Author Topic: [Kunst und Störgeräusche [?]... ]  (Read 4489 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9675
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Kunst und Störgeräusche [?]... ]
« on: June 08, 2005, 02:27:28 PM »
Quote
[...] Das Image des kulturellen Widerstandes, das das Label raffiniert mit seiner Markenidentität verknüpft, steht allerdings nur exemplarisch für die Aneignungsstrategien der neoliberalen Unternehmensphilosophie. Gerade deshalb stellt die Rückeroberung dieses symbolischen Feldes für Künstler, Netz- und Medienaktivisten auch eine große Herausforderung dar. Ziel ihrer Aktionen ist es, das Zeichenvokabular des politischen Gegners - seine Bilder, Aussagen, Waren und Informationen - umzukodieren und die eigenen dissidenten Botschaften wieder in die massenkulturelle Kommunikation einzuschleusen. "Viral Marketing", "Media Hoaxing", "Adbusting", "Sniping", "Faking" oder "Subvertising" heißen die ausdifferenzierten Strategien, derer sich diese "semiologische Guerilla" (Umberto Eco) bedient. Als Oberbegriff dient "Cultural Jamming", Mitte der 80er-Jahre von der US-Band Negativland in Bezug auf die subversiven Eingriffe in Reklametafeln und Werbeflächen geprägt. Im Fachjargon werden diese Aktionsformen, mit denen politische Botschaften in Form von verfremdeten Logos oder Slogans in Umlauf gebracht werden, "Adbusting" oder "Subvertising" genannt. "Adbusters" bringen ikonoklastische Kampagnen in Umlauf, die sich kaum vom üblichen Formenvokabular kommerzieller Werbungen unterscheiden: Als Reaktion auf das Exxon-Valdez-Desaster funktionierte beispielsweise die BLF (Billboard Liberation Front) 1989 die Radiowerbung Hits Happen in Shit Happens - Exxon um, und "Enjoy Capitalism" ist nur eine der bekanntesten Entfremdungen der Typografie von Coca-Cola. Verwandte Formen dieser "Subversion der Zeichen" sind das "Faken" von Internetseiten und Plakaten oder auch das hinlänglich bekannte "Hacking".
Als ein Held des "Media Hoaxing" gilt Joey Skaggs, der erfundene Geschichten in Umlauf brachte, um die Sensationslogik der Massenmedien bloßzustellen: "Beim Hoaxing geht es darum, jemanden von einer auswärtigen Zeitung zu überreden, eine Story über etwas zu bringen, ohne die Fakten zu überprüfen; und dann xerokopiert man diese Story und schickt sie per Post weiter. Journalisten sehen, dass sie gedruckt wurde, und halten es deshalb nicht für nötig, genauer zu recherchieren". Auf diese Weise lancierte er Fake-Meldungen über eine "Walk-Right!" - Bewegung (eine Truppe zur Wahrung der Etikette auf Gehsteigen), über ein Bordell für Hunde oder die angebliche Entdeckung von Hormonen mutierter Kakerlaken zur Bekämpfung von Arthritis.
Die Schadenfreude, die das Projekt nicht nur unter den Cultural Jammern ausgelöst haben dürfte, wird von gewitzten Medienunternehmern mittlerweile locker zurückgespielt. Stephan Isaacs, der an der Columbia Universität Journalismus lehrt, gibt sich jedenfalls amüsiert: "Man druckt einfach ein Erratum. Das macht dich nicht nur menschlicher, sondern impliziert darüber hinaus den Wahrheitsgehalt der anderen Meldungen".
Vor der feindlichen Übernahme der eigenen Mittel warnten schon die Situationisten, die diesen Tatbestand als "Rekuperation" bezeichneten. Unter "Détournement" verstand die Künstlergruppe, die als historisches Vorbild der Cultural Jammer betrachtet werden kann, die kritische Umdrehung von Bildern, Ereignissen und Situationen.
Während die Situationisten ihre politischen Comics zwischen 1958 und 1969 in der Zeitschrift Internationale Situationiste veröffentlichten, haben die Neuen Medien die Reichweite dieser Vorgehensweisen beträchtlich erhöht. Dass der Übergang zwischen der künstlerischen Aneignung und einer widerständischen Praxis, die die Produktions-und Distributionswege der Massenmedien sehr direkt attackiert, nicht unbedingt fließend gedacht werden darf, betonen die politischen Aktivisten, die darauf verweisen, dass sich ihre Interventionen jeder Verwertungslogik entziehen.

