Author Topic: [The Lordship of Moneygaming... ]  (Read 121797 times)

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[Eine Vielzahl fiktiver Darlehensauszahlungen... (Notiz)]
« Reply #70 on: August 16, 2007, 12:40:35 nachm. »
Quote
[...] Düsseldorf (ddp.djn). Der 32-jährige Leiter einer Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) -Filiale in Düsseldorf soll etwa 1,4 Millionen Euro veruntreut haben. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, hatte der Mann eine Vielzahl fiktiver Darlehensauszahlungen auf insgesamt 22 Konten vorgenommen, auf die er Zugriff hatte. Anschließend verwendete er das Geld für private Zwecke.

Die Taten aus den Jahren 2004 bis 2006 wurden in der vergangenen Woche durch interne Ermittlungen der Revisionsabteilung
aufgedeckt.


Aus: "Commerzbank-Filialleiter soll 1,4 Millionen Euro veruntreut haben" (15. August 2007)
Quelle: http://de.biz.yahoo.com/15082007/336/commerzbank-filialleiter-1-4-millionen-euro-veruntreut.html

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["Gutsherrenart"... (Notiz, SachsenLB)]
« Reply #71 on: August 30, 2007, 01:25:24 nachm. »
Quote
[...] Liquiditätskrise 2007:

Die Sächsische Landesbank Sachsen LB hatte über die Conduits Ormond Quay und Georges Quay in Irland amerikanische Subprime-Kredite aufgekauft, die im Sommer 2007 notleidend wurden.

Obwohl die Sachsen LB noch am 10. August 2007 mitteilte, dass sie über ausreichende Liquidität verfüge,[2] mussten ihr nur sieben Tage später die Sparkassen-Organisationen eine Kreditlinie von 17,3 Mrd. Euro zur Verfügung stellen,[3] da aufgrund mangelnder Liquidität ihre Existenz gefährdet war.[4]

In den darauffolgenden Tagen schied zunächst der für das Kapitalmarktgeschäft zuständige Vorstand Stefan Leusder aus dem Unternehmen aus, [5] die Veröffentlichung des Halbjahresberichts wurde verschoben, [6] und es begann die Suche nach einem Investor, um die Sachsen LB durch eine Übernahme vor einer drohenden Verlusterklärung zu retten.[7]

Wie am 26. August 2007 bekannt wurde, übernimmt die Landesbank Baden-Württemberg die Sachsen LB für einen Kaufpreis von zunächst „mindestens 300 Mio. Euro“, dessen endgültige Festlegung aber erst nach einer abschließenden Bewertung des Unternehmens am Jahresende 2007 erfolgen soll.[8]


Asu: "http://de.wikipedia.org/wiki/SachsenLB" (29/08/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/SachsenLB

-.-

Quote
[...] Die Verantwortlichen hätten immer nur nach "Gutsherrenart" informiert, sagte Landrätin Köpping.


Aus: "INFORMATIONSVERWEIGERUNG: Kontrolleure der SachsenLB fühlen sich belogen" (30. August 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,502837,00.html


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[Stets als "Law and Order"-Minister bekannt... (Notiz, Kanther)]
« Reply #72 on: September 28, 2007, 10:16:42 vorm. »
Quote
[...] Die Angeklagten legten keinen Widerspruch ein, das Urteil ist damit rechtskräftig. "Ich habe zugestimmt, weil ich nicht wollte, dass sich die nächsten Jahre in dem Prozess erschöpfen", sagte Kanther. Er hatte zusammen mit Weyrauch und dem ehemaligen hessischen CDU-Landesschatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein seit 1983 rund 21 Millionen Mark aus dem Vermögen seiner Partei auf geheime Konten in der Schweiz und in Liechtenstein transferiert, um sie der bevorstehenden Veröffentlichungspflicht zu entziehen. Die schwarzen Kassen wurden teilweise als jüdische Vermächtnisse getarnt und unter anderem zur Wahlkampffinanzierung verwendet. "Jeder Pfennig dieses Vermögens wurde für die CDU ausgegeben", sagte Kanther nach der Urteilsverkündung.

Quote
NIE4, 27.09.2007 20:37   
 
hat er und die CDU sich am Ende doch noch frei kaufen können.
dann kann Koch womöglich doch weiter regieren und der deutsche Steuerzahler muss nun doch noch für Kanthers Pension aufkommen.

Quote
Mr. Spock, 27.09.2007 19:10   
 
Verbrechen zahlt sich aus!


Aus: "CDU-Schwarzgeldaffäre: Ex-Innenminister Kanther zu Geldstrafe verurteilt" (27. September 2007)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=3052166
 

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Quote
[...] Als Bundesinnenminister hatte er der Geldwäsche den Kampf angesagt; am 13. Mai 2000 steht Manfred Kanther vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur CDU-Parteispendenaffäre und wundert sich, dass gegen ihn von der Staatsanwaltschaft Ermittlungen durchgeführt werden. In Kanthers Amtszeit als Generalsekretär der Hessen-CDU wurden 1983 rund 20,8 Millionen D-Mark auf schwarze Konten in die Schweiz transferiert und später nach Bedarf wieder zurückgeholt. In diesem Zusammenhang verwies Kanther auf (s)ein „schlechtes Erinnerungsvermögen“, da er bei Bekanntwerden der Vorgänge im Januar des Jahres 2000 von einer Geldsumme von höchstens 9 Millionen D-Mark ausging. Ebenso konnte Kanther nicht erklären, woher das Geld ursprünglich stammte und wer die Spender waren. Ferner konnte er auch keine Angaben zum Verbleib einer Summe von über 600.000 D-Mark machen; Kanther war sich dabei aber sicher, dass sich niemand privat bereichert habe.


Aus: "CDU-Spendenaffäre" (28.09.2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/CDU-Spendenaff%C3%A4re#Spendenaff.C3.A4re_der_hessischen_CDU

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Quote
[...] Vom 5. April 1987 bis zum 4. April 1991 amtierte er in der von Ministerpräsident Walter Wallmann geführten Landesregierung als Hessischer Staatsminister der Finanzen. Am 7. Juli 1993 wurde er dann als Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Kanther war während seiner Zeit als Bundesinnenminister stets als "Law and Order"-Minister bekannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanther (28.09.2007)

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Quote
[...] Law and Order (Anglizismus, deutsch: Recht und Ordnung) ist ein politisches Schlagwort, mit dem eine Politik bezeichnet wird, die sich vor allem der inneren Sicherheit als Mittel bedient. Politiker (Legislative) oder Juristen (Judikative) können mit dem Attribut belegt werden, wenn sie Priorität auf höhere Staatsausgaben für Polizei (Exekutive), Gefängnisse und Datensammlung, -verarbeitung und -verknüpfung oder auf strengere Gesetze in der Strafvereitelung, Strafverfolgung und Strafvollstreckung legen.
[...]
http://de.wikipedia.org/wiki/Law_and_Order_%28Politik%29 (28.09.2007)


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Quote
[...] BONN, im Januar. [...] Er lebt noch immer in seinem Haus in Königswinter und redet über Millionen, die auf geheimen Konten verschwanden. Damals. Als er ein Fahnder war und in Bonn einen Aktenordner aus einem fremden Büro zog, ihn aufklappte und plötzlich sah: Millionen sind versteckt worden vor der deutschen Steuer. In Liechtenstein, von der CDU. Mit diesem Griff begann sein Fall, im Jahr 1975. Später hieß er "Parteispendenaffäre", dann hieß er "Flick", und dann war es nicht mehr sein Fall. Er wurde ihm weggenommen, aber er ist nie aus seinem Leben verschwunden.

Klaus Förster sitzt in einem abgelegenen Zimmer seines großen Hauses. Es ist das Zimmer, in dem die alten Möbel seiner Eltern stehen und ein Fernseher. Förster will an diesem Januartag des Jahres 2000 die Biathlon-Wettkämpfe verfolgen, doch dann schaltet er wieder um zu den Nachrichten. Er sieht Helmut Kohl und er hört von versteckten Millionen. Und täglich grüßt die Vergangenheit.

In Försters Geschichte schiebt sich wieder alles zusammen, wie in einem Film, der offen lässt, wann die Rückblenden beginnen und wann die Handlung sich weiterentwickelt. Er selbst, der längst graue Haare hat, spricht von einer "nahtlosen Fortsetzung" des Geschehens. Seine großen Jahre als Fahnder und der späte Fall Kohls verweben sich zu einem neuen, amüsanten Kapitel seiner Biografie.

[...] Klaus Förster wird wieder in Talk-Shows eingeladen. 25 Jahre danach. "Ich bin abgeklärt", sagt er. Aber er ist es nicht, er hat nur Recht gehabt. "Kinder, es ist genauso geblieben. Und es wundert mich nicht." Der 66 Jahre alte Mann regt sich immer noch auf. Vor allem, weil es wieder passiert ist, ein zweites Mal, obwohl so viele Bekannte des handelnden Personals nach dem ersten Mal treuherzig beteuert hatten: Nie wieder schmutzige Spenden, nie wieder Geldkoffer.

"Kohl weiß, was Sie tun", hat ihm vor über zwanzig Jahren ein Anwalt der CDU gedroht. "Das werde ich nie vergessen, die dachten wohl, das würde mich beeindrucken", sagt Klaus Förster. Er nennt solche Begebenheiten "Markierungssteine" für seinen Fall, "Leuchtfeuer". Förster, damals Chef der Steuerfahndung in St. Augustin bei Bonn, sollte eingeschüchtert werden, Bescheid wissen, mit wem er es aufnimmt: mit der CDU Deutschlands und ihrem Parteivorsitzenden Helmut Kohl. Und das war nur der Anfang der Erlebnisse des Beamten Förster, der einige Jahre später kein Beamter mehr sein wollte.

Alles begann mit einem Zufall. Ein Mann namens Peter Müllenbach erstattete im Herbst 1975 Anzeige, weil er viel Geld verloren hatte. Es ging um 110 000 Mark, die Müllenbach in Liechtenstein angelegt hatte. Nun waren sie verschwunden. Der Staatsanwalt informierte die Steuerfahndung, und die interessierte vor allem, ob das Geld in Deutschland versteuert worden war. Müllenbach verstrickte sich in Widersprüche, Förster ließ sein Büro durchsuchen. Da wusste er bereits, dass Müllenbach Geschäftsführer eines Unternehmens der CDU war, nämlich der Union-Betriebs-GmbH. Und die hatte ihre Akten sauber geführt. So sauber, dass es Klaus Förster die Sprache verschlug.

Der Ordner, den er zuerst aufklappte trug die Aufschrift "EU". Die beiden Buchstaben standen für die Firma "Europäische Unternehmensberatungsanstalt" in Vaduz, Liechtenstein. Einziger Zweck dieses Unternehmen war es, getarnte Spenden deutscher Firmen an die CDU reinzuwaschen. Nach dem Gesetz konnten Spenden an Parteien über 600 Mark nicht von der Steuer abgesetzt werden. Also verfiel man auf einen Trick: Deutsche Unternehmen wie etwa Daimler-Benz und Kaufhof erstanden bei der "EU" angebliche wissenschaftliche Gutachten und buchten diese steuersparend als Betriebsausgaben ab. Für die Schein-Expertisen bezahlten sie zwischen 5 000 und 50 000 Mark. Allein in den Jahren von 1969 bis 1973 nahm die "EU" drei Millionen Mark ein. Das Geld landete über den Umweg Liechtenstein in den Kassen der CDU.

Als er den Ordner in seinen Händen hielt, ahnte Förster, dass dieser Fall groß werden würde. Wie groß, wusste er, als die Finanzverwaltung ihm ausrichten ließ: "rotes Licht"; als er sich mit Anwälten der Christdemokraten treffen musste; als er hörte, dass CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep und ein gewisser Horst Weyrauch sich in den obersten Etagen der Behörden um Schadensbegrenzung bemühten. Und als man ihm schließlich sagte, dass auch Kohl über seine Ermittlungen informiert sei.

"Rotes Licht, weiterhin rotes Licht", mehr bekam Förster von seinen Vorgesetzten bald nicht mehr zu hören. Er verlangte eine Begründung. "Die Oberfinanzdirektion ist ihnen keine Begründung schuldig", wurde er abgefertigt. Auch die in Nordrhein-Westfalen regierende SPD zeigte nach einigen Besuchen Leisler-Kieps kein Interesse an Nachforschungen. Später sollte sich zeigen, dass alle etablierten Parteien mehr oder weniger einträgliche Geldwäschereien betrieben. Die westdeutsche Republik hatte ihren ersten Spendenskandal, der Beamte Förster ein ernsthaftes Problem und schon wieder einen neuen brisanten Fall. Er ging ins Kloster. Mit einem Durchsuchungsbefehl.

Förster hatte einen Tipp erhalten. Die Patres der "Steyler-Mission" in St. Augustin bekamen auffällig viele Spenden. Wohltätige Kaufleute, Ärzte und andere Honoratioren bedachten das Kloster seit Jahren großzügig. Nicht aus christlicher Nächstenliebe, wie Förster bald herausfinden sollte. Der Vermögensverwalter Pater Josef Schröder hatte sich ein raffiniertes System ausgedacht, um die Konten weltlicher Unternehmen für seinen Orden zu öffnen. Das Prinzip war auch hier einfach: Wer zum Beispiel 2 000 Mark spendete, bekam eine Quittung über das Fünffache ausgestellt. Das Geschäft war für alle Seiten einträglich. Die Mönche bekamen die Spende, der Gönner konnte sich über den Beleg das Geld vom Finanzamt wiederholen und machte dabei sogar noch Gewinn.

Als die Beamten die beschlagnahmten Unterlagen des Ordens durchsuchten, stießen sie auf den Namen Flick. Der größte deutsche Privatkonzern hatte den Missionaren über die Jahre hinweg 3,5 Millionen Mark gespendet. Förster stattete der Konzernzentrale in Düsseldorf einen Besuch ab. Er wurde auch hier wieder fündig. In einem Hefter fand er Belege dafür, dass Flick den Mönchen insgesamt 12,3 Millionen Mark vermacht hatte.

Wieder waren die Motive alles andere als uneigennützig. Flick nutzte das Kloster jahrelang als Geldwaschanlage. Von der quittierten Spende an die Mönche wanderten vier Fünftel zurück in eine schwarze Firmenkasse. Der Flick-Generalbevollmächtige Eberhard von Brauchitsch setzte das Geld zur "Pflege der Bonner Landschaft" ein. Zur Parteispendenaffäre kam die Flick-Affäre. Für den Steuerfahnder Klaus Förster waren die Ermittlungen an dieser Stelle zu Ende. Er wurde versetzt. Er hatte sich als zu hartnäckig erwiesen.

Als Eberhard von Brauchitsch im Herbst 1999 seine Lebenserinnerungen vorlegte, trat er auch gegen Klaus Förster nach. Der Steuerfahnder sei damals allein wegen Widerborstigkeit versetzt worden. Von Brauchitsch hat Försters Antrieb wohl bis heute noch nicht verstanden, vielleicht weil er ihn nicht kennt. Vielleicht weil er ihn nur als einen Beamten gesehen hat, der seine Haare länger trug als die anderen und der sich nicht täglich eine Krawatte umbinden wollte.

Doch die Attitüde täuscht. Förster ist im Grunde ein konservativer Mann. Immer noch. Ein Jurist aus einer Juristenfamilie, der als junger Beamter CDU wählte und sich als Staatsdiener verstand. Dass er später, als er gegen seine Versetzung kämpfte, Otto Schily als Anwalt engagierte, befremdete seine Verwandten. "Musst du ausgerechnet den Terroristen-Verteidiger nehmen?" fragten sie ihn. Förster war ausgebrochen aus der Beamtenlaufbahn. So sah es aus, nur, dass er es nicht so sah.

"Mich ärgert es noch heute, dass die Leute mich als einen Michael Kohlhaas sahen", sagt er. Denn er wollte ja kein weltfremder Held sein, er wollte nur seine Arbeit korrekt machen. Ohne Ansehen der Person. "Wenn sie gegen einen kleinen Steuersünder vorgehen, interessiert es keinen", sagt Klaus Förster, "geht es aber um Prominente, muss der Fall nach oben gemeldet werden." Er solle doch endlich seinen Frieden mit der Verwaltung machen, rieten ihm damals Kollegen. Da wusste er, er steht allein.

Wenn er heute wieder darüber redet, kommt er gerne auf seinen Vater zu sprechen. "Das Recht stirbt in Zentimetern", hat der seinem Sohn immer wieder gesagt. Aus dieser Welt der klaren Maßstäbe kam Förster, und vielleicht war es auch deshalb so schwer für ihn zu verstehen, dass das, was er Aufrichtigkeit nennt, von seinen Kollegen als Renitenz verstanden wurde. In seiner letzten Beurteilung als Beamter stand schließlich, dass er immer pünktlich zum Dienst erschienen sei. Es war eine Provokation. Denn er war ehrlich und aufrichtig, aber pünktlich war er selten. Sie wollten ihn loswerden, sie hatten ihn schon in ein Kölner Finanzamt versetzt. Er wollte zurück zu seinem Fall, doch er verlor die Prozesse. Er stieg aus.

Mit 50 Jahren fing Klaus Förster dann noch einmal neu an. Man könnte sagen, er hat die Seiten gewechselt. Er wurde ein erfolgreicher Anwalt für Steuerrecht. Besser gesagt, ein Mann für die, die mit dem Recht nur schwer zurecht kommen: Es ist eine späte Ironie seiner Geschichte, dass er heute auch Steuerhinterzieher verteidigt. Er sieht die Dinge jetzt von unten, und in den vergangenen Jahren hat er als Anwalt vor allem eines gelernt: "Das Verhalten der Parteien unterscheidet sich im Grunde nicht vom Verhalten der gesamten Gesellschaft, zumindest nicht, was das steuerrechtliche anbelangt."

...


Aus: "Försters Fall" (Archiv » 2000 » 25. Januar)
Ein Steuerfahnder aus dem Rheinland deckte vor 25 Jahren den ersten Parteispendenskandal auf
Von Mira Gajevic, Jochen Arntz
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0125/blickpunkt/0002/index.html

« Last Edit: Dezember 17, 2008, 11:18:41 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Aufsichtsräte... (Notiz, BRD)]
« Reply #73 on: Oktober 02, 2007, 11:06:58 vorm. »
Quote
[...] Frankfurt am Main - Von diesen Zuwachsraten können normale Arbeitnehmer nur träumen: Der Aufsichtsratschef der Commerzbank steigerte sein Gehalt in diesem Jahr um 105 Prozent. Bei der Deutschen Bank belief sich das Plus auf 73 Prozent, beim Energieversorger RWE waren es 50 Prozent. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin hervor.


Aus: "Aufsichtsräte verdienen elf Prozent mehr als im Vorjahr" (01. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,508969,00.html

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[Als würde das Unternehmen von Kriminellen geführt... (Notiz, AIRBUS)]
« Reply #74 on: Oktober 13, 2007, 04:59:40 nachm. »
Quote
[...] Die Vorwürfe seien eine Belastung für die Reputation des Unternehmens, sagte Enders. Durch die jüngste Veröffentlichung von Teilen eines Zwischenberichtes der französischen Börsenaufsicht AMF sei der Eindruck entstanden, "als würde das Unternehmen von Kriminellen geführt". Das sei unerträglich. "Es wird unsere Reputation geschädigt, und die habe ich zu schützen." Er lasse derzeit konkret prüfen, "welche Schritte unternommen werden können".


Aus: "INSIDERHANDEL BEI AIRBUS - Enders befürchtet langwierige Aufklärung" (11. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,510976,00.html


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[Deutschland deine Innenminister... (Notizen, BRD)]
« Reply #75 on: Oktober 22, 2007, 11:35:09 vorm. »
Quote
[...] FRANKFURT (dpa-AFX) - Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat den Technologiekonzern Siemens laut einem Pressebericht bei der Korruptionsbekämpfung beraten. Schily sei in diesem Jahr mehrere Monate für das Unternehmen tätig gewesen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Schily habe Hinweise geben sollen, wie Siemens die internen Kontrollen verbessern könne, um Gesetzesverstöße künftig zu vermeiden. Siemens wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Am Donnerstag hatte das Landgericht München gegen Siemens eine Geldbuße von 201 Millionen Euro verhängt. Damit wurden dubiose Geldströme in der früheren Telekommunikationssparte Com geahndet. Zusätzlich muss der Konzern eine Steuernachzahlung von 179 Millionen Euro leisten. Laut Handelsblatt (Freitagausgabe) geht die Beendigung des Verfahrens auf eine Initiative der Staatsanwaltschaft zurück.

Damit ist dieser eine Fall für die deutsche Justiz erledigt. Allerdings wird weiter gegen einzelne Siemens-Manager wegen Untreue ermittelt. Zudem droht eine noch höhere Strafe von der US-Börsenaufsicht SEC, da Siemens an der New Yorker Börse notiert ist. Insgesamt seien im Bereich Com Zahlungen von rund 450 Millionen Euro als steuerlich nicht abzugsfähig eingestuft worden, hatte Siemens mitgeteilt. Der Konzern durchleuchtet momentan auch andere Sparten auf schwarze Konten./das/wiz


Aus: "Ex-Innenminister Schily hat Siemens bei Korruptionsbekämpfung beraten" (05.10.07)
Quelle: http://finanzen.sueddeutsche.de/aktien/news_news?secu=318&dpa_news_id=1885644

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Quote
[...] BERLIN - Der frühere Bundesinnenminister und heutige SPD-Bundestagsabgeordnete Otto Schily (75) hat möglicherweise gegen die Pflicht zur Veröffentlichung von Nebentätigkeiten verstoßen. Bundestagspräsident Norbert Lammert habe Schily nach öffentlichen Hinweisen auf eine Tätigkeit für die Siemens AG schriftlich um Auskunft gebeten, sagte eine Bundestagssprecherin und bestätigte einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. Demnach hat Schily Meldungen bislang undementiert gelassen, nach denen er vom März bis zum September 2007 für 140 000 Euro die Siemens AG rechtlich beraten habe.

Schily sagte dem "Spiegel": "In meiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter schließe ich grundsätzlich keine Beratungsverträge ab." Allerdings sei "die Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter" nach seinem Verständnis auch "kein Beruf". Über seine Anwaltstätigkeit - die er "nicht als Nebentätigkeit betrachte" - könne er keinerlei Auskünfte erteilen, nicht einmal gegenüber dem Bundestagspräsidenten.

Die Sprecherin des Bundestages verwies auf die Verhaltensregeln für Abgeordnete. Danach müssten alle Nebentätigkeiten angezeigt werden, falls bestimmte Merkmale erfüllt seien.
dpa


Aus: "Otto Schily soll Nebeneinkünfte offenlegen" (22. Oktober 2007)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/10/22/807287.html

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Quote
[...] Der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) soll für den Siemens-Konzern bei der US-amerikanischen Regierung darum gebeten haben, gegen das wegen eines Korruptionsskandals ins Schlingern geratene Unternehmen in den USA nicht zu ermitteln. Nach Ansicht eines führenden SPD-Bundestagsabgeordneten habe Schily "seine guten Kontakte in den USA genutzt hat, um die Interessen von Siemens zu sichern und die Wogen dort zu glätten", berichtet der 'Kölner Stadt-Anzeiger' (Samstagsausgabe). "Das Unheil, das Siemens aus den USA droht, ist noch nicht abgewendet."

Der 75-Jährige war nach Medienberichten von März bis September 2007 als Anwalt für Siemens tätig und erhielt dafür 140.000 Euro, hatte dies der Bundestagsverwaltung aber nicht angezeigt. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hatte Ende März 2007 eine Untersuchung gegen Siemens eingeleitet, just in dem Monat, als Schilys Engagement begann. Dem Konzern drohen in den USA Anwaltskosten und Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Die SEC hat bisher noch nicht entschieden, ob sie formelle Ermittlungen startet.

Spätestens nach dem Irak-Krieg unterhielt Schily von allen rot-grünen Ministern die besten Kontakte zur Administration von Präsident George W. Bush. Als der amerikanische Botschafter Daniel Coats ihn am 31. Mai 2004 darüber informierte, dass die USA den Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri wegen Terrorverdachts irrtümlich verschleppt, gefoltert und festgehalten hatten, gelobte Schily zu schweigen. (as)


Aus: "Schily soll USA gebeten haben, nicht gegen Siemens zu ermitteln - Ex-Bundesinnenminister nutzte "gute Kontakte"" (14.12.2007)
Quelle: http://de.internet.com/index.php?id=2053517

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Quote
[...] Otto Schily wurde nach seiner Zeit als Bundesinnenminister Aufsichtsrat bei den Firmen Byometric Systems AG (Mitterfelden)[3] und SAFE ID Solutions AG (Unterhaching)[4]. Diese Firmen bieten biometrische Lösungen bzw. Lösungen zur Personalisierung von Ausweisdokumenten an. Seine Tätigkeit für diese Firmen ist umstritten, denn als Bundesinnenminister war Otto Schily ein maßgeblicher Wegbereiter der Einführung des kontrovers diskutierten biometrischen Reisepasses (epass), von dessen Einführung seine nunmehrigen Arbeitgeber in erheblichem Maße wirtschaftlich profitieren.

[...] Am 28. Oktober 2005 wurde Schily mit dem Negativpreis Big Brother Lifetime Award 2005 ausgezeichnet. Gewürdigt wurde er „für den Ausbau des deutschen und europäischen Überwachungssystems auf Kosten der Bürger- und Freiheitsrechte und für seine hartnäckigen Bemühungen um die Aushöhlung des Datenschutzes unter dem Deckmantel von Sicherheit und Terrorbekämpfung“. Schily hatte die Auszeichnung bereits 2001 für den ersten „Otto-Katalog“ erhalten.


Aus: "Otto Schily" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schily

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Quote
[...] Zuvor hatte Schäuble am 10. Januar 2000 eingeräumt, vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber im Jahre 1994 eine Bar-Spende über 100.000 D-Mark für die CDU entgegengenommen zu haben. Am 31. Januar 2000 gibt Schäuble ein weiteres Treffen mit Schreiber im Jahr 1995 zu. Die Schatzmeisterei der CDU habe den Betrag als „sonstige Einnahme“ verbucht.

Schäuble behauptete, dass er das Geld in einem Briefumschlag von Schreiber in seinem Bonner Büro persönlich empfangen habe. Diesen Umschlag habe er „ungeöffnet und unverändert“ an Brigitte Baumeister weitergeleitet, später habe er erfahren, dass die Spende nicht „ordnungsgemäß behandelt worden“ sei. Nachdem ihm die Ermittlungen gegen Schreiber bekannt geworden sind, habe er die Schatzmeisterin Baumeister um eine Quittung für die Spende gebeten, damit nicht irgendwer später „auf dumme Gedanken“ kommen könne.

Die damalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister widersprach allerdings während der Untersuchungen zur CDU-Spendenaffäre der Version Schäubles bezüglich des Verbleibs der getätigten 100.000 D-Mark – Spende des Waffenlobbyisten. Baumeister sagte, sie habe einen Umschlag bei Schreiber abgeholt und diesen bei Schäuble abgeliefert; später habe sie das fragliche Geld (die 100.000 D-Mark) von Schäuble erhalten.

Das Geld jedenfalls tauchte in keinem Rechenschaftsbericht der CDU auf. Auch erhielt Schreiber für die Geldzahlung keine Spendenquittung. Am 13. April 2000 erklärt Schäuble vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zur CDU- Parteispendenaffäre, dass die CDU-Führung und die Bundesregierung unter Helmut Kohl nicht bestechlich gewesen seien. Im Juni 2000 erstattet Schreiber im Zusammenhang mit der Spende Strafanzeige gegen Schäuble wegen Meineids. Das Ermittlungsverfahren gegen Schäuble wegen uneidlicher Falschaussage wurde allerdings eingestellt, ebenso wie die Ermittlungen gegen Brigitte Baumeister. Die Berliner Staatsanwaltschaft konnte keine hinreichende Tatbestandsverwirklichung für eine Anklage feststellen.

Nach den damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft sei aber davon auszugehen, dass die 100.000 D-Mark nur einmal gespendet wurden. Spekuliert wurde nämlich über die Frage, ob es womöglich zwei Mal 100.000 D-Mark von Schreiber gegeben hat: einmal als „unverfängliche“ Wahlkampf-Spende für die CDU, ein anderes Mal möglicherweise „unter der Hand“ als Bestechungsgeld für ein Rüstungsprojekt. Ungeklärt sind außerdem die Spekulationen, ob und gegebenenfalls inwiefern Schäuble seine Verbindungen ins Kanzleramt genutzt hat (was Schäuble stets vehement bestritten hat). Fraglich ist weiterhin, welche Verbindungen Brigitte Baumeister zu Rüstungslobbyisten hatte, etwa zu denen im Dienste von Thyssen.

Unklar ist ferner, wo die 100.000 D-Mark verblieben sind. Nach Aussagen des damaligen CDU-Wirtschaftsprüfers Horst Weyrauch habe dieser die 100.000 D-Mark von Baumeisters Büroleiter Jürgen Schornack erhalten. Dieses Geld habe er – Weyrauch – dann an den ehemaligen Schatzmeister Walther Leisler Kiep übergeben, der das Geld in seine Jackentasche gesteckt haben soll. Das Geld sei schließlich über ein Konto von Kiep auf Konten der Bundesgeschäftsstelle der CDU geflossen, was Kiep allerdings bestreitet.


Aus: "CDU-Spendenaffäre" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/CDU-Spendenaff%C3%A4re#Wolfgang_Sch.C3.A4uble

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Quote
[...] Manfred Kanther: Als Bundesinnenminister hatte er der Geldwäsche den Kampf angesagt; am 13. Mai 2000 steht Manfred Kanther vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur CDU-Parteispendenaffäre und wundert sich, dass gegen ihn von der Staatsanwaltschaft Ermittlungen durchgeführt werden. In Kanthers Amtszeit als Generalsekretär der Hessen-CDU wurden 1983 rund 20,8 Millionen D-Mark auf schwarze Konten in die Schweiz transferiert und später nach Bedarf wieder zurückgeholt. In diesem Zusammenhang verwies Kanther auf (s)ein „schlechtes Erinnerungsvermögen“, da er bei Bekanntwerden der Vorgänge im Januar des Jahres 2000 von einer Geldsumme von höchstens 9 Millionen D-Mark ausging. Ebenso konnte Kanther nicht erklären, woher das Geld ursprünglich stammte und wer die Spender waren.


