COMMUNICATIONS LASER #17
October 22, 2014, 04:09:01 AM *
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Author Topic: [Zur Zensur... (Informationskontrolle)]  (Read 37339 times)
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« Reply #15 on: January 25, 2007, 04:40:28 PM »

Quote
[...] Bundesrepublik Deutschland: Bis 1968 war der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften aus der DDR verboten.

[...] Deutsche Demokratische Republik (bis 1990): In der Deutschen Demokratischen Republik waren prinzipiell alle Medien, insbesondere politischen regimekritischen Inhaltes, aus dem Westen verboten. Dabei gab es jedoch für ausgewählte Abonnenten (Kirchenvertreter, Künstler u. a.) des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, die wöchentlich ihr Exemplar in der DDR zugestellt erhielten, eine Ausnahmeregelung.

[...]

Printmedien: Indizierte Bücher

Indizierte Bücher, die erstmals indiziert bzw. dauerindiziert sind oder nach einfacher Indizierung nicht mehr verlegt werden:

    * Das Buch Noctemeron – Vom Wesen des Vampirismus, Mordor, Bohmeier Verlag, Leipzig, ISBN 3890943993. Für die BRD als jugendgefährdend (Liste A) indiziert im Bundesanzeiger Nr. 206 am 29. Oktober 2005.
    * Affären der Leidenschaft – Lesebuch der Lust, Taschenbuch Nr. 23 517 der Reihe NonStop, Ullstein, Berlin; indiziert im Bundesanzeiger Nr. 186 vom 30. September 1995
    * Anekdoten um Hitler – Geschichten aus einem halben Jahrhundert, Henriette von Schirach, indiziert laut Bundesanzeiger Nummer 54, erschienen am 19. März 1982
    * Caligula, William Howard, D, Für die BRD indiziert im Bundesanzeiger Nr. 122 vom 8. Juli 1981.
    * Dornröschens Erwachen. Erotische Abenteuer einer Prinzessin, Anne Roquelaure, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 184 vom 30. September 1992
    * Dornröschens Bestrafung, Anne Roquelaure, Taschenbuch Nummer 9846 Goldmann, München, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 224 vom 28. November 1992
    * Das erotische Rowohlt Lesebuch, Dieter Mathiak (Hrsg.), indiziert im Bundesanzeiger Nr. 204 vom 31. Oktober 1986
    * Enzyklopädie des Marihuana-Anbaus, Frank Mel und Ed Rosenthal, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 184 vom 30. September 1988
    * Enzyklopädie der psychedelischen Drogen, Peter Stafford, Stafford, Volksverlag, Linden Bundesanzeiger Nr. 170 vom 14. September 1982 (sehr umfangreiches wissenschaftliches Werk mit vielen Details)
    * Ein Männlein steht im Walde (Der Fliegenpilz und sein Gebrauch), Dirk F. Schulte, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 244 vom 30. Dezember 1988
    * James Grunert oder Ein Roman aus Berlin, Hans von B-r, Privatdruck, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 73 vom 15. April 1987
    * Handbuch für die Marihuana-Zucht in Haus und Garten, Frank Mel und Ed Rosenthal, indiziert durch den Bundesanzeiger Nr. 109 vom 19. Juni 1980
    * Die Erwählte von Mida, Sharon Green, München, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 140 vom 30. Juli 1988
    * Nunchaku, Albrecht Pflüger, Falken Verlag, ISBN 3-8068-0373-0, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 61 am 31. März 1989
    * Politik der Ekstase, Timothy Leary, D, Am 2. April 1981 in der 275. Sitzung der BPJS als „sozialethisch verwirrend“ eingestuft und indiziert. Begründung war unter anderem die „Aufforderung, LSD zu rauchen“, was „notwendigerweise den Besitz der Droge voraussetzt“. 1997 wurde von Verlagsseite (Grüne Kraft) rechtlich gegen die Indizierung vorgegangen; die Klage blieb erfolglos. [2]
    * Rückkehr nach Roissy, Pauline Réage, Laut Bundesanzeiger Nr. 94 vom 22. Mai 1982 als jugendgefährdend indiziert (rororo Taschenbuchnummer 4172, Rowohlt, Reinbek)

Zeitweise indizierte Bücher, die mittlerweile frei erhältlich sind:

    * American Psycho; Bret Easton Ellis, D, indiziert durch Bundesprüfstelle 1995 ff. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Bock auf Rock, Les Field, Ullstein, Tb Nr. 20971, ISBN 3548209718 Indiziert in der BRD gemäß Bundesanzeiger Nr. 41 vom 28. Februar 1989. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Josephine Mutzenbacher, anonym veröffentlicht, D, Seit 1982 indiziert, bestätigt im Juni 1985 vom Oberverwaltungsgericht Münster, aufgehoben 1990 durch das Bundesverfassungsgericht, 1992 von der deutschen BPS erneut indiziert. Derzeit (2005) im Handel wieder erhältlich.
    * Mein erstes Shopping-Buch; Wilske Judith. Ende 2000 wurde Mein erstes Shopping-Buch von der Bundesprüfstelle indiziert, weil darin Kinder zu Markenfetischismus und Egoismus verleitet würden. Erst im März 2003 beurteilte das Verwaltungsgericht Köln die Indizierung abschließend als rechtswidrig. Darauf versuchte die Bundesprüfstelle eine Revision. Juli 2004 wurde die Indizierung endgültig aufgehoben.
    * Opus Pistorum, Henry Miller, D, indiziert 1988, 1993 aus der Liste der jugendgefährdenden Schriften gestrichen.
    * Venus im Pelz, Sacher-Masoch, D, indiziert 1958. Derzeit im Handel wieder erhältlich.
    * Wahrheit für Deutschland – Die Schuldfrage des zweiten Weltkrieges, Udo Walendy, 1970, D, 1979 indiziert, 1994 nach Prozess aus der Liste der jugendgefährdenden Schriften gestrichen. Derzeit legal wieder erhältlich.
    * Der stählerne Traum, Norman Spinrad, D, Science-Fiction-Roman, wurde 1981 wegen „Verherrlichung nationalsozialistischen Gedankenguts“ indiziert. Der Heyne-Verlag kämpfte um die Freigabe des Romans, bis fünf Jahre später das Bundesverwaltungsgericht die Indizierung aufhob.

Verbotene Bücher in Deutschland und der Schweiz:
Der Erwerb und Vertrieb der folgenden Bücher ist in Deutschland verboten, der Besitz jedoch legal. In der Schweiz ist die Regelung, insbesondere in Hinsicht auf van Helsings Werke – vermutlich – ebenso.

    * Attilas Enkel auf Davids Thron, Erwin Soratori, verboten 1992 durch das Amtsgericht Tübingen (4 Gs 445/95)
    * Das Reich als Aufgabe; Friedrich Schmidt. Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Der Fall Günter Deckert, Günther Anntohn, Henri Roques, Weinheim 1995, (verboten vom Landgericht Mannheim, (13) 5 Ns 67/96)
    * Funkenflug – Handbuch für nationale Aktivisten; Jürgen Riehl (Pseudonym). Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert, Udo Holey (erschienen unter dem Pseudonym Jan van Helsing, D, CH (erhältlich in Österreich), verboten durch Amtsgericht Mannheim wegen Volksverhetzung)
    * Geheimgesellschaften 2 (das Interview), Udo Holey / bzw. Jan van Helsing), D, CH (ebenfalls erhältlich in Österreich), verboten ebenfalls wegen Volksverhetzung.
    * Hoch-Zeit der Menschheit, Rudolf John Gorsleben, Reprint des ursprünglich 1930 erschienenen Buches. Dieser Reprint wurde in den neunziger Jahre auf Betreiben von Ignaz Bubis durch das Amtsgericht Bremen 81b Gs 45/96 verboten. Der betroffene Reprint ist jedoch nicht ausschließlich ein Faksimile, sondern enthält später hinzugefügte Passagen. Die Originalausgaben der 30er Jahre sind nach wie vor legal im antiquarischen Handel erhältlich.
    * Kapitulieren, niemals!; Werner Naumann. Verboten wegen Volksverhetzung.
    * Rasse – Ein Problem auch für uns; Jürgen Riehl (Pseudonym).
    * Auschwitz – Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust; Jürgen Graf. Verbot wegen Volksverhetzung.

Folgende Bücher wurden eingezogen – damit ist auch der Verkauf an Erwachsene illegal. Für die Bundesrepublik Deutschland gilt: Der Käufer kann sich aufgrund des eindeutigen Willens des Gesetzgebers, der lediglich ein Verbreitungsverbot vorsieht, nicht strafbar machen. Somit ist auch der Besitz straffrei. Fraglich ist, ob ein im Rahmen einer Hausdurchsuchung aufgefundenes Exemplar durch die Staatsanwaltschaft eingezogen wird. Die Einziehung ist rechtlich nicht möglich, wenn der Erwerb vor dem Zeitpunkt des Beschlagnahmebeschlusses der Staatsanwaltschaft liegt. Zu beachten ist jedoch: Eine private Weitergabe, Flohmarktverkauf oder ein antiquarischer Handel ist in jedem Fall unzulässig, da hier eine Verbreitung anzunehmen wäre. Es existiert in der BRD kein veröffentlichtes Verzeichnis indizierter Bücher, da die ausführenden Behörden vermeiden möchten, dass damit erst ein Markt/eine Nachfrage entsteht. Die rechtlichen Vorschriften sind eindeutig: ein Verkäufer ist – auch auf dem Flohmarkt in der rechtlichen Verantwortung und kann sich wegen „Verbreitung“ strafbar machen. Auf der anderen Seite steht der Käufer einer Publikation. Hier hat der Gesetzgeber der Bundesrepublik Deutschland nur einen Straftatbestand vorgesehen, nämlich den Erwerb von Kinderpornografie. Weitere Strafandrohungen für den Kauf von Schriften im Sinne des § 11 Abs. 3 StGB (hierunter fallen alle Bücher, Zeitschriften, Videos, CDs, DVDs und Downloads aus dem Internet) gibt es nicht.

    * Texte: RAF, herausgegeben vom Verlag Bo Cavefors aus Schweden, D, Beschlagnahmung.
    * Der totale Widerstand – Kleinkriegsanleitung für jedermann, Major Hans von Dach, Zürich, 1961. Enthält Anleitungen für terroristische Anschläge sowie zum Bau von Waffen und Sprengstoffen.
    * Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa. Kollektiv RAF, Wagenbach Verlag, Berlin, D, bereits drei Wochen nach Ersterscheinung wurden am 28. Oktober 1971 alle Bücher beschlagnahmt. Hierbei wurden die Verlagsauslieferung und mehrere Hunderte Buchhandlungen durchsucht. Außerdem wurden die Druckplatten der Druckerei beschlagnahmt. Auch unter dem Tarnnamen Die neue Straßenverkehrsordnung verbreitet.

Bücher, die zwar nicht indiziert, aber aus verschiedenen Gründen verboten waren und wieder erhältlich sind:

    * Der Krieg in unseren Städten; Udo Ulfkotte, D, Auf Antrag der Berliner Islamischen Föderation Auslieferungsverbot erwirkt. Bis Mai 2006 wieder erhältlich, dann vor dem Hintergrund massiver Drohungen gegen den Autor und den Frankfurter Eichborn-Verlag "freiwillig" wieder vom Markt genommen. Der Autor wurde mehrfach mit dem Tod bedroht.
    * Invasionsziel: DDR, Vom Kalten Krieg zur Neuen Ostpolitik. 1971 im Konkret Buchverlag GmbH + Co.KG, Hamburg erschienen. Umschlag: Ulrich Kirschstein, Hamburg konkret extra Band 7. Autoren sind unter anderem: Karl Heinz Roth, Hajo Leib, Nicolaus Neumann. Das Buch wurde im Verlag beschlagnahmt.
    * Invasionsziel: DDR, 1970 im Konkret Buchverlag GmbH und Co.KG, Hamburg erschienen.

Bücher, die auf Grund einer Zivilklage nicht, verzögert oder mit Änderungen erschienen sind:

    * Das Hanf-Handbuch; Hainer Hai. In allen Auflagen (außer der 1.) sind Stellen geschwärzt, die von Schmuggel und Verkauf von Cannabis(produkten) handeln.
    * Der Oligarch; Jürgen Roth. D, Im Buch musste nach Klage von [Nach Anfrage Gelöscht [25.01.2010 ] vor dem Landgericht Düsseldorf 2001 mehr als ein Dutzend Passagen mit schwarzen Balken unkenntlich gemacht werden. [Nach Anfrage Gelöscht [25.01.2010 ] führte aus, dass in diesen Passagen unwahre Behauptungen über seine Geschäftsbeziehungen zur ukrainischen Mafia aufgestellt würden.
    * Hinter den Kulissen; Dieter Bohlen. Auf eine Klage von Thomas Anders hin waren einige diffamierende Stellen im Buch zu schwärzen.
    * Mephisto (Roman); Klaus Mann. 1968 vom Landgericht verboten, Urteil bestätigt durch das Bundesverfassungsgericht, Roman dann doch 1981 trotz rechtskräftigen Urteils im Rowohlt Verlag erschienen, da die Erben von Gustaf Gründgens auf die weitere Durchsetzung des Urteils verzichteten.
    * Esra (Roman); Maxim Biller wegen offensichtlicher Erkennbarkeit der Hauptfiguren des Romans, am 21. Juni 2005 vom BGH letztinstanzlich verboten. Zwei Frauen hatten geklagt, weil sie sich in zwei Figuren des Romans wiedererkennen und dies ihre Persönlichkeitsrechte verletze.
    * Meere (Roman); Alban Nikolai Herbst aufgrund einer Zivilklage (Erkennbarkeit) verboten.

Andere oder unklare Rechtslage:
    * Mein Kampf, Adolf Hitler, D, legaler Neudruck in der BRD nicht erhältlich, da die bayerische Staatsregierung (bzw. der Freistaat Bayern) das Urheberrecht hat und Neuauflagen unterbindet, Rechtslage in A und CH unklar.
    * Die erotischen Phantasien der Frauen, Nancy Friday, D
    * Die erotischen Phantasien der Männer, Nancy Friday, D
    * radikal (erschienen in Berlin u.a.), eine Zeitschrift der anarchistischen Linken. Die Herausgeber wurden 1984 wegen "Werbens für eine terroristische Vereinigung" zu je 30 Monaten Haft verzurteilt, erst 1989 wurde das Urteil durch den Bundesgerichtshof aufgehoben.
    * Das Sexbuch. Aufklärung für Jugendliche und junge Erwachsene, Günter Amendt, D

Verbote in anderen Ländern:
    * Die satanischen Verse; Salman Rushdie. Das Buch ist in mehreren islamischen Staaten verboten. Der Autor wird von islamistischen Organisationen mit Morddrohungen verfolgt.
    * Der Falun Xiulian Dafa, Li Hongzhi, Volksrepublik China, Das Buch bildet die theoretische Grundlage von Falun Gong und ist in China, wo die Falun-Gong-Bewegung rigoros verfolgt wird, verboten.

Frankreich:
Eric Delcroix, La police de la pensée contre le révisionnisme Verboten 1994 durch das Tribunal de grande instance de Paris, Aktenzeichen 9428703083)

Verbotene, beschlagnahmte oder indizierte Comics in der Bundesrepublik Deutschland:
    * Emmanuelle, Guido Crepax, indiziert im Bundesanzeiger Nr. 192 vom 14. Oktober 1982
    * Kondom des Grauens (Comic), Ralf König, Deutschland. Im Juli 1995 durchsuchten mehrere Dutzend Polizisten den Alpha Comic Verlag und beschlagnahmten 150 Bücher und Comics in Gesamtauflage „wegen des Verdachts auf Verbreitung gewaltverherrlichender, pornographischer und den Nationalsozialismus verherrlichender Schriften“. Dies betraf Comics, die zwar nicht durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPS) indiziert waren, sich aber nach Ansicht der Staatsanwaltschaft an der Grenze des Erlaubten befanden. Die Aktion löste Kontroversen aus, weil sie ohne rechtliche Grundlage vollzogen wurde. Der Alpha-Verlag musste aufgrund der entstandenen Schäden Konkurs anmelden, in diesem Zusammenhang auch betroffen waren 1200 im Jahr darauf von der Polizei durchsuchte Comicläden und Buchhandlungen (bei denen wahllos und willkürlich Ware beschlagnahmt wurde, so z. B. Walter Moers' Kleines Arschloch und Art Spiegelmans Maus).
    * ARMS Band 2, Manga von Ryouji Minagawa und Kyouichi Nanatsuki Panini Verlag, Nettetal, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 227 vom 30. November 2004
    * Hellsing Band 4, Manga von Kohta Hirano, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 98 vom 31. Mai 2005
    * Majin Devil Band 1, Manga von Oh! Great, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 142 vom 30. Juli 2004
    * Red Eyes Band 7, Manga von Jun Shindo, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 60 vom 31. März 2005
    * Vampire Master Band 1, Manga von Satoshi Urushihara, Panini Verlag, indiziert am 24. Dezember 2003
    * Vampire Master Band 3, Manga von Satoshi Urushihara, Panini Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 82 vom 30. April 2005
    * Sailor Moon Heft 21/2000, Anime-Comic-Heft, Ehapa Verlag, indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 81 vom 28. April 2001
    * Die Abenteuer der Sweet Gwendoline, John Willie, Widder Press, indiziert gemäß Bundesanzeiger Nummerr 140 vom 29. Juli 1989
    * U-Comix Sonderband Nr. 7; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 8. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 11; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 32 vom 17. Februar 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 12; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 174 vom 18. September 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 16; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 216 vom 17. November 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 17; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 08. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 18; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 105 vom 10. Juni 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 19; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 14 vom 22. Januar 1982
    * U-Comix Sonderband Nr. 20; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 216 vom 17. November 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 22; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 122 vom 08. Juli 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 24; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 105 vom 10. Juni 1981
    * U-Comix Sonderband Nr. 34; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 162 vom 31. August 1985
    * Lucifera, Freibeuter Verlag, 1972–74 Nr. 1–24
    * Oltretomba, Freibeuter Verlag, 1974, Nr. 1–4
    * Messalina 1–24
    * Tomba 1–24
    * ZIP 1–24
    * Jolanda 1–24
    * Horror 1–23
    * Kalter Krieg, Matthias Schultheiss, 1985, Melzer Verlag
    * Die Abenteuer der Phoebe Zeit-Geist, 1970, Konkret Verlag / 1973, Melzer Verlag, indiziert 1974, aufgehoben 2002
    * Mutanten Welt, Richard Corben, Volksverlag, 1982
    * U-Comix Sonderband Nr. 3
    * Die kleine geile Reihe 1–10
    * Außer Kontrolle 2,3
    * Die sexuellen Abenteuer von Fucky Luke 1–4 (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Fick und Fotzi (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Nachahmungen 1–2
    * Asterix und das Atomkraftwerk (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Donald Duck – Häuserkampf in Entenhausen (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Donald Punk 1–3 (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Paranoia-Comix, Don Martin
    * Sympathisantenschlumpf (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Tim und Struppi in der Schweiz (verboten wegen unerlaubter Benutzung von Lizenzfiguren)
    * Ranx, 3, Kult Editionen, August 1997
    * Sex in Comics, Nr. 1+2, Brumm Comics / Melzer Verlag, Indizierung für Band 1 aufgehoben 2001
    * Die aussergewöhnliche Welt des Richard Corben 1, Volksverlag, 1977–1980, indiziert 1986
    * Rowlf & Die Bestie von Wolfton, Richard Corben, Volksverlag 1981, indiziert 1982
    * Beta Comic Art Collection, Nr. 4, Der Dämon im Cockpit, Richard Corben, indiziert 1986

