Author Topic: [Zur Zensur... (Informationskontrolle)]  (Read 144337 times)

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[Zur Zensur... (Informationskontrolle)]
« on: Juni 08, 2005, 02:34:41 nachm. »
Quote
[...] Die Tübinger Buchhändler hatten 1744 die von der Messe mitgebrachten Bücher zur Kontrolle den Dekanen der Fakultäten vorzulegen. Am 1. Juni 1772 tritt das Zensuredikt von Friedrich II. in Kraft. Es soll „nur demjenigen steuern ..., was wider die allgemeinen Grundsätze der Religion, und sowohl moralischer als bürgerlicher Ordnung entgegen ist“.

...


http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Zensur (2009)

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[...] Censorship is a way to avoid change and make sure that society remains static. It is a means of exerting power, preventing debate and discouraging challenge. However it is dressed up ("to protect young minds", "to safeguard national security", "to prevent civil unrest"), any government practising it has a defensive desire to limit information.

...


From: "Sleaze nation - Everyone from Shaw to Miller saw their plays banned in Britain - thanks to the censors' exceptionally filthy minds" from Peter Hall, The Guardian, Wednesday 2 October 2002
Source: http://www.guardian.co.uk/stage/2002/oct/02/theatre.artsfeatures

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[...] Das Gefährliche an der Zensur ist, dass man eben nicht weiß, was man nicht weiss.

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Aus: "Wie lebt es sich in einem Land mit Zensur? Ein Bericht aus Vietnam"
Von Thomas Wanhoff  (20.Dezember 2009)
Quelle: http://blog.kooptech.de/2009/12/wie-lebt-es-sich-in-einem-land-mit-zensur-ein-bericht-aus-vietnam/


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[...] Wenn die Idee gefährlich ist [...] sollte der Staat in meinen Augen nicht mit Zensur, sondern mit Aufklärung kontern.
(Atrocity, 2009)



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[...] Zensur (censura) ist ein Verfahren eines Staates, einer einflussreichen Organisation oder eines Systemträgers, um durch Medien vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte Aussagen zu unterdrücken bzw. dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Aussagen in Umlauf kommen.

Vor allem Nachrichten, künstlerische Äußerungen und Meinungsäußerungen sind Gegenstände der Zensur. Sie dient überwiegend dem Ziel, das Geistesleben in politischer, sittlicher oder religiöser Hinsicht zu kontrollieren.



Zensur (Informationskontrolle) (11/2007)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_%28Informationskontrolle%29


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[...] Laut Golem haben sich Google, Yahoo, MSN, Lycos und AOL bereiterklärt, sich bei der Präsentation ihrer deutschen Suchergebnisse einer freiwilligen Selbstkontrolle zu unterwerfen. Im Klartext heisst das: Seiten, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als jugendgefärdend eingestuft werden, dürfen nicht mehr in den Suchergebnissen auftauchen. Ebenfalls sollen illegale Internetangebote nicht mehr angezeigt werden.

Dass Google in Deutschland Suchergebnisse zensiert, ist ja nichts neues[...]. Bisher handelte es sich hier fast ausschliesslich um Seiten mit rechtsradikalem Gedankengut. In der üblichen Argumentationskette der Zensurbeführworter folgen nun also "illegale" und jugendgefährdende Angebote. Wie schön sich die Saubermänner über ihr bereinigtes Netz freuen, kann man auf der Homepage der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia bestaunen.

Was kommt wohl als nächstes? Dürfen Bush-kritische Websites bald nicht mehr gefunden werden, um die zerbrechlichen transatlantischen Beziehungen nicht zu gefährden? Oder wie ist das eigentlich mit dieser satanischen Musik? Werden da nicht unsere christlich abendländischen Wertvorstellungen untergraben? Ich glaube, es gibt noch viel zu tun, liebe Gedankenpolizisten!

...

 

Aus: "Das Deutschnetz: 'Selbstkontrolle' bei den Suchmaschinen" von Thomas Frütel (24.02.2005)
Quelle: http://blog.webmaster-homepage.de/item/792

« Last Edit: August 13, 2010, 01:53:55 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Zensur und Informationskontrolle II... ]
« Reply #1 on: Juni 09, 2005, 11:03:51 vorm. »
Quote
[...] Zensur Stammt aus dem Lateinischen (censura) und meint allgemein den Versuch des Staates, Meinung und Information in den Medien, in künstlerischen Werken und öffentlichen Reden zu unterbinden. Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes erklärt Zensur für verfassungswidrig. Sofern verfassungswidrige Inhalte wie zum Beispiel neonazistischer Rassenhass nicht verbreitet werden, schließt das Grundgesetz in Deutschland jegliche Einflußnahme des Staates auf die öffentliche Meinungsbildung aus. So gesehen würden die bestehenden Gesetze ausreichen, um auch im Internet das Verbot von verfassungswidrigen und jugendgefährdenden Inhalten zu verbieten. Doch neue Gesetze, die eine Reaktion auf das rasante Wachsen der digitalen Kommunikation und zunehmenden Vernetzung sind, regeln staatliche Eingriffsmöglichkeiten, die von der Providerhaftung bis zum staatlich legitimierten Abruf von Kundendaten reichen. Spektulärstes Beispiel in der Internet-Geschichte ist der mittlerweile vom Obersten Gerichtshof der USA als verfassungwidrig erklärte Communications Decency Act (CDA).
Auch in Deutschland geht die Tendenz zu verschärften Gesetzen, nur gibt es hier keine Lobby, die das verhindern oder einschränken könnte. Im Gegensatz zu den USA gibt es hierzulande eine breite Mehrheit für eine staatliche Kontrolle des Netzes. Im Januar 1996 gab das Magazin DER SPIEGEL eine Emnid-Umfrage in Auftrag. Das Ergebnis war eine breite Akzeptanz bei der Bevölkerung und durch alle Parteien für Zensur. Selbst beim Vertrieb von erotischen Bildern und erotischer Literatur sprach sich über 50 Prozent der Befragten für staatliche Kontrolle aus.
Zensurgegner sehen hier dringenden Aufklärungsbedarf. Es müsse zum einen das von Presse und Rundfunk in Schlagzeilen vermittelte Bild des Internet korrigiert werden, das staatliche Kontrolle geradezu heraufbeschwöre. Zum anderen speise sich die Forderung einer verschärften Gesetzgebung aus der Unkenntnis des neuen Mediums Internet.

[...] der amerikanische Netzaktivist und Autor Howard Rheingold [...] sieht in den Zensurbestrebungen die Machtfrage gestellt. Die Medienmacht werde durch das freie Fließen der Information im Internet in Frage gestellt und das bringe Medienkonzerne und Politiker auf den Plan, durch Gesetze die Kontrolle über die Ware Information und damit auch über das Internet zu wahren.

Ein Trugschluß ist die Meinung, es gebe eine mehrheitliche Front der Internet-Nutzer gegen Zensur. Die Meinungen in den Diskussionsforen des Internet gehen weit auseinander, und in den Newsgroups wird nicht selten hitzig diskutiert. Unabhängig von staatlichen Eingriffen zensiert das Netz sich selbst. Hier sind zwei Ebenen zu unterscheiden: Da sind zum einen die Provider, die ohne oder mit staatlichem Druck Informationen sperren. Das spektakulärste Beispiel ist die durch den bayerischen Staat ausgelöste Sperrung von rund 250 Newsgroups. Der Online-Dienst CompuServe sah sich hier auf Druck der bayerischen Oberstaatsanwaltschaft nach eigenen Angaben gezwungen, die betroffenen Newsgroups ihren Kunden vorzuenthalten. Dabei wurden in einer Panikreaktion wahllos nicht nur die Diskussionsforen von «Sexjägern» und
Pädophilen gesperrt, sondern auch solche, in denen ernsthaft über Sexualität und harmlose Themen diskutiert wurde. Dieser Vorfall bestätigte schließlich ein weiteres Argument der Zensurgegner: Zensur trifft eben immer auch die falschen.
Eine andere Form der Netzzensur spielt sich unter den Internet-Nutzern selbst ab und löst regelmäßig heftige Debatten aus. So ist ein Teilnehmer in einer Spielwelt (MOO) wegen einer «virtuellen Vergewaltigung» von den Systemverwaltern ausgeschlossen worden, bekam aber nach einer kontroversen Diskussion die Möglichkeit, als neue Spielfigur aufzutreten. Aber auch im IRC oder in den Chats des WWW wird zensiert, indem «Störenfriede» exkommuniziert werden. Und in den Newsgroups werden manchmal sogenannte Killfiles angelegt, um die Artikel von nicht erwünschten Personen oder Spam auszusieben. Eine Spielart der indirekten Zensur ist das Verschicken von Mailbomben, die ganze Server lahmlegen können. Selbstzensur gehört also im Internet zum Alltag und läßt das Problem umso komplexer werden.

Aus: "Online ABC, Zensur"
Quelle: http://www.webwunder.de/ASP/abc.asp?abfrage=zensur

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« Last Edit: Dezember 07, 2007, 09:20:24 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[index librorum prohibitorum... ]
« Reply #2 on: Juni 09, 2005, 11:09:27 vorm. »
Quote
[...] Die Anfänge kirchlicher Bücherverbote - das erste rein kirchliche Bücherverbot geht zurück auf das Jahr 400. Unter dem Vorsitz des Theophilus von Alexandria wurde verordnet, niemand dürfe die Schriften des Origenes lesen oder besitzen. Im Jahr 446 ließ Papst Leo I. alle Schriften der Manichäer verbrennen. Die erste Synode, die die Verbrennung der von ihr als "verdammt" angesehenen Texte befahl, war 681 das dritte Konzil von Konstantinopel.
Das Decretum Gelasianum, das 496 auf dem römischen Konzil erschien, ist der älteste Index verbotener Bücher.


Aus: "Index Librorum Prohibitorum"
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Index_Librorum_Prohibitorum (31.03.2005)

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Quote
[...] index librorum prohibitorum Index heißt lateinisch "Katalog, Zusammenstellung". Der index librorum prohibitorum, das "Verzeichnis der verbotenen Bücher" war über Jahrhunderte ein Verzeichnis von Büchern, die Katholiken nicht lesen durften, um ihren Glauben nicht zu gefährden. Es handelte sich meist um theologische Werke mit abweichenden Meinungen, dann aber auch Romane, die nicht mit der katholischen Glaubens- und Lebenslehre vereinbar waren.
Anfangs gab es kein Leseverbot sondern nur eine Zusammenstellung von Irrtümern in verschiedenen Publikationen. Im Mittelalter kam es zum Verbot, die indizierten Titel zu lesen oder zu besitzen.
Der erste förmliche Index entstand 1559 unter Papst Paul IV, 1564 entstand der tridentinische Index. Pius V. errichtete 1571 eine zuständige Behörde, die Index-Kongregation.
Der Index wurde durch die letzte große Kirchenversammlung, das Zweite Vatikanische Konzil, 1965 aufgehoben.

von: benno-hoerfunk (Datum ?)
Quelle: http://www.kathweb.de/port/artikel/123.php

« Last Edit: Dezember 07, 2007, 09:22:18 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Die regen sich über Zensur nicht auf...]
« Reply #3 on: Juni 13, 2005, 09:26:36 vorm. »
Quote
[....] Man befürwartet auch dann Zensur, wenn man nichts dagegen unternimmt.

Stefan Keuchel Pressesprecher von Google Deutschland, wagte es zu behaupten, Google sei "politisch neutral" obwohl jeder Internetaffine Mensch weiß, dass Google vor der chinesischen Regierung eingeknickt ist und zensiert, was dort der Obrigkeit nicht in den Kram passt. Und Google zensiert auch in Deutschland, nicht nur Scientology-Kritiker, sondern auch Links zu Programmen, politische Meinungen und viele andere Websites. Für eine Diktatur wäre Google ein idealer Partner.

Ich erkühnte mich während der Diskussion etwas pointiert einzuwenden, dass der Unterschied zwischen der DDR-Zensur und Google nur der sei, dass man in der DDR einigermaßen wußte, was nicht verbreitet werden durfte. Google hingegen verschweigt seine Zensur. Wenn es das Internet schon in den dreißiger Jahren gegeben hätte, dann hätte ein Google-Pressesprecher vermutlich - wie heute - verkündet: "Wir halten uns an die nationalen Gesetze." Verlinkt nicht zu Juden oder so.

Das hat mich nicht wirklich aufgeregt. Viel mehr ärgerte ich mich über das Publikum, das still da saß und aus unverständlichen Gründen, die jedem aufrechten Demokraten die Haare zu Berge stehen lassen, darauf verzichtete, den Propagandisten der Zensur verbal mit Eiern und Tomaten zu bewerfen. Man kann ruhig zensieren, aber man sollte es als Firma zugeben und sich über die poltiischen Konsequenzen klar sein. Als Zensor politische Neutralität für sich zu beanspruchen ist einfach eine Frechheit.

Aber es waren eben Deutsche. Die regen sich über Zensur nicht auf.



Aus: HAUSMITTEILUNG "Auf dem Weg zur Blog- und Google-Gesellschaft" von Burkhard Schröder (BURKS ONLINE 20.05.2004)
Quelle: http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?p=25490

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[Nur wer informiert ist, kann diese Idioten auch bekämpfen... ]
« Reply #4 on: Juni 15, 2005, 10:32:42 vorm. »
Quote
[...] Neulich war ich auf der Suche nach Informationen, um mich auf eine Diskussion über Juden in Deutschland und die von Nazis behauptete Auschwitzlüge vorzubereiten. Der schmutzige Morast eben, den Möllemann und das Forum auf der FDP-Website aufgewühlt haben. Nur wer informiert ist, kann diese Idioten auch bekämpfen. Ich warf also meine bevorzugte Suchmaschine Google an und suchte nach dem Namen einer der berüchtigsten Nazisites und dem Zusatz Auschwitz, denn ich wollte mich nicht erst langwierig durch deren unappetitliches Angebot klicken müssen. Doch fand nichts, nicht einmal den Link zu deren Hauptseite. Nanu?

[...] Mit Kinderpornographie fing es an: daß diese Seiten verfolgt werden und die Suche von Perversen danach erschwert wird, ist Jedem einsichtig. Das sind Verbrechen und es gibt außer Spannertum und krankhaften Phantasien auch keinen Grund danach zu suchen. Jede dieser Seiten setzt das Leid von Kindern voraus. Sie werden, wenn entdeckt, in allen Ländern der Welt sofort vom Netz genommen und die Verantwortlichen bestraft. Darum findet man sie auch nicht in den Suchmaschinen.

Auch die Leugnung des Holocausts ist bei uns strafbar, doch die Unterschiede sind gravierend: Es ist zwar eine Meinungsäußerung, die die Opfer beleidigt, aber es ist noch keine Gewalthandlung gegen Menschen. Im Gegenteil, will man verhindern, daß so etwas noch einmal passiert, in Deutschland oder anderswo, muß man sich mit dem Gedankengut der Leugner auseinander setzen und ihre wahren Motive deutlich machen. Nur so kann man ihnen aktiv entgegen treten. Mit Verboten sind Dummheit und Vorurteile nicht zu bekämpfen.

Und was wird nach den Nazi-Websites als nächstes zensiert? Kritik an der Regierung etwa oder Informationen aus der Wirtschaft? Das "Schutz der Persönlichkeitsrechte" und "Aufklärung der Stasi-Vergangenheit" schon ein Zensurverlangen hervor ruft, mußte neulich erst www.DDR-Suche.de erleben. Dieser kleinen privaten Website wurden unter Androhung von 250.000 Euro Strafe das Setzen von Links auf in den USA legale amerikanische Webseiten untersagt. Zum Glück hat Spiegel Online sich in diesem Fall nicht einschüchtern lassen, ausführlich darüber berichtet und auch die diskriminierten Links veröffentlicht. Doch wer weiß was sonst noch zensiert wird bei uns??

Weitere Informationen über Zensur im Internet finden sich bei Odem.org, die auch eine Erklärung gegen die Einschränkung der Informationsfreiheit veröffentlicht haben.

[...] Wenn die Herausnahme einzelner Webseiten aus dem Google-Index etwas Gutes hat, dann ist es die Schärfung des Bewußtseins, daß es nie sinnvoll ist, sich auf eine Informationsquelle alleine zu verlassen. Das Motto "Was die Suchmaschinen nicht finden ist im Internet nicht vorhanden" ist so dumm wie falsch. Die Informationsfreiheit und -beschaffung war schon immer Arbeit, wer die Recherche im Web auf einen Mausklick auf die Google-Toolbar reduzieren will, macht es sich zu einfach.

Alle Suchmaschinen sind letztlich kommerzielle Dienste, die nur eines wollen: ungestört Geld verdienen. Und sie entscheiden alleine, wen sie in ihren Index aufnehmen. Was Ärger macht fliegt raus. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, die komplette Wirklichkeit im Inhalt einer Tageszeitung oder den Nachrichten eines Fernsehsenders zu erwarten.

Das Gute am Internet ist jedoch, daß es niemandem gelingen kann, kritische Inhalte vollkommen zu unterdrücken. Das System der Hyperlinks macht es unmöglich, Menschen von unbequemen Inhalten abzuschotten. Irgendwer setzt irgendwo immer einen Link auf eine Seite mit interessantem Inhalt. Man muß nur selber danach suchen und sich nicht auf irgend jemand anderen verlassen daß er es mir mit einem Mausklick präsentiert.

Aus: "Informationsfreiheit im Internet" von Tom Stich (Datum: 200?)
Quelle: http://www.stichpunkt.de/beitrag/zensur.html
« Last Edit: September 25, 2007, 04:21:02 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[GEMA fordert Provider zur Sperrung von Websites auf... ]
« Reply #5 on: Juli 02, 2005, 10:54:54 vorm. »
Quote
Die deutsche Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) fordert von 42 deutschen Zugangsprovidern, mehrere Websites für den Abruf zu sperren. Dabei geht es um Portale, die Links zum Herunterladen von Film- und Musikdateien über das P2P-Tauschbörsenprotokoll eDonkey bereitstellen, genauer um die deutschsprachigen Angebote Eselfilme, Goldesel, Saugstube, Audio-Esel und Power-Portal.

Auf 35 Seiten, die jeden der 42 Provider am gestrigen Donnerstag erreichten, breitet die von der GEMA beauftragte Rechtsanwaltskanzlei BBH ihre Argumentation für die Sperrungsaufforderung aus. Sie sieht es als bewiesen an, dass "über diese illegalen Download-Portale Millionen von nicht lizenzierten Dateien von Endnutzern heruntergeladen/kopiert" werden, "ohne zuvor die jeweiligen Lizenzen bei den Rechteinhabern eingeholt zu haben". Der Anbieter von eDonkey-Links sei "mittelbar an der durch den jeweiligen Endnutzer vorgenommenen Urheberrechtsverletzung beteiligt, indem er diesem den Zugang zu der rechtsverletzenden Datei im Filesharing-System ermöglicht bzw. erleichtert und damit für den Download ursächlich wird". Auch der Endnutzer selbst begehe Urheberrechtsverstöße.

Weil die "Betreiber/Hintermänner" dieser "illegalen Download-Portale" sich "nur äußerst schwer oder gar nicht ermitteln lassen können" und "die Server selbst an unterschiedlichen Orten weltweit verstreut" seien, könne man verlangen, dass "die Vermittler", also die Zugangsprovider den Zugriff unterbinden. Rechtliche Grundlage für dieses Begehren der GEMA ist Paragraph 97 des deutschen Urheberechtsgesetzes in Verbindung mit der EU-Richtlinie 2001/29/EG, in deren Artikel 8 Abs. 3 festgelegt ist, dass "die Rechteinhaber gerichtliche Anordungen gegen Vermittler beantragen können, deren Dienste von einem Dritten zur Verletzung eines Urheberrechts oder verwandter Schutzrechte genutzt werden".

Diese Passage ist zwar nicht explizit in ein deutsches Gesetz eingeflossen. Aber das geltende Teledienstegesetz (TDG) sehe vor, dass Zugangsprovider eine Verpflichtung zur "Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen" haben, wenn sie von deren Rechtswidrigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Anschließend folgt in der Sperrungsaufforderung der Satz: "Daher machen wir Sie darauf aufmerksam, dass Sie nun ab Zugang dieses Sperraufforderungsschreibens -- auch nach dem TDG -- positive Kenntnis von den umfangreichen Urheberrechtsverstößen auf den o.g. Seiten besitzen."

Die GEMA schlägt den Providern eine Sperre der Sites auf DNS-Ebene vor: "Der DNS-Server des jeweiligen Zugangsproviders kann so konfiguriert werden, dass Anfragen von Endnutzern nicht an den richtigen Server, sondern an eine ungültige oder eine andere vordefinierte Seite weitergeleitet werden." Diese Variante lasse sich ohne Hardware-Investition und mit geringem Personalaufwand in wenigen Stunden umsetzen, wie das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen zu den beantragten Sperrungsverfügungen des Regierungspräsidiums bereits 2003 festgestellt habe. Daher sei sie den Unternehmen "sehr wohl zuzumuten". Den Providern stehe es aber frei, "nach vorheriger Rücksprache mit unserer Mandantschaft" eine andere technische Sperrmethode zu wählen. Der beauftragte Anwalt erwähnt freilich nicht, dass sich derlei Sperrungen durch Endnutzer leicht umgehen lassen, indem sie auf einen anderen als vom Provider vorgegebenen DNS-Server ausweichen.

Von den Providern wird gefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, nach der sie bis zum 25. Juli dem Sperrungsbegehren Folge zu leisten haben. In der Erklärung sind auch diverse Web-Adressen genannt, unter denen die Portale ebenfalls zu erreichen sind. Unterschreiben die Provider die Erklärung, verpflichten sie sich zur Zahlung einer Vertragsstrafe von 100.000 Euro, falls einer ihrer Kunden eines der genannten Angebote nach dem 25. Juli 2005 abrufen kann.

Am heutigen Freitag zeigten sich die Zugangsanbieter verblüfft, weil die GEMA nicht zuerst ein Musterverfahren ansgestrengt hat, sondern gleich mehrere Dutzend Unternehmen angeht. Die von der GEMA beauftragte Kanzlei stellte im Anschreiben heraus, dass sie "beauftragt wurde, das zivilrechtliche streitige Verfahren zu eröffnen, falls die geforderten Handlungen nicht fristgemäß durchgeführt werden sollten".

T-Online und AOL etwa bestätigten den Eingang der Sperrungsaufforderung, wollten aber noch keine rechtliche Bewertung abgeben. Michael Frenzel, Sprecher des zweitgrößten deutschen DSL-Anbieters 1&1, bezweifelte, dass die Sperrung technisch funktioniere. Außerdem "dürfen wir doch unseren Kunden nicht einfach Web-Inhalte vorenthalten". Der DSL-Provider Strato kündigte bereits an, die Unterlassungserklärung nicht zu unterschreiben und es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen zu wollen: "Strato sperrt nicht willkürlich Inhalte. Sofern wir von einer zuständigen gerichtlichen Instanz dazu aufgefordert werden, würden wir dieser Aufforderung zur Sperrung nachkommen. Die GEMA ist aber keine solche Instanz", erklärte Rochus Wegener, Aufsichtsrat bei Strato.

Unter der Hand war von mehreren Providern bereits zu hören, dass erwogen wird, die Sperrungsaufforderung mit einer negativen Feststellungsklage zu kontern. Im Rahmen einer solchen Klage könnten die betroffenen Unternehmen auf eigene Initiative gerichtlich klären lassen, ob die von der GEMA geltend gemachten Ansprüche rechtlich Bestand haben. Die GEMA selbst war am heutigen Freitag Nachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. (hob/c't)

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/61331 (01.07.2005)
« Last Edit: Dezember 07, 2007, 10:29:35 vorm. by lemonhorse »

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[any excuse will serve a tyrant... ]
« Reply #6 on: Juli 02, 2005, 11:01:49 vorm. »
Quote
"any excuse will serve a tyrant"
von phoenix321    

Autohersteller mitschuldig an Geschwindigkeitsübertretungen und
Verkehrtoten. ADAC fordert alle Hersteller auf, ihre Fahrzeuge auf
50kmh innerstädtisch zu beschränken.

Bierbrauer schuld an geschlagenen Ehefrauen und Alkohol am Steuer.
Frauenverbände fordern Bierabgabe nur an Frauen ohne Fahrerlaubnis.

---

Alles Quatsch.

Ganz davon abgesehen, daß die Eselportale im nullkommanichts ihre
Domain wechseln werden, öffnen sich die Provider damit - sollten sie
mitmachen und die GEMA als Quasi-Justiz akzeptieren - das Tor zur
Hölle. Bildlich gesprochen.

Was hieße das für Arcor, Telekom und Co., wenn sie das wirklich tun
würden?

Was werden die üblichen Verdächtigen:

- Zartbitter e.V.
- Günther Freikind von Gravenräud
- GEMA
- das virtuelle Ministerium für Staatssicherheit, bestehend aus
mehreren einzelnen Staatsorganen
- Markenrechtsmafiosi

ja und auch die hier:

- Zentralrat der Juden, Muslime, Christen
- durchgeknallte Verbände jeglicher Couleur, radikale Tierschützer,
Drogengegner, Jugendschützer, Erwachsenenschützer, Moralapostel und
Spinner

dann tun, wenn sie wissen, wie sie die Provider rumkriegen und einen
Präzedenzfall haben?

Dann gehen jeden Tag dreißig Sperrverfügungen bei den ISPs ein und
die DNS-Blacklists wachsen schneller als man das glauben kann. Und da
gesperrte Domains selbstverständlich nicht preisgegeben werden dürfen
haben wir den Weg für eine schnelle und unkomplizierte Generalzensur
geschaffen.

[...] Ich werde nicht mit anschauen, wie wir für dämliche Musik
unsere Presse- und Telekomfreiheit aufgeben und uns einer stillen
Zensur öffnen, nur weil einige Gehirnkranke nicht einsehen wollen,
daß der technische Fortschritt ihr Geschäftsmodell unwiederbringlich
vernichtet hat.

Ich akzeptiere nichts mehr, was unsere Grundrechte betrifft. Null.
Noch ein paar Schritte weiter und ich drucke Flugblätter und suche
Gleichgesinnte für eine - ja auch militante - Widerstandsbewegung.
Mir ist es scheißegal, ob unsere Musiker und Filmemacher arbeitslos
werden und unsere Jugend durch abgebildeten Geschlechtsverkehr
verdorben wird - mir ist Demokratie und eine offene, transparente
Gesellschaft tausendmal wichtiger, weil nur in einer solchen unsere
arbeitslosen Musiker und pornogeschädigten Kinder trotzdem ein
menschenwürdiges Leben führen. Wenn raubkopierte Musik das einzige
ist, was uns die Kommunikationsfreiheit aller Bürger kostet, dann ist
das ein absolut lachhafter Preis verglichen mit dem, was frühere
Generationen an Leib und Leben opfern mußten, um eben diese Freiheit
zu bekommen. [...] (2. Juli 2005 0:12)

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=8317827&forum_id=81176
« Last Edit: Dezember 07, 2007, 10:29:57 vorm. by lemonhorse »

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[Security through obscurity... ]
« Reply #7 on: Juli 25, 2006, 01:15:16 nachm. »
Quote
[...] Umstritten ist vor allem die Zweckmäßigkeit von Zensur. Viele Medien werden erst durch Zensurmaßnahmen bekannt und Verbotenes kann insbesondere für Jugendliche besonders reizvoll sein. Es ist auch eine Anleitung für die von Zensur Betroffenen, welche Inhalte und Themen für den Zensor überhaupt lesenswert sind. Dieser Umstand führte und führt vielfach dazu, dass Listen zensierter Medien ihrerseits zensiert werden – also nicht öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen (Security through obscurity).

Das klassische Beispiel hierfür ist der index librorum prohibitorum, der schließlich selbst auf den index librorum prohibitorum gesetzt wurde (ein schönes Beispiel für ein mathematisches Paradoxon!).


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Informationskontrolle (25.07.2006)

« Last Edit: August 22, 2007, 01:21:31 nachm. by lemonhorse »

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[Notizen zur Geschichte der Zensur III... ]
« Reply #8 on: November 28, 2006, 01:52:13 nachm. »
Quote
[...] Und doch, wenn wir das psychoanalytische Material durchprüfen, so finden wir, daß alle positiv gerichtete Aktivität von den tieferen Schichten stammt, daß dynamisch in letzter Analyse nur die Triebe wirken. Eine einzige Kraftleistung, welche den höheren Systemen, dem Bewußtsein zukommt, ist eine hemmende: die Verdrängung, das Zurückhalten der Triebentwicklung oder der Triebbefriedigung oder höchstens die Lenkung der Triebe.


Bruchstück aus: "Die Psyche ein Hemmungsorgan: Einige Bemerkungen zu Dr. F. Alexanders Aufsatz: ›Metapsychologische Betrachtungen‹" Von Sándor Ferenczi (1922)
Quelle: http://www.textlog.de/8535.html

-.-

Quote
[...] Zensur (censura) ist ein Verfahren eines Staates bzw. einer einflussreichen Organisation oder eines Vertreters davon, um durch Medien vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte Aussagen zu unterdrücken bzw. dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Aussagen in Umlauf kommen.

Vor allem Nachrichten, künstlerische Äußerungen und Meinungsäußerungen sind Gegenstände der Zensur. Sie dient überwiegend dem Ziel, das Geistesleben in politischer, sittlicher oder religiöser Hinsicht zu kontrollieren.

Berühmte Beispiele für Zensur sind

    * die Listen Verbotener Autoren im Dritten Reich
    * die Bücherverbrennungen 1933 sowie
    * der ehemalige Index Librorum Prohibitorum (lat. Liste der verbotenen Bücher, 1967 abgeschafft) des Vatikans.