Aus: "CDU-Spendenaffäre" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/CDU-Spendenaff%C3%A4re#Manfred_Kanther

« Last Edit: Dezember 15, 2007, 06:19:41 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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["Mit etwas mehr Ungerechtigkeit lebt es sich besser"... (Notiz, BRD, Sinn)]
« Reply #76 on: Oktober 24, 2007, 01:34:15 nachm. »
Quote
[...] Lohnspreizung bezeichnet die Abstände der Einkommenshöhen unterschiedlicher Wirtschaftssubjekte.


Aus: "Lohnspreizung" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lohnspreizung

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Quote
[...] München - Im Extremfall könnten als Folge der Transparenz sogar Arbeitsplätze vernichtet werden, sagte Sinn. "Die Transparenz leistet den Neidkomplexen der Deutschen Vorschub. Das wiederum führt zu politischen Aktionen, und das hat negative ökonomische Konsequenzen, indem Firmenzentralen verlagert werden. Diese Neid-Diskussion ist keine gesunde Entwicklung" sagte der Ökonom der Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung".

Die Lohnspreizung der Märkte könne durch eine progressive Einkommensteuer zwar ein wenig verändert werden. Bei zu großen Eingriffen werde allerdings das gesamte System gefährdet. Wenn die Managergehälter auf ein gerechtes Maß zusammengestaucht würden, dann wechselten Manager ihren Standort. "Manager sind flexibel. Dann ziehen sie nach London, dort müssen sie nicht einmal Steuern zahlen. Und die Arbeitsplätze für die Arbeiter gehen dann auch verloren", sagte Sinn.

"Mit etwas mehr Ungerechtigkeit lebt es sich besser", sagte Sinn weiter. "Etwas mehr Ungleichheit in der Einkommensverteilung bewirkt auch für die weniger gut dabei Wegkommenden letztlich einen höheren Lebensstandard, als wenn man ein egalitäres System schafft, wo alle das Gleiche kriegen und alle gleichermaßen arm sind." In der Marktwirtschaft denke doch zunächst einmal jeder an sein eigenes Wohlergehen.

kaz/AP


Aus: "SORGE VOR NEID: Ifo-Chef kritisiert Offenlegung von Managergehältern" (24. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,513169,00.html

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Quote
[...] Hans-Werner Sinn (* 7. März 1948 in Brake, Westfalen) ist ein deutscher Ökonom

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster von 1967 bis 1972 und Promotion an der Universität Mannheim 1978 wurde Sinn 1983 ebenfalls von der Universität Mannheim habilitiert.

Seit 1984 hat Sinn den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München inne. Beurlaubt von seinen jeweiligen Heimatuniversitäten lehrte er in den akademischen Jahren 1978/79 und 1984/85 insgesamt vier Semester als Gastprofessor an der Universität von Western Ontario in Kanada. Außerdem wirkte er für längere Zeit als Gastforscher an der London School of Economics sowie an den Universitäten Bergen, Stanford, Princeton und Jerusalem. Seit 1988 ist Sinn Honorarprofessor an der Universität Wien, wo er seitdem viele Gastvorlesungen gehalten hat. Im Sommersemester 1984 nahm Sinn einen Lehrauftrag an der Justus-Liebig-Universität Gießen war. Seit dem 1. Februar 1999 ist er Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Seit 2006 ist er zugleich Präsident des Weltverbandes der Finanzwissenschaftler (IIPF), also jener Ökonomen, die sich mit der Rolle des Staates in der Marktwirtschaft beschäftigen. Von 1997 bis 2000 war Sinn Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik, des 1873 von den sogenannten Kathedersozialisten gegründeten Fachverbandes der deutschsprachigen Volkswirte.

Sinn gilt als einer der einflussreichsten und international anerkanntesten Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands. Er ist einer der wenigen deutschsprachigen Fellows des National Bureau of Economic Research in Cambridge, USA, und hielt als bisher einziger deutschsprachiger Ökonom die Yrjö Jahnsson Lectures[1] in Helsinki und die Tinbergen Lectures in Amsterdam, was zu den hohen Auszeichnungen des Faches gehört. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst 7 große Monographien mit 32 Ausgaben in 6 Sprachen (ohne Herausgeberschaften), 11 kleinere Monographien und 130 wissenschaftliche Aufsätze, wovon 80 in referierten internationalen Fachzeitschriften erschienen sind.

Seitdem Sinn in der Spätphase seiner beruflichen Laufbahn das ifo Institut übernahm, ist er in der Öffentlichkeit so präsent wie kaum ein zweiter Ökonom.


[...] Ehrungen:

    * The World Economy Annual Lecture, University of Nottingham (2005)
    * Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2005)
    * Internationaler Buchpreis CORINE (2004)
    * Tinbergen Lecture, Royal Netherlands Economic Association (2004)
    * Wirtschaftsbuchpreis von Financial Times Deutschland und getAbstract AG (2003)
    * Ehrenpreis des Wirtschaftsbeirates der Union e.V. (2003)
    * Stevenson Lectures on Citizenship, Universität Glasgow (2000)
    * Distinguished Scholar, Atlantic Economic Society (2000)
    * Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1999)
    * Yrjö Jahnsson Lectures, Universität Helsinki (1999)
    * Ehrendoktorwürde (Dr. rer. pol. h. c.), Universität Magdeburg (1999)
    * Sonderpreis der Herbert-Quandt-Stiftung (1997)
    * Honorarprofessor der Universität Wien (1988)
    * Erster Preis der Universität Mannheim für Habilitationsschrift (1984, Schitag-Stiftung)
    * Erster Preis der Universität Mannheim für Dissertation (1979, Stiftung Rheinische Hypothekenbank)



Hans-Werner Sinn
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Werner_Sinn


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[Bei den Abrechnungen habe es sich... (Notiz, BRD)]
« Reply #77 on: November 05, 2007, 01:22:43 nachm. »
Quote
[...] Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Sekretärin, die für die Lohn- und Gehaltsabrechnung zuständig war, sich 2003 für angebliche Überstunden aus früheren Jahren insgesamt rund 207.000 Euro zugeschanzt hatte. Ihr Ehemann habe für Überstunden sogar rund 350.000 Euro in Rechnung gestellt. Bei den Abrechnungen habe es sich zum Teil um "reine Fantasie" gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter. Die Angeklagten hätten angesichts der vorgelegten Unterlagen in einigen Monaten rund um die Uhr und teilweise sogar mehr als 24 Stunden am Tag arbeiten müssen - was ja nicht möglich sei.


Aus: "800.000 Euro: Haftstrafe für Ex-Krankenkassenvorstand wegen Untreue" (02. November 2007)
Quelle: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=16883


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[E.ON wehrt sich gegen den Bericht des Spiegel... (Notiz, E.ON)]
« Reply #78 on: November 05, 2007, 02:02:15 nachm. »
Quote
[...] So gebe es zahlreiche Indizien und Belege, dass sich führende Manager und sogar Vorstandsvorsitzende zwischen den Jahren 2003 und 2006 zu geheimen Runden getroffen hätten. Dabei seien sensible Geschäftsgeheimnisse und -strategien ausgetauscht sowie detaillierte Absprachen über das Vorgehen auf unterschiedlichen Märkten getroffen worden.

Branchenführer Eon soll sogar versucht haben, die Preise für Strom "maßgeblich zu beeinflussen“, berichtet der Spiegel weiter.

Der Schriftsatz, auf den sich das Magazin bezieht, stammt den Angaben zufolge vom 30. November vergangenen Jahres. Darin ziehen die Wettbewerbshüter nach Auswertung zigtausender bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmter Papiere das Fazit, dass aus diesen auf "eindrucksvolle Weise“ hervorgehe, dass der Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt durch "kartellrechtlich unzulässige Kooperationen“ weitgehend verhindert werde.

Auf Nachfrage hätten alle Konzerne aber Absprachen, Preismanipulationen und
kartellrechtlich bedenkliche Treffen bestritten, berichtete das Magazin weiter.

Der Energiekonzern E.ON wehrt sich gegen den Bericht des Spiegel. Zu dem von dem Magazin zitierten Papier des Bundeskartellamtes habe E.ON bereits Stellung genommen und belegt, dass die Vorwürfe unzutreffend seien, teilte E.ON am Samstag mit.

"E.ON hat zu keiner Zeit in irgendeiner Art und Weise Strompreise an der EEX manipuliert oder mit Wettbewerbern Absprachen getroffen, die den Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt beschränken könnten", erklärte der Konzern.

E.ON erklärte, der Schriftsatz des Kartellamtes enthalte "eine völlig selektive Ansammlung und Verwertung von Informationen, die der EU-Kommission schon seit Mai 2006 vorliegen". Neben "einseitigen Interpretationen" fänden sich darin "viele unbewiesene Behauptungen und keinesfalls juristisch verbindliche Feststellungen und Tatsachen".

Keine Behörde habe bisher eine Veranlassung gesehen, aufgrund der vorliegenden Informationen Maßnahmen zu ergreifen, erklärte der Konzern weiter.


Aus: "Vorwurf des Kartellamts: Stromkonzerne sollen Preise abgesprochen haben" ((AFP/Reuters/grc/schä), SZ, 03.11.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/364/141061/

-.-

Die E.ON AG, eine Holding mit Sitz in Düsseldorf, ist einer der weltweit führenden Energiekonzerne mit einer starken Marktposition im deutschen Gas- und Elektrizitätsgeschäft.
http://de.wikipedia.org/wiki/E.ON




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[Zyniker de Sad'scher Manier... (Notiz, BRD, Industriellenfamilie Quandt)]
« Reply #79 on: November 26, 2007, 04:03:24 nachm. »
Quote
[...] Quandt ist der Name einer deutschen Industriellenfamilie, die sich um 1700 im brandenburgischen Pritzwalk angesiedelt hatte. Der Tuchfabrikant Emil Quandt (1849–1925) ließ seinen Sohn Günther Quandt (1881–1954) eine Ausbildung in der Textilindustrie absolvieren. Danach trat Günther Quandt als Prokurist in die väterliche Firma ein. Bereits 1909 war er Leiter mehrerer Tuchfabriken in seiner Heimatstadt. Im ersten und zweiten Weltkrieg baute die Familie ihr Vermögen u.a. als Rüstungsproduzent aus und konnte sich geschickt den Nürnberger Prozessen entziehen.

In erster Ehe war Günther Quandt mit Antonie Ewald verheiratet, die 1918 an der spanischen Grippe starb. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Hellmut Quandt (1908–1927) und Herbert Quandt (1910–1982) hervor.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Günther Quandt zum Leiter der „Reichswolle AG“ ernannt. Seine Firmengruppe wurde Hauptlieferant der Armee. Nach dem Krieg blieb er bis 1922 Referent im Reichswirtschaftsministerium. Ab 1922 engagierte er sich mehr und mehr in der Kaliindustrie, und es gelang ihm, die Aktienmehrheit der Accumulatoren AG (AFA) zu erwerben – die spätere Firma VARTA. Neue historische Recherchen gehen davon aus, dass Quandt diese Firma durch den wissentlichen Einsatz von Zwangsarbeitern auf- und ausgebaut hat.

Zwischen 1921 und 1929 war Quandt mit Magda Ritschel verheiratet. Aus dieser Ehe ging der Sohn Harald (1921-1967) hervor, der nach der Scheidung 1929 bei seiner Mutter und nach deren Heirat mit Joseph Goebbels ab 1931 im Hause Goebbels aufwuchs.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Günther Quandt 1937 zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. Die Akkumulatoren der AFA dienten unter anderem U-Booten als Antrieb, die Textilbetriebe lieferten – wie schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik – die Uniformen und Decken, andere Quandt'sche Unternehmen Waffen und Munition.

Unmittelbar nach Kriegsende wurde Quandt in einem Entnazifizierungsverfahren zum „Mitläufer“ erklärt. Trotz bewiesener Verstrickung in die Verbrechen des Dritten Reichs, unter anderem durch von der AFA betriebene, firmeneigene Konzentrations- und Arbeitslager, wurde er nicht bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen angeklagt. Schon wenige Wochen nach der Kapitulation im Mai 1945 hatte seine AFA eine der ersten Betriebgenehmigungen der britischen Besatzungsmacht. Es gelang ihm, sich im Zuge des Wirtschaftswunders durch sein durch die Kriegswirren gerettetes Vermögen wieder eine Führungsrolle in der Nachkriegswirtschaft zu erarbeiten.

Seine Kinder, den 1910 geborenen Sohn Herbert und dessen Halbbruder Harald, hatte er zu Nachfolgern erkoren. Er brachte beide in leitenden Positionen in den von ihm kontrollierten Betrieben unter. Gemeinsam mit ihnen führte er das "Quandt-Imperium" durch die Familiengesellschaft „AG für Industriebeteiligungen“ von Stuttgart aus. Günther Quandt starb am 20. Dezember 1954 auf einer Urlaubsreise in Kairo. Das Kapital der millionenschweren Quandt-Holding ging zu je 50 Prozent an seine beiden Söhne.

Herbert und Harald Quandt:
Die Söhne verwalteten das Erbe gemeinsam, legten jedoch gewisse Zuständigkeiten fest. Während sich Harald Quandt auf die in der Industriewerke Karlsruhe-Augsburg AG (IWKA) gebündelten Maschinenbau- und Rüstungsaktivitäten konzentrierte, kümmerte sich Herbert Quandt um VARTA, Daimler-Benz und BMW. Letztere, die Bayerischen Motorenwerke in München, sollten sich als eine der größten Herausforderungen im Leben der Quandts erweisen und wurden mit der spektakulären Übernahme der Vorherrschaft bei BMW 1959, mit der die Übernahme durch Daimler-Benz verhindert wurde, ihr wohl größter unternehmerischer Erfolg.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind heute vor allem die Beteiligungen von Herbert Quandts dritter Frau Johanna Quandt. Zusammen mit ihren beiden Kindern Susanne Klatten und Stefan Quandt hält sie 46,6 Prozent der Anteile am bayerischen Automobilbauer BMW.

Teile des Familienvermögens wurden in die Quandt-Stiftung eingebracht.

Seit dem Jahr 2002 spendete die Familie Quandt etwa 1,5 Millionen Euro an deutsche Parteien. Der größte Anteil der Spendensumme ging dabei an die CDU. Die Schwesterpartei CSU und die FDP erhielten ebenfalls Spenden.

Trotz der Verstrickungen der Familie Quandt in die Verbrechen des Dritten Reichs beteiligten sie sich nicht am sogenannten "Zwangsarbeiter-Fond" der deutschen Wirtschaft.

Betrachtet man heute die Parteispenden der Konzerne BMW (ca. 1,5 Mio. Euro) und Altana (ca. 1,1 Mill. Euro) ebenfalls als Spenden der Familie Quandt, so zählt die Familie zu den grössten Einzelspendern deutscher Parteien.[1]

Filme

    * Das Schweigen der Quandts. Dokumentation, 60 Min., Produktion: NDR, Erstsendung, ARD, 30. September 2007, 23:30 h, Inhaltsangabe von Netzeitung
      Am 22. November 2007 wurde ab 21.15 Uhr eine 90-minütige Langfassung der Dokumentation im NDR gesendet.[2]

Literatur

    * Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-36940-0



Aus: "Quandt (Familie)" (11/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Quandt_%28Familie%29

-.-

Quote
[...] Etwa fünf Jahre hat NDR-Redakteur Eric Friedler, 36, zusammen mit seiner Kollegin Barbara Siebert für die Dokumentation "Das Schweigen der Quandts" recherchiert.

Der Film legt dar, wie stark der Unternehmer Günther Quandt und sein Sohn Herbert in der NS-Zeit von Zwangsarbeitern profitiert haben. Das Batteriewerk Afa, später Varta, in Hannover-Stöcken etwa war mit einem Konzentrationslager verbunden.

Ende September lief eine 60-minütige Fassung der Dokumentation bereits spätabends in der ARD. Am Donnerstag sendete der NDR eine neu geschnittene Version, die 90 Minuten dauert.

Die Quandt-Erben, die zu den reichsten Menschen in Deutschland zählen, haben inzwischen den Historiker Joachim Scholtyseck beauftragt, die Unternehmensgeschichte in der NS-Zeit wissenschaftlich zu erforschen.


-

sueddeutsche.de: Die Quandt-Erben sprechen von Vorwürfen, "die uns bewegt haben“ - und haben prompt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Familiengeschichte angekündigt. Hat das Schweigen nun ein Ende?

Friedler: Einerseits dementieren die Quandts die in der Dokumentation gezeigten Fakten nicht. Anderseits sagen sie nicht klar und deutlich: "Ja, es hat KZs gegeben, die mit unseren Fabriken verbunden waren." Nun soll ein von der Familie bestimmter Historiker die Unternehmensgeschichte im Dritten Reich aufarbeiten. Dabei haben Historiker schon erforscht, dass es ein KZ in Hannover-Stöcken gab, dass KZ-Häftlinge in Quandts Werken in Berlin, in Wien, in Polen zur Arbeit gezwungen wurden. Dass Tausende Zwangsarbeiter in anderen Quandt-Fabriken arbeiten mussten. Das sind Fakten.

[...] sueddeutsche.de: Aus der Quandt-Familie wollte nur Sven, der Sohn von Herbert, ein Statement abgeben. Dass die Alliierten seinen Vater und Großvater nach dem Krieg nicht belangt haben, will er als Beweis ihrer Unschuld sehen.

Friedler: Die Alliierten haben die Quandts juristisch nicht belangt - das ist richtig. Dennoch ist klar, dass die Briten von dem KZ in Stöcken wussten und auch von den NS-Verstrickungen der Quandts. Sie schickten die entsprechenden Dokumente, die wir im Film zeigen, nicht an die Anklagevertreter bei den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg. Wohl auch deshalb, weil Quandts Werke schon seit Mai 1945 für die Briten Batterien produzierten. Wir haben die Dokumente dem ehemaligen amerikanischen Ankläger Benjamin Ferencz gezeigt. Er sagt, hätten diese Unterlagen in Nürnberg vorgelegen, wären die Unternehmer angeklagt worden.

sueddeutsche.de: Wie groß ist die Schuld der Unternehmer Günther und Herbert Quandt?

Friedler: Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Wir haben die Fakten dargestellt: Es gab ein KZ in Stöcken, dessen Häftlinge für Varta unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten. Es gab Frauen aus dem KZ Ravensbrück, die in Quandts Berliner Werk zur Arbeit gezwungen wurden. Es gab unsagbar großes menschliches Leid. Es gab Enteignung und Arisierung. Und es gab hohe Profite.


Quote

24.11.2007 09:40:08

mina4482: Einfach nur unbegreiflich
Ich habe mir die Langfassung im NDR angeschaut und bin wieder einmal sprachlos.

Einfach nur entschuldigen.
Stattdessen wird jetzt wieder für Geld, daß den Opfern nicht zukommt, eine historische Aufarbeitung für die Quandts in Auftrag gegeben. Derweil sterben die letzten Opfer.

Drei Sachen sind mir in der Dokumentation aufgefallen:

Der Steuerzahler errichtet in Hannover ein Mahnmal für die KZ-Opfer der Firma AFA / Varta. Auf dem Firmengelände darf es nicht errichtet werden!

Herr Sven Quandt erzählt vor der Kamera, daß diese Diskussion Deutschland im Ausland schaden würde!? Ich bin vom Gegenteil überzeugt und denke, daß das was die Familie Quandt angerichtet hat, Deutschland für immer Schaden zugefügt hat, vielleicht nicht in Milliadärskreisen.

Die Familie Quandt beruft sich heute darauf, daß es BMW im dritten Reich nicht gegeben hat und sie deshalb nichts mit Zwangsarbeitern zu tuen haben. Welch ein Zynismus. Mit welchem Geld haben sie denn BMW gekauft?

Ein trauriges Kapitel und leider kein Einzelfall.

Quote

23.11.2007 14:47:05

wachholz_texte: Saubere Deutsche

Den Freud´schen Verschreiber "gesellschaftseminentes Verhalten" in einem Pro-Quandt-Kommentar weiter unten muß man sich auf der Zunge zergehen lassen (eminent = lt.Wörterbuch außerordentlich, hervorragend). Kann man wohl so sagen. Schön auch zu erfahren, dass die Norweger unseren sauberen Soldaten bis heute dankbar sind für den überfall auf ihr Land, Ausbeutung der Wirtschaft, Exekutionen, Verschleppung, "verbrannte Erde" beim Rückzug. Im übrigen haben meine Eltern, obwohl Angehörige der gleichgeschalteten Gesellschaft, kein Lager betrieben, keine Menschen mit Blei vergiftet, kein Geld durch die Zwangsarbeit anderer verdient, nicht unmittelbar nach Kriegsende 67 Millionen US-Dollar gebunkert gehabt. Mein Vater, Hauptfeldwebel der Wehrma.ht, hatte hingegen zeitlebens nichts als Verachtung für die Kriegsgewinnler à la Krupp, Quandt, Flick, die Millionen scheffelten, während Millionen verreckten. Er war deswegen kein sogenannter "Gutmensch". Nur ein ganz normaler Deutscher, der wie seine Frau die Heimat in Westpreußen verloren und die Nase voll hatte von Krieg, Lügen, Diktatur, in München einen Neustart begann, für seine Verdienste um die Mitbürger mit "München leuchtet" in Gold, Diakonischem Großkreuz sowie dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet starb, ohne sich, über den Soldateneid hinaus, schuldig gemacht zu haben. So wie er, Gott sei Dank, waren wohl die meisten unserer Väter und Großväter. Die anderen bzw. deren Söhne und Enkel sollten, anstatt Scham durch Aggression zu ersetzen, wenigstens schweigen.

Quote
23.11.2007  10:34:23

Mr. Wasabi: Vermögen und Verbrechen

...

...wenn man den Quandts an den Goldkarren fährt (was ein richtiger Anfang wäre), sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass wir uns als Gesamtgesellschaft mit vielen großen und kleinen Naziverbrechern in Umfeld und Familie über die Jahre hinweg arrangiert haben - vielleicht weil eine gründliche und gerechte Aufarbeitung der Nazizeit das Ende dieser Gesellschaft bedeutet hätte...


Quote

23.11.2007 01:01:29

RobertOstermeier:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.

Quote

22.11.2007 23:24:15

Parisien: Ohne Scham- ein Gesellschaftsbild

Anlässlich eines anderen Berichts zu den Quandts stellte ein Kommentar fest: "Holla - Familie Quandt-Goebbels, Zwangsarbeiter, eigenes KZ ...
Und davon erfährt die breite öffentlichkeit 60 Jahre danach."
Das ist in der Tat erstaunlich.Und bei der Gelegenheit fällt mir auf,dass auch die Bücher über die Untaten der Mediziner,Juristen u.a. häufig,wenn nicht ausschließlich,von Privatpersonen geschrieben wurden.
Das kann zum einen daran liegen,dass in den 50er Jahren viele eigentlich Belastete im Staatsdienst und in der Wirtschaft angestellt wurden (eine Untersuchung über die entsprechende Vorgehensweise nach dem Krieg beim BKA wird auch jetzt erst-aber immerhin- initiiert),die alle kein Interesse an Aufklärung hatten und diese wahrscheinlich sogar torpediert haben.
Dazu kommen dann noch die Netzwerke ,die die Nazizeit locker überlebt haben.
Zum anderen ist Geld Macht,und so viel Geld bedeutet viel Macht,mit der man das Leben anderer beeinflussen kann,zu deren Vor-oder Nachteil,die Betreffenden können es sich ja aussuchen.Und da verkneift man sich dann doch schon mal die eigentlich geplante Untersuchung ,"Es soll nicht zu Ihrem Schaden sein".
Letztlich,und das ist beschämend,aber wahr,finden eine ganze Reihe Bürger aus den verschiedensten Gründen nicht,dass diese Dinge überhaupt untersucht werden müssen,das war damals nun mal so,einige waren eben geschickter,als die anderen usw.


Bezeichnend für die Gesellschaft erst der BRD,heute ganz Deutschlands ist es,dass man diese Leute bewundert,ihnen eine hohen sozialen Rang einräumt,geadezu ihre Nähe sucht.Wen das nicht zum Nachdenken über die bei uns gültigen Werte zwingt,dem ist nicht mehr zu helfen.

...


Quote

23.11.2007 10:12:16

gerhardrolf: Quandt usw.

Aufarbeitung?
Ich habe den ersten Film über die Quandts gesehen, von Dokumentation kann man schlecht sprechen, und kann nur sagen es ist Polemik in schönster Aufmachung.
Was in diesem Deustchland nach 1990 läuft verkommt immer mehr zur Peinlichkeit, Neiddebatte und eine moralisierende Diskrepanz die nicht mal vor den Toten haltmacht.
Mittlerwiele gibt es gute Tote, schlechte Tote, in der Regel nur schlechte Deutsche und dann kommen noch die Hasspredigerformulierungen und Beschimpfungen von Geistlichen durch Politiker hinzu, oder die sich als solches ansehen, wenn sie denn nur "antifaschistisch" angesäuselt sind.
Was hat das noch mit Aufarbeitung zu tun.
Als ob mein BMW jetzt nicht mehr den Wert hat und ein Nimbus weg ist, nur weil frühere Verwandte oder Ahnen der jetzigen Eigentümer sich gesellschaftseminent verhalten haben.
Das grenzt an Dummheit und eine schlimme moralisierede Verblendheit und jetzige gutsmenschliche Arroganz..
Wenn mein Grossvater vor Narvik gekämpft hat und und von den Norwegern durchweg positive Einschätzung erhalten hat für sauberers deutsches Soldatentum, norwegische Bezeichnung, muss ich mich in diesem jetzigen Deutschland offensichtlich dafür schämen und es verleugnen.

Quote

23.11.2007 10:16:58

susiz: @gerhardrolf

"sauberers deutsches Soldatentum" - wow!

da würde ich gerne mehr drüber wissen ...

Quote

23.11.2007 10:12:17

Parisien: Sippenhaft

@RobertOstermeier:Bei Sippenhaft hätte die heutigen Mitglieder der Quandt-Familie für die zu Unrecht nicht in Nürnberg angeklagten Günther und Herbert Q. auf die Bank gemusst oder sonst irgendwie die für diese eigentlich vorgesehenen Stafen verbüßen müssen.Davon ist hier nicht die Rede ,aber wahrscheinlich wissen Sie gar nicht,was sich hinter diesem Begriff versteckt,insbes. wieviel Familien er getroffen hat,auch in der Nazi-Zeit,sonst würden Sie nicht so leichtsinnig damit umgehen.
Im übrigen ist es auch nach heutigem Recht so,dass man nur gutgläubig Eigentum erwerben kann,und dies auch dann nur,wenn die betreffenden Gegenstände nicht aus einer Straftat stammen .
Dass Sie die reine Partei-Mitgliedschaft mit dem Wirken des Günther Q. gleichsetzen,bestätigt meine These ,wonach viele Bürger keine Untersuchung wollen und die Qs eher bewundern,und das sagt einiges über die moralischen Massstäbe weiter Teile unserer Gesellschaftaus

Quote
22.11.2007 22:54:03

mina4482: Sie haben Milliarden...

aber was kostet eine Entschuldigung?


Quote
22.11.2007  21:54:32

-SuDe-: Wer die Macht hat, hat das sagen - Industriellen gehört die Welt.

Schön daß die Alten 'GEschichten' endlich doch noch auf den Tisch kommen - wenn auch gut aussortiert und erst nach Verscheiden der meisten Opfer - trauriges Deutschland und seine feigen Täter (und Mitläufer, muß man wohl auch dazusagen).

Traurig aber, daß gerade die Industrie-Verbände und Standesorganisationen (z.B. Ärzte, Staatsanwälte, BDI, etc) sich mit der Aufarbeitung teils bis heutigen Tags schwertun.

Bedauerlich insbesondere, daß den Tätern in diesen Reihen weder der Prozeß gemacht wurde - ja diese noch nicht mal in die Verlegenheit gebracht wurden Scham zu empfinden oder gar zur Verantwortung gezogen zu werden. NEIN, deren Brüder und Freunde und Weggefährten haben diese auf Lebenszeit gedeckt. Erst nach dem Tod der Täter durfte die Öffentlichkeit und der Staatsanwalt Akteneinsicht nehmen (wohl auch erst nach deren Aussortierung, bleibt zu vermuten).

[...] Die Deutschen Wirtschafts-Kapitäne und Industriellen und Vorsitzende der Industrie-Verbände machten sich ja nicht erst seit 1938 bzw 1933 schuldig - NEIN schon einen Krieg zuvor wurden sie schon auffällig, ... spätestens aber beim Kapp-Putsch bzw bei der finanziellen und organisatorischen Aufbauhilfe der Braunen Horden (FreiKorps) während der 'Regentschaft' Friedrich Eberts (SPD) waren Deutschen Industrielle teils schon auf Seiten des Faschismus aktiv involviert !

Über diese Schattenseiten Deutscher Geschichte - wo deren extrem republikfeindlichen und rechtsgerichteten Freikorps 1919-1925 Tausende von ARbeiter und Gewerkschafter ermordeten - wird bis heute eisern geschwiegen - eine Große Allinaz der Schuldigen und der Schweiger. Nie wurden dazu Industrielle zur Verantwortung gezogen!



Quote
22.11.2007 21:31:55

panamajack: Heuchelei

Wenn die Familie Quandt wirklich nicht wusste wie schmutzig ihr Reichtum ist, ich nehme es ihr nicht ab, dann muss sie jetzt vor Scham im Boden versinken.