Zeitweise indizierte Comics, die mittlerweile frei erhältlich sind:
    * Anne und Hans, indiziert 1973, aufgehoben 2002
    * Comic-Striptease, Melzer Verlag, indiziert 1973, aufgehoben 2002
    * U-Comix Sonderband Nr. 6; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006
    * U-Comix Sonderband Nr. 10; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006
    * U-Comix Sonderband Nr. 13; indiziert laut Bundesanzeiger Nr. 194 vom 16. Oktober 1981, aufgehoben 2006

Computer- und Videospiele: In der Bundesrepublik Deutschland indizierte Spiele
    * Blood und Blood 2 von Monolith Productions Blood mittlerweile wieder erlaubt und Freeware.
    * BloodRayne und BloodRayne 2 von Termina Reality in der unzensierten Fassung.
    * Carmageddon von SCi Entertainment (ungekürzte PC-Version)
    * Carmageddon 2 - Carpocalypse Now von SCi Entertainment (ungekürzte PC-Version)
    * Command & Conquer: Generals von EA Pacific in der unzensierten Fassung.
    * Condemned: Criminal Origins von Monolith Productions in der unzensierten Fassung.
    * El Matador von Plastic Reality in der Games-Convention Fassung.
    * Dead Rising von Capcom (Vorläufig indiziert) September 2006
    * Doom und Doom 2 von id Software gilt nicht für die GBA-Versionen.
    * Doom 3 Resurrection of Evil von id Software in der unzensierten Fassung.
    * Duke Nukem 3D von 3D Realms
    * Far Cry von Crytek in der unzensierten Fassung
    * F.E.A.R. von Monolith Productions in der unzensierten Fassung
    * Gears Of War von Epic Games für Xbox 360
    * Goldeneye - 007 von Rare
    * Grand Theft Auto: Vice City von Rockstar North in der unzensierten Fassung
    * Half-Life von Valve Software in der unzensierten Fassung sowie alle dazugehörigen Mods
    * Hitman: Codename 47 von IO Interactive
    * Killer Instinct von Rare
    * Kingpin: Life of Crime von Xatrix Entertainment
    * Manhunt von Rockstar North mittlerweile bundesweit beschlagnahmt
    * Max Payne von Remedy Entertainment
    * Medal of Honor und Medal of Honor Underground von Electronic Arts in der unzensierten Fassung.
    * Mortal Kombat, Mortal Kombat II und Mortal Kombat 3 von Midway Games, sowie Mortal Kombat 4 (Game-Boy-Version nicht betroffen), Mortal Kombat Mythologies Sub-Zero und Mortal Kombat Trilogy in den unzensierten Fassungen.
    * Postal und Postal 2 von Running with Scissors, Inc.
    * Quake, Quake II, Quake III Arena und Quake IV (US-Version) von id Software
    * Red Faction von Volition, Inc.
    * Resident Evil 2 von Capcom in sämtlichen Fassungen.
    * Resident Evil 4 von Capcom in der unzensierten Fassung, mittlerweile gibt es bestimmte Läden die mehr oder weniger Uncut-Versionen verkaufen.
    * Return to Castle Wolfenstein von id Software in der deutschen und englischen Fassung.
    * Rise of the Triad von Apogee
    * Shellshock Nam '67 von Guerilla
    * Silent Scope, Silent Scope Complete (Entscheidung Nr. I 25/06 vom 4. Juli 2006) und Silent Scope 2 - Fatal Judgement von Konami
    * Sin von Ritual Entertainment in der unzensierten Fassung.
    * Soldier of Fortune von Raven Software
    * State of Emergency von Rockstar Games
    * The House of the Dead und The House of the Dead 2 von Sega, für Spielesaloonmaschinen zensiert worden und ab 12 in einige Spielhallen für Jugendliche gekommen.
    * The Punisher von Volition, Inc
    * Unreal Tournament, Unreal Tournament 2003 in der englischen und der ersten deutschen Fassung und Unreal Tournament 2004 in der englischen Fassung von Epic Games.

In der Bundesrepublik Deutschland verbotene Spiele:
    * Manhunt von Rockstar Games ist das einzige Spiel seit Mortal Kombat 3, das wegen übertrieben brutaler Gewaltdarstellung für alle Systeme am 19. Juli 2004 durch das Amtsgericht München für die bundesweite Beschlagnahmung freigegeben wurde.
    * Mortal Kombat, Mortal Kombat II und Mortal Kombat 3 von Midway Games
    * Wolfenstein 3D von id Software ist in der englischen Fassung wegen nationalsozialistischer Symbolik beschlagnahmt.

Tonträger:
In Deutschland indiziert:
    * Ab 18 von Die Ärzte. Wegen des indizierten Liedes Geschwisterliebe.
    * Aggro Ansage Nr.2 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.3 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.4 von Aggro Berlin
    * Aggro Ansage Nr.5 (in der Standard- und Premium-Version) von Aggro Berlin
    * Butchered at birth der Band Cannibal Corpse
    * Das Reich kommt wieder der rechtsextremen Band Landser. Das Album auf Musikkassette wurde 1993 von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend indiziert.
    * Debil der Gruppe Die Ärzte wegen der Titel Claudia hat 'nen Schäferhund und Schlaflied, beide indiziert von der BPjS; Indizierung wurde 2004 aufgehoben.
    * Der Bozz von Azad wegen der Titel Judgement Day (feat. Wahrheit) und Blackout
    * Der nette Mann der Band Böhse Onkelz, auf dem 6 von 14 Titeln beanstandet wurden (LP) (indiziert u. beschlagnahmt,)
    * Die Ärzte der gleichnamigen Band wegen des Titels Geschwisterliebe, indiziert von der BPS
    * Divine Intervention der Band Slayer
    * Eaten back to life der Band Cannibal Corpse
    * Electro Ghetto von Bushido
    * Farbenfinsternis der Band Eisregen
    * Sexkönig von King Orgasmus One
    * Mein Kampf - Musik für Männer von King Orgasmus One
    * Fick mich...und halt dein Maul von King Orgasmus One
    * King Of Kingz von Bushido
    * Krebskolonie der Band Eisregen. Verbreitungsverbot nach StGB durch die BPjM am 7. August 2003 wegen laut BPjM „grausamen, menschenverachtenden, frauenfeindlichen und verrohenden“ Texte, die zudem „sozialethisch desorientierend“ seien.
    * Maske von Sido
    * Rap Braucht Kein Abitur von Bass Sultan Hengzt
    * Republik der Strolche der Band Landser wurde 1996 von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend indiziert
    * The Future Of War der Band Atari Teenage Riot
    * Tomb of the Mutilated der Band Cannibal Corpse
    * Untergrund Solo vol.2 von Frauenarzt
    * Porno Party von Frauenarzt + Mr. Long
    * Tanga Tanga 2003 von Frauenarzt
    * Vom Bordstein bis zur Skyline von Bushido
    * Der Untermensch (mit Namen Christ) von Camulos

Songs:
    * Kein Gerede der Band WIZO, inhaltlicher Aufruf zum Terrorismus

In Deutschland verboten:
    * Afrika für Affen , Dieser titel der Band Landser ist wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB bundesweit beschlagnahmt.
    * Der nette Mann der Band Böhse Onkelz, auf dem 6 von 14 Titeln beanstandet wurden (LP) (indiziert u. beschlagnahmt,)
    * Rock gegen Oben, CD der Band Landser (Beschlagnahme erfolgte 1998 bundesweit gemäß der Paragrafen 86a, 130, 130a -Anleitung zu Straftaten- des Strafgesetzbuches)
    * 12 Doitsche Stimmungshits der Zillertaler Türkenjäger, wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB bundesweit beschlagnahmt

Lieder der Band Störkraft wurden nicht nur indiziert, sondern auch beschlagnahmt und sind somit verboten:

    * Dreckig, kahl und hundsgemein (1989) am 31. Oktober 1992, eingezogen am 2. September 1993
    * Mann für Mann (1990) am 31. Oktober 1992, eingezogen am 6. Juli 1994
    * Live (1991) am 28. November 1992
    * Unter Froinden (1993) am 30. August 1997 und
    * Das waren noch Zeiten (1996) am 29. August 1998, eingezogen am 16. April 1998.

Visuelle Medien:
Im Deutschen Reich verboten:
Filmverbote während der Weimarer Republik:
Bereits in der Weimarer Republik wurden viele Filme verboten. Zuständig für die Zensur war die Berliner Film-Oberprüfstelle.

    * Der Film „Der Fürsorgezögling“ wurde am 9. September 1927 verboten, weil befürchtet wurde, das Vertrauen des Volkes in die Jugendwohlfahrtspflege werde damit zerrüttet.
    * „Panzerkreuzer Potemkin“ wurde 1926 verboten; der Film gefährdete die öffentliche Ordnung.


[...] In der Bundesrepublik Deutschland verboten (Auszug):
    * Blood Feast (Herschell Gordon Lewis, 1963). Der über 40 Jahre alte Film wurde 2004 beschlagnahmt. Die Beschlagnahmung des Films wurde durch das Amtsgericht Karlsruhe am 20. Januar 2004 (Az: 31 Gs 134/04) angeordnet.
    * Der nationalsozialistische Propagandafilm Der Ewige Jude von 1940 (Regie von Fritz Hippler) ist in der BRD in der Originalfassung verboten; zulässig ist eine ausschnittsweise Version mit erläuternden Unterbrechungen.
    * Braindead (Peter Jackson, 1992) wurde vom Amtsgericht Tiergarten in mehreren Veröffentlichungen beschlagnahmt. Auf die ungeschnittene Fassung folgte einige Jahre später die Beschlagnahmung einer gekürzten, zuvor von der Freiwilligen Selbstkontrolle freigegeben Version des Films.
    * The Texas Chainsaw Massacre (Tobe Hooper, 1974) wurde 1985 durch das Landgericht München bundesweit beschlagnahmt. Dies betraf die VHS-Kassette des Anbieters VPS. Die im Jahr 2003 publizierte und um ca. 4 Minuten gekürzte Fassung betrifft diese Beschlagnahme nicht. Diese Fassung wurde von der Juristenkommission (JK) der SPIO begutachtet und als strafrechtlich unbedenklich eingestuft. Die geschnittenen Szenen sind als Bonus dennoch auf der DVD anwählbar.
    * Maniac (William Lustig, 1980) wurde 1983 vom Landgericht München als erster Film wegen des Verstoßes gegen den § 131 StGB bundesweit beschlagnahmt. Die Videofassung war in einer Szene leicht gekürzt und nicht von der FSK geprüft. Die Beschlagnahmung rief kontroverse Diskussionen um Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen aus.
    * Man Eater
    * Muttertag (Horrorfilm)
    * Tanz der Teufel
    * Freitag der 13. und Freitag der 13. Teil IV – Das letzte Kapitel wurden seiner Zeit verboten. Die Verbote zu Teil 1 unterliegen mittlerweile der Verjährung. Die DVD zu Teil 4 wurde 2005 erneut eingezogen und verboten (Beschluss vom 9. Mai 2005, AG Tiergarten). Andere Teile der Reihe sind frei erhältlich ab 18 Jahren.
    * Ein Zombie hing am Glockenseil - Urteile unterliegen mittlerweile der Verjährung. Eine gekürzte Fassung ist freigegeben "nicht unter 18 Jahren".
    * 1976 wurden in vielen deutschen Kinos die Filmrollen von Pasolinis de-Sade-Bearbeitung mit dem deutschsprachigen Verleihtitel Die 120 Tage von Sodom aufgrund von Anweisungen durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft erhob damals den Vorwurf der Gewaltpornografie. Später wurde der Film wieder freigegeben.
    * Rohtenburg Der Kinostart des Kannibalen-Films wurde vom Landgericht Frankfurt untersagt.


Bruchstücke aus: "Verbotenes oder indiziertes Medium" (Stand: 01/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verbotene_oder_indizierte_Medien

-.-

Quote
[...] Verbotene oder indizierte Medien
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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    * 13:17, 4. Mär. 2009 Zenit (Diskussion | Beiträge) hat „Verbotene oder indizierte Medien“ gelöscht ‎ (Kein Artikel oder kein enzyklopädischer Inhalt)
    * 12:43, 27. Dez. 2008 MBq (Diskussion | Beiträge) hat „Verbotene oder indizierte Medien“ gelöscht ‎ (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/16._Dezember_2008#Verbotenes_oder_indiziertes_Medium_.28gel.C3.B6scht.29)
    * 23:12, 12. Feb. 2006 Stern (Diskussion | Beiträge) hat „Verbotene oder indizierte Medien“ nach „Verbotenes oder indiziertes Medium“ verschoben ‎

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http://de.wikipedia.org/wiki/Verbotene_oder_indizierte_Medien (16.06.2009 (!))

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« Reply #16 on: February 04, 2007, 03:22:00 PM »

Quote
[...] Flemming Rose: Wir wollten auf zweierlei aufmerksam machen: auf Selbstzensur im Kulturbetrieb Dänemarks und des Westens einerseits. Andererseits hielten wir es für nicht hinnehmbar, dass einige Moslems versuchten, der Öffentlichkeit ihre religiösen Tabus aufzuzwingen, in diesem Fall das Verbot von Abbildungen des Propheten. Wir glaubten anfangs nicht daran, dass die freie Meinungsäußerung bedroht gewesen wäre. Uns ist nur aufgefallen, dass sich einige Leute im Kulturleben einer Selbstzensur unterwarfen, wenn es um den Islam ging. Beispiele: Ein Kinderbuchautor konnte keinen Illustrator für sein Buch über das Leben des Propheten finden. Derjenige, der es dann schließlich doch gemacht hat, bestand darauf, anonym bleiben zu können. Für mich handelt es sich um eine Form von Selbstzensur, wenn man nicht unter seinem eigenen Namen publizieren will. Dieses war aber nur das erste, nicht das einzige Beispiel. In London geschah etwas Ähnliches wie in Berlin: Im September 2005 entfernte die Direktion der Tate Gallery eine islamkritische Installation des avantgardistischen Künstlers John Latham mit dem Titel "Gott ist groß". Man sieht die Bibel, den Talmud und den Koran, die an einer Glasscheibe befestigt sind. Dies erinnert an die Köpfe verschiedener Religionsführer in der Inszenierung der Mozart-Oper "Idomeneo" in Berlin. Das Museum hat dieses Stück entfernt, ohne den Künstler zu fragen und ohne sich bei der Polizei zu erkundigen, ob sie wegen der Ausstellung dieses Werkes mit irgendeiner Bedrohung rechnete.

Heinemann: Herr Rose, hatten Sie damals den Eindruck, dass das Recht der freien Meinungsäußerung in Gefahr war?

Rose: Die freie Meinungsäußerung war nicht auf der Ebene des Gesetzes bedroht. Aber wir haben festgestellt, dass einige Leute im Zusammenhang mit dem Islam Selbstzensur übten. Ich habe damals in dem Begleittext zu den Karikaturen geschrieben, dass ich nicht weiß, ob es sich um eine tatsächliche oder eine eingebildete Bedrohung handele. Leider stellte es sich bald heraus, dass es eine tatsächliche Bedrohung gab. Die Karikaturisten und Herausgeber in Norwegen, im Nahen Osten, in Jordanien, in Jemen und anderen Orten erhielten Morddrohungen oder wurden gerichtlich belangt, weil sie diese Karikaturen veröffentlicht hatten.

Heinemann: Haben die Reaktionen Sie überrascht?

Rose: Ja. Und jeder, der etwas anderes behauptet, sagt nicht die Wahrheit. Ich habe im vergangenen Jahr mit dem Islamexperten Bernard Lewis gesprochen, und er hat mir gesagt, dies war das erste Beispiel dafür, dass Moslems darauf bestehen, mit dem islamischen Gesetz zu regeln, was Nichtmoslems in nichtmoslemischen Ländern tun sollen. Das hat es niemals zuvor gegeben. Jeder, der mir erzählt, wir hätten dies vorhersehen können, betreibt eine nachträgliche Vorausschau.

[...] Heinemann: Hat sich Dänemark durch die Debatte über die Karikaturen verändert?

Rose: Ja, das glaube ich. Moslems werden heute vielschichtiger wahrgenommen. Vor der Debatte wendeten sich die Medien, wenn sie den Islam thematisierten, immer an Imame. Heute ist das nicht mehr so, weil die Imame nur eine Fraktion der moslemischen Gemeinde vertreten. In der öffentlichen Debatte gibt es nun mehrere Stimmen von moslemischer Seite. Außerdem verläuft die Auseinandersetzung über Integration und die echte Herausforderung, die dieses bedeutet, viel wirklichkeitsbezogener. Beispiel: Im Mai oder Juni des letzten Jahres fand in Dänemark die erste Umfrage nur unter Moslems statt, und dabei stellte sich heraus, dass die Moslems in Dänemark über das Verhältnis der freien Meinungsäußerung und religiösen Gefühlen anders denken als die dänische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Eine Mehrheit der Moslems sind der Meinung, dass die religiösen Gefühle Vorrang genießen sollten vor dem Wert der freien Meinungsäußerung, während die Dänen insgesamt genau das Gegenteil vertreten. Dies ist ein kultureller Unterschied, über den wir debattieren müssen. Dies wäre ohne die Veröffentlichung der Karikaturen nicht herausgekommen. Wir haben dadurch keine neue Wirklichkeit geschaffen, aber wir haben eine Wirklichkeit offen gelegt, die vorhanden war, die aber nur wenige wahrgenommen haben.

