Author Topic: [Gerätehoheit (Systemdesign)... ]  (Read 7811 times)

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Offline Textaris(txt*bot)

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[Gerätehoheit (Systemdesign)... ]
« Reply #15 on: August 14, 2018, 08:05:09 PM »
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[...] Laut einer Testreihe der Nachrichtenagentur AP sammelt Google auch Geodaten von Kunden, die sich in ihren Einstellungen explizit dagegen entschieden haben. Betroffen sind demnach weltweit mehr als zwei Milliarden Handys mit Android-Betriebssystem sowie mehrere Hundert Millionen iPhone-Nutzer.

Wie Wissenschaftler der Princeton University in New Jersey bestätigten, reicht es nicht aus, in der App Google Maps die Aufzeichnung der Reisedaten abzustellen. Auch automatische Updates in der Wetter-App und Eingaben im Browser von Google Chrome werden genutzt, um Geodaten zu sammeln.

Auf der Google-Supportseite ist zu lesen: "Sie können die Aufzeichnung Ihrer Ortungsdienste jederzeit abstellen. Ihre Aufenthaltsorte werden dann nicht mehr gespeichert." Laut AP ist das eben nicht der Fall. Manche Google-Apps zeichnen weiterhin Geodaten auf. Selbst nicht ortsgebundene Websuchen wie etwa nach "Schokoladenkeksen" sollen schon zur Aktivierung des Trackings führen können. 

Die sogenannten "Location Marker", also das regelmäßige Sammeln einzelner Ortungspunkte, werden in den USA auch von der Polizei genutzt, um den Standort von Verdächtigen festzustellen – und beschäftigte zuletzt immer wieder Gerichte. Mutmaßliche Straftäter hatten geklagt, dass mit dem Sammeln ihrer Daten ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Eine detaillierte Anleitung, wie Nutzer dennoch das Aufzeichnen ihrer Daten unterbinden können, hat das Fachblatt Wired zusammengestellt.


Aus: "Google speichert Geodaten von Kunden auch gegen deren Willen" (14. August 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-08/datenschutz-google-geo-daten-iphone-android-mobiltelefon

Offline Textaris(txt*bot)

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[Gerätehoheit (Systemdesign)... ]
« Reply #16 on: February 21, 2019, 09:55:02 AM »
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[...] Laut Google war das Mikrofon im Nest Guard deaktiviert. Dabei bleibt es auch: Es muss in der App aktiviert werden, damit man den Google Assistant nutzen kann. Demnach sind bisher keine Nest-Secure-Nutzer unbemerkt ausspioniert worden. In der US-amerikanischen Shop-Seite zum Alarmsystem wird das Mikrofon mittlerweile unter dem Punkt "Audio und Lichter" aufgeführt. Auf einer früheren Version der Webseite fehlte die Information. ...


Aus: "Googles Alarmanlage hat ein Mikrofon, von dem niemand wusste" (20.2.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Googles-Alarmanlage-hat-ein-Mikrofon-von-dem-niemand-wusste-4313669.html
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[...] Google hat in sein Alarmanlagensystem Nest Secure Mikrofone eingebaut, das aber niemandem gesagt. Google beschreibt das als Versehen ... Das Electronic Privacy Information Center fordert die Handelsaufsicht FTC dazu auf, ein Verfahren gegen Google einzuleiten. ...

Aus: "Heimliches Mikro: EPIC fordert Abspaltung Nests von Google" Daniel AJ Sokolov (21.2.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Heimliches-Mikro-EPIC-fordert-Abspaltung-Nests-von-Google-4314217.html

« Last Edit: February 21, 2019, 09:56:49 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #17 on: April 12, 2019, 12:14:20 PM »
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[...] Amazon lässt die Mitschnitte seiner Sprachsoftware Alexa transkribieren und auswerten. Die Nutzer werden darüber nicht informiert. Aber sie können dem widersprechen.

... Alexa antwortet seinen Nutzerinnen und Nutzern nicht nur, die Assistenzsoftware hört auch mit – und mit ihr Amazon. Denn Beschäftigte des Konzerns hören die aufgezeichnete Befehle an und transkribieren diese. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg. Ziel sei es, die Spracherkennung zu verbessern.

Der Konzern bestätigte, dass Mitarbeiter die Software auswerteten und weiterentwickelten, betonte aber, dass nur eine geringe Zahl der Alexa-Sprachaufnahmen analysiert würden. Die Teams würden untersuchen, wie gut die Software arbeite und wie zutreffend die Spracherkennung sei, auch würden sie die ausgewerteten Befehle der Nutzerinnen und Nutzer an die Software verschlagworten, um Alexa zu trainieren. Zudem seien die Beschäftigten beauftragt, bei sensiblen Daten die Auswertung zu stoppen. Grundsätzlich hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Möglichkeit, die Kundinnen und Kunden zu identifizieren. Daher werde auch mit Verschlüsselung gearbeitet.

Die mit der Analyse betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Bloomberg zufolge in den USA in Boston, in Costa Rica, Indien und Rumänien arbeiten. Sie seien im Schnitt während einer neunstündigen Schicht mit der Analyse beschäftigt und könnten in dieser Zeit gut tausend Mitschnitte bearbeiten.

Ein Verweis in den Nutzungsbedingungen darauf, dass eine solche Analyse stattfindet, fehlt allerdings. Jedoch gibt es die Möglichkeit, in den Einstellungen von Alexa einer Weitergabe der Daten an den Konzern zur Verbesserung des Dienstes zu widersprechen. Voreingestellt ist diese aber nicht. Klar ist daher, dass der Konzern die Daten aus dem Dienst zumindest automatisch auswertet und für interne Zwecke verwendet.

