Author Topic: [Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]  (Read 16092 times)

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[Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]
« on: August 23, 2006, 10:59:03 AM »
Quote
[...] Die Biometrie (auch Biometrik, gr. Bio = Leben und Metron = Maß) beschäftigt sich mit Messungen an Lebewesen und den dazu erforderlichen Mess- und Auswerteverfahren.

[...] Biometrische Erkennungsmethoden haben in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Der technologische Fortschritt erlaubt in zunehmendem Maße die rasche Messungen von biologischen Charakteristika und deren Auswertung mit vertretbarem Aufwand und hoher Qualität.


[...] Beim Einsatz der Biometrie zur automatisierten Erkennung von Personen kommt es darauf an, individuelle biometrische Verhaltens- oder Körpercharakteristika zu finden, die sich u.a. durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

    * Messbarkeit: Es sollte eine gut definierbare Messgröße existieren, für die es geeignete Sensoren gibt.
    * Universalität: Das Charakteristikum kommt bei möglichst vielen Personen vor.
    * Einmaligkeit: Der Messwert des Charakteristikums ist für möglichst alle Personen unterschiedlich.
    * Konstanz: Der Messwert hängt nicht vom Alter der Person oder dem Messzeitpunkt ab.

Biometrische Charakteristika werden häufig unterschieden in aktiv/passiv, verhaltens-/physiologiebasiert oder dynamisch/statisch. Zu den langfristig stabilen verhaltensbasierten Charakteristika zählen die Stimme, die Hand- oder Unterschrift, das Tippverhalten und die Gangdynamik. Langfristig stabile physiologische Charakteristika sind beispielsweise der Fingerabdruck, die Iris oder die Handgeometrie. Diese Unterscheidung ist zwar weitgehend akzeptiert, es existieren aber Grenzbereiche. So sind die meisten verhaltensbasierten biometrischen Charakteristika beeinflusst durch die Physiologie, etwa die Stimme durch den Sprachapparat des Menschen.

Als biometrische Charakteristika werden u. a. verwendet:

    * Körpergröße (Anthropometrie)
    * Iris (Regenbogenhaut)
    * Retina (Augenhintergrund)
    * Fingerabdruck (Fingerlinienbild)
    * Gesichtsgeometrie
    * Handgefäßstruktur / Venenerkennung
    * Handgeometrie
    * Handlinienstruktur
    * Nagelbettmuster
    * Stimme (nicht zu verwechseln mit Spracherkennung)
    * Unterschrift (statisch, dynamisch, auch Handschrift)
    * Tippverhalten auf Tastaturen (engl. keystroke dynamics)
    * Lippenbewegung, meist im Zusammenhang mit Stimmerkennung (Klangfarbe)
    * Gangstil (engl. automatic gait recognition)
    * Körpergeruch
    * DNA (mobiler DNA-Test, genetischer Fingerabdruck)




Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Biometrie (02/2008)


-.-


Quote
[...]  Großbritannien hat am Dienstag den Startschuss für eines der größten genetischen Experimente der Menschheit gegeben: Nach dem Abschluss eines dreimonatigen Pilotprojekts werden Wissenschafter in den nächsten vier Jahren das Erbgut einer halben Million Bürger sammeln, um dadurch die genetischen Anlagen für tödliche Krankheiten wie etwa Krebs zu entschlüsseln.

Gesundheitsminister Andy Burnham sagte, mit der "UK Biobank" werde Großbritannien "die Welt anführen" und seine akademischen wie industriellen Forschungskapazitäten unter Beweis stellen. Untersuchungsleiter Rory Collins erklärte, die Datenbank solle Wissenschaftern aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen.

Nach Angaben der Forscher wurde das Pilotprojekt mit 3.800 Teilnehmern im Großraum Manchester erfolgreich abgeschlossen. Ab Ende des Jahres sollen nun Blut- und Urinproben von etwa 500.000 Freiwilligen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren gesammelt und gespeichert werden.

Die Gendatenbank wird von der britischen Regierung und dem gemeinnützigen Forschungsverband Wellcome Trust finanziert und hat ein Budget von 61 Millionen Pfund (rund 90 Mio. Euro). Langfristig soll das Projekt dabei helfen, die Vorbeugung, Diagnose und Behandlung schwerer Krankheiten zu verbessern.


Aus: "Datenbank mit Erbgut von 500.000 britischen Bürgern" (Salzburger Nachrichten; 22. August 2006)
Quelle: http://www.salzburg.com/sn/nachrichten/artikel/2313861.html

« Last Edit: February 06, 2008, 10:13:46 AM by lemonhorse »

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[Notizen zu "Körperdaten" (Biometrie)...]
« Reply #1 on: January 01, 2007, 05:43:32 PM »
Quote
[...] Biometrie für deutsches Mensaessen: In der deutschen Stadt Offenburg müssen die Schüler in Zukunft ihr Hände vor dem Essen besonders gründlich waschen: Ihre Mensaessen können sie demnächst nur mit Fingerabdruck bezahlen.

Der zuständige Gemeinderat gab für die Einführung eines biometrischen Bezahlsystems am Montagabend grünes Licht.

110.000 Euro für 5.000 Schüler
An den acht Ganztagsschulen Offenburgs zahlen 5.000 Schüler somit vom kommenden Schuljahr an ihr Essen ohne Bargeld oder Chipkarte. Lediglich ein Fingerabdruck auf die bei den Kassen aufgestellten Lesegeräte reicht dann für die Bezahlung.

In das System würden 110.000 Euro investiert, gab der zuständige Finanzbürgermeister Christoph Jopen bekannt.

Damit das System auch funktioniert, müssen die Schüler zuvor allerdings ihre Daten an- und einen passenden Fingerabdruck abgeben.

Im Gegensatz zu Chipkarte und Bargeld sei das auf Körperdaten basierende Bezahlsystem sicher und zugleich wirtschaftlich, sagte Jopen. So könne etwa der Verlust oder Diebstahl von Karte oder Geld verhindert werden.

Der Datenschutz werde garantiert, weil nur Name und Bankverbindung der Schüler gespeichert würden. Abgebucht wird laut Angaben automatisch.

Entwickelt wurde das System vom Software-Unternehmen it-Werke im badischen Lahr. Eingesetzt wurde es erstmals im Frühjahr 2003. Seither wurden nach Unternehmensangaben 450 Systeme installiert, die meisten davon im Einzelhandel. An Schulen wurde die Technik den Angaben zufolge bisher noch nicht eingesetzt.

In Bayern kann man demnächst in zwei Edeka-Filialen ebenfalls nur mit Fingerabdruck bezahlen. Allerdings müssen die Kunden hierbei auch ihre finanziellen Verhältnisse offen legen.

Anlässlich der Vorstellung des Edeka-Systems meldeten Konsumentenschützer Bedenken an: Der Fingerabdruck sei als biometrisches Merkmal ungeeignet, da er in der persönlichen Umwelt zu oft vorkomme, sagte Michael Bobrowski, Referent für Telekommunikation beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

"Alles, was wir anfassen, trägt Fingerabdrücke - da besteht eine vergleichsweise große Gefahr, dass ihn jemand abnimmt und missbraucht."
   

Aus: "Biometrie für deutsches Mensaessen" (futurezone.ORF.at IT-Chronik: 19.12.2006)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/158933/

CCC: "Wie können Fingerabdrücke nachgebildet werden?"  09. Oktober 2004  (starbug)
Link #2: http://www.ccc.de/biometrie/fingerabdruck_kopieren

-.-

Quote
[...] aloa5 schrieb am 20. Dezember 2006 um 18:06

lt. Artikel in der Zeitung (Badische Zeitung - ich wohne in der Region) :

“Absolut fälschungssicher, so versichert it-Vertriebsleiter Rolf Biben, sei das System. “Die Geräte sind vom FBI zertifiziert, nicht einmal mit einem abgeschnittenen Finger haben Sie da eine Chance” ” [Einschub: die Firma “it-Werke” ist der Hersteller und hat den Sitz in Lahr bei Offenburg und schon 60 Edeka-Märkte mit dem System ausgerüstet]

Grüsse
ALOA,PPD


Quelle: http://netzpolitik.org/2006/in-offenburg-essen-schueler-demnaechst-mit-ihrem-fingerabdruck/

-.-

Quote
[...] die Tatsache, dass Schüler, die nicht an dem biometrischen Bezahlsystem teilnehmen wollen, tiefer in die Tasche greifen müssen: Nach Ablauf der einjährigen Testphase soll beim Hauptessen ein Aufschlag für Barzahler erhoben werden. Die Stadtverwaltung erhofft sich unter anderem Einsparungen bei den Personalkosten, da man davon ausgeht, weniger Bedienstete für Kassier- und Abrechnungsaufgaben binden zu müssen. Das auf Körperdaten basierende Bezahlsystem sei im Gegensatz zu Chipkarte oder Bargeld sicher und zugleich wirtschaftlich, erklärte Offenburgs Schul- und Finanzbürgermeister Christoph Jopen (SPD). (pmz/c't)


Aus: "Offenburg führt erstes Fingerabdruck-Bezahlsystem an Schulen ein" (20.12.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/82817


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[Gen- und Fingerabdrucksdatenbanken... ]
« Reply #2 on: January 16, 2007, 10:34:06 AM »
Quote
[...] Schäuble schlägt europaweite Vernetzung der Gen- und Fingerabdrucksdatenbanken vor

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat heute beim Informellen Treffen der Justiz- und Innenminister der Europäischen Union in Dresden vorgeschlagen, im Rahmen der Trio-Ratspräsidenschaft für innere Sicherheit den Vertrag von Prüm/Eifel in den Rechtsrahmen der EU zu überführen. Der von Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Spanien im März 2006 geschlossene Vertrag soll die grenzüberschreitende polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit intensivieren, vor allem im Bereich der Bekämpfung des Terrorismus, der grenzüberschreitenden Kriminalität und der illegalen Migration. Dabei soll es nicht nur um Verfolgung von Straftaten, sondern auch um deren Verhinderung gehen.