[...] Deutschland:

    * 1744 - die Tübinger Buchhändler haben die von der Messe mitgebrachten Bücher zur Kontrolle den Dekanen der Fakultäten vorzulegen
    * 1. Juni 1772 - das Zensuredikt Friedrich II. soll "nur demjenigen steuern ..., was wider die allgemeinen Grundsätze der Religion, und sowohl moralischer als bürgerlicher Ordnung entgegen ist".
    * 19. Dezember 1788 - das Erneuerte Censur-Edict Friedrich Wilhelm II. stellt sich u. a. gegen die "Verbreitung gemeinschädlicher praktischer Irrthümer über die wichtigsten Angelegenheiten der Menschen, zum Verderbniß der Sitten durch schlüpfrige Bilder und lockende Darstellungen des Lasters, zum hämischen Spott und boßhaften Tadel öffentlicher Anstalten und Verfügungen, wodurch in manchen nicht genugsam unterrichteten Gemüthern, Kummer und Unzufriedenheit darüber erzeugt und genährt werden, und zur Befriedigung niedriger Privat-Leidenschaften, der Verläumdung, des Neides, und der Rachgier, welche die Ruhe guter und nützlicher Staatsbürger stöhren, auch ihre Achtung vor dem Publiko kränken, besonders in den so genannten Volksschriften bisher gemißbraucht worden."
    * 1797 richtet der Herzog ein Zensur-Kollegium ein; die Buchhändler haben ein Verzeichnis ihrer Druckproduktion vorzulegen.
    * 1803 - strenge Zensurgesetze Napoleons greifen auch in den assoziierten Staaten Baden, Bayern oder Rheinland.
          o Württemberg
                + 1806 - Zensur insbesondere für den Druck historischer, geographischer oder politischer Werke eingeführt.
                + Ab 1809 wird in jedem Ort mit Buchdruckereien oder Buchhandlungen ein Zensor eingesetzt.
    * 1815 - auf dem Wiener Kongress wird die Pressefreiheit in die Deutsche Bundesakte aufgenommen
    * 1819 - mit den Karlsbader Beschlüssen wird eine strenge, für den Deutschen Bund einheitliche Zensur eingeführt, die eine Präventivzensur für alle Publikationen mit weniger als 20 Druckbogen und nachträgliche Repressivzensur für alle Bücher vorsieht.
    * 1830 - in Reaktion auf die Freiheitsbewegungen in den Nachbarländern werden die deutschen Zensurbestimmungen verschärft.
    * 1848 - die Revolution fordert die uneingeschränkte Pressefreiheit.
    * ab August 1849 wird die Pressefreiheit schrittweise eingeschränkt,
    * Die Pressefreiheit wird 1874 Bestandteil des Reichspressegesetzes.
    * 1878 bis 1890 - das Sozialistengesetz hebelt die Pressefreiheit wieder aus.
    * 1900 - der Deutsche Reichstag beschließt die Lex Heinze.
    * Erster Weltkrieg: 1915 - das Kriegspresseamt gibt Zensurbuch heraus.
    * 1918 - die Weimarer Reichsverfassung garantiert die Freiheit der Meinungsäußerung in Wort, Schrift und Bild.
    * 18. Dezember 1926 - das Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften (sogenannte Schmutz- und Schundgesetz der Weimarer Republik)
    * 1930 - Gesetz zum Schutz der Republik

    * 31. Mai 1933 - nach der Bücherverbrennung in Deutschland werden jüdische und politisch missliebige Autoren und Verleger verfolgt.
    * 4. Oktober 1933 - das Schriftleitergesetz definiert den Journalismus als eine vom Staat geregelte Aufgabe
    * 22. September 1934 - das Reichskulturgesetz setzt die weitere Gleichschaltung fort.
    * 1935 - die Reichsschrifttumskammer stellt schwarze Listen unerwünschter Bücher zusammen, die nicht mehr im Buchhandel verbreitet werden dürfen.
    * 1945 wird in allen deutschen Besatzungszonen eine Lizenzierungspflicht erlassen und eine Liste der auszusondernden Literatur erstellt, gemäß derer Bücher, auch aus dem Privatbesitz, zu beschlagnahmen sind.
    * 1949 wird die Lizenzpflicht im Westen aufgehoben. Laut neuem Grundgesetz gilt: (Artikel 5): Eine Zensur findet nicht statt.
    * Die DDR führt die Lizenzierung unter der Bezeichnung Druckgenehmigungsverfahren bis zu ihrem Ende 1989 durch.
    * 1965 wird in der Bundesrepublik das Braunbuch beschlagnahmt und diskreditiert.
    * 2002 In einer umstrittenen Aktion lässt SPD-Politiker Jürgen Büssow mehrere Internetprovider in Nordrhein-Westfalen den Zugang zu verschiedenen Seiten auf ausländischen Servern, die rechtsextremistische und nationalsozialistische Inhalte transportierten, sperren.




Aus: "Geschichte der Zensur" (11/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Zensur


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[...die gesellschaftliche Befindlichkeit]
« Reply #9 on: November 28, 2006, 02:11:20 nachm. »
Quote
[...] Kann die gesellschaftliche Befindlichkeit verbessert werden, indem man die
unliebsamen Fiktionsauswüchse unterbindet, oder bedient der Markt nur vorhandene
Bedürfnisse? Hat nicht die ungerechte, korrupte und brutale Realität eine viel
stärkere Negativwirkung als die medialen Kunstwelten?
Da das Leben aber schlecht zensierbar ist, müssen Sündenböcke abgestraft werden,
um dem Ordnungsverlangen der Bürger zu entsprechen und den Kontrollwillen des
Staates zu dokumentieren. Schon die kirchlichen Machthaber erkannten, daß mit der
Erfindung des Buchdrucks ihr Wahrheits- und Wissensmonopol durch gefährdet war.
Als Reaktion schuf der Papst 1559 den Index der verbotenen Bücher, der über 400
Jahre Gültigkeit hatte. Allen Gläubigen war es untersagt, die dort aufgelisteten
Schriften von Autoren wie Heine, Zola, Kant und Sartre zu lesen. Denn jedes Medium
birgt potenzielle Gefahren, da durch eigenmächtige Verbreitung von unliebsamen
Informationen diese „in falsche Hände“ geraten können. Deshalb unterliegen
Medieninhalte, als auch der Umgang mit ihnen, zahlreichen Überwachungen.
Die weltliche Obrigkeit übernahm das Index-Prinzip in Form von Schwarzen Listen,
Sperrvermerken und Giftschränken bis hin zu den Verzeichnissen der
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und Medieninhalte (BPjS).

Sie übt
die für die demokratische Gesellschaft wohl einmalige Funktion einer Sittenaufsicht
aus. Seit ihrer Gründung 1954 setzte diese zum Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend gehörende oberste Bundesbehörde weit über 15.000
Videos, Bücher, Comics, Schallplatten, Computerspiele, Online-Angebote usw. auf
ihren Index. Darunter befinden sich immer noch Comics wie Akim oder Tarzan,
Bücher wie William S. Burroughs „Naked Lunch“ und Bret Easton Ellis' „American
Psycho“, Platten wie Peter Toshs „Legalize it!“, „Debil“ (Die Ärzte), „Frohes Fest“ (Die
fantastischen Vier) oder „Dauerlutscher“ (Straßenjungs). Damit sind diese als „moral-oder
sozialethisch desorientierend“ gebrandmarkten Medienobjekte zwar nicht völlig
untersagt, unterliegen aber einem Jugendverbot mit weitreichenden
Vertriebsbeschränkungen, dürfen z.B. nicht öffentlich zugänglich sein, nicht
beworben und nur bedingt per Post verschickt werden.
Obwohl kulturhistorisch Sexualität und Gewalt zu den faszinierendsten Themen
zählen, beschränkt zum einen der Jugendschutz die Äußerungsfreiheiten, zum
anderen untersagt das Strafrecht die mediale Darstellung und Verbreitung von vielen
Inhalten. Dabei ist die Unterscheidung zwischen erlaubter Kunst und verbotener
Gewaltverherrlichung oder zwischen Erotik und Pornographie zweifelhaft und auf der
einen Seite vom subjektiven Empfinden des Betrachters, auf der anderen Seite vom
jeweils herrschenden politischen und moralischen Klima abhängig.
Und das ändert sich ständig, wie ein kurzer Blick in die Mediengeschichte zeigt: Alle
massenmedialen Errungenschaften mussten gegen den Widerstand von
berufsbesorgten Bedenkenträgern durchgesetzt werden. Zum Beispiel war das
„Kientopp“ bei seiner Einführung vor über 100 Jahren lange (und vielfach bis heute)
als „Schundfilm“ verrufen und wurde von „Sittlichkeitsvereinen“ bekämpft.

Einen
ähnlichen Untergang des Abendlandes fürchtete man in den 50er Jahren, als sich die
Comic-Strips und -books etablierten. Entrüstete Pädagogen, Kirchenvertreter und
andere Interessengruppen initiierten sog. „Schmökergrab-Aktionen“, in denen
unzählige Beispiele dieser als „Schmutz und Schund“ gegeißelten Unterhaltungsform
verbrannt wurden. Sex- und Drogenliteratur bildeten seit der Hippie-Zeit das primäre
Feindbild der Sittenwächter, bis Anfang der 80er Jahre das Medium Video seinen
Einzug in die heimischen Wohnzimmer hielt, und damit eine Renaissance des
Jugendschutzes auslöste. Zu Beginn des Booms wurden viele Filme, im Gegensatz
zum Kino, häufig unkontrolliert verbreitet. Was bei der damals herrschenden Billig-
Horror-Welle vorzugsweise italienischer und amerikanischer Provenienz auch
durchaus fragwürdige Streifen wie „Man-Eater“, „Maniac“ und „Muttertag“ in die noch
nicht durch heutige Kabelkanäle abgebrühten Gemüter spülte. Schnell war
angesichts Zombie & Co. von einer „Video-Pest“ die Rede. Der Ruf nach Zensur
konnte vom Staat nicht unbeantwortet bleiben. Harsche Verbotsurteile (z.B. gegen
über 200 Filme) sowie Massenindizierungen durften sich einer breiten Zustimmung
gewiss sein. Daß dabei auch hochwertige und in ihrem Genre als wegweisend
eingestufte Filme wie Pasolinis „Sàlo“, Carpenters „Das Ende“ oder Raimis „Tanz der
Teufel“ mit in die Justizmühlen gerieten, störte nur einige Cineasten und Fans...


Bruchstück aus: "Eine Zensur findet nicht statt" Ein Beitrag über die Zensur
und ihre Gratwanderungen von Dr. Roland Seim M.A. (ARCHIV der JUGENDKULTUREN e.V.
JOURNAL der Jugendkulturen (Ausg. # 2, Juni 2000))
Quelle: http://www.jugendszenen.de/_data/03zensur.pdf

« Last Edit: Dezember 06, 2006, 02:10:51 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[traditionelle Bevormundungsstrategien...]
« Reply #10 on: November 28, 2006, 02:17:54 nachm. »
Quote
[...] Wir leben in einer globalisierten Mediengesellschaft, in der scheinbar eine grenzenlose Freiheit herrscht. So wird der Begriff Zensur eher mit totalitären Herrschaftssystemen assoziiert.

Da allerdings auch eine pluralistische Demokratie die Mittel der Einschränkungen von Äußerungsfreiheiten erachtet, haben wir uns einige Fragen über diese Diskrepanz gestellt, z.B.: Welche Medieninhalte unterliegen auch heute noch Restriktionen, wie arbeiten die Zensurbehörden, warum wird Vieles noch heute verboten oder indiziert, wie wirken sich Zeitgeist und Wertewandel auf die variablen Grenzen des Erlaubten aus, was fasziniert am Verbot, und gibt es Alternativen zur Zensur?

[...] 'Zensur in Deutschland' stellt ein durchaus heikles Thema dar, denn sowohl nach dem Grundgesetz (Art. 5: "Eine Zensur findet nicht statt") als auch in der juristischen Sichtweise existiert hierzulande gar keine Zensur, da offiziell nur eine staatliche Vorzensur unter diese Definition fällt. Und tatsächlich gibt es auf den ersten Blick kein Amt oder keine Behörde, der man das für eine Veröffentlichung gedachte Produkt vorlegen müßte, etwa um einen 'Imprimatur'-Stempel oder eine Freigabegenehmigung zu erwirken. Lediglich die FSK ("Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft") und entsprechende Kontrollgremien wachen auch schon im Veröffentlichungsvorfeld auf die Einhaltung vielfältiger Normen.

Daß diese juristische Begrenzung nur einen Teil der Wahrheit wiedergibt, in der Anspruch und Wirklichkeit oft genug auseinanderklaffen, soll diese Website anhand kursorischer Beispiele seit der Nachkriegszeit verdeutlichen. Die Präsentation basiert auf einem Projekt-Seminar, das ich im Sommersemester 2000 am Institut für Soziologie der Universität Münster veranstaltet habe.

Bereits ein flüchtiger Blick in die Kulturgeschichte zeigt, daß Zensur über Jahrtausende und in vielen Ländern bis heute eigentlich den Regelfall darstellt, denn die Verbotsmotivation der Herrschenden - König und Klerus ebenso wie Adenauer und Amtsgericht -, bestimmte Äußerungen oder Kulturprodukte zu unterdrücken, hat sich eigentlich nur graduell gewandelt. Meines Erachtens führt eine logische Entwicklungslinie vom 1559 geschaffenen, berühmt-berüchtigten "Index librorum prohibitorum" der Katholischen Kirche zum "Gesamtverzeichnis der indizierten Schriften" der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und Medieninhalte" (BPjS) in Bonn. Verlor der "Index Romanus", auf dem sich von Balzac bis Zolá, von Descartes, Heine und Kant bis Sartre zahllose Klassiker der Weltliteratur und Philosophie befanden, 1966 seine kirchenrechtliche Strafgewalt, die bis dahin bei einem Verstoß die Exkommunikation verhängen konnte, so wird der 1954 geschaffene 'Index Germanicus' bis heute im Zeichen des Jugendschutzes ergänzt. Auf dem Index der BPjS finden sich z.B. Werke von de Sade ("Philosophie im Boudoir"), Apollinaire ("11.000 Ruten"), Sacher-Masoch ("Venus im Pelz") oder William S. Burroughs ("Naked Lunch").

Alle Zensurbestrebungen basieren letztlich auf der Angst der Machthaber, daß der jeweilige Status quo und somit ihre Vorzugsstellung gefährdet ist. Unliebsame Informationen können in falsche Hände geraten. Zucht und Ordnung sollen aufrecht erhalten werden, indem Tabubereiche abgesteckt werden, die sowohl von der Obrigkeit und ihren Organen als auch durch die soziale Kontrolle der entsprechend konditionierten öffentlichen Meinung überwacht werden. Die Empfindlichkeiten gegenüber Übertretungen ändern sich je nach sensibilisiertem Zeitgeist. So sind die unterschiedlichen Eingriffe in Medienprodukte nur auf dem historischen Hintergrund der Gesellschaftsentwicklung zu verstehen, denn jede Zeit hat neben den 'all time favourites'-Themen wie Sex, Gewalt, Blasphemie oder Drogen ihre spezifischen Tabus. War es in der Nachkriegszeit vor allem die Erotik, die wie beim Hildegard-Knef-Film "Die Sünderin" gesellschaftlichen und kirchlichen Protest sowie sogar ein kurzfristiges polizeiliches Aufführungsverbot hervorrief, so sollten in den folgenden Jahrzehnten unliebsame Äußerungen zur Politik, Darstellungen von Gewalt oder abweichender Sexualität aus dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verdrängt werden. Waren es etwa in den 50er Jahren vorzugsweise Comics, die als 'Schmökerschund' und 'Kinderverblöder' bekämpft wurden, so stellten die Themen 'Sex' und 'Drogen' in den 60er Jahren ein rotes Tuch dar. Durch die Terrorakte der 'RAF' empfindlich geworden, konnten in den 70er Jahren nichtkonforme politische Äußerungen schnell zu Verboten führen. In den 80ern hingegen stellte das neue Medium Video mit der von Presse und Öffentlichkeit hochgepushten Horror-Welle das primäre Feindbild dar, während sich in der aktuellen Dekade der 'Volkszorn' vor allem auf die Themen Kinderpornographie und (Neo-)Faschismus konzentriert. Eine neue Bedrohungsqualität wittert die allerdings weitgehend uninformierte Öffentlichkeit in dem schlecht kontrollierbaren Medium Internet. Insbesondere neue Medien wecken nicht nur den Spieltrieb der 'user', sondern auch den staatlichen Kontrollzwang, wie sich aktuell am Beispiel des Internet nachweisen läßt. Gerade die weitgehend anarchische Struktur dieser revolutionären, grenz- und gesetzüberschreitenden Kommunikationsinnovationen ruft den Argwohn und den Kontrollwillen des Staates hervor, der danach trachtet, Filter einzubauen, um traditionelle Bevormundungsstrategien auch in neuen Technologien verankern zu können.


Aus: "Zensur und Verbote in den populärkulturellen Medien Deutschlands" Von Dr. phil. Roland Seim M.A.; (Kunsthistoriker und Soziologe)
Kolja Steinrötter - Institut für Soziologie der Universität Münster (2000)
Quelle: http://www.censuriana.de/main.htm


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[...die innere (bewachte) Grenze (die "Innere Zensur")]
« Reply #11 on: November 28, 2006, 02:34:24 nachm. »
Quote

[...] Und auch die Selbstzensur, oft auch innere Zensur genannt, also die Verinnerlichung der äußeren Zensur, ist nur ein Grund für das...

[...] Als Ritter gegen die Doppelmoral? De Sade als Moralist? Philosophen und Künstler wie de Sade, Bunuel...

[...] was er „die wichtigste, die innere (bewachte) Grenze, die innere Zensur” nannte, aber auch um das „Verschwiegene”...

[...] Innere Zensur und sozialistischer Eintopf...

[...] das besorgt sowohl der direkte druck der firmen als auch die innere zensur...

[...] prangerte in verschiedenen Interviews die "Provinzialität des deutschen Filmwesens" und eine zunehmende innere Zensur in den Fernsehanstalten und...

[...] Die innere Zensur des Journalisten ist um einiges effektiver als jeder staatliche Filter...

[...] Diese innere Zensur kann sich auf das reale oder imaginierte Ideal eines...

[...] durch die "geringere innere Zensur Distinktionspraktiken im Improvisierenden Rollenspiel...

[...] und die innere Zensur ist auch keine Erscheinung, die plötzlich nur im Berliner Opernbetrieb ausgebrochen wäre...

[...] vielmehr eine innere Zensur dieser Generation infolge der Bagatellisierung der eigenen...

[...] Meistens funktioniert die innere Zensur aber nicht zu unserem Gusto...

[...] Impulse geweckt und freigesetzt, da die innere Zensur ausgeschaltet werden darf...

[...] Das Vorhandensein einer äußeren Zensur lenkt von der eigenen Aggressivität ab, da etwas äußerliches...

[...] da es Zusammenhänge aktualisiert, die gewöhnlich durch die innere Zensur ausgeblendet bleiben, ist das Internet der Kunst und der Dichtung....

[...] Wenn es überhaupt so etwas wie ein Tabu gegeben habe, so sei es eher die innere Zensur einer jüngeren Generation gewesen...

[...] Im Lachen löst sich für einen Moment die innere Zensur des Zuschauers, die ihm ansonsten...

[...] Schreiben ohne innere Zensur, also alles, wirklich alles aufzuschreiben, was mir jetzt im Moment...


Suchmaschinen Textfraktale zur "inneren Zensur" (11/2006)

« Last Edit: November 28, 2006, 02:42:58 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[...mit ordentlicher Gewalt (Bilderverbot)]
« Reply #12 on: Dezember 07, 2006, 12:41:20 nachm. »
Quote
[...] Noch 1529 hat sich Johannes Bugenhagen in seiner Ordnung für die
Stadt Hamburg grundsätzlich mit der Beseitigung der Bilder einverstanden erklärt, wenn nur
entfernt die Gefahr bestünde, dass sie ablenken oder zu falscher Verehrung verführen könnten,
nur müsse das alles „mit ordentlicher Gewalt“ und unter Aufsicht der Obrigkeit vor sich
gehen.


Aus: "Schönheit und Schrecken. Das Bilderverbot in der evangelischen Kirche" Marten Marquardt, Vortrag in Altenberg (17. 9. 2005)
Quelle: http://www.theologie-koeln.de/PDFs/Schoenheit.pdf

-.-

Bilderverbot:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverbot


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[bestimmte Dinge nicht einmal zu denken wagen...]
« Reply #13 on: Januar 25, 2007, 04:04:23 nachm. »
Quote
[...] Fast jeder kennt heutzutage das Lied "Die Gedanken sind frei". Aber - sind sie es wirklich? Ja und nein. Selbstverständlich kann man die Gedanken eines Menschen nicht zensieren, ohne daß er tatkräftig dabei mitarbeitet. Zumindest nicht mit den hier und jetzt üblicherweise verwendeten Methoden.

Dennoch habe ich zwei Anworten auf meine Frage, wie es denn im dritten Reich wirklich gewesen sei immer wieder gehört: "Aber wir haben doch nichts gewußt." und "Jeder der wollte, konnte es herausfinden.". Da ich keinerlei Grund habe, anzunehmen, daß diese Menschen mich alle belogen haben, nehme ich an, daß beide Antworten der Wahrheit entsprechen. Das heißt ein erheblicher Teil der Bevölkerung hat nie etwas von Verbrechen erfahren, die jeder leicht hätte herausfinden können.

Dergleichen kann aber nur dann passieren, wenn die Menschen bestimmte Dinge nicht einmal zu denken wagen, sonst hätte ihnen ja bewußt werden müssen, daß sie sich selbst betrügen. Und eine Gedankenzensur, die bei 90% der Bevölkerung beinahe perfekt funktioniert, ist nur dann erklärlich, wenn der psychologische Mechanismus, der diese Zensur hervorruft in den Köpfen der Menschen so lange aktiv ist, wie sie sich bewußt zurückerinnern können. Das heißt - seit der frühen Kindheit. Muster, die so wenig bewußt sind, werden aber automatisch unbewußt an die nächste Generation weitergegeben. Das heißt der Mechanismus, der damals die Gedanken der Bevölkerung an die offizielle Linie angepaßt hat, ist heute noch aktiv und paßt die Meinung der meisten Menschen an das an, was heute als "richtig" und "vernünftig" gilt. Nur gibt es heute nicht eine offizielle Linie - sondern drei-vier Hauptmeinungen, die als "normal" gelten


Aus: "Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur" von Kersti Nebelsiek (Stand: 01/2007)
Quelle: http://www.kersti.de/VA048.HTM


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["Edict wegen der wiederhergestellten Censur"... (Lamettrie)]
« Reply #14 on: Januar 25, 2007, 04:14:08 nachm. »
Quote
[...] Um das Schicksal von La Mettries Büchern kümmerte sich indes, auf seine Art und soweit es in seiner Macht stand, Friedrich höchstpersönlich. Er erliess eigens das "Edict wegen der wiederhergestellten Censur". um die Erstauflage des »Discours sur le bonheur« konfiszieren lassen zu können; er nötigte La Mettrie zur Herausgabe von »Œuvres philosophiques«, in denen gerade die, wie Maupertuis sich ausdrückte, "verabscheuungswürdigen" Schriften fehlten, die La Mettrie als seine wichtigsten ansah; und er verbot den Verkauf dieser »Œuvres« sofort nach ihrem Erscheinen, weil sie einen längeren »Discours préliminaire« enthielten, den der renitente Autor offenbar unzensiert hineingeschmuggelt hatte. (Erst spätere, postume Auflagen der »Œuvres«, die ausserhalb Preussens erschienen, waren komplett.


Bruchstück aus: "Lamettrie" Der Text ist eine leicht redigierte Fassung des einleitenden Essays zu Band 1 der 4-bändigen deutschen Edition der wichtigsten Werke von Lamettrie - La Mettrie / Lamettrie »Der Mensch als Maschine« (Nürnberg: LSR-Verlag 1985, S. VII-XL)
Quelle: http://www.lsr-projekt.de/lm1.html

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[Verbotenes Medium... (Notizen zur Geschichte der Zensur)]
« Reply #15 on: Januar 25, 2007, 04:40:28 nachm. »
Quote
[...] Bundesrepublik Deutschland: Bis 1968 war der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften aus der DDR verboten.

[...] Deutsche Demokratische Republik (bis 1990): In der Deutschen Demokratischen Republik waren prinzipiell alle Medien, insbesondere politischen regimekritischen Inhaltes, aus dem Westen verboten. Dabei gab es jedoch für ausgewählte Abonnenten (Kirchenvertreter, Künstler u. a.) des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, die wöchentlich ihr Exemplar in der DDR zugestellt erhielten, eine Ausnahmeregelung.

[...]

Printmedien: Indizierte Bücher

Indizierte Bücher, die erstmals indiziert bzw. dauerindiziert sind oder nach einfacher Indizierung nicht mehr verlegt werden:

    * Das Buch Noctemeron – Vom Wesen des Vampirismus, Mordor, Bohmeier Verlag, Leipzig, ISBN 3890943993. Für die BRD als jugendgefährdend (Liste A) indiziert im Bundesanzeiger Nr. 206 am 29. Oktober 2005.
    * Affären der Leidenschaft – Lesebuch der Lust, Taschenbuch Nr. 23 517 der Reihe NonStop, Ullstein, Berlin; indiziert im Bundesanzeiger Nr. 186 vom 30. September 1995
    * Anekdoten um Hitler – Geschichten aus einem halben Jahrhundert, Henriette von Schirach, indiziert laut Bundesanzeiger Nummer 54, erschienen am 19. März 1982
    * Caligula, William Howard, D, Für die BRD indiziert im Bundesanzeiger Nr. 122 vom 8. Juli 1981.
    * Dornröschens Erwachen. Erotische Abenteuer einer Prinzessin, Anne Roquelaure, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 184 vom 30. September 1992
    * Dornröschens Bestrafung, Anne Roquelaure, Taschenbuch Nummer 9846 Goldmann, München, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 224 vom 28. November 1992
    * Das erotische Rowohlt Lesebuch, Dieter Mathiak (Hrsg.), indiziert im Bundesanzeiger Nr. 204 vom 31. Oktober 1986
    * Enzyklopädie des Marihuana-Anbaus, Frank Mel und Ed Rosenthal, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 184 vom 30. September 1988
    * Enzyklopädie der psychedelischen Drogen, Peter Stafford, Stafford, Volksverlag, Linden Bundesanzeiger Nr. 170 vom 14. September 1982 (sehr umfangreiches wissenschaftliches Werk mit vielen Details)
    * Ein Männlein steht im Walde (Der Fliegenpilz und sein Gebrauch), Dirk F. Schulte, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 244 vom 30. Dezember 1988
    * James Grunert oder Ein Roman aus Berlin, Hans von B-r, Privatdruck, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 73 vom 15. April 1987
    * Handbuch für die Marihuana-Zucht in Haus und Garten, Frank Mel und Ed Rosenthal, indiziert durch den Bundesanzeiger Nr. 109 vom 19. Juni 1980
    * Die Erwählte von Mida, Sharon Green, München, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 140 vom 30. Juli 1988
    * Nunchaku, Albrecht Pflüger, Falken Verlag, ISBN 3-8068-0373-0, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 61 am 31. März 1989
    * Politik der Ekstase, Timothy Leary, D, Am 2. April 1981 in der 275. Sitzung der BPJS als „sozialethisch verwirrend“ eingestuft und indiziert. Begründung war unter anderem die „Aufforderung, LSD zu rauchen“, was „notwendigerweise den Besitz der Droge voraussetzt“. 1997 wurde von Verlagsseite (Grüne Kraft) rechtlich gegen die Indizierung vorgegangen; die Klage blieb erfolglos. [2]
    * Rückkehr nach Roissy, Pauline Réage, Laut Bundesanzeiger Nr. 94 vom 22. Mai 1982 als jugendgefährdend indiziert (rororo Taschenbuchnummer 4172, Rowohlt, Reinbek)

Zeitweise indizierte Bücher, die mittlerweile frei erhältlich sind:

    * American Psycho; Bret Easton Ellis, D, indiziert durch Bundesprüfstelle 1995 ff. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Bock auf Rock, Les Field, Ullstein, Tb Nr. 20971, ISBN 3548209718 Indiziert in der BRD gemäß Bundesanzeiger Nr. 41 vom 28. Februar 1989. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Josephine Mutzenbacher, anonym veröffentlicht, D, Seit 1982 indiziert, bestätigt im Juni 1985 vom Oberverwaltungsgericht Münster, aufgehoben 1990 durch das Bundesverfassungsgericht, 1992 von der deutschen BPS erneut indiziert. Derzeit (2005) im Handel wieder erhältlich.
    * Mein erstes Shopping-Buch; Wilske Judith. Ende 2000 wurde Mein erstes Shopping-Buch von der Bundesprüfstelle indiziert, weil darin Kinder zu Markenfetischismus und Egoismus verleitet würden. Erst im März 2003 beurteilte das Verwaltungsgericht Köln die Indizierung abschließend als rechtswidrig. Darauf versuchte die Bundesprüfstelle eine Revision. Juli 2004 wurde die Indizierung endgültig aufgehoben.
    * Opus Pistorum, Henry Miller, D, indiziert 1988, 1993 aus der Liste der jugendgefährdenden Schriften gestrichen.
    * Venus im Pelz, Sacher-Masoch, D, indiziert 1958. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Wahrheit für Deutschland – Die Schuldfrage des zweiten Weltkrieges, Udo Walendy, 1970, D, 1979 indiziert, 1994 nach Prozess aus der Liste der jugendgefährdenden Schriften gestrichen. Derzeit legal wieder erhältlich.
    * Der stählerne Traum, Norman Spinrad, D, Science-Fiction-Roman, wurde 1981 wegen „Verherrlichung nationalsozialistischen Gedankenguts“ indiziert. Der Heyne-Verlag kämpfte um die Freigabe des Romans, bis fünf Jahre später das Bundesverwaltungsgericht die Indizierung aufhob.