[...] Ein frühes Beispiel für die künstlerische Bearbeitung von Cultural-Jamming-Praktiken ist die 1989 gegründete Barbie Liberation Organization, die 1993 Barbiepuppen mit falschen Sprachmodulen ausrüstete und dann ins Kaufhaus zurückgestellt hat: Sätze wie "Math is hard!", "I love shopping!" oder "We will never have enough clothes!", die die geschlechtsspezifischen Stereotypen ironisch affirmieren, sollten die wahren Werte der kapitalistischen Gesellschaft entlarven.
Ob sich ihre Barbiepuppen mittlerweile auch im Kunstkontext gut verkaufen, ist eine Frage, die mit der Ausstellung Just do it! hoffentlich geklärt werden kann. Die Kuratoren - Thomas Edlinger, Raimar Stange und Florian Waldvogel - beginnen die Geschichte der "kulturellen Störgeräusche" 1919 zu erzählen: mit Marcel Duchamps Readymade der Mona Lisa mit Schnurrbart. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2005)

Aus: "Barbie mit Störgeräusch" (23. Februar 2005)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=1962643

« Last Edit: February 14, 2008, 01:20:15 PM by lemonhorse »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9675
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[we are approximate and ambivalent... (CIRCA)]
« Reply #1 on: October 26, 2005, 11:06:44 AM »
Quote
Roll up, roll up - ladies and gentlemen, boys and girls, friends and foes - welcome to the unparalleled, the unexpected, the perfectly paradoxical, the grotesquely beautiful, the new-fangled world of the Clandestine Insurgent Rebel Clown Army (CIRCA).

We are clandestine because we refuse the spectacle of celebrity and we are everyone. Because without real names, faces or noses, we show that our words, dreams, and desires are more important than our biographies. Because we reject the society of surveillance that watches, controls, spies upon, records and checks our every move. Because by hiding our identity we recover the power of our acts. Because with greasepaint we give resistance a funny face and become visible once again.

We are insurgent because we have risen up from nowhere and are everywhere. Because ideas can be ignored but not suppressed and an insurrection of the imagination is irresistible. Because whenever we fall over we rise up again and again and again, knowing that nothing is lost for history, that nothing is final. Because history doesn't move in straight lines but surges like water, sometimes swirling, sometimes dripping, flowing, flooding - always unknowable, unexpected, uncertain. Because the key to insurgency is brilliant improvisation, not perfect blueprints.

We are rebels because we love life and happiness more than 'revolution'. Because no revolution is ever complete and rebellions continues forever. Because we will dismantle the ghost-machine of abstraction with means that are indistinguishable from ends. Because we don't want to change 'the' world, but 'our' world. Because we will always desert and disobey those who abuse and accumulate power. Because rebels transform everything - the way they live, create, love, eat, laugh, play, learn, trade, listen, think and most of all the way they rebel.

We are clowns because what else can one be in such a stupid world. Because inside everyone is a lawless clown trying to escape. Because nothing undermines authority like holding it up to ridicule. Because since the beginning of time tricksters have embraced life's contradictions, creating coherence through confusion. Because fools are both fearsome and innocent, wise and stupid, entertainers and dissenters, healers and laughing stocks, scapegoats and subversives. Because buffoons always succeed in failing, always say yes, always hope and always feel things deeply. Because a clown can survive everything and get away with anything.

We are an army because we live on a planet in permanent war - a war of money against life, of profit against dignity, of progress against the future. Because a war that gorges itself on death and blood and shits money and toxins, deserves an obscene body of deviant soldiers. Because only an army can declare absurd war on absurd war. Because combat requires solidarity, discipline and commitment. Because alone clowns are pathetic figures, but in groups and gaggles, brigades and battalions, they are extremely dangerous. We are an army because we are angry and where bombs fail we might succeed with mocking laughter. And laughter needs an echo.

We are circa because we are approximate and ambivalent, neither here nor there, but in the most powerful of all places, the place in-between order and chaos.

RUN AWAY FROM THE CIRCUS - JOIN THE FORCES OF THE CLANDESTINE INSURGENT REBEL CLOWN ARMY

From: "About The Army" (10/2005)
Source: http://www.clownarmy.org/about/about.html

« Last Edit: February 14, 2008, 01:26:13 PM by lemonhorse »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9675
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[The Yes Men... ]
« Reply #2 on: July 09, 2006, 01:41:36 PM »
Quote
[...] Für den 28. April 2005 luden die Veranstalter der Konferenz "Internationales Zahlungswesen" in London zu einem Vortrag von Erastus Hamm, einem Senior External Managing Consultant des multinationalen Pharmakonzerns Dow Chemical. Unter dem Schwerpunkt "Entscheidende Erfolgsfaktoren zur Kostenreduktion und Prozessoptimierung" sollte er über "vereinfachte durchgehende Kostenkontrolle in Unternehmen" sprechen. Pünktlich stand der Mann vor seinem Publikum, das aus Vertretern internationaler Banken, Investmentgruppen und namhafter Firmen bestand. Einer der Hauptsponsoren der Veranstaltung war Microsoft.

