Author Topic: [Zur Zensur... (Informationskontrolle)]  (Read 115213 times)

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[Zur Zensur... (Informationskontrolle)]
« Reply #240 on: October 11, 2016, 11:23:17 AM »
Quote
[...] Übers Wochenende haben türkische Internet Service Provider zeitweise Google Drive, Microsofts OneDrive, Dropbox und Github gesperrt. Laut Juristen und Aktivisten dürfte das mit der Drohung der Hackergruppe RedHack zusamenhängen, E-Mails des türkischen Energieministers und Erdoganschwiegersohns Berat Albayrak zu veröffentlichen. Die sollen darlegen, wie auf Geheiß der türkischen Regierung auf sozialen Medien eine 6000 Personen starke "Troll-Armee" gegen Kritik vorgeht, schreibt The Daily Dot. ... Der Istanbuler Juraprofessor Yaman Akdeniz hatte am Montag bereits einen Widerspruch gegen die neuerliche Sperrungsanordnung in der Tasche, wie er heise online mitteilte. Doch waren die Seiten da – abgesehen von Github – bereits wieder erreichbar. Für Akdeniz ist klar: Sobald die E-Mails des gehackten Ministeraccounts von den Seiten gelöscht sind, würden die Anordnungen widerrufen. Vorläufige Sperrungen von bis zu 72 Stunden erlaubt das Gesetz Nr. 5651. Wegen der gehackten E-Mails läuft bereits ein Gerichtsverfahren gegen die Hackergruppe RedHack, deren Twitteraccount auf Druck der türkischen Regierung ebenfalls blockiert wurde. ...

Aus: "Gegen E-Mail-Leak: Türkische Aufsicht blockiert Clouddienste" Monika Ermert (10.10.2016)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gegen-E-Mail-Leak-Tuerkische-Aufsicht-blockiert-Clouddienste-3344154.html

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[Zur Zensur... (Informationskontrolle)]
« Reply #241 on: May 31, 2017, 10:01:27 AM »
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[...] Durch die Umstellung aller Seiten der Wikipedia im Juni 2015 auf verschlüsselten HTTPS-Verkehr ging die weltweite Zensur des Internet-Lexikons deutlich zurück. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Harvard-Forschungsprojekt Internet Monitor.

Als Wikipedia angekündigt hatte, alle Verbindungen über HTTPS abzuwickeln, wurde befürchtet, dieser Schritt könnte zu mehr staatlichen Sperren führen. Der Grund: Im Netzwerkverkehr lässt sich lediglich erkennen und protokollieren, zu welchem Server eine Verbindung aufgebaut wurde, nicht aber, welche Seite der Benutzer angefordert hat. Das könnte dazu führen, dass Staaten mit Zensur vermehrt die gesamte Wikipedia oder eine sprachspezifische Subdomain sperren.

Um den tatsächlichen Erfolg der vollständigen Verschlüsselung zu ermitteln, gingen die Forscher zwei Wege. Auf der einen Seite entwickelten sie einen Algorithmus, der den eingehenden Wikipedia-Traffic pro Herkunftsland mit Vergleichsdaten aus der Vergangenheit verglich und so auf mögliche Zensur-Ereignisse hinwies. Andererseits testeten sie den Zugriff auf das Online-Lexikon aus der Benutzerperspektive in unterschiedlichen Ländern und erfassten gesperrte Seiten. Beide Untersuchungen liefen über einen Zeitraum von Mai 2015 bis Juni 2016.

Das Ergebnis: Zwar blockierten einige Länder die gesamte Wikipedia oder einzelne Sprachversionen, global gesehen ging die Zahl der Zensurereignisse nach der Umstellung aber zurück. "Die Entscheidung, auf HTTPS umzustellen, war gut für Sicherstellung des Zugangs zu Wissen", schreiben die Autoren in ihrem Fazit.

