Author Topic: [Zur Netzneutralität... ]  (Read 9663 times)

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[Schatten eines Restgeistes... ]
« Reply #15 on: October 28, 2015, 05:44:33 PM »
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[...]  Tim Berners-Lee ist wahrlich kein Nostalgiker. Dazu ist der Erfinder des World Wide Web viel zu sehr mit der Entwicklung künftiger Netz-Standards beschäftigt. Aber seine Aussage zur Zukunft der Netzneutralität in Europa steht stellvertretend für die Haltung vieler, denen die Entwicklung des Internets und seiner Dienste (das WWW ist nur einer davon) nur bedingt gefällt. Vor der heutigen Abstimmung des EU-Parlaments hatte er geschrieben: "Als ich das WWW entworfen habe, war es eine offene Plattform, die Kollaboration und Innovation förderte (…) Das Prinzip der Netzneutralität hat dafür gesorgt, dass das Internet seit seiner Entstehung ein freier und offener Raum geblieben ist." Das stimmt nur leider schon heute nicht mehr, und es wird in Zukunft noch viel weniger stimmen.

Längst ist das Internet ein durch und durch kommerzialisierter Raum, von einigen Ecken abgesehen. Kollaboration und Innovation werden ausgebremst von Konkurrenzkampf und Besitzstandswahrung, wie in allen anderen Wirtschaftszweigen auch. Die Entscheidung des EU-Parlaments, das Prinzip der Netzneutralität weiter aufzuweichen, passt deshalb in diese Zeit.

 Team Tim Berners-Lee wird die Entscheidung so deuten: Die Besitzer wichtiger Infrastrukturen können mit finanzkräftigen, etablierten Inhalteanbietern künftig über kostenpflichtige Bevorzugung verhandeln, noch über das ohnehin schon bestehende Ausmaß hinaus. Kleine Start-ups können sich solche Privilegien nicht leisten und die Großen nicht mehr so einfach herausfordern. Das gilt besonders für europäische Start-ups, die kaum jene Summen an Risikokapital einsammeln können, wie sie im Silicon Valley bereitgestellt werden. Und auch die Nutzer haben das Nachsehen: Sie werden demnächst direkt oder indirekt zur Kasse gebeten für Dienste und Inhalte, die heute Teil des ganz normalen Internetverkehrs und ganz normaler Datenflatrates sind.

Team Telekom wird argumentieren: Wenn die Besitzer der Infrastrukturen diese angesichts der steigenden Datenmengen immer weiter ausbauen müssen, benötigen sie irgendwoher das Geld dafür. Eine strikte Netzneutralität, also die ausnahmslose Gleichbehandlung aller Datenpakete, würde es den Providern unmöglich machen, dieses Geld durch neue Geschäftsmodelle zu verdienen.

Die EU-Abgeordneten hätten heute enge Grenzen für solche Geschäftsmodelle setzen und damit wenigstens den Schatten eines Restgeistes des Berners-Lee'schen Internets bewahren können. Doch die entsprechenden Änderungsanträge der Grünen und Linken fanden keine Mehrheit, der Verordnungsentwurf in seiner jetzigen Fassung gilt damit als angenommen. Die EU-Kommission, die Mitgliedsstaaten und die Provider haben mehr oder weniger bekommen, was sie wollten: die Blaupause für ein Internet des Geldes.

Nun liegt es am Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Gerek), aus der an vielen Stellen schwammig formulierten Verordnung konkrete Leitlinien zu formulieren. Diese Leitlinien, ihre Umsetzung und die Kontrolle der Umsetzung durch die nationalen Regulierungsbehörden können einige Befürchtungen von Team Tim noch ausräumen. Doch von einem EU-Parlament, das auch Hunderte Millionen Verbraucher repräsentieren sollte, hätte man sich gewünscht, dass es das selbst übernimmt.

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manchmalschon
#2  —  vor 21 Stunden 14

Also ist, im Vergleich zu uns, Amerika doch das Land der Freiheit. Dort wurde die Netzneutralität erhalten. ...