Quote

22.11.2007 18:20:55

FAQ: Entnazifizierung

Eine echte Entnazifizierung hat doch in der BRD nie stattgefunden.
(Dies war u.a. auch nie das Interesse zB. der USA.)
Eine viel größere Schande, als das solche Familien ihr Blutgeld behalten durften ist, dass die Nachkriegsgesellschaft bis heute (!), diesen Zynikern deSad'scher Manier nicht die angemessene ächtung entgegenbringt.
Die Quandts sind da nur ein Clan unter vielen.

Quote

22.11.2007 18:29:55

mona_7: @ FAQ

so ist es, es betrifft nicht nur die Quandts, sondern die gesamte bundesdeutsche Wirtschaftselite die zu keinem Zeitpunkt sich ihrer Geschichte gestellt hat und die bis völlig ungebrochen in diesem Sinne Einfluss auf die Politik nimmt bzw. sie letztlich bestimmt.


Aus: "NS-Vergangenheit: "Die Quandts haben nie etwas eingestanden"" (22.11.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/498/144173/5/

« Last Edit: November 27, 2007, 10:11:47 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Zu Quellen gewährten sie keinen Zugang... (Notiz, BRD, Fam. Quandt)]
« Reply #80 on: November 27, 2007, 10:10:59 vorm. »
Quote
[...] Schon die Hochzeit von Günter Quandts früherer Frau Magda mit dem NS-Propagandisten Joseph Goebbels – auf einem Quandtschen Anwesen – hatte dem Unternehmer gute Kontakte zur Elite der Nazis gebracht. Sohn Harald Quandt war von Goebbels angenommen worden. Der Clanchef, 1933 in die Partei eingetreten, nutzte das Netzwerk offenbar skrupellos zur Expansion.

Da ist zum Beispiel das Batteriewerk in Hannover. Zwangsarbeit und Häftlinge aus dem KZ Neuengamme müssen hier unter lebensbedrohlichen Umständen schuften. Die SS bewacht das Lager. Viele sterben. In einem internen Papier berechnet Quandt einmal eine "Fluktuation“ von 80 Personen – das war wohl die geplante Todesrate.

Ein Überlebender aus Dänemark tritt auf dem alten Produktionsgelände vor die Kamera und weint. Er erzählt von den Schikanen und der zerstörten Gesundheit. Und wie er und andere 1972 nach Deutschland gekommen waren, um von den Quandts Unterstützung zu erbitten – ohne Erfolg. "Varta hat uns krank gemacht", sagt er. Und: "Wir wollen nicht noch einmal zerstört werden."

Auch macht das TV-Team aufgrund einer Zeichnung einen früheren KZ-Häftling in Griechenland ausfindig. Er berichtet von Peitschenhieben und Quälereien. Das Denkmal für das KZ Stöcken habe wegen des fehlenden Einverständnisses der Quandts nicht auf dem belasteten Areal – einer heutigen Industriebrache – errichtet werden dürfen, berichtet Autor Friedler.

Da ist aber auch das Außenlager Pertrix in Berlin-Niederschöneweide, in der Wehrwirtschaftsführer Günter Quandt seine Batterien bauen ließ. Hier wurden ebenfalls KZ-Häftlinge eingesetzt. Unternehmer-Sohn Herbert war als Direktor registriert.

[...] Zu Quellen gewährten sie keinen Zugang; auch bei der jährlichen Verleihung des Herbert-Quandt-Medienpreises durfte das NDR-Team nicht zugegen sein. Dafür sprach der Erbe Sven Quandt, der seine Aktien an der Batteriefirma Varta vor einigen Jahren verkauft hat und nun findet, man solle die alte Zeit endlich ruhen lassen.

"Es ist ein Riesenproblem, dass man in Deutschland nie vergessen kann. Das hilft Deutschland nicht." Auch andere Länder hätten Probleme mit der Vergangenheit, ohne dass diese immer breit getreten würden, so der Rallyefahrer Quandt: Hier aber habe alles so einen negativen Touch. Eine Nichte von Günter Quandt fragt, was man denn damals anderes hätte tun können?

[...] Sogar die Schwester von Magda Goebbels, früher Quandt, spricht aus dem Altersheim übr die Vorgänge von einst. Sie mokiert sich beispielsweise darüber, dass Günter Quandt nach 1945 erst einmal als Verfolgter galt. "Ich habe jetzt nur noch ein Vermögen von 78 Millionen Dollar", habe er ihr gesagt. Die Führerverehrung, die Rolle der Quandts unter Hitler, das Naziwesen - alles kehrt in den Erzählungen der Greisin zurück.

Ab und an blendet der Film über das Schweigen der Quandts auf die Zylindertürme von BMW in München. Sie werden von oben gezeigt, sie sind Symbole der Macht. Dann sind die Fernsehautoren wieder in der Gegenwart angekommen, bei einer der einflussreichsten Familien. Und dann wird das Schweigen auf einmal sehr laut.

Quote
01.10.2007  08:45:09

OxnoxO: Man sollte sich keinen Illusionen hingeben ...

... die meisten Vermögen wurden auf Kosten anderer Menschen gemacht. Sei es durch billigende Inkaufnahme, Ausbeutung, Betrug oder irgendein Verbrechen.

Die Zahl der Superreichen, die auf rein ehrlichem Wege zu ihrem Reichtum gelangt sind, dürfte verschwindend gering sein - das liegt in der Natur der Sache.

Bei den Quandt ist es dann eben Nazi-Geld. Oh Wunder! Die Quandts sind da kein Einzelfall. Man muss das sicher verurteilen und ganz sicher auch darüber reden - aber was will man sonst tun? Den Quandts das Geld wegnehmen? Wem soll man es denn geben? Die meisten Menschen, die diese Verbrecherära noch miterlebt haben, sind inzwischen verstorben.

Das Andenken wurde durch das Mahnmal in Berlin für lange Zeit einbetoniert und kaum jemand traut sich offen über ein Stück Geschichte zu sprechen, über das man gerade heute aber sprechen sollte, wenn man sich aktuelle Entwicklungen in der deutschen Politik ansieht - denn man muss Angst haben, als Antisemit oder gar Nazi diffamiert zu werden.

Vielleicht sollte irgendwann einmal die Sache abgeschlossen werden.

...


Quote

01.10.2007 08:57:13

Iannantuono: Über die Eigentümlichkeiten

der deutschen Geschichte...so lautet der Titel des Buches des ungarischen Historikers Georg Lukacs.....der Ekel von flyingfree wird wohl mehrere ergreifen...zu allem überdruss, würde nicht penibel recherchiert werden, würden diese Herrschaften nicht nur darüber schweigen, sondern vehement alles in Abrede stellen.....

Quote

01.10.2007 09:01:00

rick.sander: Quandt

Es war nicht nur Quandt; die ganze deutsche Industrie hat "nach einer Kennenlernphase" dem Regime zugearbeitet und es gestärkt, sowie Nutzen daraus gezogen.
da wäre noch viel aufzuarbeiten...............
rick.sander

Quote

01.10.2007 09:08:35

RobertOstermeier: .... und, was sollte die Familie Quandt jetzt machen?

Aufgrund von "Fakten", die über 60 Jahre lang keiner gefunden hat, keiner finden wollte oder durfte?
Aufgrund einer Sendung, die über 60 Jahre danach heimlich um 23.30 Uhr ausgestrahlt wurde (stand nicht im Programm!)?
Nach einem Staatsanwalt, der wegen seiner Homosexualität aus dem Dienst suspendiert wurde, und sein Bemühen doch keine Wahrheit an das Licht brachten?

Was machen Sie?

Wir haben die Nazizeit nicht ordentlich aufgearbeitet, das ist sicher. Aber jetzt nach über 60 Jahren? Die Firma BMW hat sich an dem "Ausgleichsfonds" beteiligt - Geld an die überlebenden in Dänemark und Griechenland ging nicht!
Wir wissen, an wen das Geld ging!
Wir haben sogar die DDR Zeit nicht richtig aufgearbeitet - und da lag es alleine in unseren Händen und hatten bereits unrühmliche Erfahrungen machen können! War die Wiedervereinigung und die Verfolgung der Verantwortlichen gerecht?

Welche "Gerechtigkeit" wollen wir?

Sollen wir jetzt keine BMWs mehr kaufen? Hat der Redakteur dieses Artikels schon alle seine VARTA Batterien weggeschmissen und seinen BMW gegen, ja gegen welchen Wagen denn, ausgetauscht? FIAT (war da nicht der Neffe von ........ beteiligt?). Gehen wir jetzt nicht mehr in die Kirche, weil die katholische Kirche gefährliche Nazis nach Argentien ausgeschleust hat?
Oder will da wieder nur eine Gruppe von Geschädigten noch einmal Geld sehen?
Ich kann es nicht mehr hören! Ich will es nicht mehr sehen!

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01.10.2007 09:14:12

regula2: Da muss man Verständnis haben !

Die BRD ist noch nicht gefestigt genug, die Wahrheit zu ertragen.

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01.10.2007 09:18:42

E.Bi: Skrupellosigkeit

Von Flick, Krupp, Quandt bis hin zu "rechtschaffenen Bürgern", die sich durch die "Arisieruung" eíne Wohnung, ein Häuschen, eine Werkstatt, ein Kontor oder eine Praxis aneignen konnten, zieht sich eine Spur der Skrupellosigkeit, von deren faulen Früchten heute noch viele zehren. Da Entschädigungen in den wenigsten Fällen von den Profiteuren selbst bezahlt wurden, sondern vielmehr aus anonymen Steuermitteln, können die Erben noch heute verdrängen. (Es gibt übrigens leuchtende Ausnahmen, wie eine Tochter von Albrecht Speer, die ihr Erbe einer Stiftung zur Verfügung gestellt hat.)

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01.10.2007 09:24:00

0909:

Man muß endlich mal aufhören mit der Nestbeschmutzerei. Reich sind die wenigsten auf ehrliche Art und Weise geworden! Selbst der Adel ist vielfach auf Raubrittertum zurückzuführen, nur dass eben diese BMW-Story wieder gut in den Zeigeist paßt. Keiner heißt all diese Handlungen in der NS Zeit für gut und richtig, aber es muß mal Schluß sein damit, sonst müssen wir auch Napoleon, die ausgerottenen Indiander usw. zum Thema machen.
PS: Gab es die "Süddeutsche auch schon in der Hitlerzeit?
Wenn ja, was wurde da berichtet?

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01.10.2007 09:28:02

s.hagmann: quandt

warum kann solch ein film nicht im Hauptabendprogramm gesendet werden?
warum kann es nicht danach ein mit ausgewiesenen Historikern etc besetztes Podium
geben zur öffentlichen Diskussion des damaligen und heutigen Verschweigens?
Ich wünsche mir den Mut in der ARD eine solche Diskussion anzustossen.
Aber "Danke" für die Sendung vor Mitternacht.

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01.10.2007 09:29:23

Dieter_Wondrazil: vor dem Krieg ist nach dem Krieg

nachher war auf einmal niemand mehr dabei...wie in der DDR, da war ja auch niemand dabei, was? Schon komisch, wie sich solche Systeme halten können, wenn eigentlich niemand mitmacht...
Opportunisten aller Länder, vereinigt euch, dann könnt ihr kollektiv vergessen!
ICH finde NICHT, dass man "das alles jetzt endlich vergessen" sollte, oder den armen Tätern wieder Ihre Ruhe schenken sollte. Wenn das alles der Wahrheit entspricht, sollte der Gerechtigkeit Genüge getan werden - auch heute noch.
Gerechtigkeit hat kein Verfallsdatum!
Hier zu verharmlosen mit dem Hinweis, dass das ja zu allen zeiten üblich war und dass es immer noch schlimmere Verbrecher/-en gab, ist m.E. unmoralisch und unverantwortlich.

Und für das Vermögen fände sich schon eine Verwendung, da bin ich sicher.

DW

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01.10.2007  09:45:20

solsesolse: @ 0909:

Wenn ich das Wort Nestbeschmutzer schon höre, wird mir einfach nur schlecht.
Was haben Sie im Kopf? Die größten Nestbeschmutzer Deutschlands waren ja wohl die Nazis!

...


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01.10.2007  09:50:04

kyparissia: wahre Grösse

Dass alle grossen Firmen, Unternemen und Unternehmungen ihre Existenz auf Kosten, Schweiss und Blut anderer aufgebaut haben ist ja weder neu, noch überrascht uns dies gross. Es ekelt uns tatsächlich nur einfach noch an.
Wahre Grösse wäre allerdings, da ja nun auch schon 60 Jahre ins Land gegangen sind, wenn die entsprechenden Familien und Unternehmen zu ihrer und unser aller Vergangenheit stehen würden und statt die entsprechenden Dokumente zu verstecken und zu verheimlichen, in der Hoffnung, dass sie vergessen werden, dise von sich aus aufdecken und recherchieren lassen würden.

aber das ist wohl schlicht zu viel verlangt.

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01.10.2007 09:55:30

rack66: Bodenlos

Ich kann nur allen, die in DDR-Zeiten oder zu einem anderen Zeitpunkt etwas zu Unrecht erlangt haben oder die anderes Unrecht begangen haben, raten, das so lange wie möglich tot zu schweigen. Wenn es dann endlich gelingt, die Tatsachen aufzudecken, werden sich genügend Befürworter finden, die dann sagen "ich kann es nicht mehr hören, verändert auf keinen Fall mehr das, was gewaltsam errungen wurde". So eine Art staatlich und gesellschaftlich geförderter Ersitzung. Wie ignorant kann man eigentlich sein? Dieses Verhalten gibt nur denjenigen Recht, die mit allergrößter Dreistigkeit Unrecht begangen haben und sich jetzt auch noch feiern lassen.

Was man tun sollte, wurde gefragt, die Berechtigten seien ja gar nicht mehr in der Lage, eine Entschädigung oder ihr Eigentum wieder zu erlangen. Das schlägt dem Fass den Boden aus. Nicht nur, dass sie ihr Leben lang vergeblich auf Wiedergutmachung warten mussten. Sie konnten auch sich und ihren Nachkommen nicht das Leben und die Ausbildung ermöglichen, die ihnen ohne das Unrecht möglich gewesen wäre.

Wenn jemand stirbt, der bei jemand anderem Schulden hat, dann erben die einen Erben die Schulden und die anderen die Forderung. So einfach ist das im Zivilrecht. Soll man hier auch hingehen und den Erben der Forderung sagen: "Pech gehabt!"?

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01.10.2007  09:56:48

odasgupta (sueddeutsche.de): @ 0909

Sie fragen: "Gab es die Süddeutsche auch schon in der Hitlerzeit?
Wenn ja, was wurde da berichtet?"

Nein, die Süddeutsche Zeitung wurde unmittelbar nach der NS-Zeit gegründet.
In der ersten Ausgabe vom 6. Oktober 1945 wurde auf Seite 1 mit Blick auf das III. Reich erklärt:

„Zum Geleit – Zum ersten Male seit dem Zusammenbruch der braunen Schreckenherrschaft erscheint in München eine von Deutschen geleitete Zeitung. Sie ist von den politischen Notwendigkeiten der Gegenwart begrenzt, aber durch keine Zensur gefesselt, durch keinen Gewissenszwang geknebelt. Die Süddeutsche Zeitung ist nicht das Organ einer Regierung oder einer bestimmten Partei, sondern ein Sprachrohr für alle Deutschen, die einig sind in der Liebe zur Freiheit, im Haß gegen den totalen Staat. Im Abscheu gegen alles, was nationalsozialistisch ist.“
„Die Leiter der Zeitung, verschiedenen Parteien entstammend, glauben, daß nach zwölf Jahren schmachvoller Gewissensknechtung und aufbefohlener Lüge der gemeinsame Wille zu politischer Mündigkeit und Sauberkeit, zu Verantwortungsbewußtsein und Wahrhaftigkeit eine genügend starke Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit bildet. […] Wir beginnen auf schmaler Plattform mit geringen Mitteln und spiegeln damit die allgemeine Lage. Wir glauben, daß wir in nicht allzu ferner Zeit auch den allmählichen Aufstieg spiegeln werden.
– Schriftleitung und Verlag“

Im übrigen, Herr oder Frau 0909, bin ich nicht Ihrer Meinung. Aufarbeitung von Verbrechen ist keine "Nestbeschmutzerei", so wie es nennen. Im Gegenteil: Aufarbeitung bedeutet, sich nicht vor der Wahrheit zu fürchten - und aus den Fehler der Vorfahren gelernt zu haben.

Freundliche Grüße,
Oliver Das Gupta

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01.10.2007 10:00:32

FAZ-Leserin: Mit ehrlicher Arbeit wird man nichts.

Ich hatte etwas ähnliches (Quandt/ Magda Goebbels) aber schon vor Jahren in einer anderen Zeitung gelesen. Es war, wie so vieles, ein offenes Geheimnis.

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01.10.2007  10:12:10

0909: @ odasgupta

Es ist immer leicht über das Vergangene, über Fehler der Vergangenheit und überhaupt über Fehler Anderer zu urteilen. Leider werden wir nicht mehr erleben, wie später die Zeit über uns urteilen wird. Vielleicht wird man fragen, wie konnten die Menschen, speziell in Deutschland, wo sie doch ein "Tätervolk" waren, wieder zulassen, dass deutsche Soldaten in den verschiedensten Ländern mit der Waffe in der Hand stehen?!
Wieso waren speziell die Deutschen, als doch so "kriegerisches Volk" so unaufmerksam als Ihr Land unterwandert und durchsetzt wurde?!
Was, frage ich speziell Sie, können wir überhaupt für oder gegen etwas machen, als uns in diesen doch eigentlich lächerlichen Foren abzuwatschen. Wie schon in der NS Zeit werden auch heute die Messer wo anders gewetzt und wir sind das dumme Stimmvieh!

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01.10.2007 10:19:26

ucr: @9090

"Reich sind die wenigsten auf ehrliche Art und Weise geworden! "

Haben Sie den Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden ? Ein mit Zwangsarbeitern erwirtschaftetes Vermögen als ehrlich erworben zu bezeichnen, muß man wohl nicht weiter kommentieren. Tröstlich ist für mich in diesem Zusammenhang nur, daß wir diese "Altlasten" in Gestalt einer Generation, die geistig noch immer nicht in der Bundesrepublik angekommen ist und Aufklärung als "Nestbeschmutzerei" bezeichnet, auch bald los sind.
ucr

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01.10.2007  10:23:59

Trope: @0909: Resignation?

Ich habe das Gefühl, dass Sie Ihre Meinung mit Resignation unterfüttern. Wenn man ja schon nichts machen kann, dann kann man es gleich lassen.
Zum einen: ich glaube auch nicht, dass ein solches Forum die große Politik wird beeinflussen können.
Zum anderen: Ich glaube aber sehr wohl, dass die kritische Auseinandersetzung - auch in solchen Foren - einen Teil zum politischen Geschehen beitragen kann. Weshalb sollten sonst die Machthaber in Birma/Myanmar gerade ein Medium wie das Internet lahmlegen.

Mich wundert übrigens, dass die Sendung überhaupt ausgestrahlt wurde. Ich empfehle das Buch "Mattscheibe" von Jürgen Bertram, das die Interessenverflechtung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen untersucht.

Ich bin des Weiteren sehr froh über solche Beiträge, da dies zum Verständnis der Historie beiträgt, rechten Stimmenfängern den Wind aus den Segeln nimmt (nein, die Deutschen haben nicht nur mit ihrer Hände Arbeit alles geschafft) und Menschen wie mir das Vertrauen in die Medien (wieder-)gibt.

Beschämend finde ich es vielmehr, dass eine Familie wie die Quandts es über all die Jahre nicht für nötig gehalten haben, Ihre ganz persönliche Geschichte aufzuarbeiten. Es war ihnen einfach kein Anliegen - und daran ändert auch das (erzwungene) Einzahlen in den Entschädigungsfonds nichts!

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01.10.2007 10:24:43

Holger566: @ odasgupta

So stelle ich mir den Journalismus vor. Nur wird diesem Anspruch die SZ in der jüngeren Vergangenheit immer gerecht?

Zum Thema: Hat in Deutschland wirklich jemand geglaubt, dass die Nazis ohne massive Unterstützung der Banken, großen Konzerne und übrigen Wirtschaft auch nur einen Monat Macht hätten ausüben können?
Und anders rum, hätten die großen Konzerne und Banken ohne die Sklaverei durch die von der Kriegsmaschinerie bereitgestellten Menschen und Resourcen, nach dem Krieg weiter Profit machen können.
Sie brauchten sich nur den Staat darum herumbauen. Wer baute diesen auf (ich spreche nicht von Parteien, die bedienten sich nur). Justiz- wo kamen die Richter wohl her, BKA-durch ehem. SS und Polizeiführer; Auswärtiges Amt- komplett übernommen; Bundeswehr-wie viele Nazigenerale von der "sauberen" Wehrmacht haben die aufgebaut usw.
Die Stoßrichtung war wie bei den Nazis der Osten.
Die deutsche Geschichte ist längst nicht aufgearbeitet. Selbst Guido Knopp geht nur halherzig ran.

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01.10.2007 10:25:29

Torx: Unfassbar einige Kommentare

Man kann natürlich vor allem die Augen verschließen und in Ruhe weiterhin sein Leben genießen. Man kann aber auch genau hinsehen und sich wie ein Staatsbürger in einer freiheitlichen Demokratie verhalten. Die Annehmlichkeiten und Freiheiten die wir heute genießen, sind hart erkämpft worden und müssen immer wieder hart erkämpft werden.
Gerade derzeit erscheint mir eine gewisse Lässigkeit im Umgang mit politischen Unkorrektheiten alles andere als angemessen.
Es ist nicht möglich den damals Betroffenen gerecht zu werden, oder sie zu entschädigen. Wie sollte das auch gehen, die meisten sind nicht mehr am Leben.
Mord jedoch verjährt nicht.
Eine ganze Familie die offenbar derart intensiv von den politischen Bedingungen profitiert hat und bis heute mauert und sich uneinsichtig gegenüber der eigenen Verantwortung zeigt, sollte in Deutschland keine Macht mehr ausüben dürfen.

Die Tatsache, dass die ARD den Bericht quasi ins Programm geschmuggelt hat spricht für mich Bände.
Um so lobender, dass die Süddeutsche den Mut hat auf den Bericht hinzuweisen.
BMW ist immerhin Anzeigenkunde.

T

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01.10.2007 10:35:20

HansJoachim44:

Solche "Nachrichten" können einen auch nur überraschen, wenn man davon ausgeht das Dritte Reich wäre irgendwie über Nacht vom Himmel gefallen oder eine Diktatur von Außerirdischen gewesen. Wenn nicht die deutsche Wirtschaft die Produktion von Waren während des WK2 übernommen hat, wer denn dann? Glauben Sie da etwa an Importe aus England?? Und natürlich wurde schwere Arbeit damals von Zwangsarbeitern erledigt, von wem denn auch sonst?

Ich habe diesen Beitrag aufgrund von Schlaflosigkeit gestern gesehen, fühlte mich dabei aber leider weniger in einer guten Dokumentation als vielmehr in einer dieser unsäglichen Schwarz-Weiß gezeichneten Reichsdokus. Hier die guten Opfer und Siegermächte bis hin zum Ankläger der Nürnberger Prozesse, dort die bösen raffgierigen Quadts die nur Rallies im Kopf haben. Ich kann natürlich nicht beurteilen was dran ist, aber seriösen Journalismus stelle ich mir anders vor.

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01.10.2007 10:36:59

0909:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.

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01.10.2007  10:37:56

Stratto: Die Lebenden und die Toten…

Die Headline des Artikels formuliert sybillinisch ‚Vorwürfe gegen Quandt’. Aber gegen wen, gegen den oder die Toten, gegen die Lebenden, die damals noch nicht geboren? Gegen die Dynastie im ganz Allgemeinen? Gesinnungsethik, Verantwortungsethik?

Wer sich nur ein wenig in der Industriepolitik des Dritten Reichs auskennt, weiß sicher, dass es ganz prinzipiell keine einzige größere Firma von Alkett in Berlin bis Zeiss in Jena gab, die nicht in auf das staatliche System der Fremd- und Zwangsarbeiter zurückgegriffen haben bzw. zurückgreifen mussten, mit dem die breiten Rekrutierungen in den Betrieben möglichst ausgeglichen werden sollten. Die Autoren der Reportage gegen doch weit darüber hinaus. Man sammelt überall diskreditierende Indizien aller Art, Interviews mit ehem. Lagerhäftlingen werden für die weitergehende Empörung und Anklage sakrosankt überhöht und unkritisch übernommen.

Man legt einem ehemaligen Ankläger von Nürnberg Benjamin Ferencz einige Dokumente vor, der äußert völlig überraschend seine Betroffenheit und schon steht das Urteil analog zu Krupp fest, das durch den Film vollstreckt wird- Kläger, Richter und Vollzug in einer Solo-How. Man stelle sich wirklich vor, wie es medial diffamierend verarbeitet worden wäre, hätten die Nachgeborenen sich wirklich schützend vor die Väter bis Urgroßväter gestellt und eine unabhängige Untersuchung eingefordert. Und dazu schwebt über allem das Eva Herman Syndrom.

Man weiß aus guter Erfahrung, dass sich mit diesen gängigen Instrumenten die eigene Karriere prima vorantreiben lässt, ein immer preisverdächtiger Opportunismus der anderen Art. Nur wenige beteiligen sich nicht daran und Mut gehört dazu nicht im Geringsten. Das Meinungssystem jedoch, das von der 68er Generation, die sich für die fröhlichen Massenmörder von Mao über Stalin bis Pol Polt enthusiastisch bis unkritisch begeisterten, zeigt angesichts der drängenden aktuellen existentiellen Probleme nur noch auf, was diese Art der Geschichtsinterpretation vor der ewigen NS-Deutungsfolie im Standbild mittlerweile im wesentlichen ist: unproduktiv und erkenntnisneutral.

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01.10.2007  10:57:19

ArchiA: „Derrière chaque grande fortune il y a un grand crime“

(Hinter jedem großen Vermögen steht ein großes Verbrechen)

Dieser Satz von Balzac ist gerade in Deutschland besonders aktuell. Und wer sich jetzt überrascht oder erstaunt zeigt, der hat sich wohl noch nie die Frage gestellt: wie war eigentlich nur wenige Jahre nach dem Krieg der viel besungene Wirtschaftswunder möglich?
Woher kamen die Gelder?
Wie haben die grossen Unternehmen in den Jahren zuvor ihre Rücklagen gebildet und woher kam das Startkapital für viele mittelständische Unternehmen in einem zerstörten Land?
Die amerikanischen Hilfen im Rahmen des Marshall-Plans gingen an viele Länder, den Wirtschaftswunder gab es aber in dem Ausmass nur in Deutschland, und das lag ganz sicher nicht daran, dass die Deutschen fleissiger waren als andere Europäer.

Quote

01.10.2007 11:06:00

HansJoachim44:

@ArchiA: Ich hatte ja eigentlich versprochen Ihre Beiträge nicht mehr zu kommentieren, aber was Sie da wieder behaupten ist .... Naja. Also um eine lange Geschichte kurz zu machen: Da gab´s nix mehr. Keine Rücklagen, keine Investitionsgüter, keine Patente, gar nichts. In welcher Währung sollten diese Rücklagen denn auch bestanden haben? In deutscher Reichsmark? Vielleicht in Devisen der Alliierten?

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01.10.2007 11:12:17

Azmoguul: Richtige Aufarbeitung tut immer noch Not!

Auch mir stellt sich der Kamm auf, wenn Leute "etwas nicht mehr hören können". Meistens liegt's ja nur daran, dass sie nur zu gerne jedesmal weghören, und es gab schon vor 45 Jahren - in meiner frühen Jugend - solche "Mitbürger".
Ich bin noch in einer Zeit groß geworden, wo man "vorsichtshalber" nur den 1. Weltkrieg behandelt hat. Aber wenn ich, wie es immer so schön heißt, aus der Geschichte etwas lernen kann/soll, dann doch nur aus der jüngsten. Karl der Große, den ja die Franzosen ebenso mit Beschlag belegen, wie wir, oder Napoleon (da ist's eindeutiger) mögen große Strategen gewesen sein und ihre Erfolge mögen imposant und interessant gewesen sein, aber wenn ich tatsächlich Fehler vermeiden will, kann man das wirksam m.E. nur aus der Geschichte, die 1-3 Generationen zurückliegt.
Dabei lebe ich - ohne Probleme - mit dem Bewusstsein, dass es mich ohne Gröfaz und seine Bewegung "heim ins Reich" (oder bei Quandt eher reich ins Heim *g*) nicht geben würde, da mein Vater als Kind mit seinem alten Herren (später in Russland verschollen) nach Deutschland zurückkehrte. Aber trotzdem, oder gerade deswegen, interessiert mich jede sachliche Aufarbeitung dieser Geschichte. Gelegentlich gibt es ja auch einen Lichtblick, wie Schindler. Mir sind alle aktiven Widerständler sehr wichtig und ich bin denen für ihre Opfer sehr dankbar. Wie es mit der Einstellung einiger Leute bestellt ist, kann man sehr gut daran sehen, dass Leute, wie Brandt, die geflohen sind, als Vaterlandsverräter betitelt werden, aber Mitläufer oder gar Kriegsgewinnler als verdiente Mitglieder der Gesellschaft gehandelt werden.
Mit freundlichen Grüßen

Quote

01.10.2007 11:15:00

ucr: @9090

"Wie also stehen Sie zu der Tatsache, dass der Homo Sapiens in Europa den Neandertaler vor ca. 30000 Jahren verdrängt hat, ihn hat glattweg verhungern lassen. Ich empfehle also zur Wiedergutmachung den Rückzug des Homo Sapiens nach Afrika."

Ich denke, diese Analogie hinkt ein wenig. Der Unterschied besteht einfach darin, daß heute keiner der bedauernswerten Neandertaler seinen ehemaligen Peinigern auf der Straße begegnen muß. Andersherum, solange ehemalige Täter fröhlich über unsere Straßen spazieren und aus unsren Rentenkassen genährt werden und solange ehemalige Opfer noch um kümmerliche Entschädigungsrenten kämpfen müssen, ist gar nichts vergessen.
ucr

Quote

01.10.2007 11:16:27

LeCabanon: Vergangenheit ruhen lassen, vergessen

Die Vergangenheit ruhen lassen, vergessen ... zu können. Vergessen, nicht verdrängen oder verschweigen.

