Author Topic: [Lust... (Notizen)]  (Read 11812 times)

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Offline Textaris(txt*bot)

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[Woher will er das denn wissen?! OMG! Und jetzt???... (Notizen)]
« Reply #15 on: August 08, 2007, 05:10:18 PM »
Quote
00007501
glücklich   
Ich hab mit ihm geschlafen. Und es war toll. Einfach toll. Endlich wieder Sex. Ich meine, richtigen Sex, der länger dauert als das Ausziehen vorher. Er fühlt sich sooo gut an!

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00007478
einsam   Was für Augen. Was für ein Hormonrausch. Was für ein verflucht falscher Körper...

Quote
00007474
verwirrt   
Er macht sich rar und das motiviert mich noch mehr....

Quote
00007467
verwirrt   
Er sagt, er liebt mich. Woher will er das denn wissen?! OMG! Und jetzt???

Quote
00007465
verwirrt   
rede ich mir das alles nur ein oder lieb ich ihn?
ich weiß nicht mehr was ich denken soll

http://www.parkuhr.net/


Offline Textaris(txt*bot)

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[...sondern im Kopf]
« Reply #16 on: October 07, 2013, 10:55:17 AM »
Johannes Franz Gründonnerstag, 07.10.2013 um 8:53 Uhr: "... Und da Erotik und Sex nicht in erster Linie in den Genitalien stattfindet, sondern im Kopf – und der Treu und Glauben braucht, um sich dem Liebesrausch wirklich hingeben zu können - wundern sich "Urenkel der Nihilisten", und wissen nicht, wieso. "

http://www.zeit.de/kultur/film/2013-09/spieltrieb-film-schnitzler?commentstart=1#cid-3083076

Offline Textaris(txt*bot)

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[Im Rückblick ist es... ]
« Reply #17 on: June 11, 2014, 09:09:12 AM »
Quote
[...] Ulrike Heider wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte dort Politik und Germanistik. 1978 promovierte sie an der J.-W.- Goethe-Universität Frankfurt. Von 1976 bis 1982 war sie Lehrbeauftragte an der Gesamthochschule Kassel und der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt. 1988 zog sie nach New York und war Visiting Scholar an der Columbia University. Seither lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und New York. Sie schrieb Bücher, Essays und Radiosendungen zu den Themen Schüler- und Studentenbewegung, Anarchismus, afroamerikanische Politik und Sexualität. Der autobiographische Roman „Keine Ruhe nach dem Sturm“ gilt als authentischer Beitrag zur Geschichte der 68er-Bewegung.

...


https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrike_Heider (06/2014)

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Quote
[...] Vögeln ist schön, dieses Graffito auf der Wand einer Schulturnhalle löste in den sechziger Jahren eine mittelschwere Kulturkrise aus. Und die Episode ist ein gutes Beispiel dafür, wie Ulrike Heider auch weniger bekannte Teilbereiche der sexuellen Revolution in deren teils persönlich, teils historiografisch gehaltene Nacherzählung aufnimmt.

... Zwischen "Nutte" und "braver Ehefrau eines erfolgreichen Mannes" bestehen kaum Möglichkeiten für eine junge Frau wie Heider, und der zeitgenössische Schlager von Peter Kraus bis Roy Black bietet auch nur die "glückliche Ehe" als Idealbild an. Im Rückblick ist es für Heider Gisela Elsner mit ihrem Roman "Das Berührungsverbot", das die sexualfeindliche und von der NS-Zeit geprägte Atmosphäre ihrer Jugend am besten charakterisiert. In den ersten Kapiteln ihres Buches zeigt Heider auf, welche personellen und strukturellen Kontinuitäten damals noch bestanden. So weist sie beispielhaft auf den Pfarrer Heinz Hunger hin, der als ehemaliger Geschäftsführer des 1938 gegründeten "Instituts zur Entfernung und Beseitigung jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben" zum "Sexualpädagogen" mutiert war und maßgeblichen Einfluss auf die bundesdeutsche Gesetzgebung zum "Jugendschutz" hatte.