Laut einem nicht weiter namentlich genannten früheren Amazon-Mitarbeiter würden auch Aufnahmen ausgewertet, die unabsichtlich aufgenommen wurden. Tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass die Sprachsoftware versehentlich aktiviert wird, weil gesprochene Worte im Raum dem Aktivierungswort ähnlich klingen. Dem Bloomberg-Bericht zufolge soll das in etwa zehn Prozent der Fälle vorkommen, sagen anonyme Beschäftigte.

Einen Datenschutzverstoß will der Konzern dem Bericht zufolge aber nicht erkennen können. Eine weitere Stellungnahme gab es von Amazon zunächst nicht. Auch die Konkurrenten Apple und Google äußerten sich zunächst nicht zur Anfrage, ob sie auf eine ähnliche Vorgehensweise bei ihren Assistenten Siri und Google Assistant zurückgreifen.



Aus: "Amazon: Alexa-Aufnahmen werden ausgewertet" (11. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2019-04/amazon-alexa-privatgespraeche-aufzeichnungen-mitschnitte-spracherkennung

Quote
Teddy58 #4.5

Also ich gehe mal davon aus, das man " diese Dienste" auch fernaktivieren kann, zumindest die Geheimdienste können das.


Quote
Unterlinner #4

Ich hoffe, dass ich noch lange auf IM „Alexa“ verzichten kann.


Quote
Werner Mueller #4.1

Haben Sie ein Smartphone? Mit IOS oder Android? Die können das genau so, muss man auch ausschalten. Vorteil: Man kann auch sehen, wo Sie waren, wo Sie sind und wann Sie voraussichtlich wo sein werden...


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« Reply #18 on: November 24, 2019, 06:38:35 PM »
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[...] In Russland dürfen in Zukunft viele elektronische Geräte nur noch verkauft werden, wenn auf ihnen aus Russland stammende Software vorinstalliert ist. Das hat das russische Parlament am Donnerstag beschlossen. Betroffen von dem neuen Gesetz sind neben Smartphones und Computern auch Smart-TVs. Eine Auflistung, welche Geräte dabei genau unter das Gesetz fallen und welche Software vorinstalliert werden soll, muss die Regierung allerdings noch vorlegen. Firmen, die sich nicht an die Vorschriften halten, drohen dabei Geldstrafen.

Das Gesetz soll offenbar russische Software-Alternativen fördern. Einer der Abgeordneten hinter dem Vorschlag, Oleg Nikolayev von der Partei "Einiges Russland", sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, auf neuen Geräten seien hauptsächlich westliche Apps und Programme vorinstalliert, sodass Nutzer denken könnten, es gebe keine einheimischen Alternativen. "Wir wollen den Nutzern auch russische Anwendungen anbieten, damit sie ein Recht darauf haben, sich zu entscheiden." Einem Bericht der litauischen Nachrichtenseite Meduza zufolge seien unter anderem die E-Government-App Goslusugi und Anwendungen der russischen Internetfirma Yandex im Gespräch, die die größte russische Suchmaschine betreibt.

Das Gesetz folgt dabei der Strategie des Kremls, Russland in Sachen Technologie und Internetzugang möglichst eigenständig zu machen. Zu Beginn des Monats war bereits ein Gesetz für ein russisches "Staatsinternet" in Kraft getreten. Kritiker befürchten, dass auch die nun beschlossene Regelung die Tür für weitere staatliche Kontrolle und Zensur öffnen könnte, da die zwangsweise vorinstallierten Anwendungen auch dazu genutzt werden könnten, russische Nutzer auszuspähen.

Zu den möglichen Folgen gehört jedoch auch, dass Firmen künftig auf den Verkauf ihrer Geräte in Russland ganz verzichten könnten. Meduza zitiert unter anderem Quellen bei Apple, wonach man dort die zwangsweise Vorinstallation fremder Software als großes Sicherheitsrisiko bewerte, das die Firma nicht tolerieren könne. Laut BBC hatte auch der russische Branchenverband für elektronische Haushaltsgeräte und EDV (RATEK) davor gewarnt, dass es nicht möglich sein werde, auf allen Geräten die geforderte Software zu installieren und ausländische Firmen den russischen Markt deshalb verlassen könnten.

Das Gesetz muss nach seiner Verabschiedung in der Duma, dem russischen Unterhaus, noch vom Oberhaus genehmigt werden, bevor es Präsident Wladimir Putin zur Unterschrift vorgelegt wird. Eine Zustimmung gilt jedoch als äußerst wahrscheinlich. In Kraft treten soll es im Juli 2020.

Russland steht aufgrund seiner Bemühungen um ein staatlich kontrolliertes "souveränes Internet" bereits seit längerem in der Kritik. Menschenrechtler hatten den Entschluss, das "RuNet" potenziell vom World Wide Web abzukoppeln, aufgrund einer drohenden digitalen Isolation und totaler staatlicher Kontrolle der Inhalte stark kritisiert. Bereits jetzt sind zahlreiche ausländische Seiten in Russland nicht erreichbar, unter anderem von Regimekritikern. Die Organisation Reporter ohne Grenzen sprach von einem Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit.

Präsident Putin hatte zudem angekündigt, eine eigene russische Wikipedia-Alternative für "verlässliche Informationen" aufbauen zu wollen. Zuletzt hatte die Duma außerdem ein Gesetz beschlossen, das hohe Strafen für Internetunternehmen vorsieht, die persönliche Daten russischer Nutzer außerhalb des Landes speichern. (siko)


Aus: "Russland verbietet Verkauf von Geräten ohne vorinstallierte russische Software" Simon Koenigsdorff (22.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Russland-verbietet-Verkauf-von-Geraeten-ohne-vorinstallierte-russische-Software-4594569.html