Der gestern gezeigte Film wäre doch gar nicht zustande gekommen wenn die Familie der Quandts sich bereits der öffentlichkeit gezeigt und Stellung bezogen hätte.
Nicht als Erben der Täter oder der Täterschuld, sondern als Unternehmer die doch wenigstens versuchen könnten Ja zu sagen zu der eigenen Geschichte. Ja, ein Regime wie das der Nazis hat unterstützer, Geldgeber. Ja, das sind Menschen die tatsächlich zu sehen sind, berührbar. Menschen die Familie haben, Väter sind oder Mütter, die möglicherweise ja sogar unter dem Druck einer Firmeneignerschaft, so Zielfokussiert und erfolgsstrebend sind das sie ein solches Konglomerat aus ideologischer Verblendung, ideologisierter Geschichte und eigener Geschichte mit der sich stellenden Gegenwart vermischen und dem Glauben verfallen etwas besseres zu sein. Dieses Bessere mit Worten oder Taten zu bestücken und so selbst zum Täter werden. Das Passiert, passierte und wird auch wieder passieren wenn nicht der Mut da ist zu sehen wie es zustande kommt, so ein Regime. Aus Menschen.

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01.10.2007 11:17:56

solsesolse: @0909

Sie vergleichen eine bedeutende Auseinandersetzung und Recherche mit historischen Fakten und die Forderung nach Verantwortung seitens der Verbrecher aus der Nazizeit mit dem Verdrängen der Neandertealer - merken Sie selber eigentlich nichts?

Wie weit wollen Sie zurück gehen, um vom eigentlichen Kern der Diskussionen / den Anliegens hier anzulenken!
Was Sie spießig finden, ist komplett irrelevant. Hier geht es nicht um rechts oder links. Was hier besprochen wird, ist parteiübergreifend.

Worum es hier geht sind Verbrechen an der Menschheit, an dier Menschlichkeit. Und die sind weder juristisch bestraft, noch von den Verantwortlichen oder ihren Nachkommen ethisch/moralisch verantwortet noch finanziell an die Opfer "entschädigt" worden.

Was genau muss man Ihnen eigentlich noch erklären, damit Sie anfangen mal wirklich NACHZUDENKEN?

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01.10.2007 11:22:39

plexar: @0909: was bitte ist das für ein vergleich?

zitat:
"Wie also stehen Sie zu der Tatsache, dass der Homo Sapiens in Europa den Neandertaler vor ca. 30000 Jahren verdrängt hat, ihn hat glattweg verhungern lassen. Ich empfehle also zur Wiedergutmachung den Rückzug des Homo Sapiens nach Afrika."

es wurden im dritten reich millionen menschen opfer einer verbrecherischen ideologie und das vor weniger als 2 generationen. der vergleich mit einer zeit vor 30000 jahren ist sowohl dumm, als auch eine beleidigung all derer, die unter dem nazi-regime gelitten haben und heute deinen beitrag lesen.
wie kann man die verhältnisse von vor 30000 jahren mit dem dritten reich vergleichen wollen?
es ist erstaunlich, dass hier solche meinungen auftauchen. hätte ich eher in der B..D erwartet.....ne, selbst da nicht!

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01.10.2007  11:26:42

ArchiA: HansJoachim44: Auf Ihre Kommentare kann ich gerne verzichten, zumal Sie ausser Ihre Meinung noch nie fundiertes Wissen enthalten haben

„Der Transfer deutscher Vermögenswerte ins neutrale Ausland.“

„ Dieser gewann insbesondere in der zweiten Kriegshälfte an Bedeutung, als sich die kommende Niederlage und schliesslich die Besetzung Deutschlands abzeichneten. Die deutschen Unternehmer gingen davon aus, dass ihre Beteiligungen im alliierten Machtbereich – wie schon im Ersten Weltkrieg – weitgehend durch Beschlagnahmung verloren gehen würden, während die Vermögenswerte im neutralen Ausland möglicherweise erhalten bleiben könnten, um erneut eine wertvolle Rolle für die Wiederanbahnung internationaler Wirtschaftsbeziehungen zu spielen. Der Transfer deutscher Vermögenswerte nahm vielfältige Formen an. Typisch für die verbreitete industrielle Absetzbewegung war die Anlage finanzieller Polster durch falsche Fakturierung, der Aufbau von Warenlagern oder die Verlagerung ganzer Produktionen. Weit schlechter erfassbar ist der von den Alliierten in besonderem Mass gefürchtete Vermögenstransfer nationalsozialistischer Eliten, die ihre individuelle Existenz oder allenfalls sogar ein politisches Fortleben über die Niederlage hinaus zu sichern suchten. Bei solchen Vermögenswerten war zudem der Verdacht besonders naheliegend, dass ihre Entstehung auf Zwang und Raub zurückging. Dokumentieren lässt sich der umfangreiche Handel mit Banknoten, mit geraubten Wertschriften und mit Diamanten…“

Auschnitt aus der Zusammenfassung des Inhalts von:

„Tarnung, Transfer, Transit.
Die Schweiz als Drehscheibe verdeckter deutscher Operationen (1938–1952)“
von Christiane Uhlig, Petra Barthelmess, Mario König, Peter Pfaffenroth, Bettina Zeugin

erscheinen im Chronos Verlag im Rahmen der Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg, Band 9.

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01.10.2007  11:35:43

nachdenken: Ich bin gut, ihr seid böse

Enthüllungsjournalisten wissen immer genau wie böse die anderen sind. Schon die Geburt als Kind eines Unternehmers ist mit dem Bösen behaftet. Auch wenn man selbst aufgrund der späten Geburt nie persönlich Schuld auf sich laden konntet ist es egal - schuldig durch Geburt.
Erstaunlich nur der Umgang mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren (ob leiblich oder Berufsvorgänger). Warum entschuldigt sich nicht jeder Journalist vor jedem Beitrag für "seinen" Beitrag zur nationalsozialistischen Propaganda?


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01.10.2007 12:02:19

0909:

Es ist echt ein Problem, was machen wir nur mit unseren Urgroßvätern, Großvätern und Vätern? Ich mag Sie allle. Im Gegensatz zu den "Selbstgerechten" dieser Zeit hatten sie nicht das Glück in einer gesichtslosen, relativ bekennungsfreien Zeit groß zu werden. Ich möchte nicht wissen, wieviele dieser tollen "Aufklärer "der heutigen Zeit damals zumindest gekuscht hätten, wenn nicht sogar mit gebrüllt hätten , aus Angst um nur nicht aufzufallen! Keiner heißt diese Zeit gut und es ist furchtbar was geschehen ist, aber ich betone nochmals, es muß mal Schluß sein damit!

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01.10.2007 12:06:20

plexar: @nachdenken: genau, mal gescheit nachdenken....

zitat:
"Warum entschuldigt sich nicht jeder Journalist vor jedem Beitrag für "seinen" Beitrag zur nationalsozialistischen Propaganda?"

die heute arbeitenden journalisten sind journalisten, weil sie studiert haben und nicht weil sie diesen job von skrupellosen opportunisten geerbt haben. ein herr s. quandt ist millionenär, weil er ein vermögen geerbt hat, welches zum größten teil seinen ursprung auf den schultern von zwangsarbeitern fand.
DAS ist der unterschied!

reicht das als erklärung?

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01.10.2007 12:12:53

edgeflash: @0909

Sie forden: "es muß endlich mal Schluß sein". Finde ich nicht! Und es geht hier doch gar nicht darum, Deutschland immer wieder zu "bestrafen", sondern darum, dass uns unsere Geschichte uns im Bewußstsein bleibt und dass wir weiterhin Aufklärung erhalten über Verbrechen, die sich niemals werden verjähren können.

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01.10.2007 12:22:15

eeg121952: Bereicherung auf Kosten Anderer

Und die Zulus haben sich in blutigen Unterdrückungskriegen am Land der Nachbarstämme bereichert. Und die Briten haben sich in blutigen Unterdrückungskriegen am Landbesitz und am Reichtum der ganzen Welt bereichert. Und die Spanier haben sich in blutigen Eroberungskriegen am Gold der Indios bereichert. Und die Mongolen haben sich in blutigen Eroberungskriegen am Land und am Reichtum der Hälfte Asiens bereichert. Und die Juden haben sich am Gelobten Land in blutigen Eroberungskriegen gegen die in diesen Gebieten lebenden Menschen bereichert und und und ......diese Liste ließe sich endlos verlängern und keine einzige der menschlichen Gemeinschaften würde darin nicht auftauchen. Warum also diese heimlichen Filmvorträge im öffentlich Rechtlichen? Die ganze Welt weiß doch um die eigenen Verfehlungen und um die Verfehlungen der Vorväter.

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01.10.2007 12:23:06

ucr: @9090

"Keiner heißt diese Zeit gut und es ist furchtbar was geschehen ist, aber ich betone nochmals, es muß mal Schluß sein damit!"

Warum eigentlich ? Damit wir wieder "neu" anfangen und die Geschichte nochmal erleben dürfen ?
ucr

P.S.: Die Verbrechen der Vertreibung werden doch auch bei jedem Schlesiertag erneut thematisiert.

Quote

01.10.2007 12:26:40

doktor no: geschichte wiederholt sich jeden tag

mich erstaunen 4 dinge:

1) ein solcher ard-beitrag ohne ankündigung zur schlafenszeit

2) beitragsgeber hier, die immer noch nicht verstanden haben, dass es einen unterschied gibt zwischen persönlicher verstrickung/schuld samt deren moralisch abgeleiteter verantwortung der nachkommen und dem benutzen eines markenartikels

3) dem immer wiederkehrenden phänomen öffentlichen erstaunens darüber, wie sich das 3. reich nach 45 wieder zusammengerauft hat. allein das kapitel "auswärtiges amt" ist eine geschichte für sich; in einem klima, das adenauer vor allem zu schaffen hatte, wurden ex-nazis mit kusshand wieder in amt und würden gehoben. wieso erstaunt uns das?

4) die moral der wirtschaft, die hier angeprangert wird. es ist doch nun wohl seit jeher bekannt, dass moralisch wohl kaum etwas niedriger ist als die gier der unternehmen, die umso besser florieren, je opportunistischer sie agieren. das schockierende hierbei ist für mich lediglich immer noch, dass unternehmen keinen unterschied in der schwere der schuld machen. ob der neger in nigeria an ölverpestung durch shell stirbt oder der jude durch die IG farben, ist für die industrie keine frage von kriminalitätsgraden - sie sieht das ganz "sachlich". käme heute ein hitler hier an die macht - unsere unternehmen würden allesamt sabbernd die finger recken, um als erster an der reihe zu sein. das - und dies zeigt der fall quandt wie so viele andere fälle auch - ist der eigentlich skandal. man hat aus der vergangenheit nichts gelernt. unsere unternehmen haben nichts gelernt, denn sonst würden sie andere unternehmenspolitik betreiben und nicht mit dem immer gleichen verweis auf arbeitsplatzsicherung heute china, morgen russland, übermorgen iran hofieren.

Quote

01.10.2007 12:27:36

PositiverDenken: Wut im Bauch....

Dokus dieser Art werden bei diversen öffentlich-rechtlichen Sendern oft auf einem späteren Sendeplatz gebracht - daran ist nichts konspirativ.
Befremdlich finde ich den Lob einiger Kommentatoren, dass die ARD und SZ "sich trauen" darüber zu berichten. So weit ist es hoffentlich noch nicht mit der Pressefreiheit der SZ einen derartigen Artikel wegen Angst vor Anzeigen-Boykott seitens BMW nicht zu veröffentlichen.
Die Quandt-Familie ist nicht die einzige Unternehmer-Familie, die von der NS-Zeit profitiert hat und ihr heutiges Vermögen darauf aufgebaut hat. Aber sie ist wohl der bekannteste Fall in Deutschland, die sich nicht mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, vieles verschweigt und keine Reue zeigt. Das ist das schockierendste an dem Ganzen. Den Kommentaren des einen Sohnes zufolge, der sein Geld jetzt mit Rallye-Fahrten verpulvert, lässt sich diese ignoranten Verhalten nur durch mangelnde Intelligenz und ungenügende Selbstreflexion erklären. Geld macht nicht unbedingt schlau.

Quote

01.10.2007 12:29:36

Olly77: @9090 - Aufklärung

ist ein menschlicher Urtrieb und sollte nicht unterdrückt werden. Sie tut einfach gut! Das hat der Herr, auf den sich Adenauer, FJS und Stoiber neben vielen anderen berufen, auch gesagt: "Die Wahrheit wird euch frei machen!"

Quote
01.10.2007  12:39:23

wernerlamb: Quands Nazi-Verbrechen verschwiegen

bezeichnend für die Pressefreiheit in Deutschland ist die Tatsache, wie lange
"Quands eigenes Konzentrationslager" in der öffentlichkeit verschwiegen werden
konnte und die Art und Weise, wie der Bericht heimlich ohne Ankündigung in der ARD gesendet werden mußte, damit dies kein Politiker in letzter Sekunde verhindern konnte.
Die gesamte deutsche Presse hat sich offenbar seit Jahren hierzu ein Schweibegelübde auferlegt. Spiegel, Stern und der angebliche Aufklärungsjournalismus Fehlanzeige, lieber weiter Hofberichterstattung.
Man könnte es sich ja mit den Ministerpräsidenten der Länder und mit BMW verscherzen.

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01.10.2007 12:39:42

Klausi9: Quandt-Medienpreis

Hiermit schlage ich den TV-Beitrag "Das Schweigen der Quandts" für den Quandt-Medienpreis 2008 vor.

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01.10.2007 12:53:18

Einblick: BMW

Ich kann mich noch gut an meine Bewerbung bei BMW in München erinnern, obwohl es jetzt bestimmt über 20 Jahre her ist, es war ein Satz der bei mir hängen blieb.
Der Personal Beauftragte teilte mir mit, er kann mich nicht einstellen obwohl ich als Österreicher doch zu zu Deutschland gehören würde, ein Reich.
Ich war sehr jung, aber dieser Satz der Zusammengehörigkeit bekommt erst jetzt die Bedeutung die ich damals nur leicht schockiert wahr genommen habe.
Quant hat die Bayrischen Motoren Werke nach dem Krieg mit dem Geld das er während dem Krieg durch Waffenproduktion mit Hilfe von KZ Häftlingen und Zwangsarbeitern in Zusammenarbeit mit den Nazis ergaunert hat, gekauft.
Der Geist dieses Menschen wird natürlich in diesem Betrieb weiter gelebt, keine Frage.
Ein bisschen schlechtes Gewissen und Wiedergutmachen muss in der heutigen Familie doch sein, denn die Arbeiter von BMW bekommen gute Gehälter und werden auch durch Prämien am Gewinn beteiligt, diese Vergütung zeigt das die Familie Quant sich ihrer Wurzeln etwas bewusst ist. Der ganze Umfang ihrer verursachten Verbrechens an Millionen von Menschen würde der Verlust ihres Vermögens mit sich bringen, was natürlich richtig wäre.
In einer Gesellschaft die nur Platz für Gewinner anbietet, gibt es für die Verlierer keine Gerechtigkeit.

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01.10.2007 13:23:03

0909: @ ucr

Sie scheinen sich wohl für jedes Verbrechen dieser Welt verantwortlich zu fühlen. Ich finde es würde schon ausreichen, wenn jeder für sich verantwortlich zeichnet!

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01.10.2007 13:23:35

ucr: @9090

"Nur z.B. Zeit und auch Definitionen sind wandelbar! Nehmen Sie einfach die DDR, vor dem Mauerfall waren andere Dinge "Recht" als inder BRD"

Falsch, diese Dinge in der DDR waren damals ebensowenig R E C H T, wie die Nürnberger Rassegesetze R E C H T waren. R E C H T ist eben gerade mehr, als nur in einem ordnungsgemäßen Gesetzgebungsverfahren erlassene Normen. Da Sie von sich behaupten, als unabhängiger Geist selber erkennen zu können, was Recht und was Unrecht ist, verwundert Ihr Statement umso mehr.
Schönen Grüß an Herrn Filbinger
ucr

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01.10.2007 13:25:51

0909: @ ucr

Sie sind nicht ganz auf dem aktuellen Stand! Für Herrn Filbinger hat schon Herr Oettinger Abbitte getan!

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01.10.2007 14:03:18

gerhardt_124: Wirtschaft und Moral

Das Problem ist immer wieder das gleiche. Die Wirtschaft hat keine moralischen Maßstäbe, sie produziert, sie verteilt oder sie konsumiert, mehr nicht. Und das nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Die Politik und auch die Gesellschaft setzt die moralischen Maßstäbe.

Nach dem Krieg hätte die deutsche Gesellschaft erst einmal die 12 Jahre des Naziregimes verarbeitet werden müssen, dies wurde aber aus wohlweislichen Gründen unterlassen.
Stattdessen haben die Deutschen ihr Wirtschaftwunder auf die Beine gebracht.

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01.10.2007  15:48:03

sajoh:

Ich kann mich nicht erinnern, dass in meinem Schulunterricht zum breit behandelten Thema NS-Zeit jemals ein Licht auf die Rolle von Unternehmen im Regime geworfen wurde. Bei vielen wird es wohl nicht anders sein, im nachhinein kann sich nur der entsprechend Interessierte darüber Kenntnis beschaffen. Doch gerade für die jüngere Generation, für die jene Zeit im laufe der Jahre geradezu unnachvollziehbar wird, müssten Gesamtzusammenhänge intensiv aufgezeigt werden.

Diejenigen, die hier nun so selbstbewusst nach einem "Schlussstrich" rufen, die "Keule der aufgezwungenen Kollektivschuld" schwingen und eine Relativierung durch Vergleiche in der Weltgeschichte betreiben, scheinen nichts damit am Hut zu haben, dass ein gesellschaftliches Bewusstsein in - eben - Deutschland für die Gefahr einer Wiederholung der nationalen Geschichte weiterentwickelt wird.

Hinzu kommt eine auffallende Taktik der Gegenstigmatisierung:
es wird von einigen hier über den "vorherrschenden Zeitgeist" geklagt (ja, leider ist sowas wie Rassismus gerade nicht so gesellschaftsfähig), und wer sich dazu bekennt, sich mit der deutschen Geschichte weiterhin auseinanderzusetzen und Unrecht anzuprangern, wird als "Moralapostel", "Selbstgerechter", "Maoist", "Nestbeschmutzer" etc. stigmatisiert. Dies ist eine altbewährte Methode und bei Kommentatoren wie 0909 (auch in anderen Threads) offensichtlich. Diese semantische Abwertung, die von dem eigentlichen Stigma ablenken soll, ist im grunde lächerlich, wirkt aber leider bei so manchem.

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01.10.2007 15:23:35

Bilderberger: Interssanter Artikel

den ich allen empfehlen würde:

http://www.zeitschrift-humanwirtschaft.de/pdf_hw04-2007/10hw04-2007_creutz_der-schnee-von-gestern.pdf

"Damit ist also das Tageseinkommen von Frau Klatten, im Vergleich mit jenen 650 Tausend DM bzw. 332 Tausend Euro im Jahr 1990, immerhin auf fast das Vierfache angestiegen. Denkt man angesichts solcher Zahlen an die Empfänger von Sozialhilfe, die sich monatlich mit einem leistungslosen Einkommen von etwa 750 Euro zufrieden geben müssen, dann entspricht das ebenfalls leistungslose Monatseinkommen von Susanne Klatten mit seinen 37,5 Millionen Euro dem von 50.000 heutigen Hartz-IV-Empfängern, die man so gerne als „Sozialschmarotzer“ tituliert!"

Nur mal so am Rande...

bilderberger

Quote
01.10.2007  16:26:56

Dr.Truth: Quandt

"Damit ist also das Tageseinkommen von Frau Klatten, im Vergleich mit jenen 650 Tausend DM bzw. 332 Tausend Euro im Jahr 1990, immerhin auf fast das Vierfache angestiegen. Denkt man angesichts solcher Zahlen an die Empfänger von Sozialhilfe, die sich monatlich mit einem leistungslosen Einkommen von etwa 750 Euro zufrieden geben müssen, dann entspricht das ebenfalls leistungslose Monatseinkommen von Susanne Klatten mit seinen 37,5 Millionen Euro dem von 50.000 heutigen Hartz-IV-Empfängern, die man so gerne als „Sozialschmarotzer“ tituliert!"
Nur mal so am Rande...

Was hat dieser Beitrag mit dem Thema Vergangenheitsbewältigung zu tun? Meines Erachtens nach rein gar nichts. Ich verdiene selber nicht viel mehr als Hartz-IV und schiebe manchmal Frust. Doch würde es mir im Traum nicht einfallen, das Thema Vergangenheitsbewältigung als Forum für meinen Sozialneid oder den anderer zu mißbrauchen.
Nur mal so am Rande...

Quote
01.10.2007 18:58:14
dekla:

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01.10.2007  17:57:37

Super Onyx: Das Schweigen der Familie...

...der Familie Quandt steht stellvertretend für das Schweigen der sogenannten Industriellen Elite von Deutschland.
Diese angeblich so feinen und honorigen Herren (Quandt, Krupp, Flick, Stinnes etc) haben Ihre Vermögen zu einem großen Teil schon während der Inflation in den zwanziger Jahre bis zum platzen vermehrt um sich dann vor lauter Gier noch Herrn Hitler an die Brust zu werfen, soweit ist es Geschichte.
Geschichte sind jedoch nicht die Themen Skrupellosigkeit und Gier. Oder das Thema von einem absolut verkommenen Menschenbild und das Thema der eigenen Reflektion darüber.
Wenn der Erbe mit dem schönen Hobby eines Rennfahrers das Wühlen in der Vergangenheit beklagt dann zeugt das nicht nur von einem peinlich unterentwickelten Geschichtsverständnis, es ist auch der Ausdruck einer puren Arroganz und Amoralität. Beides Eigenschaften die auch in unserer heutigen Zeit das Gebaren so mancher Manager und auch Politiker kennzeichnen.
Und vielleicht ist es deswegen auch so, dass die Erben der Familie Quandt weiterhin gut schlafen können.
Sie sind von Freunden geradezu umgeben. Sie werden hofiert und dürfen sich und ihre Geschichte weiterfeiern. Dabei sollte es gerade umgekehrt sein. Wenn ein sogenannter einfacher Mensch zu Geld kommt, dass erwiesenermaßen durch Entführung, Folter und Mord entstanden ist, bekommt er Besuch von der Polizei und das Vermögen wird eingezogen. Ein Erbe gibt es dann nicht, sondern nur einen Makel und eine gesellschaftliche ächtung.
Aber dies gilt eben nicht für Menschen wie die Familie Quandt, dabei wäre es so einfach.
Meinetwegen sollen Sie ihr Blutgeld behalten, meinetwegen sollen Sie glücklich werden, aber dann bitte sollen Sie auch unter sich bleiben. Eben eine Familie die nach gesellschaftlichen Maßtäben indiskutabel, wenn nicht sogar peinlich ist.
Leider wird dies ein frommer Wunsch bleiben, denn Sie sind wie gesagt, ja von Freunden mit den gleichen moralischen Ansprüchen umgeben. Und das sagt viel über den Zustand dieser Gesellschaft aus.
Trotzdem, ein schöner Dank an die mutigen Filmemacher der ARD. Was jetzt auch immer auf Sie zukommt, Sie haben meine Solidarität, auch weil Sie mir gestern Abend den Glauben an meine GEZ Gebühren zurückgegeben haben ...


Quote
01.10.2007  16:48:13

regula2: Entsittlichung

Solche Leute können nur deshalb in diesem, unserem Lande herumgeistern, ohne angespuckt zu werden, weil die Mehrheit der Deutschen Reichtum, und klebte auch noch so viel Dreck an ihm, für erstrebenswerter und bewundernswerter hält, als Tugend, Charakter und Anstand. Dies ist die "Elite", die Deutschland verdient, oder, mit P. Handke (?)gesprochen: "In Deutschland leben, heisst knietief im Kot waten"

"Dafür sprach der Erbe Sven Quandt, der... findet, man solle die alte Zeit endlich ruhen lassen. "Es ist ein Riesenproblem, dass man in Deutschland nie vergessen kann. Das hilft Deutschland nicht." Auch andere Länder hätten Probleme mit der Vergangenheit, ohne dass diese immer breit getreten würden. Hier aber habe alles so einen negativen Touch."

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01.10.2007 19:00:36

dekla:

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01.10.2007 20:50:47

AK871: Hoffentlich enthält die Dokumentation...

... auch den Hinweis, dass nicht die Quandts in den Arbeitslagern gepeinigt, erniedrigt und gequält haben.

Man sollte halt nicht vergessen, dass nicht nur "die da oben" am System beteiligt waren, sondern auch und in nicht zu unterschätzender Zahl, "ganz normale Bürger".

Und die Geschichte, dass der "kleine Mann" von all den Verbrechen nichts wußte, diese Geschichte kann ich nicht glauben. Angefangen von dem damaligen Management der Quandt´schen Firmen, über die Abteilungsleiter und deren Mitarbeiter. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Firmen der Familie Quandt nur einen Teil der Wirtschaft im Drutten Reich ausmachten.

Es wird gern dargestellt, dass ohne die "Wirtschaftsbosse" ein A.H. und seine "Kumpane" nicht an die Macht gekommen wären bzw. diese lange ausüben hätten können. Hier sollte ein kleiner Hinweis auf die Wahlergebnisse 1930 bis 1933 genügend Denkanstöße vermitteln.

Es ist schwierig und unbequem, sich mit der Tatsache auseinander zu setzten, dass es eben mehr als einzelne Familienmitglieder bei den Quandts bedurfte, um das System als Ganzes, aber auch das System Quandt zu installieren und aufrecht zu erhalten.

In Abwandlung eines anderen Titels: Quandts willige Helfer. Wobei der Name Quandt als Synonym zu verstehen ist.

Quote
01.10.2007  22:27:32
NiaBo: Danke ARD

[...] Für mich war die Info, dass die Quandts damals das Gelände, die Einrichtung und die Arbeiter des KZs Stöckern gestellt haben (inklusive 80 Mann "Fluktuation" die monatlich von Herbert Quandt in die Personalplanung mit eingerechnet wurden) und die SS sich dann um die "Insassen gekümmert", einfach erschreckend. Wenn man sozusagen sein "eigenes" KZ betreibt, ist das doch etwas anderes "als nur Zwangsarbeiter beschäftigt zu haben", wie es vielleicht in vielen größeren und kleineren Firmen der Fall war.

@0909
Mir war nicht klar, welche Rolle die Quandts im 3. Reich gespielt haben und so ging es sicher auch anderen Zuschauern. Also warum muss Schluss sein mit der Aufklärung?!? Dabei durfte ich mich schon zu Schulzeiten ausgiebig mit dem Thema befassen.
Natürlich sollte man mehr von der deutschen Geschichte sehen und kennen als "nur" die Zeit von 1933-45, aber neue Aspekte können eine Sache auch erhellen, statt sie totzureden!



Quote

01.10.2007 23:03:16

münchnerkindl: Es ist völlig klar,

daß die Quandtschen Unternehmen vor 45 tief in die Hitlersche Kriegs, Zwangsarbeiter
und KZ Häftlinge Politik verstrickt waren. Weil dafür Leute verantwortlich waren, die
heute nicht mehr leben, liegt es an den Lebenden sich in der Nachfolge Ihrer Familien-
unternehmer befindlichen, sich hierzu schonungslos zu bekennen, Fehler der Ahnen
einzugestehen und soweit möglich zu einer Art Wiedergutmachung beizutragen.
Einer Familei mit 24 Mrd Euro unterm Kopfkissen sollte das nicht allzuschwer fallen.

Quote

01.10.2007 23:24:11

Parisien: Schmutzige Hände

" Hoffentlich enthält die Dokumentation...

... auch den Hinweis, dass nicht die Quandts in den Arbeitslagern gepeinigt, erniedrigt und gequält haben."
@AK871:Nein,natürlich haben sie sich nicht die Hände schmutzig gemacht,man hat peinigen lassen.
Auch das verbindet diese Familie mit ihren damaligen Gesinnungsgenossen .Himmler ist nur unwillig in KZs gegangen,als er an einer Erschiessung teilnahm,musste er sich übergeben.
Und der Gröfaz selbst hat nie ein KZ besucht,darf ich ihm das jetzt mildernd zugute halten?
Was wollen Sie eigentlich ? Soll das Verhalten der Qs und anderer als gar nicht so entscheidend eingestuft werden,weil es natürlich noch Helfer und Helfershelfer in Massen gegeben hat ? Das sich diese auch schuldig gemacht haben spielt für die Einschätzung der Qs und anderer nicht die geringste Rolle,oder bin ich kein Verbrecher,weil es 1000 andere auch waren?
Jeder Fall wird für sich geprüft und beurteilt und hier geht es um eine Familie,die im Gegensatz zu den von Ihnen erwähnten Mittätern oder Gehilfen noch heute immens von ihren Beutezügen profitiert.

Quote

02.10.2007 06:32:39

thomas-xx: Ein Volk von Ahnungslosen!

Jede Frau, jeder Mann in Deutschland, die/der jetzt immer noch der Meinung ist, wir lebten hier in einer Demokratie, hat entweder keine Ahnung was dies bedeutet, oder handelt mit Persilscheinen!

Auf jeden Fall sollten einige "Bessermenschen" sich auftun und den Kot vor der eigenen Haustuere kehren, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen!

Quote

02.10.2007 08:44:42

WillyfunNilly: 1982 gestorben.....

Der Verantwortliche starb 1982.

Es gilt Sippenhaft. Von den Nazis installiert. Von den Antifaschisten instrumentalisiert.

Quote
02.10.2007  18:20:29

abita: Kriegsgewinnler

Es ist doch nicht nur die Fam. Quandt. Die Fa. Siemens , die Deutsche Bank und andere sind genauso im 3. Reich finanziell unter dem Gröfaz zu Reichtum u.a. durch Ariesierung gekommen.
Dazu gibt es ein Buch über die Verflechtungen der Deutschen Bank und der Commerzbank im 3.Reich,dass von den Amis herausgegeben wurde - OMGUS -. Sehr interssant mal darin nachzulesen und Namen zu bestimmten NS-Einrichtungen zu erfahren.

