Author Topic: [Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]  (Read 6931 times)

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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #30 on: October 04, 2018, 12:07:52 PM »
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[...] Wilke hat nicht nur eine juristische Frage aufgeworfen, sondern auch eine politisch grundsätzliche. Denn was tut ein Land, dessen Strafrecht ganz auf Resozialisierung ausgelegt ist, eigentlich mit traumatisierten und gewaltaffinen Flüchtlingen, die offenkundig keine Integrationsperspektive haben? Sinnvolle Debatten darüber sind zurzeit kaum möglich. Die einen wittern überall rassistische Verallgemeinerungen über Flüchtlinge, während andere der Hysterie vor pathologisch gewaltbereiten Arabern verfallen sind.

... Einige Tage nach dem Überfall auf den Frosch sind drei der mutmaßlichen Täter in U-Haft.

... Was ihn wirklich beunruhige, sagte Wilke, dass in der Flüchtlingsfrage inzwischen auch Leute schwankten, die immer gegen den Rassismus gekämpft hätten. Sogar ein Pfarrer sei darunter, der Flüchtlingen Kirchenasyl gewähre. "Was ich gesagt habe, ist ein Befreiungsschlag für die, die genauso gefühlt und gedacht haben, aber sich selbst gezwungen haben, es nicht zu sagen." Und dann: "Ist es nicht besser, wenn ich es bin, der ihnen diese Befreiung verschafft, als wenn es Alexander Gauland tut?"

Am Ende holt er aus seinem Bücherregal ein Buch über Bart Somers, den Bürgermeister des belgischen Mechelen. Somers führt die Stadt seit 2001 mit einer Mischung aus Multikulti- und Law-and-Order-Politik und wurde dafür von der city mayors foundation im Jahr 2017 zum besten Bürgermeister der Welt gewählt. Wilke lobt auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), die in Berlin-Neukölln mit ihrer Nulltoleranzpolitik gegenüber Straßengangs und Clans populär wurde. "Multikulti und Law-and-Order", sagt er. "Das ist es, was ich tue."

...



Aus: "Die Grenze" Eine Reportage von Christian Bangel, Frankfurt (Oder) (4. Oktober 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-10/frankfurt-oder-fluechtlinge-ausweisungsbeschluss-gefahr-rechtsextremismus


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ah-jun #14

"Denn was tut ein Land, dessen Strafrecht ganz auf Resozialisierung ausgelegt ist, eigentlich mit traumatisierten und gewaltaffinen Flüchtlingen, die offenkundig keine Integrationsperspektive haben? Sinnvolle Debatten darüber sind zurzeit kaum möglich. Die einen wittern überall rassistische Verallgemeinerungen über Flüchtlinge, während andere der Hysterie vor pathologisch gewaltbereiten Arabern verfallen sind"

Das beschreibt das Problem exakt. Die Konsequenz wäre das Strafrecht an Menschen anzupassen, die nicht resozialisierbar sind. Dann würden wir vielleicht das Problem der Clans in den Griff bekommen.

Die Debatte über dieses Probleme scheuen die die etablierten Parteien wie der Teufel das Weihwasser. ...