Im Zentrum steht der Informationsaustausch durch eine Vernetzung der nationalen Datenbanken. Ausgetauscht werden sollen auch die DNA- und Fingerabdruck-Daten, um sie für die Strafverfolgungsbehörden jeweils direkt zugänglich zu machen. In Deutschland ist der Vertrag im November in Kraft getreten. Deutschland und Österreich sind bereits Vorreiter und haben mit dem ersten "automatisierten Informationsabgleich" von DNA-Daten begonnen. Dabei habe es bereits, wie Bundesinnenminister Schäuble erklärte, erste Erfolge gegeben. In den ersten sechs Wochen habe man 1500 Treffer mit österreichischen Datensätzen und mehr als 1400 Treffer in Österreich mit deutschen Datensätzen erzielt. Mit diesem "Mehrwert des Vertrags" wirbt Schäuble für dessen europaweite Einführung: "Ziel ist es, einen modernen polizeilichen Informationsverbund aufzubauen, um europaweit wirksam gegen Verbrecher vorzugehen."

Der Vertrag ermöglicht neben grenzüberschreitenden polizeilichen Einsätzen und Streifen auch den Informationsaustausch zu präventiven Zwecken "im Rahmen von Großveranstaltungen über reisende Gewalttäter, wie etwa Hooligans (z. B. bei Fußballspielen, Tagungen des Europäischen Rates oder anderen internationalen Gipfeltreffen)".

Schäuble berichtet, er habe auf dem Treffen "breite Zustimmung" für seinen Vorschlag gefunden. Besonders die Vernetzung der Gendatenbanken in den EU-Mitgliedsländern sieht er offenbar als vielversprechend an. Das eröffne "ein riesiges Meer an Erkenntnismöglichkeiten und an Präventionsmöglichkeiten", pries er das Projekt an. Es fand auch die Zustimmung von EU-Justizkommissar Franco Frattini, der einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission vorlegen will. Ausgerechnet Großbritannien, das europaweit die größte Gendatenbank unterhält, aber auch Polen, Irland und Tschechien stehen dem Vorschlag bislang skeptisch gegenüber. Allerdings offenbar aber vor allem aus Kostengründen.

Schäuble prescht aber noch weiter voran. Deutschland könne die polizeiliche Gendatenbank auch gegenüber den USA öffnen. Das war offenbar ein Wunsch von Vertretern des US-Heimatschutzministeriums, mit denen sich Schäuble im September des letzten Jahres getroffen und dabei auch eine schärfere Internetüberwachung vereinbart hatte. (fr/Telepolis)


Aus: "Schäuble schlägt europaweite Vernetzung der Gen- und Fingerabdrucksdatenbanken vor" (15.01.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/83740


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[Fingerabdruck-Scan beim Geldausgabe-Automaten...]
« Reply #3 on: January 23, 2007, 04:08:21 PM »
Quote
[...] In Indien startet jetzt ein Pilotprojekt biometrischer Identifizierung im öffentlichen Bankenwesen.

In dessen Rahmen sollen 15 Geldausgabe-Automaten im ländlichen Indien aufgestellt werden. Sie sollen durch Fingerabdruck-Scans mehr Sicherheit in die Provinz bringen.

Die Maschinen, die vor allem im Norden des Subkontinents stehen sollen, erreichen, einem Bericht von Reuters zufolge, etwa 100.000 Arbeiter und Kleinbauern. Die biometrische Lösung soll gleichzeitig für schnelleren Abgleich der Eingabe mit dem Zentralrechner der Bank sorgen.

Das System mit Magnetkarten und Pins sei unsicher geworden, heißt es. Bei der Landbevölkerung gebe es ein System der Korruption und Erpressung, bei dem Mittelsmänner die Barschaften der Armen durch "Hilfe beim Abheben" noch weiter schmälerten. Auch Diebstahl und Raubmord in der Nähe der Automaten seien verbreitet, auch wenn die Ausgabemenge auf derzeit etwa 230 Dollar täglich beschränkt ist. Durch den Fingerabdruck-Scan erhoffen sich die Behörden weniger Verbrechen.

Die Banken sind demnach gespannt, wie schnell sich die Technik einführen lässt. Immerhin soll die Anzahl der Maschinen von derzeit 35.000 auf bald 100.000 wachsen. Die Wirtschaft des Landes hofft darauf, dass durch sichereres Abheben mehr Geld, das jetzt in privaten Händen ist, in Umlauf kommt. Nicht zuletzt beobachtet die Biometrie-Branche den Testlauf mit Argusaugen - Biometrie ist derzeit im Geldausgabe-Wesen noch nicht sehr weit verbreitet. Das indische Pilotprojekt könnte demnach zum entscheidenden Durchbruch bei dieser Technik führen.


Aus: "Biometrie beim Geldabheben: Pilotprojekt für Geldautomaten mit Fingerscan in Indien" (silicon.de; 22.01.2007)
Quelle: http://www.silicon.de/enid/security_management/24865

« Last Edit: January 23, 2007, 04:11:50 PM by Textaris(txt*bot) »

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[National DNA Index System... ]
« Reply #4 on: February 06, 2007, 11:02:44 AM »
Quote
[...] Derzeit warten schon 150.000 DNA-Proben von verurteilen Kriminellen darauf, in das "National DNA Index System" der USA eingelesen zu werden. Schon bald könnte diese Warteschlange noch bedeutend länger werden: Der US-Kongress hatte der Gesetzesnovelle nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit schon Anfang 2006 zugestimmt. Ihr zufolge soll in Zukunft auch das Erbgut von illegalen Einwanderern und Gefängnisinsassen - egal ob verurteilt oder nur verdächtigt - untersucht werden.

[...] Jetzt kommen von allen Seiten Bedenken: Bürgerrechtler und Immigranten-Anwälte warnen vor aggressiver Überwachung, und das zuständige Labor wähnt sich überfordert mit der zukünftigen Datenflut.

Zwei Abgeordnete der Republikaner hatten die Novelle 2006 in Gang gesetzt. Den Angaben von Arizonas Senator Jon Kyl zufolge werden 13 Prozent der illegalen Einwanderer straffällig. "Einige von ihnen sind sehr schlechte Menschen", sagte Kyl zur "New York Times". "Die Zahl der sexuellen Übergriffe durch illegale Immigranten ist erstaunlich. Bislang haben wir nur ein Fingerabdrucksystem, aber das ist nicht so genau, wie es sein könnte."

Opferorganisationen wie das Netzwerk gegen Vergewaltigung, Missbrauch und Inzest (Rape, Abuse und Incest National Network) begrüßen das strenge Vorhaben. "Je größer die Datenmenge von DNA-Analysen, desto besser", sagte Netzwerk-Sprecherin Lynn Parrish. "Wenn die Methode schon vor Jahren eingesetzt worden wäre, hätten viele Verbrechen verhindert werden können."

Anwälte sehen das anderes: "Ein Fingerabdruck identifiziert lediglich die Person, die sie hinterlassen hat", erklärt Peter Neufeld, Jurist und Vorstandsmitglied vom Innocence Project, das zu Unrecht Verurteilte zu schützen versucht. "DNA-Profile hingegen geben physische und mentale Krankheiten preis." Auch die Vereinigung der amerikanischen Immigrations-Anwälte gibt gegenüber der "New York Times" zu bedenken, dass einige der inhaftierten Einwanderer fälschlicherweise verhaftet werden. Verteidiger David Leopold aus Cleveland ergänzt: "Es ist eine Schande, einen Menschen, der gegen die Einwanderungsgesetzte verstoßen hat, gleichzusetzen mit einem verdächtigten Sexualstraftäter."


Aus: "ÜBERWACHUNG: USA wollen Gentests massiv ausweiten" (SPON; 05. Februar 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,464382,00.html


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[A public iris scanning device... (Biometrie)]
« Reply #5 on: February 09, 2007, 08:16:46 AM »
Quote
[...] Ein versteckter Iris-Scanner wurde zum Patent angemeldet, versteckt bedeutet dabei, kein Mensch bekommt etwas davon mit, das seine Iris gescannt wird. Die initiale, unbemerkte Aufnahme von Daten ist damit also möglich und natürlich auch der spätere Abgleich.


Aus: "Technik die “begeistert”" (Oli; 7. Februar 2007)
Quelle: http://www.get-privacy.info/?p=301

-.-

Quote
[...] A public iris scanning device has been proposed in a patent from Samoff Labs in New Jersey. The device is able to scan the iris of the eye without the knowledge or consent of the person being scanned. The device uses multiple cameras, and then combines images to create a single scan. Iris recognition is a biometric identification system that requires a high-resolution picture of the irides of the subject's eye. Pattern recognition software is then used to match that picture against future iris scans.

Iris scans are considered highly accurate; current iris recognition algorithms have an incredibly low false match rate. Good quality scans result in a "false match" less than one time per one hundred billion (this system has been used with excellent results in the United Arab Emirates).


From: "Stealthy Iris Scanner in the Works" By Bill Christensen (06 February 2007)
Source: http://www.livescience.com/scienceoffiction/070206_technovelgy.html


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["unabhängig von Schuld oder Unschuld"... (Gendatenbank)]
« Reply #6 on: August 03, 2007, 09:41:42 AM »
Quote
[...] Die Datenbank enthält um die 3,4 Millionen Datensätze, so dass sie schon die Genprofile von 5 Prozent der Bevölkerung enthält, darunter auch von vielen, die unter Verdacht geraten waren, aber frei gesprochen wurden. Zudem enthält sie die Genprofile von einem Drittel der männlichen Schwarzen. Allein letztes Jahr kamen fast 550.000 neue Profile hinzu. Jede Minute wird das Genprofil eines weiteren Menschen in die Datenbank aufgenommen.

Baroness Kennedy, die Vorsitzende der Human Genetics Commission, hat eine öffentliche Anhörung über die Praxis angekündigt, von jedem, der von der Polizei festgenommen wird, ohne dessen Zustimmung ein Genprofil anzulegen. Es sei sehr schwierig oder gar unmöglich, nach der jetzigen Gesetzeslage durchzusetzen, dass das Genprofil von denjenigen, die nicht angeklagt wurden oder denen man keine Straftat nachweisen konnte, wieder aus der Datenbank entfernt wird. Eine Anhörung darüber, ob dies wirklich für die Strafverfolgung notwendig ist, sei deswegen wichtig, weil angesichts der Erfolge bei der Verbrechensaufklärung die Nutzung der genetischen Information weiter zunehmen werde.