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Jasiu
#7  —  vor 1 Tag 23

Mit seiner Entscheidung, die Netzneutralität aufzuweichen, zeigt das EU-Parlament, was aus ihm geworden ist: ein durch und durch kommerzialisiertes, korrumpiertes, gegen die EU-Bürger und für die Interessen von Großkonzernen handelndes, undemokratisches Ding.


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USA TOMORROW
#10  —  vor 1 Tag 2

Es ist wirklich befremdlich, wie staatliche Regulierung des Internets jetzt auf einmal als "Freiheit" verkauft werden soll.


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mr_murdock
#13  —  vor 1 Tag 5

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie zielsicher diese EU es schafft, die Idee eines vereinten Europas nachhaltig zu diskreditieren.


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atlos
#17  —  vor 1 Tag 8

Hier wird wieder nur neoliberal argumentiert. Es geht doch möglicherweise auch darum, bestimmte Inhalte zu benachteiligen ohne daraus einen finanziellen Nutzen zu ziehen. Wenn es möglich wäre beispielsweise verschlüsselte Inhalte zu verlangsamen, was dann? Oder die Pakete zu droppen?
Was ist, wenn bestimmte Inhalte einer Regierung in Europa nicht passen. Dann dauert der Aufruf der entsprechenden Seite dann eben 20 Minuten.
Und davor haben die Leute Angst und ich auch.


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Die Irdische
#19  —  vor 23 Stunden 1
Redaktionsempfehlung

Das Internet ist inzwischen ein unverzichtbares strategisches Instrument für Industrie- und Dienstleistungsbetriebe geworden. Die Logistik vieler Unternehmen hängt komplett am Netz. Die Aufgabe der Netzneutralität ist eine Konsequenz dieser Entwicklung und ein Zeichen der zentralen Bedeutung der Technologie für die moderne Dienstleistungs- und Industriegesellschaft. Das mögen manche Romantiker, die wie ich mit dem Telefonkoppler angefangen haben, beklagen. Aber das Netz als überragendes Produktionsmittel muss den Preis nach Angebot und Nachfrage ausrichten um maximal effizient zu sein.
Was das EU-Parlament heute beschlossen hat ist eine Folge dieser Einsicht und richtig.


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XYZA
#19.2  —  vor 22 Stunden 1

Das sehe ich anders. Das Internet war bisher freier Bestandteil dieser Welt, bis es von den Industrie- und Dienstleistungsbetrieben gekapert worden ist.
Zudem ist dieses Gesetz für mich bewußt schwammig formuliert, so daß dem 2 Klasseninternet Tür und Tor geöffnet wurden. Der, der über das meiste Geld verfügt bekommt eine schnellere Leitung / Weiterleitung bei den Providern. Wollen Sie das wirklich?


...


Aus: "Netzneutralität: Das Internet ist kein Ponyhof"  Patrick Beuth (27. Oktober 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2015-10/netzneutralitaet-eu-parlament-abstimmung-kommentar

---

"EU-Parlament votiert für "Netzneutralität" mit großen Hintertüren" (27.10.2015)
Die EU-Abgeordneten haben einen halbgaren Kompromiss zum "offenen Internet" und ein teilweises Aus für Roaming-Gebühren verabschiedet. Spezialdienste und Verkehrsmanagement werden ermöglicht. ... Das Parlament beschließt damit einen Kompromiss, den es mit dem EU-Rat und der EU-Kommission über den Sommer hinweg festgeklopft hatte. Bürgerrechtsorganisationen, Internetfirmen, Wagniskapitalgeber, der Web-Initiator Tim Berner-Lee und Landesmedienanstalten kritisierten den Deal vorab scharf, da er Hintertüren für ein Zwei-Klassen-Netz offenhalte....
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Parlament-votiert-fuer-Netzneutralitaet-mit-grossen-Hintertueren-2859913.html