Quote
02.10.2007  21:16:29

Aposto: Immer wieder erstaunlich ...

... wie sehr längst Vergangenes die Menschen in Aufregung versetzt.

Mich würde viel mehr interessieren, *wer* *wieviel* zum Beispiel am Irak-Krieg verdient hat und noch verdienen wird, um nur eines der Ereignisse der jüngeren Geschichte zu erwähnen.

Aber das erfahren wir wahrscheinlich auch erst in 60 Jahren (oder nie).

Quote

03.10.2007 11:14:51

RobertOstermeier: Im Prinzip war diese Anklage gegen die Familien Quandt nichts Neues!

Was mich viel mehr erzürnt, ist die "heimliche" Ausstrahlung der Sendung! Wieviel Einfluss haben solche Industriedynastien auf unser öffentliches Leben? Haben die sogar im öffentlich, rechtlichen Schiss?
Das sind Dinge, die es jetzt aufzuklären gilt!

Quote
03.10.2007  15:01:46

cajkacechovs: Es geht noch über die Quandts hinaus..


Bitte in WIKIPEDIA nachlesen, was zu anderen Kriegsgewinnlern steht,
ein Hinweis - auf die Vorfahren von Doubleya Bush, dann wird die gemäßigte Argumentation von @0909 durchaus verständlich!!!!

"...Am 1. November 2004 versuchte die Internationale Projektgruppe Auschwitz Sammelklagen, seinen Enkel George W. Bush auf Schadensersatz in Höhe von 400 Millionen Dollar zu verklagen, weil Prescott Bush an einem Unternehmen beteiligt war, das Gewinn aus der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen zog.

Ihrer Ansicht nach beruht das geerbte Vermögen Bushs zum Teil auf Gewinnen aus NS-Sklavenarbeit, die dessen Großvater Prescott Bush durch Geschäfte mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg gemacht haben soll. Der Miteigentümer einer Stahlfirma habe so auch von der Sklavenarbeit im Vernichtungslager Auschwitz profitiert, erläuterte Wolz. ..."

Prescott Bush also. Bitte an alle, keine einseitige Empörungen und mehr Bemühungen, die größeren Zusammenhänge im Auge zu behalten.

der link zu diesem feinen Herrn: [wikipedia.org/wiki/Prescott_Bush]
beachtenswert ist, dass erst mit Roosevelt Unterschrift des trading with the enemy act
die US-Bankkontakte/Finanzierung mit Adolphos Partei unterband.
Also, @Jack so sehr ich immer Ihre Kommentare schätze, Ihre USA-Einschätzung ist subjektiv.

Quote

03.10.2007 15:08:01

cajkacechovs:

Mein Text über den Vorfahren von G. Bush stützt sich auf die Seite von Wikipedia.
Liebe Redaktion. Mein Kommentar ist lupenrein! Lassen Sie ihn durch...

Prescott Bush wird dort angeklagt, ganz ....spezielle Beziehungen mit dem Dikaturregime gehabt zu haben, wie die Quandts.

Quote

03.10.2007 15:09:53

cajkacechovs:

immer schön die halbe Wahrheit ans Licht lassen, gell???

Quote
03.10.2007  21:56:53

tomcer: Antwort von der ARD

Ich habe den späten und versteckten Sendetermin bei der Redaktion kritisiert, die Anwort kam noch am selben Tag:


vielen Dank für Ihre E-Mail und für Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen.

Wir bedauern Ihre kritischen Anmerkungen zum Sendetermin der Dokumentation "Das Schweigen der Quandts".

Der Film über Rolle der Unternehmerfamilie Quandt sollte zunächst auf dem Filmfest Hamburg präsentiert werden. Anschließend wollte der für die Dokumentation verantwortliche Norddeutsche Rundfunk "Das Schweigen der Quandts" im Ersten Deutschen Fernsehen zeigen.

Gestern wurde dem NDR von den Veranstaltern des Filmfests Hamburg sehr kurzfristig ein Aufführungstermin für Sonntagnachmittag, 17.00 Uhr, zugewiesen. Daraufhin bat der NDR die ARD-Programmdirektion, die Dokumentation möglichst zeitnah im Ersten auszustrahlen.

Volker Herres, Programmdirektor des NDR-Fernsehens, begründete diese Entscheidung folgendermaßen: ""Dieser Film arbeitet mit vielen neu recherchierten Fakten und Dokumenten die Historie einer gefeierten deutschen Unternehmerfamilie und damit ein Stück deutscher Geschichte auf. Er ist ein eindrucksvoller Beleg für die journalistische Leistungsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens."

ARD-Programmdirektor Dr. Günter Struve folgte dem Wunsch des NDR, indem er den Sendeplatz am Sonntagabend um 23.30 Uhr zur Verfügung stellte. Diesen Termin akzeptierte die Redaktion. Ursprünglich sollte auf diesem Sendeplatz eine Dokumentation über das Leben von Schauspielerin Inge Meysel gezeigt werden.

Es tut uns Leid, dass Sie sich über die kurzfristige Platzierung von "Das Schweigen der Quandts" geärgert haben. Trotz der sehr kurzfristigen Entscheidung für eine Ausstrahlung sahen 1,29 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Dokumentation über die Rolle der Unternehmerfamilie Quandt während der NS-Zeit.

Damit alle Zuschauer, die gestern Abend nicht einschalten konnten, den Film sehen können, wird er am 22. November um 21.00 Uhr nochmals in einer 90-minütigen Langfassung im NDR-Fernsehen zu sehen sein.

Mit freundlichen Grüßen




Aus: "ARD: Vorwürfe gegen Quandt (BMW): Eine deutsche Dynastie, die Nazis und das KZ" (01.10.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/836/135573/

« Last Edit: November 27, 2007, 10:33:15 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Das ist ein kathartischer Prozess... (Notiz, BRD, Fam. Quandt)]
« Reply #81 on: November 27, 2007, 10:34:12 vorm. »
Quote
[...] sueddeutsche.de: Will sich die Familie Quandt nun mit ihrem offensiven Vorgehen und mit dem wissenschaftlichen Forschungsprozess ein reines Gewissen verschaffen?

Kopper: Eine Reinwaschung kann man sich dadurch nicht erhoffen, auch wenn die brutale Öffnung für die familiäre Mitverantwortung im Dritten Reich ein radikaler Schritt ist. Es ist in gewisser Weise auch ein kathartischer Prozess, der von der Öffentlichkeit verfolgt wird. Die Nachkommen der Quandts sagen: Wir stellen uns im Rückblick der Verantwortung für das, was geschehen ist - auch wenn sie persönlich natürlich keine Verantwortung tragen. Ich bin mir sicher, dass die Quandts damit rechnen können, dass die Beschuldigungen, sie seien im Dritten Reich vorwiegend durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern reich geworden, relativiert werden. Die Ausbeutung von Zwangsarbeitern ist sicherlich nur eine verhältnismäßig kleine Quelle ihres heutigen Reichtums.

[...] sueddeutsche.de: Was erwarten Sie von der Aufarbeitung der Quandt-Geschichte durch den Historiker Joachim Scholtyseck?

Kopper: Die Produzenten der Dokumentation haben schon intensiv nach persönlichen Kontakten zu hochrangigen Repräsentanten des Regimes, vor allem zu Goebbels, Göring und Hitler, gesucht. Ich weiß nicht, ob sich da Neues herausfinden lässt. Sicherlich lassen sich die Opportunitätsüberlegungen und die taktischen und strategischen Konzeptionen der Familie Quandt während des Dritten Reiches besser verstehen. Entscheidend ist auch, welche Handlungsperspektiven Unternehmen im Dritten Reich hatten und wo sie partiell oder intensiv kollaboriert haben.

sueddeutsche.de: Zum Beispiel?

Kopper: Haben sie die Aufrüstungspolitik von vornherein unterstützt? Haben sie sich frühzeitig für die Konzentration auf Rüstungsproduktion entschieden und davon maßgeblich profitiert? Haben sie sich aktiv um die Zuweisung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen bemüht? Bei den Quandts würde ich das eher für unwahrscheinlich halten, da eine Akkumulatorenfabrik wie das spätere Unternehmen Varta Produkte hergestellt hat, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt wurden. Die Akkumulatorenproduktion profitierte zunächst von der ganz unmilitärischen Förderung der Motorisierung durch die Nationalsozialisten. Auch bei der IG Farben gab es zwei mögliche Entwicklungspfade: einen zivilen Pfad und einen rüstungspolitischen Pfad. Sicher wird die Ambivalenz ihres unternehmerischen Verhaltens und ihrer politischen Einstellung zum Regime bei einer solchen Untersuchung sehr viel deutlicher.

[...] sueddeutsche.de: Warum konnten Banken von der Arisierung dermaßen profitieren?

Kopper: Für die Banken waren die Arisierungsgeschäfte ein Zusatzgeschäft, von denen sie vor allem von 1937 bis 1939 profitiert haben. Die Profite waren jedoch nach neuen und zuverlässigen empirischen Untersuchungen geringer als man glauben könnte. Auch die Gewinnmargen waren nicht so, dass man von einer besonders hohen Rendite sprechen könnte. Die Banken haben sich aber - weil das Bankgeschäft des Dritten Reiches nicht so boomte wie das industrielle Geschäft - gerne um diese Aufträge bemüht. Sie waren an jedem Zusatzgeschäft interessiert. Sie haben auch gewisse moralische Bedenken, dass sie ihren jüdischen Kunden dadurch schaden, relativ schnell beiseitegewischt.

sueddeutsche.de: Ein Neuanfang wurde mit der Entnazifizierung der Bankenelite nach Kriegsende nicht wirklich geschafft.

Kopper: Es gab keine Katharsis. Im Prinzip haben sich die großen Banken auch nur von den besonders exponierten, aktiven Nationalsozialisten getrennt. Der Rest machte weiter wie bisher. Die Versuche, die Schuld der Vorstände als Unternehmensorgan aufzuarbeiten, sind recht früh im Sande verlaufen. Das stellte sich als relativ undurchführbar heraus. Für die Alliierten hatte die Verfolgung der Ausbeutung von Zwangsarbeitern oder die Verfolgung von Arisierungsverbrechen absolut keine Priorität.



"Forschungsprojekt der Familiendynastie Quandt: "Das ist ein kathartischer Prozess""
Der Wirtschaftshistoriker Christopher Kopper, Sohn von Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper, über die Familiendynastie Quandt, die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung der NS-Zeit - und seine Erfahrungen in russischen Archiven. Interview: Melanie Ahlemeier
http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/wirtschaft/artikel/372/144048/

-.-

Quote
[...] Mit dem euphemistischen Begriff der Arisierung bezeichneten die Nationalsozialisten die schrittweise erfolgte totale Enteignung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und Österreich sowie den im Krieg besetzten europäischen Ländern in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Begriff bezieht sich auf die von den Nationalsozialisten propagierte Vorstellung einer imaginären „arischen Herrenrasse“. Als Kampfbegriff wurde er von NS-Funktionsträgern auch durch Entjudung ersetzt, was eine gängige antisemitische Konnotation der Ungezieferbekämpfung in sich trägt.

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Arisierung (11/2007)

-.-

Quote
[...] Die Katharsis (griechisch κάθαρσις, „die Reinigung“) bezeichnet in der Psychologie die Hypothese, dass das Ausleben von inneren Konflikten und verdrängten Emotionen zu einer Reduktion der Konflikte und Gefühle führt.

[...] Der Katharsis-Begriff stammt aus der griechischen Antike und hat etwa die Konnotationen, die auch 'Reinigung' im Deutschen aufweist. Dort wird er u. a. in der Medizin bei der Anwendung von Brechmitteln verwendet, aber auch im Kontext der rituellen Reinigung. Besondere Wirkung hat Aristoteles' Verwendung von 'Katharsis' in der Poetik. Dort spricht er in seiner Tragödientheorie von der Katharsis von Furcht und Mitleid, wobei unklar bleibt, ob diese oder von diesen Emotionen gereinigt wird, und ob vollständig oder nur von einem Übermaß dieser Emotionen. In der Folge medizinischer Interpretationen der Poetik im 19. Jahrhundert wurde der Begriff von Josef Breuer und Sigmund Freud sowie den Ethologen Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibesfeldt aufgegriffen.

Die Katharsis-Hypothese spielt heute vor allem in der Psychoanalyse eine große Rolle. In der psychoanalytischen Triebtheorie wird von sich ansammelnder Triebenergie ausgegangen, die durch Ausleben oder mittels Abwehrmechanismen von Zeit zu Zeit reduziert werden muss, da sie andernfalls zu psychischen Störungen führt. In der psychoanalytischen Therapie wird deshalb das Ausleben von Aggressionen als mögliches Mittel zur Befreiung von krankmachenden Affekten und neurotischen Symptomen propagiert.

...


Aus: "Katharsis (Psychologie)" (11/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Katharsis_%28Psychologie%29


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[Die betrügerischen EU-Statistiker hätten... (Notiz, EU, Eurostat, OLAF)]
« Reply #82 on: November 28, 2007, 12:05:03 nachm. »
Quote
[...] Wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa im Juli 2006 berichtete, liefen Ende des Jahres 2005 Untersuchungen in 452 Fällen. Dabei gehe es um mögliche Schäden zu Lasten der EU-Steuerzahler in Höhe rund zwei Milliarden Euro. Im Jahr 2005 habe OLAF 203 Millionen Euro in die EU-Kassen zurückgeholt, ein Jahr davor seien es 198 Millionen Euro gewesen.[18]


Zigarettenschmuggel:
Die finanziell spektakulärsten OLAF-Untersuchungen sind die Verfahren gegen Tabakkonzerne wegen Schmuggels von Zigaretten in die EU. Aufgrund der OLAF-Erkenntnisse verklagte die EU 2001 zusammen mit zehn Mitgliedsstaaten Tabak-Unternehmen vor US-Gerichten. In den ersten beiden Instanzen wurde die Klage zurückgewiesen, weil US-Gerichte keine fremden Steuern eintreiben. Die Kläger wandten sich daraufhin im Jahr 2004 an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. [19] Der Tabakkonzern Philip Morris einigte sich 2004 gütlich mit der EU darauf – abhängig von verschiedenen Faktoren – maximal 1,25 Mrd. Dollar an die EU und zehn Mitgliedsstaaten zu zahlen.[20]


Die Eurostat-Affäre:
Der politisch brisanteste OLAF-Fall war die Eurostat-Affäre um schwarze Kassen beim Luxemburger EU-Statistikamt, die die Kommission Prodi im Jahr 2003 in Bedrängnis brachte.

Die Tageszeitung Die Welt beschrieb in einem zusammenfassenden Artikel (19. November 2003) den Kern der Affäre. Eurostat habe seit 1989 unter seinem Direktor Yves Franchet fiktive Aufträge vergeben oder manipulierte Rechnungen ausgestellt. Diese Gelder seien über Jahre in schwarze Kassen geflossen, aus denen die Mitarbeiter teure Freizeitaktivitäten finanzierten. Die Höhe des Schadens wurde den Angaben der Zeitung zufolge im Jahr 2003 von der EU-Kommission auf 930 000 Euro geschätzt. Andere Schätzungen gingen zu diesem Zeitpunkt von bis zu 40 Millionen Euro aus.[21]

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (vom 6. Juli 2003) übte die EU-Kommission in der Eurostat-Affäre indirekt Kritik an den Ermittlungen von OLAF. Wie die Zeitung berichtete, das Amt ermittele seit 1999 in dieser Sache, habe jedoch erst im Frühjahr 2003 habe OLAF die Justizbehörden in Frankreich und Luxemburg eingeschaltet, um die Ermittlungen weiterzuverfolgen. Die FAZ kam zu dem Schluss, dass „Olaf überfordert scheint, die Untersuchungen zügig abzuschließen“.[22]

Die Wochenzeitschrift Stern (5. Juli 2003) behauptete, die betrügerischen EU-Statistiker hätten Helfer im EU-Betrugsbekämpfungsamt OLAF gehabt. Dort seien seit 1998 immer wieder Hinweise eingegangen. Trotz schwerer Betrugsvorwürfe gegen Eurostat seien einschlägige Informationen bei OLAF nicht einmal ordentlich abgeheftet worden. Eine belastende Zeugenaussage sei sogar ganz verschwunden. Das Blatt berief sich in diesem Bericht auf ein internes Papier von OLAF-Juristen.[23]


In einer am 22. April 2004 angenommenen Entschließung erklärte das Europaparlament, der Fall Eurostat habe „schwerwiegende Probleme im Hinblick auf die Arbeitsmethoden sowohl der Kommission als auch von OLAF aufgezeigt“.[24]

OLAF selbst erklärte in seinem Jahresbericht 2005, es befasse sich seit dem Jahr 2000 mit Eurostat. Vier Eurostat-Fälle habe es im September 2003 und je fünf weitere Fälle in den Jahren 2004 und 2005 abgeschlossen.[6]


Aus: "Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung" (11/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/OLAF


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[Selten so gelacht kann ich da nur sagen... (Notiz, BRD, Manager-Gehälter)]
« Reply #83 on: Dezember 04, 2007, 11:56:26 vorm. »
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[...] Hamburg - Seine Leistung will der Topmanager nicht mit der der einfachen Bandarbeiter verglichen wissen. "Ich stehe im harten internationalen Wettbewerb und kann bereits mit wenigen Entscheidungen Milliarden Euro für den Konzern verdienen, aber auch versenken. Diese große Verantwortung für das Unternehmen und die Mitarbeiter hat einen Wert und wird entsprechend honoriert", sagte Reitzle der "Bild"-Zeitung.

Auf die Frage, ob es gerecht ist, dass ein Vorstandsvorsitzender 500 mal mehr verdient als ein normaler Arbeiter, sagte Reitzle: "Es ist dann gerecht, wenn der Chef auch die entsprechende Leistung bringt", zitiert die Nachrichtenagentur ddp den Manager aus der Zeitung. Man könne den Mitarbeiter, der seine Leistung am Band einbringt, nicht mit dem Chef vergleichen, der über eine seltene Qualifikation verfügt und Verantwortung trägt.

mik/ddp



Aus: "Linde-Chef Reitzle rechtfertigt hohe Manager-Gehälter" (SPON, 13. November 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,516988,00.html

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[...] "Die Politik sollte sich da raushalten", so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, der "Frankfurter Rundschau" zufolge. Pauschale Managerschelte sei ebenso verfehlt wie generelle Politikerschelte. "Letztlich müssen die Aufsichtsräte entscheiden, welche Gehälter die Unternehmen zahlen wollen, um die besten Manager für sich zu gewinnen", wird er zitiert.

[...] Provoziert worden war die Debatte auch durch das Bekanntwerden des hohen Verdienstes von Porsche -Chef Wendelin Wiedeking, der in diesem Jahr über 54 Millionen Euro einstreichen wird. Wiedeking selbst hatte erklärt, sein Gehalt werde so hoch ausfallen, dass dies die "Republik nicht verkraften" werde.

Dem hielt Merkel die Einkommen der Manager japanischer Automobilkonzerne, etwa Toyota , entgegen. "Dort verdient der Chef nur ungefähr das Zwanzigfache eines Arbeiters", sagte die Kanzlerin. "Das ist in etwa das Doppelte eines deutschen Kanzlers - wenn er nicht gerade in der Schweiz Geschäfte für russisches Gas machen muss", fügte Merkel mit einem Seitenhieb auf den jetzigen Job ihres Vorgängers Gerhard Schröder (SPD) hinzu.

Erfolgreiche Produktion gebe es nur an erfolgreichen Standorten, und die gebe es nur, wenn es gerecht und verantwortungsbewusst zugehe. Die Kanzlerin räumte aber ein, dieser Bereich sei gesetzlich kaum zu regeln. Nötig sei jedoch eine unvoreingenommene und sensible Diskussion darüber. "Soziale Marktwirtschaft bedingt, dass die Menschen zusammengehören. Wenn uns das nicht mehr gelingt, fliegt uns der ganze Laden auseinander", fuhr Merkel fort.

Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sprach sich dafür aus, dass Abfindungen nicht weiterhin als Betriebsausgaben steuermindernd geltend gemacht werden können. Eine solche Änderung der Steuergesetze solle erfolgen, wenn Unternehmen selbst nicht in der Lage seien, überhöhten Abfindungen einen Riegel vorzuschieben, sagte Müller der "Saarbrücker Zeitung". Die Unternehmen seien aber zunächst selbst gefordert. bei Großunternehmen gebe es nicht hinnehmbare Tatbestände.

sam/AP/ddp/AFP


Aus: "MASSLOSE MANAGERGEHÄLTER: Wirtschaft wehrt sich gegen Merkels Kritik" (SPON, 04. Dezember 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,521213,00.html

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managergehälter
29.11.2007

Schuld am Sozialen Unfrieden sind nicht die Manager, sondern die Politik, die Schuld an der steten Verteilung von unten nach oben hat.
Wer hat denn die Einkommensteuer von 51 auf ungefähr 42% sinken lassen? Und gleichzeitig HIV eingeführt. Die Manger wohl kaum, auch wenn man in Deutschland immer mehr davon ausgehen muß, das die Manger der Konzerne bestimmen was die Politik hier tut und was nicht.
Bestes Beispiel: Der Mindestlohn.
Mollari


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Paolo, 29.11.2007

Na ja, die Dreistigkeit, mit der sich Vorstände à la Porsche die Gehälter verdoppeln, bei schlechten Ergebnissen Provisionen erhalten oder milliardenschwere Bestechungskassen vorhalten fällt schon in die Zuständigkeit der Manager. Brisant wird es dabei, wenn die Bosse gleichzeitig Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, damit es kostengünstiger wird. Kommt dann das Produkt in die Regale, ist es genauso teuer, als wenn es hier produziert worden wäre. Diese Gewinne landen...na, wo wohl?
Auch das haben die Manager zu verantworten...


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ttrumm, 29.11.2007

Das ist halt der Preis, dem man für Turbokapitalismus zu zahlen hat. Wenn nur noch der Shareholder Value als Maßstab zählt, (Unternehmens-)Ethik aber immer mehr ins Hintertreffen gerät, ist der Regelkreis gestört. Die Beute-Jäger-Wechselwirkung zeigt uns den Weg. Wer keine Waren mehr verkaufen kann, weil niemand im Land mehr das Geld hat sie zu bezahlen, wird unweigerlich zu Grunde gehen. Aber wie soll auch jemand mit ein paar Hunderttausend Euro Monatsgehalt den Bezug zur Arbeitnehmerrealität aufrechterhalten. Nachhaltige Entwicklung fängt hier an.


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BabelHuber, 29.11.2007
Ist es so?

1.) Die Eigentümer bestimmen das Gehalt des Vorstands, nicht die Politik und auch nicht die Manager selbst.

Mir ist allerdings schleierhaft, warum man nicht einen größeren Teil als Bonus an die Belegschaft ausschüttet, dann könnte auch niemand meckern.

Ich kenne da ein Beispiel (will aber keine Namen nennen): Der Vorstand streicht bei Zielerreichung in ein paar Jahren 300 Millionen Euro ein. Nachdem sich die Mitarbeiter beschwert haben, wird jetzt 'ehrlich' geteilt: 150 Millionen für Tausende von Mitarbeiter, 150 Millionen für den Vorstand...

2.) Stichwort Turbokapitalismus: das Problem heutzutage ist, dass Aktienfonds die Firmen unter Druck setzen, um eine möglichst hohe Rendite zu erreichen.

Witzigerweise sind in diesen Fonds oft Kleinanleger sehr stark vertreten. Die ziehen natürlich sofort ihr Geld wieder raus, wenn sich der Fonds nicht ordentlich verzinst.

D.h. die Kleinanleger setzen die Fonds unter Druck, die geben diesen Druck an die AGs weiter, und die rationalisieren dann schön weiter.
Im Endeffekt rationalisieren sich die Arbeitnehmer damit nicht selten selbst weg.

Richtige Großkapitalisten wie einst die Krupps gibt es heute nur mehr sehr wenige - und die haben in der Regel sehr wohl auf ihre Mitarbeiter geschaut (wenn man mehrfacher Milliardär ist, neigt man nicht dazu, wegen ein paar Prozent Rendite Tausende von Arbeitern zu entlassen. Wenn man €10.000 in einen Fonds einzahlt, erwartet man aber 10% Rendite!).


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Perleberger, 29.11.2007

Bekannte Leier. Die Arbeitnehmer, die Rentner, die Kleinstsparer, die Arbeitslosen sind immer jederzeit an allem alleine Schuld - auch und gerade an den gröbsten Fehlern des Turo-Kapitalismus wie gierigste Manager.
Diese Manager sind also wirklich völligst unschuldig und werden von Meuten von kleinsten Leuten zu ihrem Verhalten gezwungen. LOL.


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Harald E., 30.03.2007
Geld verdirbt nunmal den Charakter.

Man muss schon aus besonderem Holz geschnitzt sein, wenn man sich breit grinsend unzählige Millionen in die Taschen stopft,während (auch Dank eigener ach so verantwortungsvoller Entscheidungen) Heerscharen von Familienväter zu Arbeitslosigkeit und Elend verdammt sind, Kinder in Armut leben.

Das muss man können.
Von mir aus können die noch vieeel mehr bekommen.

Sollen sie glücklich werden
- mit einem Konto, dass ins Uferlose wächst,
- mit ihren arroganten Kindern, die mit ihrer 12ten Playstation prahlen und keine richtigen Freunde haben
- mit ihren oberflächlichen, gestylten 90-60-90 Püppchen, und deren 400 Paar Designerschuhen
- mit ihren Ängsten, nicht mit dem dicksten Auto am Golfplatz zu erscheinen
- mit ihren bewachten Villen, die 3 meter hoch umzäunt sein müssen

Mit ihrem emotional verkrüppelten Leben, dass keinen Platz bietet für Träume, echte Freunde und Menschlichkeit.

Ich hab 3 Millionäre im engeren Bekanntenkreis und möchte mit keinem tauschen.
Für kein Geld der Welt !!



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M. Moore, 29.11.2007
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Zitat von sysop

Gefährdet die Gier der Vorstände die politische Stabilität und die marktwirtschaftliche Ordnung in unserem Land?

Nur, wenn die 6 Vorstände mit ihren 112,5 Millionen Euro Salär direkten Einfluss auf die 613 Bundestagsabgeordneten, die zusammen 54 Millionen Euro Salär erhalten Einfluss nehmen. Das ist nicht zu befürchten, da die 613 bereits im Sinne der Wirtschaft denken und handeln.


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Tom Berger, 29.11.2007

Die politische Stabilität wird durch die Einführung des Niedriglohnsektors gefährdet, in den weite Kreise der Bevölkerung abstürzen. Die hohen Managergehälter sind dagegen eine Marginalie.

Allerdings haben die Managergehälter schon längst den Bereich hinter sich gelassen, der nur ein "G'schmäckle" hat - das stink gewaltig.

Das Argument der Manager, dass man Spitzenkräfte eben nur zu Spitzengehältern bekäme, ist völlig an den Haaren herbei gezogen. Noch nie konnte ein freier Managerposten nicht in kürzester Zeit besetzt werden - es gibt keinen Mangel an qualifizierten Managern. Das ist bei manchen hochspezialisierten Ingenieuren anders, aber dass diese deshalb Millionengehälter bekämen, hat man noch nie gehört.
Die Ursache der hohen Managergehälter liegt ausschließlich darin begründet, dass es keine wirksamen Kontrollinstrumente gibt. Die Managergehälter werden von den Aufsichtsräten abgesegnet, und diese bestehen in der Regel aus Managern anderer Firmen, bei denen dann wiederum Manager anderer Firmen im Ausfsichtsrat die hohen Gehälter abnicken.

Da es genügend Manager gibt, und da diese auch für ein Gehalt von 300.000 statt 3 Millionen ihre Arbeit erledigen, erfüllen die hohen Gehälter eigentlich den Straftatbestand der Ausplünderung der Unternehmen.


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Beckenhorst, 29.11.2007

Leider müssen ja die deutschen Unternehmen die Höhe der Vorstandsbezüge an die internationalen Gepflogenheiten anpassen, sonst gehen die Besten ins Ausland. Die einzige Chance, das zu beenden ist doch eine weltweite Revolution gegen die bestehenden Verhältnisse. Nur ohne Visionen (die alten wie Sozialismus usw. fallen ja aufgrund der bisherigen Erfahrungen weg) führt das in die Anarchie. Also Mund abputzen und weiter so. Beim Lotto gibts ja jetzt auch so ein Managergehalt zu gewinnen. Andere Lösungen fallen mir nicht ein. Oder hat wer hier ne Vision?


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Perleberger, 29.11.2007

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Zitat von BabelHuber:
Da die Kleinanleger im Sinne der Spieltheorie rational handeln, ist das ein echtes Dilemma.

SPIELEN Sie weiter. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihnen aus der Realität die Steine um die Ohren fliegen.
Fast 15 Jahre Real-Lohnsenkungen der AN in D und sie spielen fröhlich weiter. Interessant und skurril.



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Juergen Wolfgang, 29.11.2007

Jeder Manager kann so viel verdienen wie er will. Nur kann es nicht sein das diese 100% mehr bekommen und um jedes zehntel Prozent beim Arbeiter gefeilscht wird auf Teufel komm raus.
Knapp 6 MRD Euro Gewinn bei Porsche!! Was bekommt der normale kleine Porschemtarbeiter?
ENBW, MRD Gewinne, die Preise für Gas und Strom werden erhöht!!
Es passt nicht mehr zusammen hier in der BRD.
Ich kann mich noch an zeiten erinnern wo der Arbeiter teilhaben konnte an den Unternehmensgweinnen. Der Arbeiter spuckte in die Hände und verhalf dem Unternehmen zu gewinn.
Heute ist es so das wir unsere Spucke kaum noch zusammen bringen und die Unternehmen uns vorgaukeln wir sind zu teuer bei unseren Lohnvorstellungen. Nebenbei erhöhen sie die gewinne wie noch nie und streichen roesen gehälter ein.