Das Innenministerium beabsichtigt, die Abnahme des genetischen Fingerabdrucks massiv zu erweitern. Nach den Plänen sollen DNA-Proben von Verdächtigen, die nur kleiner Vergehen beschuldigt werden, neben Fotografien und Finger- und Fußabdrücken auch schon auf der Straße genommen werden können. Wer nicht angeschnallt mit dem Auto fährt oder Abfall auf die Straße wirft, könnte dann schon für immer in die Datenbank geraten. Der Zweck sei, so heißt es in einem Papier des Innenministeriums, damit besser Straftäter identifizieren und Datenbanken durchsuchen zu können.

Nick Clegg, der innenpolitische Sprecher der Liberalen, kritisiert den schnellen Ausbau der Gendatenbank. Seiner Meinung nach werde der "Marsch in den Überwachungsstaat" damit zu einem "überstürzten Rennen", da man anscheinend die Genprofile von möglichst vielen Menschen, "unabhängig von Schuld oder Unschuld", sammeln möchte.


Aus: "Britisches Innenministerium will Gendatenbank massiv ausbauen" Von Florian Rötzer (02.08.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25863/1.html


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[Gute Chancen, verwechselt zu werden... (Genetik und Biometrie)]
« Reply #7 on: August 28, 2007, 12:25:39 PM »
Quote
[...] Mit gespeicherten Genprofilen von 4 Millionen Menschen hat die britische Polizei die weltweit größte Gendatenbank. Mehr als 5 Prozent der Gesamtbevölkerung sind bereits erfasst. Dabei handelt es sich nicht nur um die Gendaten von verurteilten Straftätern, sondern auch von denen, die einer Tat nur verdächtigt und festgenommen wurden, gegen die aber dann keine Anklage erfolgte.

Jetzt stellte sich heraus, dass die vom Innenministerium in den letzten Jahren massiv ausgebaute Gendatenbank ziemlich schlampig geführt wurde. Rund 550.000 Namen in der Datenbank sind falsch, falsch geschrieben oder fehlerhaft. Die Regierung musste sogar einräumen, nicht genau zu wissen, wie viele Einträge wirklich falsch sind, da von der Zählung nur die vorhandenen Kopien erfasst wurden. Es könnten also weitaus mehr sein.

Meg Hillier, Staatssekretärin des britischen Innenministeriums, räumte ein, dass die Zahl der Personen, deren Genprofil sich in der Datenbank befindet, etwa um 13,7 Prozent niedriger sei als die Zahl gesamten Einträge. Man kann also nicht nur unschuldig in die Datenbank geraten, sondern hat womöglich auch gute Chancen, verwechselt zu werden. Das Innenministerium versichert, dass man nun hart daran arbeite, die Ungenauigkeiten zu beseitigen und die Genprofile mit den Fingerabdrücken abzugleichen, um die Identität der erfassten Personen zu überprüfen.

Quote
28. August 2007 9:25
Wer nichts zu verbergen hat, muss ja nichts befürchten...
DrAD (547 Beiträge seit 05.09.02)

...ausser, dass sein DNA-Profil falsch zugeordnet wurde und er somit
zum vermeintlichen Kinderschänder oder Sexualstraftäter wird und bei
der nächsten Gelegenheit von der Polizei in Handschellen von der
Arbeitsstelle abgeholt wird.

Aber das ist ja auch kein Problem, da man ja nach 2 Tagen
Untersuchungshaft seine Unschuld per nochmaliger DNA-Analyse beweisen
kann...
Die Arbeitskollegen, welche die zwei Abwesenheitstage dazu genutzt
haben um die Gerüchteküche richtig hochkochen zu lassen, kann man ja
dann relativ einfach erklären, dass dies alles nur ein
"Missverständnis" war...

...oder man taucht irgendwann in einer öffentlichen
Sexualstraftäter-Datenbank auf... Oups... Sorry, Ihr DNA-Profil wurde
falsch gespeichert... Tut uns Leid ;-)

Aber bei 550'000 falschen Einträgen wird dies zur Ausnahme gehören...


Quote
28. August 2007 11:27
Fairness muss sein
OXEL (50 Beiträge seit 23.05.07)

Ich kenne die "Überwachungsempfindlichkeit" dieses Forums nur zu gut.
Aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch daran zu erinnern, dass
es sinnvoll wäre sowas sachlich und differenziert zu betrachten. Ja,
dafür erntet man vielleicht nicht so leicht (oder auch gar nicht)
grün, aber das ist halt der Heise-Foren-Populismus. So ist es wohl in
jeder Subkultur.

Dieses mal hat sogar der Forentroll csrss.exe einen richtigen Punkt
angesprochen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, einen weiteren
Gentest zu machen, sobald jemand verdächtigt wird. So kann der
Staatsanwalt seine Beweise untermauern. Da muss selbstverständlich
niemand seine Unschuldigkeit beweisen. Gerade die Tatsache, dass
jetzt die Fehlerhaftigkeit der DB ans Tageslicht gekommen ist, wird
entsprechende Massnahmen notwendig machen. Aber auch ohne diese
Erkenntnis ist es allgemein bekannt, dass sich in so große komplexe
Systeme auch Fehler einschleichen können und Nachprüfungen nicht
verkehrt sein können.

Was könnte also schlimmstenfalls passieren? Man könnte
fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten werden. Ja, das wäre
für die betreffende Person sehr unangenehm. Aber hier muss man eben
nicht pauschal alles abwiegeln, sondern einen sachlichen Vergeleich
machen. Es wird wohl kaum einer von euch behaupten, dass die
bisherigen "klassischen" Ermittlungsmethoden alle Fehlerfrei
arbeiten! Es wäre naiv zu glauben, dass in den
Fingerabdruck-Katalogen kein einziger Fehler ist. Und
selbstverständlich kommt es auch ohne irgendwelche Gen-Datenbanken zu
falschen Verdachtsmomenten.

Natürlich ist es absolut inakzeptabel, wenn so sensible Informationen
wie die Gen-Datenbank sie vorhält so lasch behandelt werden. Aber mit
Hysterie und überzogener Polemik kommt man auch nicht weiter.
Insbesondere beim "Otto-Normaltypen", falls es so einen tatsächlich
gibt.

Quote
28. August 2007 8:34
Nichts ist leichter zu fälschen als "Genetische Spuren"
FLxxxxT.DE (mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.00)

Sowohl für raffinierte Täter als auch für die dunklen Bereiche eines
Staates ist nichts leichter zu fälschen als Genetische Spuren an
einem Tatort oder an einer Leiche. Es ist extrem leicht sich
genetisches Material eines jeden zu verschaffen und das dann munter
am Tatort seiner Wahl zu verteilen.

Das ist mit Fingerabdrücken schon deutlich schwieriger. Ich denke
sogar das ein Experte in der Lage wäre künstlich aufgebrauchte
Fingerabdrücke zu erkennen. Eine "brauchbare" Genspur ist ja schon
eine Zigarettenkippe. Das ist noch unlogischer als der berühmte
Spruch von der Umgehung eines wirksamen Kopierschutzes.

mfg

Quote
28. August 2007 8:44
Viele Probleme
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

csrss.exe schrieb am 28. August 2007 8:37

> Es geht doch erstmal darum grob zu rastern. Die so herausgefilterten
> Verdächtigen können dann immer noch im einzelnen ihre Unschuld durch
> einen genauen Gentest beweisen.

Blöd nur, dass Du Dich bis dahin erst mal in Untersuchungshaft oder
versehentlich erschossen in der Leichenhalle  wiederfindest.
Mal ganz zu schweigen von dem Getratsche der Nachbarn, wenn die
Polizei nachts um zwei Deine verdächtig stark gesicherte Wohnung
stürmt.
Es ist aber interessant zu sehen, dass Deine
'Wer-nichts-zu-verbergen-hat'-Attitüde etwas gedämpft wurde.


Aus: "550.000 falsche Einträge in der britischen Gendatenbank" (28.08.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/95006


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[Exemplarisch für diese Entwicklung... (Biometrie)]
« Reply #8 on: September 18, 2007, 02:12:56 PM »
Quote
[...] Kippers IT-Werke sind exemplarisch für diese Entwicklung. In etwa 130 Einzelhandelsgeschäften in Deutschland können die Kunden inzwischen mit seinem Digiproof-System bezahlen, die meisten sind Edeka-Filialen in Baden-Württemberg. Das Prinzip ist ganz einfach: Ganz am Anfang wird der Fingerabdruck des Kunden eingescannt, dazu gibt der Betroffene seine Personalien und Kontonummer an. Dann muss er an der Kasse nur noch den Finger auf ein Lesegerät von der Größe einer Computer-Mouse legen. Der fällige Betrag wird anschließend vom Konto abgebucht.

„Das ist viermal so schnell wie mit Bargeld“, sagt Kipper. Gegenüber einer Geldkarte ist der Zeitvorteil noch größer.

[...] Die Fingerabdruckerkennung ist mit einem Marktanteil von etwa 40 Prozent die wichtigste biometrische Technologie. Andere Verfahren sind die Gesichts- oder Stimmerkennung. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger erzielte die Branche 2006 hierzulande einen Umsatz von knapp 100 Millionen Euro. Damit ist Deutschland der wichtigste Biometriemarkt in Europa. Bis 2010 prognostiziert Roland Berger eine Verdreifachung des Umsatzes.

„Die Biometrie hat in den letzten Jahren einen ziemlichen Schub bekommen“, sagt Lutz Neugebauer, Leiter des Fachbereichs Sicherheit beim Informationstechnik- und Telekommunikationsverband Bitkom. Knapp 100 Unternehmen beschäftigen sich mit Verfahren zur automatischen Personenidentifikation. Die Branche ist überwiegend mittelständisch, einige Unternehmen können international mithalten.

[...] So macht das Hamburger Unternehmen Dermalog mehr als 90 Prozent seiner Geschäfte im Ausland. Im Jemen werden jetzt die Fingerabdrücke von Beamten mit einem System von Dermalog erfasst. Damit soll verhindert werden, dass sie doppelt Gehalt kassieren. In Brasilien wird auf diese Weise verhindert, dass widerrechtlich Sozialleistungen bezogen werden. Und auch die mexikanischen Steuerbehörden setzen auf die Technik von der Waterkant.