Verbotene Bücher in Deutschland und der Schweiz:
Der Erwerb und Vertrieb der folgenden Bücher ist in Deutschland verboten, der Besitz jedoch legal. In der Schweiz ist die Regelung, insbesondere in Hinsicht auf van Helsings Werke – vermutlich – ebenso.

    * Attilas Enkel auf Davids Thron, Erwin Soratori, verboten 1992 durch das Amtsgericht Tübingen (4 Gs 445/95)
    * Das Reich als Aufgabe; Friedrich Schmidt. Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Der Fall Günter Deckert, Günther Anntohn, Henri Roques, Weinheim 1995, (verboten vom Landgericht Mannheim, (13) 5 Ns 67/96)
    * Funkenflug – Handbuch für nationale Aktivisten; Jürgen Riehl (Pseudonym). Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert, Udo Holey (erschienen unter dem Pseudonym Jan van Helsing, D, CH (erhältlich in Österreich), verboten durch Amtsgericht Mannheim wegen Volksverhetzung)
    * Geheimgesellschaften 2 (das Interview), Udo Holey / bzw. Jan van Helsing), D, CH (ebenfalls erhältlich in Österreich), verboten ebenfalls wegen Volksverhetzung.
    * Hoch-Zeit der Menschheit, Rudolf John Gorsleben, Reprint des ursprünglich 1930 erschienenen Buches. Dieser Reprint wurde in den neunziger Jahre auf Betreiben von Ignaz Bubis durch das Amtsgericht Bremen 81b Gs 45/96 verboten. Der betroffene Reprint ist jedoch nicht ausschließlich ein Faksimile, sondern enthält später hinzugefügte Passagen. Die Originalausgaben der 30er Jahre sind nach wie vor legal im antiquarischen Handel erhältlich.
    * Kapitulieren, niemals!; Werner Naumann. Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Rasse – Ein Problem auch für uns; Jürgen Riehl (Pseudonym).
    * Auschwitz – Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust; Jürgen Graf. Verbot wegen Volksverhetzung.

Folgende Bücher wurden eingezogen – damit ist auch der Verkauf an Erwachsene illegal. Für die Bundesrepublik Deutschland gilt: Der Käufer kann sich aufgrund des eindeutigen Willens des Gesetzgebers, der lediglich ein Verbreitungsverbot vorsieht, nicht strafbar machen. Somit ist auch der Besitz straffrei. Fraglich ist, ob ein im Rahmen einer Hausdurchsuchung aufgefundenes Exemplar durch die Staatsanwaltschaft eingezogen wird. Die Einziehung ist rechtlich nicht möglich, wenn der Erwerb vor dem Zeitpunkt des Beschlagnahmebeschlusses der Staatsanwaltschaft liegt. Zu beachten ist jedoch: Eine private Weitergabe, Flohmarktverkauf oder ein antiquarischer Handel ist in jedem Fall unzulässig, da hier eine Verbreitung anzunehmen wäre. Es existiert in der BRD kein veröffentlichtes Verzeichnis indizierter Bücher, da die ausführenden Behörden vermeiden möchten, dass damit erst ein Markt/eine Nachfrage entsteht. Die rechtlichen Vorschriften sind eindeutig: ein Verkäufer ist – auch auf dem Flohmarkt in der rechtlichen Verantwortung und kann sich wegen „Verbreitung“ strafbar machen. Auf der anderen Seite steht der Käufer einer Publikation. Hier hat der Gesetzgeber der Bundesrepublik Deutschland nur einen Straftatbestand vorgesehen, nämlich den Erwerb von Kinderpornografie. Weitere Strafandrohungen für den Kauf von Schriften im Sinne des § 11 Abs. 3 StGB (hierunter fallen alle Bücher, Zeitschriften, Videos, CDs, DVDs und Downloads aus dem Internet) gibt es nicht.

    * Texte: RAF, herausgegeben vom Verlag Bo Cavefors aus Schweden, D, Beschlagnahmung.
    * Der totale Widerstand – Kleinkriegsanleitung für jedermann, Major Hans von Dach, Zürich, 1961. Enthält Anleitungen für terroristische Anschläge sowie zum Bau von Waffen und Sprengstoffen.
    * Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa. Kollektiv RAF, Wagenbach Verlag, Berlin, D, bereits drei Wochen nach Ersterscheinung wurden am 28. Oktober 1971 alle Bücher beschlagnahmt. Hierbei wurden die Verlagsauslieferung und mehrere Hunderte Buchhandlungen durchsucht. Außerdem wurden die Druckplatten der Druckerei beschlagnahmt. Auch unter dem Tarnnamen Die neue Straßenverkehrsordnung verbreitet.

Bücher, die zwar nicht indiziert, aber aus verschiedenen Gründen verboten waren und wieder erhältlich sind:

    * Der Krieg in unseren Städten; Udo Ulfkotte, D, Auf Antrag der Berliner Islamischen Föderation Auslieferungsverbot erwirkt. Bis Mai 2006 wieder erhältlich, dann vor dem Hintergrund massiver Drohungen gegen den Autor und den Frankfurter Eichborn-Verlag "freiwillig" wieder vom Markt genommen. Der Autor wurde mehrfach mit dem Tod bedroht.
    * Invasionsziel: DDR, Vom Kalten Krieg zur Neuen Ostpolitik. 1971 im Konkret Buchverlag GmbH + Co.KG, Hamburg erschienen. Umschlag: Ulrich Kirschstein, Hamburg konkret extra Band 7. Autoren sind unter anderem: Karl Heinz Roth, Hajo Leib, Nicolaus Neumann. Das Buch wurde im Verlag beschlagnahmt.
    * Invasionsziel: DDR, 1970 im Konkret Buchverlag GmbH und Co.KG, Hamburg erschienen.

Bücher, die auf Grund einer Zivilklage nicht, verzögert oder mit Änderungen erschienen sind:

    * Das Hanf-Handbuch; Hainer Hai. In allen Auflagen (außer der 1.) sind Stellen geschwärzt, die von Schmuggel und Verkauf von Cannabis(produkten) handeln.
    * Der Oligarch; Jürgen Roth. D, Im Buch musste nach Klage von [Nach Anfrage Gelöscht [25.01.2010 ] vor dem Landgericht Düsseldorf 2001 mehr als ein Dutzend Passagen mit schwarzen Balken unkenntlich gemacht werden. [Nach Anfrage Gelöscht [25.01.2010 ] führte aus, dass in diesen Passagen unwahre Behauptungen über seine Geschäftsbeziehungen zur ukrainischen Mafia aufgestellt würden.
    * Hinter den Kulissen; Dieter Bohlen. Auf eine Klage von Thomas Anders hin waren einige diffamierende Stellen im Buch zu schwärzen.
    * Mephisto (Roman); Klaus Mann. 1968 vom Landgericht verboten, Urteil bestätigt durch das Bundesverfassungsgericht, Roman dann doch 1981 trotz rechtskräftigen Urteils im Rowohlt Verlag erschienen, da die Erben von Gustaf Gründgens auf die weitere Durchsetzung des Urteils verzichteten.
    * Esra (Roman); Maxim Biller wegen offensichtlicher Erkennbarkeit der Hauptfiguren des Romans, am 21. Juni 2005 vom BGH letztinstanzlich verboten. Zwei Frauen hatten geklagt, weil sie sich in zwei Figuren des Romans wiedererkennen und dies ihre Persönlichkeitsrechte verletze.
    * Meere (Roman); Alban Nikolai Herbst aufgrund einer Zivilklage (Erkennbarkeit) verboten.

Andere oder unklare Rechtslage:
    * Mein Kampf, Adolf Hitler, D, legaler Neudruck in der BRD nicht erhältlich, da die bayerische Staatsregierung (bzw. der Freistaat Bayern) das Urheberrecht hat und Neuauflagen unterbindet, Rechtslage in A und CH unklar.
    * Die erotischen Phantasien der Frauen, Nancy Friday, D
    * Die erotischen Phantasien der Männer, Nancy Friday, D
    * radikal (erschienen in Berlin u.a.), eine Zeitschrift der anarchistischen Linken. Die Herausgeber wurden 1984 wegen "Werbens für eine terroristische Vereinigung" zu je 30 Monaten Haft verzurteilt, erst 1989 wurde das Urteil durch den Bundesgerichtshof aufgehoben.
    * Das Sexbuch. Aufklärung für Jugendliche und junge Erwachsene, Günter Amendt, D

Verbote in anderen Ländern:
    * Die satanischen Verse; Salman Rushdie. Das Buch ist in mehreren islamischen Staaten verboten. Der Autor wird von islamistischen Organisationen mit Morddrohungen verfolgt.
    * Der Falun Xiulian Dafa, Li Hongzhi, Volksrepublik China, Das Buch bildet die theoretische Grundlage von Falun Gong und ist in China, wo die Falun-Gong-Bewegung rigoros verfolgt wird, verboten.

Frankreich:
Eric Delcroix, La police de la pensée contre le révisionnisme Verboten 1994 durch das Tribunal de grande instance de Paris, Aktenzeichen 9428703083)

Verbotene, beschlagnahmte oder indizierte Comics in der Bundesrepublik Deutschland:
    * Emmanuelle, Guido Crepax, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 192 vom 14. Oktober 1982
    * Kondom des Grauens (Comic), Ralf König, Deutschland. Im Juli 1995 durchsuchten mehrere Dutzend Polizisten den Alpha Comic Verlag und beschlagnahmten 150 Bücher und Comics in Gesamtauflage „wegen des Verdachts auf Verbreitung gewaltverherrlichender, pornographischer und den Nationalsozialismus verherrlichender Schriften“. Dies betraf Comics, die zwar nicht durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPS) indiziert waren, sich aber nach Ansicht der Staatsanwaltschaft an der Grenze des Erlaubten befanden. Die Aktion löste Kontroversen aus, weil sie ohne rechtliche Grundlage vollzogen wurde. Der Alpha-Verlag musste aufgrund der entstandenen Schäden Konkurs anmelden, in diesem Zusammenhang auch betroffen waren 1200 im Jahr darauf von der Polizei durchsuchte Comicläden und Buchhandlungen (bei denen wahllos und willkürlich Ware beschlagnahmt wurde, so z. B. Walter Moers' Kleines Arschloch und Art Spiegelmans Maus).
    * ARMS Band 2, Manga von Ryouji Minagawa und Kyouichi Nanatsuki Panini Verlag, Nettetal, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 227 vom 30. November 2004
    * Hellsing Band 4, Manga von Kohta Hirano, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 98 vom 31. Mai 2005
    * Majin Devil Band 1, Manga von Oh! Great, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 142 vom 30. Juli 2004
    * Red Eyes Band 7, Manga von Jun Shindo, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 60 vom 31. März 2005
    * Vampire Master Band 1, Manga von Satoshi Urushihara, Panini Verlag, indiziert am 24. Dezember 2003
    * Vampire Master Band 3, Manga von Satoshi Urushihara, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 82 vom 30. April 2005
    * Sailor Moon Heft 21/2000, Anime-Comic-Heft, Ehapa Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 81 vom 28. April 2001
    * Die Abenteuer der Sweet Gwendoline, John Willie, Widder Press, indiziert gemäß Bundesanzeiger Nummerr 140 vom 29. Juli 1989
    * U-Comix Sonderband Nr. 7; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 8. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 11; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 32 vom 17. Februar 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 12; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 174 vom 18. September 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 16; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 216 vom 17. November 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 17; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 08. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 18; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 105 vom 10. Juni 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 19; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 14 vom 22. Januar 1982
    * U-Comix Sonderband Nr. 20; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 216 vom 17. November 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 22; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 08. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 24; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 105 vom 10. Juni 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 34; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 162 vom 31. August 1985
    * Lucifera, Freibeuter Verlag, 1972–74 Nr. 1–24
    * Oltretomba, Freibeuter Verlag, 1974, Nr. 1–4
    * Messalina 1–24
    * Tomba 1–24
    * ZIP 1–24
    * Jolanda 1–24
    * Horror 1–23
    * Kalter Krieg, Matthias Schultheiss, 1985, Melzer Verlag
    * Die Abenteuer der Phoebe Zeit-Geist, 1970, Konkret Verlag / 1973, Melzer Verlag, indiziert 1974, aufgehoben 2002
    * Mutanten Welt, Richard Corben, Volksverlag, 1982
    * U-Comix Sonderband Nr. 3
    * Die kleine geile Reihe 1–10
    * Außer Kontrolle 2,3
    * Die sexuellen Abenteuer von Fucky Luke 1–4 (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Fick und Fotzi (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Nachahmungen 1–2
    * Asterix und das Atomkraftwerk (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Donald Duck – Häuserkampf in Entenhausen (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Donald Punk 1–3 (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Paranoia-Comix, Don Martin
    * Sympathisantenschlumpf (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Tim und Struppi in der Schweiz (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Ranx, 3, Kult Editionen, August 1997
    * Sex in Comics, Nr. 1+2, Brumm Comics / Melzer Verlag, Indizierung für Band 1 aufgehoben 2001
    * Die aussergewöhnliche Welt des Richard Corben 1, Volksverlag, 1977–1980, indiziert 1986
    * Rowlf & Die Bestie von Wolfton, Richard Corben, Volksverlag 1981, indiziert 1982
    * Beta Comic Art Collection, Nr. 4, Der Dämon im Cockpit, Richard Corben, indiziert 1986

Zeitweise indizierte Comics, die mittlerweile frei erhältlich sind:
    * Anne und Hans, indiziert 1973, aufgehoben 2002
    * Comic-Striptease, Melzer Verlag, indiziert 1973, aufgehoben 2002
    * U-Comix Sonderband Nr. 6; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006
    * U-Comix Sonderband Nr. 10; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006
    * U-Comix Sonderband Nr. 13; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006

Computer- und Videospiele: In der Bundesrepublik Deutschland indizierte Spiele
    * Blood und Blood 2 von Monolith Productions Blood mittlerweile wieder erlaubt und Freeware.
    * BloodRayne und BloodRayne 2 von Termina Reality in der unzensierten Fassung.
    * Carmageddon von SCi Entertainment (ungekürzte PC-Version)
    * Carmageddon 2 - Carpocalypse Now von SCi Entertainment (ungekürzte PC-Version)
    * Command & Conquer: Generals von EA Pacific in der unzensierten Fassung.
    * Condemned: Criminal Origins von Monolith Productions in der unzensierten Fassung.
    * El Matador von Plastic Reality in der Games-Convention Fassung.
    * Dead Rising von Capcom (Vorläufig indiziert) September 2006
    * Doom und Doom 2 von id Software gilt nicht für die GBA-Versionen.
    * Doom 3 Resurrection of Evil von id Software in der unzensierten Fassung.
    * Duke Nukem 3D von 3D Realms
    * Far Cry von Crytek in der unzensierten Fassung
    * F.E.A.R. von Monolith Productions in der unzensierten Fassung
    * Gears Of War von Epic Games für Xbox 360
    * Goldeneye - 007 von Rare
    * Grand Theft Auto: Vice City von Rockstar North in der unzensierten Fassung
    * Half-Life von Valve Software in der unzensierten Fassung sowie alle dazugehörigen Mods
    * Hitman: Codename 47 von IO Interactive
    * Killer Instinct von Rare
    * Kingpin: Life of Crime von Xatrix Entertainment
    * Manhunt von Rockstar North mittlerweile bundesweit beschlagnahmt
    * Max Payne von Remedy Entertainment
    * Medal of Honor und Medal of Honor Underground von Electronic Arts in der unzensierten Fassung.
    * Mortal Kombat, Mortal Kombat II und Mortal Kombat 3 von Midway Games, sowie Mortal Kombat 4 (Game-Boy-Version nicht betroffen), Mortal Kombat Mythologies Sub-Zero und Mortal Kombat Trilogy in den unzensierten Fassungen.
    * Postal und Postal 2 von Running with Scissors, Inc.
    * Quake, Quake II, Quake III Arena und Quake IV (US-Version) von id Software
    * Red Faction von Volition, Inc.
    * Resident Evil 2 von Capcom in sämtlichen Fassungen.
    * Resident Evil 4 von Capcom in der unzensierten Fassung, mittlerweile gibt es bestimmte Läden die mehr oder weniger Uncut-Versionen verkaufen.
    * Return to Castle Wolfenstein von id Software in der deutschen und englischen Fassung.
    * Rise of the Triad von Apogee
    * Shellshock Nam '67 von Guerilla
    * Silent Scope, Silent Scope Complete (Entscheidung Nr. I 25/06 vom 4. Juli 2006) und Silent Scope 2 - Fatal Judgement von Konami
    * Sin von Ritual Entertainment in der unzensierten Fassung.
    * Soldier of Fortune von Raven Software
    * State of Emergency von Rockstar Games
    * The House of the Dead und The House of the Dead 2 von Sega, für Spielesaloonmaschinen zensiert worden und ab 12 in einige Spielhallen für Jugendliche gekommen.
    * The Punisher von Volition, Inc
    * Unreal Tournament, Unreal Tournament 2003 in der englischen und der ersten deutschen Fassung und Unreal Tournament 2004 in der englischen Fassung von Epic Games.

In der Bundesrepublik Deutschland verbotene Spiele:
    * Manhunt von Rockstar Games ist das einzige Spiel seit Mortal Kombat 3, das wegen übertrieben brutaler Gewaltdarstellung für alle Systeme am 19. Juli 2004 durch das Amtsgericht München für die bundesweite Beschlagnahmung freigegeben wurde.
    * Mortal Kombat, Mortal Kombat II und Mortal Kombat 3 von Midway Games
    * Wolfenstein 3D von id Software ist in der englischen Fassung wegen nationalsozialistischer Symbolik beschlagnahmt.

Tonträger:
In Deutschland indiziert:
    * Ab 18 von Die Ärzte. Wegen des indizierten Liedes Geschwisterliebe.
    * Aggro Ansage Nr.2 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.3 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.4 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.5 (in der Standard- und Premium-Version) von Aggro Berlin
    * Butchered at birth der Band Cannibal Corpse
    * Das Reich kommt wieder der rechtsextremen Band Landser. Das Album auf Musikkassette wurde 1993 von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend indiziert.
    * Debil der Gruppe Die Ärzte wegen der Titel Claudia hat 'nen Schäferhund und Schlaflied, beide indiziert von der BPjS; Indizierung wurde 2004 aufgehoben.
    * Der Bozz von Azad wegen der Titel Judgement Day (feat. Wahrheit) und Blackout
    * Der nette Mann der Band Böhse Onkelz, auf dem 6 von 14 Titeln beanstandet wurden (LP) (indiziert u. beschlagnahmt,)
    * Die Ärzte der gleichnamigen Band wegen des Titels Geschwisterliebe, indiziert von der BPS
    * Divine Intervention der Band Slayer
    * Eaten back to life der Band Cannibal Corpse
    * Electro Ghetto von Bushido
    * Farbenfinsternis der Band Eisregen
    * Sexkönig von King Orgasmus One
    * Mein Kampf - Musik für Männer von King Orgasmus One
    * Fick mich...und halt dein Maul von King Orgasmus One
    * King Of Kingz von Bushido
    * Krebskolonie der Band Eisregen. Verbreitungsverbot nach StGB durch die BPjM am 7. August 2003 wegen laut BPjM „grausamen, menschenverachtenden, frauenfeindlichen und verrohenden“ Texte, die zudem „sozialethisch desorientierend“ seien.
    * Maske von Sido
    * Rap Braucht Kein Abitur von Bass Sultan Hengzt
    * Republik der Strolche der Band Landser wurde 1996 von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend indiziert
    * The Future Of War der Band Atari Teenage Riot
    * Tomb of the Mutilated der Band Cannibal Corpse
    * Untergrund Solo vol.2 von Frauenarzt
    * Porno Party von Frauenarzt + Mr. Long
    * Tanga Tanga 2003 von Frauenarzt
    * Vom Bordstein bis zur Skyline von Bushido
    * Der Untermensch (mit Namen Christ) von Camulos

Songs:
    * Kein Gerede der Band WIZO, inhaltlicher Aufruf zum Terrorismus

In Deutschland verboten:
    * Afrika für Affen , Dieser titel der Band Landser ist wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB bundesweit beschlagnahmt.
    * Der nette Mann der Band Böhse Onkelz, auf dem 6 von 14 Titeln beanstandet wurden (LP) (indiziert u. beschlagnahmt,)
    * Rock gegen Oben, CD der Band Landser (Beschlagnahme erfolgte 1998 bundesweit gemäß der Paragrafen 86a, 130, 130a -Anleitung zu Straftaten- des Strafgesetzbuches)
    * 12 Doitsche Stimmungshits der Zillertaler Türkenjäger, wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB bundesweit beschlagnahmt

Lieder der Band Störkraft wurden nicht nur indiziert, sondern auch beschlagnahmt und sind somit verboten:

    * Dreckig, kahl und hundsgemein (1989) am 31. Oktober 1992, eingezogen am 2. September 1993
    * Mann für Mann (1990) am 31. Oktober 1992, eingezogen am 6. Juli 1994
    * Live (1991) am 28. November 1992
    * Unter Froinden (1993) am 30. August 1997 und
    * Das waren noch Zeiten (1996) am 29. August 1998, eingezogen am 16. April 1998.

Visuelle Medien:
Im Deutschen Reich verboten:
Filmverbote während der Weimarer Republik:
Bereits in der Weimarer Republik wurden viele Filme verboten. Zuständig für die Zensur war die Berliner Film-Oberprüfstelle.

    * Der Film „Der Fürsorgezögling“ wurde am 9. September 1927 verboten, weil befürchtet wurde, das Vertrauen des Volkes in die Jugendwohlfahrtspflege werde damit zerrüttet.
    * „Panzerkreuzer Potemkin“ wurde 1926 verboten; der Film gefährdete die öffentliche Ordnung.


[...] In der Bundesrepublik Deutschland verboten (Auszug):
    * Blood Feast (Herschell Gordon Lewis, 1963). Der über 40 Jahre alte Film wurde 2004 beschlagnahmt. Die Beschlagnahmung des Films wurde durch das Amtsgericht Karlsruhe am 20. Januar 2004 (Az: 31 Gs 134/04) angeordnet.
    * Der nationalsozialistische Propagandafilm Der Ewige Jude von 1940 (Regie von Fritz Hippler) ist in der BRD in der Originalfassung verboten; zulässig ist eine ausschnittsweise Version mit erläuternden Unterbrechungen.
    * Braindead (Peter Jackson, 1992) wurde vom Amtsgericht Tiergarten in mehreren Veröffentlichungen beschlagnahmt. Auf die ungeschnittene Fassung folgte einige Jahre später die Beschlagnahmung einer gekürzten, zuvor von der Freiwilligen Selbstkontrolle freigegeben Version des Films.
    * The Texas Chainsaw Massacre (Tobe Hooper, 1974) wurde 1985 durch das Landgericht München bundesweit beschlagnahmt. Dies betraf die VHS-Kassette des Anbieters VPS. Die im Jahr 2003 publizierte und um ca. 4 Minuten gekürzte Fassung betrifft diese Beschlagnahme nicht. Diese Fassung wurde von der Juristenkommission (JK) der SPIO begutachtet und als strafrechtlich unbedenklich eingestuft. Die geschnittenen Szenen sind als Bonus dennoch auf der DVD anwählbar.
    * Maniac (William Lustig, 1980) wurde 1983 vom Landgericht München als erster Film wegen des Verstoßes gegen den § 131 StGB bundesweit beschlagnahmt. Die Videofassung war in einer Szene leicht gekürzt und nicht von der FSK geprüft. Die Beschlagnahmung rief kontroverse Diskussionen um Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen aus.
    * Man Eater
    * Muttertag (Horrorfilm)
    * Tanz der Teufel
    * Freitag der 13. und Freitag der 13. Teil IV – Das letzte Kapitel wurden seiner Zeit verboten. Die Verbote zu Teil 1 unterliegen mittlerweile der Verjährung. Die DVD zu Teil 4 wurde 2005 erneut eingezogen und verboten (Beschluss vom 9. Mai 2005, AG Tiergarten). Andere Teile der Reihe sind frei erhältlich ab 18 Jahren.
    * Ein Zombie hing am Glockenseil - Urteile unterliegen mittlerweile der Verjährung. Eine gekürzte Fassung ist freigegeben "nicht unter 18 Jahren".
    * 1976 wurden in vielen deutschen Kinos die Filmrollen von Pasolinis de-Sade-Bearbeitung mit dem deutschsprachigen Verleihtitel Die 120 Tage von Sodom aufgrund von Anweisungen durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft erhob damals den Vorwurf der Gewaltpornografie. Später wurde der Film wieder freigegeben.
    * Rohtenburg Der Kinostart des Kannibalen-Films wurde vom Landgericht Frankfurt untersagt.


Bruchstücke aus: "Verbotenes oder indiziertes Medium" (Stand: 01/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verbotene_oder_indizierte_Medien

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« Last Edit: Januar 25, 2010, 06:19:16 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Wir haben eine Wirklichkeit offen gelegt... ]
« Reply #16 on: Februar 04, 2007, 03:22:00 nachm. »
Quote
[...] Flemming Rose: Wir wollten auf zweierlei aufmerksam machen: auf Selbstzensur im Kulturbetrieb Dänemarks und des Westens einerseits. Andererseits hielten wir es für nicht hinnehmbar, dass einige Moslems versuchten, der Öffentlichkeit ihre religiösen Tabus aufzuzwingen, in diesem Fall das Verbot von Abbildungen des Propheten. Wir glaubten anfangs nicht daran, dass die freie Meinungsäußerung bedroht gewesen wäre. Uns ist nur aufgefallen, dass sich einige Leute im Kulturleben einer Selbstzensur unterwarfen, wenn es um den Islam ging. Beispiele: Ein Kinderbuchautor konnte keinen Illustrator für sein Buch über das Leben des Propheten finden. Derjenige, der es dann schließlich doch gemacht hat, bestand darauf, anonym bleiben zu können. Für mich handelt es sich um eine Form von Selbstzensur, wenn man nicht unter seinem eigenen Namen publizieren will. Dieses war aber nur das erste, nicht das einzige Beispiel. In London geschah etwas Ähnliches wie in Berlin: Im September 2005 entfernte die Direktion der Tate Gallery eine islamkritische Installation des avantgardistischen Künstlers John Latham mit dem Titel "Gott ist groß". Man sieht die Bibel, den Talmud und den Koran, die an einer Glasscheibe befestigt sind. Dies erinnert an die Köpfe verschiedener Religionsführer in der Inszenierung der Mozart-Oper "Idomeneo" in Berlin. Das Museum hat dieses Stück entfernt, ohne den Künstler zu fragen und ohne sich bei der Polizei zu erkundigen, ob sie wegen der Ausstellung dieses Werkes mit irgendeiner Bedrohung rechnete.

Heinemann: Herr Rose, hatten Sie damals den Eindruck, dass das Recht der freien Meinungsäußerung in Gefahr war?

Rose: Die freie Meinungsäußerung war nicht auf der Ebene des Gesetzes bedroht. Aber wir haben festgestellt, dass einige Leute im Zusammenhang mit dem Islam Selbstzensur übten. Ich habe damals in dem Begleittext zu den Karikaturen geschrieben, dass ich nicht weiß, ob es sich um eine tatsächliche oder eine eingebildete Bedrohung handele. Leider stellte es sich bald heraus, dass es eine tatsächliche Bedrohung gab. Die Karikaturisten und Herausgeber in Norwegen, im Nahen Osten, in Jordanien, in Jemen und anderen Orten erhielten Morddrohungen oder wurden gerichtlich belangt, weil sie diese Karikaturen veröffentlicht hatten.

Heinemann: Haben die Reaktionen Sie überrascht?

Rose: Ja. Und jeder, der etwas anderes behauptet, sagt nicht die Wahrheit. Ich habe im vergangenen Jahr mit dem Islamexperten Bernard Lewis gesprochen, und er hat mir gesagt, dies war das erste Beispiel dafür, dass Moslems darauf bestehen, mit dem islamischen Gesetz zu regeln, was Nichtmoslems in nichtmoslemischen Ländern tun sollen. Das hat es niemals zuvor gegeben. Jeder, der mir erzählt, wir hätten dies vorhersehen können, betreibt eine nachträgliche Vorausschau.

[...] Heinemann: Hat sich Dänemark durch die Debatte über die Karikaturen verändert?

Rose: Ja, das glaube ich. Moslems werden heute vielschichtiger wahrgenommen. Vor der Debatte wendeten sich die Medien, wenn sie den Islam thematisierten, immer an Imame. Heute ist das nicht mehr so, weil die Imame nur eine Fraktion der moslemischen Gemeinde vertreten. In der öffentlichen Debatte gibt es nun mehrere Stimmen von moslemischer Seite. Außerdem verläuft die Auseinandersetzung über Integration und die echte Herausforderung, die dieses bedeutet, viel wirklichkeitsbezogener. Beispiel: Im Mai oder Juni des letzten Jahres fand in Dänemark die erste Umfrage nur unter Moslems statt, und dabei stellte sich heraus, dass die Moslems in Dänemark über das Verhältnis der freien Meinungsäußerung und religiösen Gefühlen anders denken als die dänische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Eine Mehrheit der Moslems sind der Meinung, dass die religiösen Gefühle Vorrang genießen sollten vor dem Wert der freien Meinungsäußerung, während die Dänen insgesamt genau das Gegenteil vertreten. Dies ist ein kultureller Unterschied, über den wir debattieren müssen. Dies wäre ohne die Veröffentlichung der Karikaturen nicht herausgekommen. Wir haben dadurch keine neue Wirklichkeit geschaffen, aber wir haben eine Wirklichkeit offen gelegt, die vorhanden war, die aber nur wenige wahrgenommen haben.

