donnerwetter! Klingt doch doll, doller, am dollsten.

Ernüchternd auch der Blick Richtung Bildung. Im Kindergarten wird das offene Konzept vorgestellt, was sich leicht als konzeptloses Agieren aus Ahnungslosigkeit erweist, die Dinge dürfen sich einfach mal so entwickeln, bis sie ins Chaos führen. Darüber ärgern sich hinterher dann auch die Bildungsfernen, also die Dummen, die aber über Entwicklungspotential verfügen. Wenn sich die Fachhochschule als „University of Applied Sciences“ bezeichnet, muss es natürlich auch bei den Studienfächern krachen. Schließlich gibt es in Deutschland rund 17.000 Studiengänge, da darf es ruhig ein bisschen exquisiter klingen, der Student kann sich der Rehabilitationspädagogik verschreiben, der angehende Architekt kann Promenadologie belegen und sich mit der Wahrnehmung des Menschen beim Zu-Fuß-Gehen beschäftigen.

An der Hamburger Northern Business Academy dürfen sich Bachelor-Studenten in das Studium Coffeemanagement vertiefen. Nun ja, es gibt sicher noch weitaus weniger Wichtiges, als sich um den Koffeinnachschub für Kaffeeliebhaber zu kümmern. Die Argumente sind nicht abwegig, international soll es sein, präziser. Schlicht und schön hätte aber auch was. Dem Diplomingenieur trauern nicht nur Nostalgiker nach. Statt diese klassische Deutschland-Marke zu hegen und zu pflegen, verwässern nun diffuse Titel den guten Klang grundsolider Ausbildung.

Mehr sprachliche Klarheit könnte aber auch fürchterlich gemein sein. Denn verbales Verschleiern tröstet auch. Da sind uns die dritten Zähne doch lieber als das Gebiss. Da reden wir lieber davon, vollschlank und mit hoher Stirn aufzutreten, statt uns als dicker Mensch mit Halbglatze abzukanzeln. Wie lautet unser Lieblingsspruch: Der kluge Mund lügt mit der Wahrheit.

Quote
tres heureux, Maya Schwarzfeld (M.Schwarzfeld)

    02.10.2017 - 21:24

... Ein kleiner Hinweis am Rande: Naturidentische Aromen bedeutet tatsächlich, dass es "so auch in der Natur vorkommt, aber das hier haben wir im Chemiewerk von dort kopiert". Allerdings sind "natürliche" Aromen fast immer von gentechnisch erzeugten Schimmelpilzkulturen erzeugt. Die wachsen ja wie normale Pilze (bio), und zwar auf Holzspänen (auch bio), von daher sind die "natürlich". Aber immer noch nicht von der Beere. Wenn ich das richtig verfolgt hatte, hat "natürlich" im Grunde "naturidentisch" in der EU als Kennzeichnung von Lebensmitteln seit einigen Jahren quasi einfach ersetzt. Falls mich mein Gedächtnis da nicht trügt, dann gibt es keinen Unterschied.


...


Aus: "Schönfarbereien : „Er war stets bemüht“" Ursula Kals (02.10.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/schoenmalereien-ziehen-sich-durch-alle-branchen-15223125.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #19 on: November 07, 2017, 04:20:44 PM »
Quote
[...] Die Medien im Königreich hatten am Morgen ausführliche Zusammenfassungen der Vorwürfe gegen britische Berühmtheiten, Oligarchen, Fußballvereine und die Queen gebracht. Und die Paradise Papers verdrängten auch erst einmal alle anderen Schlagzeilen. Und da kommt ja auch einiges zusammen ...

Wird die Regierung etwas gegen Steuervermeidung tun?



Aus: "Klare Ansage" Cathrin Kahlweit und Alexander Mühlauer (7. November 2017)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/paradise-papers-klare-ansage-1.3737262

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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #20 on: November 12, 2017, 12:48:10 PM »
Quote
[...] Nach den Panama Papers vom vergangenen Jahr jetzt die Paradise Papers. Wie schon die vergangenen Enthüllungen enthalten die neuesten Papiere keineswegs überwiegend kriminelle Handlungen, sondern legale Steuertricks vor allem der Reichen und Ultrareichen.

Doch das macht sie zugleich erst wirklich brisant. Sie dokumentieren gewissermaßen die legale Basis von illegalen Geschäften, denn sie zeigen letztlich auch, wie breit Steuer- und damit soziale Verantwortungsvermeidung inzwischen akzeptiert sind. ...


Aus: "Wo bleibt die Wut?" Tom Wohlfarth (11. November 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/paradise-papers-steuerbetrug-eu-globalisierung

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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #21 on: April 23, 2019, 11:17:49 AM »
Quote
[...] Ein Gericht in Richmond im US-Bundesstaat Virginia hat eine Beschwerde der früheren Militär-Geheimdienst-Mitarbeiterin Chelsea Manning verworfen. Die ehemalige Whistleblowerin muss zunächst weiter in Haft bleiben, berichtete das Magazin Politico.

Manning hatte im Jahr 2010 schwere Rechtsbrüche von US-Militärangehörigen über die Enthüllungsplattform Wikileaks öffentlich gemacht. Sie hatte unter anderem Informationen über Verfehlungen in den Konfliktgebieten Irak und Afghanistan weitergegeben. Ein Video zeigte, wie eine US-Hubschrauberbesatzung im Irak unschuldige, unbewaffnete Zivilisten tötete.

Bei einem Militärgerichtsverfahren wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. Nach sieben Jahren erließ der damalige Präsident Barack Obama den Großteil der Strafe. Am 8. März 2019 wurde Manning erneut inhaftiert. Die Whistleblowerin wurde verhaftet, weil sie sich weigerte, vor einer Grand Jury Fragen zu der Enthüllungsplattform des australischen Journalisten und WikLeaks-Gründer Julian Assange zu beantworten. In den USA läuft ein Verfahren gegen Assange, das lange Zeit geheim gehalten wurde.


Aus: "Beschwerde gegen Chelsea Mannings Inhaftierung abgewiesen" (22. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-04/whistleblowerin-manning-wikileaks-usa-gericht

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Maximus Decimus Meridius #5

"Sie hatte unter anderem Informationen über Verfehlungen in den Konfliktgebieten Irak und Afghanistan weitergegeben."

Wie die Atlantikbrücke hier weichspülen lässt ist phänomenal.
Wann wird bei uns die Polizei auf Verfehlerjagd anstatt auf Verbrecherjagd gehen?
Und warum wurden Irak und Afghanistan nochmal "Konfliktgebiete"?
Achja, in die ist jemand einmarschiert. ...


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[Zum euphemistischen Sprachgebrauch... ]
« Reply #22 on: May 14, 2019, 09:01:01 AM »
Quote
[...] Auf die Respektrente verzichten? ... Sieht man sich die immer häufiger gebrochenen Erwerbsbiografien an, wird das Problem sicher nicht kleiner, sondern größer – vor allem in Ostdeutschland. ...


Aus: "Vergesst die schwarze Null" Kommentar von Sasan Abdi-Herrle (13. Mai 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-05/spd-grundrente-finanzierung-sozialkassen-schwarze-null

Quote
zimuncumuncu #13

Respektrente

Was für ein hohler Begriff. Es geht um ein menschenwürdiges Leben im Alter, nicht um 'Respekt'.


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