Zudem hat Dermalog den ersten biometrischen Ausweis der Welt entwickelt. Schon zur Jahrtausendwende wurde das Sicherheitsdokument im südostasiatischen Sultanat Brunei eingeführt. Der neue elektronische Pass, kurz ePass, beschert dem Unternehmen nun auch den ersten Großauftrag aus Deutschland. Vom ersten November an werden Fingerabdrücke auf einem Chip in den Pässen gespeichert. Dermalog liefert mehr als 10 000 Scanner an die Meldestellen. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Euro“, sagt Vertriebsleiter Oliver von Treuenfels.

Der neue ePass könnte der Biometrie einen weiteren Schub geben, hofft die Branche. „Dazu müssten die Bürger aber den Nutzen besser erkennen“, sagt Bitkom-Experte Neugebauer. Der Nutzen liege neben höherer Sicherheit in mehr Bequemlichkeit, beispielsweise durch schnellere Abfertigungen am Flughafen. Die skandinavische Fluglinie SAS etwa bietet das Einchecken per Fingerabdruck. Da es diese Möglichkeiten in Deutschland nicht gebe und der ePass vor allem aus Sicherheitsgründen komme, sei es fraglich, ob die Akzeptanz von Biometrie dadurch steigt. „Es gibt noch zu viele negative Assoziationen“, sagt Neugebauer, „man verbindet die Fingerabdruckerkennung vor allem mit der Polizeiarbeit.“

Doch das könnte sich ändern, denn in immer mehr Alltagsbereichen wird Biometrie eingesetzt. So gibt es deutschlandweit bereits mehrere Dutzend Videotheken, in denen die Kunden rund um die Uhr am Automaten Filme ausleihen können, nachdem sie sich per Fingerabdruck identifiziert haben. IT-Werke-Chef Kipper glaubt sogar, dass durch das Bezahlen per Fingerabdruck eine emotionale Bindung entstehe. „Die Kunden gehen in den Läden öftereinkaufen“, sagt er. Nach Untersuchungen bei seinen Kunden verdopple sich das Einkaufsvolumen. Zudem könne das System als virtuelle Kundenkarte eingesetzt werden. Wer damit bezahlt, bekommt Rabatt und muss nicht noch eine weitere Plastikkarte mit sich herumtragen.

[...] die Identifikation per Fingerabdruck ist nicht 100-prozentig sicher. „Man kann die Muster auf dünne Folien auftragen“, sagt Bromba, „damit können Sie fast jeden Sensor rumkriegen.“ Was nach einer Szene aus einem James-Bond-Film klingt, ist gar nicht so kompliziert. Experten der Computerzeitschrift „c’t“ haben erst kürzlich demonstriert, wie man einen Fingerabdruck stehlen kann. Mit Sekundenkleber, Holzleim und Grafit stellten sie Attrappen her und täuschten erfolgreich die Fingerabdruck-Sensoren an mehreren Notebooks.


Aus: "Mit der Fingerspitze" Von Oliver Voss, Wirtschaftswoche (HANDELSBLATT, Samstag, 15. September 2007)
Quelle: http://www.handelsblatt.com/News/Technologie/Forschung-Innovation/_pv/doc_page/2/_p/203116/_t/ft/_b/1314358/default.aspx/mit-der-fingerspitze.html


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[Die Unterscheidung von lebendigen und toten Händen... (Biometrie)]
« Reply #9 on: September 24, 2007, 04:45:01 PM »
Quote
[...] "PalmSecure", wie Hersteller Fujitsu sein System nennt, unterscheidet zwischen lebenden und toten Händen. Seit 2004 vermarktet Fujitsu die Technik in Japan, 75 Prozent der Bankfilialen schützen ihre Geldautomaten bereits per Handscan. Die Bedienung ist einfach: Infrarotstrahlen tasten die Handfläche berührungslos ab. Schmutzige Finger oder Verletzungen beeinträchtigen die Erkennung nicht - anders als beim Fingerabdruckverfahren. Beiden Merkmalen gemeinsam ist, dass sie bei jedem Menschen absolut einzigartig ausfallen. Selbst eineiige Zwillinge besitzen unterschiedliche Finger- und Venenmuster.

Zusammen mit Siemens versucht Fujitsu nun, mit PalmSecure den deutschen Markt zu erobern. Die Münchner liefern die Software zur Fujitsu-Hardware. Ganz neu sind biometrische Sicherheitssysteme hierzulande nicht, allerdings setzen Staat und Unternehmen hauptsächlich auf Fingerabdrücke statt Handvenen: Seit Juli 2005 testet die Lufthansa den Check-In per Zeigefinger-Scan, seit September 2006 stattet Siemens die Schweiz mit biometrischen Reisepässen aus. Auch die Bundesregierung ist aktiv: Ab 1. November 2007 gibt es den deutschen Reisepass nur noch mit Fingerabdruck (ePass). Und in jedem Elektronikmarkt stehen Business-Notebooks mit entsprechenden Modulen.

Doch der Fingerabdruck macht auch Probleme: Im Internet finden sich zuhauf Anleitungen zum Fälschen der einmaligen Spuren. Mit Pulver sichtbar machen, abfotografieren, in Photoshop verstärken und auf Folie drucken, fertig. Der japanische Forscher Tsutomu Matsumoto täuschte mit einem künstlichen Finger aus Gelatine 80 Prozent der handelsüblichen Fingerabdruck-Scanner.

Einen Originalabdruck als Kopiervorlage zu finden ist nicht schwer. "Unseren Fingerabdruck hinterlassen wir überall in der Öffentlichkeit, deshalb können Unbefugte darauf zugreifen", warnt Gerd Hribernig, Leiter des Siemens-Biometrie-Zentrums in Graz. Hinzu komme: "Gerade in Deutschland ist der Fingerabdruck nicht besonders beliebt, weil er uns an die erkennungsdienstliche Behandlung bei der Polizei erinnert. In der Biometrie hat jeder Kulturkreis seine eigenen Vorlieben und Vorbehalte. In arabischen Ländern ist die Gesichtserkennung undenkbar, denn dort tragen die Frauen einen Schleier."

[...] Gerd Hribernig betont die Vorteile, die die Biometrie bringen soll: "Innerhalb der nächsten Jahre wird die Zahl der Mensch-Maschine-Schnittstellen weiter rasant ansteigen. Das heißt, wir alle brauchen immer mehr Chipkarten und Passwörter, die wir hin und wieder vergessen. Biometrie ist eine Möglichkeit, damit aufzuräumen." In Japan habe man die Erfahrung gemacht, dass Bankkunden den Handvenenscanner nicht mehr missen wollen: "Sie kommen einfach schneller an ihr Geld." Ein wenig Agenten-Flair haben sich Fujitsu und Siemens für ihren Palm-Secure aufbewahrt: Wie die Unterscheidung von lebendigen und toten Händen funktioniert, wird streng geheimgehalten.


Aus: "Biometrie: Zeigt her Eure Hände" (SZ, 10.08.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/404/127202/5/


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[Next Generation-Datenbank... (Genetik und Biometrie)]
« Reply #10 on: December 23, 2007, 12:23:20 PM »
Quote
[..] Im Jahre 2013 soll die "Next Generation"-Datenbank laut der FBI-Abteilungsleiterin für Biometrie, Kimberly Del Greco, dazu imstande sein, Abgleichungen anhand eines Datenmixes aus Finger- und Handballenabdrücken, Iris-und Gesichtserkennungsmerkmalen vorzunehmen. Die Genauigkeit, so das Argument von Del Greco, verbessere sich durch die Kombination der verschiedenen Erkennungstechniken.


Aus: ""Größer, schneller und besser"" Von Thomas Pany (TP, 22.12.2007)
Das FBI plant die weltgrößte biometrische Datenbank
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26926/1.html

-.-


FBI Prepares Vast Database Of Biometrics
$1 Billion Project to Include Images of Irises and Faces

By Ellen Nakashima
Washington Post Staff Writer
Saturday, December 22, 2007; Page A01

CLARKSBURG, W. Va. -- The FBI is embarking on a $1 billion effort to build the world's largest computer database of peoples' physical characteristics, a project that would give the government unprecedented abilities to identify individuals in the United States and abroad.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/12/21/AR2007122102544.html?hpid=topnews


-.-

Quote
[...] Das neue System soll sich aber nicht nur durch zusätzliche biometrische Daten in einer neuen Qualität und Quantität auszeichnen, sondern auch durch eine verbesserte Kommunikation zwischen verschiedenen Datenbanken. Besonders heikel ist ein geplanter Service des FBI, der als "Rap-Back" bezeichnet wird: Dabei würden auf Anfrage von Arbeitgebern Fingerabdrücke von Angestellten, die auf kriminelle Hintergründe überprüft wurden, in der Datenbank bleiben. Diese Unternehmen könnten dann benachrichtigt werden, falls der betreffende Mitarbeiter in Konflikt mit dem Gesetz gerate.

Der Zeitungsbericht schränkt zwar ein, die Mehrheit (55%) solcher Anfragen betreffe gegenwärtig Zivilpersonen, die in sicherheitsempfindlichen Positionen tätig sind oder sich bei der Regierung dafür bewerben, sowie Arbeitsplätze, die mit Kindern und Älteren zu tun haben, aber die Kritiker werden bei derlei Anwendungsmöglichkeiten hellwach. So warnen Bürgerrechtsanwälte vor einer "dauernd angeschalteten Überwachungsgesellschaft".

Bereits jetzt soll die FBI-Datenbank 55 Millionen Sets von elektronischen Fingerabdrücken speichern. Täglich werden 100.000 Anfragen mit diesen Daten abgeglichen. 900.000 Strafverfolger dürfen in den USA auf die Fingerabdrucksdatenbank zurückgreifen. Auch wenn das FBI verspricht, den Zugang zur Datenbank genau zu überwachen, ist für Kritiker offensichtlich, dass die Risiken für die Bürger wachsen. Das System sei nicht verlässlich; einige Fälle hätten schon gezeigt, dass Informationen, die in der Datenbank abgelegt seien, fehlerhaft und ungenau sein könnten. Während das FBI behauptet, dass es im Vorhinein sehr schwierig sei zu bestimmen, welche Information Fehler aufweise, ist es für die Betroffenen sehr schwierig, einmal gespeicherte Fehler korrigieren zu lassen.

(Thomas Pany) / (psz/c't)

Quote
23. Dezember 2007 9:20
Liest sich wie Orwell
rumpelstilz73 (396 Beiträge seit 16.07.05)


noch nicht ganz wach mal eben heise gescannt. dachte, ich les orwell!