Heinemann: Sind Sie in dieser Zeit persönlich bedroht worden?

Rose: Niemand hat auf der Straße eine Pistole auf mich gerichtet. Die Drohungen waren eher virtuell, per E-Mail oder in Briefen. Es ist schwierig, wenn man es nicht mit einer erkennbaren Bedrohung zu tun hat. Das ist nicht angenehm, aber es hat mein Leben nicht beeinträchtigt. Für meine Familie war es viel schwerer.

Heinemann: Sie sprachen eben über Selbstzensur. Würden Sie noch einmal Mohammed-Karikaturen veröffentlichen?

Rose: Diese Karikaturen entstanden in einem bestimmten Zusammenhang, und es wäre keine besonders schöpferische Idee, das Gleiche abermals zu unternehmen. Wenn ich jetzt sagte, ja, wir würden es noch einmal tun, wird man mich für einen kalten und harten Typen halten. Menschen haben wegen dieser Karikaturen leiden müssen, einige wurden getötet. Keine Karikatur ist ein Menschenleben wert. Das sage ich auch dann, wenn ich den direkten Zusammenhang zwischen den Abbildungen und der Tötung von Unschuldigen in Nigeria oder anderswo nicht gelten lasse. Das hatte mit inneren Umständen in diesen Ländern zu tun. Wenn ich sagte, nein, wir würden dies nicht noch einmal veröffentlichen, dann würden diejenigen, die versucht haben uns einzuschüchtern und zu bedrohen sagen, dass dies doch funktioniert habe; indem man eine Zeitung und Personen bedroht, kann man etwas erreichen. Die Antwort auf diese Frage hat in jedem Fall negative Auswirkungen.

Heinemann: Flemming Rose, Redakteur der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten".

Aus: "Keine Karikatur ist ein Menschenleben wert" - "Jyllands-Posten"-Redakteur blickt auf den Karikaturen-Streit zurück
Moderation: Christoph Heinemann (03.02.2007)
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/589847/
« Last Edit: Februar 04, 2007, 03:57:51 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Der Verkauf von Vibratoren gesetzlich untersagt...]
« Reply #17 on: M?RZ 12, 2007, 01:31:05 nachm. »
Quote
[...] Verschiedene Länder kriminalisieren und zensieren [...] verschiedenste Inhalte. Homosexualität etwa wird in vielen Ländern schwer bestraft – in Deutschland ist sie nach Aussagen führender Politiker "gut so." Die Bundesrepublik Deutschland wiederum kriminalisiert die Verwendung nationalsozialistischen Symbolguts und die Leugnung des Holocaust, während in den USA Holocaustleugner zu Diskussionen in Schulen eingeladen werden. Irland verbietet Informationen über britische Abtreibungskliniken, in Oklahoma gilt Volker Schlöndorffs Film Die Blechtrommel als Kinderpornographie und in Alabama ist seit April 1998 der Verkauf von Vibratoren gesetzlich untersagt .

In Japan definierte die Rechtsprechung bis in die 1990er Material dann als "schädlich für die öffentliche Moral", wenn Schamhaare und Penisse sichtbar waren. Dagegen war die Darstellung des Geschlechtsaktes – auch in Magazinen für Jugendliche – kein Problem. In Filmen und Serien von Toshio Maeda konnten deshalb Monster mit penisähnlichen Tentakeln Mädchen ohne Schamhaare vergewaltigen – was nach den alten japanischen Zensurvorschriften völlig unbeanstandet blieb. Die wegen der japanischen Zensur eingefügte Symbolik lässt die Filme außerhalb Japans perverser wirken als das Verbotene, für das die Symbole stehen. Umgekehrt werden die Eigenheiten deutscher Zensur, wie die Verwendung von grünem Schleim statt Blut in Computerspielen, von Japanern die nach Deutschland kommen als besondere Perversion empfunden.

Quote
12. März 2007 1:20
Position eines Anarchisten
pullmoll

"Wer eine Regierung über sich hat, wird beaufsichtigt, kontrolliert,
bespitzelt, gelenkt, mit Gesetzen überzogen, reglementiert, zum
Gegenstand von Akten gemacht, mit Ideologie geimpft, ständig ermahnt,
besteuert, gewogen, zensiert, herumkommandiert, und zwar von Männern
[oder Frauen, d.Zitierer], die weder ein Recht, noch das Wissen, noch
die moralische Sauberkeit dazu haben."

-- Pierre-Joseph Proudhon (franz. Anarchist, 1809 - 1865)



Aus: "Wer wacht über die Wächter?" Peter Mühlbauer (TP; 12.03.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24816/1.html



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[Kunst und religiöse Gefühle... ]
« Reply #18 on: M?RZ 20, 2007, 11:59:01 vorm. »
Quote
[...] Moskau - Die Kuratoren der Ausstellung "Verbotene Kunst 2006" in Moskau sagten, die Schau solle Fälle von Zensur und Selbstzensur im modernen russischen Kulturbetrieb dokumentieren. Kirchensprecher verurteilten dagegen neben einem Werk, in dem die Comicfigur Micky Maus als Christus dargestellt wird, auch mehrere andere Kunstwerke.

"Es geht nicht um Religion", verteidigte sich der Kunstwissenschaftler Andrej Jerofejew. Er habe für das Sacharow-Museum 20 Werke zusammengestellt, die 2006 von offiziellen Ausstellungen ausgeschlossen worden seien. Dies sei teils in Selbstzensur der Kuratoren, teils auf Anordnung von oben ohne Begründung oder Rechtsgrundlage geschehen. "Wenn wir dieses Problem nicht öffentlich machen, wird sich der Spielraum für moderne Kunst katastrophal verengen", sagte Jerofejew. Die Schau war der provozierendste Beitrag zu der 2. Internationalen Kunstbiennale, die gegenwärtig in Moskau stattfindet.


[...]  Der Sprecher der russischen Kirchenführung, Wsewolod Tschaplin, legte orthodoxen Gläubigen nahe, Anzeige gegen die Ausstellung zu erstatten. "Es geht um eine Rechtsverletzung, die unterbunden werden sollte", erklärte er nach Angaben der Agentur Interfax. Der orthodoxe Theologieprofessor Andrej Kurajew forderte ein Berufsverbot für Jerofejew und den Direktor des Sacharow-Museums, Juri Samodurow. "Sie sollten auf ihre Zurechnungsfähigkeit geprüft werden", erklärte der fundamentalistische Bund orthodoxer Bürger.

Provozierende Gegenwartskunst hat im traditionell konservativen Russland einen schweren Stand. Je nationalistischer die Atmosphäre im Land in den vergangenen Jahren geworden ist, desto mehr haben staatliche und kirchliche Proteste gegen vermeintlich anstößige, blasphemische oder pornographische Kunstwerke zugenommen. 2003 verwüsteten radikale Kirchenanhänger die Kunstausstellung "Vorsicht, Religion!" im Sacharow-Museum. Gerichtlich verurteilt wurden aber nicht die Angreifer. Direktor Samodurow und die Ausstellungsmacher mussten Geldstrafen wegen "Aufhetzung zum Religionshass" bezahlen.

Das Sacharow-Museum in Moskau verwaltet den Nachlass des sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträgers Andrej Sacharow (1921-1989) und veranstaltet Ausstellungen zur Lage der Menschen- und Bürgerrechte in Russland. (tso/dpa)


Aus: "Moskau: Micky Maus als "verbotene Kunst"" -  Die russisch-orthodoxe Kirche hat zum zweiten Mal gegen eine Ausstellung provokanter moderner Kunst im Moskauer Sacharow-Museum protestiert. Eine Micky Maus in Christus-Pose sei eine "Beleidigung religiöser Gefühle" (19.03.2007)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/nachrichten/moskau-ausstellung-religion-verbotene-kunst/96396.asp


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[Dem Vorschlag zur Zensurbekämpfung... (Notizen)]
« Reply #19 on: Juni 14, 2007, 12:06:43 nachm. »
Quote
[...] Santa Clara - Das US-Unternehmen Yahoo legte gestern auf seiner Aktionärs-Hauptversammlung Pläne zur Bekämpfung der Internet-Zensur vor. Man plane unter anderem die Gründung eines speziellen Menschenrechtskomitees.

Eine Yahoo-Sprecherin kommentierte zudem die mutmaßliche Sperrung der Bilder-Plattform Flickr
(http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,487453,00.html): Seit vergangener Woche könnten die chinesischen Nutzer die Bilder nicht mehr abrufen. Ein technisches Problem gebe es dafür nicht.

Gerüchten zufolge steht die Sperre in Zusammenhang mit auf der Seite veröffentlichten Bilder vom Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens.

Das US-Unternehmen, das schon lange in der Kritik (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,427678,00.html) steht, Länder wie China bei ihrer Internet-Zensur technologisch zu unterstützen, kommunizierte damit an prominenter Stelle Vorschläge für einen überfälligen Wandel in seiner Unternehmenspolitik.

Die Aktionäre zeigten sich von Yahoos Anti-Zensur-Plänen indes wenig begeistert: Dem Vorschlag zur Zensurbekämpfung stimmten nur 15 Prozent von ihnen zu, nur vier Prozent goutierten die Einberufung eines Menschenrechtskomitees.

Die Investoren interessierten sich mehr für den Verlauf des Yahoo-Aktienkurses. Seit der Hauptversammlung 2006 ist dieser um 18 Prozent gesunken, Konkurrent Google legte im gleichen Zeitraum an der Börse um 32 Prozent zu. Vor allem im lukrativen Online-Anzeigenmarkt gegenüber Google ist Yahoo zuletzt massiv zurückgefallen.

Das Top-Management musste für diese Aktien-Talfahrt gerade stehen: Manche Mitglieder des Führungsgremiums wurden nur mit knapper Mehrheit wiedergewählt. Investor Eric Jackson forderte Yahoo-Chef Terry Semel zusätzlich auf, sich für seine Leistungen in den vergangenen drei Jahren zu entschuldigen.



Aus: "YAHOO: Aktionäre kippen Anti-Zensur-Programm" (ssu/Reuters/AP; 13. Juni 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,488298,00.html


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[Sperre für "unsichere" Bilder... (Notizen)]
« Reply #20 on: Juni 18, 2007, 10:24:48 vorm. »
Quote
Der Internet-Konzern Yahoo hat die Entscheidung verteidigt, in der deutschen Version der Fototauschbörse Flickr zahlreiche zum Beispiel erotische Aufnahmen zu sperren.

Man habe mit den Einschränkungen Vorgaben der deutschen Gesetzgebung erfüllen wollen, teilte Yahoo Deutschland am Freitag als Reaktion auf Zensurvorwürfe von Flickr-Nutzern und Websurfern mit.

"Deutschland hat in Bezug auf Altersverifizierung eine strengere Gesetzgebung als die meisten Nachbarländer und damit einhergehend auch ein härteres Strafmaß", hieß es. Yahoo bemühe sich, eine Lösung für das Problem zu finden und trotzdem die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen.

Yahoo hat das deutsche Flickr-Angebot erst vergangenen Dienstag freigeschaltet. Flickr ist nach Angaben von Yahoo mit weltweit vier Millionen aktiven Nutzern eine der populärsten Fototauschbörsen im Netz. Insgesamt stellt die Site derzeit über 240 Millionen Bilder der Nutzer zum privaten oder öffentlichen Austausch bereit.

Anders als auf der englischsprachigen Plattform werden in der deutschen Version den Nutzern lediglich Bilder gezeigt, die als "sicher" eingestuft werden. Andere Bilder sind für Nutzer der deutschen Fassung automatisch gesperrt.

In der US-Version können die Filter beispielsweise auf Wunsch ausgeschaltet werden. Deutsche Flickr-Nutzer reagierten umgehend mit Protesten und Boykottaufrufen in Blogs und Foren.

[dpa]


Aus: "Yahoo verteidigt Flickr-Zensur: Strengere Regeln für Deutschland" (16.06.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/200463/

-.-

Quote
[...] In deutschen Blogs tobt ein Sturm der Entrüstung und die Nutzer erheben schwere Zensurvorwürfe gegen Yahoo, weil viele Inhalte für deutsche Flickr-Nutzer nicht mehr zugänglich sind. Auch in zahlreichen Flickr-Foren regt sich Widerstand gegen die Filtermethoden von Yahoo.

Noch stärker ist der Zugriff auf Flickr nur in China beschränkt. Wie Yahoo eingestand, wird die gesamte Flickr-Seite chinesischen Internetnutzern vorenthalten, weil diese von der chinesischen Regierung blockiert wird. (ip)


Aus: "Zensurvorwurf: Deutsche Flickr-Nutzer sehen nicht mehr alles" (14.06.2007)
Quelle: http://www.golem.de/0706/52871.html

-.-

Flickr: Der Pool von Against Censorship at Flickr:
http://www.flickr.com/groups/againstcensorship/pool/

Deutsch und mit Zensur - Das nennt man Verbesserung! Nicht mit uns!
http://www.flickr.com/groups/404938@N23/discuss/72157600347681500/

« Last Edit: Juni 18, 2007, 10:53:44 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[AT&T räumt Beschneiden weiterer Konzert-Webcasts ein... (Notizen)]
« Reply #21 on: August 15, 2007, 03:12:27 nachm. »
Quote
[...] Die Unterdrückung von Bush-Kritik durch AT&T bei der Web-Übertragung eines Pearl-Jam-Konzerts ist kein Einzelfall. Dies hat der US-Telekommunikationsriese nach Beschwerden von Fans eingeräumt. Vergleichbare "Fehler" seien auch bei anderen Konzert-Webcasts passiert, die über das Streaming-Angebot Blue Room von AT&T verbreitet worden sind, heißt es bei dem Konzern. Es sei zwar nicht die Absicht der Firma, politische Kommentare aus den Übertragungen herauszuschneiden. Unglücklicherweise seien solche Eingriffe aber "in einer Handvoll Fälle" vorgekommen. Zugleich versicherte eine Firmensprecherin, die nötigen Schritte unternommen zu haben, um ähnliche Vorkommnisse künftig zu verhindern.

Quote
14. August 2007 14:46
Kann bei uns nicht passieren ;-)
ninjaturkey (274 Beiträge seit 05.10.02)

Wer erinnert sich noch an den ominösen minutenlangen Tonausfall beim
WDR vor Jahren, als Jean Pütz in der Hobbythek detailliert die
Anwendung der in der Sendung selbst hergestellten Gleitcreme an
diversen Körperöffnungen beschrieb.

Quote
14. August 2007 15:22
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-)
krisz (40 Beiträge seit 06.06.06)

ninjaturkey schrieb am 14. August 2007 14:46

Oder der Piepser in einem Fernseh-Interview mit einem Radfahrer zum
Thema Doping. (Wer sich dafür interessiert, darf selbst googlen. Die
Geschichte ist vor kurzem durch sämtliche Blogs gewandert, sollte
also auffindbar sein.)
Sind natürlich alles bedauerliche Einzelfälle und kann nur Zufall
sein. Eine aktive Zensur findet bei uns nicht statt.

Quote
15. August 2007 8:42
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-)
zazzel (95 Beiträge seit 07.12.05)

mwka schrieb am 14. August 2007 17:43

> krisz schrieb am 14. August 2007 15:22

> > Oder der Piepser in einem Fernseh-Interview mit einem Radfahrer zum
> > Thema Doping. (Wer sich dafür interessiert, darf selbst googlen. Die
> > Geschichte ist vor kurzem durch sämtliche Blogs gewandert, sollte
> > also auffindbar sein.)
> > Sind natürlich alles bedauerliche Einzelfälle und kann nur Zufall
> > sein. Eine aktive Zensur findet bei uns nicht statt.
>
> Inwiefern soll das vergleichbar mit dem ausblenden von
> Regierungskritik sein? Ob und wie irgendein Radfahrer dopt,
> interessiert mich herzlich wenig - Regierungskritik hat da aber doch
> ein anderes Niveau.
>
> Insofern: Nicht alles vergleichen, was verglichen werden muss...

Mich hätte das aber interessiert. Regierungskritik mich nicht die
Bohne.

(Merke: es kommt nicht darauf an, was DU für wichtig hältst - Zensur
ist, unabhängig davon, was zensiert wird, Zensur.)


Quote
14. August 2007 16:59
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-) nie !
Cp2Fe (125 Beiträge seit 09.07.04)


>
> ... oder daran, daß der Bayrische Rundfunk in seinem Sendebereich
> über die Frequenz des ersten einfach eigenes Programm ausgestrahlt
> hat statt wie der Rest von Deutschland "Scheibenwischer"

das war eine vom bayrischen verfassungsschutz und der staatskanzlei
höchst selbst durchgeführte vereitelung eines internationalen
verbalen terroristischen anschlages auf das großartige denkmal das
sich unser allmächtiger grofaz höchst selbst hat bauen lassen.

die propagandaabteilung der csu ähh der bayrische rundfunk hat
vollkommen im rahmen der bayrischen verfassung gehandelt und diesen
internationalen terroristischen verbalen anschlag verhindert.

cp2fe



Quote
14. August 2007 15:37
Die vielen Maulkoerbe in unseren Medien sind meist nicht sichtbar,
ulp (mehr als 1000 Beiträge seit 12.12.00)

wie auch die vielen Scheren in den Koepfen.
Aber hier ist es mal herausgekommen!

Da soll noch einr was von freier Welt sagen!
Wir scheinen hier im Westen mit der Revolution der Medien in den
Koepfen nicht mitzukommen - offenbar fingern Regierungen und
Medienmaechtige nachwievor in gleicher Weise zur "Anpassung" ihrer
"Realitaet".  (letztens doch das BWiMinisterium mit einem plumpen
Propaganda-Versuch oder dieser duerftige SPD-Verkehrsminister, dessen
Haufe das Info-Freiheitsgesetz nach Kraeften untergraebt.

Dueftige Gestalten ohne Glueck, aber mit viel Hinterlist und servile
Diener ihrer "Foerderer".

Nun, solchen Strukturen sind die Voelker offenbar immer wieder
ausgesetzt.

Sie hetzen bis der gegnerische Verein in die Knie geht (z.B. DDR):
Von der DDR sagte ein WDR-Redakteur in den 90ern mal als Zitat eines
DDR-Kollegen:  In der DDR regiere die volle Hose.
Dann wurde im DLF im Oktober 2006 der DDR-zustaendige in der
Regierung vernommen mit:
"Jeder Krise geht der Realitaetsverlust voraus."

Mir koemmt es so vor, als ob es eins zu eins auf unsere liebe
Republik wie auch auf die US-Verhaletnisse anwendbar ist (und das
nicht erst seit heute!).

Wie sagte Bluem letztens in einem Interview auf Phoenix(?):
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus tanzen die Maeuse (gemeint
"Kapitalisten") auf den Tischen.  Nun es ist (in der "Zeit" letztens)
offenbar das Bildungspraekariat der Superreichen aber auch des
verbloedeten mittelstaendigen Geldschneidertums.

Quote
14. August 2007 17:09
Re: Die vielen Maulkoerbe in unseren Medien sind meist nicht sichtbar,
gsm (mehr als 1000 Beiträge seit 12.02.00)

Du solltest mehr Musikantenstadl sehen, dann gehen solche
komplizierten, selbstgemachten Sorgen wieder vorbei. Der Stadl ist
auch garantiert ohne Zensur...


Quote
14. August 2007 18:04
In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
David Bowman (472 Beiträge seit 01.03.07)

Liegt vielleicht daran, weil es auf deutschem Boden nie einen Staat
ohne Zensur gab und die USA ihre kulturelle Tradition auf dem fee
speech begründet sehen. Die einzigen, die in Deutschland gegen Zensur
protestieren, sind "die üblichen 5%", also Bürgerrechtler,
Radikaldemokraten, Linke und Anarchisten.

Quote
14. August 2007 18:22
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
fr.osch (53 Beiträge seit 25.01.00)

Tja, es gibt auch noch andere, die sich über Zensur besachweren:
Rechtsextreme und ihre Parteien... also nicht nur "Gutmenschen".

Wollt ich nur mal anmerken... auch wenn damit die 5% immer noch nicht
überschritten werden;-)

Quote
14. August 2007 18:40
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Die gute alte D-Mark, dm@atmail.com (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.04)

fr.osch schrieb am 14. August 2007 18:22

> Tja, es gibt auch noch andere, die sich über Zensur besachweren:
> Rechtsextreme und ihre Parteien... also nicht nur "Gutmenschen".

Was hat Dich dazu motiviert, diesen Beitrag zu verfassen? Ich habe
auch schon Rechtsextreme auf Anti-Hartz-IV-Demos gesehen, und ich
kann mir sogar vorstellen, daß sie es durchaus ernst meinen damit.
Das ändert aber nichts an meiner Meinung zu Hartz und Zensur!

Quote
14. August 2007 22:10
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Die gute alte D-Mark, dm@atmail.com (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.04)

fr.osch schrieb am 14. August 2007 20:10

> Ich verstehe aber nicht, was das mit Hartz-IV zu tun hat...

Das war nur ein Beispiel, das ich sozusagen präventiv schonmal
gebracht habe. Nur allzu gerne wird ja mit dem Hinweis auf Nazis eine
Diskussion ,,geerdet'', wie ich immer so schön zu sagen pflege, will
heißen: Jemand möchte die Diskussion ersticken. Oft funktioniert das
dann auch, getreu der Devise: Wenn die Nazis das schon gut finden,
dann äußere ich mich mal lieber nicht, wer weiß ... ich hatte Deinen
Beitrag dahingehend mißverstanden, tut mir leid!

Quote
14. August 2007 20:56
Dieser Blödsinn musste ja mal wieder kommen
EuerStefan (64 Beiträge seit 04.08.07)

Nazis und Meinungsfreiheit, jaja. Selten so gelacht. Nazis wollen nur
Freiheit für die eigene Propaganda und alles andere wollen sie in die
Gaskammer schicken. Aber erzähl mehr von deinen braunen Märchen...


Quote
14. August 2007 21:24
Re: Dieser Blödsinn musste ja mal wieder kommen
fr.osch (55 Beiträge seit 25.01.00)

EuerStefan schrieb am 14. August 2007 20:56

> Nazis und Meinungsfreiheit, jaja. Selten so gelacht. Nazis wollen nur
> Freiheit für die eigene Propaganda und alles andere wollen sie in die
> Gaskammer schicken. Aber erzähl mehr von deinen braunen Märchen...

Was die Nazis wollen, ist allen klar. Aber dennoch beschweren sie
sich über Zensur (deshalb habe ich sie erwähnt). Deshalb sind sie
keine Verfechter von Meinungsfreiheit... sie wollen sicher nicht
Meinungsfreiheit für alle. Aber darum ging es auch nicht.

Und ein Staat, der Zensur gegen eine Gruppe, so verabscheuungswürdig
sie sein mag, einführt, wird bei anderen mißliebigen oder kritischen
Meinungen nicht haltmachen.

Deshalb halte ich die Einführung von jeglicher Zensur für ein
Zeichen, daß etwas Wichtiges verloren geht, ganz einfach.

Gruß
    fr.osch



Quote
15. August 2007 0:11
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Shallowain (mehr als 1000 Beiträge seit 27.06.05)

David Bowman schrieb am 14. August 2007 18:04

> fee speech

absicht?

Quote
14. August 2007 18:19
Ein Schelm, wer denkt, daß...
fr.osch (52 Beiträge seit 25.01.00)

... die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen 17 Journalisten wegen
Geheimnisverrat nur dazu da sind, Journalisten wenn schon nicht
rechtlich zu belangen, denn das blockieren die Gerichte, so doch
wenigstens ohne Gerichtsurteil durch Überwachung, Hausdurchsuchungen,
Beschlagnahmen etc. zu bestrafen und somit ihre berufliche Existenz
zu zerstören.

Nein, die Veröffentlichung der geheimen Unterlagen aus dem
Ermittlungsausschuß ist selbstverständlich legal, und es geht ja nur
darum, die Bösewichter zu finden, die die Unterlagen weitergegeben
haben. Ob die vielleicht einen Grund hatten, diese Unterlagen
weiterzugeben, z.B. letzte Reste von Anstand oder gar eines
Gewissens?

Die Zensur findet natürlich dann auch mal im Kopf statt: Ich weiß
etwas, was anderen nicht gefällt, aber wenn ich es öffentlich mache,
dann krieg ich ziemlichen Ärger, also laß ich das mal und zitiere
lieber die unverfängliche, nichtssagende Regierungserklärung...

So werden Wissen und Meinung langsam aber sicher zum Luxus. Schade
eigentlich...

    fr.osch


Quote
15. August 2007 2:49
@heise: at&t...
HisDudeness (150 Beiträge seit 17.04.04)

<Haarspaltmodus ein>
wird seit der Uebernahme durch die ehem. Baby Bell SBC
kleingeschrieben.
So schwer kann das doch echt nicht sein.
Habe schon ein paar mal darauf hingewiesen, aber anscheinend stoert
das bei heise(oder HEISE?) online niemanden.
Fuer Anfaenger: IBM, HP oder BMW werden grossgeschrieben, at&t jedoch
nicht.
Die Firma AT&T existiert nicht mehr, nur mal so nebenbei.
<Haarspaltmodus aus>

gruss, Steffen
(ehemaliger AT&T Mitarbeiter)


Aus: "AT&T räumt Beschneiden weiterer Konzert-Webcasts ein" Stefan Krempl (14.08.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94344


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[Bis die Nille brennt... (Notiz)]
« Reply #22 on: August 22, 2007, 01:34:11 nachm. »
Quote
[...] In den Archivregalen stehen durchnummeriert Computerspiele, DVDs, Super-8-Filme, CDs, Kassetten, "Die Maske" von Sido, "Electro Ghetto" von Bushido, "Schulmädchenreport", Praline. Die Vorsitzende Elke Monssen-Engberding, klein, rheinische Raucherstimme, braunbleiches Haar, den Kopf immer leicht nach vorn gebeugt, sitzt in Jeanshose und -jacke an ihrem Schreibtisch, um den Hals eine Perlenkette. Die Rollläden sind runtergelassen, als wüsste sie aus Erfahrung, dass man der Welt da draußen besser mit Vorsicht begegnet. Durch die Schlitze kann sie den Fallmanagern der Arbeitsagentur in ihren beleuchteten Bürowaben beim Fallmanagen zusehen. Monssen-Engberding selbst managt den Fall Jugendgefährdung. Sie ist 56 Jahre alt, seit 16 Jahren leitet sie die Behörde.

Ihre 18 Mitarbeiter beschäftigen sich auch immer wieder mit Rappern, die aggressiv oder pornografisch texten. Sidos Album "Maske" etwa steht auf dem Index vor "Mann für Mann" der Gruppe Störkraft. Die Rechten besetzen immer noch den Großteil der Plätze.

 Als sich vor sechs Jahren die Klagen über harten Rap häuften, begannen die Referenten der Prüfstelle zu recherchieren, was "battlen" bedeutet, wer ein "Homie" ist und wann "ficken" aus dem Niederstraßendeutschen mit "fertigmachen" zu übersetzen ist. Sie fassen diese "Begrifflichkeiten" heute nur mit den Schutzhandschuhen ihrer Verwaltungshochsprache an, packen Rap-Zeilen in Schmutz-Schubladen: zur Gewalt anreizend, rassistisch, Frau als sexuell willfähriges Objekt, positive Darstellung des Drogenkonsums. Dabei berücksichtigen sie die Kunstfreiheit, auch die Kultur und Geschichte des Sprechgesangs. Dass "Ich f dich", wie sie hier sagen, mittlerweile zu den Standardschulhoffloskeln gehört, nehmen sie zur Kenntnis, aber sie versuchen trotzdem gegenzusteuern. "Es kann ja nicht Sinn und Zweck der Übung sein, dass das Wort 'Frau' irgendwann durch 'dreckige Nutte' ersetzt wird", sagt die Chefin.

Ein Stockwerk tiefer schiebt die Protokollantin im Konferenzraum die CD "Der Bozz - Remix" des Frankfurter Rappers Azad in den Player. Das Zwölfergremium der Prüfstelle tagt, wie an jedem ersten Donnerstag. Das Bayerische Landeskriminalamt hat die Überprüfung von Track 7 und Track 9 angeregt. Auf dem Konferenztisch stehen Kaffeekannen und Wasserflaschen, darum herum sitzen ein Lehrer, ein Lokaljournalist, eine Frau vom Zentralrat der Juden, ein Vertreter des Verbands der Deutschen Automatenindustrie, einer des Landes Bayern und einige andere Abgesandte von Verbänden und Ländern. Sie stellen heute "die deutsche Gesellschaft" dar.

Die deutsche Gesellschaft hat ein Durchschnittsalter von ungefähr 57 Jahren, vorwiegend graue Haare und ausnehmend gute Laune. Als die erste Fanfare aus den Boxen stößt, der Bass leicht brummt und Azad rappt, dass in Frankfurt Haschisch auf Bäumen wächst, nickt eine Beisitzerin aus Versehen vier Takte lang mit dem Kopf. Während Track 9 läuft, unterstreicht der Vertreter Bayerns auf seinem Textzettel die Worte "Klinge in den Arsch steckt".