Noch nicht in der Untersuchung erfasst ist die vollständige Sperrung in der Türkei, die erst im April 2017 verhängt wurde. Während des untersuchten Zeitraums gab es nur einzelne Zensurvorgänge, hauptsächlich bei Artikeln über menschliche Geschlechtsteile. (jam)


Aus: "Weniger Zensur nach Wikipedia-Umstellung auf HTTPS" Jan Mahn (heise online, 30.05.2017)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Weniger-Zensur-nach-Wikipedia-Umstellung-auf-HTTPS-3728682.html

https://dash.harvard.edu/bitstream/handle/1/32741922/Wikipedia_Censorship_final.pdf?sequence=1

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[Zur Zensur... (Informationskontrolle)]
« Reply #242 on: November 22, 2017, 10:13:58 AM »
Quote
[...] Nun sind sie kein Problem mehr: Fast alle der in den 1980er-Jahren in Deutschland verbotenen Videospiele wurden in den letzten Jahren vom Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien genommen. Das Verkaufsverbot an Jugendliche wird nach 25 Jahren aufgehoben. Ausgenommen sind lediglich Spiele, wie "KZ Manager" oder der "Anti -Türkentest", die von Neonazis für Propagandazwecke programmiert und unter Teenagern verteilt wurden.

Die meisten der verbotenen Spiele wurden für den C64 erstellt, dem populärsten Heimcomputer des vergangen Jahrtausends. Eine Indexierung war aber auch, nachdem Computerzeitschriften regelmäßig ausführlich darüber berichteten, eine unbezahlbare Werbung für die Spiele. So führte damals nicht selten das Spiel mit dem Titel "Indexiert" die Verkaufscharts an. Mehr brauchten Teenager nicht, um diese Spiele unbedingt haben zu müssen. Da damals fast niemand Spiele kaufte, war die Indexierung mehr oder weniger ein Papiertiger. Damals tauschte man Disketten oder Kassetten in der Schule oder kaufte sie zu Billigpreisen bei windigen "Händlern", die ihr Angebot mittels Kleininseraten in Zeitschriften bewarben. In Österreich, wo es keine mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vergleichbare Behörde gab, war es vergleichsweise schwer, überhaupt Videogames für den C64 kaufen zu können. Es gab zwar in den größeren Städten einige Shops und Elektroketten, aber es war ungleich einfacher an Kopien zu kommen.

Hauptsächlich landeten Kriegsspiele auf der Indexierungsliste, deren Kriegsverherrlichung oder Darstellung von Gewalt die deutsche Bundesprüfstelle auf den Plan rief. So etwa "Green Beret" – ein Spiel, bei dem man als US-Soldat massenhaft sowjetische Soldaten niedermetzeln muss, um Gefangene zu befreien.

Bei "Beach Head " muss man die Invasion einer Insel mit Waffengewalt abwehren. Das Spiel kam auf den Index, da es bei Jugendlichen "zu physischer Verkrampfung, Ärger, Aggressivität, Fahrigkeit im Denken, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und anderem" führe, führte die Bundesprüfstelle damals aus. Auch bei "Commando", "Rambo" oder "1942" geht es nur darum, so viele Gegner wie möglich zur Strecke zu bringen. Die Indexierung der Spiele wurde schon in den 1980er-Jahren kritisch gesehen und entsprechend in Zeitschriften kommentiert. Damals waren viele Jugendliche davon überzeugt, dass minimalistische Grafik und Piepssound ihr Leben nicht im Geringsten beeinflussen können. Auch konnte die Begründung von Verboten ("sittliche Gefährdung", "Verrohung") nur selten ernst genommen werden, da sie von Erwachsenen kamen, die keine Ahnung von der damals noch jungen Videospielkultur hatten.

Das Verbot von Nazi- und Pornospielen wurde meist locker gesehen, da diese meist von unterirdischer Qualität waren und daher eigentlich zum Spielen ungeeignet waren. Mittlerweile wurden einige damals als "pornografisch" eingestufte Games vom Index wieder entfernt und einige ihrer Programmierer arbeiten als angesehene Wissenschafter.