Aus: "FBI plant weltweit größte biometrische Datenbank" (22.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101009


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[„Next Generation Database“ (NGD)... ]
« Reply #11 on: January 12, 2008, 03:24:55 PM »
Quote
[...] Die Anti-Terror-Maßnahmen der USA – einiges erinnert an einen Orwell-Roman. Das FBI will ein Superarchiv für biometrische Daten aufbauen, in dem festgehalten wird, wer im Flugzeug Gemüse wünscht oder zivil im Irak unterwegs war. Nach dem Willen der Behörde könnten künftig sogar die Hirnströme von Flugpassagieren gemessen werden.

[...] „Next Generation Database“ (NGD) heißt eine bislang beispiellose Biometrie-Datenbank, in deren Ausbau das FBI nach einem Bericht der „Washington Post“ in den kommenden Jahren eine Milliarde US-Dollar (680 Millionen Euro) investieren will. Zunächst sollen „nur“ Finger- und Handabdrücke sowie Daten über Gesichts- und Irismuster, Ohrmuschelformen sowie genetische Fingerabdrücke gespeichert werden, später auch Gangmuster.
Standort für die geplante Datenbank von wahrhaft Orwellschen-Ausmaßen dürfte West Virginia werden.

[...] Der Datenhunger vieler amerikanischer Behörden wie etwa des Ministeriums für Heimatschutz (DHS) kennt kaum Grenzen. Schon heute verfügt das FBI dank ausgeprägtem behördlichen Sammeleifers über 55Millionen Fingerabdruck-Datensätze von Straftätern ebenso wie von US-Bürgern, die Kinder adoptieren möchten oder für Behörden arbeiten. Ausländer, die in die USA einreisen wollen, müssen weiterhin die Abdrücke aller zehn Finger abgeben. Ob sie einen biometrischen Pass besitzen oder nicht, spielt keine Rolle.

[...]  Hinzu kommen, so die „Washington Post“, Biometrie-Datensätze (Fingerabdrücke, Irisscans, Gesichtsmuster) von 1,5Millionen Kriegsgefangenen oder Zivilisten aus dem Irak und aus Afghanistan, die das amerikanische Verteidigungsministerium beisteuert. Die Datenabfrage beim FBI erfolge schon heute im Sekundentakt: Täglich registriere die Behörde offenbar bis zu 100.000 Zugriffe von 900.000 berechtigen Personen und Institutionen.
Biometrische Methoden liegen nicht nur bei der Verbrechensbekämpfung und der Terrorabwehr im Trend. Immer häufiger dient der eigene Körper als Ausweis, Türschlüssel oder Geheimzahlersatz. Nach einer Studie der International Biometric Group (IBG) wird der weltweite Umsatz in diesem Bereich von umgerechnet zwei Milliarden Euro im Jahr 2007 auf fünf Milliarden Euro in 2012 ansteigen. Größter Wachstumsmarkt neben Asien ist – kaum überraschend – Nordamerika. Für den deutschen Markt sagt eine Analyse im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom bis 2010 eine Verdoppelung auf rund 300 Millionen Euro voraus.
Fast schon Standard sind PC-Mäuse, Tastaturen und Notebooks mit Fingerabdruckscannern. Selbst in Dutzenden von Edeka-Märkten gelingt hierzulande der Einkauf per Daumenabdruck. Seit Mitglieder des Chaos Computer Clubs die vermeintlichen Hightech-Geräte bereits vor Jahren mit einfachen selbstgefertigten Latexkopien austricksen konnten, ist unter den Entwicklern ein Ideenwettbewerb um sichere Scantechnik entbrannt. Muster auf Fingerkuppen werden seither nicht mehr nur optisch oder mit Hilfe Hunderter winziger Kondensatoren vermessen, sondern etwa auch mit Ultraschall erkennungsdienstlich behandelt. Ob lebendes Gewebe oder eine simple Latexkopie unter dem Scanner liegen, sollen Schweißdetektoren, Pulsmessgeräte, Wärmefühler oder gar künstliche Nasen herausfinden.
Bessere Noten in Sachen Sicherheit erhält die automatische Gesichtserkennung – zumindest in der Theorie. „Die deutsche Biometriebranche ist bei der Gesichtserkennung weltweit führend“, sagt Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

[...]  Wer glaubt, die geplante FBI-Megadatenbank wäre allein wegen des enormen Speicherbedarfs für künftig möglicherweise Milliarden biometrischer Datensätzen kaum realisierbar, der irrt gewaltig. So benötigt der Rohdatensatz eines Gesichts selbst ohne Komprimierung einen Speicherplatz von 20 Kilobyte (kB). Dabei werden beispielsweise nur Abstände markanter Stellen eines Gesichts festgehalten, die sich auch bei wechselnder Mimik wenig oder gar nicht verändern. Zehn kB sind für das auf ähnliche Weise erzeugte Abbild eines Fingerabdrucks, 30 kB für ein Irismuster nötig. Um die „Gesichter“ aller 82 Millionen Einwohner Deutschlands zu speichern, würden also bereits zwei Computerfestplatten mit einer Kapazität von jeweils einem Terabyte (TB) zum aktuellen Stückpreis von knapp 250Euro mehr als ausreichen.
Dass den amerikanischen Datensammlern der Informationsnachschub in naher Zukunft ausgehen wird, ist kaum zu befürchten. So möchte die EU-Kommission – ganz nach amerikanischem Vorbild – als Folge des Vertrags von Prüm eine eigene Superdatenbank installieren, in der neben den biometrischen Daten der Reisepässe aus allen 27 Mitgliedstaaten, genetische Fingerabdrücke sowie Kfz-Informationen hinterlegt sind. Zugriff sollen auch amerikanische Behörden haben. Schon heute ist dies bei vertraulichen Informationen über Finanztransaktionen der Fall, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 von der internationalen Genossenschaft der Banken (Swift) an die USA übermittelt werden.
Fluggesellschaften sind gezwungen, persönliche Daten von Passagieren mit dem Reiseziel USA amerikanischen Behörden zur Verfügung zu stellen, darunter neben Namen und Kontaktinformationen Daten über Vielflieger- und Bonusprogramme, Gepäckdetails sowie die sogenannten SSR-Daten (Special Service Request). Dort wird beispielsweise vermerkt, ob ein Fluggast koscheres oder vegetarisches Essen bestellt hat. Im vergangenen Juli haben sich die EU und die USA darauf geeinigt, dass diese Daten jetzt erst nach acht Jahren gelöscht werden müssen.

[...]

Quote
oerling meint:
11.01.2008, 13:48 Uhr
Sie sollten das Bundesversienstkreuz bekommen für diesen Artikel.
Damit haben Sie dem Herrn Schäuble und seinem Stab an Sicherheitsfanatikern wieder Anregungen für die nächsten Jahre geliefert. Ob das nur gegen den Terror oder auch gegen die Gefahr aus den Reihen der Migrantennachkommen hilft, bleibt offen. In jedem Fall werden wieder Hundertschaften an Fachidioten sichere Arbeitsplätze finden.


Quote
Winfried meint:
11.01.2008, 13:58 Uhr
Was hat dies mit Demokartie und Freiheit zu tun. Wissen diese Regierungen eigentlich noch was sie verteidigen wollen. Damit wir nur Sympathie und Verständnis für die Terroristen geschaffen. Merke: Jeder Terrorist der bereit ist sein Leben einzusetzen wir immer trotz aller Technik eine Chance haben. Aber anderseits verlieren wir die Freiheit für die wir kämpfen.


Quote
Hanno Z meint:
11.01.2008, 14:36 Uhr
@winfried:

Entscheidend ist die handlung, nicht die behauptung. Aller großen unrechtssysteme haben immer behauptet die freiheit und oder die demokratie zu schützen. In der ddr wurde auch viel gewählt.

Aber diese ddr hat uns auch gelehrt: die paranoiker üebrfressen sich irgendwann an ihrer paranoia. Wenn erstmal alle menschen der welt verdächtig sind, was bleibt dann.


Quote
WOK meint:
11.01.2008, 15:40 Uhr
Wenn diese Entwicklungen sich fortsetzen, kann man bald mit Fug und Recht behaupten, daß die Terroristen gewonnen haben. Warum? Weil wir (damit meine ich die westliche Welt im Allgemeinen) langsam aber sicher aus Angst vor ihnen unsere freiheitlichen Einstellungen und unsere liberale Lebensweise zu Grabe tragen. Das ist ein schleichender Prozeß, der durch technische Entwicklungen aber immer mehr an Fahrt aufnimmt. Irgendwann wird er uns noch überrollen, wenn man nichts dagegen unternimmt. Und in einem totalen Überwachungsstaat möchte ich nicht leben. Dann schon hundertmal lieber in einem, der gelegentlich mit einem Terrorangriff rechnen muß!

Den Schäubles, Bushs und ähnlichen Sicherheitsfreaks muß man mit Entschlossenheit entgegentreten, denn ihr Gedankengut ist in dieser Hinsicht tendenziell totalitär. Damit haben sie gewissermaßen etwas mit denen gemeinsam, die sie zu bekämpfen vorgeben.

All das Geld, das für Sicherheitstechnik ausgegeben wird, wäre wesentlich effektiver angelegt, würde man damit flächendeckend und nicht nur halbherzig Maßnahmen finanzieren, die die Lebensbedingungen der Menschen weltweit verbessern. Damit würde nämlich religiös motiviertem Fanatismus am erfolgversprechendstem der Nährboden entzogen.

Wer nur versucht sich abzuschotten, wird auf Dauer zum Scheitern verurteilt sein. Denn völlige Sicherheit wird es ohnehin nie geben. Auf dem Irrweg zu ihr werden bloß die Bürgerrechte völlig auf der Strecke bleiben. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was einige Machtjunkies in den Sicherheitsbehörden dieser Welt wirklich antreibt...


Quote
Achtung! meint:
11.01.2008, 15:48 Uhr
Mal grundsätzlich:

Hat sich jemand mal ausgemalt was passiert wenn dieses Überwachungsnetz in die "falschen Hände" gerät (wenn es das nicht bereits ist).

Was soll es bringen? Die Wahrscheinlichkeit zweimal vom Blitz getroffen zu werden ist höher als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen.