Der Logik des Marktes entsprechend sei nur mit hohem Risiko auch hoher Gewinn zu machen. Hohes Risiko jedoch heiße für Chemiekonzerne vor allem hohes Umweltrisiko, mitunter sogar tödliche Gefahr für anwohnende Menschen. Da in den westlichen Staaten die Sicherheitsanforderungen zu hoch seien, lohne sich die Investition hier kaum. Jetzt aber könne Dows Risiko-Kalkulator den geeigneten Standort für Konzerne ermitteln, an dem aus potentiellen Leichen kein finanzielles Fiasko würde, sondern gewissermaßen goldene Leichen. Er nannte sie golden skeletons. Zur Ausführung dieser These ließ er wie selbstverständlich einige Beispiele aus der Geschichte einfließen: Die Napalm-Opfer in Vietnam seien für Dow Chemicals, sagte Hamm, wie viele durch die Nazis vernichtete Juden wiewohl Leichen im Keller, dennoch goldene, also profitable Skelette.

Als letzten Höhepunkt seines Vortrags entließ Erastus Hamm seine Zuhörer mit den Worten "the only good skeleton is a gold skeleton" und enthüllte unter dem Beifall des Publikums die Figur neben ihm: Gilda, ein goldenes Skelett. Über der Brust trug sie eine Schärpe mit der Aufschrift "Dow Acceptable Risk".

[...] Vertreter derjenigen, die die wirtschaftliche Macht haben, um die Welt zu bewegen, scheinen nicht zu merken, wo sie welche Grenzen im Namen des Marktes überschreiten oder längst überschritten haben. Die versammelten Banker und Investoren zumindest haben die von Erastus Hamm beschworenen Leichen im Keller der Großkonzerne wohl eher als gefallene Spielfiguren in einem globalen Monopoly begriffen, denn als das, was sie sind: getötete Menschen.

Die Frage, ob und wie Kunst politisch oder Politik kunstvoll sein kann, ist im 20. Jahrhundert immer wieder gestellt worden und von den totalitären Regimes in Deutschland und Russland erschreckend klar beantwortet worden. Kunst wurde hier zum Mittel der Indoktrination, der psychologisch untermauerten Einschwörung auf die herrschende Ideologie, und zur eindringlichen Gestaltung von politischen Akten. Wenn die Distanz zum politischen Inhalt fehlt, wenn das Nachdenken der eigenen Position ausbleibt, so läuft politische Kunst immer Gefahr, einfach einer Sache zuzustimmen oder bloß moralinsauer den Zeigefinger gegen sie zu erheben. Das haben The Yes Men ausführlich bedacht und daraus eine komplizierte politische Kunststrategie aus Täuschung, Überaffirmation (übertriebener Zustimmung), Distanznahme, Dokumentation und Distribution (Verbreitung) entwickelt.



Aus: "KUNST FÜR DIE NÄCHSTE GENERATION - Wahrheit als Bedrohung"
Die Aktionskünstler The Yes Men treiben ihr unglaubliches Spiel mit der Wahrheit am liebsten in den Zentren der ökonomischen Macht" Von Ute Vorkoeper (ZEIT online; 04/2006)
Quelle: http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/feuilleton/kunst_naechste_generation/marken_4.pdf

Quelle #2: http://www.theyesmen.org/

Quelle #3: http://www.theyesmen.org/hijinks/dow/acceptablerisk.shtml

Quelle #4: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Yes_Men

Echtes Gift und falsche Firmensprecher - (TP: Wolf-Dieter Roth 06.12.2004) "Vor 20 Jahren flog im indischen Bhopal eine Chemiefabrik des US-Unternehmens Union Carbide in die Luft – Zehntausende starben, Hunderttausende sind bis heute geschädigt. Die BBC meldete, Dow Chemical, die 2001 Union Carbide kauften, wollten nun endlich für das Desaster gerade stehen. Doch dann stellte sich heraus, dass der live interviewte Firmensprecher ein "Yes Man" war...."
Quelle: #5: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18956/1.html



« Last Edit: February 14, 2008, 01:27:50 PM by lemonhorse »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9675
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Der Udo Corts Fanclub... ]
« Reply #3 on: July 11, 2006, 12:35:06 PM »
Quote
[...] Gegründet haben den "Udo Corts Fanclub" Asta-Mitglieder an der Technischen Universität Darmstadt. Seit dem 1. Mai steht die Fanseite im Netz. Geehrt wird des Ministers Verdienst um die Einführung von Studiengebühren. "Udo Corts ist unser Held ! Sein Charisma, sein politisches Durchhaltevermögen und sein Engagement begeistern uns", begründen die Macher ihre Webseiten.