Quote
Quargelbrot: Haben wir Buben uns gefreut über die indizierten Spiele, natürlich als "Sicherheitskopie". ;)
Mir fehlt die C64-Ära! *snief*


Quote
MartinHucke: Ich habe die Musik vom Rambo noch im Ohr...


...



Aus: ""Sittliche Gefährdung": Die verbotenen Spiele der 1980er-Jahre" (sum, 20.11. 2017)
Quelle: https://derstandard.at/2000068160166/Sittliche-Gefaehrung-Die-verbotenen-Spiele-Games-der-1980-Jahre

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[Zur Zensur... (Informationskontrolle)]
« Reply #243 on: December 31, 2017, 02:03:19 PM »
Quote
[...] [Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken] Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG, Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken, auch Facebook-Gesetz genannt[1]) ist ein Gesetz, das sich gegen Hetze und gefälschte Meldungen (Fake News) in sozialen Netzwerken richten soll. Das eigentliche Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist als Artikel 1 Teil des identisch benannten Mantelgesetzes. Dieses enthält in Art. 2 auch eine Änderung des Telemediengesetzes, das nicht nur soziale Netzwerke betrifft. Der Bundestag nahm das Gesetz im Juni 2017 an.

Reporter ohne Grenzen und andere Kritiker sprachen von einem „Schnellschuss“, der „das Grundrecht auf Presse- und Meinungsfreiheit massiv beschädigen könnte.“ Entscheidungen über die Rechtmäßigkeit von Beiträgen würden privatisiert.[2][3] Der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit kritisierte, das geplante Gesetz gefährde die Menschenrechte.[4] Bei einer Anhörung im Bundestag hielten fast alle Experten den Entwurf für verfassungswidrig.[5][6]

...




Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Netzwerkdurchsetzungsgesetz&oldid=172066558 (18. Dezember 2017)

https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkdurchsetzungsgesetz


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Quote
[...] Zum Jahreswechsel müssen sich soziale Netzwerke auf dem deutschen Markt auf neue Beschwerden gefasst machen. Dann gilt das umstrittene „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Die künftigen Meldeprozesse der Konzerne verlangen Nutzern einiges ab. Wer rechtswidrige Inhalte meldet, sollte diese möglichst einem von mehr als einem Dutzend Straftatbeständen zuordnen. So sieht es der Beschwerdeprozess von Facebook vor, der den gesetzlichen Vorgaben folgt und den die Frankfurter Allgemeine Zeitung vorab durchspielen konnte.

Schon jetzt dürfen Nutzer des sozialen Netzwerks Inhalte melden, die gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen. Nun kommt parallel ein neues Verfahren hinzu, das dem Melden von Urheberrechtsverstößen nachempfunden wurde. Im ersten Schritt muss der eigene Name angegeben werden. Dann kann die Internetadresse des gemeldeten Beitrags eingegeben werden. Dieser lässt sich meist durch Rechtsklick auf eine bestimmte Stelle des Posts ermitteln und kopieren. Alternativ will Facebook auch gestatten, Bildschirmfotos (Screenshots) hochzuladen.

Im nächsten Schritt werden die Strafrechtsparagraphen aufgelistet, die vom NetzDG umfasst sind. Die Nutzer können Häkchen setzen, welchem Tatbestand ihrer Ansicht nach ein hetzerischer oder pornographischer Beitrag entspricht. Die gewaltige Liste umfasst: Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, Bildung terroristischer Vereinigungen, Volksverhetzung, Gewaltdarstellungen, Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen, Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornographie (sofern über Telemedien verbreitet), Belohnung und Billigung von Straftaten, Beleidigungen – aber auch selbst für Juristen eher unbekannte Tatbestände wie die „Landesverräterische Fälschung“. Alle Tatbestände sollen auf Hilfeseiten des Unternehmens erläutert werden.