250 Mio. Tote weltweit gingen im 20. Jahrhundert auf das Konto von REGIERUNGEN!

Von STAATEN!

Von außer Kontrolle geratenen SYSTEMEN und nicht irgendwelchen verwirrten Tätergrüppchen!


Quote
  Heribert Becker  meint:
11.01.2008, 16:04 Uhr
@WOK und @Achtung

Ein Stueck weit haben Sie sicherlich recht und ich kann durchaus verstehen, dass manches Sicherheitsbeduerfniss zu weit geht. Dennoch glaube ich, dass die viel geruegte Technik, die zum Einsatz kommen koennte, letztendlich den Menschen helfen koennte, nicht nur de Terrorismus zu ueberstehen, sondern auch noch andere Probleme zu beseitigen.

Zunaechst werden dort, wo geforscht und gebaut wird, Arbeitsplaetze geschaffen, wo wir alle unser Geld verdienen. Sekundaer kommt es darauf an, wer solche Technik hat! In den Haenden von Terroristen waere es sicherlich furchtbar und in den Haenden von Diktaturen sicherlich auch. Doch es liegt an uns, mit solcher Technik behutsam umzugehen.

Stellen Sie sich einmal die Zukunft vor: Man geht zum Flughafen und im Sicherheitsbereich durch einen nur rund einen Meter langen Tunnel. Dort wird jeder gescannt, inklusive Fingerabdruecke, Hirnstrommessungen (was den Luegendetektor ersetzt) und man weiss genau, wer ein Terrorist ist und wer ein "normaler" Reisender! Die Folge waere: keine Wartezeiten im Sicherheitsbereich an den Flughaefen oder Bahnhoefen, kein manuelles Durchchecken von Koffern oder Leibesvisitationen, usw. Eine durchaus humane, positiv anmutende Nutzung von Technik, oder?

So stelle ich mir diese Technik vor! Negative Anwendungen derselben Technik, muss und kann rigoros ausgeschlossen werden.


Quote
fab meint:
11.01.2008, 16:09 Uhr
"Dann schon hundertmal lieber in einem, der gelegentlich mit einem Terrorangriff rechnen muß! "

ziehen sie doch nach israel und beweisen sie dass es wirklich so ist. ich glaube ihnen nämlich nicht


Quote
WOK meint:
11.01.2008, 16:22 Uhr
@Heribert Becker

Ich denke nicht, daß Ihre Argumente geeignet sind, solche Bedenken auszuräumen - im Gegenteil. Davor muß man sich hüten, denn die Bequemlichkeit, die von der heutigen Technik vermittelt wird, verleitet vor allem auch dazu, das Gerät ein- und den Kopf auszuschalten...

Sie gehen von einer idealen Welt aus, die es in der Form aber nicht gibt. In dem Moment, in dem all diese Daten über Sie gescant würden, verlieren Sie hierüber die Kontrolle. Nun gut mögen Sie sagen, die Informationen gelangen ja in vertrauenswürdige Hände. Aber wer garantiert Ihnen das? Woher wissen Sie, daß innerhalb des Staatsapparates vertrauenswürdige und gesetzestreue Menschen sitzen? Woher wollen Sie deren Motive und oder die der leitenden Figuren kennen? Führen Sie sich vor Augen, wozu Menschen (und insbesondere solche mit zuviel Macht) erwiesenermaßen fähig sind, dann erkennen Sie deutlich die Mißbrauchsgefahren.

Sich diesen in nahezu blindem Vertrauen nur um vordergründiger Annehmlichkeiten willen auszusetzen, ist meiner Meinung nach eine Rechnung, die einen deftigen (roten) Saldo ausweist!


Quote
Heribert Becker meint:
11.01.2008, 16:36 Uhr
@WOK

Nun, ich moechte nicht einmal Bedenken ausraeumen, dass kann ich nicht. Eher moechte ich auf das Fuer und Wider solcher Technik hinweisen, und darlegen, dass wir langfristig keine andere Wahl haben, als solch eine Technik (wohlgemerkt) zum Wohle der Menschen einzusetzen.

Nun, niemand kann mir garantieren, dass einmal gescannte Daten vertrauenswuerdig behandelt werden. Das waere Augenwischerei, wuerde so gedacht werden. Wenn ich etwas Positives erreichen will, habe ich immer auch etwas Negatives. Die Frage ist aber zurecht, wie Sie sagen, wen kann man ueberhaupt vertrauen. Und dann glaube ich selbst meiner Regierung erheblich mehr, als irgendeinem Terroristen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Regierung ihre Buerger betruegt ist wesentlich geringer, als die von einem Terroristen attackiert zu werden.

Das ist der Punkt, an dem Sie und ich uns wohl unterscheiden. Es ist der Preis, bewusst in kauf zu nehmen, dass eine Regierung mich betruegen koennte.


Quote
Linux Hopper meint:
11.01.2008, 16:53 Uhr
Dieses ganze Terrorgefasel ist doch nur eine Lüge um den Menschen angst zu machen damit sie freiwillig die totale Überwachung aktzeptieren.

Ich traue unseren Lobbygesteuerten Politikern einfach nicht zu das sie solche Techniken im Interesse des Volkes einsetzen.
Mit den neuen Urheberrechtsgesetzen soll auch die Musikindustrie zugang auf die Datenberge der Vorratsdatenspeicherung bekommen !

Wenn wir nich aufpassen dann werden die Versicherungen und Banken auch bald zugriff auf unsere Privaten Daten bekommen.....

Quote
Caroline-NL meint:
11.01.2008, 17:01 Uhr
Werden auch schon wieder Geruchsproben genommen ?
Der niedersächsische Innenminister forderte erst kürzlich konspirative, pardon, geheime Hausdurchsuchungen. Das BKA fordert den Video Spähangriff. Daß alles hatten wir doch in D schon, in einer "Deutschen Republik", die sich auch "demokratisch" nannte. Ich frage mich langsam, weshalb man die Stasi überhaupt aufgelöst hat. Dabei liegt das Problem, nachzulesen im Untersuchungsbericht zum 9/11, nicht in fehlenden Möglichkeiten der Geheimdienste, sonder darin, daß der Apparat mittlerweise riesig groß ist und ganze Abteilungen aneinander vorbeiarbeiten. Bei 16 verschiedenen US Geheimdiensten allerdings auch kein Wunder..........


Quote
  Spaßgesellschaft  meint:
11.01.2008, 19:24 Uhr
Mir Reichts!!!
Lieber wieder Ordnung und Überwachung, als Spaßgesellschaft!!!


Quote
Rod meint:
12.01.2008, 00:15 Uhr
tach. ich als neuropsychologe möchte nur mal kurz klarstellen, dass man anhand von eeg-wellen keinerlei aussage darüber machen kann, was jemand denkt oder plant. das ist lächerlich. eeg-wellen geben auskunft über die aktiviertheit und gegebenfalls sind sie ein indiz für organische störungen (z.b. hirnblutungen, demenz etc.) - mehr aber auch nicht. auch das messen aus größerer entfernung ist schlicht nicht möglich. soweit dazu..





Aus: " Kampf gegen Terrorismus: FBI will künftig sogar Hirnströme scannen" (11. Januar 2008)
Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article1541476/FBI_will_kuenftig_sogar_Hirnstroeme_scannen.html

-.-

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/12/21/AR2007122102544.html?hpid=topnews

-.-

"Größer, schneller und besser" Thomas Pany 22.12.2007
Das FBI plant die weltgrößte biometrische Datenbank
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26926/1.html

-.-

Quote
[...] Was in den USA die FBI-Datenbank ist, sind hier die Datenbestände des Schengener Informations- und Fahndungssystem (SIS). Zwischen den Datenverbünden gibt es Schnittstellen und Informationsflüsse, wenn auch bisher in reglementiertem Maß. Doch das System hat unendlich viele potenzielle Lücken: Im Rahmen der von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble forcierten verbesserten Zusammenarbeit europäischer Fahndungsbehörden bastelt die EU mit dem Ausbau von Europol an ihrem eigenen FBI. Grenzüberschreitende Fahndung soll erleichtert werden - natürlich auch durch Datenzugriff.

Was an Daten in Richtung USA fließt und was nicht, ist aber bisher nicht nur eine Sache von Verhandlungen zwischen EU und USA, sondern vor allem auch Ländersache. So hatte sich das EU-Parlament im Juni 2007 sogar ausdrücklich dagegen ausgesprochen, den US-Behörden Gen-Daten europäischer Bürger zugänglich zu machen. Zur gleichen Zeit beschlossen die Innenminister der EU, ihre Datenbestände zusammenführen zu wollen.

In diesem Kontext bekam die Erklärung des EU-Parlaments mahnenden Charakter: Sie erfolgte nicht zuletzt, weil Innenminister Schäuble noch im Januar öffentlich und sehr laut darüber nachdachte, mit den USA in bilateralen Verhandlungen die gegenseitige Öffnung der Gen-Datenbanken diskutieren zu wollen.

Österreich signalisierte, da nicht hintenanstehen zu wollen - und preschte im Oktober 2007 vor: Bei einem Besuch in Washington vereinbarte Innenminister Günther Platter mit den Amerikanern die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die die Modalitäten des Datenaustausches organisieren soll. Quasi auf Umwegen könnten die Amerikaner so dann auch an deutsche Daten gelangen, denn der Abgleich der DNA-Datenbanken zwischen Österreich und Deutschland wurde bereits 2006 vollzogen.

So wächst der internationale Datenverbund der Fahnder Schritt für Schritt zu einer Art Polizei-P2P-Börse heran: Kooperationen zwischen verschiedenen Partnern sorgen für Schnittmengen, die Schnittstellen schaffen, die auf dem politischen Weg möglicherweise nicht durchsetzbar wären.

Die Schnittstelle zu Europa ist für die Amerikaner, wie so oft zuvor, Großbritannien: Auch in dieser Hinsicht herrscht dank "special relationship" ein reger "free flow of information".

So soll die Next Generation Database in einem technischen Standard umgesetzt werden, der kompatibel zu entsprechenden Systemen in Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland ist. Genau diese englischsprachigen Nationen haben eine lange Tradition im Datentausch: In trauter Eintracht betrieben sie seit Mitte des letzten Jahrhunderts gemeinsam das Echelon-Spionagesystem - in dessen Rahmen Großbritannien den Amerikanern zeitweilig den Zugang zu Europa zwecks Industriespionage ermöglichte.