Die Protokollantin stellt mit der Fernbedienung den Player aus. Für einen Moment ist der Regen zu hören, wie er leise gegen die Scheiben prasselt. Nils Bortloff presst am Kopfende des Konferenztisches die Handflächen aneinander, dann beginnt er sein Plädoyer. Er ist Anwalt des Labels Universal, das Azads CD herausbringt. Bortloff sagt, er wolle nicht mit den üblichen Argumenten langweilen - bildhafte Sprache, rhetorisches Mittel der Übertreibung. Den Beisitzern sicher auch bekannt: das Prinzip Battle-Rap - einer fühlt sich von aller Welt angegriffen und muss nun klarmachen, dass er der Beste ist, der Bozz eben. "Das ist das Umfeld", sagt Bortloff, "jetzt zum Vorgang."

Zwei Vorwürfen muss er begegnen: Azad verherrliche a) Drogenkonsum und b) Gewalt. Der Anwalt hat sich mit dem Manager des Künstlers vorbereitet. Track 7, argumentiert er, verherrliche die Drogen nicht, sondern verteufle sie eher. Azad reime etwa "kleiner Gauner" auf "Trauma" - "etwas, was man eigentlich vermeiden möchte." Außerdem sei auch von der "scheiß Realität" die Rede und von "Krankfurt" - der Rapper gebe sich als sozialkritischer Beobachter.

Bortloff sieht im grauen Anzug mit seinem Bürstenschnitt nicht so aus, aber er interpretiert wie ein ambitionierter Lehramtsanwärter im Deutschunterricht. In Track 9 arbeite der Künstler teilweise mit komischen Bildern - "ihr rappt wie mein Arsch". Er wende sich damit aber - "wenn ich spitte, Mutterficker, wird dein Reim ausradiert" - nicht gegen Menschen, sondern gegen Texte. Schließlich zitiert der Anwalt aus einem Interview mit Azad, in dem der Rapper behauptet, einen Meilenstein "in Sachen deepness", also Tiefgründigkeit, gesetzt zu haben. "Wir haben in unserem Schriftsatz", so der Anwalt, "aufgezeigt, dass dieser Mann auch im Rahmen von 'deepness' anders denken, anders rappen kann."

"Vielen Dank", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, Petra Meier, die heute das Gremium leitet. Sie schaut auf ihren Zettel. "Ich pack dich an der Kehle, Mutterficker, und ich beiß dich", murmelt sie, "Klinge in den Arsch steckt, ähm. Könnten Sie da vielleicht noch mal " Bortloff wiederholt in etwa, was er gerade gesagt hat. Eine Beisitzerin will wissen, was "Gangbang, bis die Nille brennt" bedeutet. "Ich erklärs Ihnen nachher", schlägt ihr Nebenmann vor. "Geschlechtsverkehr bis zur Erschöpfung", versucht der Anwalt eine Übersetzung.

Während das Gremium entscheidet, wartet Bortloff draußen. "Mich würde es wundern, wenn das indiziert wird", sagt er, die Hand auf dem silbernen Pilotenkoffer. Es gebe da ganz andere Kaliber. Vor zwei Jahren hat er Bushido bei der Prüfstelle vertreten. "Da waren Hämmer drin", erinnert er sich. "Die kann man dann wirklich nicht mehr erklären." Er verteidigt hier ein Produkt. Wenn Azads Album indiziert würde, käme es in den Elektromärkten in die FSK-18-Ecke und dürfte weder über Amazon noch über den Onlinemusikshop i-Tunes verkauft werden, schon gar nicht an Minderjährige. "Die Leute, die das hören, sind aber weit unter 18", stellt Bortloff fest. "Das heißt: Ich kann meine Käufer nicht mehr erreichen."

"Der Bozz - Remix" darf aber weiter an Teenager vertrieben werden. Das Gremium entscheidet gegen eine Indizierung, obwohl das Lied Nr. 9 mit dieser Klinge "sehr, sehr grenzwertig" sei, teilt Petra Meier mit, weil äußerst realitätsnah. Ein Messer hätten Jugendliche schnell zur Hand. Anders würde sich das verhalten, wenn da von einer Laserpistole die Rede wäre, "wobei das auch nicht grundsätzlich gut sein muss". Sie bittet den Anwalt, bei seiner Firma darauf hinzuwirken, dass man künftig mit solchen Äußerungen vorsichtiger umgehe.

Bortloff verabschiedet sich. Kurze Pause. Lüften. Dann legt die Protokollantin einen Samurai-Film mit viel Kunstblut und Vergewaltigungsszenen ein. Dazu gibt es Eierbrötchen und Kannenkaffee. Um 14.30 Uhr ziehen die Beisitzer ihre Rollkoffer zum Aufzug. Petra Meier, 36 Jahre alt, sitzt im schwarzen Hosenanzug am Konferenztisch. Der Referendar, der Praktikant und die Protokollantin räumen auf.

Meier ist noch ein bisschen geschockt von der Vergewaltigung eben. Sie begegnet diesen Grausamkeiten sonst sachlich - Paragrafen gegen Pornos. Manches setzt ihr aber doch zu. Die Texte, die sie dies Jahr indiziert haben, sagt sie, seien härter gewesen als viele ältere, etwa wenn sie dazu aufriefen, Schwule zu verbrennen. Die wurden häufiger auf die Liste B gesetzt, damit beschäftigt sich dann die Staatsanwaltschaft. Wenn ein Gericht es beschließt, werden solche CDs auch eingezogen. So ist es etwa mit dem Album "Sexkönig" des Pornorappers King Orgasmus One geschehen. Das darf gar nicht mehr verkauft werden. In den Internettauschbörsen sind die Tracks trotzdem zu haben. YouTube hat "Fick die BPJM" sofort entfernt. Seitdem ruht der Vorgang auf "Wiedervorlage". Über etwas, das es nicht mehr gibt, können sie bei der Prüfstelle nicht befinden. Der Songtext allerdings ist weiter im Netz nachzulesen.



Aus: "Gewalt- und Pornorap: Freiheit für Track 7" - Kommen Songs von Rapper Azad auf den Index oder nicht? Solche Urteile fällen die Mitarbeiter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ständig - bei Eibrötchen und Kaffee. VON JOHANNES GERNERT (taz, 10.08.2007)

Quelle: http://www.taz.de/index.php?id=start&art=2978&id=musik-artikel&cHash=85c48dfaa7

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["gefährlichen" Wörter... (Notiz, EU-Kommission, Frattini)]
« Reply #23 on: September 11, 2007, 04:08:17 nachm. »
Quote
[...] Der für Recht und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini beabsichtigt im Rahmen der neuen Anti-Terror-Pläne der EU, innerhalb der EU die Internetsuche nach Bombenbauanleitungen und den Zugang zu entsprechenden Seiten von den Internetprovidern blockieren zu lassen. Gegenüber Reuters machte er nun deutlich, was er sich dabei vorstellt.

Frattini will mit den Providern zunächst klären, "wie es möglich ist, mit technischen Mitteln die Menschen daran zu hindern, gefährliche Wörter wie Bombe, Töten, Genozid oder Terrorismus zu verwenden oder nach ihnen zu suchen". Auf die Frage, ob damit nicht die Meinungsfreiheit und das Recht auf Information eingeschränkt würden, antwortete Frattini, dass eine Anleitung zum Bombenbau nichts mit Meinungsfreiheit oder dem Recht auf Information zu tun habe. Priorität habe das Recht auf Leben. Gesperrt werden sollten nicht Meinungen, Analysen oder historische Informationen, sondern nur konkrete Anweisungen. Die EU-Kommission werde eine allgemeine Vorlage für die Maßnahme vorbereiten, die Einzelheiten müsse jedes Land selbst ausarbeiten. Frattini fügte hinzu, dass es im Augenblick nur in wenigen EU-Mitgliedsländern möglich sei, eine Webseite sofort vom Netz zu nehmen.

Frattini will den Mitgliedsländern entsprechende Vorschläge im November im Rahmen weiterer Anti-Terror-Maßnahmen unterbreiten. Dazu gehört auch die Überprüfung der Daten von Reisenden, die in die EU fliegen, sowie ein Frühwarnsystem, um die Sicherheitsbehörden bei einem Diebstahl von Sprengstoff zu alarmieren. (fr/Telepolis)

Quote
11. September 2007 11:28
Dann wird halt nach...
gekkox (mehr als 1000 Beiträge seit 13.02.01)

BombZ und TerrorismuZ gesucht...


Quote
11. September 2007 11:28
Anleitung zum Genozid ...
Win- TeLover, Win- TeLover, id04@hotmail.com (34 Beiträge seit 07.07.00)

[Zitat]Menschen daran zu hindern, gefährliche Worte wie Bombe, Töten,
Genozid oder Terrorismus zu verwenden oder nach ihnen zu suchen ...
Gesperrt werden sollten nicht Meinungen, Analysen oder historische
Informationen, sondern nur konkrete Anweisungen.[Ende Zitat]

Ok, ich such mal in goolge nach einer Anleitung für Genozid !??!?!?!

[...]


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11. September 2007 11:28
http://shorl.com/tranapromufrodro
Vistasil gegen Pickel und Fricke (662 Beiträge seit 09.03.07)

http://shorl.com/tranapromufrodro
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=

http://www.google.com/search?q=bombe+bauen


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11. September 2007 11:28
Meinungsfreiheit nicht gefährdet?????
Haifischjaeger (68 Beiträge seit 24.04.01)

Wie soll das denn gehen?
Immer wenn etwas gefiltert wird ist die Meinungsfreiheit in Gefahr.

Ausserdem, wer einen Anschlag plant hat entweder selbst genug Grips
sich was zusammen zu bauen oder er kennt jemanden der das kann.
Mal abgesehen von der einschlägigen Presse und ein paar unserer
Politiker glaubt doch wohl keiner daran das die Terroristen unbedingt
eine Anleitung aus dem Internet brauchen, oder?

Ich bin der Ansicht es wird wieder nur eine Möglichkeit gesucht uns
einen Filter unterzuschieben der dann später auch für alles mögliche
andere verwendet wird.

Mfg

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11. September 2007 11:31
Wissen ist Böse!
Zirkon (mehr als 1000 Beiträge seit 17.01.01)

Denn Wissen ist Macht, und das Volk darf keine Macht haben. So wurden
im Mittelalter Hexen verbrannt, weil sie mehr Wissen hatten als das
gemeine Volk. So wurde die Bibliothek von Alexandria zum Heizen
verwendet, weil ja alles wissenwerte im Koran stände. Immer wieder in
der Geschichte wurden Bücher verbrannt, weil das Wissen darin den
Mächtigen gefährlich werden könnte.

Langsam beginne ich die Motivation für das Recht der Amerikaner,
Waffen zu besitzen und zu tragen, zu verstehen. Der Einzelne soll ein
Mindestmaß an Macht gegenüber dem Staat behalten. Hierzulande soll
nun Wissen verboten werden, was dem Staat gefährlich werden könnte.

Wissen muß immer frei verfügbar sein, egal welcher Art es ist! Dazu
gehören auch Hestellungsprozesse für Sprengstoffe oder Waffen.

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11. September 2007 11:28
"Zugang zu entsprechenden Seiten von den Internetprovidern blockieren zu lassen"
Stiftung_SPV (mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.05)

Heute Porno-Seiten bei Arcor, morgen Bombenbauanleitungen bei
EU-ISPs, und übermorgen? *schauder*


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11. September 2007 11:32
Lächerlich & skandalös!
suisse (987 Beiträge seit 11.02.03)

So eine Massnahme würde die EU zu einer Bananenrepublik machen. Ganz
abgesehen davon, dass sie natürlich nichts bringt.

b0mbe, b*mbe, ebmob, ....... vi./\gRa?

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11. September 2007 11:33
Wieso Terrorismus?
Stefan (mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.00)

Verstehe ich das dann so, das mich Frattini, besser das BKA, der MAD
und die CIA, darüber informieren was zur Zeit als Terrorismus zu
verstehen ist? Da kann ja nicht mehr schiefgehen auf dem Weg in den
faschistoiden Überwachungsstaat mit demokratischen Anstrich.

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11. September 2007 11:35
Welche Wörter könnten denn noch "nichts mit Informationsfreiheit zu tun haben"
DrD (mehr als 1000 Beiträge seit 25.12.05)

Ich könnte mir folgendes vostellen:

- rechts
- links
- mitte
- Verschwörung
- CIA
- Recht auf Widerstand
- eigene Meinung
- George W. Bush

bitte beliebig fortsetzen. Ach und ich möchte am liebsten kotzen,
wenn diese Demokratiefeinde aus Ihren Löchern kriechen und mit dem
Wort "Terror", sämtliche Rechte auf Meinungsfreiheit abschaffen zu
können.

Hier soll die Tür nur geöffnet werden, nach und nach werden dann nur
die Suchparameter erweitert. Demnächst muss man wohl chinesische
Proxies nehmen, um politisch auf dem Laufenden zu bleiben.

Widerlich!

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11. September 2007 11:35
Am besten Google sperren
SunSide (299 Beiträge seit 18.10.01)

denn nichts wissen macht nichts

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11. September 2007 11:36
Von der Informationsgesellschaft zur Hirnkastration
Tims Katze (734 Beiträge seit 10.05.07)

Wenn die Recherche nach Bombenbau-Anleitungen dadurch erschwert wird,
dass man die Urheber verfolgt und sperrt, so ist das eine Sache. Wenn
man aber die Suche nach diesen Reizwörtern gar nicht erst ermöglicht,
so kommt das einer Leugnung von Tatsachen gleich und das ist
schlimmer als Zensur.

Es ist diktierte Verblödung!

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11. September 2007 11:41
"Scheiß Nazischwein" und "Gestapomethoden" auch aufnehmen!
nursoamrande (189 Beiträge seit 03.06.02)

Nicht, daß der Herr irgendwann ganz entsetzt feststellen muß, mit wem
diese Suchbegriffe seit 2007 ebenfalls in Verbindung gebracht werden!

nursoamrande

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11. September 2007 11:41
Wer die Wörter kontrolliert, kontrolliert eines Tages auch unsere Gedanken
Extra Bavariam non est vita... (110 Beiträge seit 27.08.07)

Langsam wird es absurd. Da soll mal noch einer von den Politikern die
Fresse über China u.s.w. aufreissen.

"Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."
Max Liebermann (1847-1935)

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11. September 2007 11:43
Genau! Anleitungen zum Genozid sollten verboten werden!
evil_eddie (mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.05)

Sowas wie "A. Hitler: Mein kleines Juden-Kochbuch"?

Geht jetzt die Eisbombenwirtschaft pleite?

Wird der Pan Amp-Wicht der nächste Innenminister?

WAR IS PEACE
FREEDOM IS SLAVERY
IGNORANCE IS STRENGTH

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11. September 2007 11:45
Ich erinnere mich noch...
noboru_wataya (18 Beiträge seit 22.06.07)

...an die ersten Versuche meines Arbeitgebers, einen URL-Blocker zu
installieren, damit man ueber den Internetzugang nicht irgendwelche
"unanstaendigen" Seiten ansurft. Als ich dann Seiten ueber
Fourier-Analyse oeffnen wollte, wurde ich geblockt, weil darin der
String "anal" enthalten war...


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11. September 2007 11:46
Gefährliche Wörter
Skypster (147 Beiträge seit 21.07.06)

Aha... Terroristen, die nach dem Wort "Terrorist" suchen.

Das ist so, wie wenn ich nach einer billigen Digitalkamera google und
dazu "Sportfotograf" eintippe.

Aber was solls: 90 % der EU-Bürger finden so eine Argumentaion sicher
schlüssig. Und dann haben wir solch eine Gesetzgebung auch verdient.




Aus: "EU-Kommission will Internetsuche mit "gefährlichen" Wörtern blockieren " (11.09.2007)
Quelle:  http://www.heise.de/newsticker/meldung/95786

-.-

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[...] Der innenpolitische Sprecher der liberalen Fraktion im EU-Parlament, Alexander Alvaro (FDP), warnt vor Einschränkungen der Meinungs- und Informationsfreiheit. Er kritisiert Äußerungen von Justizkommissar Franco Frattini, laut denen er zusammen mit der Privatwirtschaft an einer Strategie arbeite, die auch die Online-Abfrage von "gefährlichen Wörtern" wie zum Beispiel "Bombe", "töten", "Völkermord" oder "Terrorismus" verhindert. Dabei geht es um Suchanfragen und die Sperrung des Zugangs auf derartige Seiten durch Provider. Für Alvara schießt dieser Vorschlag über das Ziel hinaus, terroristische Anschläge in Europa zu verhindern. "Wer im Internet – beruflich oder privat – nach einschlägigen Begriffen sucht, ist kein potenzieller Terrorist."

Wenn die Kommission meine, bei der Suche nach Terroristen auf derartige Maßnahmen zurückgreifen zu müssen, zeige sie nur die eigene Einfallslosigkeit im Kampf gegen den Terrorismus, meint Alvaro und fragt sich, seit wann ein Wort überhaupt "gefährlich sei. Technisch könne er sich nach den bisherigen, recht vagen Ankündigungen nicht vorstellen, wie der EU-Kommissar sich das vorstellt. Skeptisch zur technischen Umsetzung äußerten sich kürzlich auch Vertreter des Eco und des europäischen Providerverbands EuroISPA.

Am sechsten November will die EU-Kommission ihr neues Anti-Terrorprogramm veröffentlichen. Das Maßnahmenpaket soll neben einem Schnellwarnsystem für gestohlenes explosives Material und einer europäischen Variante der Fluggastdatenübertragung auch das von Frattini mehrfach angekündigte Verbot für Bombenbauanleitungen im Internet enthalten.

Es gibt bereits Beispiele, auf die Frattini und die Befürworter von Inhaltsfiltern verweisen könnten. Im Wege der Selbstkontrolle filtern große Suchmaschinenbetreiber in Deutschland die Seiten aus, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) auf den Index gesetzt wurden. Seit der Implementierung des so genannten BpjM-Moduls sind so laut Informationen der Organisation Jugendschutz.net 76.000 Fundstellen aus dem deutschen Google-Index verschwunden, die allein zur bekanntesten US-Tasteless-Seite führen.

Die Initiative von Frattini könnte letztlich für eine Wiederauflage der Debatte um Sperrungsverfügungen sorgen, die schon einmal deutschen Gerichten vorlag. Im einstweiligen Verfügungsverfahren hatte damals das Oberverwaltungsgericht Münster einzelne Sperrungen für rechtmäßig erklärt, die Prüfung massenhafter Sperrungen allerdings zurückgestellt. Die Kommission für Jugendmedienschutz hat ein Gutachten zu den technischen und rechtlichen Möglichkeiten von Sperrverfügungen in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse noch ausstehen. (Monika Ermert) / (anw/c't)

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26. September 2007 10:05
Liste der verbotenen Wörter :)
mpunktl (728 Beiträge seit 21.08.06)

Freiheit und Demokratie...

Fehlt noch was ?

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26. September 2007 11:05
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
sys3, timo.fercher@gmx.de (mehr als 1000 Beiträge seit 22.07.00)

mpunktl schrieb am 26. September 2007 10:05

> Freiheit und Demokratie...
>
> Fehlt noch was ?

Gentrification, Prekarisierung, Reproduktion, implodieren, politische
Praxis, marxistisch-leninistisch


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26. September 2007 11:37
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
joese (82 Beiträge seit 26.02.03)

mpunktl schrieb am 26. September 2007 10:05

> Freiheit und Demokratie...
>
> Fehlt noch was ?

Teppichmesser

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26. September 2007 12:30
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
marc_h (26 Beiträge seit 13.01.03)

- freie Meinungsbildung
- Entfaltungsfreiheit

Quote
26. September 2007 14:33
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
Alita, s.grenzdoerffer@bbn.de (352 Beiträge seit 14.06.00)

aeh ... Sex ...

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26. September 2007 23:23
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
mumble (mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.00)

Heise


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26. September 2007 23:30
Wahrheit, sekundärer Zensurgewinn
BerlinSWagner (mehr als 1000 Beiträge seit 10.11.03)

Wahrheit und Freiheit sind auch keine gefährlichen Wörter - Wörter
sind per se nicht gefährlich.

Aber wenn man gefährliche Wörter nennen wollte, dann würde ich
Freiheit und Wahrheit nennen.

'Mit der Freiheit "2+2=4" zu sagen fängt alles an - alles andere
ergibt sich daraus' soll George Orwell gesagt haben.

Wenn die in Frage stehenden Wörter gefiltert werden, dann kommt keine
Pressemitteilung von Schäuble mehr durch - wäre der sekundäre
Zensurgewinn.


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26. September 2007 10:09
Hey Schatz....
Mondstein (832 Beiträge seit 02.06.06)

...am Freitag werde ich Tim sagen, dass er bei mir ins Geschäft mit
einsteigen kann. Dann zeigen wir denen von der Konkurrenz, was ein
KRIEG um Kunden bedeutet. Dagegen sieht der DJIHAD der ARABER alt
aus. Aber sag Ihm noch nichts davon, ich will die BOMBE am Freitag
auf unserer Party platzen lassen.

Na ja hier in der lokalen Presse wird das wieder ÖL ins Feuer sein,
aber sei es drum. Wir werden da schon durch kommen.

Viele Grüße

Dein Paul

Quote
26. September 2007 10:10
Wenn ich irgendwann bei Google eingebe...
Commander (mehr als 1000 Beiträge seit 16.03.01)

Völkermord Nazis Juden

...und da kommt nichts (wegen Völkermord), dann möchte ich diesen
Frattini wegen Leugnen des Holocaust verklagen können. Und wie ich
das möchte! Denn das ist der letzte Weg, den ich noch sehe!

Ich glaube es einfach nicht. Man kann Wissen nicht einfach
wegschließen, und wer nach Wegen sucht, Dinge wie Völkermord oder
terroristische Anschläge in der Zukunft zu verhindern, der kommt
nicht umhin die Begriffe zu benutzen! Wie kann man nur so dummdreist
sein um diese simple Tatsache nicht zu kapieren? Die Hersteller von
Bomben nennen dann eine Bombe einfach in ihren Anleitungen
"Community", mal sehen wie schnell das Web tot ist.

Gebt den Politikern ein eigenes Internet zum spielen, das merken die
eh nicht, das sich was geändert hat. Alle in die Sandbox...

Quote
26. September 2007 10:14
Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (55 Beiträge seit 22.03.06)

Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland". Naja, ist ja eh nur noch Klopapier :-(

"¡Es mejor morir de pie que vivir de rodillas!" (Zapata)

Quote
26. September 2007 10:25
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
MenoK (mehr als 1000 Beiträge seit 05.03.00)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14
> Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
> Bundesrepublik Deutschland".
Der Artikel 5 wird in Hinsicht auf Zensur bestimmt bald ergänzt um
den Zusatz:
"Näheres regelt ein Bundesgesetz".

Quote
26. September 2007 10:28
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
Advocadus Diaboli (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.00)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14

> Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
> Bundesrepublik Deutschland". Naja, ist ja eh nur noch Klopapier :-(

Pöhser Pursche, Du hast Jehova äh Grundgesetz gesagt...

Wie das mit der Zensur in der Praxis aussieht sieht man an der
Berichterstattung zur Demo am Samstag. Wenn birmesische Mönche es 3
Tage auf die Politikseite einer angeblich "unabhängigen und
überparteilichen" Zeitung schaffen, die Demo gegen die VDS aber nur
einmal als Bildunterschrift erwähnt wurde, dann ist das was wir
vielleicht als Zensur empfinden einfach nur eine hochgradig selektive
und gleichgeschaltete Warnehmung der Massenmedien...

Manchmal kann ich gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte.

Quote
26. September 2007 10:38
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (56 Beiträge seit 22.03.06)

MAD_onna schrieb am 26. September 2007 10:32

> AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14
> > "¡Es mejor morir de pie que vivir de rodillas!" (Zapata)
>
> Wer kann spanisch???
> Ist die Übersetzung richtig?
>
> "It is better to die on foot than to live on knees" bzw.
> "Es ist besser am Boden zu steben als auf den Knien zu leben"

Es ist besser auf den Füßen zu sterben als auf den Knien zu leben.
;-)

Quote
26. September 2007 11:13
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
McMercy (mehr als 1000 Beiträge seit 20.03.01)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:38

> > "It is better to die on foot than to live on knees" bzw.
> > "Es ist besser am Boden zu steben als auf den Knien zu leben"
>
> Es ist besser auf den Füßen zu sterben als auf den Knien zu leben.
> ;-)

Ich würde sagen: "Es ist besser stehend zu sterben ..." das trifft
den Sinn besser.

Quote
26. September 2007 10:39
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (57 Beiträge seit 22.03.06)

MAD_onna schrieb am 26. September 2007 10:34

> "LIEBER AUFRECHT STERBEN, ALS AUF DEN KNIEN LEBEN!"
>
> Jetzt hab' ich ja doch 'was gefunden;-)

Geht doch ;-)


Quote
26. September 2007 10:19
Marketing Abteilung der Siruis-Kybernetik-Corporation
KarliP (mehr als 1000 Beiträge seit 18.10.01)

Liebe EU-Kommision!

Wenn ihr so weitermacht wird es euch so gehen wie dieser Abteilung.
Zumindest verhaltet ihr euch schon mal so wie diese.

Quote
26. September 2007 11:12
Ft +++ Die Ansprache des Innenministers anlässlich der neuen EU-Verordnung +++
64kByte (mehr als 1000 Beiträge seit 05.01.06)

"Die *piep* durch *piep* ist heute größer als jemals zuvor.
Internationaler *piep* bedient sich neuster Technologien zur Planung
von *piep*, *piep*, *piep* und *piep*.
Wir leben in ständiger *piep* *piep* von *piep* zu werden. Deshalb
ist es unumgänglich, Wörter wie *piep*, *piep*, *piep* oder *piep*
völlig aus unserem Wortschatz zu verbannen.

Wir feiern heute einen großen Sieg über den *piiiiiiiiiiiiiiiep*..."

Quote
26. September 2007 18:20
Wenn jemand nach Atombombe & Massenmord googelt
Mick2 (654 Beiträge seit 25.08.00)

dann haben gefälligst Einträge zu Hiroshima und Nagasaki zu
erscheinen und nicht der BND bzw. die CIA vor der Tür zu stehen.
Geht's eigentlich noch?

Gruß aus Japan,
Mick







Aus: "Kritik an Plänen der EU-Kommission zur Filterung "gefährlicher Wörter"" (26.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96549

« Last Edit: September 27, 2007, 11:24:13 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Internet wie in China... (Arcor zensiert, Notiz)]
« Reply #24 on: September 17, 2007, 02:58:09 nachm. »
Quote
[...] Internet wie in China: Vodafone und Arcor zensieren? Seit 07.09.2007 geht bei einem Arcor User so einiges nicht mehr zu öffnen, er postete im Gulli Board und nicht nur er ist betroffen. ALLE Arcor User die dort posteten und auch einige Moobicent (Vodafone UMTS) Nutzer meldeten, daß die genannten Seiten sex.com, youporn dot com, privatamateure dot com nicht erreichbar sind.


Aus: "Arcor zensiert, Zensur von Pornoseiten!" (September 10th, 2007)
Quelle: http://www.crazylifeblog.de/zensiert-arcor.php

-.-

Quote
[...] Nach einem Telefonat mit der Firma Arcor wurde mir bestätigt, dass die Sperrung zur Zeit auf freiwilliger Basis durchgeführt wurde. Die Ursache war ein Mitbewerber, der eine einstweilige Verfügung gegen die betroffenen Sites erwirkte (nicht etwa gegen Arcor) - diese wurde dann wohl mit deutlichen Worten an diverse Internet-Provider, unter anderem auch Arcor, übermittelt.

Arcor, die im übrigen auch selber Erotik-Angebote anbieten, reagierten daraufhin mit einer nicht näher definierten Sperrung der Websites.
Anfragen bei Kabel Deutschland wurden gestellt, aber noch nicht beantwortet.

Die Firma hinter der einstweiligen Verfügung ist die Kirchberger Logistik GmbH, eine Tochter der Videothekenkette Video Buster bzw. Online-Videothek Netleih, die selber das Angebot sexyfilms.de betreibt. Der Pressesprecher der Firma Kirchberger bestätigte zwar, dass man die einstweilige Verfügung erwirkt habe, ein Rückruf des Geschäftsführers steht aber bis dato noch aus.

[Update]
Bei freenet hat man offenbar keinerlei Aufforderung erhalten und sieht daher momentan auch keinen Grund zu reagieren.

Auch bei hansenet/alice gibt es keine derartige Aufforderung und auch hier sieht man keinen Grund zum handeln.

Das gleiche Bild auch bei 1&1, hier ist auch noch keine Aufforderung eingetroffen und im übrigen hält man eine Sperrung beim ISP nicht für sinnvoll, da sie vom Site-Betreiber leicht umgangen werden könne.

Bei der Telekom ist zwar auch keine Aufforderung der Kirchberger Logistik GmbH eingegangen, dafür aber über die FSM, deren Mitglied die Telekom ist, eine Anfrage der Firma Video Inn Mediastore Ltd. die Site youporn.com zu sperren. In diesem Fall will die Telekom jedoch erst tätig werden, wenn eine gerichtliche Anordnung vorgelegt werden kann - also nicht nur auf reine Anfrage hin.

[Update 2]
Auch von versatel wurde mir soeben bestätigt, dass keine Aufforderung eingegangen ist.

Die Situation wird zunehmend mysteriös. Wieso wendet man sich von Seiten der Kirchberger Logistik GmbH offenbar nur an Arcor? Und wieso reagiert Arcor in vorauseilendem Gehorsam?