Facebook versichert, sich jede Meldung anzusehen, ob korrekt eingeordnet oder nicht. Die Nutzer bedienen mit der Einschätzung aber vor allem ein Berichtswesen: Das neue Gesetz verpflichtet die Anbieter zu detaillierten Statistiken über Beschwerden und den Umgang damit, aufgeschlüsselt nach dem Beschwerdegrund. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat eine ähnliche Prozedur eingerichtet.

Im nächsten Schritt können Nutzer erläutern, welche Aussagen sie aus welchem Grund für rechtswidrig halten. Das soll gewährleisten, dass das von Facebook – teils über Drittfirmen – eingesetzte Personal bei der rechtlichen Einordnung den Kontext erfährt. Dieser ist im Äußerungsrecht von entscheidender Bedeutung. Dass AfD-Fraktionschefin Alice Weidel etwa in einem konkreten satirischen Kontext als „Nazischlampe“ bezeichnet werden durfte, ist ein Beispiel hierfür. In anderem Zusammenhang wäre das eine Beleidigung.

Im letzten Schritt sollen die Melder ihren „guten Glauben“ versichern und „unterschreiben“. Bei Facebook weiß man, dass Nutzer manchmal Beiträge aus Spaß „melden“ oder um Freunde zu ärgern. Auch andere Fälle des Overblockings lassen sich wohl nicht verhindern. So wurde kurz vor Weihnachten ein Video gelöscht, dass den antisemitischen Ausfall eines Passanten vor einem israelischen Restaurant in Berlin zeigt. Ein „Versehen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit, bald darauf waren Video und Beiträge, die es teilten, wieder abrufbar.

Über die Gründe schweigt Facebook – vorstellbar ist, dass viele Nutzer das Video gemeldet haben, weil es eine mögliche Volksverhetzung des Passanten wiedergab. Das Video wurde oft geteilt, in der Regel wohl, um den aktuellen Judenhass zu dokumentieren – nicht, um sich die möglicherweise rechtswidrigen Aussagen des abgebildeten Hetzers zu eigen zu machen. Schon diese Differenzierung findet sich weder im Gesetz noch einer anderen Regelung, sondern ist nur durch Kenntnis juristischer Fachliteratur und der Rechtsprechung einzuordnen.

Versagt ein Anbieter dabei, ein effektives Beschwerdesystem aufzustellen, drohen Geldbußen bis zu fünf Millionen Euro. Ein Versagen im Einzelfall soll aber nicht gleich zu den Bußen führen, wünscht der Gesetzgeber in der Begründung. Damit sollte verhindert werden, was die meisten Fachleute befürchten: dass die Anbieter aus Vorsicht zu viele Beiträge löschen. Notwendig müssten „systemische Mängel“ sein, heißt es – was allerdings nur in der rechtlich wenig verbindlichen Begründung erwähnt wird.

Quelle: F.A.Z.


Aus: "Neues Beschwerdesystem : Löschgesetz verlangt Nutzern sozialer Netzwerke viel ab" Hendrik Wieduwilt , Berlin (30.12.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/netzwerkdurchsetzungsgesetz-wie-funktionieren-beschwerden-15359166.html

---

http://www.zeit.de/digital/internet/2017-12/netzwerkdurchsetzungsgesetz-facebook-twitter-youtube-inhalte-melden

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gesetz-gegen-Hass-im-Netz-greift-ab-Januar-voll-3928993.html