Es gibt bestimmt auch billige Managerkräfte aus China, Indien, Pakistan oder sonst woher. Die arbeiten (nennt man das so?) für wesentlich weniger und erreichen bestimmt das gleiche.



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fisherman, 29.11.2007

Danke Horst Köhler. Vielleicht noch ein paar Worte zu den Einsprüchen der deutschen Politik gegen die Zerschlagung der Energiekonzerne durch Brüssel, zu 500 Millionen für das Stadtschloss in Berlin (bei großen Bedenken 2,5 Mrd. für die Verlängerung des ALG-I locker zu machen)... Dann wäre er denkmalfähig. Aber so bleibt es bei einem leisen Lüftchen, wo ein Sturm nötig wäre.
Insbesondere das Beispiel Porsche zeigt, wo wir stehen:
da bedient ein Automobilbauer die Eitelkeit der Reichen und Möchtegern-Reichen ohne den nachhaltigen automobilen Fortschritt wirklich zu bedienen und kann sich mit der verdienten goldenen Nase bei VW breit machen ("die merken jetzt erst, dass wir sie übernommen haben"). Und dann steht dahinter ein System Piech, dessen perfide Machtklüngelei hoffentlich von der Justiz in Braunschweig sichtbar gemacht wird. Diese Manager sind im Grunde ersetzbar durch gute Absolventen der Ingenieurswissenschaften/Wirtschaftswissenschaften, denn für Ihre Entscheidungsfindung haben vorher zahlreiche "normal" bezahlte Juristen, Finanzberater und Ingenieure gearbeitet.
112 Millionen für den Vorstand einer 12000 Mitarbeiter-Firma! Was wird sich wohl noch demnächst der Vorstand einer 100.000 - 300.000 Firma alles ausdenken können. Ich wünsche den VW Mitarbeiten, dass Sie dem Herrn Wendelin W. mal ordentlich zeigen, was sozialer Friede wert ist.


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cantu, 29.11.2007

Meines Wissens haften z. B. in den USA Manager auch mit Ihrem Privatvermögen für unternehmerische Misserfolge. Da relativiert sich die Höhe des Gehalts gewaltig. Und das sorgt vielleicht sogar dafür, dass die Manager vielleicht ein bißchen weniger Mist bauen. DANN ist es ja - im Gegensatz zu hier - auch Ihr eigenes Risiko.


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XFlora, 29.11.2007
Achtung, zwei Zitate:
1. Es gebe in der Bevölkerung das nachvollziehbare Gefühl, dass etwas nicht stimme, wenn die Einkommen der einen stark stiegen, die der anderen dagegen eher stagnierten. (Köhler)
2. "Wir müssen darauf achten, dass sich nicht auch bei uns sozialer Sprengstoff aufbaut und in Gewalt entlädt. Wir müssen das ernst nehmen" (Schäuble)

Ich hoffe, allen scheint die Relevanz dieser Verbindung genau so klar wie mir ...



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nairobi, 29.11.2007

Das meiste Kapital in den Fonds stammt nicht von Kleinanlegern, sondern von Groß-, Riesengroß- und Megariesengroßkapitalisten. Die meisten davon sind allerdings keine Deutschen mehr, sondern Asiaten, Russen, Nordamerikaner und Araber. Also international!
Diese haben natürlich keinen Bezug mehr zur (deutschen) Gesellschaft.
Da kann man den Managern es schon fast nicht mehr übel nehmen, dass sie das gern ausnutzen.




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uli67, 29.11.2007

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Zitat von Harald E:
Geld verdirbt nunmal den Charakter.

Man muss schon aus besonderem Holz geschnitzt sein, wenn man sich breit grinsend unzählige Millionen in die Taschen stopft,während (auch Dank eigener ach so verantwortungsvoller Entscheidungen) Heerscharen von Familienväter zu .....

Tolle neiderfüllte Klischees, die Sie hier verbreiten. Aber wehe, man stellt die Leistungsfähigkeit unserer Transfergeldempfänger in Frage - da ist der Aufschrei groß.

Danke SPON für die Wiederbelebung eines unterirdischen Stammtisch-Themas.



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RafaelGomez, 29.11.2007

Wenn ich mich nicht irre, hat Porsche jedem Vollzeitbeschäftigten eine Sonderzahlung von 5200 EUR gewährt. Das ist doch schon ein Wort.
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-10/artikel-9172921.asp
Nichtsdestotrotz ist ein Managerdurchschnittsgehalt von knapp 19 Mio exorbitant.


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Honko, 29.11.2007

Sehe die Sache mit Porsche durchaus etwas anders. Wiedeking wurde 1993 Vorsitzender des Vorstandes der Porsche AG. Der Laden war damals fast am Ende. Sicher wird er deutlich mehr als 19 Mio bekommen.
Schon extrem viel, aber unter seiner Leitung (welchen Anteil man Ihm auch immer zukommen lassen will) hat sich Porsche vom Pleitekandidaten zu einem extrems erfolgreichen Unternehmen entwickelt.
Dies nicht durch "Kurzschlusshandlungen", sondern durch solide Expansion und (was selten geworden ist) langfristig ausgerichteter Strategie....

Nun, ich mag nicht beurteilen ob er sein Geld wert ist, aber wenn ich lese was sich Daimler-Manager fürs Milliardenverbrennen mit Crysler reingetan haben, dann scheint mir seine "Belohnung" in der Verhältnismässigkeit mehr als angemessen.

Wenn ich das richtig sehe war 1993 der Porsche-Kurs bei 20 Euro. Jetzt sind es etwa 1500 Euro. Sollte einer Kurssteigerung von 7500% in etwa 15 Jahren entsprechen.
Das können sicherlich wenige Vorlegen und noch dazu mit einer durchaus respektablen Firmenpolitik...


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CaptainSubtext, 29.11.2007

Wer sind denn die Besten? Es gibt ganz wenige Ausnahmekönner, und selbst diese bringen es manchmal fertig in einer anderen Firma schlechte Entscheidungen zu tätigen. Der Rest besteht aus gut bezahlten Entscheidungsträgern, die zu einem gewissen Zirkel gehören, der sich ständig selbst auf die Schultern klopft.
Was z.B. das Daimler-Management in den letzten Jahren abgeliefert hat, hätte jeder Kaufmann besser gemacht. Aber Reuter und speziell Schrempp wurden sicherlich auch in einem erlesenen Kreis der Besten willkommen geheißen. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass alle Kaufleute, die keine Milliardenakquisitionen getätigt hätten, eine deutlich bessere Performance hingelegt hätten als diese Beiden.



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Plethon, 29.11.2007
kritik lächerlich

einfach lächerlich die kritik vom köhler!
wie wäre es mal die maßlosigkeit der politiker zu kritisieren.?
das die manager so viel verdienen liegt alleine an der legislative und deren sippschaften innerhalb der wirtschaft!
ach, wo arbeitet noch einmal der "soziale" ex-minister clement, zu zeit?
also die worte köhlers sind nichts mehr als PURE leere.....



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Christer Nykopp, 29.11.2007

Die Geschichte kennt viele Fälle, wo eine ins Unermessliche gesteigerte Ungleichheit der Einkommen und Vermögen zu Revolutionen geführt haben. Beispiele: England 1649, Frankreich 1789, Russland 19

Mit der Konzentration der ökonomischen Macht geht auch eine Konzentration der politischen Macht einher. In den westlichen Demokratien ist ein derartiger Prozess deutlich zu sehen, und kann für die Demokratie gefährlich werden. In den USA z.B. ist es mittlerweile unmöglich Präsident zu werden, wenn man nicht über mehrere Milliarden Dollar verfügt. Was dies für die Geldgeber in Punkto politischer Einfluss bedeutet ist wohl kar.

Die übergrossen Bezüge der Unternehmensleiter sind nur ein sehr offensichtliches Zeichen für die Ungeleichheit. Weil ein direkter Vergleich zwischen Arbeitnehmer und Manager naheliegt (beide sind Lohnarbeiter) wird in diesem Falle die Ungerechtigkeit auch sehr deutlich. Ein Unternehmer, der durch eigene Arbeit zu Reichtum kommt weckt viel weniger Aggressionen. Das Grundübel, die schiefe Verteilung der Güter, bleibt aber, und verschlimmert sich zusehends.

Die verschiedenen Argumente für diese sehr hohen Löhne sind meistens nicht stichhaltig. Es heisst, wenn wir keine amerikanischen Löhne zahlen, wandern die Manager ab. Sollen sie dann. Es wird sich genügend kompetente Leute auch mit weniger üppigen Löhnen finden.

Die Fonds und Aktionäre, die durch absurdes Überbezahlen der manager die Rendite zu steigern hoffen, würden finden, dass dies auch mit normaleren Mittel zu erreichen ist. Man kann auch Renditeforderungen von mehr als 5-7 Prozent als überzogen bezeichnen.

Köhler hat Recht.


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fx33, 29.11.2007

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Zitat von XFlora
Achtung, zwei Zitate:[...]
2. "Wir müssen darauf achten, dass sich nicht auch bei uns sozialer Sprengstoff aufbaut und in Gewalt entlädt. Wir müssen das ernst nehmen" (Schäuble)

Ja, was glaubt ihr denn, wofür die Vorratsdatenspeicherung, die Online-Durchsuchungen, die Videoübwerwachung, die Kennzeichenerfassung und der ganze "Antiterrorkampf" gedacht sind?

Damit der Staat gerüstet ist, wenn der soziale Sprengstoff in Gewalt explodiert. Die Besitzenden haben schließlich ein Recht auf die Unversehrtheit ihres Reichtums...


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country_yokel, 29.11.2007


Ich habe auch schon Manager aus nächster Nähe erlebt: knallharte Egoisten, ohne Gespür, Anstand und Taktgefühl. Beinahe denkt man, sie leben nach dem Motto: damit ich BMW fahren kann, bin ich zu jeder Sauerei bereit.

Viele deutsche Manager zeichnen sich außerdem durch Farblosigkeit, Einfallslosigkeit und Phantasielosigkeit aus.

Steve Jobs wurde ja zum einflussreichsten Manager des Jahres gewählt. Unter den folgenden 24 Managern war kein einziger Deutscher. Wir haben weit und breit niemanden, der es im entferntesten mit Jobs aufnehmen könnte. Das einzige Feld, auf dem unsere Leute mehr Ahnung haben als der Apple-Gründer, ist Krawattenbinden.


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HRC, 29.11.2007

Bin ja wirklich kein Linker, aber, was einige Vorstandsmitglieder sich leisten geht einfach zu weit. Es ist nicht vermittelbar, wenn irgendwelche "normalen" Angestellten für ein paar Prozent mehr Geld massivste Mittel auffahren müssen, sich die Manager, die ja auch letztlich nur Angestellte Ihres Unternehmens sind, aber ohne nennenswerte Probleme ihre Einkünfte mal eben vervielfachen.
Schuld daran ist aber nicht die individuelle Raffgier, davon sind nicht nur Manager betroffen, sondern dieses Phänomen ist ein Versagen der Aufsichtsräte, die die Bezahlung der Manager genehmigen.
Die Aufsichtsräte eigentlich den eigentlichen Eigentümer, also die Aktionäre, vertreten und dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung der oberen Etagen, aber keine uferlose. Auch die Mitbestimmung gerät durch diese Genehmigungspraxis weiter ins Zwielicht.

Ich sehe wirklich, ohne übertreiben zu wollen, in dieser Raffgier ein demokratiegefährdendes Potential. Diese Gewinnsucht treibt die vielen, vielen, die irgendwie so durchkommen oder auch nur mit sehr mäßigen Lohnsteigerungen bei einem dieser Unternehmen angestellt sind in die Hände radikaler Parteien.
Also Jungs da oben: verzichtet doch einfach auf den achten Daimler oder das zehnte Ferienhaus oder die fünfte Segelyacht. Es geht doch auch ein bißchen bescheidener!
Oder habt Ihr überhaupt keine Verantwortung für dieses Land?


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georgeskoch, 29.11.2007

"Die Arbeitnehmer sitzen ja in den Aufsichtsräten und würden so die Gehälter der Manager mitbestimmen."
Kritik sei also fehl am Platz.

Selten so gelacht kann ich da nur sagen.



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Quelle: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=2726

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[...] Berlin - Diese Studie hat es in sich: Mitten in der Debatte über zu hohe Managergehälter präsentiert Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität brisante Zahlen. Der Professor hat die Vorstandsvergütung in den 30 Dax-Unternehmen untersucht. Sein Ergebnis: Die politische Diskussion ist scheinheilig - denn gerade in staatlichen Unternehmen werden Manager besser bezahlt als in privaten Firmen.

Musterbeispiel ist die Deutsche Post, die sich zum Großteil in staatlichem Besitz befindet. Im Jahr 1995 verdiente hier ein Vorstandsmitglied elf Mal so viel wie ein durchschnittlicher Mitarbeiter. Im Jahr 2006 war es schon das 87-fache. Zum Vergleich: Im Durschnitt aller Dax-Unternehmen verdiente der Vorstand früher 19 Mal so viel wie ein Mitarbeiter, heute ist es das 44-fache.

Eine hohe Steigerungsrate weist auch der Energiekonzern RWE auf, dessen Aktien sich zu einem großen Teil im Besitz nordrhein-westfälischer Kommunen befinden. Hier erhielt der Vorstand in den achtziger Jahren zehn Mal so viel wie ein einfacher Mitarbeiter. Mittlerweile ist es 50 Mal so viel.

Auch bei der Telekom hält der Staat einen großen Teil der Anteile - und auch hier haben sich die Managereinkommen deutlich erhöht, zumindest bis zur Krise 2001. Das Gleiche gelte für die Deutsche Bahn, sagt Studien-Autor Schwalbach zu SPIEGEL ONLINE. In der Untersuchung wurde der Konzern nur deshalb nicht aufgeführt, weil er nicht an der Börse notiert ist.

"Der Staat wird seiner Verantwortung nicht gerecht", schimpft Schwalbach. "Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte erst einmal vor der eigenen Haustür kehren." Schließlich entsendet die Bundesregierung zahlreiche Vertreter in die Aufsichtsräte von Post, Telekom und Bahn. Dort segnen die Politiker dann horrende Managergehälter ab - und außerhalb der Sitzungen beklagen sie sich über die Höhe der Vergütung.

[...] Auch insgesamt werden die Einkommensunterschiede zwischen Managern und Arbeitnehmern größer. So untersucht die Langzeitstudie die Vorstandsgehälter in den Jahren 1987 bis 2006. Das Besondere: Erst ab Mitte der neunziger Jahre ist ein starker Anstieg der Vergütung zu beobachten. Seitdem hat sich die Pro-Kopf-Vergütung der Dax-Vorstände im Durchschnitt mehr als verdreifacht - und ist damit doppelt so stark gestiegen wie in der Dekade zuvor.




Aus: "GEHALTSSTUDIE: Staatsfirmen entlohnen Manager besonders üppig" Von Anselm Waldermann (11.12.2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,522766,00.html

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[...] Dresden - Der Konzernbetriebsratsvorsitzende der BASF, Robert Oswald, spricht sich gegen eine "Neid-Diskussion" über Vorstandsgehälter aus. Er halte die Gehälter der Vorstandsmitglieder beim größten Chemiekonzern der Welt für gerechtfertigt, sagte Oswald der "Sächsischen Zeitung". Gemessen an Managern in manchen Bundesligavereinen seien die Managergehälter im Konzern moderat. "Ein Uli Hoeneß hat einfach weniger Verantwortung als der Manager eines internationalen Konzerns."

Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BASF Chart zeigen entscheidet der Arbeitnehmervertreter mit über die Vorstandsgehälter. Der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht bezog den Angaben zufolge im vorigen Jahr rund 3,3 Millionen Euro.

Oswald sagte, die Vergütung müsse nicht nur die Verantwortung berücksichtigen, sondern auch das Risiko, die Stellung zu verlieren. "Ein Weltkonzern kann keine niedrigen Gehälter zahlen, sonst bekommt er nicht die besten Leute." Wer Managergehälter kritisiere, solle erst einmal nachweisen, dass er die Arbeit besser machen könne, sagte Oswald.


Aus: "MILLIONEN-DEBATTE: BASF-Betriebsrat findet hohe Managergehälter in Ordnung" (12.12.2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,522820,00.html

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[...] [ngo/ddp] Der Showdown blieb wie erwartet aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde trotz der von ihr mit angestoßenen öffentlichen Diskussion über die exorbitant hohen Managergehälter beim Deutschen Arbeitgebertag am 11. Dezember in Berlin mit höflichem Applaus empfangen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und die Kanzlerin präsentierten sich den Fotografen im Hotel Maritim einträchtig. Die Arbeitgeber dürften vermuten, dass es Merkel lediglich zum den Fang von Wählerstimmen ging, nicht aber um einen ernsthaften politischen Vorstoß. Merkel hatte bereits am 10. Dezember erklärt, sie lehne "ausdrücklich gesetzliche Obergrenzen bei Managervergütungen" ab. Vor den Arbeitgebern versicherte sie erneut, es in der Diskussion um die Managergehälter nicht um eine "gesetzliche Obergrenze" für die Bezahlung. Jedoch sei die Spanne zwischen einem Nicht-Darüber-Reden auf der einen und einem Gesetzgebungsverfahren auf der anderen Seite groß. Die derzeitige Debatte bewege sich dazwischen.

Hundt sagte, es sei nicht per Gesetz zu verhindern, dass Fehlentscheidungen von Managern "mit Millionenabfindungen vergoldet werden". Es müsse eine "Ethik der Verantwortung" her, um Maßlosigkeit zu verhindern. Der BDA-Chef sagte, es handle sich bei den überbezahlten Managern um "vereinzelte Beispiele". Insgesamt gehe die Wirtschaft verantwortungsvoll mit Gehältern um, jedenfalls im Vergleich zu den Einkommen von "Spitzensportlern und Medienstars".

Auf Sozialhilfeempfänger und Niedriglohnempfänger ging Hundt hierbei nicht ein.

Der Arbeitgeberpräsident machte deutlich, dass ihm der Unmut in breiten Bevölkerungkreisen über die derzeitige Politik bekannt ist: "Der Zeitgeist weht derzeit merkwürdig populistisch weg von der Mitte."


Aus: "Darüber-Reden - Keine Kritik von Merkel an Managergehältern vor Arbeitgebern" (11. Dezember 2007)
Quelle: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=17112

« Last Edit: Dezember 13, 2007, 10:13:45 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Industriekonzern ThyssenKrupp... (Notiz, BRD, Rekordwerte, Visconti)]
« Reply #84 on: Dezember 04, 2007, 03:57:51 nachm. »
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[...] Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank der hohen Stahlnachfrage Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielt und will seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Die Dividende solle um 30 Prozent auf 1,30 Euro je Aktie erhöht werden. Vor Steuern habe der Gewinn 2006/2007 ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bei 3,799 Milliarden Euro gelegen nach 2,623 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte der größte deutscher Stahlkocher am Dienstag in Düsseldorf mit.

Inklusive Sonderposten wie etwa einer Kartellstrafe im Aufzuggeschäft lag das Vorsteuerergebnis bei 3,33 Milliarden Euro. Der Umsatz verbesserte sich von 47,1 Milliarden auf 51,7 Milliarden Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt bei einem Umsatz von 51,8 Milliarden Euro mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 3,834 Milliarden Euro gerechnet.

ThyssenKrupp selbst hatte beim Umsatz einen Wert von mehr als 50 Milliarden Euro in Aussicht gestellt und einen bereinigten Gewinn vor Steuern von rund 3,6 Milliarden Euro. Der Auftragseingang sei um acht Prozent auf 54,6 Milliarden Euro geklettert. Beim Gewinn je Aktie verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg um rund ein Drittel auf 4,30 Euro. Davon sollen 1,30 Euro je Aktie als Gewinnbeteiligung an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei rund 30 Prozent. Dieses Niveau peilt ThyssenKrupp künftig als Mindestwert an. (dpa-AFX)


Aus: "ThyssenKrupp schließt mit Rekordwerten" (NZ, 04. Dez. 2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/wirtschaft/832490.html

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[...] Seine historischen Wurzeln vereinen fast die gesamte Geschichte der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie und damit der Industrialisierung Deutschlands. Der ThyssenKrupp-Konzern geht auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Vorgängerunternehmen zurück, die sich vor allem im Zuge der Konsolidierung der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie zusammengefunden haben. Die Unternehmerpersönlichkeiten der Vorgängerunternehmen prägten im 19. und frühen 20. Jahrhundert wesentlich die deutsche Industriepolitik und nahmen Einfluss auf die deutsche Innen- und Außenpolitik.

[...] Die insgesamt 187.586 Mitarbeiter verteilen sich auf 679 Einzelunternehmen weltweit (Stand: 30. September 2006). Die belegschaftsstärksten Standorte sind Duisburg, Dortmund, Bochum, Hamburg, Krefeld und das Siegerland (Werk Eichen und Ferndorf).


http://de.wikipedia.org/wiki/ThyssenKrupp (12/2007)

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Fritz Thyssen (* 9. November 1873 in Mülheim an der Ruhr; † 8. Februar 1951 in Buenos Aires) war ein deutscher Unternehmer.

[...] Im Juli 1933 wurde Thyssen zum Mitglied des soeben von Hermann Göring „umgestalteten“ Preußischen Staatsrates „auf Lebenszeit“ ernannt, im November für die NSDAP Mitglied des Reichstages. Wenig später erkannten die NS-Gauleiter von Essen, Düsseldorf, Westfalen-Nord und Westfalen-Süd Thyssen dank seiner Mitgliedschaft im Staatsrat und Reichstag freiwillig als oberste staatliche Autorität in wirtschaftspolitischen Fragen an. [3] Thyssen wurde Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, erhielt Sitz und Stimme im Generalrat der Wirtschaft und im Sachverständigenrat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik beim Reichsinnenministerium. Auch in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, dem Vorläufer der Max-Planck-Gesellschaft, war Thyssen Senator. [4]



[...] Im Mai 1933 gründete Thyssen unterstützt von Hitler ein „Institut für Ständewesen“ in Düsseldorf, in dem Thyssen seine Ständestaat-Ideologie wissenschaftlich vertiefen wollte. Obwohl dem Institut in ihrer Mehrheit NSDAP-Mitglieder angehörten, sahen manche in der Teilnahme an den Wochenendkursen und Vorlesungen eine Ausweichmöglichkeit vor der Vollmitgliedschaft in der Partei. Doch ab August 1933 gründete Dr. Robert Ley zwei konkurrierende Schulen für Wirtschaft und Arbeit für seine Deutsche Arbeitsfront, die sich mit „grundlegenden Ausführungen zum ständischen Aufbau“ beschäftigten und Thyssens Institut bekämpften. Als die Anfeindungen zunahmen, schrieb Thyssen im Juni 1934 an Hitler, wobei er sich über die Verdächtigungen und Unterstellungen aus Parteikreisen, er sei „doktrinär, besserwisserisch, staatsfeindlich, politisch-katholisch und nicht nationalsozialistisch“ beklagte. Statt einer Antwort wurde der Besuch der Kurse verboten, Mitarbeiter des Instituts in Gefängnisse und Konzentrationslager gebracht. Weitere Meinungsverschiedenheiten zwischen Thyssen und Hitler entstanden, als sich Thyssen für die Freilassung des ins Konzentrationslager verschleppten ehemaligen preußischen Wohlfahrtsministers Heinrich Hirtsiefer und den abgesetzten Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Robert Lehr vergeblich bei Göring einsetzte. [5] Als Reaktion auf die Absetzung des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Schmid, der wegen der jüdischen Herkunft seiner Ehefrau verjagt wurde, legte Thyssen in einem Schreiben an Göring seine Mitgliedschaft im Preußischen Staatsrat unter Protest nieder. [6]

Thyssen kritisierte die Judenpogrome und den sich abzeichnenden Krieg Deutschlands gegen die Westmächte; er befürwortete jedoch einen Krieg gegen die Sowjetunion. Am 31. August 1939 erhielt Thyssen die Aufforderung zur Teilnahme an einer Reichstagssitzung in Berlin. Thyssen telegraphierte am gleichen Tag vom Postamt Bad Gastein auf normalen Postweg an Göring: „Ich kann dieser Aufforderung wegen unbefriedigenden Gesundheitszustands nicht Folge leisten. Nach meiner Meinung sollte ein Art Waffenstillstand möglich sein, um Zeit zum Verhandeln zu gewinnen. Ich bin gegen den Krieg. Durch einen Krieg wird Deutschland auch in Abhängigkeit von Russland auf dem Gebiet der Rohstoffe gelangen und dadurch seine Stellung als Weltmacht verlieren.“ [6]

[...] Am 2. September 1939 emigrierte er mit Ehefrau, Tochter und Schwiegersohn zuerst in die Schweiz. Von dort richtete er am 1. Oktober 1939 einen Brief an Göring, in dem er seine Rückkehr nach Deutschland von der Zusage abhängig machte, „dass die deutsche Öffentlichkeit darüber aufgeklärt wird, dass ich als Reichstagsabgeordneter gegen den Krieg gestimmt habe. Sollten noch andere abgeordnete ebenso gestimmt haben, so soll ihr Votum auch bekannt gegeben werden.“ [6] Diese Provokation beantworteten die Nazis durch Enteignung seines Besitzes in Deutschland und Ausbürgerung. Thyssen wollte seiner Tochter und seinem Schwiegersohn nach Argentinien folgen, hatte sich bereits freies Geleit durch Italien zusichern lassen, als er nach einem Besuch seiner sterbenden Mutter in Brüssel und einem Zusammenbruch seiner Ehefrau zur Erholung nach Cannes in Südfrankreich reiste.

In Südfrankreich diktierte er 1940 dem Journalisten Emery Reeves das Buch „I Paid Hitler“ („Ich habe Hitler finanziert“), eine Abrechnung mit Hitler und seiner eigenen Rolle bei Hitlers Aufstieg. Noch bevor er die Diktate alle Korrektur gelesen und freigegeben hatte, marschierten deutsche Truppen in Frankreich ein. Gegen die ausdrückliche Zusicherung Marschall Pétains, Thyssen nicht an Nazideutschland auszuliefern, wurde er Ende 1940 auf Druck der Gestapo verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. [7]

Dort wurde er in verschiedene Konzentrationslager gebracht (unter „Ehrenhaft“ genannten Bedingungen; anfangs mit seiner Frau Amélie in einem Sanatorium in Neubabelsberg bei Potsdam, dann im November 1943 im KZ Sachsenhausen, am 11. Februar 1945 im KZ Buchenwald, am 3. April im Gefängnis Regensburg und schließlich im KZ Dachau). Emery Reeves veröffentlichte das Buch „I Paid Hitler“ ohne Thyssens Freigabe 1941; Thyssen distanzierte sich nach dem Krieg davon und setzte durch, dass niemals eine deutsche Übersetzung erschien.

Nach Kriegsende wurde Thyssen von den Alliierten interniert und 1948 wieder freigelassen. Eine Spruchkammer im Entnazifizierungsverfahren stufte ihn 1948 als minderbelastet ein. [8]

Noch im Dezember 1948 zog er nach Buenos Aires (Argentinien) zu seiner Tochter Anita, die seit 1936 mit dem ungarischen Grafen Gabor Zichy (1910–1972) verheiratet war. Am 8. Februar 1951 starb er dort an einem Herzschlag. Fritz Thyssen war seit 1900 mit Amélie Thyssen (1877–1965) verheiratet.

[...] Hans O. Eglau: Fritz Thyssen. Hitlers Gönner und Geisel. Berlin, Siedler, 2003, 379 S., ISBN 3886807630


Aus: "Fritz Thyssen" (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Thyssen

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[...] Alfried Felix Alwyn Krupp von Bohlen und Halbach (* 13. August 1907 in Essen; † 30. Juli 1967 in Essen) war Inhaber der Krupp-Werke unter anderem während des Dritten Reichs.

[...] Alfried von Bohlen und Halbach studierte von 1928 - 1934 Ingenieurwissenschaften in München, Berlin und Aachen. 1935 trat er in das Familienunternehmen, die Friedrich Krupp AG, ein. Er war zunächst in der Hauptverwaltung des Konzerns in Essen tätig. 1936 wurde er Prokurist. Im Oktober desselben Jahres wechselte er als Assistent in die Abteilung für Rüstungsproduktion und Artilleriekonstruktion. 1938 wurde er Leiter der Rohstoff- und der Rüstungsabteilung und Mitglied des Direktoriums (Vorstand).

Im März 1943 wurde Alfried von Bohlen und Halbach in Nachfolge seines Vaters Gustav Krupp von Bohlen und Halbach Vorsitzender des Direktoriums der Friedrich Krupp AG. Auf Initiative seiner Eltern (seine Mutter Bertha Krupp von Bohlen und Halbach war zu diesem Zeitpunkt Inhaberin nahezu aller Aktien der Krupp AG) erließ Hitler am 12. November 1943 eine Verordnung, die sogenannten Lex Krupp, wonach die Krupp AG in ein Einzelunternehmen umgewandelt wurde, dessen Alleininhaber ein Familienmitglied werden sollte, welches berechtigt sein sollte, den Namen Krupp seinem jeweiligen Familiennamen voranzustellen. Am 15. Dezember 1943 wurde Alfried Krupp von Bohlen und Halbach alleiniger Inhaber der Firma Krupp. Zu diesem Zeitpunkt war die Firma ein bedeutendes Industrieunternehmen und einer der wichtigen Rüstungslieferanten des Dritten Reichs. Während des 2. Weltkrieges beschäftigte Krupp wie auch alle anderen großen deutschen Unternehmen Zwangsarbeiter. Aufgrund der stetigen Fluktuation ist eine Gesamtzahl nicht zu ermitteln, der höchste Personalstand an Kriegsgefangenen und ausländischen Zivil- bzw. Zwangsarbeitern zu einem Stichtag lag am 1.1.1943 bei ca. 25 000. Diese Arbeiter wurden in verschiedenen Krupp-Betrieben eingesetzt. Die gelegentlich angeführte Zünderfabrik bei Auschwitz wurde zwar von Krupp-Personal eingerichtet, dann aber ab 1943 von der Firma Union Werl zur Produktion genutzt.