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dungeonlight

306 Beiträge seit 04.05.2013
27.10.2015 14:34

Warum habt ihr das Internet kaputt gemacht, CDU, SPD & FDP? Warum?
Gilt natürlich auch für deren EU-Ableger. Noch nie war die Ablehnung einer EU-Regelung größer und die Gruppe der Befürworter kleiner:
Mindestens 70% der Leute in Deutschland sind für Netzneutralität; und das gilt sogar ausdrücklich auch für CDU-, SPD- & FDP-Wähler
https://www.abgeordnetenwatch.de/sites/abgeordnetenwatch.de/files/netzneutralitat_infratest_2015.pdf

200.000 Leute unterschrieben eine Petition zur Rettung der Netzneutralität

Start-ups sind für Netzneutralität
https://www.change.org/p/wir-sind-f%C3%BCr-netzneutralit%C3%A4t-und-gegen-ein-2-klassen-netz-regsprecher-was-sagt-frau-merkel

Die USA & Barack Obama sind für Netzneutralität

Der CCC ist für Netzneutralität

Führende Unternehmen, Investoren, Akademiker, NGOs, US-Präsidentschafts-Kandidat Lawrence Lessig und sogar der Vater des Internets sind gegen das Telecom-Paket ohne Änderungen und für das Telekom-Paket mit Änderungen
https://cyberlaw.stanford.edu/blog/2015/10/broad-coalition-urges-european-parliament-adopt-amendments-save-net-neutrality

Die Landesmedienanstalten Deutschlands waren gegen das Telecom-Paket ohne Änderungen bzw. für das Telecom-Paket mit Änderungen
http://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/die-medienanstalten/detailansicht/article/netzneutralitaet-sichern-plattformregulierung-modernisieren-gemeinsame-erklaerung-der-gremienvo.html

Der Deutsche Journalisten-Verband war für Netzneutralität
http://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/die-medienanstalten/detailansicht/article/netzneutralitaet-sichern-plattformregulierung-modernisieren-gemeinsame-erklaerung-der-gremienvo.html

Das waren nur die Akteur-Gruppen, die mir spontan einfallen; da gibt's noch mehr.

Andererseits, wer ist für Regeln zur Netzneutralität, die Netzneutralität nicht sichern?

Nur 1 Akteur-Gruppe: Internetanbieter... das war's...

Und so sieht dann ein akzeptabler Kompromiss aus?
Als Geschenk kein richtiges Ende von Roaming, und als Preis dafür Regeln zur Netzneutralität, die Netzneutralität nicht sichern?
Das ist so, als wenn man 'nen Deal macht wie: "Wir sprengen dein Haus, aber dafür schenken wir dir als Ausgleich 'nen Briefkasten."

http://www.heise.de/forum/Netze/News-Kommentare/EU-Parlament-votiert-fuer-Netzneutralitaet-mit-grossen-Hintertueren/Warum-habt-ihr-das-Internet-kaputt-gemacht-CDU-SPD-FDP-Warum/posting-23855283/show/


« Last Edit: October 28, 2015, 07:27:02 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Kaum... ]
« Reply #16 on: October 29, 2015, 06:16:07 PM »
Quote
[...] Kaum beschließt das EU-Parlament neue Netzneutralitäts-Regeln, erklärt die Telekom, wie sie Start-ups künftig zur Kasse bitten will. Das hat beinahe Slapstick-Qualität.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Timotheus Höttges, dem Vorstandsvorsitzenden der Telekom, exzellentes komödiantisches Timing bescheinigen. Am Dienstag hatten die Abgeordneten im Europäischen Parlament mehrheitlich für eine Aufweichung der Netzneutralität gestimmt. Nur einen Tag später veröffentlichte die Telekom ein Statement von Höttges, in dem er die schlimmsten Befürchtungen von Netzaktivisten in einen Businessplan gießt.

 Das EU-Parlament hatte einen Verordnungsentwurf gebilligt, in dem es einerseits heißt: "Anbieter von Internetzugangsdiensten behandeln den gesamten Verkehr bei der Erbringung von Internetzugangsdiensten gleich, ohne Diskriminierung, Beschränkung oder Störung, sowie unabhängig von Sender und Empfänger, den abgerufenen oder verbreiteten Inhalten, den genutzten oder bereitgestellten Anwendungen oder Diensten oder den verwendeten Endgeräten."