Heinemann: Sind Sie in dieser Zeit persönlich bedroht worden?

Rose: Niemand hat auf der Straße eine Pistole auf mich gerichtet. Die Drohungen waren eher virtuell, per E-Mail oder in Briefen. Es ist schwierig, wenn man es nicht mit einer erkennbaren Bedrohung zu tun hat. Das ist nicht angenehm, aber es hat mein Leben nicht beeinträchtigt. Für meine Familie war es viel schwerer.

Heinemann: Sie sprachen eben über Selbstzensur. Würden Sie noch einmal Mohammed-Karikaturen veröffentlichen?

Rose: Diese Karikaturen entstanden in einem bestimmten Zusammenhang, und es wäre keine besonders schöpferische Idee, das Gleiche abermals zu unternehmen. Wenn ich jetzt sagte, ja, wir würden es noch einmal tun, wird man mich für einen kalten und harten Typen halten. Menschen haben wegen dieser Karikaturen leiden müssen, einige wurden getötet. Keine Karikatur ist ein Menschenleben wert. Das sage ich auch dann, wenn ich den direkten Zusammenhang zwischen den Abbildungen und der Tötung von Unschuldigen in Nigeria oder anderswo nicht gelten lasse. Das hatte mit inneren Umständen in diesen Ländern zu tun. Wenn ich sagte, nein, wir würden dies nicht noch einmal veröffentlichen, dann würden diejenigen, die versucht haben uns einzuschüchtern und zu bedrohen sagen, dass dies doch funktioniert habe; indem man eine Zeitung und Personen bedroht, kann man etwas erreichen. Die Antwort auf diese Frage hat in jedem Fall negative Auswirkungen.

Heinemann: Flemming Rose, Redakteur der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten".

Aus: "Keine Karikatur ist ein Menschenleben wert" - "Jyllands-Posten"-Redakteur blickt auf den Karikaturen-Streit zurück
Moderation: Christoph Heinemann (03.02.2007)
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/589847/
« Last Edit: February 04, 2007, 03:57:51 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #17 on: March 12, 2007, 01:31:05 PM »

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[...] Verschiedene Länder kriminalisieren und zensieren [...] verschiedenste Inhalte. Homosexualität etwa wird in vielen Ländern schwer bestraft – in Deutschland ist sie nach Aussagen führender Politiker "gut so." Die Bundesrepublik Deutschland wiederum kriminalisiert die Verwendung nationalsozialistischen Symbolguts und die Leugnung des Holocaust, während in den USA Holocaustleugner zu Diskussionen in Schulen eingeladen werden. Irland verbietet Informationen über britische Abtreibungskliniken, in Oklahoma gilt Volker Schlöndorffs Film Die Blechtrommel als Kinderpornographie und in Alabama ist seit April 1998 der Verkauf von Vibratoren gesetzlich untersagt .

In Japan definierte die Rechtsprechung bis in die 1990er Material dann als "schädlich für die öffentliche Moral", wenn Schamhaare und Penisse sichtbar waren. Dagegen war die Darstellung des Geschlechtsaktes – auch in Magazinen für Jugendliche – kein Problem. In Filmen und Serien von Toshio Maeda konnten deshalb Monster mit penisähnlichen Tentakeln Mädchen ohne Schamhaare vergewaltigen – was nach den alten japanischen Zensurvorschriften völlig unbeanstandet blieb. Die wegen der japanischen Zensur eingefügte Symbolik lässt die Filme außerhalb Japans perverser wirken als das Verbotene, für das die Symbole stehen. Umgekehrt werden die Eigenheiten deutscher Zensur, wie die Verwendung von grünem Schleim statt Blut in Computerspielen, von Japanern die nach Deutschland kommen als besondere Perversion empfunden.

Quote
12. März 2007 1:20
Position eines Anarchisten
pullmoll

"Wer eine Regierung über sich hat, wird beaufsichtigt, kontrolliert,
bespitzelt, gelenkt, mit Gesetzen überzogen, reglementiert, zum
Gegenstand von Akten gemacht, mit Ideologie geimpft, ständig ermahnt,
besteuert, gewogen, zensiert, herumkommandiert, und zwar von Männern
[oder Frauen, d.Zitierer], die weder ein Recht, noch das Wissen, noch
die moralische Sauberkeit dazu haben."

-- Pierre-Joseph Proudhon (franz. Anarchist, 1809 - 1865)



Aus: "Wer wacht über die Wächter?" Peter Mühlbauer (TP; 12.03.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24816/1.html


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« Reply #18 on: March 20, 2007, 11:59:01 AM »

Quote
[...] Moskau - Die Kuratoren der Ausstellung "Verbotene Kunst 2006" in Moskau sagten, die Schau solle Fälle von Zensur und Selbstzensur im modernen russischen Kulturbetrieb dokumentieren. Kirchensprecher verurteilten dagegen neben einem Werk, in dem die Comicfigur Micky Maus als Christus dargestellt wird, auch mehrere andere Kunstwerke.

"Es geht nicht um Religion", verteidigte sich der Kunstwissenschaftler Andrej Jerofejew. Er habe für das Sacharow-Museum 20 Werke zusammengestellt, die 2006 von offiziellen Ausstellungen ausgeschlossen worden seien. Dies sei teils in Selbstzensur der Kuratoren, teils auf Anordnung von oben ohne Begründung oder Rechtsgrundlage geschehen. "Wenn wir dieses Problem nicht öffentlich machen, wird sich der Spielraum für moderne Kunst katastrophal verengen", sagte Jerofejew. Die Schau war der provozierendste Beitrag zu der 2. Internationalen Kunstbiennale, die gegenwärtig in Moskau stattfindet.


[...]  Der Sprecher der russischen Kirchenführung, Wsewolod Tschaplin, legte orthodoxen Gläubigen nahe, Anzeige gegen die Ausstellung zu erstatten. "Es geht um eine Rechtsverletzung, die unterbunden werden sollte", erklärte er nach Angaben der Agentur Interfax. Der orthodoxe Theologieprofessor Andrej Kurajew forderte ein Berufsverbot für Jerofejew und den Direktor des Sacharow-Museums, Juri Samodurow. "Sie sollten auf ihre Zurechnungsfähigkeit geprüft werden", erklärte der fundamentalistische Bund orthodoxer Bürger.

Provozierende Gegenwartskunst hat im traditionell konservativen Russland einen schweren Stand. Je nationalistischer die Atmosphäre im Land in den vergangenen Jahren geworden ist, desto mehr haben staatliche und kirchliche Proteste gegen vermeintlich anstößige, blasphemische oder pornographische Kunstwerke zugenommen. 2003 verwüsteten radikale Kirchenanhänger die Kunstausstellung "Vorsicht, Religion!" im Sacharow-Museum. Gerichtlich verurteilt wurden aber nicht die Angreifer. Direktor Samodurow und die Ausstellungsmacher mussten Geldstrafen wegen "Aufhetzung zum Religionshass" bezahlen.

Das Sacharow-Museum in Moskau verwaltet den Nachlass des sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträgers Andrej Sacharow (1921-1989) und veranstaltet Ausstellungen zur Lage der Menschen- und Bürgerrechte in Russland. (tso/dpa)


Aus: "Moskau: Micky Maus als "verbotene Kunst"" -  Die russisch-orthodoxe Kirche hat zum zweiten Mal gegen eine Ausstellung provokanter moderner Kunst im Moskauer Sacharow-Museum protestiert. Eine Micky Maus in Christus-Pose sei eine "Beleidigung religiöser Gefühle" (19.03.2007)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/nachrichten/moskau-ausstellung-religion-verbotene-kunst/96396.asp

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« Reply #19 on: June 14, 2007, 11:06:43 AM »

Quote
[...] Santa Clara - Das US-Unternehmen Yahoo legte gestern auf seiner Aktionärs-Hauptversammlung Pläne zur Bekämpfung der Internet-Zensur vor. Man plane unter anderem die Gründung eines speziellen Menschenrechtskomitees.

Eine Yahoo-Sprecherin kommentierte zudem die mutmaßliche Sperrung der Bilder-Plattform Flickr
(http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,487453,00.html): Seit vergangener Woche könnten die chinesischen Nutzer die Bilder nicht mehr abrufen. Ein technisches Problem gebe es dafür nicht.

Gerüchten zufolge steht die Sperre in Zusammenhang mit auf der Seite veröffentlichten Bilder vom Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens.

Das US-Unternehmen, das schon lange in der Kritik (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,427678,00.html) steht, Länder wie China bei ihrer Internet-Zensur technologisch zu unterstützen, kommunizierte damit an prominenter Stelle Vorschläge für einen überfälligen Wandel in seiner Unternehmenspolitik.

Die Aktionäre zeigten sich von Yahoos Anti-Zensur-Plänen indes wenig begeistert: Dem Vorschlag zur Zensurbekämpfung stimmten nur 15 Prozent von ihnen zu, nur vier Prozent goutierten die Einberufung eines Menschenrechtskomitees.

Die Investoren interessierten sich mehr für den Verlauf des Yahoo-Aktienkurses. Seit der Hauptversammlung 2006 ist dieser um 18 Prozent gesunken, Konkurrent Google legte im gleichen Zeitraum an der Börse um 32 Prozent zu. Vor allem im lukrativen Online-Anzeigenmarkt gegenüber Google ist Yahoo zuletzt massiv zurückgefallen.

Das Top-Management musste für diese Aktien-Talfahrt gerade stehen: Manche Mitglieder des Führungsgremiums wurden nur mit knapper Mehrheit wiedergewählt. Investor Eric Jackson forderte Yahoo-Chef Terry Semel zusätzlich auf, sich für seine Leistungen in den vergangenen drei Jahren zu entschuldigen.



Aus: "YAHOO: Aktionäre kippen Anti-Zensur-Programm" (ssu/Reuters/AP; 13. Juni 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,488298,00.html

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« Reply #20 on: June 18, 2007, 09:24:48 AM »

Quote
Der Internet-Konzern Yahoo hat die Entscheidung verteidigt, in der deutschen Version der Fototauschbörse Flickr zahlreiche zum Beispiel erotische Aufnahmen zu sperren.

Man habe mit den Einschränkungen Vorgaben der deutschen Gesetzgebung erfüllen wollen, teilte Yahoo Deutschland am Freitag als Reaktion auf Zensurvorwürfe von Flickr-Nutzern und Websurfern mit.

"Deutschland hat in Bezug auf Altersverifizierung eine strengere Gesetzgebung als die meisten Nachbarländer und damit einhergehend auch ein härteres Strafmaß", hieß es. Yahoo bemühe sich, eine Lösung für das Problem zu finden und trotzdem die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen.

Yahoo hat das deutsche Flickr-Angebot erst vergangenen Dienstag freigeschaltet. Flickr ist nach Angaben von Yahoo mit weltweit vier Millionen aktiven Nutzern eine der populärsten Fototauschbörsen im Netz. Insgesamt stellt die Site derzeit über 240 Millionen Bilder der Nutzer zum privaten oder öffentlichen Austausch bereit.

Anders als auf der englischsprachigen Plattform werden in der deutschen Version den Nutzern lediglich Bilder gezeigt, die als "sicher" eingestuft werden. Andere Bilder sind für Nutzer der deutschen Fassung automatisch gesperrt.

In der US-Version können die Filter beispielsweise auf Wunsch ausgeschaltet werden. Deutsche Flickr-Nutzer reagierten umgehend mit Protesten und Boykottaufrufen in Blogs und Foren.

[dpa]


Aus: "Yahoo verteidigt Flickr-Zensur: Strengere Regeln für Deutschland" (16.06.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/200463/

-.-

Quote
[...] In deutschen Blogs tobt ein Sturm der Entrüstung und die Nutzer erheben schwere Zensurvorwürfe gegen Yahoo, weil viele Inhalte für deutsche Flickr-Nutzer nicht mehr zugänglich sind. Auch in zahlreichen Flickr-Foren regt sich Widerstand gegen die Filtermethoden von Yahoo.

Noch stärker ist der Zugriff auf Flickr nur in China beschränkt. Wie Yahoo eingestand, wird die gesamte Flickr-Seite chinesischen Internetnutzern vorenthalten, weil diese von der chinesischen Regierung blockiert wird. (ip)


Aus: "Zensurvorwurf: Deutsche Flickr-Nutzer sehen nicht mehr alles" (14.06.2007)
Quelle: http://www.golem.de/0706/52871.html

-.-

Flickr: Der Pool von Against Censorship at Flickr:
http://www.flickr.com/groups/againstcensorship/pool/

Deutsch und mit Zensur - Das nennt man Verbesserung! Nicht mit uns!
http://www.flickr.com/groups/404938@N23/discuss/72157600347681500/

« Last Edit: June 18, 2007, 09:53:44 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #21 on: August 15, 2007, 02:12:27 PM »

Quote
[...] Die Unterdrückung von Bush-Kritik durch AT&T bei der Web-Übertragung eines Pearl-Jam-Konzerts ist kein Einzelfall. Dies hat der US-Telekommunikationsriese nach Beschwerden von Fans eingeräumt. Vergleichbare "Fehler" seien auch bei anderen Konzert-Webcasts passiert, die über das Streaming-Angebot Blue Room von AT&T verbreitet worden sind, heißt es bei dem Konzern. Es sei zwar nicht die Absicht der Firma, politische Kommentare aus den Übertragungen herauszuschneiden. Unglücklicherweise seien solche Eingriffe aber "in einer Handvoll Fälle" vorgekommen. Zugleich versicherte eine Firmensprecherin, die nötigen Schritte unternommen zu haben, um ähnliche Vorkommnisse künftig zu verhindern.

Quote
14. August 2007 14:46
Kann bei uns nicht passieren ;-)
ninjaturkey (274 Beiträge seit 05.10.02)

Wer erinnert sich noch an den ominösen minutenlangen Tonausfall beim
WDR vor Jahren, als Jean Pütz in der Hobbythek detailliert die
Anwendung der in der Sendung selbst hergestellten Gleitcreme an
diversen Körperöffnungen beschrieb.

Quote
14. August 2007 15:22
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-)
krisz (40 Beiträge seit 06.06.06)

ninjaturkey schrieb am 14. August 2007 14:46

Oder der Piepser in einem Fernseh-Interview mit einem Radfahrer zum
Thema Doping. (Wer sich dafür interessiert, darf selbst googlen. Die
Geschichte ist vor kurzem durch sämtliche Blogs gewandert, sollte
also auffindbar sein.)
Sind natürlich alles bedauerliche Einzelfälle und kann nur Zufall
sein. Eine aktive Zensur findet bei uns nicht statt.

Quote
15. August 2007 8:42
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-)
zazzel (95 Beiträge seit 07.12.05)

mwka schrieb am 14. August 2007 17:43

> krisz schrieb am 14. August 2007 15:22

> > Oder der Piepser in einem Fernseh-Interview mit einem Radfahrer zum
> > Thema Doping. (Wer sich dafür interessiert, darf selbst googlen. Die
> > Geschichte ist vor kurzem durch sämtliche Blogs gewandert, sollte
> > also auffindbar sein.)
> > Sind natürlich alles bedauerliche Einzelfälle und kann nur Zufall
> > sein. Eine aktive Zensur findet bei uns nicht statt.
>
> Inwiefern soll das vergleichbar mit dem ausblenden von
> Regierungskritik sein? Ob und wie irgendein Radfahrer dopt,
> interessiert mich herzlich wenig - Regierungskritik hat da aber doch
> ein anderes Niveau.
>
> Insofern: Nicht alles vergleichen, was verglichen werden muss...

Mich hätte das aber interessiert. Regierungskritik mich nicht die
Bohne.

(Merke: es kommt nicht darauf an, was DU für wichtig hältst - Zensur
ist, unabhängig davon, was zensiert wird, Zensur.)


Quote
14. August 2007 16:59
Re: Kann bei uns nicht passieren ;-) nie !
Cp2Fe (125 Beiträge seit 09.07.04)


>
> ... oder daran, daß der Bayrische Rundfunk in seinem Sendebereich
> über die Frequenz des ersten einfach eigenes Programm ausgestrahlt
> hat statt wie der Rest von Deutschland "Scheibenwischer"

das war eine vom bayrischen verfassungsschutz und der staatskanzlei
höchst selbst durchgeführte vereitelung eines internationalen
verbalen terroristischen anschlages auf das großartige denkmal das
sich unser allmächtiger grofaz höchst selbst hat bauen lassen.

die propagandaabteilung der csu ähh der bayrische rundfunk hat
vollkommen im rahmen der bayrischen verfassung gehandelt und diesen
internationalen terroristischen verbalen anschlag verhindert.

cp2fe



Quote
14. August 2007 15:37
Die vielen Maulkoerbe in unseren Medien sind meist nicht sichtbar,
ulp (mehr als 1000 Beiträge seit 12.12.00)

wie auch die vielen Scheren in den Koepfen.
Aber hier ist es mal herausgekommen!

Da soll noch einr was von freier Welt sagen!
Wir scheinen hier im Westen mit der Revolution der Medien in den
Koepfen nicht mitzukommen - offenbar fingern Regierungen und
Medienmaechtige nachwievor in gleicher Weise zur "Anpassung" ihrer
"Realitaet".  (letztens doch das BWiMinisterium mit einem plumpen
Propaganda-Versuch oder dieser duerftige SPD-Verkehrsminister, dessen
Haufe das Info-Freiheitsgesetz nach Kraeften untergraebt.

Dueftige Gestalten ohne Glueck, aber mit viel Hinterlist und servile
Diener ihrer "Foerderer".

Nun, solchen Strukturen sind die Voelker offenbar immer wieder
ausgesetzt.