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« Reply #244 on: April 17, 2018, 12:52:34 PM »
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[...] Warum es ausgerechnet die chinesische Witze-App „Neihan Duanzi“ traf, weiß keiner so genau. Jedenfalls hat die Zensur sie vergangene Woche stillgelegt. Der Anbieter, das milliardenschwere Internetunternehmen Bytedance, verkündete kleinlaut: „Unser Produkt hat sich in die falsche Richtung einwickelt und war wohl mit den sozialistischen Kernwerten nicht vereinbar.“ Seither machen Nutzer im ganzen Land ihrem Ärger Luft, indem sie hupen: einmal lang, zweimal kurz. Das ist das Erkennungszeichen der Freunde der App, die übersetzt etwa „hintergründiger Sketch“ heißt. Die Hup-Proteste haben die Behörden derart in Unruhe versetzt, dass zum Beispiel die Millionenstadt Qingdao nun ein Bußgeld dagegen verhängt hat. Und in der Provinzhauptstadt Changsha kursierte ein Dokument, in dem die Sicherheitsbehörden aufgefordert werden, gegen jede Art von Versammlung oder Aktion der Gruppe vorzugehen.

Die Schließung der App ist Teil eines großen Reinemachens. Zahlreiche Anbieter von sozialen Netzwerken wurden in den vergangenen Tagen aufgefordert, ihre Plattformen mit den sozialistischen Werten des Regimes in Einklang zu bringen. Internetzensur ist natürlich nicht neu in China. Neu aber ist, dass es nicht mehr nur politische oder westliche Inhalte trifft, sondern zunehmend auch seichte Unterhaltungsprogramme. Es scheint, als wolle der Staat jene Generation, die sich wegen der Zensur aus dem politischen Raum verabschiedet hat, wieder für die Propaganda zugänglich machen.

Vielleicht traf es „Neihan Duanzi“ ja deshalb, weil die Anhänger der Plattform ihre ganz eigene Subkultur geschaffen haben. Dazu gehören Codes und Anspielungen, die nur sogenannte „Duanyou“, also Freunde des Sketches, verstehen. ...


Aus: "Zensur in China : Im Sozialismus wird nicht gelacht" Friederike Böge, Peking (17.04.2018)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/zensur-in-china-im-sozialismus-wird-nicht-gelacht-15546282.html


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« Reply #245 on: January 18, 2019, 11:53:14 AM »
Quote
[...] Aus Furcht vor neuen Protesten der Opposition hat Simbabwes Regierung bis auf Weiteres eine völlige Abschaltung des Internets angeordnet. Der Schritt sei gerechtfertigt, weil es in sozialen Medien erneut Versuche gebe, für nächste Woche Proteste zu organisieren, sagte der stellvertretende Informationsminister Energy Mutodi am Freitag. Womöglich könne das Internet am Wochenende wieder freigeschalten werden.

Der wichtigste Mobilfunkanbieter, Econet, wehrt sich vor Gericht gegen die Abschaltung. Bis zu einer Klärung müsse man jedoch der Anordnung der Regierung Folge leisten, hieß es.

In Simbabwe war es am Montag und Dienstag nach einer Verdoppelung des Benzinpreises zu einem Generalstreik und heftigen Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gekommen. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und teils auch scharfer Munition gegen Demonstranten vor. Hunderte wurden festgenommen, Dutzende verletzt. Menschenrechtlern zufolge wurden acht Menschen getötet.

Am Mittwoch wurde auch der prominente Oppositionsaktivist Pastor Evan Mawarire festgenommen, weil er zur Unterstützung der friedlichen Proteste der Gewerkschaften aufgerufen hatte. Ihm werden das Anstacheln zum Regierungsumsturz und das Aufrufen zu gewaltsamen Protesten vorgeworfen. Mawarire weist die Vorwürfe zurück. Seine Anwälte wollten am Freitag seine Freilassung auf Kaution erreichen.