Krupp von Bohlen und Halbach war bereits seit 1931 förderndes Mitglied der SS. 1935 wurde er Mitglied des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK), wo er zuletzt den Rang eines Standartenführers innehatte. Ab 1938 war er Mitglied in der NSDAP.

1937 wurde Krupp von Bohlen und Halbach - ebenso wie sein Vater - zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. Zudem war er Stellvertreter seines Vaters in dessen Funktion als Kuratoriumsvorsitzender der Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft. Er war 1941 Mitbegründer und anschließend Präsidiumsmitglied der Reichsvereinigung Kohle und ab 1942 stellvertretender Vorsitzender der Reichsvereinigung Eisen. Außerdem war er Beiratsmitglied der Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät, Mitglied des Rüstungsrats beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion sowie Mitglied des Verwaltungsrats der Berg- und Hüttenwerksgesellschaft Ost mbH (BHO). Nach Kriegsbeginn war er für die Demontage von Betrieben in den besetzten Gebieten und deren Wiederaufbau im Deutschen Reich verantwortlich.

Krupp von Bohlen und Halbach war ein begeisterter Segler. Bei den Segelwettbewerben der Olympischen Sommerspiele 1936 vor Kiel gewann er mit der Crew seiner 8-Meter-Rennyacht Germania III für Deutschland die Bronzemedaille.

Am 11. April 1945 wurde Krupp von Bohlen und Halbach von amerikanischen Truppen in der „Villa Hügel“ unter Arrest gestellt und sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt. Nachdem die Alliierten zunächst beabsichtigt hatten, seinen Vater im Rahmen des ersten Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher anzuklagen, was jedoch wegen dessen Gesundheitszustand unterblieb, klagten die Amerikaner Krupp von Bohlen und Halbach zusammen mit 11 leitenden Mitarbeitern der Firma Krupp 1947 in einem gesonderten Verfahren (Fall X: Krupp-Prozess) an.

1948 wurde er wegen "Sklavenarbeit" (Einsatz von Zwangsarbeitern) und "Plünderung" von Wirtschaftsgütern im besetzten Ausland zu 12 Jahren Haft und Einziehung seines gesamten Vermögens verurteilt. In der Anklageschrift wurde ihm auch die Planung eines Angriffskrieges und die damit verbundene Verschwörung vorgeworfen. Von dieser Schuld wurde er jedoch freigesprochen, da in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg sein Vater und nicht er die Geschicke der Firma leitete.

[...] Auf der Grundlage eines Gutachtens unabhängiger amerikanischer Sachverständiger wurde Krupp von Bohlen und Halbach durch Entscheidung des amerikanischen Hohen Kommissars für Deutschland John Jay McCloy am 31. Januar 1951 begnadigt und vorzeitig aus der Haft entlassen.

1953 kam es zum Abschluss des sogenannten „Mehlemer Vertrages“ zwischen Krupp von Bohlen und Halbach und den Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Durch diesen Vertrag wurde ihm sein gesamtes Vermögen unter bestimmten Bedingungen zurückerstattet. Eine der wesentlichen Bedingungen war die Bestimmung, dass die Berg- und Hüttenbetriebe vom Krupp-Konzern abgetrennt und bis zum Jahr 1959 verkauft würden.

Im März 1953 übernahm Krupp von Bohlen und Halbach wieder die Leitung des Unternehmens. Ende des gleichen Jahres holte er Berthold Beitz als Generalbevollmächtigten in den Konzern. Er stellte das Unternehmen vollständig auf zivile Produktion, hauptsächlich auf Anlagenbau, um. Die Krupp AG erreichte auch schnell wieder ihre Stellung als führender Stahlproduzent. Tatsächlich wurden nämlich die Berg- und Hüttenbetriebe in der Folgezeit zwar - wie im „Mehlemer Vertrag“ vorgesehen - abgetrennt, jedoch letztlich nicht verkauft. Vielmehr wurden sie 1960 zusammengefasst und mit dem Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation AG fusioniert.

Kurz vor seinem Tod verfügte Krupp von Bohlen und Halbach die Gründung einer Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die „Ausdruck der dem Gemeinwohl verpflichteten Tradition des Hauses Krupp“ sein sollte. Mit seinem Tod ging sein gesamtes Vermögen auf die Stiftung über. Dies wurde möglich durch den Verzicht seines Sohns Arndt von Bohlen und Halbach auf das Erbe. Die Stiftung nahm ihre Tätigkeit am 1. Januar 1968 auf und verwendet die ihr aus ihrer Unternehmensbeteiligung zufließenden Erträge ausschließlich und unmittelbar für gemeinnützige Zwecke. Die Stiftung ist heute größte Einzelaktionärin der ThyssenKrupp AG.


[...]     

* William Manchester: The Arms of Krupp. Michael Joseph Ltd., London 1968
* Lothar Gall: Krupp im 20. Jahrhundert. 2002, Siedler Verlag. ISBN 3886807428


Aus: "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach" (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alfried_Krupp_von_Bohlen_und_Halbach

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[...]

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[...] 1969 entstand der erste Film, auf Deutsch "Die Verdammten", der in einer modernen Version von "Macbeth" den Untergang einer Großindustriellenfamilie schildert, deren Mitglieder sich gegenseitig auslöschen und die mit den Nazis paktierte. Ähnlichkeiten mit der Essener Stahldynastie Krupp in der "Villa Hügel" waren beabsichtigt. [...] "Für den Regisseur war die Familie der Raum, Geschichte als Energiefeld erfahrbar zu machen.


Aus: "Götterdämmerung. Luchino Viscontis deutsche Trilogie" Von Ulrike Mattern (jump-cut.de, Datum ?)
Quelle: http://www.jump-cut.de/visconti.html

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[...] Diese lose an der Krupp-Familiengeschichte orientierte Chronik vom Schicksal einer Stahldynastie in der Nazizeit zeigt Visconti am Olymp seines stilistischen Schaffens: Inzest, Schuld, Intrigen, Helmut Berger in drag, wuchtige, opernhafte Inszenierungsblöcke. An Aussage kommt nicht viel heraus, aber als Stück campy Pop-Art ist das hier ein Meisterwerk. Mit Dirk Bogarde, Ingrid Thulin, Helmut Griem.


Aus: " Götterdämmerung/Die Verdammten - Sehr schwülstiges, sehr empfehlenswertes Epos von Luchino Viconti" (Eine Kritik von Christoph Huber, Datum ?)
Quelle: http://www.allesfilm.com/show_article.php?id=20208

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[...] 27. Februar 1933: Als die Nachricht vom Reichtagsbrand in die Geburtstagsfeier des Familienoberhaupts Joachim von Essenbeck platzt, werden die kontroversen Meinungen innerhalb der Industriellenfamilie sichtbar.

...


[...]  Kaum ein anderer Film Viscontis war so umstritten wie "Die Verdammten". Kritiker warfen dem Regisseur vor, ein ernstes Thema wie den deutschen Faschismus unpassenderweise ins Melodramatisch-Opernhafte zu übersetzten. Wolfram Schütte führte die weitgehende Ablehnung des Films auf seine Nähe zu Thomas Manns und Richard Wagners Werk zurück: "Es ist ihr Zug und Wille zum großen Format, zum Standardwerk, zum Monumentalen und grandios Massenhaften, der höchst unzeitgemäß, verschwenderisch-ästhetisierend erscheint." Viscontis erster Teil seiner "deutschen Trilogie" ist so betrachtet weniger ein unpolitischern Film als vielmehr der Versuch, die Ästhetisierung des Politischen zu thematisieren, wie sie sich durch die deutschen Kulturgeschichte zieht.


Aus: "Die Verdammten (La caduta degli dei; IT/D/CH, 1969)" (23. Mai 2003 Filmredaktion 3sat)
Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/film/reihen/46937/index.html

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[...] Luchino Viscontis düsteres Sittengemälde von Verrat und Dekadenz in der Abenddämmerung der nationalsozialistischen Herrschaft.Vom Reichstagsbrand bis zur „Nacht der langen Messer“, in der Hitler seine Feinde in den eigenen Reihen liquidieren wollte, spannt sich das blutige Epos von Unmoral und Niedergang des Dritten Reiches in beklemmender Wirklichkeitsnähe.Dirk Bogarde ist ein moderner McBeth, der souverän und rücksichtslos die Herrschaft über das deutsche Stahl-Imperium gewinnt, während Hitlers Aufstieg an die Macht beginnt. Helmut Griem spielt einen SA-Führer, dessen dummes, machtergreiferisches Gehabe ein jähes Ende findet, als er in der „Nacht der langen Messer“ von der SS hingeschlachet wird.Der Film wirft erbarmungslose Schlaglichter auf Psyche und Gemüt der Nationalsozialisten und einer Industriellen-Dynastie, die ihnen, freiwillig oder nicht, zum Wegbereiter wurde.


Aus: "Die Verdammten (La caduta degli dei; IT/D/CH, 1969)" (More - Film & Kino Magazin, Datum ?)
Quelle: http://www.more-magazin.de/showmovie.php?id=3156

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[...] Luchino Visconti (* 2. November 1906 als Conte Don Luchino Visconti di Modrone in Mailand; † 17. März 1976 in Rom) war ein italienischer Schriftsteller, Theater- und Filmregisseur.

Aus der aristokratischen Familie der Herzöge von Visconti in Mailand abstammend (einer der reichsten in Norditalien), ging er mit 30 Jahren nach Paris und begann seine Karriere 1936 als Assistent von Jean Renoir. Nach einer kurzen USA-Reise, bei der er auch Hollywood besichtigte, kam er zurück nach Italien, um 1939 erneut als Renoirs Assistent zu arbeiten...


Aus: "Luchino Visconti" (12/2007)
http://de.wikipedia.org/wiki/Luchino_Visconti


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[1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen... (BRD, Siemens, Pierer, etc.)]
« Reply #85 on: Dezember 06, 2007, 10:34:03 vorm. »
Quote
[...] Am 12. Oktober 1847 gründete Werner von Siemens zusammen mit Johann Georg Halske die Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin. Grundlage bildet seine Erfindung des Zeigertelegraphen. Das Berliner Unternehmen entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einer kleinen Werkstatt, die neben Telegraphen vor allem Eisenbahnläutwerke, Drahtisolierungen und Wassermesser herstellte, zu einer der weltweit größten Elektrofirmen. 1848 baute Siemens die erste Telegraphenlinie Europas über weite Entfernungen zwischen Berlin und Frankfurt am Main. Früh war das Unternehmen auch international tätig: Werners Bruder Carl Wilhelm Siemens eröffnete 1850 eine Repräsentanz der Firma in London, die später in das selbstständige Unternehmen Siemens Brothers Co. umgewandelt wurde. Ab 1851 war das Unternehmen in Russland am Bau eines Telegraphen-Netzwerks beteiligt. 1855 eröffnet Siemens eine Zweigniederlassung in Sankt Petersburg, die durch Carl von Siemens, einem weiteren Bruder, geleitet wurde. Internationale Großprojekte wie der Bau der Indo-Europäischen Telegrafenlinie (1867–70) und ein mit Siemens Brothers verlegtes Transatlantikkabel (1870) führten zu steigenden Umsätzen. Entscheidend war jedoch die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips durch Siemens im Jahr 1866, das die Voraussetzungen für die Nutzung der Elektrizität zur Kraftversorgung schuf (siehe Elektrischer Generator, Siemens baute die ersten Generatoren ohne Dauermagneten). Dadurch erschlossen sich für die Gesellschaft neue Geschäftsfelder wie zum Beispiel bei der Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken und Eisenbahnzügen sowie der Produktion von Glühlampen.

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_AG (12/2007)

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[...] Am 15. November 2006 durchsuchten 200 Beamte, Steuerfahnder und Staatsanwälte mehr als 30 Bürogebäude an allen großen Siemensstandorten, außerdem Privatwohnungen von ranghohen Mitarbeitern, auf Verdacht der Untreue wie der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler mitteilte. Dabei werden Akten geprüft und Unterlagen sichergestellt. Mittlerweile wurde neben anderen das ehemalige Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt verhaftet.

Im Januar 2007 wurden 11 multinationale Konzerne wegen illegaler Preisabsprachen von der EU zu Geldstrafen in der Gesamthöhe von über 750 Mio. Euro verurteilt (EU-Wettberwerbskommissarin Neelie Kroes: „Diese Firmen haben ein Kartell gebildet, das öffentliche Versorgungsunternehmen und Verbraucher mehr als 16 Jahre lang betrogen hat“). Knapp 400 Mio. Euro dieser Geldstrafe entfielen auf den Siemens-Konzern. Dies ist die zweithöchste Geldstrafe, zu der ein Unternehmen innerhalb der EU verurteilt wurde. Die ThyssenKrupp AG wurde wegen Bildung eines Preiskartells zu ca. 479 Mio. Euro verurteilt(Liftkartell).

Im Oktober 2007 wurde das Unternehmen vom Landgericht München wegen Schmiergeldzahlungen im Bereich der Telekommunikationssparte Com zu einer Geldbuße in Höhe von 201 Millionen Euro verurteilt. Siemens akzeptierte das Urteil[3].

MAKEPROFIT Code

Über eine angeblich bis 1997 bei Siemens für Anweisungen zu Schmiergeldzahlungen benutzte Verschlüsselung zur Umwandlung von Ziffern in Buchstaben berichtet am 31. Januar 2007 The Wall Street Journal. Der ehemalige Siemens-Manager Michael Kutschenreuter soll der Staatsanwaltschaft München berichtet haben, dass zum Beispiel eine Anmerkung „legen sie das in der Datei APP ab“ bedeutet habe, Schmiergelder in Höhe von 2.55% des Preises seien genehmigt (A=2, P=5). Das Schlüsselwort sei „MAKEPROFIT“. Den Buchstaben darin seien die Ziffern „1234567890“ zugeordnet. Ein Siemens Sprecher meinte dazu, ihm sei von einem solchen Code nichts bekannt. Der Code kann sich als entscheidendes Hilfsmittel für die Staatsanwaltschaft erweisen [4], da er auf Dokumenten als Hinweis auf Anweisungen zu Schmiergeldzahlungen dienen kann.

Verhaftung des AUB-Vorsitzenden

Im Zusammenhang mit der Verhaftung ihres Beraters Wilhelm Schelsky am 14. Februar 2007 [5] bestätigte ein Siemens-Sprecher, dass Schelsky seit 2001 unter anderem für Beratungsleistungen und Mitarbeiterschulungen über 14 Millionen Euro erhalten habe. Laut Siemens habe Schelsky aber seine Leistungen als Unternehmensberater nicht ausreichend nachgewiesen, weswegen das Unternehmen Ende 2006 seinen Beratervertrag fristlos gekündigt habe. Schelsky und Siemens waren bis vor einiger Zeit an zwei Firmen beteiligt: die ML&S GmbH in Greifswald und die NSG Netzwerk-Service GmbH in Feldkirchen bei München, die heute unter dem Namen CANCOM Netzwerk-Service GmbH ihren Sitz in Jettingen-Scheppach hat [6]. Schelsky ist auch langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), einer Arbeitnehmervereinigung, die sich als „die andere Gewerkschaft“ darstellt [7].

Für Siemens ist es in Einzelfällen einfach, festzustellen, ob Wilhelm Schelsky die AUB-Gruppen bei Siemens unterstützt. Eine Unterstützung der AUB durch Schelsky läge beispielsweise dann vor, wenn der Schelsky nicht nur Verantwortlicher, sondern auch Eigner von Webseites einer Siemens-AUB-Gruppe wäre.

Verhaftung von Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer

Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer wurde nach Unternehmensangaben am 27. März 2007 festgenommen. Laut einer Siemens-Sprecherin steht die Verhaftung im Zusammenhang mit der Affäre um die unabhängige Betriebsräteorganisation AUB.

[...]

Im Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne wird Siemens die Massenvertreibung und Zerstörung der Lebensgrundlagen durch Staudammprojekte sowie die Beteiligung am Bau von unsicheren Atomreaktoren vorgeworfen. Ebenso wird Siemens eine Beteiligung am nordkoreanischen Atomprogramm unterstellt. (siehe Schwarzbuch Markenfirmen, S. 362ff.)

Am 17. September 2006 wurde bekannt, dass der Aufsichtsratsvorsitzende von Pierer die Vorstandsgehälter um durchschnittlich 30 % erhöhen wollte. Da sich viele Siemens-Mitarbeiter hingegen auf Lohnkürzungen einstellen müssen sowie durch eine vermutete Zusammenlegung von Bereichen mit Nokia Tausende Arbeitsplätze wegfallen[8], gab dies Anlass zu Kritik aus der Politik, Wirtschaft und sogar von Kirchen [9]. Diese geplante Erhöhung wird nun jedoch um ein Jahr verschoben [10] zugunsten des medienwirksamen Versuchs, die Arbeitsplätze der abgespalteten Firma BenQ Mobile zu erhalten (Die umstrittene Gehaltserhöhung für den Siemens-Vorstand tritt doch früher in Kraft als angenommen. Stand: 7. November 2006). BenQ Mobile musste in Deutschland am 29. September 2006 Insolvenz anmelden, nachdem der Mutterkonzern BenQ die Zahlung an seine deutsche Tochter einstellte.[11]




Aus: "Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Siemens - Siemens AG" (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_AG#Staatsanwaltschaft_ermittelt_gegen_Siemens

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Quote
[...] Kritik:

Mit der Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes der Siemens AG verstieß von Pierer gegen den Corporate Governance Kodex, nach welchem der direkte Wechsel eines Vorstandsvorsitzenden in den Aufsichtsratsvorsitz unterbleiben soll. Während dies zunächst nahezu widerspruchslos hingenommen wurde, ist im Zuge der Korruptionsaffäre bei Siemens, das Problem offen zutage getreten: von Pierer war Mitglied des Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat, der die Korruptionsvorwürfe untersucht und natürlich auch von Pierers Amtszeit durchleuchtet. Aufgrund des offensichtlichen Interessenkonflikts und der Tatsache, dass ein Großteil der Affäre in die Zeit von Pierers als Vorstandsvorsitzender fällt, war von Pierer zahlreichen Vorwürfen ausgesetzt. Auf der Hauptversammlung 2007 der Siemens AG verzichtete von Pierer am 25. Januar 2007 schließlich auf die weitere Teilnahme an Sitzungen, die das Korruptionsthema zum Gegenstand haben; das Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats wollte er aber nicht ablegen. Die Hauptversammlung stimmte mit über 34 Prozent gegen die Entlastung von Pierers und zeigte damit deutlich die Unzufriedenheit mit der Entscheidung von Pierers.

Trotz der Korruptionsaffäre bei Siemens hält die CDU und insbesondere Angela Merkel an von Pierer als Leiter des Rates für Innovation und Wachstum fest.



Ehrungen und Auszeichnungen:
    * Goldener Ehrenring der Stadt Erlangen (1995)
    * Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München (1997)
    * Ehrendoktorwürde der Katholieke Universiteit Leuven (1998)
    * Große Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2001)
    * "Scopus Award" der Hebräischen Universität Jerusalem(2002)
    * World Business Award (2003)
    * Ehrendoktorwürde der Tongji-Universität Shanghai (2004)
    * Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Berlin (2004)
    * Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Graz (2005)
    * Bayerischer Verdienstorden (2005)

    * "AICGS Global Leadership Award"
    * "John J. McCloy Award", New York
    * "Appeal of Consience-Award" der Appeal Appeal of Consience Foundation, New York


Werke:
Heinrich von Pierer, Karl Homann, Gertrude Lübbe-Wolff: Zwischen Profit und Moral. Hanser, München 2003, ISBN 3-446-22460-2


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Pierer (12/2007)


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[...] Bei Siemens waren vor allem auch in der Zeit Pierers als Vorstandschef nach neuesten Erkenntnissen 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Pierer hatte stets betont, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben. Als Vorstandsvorsitzender sei man weit weg vom operativen Geschäft. In einem Konzern wie Siemens mit etwa neun Millionen Buchungsvorgängen am Tag seien Unregelmäßigkeiten nur schwer zu entdecken. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld betonte denn auch am Mittwoch, Pierer gehöre nicht zu den Verdächtigen. "Gegen ihn wird nicht ermittelt." Eine politische Verantwortung zu übernehmen, lehnte Pierer lange ab, bis er sich im April doch dem Druck beugte und als Aufsichtsratschef zurücktrat.

Pierers Verdienste um das Unternehmen wurden von den Affären überschattet, sind bei Siemens aber unumstritten. In seinen gut 14 Jahren als Vorstandsvorsitzender machte er nach Ansicht des Managements und der Investoren den einst trägen Industriedampfer Siemens fit für die Globalisierung. Mit seinem berühmten 10-Punkte-Programm leitete er unter anderem die Abspaltung der Halbleitersparte Infineon ein. Früh engagierte sich der Konzern unter seiner Führung in den neuen Märkten in Asien.

So ist denn auch die Globalisierung heute noch sein großes Thema. "Vielen Menschen gehen die Veränderungen, denen sie ausgesetzt sind, zu schnell", sagte er bei der Veranstaltung des Autors, Motivationsberaters und einstigen Chiphändlers Erich Lejeune. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt verändere, werde aber weiter zunehmen. "Der Reichtum auf der Welt wird in dramatischer Weise neu verteilt." Deutschland habe bisher von der Globalisierung profitiert und müssen sich den Herausforderungen weiter offensiv stellen, unter anderem durch neue Bildungsinitiativen und die massive Förderung von Forschung und Innovationen. Dafür setze er sich auch im Rat für Innovation und Wachstum ein, der unter Pierers Leitung die Bundesregierung berät. (Axel Höpner, dpa) / (jk/c't)

Quote
5. Dezember 2007 13:48
1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitsplätze
mordsDing boa eh (mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.05)

sehr bedauerlich.

Und damit liefert der Herr einen weiteren Beleg dafür, wie sich die
Managerkaste verabschiedet hat. Von Moral, Anstand, Würde, Gewissen,
Realität.

Quote
5. Dezember 2007 13:55
Re: 1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitspl.
Sarkastho (393 Beiträge seit 29.08.06)

Hätte man das Geld versteuern müssen, wäre es noch teurer geworden
und es hätte noch mehr Arbeitsplätze gekostet.
Die Politiker hätten die Steuern doch nur für Blödsinn verpulfert.

Quote
5. Dezember 2007 13:59
Re: 1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitspl.
hacky68 (539 Beiträge seit 25.09.00)

Ihr seit so negativ ...

Quote
5. Dezember 2007 15:33
Re: 1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitspl.
Soman (457 Beiträge seit 03.08.04)

Siehe es positiv - es werden etwa dreistellige Millionenbeträge für
Consultants ausgegeben, die die Schmiergeldaffäre "aufklären" sollen.
Die Armen Jungs hätten sonst nix zu tun und müssten Ihre Anzüge
bügeln und Kravattenknoten binden lernen.
So müssen die für 2000 Euro am Tag hektisch durch die Flure rennen
und dürfen Powerpoints und Flipcharts präsentieren.



Quote
5. Dezember 2007 14:14
Re: 1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitspl.
mordsDing boa eh (mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.05)

Sarkastho schrieb am 5. Dezember 2007 13:55

> Hätte man das Geld versteuern müssen, wäre es noch teurer geworden
> und es hätte noch mehr Arbeitsplätze gekostet.

Das wage ich zu bezweifeln. Arbeitsplatzvernichtung und Erhöhung der
Managergehälter und Verteilung millionenschwerer
Jahresendgratifikationen an die Führung bei Siemens fallen zeitlich
recht nah zusammen.

> Die Politiker hätten die Steuern doch nur für Blödsinn verpulfert.
Ja, oder für Schulen, Kindergärten, Straßenausbau, und ähnliches. Da
wird schließlich auch Geld ausgegeben.


Quote
5. Dezember 2007 15:35
Re: 1,3 Milliarden an der Steuer vorbei und mehrere Tausend verlorene Arbeitspl.
Soman (458 Beiträge seit 03.08.04)

Blödsinn.

80 Mrd für die Rente, 40 Mrd für Zinsen, ca 25 Mrd ALG-II, ca 30 Mrd
Kindergeld. Einnahmen des Staates: 220 Mrd. Was für den Rest übrig
bleibt kannst du schätzen...



Quote
5. Dezember 2007 14:04
Übrigens: Wir waren komplett korrupt, entschuldigung auch.
vatsug (mehr als 1000 Beiträge seit 12.03.04)

Tut uns leid. Näher möchte ich nicht darauf eingehen, ich bin jetzt
in Rente.

Quote
5. Dezember 2007 14:23
Es stinkt zum Himmel und zurück...
viandante (223 Beiträge seit 28.09.05)

...wenn in einer Firma 1,3 Mia schwarz existieren, an der Steuer
vorbei also, der Chef davon angeblich nichts weis, aber die
Bundesregierung weiterhin in leitender Position berät und...
... kein Staatsanwalt es für nötig hält, die Zusammenhänge um Herrn
von Pierer und seiner eventuellen Mitverantwortung zu beleuchten und
für die betrogenen Millionen Bundesbürger transparent aufzuzeigen.


Aus: "Heinrich von Pierer bedauert die Siemens-Affären" (05.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/100081

-.-

Quote
[...] Siemens will am Montag Strafzahlungen in den USA in Höhe von 600 Millionen Euro akzeptieren. Der Konzern rechnet außerdem mit einer Geldbuße bei Bayerns Justiz zwischen 300 und 400 Millionen Euro.

Die Siemens AG steht in der Korruptionsaffäre nach zweijährigen Ermittlungen vor einem für das Unternehmen günstigen Vergleich mit US-Ermittlern. Der Industriekonzern verständigte sich mit der New Yorker Börsenaufsicht SEC und dem Justizministerium in Washington auf Strafzahlungen in Höhe von 800 Millionen Dollar (600 Millionen Euro). Aufsichtsräte hatten ursprünglich eine Geldbuße in Höhe von mehreren Milliarden Euro befürchtet.

Der Konzern ist an der New Yorker Börse notiert und unterliegt damit der Aufsicht der US-Behörden. Das Unternehmen will an diesem Montag bei einer Gerichtsverhandlung in Washington die ausgehandelten Strafen akzeptieren. Anschließend will der Aufsichtsrat des Konzerns dem Vergleich zustimmen. Es ist die bislang höchste Unternehmensstrafe, die in den USA wegen Korruption verhängt wurde. Das Geld fließt in den US-Bundeshaushalt.

In München hat Siemens eine weitere Geldbuße zu erwarten, die nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen 300 bis 400 Millionen Euro betragen soll. Die Staatsanwaltschaft will auf diese Weise Gewinne aus Aufträgen abschöpfen, die durch Bestechung zustande kamen. Solche Geldbußen kommen nach Angaben der Justiz dem bayerischen Staatshaushalt zugute, der durch die Krise der Landesbank schwer belastet ist.

Nach Erkenntnissen des US-Justizministeriums und der Börsenaufsicht SEC nahm Siemens von 2001 bis 2007 insgesamt 4 283 illegale Zahlungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro vor. Weltweit seien Regierungen und Behörden bestochen worden. Ex-Konzernchef Pierer wird durch die am Wochenende veröffentlichten Ermittlungsergebnisse erstmals von Behörden schwer belastet. Ihm wird vorgehalten, er habe seit 2001 von Treuhandkonten in der Schweiz gewusst, über die Provisionszahlungen für Aufträge aus dem Ausland abgewickelt worden seien. Seit 2004 sei Pierer über schwarze Kassen informiert gewesen.

Pierer, sein Nachfolger Klaus Kleinfeld und vier weitere Ex-Vorstände sowie der gesamte frühere Zentralvorstand als Organ werden beschuldigt, massiven Hinweisen auf Korruption nicht nachgegangen zu sein und nicht genug gegen mutmaßliche Gesetzesverstöße unternommen zu haben. Sogar von Vertuschung ist die Rede. Dem früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger werfen die US-Behörden vor, den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats im Jahr 2005 falsch informiert zu haben. Neubürger habe wider besseres Wissen die Existenz von Konten außerhalb der Siemens AG verneint. Ein anderer Vorstand sei sogar direkt in illegale Zahlungen eingebunden gewesen.

Das Fazit der Ermittler: Der damalige Vorstand habe eine Unternehmenskultur geschaffen, in der Korruption nicht nur geduldet, sondern auf höchster Ebene teilweise sogar belohnt worden sei. Aus Konzernkreisen heißt es, Pierer und andere Ex-Vorstände dürften sich nicht wundern, falls die US-Behörden Ermittlungsverfahren gegen sie einleiten. Pierer und Kleinfeld haben bereits wiederholt die Vorwürfe zurückgewiesen und ihre Unschuld beteuert. Kleinfeld ist heute Vorstandschef des US-Aluminiumkonzerns Alcoa.

Quote

15.12.2008 09:42:38

drkosel: "H v P , Gütesiegel und Markenzeichen in einer Person"

in jeder Talkshow mit dem erhobenen Zeigefinger dabei, wenn es darum ging "den kleinen Leuten am Zeug zu flicken". Dieses Vorbild an Glaubwürdigkeit war jahrelang Kanzler(in) -Berater. Wagrlich ein passende Auszeichnung. Da müssen jetzt die Amis kommen, um den zur Rechenschaft zu ziehen.hier war das nicht möglich ! (sh.Düsseldorfer Landgericht - Esser , Ackermann, Zwickel und Richterin Poggenhöfer -man kennt sich und man hilft sich ). Unschuldsvermutung ,Geldstrafe.,Ackermann gilt weiter als nicht vorbestraft !Bananenrepublik !



Aus: "Siemens zahlt Milliardenstrafe - Auch die Amerikaner belasten Pierer" Von M. Balser, K. Ott, Th. Fromm (14.12.2008)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/794/451506/text/

« Last Edit: Dezember 16, 2008, 10:48:23 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Faster, Much Faster... (from 2003 to 2005)]
« Reply #86 on: Dezember 15, 2007, 06:08:53 nachm. »
Quote
[...] The increase in incomes of the top 1 percent of Americans from 2003 to 2005 exceeded the total income of the poorest 20 percent of Americans, data in a new report by the Congressional Budget Office shows.