Quote
#  Thomas Bleckmann schrieb:
September 13th, 2007 at 10:09 am

Ich finde diese Aussage von bernd blauma sinnfrei.

Zuallererst habe ich das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsbildung. Diese sichert Arcor (siehe AGB) vertraglich zu.

Zudem muß man volljährig sein, um einen DSL Vertrag mit Arcor abschliessen zu können. Demnach obliegt es vollkommen meiner eigenen Verantwortung zu entscheiden, wer was über meinen Internetanschluss zu sehen hat oder nicht. Ein Rechtsbruch liegt ebenfalls nicht vor, da die Pornobetreiber, in diesem Fall besonders YP nicht innerhalb unserer Gerichtbarkeit liegen; soll heissen, sie unterliegen nicht deutschem Recht und handeln dementsprechend nicht rechtswidrig.

Zudem hat Arcor nicht auf richterliche Anordnung gehandelt sondern auf eine einstweilige Verfügung, wie sie jedermann beantragen kann. Für meine Begriffe dient diese Aktion nur dazu, unliebsame Konkurrenz auf Lasten der User aus dem Weg zu schaffen.

Ergo: Zensur ist hier genau die richtige Aussage.

Quote
#  Daniel schrieb:
September 13th, 2007 at 10:49 am

Ich bin zufällig über goggle hier gelandet.

Wenn es um die Frage nach Jugendschutz geht, möchte ich noch darauf hinweisen, daß hier nur einzelne Seiten “zensiert” wurden. Es ist immernoch genaus leicht an pornografisches Material zu kommen, wie vorher auch. Die Masse ist davon also nicht betroffen. Eher geht es hierbei um kommerzielle Belange, also darum Mitbewerber mit kostenlosen oder konkurrenz Angebot zu filtern. Genau das ist Zenusr in meinen Augen. Zu dem geht es hier ja nicht tatsächlich um Jugendschutz, den ich möchte gern selbnst entscheiden, welche Angebote ich mir im Netz ansehe. Wäre dies eine optionale vorangekündigte Aktion gewesen, wäre es kein Thema (was auch technisch unproblematisch gewesen wäre), in diesem Fall, waren einfach plötzlich gewisse Webangebote nicht mehr erreichbar.
Wir schauen immer etwas belächelnd, teils schockiert anch China. Die Frage ist, ob, wenn man das so durchgehen läßt, nicht bald auch andere Seiten betroffen sind.

Quote
#  Mike schrieb:
September 13th, 2007 at 12:57 pm

Das Verhalten von Arcor ist auf keinen Fall nachvollziebar, dies hat meiner Meinung nach folgende logische Gründe:

Vertrag mit Arcor wird mit Personen ueber 18 abgeschlossen, daher kann man keinem erwachsenen Bürger vorschreiben, ob er auf Erotikseiten surft oder nicht.

Hinter der Zensur dieser Seiten, stecken rein wirtschaftliche Interessen, siehe: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,505122,00.html

Ginge es einigen Menschen hier um Jugendschutz, würde es hier ganz anders aussehen in Deutschland, wie Kinderfreundlich dieses Land ist, kann man eigentlich fast täglich in der Zeitung lesen.

Kinder und Jugendlich haben bis zu einem bestimmten Alter nichts alleine am Pc verlohren, selbst das wäre aber möglich. Filterprogramme zu installieren, sollte für keinen ein wirklich grosses Problem darstellen, oder Einstellungen am Browser vornehmen.

Es gibt auch viele Seiten über dieses Thema, es sollte jedem zumutbar sein, diese über Google und Co zu finden.

Portale aus dem Ausland, haben .de Vorschriften zurecht nicht zu interessieren, den die Gesetze sind nur hier gültig und nicht weltweit.
Umgekehrt könnte man sich die Frage stellen, was wohl pasieren würde, wen sich über .de Länder beschweren, in denen Adultseiten ganz verboten sind.

Würde das hier jemanden interessieren??

Wohl kaum…

Gruss

Quote
#  SoMeGuY schrieb:
September 15th, 2007 at 11:34 am

Äußerst mrkwürdig, seit wann unterliegen ausländische Website deutschen Rechtssprechungen. Zumal es dann ja noch ca. 7843578547983569036348790928742 Millionen andere Websites gibt, die nach deutschem Recht nicht legal sind und gesperrt werden müssten. Entweder du floodest Arcor jetzt mit Anträgen zur Sperrung von Websites oder du entziehst ihnen einfach die Einzugsermächtigung.

Vodafone ist da übrigens mit von der Partie


Aus: "Die Hintergründe der Arcor-Zensur" ( geposted am September 11th, 2007 um 2:56 pm)
Quelle: http://www.abgemahnt.com/?p=45

-.-

Quote
[...] Die Idee zu der Überschrift bekam ich beim Lesen der Welt; unter "Schlagworte" des Artikels "Arcor lässt Kunden nicht mehr auf Sex-Seiten" steht genau das: "Arcor Zensur Sperre Porno YouPorn". Und natürlich lügt wie Welt. Korrekt müsste es heißen: "Arcor versucht vergeblich, Klein Fritzchen und andere DAUs davon abzuhalten, bestimmte Sex-Websites anzusehen." Chip.de fourmuliert treffender: "Ausgesext? Videothekare kämpfen gegen YouPorn". Laut Sven Kubiak hat Google die Seite aus dem Index entfert. Aber das ist nicht die Story.


Aus: "Arcor Zensur Sperre Porno YouPorn " (BURKS ONLINE 13.09.2007)
Quelle: http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?p=33496

-.-

Quote
[...] Weit übers Ziel hinausgeschossen ist Arcor bei der jüngsten Sperrrunde. Das Unternehmen sperrt einzelne Porno-Websites, die in Deutschland gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen. Dazu verwendet Arcor offensichtlich die IP-Adresse der Server. Am Wochenende erweiterte Arcor die Sperrung auf die Adresse 64.202.189.170, ist inzwischen aber offenbar eilig zurückgerudert, nachdem sich zahlreiche Kunden über nicht erreichbare Seiten beschwert hatten.

Unter der gesperrten IP-Adresse wird laut der Domain-Datenbank bei Domaintools.com nämlich nicht nur das Angebot gehostet, das Arcor sperren wollte, sondern über 3,4 Millionen weitere Domains, die meisten davon absolut harmlos. Die enorme Zahl erlaubt jedoch nicht den Umkehrschluss, dass alle diese über Arcor nicht mehr erreichbar waren, da die Eingabe der WWW-Adresse möglicherweise auf eine andere, nicht gesperrte IP-Adresse aufgelöst wird. In Stichproben fanden wir allerdings zahlreiche Web-Adressen, auf die das Arcor-Nutzer tatsächlich nicht mehr zugreifen konnten, darunter auch .de-Domains. Die Zahl der gesperrten Domains lag schätzungsweise im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Arcor verzichtet inzwischen offenbar komplett auf die Filterung: Die vor etwas über einer Woche gesperrten Porno-Angebote lassen sich aus dem Netz des Unternehmens nun ebenfalls wieder aufrufen. Einer einfachen Sperre der IP-Adresse, wie sie Arcor verwendet, könnten die Anbieter auch leicht begegnen, indem sie die IP-Adresse wechseln.

[Update]:
Arcor bestätigte heise online gegenüber, dass das Unternehmen seit dem heutigen Montagmittag alle Sperren aufgehoben hat. Man werde den Vorfall prüfen, vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen. Die Sperrung der zahlreichen Websites sei versehentlich erfolgt, man sei sich nicht bewusst gewesen, dass auch weitere Domains die betroffenen IP-Adressen nutzten. (uma/c't)

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17. September 2007 21:19
Kleines Amüsement am Rande - oder Neues vom Sperrungsaufforderer
2007Twister2007, Bettina Winsemann, twister@twister-schreibt.de (167 Beiträge seit 02.09.07)

Pulheim, den 17. September. Das Landgericht Hamburg (Az. 327 O
389/07) hat am 13.09.2007 die Kirchberg Logistik GmbH, Hannover,
verurteilt, die Verbreitung von Pornografie im Internet an
Minderjährige zu unterlassen. Damit bestätigte das Landgericht eine
bereits im Juni auf Betreiben der Pulheimer CyberMaxx GmbH gegen
Kirchberg ergangene einstweilige Verfügung. Das in Hannover ansässige
Unternehmen hatte vor Gericht eingeräumt, in 21 Fällen ungeschützt an
Minderjährige pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Trotz
dieser Tatsache hatte der Anwalt von Kirchberg eine „gerichtliche
Entscheidung“ verlangt. Das Landgericht erteilte ihm diese ohne
Umschweife.

Hinter der Kirchberg Logistik GmbH steckt die Video Buster Gruppe,
die deutschlandweit Videotheken betreibt, in denen auch Pornografie
angeboten wird. Derzeit versucht Video Buster erfolglos, mit Hilfe
seines Vehikels Kirchberg auch im Internet Fuß zu fassen. Dass dabei
mitunter Gesetze missachtet werden, wurde in dem Hamburger Verfahren
offenbar.

Die Video Buster-Geschäftsführer Andreas Grebenstein und Mario Brunow
hatten sich kürzlich öffentlich sogar als „Jugendschützer“
präsentiert. Brunow hatte in SPIEGEL ONLINE  getönt: „Es gibt Regeln,
wie Kinder vor (pornografischen) Inhalten zu schützen sind.“ Nun
müssen Grebenstein und Brunow mit einem Strafverfahren wegen
Pornografieverbreitung rechnen.

(aus der aktuellen Pressemitteilung der Cybermaxx GmbH)
*ggggg*

Der Konkurrent zeigt sich übrigens nonchalant:
„Wir sind gegen jede Form von Zensur und werden deshalb Arcor die
Entscheidung darüber überlassen, ob die Webseiten von Kirchberg
Logistik gesperrt werden“, sagte CyberMaxx-Geschäftsführer Gapski in
Pulheim. Gapski teilt die in der Telekommunikationsbranche
vorherrschende Auffassung, dass Sperrungen sinnlos und rechtlich
fragwürdig sind.

Quote
17. September 2007 15:18
...vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen...
dennis_fake (943 Beiträge seit 29.01.05)

> "...vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen..."

Ach ja?
Es hat NIEMALS eine Filterung von Inhalten von Seiten der
Zugangsanbieter zu erfolgen. Sie hätte auch NIEMALS stattfinden
dürfen.
Diese Aktion Arcors zeigt u. a. auch, daß es von Seiten der
Access-Provider innerhalb kürzester Zeit möglich ist, den konkreten
Traffic der Kunden zu überprüfen und dann z. B. umzuleiten, zu
unterbrechen etc. - und daß die Bereitschaft da ist, dies auch zu
tun.
Wenn bereits auf den _Hinweis_ eines _Unternehmens_ einfach mal
schnell "gehandelt" wird, dann gute Nacht, wenn staatliche Stellen
auf die Idee kommen sollten. Das Appetithäppchen hat ihnen Arcor ja
nun bereits hingeworfen.

Quote
17. September 2007 15:19
Ach ja: Danke, Arcor!
GrundgesetzOFH (234 Beiträge seit 01.07.07)

Vielen vielen Dank, liebes Arcor-Team.
die Seite youporn.com kannte ich noch nicht.

[...]



Aus: "Arcor sperrte zahlreiche Websites [Update]" (17.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96100

-.-

Quote
[...] Arcor muss seine umstrittenen Sperrungen ausländischer Porno-Sites ohne Alterskontrollsystem zum Teil wieder aufnehmen. Das Landgericht Frankfurt am Main hat der Kirchberg Logistik GmbH aus Hannover in einem Streit mit dem Telekommunikationsanbieter über eine einstweilige Verfügung zur Web-Blockade von YouPorn.com am heutigen Freitag Recht gegeben. "Wir müssen die Seite sperren", erklärte ein Arcor-Sprecher gegenüber heise online. Der Zeitpunkt der neuerlichen Blockade sei aber noch unklar, da man die gerichtlich bestätigte Verfügung noch nicht im Haus habe und diese somit auch noch nicht in Kraft getreten sei. "Wir wissen aber, dass da was kommen wird und bereiten uns darauf vor".

Die technischen Einzelheiten zur Umsetzung der Auflagen prüft der Provider nach Angaben des Sprechers noch. Bei seiner jüngsten Sperrstunde nutzte Arcor die IP-Adressen von drei einschlägigen Sex-Domains, gegen welche die Kirchberg Logistik einstweilige Verfügungen erwirkt hatte. Die Betreiberfirma des Video-Erotikportals sexyfilms.de, hinter dem die Video Buster Entertainment Group und deren Geschäftsführer Andreas Grebenstein und Mario Brunow stehen, hatte im September die Gerichtsbescheide an zahlreiche Zugangsanbieter verschickt. Die meisten reagierten nicht, nur Arcor sah ohne direkte gerichtliche Anweisung gegen sich selbst Handlungsbedarf. Von sich aus sperrte der Provider die drei Sites auf IP-Basis.

Betroffen war etwa die Kennung "64.202.189.170" zu einem Server des US-Providers GoDaddy. Dort sind neben dem in den Verfügungen genannten Portal privatamateure.com rund 3,5 Millionen einzelne Websites abgelegt, darunter völlig unbedenkliche Angebote für eine Bollywood-Fanseite, das Linux-Kernel-Projekt Linice oder die WLAN-Initiative Fon-City. Die beanstandeten Sex-Seiten waren dagegen bald wieder verfügbar, weil sie einfach ihre IP-Adressen geändert hatten. Arcor bemerkte anhand vieler Proteste den Kollateralschaden und hob die Sperren nach einer Woche wieder auf. Leider habe der Anbieter die Barrieren "auf nicht besonders intelligente Weise umgesetzt", ärgerte sich Brunow damals. Man habe Arcor daraufhin aufgefordert, "die Sperre auf anderem technischen Weg" durchzuführen. Zumindest für das auf nutzergenerierte Inhalte setzende Portal YouPorn muss die Telco nun entsprechende Überlegungen anstellen.

Leicht tun dürfte sich Arcor damit nicht. Laut Harald Summa, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco, hat der Fall einmal mehr gezeigt, dass Netzsperren im großen Stil in einem freiheitlichen Rechtsstaat "nicht funktionieren". Ihm sei nach wie vor keine Methode bekannt, wie Zugangsanbieter ohne immense Nebenwirkungen wirksam Websites regionalen Nutzern vorenthalten könnten. Die Provider-Vereinigung fürchtet seit langem, dass nach staatlichen Stellen und Rechteinhabern bald "jeder" kommt und Sperrungen verlangt.

Die Kirchberg Logistik wirft YouPorn und Konsorten vor, konsequent den deutschen Jugendschutz zu umgehen und ohne Einsatz eines aufwendigen Alterschecks eine enorme Internetreichweite mit entsprechendem Werbeumsatz zu generieren. Obwohl die deutschsprachige Site von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert sei, zähle sie zu den 20 meistbesuchten Webauftritten hierzulande. Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) habe daher bereits vor einigen Wochen die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Landesmedienanstalten aufgefordert, die Indizierung mittels Sperrungsverfügungen über die Internet-Provider durchzusetzen. Die Reaktionen der Behörden seien aber "deprimierend" gewesen. Daher habe man sich zum eigenen Handeln entschlossen.

Grebenstein und Brunow vertickern mit sexyfilms.de auch sogenannte Hardcore-Videos übers Netz. Dabei legen sie aber Wert auf legale Alterskontrollsysteme wie das vergleichsweise teure und umständliche Post-Ident-Verfahren oder die über die Schufa angebotene Verifizierung Q-Bit. Bei beiden muss zu einem gewissen Zeitpunkt eine Personalausweiskontrolle vor einer Freischaltung für den Abruf von Online-Diensten erfolgt sein. Niederschwelligere Angebote wie "ueber18.de" hat der Bundesgerichtshof gerade für unvereinbar mit den strengen gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz hierzulande erklärt. (Stefan Krempl) / (pmz/c't)

Quote
20. Oktober 2007 6:06
Nur zur Erinnerung: Das Telemediengesetz
respicefinem (mehr als 1000 Beiträge seit 02.09.03)

§ 8
Durchleitung von Informationen

(1) Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem
Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur
Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich, sofern sie
1. die Übermittlung nicht veranlasst,
2. den Adressaten der übermittelten Informationen nicht ausgewählt
und
3. die übermittelten Informationen nicht ausgewählt oder verändert
haben.

Satz 1 findet keine Anwendung, wenn der Diensteanbieter absichtlich
mit einem Nutzer seines Dienstes zusammenarbeitet, um rechtswidrige
Handlungen zu begehen.

(2) Die Übermittlung von Informationen nach Absatz 1 und die
Vermittlung des Zugangs zu ihnen umfasst auch die automatische
kurzzeitige Zwischenspeicherung dieser Informationen, soweit dies nur
zur Durchführung der Übermittlung im Kommunikationsnetz geschieht und
die Informationen nicht länger gespeichert werden, als für die
Übermittlung üblicherweise erforderlich ist.

Das Gesetz ist ja nicht ohne Grund so formuliert. Alles andere würde
es Providern bald unmöglich machen, Dienste anzubieten.

Warum zum Teufel konnte ein Sexanbieter eine EV gegen einen Provider
erwirken?
Und warum nur hat Arcor das Fass überhaupt erst aufgemacht? Wer
einmal (freiwillig) sperrt...

Theoretisch könnte ab jetzt jeder Hansel, der eine
Wettbewerbsverletzung behauptet, eine EV gegen alle Provider
durchsetzen. Die müssten dann Seiten sperren wie blöde. Schon mal an
die Kosten gedacht? Da wird Vorratsspeicherung billig.


Quote
20. Oktober 2007 0:54
Das macht auf mehreren Ebenen keinen Sinn...
Andrea (494 Beiträge seit 02.04.00)

mein Jura-Prof hat immer gesagt, dass man Gerichtsurteile immer so
beurteilen sollte, wie es ein vernüftiger und unabhängiger Dritter
tun wuerde, also so, als wenn man nix damit zu tun haette.

Dann kann man i.d.R. erkennen, dass durchaus beide Parteien ein
berechtigtes Anliegen haben.

Und das stimmt hier vorne und hinten nicht, hier ist alles falsch
gelaufen.

1. Arcor gibt mir keinen Zugang zu den Sex-Seiten, allenfalls zu dem
"Netz". Irgendwann bevor ich auf YouPorn lande hab ich die
"Arcorleitungen" verlassen. Da waere es ja noch logischer Firefox zu
verklagen, denn mit deren Tool kann ich da ueberhaupt erst hinsurfen.
Also wenn mein minderjähriger Sohn mit dem Taxi in den Puff faehrt,
dann wird nicht der Puff sondern der Taxifahrer verklagt?

2. Wie jemand in einem anderen Post richtig schrieb, alle Arcorkunden
sind volljaehrig. Arcor macht keine Verträge mit Minderjährigen. Wenn
also die Eltern den Kids den Zugang gewähren, dann duerfen die das
aufgrund des Elternprivilegs. Internet-Cafes werden verklagt, wenn
diese Minderjaehrige an die Rechner lassen (und dort Porn schauen).
Darf man jetzt auch gleich noch die Provider verklagen?

3. Laut SPON klagte Kirchberg Logistik in Frankfurt gegen
unzulässigen Wettbewerb per Rechtsbruch. Wettbewerb? Youporn ist doch
nicht Wettbewerber von deutschen Pornsites. Youporn ist kostenlos und
insofern nicht Wettbewerber. Arcor ist auch nicht Wettbewerber.
Wettbewerber kann man doch nur sein, wenn man sich im gleichen
Business befindet.

Also hier hat das Gericht gleich mehrfach mitten in die Scheisse
gegriffen. Aber ist schon ok so. Lasst sie kochen, dann wird dieses
alberne Urteil in der nächsten Instanz wg. "Unzuständigkeit"
kassiert.

Wenn das Bestand haetet, dann kann demnaechst jeder Schwachkopf die
Provider verklagen, weil Sie "immer" den Zugang zu dem "Verbrechen"
anbieten.

LOL

Quote
21. Oktober 2007 4:12
Ich wiederhole mich ungern,
Elwoodini (459 Beiträge seit 14.06.03)

aber wenn ich mir die Beitragsdichte in Sachen youporn,
Bundestrojaner und OS ansehe, komme ich immer wieder zum selben
Schluss: Der durchschnittliche Heise-User ist ein onanierender
Terrorist, der gerne auch mal Linux installiert.

Nix für ungut.

Quote
20. Oktober 2007 11:23
Was auch dieser Richter nicht versteht.
Die Troll-Nanny (42 Beiträge seit 18.10.07)

Es kann nicht sein dass irgendeine Firma mit ihren wirtschaftlich
motivierten Interessen bestimmt welche Seiten deutsche Provider
übermitteln und welche nicht.

So einfach ist das.

Ausserdem scheint YouPorn.com kein in Deutschland ansässiges
Unternehmen zu sein. Denn wen dem so wäre hätte der Konkurent besser
auch gleich wegen des fehlendem Impressums klagen sollen.

Wieso sollte eine nicht-deutsche Seite den deutschen Jugendschutz
beachten? Fahren die Briten ihre Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung und
zur ASU? Nein, warum sollten sie? Wenn man nun anfangen wollte alle
ausländischen Seiten zu sperren die gegen deutsche Recht verstoßen -
viel Spaß! Dann besser das Internet in Deutschland ganz abschaffen.

Scheren sich denn deutsche Firmen um polnische, iranische,
mongolische oder japanische Gesetze?

Die Seite wird für alle gesperrt! Dabei soll sowas doch nur
jugendliche schützen. Das ist Unsinn.

Es gibt andere Wege Kinde zu schützen, diese müssen genutzt werden.
Ein solcher Rundumschlag wird nur die Büchse der Pandora öffnen, was
Zensur in Deutschland angeht. Die Begleitschäden der hier angerichtet
werden sind groß. Dagegen gilt es ich zu wehren.



Aus: "Arcor muss YouPorn sperren" (19.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97676

-.-

Quote
[...] In einem jetzt bekannt gewordenen Urteil (Az. 3-12 O 171/07) hat das Landgericht Frankfurt dem Einspruch von Arcor gegen eine einstweilige Verfügung zur Blockade des Porno-Portals YouPorn.com im Hauptsacheverfahren stattgegeben und eine Verantwortlichkeit des Providers für die dortigen, teils nicht jugendfreien Inhalte verneint. In ihrer Abwägung sei die 12. Kammer für Handelssachen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zugangsanbieter nicht mit zur Rechenschaft gezogen werden könne, erklärte ein Sprecher des Landgerichts gegenüber heise online. Der beklagte Provider sei weder wettbewerbsrechtlich als Störer noch als Gehilfe der Verstöße gegen die deutsche Jugendschutzgesetzgebung im Ausland haftbar zu machen.

Die Kirchberg Logistik GmbH hatte im vergangenen Herbst als Kläger moniert, dass das auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien stehende Angebot YouPorn keine den deutschen Gesetzen entsprechende Alterskontrolle durchführe und der Jugendschutz nach hiesigem Recht damit nicht gewährleistet sei. Die Hannoveraner wollen mit dem Videoportal sexyfilms.de selbst mit Erotik im Netz Kasse machen. Sie bemühen sich dabei aber nach eigenen Angaben, den strengen Jugendschutzauflagen hierzulande zu entsprechen, und witterten einen durch den Zugangsanbieter abzustellenden Wettbewerbsverstoß.

[...]


Aus: "Arcor muss YouPorn nicht mehr sperren" (Stefan Krempl, 15.04.2008) / (vbr/c't) 
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Arcor-muss-YouPorn-nicht-mehr-sperren--/meldung/106513

« Last Edit: April 16, 2008, 09:44:09 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[kurzerhand ausgeblendet... (Fox, Sally Field)]
« Reply #25 on: September 18, 2007, 01:50:45 nachm. »
Quote
[...] Viel zu tun hatten die Sittlichkeitswächter des übertragenden US-Senders Fox. Weil der Schauspieler Ray Ramano derbe Witze über das Sexualleben einer Kollegin machte, sahen die Fernsehzuschauer sekundenlang nur ein schwarzes Bild. Und als Schaupielerin Sally Field Kritik an der Irak-Politik der USA übte, wurde sie kurzerhand ausgeblendet.


Aus: "BUNTES AKTUELL: Emmy: Redeverbot für Sally Field" (18. September 2007)
Quelle: http://www.wz-newsline.de/?redid=175361


Offline Textaris(txt*bot)

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[Das Sperren gefährlicher Internetseiten... (Notiz, EU)]
« Reply #26 on: Oktober 02, 2007, 10:39:16 vorm. »
Quote
[...] Lissabon (AFP) — Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützt EU-Pläne zum Sperren von Internetseiten mit gefährlichem Inhalt. "Wenn es technische Möglichkeiten gibt, muss man die nutzen", sagte Schäuble nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Lissabon. Als Beispiel nannte Schäuble Webseiten mit Anleitungen zum Bombenbauen, aber aber auch mit Hasspropaganda gegen Israel, die "massiv" gegen deutsches Strafrecht verstoße. Damit geht Schäuble über Vorschläge von EU-Innenkommissar Franco Frattini noch hinaus.

Der italienische Kommissar will Webseiten sperren lassen, die Terror-Zielen dienen. Einige EU-Staaten sehen hierdurch die Medienfreiheit bedroht. Frattinis Vorschlag ist Teil des neuen Anti-Terror-Pakets, das er am 6. November vorstellen will. Aus Luxemburg und Österreich kam dagegen in Lissabon Kritik. Luxemburgs Justizminister Luc Frieden sagte, der Vorstoß des Kommissars entspreche "nicht unseren Auffassungen von Freiheit und Kommunikation, die wir ja sonst so gerne in der Welt verteidigen". Frattini entgegnete, eine Anleitung zum Bombenbau habe "nichts mit Meinungsfreiheit zu tun".

Schäuble sagte, die Sicherheitsbehörden müssten im Wettrennen mit den Terroristen zumindest eine "klare rechtliche Basis" haben. Neben Schäuble sprach sich auch der portugiesische EU-Ratsvorsitzende Rui Pereira für weitgefasste Vorschriften aus. So gehöre etwa das Anwerben von Terroristen über das Internet verboten oder das Verherrlichen terroristischer Anschläge.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hält neue Gesetze zum Sperren von Internetseiten für überflüssig. Selbst wenn in Deutschland Seiten aus dem Netz genommen würden, könnten sie woanders auf der Welt wieder eingestellt werden, sagte sie nach einem Treffen der EU-Justizminister in Lissabon. "Das das ist auch unser größtes Problem bei der Bekämpfung neonazistischer Inhalte und von Kinderpornografie", sagte Zypries.

[...]


Aus: "Schäuble für Sperren gefährlicher Internetseiten" (AFP, 02.10.2007)
Quelle: http://afp.google.com/article/ALeqM5hU20cGkuLhQhD0kRED8OjVywwlSA

-.-

Quote
[...] Nach dem Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Lissabon begrüßte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Vorschlag von EU-Innenkommissar Franco Frattini, im Rahmen eines von ihm ausgearbeiteten Antiterror-Pakets den Zugang zu bestimmten Webseiten zu sperren. Dabei scheint Schäuble noch weiter gehen zu wollen, als nur Internetseiten mit terroristischen Inhalten zu sperren. "Wenn es technische Möglichkeiten gibt, muss man die nutzen", sagte Schäuble. Als Beispiel nannte er Webseiten mit Anleitungen zum Bombenbauen, aber auch solche mit Hasspropaganda gegen Israel, die "massiv" gegen deutsches Strafrecht verstoßen. Nicht ganz deutlich ist bislang, ob Frattini das Entfernen von Webseiten beabsichtigt, was in der EU möglich, im Ausland aber schwierig wäre, oder das Sperren von Webseiten im Ausland für Zugriffe aus dem EU-Raum. [...]

Quote
2. Oktober 2007 8:31
Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
Immortalis Imperator (120 Beiträge seit 26.05.07)

Denn das Internet hat sich längst zu einem willigen Helfer der
Terroristen gemacht. Schließlich haben die glücklicherweise
vereitelten Kofferbomben- und Wasserstoffperoxidanschläge gezeigt,
dass die Terroristen nicht die hellsten Köpfe sind, sie also auf
technisches Know-How Dritter angewiesen sind, die sie leider nur zu
einfach aus dem Internet beziehen können. Von daher ergibt es Sinn,
diese gefährlichen Seiten zum Schutze Aller aus dem Verkehr zu
ziehen.

Quote
2. Oktober 2007 8:42
Re: Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
kivan (641 Beiträge seit 22.01.06)

Des weiteren sollte deutsche Fluglinien kein Ziele in Pakistan oder
Afghanistan mehr anfliegen, da sich dort die meisten Terror-camps
befinden. Ebenso sollten die Telekom keine Telefonate mehr in die
genannten Länder durchstellen, sowie die Post keine Pakete mehr von
dort oder dorthin liefern.

Geht's noch?

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel.




Quote
2. Oktober 2007 9:03
Diese Maßnahme ist längst überfällig
Fussfetischist, fussfetischist@gmx.eu (736 Beiträge seit 02.01.07)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen das World Wide Web zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Umso richtiger und wichtiger ist ein beherztes Einlenken der
Regierung zu bewerten. Ich hoffe und gehe deshalb davon aus, dass die
Sicherheitsbehörden alles in ihrer Macht stehende veranlassen werden,
um diesen Gefährdern unserer demokratischen Grundordnung das Handwerk
zu legen, und das Internet wieder zu einem sicheren Ort mit festen
Regeln zu machen, in dem wir und unsere Kinder sich sicher bewegen
und informieren können.