... Ihre persönliche Identitätsfindung führt sie unter anderem auf die Werke von Simone de Beauvoir zurück, wie auch überhaupt der französische Existentialismus ein wohltuendes Gegenmodell zur Enge der Adenauerrepublik dargestellt habe. Ein weiterer zentraler Einfluss ist Herbert Marcuse, den sie als Autoren versteht, der nicht nur das Lustprinzip aufgewertet, sondern auch "den Leidenskult der zeitgenössischen Theologen und Philosophen" abgelehnt und damit den Weg für eine positive Haltung auch zur Sexualität freigemacht habe.

Dass die von den Boulevardmedien so genannte und gern zum Verkauf ihrer Produkte genutzte "Sexwelle" in Deutschland einrollen konnte, dass Autoren wie Alfred Kinsey und Oswalt Kolle auch vom Mainstream rezipiert werden konnten, hält Heider für eine Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs und der damit einhergehenden ökonomischen wie sozialpolitischen Öffnung Deutschlands.

Spannend ist ihre Nacherzählung nicht nur aufgrund der Detailfülle und des Einbezugs umfangreicher Theorien, sondern weil sie neben die sich wandelnden öffentlichen Diskurse jeweils ihre eigenen Erfahrungen stellt. Ihre Darstellung ist damit an keiner Stelle als rein wissenschaftlicher Abriss zu verstehen, sondern immer subjektiv gefärbt – und auch regional auf Frankfurt am Main fokussiert, wo die Autorin sich der linken Frauen- und StudentInnenbewegung zurechnete.

...


Aus: "Ulrike Heider - Vögeln ist schön" Claire Horst (AVIVA-BERLIN.de im Juni 2014:)
http://www.aviva-berlin.de/aviva/content_Buecher_Sachbuch.php?id=1418897

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Quote
[...] Bereits vor mehr als 25 Jahren hat Heider in einem längeren Aufsatz unter dem Titel Protestbewegung und Sexualbewegung die Grundthesen ihres heutigen Buches vertreten. "Die antiautoritäre Protestbewegung der späten sechziger Jahre, von den damaligen Herrschenden gefürchtet wie die Sünde, ist noch heute Gegenstand heimlichen Grauens aller Staatsdiener, Politiker und Etablierten bis hin zu den Grünen", schrieb sie in einer Zeit, in der die Ökopartei sich gerade anschickte, zur neuen liberalen Partei zu werden, die nachhaltig zur Modernisierung des Standortes Deutschland beitragen sollte. Wie in ihrem Buch grenzte Heider bereits 1988 den sexuellen Aufbruch von der Sexwelle ab. Sie kritisierte auch eine Entwicklung innerhalb großer Teile der damaligen Neuen Linken, die sie als "sozialistischen Bumszwang" etikettierte. Aber auch die Richtung, in die Teile der neuen feministischen Bewegung trifteten, kritisierte Heider entschieden.

Um die Mitte der siebziger Jahre mit dem offiziellen Abschied von der Linken begannen sich große Teile der Frauenbewegung zu entpolitisieren. Man zog sich in frauentümelnde Selbsterfahrungsgruppen zurück, berauschte sich am Anblick von Klitoris und Muttermund, diskutierte über Menstruation und Mond und entdeckte zu guter Letzt die Gebärfreuden als den Inbegriff weiblicher Identität. Seither wurde die Sexualität der Frauen auch von Frauen selbst wieder mehr als Last und Bürde denn als Lust und Recht.

Man kann in Heiders 1988 veröffentlichten Aufsatz die Grundstruktur ihres aktuellen Buches wieder erkennen. Allerdings hat sie dort viele ihrer Thesen zugespitzt. In der Entwicklung der letzten beiden Jahrzehnte findet sie genügend empirische Beispiele für ihre Thesen.

... Mit Kritik nimmt sie auch parteifernere publizistische Ergüsse unter die Lupe, die sich unter Stichworten wie "Feuchtgebiete" und "Axolotl Roadkill" für einige Wochen zu Feuilleton-Aufregern entwickelt hatten. Heider weist nach, dass auch in diesen Texten Sexualität nur als Gewalt und nicht als Lust und Befreiung verhandelt wird.

...