Sie hetzen bis der gegnerische Verein in die Knie geht (z.B. DDR):
Von der DDR sagte ein WDR-Redakteur in den 90ern mal als Zitat eines
DDR-Kollegen:  In der DDR regiere die volle Hose.
Dann wurde im DLF im Oktober 2006 der DDR-zustaendige in der
Regierung vernommen mit:
"Jeder Krise geht der Realitaetsverlust voraus."

Mir koemmt es so vor, als ob es eins zu eins auf unsere liebe
Republik wie auch auf die US-Verhaletnisse anwendbar ist (und das
nicht erst seit heute!).

Wie sagte Bluem letztens in einem Interview auf Phoenix(?):
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus tanzen die Maeuse (gemeint
"Kapitalisten") auf den Tischen.  Nun es ist (in der "Zeit" letztens)
offenbar das Bildungspraekariat der Superreichen aber auch des
verbloedeten mittelstaendigen Geldschneidertums.

Quote
14. August 2007 17:09
Re: Die vielen Maulkoerbe in unseren Medien sind meist nicht sichtbar,
gsm (mehr als 1000 Beiträge seit 12.02.00)

Du solltest mehr Musikantenstadl sehen, dann gehen solche
komplizierten, selbstgemachten Sorgen wieder vorbei. Der Stadl ist
auch garantiert ohne Zensur...


Quote
14. August 2007 18:04
In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
David Bowman (472 Beiträge seit 01.03.07)

Liegt vielleicht daran, weil es auf deutschem Boden nie einen Staat
ohne Zensur gab und die USA ihre kulturelle Tradition auf dem fee
speech begründet sehen. Die einzigen, die in Deutschland gegen Zensur
protestieren, sind "die üblichen 5%", also Bürgerrechtler,
Radikaldemokraten, Linke und Anarchisten.

Quote
14. August 2007 18:22
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
fr.osch (53 Beiträge seit 25.01.00)

Tja, es gibt auch noch andere, die sich über Zensur besachweren:
Rechtsextreme und ihre Parteien... also nicht nur "Gutmenschen".

Wollt ich nur mal anmerken... auch wenn damit die 5% immer noch nicht
überschritten werden;-)

Quote
14. August 2007 18:40
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Die gute alte D-Mark, dm@atmail.com (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.04)

fr.osch schrieb am 14. August 2007 18:22

> Tja, es gibt auch noch andere, die sich über Zensur besachweren:
> Rechtsextreme und ihre Parteien... also nicht nur "Gutmenschen".

Was hat Dich dazu motiviert, diesen Beitrag zu verfassen? Ich habe
auch schon Rechtsextreme auf Anti-Hartz-IV-Demos gesehen, und ich
kann mir sogar vorstellen, daß sie es durchaus ernst meinen damit.
Das ändert aber nichts an meiner Meinung zu Hartz und Zensur!

Quote
14. August 2007 22:10
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Die gute alte D-Mark, dm@atmail.com (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.04)

fr.osch schrieb am 14. August 2007 20:10

> Ich verstehe aber nicht, was das mit Hartz-IV zu tun hat...

Das war nur ein Beispiel, das ich sozusagen präventiv schonmal
gebracht habe. Nur allzu gerne wird ja mit dem Hinweis auf Nazis eine
Diskussion ,,geerdet'', wie ich immer so schön zu sagen pflege, will
heißen: Jemand möchte die Diskussion ersticken. Oft funktioniert das
dann auch, getreu der Devise: Wenn die Nazis das schon gut finden,
dann äußere ich mich mal lieber nicht, wer weiß ... ich hatte Deinen
Beitrag dahingehend mißverstanden, tut mir leid!

Quote
14. August 2007 20:56
Dieser Blödsinn musste ja mal wieder kommen
EuerStefan (64 Beiträge seit 04.08.07)

Nazis und Meinungsfreiheit, jaja. Selten so gelacht. Nazis wollen nur
Freiheit für die eigene Propaganda und alles andere wollen sie in die
Gaskammer schicken. Aber erzähl mehr von deinen braunen Märchen...


Quote
14. August 2007 21:24
Re: Dieser Blödsinn musste ja mal wieder kommen
fr.osch (55 Beiträge seit 25.01.00)

EuerStefan schrieb am 14. August 2007 20:56

> Nazis und Meinungsfreiheit, jaja. Selten so gelacht. Nazis wollen nur
> Freiheit für die eigene Propaganda und alles andere wollen sie in die
> Gaskammer schicken. Aber erzähl mehr von deinen braunen Märchen...

Was die Nazis wollen, ist allen klar. Aber dennoch beschweren sie
sich über Zensur (deshalb habe ich sie erwähnt). Deshalb sind sie
keine Verfechter von Meinungsfreiheit... sie wollen sicher nicht
Meinungsfreiheit für alle. Aber darum ging es auch nicht.

Und ein Staat, der Zensur gegen eine Gruppe, so verabscheuungswürdig
sie sein mag, einführt, wird bei anderen mißliebigen oder kritischen
Meinungen nicht haltmachen.

Deshalb halte ich die Einführung von jeglicher Zensur für ein
Zeichen, daß etwas Wichtiges verloren geht, ganz einfach.

Gruß
    fr.osch



Quote
15. August 2007 0:11
Re: In Deutschland nimmt man Zensur achselzuckend hin
Shallowain (mehr als 1000 Beiträge seit 27.06.05)

David Bowman schrieb am 14. August 2007 18:04

> fee speech

absicht?

Quote
14. August 2007 18:19
Ein Schelm, wer denkt, daß...
fr.osch (52 Beiträge seit 25.01.00)

... die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen 17 Journalisten wegen
Geheimnisverrat nur dazu da sind, Journalisten wenn schon nicht
rechtlich zu belangen, denn das blockieren die Gerichte, so doch
wenigstens ohne Gerichtsurteil durch Überwachung, Hausdurchsuchungen,
Beschlagnahmen etc. zu bestrafen und somit ihre berufliche Existenz
zu zerstören.

Nein, die Veröffentlichung der geheimen Unterlagen aus dem
Ermittlungsausschuß ist selbstverständlich legal, und es geht ja nur
darum, die Bösewichter zu finden, die die Unterlagen weitergegeben
haben. Ob die vielleicht einen Grund hatten, diese Unterlagen
weiterzugeben, z.B. letzte Reste von Anstand oder gar eines
Gewissens?

Die Zensur findet natürlich dann auch mal im Kopf statt: Ich weiß
etwas, was anderen nicht gefällt, aber wenn ich es öffentlich mache,
dann krieg ich ziemlichen Ärger, also laß ich das mal und zitiere
lieber die unverfängliche, nichtssagende Regierungserklärung...

So werden Wissen und Meinung langsam aber sicher zum Luxus. Schade
eigentlich...

    fr.osch


Quote
15. August 2007 2:49
@heise: at&t...
HisDudeness (150 Beiträge seit 17.04.04)

<Haarspaltmodus ein>
wird seit der Uebernahme durch die ehem. Baby Bell SBC
kleingeschrieben.
So schwer kann das doch echt nicht sein.
Habe schon ein paar mal darauf hingewiesen, aber anscheinend stoert
das bei heise(oder HEISE?) online niemanden.
Fuer Anfaenger: IBM, HP oder BMW werden grossgeschrieben, at&t jedoch
nicht.
Die Firma AT&T existiert nicht mehr, nur mal so nebenbei.
<Haarspaltmodus aus>

gruss, Steffen
(ehemaliger AT&T Mitarbeiter)


Aus: "AT&T räumt Beschneiden weiterer Konzert-Webcasts ein" Stefan Krempl (14.08.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94344

Logged
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« Reply #22 on: August 22, 2007, 12:34:11 PM »

Quote
[...] In den Archivregalen stehen durchnummeriert Computerspiele, DVDs, Super-8-Filme, CDs, Kassetten, "Die Maske" von Sido, "Electro Ghetto" von Bushido, "Schulmädchenreport", Praline. Die Vorsitzende Elke Monssen-Engberding, klein, rheinische Raucherstimme, braunbleiches Haar, den Kopf immer leicht nach vorn gebeugt, sitzt in Jeanshose und -jacke an ihrem Schreibtisch, um den Hals eine Perlenkette. Die Rollläden sind runtergelassen, als wüsste sie aus Erfahrung, dass man der Welt da draußen besser mit Vorsicht begegnet. Durch die Schlitze kann sie den Fallmanagern der Arbeitsagentur in ihren beleuchteten Bürowaben beim Fallmanagen zusehen. Monssen-Engberding selbst managt den Fall Jugendgefährdung. Sie ist 56 Jahre alt, seit 16 Jahren leitet sie die Behörde.

Ihre 18 Mitarbeiter beschäftigen sich auch immer wieder mit Rappern, die aggressiv oder pornografisch texten. Sidos Album "Maske" etwa steht auf dem Index vor "Mann für Mann" der Gruppe Störkraft. Die Rechten besetzen immer noch den Großteil der Plätze.

 Als sich vor sechs Jahren die Klagen über harten Rap häuften, begannen die Referenten der Prüfstelle zu recherchieren, was "battlen" bedeutet, wer ein "Homie" ist und wann "ficken" aus dem Niederstraßendeutschen mit "fertigmachen" zu übersetzen ist. Sie fassen diese "Begrifflichkeiten" heute nur mit den Schutzhandschuhen ihrer Verwaltungshochsprache an, packen Rap-Zeilen in Schmutz-Schubladen: zur Gewalt anreizend, rassistisch, Frau als sexuell willfähriges Objekt, positive Darstellung des Drogenkonsums. Dabei berücksichtigen sie die Kunstfreiheit, auch die Kultur und Geschichte des Sprechgesangs. Dass "Ich f dich", wie sie hier sagen, mittlerweile zu den Standardschulhoffloskeln gehört, nehmen sie zur Kenntnis, aber sie versuchen trotzdem gegenzusteuern. "Es kann ja nicht Sinn und Zweck der Übung sein, dass das Wort 'Frau' irgendwann durch 'dreckige Nutte' ersetzt wird", sagt die Chefin.

Ein Stockwerk tiefer schiebt die Protokollantin im Konferenzraum die CD "Der Bozz - Remix" des Frankfurter Rappers Azad in den Player. Das Zwölfergremium der Prüfstelle tagt, wie an jedem ersten Donnerstag. Das Bayerische Landeskriminalamt hat die Überprüfung von Track 7 und Track 9 angeregt. Auf dem Konferenztisch stehen Kaffeekannen und Wasserflaschen, darum herum sitzen ein Lehrer, ein Lokaljournalist, eine Frau vom Zentralrat der Juden, ein Vertreter des Verbands der Deutschen Automatenindustrie, einer des Landes Bayern und einige andere Abgesandte von Verbänden und Ländern. Sie stellen heute "die deutsche Gesellschaft" dar.

Die deutsche Gesellschaft hat ein Durchschnittsalter von ungefähr 57 Jahren, vorwiegend graue Haare und ausnehmend gute Laune. Als die erste Fanfare aus den Boxen stößt, der Bass leicht brummt und Azad rappt, dass in Frankfurt Haschisch auf Bäumen wächst, nickt eine Beisitzerin aus Versehen vier Takte lang mit dem Kopf. Während Track 9 läuft, unterstreicht der Vertreter Bayerns auf seinem Textzettel die Worte "Klinge in den Arsch steckt".

Die Protokollantin stellt mit der Fernbedienung den Player aus. Für einen Moment ist der Regen zu hören, wie er leise gegen die Scheiben prasselt. Nils Bortloff presst am Kopfende des Konferenztisches die Handflächen aneinander, dann beginnt er sein Plädoyer. Er ist Anwalt des Labels Universal, das Azads CD herausbringt. Bortloff sagt, er wolle nicht mit den üblichen Argumenten langweilen - bildhafte Sprache, rhetorisches Mittel der Übertreibung. Den Beisitzern sicher auch bekannt: das Prinzip Battle-Rap - einer fühlt sich von aller Welt angegriffen und muss nun klarmachen, dass er der Beste ist, der Bozz eben. "Das ist das Umfeld", sagt Bortloff, "jetzt zum Vorgang."

Zwei Vorwürfen muss er begegnen: Azad verherrliche a) Drogenkonsum und b) Gewalt. Der Anwalt hat sich mit dem Manager des Künstlers vorbereitet. Track 7, argumentiert er, verherrliche die Drogen nicht, sondern verteufle sie eher. Azad reime etwa "kleiner Gauner" auf "Trauma" - "etwas, was man eigentlich vermeiden möchte." Außerdem sei auch von der "scheiß Realität" die Rede und von "Krankfurt" - der Rapper gebe sich als sozialkritischer Beobachter.

Bortloff sieht im grauen Anzug mit seinem Bürstenschnitt nicht so aus, aber er interpretiert wie ein ambitionierter Lehramtsanwärter im Deutschunterricht. In Track 9 arbeite der Künstler teilweise mit komischen Bildern - "ihr rappt wie mein Arsch". Er wende sich damit aber - "wenn ich spitte, Mutterficker, wird dein Reim ausradiert" - nicht gegen Menschen, sondern gegen Texte. Schließlich zitiert der Anwalt aus einem Interview mit Azad, in dem der Rapper behauptet, einen Meilenstein "in Sachen deepness", also Tiefgründigkeit, gesetzt zu haben. "Wir haben in unserem Schriftsatz", so der Anwalt, "aufgezeigt, dass dieser Mann auch im Rahmen von 'deepness' anders denken, anders rappen kann."

"Vielen Dank", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, Petra Meier, die heute das Gremium leitet. Sie schaut auf ihren Zettel. "Ich pack dich an der Kehle, Mutterficker, und ich beiß dich", murmelt sie, "Klinge in den Arsch steckt, ähm. Könnten Sie da vielleicht noch mal " Bortloff wiederholt in etwa, was er gerade gesagt hat. Eine Beisitzerin will wissen, was "Gangbang, bis die Nille brennt" bedeutet. "Ich erklärs Ihnen nachher", schlägt ihr Nebenmann vor. "Geschlechtsverkehr bis zur Erschöpfung", versucht der Anwalt eine Übersetzung.

Während das Gremium entscheidet, wartet Bortloff draußen. "Mich würde es wundern, wenn das indiziert wird", sagt er, die Hand auf dem silbernen Pilotenkoffer. Es gebe da ganz andere Kaliber. Vor zwei Jahren hat er Bushido bei der Prüfstelle vertreten. "Da waren Hämmer drin", erinnert er sich. "Die kann man dann wirklich nicht mehr erklären." Er verteidigt hier ein Produkt. Wenn Azads Album indiziert würde, käme es in den Elektromärkten in die FSK-18-Ecke und dürfte weder über Amazon noch über den Onlinemusikshop i-Tunes verkauft werden, schon gar nicht an Minderjährige. "Die Leute, die das hören, sind aber weit unter 18", stellt Bortloff fest. "Das heißt: Ich kann meine Käufer nicht mehr erreichen."

"Der Bozz - Remix" darf aber weiter an Teenager vertrieben werden. Das Gremium entscheidet gegen eine Indizierung, obwohl das Lied Nr. 9 mit dieser Klinge "sehr, sehr grenzwertig" sei, teilt Petra Meier mit, weil äußerst realitätsnah. Ein Messer hätten Jugendliche schnell zur Hand. Anders würde sich das verhalten, wenn da von einer Laserpistole die Rede wäre, "wobei das auch nicht grundsätzlich gut sein muss". Sie bittet den Anwalt, bei seiner Firma darauf hinzuwirken, dass man künftig mit solchen Äußerungen vorsichtiger umgehe.

Bortloff verabschiedet sich. Kurze Pause. Lüften. Dann legt die Protokollantin einen Samurai-Film mit viel Kunstblut und Vergewaltigungsszenen ein. Dazu gibt es Eierbrötchen und Kannenkaffee. Um 14.30 Uhr ziehen die Beisitzer ihre Rollkoffer zum Aufzug. Petra Meier, 36 Jahre alt, sitzt im schwarzen Hosenanzug am Konferenztisch. Der Referendar, der Praktikant und die Protokollantin räumen auf.

Meier ist noch ein bisschen geschockt von der Vergewaltigung eben. Sie begegnet diesen Grausamkeiten sonst sachlich - Paragrafen gegen Pornos. Manches setzt ihr aber doch zu. Die Texte, die sie dies Jahr indiziert haben, sagt sie, seien härter gewesen als viele ältere, etwa wenn sie dazu aufriefen, Schwule zu verbrennen. Die wurden häufiger auf die Liste B gesetzt, damit beschäftigt sich dann die Staatsanwaltschaft. Wenn ein Gericht es beschließt, werden solche CDs auch eingezogen. So ist es etwa mit dem Album "Sexkönig" des Pornorappers King Orgasmus One geschehen. Das darf gar nicht mehr verkauft werden. In den Internettauschbörsen sind die Tracks trotzdem zu haben. YouTube hat "Fick die BPJM" sofort entfernt. Seitdem ruht der Vorgang auf "Wiedervorlage". Über etwas, das es nicht mehr gibt, können sie bei der Prüfstelle nicht befinden. Der Songtext allerdings ist weiter im Netz nachzulesen.



Aus: "Gewalt- und Pornorap: Freiheit für Track 7" - Kommen Songs von Rapper Azad auf den Index oder nicht? Solche Urteile fällen die Mitarbeiter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ständig - bei Eibrötchen und Kaffee. VON JOHANNES GERNERT (taz, 10.08.2007)

Quelle: http://www.taz.de/index.php?id=start&art=2978&id=musik-artikel&cHash=85c48dfaa7
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« Reply #23 on: September 11, 2007, 03:08:17 PM »

Quote
[...] Der für Recht und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini beabsichtigt im Rahmen der neuen Anti-Terror-Pläne der EU, innerhalb der EU die Internetsuche nach Bombenbauanleitungen und den Zugang zu entsprechenden Seiten von den Internetprovidern blockieren zu lassen. Gegenüber Reuters machte er nun deutlich, was er sich dabei vorstellt.