Quote
2. Oktober 2007 9:07
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
Hermes335 (mehr als 1000 Beiträge seit 07.06.02)

Jawoll mein Führer!
Diese subversiven, den gesunden deutschen Volkskörrpärr
infizierrendän Schundblättechen im Intärrnett - ausradierren -
allesamt!
Hinweg damit!
Heil unserem Wahrheitsministerium!

...das wolltest du doch eigentlich sagen, oder? ;-)

Quote
2. Oktober 2007 9:17
Godwin's Law:
Stukenbrok (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

You lose!





Quote
2. Oktober 2007 9:13
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
mouse-net (26 Beiträge seit 09.04.04)

Genau, und Mutti bekommt ein Kreuz für gute Arbeit ...
Sie kann sich wieder voll ihren eigentlichen Aufgaben widmen und
Vater helfen neue Strassen zu bauen. Es ist für alles gesorgt, keiner
muss hungern, alle haben Arbeit - und die Welt wird gut. [...]

Quote
2. Oktober 2007 9:37
und außerdem...
DerRico (461 Beiträge seit 27.11.00)

... sind bei Burger King die Menüs teurer geworden!

...

..

.

Das ist doch hier der Off-Topic-Thread, oder?

R.

Quote
2. Oktober 2007 9:44
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
Schlafmuetze (mehr als 1000 Beiträge seit 27.06.01)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen die Stadt Berlin zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Die einzige vernünftige Antwort hierauf kann konsequenterweise nur
lauten : "Bomben auf Berlin !"

Denk mal drüber nach.



Quote
2. Oktober 2007 9:09
Hurra! Willkommen in der DDD!
monty03 (mehr als 1000 Beiträge seit 21.02.04)

Jawoll, bald haben wir's geschafft!
Willkommen in der Deutschen Demokratischen Diktatur!

Oder eher "Deutsche Zensierte Republik"?

Oder einfach "Schäubles Reich?"

Mannomannomann...

Quote
2. Oktober 2007 9:21
Wo haben die nur immer diese Textbausteine her?
hallimasch (339 Beiträge seit 24.06.07)


http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13631408&forum_id=124937
Quote
2. Oktober 2007 9:03
Diese Maßnahme ist längst überfällig
Fussfetischist, fussfetischist@gmx.eu (736 Beiträge seit 02.01.07)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen das World Wide Web zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Umso richtiger und wichtiger ist ein beherztes Einlenken der
Regierung zu bewerten. Ich hoffe und gehe deshalb davon aus, dass die
Sicherheitsbehörden alles in ihrer Macht stehende veranlassen werden,
um diesen Gefährdern unserer demokratischen Grundordnung das Handwerk
zu legen, und das Internet wieder zu einem sicheren Ort mit festen
Regeln zu machen, in dem wir und unsere Kinder sich sicher bewegen
und informieren können.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13631294&forum_id=124937
Quote
2. Oktober 2007 8:31
Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
Immortalis Imperator (120 Beiträge seit 26.05.07)

Denn das Internet hat sich längst zu einem willigen Helfer der
Terroristen gemacht. Schließlich haben die glücklicherweise
vereitelten Kofferbomben- und Wasserstoffperoxidanschläge gezeigt,
dass die Terroristen nicht die hellsten Köpfe sind, sie also auf
technisches Know-How Dritter angewiesen sind, die sie leider nur zu
einfach aus dem Internet beziehen können. Von daher ergibt es Sinn,
diese gefährlichen Seiten zum Schutze Aller aus dem Verkehr zu
ziehen.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13630529&forum_id=124937
Quote
1. Oktober 2007 23:17
"Mit welchen technischen Vorkehrungen ...
csrss.exe (mehr als 1000 Beiträge seit 07.09.06)

... überhaupt der Zugang zu Webseiten gesperrt werden könnte, haben
die Innen- und Justizminister offenbar noch nicht diskutiert."

Das ist auch nicht die Aufgabe der Politiker, sondern der Techniker.
Es geht erstmal um das ob und nicht um das wie und das müssen
Politiker und deren Sicherheitsexperten entscheiden.

Quote
2. Oktober 2007 9:43
Re: Wo haben die nur immer diese Textbausteine her?
Arschtorte (mehr als 1000 Beiträge seit 24.12.06)

hallimasch schrieb am 2. Oktober 2007 9:32

> Oh! Ich hatte bereits ähnliche Überlegungen angestellt. Würde aber
> dann auch heißen, dass wir hier im heise- Forum bereits ins Visir
> genommen werden, oder?

Davon kannst aber mal mit absoluter Sicherheit ausgehen.

Ach ja:

Unfreudliche Grüße an alle Staatsüberwacher die hier gerade
mitlesen...
Schaltet bitte mal euer Hirn ein, geht in Euch und fragt euch
ob ihr diese STASI2.0 Scheisse wirklich noch mit reinem Gewissen
gutheißen könnt.


Quote
2. Oktober 2007 9:33
DAS WIRD NICHT FUNKTIONIEREN HERR SCHÄUBLE
Stringtheoretiker II (143 Beiträge seit 15.09.07)

ES WERDEN 10000 NEUE WEBSEITEN IN KÜRZESTER ZEIT WIEDER GESCHALTET
WERDEN.


Quote
2. Oktober 2007 9:48
Woher kommt mir...
hausfrau2000 (mehr als 1000 Beiträge seit 02.01.05)

...das alles so bekannt vor, dass man nur noch das lesen
darf, was einem erlaubt wird?

Ach ja, da gibt's doch einen Roman "Fahrenheit 451"...

Ja, ist es denn schon soweit?


Quote
2. Oktober 2007 9:55
Hier eine Anleitung für den Bau einer Bombe!
psxdev (162 Beiträge seit 08.09.01)


http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzpulver

sofort sperren!

Quote
2. Oktober 2007 10:00
Re: Hier eine Anleitung für den Bau einer Bombe!
Hardy_Berlin (146 Beiträge seit 22.12.00)

Man sollte auch verbieten, Chemie zu studieren und alle Lehrstühle
für Chemie und Chemiefabriken schließen.

In der Bild-Zeitung stand mal, dass Hausfrauen Kampfgase erzeugt
haben, indem sie zwei verschiedene Toilettenreinger von Schlecker im
Klobecken gemischt haben .... 




Quote
2. Oktober 2007 10:04
Wer hat lust ?
torgum (18 Beiträge seit 23.02.07)

www.praeventivstaat.de

ich hab das mal vor einiger Zeit eingesackt, aber nur wenig Zeit im
Moment und wenig technisches KnowHow um ein CMS zu customizen usw.
Ich hab zwar Ideen, aber das kann ich einfach nicht allein umsetzen.

Wer lust hat, ein Archiv zu erstellen, eine diskussionsplattform usw.

17777092 ICQ
oder
torgum ÄT gmx PUHNKT net :P

Quote
2. Oktober 2007 10:06
Die technische Durchführbarkeit ist äußerst simpel
ms4latu (502 Beiträge seit 15.01.07)

Die Innen- Verteidigungs- und sonstige Minister diskutieren. Vor sich
haben sie ein Tableau mit Knöpfen.

"Was meint ihr, Jungs - sollen wir gefährliche Webseiten sperren?"
"Ja!"
"Si!"
"Oui!"
"Yes!"

Dann wird ein Knopf gedrückt -klick-, und alle gefährlichen Webseiten
sind gesperrt. So einfach geht das, mehr ist es wirklich nicht. Kaum
zu glauben, was?
Und so geht es weiter:

Phöse Suchwörter eliminieren -klick-
Bundestrojaner bundesweit installieren -klick-
Vorratdatenspeicherung einschalten -klick-
Killerspiele verbieten -klick-
Raubmordkopierer vollautomatisch ermitteln und einbuchten -klick-
Meinungsfreiheit entfernen -klick-
Pressefreiheit entfernen -klick-
Demokratie löschen -klick-

So trägt jeder zu einem besseren und schöneren Europa bei.

[/quote]

Aus: "Auch Innenminister Schäuble will Webseiten mit gefährlichen Inhalten sperren" (01.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96829

-.-

Quote
[...] Frattini will gefährliche Webseiten dann sperren lassen, wenn eine "konkrete Gefahr“ für Terroranschläge besteht. Der luxemburgische Justizminister Luc Frieden kritisierte diesen Vorstoß. Er entspreche „nicht unseren Auffassungen von Freiheit und Kommunikation, die wir ja sonst so gerne in der Welt verteidigen“, sagte er. "Viel wichtiger ist, dass wir herausfinden, wie die Terroristen via Internet miteinander kommunizieren und rechtzeitig auch die Inhalte dieser Kommunikation erfassen.“


Aus: " Sicherheit: EU streitet über Abschalten von Terror-Webseiten" (1. Oktober 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article1227414/EU_streitet_ueber_Abschalten_von_Terror-Webseiten.html


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[Gericht bestätigt Verbot für Link-Portal"... (Notiz, BRD)]
« Reply #27 on: Oktober 21, 2007, 12:57:51 nachm. »
Quote
[...] Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat nach Angaben der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) eine Untersagungsverfügung bestätigt, mit der einem Portalbetreiber verboten wird, weiterhin eine Internetseite ins Netz zu stellen, auf der rund 1.400 Links gelistet sind, die teilweise zu pornografischen Webangeboten führen. Laut NLM können Minderjährige auf diese pornografischen Angebote zugreifen, weil ein geeignetes Altersverifikationssystem fehlt.

Unter Berufung auf den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) untersagte die NLM dem Betreiber deshalb Ende September die Internetseite weiterhin anzubieten, solange nicht sicher gestellt ist, dass das Angebot durch geeignete technische Maßnahmen wie etwa einem Altersverifikationssystem nur Erwachsenen zugänglich gemacht wird. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg habe sich die Untersagungsverfügung der NLM bei der im Eilverfahren gebotenen summarischen Überprüfung als rechtmäßig erwiesen, teilte die Landesmedienanstalt am heutigen Donnerstag mit. Auch das von der NLM angedrohte Zwangsgeld sei vom Gericht nicht beanstandet worden. Gegen den Beschluss könne aber noch Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Das Thema Altersverifikation beim Zugriff auf Internet-Pornoseiten beschäftigt derzeit auch den Bundesgerichtshof. In Karlsruhe stehen sich zwei konkurrierende Unternehmen aus dem Altersverifikations-Geschäft gegenüber, die sich schon seit Jahren juristisch bekriegen. Der BGH hat unter anderem zu klären, ob eine einfache Kontrolle von Personalausweisnummer und -ausstellungsort im Rahmen der Jugendschutzbestimmungen ausreicht oder nicht. (pmz/c't)


Quote
19. Oktober 2007 8:21
+++++ gelbe seiten verboten +++++
Homo erectus (mehr als 1000 Beiträge seit 20.04.01)

die telekom wird dann auch keine telefonbücher mehr verteilen dürfen,
solange sie nicht garantieren kann, dass alle eingetragenen kneipen,
gaststätten, kinos etc. sich an ihre jeweiligen auflagen zum
jugendschutz halten.

Quote
19. Oktober 2007 8:28
Wir leben in Parallelwelten
hawkeye (369 Beiträge seit 12.01.00)

Nämlich mindestens in einer Welt derer, die sich in irgendeiner Weise
als kompetent im Umgang mit Hardware/Sowftware/Netzinhalten
bezeichnen lassen und einer Welt derer, die das nicht sind.

Heise-Leser kann man wohl getrost der ersten Welt zuordnen. Unserer
Juristen und unsere Legislative - bis auf die die Regel bestätigenden
Ausnahmen - wohl eher der letzteren.

Traurig ist daran, dass akademisch hochgebildete Juristen Urteile
fällen, die in beiden Welten angewandt werden aber aus unserer Sicht
eher wie die hilflosen Versuche wirken etwas zu begreifen, was man
nur vom Hörensagen kennt.
:(

Ich fände es gut, wenn Richter/innen in Zukunft einen
Qualifikationsnachweis für das spezielle Fachgebiet nachweisen
müssten, bevor er/sie rechtsgültige Entscheidungen treffen dürfen,
die in irgendeiner Weise Einfluss auf die betroffenen Fachgebiet
haben.

cu/hawk



Aus: "Gericht bestätigt Verbot für Link-Portal" (18.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97621


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[Verbotsliste mit 25 politischen Reizwörtern... (China, Zensur)]
« Reply #28 on: Oktober 22, 2007, 11:06:10 vorm. »
Quote
[...] Ein anonymer Blogschreiber hat jetzt eine behördliche Verbotsliste mit 25 politischen Reizwörtern auf seinem Blog veröffentlicht, die während der Zeit der Parteikonferenzen für die Online-Öffentlichkeit tabu sind. Mit dem Verbot sollen unerwünschte Diskussionen über politische Reformen, über Offene Briefe an die Parteiführer oder Beschwerden, wie die Ämter mit Klageführern umspringen, über das Internet keine Verbreitung finden.
IT-Systemingenieure installierten in die Such-Software der chinesischen Portale Abfang-Filter, die jede Bearbeitung der 25 Begriffe für sechs Wochen von Anfang Oktober bis zum 15. November blockieren. Anfragen nach Ausdrücken wie „Eingabe an den 17.Parteitag“ oder „gemeinsam unterschriebener Brief“ bleiben unerledigt. WELT.Online testete die verbotenen Begriffe bei mehreren Portalen. Als Antwort erschienen leere Seiten. Nur bei Chinas Google kamen die Überschriften zum Vorschein. Die Berichte dazu ließen sich aber nicht öffnen.

 Auf der Liste steht etwa „Schwarzes Gefängnis“, ein Umgangswort für heimliche Verwahranstalten, in denen die Behörden kurz vor dem Parteitag für Tage oder Wochen Klagesteller festsetzten, um sie so aus dem Verkehr zu ziehen. “Die Armee der Klagesteller“ bezieht sich auf Tausende Petitionäre, die aus dem ganzen Land nach Peking kommen, um sich bei Gerichten und Behörden gegen ihr Unrecht Zuhause beschweren. Selbst auf den ersten Blick unauffällige Anreden wie „Herr Hu Jintao“ oder „Herr Wen Jiabao“ wurden indiziert. Die Logik dahinter: Wer innerhalb Chinas den Genossen Parteivorsitzenden Hu Jintao oder seinen Premier Wen so anspricht, will ihm wahrscheinlich eine Beschwerde oder einen Offenen Protestbrief schreiben.
China unterhält heute die größte Cyber-Polizei der Welt, die das Internet durch eine „ausgeklügelte Mischung von Filtertechnologien, Überwachung durch IT-Polizei und Propaganda“ kontrolliert, schrieb vergangene Woche die Bürgerrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ . Sie veröffentlichte den Enthüllungsbericht „Reise in das Herz der Internet-Zensur“. Ein chinesischer IT-Techniker schildert an Einzelfällen, wie die Zensur funktioniert. Mit verfeinerten Abfang-Techniken blockieren Pekings Propagandabehörden nicht nur den Zugriff auf Webseiten. Sie ,haben heute auch 400 bis 500 einzelne Schlüsselbegriffe aus der öffentlichen Online-Debatte verbannt, etwa Worte, die mit der verbotenen Meditationsgruppe „Falungong“ zusammenhängen.

[....]

Das Wort „Konstitutionelle Demokratie“ (Xianzheng Minzhu) steht heute an erster Stelle der 25 Begriffe, die die Kommunistische Partei für ihren 17.Parteitag auf den Index setzte.
Gesperrte Begriffe:

    * Xianzheng Minzhu (konstitutionelle Demokratie)
    * Shehui Yuanqing (soziales Unrechtsurteil)
    * Zhongguo Wanmin Fangmin (Chinesische Massenpetition)
    * Shangfeng Yuanmin (Klage gegen angetanes Unrecht)
    * Shangfang Dajun (Armee der Klagesteller)
    * Zhi Shiqida de Xin (Ein Brief an den 17.Parteitag)
    * Shiqida Jianyishu (Ein Vorschlag an den 17.Parteitag)
    * Lianming Shangshu (gemeinsam unterschriebene Petition)
    * Jiefang (Klagesteller abfangen und zurückschicken)
    * Daya Yuanmin (Unterdrücken von Opfern, die Unrecht erlitten)
    * Xiugai Xinfang Zhidu (Korrektur des Petitionswesens)
    * Hei Jianyu (schwarze Gefängnisse)
    * Hu Jintao Xiansheng (Herr Hu Jintao)
    * Wen Jiabao Xiansheng (Herr Wen Jiabao)
    * Quxiao Shoushen Zhidu (das Zwangsverwahrsystem abschaffen)
    * Quanli Zibenhua (Aus Macht Kapital schlagen)
    * Gongquan de sinue (skrupellos öffentliche Macht missbrauchen)
    * Xianfa Fayuan (Verfassungsgericht)

Quote
g.m meint:
21-10-2007, 12:54 Uhr
zu Recht prangert dieser Artikel die Situation in China an.
Jeder Leser wird sich über diese Zustände aufregen.
Hingegen vergessen wir nicht wie prachtvoll unsere Wirtschaft in China investiert und Geschäfte macht. Unsere kapitalistischen Manager scheren sich um solche Zustände einen feuchten Dreck, hauptsache der Rubel rollt.
Ebenso sollten wir mit Blick auf Herrn Scheubles Päne unsere Aufregung auch im Inneren Deutschlands anwenden.
Unsere Christ Demokraten haben schon längst das Abhören unserer Komunikation installiert.
Auf Schlüsselwörter suchen unsere Demokraten auch an führender Weltspitze unsere Telefongespräche ab und sind , fast unbermerkt, bei jedem Telefonat mit dabei.
Auch ist ja bekanntlich für unsere Christlichen Demokraten die Internet ud Computerdurchsuchung mit das "NORMALSTE" von der Welt, im Namen der sicherheit selbstverständlich .
Da China das Militär auch gerne gegen ihre Bevölkerung im Innern einsetzt scheint Herrn Scheuble ebenso zu gefallen , denn er plant ja ähnliches.
Wiedereinmal muss der Leser feststellen , dass manche Leute an unserer Spitze scheinheilig daher Reden und mit einem riesen Sandsack durchs Land laufen und diesen in die Augen der deutschen Wähler kräftig verstreuen.



Aus: "Internet in China: 25 Begriffe sind während des Parteitages tabu" Von Johnny Erling (21. Oktober 2007)
Quelle: http://www.welt.de/webwelt/article1284649/25_Begriffe_sind_waehrend_des_Parteitages_tabu.html


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[Die syrische Regierung... (Notiz, Zensur, Facebook)]
« Reply #29 on: November 25, 2007, 02:13:47 nachm. »
Quote
[...] Wie syrische Facebook-User der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, hat die Regierung den Zugang zur Social-Network-Webseite blockieren lassen. Die Sperre soll Teil eines größer angelegten Vorgehens gegen "politische Aktivitäten" im Internet sein.

Die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad lässt politische Kritik nur in geringem Ausmaß zu. Nach Angaben der Nachrichtenagentur wurden in den letzten Wochen Schritte gegen missliebige Veröffentlichungen in Blogs, Foren und andere Webseiten verstärkt. Der Zugang zu unabhängigen arabischen Zeitungen, die in London produziert werden, wie beispielsweise die libanesische Tageszeitung An-Nahar, wird immer wieder blockiert. Auch YouTube und Blockspot sind nach Angaben von Bloggern gesperrt; Microsoft Hotmail soll regelmäßig gesperrt werden.

Mit dem Vorgehen gegen Facebook, das in Syrien zur populärsten Social-Network-Seite avancierte, will man vor allem die Zivilgesellschaft treffen, reklamieren Anwälte von Menschenrechtsorganisationen. Tausende von Syrern sollen über Facebook mit Verwandten und Freunden außerhalb des Landes kommunizieren, innerhalb des Landes stellte die Webseite Verbindungen zwischen politischen und kulturellen Gruppen her.

Möglich, dass hier von Regierungsseite eine Fortsetzung der berühmten Salons, wo sich Intellektuelle und Oppositionelle zum freien Gedankenaustausch trafen, befürchtet wird. Die Salons hatten in einer kurzen Periode des Tauwetters ("Syrischer Frühling") mit einigen bürgerlichen Freiheiten nach Amtsantritt von Baschar (Juni 2000) ihren Höhepunkt. Im Herbst 2001 war der Frühling dann vorbei. (Thomas Pany) / (jo/c't)




Aus: "Syrien läßt Facebook-Zugang sperren" (24.11.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/99499

-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Syrien




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[YouTube sperrt ägyptischen Menschenrechtsblogger... ]
« Reply #30 on: November 29, 2007, 03:45:06 nachm. »
Quote
[...] YouTube hat einen der bekanntesten kritischen Blogger aus Ägypten ausgesperrt. Wael Abbas [http://misrdigital.blogspirit.com/] setzt sich in seinem Blog für Menschenrechte ein und ist bekannt geworden, als er Ende 2006 ein Video veröffentlichte, in dem zu sehen ist, wie ägyptische Polizisten einen Gefangenen foltern. Aufgrund des Videos, das es noch bei LiveLeak [http://www.liveleak.com/view?i=5f8d5d16c5] gibt, wurden sogar zwei Polizisten wegen Folter verurteilt.

Gibt man die URL für den Account von Abbas ein (youtube.com/user/waelabbas), so heißt es, dass dieser gesperrt wurde. Damit wurden Bilder und Videos über Polizeibrutalität, Demonstrationen gegen die Regierung und Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen von YouTube unzugänglich gemacht.

Abbas sagt, er habe von YouTube, das von Google gekauft wurde, eine E-Mail erhalten, in der ihm erklärt wurde, dass sein Account aufgrund zahlreicher Proteste gesperrt worden sei. Ägypten ist bekannt dafür, dass dort gefoltert und hart gegen politische Opposition vorgegangen wird. Auch um die Pressefreiheit steht es nicht gut. Um so wichtiger war die Möglichkeit für Oppositionelle und Regimekritiker, Informationen über das Internet veröffentlichen zu können (siehe dazu: Blogger, Polizei, Folter und Video-Beweise: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24486/1.html).

In diesem Jahr wurden nicht nur 12 Journalisten zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie angeblich den Präsidenten Mubarak diffamiert haben, sondern auch ein Blogger. Abdel Kareem wurde u. a. wegen der Beleidigung des ägyptischen Präsidenten Anfang des Jahres zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach Berichten ist er überdies im Gefängnis gefoltert worden. Eine Untersuchung der Vorwürfe hat die Staatsanwaltschaft bislang nicht eingeleitet.

Möglicherweise hat YouTube den Account gesperrt, weil die Bilder und Videos übermäßige Gewalt zeigten. Gamal Eid, der Leiter des Arabic Network for Human Rights Information, meint allerdings, dass es das Ziel von Abbas war, die Polizeibrutalität öffentlich zu machen und nicht Gewaltdarstellungen als solche zu verbreiten. Auch der ägyptische Blogger Elijah Zarwan vermutet, dass YouTube nicht auf die ägyptische Regierung reagierte, aber er meint, die Bilder zu zensieren, weil sie manche Menschen als verstörend empfinden, sei nicht richtig. (fr/Telepolis)

Quote
28. November 2007 11:00
Solche Videos gehören gelöscht
pm2k, Peter Müller (42 Beiträge seit 12.05.06)

Auf Youtube haben solche Videos wirklich nichts zu suchen.
Solche Videos sollten in den 20:15 Nachrichten auf den großen
Privatsendern gezeigt werden, dass jeder mal mitbekommt wie's auf
unserer Welt so abgeht.

Wen interessiert, welcher Promi ne andere Frisur hat?

Dabei gibts soviele Meldungen die wirklich Wichtig wären, aber die
gibts nur in den tiefen des Internets.

Quote
28. November 2007 11:15
Re: Solche Videos gehören gelöscht
decon (321 Beiträge seit 31.05.05)

pm2k schrieb am 28. November 2007 11:00

> Auf Youtube haben solche Videos wirklich nichts zu suchen.
> Solche Videos sollten in den 20:15 Nachrichten auf den großen
> Privatsendern gezeigt werden, dass jeder mal mitbekommt wie's auf
> unserer Welt so abgeht.
>
> Wen interessiert, welcher Promi ne andere Frisur hat?
>
> Dabei gibts soviele Meldungen die wirklich Wichtig wären, aber die
> gibts nur in den tiefen des Internets.

das sehe ich anders. youtube soll ein stück weit die gesellschaft
abbilden und gewaltvideos, solange sie nicht gewaltverherrlichend
sind (stichwort: happy slapping), gehören nunmal dazu. youtube war
bisher ein quelle für authentische videos aus gegenden aus denen
westliche reporter nicht frei berichten können. youtube hat jene
einer breiten schicht zugänglich gemacht, was bei anderen websites
eben nicht der fall ist.

mir ist im übrigen ein ungeschnittenes video lieber als die pseudo
berichterstattung von "news" sendungen der privaten fernsehsendern.
dramaturgie und objektivität passen nicht zusammen.

Quote
28. November 2007 12:25
Re: Solche Videos gehören gelöscht
laZee (115 Beiträge seit 15.02.06)


> das sehe ich anders. youtube soll ein stück weit die gesellschaft
> abbilden und gewaltvideos, solange sie nicht gewaltverherrlichend
> sind (stichwort: happy slapping), gehören nunmal dazu. youtube war
> bisher ein quelle für authentische videos aus gegenden aus denen
> westliche reporter nicht frei berichten können. youtube hat jene
> einer breiten schicht zugänglich gemacht, was bei anderen websites
> eben nicht der fall ist.

Sehe ich auch so. YouTube sollte eigentlich unabhängig von Moral und
Gesetzen (mit deinen genannten Einschränkungen) existieren dürfen, da
im Internet ja auch viele Kulturen, Gesetze usw. zu finden sind und
irgendwo auch auf YouTube zusammenlaufen. Das Internet ist eben kein
Staat. Und Youtube ist ein nicht unerhebliches Stück Internet.

Quote
28. November 2007 12:54
Re: Solche Videos gehören gelöscht
OTom (33 Beiträge seit 28.07.07)

laZee schrieb am 28. November 2007 12:25

> Sehe ich auch so. YouTube sollte eigentlich unabhängig von Moral und
> Gesetzen (mit deinen genannten Einschränkungen) existieren dürfen, da

".. unabhängig von Moral und Gesetzen" ...

Wo war nochmal dein Smilie?


Quote
28. November 2007 13:43
Re: Solche Videos gehören gelöscht
yatasima (mehr als 1000 Beiträge seit 04.09.01)

decon schrieb am 28. November 2007 11:15
> das sehe ich anders. youtube soll ein stück weit die gesellschaft
> abbilden und gewaltvideos, solange sie nicht gewaltverherrlichend
> sind (stichwort: happy slapping), gehören nunmal dazu.

Das sieht jemand anders ganz anders. YouTube soll nämlich vor allem
seinen Eigentümern irgendwie Geld einbringen.

Der Rest ist einfach nur Mittel zum Zweck.

Und: ich will damit nicht sagen, daß mir das so gefällt.




Quote
28. November 2007 11:32
Willkommen im siebten Jahrtausend!
R.O.B. (333 Beiträge seit 28.01.05)


Willkommen in einem Land mit 7000-jähriger Kulturgeschichte, in dem
es auch heute viel zu erleben gibt.

Ägypten: Diktatoren, Pyramiden und der Nil. Aber nicht nur für
Oppositionelle hat das Land viel zu bieten. Inhaftierte fürchten die
alten Gefängnisse am Roten Meer und die berühmten Folterkammern in
den Städten, die zu den schlimmsten und brutalsten der Welt gehören.
Hier finden Sie die Ferienhotels in Sharm El Sheikh, Dahab, Hurghada
und Marsa Alam. Die Atmosphäre ist gediegen, das Publikum
international. In allen Gebieten herrscht ein subtropisches Klima,
die Sommer sind durchgehend warm und trocken, die Winter mild. Juli
und August sind die sonnigsten Monate, es wird sehr warm, jedoch
nicht schwül, eine gute Voraussetzung für Ausflüge ins Hinterland.

R.O.B.
_____________________________
Enthält Sarkasmus / Ironie


Quote
28. November 2007 11:44
Re: Solche Videos gehören gelöscht
A38 (135 Beiträge seit 12.07.05)

Das Privatfernsehen zeigt nur was gesehen werden will und somit Quote
bringt. Deine finsteren Foltergeschichte ist bestenfalls was für eine
3-Minuten-Jingle im Nachmittags Boulevardblock um einen
dramaturgischen Kontrastbogen zwischen mißlungenen
Schönheitsoperationen und Weihnachtsshopping Tips zu spannen.

Quote
28. November 2007 11:15
"weil es manche Menschen verstören könnte"?
amnesie (mehr als 1000 Beiträge seit 28.05.03)


Hallo, kriegen wir ab sofort nur noch weichgespültes Zeugs, weil
einer ansonsten vor lauter Trauer die Treppe runterfällt und dann im
Land der unbegrenzten Möglichkeiten den Betreiber auf Schmerzensgeld
in Milliardenhöhe verklagt?

Quote
28. November 2007 11:39
Die Realität sollte von Menschen ferngehalten werden
MCalypso (mehr als 1000 Beiträge seit 07.07.03)

Wie die katholische Kirche bei uns schon immer sagte (wenn es zB mal
wieder Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch gab) "Man soll nicht drüber
reden".

Gefoltert wird in den USA und einigen europäischen Staaten ja auch
nicht, stattdessen fliegt man die Verdächtigen mal schnell in ein
Land, wo das einerseits erlaubt ist/geduldet wird, andererseits es
weit genug weg vom eigenen Volk ist.