In der Welt der Netze ist ein Phänomen wie der Aufbau der NGD-Datenbank also nicht isoliert zu sehen: Daten werden fließen, wenn nötig über Umwege. Dass manche der vom FBI angedachten Techniken noch meilenweit von einer Realisierbarkeit entfernt scheinen, bietet da noch ein wenig Trost: automatisierte Gesichtsmustererkennung beispielsweise verwarfen deutsche Polizeibehörden nach einer breit angelegten Studie von Oktober 2006 bis Januar 2007. Die Technik versagte bei gutem Licht in 40 Prozent aller Fälle, unter nicht optimalen Konditionen stieg die Durchfall-Quote auf 80 bis 90 Prozent. Das aber könnte schon im nächsten Jahr ganz anders aussehen.

Aus: "DATENSAMMELWUT DES FBI: "Ein Schritt in die Orwellsche Hölle"" Von Frank Patalong ( 23. Dezember 2007)
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,525152,00.html

-.-

=> Topic: [Das Vorhaben mit dem Codenamen "Sentinel"... (FBI)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,316.0.html


-.-

=> Topic: [Visa Information System, SIS, SIS II (Notizen)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,36.0.html

-.-

=> Topic: [Die AZR Datenbank (Ausländerzentralregister)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,120.0.html

-.-

=> Topic: [Datenpannen und Identitätsdiebstahl...]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,22.0.html

-.-

=> Topic: [Datenschutz... (Notizen)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,324.0.html

-.-

=>Topic: [Notizen zu "Körperdaten"... (Genetik und Biometrie)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,169.0.html

-.-

=> Topic: [POLAS (POLizeiAuskunftsSystem)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,264.0.html

-.-

=> Topic: [Zentrale Speicherung von Schülerdaten...]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,247.0.html

-.-

=> Topic: [Privateste Daten der Bürger (Italien)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,203.0.html

etc.

-.-

=> Topic: [Datenspionage... (Notizen)]
http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,332.0.html


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[Eine internationale biometrische Datenbank... (Genetik und Biometrie)]
« Reply #12 on: January 16, 2008, 12:11:14 PM »
Quote
[...] Das FBI wird, wie der Guardian berichtet [http://www.guardian.co.uk/humanrights/story/0,,2241005,00.html], zur Fahndung nach Terroristen im Rahmen des Programms "Server in the Sky" mit Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland eine internationale biometrische Datenbank einrichten. Die Staaten, die auch am globalen Lauschprogramm Echelon beteiligt waren oder noch sind, haben für das Projekt bereits die Arbeitsgruppe "International Information Consortium" gegründet.

Die biometrischen und weiteren persönlichen Daten von Terrorverdächtigen, vermutlich aber auch von anderen Kriminellen, sollen in dem geplanten Netzwerk ausgetauscht werden. Zudem soll eine Fahndung nach den "Most Wanted" eingerichtet werden.

Nach dem Guardian ist die britische National Policing Improvement Agency (NPIA) führend an dem Projekt beteiligt, da sie die britische biometrische Datenbank IDENT1 mit der Technik des US-Rüstungskonzerns Northrop Grumman aufgebaut hat. In ihr sind bereits 10-Finger-Abdrücke von 7,1 Millionen Menschen und andere biometrische Daten wie 2,8 Millionen Handtellerabdrücke gespeichert. Dazu sollen Bilder zur Iris- und Gesichtserkennung sowie Videos kommen. In die Datenbank kommen nicht nur die biometrischen Daten von verurteilten Straftätern, die schwere Straftaten begangen haben, sondern auch von Verdächtigen geringer Vergehen oder unidentifizierte Fingerabdrücke, die an Tatorten gefunden wurden.

Nach den Vorstellungen des FBI sollen "international bekannte Terroristen und Kriminelle", "schwere Kriminelle und verdächtige Terroristen" sowie Kriminelle mit internationalen Verbindungen und Personen in die geplante Datenbank aufgenommen werden, die in Terrorermittlungen verwickelt sind. Ein Pilotprojekt ist bereits für dieses Jahr geplant. Ungeklärt scheint noch zu sein, wie die Daten ausgetauscht werden und wer worauf Zugriff haben soll. Ein ähnliches Projekt wurde unter deutschem EU-Vorsitz im Rahmen des Prüm-Abkommens zwischen sieben EU-Mitgliedsländern gestartet. Die USA baut für eine Milliarde US-Dollar gerade die weltgrößte biometrische Datenbank auf. (fr/Telepolis)

Quote
15. Januar 2008 11:22
spätestens jetzt muss der letzte Deep begreifen worum es hier geht
Robert_online (762 Beiträge seit 17.02.06)

der Herscher der Welt braucht heute keine A-Bomben mehr abzuwerfen,
die informationelle Macht reicht völlig aus um andere Staaten zu
übernehmen.

Und wir die Sklaven machen brav mit. Kranke Welt

Robert


Quote
15. Januar 2008 11:29
Orwell war ein naiver Optimist.
mordsDing boa eh (mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.05)

wie die Geschichte lehrt, kann jeder als verdächtig gelten. Vor allem
die USA haben ja eindrucksvoll bestätigt, daß ein Verdacht nicht
hinreichend begründet sein muß um Niederschlag in Listen und
Datenbanken zu finden, um gefoltert zu werden, um gekidnapt zu
werden, um in Geheimgefängnissen und Lagern zu verschwinden.

Und deshalb muß jedem Politiker hier und andernorts außerhalb der USA
klar sein, daß ihre Mitwirkung an derartigen Datenbanken nicht als
"Verbündete" geschieht, sondern als Mittäter, als Kumpane, als
Mitschuldige.

Und ich kann mir denken, welcher Politiker hier als einer der ersten
dabei ist.
Als im Geiste Folterer und Rechtfertiger von Rechtsverletzungen
dürfte ihm dieser Sprung nicht zu schwer fallen.


Quote
15. Januar 2008 11:55
Terrorverdächtig.
Fred Fenster (mehr als 1000 Beiträge seit 10.12.03)

Zu dumm daß dieses Attribut auf jeden Menschen zutrifft.

Aber ich habe zum Glück nichts zu verbergen.

FF





Aus: "USA wollen mit Verbündeten internationale biometrische Datenbank einrichten" (15.01.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101781


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[FBI plant umfassende Datenbank mit biometrischen Merkmalen... ]
« Reply #13 on: February 06, 2008, 10:59:56 AM »
Quote
[...] Das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) will in den kommenden Tagen einen Auftrag für den Aufbau einer Datenbank zur Erfassung einer Reihe von biometrischen Merkmalen erteilen. Dieser über zehn Jahre laufende Auftrag hat laut einem Bericht auf CNN.com einen Umfang von 1 Milliarde US-Dollar (rund 670 Millionen Euro). Erfasst werden sollen über die bisher schon vorhandenen 55 Millionen Fingerabdrücke hinaus unter anderem Iris-Scans, Abbildungen von Handabdrücken, Tätowierungen, Narben und Gesichtsformen.

Mit den Daten strebt das FBI an, Kriminelle und Terroristen besser identifizieren zu können. Bei US-amerikanischen Bürgerrechtlern ernten die Pläne hingegen massive Befürchtungen. Barry Steinhardt, Direktor des Technology and Liberty Project der American Civil Liberties Union (ACLU) sieht die USA sich zu einer Überwachunsgesellschaft wandeln. Jeder Mensch könne zu jeder Zeit an jedem Ort überwacht werden. Den Überwachern entgingen keine Bewegungen der US-Bürger. (anw/c't)

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5. Februar 2008 11:48
Lasst sie ruhig
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Je mehr sie überwachen und automatisieren, desto eher bricht der
gesamte Schrott in sich zusammen.


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5. Februar 2008 11:58
1984 finally arrived
Hinz & Kunz (mehr als 1000 Beiträge seit 28.09.01)

wobei Ozeanien entgegen dem Buch auch große Teile Eurasiens
umfasst...

hinz & kunz


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5. Februar 2008 12:01
Seltsame Empörung hier
Diamond Dave (24 Beiträge seit 01.02.08)

Natürlich bin auch gegen diesen Überwachungsschwachsinn. Aber die
Empörung hier kann ich nicht nachvollziehen.

Was ist denn so schlimm daran, wenn die Amis eure Fingerabdrücke
speichern? Ihr habt eure Finger doch noch!

Was ist so schlimm daran, wenn die Amis euren genetischen Schlüssel
speichern? Eure Gene besitzt ihr doch noch.

So wird jedenfalls argumentiert, wenn es um geklaute Musik geht. Hier
wie dort werden Selbstbestimmungsrechte beschnitten. Aber die
Musikschmarotzer messen hier anscheinend mit zweierlei Maß.

DD

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5. Februar 2008 12:03
Re: Seltsame Empörung hier
2007Twister2007, Bettina Winsemann, twister@freunde-der-freiheit.de (mehr als 1000 Beiträge seit 02.09.07)

Diamond Dave schrieb am 5. Februar 2008 12:01

> So wird jedenfalls argumentiert, wenn es um geklaute Musik geht. Hier
> wie dort werden Selbstbestimmungsrechte beschnitten. Aber die
> Musikschmarotzer messen hier anscheinend mit zweierlei Maß.

Du hast Kinderpornographie vergessen.


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5. Februar 2008 12:06
Re: Seltsame Empörung hier
Turbo Tux (mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.00)

Wozu brauchen die Amis denn all diese Daten?

Verrate uns das doch mal.

Gruss,
TT


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5. Februar 2008 12:07
Re: Seltsame Empörung hier
xpert71 (mehr als 1000 Beiträge seit 12.06.04)

> Natürlich bin auch gegen diesen Überwachungsschwachsinn. Aber die
> Empörung hier kann ich nicht nachvollziehen.
>
> Was ist denn so schlimm daran, wenn die Amis eure Fingerabdrücke
> speichern? Ihr habt eure Finger doch noch!

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Solange ich nichts
Kriminelles angestellt habe, gehen meine Fingerabdrücke die Amis,
Schäuble etc. einen feuchten Sch*** an.
>
> Was ist so schlimm daran, wenn die Amis euren genetischen Schlüssel
> speichern? Eure Gene besitzt ihr doch noch.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Irgendwann kommt die
Selektion der Menschheit nach Genmerkmalen. Meine genetischen
Informationen gehen die Amis, Versicherungen, Banken etc. einen
Sch*** an.
>
> So wird jedenfalls argumentiert, wenn es um geklaute Musik geht. Hier
> wie dort werden Selbstbestimmungsrechte beschnitten. Aber die
> Musikschmarotzer messen hier anscheinend mit zweierlei Maß.