Der Fanclub listet Corts' Vita auf, kündigt ausführlich die Termine des Ministers samt Uhrzeit und Ort an, ruft zu "Unterstützer"-Demonstrationen für Studiengebühren auf, veranstaltet Preisrätsel, verlost Karten für den Ministerbesuch auf der Galopprennbahn. Und auch allen CDU-Landtagsabgeordneten und Ortsverbänden können Interessierte eine Dankes-Mail für die Einführung von Studiengebühren schicken.

Das haben einige Fanclub-Besucher getan und prompt Antwort vom Staatsschutz bekommen. Asta-Sprecher Sascha Decristan berichtet, dass zwei Mailschreiber zu Gesprächen mit Staatsschutz-Mitarbeitern vorgeladen sind. Decristan: "Die Polizei und auch das Bundesreferat für IT Sicherheit spiegeln unsere Seite regelmäßig". Staatliche Stellen haben die Webseiten-Macher von vorneherein ausgesperrt - seither wurden 560 Anfragen abgeblockt, so der Asta-Sprecher. Das Interesse an den Seiten ist groß: 15 000 Besucher verzeichnet der Fan-Club . Über 200 Mitglieder haben sich eingetragen. Beim Suchmaschinenranking listet Google unter Udo Corts den Fanclub an dritter Stelle- noch vor der hessischen CDU.

Minister und Ministerium sind dagegen "not amused". Corts hat Vertreter des Asta für den 7. Juni zu einem Gespräch nach Wiesbaden geladen. Dabei soll es um das Thema Studiengebühren gehen. Decristan vermutet, dass der Fanclub der eigentliche Grund ist. Ministeriumssprecher Ulrich Adolphs nimmt Anstoß an der Aufmachung der Fanclub-Seite. "Das geht sehr ins Persönliche, trifft den Minister und seine Familie". Er stellt in Frage, "ob das die richtige Art der Auseinandersetzung ist". Aller Termine von Udo Corts seien aufgeführt. "Die Absicht, die dahinter steht, ist eindeutig", findet er.


Aus: "Den "Udo Corts Fanclub" findet der Minister gar nicht komisch - Der Asta der TU Darmstadt hat wegen der Studiengebühren eine ironische Homepage erstellt, für die sich der Staatsschutz interessiert
VON ASTRID LUDWIG (DARMSTADT; 11. Juli 2006; fr-aktuell.de)
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/campus/?em_cnt=889870&


-.-

Quote

+++Danke für die Festnahmen+++
Montag, 10.7.2006 Gießen - Udo nimmt Dankesworte entgegen


Unser Udo wird am Montag in Gießen sein, ab 10h an der FH Campus Wiesenstraße. Dort soll die Grundsteinlegung zur Intensivierung der Kontakte mit dem Fanclub stattfinden. Udo freut sich auf diesen Termin. Gerne nimmt er Dankesworte für die gestrigen Festnahmen hunderter Gebührengegner in Frankfurt entgegen. Udo! Dank Dir sind über 200 Spinner zu Recht kriminalisiert und schlecht behandelt wurden.


Quelle: http://www.corts-fanclub.de/ (11.07.2006)

« Last Edit: February 14, 2008, 01:30:35 PM by lemonhorse »

Offline Textaris(txt*bot)

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 9675
  • Subfrequenz Board Quotation Robot
[Tactical Magic... ]
« Reply #4 on: July 13, 2006, 12:07:39 PM »
Quote
[...] Fueled by the ways of the magician, the ninja, the artist, and the private investigator, Tactical Magic is a fusion force derived from seemingly disparate "art" paradigms and invoked for the purpose of activating the social imaginary with notions of responsible citizenship through creative action. Such transformative inversions of power relationships highlight not only the creative appropriation of seemingly innocuous elements but a greater inclination toward the elaborate integration of all things related; a magical perspective that, far from being limited to the child's experience, sees nonapparent links and connections amidst an illusion of order, control, and restriction. In this way "magical thinking" drops its cloak of transcendental escapism and materializes as a social, political, and cultural counterperception - an alternative worldview that summons the creative and prophetic power of the multitude.