Frattini will mit den Providern zunächst klären, "wie es möglich ist, mit technischen Mitteln die Menschen daran zu hindern, gefährliche Wörter wie Bombe, Töten, Genozid oder Terrorismus zu verwenden oder nach ihnen zu suchen". Auf die Frage, ob damit nicht die Meinungsfreiheit und das Recht auf Information eingeschränkt würden, antwortete Frattini, dass eine Anleitung zum Bombenbau nichts mit Meinungsfreiheit oder dem Recht auf Information zu tun habe. Priorität habe das Recht auf Leben. Gesperrt werden sollten nicht Meinungen, Analysen oder historische Informationen, sondern nur konkrete Anweisungen. Die EU-Kommission werde eine allgemeine Vorlage für die Maßnahme vorbereiten, die Einzelheiten müsse jedes Land selbst ausarbeiten. Frattini fügte hinzu, dass es im Augenblick nur in wenigen EU-Mitgliedsländern möglich sei, eine Webseite sofort vom Netz zu nehmen.

Frattini will den Mitgliedsländern entsprechende Vorschläge im November im Rahmen weiterer Anti-Terror-Maßnahmen unterbreiten. Dazu gehört auch die Überprüfung der Daten von Reisenden, die in die EU fliegen, sowie ein Frühwarnsystem, um die Sicherheitsbehörden bei einem Diebstahl von Sprengstoff zu alarmieren. (fr/Telepolis)

Quote
11. September 2007 11:28
Dann wird halt nach...
gekkox (mehr als 1000 Beiträge seit 13.02.01)

BombZ und TerrorismuZ gesucht...


Quote
11. September 2007 11:28
Anleitung zum Genozid ...
Win- TeLover, Win- TeLover, id04@hotmail.com (34 Beiträge seit 07.07.00)

[Zitat]Menschen daran zu hindern, gefährliche Worte wie Bombe, Töten,
Genozid oder Terrorismus zu verwenden oder nach ihnen zu suchen ...
Gesperrt werden sollten nicht Meinungen, Analysen oder historische
Informationen, sondern nur konkrete Anweisungen.[Ende Zitat]

Ok, ich such mal in goolge nach einer Anleitung für Genozid !??!?!?!

[...]


Quote
11. September 2007 11:28
http://shorl.com/tranapromufrodro
Vistasil gegen Pickel und Fricke (662 Beiträge seit 09.03.07)

http://shorl.com/tranapromufrodro
Quote


Quote
11. September 2007 11:28
Meinungsfreiheit nicht gefährdet?????
Haifischjaeger (68 Beiträge seit 24.04.01)

Wie soll das denn gehen?
Immer wenn etwas gefiltert wird ist die Meinungsfreiheit in Gefahr.

Ausserdem, wer einen Anschlag plant hat entweder selbst genug Grips
sich was zusammen zu bauen oder er kennt jemanden der das kann.
Mal abgesehen von der einschlägigen Presse und ein paar unserer
Politiker glaubt doch wohl keiner daran das die Terroristen unbedingt
eine Anleitung aus dem Internet brauchen, oder?

Ich bin der Ansicht es wird wieder nur eine Möglichkeit gesucht uns
einen Filter unterzuschieben der dann später auch für alles mögliche
andere verwendet wird.

Mfg

Quote
11. September 2007 11:31
Wissen ist Böse!
Zirkon (mehr als 1000 Beiträge seit 17.01.01)

Denn Wissen ist Macht, und das Volk darf keine Macht haben. So wurden
im Mittelalter Hexen verbrannt, weil sie mehr Wissen hatten als das
gemeine Volk. So wurde die Bibliothek von Alexandria zum Heizen
verwendet, weil ja alles wissenwerte im Koran stände. Immer wieder in
der Geschichte wurden Bücher verbrannt, weil das Wissen darin den
Mächtigen gefährlich werden könnte.

Langsam beginne ich die Motivation für das Recht der Amerikaner,
Waffen zu besitzen und zu tragen, zu verstehen. Der Einzelne soll ein
Mindestmaß an Macht gegenüber dem Staat behalten. Hierzulande soll
nun Wissen verboten werden, was dem Staat gefährlich werden könnte.

Wissen muß immer frei verfügbar sein, egal welcher Art es ist! Dazu
gehören auch Hestellungsprozesse für Sprengstoffe oder Waffen.

Quote
11. September 2007 11:28
"Zugang zu entsprechenden Seiten von den Internetprovidern blockieren zu lassen"
Stiftung_SPV (mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.05)

Heute Porno-Seiten bei Arcor, morgen Bombenbauanleitungen bei
EU-ISPs, und übermorgen? *schauder*


Quote
11. September 2007 11:32
Lächerlich & skandalös!
suisse (987 Beiträge seit 11.02.03)

So eine Massnahme würde die EU zu einer Bananenrepublik machen. Ganz
abgesehen davon, dass sie natürlich nichts bringt.

b0mbe, b*mbe, ebmob, ....... vi./\gRa?

Quote
11. September 2007 11:33
Wieso Terrorismus?
Stefan (mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.00)

Verstehe ich das dann so, das mich Frattini, besser das BKA, der MAD
und die CIA, darüber informieren was zur Zeit als Terrorismus zu
verstehen ist? Da kann ja nicht mehr schiefgehen auf dem Weg in den
faschistoiden Überwachungsstaat mit demokratischen Anstrich.

Quote
11. September 2007 11:35
Welche Wörter könnten denn noch "nichts mit Informationsfreiheit zu tun haben"
DrD (mehr als 1000 Beiträge seit 25.12.05)

Ich könnte mir folgendes vostellen:

- rechts
- links
- mitte
- Verschwörung
- CIA
- Recht auf Widerstand
- eigene Meinung
- George W. Bush

bitte beliebig fortsetzen. Ach und ich möchte am liebsten kotzen,
wenn diese Demokratiefeinde aus Ihren Löchern kriechen und mit dem
Wort "Terror", sämtliche Rechte auf Meinungsfreiheit abschaffen zu
können.

Hier soll die Tür nur geöffnet werden, nach und nach werden dann nur
die Suchparameter erweitert. Demnächst muss man wohl chinesische
Proxies nehmen, um politisch auf dem Laufenden zu bleiben.

Widerlich!

Quote
11. September 2007 11:35
Am besten Google sperren
SunSide (299 Beiträge seit 18.10.01)

denn nichts wissen macht nichts

Quote
11. September 2007 11:36
Von der Informationsgesellschaft zur Hirnkastration
Tims Katze (734 Beiträge seit 10.05.07)

Wenn die Recherche nach Bombenbau-Anleitungen dadurch erschwert wird,
dass man die Urheber verfolgt und sperrt, so ist das eine Sache. Wenn
man aber die Suche nach diesen Reizwörtern gar nicht erst ermöglicht,
so kommt das einer Leugnung von Tatsachen gleich und das ist
schlimmer als Zensur.

Es ist diktierte Verblödung!

Quote
11. September 2007 11:41
"Scheiß Nazischwein" und "Gestapomethoden" auch aufnehmen!
nursoamrande (189 Beiträge seit 03.06.02)

Nicht, daß der Herr irgendwann ganz entsetzt feststellen muß, mit wem
diese Suchbegriffe seit 2007 ebenfalls in Verbindung gebracht werden!

nursoamrande

Quote
11. September 2007 11:41
Wer die Wörter kontrolliert, kontrolliert eines Tages auch unsere Gedanken
Extra Bavariam non est vita... (110 Beiträge seit 27.08.07)

Langsam wird es absurd. Da soll mal noch einer von den Politikern die
Fresse über China u.s.w. aufreissen.

"Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."
Max Liebermann (1847-1935)

Quote
11. September 2007 11:43
Genau! Anleitungen zum Genozid sollten verboten werden!
evil_eddie (mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.05)

Sowas wie "A. Hitler: Mein kleines Juden-Kochbuch"?

Geht jetzt die Eisbombenwirtschaft pleite?

Wird der Pan Amp-Wicht der nächste Innenminister?

WAR IS PEACE
FREEDOM IS SLAVERY
IGNORANCE IS STRENGTH

Quote
11. September 2007 11:45
Ich erinnere mich noch...
noboru_wataya (18 Beiträge seit 22.06.07)

...an die ersten Versuche meines Arbeitgebers, einen URL-Blocker zu
installieren, damit man ueber den Internetzugang nicht irgendwelche
"unanstaendigen" Seiten ansurft. Als ich dann Seiten ueber
Fourier-Analyse oeffnen wollte, wurde ich geblockt, weil darin der
String "anal" enthalten war...


Quote
11. September 2007 11:46
Gefährliche Wörter
Skypster (147 Beiträge seit 21.07.06)

Aha... Terroristen, die nach dem Wort "Terrorist" suchen.

Das ist so, wie wenn ich nach einer billigen Digitalkamera google und
dazu "Sportfotograf" eintippe.

Aber was solls: 90 % der EU-Bürger finden so eine Argumentaion sicher
schlüssig. Und dann haben wir solch eine Gesetzgebung auch verdient.




Aus: "EU-Kommission will Internetsuche mit "gefährlichen" Wörtern blockieren " (11.09.2007)
Quelle:  http://www.heise.de/newsticker/meldung/95786

-.-

Quote
[...] Der innenpolitische Sprecher der liberalen Fraktion im EU-Parlament, Alexander Alvaro (FDP), warnt vor Einschränkungen der Meinungs- und Informationsfreiheit. Er kritisiert Äußerungen von Justizkommissar Franco Frattini, laut denen er zusammen mit der Privatwirtschaft an einer Strategie arbeite, die auch die Online-Abfrage von "gefährlichen Wörtern" wie zum Beispiel "Bombe", "töten", "Völkermord" oder "Terrorismus" verhindert. Dabei geht es um Suchanfragen und die Sperrung des Zugangs auf derartige Seiten durch Provider. Für Alvara schießt dieser Vorschlag über das Ziel hinaus, terroristische Anschläge in Europa zu verhindern. "Wer im Internet – beruflich oder privat – nach einschlägigen Begriffen sucht, ist kein potenzieller Terrorist."

Wenn die Kommission meine, bei der Suche nach Terroristen auf derartige Maßnahmen zurückgreifen zu müssen, zeige sie nur die eigene Einfallslosigkeit im Kampf gegen den Terrorismus, meint Alvaro und fragt sich, seit wann ein Wort überhaupt "gefährlich sei. Technisch könne er sich nach den bisherigen, recht vagen Ankündigungen nicht vorstellen, wie der EU-Kommissar sich das vorstellt. Skeptisch zur technischen Umsetzung äußerten sich kürzlich auch Vertreter des Eco und des europäischen Providerverbands EuroISPA.

Am sechsten November will die EU-Kommission ihr neues Anti-Terrorprogramm veröffentlichen. Das Maßnahmenpaket soll neben einem Schnellwarnsystem für gestohlenes explosives Material und einer europäischen Variante der Fluggastdatenübertragung auch das von Frattini mehrfach angekündigte Verbot für Bombenbauanleitungen im Internet enthalten.

Es gibt bereits Beispiele, auf die Frattini und die Befürworter von Inhaltsfiltern verweisen könnten. Im Wege der Selbstkontrolle filtern große Suchmaschinenbetreiber in Deutschland die Seiten aus, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) auf den Index gesetzt wurden. Seit der Implementierung des so genannten BpjM-Moduls sind so laut Informationen der Organisation Jugendschutz.net 76.000 Fundstellen aus dem deutschen Google-Index verschwunden, die allein zur bekanntesten US-Tasteless-Seite führen.

Die Initiative von Frattini könnte letztlich für eine Wiederauflage der Debatte um Sperrungsverfügungen sorgen, die schon einmal deutschen Gerichten vorlag. Im einstweiligen Verfügungsverfahren hatte damals das Oberverwaltungsgericht Münster einzelne Sperrungen für rechtmäßig erklärt, die Prüfung massenhafter Sperrungen allerdings zurückgestellt. Die Kommission für Jugendmedienschutz hat ein Gutachten zu den technischen und rechtlichen Möglichkeiten von Sperrverfügungen in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse noch ausstehen. (Monika Ermert) / (anw/c't)

Quote
26. September 2007 10:05
Liste der verbotenen Wörter :)
mpunktl (728 Beiträge seit 21.08.06)

Freiheit und Demokratie...

Fehlt noch was ?

Quote
26. September 2007 11:05
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
sys3, timo.fercher@gmx.de (mehr als 1000 Beiträge seit 22.07.00)

mpunktl schrieb am 26. September 2007 10:05

> Freiheit und Demokratie...
>
> Fehlt noch was ?

Gentrification, Prekarisierung, Reproduktion, implodieren, politische
Praxis, marxistisch-leninistisch


Quote
26. September 2007 11:37
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
joese (82 Beiträge seit 26.02.03)

mpunktl schrieb am 26. September 2007 10:05

> Freiheit und Demokratie...
>
> Fehlt noch was ?

Teppichmesser

Quote
26. September 2007 12:30
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
marc_h (26 Beiträge seit 13.01.03)

- freie Meinungsbildung
- Entfaltungsfreiheit

Quote
26. September 2007 14:33
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
Alita, s.grenzdoerffer@bbn.de (352 Beiträge seit 14.06.00)

aeh ... Sex ...

Quote
26. September 2007 23:23
Re: Liste der verbotenen Wörter :)
mumble (mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.00)

Heise


Quote
26. September 2007 23:30
Wahrheit, sekundärer Zensurgewinn
BerlinSWagner (mehr als 1000 Beiträge seit 10.11.03)

Wahrheit und Freiheit sind auch keine gefährlichen Wörter - Wörter
sind per se nicht gefährlich.

Aber wenn man gefährliche Wörter nennen wollte, dann würde ich
Freiheit und Wahrheit nennen.

'Mit der Freiheit "2+2=4" zu sagen fängt alles an - alles andere
ergibt sich daraus' soll George Orwell gesagt haben.

Wenn die in Frage stehenden Wörter gefiltert werden, dann kommt keine
Pressemitteilung von Schäuble mehr durch - wäre der sekundäre
Zensurgewinn.


Quote
26. September 2007 10:09
Hey Schatz....
Mondstein (832 Beiträge seit 02.06.06)

...am Freitag werde ich Tim sagen, dass er bei mir ins Geschäft mit
einsteigen kann. Dann zeigen wir denen von der Konkurrenz, was ein
KRIEG um Kunden bedeutet. Dagegen sieht der DJIHAD der ARABER alt
aus. Aber sag Ihm noch nichts davon, ich will die BOMBE am Freitag
auf unserer Party platzen lassen.

Na ja hier in der lokalen Presse wird das wieder ÖL ins Feuer sein,
aber sei es drum. Wir werden da schon durch kommen.

Viele Grüße

Dein Paul

Quote
26. September 2007 10:10
Wenn ich irgendwann bei Google eingebe...
Commander (mehr als 1000 Beiträge seit 16.03.01)

Völkermord Nazis Juden

...und da kommt nichts (wegen Völkermord), dann möchte ich diesen
Frattini wegen Leugnen des Holocaust verklagen können. Und wie ich
das möchte! Denn das ist der letzte Weg, den ich noch sehe!

Ich glaube es einfach nicht. Man kann Wissen nicht einfach
wegschließen, und wer nach Wegen sucht, Dinge wie Völkermord oder
terroristische Anschläge in der Zukunft zu verhindern, der kommt
nicht umhin die Begriffe zu benutzen! Wie kann man nur so dummdreist
sein um diese simple Tatsache nicht zu kapieren? Die Hersteller von
Bomben nennen dann eine Bombe einfach in ihren Anleitungen
"Community", mal sehen wie schnell das Web tot ist.

Gebt den Politikern ein eigenes Internet zum spielen, das merken die
eh nicht, das sich was geändert hat. Alle in die Sandbox...

Quote
26. September 2007 10:14
Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (55 Beiträge seit 22.03.06)

Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland". Naja, ist ja eh nur noch Klopapier :-(

"¡Es mejor morir de pie que vivir de rodillas!" (Zapata)

Quote
26. September 2007 10:25
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
MenoK (mehr als 1000 Beiträge seit 05.03.00)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14
> Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
> Bundesrepublik Deutschland".
Der Artikel 5 wird in Hinsicht auf Zensur bestimmt bald ergänzt um
den Zusatz:
"Näheres regelt ein Bundesgesetz".

Quote
26. September 2007 10:28
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
Advocadus Diaboli (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.00)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14

> Das steht in einem kleinen Büchlein: "Grundgesetz für die
> Bundesrepublik Deutschland". Naja, ist ja eh nur noch Klopapier :-(

Pöhser Pursche, Du hast Jehova äh Grundgesetz gesagt...

Wie das mit der Zensur in der Praxis aussieht sieht man an der
Berichterstattung zur Demo am Samstag. Wenn birmesische Mönche es 3
Tage auf die Politikseite einer angeblich "unabhängigen und
überparteilichen" Zeitung schaffen, die Demo gegen die VDS aber nur
einmal als Bildunterschrift erwähnt wurde, dann ist das was wir
vielleicht als Zensur empfinden einfach nur eine hochgradig selektive
und gleichgeschaltete Warnehmung der Massenmedien...

Manchmal kann ich gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte.

Quote
26. September 2007 10:38
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (56 Beiträge seit 22.03.06)

MAD_onna schrieb am 26. September 2007 10:32

> AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:14
> > "¡Es mejor morir de pie que vivir de rodillas!" (Zapata)
>
> Wer kann spanisch???
> Ist die Übersetzung richtig?
>
> "It is better to die on foot than to live on knees" bzw.
> "Es ist besser am Boden zu steben als auf den Knien zu leben"

Es ist besser auf den Füßen zu sterben als auf den Knien zu leben.
;-)

Quote
26. September 2007 11:13
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
McMercy (mehr als 1000 Beiträge seit 20.03.01)

AlMiD schrieb am 26. September 2007 10:38

> > "It is better to die on foot than to live on knees" bzw.
> > "Es ist besser am Boden zu steben als auf den Knien zu leben"
>
> Es ist besser auf den Füßen zu sterben als auf den Knien zu leben.
> ;-)

Ich würde sagen: "Es ist besser stehend zu sterben ..." das trifft
den Sinn besser.

Quote
26. September 2007 10:39
Re: Art 5.1 ...eine Zensur findet nicht statt.
AlMiD (57 Beiträge seit 22.03.06)

MAD_onna schrieb am 26. September 2007 10:34

> "LIEBER AUFRECHT STERBEN, ALS AUF DEN KNIEN LEBEN!"
>
> Jetzt hab' ich ja doch 'was gefunden;-)

Geht doch ;-)


Quote
26. September 2007 10:19
Marketing Abteilung der Siruis-Kybernetik-Corporation
KarliP (mehr als 1000 Beiträge seit 18.10.01)

Liebe EU-Kommision!