Von mir aus kann die Musikindustrie heute noch sterben. Ihr weint
niemand eine Träne nach.

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5. Februar 2008 12:13
Re: Seltsame Empörung hier
Advocadus Diaboli (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.00)

xpert71 schrieb am 5. Februar 2008 12:07

> Die Würde des Menschen ist unantastbar. Irgendwann kommt die
> Selektion der Menschheit nach Genmerkmalen. Meine genetischen
> Informationen gehen die Amis, Versicherungen, Banken etc. einen
> Sch*** an.

Filmtip: Gattaca
http://de.wikipedia.org/wiki/Gattaca

So wird es über kurz oder lang kommen wenn wir nur zugucken statt was
dagegen zu unternehmen.




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5. Februar 2008 13:05
Neulich hingeflogen...(erschreckend)
Kiff (196 Beiträge seit 14.06.02)

...am Flughafen wurde ein Kollege von mir direkt mitgebeten in einen
Verhörraum. Anschließend Fingerabdruck, Fotografieren, Iris-Scan,
ausfragen...und dann durfte er wieder gehen.

Er war auf einer Studienreise und wurde behandelt wie ein
Schwerverbrecher und das ist das HEUTE!

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5. Februar 2008 17:29
Ist das die ganze Geschichte?
nossiwenzinger (mehr als 1000 Beiträge seit 05.11.05)

Fingerabdruck und Foto gilt doch für *jeden* Reisenden in die USA.
Befragung und Irisscan sind allerdings ziemlich ungewöhnlich, da im
wesentlichen bislang nur das DoD (Verteidigungsministerium) über
Irisdaten verfügt.

Ist das wirklich die ganze Geschichte, die du uns da erzählst? Könnte
dein Kollege vielleicht ein winziges bisschen Anlass für eine nähere
Beschäftigung mit ihm gegeben haben? Nein? Wirklich nicht?

Hier die gute Nachricht: Durch den biometrischen Vergleich konnte
schnell sicher gestellt werden, dass er kein Gesuchter ist. Wie du
selber schreibst, durfte er gehen, die Biometrie hat ihn entlastet.
In den Neunzigern - vor der Biometrie - hat so etwas gerne mal einen
ganzen Tag oder länger gedauert. Zufällige Namensgleichheit mit einem
Bösewicht reichte. Zimperlich waren die US-Grenzschutzbehörden
nämlich auch schon vor dem 11. September nicht.

Gruß
Nossi

Quote
5. Februar 2008 22:59
Re: Ist das die ganze Geschichte?
Kiff (197 Beiträge seit 14.06.02)

Ja das ist die ganze Geschichte, ich kenn den Kollegen recht gut und
er ist "nur" ein netter Sauf- und Ex-Studien-Kollege ansonsten super
unverdächtig.

Vielleicht eine Anmerkung Wert, sein Vater und er arbeiten für
jeweils ein anderes Öl-Unternehmen.






Quote
5. Februar 2008 16:22
1984 war gestern
Udo Helms, Udo Helms (296 Beiträge seit 20.12.05)

Minority Report ist angesagt.

Udo Helms


Quote
5. Februar 2008 13:46
Was ist schon der Einbruch in eine Datenbank gegen die Anlage einer solchen!
Lindows Insider (mehr als 1000 Beiträge seit 14.08.02)

Wußte schon der alte Schwerenöter B.B.!

LI


Quote
5. Februar 2008 23:01
Gibts doch längst!
pnoq (237 Beiträge seit 01.12.03)

Das hat das FBI doch schon längst!
Sieht man doch in jeder Akte-X-Folge.
Fingerabdruck einscannen, einmal über die ganze Republik laufen
lassen, es macht "piep piep" und der Rechner zeigt Foto, Beruf,
Familienstand, Führungszeugnis, ...

Grüße
pnoq


Quote
5. Februar 2008 13:00
Sowas ähnliches gabs schonmal
milspec (370 Beiträge seit 28.08.01)


"Früher" gabs mal eine "Firma", die ein Tochterunternehmen eines
großen US-Büromaschinenkonzerns war und die hat "damals" auch
einen "Auftrag" zum Aufbau einer "Datenbank" erhalten...





Aus: "FBI plant umfassende Datenbank mit biometrischen Merkmalen" (05.02.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/103001


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[Iris-Scanner auch am Flughafen München... (Biometrie)]
« Reply #14 on: March 19, 2008, 10:04:45 AM »
Quote
[...] Die biometriegestützte automatische Grenzkontrolle, bei der die Iris der Reisenden mit einem zentral gespeicherten Template verglichen wird, stelle einen "viel versprechenden Ansatz" dar, so die Bundesregierung, gewährleiste ein hohes Maß an Schutz und ein reibungsloses Überschreiten der Grenzen. Die ABG auf Basis des Iris-Abgleichs habe eine hohe technische Einsatzreife erlangt, schreibt das Innenministerium in einem Zwischenbericht vom Oktober 2007 nach Angaben von Personen, die den Bericht gelesen haben. Die biometrisch aufgerüsteten Kontrollautomaten hätten zu einer Erhöhung des Sicherheitsniveaus der Grenzkontrollen geführt und bei den Teilnehmern eine hohe Akzeptanz gefunden.

 Seit Februar 2004 haben sich 22.779 Deutsche, andere EU-Bürger und Schweizer freiwillig für den Pilotversuch registrieren lassen und zugestimmt, dass ihre Passdaten sowie ein Bild der Iris in einer Datenbank der Bundespolizei gespeichert werden. Stimmen bei der automatisierten Grenzkontrolle Pass und Iris mit den gespeicherten Daten überein, muss kein Beamter mehr kontrollieren. Etwa 100 Teilnehmer hätten das System täglich genutzt, schreibt die Bundesregierung. Jedem zehnten Reisenden habe das System fälschlicherweise die Weiterreise verweigert, so dass ein Grenzbeamter kontrollieren musste. Grund für den "überwiegenden Teil" der Fehler sei "unsachgemäßes Nutzervehalten" gewesen. So hätten Reisende oft zu lange gebraucht, um ihre Iris scannen zu lassen.

Ob eine "umfangreichen Einführung" automatisierter biometriegestützter Grenzkontrollen wirtschaftlich ist, will die Bundesregierung prüfen, wenn der Abschlussbericht des Frankfurter Pilotprojekts vorliegt. Angesichts steigender Passagierzahlen setze man jedoch auf technische Lösungen, um Verkehrsfluss und Kontrollqualität zu wahren. Dies sei billiger als Personal einzustellen und Flughäfen auszubauen. Es gebe "erste Überlegungen" die biometrischen Kontrollautomaten in Frankfurt auszubauen. Im Haushalt 2008 seien 100.000 Euro für das Frankfurter Projekt eingeplant. Der Flughafen München könne "in einem späteren Schritt" folgen.

Nach Angaben informierter Kreise beabsichtigt das BMI seit Monaten die "unbefristete Weiterführung" des Frankfurter Pilotprojekts und dessen Ausdehnung nach München. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert Weiterführung und Ausbau der ABG und empfiehlt, das Pilotprojekt zu beenden. Problematisch sei, dass bei dem Verfahren personenbezogene Daten und die Merkmale der Augeniris in einer von der Bundespolizei geführten Datenbank gespeichert würden. Das ist laut Pass- und Ausweisgesetz unzulässig. Der Bundesdatenschutzbeauftragte habe der Speicherung nur aufgrund des "Testcharakters" zugestimmt, sagte Schaars Sprecher. Die "Daueranwendung" der automatisierten biometriegestützen Grenzkontrolle bedürfe zwingend einer gesetzlichen Grundlage. Mit der derzeitigen Praxis basierend auf freiwilligen Einverständniserklärung der Reisenden würde geltendes Recht umgangen. Schaar schlägt vor, Iris-Template und personenbezogene Daten nur auf einem Datenträger zu speichern, den der Reisende bei sich trägt.

[...] Steuermillionen für Grenzautomaten mit Iris-Kontrolle dürften die staatlichen Prüfer jedoch in neuem Licht sehen, seit EU-Innenkommissar Franco Frattini ankündigte, bei der Einreise von Fluggästen deren biometrische Daten zu speichern, wahrscheinlich ein Bild der Iris. "So einen Plan macht Frattini nicht alleine", sagte der Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten: "Da finden im Vorfeld sicherlich sehr, sehr viele Gespräche mit den Mitgliedsländern statt." Für Weiterbetrieb und Ausbau der automatisierten biometrischen Grenzkontrolle in Frankfurt und München hat die Bundesregierung Geld aus dem EU-Außengrenzenfonds beantragt. (Philip Banse) / (pmz/c't)

Quote
18. März 2008 17:34
Nummer auf Arm Tätowiert ist billiger!
Bastelfred (969 Beiträge seit 15.03.05)

Nummer auf Arm Tätowiert ist billiger, und hat schon mal zur
eindeutigen Identifikation ausgereicht.

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18. März 2008 22:19
Re: Nummer auf Arm Tätowiert ist billiger!
Makaveli The Don (251 Beiträge seit 07.10.07)

Nein, das war nur die Blutgruppe.

Google mal nach "SS Blutgruppentätowierung".



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18. März 2008 23:40
Das kann doch alles nur ein schlechter Traum sein.
Nebumuk (mehr als 1000 Beiträge seit 09.03.06)

Da melden sich 22.000 Freiwillige und geben munter Ihre Daten ab und
unterstützen Ihr eigene Totalüberwachung.

Demnächst kommt dann die lebenslange Steuernummer als Markierung per
RFID Chip unter der Haut und alle Dumpfbacken rennen dem Metzger
wieder hinterher.

Bin ich eigentlich der einzige, der sein "gewisse Freiheit" liebt ?

Ich verstehe diese Welt leider nicht mehr.


Aus: "Bundesregierung will Iris-Scanner auch am Flughafen München einsetzen" (18.03.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Bundesregierung-will-Iris-Scanner-auch-am-Flughafen-Muenchen-einsetzen--/meldung/105239