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa befindet sich seit Anfang der Woche auf einer langen Auslandsreise und will nächste Woche in Davos am Weltwirtschaftsforum teilnehmen. Das Land im südlichen Afrika befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit zehn Jahren. (bme)



Aus: "Angst vor neuen Protesten: Simbabwe schaltet Internet komplett ab" (18.01.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Angst-vor-neuen-Protesten-Simbabwe-schaltet-Internet-komplett-ab-4281360.html

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« Reply #246 on: March 19, 2019, 11:05:26 AM »
Quote
[...] Nach dem rechtsextremistischen Terrorangriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch, der teilweise live per Video auf Facebook gestreamt worden war, geht das Social-Media-Unternehmen massiv gegen die Verbreitung der Bilder in seinem Netz vor. Nach eigenen Angaben hat Facebook das Video in den ersten 24 Stunden nach den Anschlägen weltweit 1,5 Millionen Mal gelöscht.

Wie der Facebook-Newsroom auf Twitter mitteilte, seien davon mehr als 1,2 Millionen Videos bereits beim Upload blockiert worden. Das Unternehmen lösche zudem alle geschnittenen Versionen des Videos, in denen drastische Inhalte fehlen – aus Respekt vor den Betroffenen des Vorfalls und wegen Bedenken der örtlichen Behörden.

Facebooks interne Mechanismen – automatisch arbeitende KI-Systeme und Personen, die illegale Inhalte manuell sichten – hatten bei dem Vorfall offenbar nicht angeschlagen. Mia Garlick von Facebook Neuseeland sagte gegenüber CNN Business, man sei von der neuseeländischen Polizei kurz nach Beginn des Terroranschlags auf das gestreamte Video hingewiesen worden. Facebook habe daraufhin rasch das Video sowie die Facebook- und Instagram-Konten des Attentäters gelöscht.

... Mindestens drei Internet Service Provider (ISP) in Neuseeland blockieren vorübergehend den Zugriff auf Websites, auf denen das Video und das Manifest des Attentäters weiterhin verfügbar sind. Die Firmen Spark NZ, Vodafone NZ und Vocus NZ haben sich bereit erklärt, den Zugriff auf die Websites 8chan, 4chan, die Video-Plattform LiveLeak und den Filesharing-Dienst Mega auf DNS-Ebene zu unterbinden, berichtet Bleeping Computer. Mittlerweile gibt es auf Twitter auch Bestätigungen für die Sperren von Nutzern vor Ort.

Statt der jeweiligen Website erscheine ein Hinweis, der URL sei "aus Sicherheitsgründen" blockiert worden. Die Sperrung ist jedoch nur vorübergehend. Eine Sprecherin von Vodafone NZ sagte Bleeping Computer, wenn ihr Unternehmen das fragliche Material auf einer Website finde, informiere man den Site-Betreiber und blockiere die Adresse. Wenn die Inhalte verschwunden sind, gebe man den Zugriff wieder frei. Die Vodafone-Mitarbeiterin entschuldigte sich für womöglich entstandene Unannehmlichkeiten, ihr Unternehmen halte dies jedoch in einer solchen Extremsituation für ein verantwortungsvolles Verhalten.

Auf der Gaming-Plattform Steam haben sich offenbar zahlreiche User anerkennend über den Attentäter geäußert und teils seinen Namen als Alias-Bezeichnung für ihr Nutzerkonto eingetragen. Wie Kotaku berichtet, hat das hinter Steam stehende Unternehmen Valve strikt dagegen durchgegriffen und über 100 Nutzerprofile gelöscht.

Einige Benutzer äußerten sich auf ihrer Profilseite positiv über den Terroranschlag und lobten den Täter. Andere verwendeten ein Standbild aus dem Live-Video des Anschlag oder erstellten aus Bildern ein animiertes GIF und verwendeten es in ihrem Profil. Kotaku weist darauf hin, dass mittlerweile in einigen Fällen lediglich der Name des Attentäters von Benutzerprofilen verschwunden sei, die Profile sind aber noch vorhanden.

mit Material der dpa (tiw)


Aus: "Nach dem Terroranschlag: Löschungen, blockierte Websites, gesperrte Steam-Konten"  Tilman Wittenhorst (17.03.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-dem-Terroranschlag-Loeschungen-blockierte-Websites-gesperrte-Steam-Konten-4338452.html

Quote
     dg65789, 17.03.2019 13:00

Löschen, Sperren, Zensieren, Verbieten, Melden

So ist das eben im Zeitalter der Alternativlosigkeit. Nicht in RUS oder CN, sondern im sogenannten Freien Westen. Was vermisse ich das Internet der 90er.