Aus: ""Vögeln ist schön" Peter Nowak (10.06.2014)
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41970/1.html


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[Weil es so banalisiert worden ist... ]
« Reply #18 on: September 08, 2014, 12:58:22 PM »
Quote
[...] ZEIT: Die Soziologin Eva Illouz hat ausgeführt, wie die kapitalistisch geformte Welt uns drängt, eine immer größere Lust zu suchen, den maximalen Profit. Frauenmagazine titeln: Bekommen Sie den Sex, den Sie verdienen? Wie tief dringt diese Neigung in unseren Trieb ein?

Volkmar Sigusch: Ganz tief. Die heutige Sexualform ist der "Selfsex", es geht darum, alles selber zu bestimmen – eine Kapitalisierung der sexuellen Sphäre.

ZEIT: Gleichzeitig erscheint Sex als nur eine Möglichkeit, sich zu erregen – ekstatisch gestöhnt wird heute über der neuen Dessert-Kreation, gekreischt wird über süße Welpenfotos auf Instagram oder die sich orgastisch hochschraubenden Börsenkurse.

Sigusch: Und der aggressive sexuelle Affekt geht auf in Fußballkrawallen oder im Bungee-Jumping, das Thrill produziert, den man im Sexuellen nicht erreicht, weil es so banalisiert worden ist.  ...


Aus: ""Das Wilde ist bedroht""  Susanne Mayer (DIE ZEIT Nº 35/2014)
Quelle: http://www.zeit.de/2014/35/sexualitaet-erotik-volkmar-sigusch/seite-3


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[Es ist Wahnsinn... ]
« Reply #19 on: November 04, 2014, 10:01:05 AM »
Quote
[...] [Simone] ... wann begann eigentlich diese riesengroße, unstillbare Bedürftigkeit des Mannes, im Bett der Held zu sein? Wie kann es sein, dass einer glaubt, dass eine Frau Lust hat, nur weil sie stöhnt? Es kann doch eigentlich nicht wahr sein, dass so viele Freier und Männer überhaupt glauben, dass die Frau bei ihnen natürlich authentisch kommt, während sie bei den anderen vortäuscht. Wir haben nicht mal ein Kindergartenniveau an so vielen Stellen, wenn wir über dieses Thema reden.

... Es ist Wahnsinn, was Männern, was kleinen Jungs passiert, dass sie ihr ganzes Leben so bedürftig bleiben. Wer hat sie so sehr verunsichert, dass sie ihr ganzes Leben lang an der Bestätigung durch Frauen hängen, wie ein Junkie an der Nadel? Die gehen aus dem Puff ja nicht mit einem grandiosen Gefühl raus, sie fühlen sich nur etwas weniger beschissen. Das ist einfach krass. Diese klare Aufforderung an die Prostituierte: Sei von vorne bis hinten die Verkörperung, mir recht zu geben! Und sie bemühen sich im Gegenzug häufig sehr um meine Lust, sind sehr liebevoll. Weil sie wirklich bereit sind, die Frau zu lieben, sie zum Orgasmus zu bringen, sobald dieser Raum für sie sicher ist.

... Ich muss noch etwas sagen, denn das habe ich wirklich in der Prostitution gelernt: Alle, alle Frauen unterschätzen ihren Wert für Männer. Nicht nur sexuell, sie unterschätzen auch nicht nur ihr sexuelles Potential, sondern sie unterschätzen ihre unersetzbare Rolle, den Mann glücklich zu machen. Der Mann ist glücklich, wenn die Frau glücklich ist.

... Ich habe so viele Männer im Sex und Orgasmus erlebt, und es ist Wahnsinn, wie viel sie verpassen.Wie schnell der Sex vorbei ist, wie unfähig sie sind, den Sex genüsslich auszudehnen, es ist der Wahnsinn! Was an physischer Genussfähigkeit übriggeblieben ist in diesen Muskelpanzern, in diesen Verhärtungen, die ich alle kenne, seit ich Körpertherapie studiert habe. Ich finde es unglaublich und auch einfach traurig, wie sehr Männer beim Sex für Brotkrumen viel, viel Geld bezahlen und tatsächlich glauben, dass es das wert war. Aber das war es nicht wert.

...


Aus: "Theresa Bäuerlein: "Wir verschießen ständig Potenzial"" (04.11.2014)
Quelle: https://krautreporter.de/71--wir-verschiessen-standig-potenzial