Wenn ihr so weitermacht wird es euch so gehen wie dieser Abteilung.
Zumindest verhaltet ihr euch schon mal so wie diese.

Quote
26. September 2007 11:12
Ft +++ Die Ansprache des Innenministers anlässlich der neuen EU-Verordnung +++
64kByte (mehr als 1000 Beiträge seit 05.01.06)

"Die *piep* durch *piep* ist heute größer als jemals zuvor.
Internationaler *piep* bedient sich neuster Technologien zur Planung
von *piep*, *piep*, *piep* und *piep*.
Wir leben in ständiger *piep* *piep* von *piep* zu werden. Deshalb
ist es unumgänglich, Wörter wie *piep*, *piep*, *piep* oder *piep*
völlig aus unserem Wortschatz zu verbannen.

Wir feiern heute einen großen Sieg über den *piiiiiiiiiiiiiiiep*..."

Quote
26. September 2007 18:20
Wenn jemand nach Atombombe & Massenmord googelt
Mick2 (654 Beiträge seit 25.08.00)

dann haben gefälligst Einträge zu Hiroshima und Nagasaki zu
erscheinen und nicht der BND bzw. die CIA vor der Tür zu stehen.
Geht's eigentlich noch?

Gruß aus Japan,
Mick







Aus: "Kritik an Plänen der EU-Kommission zur Filterung "gefährlicher Wörter"" (26.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96549

« Last Edit: September 27, 2007, 10:24:13 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #24 on: September 17, 2007, 01:58:09 PM »

Quote
[...] Internet wie in China: Vodafone und Arcor zensieren? Seit 07.09.2007 geht bei einem Arcor User so einiges nicht mehr zu öffnen, er postete im Gulli Board und nicht nur er ist betroffen. ALLE Arcor User die dort posteten und auch einige Moobicent (Vodafone UMTS) Nutzer meldeten, daß die genannten Seiten sex.com, youporn dot com, privatamateure dot com nicht erreichbar sind.


Aus: "Arcor zensiert, Zensur von Pornoseiten!" (September 10th, 2007)
Quelle: http://www.crazylifeblog.de/zensiert-arcor.php

-.-

Quote
[...] Nach einem Telefonat mit der Firma Arcor wurde mir bestätigt, dass die Sperrung zur Zeit auf freiwilliger Basis durchgeführt wurde. Die Ursache war ein Mitbewerber, der eine einstweilige Verfügung gegen die betroffenen Sites erwirkte (nicht etwa gegen Arcor) - diese wurde dann wohl mit deutlichen Worten an diverse Internet-Provider, unter anderem auch Arcor, übermittelt.

Arcor, die im übrigen auch selber Erotik-Angebote anbieten, reagierten daraufhin mit einer nicht näher definierten Sperrung der Websites.
Anfragen bei Kabel Deutschland wurden gestellt, aber noch nicht beantwortet.

Die Firma hinter der einstweiligen Verfügung ist die Kirchberger Logistik GmbH, eine Tochter der Videothekenkette Video Buster bzw. Online-Videothek Netleih, die selber das Angebot sexyfilms.de betreibt. Der Pressesprecher der Firma Kirchberger bestätigte zwar, dass man die einstweilige Verfügung erwirkt habe, ein Rückruf des Geschäftsführers steht aber bis dato noch aus.

[Update]
Bei freenet hat man offenbar keinerlei Aufforderung erhalten und sieht daher momentan auch keinen Grund zu reagieren.

Auch bei hansenet/alice gibt es keine derartige Aufforderung und auch hier sieht man keinen Grund zum handeln.

Das gleiche Bild auch bei 1&1, hier ist auch noch keine Aufforderung eingetroffen und im übrigen hält man eine Sperrung beim ISP nicht für sinnvoll, da sie vom Site-Betreiber leicht umgangen werden könne.

Bei der Telekom ist zwar auch keine Aufforderung der Kirchberger Logistik GmbH eingegangen, dafür aber über die FSM, deren Mitglied die Telekom ist, eine Anfrage der Firma Video Inn Mediastore Ltd. die Site youporn.com zu sperren. In diesem Fall will die Telekom jedoch erst tätig werden, wenn eine gerichtliche Anordnung vorgelegt werden kann - also nicht nur auf reine Anfrage hin.

[Update 2]
Auch von versatel wurde mir soeben bestätigt, dass keine Aufforderung eingegangen ist.

Die Situation wird zunehmend mysteriös. Wieso wendet man sich von Seiten der Kirchberger Logistik GmbH offenbar nur an Arcor? Und wieso reagiert Arcor in vorauseilendem Gehorsam?

Quote
#  Thomas Bleckmann schrieb:
September 13th, 2007 at 10:09 am

Ich finde diese Aussage von bernd blauma sinnfrei.

Zuallererst habe ich das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsbildung. Diese sichert Arcor (siehe AGB) vertraglich zu.

Zudem muß man volljährig sein, um einen DSL Vertrag mit Arcor abschliessen zu können. Demnach obliegt es vollkommen meiner eigenen Verantwortung zu entscheiden, wer was über meinen Internetanschluss zu sehen hat oder nicht. Ein Rechtsbruch liegt ebenfalls nicht vor, da die Pornobetreiber, in diesem Fall besonders YP nicht innerhalb unserer Gerichtbarkeit liegen; soll heissen, sie unterliegen nicht deutschem Recht und handeln dementsprechend nicht rechtswidrig.

Zudem hat Arcor nicht auf richterliche Anordnung gehandelt sondern auf eine einstweilige Verfügung, wie sie jedermann beantragen kann. Für meine Begriffe dient diese Aktion nur dazu, unliebsame Konkurrenz auf Lasten der User aus dem Weg zu schaffen.

Ergo: Zensur ist hier genau die richtige Aussage.

Quote
#  Daniel schrieb:
September 13th, 2007 at 10:49 am

Ich bin zufällig über goggle hier gelandet.

Wenn es um die Frage nach Jugendschutz geht, möchte ich noch darauf hinweisen, daß hier nur einzelne Seiten “zensiert” wurden. Es ist immernoch genaus leicht an pornografisches Material zu kommen, wie vorher auch. Die Masse ist davon also nicht betroffen. Eher geht es hierbei um kommerzielle Belange, also darum Mitbewerber mit kostenlosen oder konkurrenz Angebot zu filtern. Genau das ist Zenusr in meinen Augen. Zu dem geht es hier ja nicht tatsächlich um Jugendschutz, den ich möchte gern selbnst entscheiden, welche Angebote ich mir im Netz ansehe. Wäre dies eine optionale vorangekündigte Aktion gewesen, wäre es kein Thema (was auch technisch unproblematisch gewesen wäre), in diesem Fall, waren einfach plötzlich gewisse Webangebote nicht mehr erreichbar.
Wir schauen immer etwas belächelnd, teils schockiert anch China. Die Frage ist, ob, wenn man das so durchgehen läßt, nicht bald auch andere Seiten betroffen sind.

Quote
#  Mike schrieb:
September 13th, 2007 at 12:57 pm

Das Verhalten von Arcor ist auf keinen Fall nachvollziebar, dies hat meiner Meinung nach folgende logische Gründe:

Vertrag mit Arcor wird mit Personen ueber 18 abgeschlossen, daher kann man keinem erwachsenen Bürger vorschreiben, ob er auf Erotikseiten surft oder nicht.

Hinter der Zensur dieser Seiten, stecken rein wirtschaftliche Interessen, siehe: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,505122,00.html

Ginge es einigen Menschen hier um Jugendschutz, würde es hier ganz anders aussehen in Deutschland, wie Kinderfreundlich dieses Land ist, kann man eigentlich fast täglich in der Zeitung lesen.

Kinder und Jugendlich haben bis zu einem bestimmten Alter nichts alleine am Pc verlohren, selbst das wäre aber möglich. Filterprogramme zu installieren, sollte für keinen ein wirklich grosses Problem darstellen, oder Einstellungen am Browser vornehmen.

Es gibt auch viele Seiten über dieses Thema, es sollte jedem zumutbar sein, diese über Google und Co zu finden.

Portale aus dem Ausland, haben .de Vorschriften zurecht nicht zu interessieren, den die Gesetze sind nur hier gültig und nicht weltweit.
Umgekehrt könnte man sich die Frage stellen, was wohl pasieren würde, wen sich über .de Länder beschweren, in denen Adultseiten ganz verboten sind.

Würde das hier jemanden interessieren??

Wohl kaum…

Gruss

Quote
#  SoMeGuY schrieb:
September 15th, 2007 at 11:34 am

Äußerst mrkwürdig, seit wann unterliegen ausländische Website deutschen Rechtssprechungen. Zumal es dann ja noch ca. 7843578547983569036348790928742 Millionen andere Websites gibt, die nach deutschem Recht nicht legal sind und gesperrt werden müssten. Entweder du floodest Arcor jetzt mit Anträgen zur Sperrung von Websites oder du entziehst ihnen einfach die Einzugsermächtigung.

Vodafone ist da übrigens mit von der Partie


Aus: "Die Hintergründe der Arcor-Zensur" ( geposted am September 11th, 2007 um 2:56 pm)
Quelle: http://www.abgemahnt.com/?p=45

-.-

Quote
[...] Die Idee zu der Überschrift bekam ich beim Lesen der Welt; unter "Schlagworte" des Artikels "Arcor lässt Kunden nicht mehr auf Sex-Seiten" steht genau das: "Arcor Zensur Sperre Porno YouPorn". Und natürlich lügt wie Welt. Korrekt müsste es heißen: "Arcor versucht vergeblich, Klein Fritzchen und andere DAUs davon abzuhalten, bestimmte Sex-Websites anzusehen." Chip.de fourmuliert treffender: "Ausgesext? Videothekare kämpfen gegen YouPorn". Laut Sven Kubiak hat Google die Seite aus dem Index entfert. Aber das ist nicht die Story.


Aus: "Arcor Zensur Sperre Porno YouPorn " (BURKS ONLINE 13.09.2007)
Quelle: http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?p=33496

-.-

Quote
[...] Weit übers Ziel hinausgeschossen ist Arcor bei der jüngsten Sperrrunde. Das Unternehmen sperrt einzelne Porno-Websites, die in Deutschland gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen. Dazu verwendet Arcor offensichtlich die IP-Adresse der Server. Am Wochenende erweiterte Arcor die Sperrung auf die Adresse 64.202.189.170, ist inzwischen aber offenbar eilig zurückgerudert, nachdem sich zahlreiche Kunden über nicht erreichbare Seiten beschwert hatten.

Unter der gesperrten IP-Adresse wird laut der Domain-Datenbank bei Domaintools.com nämlich nicht nur das Angebot gehostet, das Arcor sperren wollte, sondern über 3,4 Millionen weitere Domains, die meisten davon absolut harmlos. Die enorme Zahl erlaubt jedoch nicht den Umkehrschluss, dass alle diese über Arcor nicht mehr erreichbar waren, da die Eingabe der WWW-Adresse möglicherweise auf eine andere, nicht gesperrte IP-Adresse aufgelöst wird. In Stichproben fanden wir allerdings zahlreiche Web-Adressen, auf die das Arcor-Nutzer tatsächlich nicht mehr zugreifen konnten, darunter auch .de-Domains. Die Zahl der gesperrten Domains lag schätzungsweise im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Arcor verzichtet inzwischen offenbar komplett auf die Filterung: Die vor etwas über einer Woche gesperrten Porno-Angebote lassen sich aus dem Netz des Unternehmens nun ebenfalls wieder aufrufen. Einer einfachen Sperre der IP-Adresse, wie sie Arcor verwendet, könnten die Anbieter auch leicht begegnen, indem sie die IP-Adresse wechseln.

[Update]:
Arcor bestätigte heise online gegenüber, dass das Unternehmen seit dem heutigen Montagmittag alle Sperren aufgehoben hat. Man werde den Vorfall prüfen, vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen. Die Sperrung der zahlreichen Websites sei versehentlich erfolgt, man sei sich nicht bewusst gewesen, dass auch weitere Domains die betroffenen IP-Adressen nutzten. (uma/c't)

Quote
17. September 2007 21:19
Kleines Amüsement am Rande - oder Neues vom Sperrungsaufforderer
2007Twister2007, Bettina Winsemann, twister@twister-schreibt.de (167 Beiträge seit 02.09.07)

Pulheim, den 17. September. Das Landgericht Hamburg (Az. 327 O
389/07) hat am 13.09.2007 die Kirchberg Logistik GmbH, Hannover,
verurteilt, die Verbreitung von Pornografie im Internet an
Minderjährige zu unterlassen. Damit bestätigte das Landgericht eine
bereits im Juni auf Betreiben der Pulheimer CyberMaxx GmbH gegen
Kirchberg ergangene einstweilige Verfügung. Das in Hannover ansässige
Unternehmen hatte vor Gericht eingeräumt, in 21 Fällen ungeschützt an
Minderjährige pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Trotz
dieser Tatsache hatte der Anwalt von Kirchberg eine „gerichtliche
Entscheidung“ verlangt. Das Landgericht erteilte ihm diese ohne
Umschweife.

Hinter der Kirchberg Logistik GmbH steckt die Video Buster Gruppe,
die deutschlandweit Videotheken betreibt, in denen auch Pornografie
angeboten wird. Derzeit versucht Video Buster erfolglos, mit Hilfe
seines Vehikels Kirchberg auch im Internet Fuß zu fassen. Dass dabei
mitunter Gesetze missachtet werden, wurde in dem Hamburger Verfahren
offenbar.

Die Video Buster-Geschäftsführer Andreas Grebenstein und Mario Brunow
hatten sich kürzlich öffentlich sogar als „Jugendschützer“
präsentiert. Brunow hatte in SPIEGEL ONLINE  getönt: „Es gibt Regeln,
wie Kinder vor (pornografischen) Inhalten zu schützen sind.“ Nun
müssen Grebenstein und Brunow mit einem Strafverfahren wegen
Pornografieverbreitung rechnen.

(aus der aktuellen Pressemitteilung der Cybermaxx GmbH)
*ggggg*

Der Konkurrent zeigt sich übrigens nonchalant:
„Wir sind gegen jede Form von Zensur und werden deshalb Arcor die
Entscheidung darüber überlassen, ob die Webseiten von Kirchberg
Logistik gesperrt werden“, sagte CyberMaxx-Geschäftsführer Gapski in
Pulheim. Gapski teilt die in der Telekommunikationsbranche
vorherrschende Auffassung, dass Sperrungen sinnlos und rechtlich
fragwürdig sind.

Quote
17. September 2007 15:18
...vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen...
dennis_fake (943 Beiträge seit 29.01.05)

> "...vorerst werde keine erneute Filterung von Inhalten erfolgen..."

Ach ja?
Es hat NIEMALS eine Filterung von Inhalten von Seiten der
Zugangsanbieter zu erfolgen. Sie hätte auch NIEMALS stattfinden
dürfen.
Diese Aktion Arcors zeigt u. a. auch, daß es von Seiten der
Access-Provider innerhalb kürzester Zeit möglich ist, den konkreten
Traffic der Kunden zu überprüfen und dann z. B. umzuleiten, zu
unterbrechen etc. - und daß die Bereitschaft da ist, dies auch zu
tun.
Wenn bereits auf den _Hinweis_ eines _Unternehmens_ einfach mal
schnell "gehandelt" wird, dann gute Nacht, wenn staatliche Stellen
auf die Idee kommen sollten. Das Appetithäppchen hat ihnen Arcor ja
nun bereits hingeworfen.

Quote
17. September 2007 15:19
Ach ja: Danke, Arcor!
GrundgesetzOFH (234 Beiträge seit 01.07.07)

Vielen vielen Dank, liebes Arcor-Team.
die Seite youporn.com kannte ich noch nicht.

[...]



Aus: "Arcor sperrte zahlreiche Websites [Update]" (17.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96100

-.-

Quote
[...] Arcor muss seine umstrittenen Sperrungen ausländischer Porno-Sites ohne Alterskontrollsystem zum Teil wieder aufnehmen. Das Landgericht Frankfurt am Main hat der Kirchberg Logistik GmbH aus Hannover in einem Streit mit dem Telekommunikationsanbieter über eine einstweilige Verfügung zur Web-Blockade von YouPorn.com am heutigen Freitag Recht gegeben. "Wir müssen die Seite sperren", erklärte ein Arcor-Sprecher gegenüber heise online. Der Zeitpunkt der neuerlichen Blockade sei aber noch unklar, da man die gerichtlich bestätigte Verfügung noch nicht im Haus habe und diese somit auch noch nicht in Kraft getreten sei. "Wir wissen aber, dass da was kommen wird und bereiten uns darauf vor".

Die technischen Einzelheiten zur Umsetzung der Auflagen prüft der Provider nach Angaben des Sprechers noch. Bei seiner jüngsten Sperrstunde nutzte Arcor die IP-Adressen von drei einschlägigen Sex-Domains, gegen welche die Kirchberg Logistik einstweilige Verfügungen erwirkt hatte. Die Betreiberfirma des Video-Erotikportals sexyfilms.de, hinter dem die Video Buster Entertainment Group und deren Geschäftsführer Andreas Grebenstein und Mario Brunow stehen, hatte im September die Gerichtsbescheide an zahlreiche Zugangsanbieter verschickt. Die meisten reagierten nicht, nur Arcor sah ohne direkte gerichtliche Anweisung gegen sich selbst Handlungsbedarf. Von sich aus sperrte der Provider die drei Sites auf IP-Basis.

Betroffen war etwa die Kennung "64.202.189.170" zu einem Server des US-Providers GoDaddy. Dort sind neben dem in den Verfügungen genannten Portal privatamateure.com rund 3,5 Millionen einzelne Websites abgelegt, darunter völlig unbedenkliche Angebote für eine Bollywood-Fanseite, das Linux-Kernel-Projekt Linice oder die WLAN-Initiative Fon-City. Die beanstandeten Sex-Seiten waren dagegen bald wieder verfügbar, weil sie einfach ihre IP-Adressen geändert hatten. Arcor bemerkte anhand vieler Proteste den Kollateralschaden und hob die Sperren nach einer Woche wieder auf. Leider habe der Anbieter die Barrieren "auf nicht besonders intelligente Weise umgesetzt", ärgerte sich Brunow damals. Man habe Arcor daraufhin aufgefordert, "die Sperre auf anderem technischen Weg" durchzuführen. Zumindest für das auf nutzergenerierte Inhalte setzende Portal YouPorn muss die Telco nun entsprechende Überlegungen anstellen.