[ ...

speete schrieb am 17.03.2019 18:07:

    Das verbreiten bzw streamen von Tötungsvideos als freie Meinungsäußerung zu verteidigen ist schon gewagt.

1. Es geht bei dem Video eben nicht um eine Meinungsäusserung, sondern um ein Faktum.
2. Mir geht es weniger um das Video als vielmehr um das zugehörige PDF, das gerne untergeht oder von unseren Leitmedien allenfalls als "wirr" oder dergleichen abqualifiziert wird. Es ist nicht wirr und das PDF ist tatsächlich eine Meinungsäusserung und diese gehört IMHO zugänglich gemacht. Schon gar nicht gehört diese aber verfälscht, falsch oder diffamierend wiedergegeben, während man das Original mit bemerkenswertem Aufwand aus der Welt zu schaffen sucht. Sowas hat ein Geschmäckle, dass mich übrigens erst darauf gebracht hat, es mir im Original zu beschaffen.

    Würdest du auch gern Livevideos aus den Gaskammern von 1943 sehen?

Nein. Daneben habe ich das Video nicht "gern" gesehen und das Livevideo gar nicht. Mir fällt auf, dass Du mir gern Dinge unterschiebst, die ich nicht geschrieben habe oder die nicht zutreffen. Bitte lies genauer, was ich schreibe und spekuliere diesbezüglich weniger.

...]


Quote
     engst03, 17.03.2019 23:38

Re: Löschen, Sperren, Zensieren, Verbieten, Melden

Oeffentliches Interesse und Sensationslust hat hinter den Rechten der Opfer und Angehörigen zurückzutreten.


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     Sam19, 17.03.2019 13:47

1,2 Millionen kranke Menschen

Ich kann mir vorstellen, dass viele Rassisten den Anschlag bejubeln. Aber 1,2 Millionen mal bei FB zu finden? Wie krank sind die Leute? Warum fragt man sich nicht mal was mit diesen Personen falsch läuft. Man könnte doch abwechslungsweise auch diese Leute bestrafen, ebenso wie Kinderpornos hochladen sollte das nicht rechtens sein, Videos von Massenmord darzustellen.


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     Rodriguezbruder, 17.03.2019 17:32

Re: 1,2 Millionen kranke Menschen

Sam19 schrieb am 17.03.2019 13:47:

    Ich kann mir vorstellen, dass viele Rassisten den Anschlag bejubeln. Aber 1,2 Millionen mal bei FB zu finden? Wie krank sind die Leute? Warum fragt man sich nicht mal was mit diesen Personen falsch läuft.

Das war auch mein Gedanke. Ich kenne dieses Video nicht und will es auch nicht sehen, verstehe aber wirklich nicht, was bei den Menschen, die so etwas sehen wollen und weiter leiten, im Oberstübchen falsch verdrahtet ist :-(

    Man könnte doch abwechslungsweise auch diese Leute bestrafen, ebenso wie Kinderpornos hochladen sollte das nicht rechtens sein, Videos von Massenmord darzustellen.

Das Verbreiten solcher Videos ist in Deutschland in der Tat strafbar.


Quote
     Garander, 17.03.2019 16:05

Erdogan zeigt auf TRT das ganze unzensierte Video

https://www.krone.at/1884590

Erdogan lässt bei Wahlkampf-Auftritt in Tekirdag das Christchurch-Massaker auf Großleinwand laufen. Die Rede Erdogans vor Tausenden Menschen am Samstag in der Hafenstadt Tekirdag ist komplett auf TRT, der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt der Türkei, gesendet worden.