Andererseits enthält der Entwurf mehrere Ausnahmen und Schlupflöcher, mit denen dieses Grundprinzip der Nicht-Diskriminierung ausgehebelt werden kann. Zum Beispiel mit sogenannten Spezialdiensten. Das sind Dienste, "die keine Internetzugangsdienste sind" und mehr Bandbreite und Störungsfreiheit brauchen als zum Beispiel der Versand einer E-Mail. Für diese Art der Bevorzugung dürfen die Internetprovider die jeweiligen Anbieter gesondert zur Kasse bitten. Während die EU-Kommission dabei an Telemedizin und Verkehrssteuerungssysteme der Zukunft denkt, fällt die Definition der Telekom deutlich weiter aus.

 Höttges nannte in seinem Statement (nicht zum ersten Mal) auch Videokonferenzen und Online-Spiele als mögliche Spezialdienste – also Anwendungen, die heute ganz selbstverständlich zum Alltag im Internet gehören und für die niemand einen Privilegierten-Zuschuss bezahlen muss. Noch nicht. Aber: "In Zukunft wird es eben auch die Möglichkeit geben, einen Dienst für ein paar Euro mehr in gesicherter Qualität zu buchen", scheibt Höttges. Was im Umkehrschluss hieße: Alles andere gibt es nur noch in ungesicherter Qualität. Bemerkbar machen wird sich das dann, wenn die Netzwerke der Telekom überlastet sind. Wer dann nicht für die Vorfahrt seiner Daten gezahlt hat, steht eben im Stau.

Aber Höttges setzt noch einen drauf. Er schreibt: "Gerade Start-ups brauchen Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern überhaupt mithalten zu können. Google und Co. können sich weltweite Serverparks leisten, damit sie die Inhalte näher zu den Kunden bringen und die Qualität ihrer Dienste so verbessern. Das können sich Kleine nicht leisten. Wollen sie Dienste auf den Markt bringen, bei denen eine gute Übertragungsqualität garantiert sein muss, brauchen gerade sie Spezialdienste. Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur. Und es sorgt für mehr Wettbewerb im Netz."

 Jene neuen Unternehmen also, die erst eine Nutzerschaft aufbauen müssen, die erst einmal keine laufenden Einkünfte haben und finanziell von Risikokapitalgebern abhängig sind, sollen künftig die Telekom dafür bezahlen, dass ihre Inhalte störungsfrei beim Nutzer ankommen. Das klingt – mit Verlaub – nach Schutzgelderpressung.

"Mehr Wettbewerb im Netz" entsteht so sicherlich nicht. Besonders europäische Gründer werden darunter zu leiden haben, denn hier fließt das Risikokapital nicht so reichlich wie im Silicon Valley.

Noch mehr Talent als Höttges für beinahe lustige Auftritte hat nur EU-Kommissar Oettinger. Als das Telekom-Statement gerade die Runde machte, twitterte er noch fröhlich: "Dank der neuen Netzneutralitätsregeln wird jeder Internetverkehr gleich behandelt."

 Nun wissen sowohl der EU-Kommissar als auch der Telekom-Vorstandsvorsitzende sehr genau, dass die Verordnung erst noch konkretisiert werden muss. Das werden die europäischen Regulierungsbehörden übernehmen, und im Streitfall die Gerichte. Was letztlich als Spezialdienst durchgehen wird und was nicht, ist also noch längst nicht gesichert.

Aber jetzt so zu tun, als ob die Netzneutralität EU-weit festgeschrieben ist, obwohl der Begriff in der Verordnung nicht einmal vorkommt und gleichzeitig Gründungswillige massiv zu verunsichern, ist entweder vorpreschendes Agenda-Setting oder einfach maximal ungeschickt. Wäre das hier Slapstick, müsste jetzt jemand Torten werfen.

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ellinftw
#7  —  vor 2 Stunden 4

Erst die VDS und jetzt das ...