Surprise:
Tactical Magic embraces the element of surprise, drawing on the power of the unexpected to overwhelm perception with unforeseen advances that amaze, astonish, and astound. A sneak attack, a twist of fate, a buried treasure revealed at last, surprise admonishes the arrogance of stability founded on hegemonic proclivities, thus forsaking structure for entropy, spontanaeity, and the unanticipated discovery of underdog victories resulting from anarchic affinities. When did you last feel the resonant power of surprise? What surprises can we invoke before the eyes of power? Be prepared to surprise and be surprised.

Infiltration:
The whispers of infiltration are the incantations of transgression, penetration, furtive exploration that gains access to fertile information. Whether occurring on physical, psychic, or digital planes, infiltration is the breaching of security, the exploiting of hidden vulnerabilities, the surreptitious act of border-crossing into privileged terrain. Who is granted access and by whose authority? What is the value of freedom tied to the restrictions of others? The rhetoric of safety and protection is a see-thru mirror concealing Authorized Personnel Only.

Subterfuge:
Subterfuge - to escape with a trick, an inversion of the prevailing conditions, trickery over power, repression, control, and restriction. It's beguilement and cunning; bewilderment and craftiness enacted against an unpleasant predicament, turn of events or happenstance. Whether a scheme, a ruse, or a stratagem, subterfuge is the Tactical Magicians multi-tool, a secret move effecting the transposition of success and fortune.

Disguise:
Disguise is the power to conceal, to hide away in the shadows of another's misperception. The appropriation of signifiers reconstructed in the minds of onlookers, keyed in to their signal decoders along hacked bandwidths. What are the limitations of sensory perception? Which clues are left behind to guide the investigation through labyrinths of folly? Freedom often hinges on the fact that things are not always as they appear.

Misdirection:
Older than recorded human history, misdirection is the hypnotic glow of mental bug-zappers, plotting fast-acting undertakings, chance gamblings, and covert operations. Banking success on spell-binding diversions that suspend attention, besieging opportunity, and dancing in the realm of resource acquisition. In the last five thousand years, what have the powerful learned from the quickness of pickpockets? Where is your attention placed and displaced? No more esoteric than smoke and mirrors, misdirection is a timeless astral lesson befriending all who seek awareness.

Sabotage:
Sabotage enchants us with the creative urge to set things awry, to perturb production, and ease the machine into creaky incompletion. A wrench in the gears is a smack to the masters, a paling in profits, a reprieve from repression. Decrying the neutrality of technology, highlighting vulnerability and ingenuity in a manner which converts the currency of meaning and cavorts with the cohorts of agency and alienation, Sabotage is Transformation.

Stealth:
Above all else, stealth denotes a close affiliation with one's surroundings. High-altitude and underground, invisible and shadowbound, stealth moves in like radiation, lunar rays, and cloud formations. Beguiling the mind and eluding the eyes, stealth realizes the full force of effect while masking methods with murky lurkings through darkened halls, creek trickles and bird calls, coffee breaks and background noise. When did you last upgrade your instincts? How will you know what is hidden until you begin to look around? Heightening awareness, stealth is the magic cloak that evokes the interchange of truth and falsehood.

Evasion:
More than a last-second side-step or a momentary disappearance, evasion is the ability to engage and disengage at will. A dodge or deflection, a guided redirection of sinister intentions, it is the levitation above pitfalls, phantom blips on radar screens, and vanishes through solid walls. Evasion employs a raincoat or force-field, a doctor's note or police shield, much like a lightning ride conjured in the nick of time to magically transport one safely to the friendly side, or deep behind enemy lines. Why win once when you can evade and win again? Absent yet accounted for, present yet unseen, evasion is the only i.d. card you ever really need.

Surveillance:
Surveillance demands a furtive command of a strategic perspective that deftly corrects the deficiencies of our organic info receptors. Bugging and tracking, trailing and spying, prying and tailing rely on a social condition now dominated by digital precognition and satellite telepathy. Who at the top needs most to be watched? Military industrial hand-me-downs quite easily channel activist spirits amplified by radio crystal balls, techno-telekinesis, and ESP - electrosensory perception.


From:  Thought >> "Tactical Magic" (07/2006)
Source: http://tacticalmagic.org/CTM/thoughts/contents.htm


« Last Edit: February 14, 2008, 01:33:22 PM by lemonhorse »