Quote
     amestis, 17.03.2019 17:11

Re: Und das Perverseste ist

Erdogan hat ja nicht das Video benutzt um sich als großer Verteidiger der Meinungsfreiheit feiern zu lassen. Sondern um Emotionen zu schüren, zum Hass anzustacheln - auf daß Möchtegern-Gotteskrieger diesen Terrorakt mit gleichen Mitteln vergelten. Und er wird nicht der einzige Vorbeter sein, der Geschehenes nutzt, um verblendete Religioten zum Morden zu treiben.


Quote
     Oliver__ , 18.03.2019 08:10

An alle, welche hier "Zensur!" schreien

Wenn ihr in diesem Falle bloss das Wort "Zensur" auf eurer Retina geschrieben seht, dann seht ihr eben nicht das grosse Ganze.
Es geht hier nicht um ein zeitgenössisches Dokumentationsvideo, oder eine Greueltat, welche zufälligerweise von einem unbeteiligten Zeugen gedreht wurde.
Es geht auch nicht um irgendwelche "Staatsverschwörungen", welche dadurch aufgedeckt werden könnten.
Es geht auch nicht darum, dass der Inhalt "anstössig" sein könnte und der Staat uns "davor beschützen will".
(Und mir dreht es schon wieder den Magen um, wenn ich mir nur schon vorstelle, was dieses grauenhafte Video wohl zeigt bzw. wie krank man sein muss, um so eine Tat überhaupt zu begehen).
Nein.

Dieses Video ist *Teil seines kranken Planes*, auf sich und seine Ideologie aufmerksam zu machen. Um die Tat zu glorifizieren, seine Opfer weiter zu terrorisieren, weitere Vollhonks zu mobilisieren/motifieren... oder einfach, weil es seinem kranken Hirn halt so entsprang!

Und solchen Arschlöchern dieser Welt DARF man einfach keine Plattform für ihren MENSCHENVERACHTENDEN, KRANKEN SCHEISS geben!

Was glaubt ihr denn, hat er das Video direkt auf soziale Medien streamen wollen und nicht zuhause auf irgendeinen privaten Server, wo es dann bloss seinen "Gleichgesinnten" (mir fällt leider gerade kein anderes Wort für diese kranken Leute ein) zugänglich wäre?

Oder auch so gefrag: was erwartet ihr denn an "Erkenntnissen" aus so kranken Videos? Erwartet ihr da wirklich eine "Erklärung" für seine Tat?

Ich versteh's einfach nicht!

Ja! Meinungsfreiheit und Demokratie sind wichtig. Aber das ist HIER DEFINITIV nicht das Thema! Hier geht es darum, den kranken Traum eines Wahnsinnigen zu vereiteln, der Traum, dass seine Tat in gewissen Kreisen (welche durch solche Videos "Zugang" zu seiner Tat haben) zu heroisieren.

DIE WELT WILL DIESEN KRANKEN SHIT NICHT! WEDER AUF VIDEO, NOCH IN DEN KÖPFEN UNSERER MENSCHEN!

WE DO NOT APPROVE THIS ACT OF SENSELESS KILLING!

Gruss, Oliver


Quote
     palpeter

688 Beiträge seit 05.11.2018
18.03.2019 11:19

Keine Propaganda-Videos der IS im Fernsehen!

    Ob der Täter das Video dreht oder Zeugen ist unerheblich, da der Täter IMMER auf (mediale) Aufmerksamkeit abzielt - das ist die Grundidee von Terror!

Und genau deshalb wurde noch niemals ein IS-Propaganda-Video unkommentiert oder ungefiltert über einen Fernsehsender veröffentlicht.

Eben WEIL man diesen kranken Spinnern kein Forum geben will.
(Und die Verbreitung von Terror-Propaganda auch noch illegal wäre)


...