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Zivilisationswächter
#10  —  vor 2 Stunden 2

Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur...

...die wir damals, als wir noch die Post waren, vom deutschen Steuerzahler für lau übernommen haben und übrigens heute noch nutzen. Das entspricht unserem technologischen Nachhaltigkeitsprinzip."

Hätte uns doch nur rechtzeitig einer gewarnt.


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BadForGood
#11  —  vor 2 Stunden

Ich würde sagen: Ruhig bleiben! Die Telekom hat eine lange Geschichte darin, freie Datenkommunikation eher zu behindern. Man muss nur zurück in die 80'er schauen als der Laden noch staatlich war. Damals waren in den USA bereits günstige Modems von unterschiedlichen Anbietern im Handel, während man hier in Deutschland ausschließlich das von der Telekom / Post zur monatlichen Miete angeboetene "Postmodem" verwenden durfte, oder aber auf einen wesentlich leistungsärmeren Akustikkoppler ausweichen müsste.

Eine weitere Geshichte findet man Ende der 90'er, da kamen die ersten alternativen Anbieter mit Flatrates (noch per Modem oder ISDN auf) raus. Nach einiger Zeit bot die Telekom dann auch eine Flatrate, sogar deutlich günstiger als die Konkurrenz, und nachdem dann alle Benutzer zur Telekom gewechselt waren ... stellte diese ihre Flatrate wieder ein, mit der Begründung "Minutentarife kämen den Kunden viel besser entgegen".

Man könnte das ewig fortsetzen - vor zwei Jahre wollte man ja auch groß drosseln - viel wichiger ist aber: Der Markt hat auch noch mitzureden, es gibt heute andere Anbieter und nicht nur die Telekom. Will diese Kunden oder Inhaltsanbieter zur Kasse bieten, muss nur mindestens ein Konkurrent da sein, der das nicht tut und schwupps: Schon zieht der rosa Riese dieses Mal den Kürzeren. Darüber hinaus vertraue ich auch darauf, dass die nationalen Regulierungsbehörden dem Laden schon Einhalt gebieten werden. Schon lange rate ich auc jedem: Provider wechseln!


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DieserBenutzernameistbereitsvergeben
#12  —  vor 1 Stunde 1

Und als nächstes dann der Router- bzw. Modemzwang des jeweiligen Anbieters damit der Kunde keine Chance mehr hat irgendetwas an seinem Zugang zu konfigurieren.


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smoke_bob
#17  —  vor 1 Stunde

Wie oft muss die Politik eigentlich noch einzelne Marktteilnehmer oder ganze Branchen pushen, bis endlich verstanden wird, dass die Politik dem sog.1% dient??


...


Aus: "Netzneutralität: Das eskaliert ja schnell" Ein Kommentar von Patrick Beuth (29. Oktober 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2015-10/netzneutralitaet-telekom-hoettges-startups-spezialdienste

Offline Textaris(txt*bot)

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[Zur Netzneutralität... ]
« Reply #17 on: June 07, 2017, 05:39:34 PM »
Quote
[...] Betreiber von Webseiten und Internetnutzer sollen sich am 12. Juli 2017 zusammenschließen und gegen den "Angriff" der Federal Communications Commission (FCC) auf die Netzneutralität demonstrieren. Dazu hat eine breite Allianz von Bürgerrechtsorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen einschließlich ACLU, EFF, Greenpeace oder Free Press zusammen mit Internetfirmen und Online-Projekten wie Amazon, Creative Commons, DuckDuckGo, Etsy, GitHub, Kickstarter, Mozilla oder Vimeo unter dem Aufhänger einer beabsichtigten "Schlacht ums Netz" aufgerufen.

Die FCC wolle das Internet in eine Art Kabelfernsehen verwandeln, warnen die Mitstreiter. Wenn die großen Telekommunikationsfirmen und Kabelnetzbetreiber sich mithilfe der Regulierungsbehörde durchsetzten, würden gedrosselte Anschlüsse, Blockaden, Zensur und Zusatzgebühren alltäglich im Internet.

...