Leicht tun dürfte sich Arcor damit nicht. Laut Harald Summa, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco, hat der Fall einmal mehr gezeigt, dass Netzsperren im großen Stil in einem freiheitlichen Rechtsstaat "nicht funktionieren". Ihm sei nach wie vor keine Methode bekannt, wie Zugangsanbieter ohne immense Nebenwirkungen wirksam Websites regionalen Nutzern vorenthalten könnten. Die Provider-Vereinigung fürchtet seit langem, dass nach staatlichen Stellen und Rechteinhabern bald "jeder" kommt und Sperrungen verlangt.

Die Kirchberg Logistik wirft YouPorn und Konsorten vor, konsequent den deutschen Jugendschutz zu umgehen und ohne Einsatz eines aufwendigen Alterschecks eine enorme Internetreichweite mit entsprechendem Werbeumsatz zu generieren. Obwohl die deutschsprachige Site von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert sei, zähle sie zu den 20 meistbesuchten Webauftritten hierzulande. Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) habe daher bereits vor einigen Wochen die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Landesmedienanstalten aufgefordert, die Indizierung mittels Sperrungsverfügungen über die Internet-Provider durchzusetzen. Die Reaktionen der Behörden seien aber "deprimierend" gewesen. Daher habe man sich zum eigenen Handeln entschlossen.

Grebenstein und Brunow vertickern mit sexyfilms.de auch sogenannte Hardcore-Videos übers Netz. Dabei legen sie aber Wert auf legale Alterskontrollsysteme wie das vergleichsweise teure und umständliche Post-Ident-Verfahren oder die über die Schufa angebotene Verifizierung Q-Bit. Bei beiden muss zu einem gewissen Zeitpunkt eine Personalausweiskontrolle vor einer Freischaltung für den Abruf von Online-Diensten erfolgt sein. Niederschwelligere Angebote wie "ueber18.de" hat der Bundesgerichtshof gerade für unvereinbar mit den strengen gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz hierzulande erklärt. (Stefan Krempl) / (pmz/c't)

Quote
20. Oktober 2007 6:06
Nur zur Erinnerung: Das Telemediengesetz
respicefinem (mehr als 1000 Beiträge seit 02.09.03)

§ 8
Durchleitung von Informationen

(1) Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem
Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur
Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich, sofern sie
1. die Übermittlung nicht veranlasst,
2. den Adressaten der übermittelten Informationen nicht ausgewählt
und
3. die übermittelten Informationen nicht ausgewählt oder verändert
haben.

Satz 1 findet keine Anwendung, wenn der Diensteanbieter absichtlich
mit einem Nutzer seines Dienstes zusammenarbeitet, um rechtswidrige
Handlungen zu begehen.

(2) Die Übermittlung von Informationen nach Absatz 1 und die
Vermittlung des Zugangs zu ihnen umfasst auch die automatische
kurzzeitige Zwischenspeicherung dieser Informationen, soweit dies nur
zur Durchführung der Übermittlung im Kommunikationsnetz geschieht und
die Informationen nicht länger gespeichert werden, als für die
Übermittlung üblicherweise erforderlich ist.

Das Gesetz ist ja nicht ohne Grund so formuliert. Alles andere würde
es Providern bald unmöglich machen, Dienste anzubieten.

Warum zum Teufel konnte ein Sexanbieter eine EV gegen einen Provider
erwirken?
Und warum nur hat Arcor das Fass überhaupt erst aufgemacht? Wer
einmal (freiwillig) sperrt...

Theoretisch könnte ab jetzt jeder Hansel, der eine
Wettbewerbsverletzung behauptet, eine EV gegen alle Provider
durchsetzen. Die müssten dann Seiten sperren wie blöde. Schon mal an
die Kosten gedacht? Da wird Vorratsspeicherung billig.


Quote
20. Oktober 2007 0:54
Das macht auf mehreren Ebenen keinen Sinn...
Andrea (494 Beiträge seit 02.04.00)

mein Jura-Prof hat immer gesagt, dass man Gerichtsurteile immer so
beurteilen sollte, wie es ein vernüftiger und unabhängiger Dritter
tun wuerde, also so, als wenn man nix damit zu tun haette.

Dann kann man i.d.R. erkennen, dass durchaus beide Parteien ein
berechtigtes Anliegen haben.

Und das stimmt hier vorne und hinten nicht, hier ist alles falsch
gelaufen.

1. Arcor gibt mir keinen Zugang zu den Sex-Seiten, allenfalls zu dem
"Netz". Irgendwann bevor ich auf YouPorn lande hab ich die
"Arcorleitungen" verlassen. Da waere es ja noch logischer Firefox zu
verklagen, denn mit deren Tool kann ich da ueberhaupt erst hinsurfen.
Also wenn mein minderjähriger Sohn mit dem Taxi in den Puff faehrt,
dann wird nicht der Puff sondern der Taxifahrer verklagt?

2. Wie jemand in einem anderen Post richtig schrieb, alle Arcorkunden
sind volljaehrig. Arcor macht keine Verträge mit Minderjährigen. Wenn
also die Eltern den Kids den Zugang gewähren, dann duerfen die das
aufgrund des Elternprivilegs. Internet-Cafes werden verklagt, wenn
diese Minderjaehrige an die Rechner lassen (und dort Porn schauen).
Darf man jetzt auch gleich noch die Provider verklagen?

3. Laut SPON klagte Kirchberg Logistik in Frankfurt gegen
unzulässigen Wettbewerb per Rechtsbruch. Wettbewerb? Youporn ist doch
nicht Wettbewerber von deutschen Pornsites. Youporn ist kostenlos und
insofern nicht Wettbewerber. Arcor ist auch nicht Wettbewerber.
Wettbewerber kann man doch nur sein, wenn man sich im gleichen
Business befindet.

Also hier hat das Gericht gleich mehrfach mitten in die Scheisse
gegriffen. Aber ist schon ok so. Lasst sie kochen, dann wird dieses
alberne Urteil in der nächsten Instanz wg. "Unzuständigkeit"
kassiert.

Wenn das Bestand haetet, dann kann demnaechst jeder Schwachkopf die
Provider verklagen, weil Sie "immer" den Zugang zu dem "Verbrechen"
anbieten.

LOL

Quote
21. Oktober 2007 4:12
Ich wiederhole mich ungern,
Elwoodini (459 Beiträge seit 14.06.03)

aber wenn ich mir die Beitragsdichte in Sachen youporn,
Bundestrojaner und OS ansehe, komme ich immer wieder zum selben
Schluss: Der durchschnittliche Heise-User ist ein onanierender
Terrorist, der gerne auch mal Linux installiert.

Nix für ungut.

Quote
20. Oktober 2007 11:23
Was auch dieser Richter nicht versteht.
Die Troll-Nanny (42 Beiträge seit 18.10.07)

Es kann nicht sein dass irgendeine Firma mit ihren wirtschaftlich
motivierten Interessen bestimmt welche Seiten deutsche Provider
übermitteln und welche nicht.

So einfach ist das.

Ausserdem scheint YouPorn.com kein in Deutschland ansässiges
Unternehmen zu sein. Denn wen dem so wäre hätte der Konkurent besser
auch gleich wegen des fehlendem Impressums klagen sollen.

Wieso sollte eine nicht-deutsche Seite den deutschen Jugendschutz
beachten? Fahren die Briten ihre Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung und
zur ASU? Nein, warum sollten sie? Wenn man nun anfangen wollte alle
ausländischen Seiten zu sperren die gegen deutsche Recht verstoßen -
viel Spaß! Dann besser das Internet in Deutschland ganz abschaffen.

Scheren sich denn deutsche Firmen um polnische, iranische,
mongolische oder japanische Gesetze?

Die Seite wird für alle gesperrt! Dabei soll sowas doch nur
jugendliche schützen. Das ist Unsinn.

Es gibt andere Wege Kinde zu schützen, diese müssen genutzt werden.
Ein solcher Rundumschlag wird nur die Büchse der Pandora öffnen, was
Zensur in Deutschland angeht. Die Begleitschäden der hier angerichtet
werden sind groß. Dagegen gilt es ich zu wehren.



Aus: "Arcor muss YouPorn sperren" (19.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97676

-.-

Quote
[...] In einem jetzt bekannt gewordenen Urteil (Az. 3-12 O 171/07) hat das Landgericht Frankfurt dem Einspruch von Arcor gegen eine einstweilige Verfügung zur Blockade des Porno-Portals YouPorn.com im Hauptsacheverfahren stattgegeben und eine Verantwortlichkeit des Providers für die dortigen, teils nicht jugendfreien Inhalte verneint. In ihrer Abwägung sei die 12. Kammer für Handelssachen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zugangsanbieter nicht mit zur Rechenschaft gezogen werden könne, erklärte ein Sprecher des Landgerichts gegenüber heise online. Der beklagte Provider sei weder wettbewerbsrechtlich als Störer noch als Gehilfe der Verstöße gegen die deutsche Jugendschutzgesetzgebung im Ausland haftbar zu machen.

Die Kirchberg Logistik GmbH hatte im vergangenen Herbst als Kläger moniert, dass das auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien stehende Angebot YouPorn keine den deutschen Gesetzen entsprechende Alterskontrolle durchführe und der Jugendschutz nach hiesigem Recht damit nicht gewährleistet sei. Die Hannoveraner wollen mit dem Videoportal sexyfilms.de selbst mit Erotik im Netz Kasse machen. Sie bemühen sich dabei aber nach eigenen Angaben, den strengen Jugendschutzauflagen hierzulande zu entsprechen, und witterten einen durch den Zugangsanbieter abzustellenden Wettbewerbsverstoß.

[...]


Aus: "Arcor muss YouPorn nicht mehr sperren" (Stefan Krempl, 15.04.2008) / (vbr/c't) 
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Arcor-muss-YouPorn-nicht-mehr-sperren--/meldung/106513

« Last Edit: April 16, 2008, 08:44:09 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #25 on: September 18, 2007, 12:50:45 PM »

Quote
[...] Viel zu tun hatten die Sittlichkeitswächter des übertragenden US-Senders Fox. Weil der Schauspieler Ray Ramano derbe Witze über das Sexualleben einer Kollegin machte, sahen die Fernsehzuschauer sekundenlang nur ein schwarzes Bild. Und als Schaupielerin Sally Field Kritik an der Irak-Politik der USA übte, wurde sie kurzerhand ausgeblendet.


Aus: "BUNTES AKTUELL: Emmy: Redeverbot für Sally Field" (18. September 2007)
Quelle: http://www.wz-newsline.de/?redid=175361

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« Reply #26 on: October 02, 2007, 09:39:16 AM »

Quote
[...] Lissabon (AFP) — Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützt EU-Pläne zum Sperren von Internetseiten mit gefährlichem Inhalt. "Wenn es technische Möglichkeiten gibt, muss man die nutzen", sagte Schäuble nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Lissabon. Als Beispiel nannte Schäuble Webseiten mit Anleitungen zum Bombenbauen, aber aber auch mit Hasspropaganda gegen Israel, die "massiv" gegen deutsches Strafrecht verstoße. Damit geht Schäuble über Vorschläge von EU-Innenkommissar Franco Frattini noch hinaus.

Der italienische Kommissar will Webseiten sperren lassen, die Terror-Zielen dienen. Einige EU-Staaten sehen hierdurch die Medienfreiheit bedroht. Frattinis Vorschlag ist Teil des neuen Anti-Terror-Pakets, das er am 6. November vorstellen will. Aus Luxemburg und Österreich kam dagegen in Lissabon Kritik. Luxemburgs Justizminister Luc Frieden sagte, der Vorstoß des Kommissars entspreche "nicht unseren Auffassungen von Freiheit und Kommunikation, die wir ja sonst so gerne in der Welt verteidigen". Frattini entgegnete, eine Anleitung zum Bombenbau habe "nichts mit Meinungsfreiheit zu tun".

Schäuble sagte, die Sicherheitsbehörden müssten im Wettrennen mit den Terroristen zumindest eine "klare rechtliche Basis" haben. Neben Schäuble sprach sich auch der portugiesische EU-Ratsvorsitzende Rui Pereira für weitgefasste Vorschriften aus. So gehöre etwa das Anwerben von Terroristen über das Internet verboten oder das Verherrlichen terroristischer Anschläge.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hält neue Gesetze zum Sperren von Internetseiten für überflüssig. Selbst wenn in Deutschland Seiten aus dem Netz genommen würden, könnten sie woanders auf der Welt wieder eingestellt werden, sagte sie nach einem Treffen der EU-Justizminister in Lissabon. "Das das ist auch unser größtes Problem bei der Bekämpfung neonazistischer Inhalte und von Kinderpornografie", sagte Zypries.

[...]


Aus: "Schäuble für Sperren gefährlicher Internetseiten" (AFP, 02.10.2007)
Quelle: http://afp.google.com/article/ALeqM5hU20cGkuLhQhD0kRED8OjVywwlSA

-.-

Quote
[...] Nach dem Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Lissabon begrüßte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Vorschlag von EU-Innenkommissar Franco Frattini, im Rahmen eines von ihm ausgearbeiteten Antiterror-Pakets den Zugang zu bestimmten Webseiten zu sperren. Dabei scheint Schäuble noch weiter gehen zu wollen, als nur Internetseiten mit terroristischen Inhalten zu sperren. "Wenn es technische Möglichkeiten gibt, muss man die nutzen", sagte Schäuble. Als Beispiel nannte er Webseiten mit Anleitungen zum Bombenbauen, aber auch solche mit Hasspropaganda gegen Israel, die "massiv" gegen deutsches Strafrecht verstoßen. Nicht ganz deutlich ist bislang, ob Frattini das Entfernen von Webseiten beabsichtigt, was in der EU möglich, im Ausland aber schwierig wäre, oder das Sperren von Webseiten im Ausland für Zugriffe aus dem EU-Raum. [...]

Quote
2. Oktober 2007 8:31
Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
Immortalis Imperator (120 Beiträge seit 26.05.07)

Denn das Internet hat sich längst zu einem willigen Helfer der
Terroristen gemacht. Schließlich haben die glücklicherweise
vereitelten Kofferbomben- und Wasserstoffperoxidanschläge gezeigt,
dass die Terroristen nicht die hellsten Köpfe sind, sie also auf
technisches Know-How Dritter angewiesen sind, die sie leider nur zu
einfach aus dem Internet beziehen können. Von daher ergibt es Sinn,
diese gefährlichen Seiten zum Schutze Aller aus dem Verkehr zu
ziehen.

Quote
2. Oktober 2007 8:42
Re: Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
kivan (641 Beiträge seit 22.01.06)

Des weiteren sollte deutsche Fluglinien kein Ziele in Pakistan oder
Afghanistan mehr anfliegen, da sich dort die meisten Terror-camps
befinden. Ebenso sollten die Telekom keine Telefonate mehr in die
genannten Länder durchstellen, sowie die Post keine Pakete mehr von
dort oder dorthin liefern.

Geht's noch?

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel.




Quote
2. Oktober 2007 9:03
Diese Maßnahme ist längst überfällig
Fussfetischist, fussfetischist@gmx.eu (736 Beiträge seit 02.01.07)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen das World Wide Web zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Umso richtiger und wichtiger ist ein beherztes Einlenken der
Regierung zu bewerten. Ich hoffe und gehe deshalb davon aus, dass die
Sicherheitsbehörden alles in ihrer Macht stehende veranlassen werden,
um diesen Gefährdern unserer demokratischen Grundordnung das Handwerk
zu legen, und das Internet wieder zu einem sicheren Ort mit festen
Regeln zu machen, in dem wir und unsere Kinder sich sicher bewegen
und informieren können.

Quote
2. Oktober 2007 9:07
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
Hermes335 (mehr als 1000 Beiträge seit 07.06.02)

Jawoll mein Führer!
Diese subversiven, den gesunden deutschen Volkskörrpärr
infizierrendän Schundblättechen im Intärrnett - ausradierren -
allesamt!
Hinweg damit!
Heil unserem Wahrheitsministerium!

...das wolltest du doch eigentlich sagen, oder? ;-)

Quote
2. Oktober 2007 9:17
Godwin's Law:
Stukenbrok (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

You lose!





Quote
2. Oktober 2007 9:13
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
mouse-net (26 Beiträge seit 09.04.04)

Genau, und Mutti bekommt ein Kreuz für gute Arbeit ...
Sie kann sich wieder voll ihren eigentlichen Aufgaben widmen und
Vater helfen neue Strassen zu bauen. Es ist für alles gesorgt, keiner
muss hungern, alle haben Arbeit - und die Welt wird gut. [...]

Quote
2. Oktober 2007 9:37
und außerdem...
DerRico (461 Beiträge seit 27.11.00)

... sind bei Burger King die Menüs teurer geworden!

...

..

.

Das ist doch hier der Off-Topic-Thread, oder?

R.

Quote
2. Oktober 2007 9:44
Re: Diese Maßnahme ist längst überfällig
Schlafmuetze (mehr als 1000 Beiträge seit 27.06.01)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen die Stadt Berlin zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Die einzige vernünftige Antwort hierauf kann konsequenterweise nur
lauten : "Bomben auf Berlin !"

Denk mal drüber nach.



Quote
2. Oktober 2007 9:09
Hurra! Willkommen in der DDD!
monty03 (mehr als 1000 Beiträge seit 21.02.04)

Jawoll, bald haben wir's geschafft!
Willkommen in der Deutschen Demokratischen Diktatur!

Oder eher "Deutsche Zensierte Republik"?

Oder einfach "Schäubles Reich?"

Mannomannomann...