So können wir uns um unsren Weihnachtsschmuck kümmern und brauchen
uns nicht mit Problemen anderer "quälen". Schöne neue Welt. Es gibt
keine Probleme!



Quote
28. November 2007 15:44
Endlich fällts mal wieder auf...
Pascal Schmitt, Pascal Schmitt (mehr als 1000 Beiträge seit 02.12.02)

... dass der ganze tolle neue Web20-Zentralismus nichts gutes ist.

Bei Flickr lags ja noch daran dass die deutschen Benutzer einfach zu
blöd waren den Filter abzuschalten und sich dadurch ein wenig
lächerlich gemacht haben als sie "Zensur!" brüllten, aber hier ists
nicht abzustreiten.

Mit einem eigenen Server in sicheren Gefilden wär das nicht passiert.
(Ach es hätte doch schon gereicht wenn er es Indymedia gegeben hätte,
die wissen wohl hoffentlich wie man Daten sicher in der
Öffentlichkeit aufbewahrt)


Aus: "YouTube sperrt ägyptischen Menschenrechtsblogger" (28.11.2007)
Quelle: YouTube sperrt ägyptischen Menschenrechtsblogger


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[Wegen offenen Struktur... (Notiz, Wikipedia, Katina Schubert)]
« Reply #31 on: Dezember 07, 2007, 10:17:43 vorm. »
Quote
[...] Unter der Überschrift "Nazis raus aus Wikipedia" erhebt Katina Schubert schwere Vorwürfe. Die Wikipedia sei wegen ihrer offenen Struktur ein Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien.

[...] "Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden", erklärt die Politikerin. Die Anzeige "soll die Betreiber zwingen, bei Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen, die es Nazis unmöglich machen, ihren braunen Müll als lexikalisch wertvolles Wissen auszugeben und im Netz zu verbreiten".

Auf Anfrage von heise online zeigt sich Schubert besorgt, dass Rechtsextreme die Wikipedia wie auch andere zivilgesellschaftliche Strukturen zu dominieren versuchten. Ihre Parteikollegen hätten festgestellt, dass die Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen wie der Hitlerjugend in der Wikipedia "qualitativ und quantitativ" zu stark vertreten seien. Wenn ein Wikipedia-Artikel das Symbol der HJ enthalte, sollten die Grafiker darauf achten, dass das Symbol nicht einfach für Propaganda-Zwecke weiterverwendet werden könne. "Der Online-Community komme eine große Verantwortung zu", erklärt Schubert. Auch wenn die Strafanzeige keinen Erfolg habe, wollte sie mit der Aktion eine gesellschaftliche Auseinandersetzung starten. Gerade im Internet müsse man diskutieren, wie man die Unterwanderung durch Nazis verhindere. Die Anzeige habe sie zudem schon am Montag in Berlin gestellt – bevor die Wikipedia auf der Titelseite des Stern zu sehen war.

Arne Klempert, der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, zeigt sich über Schuberts Vorgehen erbost. So habe die Politikerin zwar Zeit gefunden, eine Pressemitteilung herauszugeben, sie habe sich aber vorher nicht mit Wikimedia, die die Wikipedia betreibt, in Verbindung gesetzt. Bisher liegt im Wikimedia-Büro in Frankfurt noch keine Strafanzeige vor. Auf Anfrage von heise online gab Schubert an, dass ihre Mitarbeiter keine Adresse der Wikipedia gefunden hätten.

Inhaltlich kann Klempert die Vorwürfe nicht nachvollziehen. "Für uns gehören neutrale Artikel über die NSDAP und ähnliche Organisationen in eine Enzyklopädie. Dazu gehört natürlich auch das Logo der betreffenden Organisation." In der Hinsicht unterscheide sich Wikipedia nicht von anderen Enzyklopädien. Wende sich Schubert gegen die Abbildung dieser Symbole, begibt sie sich nach Klempert in bedenkliche Nähe zur Staatsanwaltschaft Stuttgart. Die war in einem jahrelangen Prozess gegen einen Versandhändler vorgegangen, weil der Anti-Nazi-Symbole mit durchgestrichenen Hakenkreuzen im Sortiment hatte. Erst der Bundesgerichtshof hatte den Händler mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit freigesprochen.

Die Strafanzeige ist nicht die erste Kritik in dieser Richtung an der freien Online-Enzyklopädie. So vertritt der Autor Günter Schuler in seinem kürzlich erschienen Buch die These, dass in der Wikipedia Geschichtsrevisionismus praktiziert werde und kritisiert die Kritikrenitenz der Wikipedia-Community. Auch hier vertritt Klempert einen anderen Standpunkt: Die Wikipedia-Community zeige sich sehr problembewusst. Artikel wie der über Holocaust-Leugnung beweisen in seinen Augen, dass die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren sehr wohl in der Lage ist, neutral und aufklärend mit extremistischen Ideologien umzugehen.

[Update]:
Inzwischen bekommt Schubert Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der Medienexperte der Linken im Sächsischen Landtag, Heiko Hilker, widerspricht der stellvertretenden Bundesvorsitzenden. In einem Statement erklärt Hilker: "Die Position von Katina Schubert wird weder von mir noch von den medienpolitischen Experten der Bundestagsfraktion geteilt. Ihr Vorgehen, eine Strafanzeige gegen Wikipedia zu stellen, ist falsch und wird das von ihr dargelegte Problem nicht lösen." Schubert habe mit ihrer Strafanzeige der Debatte im Umgang mit rechtsextremistischer Propaganda im Netz einen "Bärendienst" erwiesen. Die unbedachte Strafanzeige könne dazu führen, dass gerichtlicherseits ausgesprochene Auflagen "de facto zu Selbstbeschränkung und Zensur führen und somit die lebendige Enzyklopädie totgemacht wird". (Torsten Kleinz) / (jk/c't)

Quote
6. Dezember 2007 14:52
Wer zu dumm ist...
Carter666 (222 Beiträge seit 18.10.00)

...einen Artikel in der Wikipedia selbst zu verändern, dem wird auch
der Staatsanwalt nicht helfen können.

Mir gehen diese aggressiven Greise schwer auf den Keks.


Quote
6. Dezember 2007 14:56
Alberner PR-Stunt von "Die Linke"
Dr. Albert S. Meinheimer (73 Beiträge seit 29.04.06)

... der sich schnell als Bummerang erweisen könnte.

Quote
6. Dezember 2007 14:58
Wikipedia nicht verstanden, Demokratie nicht verstanden, Internet...
vatsug (mehr als 1000 Beiträge seit 12.03.04)

...nicht verstanden, Strafrecht nicht verstanden,
Wiederbetätigungs-Verbot nicht verstanden, Pressefreiheit nicht
verstanden, ach du meine Fresse.
Setzen, 6.

Quote
6. Dezember 2007 14:59
Nur die radikalen Fanatiker selbst müssen Angst haben...
64kByte (mehr als 1000 Beiträge seit 05.01.06)

... vor freier Meinungsäußerung und Informationsfreiheit.

Wenn in Wikipedia irgendwelche rechten Idioten ihren Mist
reinstellen, wird es auch sehr schnell entsprechende
Antworten/Korrekturen geben, die den Blödsinn als das entlarfen, was
er ist.

Ich stolpere außerdem tausend mal lieber gelegentlich über (rechte)
Propaganda, als überall Überwachung und Zensur einzuführen. Denn
sowas gefährdet Freiheit und Demokratie sehr viel mehr, als aller
brauner Mist zusammen, den Nazis verzapfen könnten.

Quote
6. Dezember 2007 15:00
Keine Adresse gefunden?
2007Twister2007, Bettina Winsemann, twister@twister-schreibt.de (993 Beiträge seit 02.09.07)

Auf Anfrage von heise online gab Schubert an, dass ihre Mitarbeiter
keine Adresse der Wikipedia gefunden hätten.

Nun ja, das duerfte schon ein wenig ueber die "Medienkompetenz"
derjenigen aussagen, die hier "neue Strukturen" verlangen bei einem
Medium, was noch einigermassen frei und offen ist. Letztendlich
wuerde, so dies durchgesetzt wird, der naechste Ruf nach mehr
Kontrolle in Bezug auf xyz erschallen und irgendwann waere Wikipedia
hoechstens noch fuer per Post-Ident registrierte Nutzer zugaenglich,
was das Editieren angeht.

Aus lauter Sorge vor Rechtsradikalen, Kinderporno, Terror,
Bombenanleitungen usw. usf. sind dann ploetzlich selbst die, die
sonst gegen Ueberwachung etc. sind und fuer eine freie und offene
Gesellschaft plaedieren, diejenigen, die in den Chor nach mehr
Regelungen, mehr Ueberwachung etc. einfallen.

Davon abgesehen: Die "Netzcommunity" beschaeftigt sich bereits seit
Jahren mit dem Problem, wie man mit Rechten im Netz umgeht. Nun also
davon zu reden, dass "man sich endlich Gedanken machen soll" zeugt
davon, dass hier jemand zu wenig recherchiert hat bzw. meint, er
muesse das Rad neu erfinden.

Quote
6. Dezember 2007 15:02
Re: Keine Adresse gefunden?
Mathias Schindler, neubau@presroi.de (479 Beiträge seit 03.04.04)

2007Twister2007 schrieb am 6. Dezember 2007 15:00

> Auf Anfrage von heise online gab Schubert an, dass ihre Mitarbeiter
> keine Adresse der Wikipedia gefunden hätten.
>
> Nun ja, das duerfte schon ein wenig ueber die "Medienkompetenz"
> derjenigen aussagen, die hier "neue Strukturen" verlangen bei einem
> Medium, was noch einigermassen frei und offen ist.

Die Antwort hatte ich von Schubert am Telefon auch und kann sie nicht
nachvollziehen. Auf jeder Seite der Wikipedia prangt ein so
bezeichneter Link aufs Impressum und dort gibt es Kontaktadressen.

Mathias



Quote
6. Dezember 2007 15:01
Sollen wir wieder Bücher verbrennen?
Bl00dg0d, mwwbf@hotmail.com (293 Beiträge seit 08.11.03)

...


Quote
6. Dezember 2007 15:01
Nazis raus aus den Geschichtsbüchern
Stasi (778 Beiträge seit 01.10.03)

Vielleicht sollten einige mal lernen, sich damit abzufinden, daß der
Nationalsozialismus ein Teil unserer Vergangenheit ist. Auf der einen
Seite wollen sie die Holocaust-Leugner am liebsten sofort steinigen
und auf der anderen Seite den ganzen Rest dieser Zeit komplett
totschweigen. Dabei merken sie gar nicht, welch gewaltigen Auftrieb
das eine vom anderen erfährt.
Wie auch immer, wir entfernen uns immer mehr von der vielgerühmten
aufgeklärten Gesellschaft.

Quote
6. Dezember 2007 15:35
Man muss aufpassen...
PhiberOpTiX (102 Beiträge seit 25.04.03)

...nicht soooooo weit nach links zu rutschen, dass man rechts wieder
rauskommt.

Meine 2 Cents.


Quote
6. Dezember 2007 15:40
Kranke Spielart: Autoritärer Antifaschismus
BerlinSWagner (mehr als 1000 Beiträge seit 10.11.03)

So'ne Art ideologische Heilsarmee.

Oder sie wollen einfach mal wieder von allen gehaßt werden - wenn man
sie schon nicht liebt...

Quote
6. Dezember 2007 15:43
E-Mail an Frau Schubert
Fischsuppe (123 Beiträge seit 04.11.06)

Sehr geehrte Frau Schubert,

wie ich dem Artikel auf Heise Online entnehmen konnte, sahen Sie sich
außerstande, die Anschrift der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu
finden.Ich möchte Ihnen daher etwas unter die Arme greifen.

Öffnen Sie zuerst Ihren Browser. In Ihrem Fall ist das vermutlich das
große blaue "e" auf Ihrem Desktop. Oben links sehen Sie jetzt eine
weiße Zeile. Das ist die Adresszeile. Klicken Sie auf diese Zeile.
Ersetzen Sie ihren Inhalt durch "http://de.wikipedia.org". Mit einem
Druck auf "Enter" (das ist die Taste, die aussieht wie die
Wagenrücklauftaste der Schreibmaschine, mit der Sie wahrscheinlich
die Strafanzeige verfasst haben) landen Sie nun auf der Hauptseite
der deutschen Wikipedia.

Vorsicht! Klicken Sie nun ausschließlich jene Links an, die ich Ihnen
nenne. Tun Sie das nicht, landen Sie möglicherweise auf Seiten mit
Nazi-Symbolen. Für dabei entstehende Schocks übernehme ich keine
Verantwortung. Schicken Sie vorsorglich sämtliche Minderjährige aus
dem Büro. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Anblick eines
Hakenkreuzes im zarten Alter für eine politische Gesinnung rechts der
Mitte sorgt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie gleich darum
bitten, für eine Entfernung dieser Symbole aus deutschen
Geschichts-Schulbüchern zu sorgen.

Scrollen Sie nun mit der Maus ganz nach unten. Etwa in der Mitte
finden Sie nun einen Link "Impressum". Als "Impressum" bezeichnet man
die Herkunftsangabe einer Publikation, die Angaben über den
Verantwortlichen enthält. Also genau das, was Sie suchten, aber nicht
finden konnten:

    Wikimedia Foundation Inc.
    200 2nd Ave. South #358
    St. Petersburg, FL 33701-4313
    United States of America
    Telephone: +1-727-231-0101
    E-Mail: jwales@wikia.com

Tada! War ganz schön schwer, aber dafür können Sie jetzt mal so
richtig stolz auf sich sein.

Für Ihren Kampf gegen böse Menschen im Internet wünsche ich Ihnen
alles Gute. Falls Sie weitere Hilfe brauchen, möchte ich Ihnen Ihren
Kollegen Dr. Wolfgang Schäuble empfehlen. Auch dieser Mann möchte das
Internet vor bösen Menschen schützen. Über Unterstützung durch die
Linkspartei würde er sich sicher freuen. Sollten Sie Probleme haben,
seine Adresse herauszufinden, wenden Sie sich einfach vertrauensvoll
an mich.

Mit freundlichen Grüßen

(Realname)




Aus: "Die Linke zeigt Wikipedia an [Update]" (06.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/100170


Offline Textaris(txt*bot)

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[Website-Sperrung... (Informationskontrolle, Schweiz, swissjustice.net)]
« Reply #32 on: Dezember 24, 2007, 11:46:27 vorm. »
Quote
[...] Offenbar haben alle Schweizer Service Provider (ISPs) vom Lausanner Richter Yves Nicolet in diesen Tagen ein Schreiben erhalten, in dem dieser die Sperrung des Zugangs zu elf Websites verlangt. Wie inside-it.ch meldet, werden die Webseiten nicht von den angeschriebenen ISPs gehostet; vielmehr solle die Durchleitung von Daten zu und von den Internet-Seiten verhindert werden. Autor der betroffenen Websites soll laut inside-it.ch Gerhard Ulrich sein, der am 6. Juli dieses Jahres rechtskräftig wegen Verleumdung verurteilt wurde. Er beschuldigt diverse Behörden, inbesondere auch die Justiz, der Korruption und anderer Straftaten.

Der Schweizer Richter beruft sich offenbar auf Artikel 28 des Strafgesetzbuches ("Haftbarkeit der Medien"). Nach seiner Ansicht hätten demnach die ISPs Pflicht zu verhindern, dass die Webseiten aus der Schweiz heraus erreicht werden können. Laut inside-it.ch würde der Entwurf zu den neuen Strafbestimmungen bezüglich "Netzwerkkriminalität" den automatisierten Zugang zu strafbaren Inhalten im Internet jedoch gerade für nicht strafbar erklären.

Dies ist nicht das erste Mal, dass im Alpenstaat eine Website-Sperrung richterlich angeordnet wird: Bereits Ende 2002 löste die Schweizer Untersuchungsrichterin Francoise Dessaux große Verunsicherung und Empörung bei den IP-Providern aus, als sie von Netz-Betreibern des Landes verlangte, binnen fünf Tagen den Zugang zu angeblich inkriminierten Websites zu blockieren. Ansonsten drohe ihnen laut Dessaux nach Schweizer Recht Geldstrafe und Freiheitsentzug. Weil ihre Verfügung keinen Bestand hatte, griff die Richterin später zu drastischen Mitteln: In einem Schreiben vom 16. Mai 2003 an mehrere Provider erklärte sie alle ISPs, die freien Zugang zu den Websites zulassen, kurzerhand zu Mittätern. Sie forderte in dem besagten Schreiben von den Providern nicht nur, die Websites selbst für die Kundschaft zu blockieren, sondern auch die Sites des Thailändischen Webhosters c9c.net, da dieser per Redirect zu Mirror-Sites mit den betroffenen Inhalten führte. Mit Bluewin, dem zur Swisscom gehörigen Zugangs-Provider, ließ sich ausgerechnet der größte Schweizer Provider von dem Schreiben der Richterin beeindrucken. Er kam der neuerlichen Sperrungsaufforderung vorbehaltlos nach. (nij/c't)

Quote
23. Dezember 2007 13:17
http://opennetproxy.info/
zimmet (mehr als 1000 Beiträge seit 05.01.05)

http://opennetproxy.info/ und die Sperrung ist gegenstandslos...

(blockstop.net dagegen scheint nicht mehr als proxy zu
funktionieren...)

bei Aufruf von http://www.c9c.net/appel-au-peuple erscheint auch bei
cablecom-Kunden folgendes:

> Die Domain mit der gesuchten Seite ist im DNS gesperrt.

> Es tut uns leid, aber die von Ihnen aufgerufene Site ist zurzeit nicht
> verfügbar.
> Der Content dieser Site ist bis auf weiteres gesperrt.

> Die Untersuchungsrichterin des Kantons Waadt, F. Dessaux, hat Swisscom
> Enterprise Solutions und Bluewin schriftlich darauf hingewiesen, dass auf
> diversen Websites widerrechtliche Inhalte publiziert würden. Frau Dessaux
> drohte den zuständigen Personen ein Strafverfahren wegen Gehilfenschaft
> an, sofern sich das Unternehmen weigern würde, den Zugang zu diesen Sites zu > sperren.

> Wir bedauern dies sehr, müssen dieser behördlichen Aufforderung jedoch Folge > leisten.

> Wir hoffen auf eine baldige Lösung dieser Situation und danken für Ihr
> Verständnis."

grüessli, zimmet


Quote
23. Dezember 2007 13:00
Soviel zur freien Meinungsäußerung
AnglizismenEx (mehr als 1000 Beiträge seit 10.07.04)

Mag es vielleicht noch mit Ach und Krach begründbar sein, dass man
Privatpersonen nicht alle möglichen Dinge an den Kopf werfen darf, so
ist das bei Behörden vollkommen unverständlich.

Kein Wunder dass Figuren wie Putin sich über die Rechtsnormen
diverser europäischer Regierungen lustig macht, wenn man ihn dafür
kritisiert, was er in seinem Land aufführt.
Was hier zum Teil gesetzlich alles verboten ist, geht in der Tat auf
keine Kuhaut mehr.
Wenn man staatliche Behörden nicht mehr kritisieren darf, und zwar
auch in drastischer Art und Weise, dann gute Nacht.

Was mich interessieren würde, wie sieht die Gesetzeslage in anderen
europäischen Ländern aus?
Oder ist das vielleicht nur ein schweizerisches Kuriosum.

MfG

Quote
23. Dezember 2007 13:57
Re: Soviel zur freien Meinungsäußerung
stoney (371 Beiträge seit 06.01.00)

Eberhard Blocher schrieb am 23. Dezember 2007 13:55

> Tja. Mache sich jeder seine eigenen Gedanken darüber, welches
> Rechtssystem besser ist. Ich finde das deutsche Recht sehr
> bedenklich.

Ich finde es auch bedenklich, dass Automobilhersteller nicht für
tödliche Unfälle mit ihren Wagen haftbar gemacht werden. Da wird in
Deutschland der schwarze Peter einfach an den Fahrer weitergereicht,
sowas.

Quote
23. Dezember 2007 14:06
Re: Soviel zur freien Meinungsäußerung
ddd, dirk@doerflinger.org (mehr als 1000 Beiträge seit 08.01.00)

Eben, und bei Waffenherstellern und vor allem Herstellern von
Küchenmessern ist es auch nicht besser.

Grüsse,
DD




Quote
23. Dezember 2007 14:09
Der Schuß geht nach hinten los
Steffen Leist, Steffen Leist (mehr als 1000 Beiträge seit 10.10.04)

Wann lernen die Herren endlich, daß Sperrungsverfügungen immer einen
fatalen Beigeschmack von Zensur haben. Gerade, wenn es sich um
politisch "heißes Eisen" handelt. Es mag ja sein, daß Herr Ulrich,
rein juristisch gesehen, daneben gehauen hat. Bisher hatte auch
sicher kaum jemand von dem Fall gehört, oder ihn gezielt verfolgt
(ausser die Schweizer selbst). Durch die Sperrungsverfügung wirds in
der ganzen Netzwelt publik und sorgt für ausgiebiges Interesse. Jetzt
schauen erst recht alle genauer hin, was das vorgeht.

Und noch was. Die Provider sind mal wieder der falsche
Ansprechpartner. Sie dienen lediglich der Bereitstellung der
Infrastruktur. Wenn, dann ist höchstens der Hoster der Webseiten in
die Pflicht zu nehmen, wenn man denn schon an den eigentlichen Autor
der Seiten nicht herrankommen sollte. Und wenn die Seiten halt in
einem Land gehostet sind, in dem der Fall kein Rechtsbruch ist, Pech
gehabt.
Mit solchen Tatsachen muss man sich in einem globalen Netz eben
abfinden.

Aber eine Regierung oder ein Staatsapparat sollte da schlicht drüber
stehen, wenn die Anschuldigungen so abstrus sind. Ein kurzes
Statement zu den Vorwürfen würde es doch auch tun. Aber die Reaktion
zeigt in meinen Augen eher, daß da wohl einigen der der A**sch auf
Grundeis geht.

Gruß
S.Leist


Quote
23. Dezember 2007 15:33
Re: Soviel zur freien Meinungsäußerung
Eberhard Blocher, Eberhard Blocher (158 Beiträge seit 22.07.04)

AnglizismenEx schrieb am 23. Dezember 2007 14:08

> Gings im gegenständlichen Fall um KiPo?

Nein. Es ging um "verschiedene Internet-Seiten, auf denen er diverse
Behörden, inbesondere auch die Justiz, der Korruption und anderer
Verbrechen beschuldigt."

Die Grenzen der freien Meinungsäußerung sind, auch in Deutschland,
dort erreicht, wo andere verunglimpft werden. Nur leider, ich
wiederhole mich, sind wir in Deutschland noch nicht so weit wie in
der Schweiz bezüglich richterlicher Kontrolle von Bereichen des
Internet.

Es ist ja allgemein bekannt, daß es in Deutschland an IT-Fachverstand
mangelt; wurde erst kürzlich auf dem IT-Gipfel in Hannover wieder
allseits beklagt. Daher gibt es leider auch zu wenige
Sachverständige, die deutsche Richter beraten könnten, wenn diese in
diesem Bereich notwendige Entscheidungen zu treffen haben.




Quote
23. Dezember 2007 22:08
Ein solches Portal brauchen wir in Deutschland!
Lorion_ (19 Beiträge seit 07.09.06)

Ich würde gerne wissen, wer genau in welchen Fällen in Deutschland
korrupt handelt und an wen man sich direkt wenden kann.

Eine solche Zensur im Internet ist wirklich nicht zu akzeptieren, die
schweizer Provider und Bürger sollten sich dagegen wehren.


Quote
23. Dezember 2007 19:29
http://appel-au-peuple.org
echec (117 Beiträge seit 30.09.05)

Das Ralfilein schrieb am 23. Dezember 2007 16:31

> Dieses Forum dient der Diskussion zum Thema der News-Meldung oder des
> Artikels.
> Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, die nicht zum Thema des
> Forums passen, zu entfernen oder zu verschieben.
> Beachten Sie bitte unsere Nutzungsbedingungen.

Danke für den Hinweis.

Doch nun zum Link:

> http://appel-au-peuple.org

e.

Erläuterung zum Bewertungssystem

Quote
23. Dezember 2007 15:23
Zensur, nichts als Zensur. Wohin man schaut.
RC (mehr als 1000 Beiträge seit 25.02.00)

Wer hat so viel Angst und wovor?

Ich frage mich, wann wacht die Mehrheit der Bevölkerung auf, von dem
"Ach, es wird schon nicht so schlimm werden" Selbstbetrug auf.

Alex




Aus: "Schweizer Richter ordnet erneut Website-Sperrung an" (23.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101028

-.-



http://www.swissjustice.net/


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[Spielregeln der Zensur... (Informationskontrolle)]
« Reply #33 on: Januar 22, 2008, 03:38:02 nachm. »
Quote


#154500 | -[  1093]  + | 28.12.2007 01:25  | euIRC   


<illuminat>ich hab mir neulich diesen pr0n angesehen
<sebiX>warum sagt hier eigentlich jeder pr0n und nicht porno?
*sebiX was kicked "no porno in this channel"
<illuminat>jedenfalls hab ich mir neulich diesen pr0n angesehen


Vorheriges Zitat - Nächstes Zitat


Quelle: http://german-bash.org/154500


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[Der negative Effekt auf die Gesellschaft... (China, Horrorfilme)]
« Reply #34 on: Februar 16, 2008, 05:23:20 nachm. »
Quote
[...] Führte China bereits Anfang des Jahres strengere Vorschriften für die Verbreitung von Video- und Audio-Angeboten im Internet ein, so hat die Regierung jetzt Horrorfilme auf die Verbotsliste gesetzt. Produktionen, in denen gewalttätige Geister, Monster, Dämonen oder andere übernatürliche Kräfte Terror und Horror verbreiten, sind nicht mehr erlaubt. Produzenten hätten drei Wochen Zeit, ihre Sammlungen auf derartige Inhalte hin zu überprüfen und dem Staat Filme zu melden.

Die neue Regelung soll dem "negativen Effekt auf die Gesellschaft", die von Horrorfilmen ausgehe, entgegenwirken. Solches Material würde überdies die psychische Gesundheit junger Leute gefährden. Mit dieser jüngsten Maßnahme und ähnlichen Erlassen gegen Produktionen, in denen Sex und Gewalt eine Rolle spielen, weckt China den Eindruck, vor Beginn der Olympischen Spiele diesen Sommer in Beijing das eigene kulturelle Image aufzupolieren zu wollen. Erst im Januar verbot die Regierung die bereits zensierte Fassung des preisgekrönten Filmes Lost In Beijing und untersagte den Produzenten das Filmemachen in China in den nächsten zwei Jahren. (akl/c't)


Quote
16. Februar 2008 12:48
Die doktern genauso an den Symptomen herum wie bei uns...
Nordstern67 (mehr als 1000 Beiträge seit 07.04.06)

Deutlicher Beleg, wie weit sie sich uns schon "angenähert" haben.

Der Nordstern.


Quote
16. Februar 2008 13:12
Hier ist der WAHRE HORROR!
SelamK (39 Beiträge seit 09.02.08)

Echo-Preise für DJ Ötzi, Bushido und die Kastelruther Spatzen:

http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/kultur/artikel/832/158407/


Quote
16. Februar 2008 15:11
Einige Hintergründe
ylai (mehr als 1000 Beiträge seit 11.05.01)

Aus Neugier habe ich mal die Website von GAPP angesurft, der Verbot
findet sich unter der URL:

> http://www.gapp.gov.cn/cms/cms/website/zhrmghgxwcbzsww/layout3/index.jsp?channelId=508&infoId=453224&siteId=21

Vielleicht hilft einigen hier die folgenden Informationen:

In der Einleitung bezieht sie sich zunächst auf eine andere, in 2007
ergangene Verfügung zur Verbot von "Death Note"
(http://de.wikipedia.org/wiki/Death_Note) und ähnliche Publikationen,
und weiter (vielleicht etwas laienhaft übersetzt):

"Derzeit im Aufkommen ist ein Flut an Audio/Video-Produkte der
'Horror-Geister-Perversionsgattung'. Jene Publikationen propagieren
Horror, Gewalt, Grausamkeit und weitere negative Inhalten, und
beeinträchtigen schwer die köperliche und geistige Gesundheit von
Minderjährigen. Um die negative gesellschaftliche Auswirkung von
solchen Audio/Video-Produkten zu kontrollieren und zu eliminieren,
sodass Publikationen mit Horror, Gewalt und Grausamkeit nicht in
geordneten Wege in den Markt gelangen kann, und körperliche und
geistige Gesundheit von Jugendlichen zu schützen, ergeht dieser
Verfügung.

1. Sogenannte Audio/Video-Produkte der
'Horror-Geister-Perversionsgattung' beziehen sich auf Produkte mit
Totenseelen, blutrünstige Geister, absonderliche Ungeheuern und
andere Nicht-Menschen-Charaktere, mit eigenartigen
Transzendenz-Phantasien und bizarren Albtraum-Dilirien als fiktive
Instrumente, und mit horrorhaften, widerlichen, furchteinflössenden,
grauenhaften, sonderbare und spannungsgladenen, übernatürlichen
Handlungen als Vorlage, die der Zweck dienen, panische und
terrorhafte Reizeffekte auszulösen."

Punkt 2/3 sind dann administrative und bürokratische Zeugs.



Quote
16. Februar 2008 17:14
So lange noch öffentliche Hinrichtungen in Sportstadien erlaubt sind ...
BasisDemokrat (mehr als 1000 Beiträge seit 29.10.00)

... wirkt diese Art von Zensur etwas unglaubwürdig.

Schönen Tag wünscht
BasisDemokrat




Aus: "China verhängt Verbot von Horrorfilmen" (16.02.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/103612