Aus: "Aktionstag Netzneutralität: Breites Bündnis bläst zur "Schlacht" ums Internet" (heise online, 07.06.2017)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Aktionstag-Netzneutralitaet-Breites-Buendnis-blaest-zur-Schlacht-ums-Internet-3737368.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Auftakt-zum-Ende-der-Netzneutralitaet-3287192.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Welle-des-Protests-gegen-drohendes-Aus-fuer-die-Netzneutralitaet-3699954.html

https://www.battleforthenet.com/july12/


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[Zur Netzneutralität... ]
« Reply #18 on: October 19, 2018, 03:43:19 PM »
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[...] Die New Yorker Staatsanwaltschaft geht Hinweisen auf bis zu 9,5 Millionen Identitätsanmaßungen nach. Lobbyisten sollen im Verfahren zur Abschaffung der Netzneutralität Millionen Stellungnahmen eingereicht haben, wofür sie fremde Namen und Adressen missbraucht haben. Diese Woche hat die Staatsanwaltschaft Subpoena gegen mehr als ein Dutzend Lobbyfirmen und -gruppen erwirkt, wie die New York Times berichtet.

Eine Subpoena verpflichtet den Adressaten unter US-Recht, bestimmte Informationen, Unterlagen oder Gegenstände herauszugeben, die dann in einem Gerichtsverfahren als Beweise verwendet werden können. In diesem Fall geht es wohl vor allem um Auskünfte und Unterlagen.

Ein wichtiger Teil des Netzneutralitätsverfahrens bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) im Vorjahr war eine öffentliche Konsultation. Jedermann konnte sich einbringen und inhaltliche Gründe sowie rechtliche Argumente vorbringen. Jede Eingabe wurde Teil des offiziellen Akts und kann zur Begründung der Entscheidung herangezogen werden sowie bei einer eventuellen späteren gerichtlichen Überprüfung eine Rolle spielen.

Meistens beteiligen sich vor allem Insider, doch die (damals geplante) Abschaffung der Netzneutralität hat nicht weniger als 22 Millionen Eingaben hervorgerufen. Im Dezember war die New Yorker Staatsanwaltschaft noch von einer Million Eingaben unter fremdem Namen ausgegangen. Diese Zahl soll inzwischen auf bis zu 9,5 Millionen gestiegen sein. Dabei wurden auch Namen Verstorbener verwendet. Zudem kam eine erstaunliche Menge an Beiträgen (angeblich) von Russen.

Überhaupt waren von den 22 Millionen Stellungnahmen nur etwa 800.000 einzeln abgefasst, wie Forscher der Stanford Universität festgestellt haben. Der Rest bestand aus vielfach wiederholten gleichlautenden Schreiben oder einer Melange aus recycelten Phrasen. Die Forscher haben auch eine Stichprobe von 1000 einzigartigen Stellungnahmen begutachtet. Dabei zeigte sich, dass nur drei Eingaben für die Abschaffung der Netzneutralität waren, 997 dagegen.

Die Staatsanwaltschaft möchte nun herausfinden, wie die nie dagewesene Lawine an Textbausteinen zustande gekommen ist. Irreführende Nutzung sowie Missbrauch fremder Identitäten ist in den USA strafbar. Die Subpoena richten sich gegen Lobbyisten auf beiden Seiten der Auseinandersetzung. Manche Lobbyisten halten bisher sogar ihre Auftraggeber geheim.

Die republikanische Mehrheit in der FCC selbst hat offenbar wenig Interesse an Aufklärung. Die New York Times hat inzwischen die FCC verklagt, weil diese Auskünfte nach dem Informationsfreiheitsgesetz verweigere. Jessica Rosenworcel, eine der beiden Demokratinnen in der FCC, begrüßte hingegen das Vorgehen der New Yorker Staatsanwälte. (ds)


Aus: "Millionen fremder Namen zur Abschaffung der Netzneutralität missbraucht" Daniel AJ Sokolov (19.10.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Millionen-fremder-Namen-zur-Abschaffung-der-Netzneutralitaet-missbraucht-4196015.html