Quote
2. Oktober 2007 9:21
Wo haben die nur immer diese Textbausteine her?
hallimasch (339 Beiträge seit 24.06.07)


http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13631408&forum_id=124937
Quote
2. Oktober 2007 9:03
Diese Maßnahme ist längst überfällig
Fussfetischist, fussfetischist@gmx.eu (736 Beiträge seit 02.01.07)

Es ist unerträglich, wie sehr inzwischen das World Wide Web zum
Tummelplatz von Terroristen, Schwerstkriminellen, Kinderschändern und
Raubkopierern verkommen ist.

Umso richtiger und wichtiger ist ein beherztes Einlenken der
Regierung zu bewerten. Ich hoffe und gehe deshalb davon aus, dass die
Sicherheitsbehörden alles in ihrer Macht stehende veranlassen werden,
um diesen Gefährdern unserer demokratischen Grundordnung das Handwerk
zu legen, und das Internet wieder zu einem sicheren Ort mit festen
Regeln zu machen, in dem wir und unsere Kinder sich sicher bewegen
und informieren können.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13631294&forum_id=124937
Quote
2. Oktober 2007 8:31
Sperrung von Terrorseiten ist ein guter Anfang
Immortalis Imperator (120 Beiträge seit 26.05.07)

Denn das Internet hat sich längst zu einem willigen Helfer der
Terroristen gemacht. Schließlich haben die glücklicherweise
vereitelten Kofferbomben- und Wasserstoffperoxidanschläge gezeigt,
dass die Terroristen nicht die hellsten Köpfe sind, sie also auf
technisches Know-How Dritter angewiesen sind, die sie leider nur zu
einfach aus dem Internet beziehen können. Von daher ergibt es Sinn,
diese gefährlichen Seiten zum Schutze Aller aus dem Verkehr zu
ziehen.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13630529&forum_id=124937
Quote
1. Oktober 2007 23:17
"Mit welchen technischen Vorkehrungen ...
csrss.exe (mehr als 1000 Beiträge seit 07.09.06)

... überhaupt der Zugang zu Webseiten gesperrt werden könnte, haben
die Innen- und Justizminister offenbar noch nicht diskutiert."

Das ist auch nicht die Aufgabe der Politiker, sondern der Techniker.
Es geht erstmal um das ob und nicht um das wie und das müssen
Politiker und deren Sicherheitsexperten entscheiden.

Quote
2. Oktober 2007 9:43
Re: Wo haben die nur immer diese Textbausteine her?
Arschtorte (mehr als 1000 Beiträge seit 24.12.06)

hallimasch schrieb am 2. Oktober 2007 9:32

> Oh! Ich hatte bereits ähnliche Überlegungen angestellt. Würde aber
> dann auch heißen, dass wir hier im heise- Forum bereits ins Visir
> genommen werden, oder?

Davon kannst aber mal mit absoluter Sicherheit ausgehen.

Ach ja:

Unfreudliche Grüße an alle Staatsüberwacher die hier gerade
mitlesen...
Schaltet bitte mal euer Hirn ein, geht in Euch und fragt euch
ob ihr diese STASI2.0 Scheisse wirklich noch mit reinem Gewissen
gutheißen könnt.


Quote
2. Oktober 2007 9:33
DAS WIRD NICHT FUNKTIONIEREN HERR SCHÄUBLE
Stringtheoretiker II (143 Beiträge seit 15.09.07)

ES WERDEN 10000 NEUE WEBSEITEN IN KÜRZESTER ZEIT WIEDER GESCHALTET
WERDEN.


Quote
2. Oktober 2007 9:48
Woher kommt mir...
hausfrau2000 (mehr als 1000 Beiträge seit 02.01.05)

...das alles so bekannt vor, dass man nur noch das lesen
darf, was einem erlaubt wird?

Ach ja, da gibt's doch einen Roman "Fahrenheit 451"...

Ja, ist es denn schon soweit?


Quote
2. Oktober 2007 9:55
Hier eine Anleitung für den Bau einer Bombe!
psxdev (162 Beiträge seit 08.09.01)


http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzpulver

sofort sperren!

Quote
2. Oktober 2007 10:00
Re: Hier eine Anleitung für den Bau einer Bombe!
Hardy_Berlin (146 Beiträge seit 22.12.00)

Man sollte auch verbieten, Chemie zu studieren und alle Lehrstühle
für Chemie und Chemiefabriken schließen.

In der Bild-Zeitung stand mal, dass Hausfrauen Kampfgase erzeugt
haben, indem sie zwei verschiedene Toilettenreinger von Schlecker im
Klobecken gemischt haben .... 




Quote
2. Oktober 2007 10:04
Wer hat lust ?
torgum (18 Beiträge seit 23.02.07)

www.praeventivstaat.de

ich hab das mal vor einiger Zeit eingesackt, aber nur wenig Zeit im
Moment und wenig technisches KnowHow um ein CMS zu customizen usw.
Ich hab zwar Ideen, aber das kann ich einfach nicht allein umsetzen.

Wer lust hat, ein Archiv zu erstellen, eine diskussionsplattform usw.

17777092 ICQ
oder
torgum ÄT gmx PUHNKT net :P

Quote
2. Oktober 2007 10:06
Die technische Durchführbarkeit ist äußerst simpel
ms4latu (502 Beiträge seit 15.01.07)

Die Innen- Verteidigungs- und sonstige Minister diskutieren. Vor sich
haben sie ein Tableau mit Knöpfen.

"Was meint ihr, Jungs - sollen wir gefährliche Webseiten sperren?"
"Ja!"
"Si!"
"Oui!"
"Yes!"

Dann wird ein Knopf gedrückt -klick-, und alle gefährlichen Webseiten
sind gesperrt. So einfach geht das, mehr ist es wirklich nicht. Kaum
zu glauben, was?
Und so geht es weiter:

Phöse Suchwörter eliminieren -klick-
Bundestrojaner bundesweit installieren -klick-
Vorratdatenspeicherung einschalten -klick-
Killerspiele verbieten -klick-
Raubmordkopierer vollautomatisch ermitteln und einbuchten -klick-
Meinungsfreiheit entfernen -klick-
Pressefreiheit entfernen -klick-
Demokratie löschen -klick-

So trägt jeder zu einem besseren und schöneren Europa bei.

[/quote]

Aus: "Auch Innenminister Schäuble will Webseiten mit gefährlichen Inhalten sperren" (01.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96829

-.-

Quote
[...] Frattini will gefährliche Webseiten dann sperren lassen, wenn eine "konkrete Gefahr“ für Terroranschläge besteht. Der luxemburgische Justizminister Luc Frieden kritisierte diesen Vorstoß. Er entspreche „nicht unseren Auffassungen von Freiheit und Kommunikation, die wir ja sonst so gerne in der Welt verteidigen“, sagte er. "Viel wichtiger ist, dass wir herausfinden, wie die Terroristen via Internet miteinander kommunizieren und rechtzeitig auch die Inhalte dieser Kommunikation erfassen.“


Aus: " Sicherheit: EU streitet über Abschalten von Terror-Webseiten" (1. Oktober 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article1227414/EU_streitet_ueber_Abschalten_von_Terror-Webseiten.html

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« Reply #27 on: October 21, 2007, 11:57:51 AM »

Quote
[...] Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat nach Angaben der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) eine Untersagungsverfügung bestätigt, mit der einem Portalbetreiber verboten wird, weiterhin eine Internetseite ins Netz zu stellen, auf der rund 1.400 Links gelistet sind, die teilweise zu pornografischen Webangeboten führen. Laut NLM können Minderjährige auf diese pornografischen Angebote zugreifen, weil ein geeignetes Altersverifikationssystem fehlt.

Unter Berufung auf den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) untersagte die NLM dem Betreiber deshalb Ende September die Internetseite weiterhin anzubieten, solange nicht sicher gestellt ist, dass das Angebot durch geeignete technische Maßnahmen wie etwa einem Altersverifikationssystem nur Erwachsenen zugänglich gemacht wird. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg habe sich die Untersagungsverfügung der NLM bei der im Eilverfahren gebotenen summarischen Überprüfung als rechtmäßig erwiesen, teilte die Landesmedienanstalt am heutigen Donnerstag mit. Auch das von der NLM angedrohte Zwangsgeld sei vom Gericht nicht beanstandet worden. Gegen den Beschluss könne aber noch Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Das Thema Altersverifikation beim Zugriff auf Internet-Pornoseiten beschäftigt derzeit auch den Bundesgerichtshof. In Karlsruhe stehen sich zwei konkurrierende Unternehmen aus dem Altersverifikations-Geschäft gegenüber, die sich schon seit Jahren juristisch bekriegen. Der BGH hat unter anderem zu klären, ob eine einfache Kontrolle von Personalausweisnummer und -ausstellungsort im Rahmen der Jugendschutzbestimmungen ausreicht oder nicht. (pmz/c't)


Quote
19. Oktober 2007 8:21
+++++ gelbe seiten verboten +++++
Homo erectus (mehr als 1000 Beiträge seit 20.04.01)

die telekom wird dann auch keine telefonbücher mehr verteilen dürfen,
solange sie nicht garantieren kann, dass alle eingetragenen kneipen,
gaststätten, kinos etc. sich an ihre jeweiligen auflagen zum
jugendschutz halten.

Quote
19. Oktober 2007 8:28
Wir leben in Parallelwelten
hawkeye (369 Beiträge seit 12.01.00)

Nämlich mindestens in einer Welt derer, die sich in irgendeiner Weise
als kompetent im Umgang mit Hardware/Sowftware/Netzinhalten
bezeichnen lassen und einer Welt derer, die das nicht sind.

Heise-Leser kann man wohl getrost der ersten Welt zuordnen. Unserer
Juristen und unsere Legislative - bis auf die die Regel bestätigenden
Ausnahmen - wohl eher der letzteren.

Traurig ist daran, dass akademisch hochgebildete Juristen Urteile
fällen, die in beiden Welten angewandt werden aber aus unserer Sicht
eher wie die hilflosen Versuche wirken etwas zu begreifen, was man
nur vom Hörensagen kennt.
:(

Ich fände es gut, wenn Richter/innen in Zukunft einen
Qualifikationsnachweis für das spezielle Fachgebiet nachweisen
müssten, bevor er/sie rechtsgültige Entscheidungen treffen dürfen,
die in irgendeiner Weise Einfluss auf die betroffenen Fachgebiet
haben.

cu/hawk



Aus: "Gericht bestätigt Verbot für Link-Portal" (18.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97621

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« Reply #28 on: October 22, 2007, 10:06:10 AM »

Quote
[...] Ein anonymer Blogschreiber hat jetzt eine behördliche Verbotsliste mit 25 politischen Reizwörtern auf seinem Blog veröffentlicht, die während der Zeit der Parteikonferenzen für die Online-Öffentlichkeit tabu sind. Mit dem Verbot sollen unerwünschte Diskussionen über politische Reformen, über Offene Briefe an die Parteiführer oder Beschwerden, wie die Ämter mit Klageführern umspringen, über das Internet keine Verbreitung finden.
IT-Systemingenieure installierten in die Such-Software der chinesischen Portale Abfang-Filter, die jede Bearbeitung der 25 Begriffe für sechs Wochen von Anfang Oktober bis zum 15. November blockieren. Anfragen nach Ausdrücken wie „Eingabe an den 17.Parteitag“ oder „gemeinsam unterschriebener Brief“ bleiben unerledigt. WELT.Online testete die verbotenen Begriffe bei mehreren Portalen. Als Antwort erschienen leere Seiten. Nur bei Chinas Google kamen die Überschriften zum Vorschein. Die Berichte dazu ließen sich aber nicht öffnen.

 Auf der Liste steht etwa „Schwarzes Gefängnis“, ein Umgangswort für heimliche Verwahranstalten, in denen die Behörden kurz vor dem Parteitag für Tage oder Wochen Klagesteller festsetzten, um sie so aus dem Verkehr zu ziehen. “Die Armee der Klagesteller“ bezieht sich auf Tausende Petitionäre, die aus dem ganzen Land nach Peking kommen, um sich bei Gerichten und Behörden gegen ihr Unrecht Zuhause beschweren. Selbst auf den ersten Blick unauffällige Anreden wie „Herr Hu Jintao“ oder „Herr Wen Jiabao“ wurden indiziert. Die Logik dahinter: Wer innerhalb Chinas den Genossen Parteivorsitzenden Hu Jintao oder seinen Premier Wen so anspricht, will ihm wahrscheinlich eine Beschwerde oder einen Offenen Protestbrief schreiben.
China unterhält heute die größte Cyber-Polizei der Welt, die das Internet durch eine „ausgeklügelte Mischung von Filtertechnologien, Überwachung durch IT-Polizei und Propaganda“ kontrolliert, schrieb vergangene Woche die Bürgerrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ . Sie veröffentlichte den Enthüllungsbericht „Reise in das Herz der Internet-Zensur“. Ein chinesischer IT-Techniker schildert an Einzelfällen, wie die Zensur funktioniert. Mit verfeinerten Abfang-Techniken blockieren Pekings Propagandabehörden nicht nur den Zugriff auf Webseiten. Sie ,haben heute auch 400 bis 500 einzelne Schlüsselbegriffe aus der öffentlichen Online-Debatte verbannt, etwa Worte, die mit der verbotenen Meditationsgruppe „Falungong“ zusammenhängen.

[....]

Das Wort „Konstitutionelle Demokratie“ (Xianzheng Minzhu) steht heute an erster Stelle der 25 Begriffe, die die Kommunistische Partei für ihren 17.Parteitag auf den Index setzte.
Gesperrte Begriffe:

    * Xianzheng Minzhu (konstitutionelle Demokratie)
    * Shehui Yuanqing (soziales Unrechtsurteil)
    * Zhongguo Wanmin Fangmin (Chinesische Massenpetition)
    * Shangfeng Yuanmin (Klage gegen angetanes Unrecht)
    * Shangfang Dajun (Armee der Klagesteller)
    * Zhi Shiqida de Xin (Ein Brief an den 17.Parteitag)
    * Shiqida Jianyishu (Ein Vorschlag an den 17.Parteitag)
    * Lianming Shangshu (gemeinsam unterschriebene Petition)
    * Jiefang (Klagesteller abfangen und zurückschicken)
    * Daya Yuanmin (Unterdrücken von Opfern, die Unrecht erlitten)
    * Xiugai Xinfang Zhidu (Korrektur des Petitionswesens)
    * Hei Jianyu (schwarze Gefängnisse)
    * Hu Jintao Xiansheng (Herr Hu Jintao)
    * Wen Jiabao Xiansheng (Herr Wen Jiabao)
    * Quxiao Shoushen Zhidu (das Zwangsverwahrsystem abschaffen)
    * Quanli Zibenhua (Aus Macht Kapital schlagen)
    * Gongquan de sinue (skrupellos öffentliche Macht missbrauchen)
    * Xianfa Fayuan (Verfassungsgericht)

Quote
g.m meint:
21-10-2007, 12:54 Uhr
zu Recht prangert dieser Artikel die Situation in China an.
Jeder Leser wird sich über diese Zustände aufregen.
Hingegen vergessen wir nicht wie prachtvoll unsere Wirtschaft in China investiert und Geschäfte macht. Unsere kapitalistischen Manager scheren sich um solche Zustände einen feuchten Dreck, hauptsache der Rubel rollt.
Ebenso sollten wir mit Blick auf Herrn Scheubles Päne unsere Aufregung auch im Inneren Deutschlands anwenden.
Unsere Christ Demokraten haben schon längst das Abhören unserer Komunikation installiert.
Auf Schlüsselwörter suchen unsere Demokraten auch an führender Weltspitze unsere Telefongespräche ab und sind , fast unbermerkt, bei jedem Telefonat mit dabei.
Auch ist ja bekanntlich für unsere Christlichen Demokraten die Internet ud Computerdurchsuchung mit das "NORMALSTE" von der Welt, im Namen der sicherheit selbstverständlich .
Da China das Militär auch gerne gegen ihre Bevölkerung im Innern einsetzt scheint Herrn Scheuble ebenso zu gefallen , denn er plant ja ähnliches.
Wiedereinmal muss der Leser feststellen , dass manche Leute an unserer Spitze scheinheilig daher Reden und mit einem riesen Sandsack durchs Land laufen und diesen in die Augen der deutschen Wähler kräftig verstreuen.



Aus: "Internet in China: 25 Begriffe sind während des Parteitages tabu" Von Johnny Erling (21. Oktober 2007)
Quelle: http://www.welt.de/webwelt/article1284649/25_Begriffe_sind_waehrend_des_Parteitages_tabu.html

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« Reply #29 on: November 25, 2007, 02:13:47 PM »

Quote
[...] Wie syrische Facebook-User der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, hat die Regierung den Zugang zur Social-Network-Webseite blockieren lassen. Die Sperre soll Teil eines größer angelegten Vorgehens gegen "politische Aktivitäten" im Internet sein.

Die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad lässt politische Kritik nur in geringem Ausmaß zu. Nach Angaben der Nachrichtenagentur wurden in den letzten Wochen Schritte gegen missliebige Veröffentlichungen in Blogs, Foren und andere Webseiten verstärkt. Der Zugang zu unabhängigen arabischen Zeitungen, die in London produziert werden, wie beispielsweise die libanesische Tageszeitung An-Nahar, wird immer wieder blockiert. Auch YouTube und Blockspot sind nach Angaben von Bloggern gesperrt; Microsoft Hotmail soll regelmäßig gesperrt werden.

Mit dem Vorgehen gegen Facebook, das in Syrien zur populärsten Social-Network-Seite avancierte, will man vor allem die Zivilgesellschaft treffen, reklamieren Anwälte von Menschenrechtsorganisationen. Tausende von Syrern sollen über Facebook mit Verwandten und Freunden außerhalb des Landes kommunizieren, innerhalb des Landes stellte die Webseite Verbindungen zwischen politischen und kulturellen Gruppen her.

Möglich, dass hier von Regierungsseite eine Fortsetzung der berühmten Salons, wo sich Intellektuelle und Oppositionelle zum freien Gedankenaustausch trafen, befürchtet wird. Die Salons hatten in einer kurzen Periode des Tauwetters ("Syrischer Frühling") mit einigen bürgerlichen Freiheiten nach Amtsantritt von Baschar (Juni 2000) ihren Höhepunkt. Im Herbst 2001 war der Frühling dann vorbei. (Thomas Pany) / (jo/c't)




Aus: "Syrien läßt Facebook-Zugang sperren" (24.11.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/99499

-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Syrien



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