The poorest fifth of households had total income of $383.4 billion in 2005, while just the increase in income for the top 1 percent came to $524.8 billion, a figure 37 percent higher.

The total income of the top 1.1 million households was $1.8 trillion, or 18.1 percent of the total income of all Americans, up from 14.3 percent of all income in 2003. The total 2005 income of the three million individual Americans at the top was roughly equal to that of the bottom 166 million Americans, analysis of the report showed.


From: "Report Says That the Rich Are Getting Richer Faster, Much Faster" By DAVID CAY JOHNSTON (Published: December 15, 2007)
Source: http://www.nytimes.com/2007/12/15/business/15rich.html?_r=1&oref=slogin

-.-

http://www.cbo.gov/ftpdocs/88xx/doc8885/12-11-HistoricalTaxRates.pdf


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[Skandalumwitterte Hörn-Immobilie... (Notiz, Kiel, Schmid-Bau)]
« Reply #87 on: Dezember 18, 2007, 10:42:25 vorm. »
Quote
[...] Gerhard Schmid (* 22. Mai 1952 in Selb) ist ein deutscher Unternehmer.

Nach einer kaufmännischen Lehre finanzierte sich der Sohn eines Maurers und einer Hausfrau sein Studium der Betriebswirtschaft als Eishockey-Trainer bei der ERC Selb. 1977 fing er bei Hutschenreuther als Vorstandsassistent an. 1986 wechselte Schmid als Geschäftsführer zum Ostseebad Damp, 1989 wurde er bei der Sixt AG Vorstand für Marketing und Vertrieb.

1991 gründete er die Mobilcom AG, zunächst als Serviceprovider für den Mobilfunkbereich und anfangs mit einer einzigen Mitarbeiterin. Bereits 1993 wurden 100 Mio. DM Umsatz gemacht. 1997 führte er Mobilcom an die Börse als erstes Unternehmen am Neuen Markt (gleichzeitig mit der Bertrandt AG).

[...] Anfang 2002 kam es zum Streit der Mobilcom-Großaktionäre France Telecom und Schmid über die Kostentragung beim UMTS-Infrastrukturaufbau und über umstrittene Aktiengeschäfte von Schmids Ehefrau Sibylle Schmid-Sindram. France Telecom bot Schmid daraufhin an, ihm seine Aktien abzukaufen, Schmid lehnte die Höhe des Angebotes aber ab. Infolge des sich hinziehenden Streites und des Verfalls des Mobilcom-Aktienkurses verweigerte die Hauptversammlung im Mai 2002 Schmid die Entlastung als Vorstand. Im Juni kündigte France Telecom den Kooperationsvertrag. Schmid wurde daraufhin vom Aufsichtsrat als Vorstandsvorsitzender entlassen. Es folgten Prozesse Mobilcom gegen Millenium (die Firma von Schmids Ehefrau) und Schmid gegen Mobilcom und gegen France Telecom. Im September 2002 stellte France Telecom weitere Finanzhilfen für Mobilcom ein, das Unternehmen stand kurz vor der Insolvenz. Um eine Rettung unter Vermittlung des Bundeswirtschaftsministeriums zu ermöglichen, übertrug Schmid im November 2002 seine Aktien und die seiner Frau nach langen Verhandlungen an einen Treuhänder, den früheren RTL-Chef Helmut Thoma.

Anfang 2003 musste Schmid Privatinsolvenz beantragen, seine Frau führte über ihre Verwaltungsgesellschaft "Millenium GmbH" Rechtsstreitigkeiten gegen den neuen Mobilcom-Vorstand noch in Fragen, über die bereits Schmid Prozesse geführt hatte. Die Auseinandersetzungen endeten mit einem Vergleich. 2003 wurde nach einem Aktienoptionsgeschäft mit der Millenium GmbH gegen Schmid Anklage wegen Untreue erhoben. Das Landgericht Kiel entschied Anfang 2007, kein Hauptverfahren gegen Schmid einzuleiten. Die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung Widerspruch ein.

Schmid ist heute Geschäftsführer von Bonus Strom GmbH, einem Elektrizitäts-Provider, der seiner Frau gehört.


Aus: "Gerhard Schmid (Unternehmer)"  (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schmid_%28Unternehmer%29

-.-

Quote
[...] Bei der gestrigen Zwangsversteigerung des Schmid-Baus, der noch unvollendeten skandalumwitterten Hörn-Immobilie, wurde das Hochhaus für 13 Millionen Euro verkauft. Das höchte Gebot in Raum 4 des Amtsgerichts, in dem zudem noch zwei unbebaute Grundstücke an der Hörn versteigert wurden, setzte die Waterkant Immobilien GmbH & Co KG, dessen Geschäftsführerin Sybille Schmid-Sindram pikanterweise die Ehefrau von Ex-mobilcom-Chef Gerhard Schmid ist.

Schmid begann 2000 mit der Errichtung des 16-geschossigen Wohn- und Geschäftshauses, doch seine private Insolvenz und die Beinahe-Pleite von mobilcom ließen das Projekt vor drei Jahren unvollendet platzen.

Innerhalb der kommenden zwei Wochen wird die sächsische Landesbank, die sich als Hauptgläubiger "etwas mehr erhofft" hatte, das Angebot, das rund 2,4 Millionen Euro unter dem Verkehrswert der Immobilie liegt, prüfen.

Die Waterkant Immobilien GmbH & Co KG, im Oktober 2004 vom schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionchef Wolfgang Kubicki mitgegründet, gibt sich derweil hoffnungsfroh. "Ich habe schon Anwärter, die mieten wollen", so Geschäftsführerin Schmid-Sindram.


Aus: "Wirtschaft: Schmid-Bau für 13 Millionen Euro versteigert" (Freitag, 25. März 2005)
Quelle: http://www.kiel4kiel.de/Artikel-7364-11-Wirtschaft.SchmidBau.fr.13.Millionen.Euro.versteigert.html


-.-

Quote
[...] Im Strafprozess wegen Bankrotts gegen den früheren Mobilcom-Chef Gerhard Schmid hat die Staatsanwaltschaft Kiel eine weitere Anklage erhoben. Schmid werden zwei zusätzliche Bankrotthandlungen vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt Uwe Wick am heutigen Montag mit. Schmid soll im September und Oktober 2002 trotz Zahlungsunfähigkeit von seinen Konten im Inland Beträge von 500.000 Euro und 240.000 Euro auf ein Konto bei einer Bank in Liechtenstein überwiesen und damit weitere Bestandteile seines Vermögens beiseite geschafft haben.

Diese Vorwürfe sind nun ebenfalls Gegenstand des seit Juli 2007 laufenden Verfahrens, in dem Schmid vorgeworfen wird, Firmenanteile ins Ausland transferiert und sich damit wegen Bankrottverdachts schuldig gemacht zu haben. Die Sachsen LB hatte im Jahr 2002 vergeblich versucht, Forderungen in Millionenhöhe aus einem Kredit für Schmid vollstrecken zu lassen. Die Verteidigung will hingegen beweisen, dass Schmid im April 2002 nicht zahlungsunfähig war, sondern seine sämtlichen Kreditverpflichtungen hätte erfüllen können.

Der Insolvenzverwalter von Schmid reichte Schadenersatzklage in Höhe von mehrerer Milliarden Euro gegen den früheren Mobilcom-Großaktionär France Telecom ein, weil sich die Franzosen 2002 als Hauptfinanzierer aus dem Büdelsdorfer Unternehmen zurückgezogen hatten. Schmids Verteidiger Erich Samson warf der Anklage zuletzt Korruption und Befangenheit vor. Staatsanwalt Axel Goos habe in einem anderen Verfahren gegen Schmid unzulässige Hilfe der Anwälte von France Telecom in Anspruch genommen. Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens lehnte Oberstaatsanwalt Uwe Wick jedoch ab. (pmz/c't)


Aus: "Staatsanwaltschaft weitet Anklage gegen Ex-Mobilcom-Chef Schmid aus" (17.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/100688

-.-

Quote
[...]Die größten Banken sind die LGT Bank, die Liechtensteinische Landesbank und die Verwaltungs- und Privatbank. Seit 1992 haben neben den drei großen Banken auch weitere Institute Zulassungen erhalten, darunter seit dem Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum auch Niederlassungen ausländischer Banken. Heute beschäftigen die fünf größten Banken Liechtensteins rund 1.400 Angestellte und weisen zusammen eine Bilanzsumme von über 30 Milliarden Franken auf. Wie in der Schweiz und Österreich gilt auch in Liechtenstein das Bankgeheimnis. Die Beaufsichtigung des Finanzsektors erfolgt durch die FMA Finanzmarktaufsicht Liechtenstein.

Der Finanzplatz Liechtenstein wird allerdings in erster Linie mit dem sog. Treuhandwesen assoziiert. Um die schwerwiegende Wirtschaftskrise der 1920er Jahre zu überwinden, wurde ein äußerst liberales Gesellschaftsrecht geschaffen, darunter die Stiftungen, die es erlauben, ein Vermögen von seinem tatsächlichen Eigentümer zu trennen und somit zu anonymisieren. Im Gegensatz zu den Stiftungen der meisten Länder kann die liechtensteinische Stiftung vom Stifter jederzeit wieder aufgelöst werden, was im Ausland als im Widerspruch zum Wesen einer Stiftung häufig kritisiert wird. Aufgrund ihrer Diskretion waren liechtensteinische Stiftungen in der Vergangenheit des öfteren in Skandale verwickelt. Der größte dürfte der Fall Texon 1977 gewesen sein, in dessen Folge 1981 die Stiftungs-Gesetzgebung verschärft wurde. Seither dürfen Stiftungen nicht mehr wirtschaftlich tätig sein, und der Stiftungsrat muss von besonders qualifizierten und erfahrenen Personen, de facto konzessionierten liechtensteinischen Treuhändern, besetzt sein. Nach wie vor werden jedoch Stiftungen wie auch die sogenannten Sitzgesellschaften ohne eigenen Geschäftsbetrieb im Fürstentum i.d.R. lediglich mit einer jährlichen Pauschale von 1.000 CHF besteuert.

...


http://de.wikipedia.org/wiki/Liechtenstein (12/2007)




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[The World's Greatest Company... (Notiz, Enron, Deutsche Bank)]
« Reply #88 on: Dezember 20, 2007, 12:51:56 nachm. »
Quote
[...] Der Energiekonzern Enron gehörte zu den zehn größten Konzernen der USA und hatte seinen Firmensitz in Houston, Texas. Enron bezeichnete sich in Veröffentlichungen gerne als "The World's Greatest Company" (Beste Firma der Welt). Enron beschäftigte über 20.000 Mitarbeiter und verursachte aufgrund fortgesetzter Bilanzfälschung einen der größten Unternehmensskandale, welche die US-Wirtschaft bislang erlebte. Die Vorgänge hatten eine drastische Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften zur Unternehmensberichterstattung zur Folge, den sogenannten Sarbanes-Oxley Act.

[...]

Chronik:

Im Juli 1985 fusioniert das US-Unternehmen Houston Natural Gas mit Internorth, einem Erdgas-Konzern aus Omaha, zum Konzern Enron, der hauptsächlich als Betreiber von Gaspipelines tätig ist. Nach dem Einstieg in den Erdgashandel 1989 wird Enron innerhalb kurzer Zeit der größte Gashändler in den USA und Großbritannien. 1999 wird das Unternehmen EOG Resources als selbständiges Unternehmen abgetrennt.

Im Oktober 2000 bestätigt Enron, dass die US-Börsenaufsicht SEC eine Voruntersuchung begonnen hat, um mögliche Konflikte aufgrund der Beteiligungsverträge zu klären. Enron gesteht ein, dass Gewinne in den Jahren zuvor um 1,2 Mrd. US-Dollar zu hoch ausgewiesen wurden. Am 2. Dezember 2001 meldet das Unternehmen Insolvenz an, da eine Übernahme durch den Konkurrenten Dynegy am 28. November 2001 gescheitert war.

Im Januar 2002 wird die Aktie vom Handel ausgesetzt.

Im Februar 2002 wird bekannt, dass rund 500 Enron-Manager kurz vor der Pleite ihres Konzerns kräftige Bonuszahlungen erhalten hatten. So ließ sich Kenneth Lay († 5. Juli 2006) eine Abfindung in Höhe von 205 Mio. US-Dollar auszahlen.

Der in den Enron-Skandal verwickelte (und im Gefolge der Ermittlungen um Enron schließlich kollabierte) Wirtschaftsprüfungs-Konzern Arthur Andersen wird im Oktober 2002 wegen Behinderung der Justiz zu einer Geldbuße von 500.000 US-Dollar verurteilt.

Im Juli 2003 will Enron seine Forderungsansprüche gegen die Transwestern Pipeline Company, die Citrus Corp. und die Northern Plains Natural Gas Company auf die neue Holdinggesellschaft Cross Country Energy Corporation übertragen. Außerdem plant das Unternehmen die Gründung einer internationalen Energiegesellschaft, die Prisma Energy International Inc. Beide Unternehmen sollen unabhängig voneinander geführt werden.

[...]

Enron frisierte seine Bilanz in der Hauptsache mit folgenden Methoden[1]:

    * Verkäufe von Waren (z. B. Erdgas) als Termingeschäft (d. h. ein in der Gegenwart vereinbartes Geschäft wird erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt) wurden bereits von Anfang an als Erträge gebucht. Zudem wurden ähnliche Geschäfte zum Einkauf derartiger Waren nicht als Aufwand gebucht. Dadurch steigt der Gewinn (und damit auch das Eigenkapital) in der Berichtsperiode.

    * Enron ging dazu über, solche Geschäfte mit in ausländischen Steuerparadiesen gegründeten anonymen „Offshore“-Gesellschaften abzuschließen, die unter der Kontrolle von Enron oder dessen Führungskräften standen, aber nicht in den Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses des Enron-Konzerns einbezogen wurden. Enron machte praktisch Geschäfte mit sich selbst. Der Konzern wies die "Einnahmen" aus diesen Geschäften in der eigenen Bilanz aus.

    * Weiterhin begann die Firma, die "Käufe" der Off-Shore-Gesellschaften von Banken vorfinanzieren zu lassen, sodass sich der Konzern über seine anonymen Tochtergesellschaften verschuldete, ohne dass dies in der Konzernbilanz offenbart wurde.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Enron (12/2007)

-.-

Quote
[...] Insgesamt erstritt sich die Firma von den Geldhäusern nach eigenen Angaben bereits mehr als elf Milliarden Dollar für ihre Gläubiger.


Aus: "Enron-Pleite: Deutsche Bank zahlt Millionen" - Das Frankfurter Geldhaus hat einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Enron-Pleite beigelegt - zahlt viele Millionen und verzichtet auf fast eine halbe Milliarde Dollar. Jede Schuld aber weist das Institut von sich (19.12.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,ra9m1/finanzen/artikel/444/149087/

-.-

Quote
[...] Kenneth Lee "Ken" Lay (April 15, 1942 – July 5, 2006) was an American businessman, best known for his role in the widely-reported corruption scandal that led to the downfall of Enron Corporation. Lay and Enron became synonymous with corporate abuse and accounting fraud when the scandal broke in 2001. Lay was the CEO and chairman of Enron from 1986 until his resignation on January 23, 2002, except for a few months in 2001 when he was chairman and Jeffrey Skilling was CEO.

[...]

Awards and honors:

    * Anti-Defamation League – Torch of Liberty Award
    * Beta Theta Pi (Zeta Phi Chapter) – Wall of Fame
    * Brunel University (London) – Honorary Doctor of Social Sciences
    * Child Advocates – Super Hero Honoree Award
    * Episcopal High School – Campaign Fundraiser Award
    * Gas Daily – Man of the Year Award
    * Horatio Alger Association of Distinguished Americans – Annual Membership Award
    * Houston Area Women’s Center – Honoree
    * Houston Children’s Chorus – Honoree
    * Houston Community Partners – Father of The Year
    * Kenneth Lay Day – Proclaimed by Kathryn J. Whitmire, Mayor of Houston, Texas
    * Kiwanis Club of Houston and the Greater Houston Partnership – International Executive of the Year
    * March of Dimes – Award of Distinction
    * NAACP Freedom Fund Banquet – Mickey Leland Humanitarian Award
    * National Conference of Christians and Jews – Brotherhood Award
    * Oswego State University – Honorary Doctor of Humane Letters Degree
    * Phi Beta Kappa – Outstanding Alumnus Award
    * Private Sector Council – Annual Leadership Award
    * Stanford Business School Alumni Associations – Houston Business Man of the Year
    * Texans For Lawsuit Reform – Award
    * Texas Association of Minority Business Enterprises – Texas Corporate Partnering Award
    * Texas Business Hall of Fame – Inductee
    * Texas Navy Admiral – Commissioned by William P. Clements, Jr., Governor of Texas
    * Texas Society To Prevent Blindness – Man of Vision Award
    * The Brookwood Community – Honoree Award
    * The Rotary Club of Houston – Distinguished Citizen Award
    * The Wall Street Transcript – Chief Executive Officer Award
    * United States Energy Association – United States Energy Award
    * U.S. Navy – Navy Commendation Medal & National Defense Service Medal
    * University of Colorado, College of Business and Administration – Ben K. Miller Memorial, International Business Award
    * University of Houston – Distinguished Alumnus Award
    * University of Houston – Honorary Doctor of Humane Letters Degree
    * University of Missouri – Honorary Doctor of Law Degree; The Hebert J. Davenport Society Benefactor Award
    * Volunteer Houston – Honoree Award

...


http://en.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Lay (12/2007)


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[Auf einen Bonus verzichten... (Notiz, Mortgage Closures)]
« Reply #89 on: Dezember 20, 2007, 01:15:18 nachm. »
Quote
[...] „Die Abschreibungen sind eine tiefe Enttäuschung“, sagte Bankchef John Mack. Er wird in diesem Jahr auf einen Bonus verzichten.


Aus: "Hypothekenkrise: Morgan Stanley begräbt Milliarden" (19.12.07)
Quelle: http://www.focus.de/finanzen/banken/hypothekenkrise_aid_230240.html

-.-

Quote
[...] List of Mortgage Closures, Mergers and Layoffs, 21Feb07

So why are all these mortgage companies consolidating, laying off employees, sending out warnings, and going out of business?

Well, a recent statistic showed that 2.33% of all US mortgages are currently delinquent, a number which is sure to rise. And repurchases have tripled between the first and second quarter of 2006.

Not to mention declining home values in almost every metropolitan area throughout the United States, sky-high home prices, rampant fraud, a deteriorating secondary market and unmanageable mortgage payments.

I recently began adding mortgage lenders from parts of the world other than the United States that have issued profit warnings, as well as companies that remain open but have been affected seriously by the mortgage mess in one way or another.

According to a recent report, there have been roughly 70,000 mortgage layoffs since the beginning of the year, with another 30,000 to 40,000 expected by early 2008.

List last updated on December 19, 2007:

[...]

—————————————————————————————-

Aames Investment Corp – acquired by Accredited Home Lenders
ABN Amro Mortgage – 1700 layoffs
Aegis Funding – closed, seeking bankruptcy protection
Aegis Mortgage Corp. – laying off 401 employees
Accredited Home – shut down retail lending, ceased wholesale, Lone Star lawsuit
Accredited Home – agreed to Lone Star buyout
ACC Capital Holdings – mass layoffs, closed Ameriquest, sold wholesale to Citigroup
Acoustic Home Loans – closed subprime wholesale lender
ACT Mortgage Capital – suspended all submissions/fundings until further notice
Advent Mortgage – merged with New Equity Mortgage
Alliance Bancorp – closed, filed for Ch. 7 bankruptcy
All Fund Mortgage – rumored to be closed, acquired by Carlile Investments Inc.
Allstate Home Loans – shut down after buyout
Alterna Mortgage – New Jersey wholesale lender closed
Alternative Financing Corp. – wholesale division closed
Altivus Financial – closed wholesale operations, now believed to be shut down
AMC Lending –ceases wholesale lending
AMC Mortgage – acquired by Transnational Financial Network Inc.
American Brokers Conduit – shut down all operations
American Business Financial Services – closed
American Equity Mortgage – closing 6 of 30 offices, laying off 40 employees
American Home Mortgage – closed
American Mortgage Network – bought by Wachovia
Ameriquest – closed, laid off 3,800, shut 229 retail branches after $325 million settlement
Ameritrust Mortgage Company – subprime wholesale division closed
AmPro Mortgage closed – (part of Alliance Bancorp)
Amstar Mortgage Corp. – most staff laid off, The Money Store to take over by Dec. 15
Anworth Mortgage Asset Corp. – its Belvedere subsidiary is in default and faces margin calls
Apex Financial Group/Aapex Mortgage – commission checks delayed, licenses suspended
Apex Mortgage/Aapex Mortgage – reportedly cease all opertions
APS Mortgages Limited (UK) – independent brokerage shutting downn
Argent – sold to Citigroup
Aurora Loan Services – 160 employees laid off
Axix Mortgage – closed
Bank of America – Countrywide merger possibility, continued layoffs
Bank of America – cutting 3,000 jobs in investment banking unit
Bank of America – to cease wholesale lending, 700 layoffs
Barclays Bank PLC – bought Equifirst
Basis Yield – Australian hedge fund files for bankruptcy due to subprime woes
Bay Capital Corp. – closed
BayRock Mortgage Corp. – ceased wholesale lending
BB&T – bought Collateral Real Estate Capital
BC Bancorp – shut down
Bear Stearns – layoffs
Bear Stearns – closed two hedge funds after huge subprime losses, 240 subprime layoffs
Bear Stearns – merging Encore Credit and Bear Stearns Residential Mortgage into one unit
Bear Stearns – more layoffs
Beazer Homes – closed office, layoffs, subpoenaed for fraud
Beazer Homes – cut 25% of staff
Belvedere Trust Mortgage – two default notices, unlikely to pay back loans
Beneficial Finance – layoffs
Blackstone Group – buying PHH Mortgage
BMC Capital – to acquire NMB Capital
BNC Mortgage LLC – shut down – consolidated with Aurora Loan Services layoffs
BNC Mortgage – cut 175 jobs in Nor. Cal, 400 in So. Cal
BNY Mortgage – changes name to EverBank Reverse Mortgage
Broad Street Mortgage – sold to Wausau Mortgage Corp.
BrokerSource – ceased operations
BrooksAmerica Mortgage Corp. – temporarily suspended new loan originations
BSM Financial – closed wholesale unit BrokerSource
Budget Finance Co. – layoffs
c2 Financial (UK lender) – to lay off roughly 20 percent of workforce
C & G Financial – suspended funding/production
C-BASS – acquired Fieldstone Investment Group, struggling with margin calls
California TD Investments LLC – filed for bankruptcy
Calusa Investments – website down, thought to be closed
Capital One Mortgage – 2,000 layoffs planned nationwide
Capital Six Funding – subprime and hard money lender suspended operations
Carlile Investments Inc. – acquired All Fund Mortgage
Castle Point Mortgage – will no longer accept wholesale broker applications
Centex Home Equity – changed its name to Nationstar Mortgage
Central Pacific Mortgage – closed, TMSF cancels deal to acquire company
CFIC Home Mortgage – closing down
Champion Home Builders – 196 layoffs
Chapel Funding – bought by Deutsche Bank
Charter Funding – believed to be closed by parent First Magnus Financial
Charter One – exits wholesale lending
Chase – closing subprime loan facility in Ontario, CA 91 layoffs
Chase Home Finance – closed retail subprime operations center in Woodcliff, NJ
Chase Home Finance – shut 430-employee branch in Lexington, KY
Chevy Chase – cut correspondent channel, facing class-action lawsuit
Chevy Chase – layoffs
Choice Capital Funding – rumored to be closed

CIBC – layoffs
CIT Group Inc. – shut down mortgage division 500+ layoffs
Citadel – buying ResMAE
Citigroup – layoffs as high as 45,000
Citigroup – bought ABN AMRO Mortgage Group, acquired assets of Argent Mortgage
Citigroup – mortgage layoffs reported
Citigroup – layoffs in collateralized debt obligation unit
Citi Home Equity – layoffs
Clear Choice Financial – in default, Bankruptcy possible
CMXL – acquired All Fund
Coast Bank – sold to First Banks of St. Louis
Collateral Real Estate Capital – acquired by BB&T
Colony Mortgage Corp. – closed
Columbia Home Loans – subprime lender closed
ComUnity Lending – halted operations, faces liquidation
Concord Mortgage Co. – believed to be out of business
Concorde Acceptance – rumored to be closed
CoreStar Financial Group – closed
Countrywide – believed to have shut 46 Full Spectrum Lending branches
Countrywide Correspondent Lending Division – cut 293 jobs
Countrywide Specialty Lending Division – layoffs
Countrywide Capital Market Division – cut 65 jobs
Countrywide – layoffs in subprime , may be bought out by Bank of America
Countrywide cutting up to 12,000 jobs, more about the Countrywide layoffs
Credit Suisse – layoffs, bought LIME Financial
Dana Capital – closed
DB Home Lending – consolidated with MortgageIT, layoffs, rumored to be closed
DeepGreen Financial - closed
Decision One – shut down, layoffs
Delta Financial – closed offices, 300 layoffs
Delta Financial – bankruptcy, suspends loan origination
Delta Financial Corp. – layoffs
Deutsche Bank Correspondent Lending Group – consolidating business to MortgageIT
Diablo Funding Group – shut down
Ditech – 181 layoffs
Ditech.com – cut 120 jobs at Costa Mesa, CA headquarters
Dollar Mortgage Corp. – being acquired by Shearson Financial Network
Domestic Bank – shutting down wholesale unit
E-loan – closed sub-prime wholesale division, layoffs
E-Loan – layoffs
E-Trade exits wholesale mortgage business
Edgewater Lending Group – halts wholesale lending
Empire Bancorp Mortgage Bankers – shut down
Encore Bank – laid off 300 employees
ECC Capital/Encore Credit – sold to Bear Stearns, 100 layoffs announced Aug. 17
Encore Credit – laid off 100 Account Executives at wholesale unit in Irvine, CA
Encore Credit – merging with Bear Stearns Residential Mortgage
Entrust Mortgage – closed
Equibanc – closed by Wachovia
Equifirst – layoffs, bought out by Barclays Bank PLC
Exchange Financial – temporarily discontinuing its Wholesale/Correspondent business
Expanded Mortgage Credit – closed wholesale
Express Capital Lending – not accepting new submissions until further notice
Fannie Mae – 200 layoffs
FBR – selling subprime unit
Fidelity Trust Bank – selling residential mortgage company Fidelity Trust Mortgage Inc.
Fieldstone Mortgage – bankruptcy
Fieldstone Mortgage Co. – halted new business, closed Las Vegas branch, layoffs
Fifth Third Bancorp – 700 layoffs
Finance America – closed
First American Corp. (title insurer) – layoffs at 1,900
FirstBank – to shut down wholesale mortgage division Oct. 31
First Banks of St. Louis – bought Coast Bank
First Collateral Services (Citi) – layoffs
First Community Bancorp – layoffs
First Consolidated Mortgage Co. – subprime wholesaler shutting down, in dispute
First Franklin Financial – layoffs, sold to Merrill Lynch
First Franklin – firings/layoffs rumored
First Horizon – cutting 1,500 jobs, closing 50 offices
First Horizon National Corp. – divested its subprime mortgage loan portfolio
First Indiana Wholesale – closed wholesale consumer lending operations

First Madison Mortgage – shut down
First Magnus – no longer funding or originating any mortgage loans
First NLC Financial Services LLC – 645 layoffs
First NLC – layoffs and closures
First Mariner Bancorp – closed its wholesale mortgage lending unit
First Source Funding Group – closed
First Street Financial – closed
Flexpoint Funding – reportedly closed wholesale division, now completely shut down
Flick Mortgage – closed
FMF Capital LLC – closed
FNBA – wholesale division and correspondent line shut down, 541 layoffs
Franklin Credit Management Corp. – suspends loan acquisition and origination
Freestand Financial – closed
Fremont General – exited secondary sub-prime market, layoffs
Frost Mortgage – partnered with First Houston
Foxtons, Inc. – filed Chapter 11 bankruptcy
FundingAmerica – not accepting any new business
General Electric – buying PHH Corporation
Genworth Financial – acquired Liberty Reverse Mortgage
GMAC Residential Funding (Canada) – suspended subprime mortgage origination
GMAC-RFC – close High Street Home Loans, subprime subsidiary (UK), 200 layoffs
Golden Empire Mortgage – closed wholesale division GEM Capital Funding
Golden State TD Investments LLC – filed for bankruptcy
Goldman Sachs – purchased Litton Loan Servicing
Greater Buffalo Savings Bank – halted residential mortgage lending, closed unit
Great Southwest Mortgage – believed to be closed by parent First Magnus Financial
Greenpoint Mortgage – closed, 1900 employees laid off, 31 branches closed
Group One Lending shut down
Guaranty Residential – layoffs
Guardian Loan Co. – shut down
H&R Block Mortgage Corp. – 353 layoffs
Harbourton Mortgage Investment Corporation (HMIC) – closed
Heartland Mortgage Co. – bought Merrlin Mortgage Corp.
Heartwell Mortgage – closed
Heritage Plaza Mortgage – closed
HMIC – closed
Home 123 Mortgage – closed
HomeBanc Mortgage Corp. – layoffs, filed bankruptcy, sold branches to Countrywide
Home Capital Inc. – closes
Homecomings Financial – laid off 284, including 207 AEs
Home Equity of America – layoffs
Homefield Financial – closed
Homeland Capital Group – subprime wholesaler closed
Home Loan Center Inc. / Lending Tree – hundreds of layoffs
Home Loan Corp. – closed Expanded Mortgage Credit subsidiary
Home Loan Specialists Inc. (HLS) – closed its doors
Homestead Mortgage – will close its wholesale division
Homeview Lending Inc. – layoffs, now appears to be closed
Honor State Bank – closed wholesale lending department
Housevalues Inc. – laid off 160 workers, closed Yakima call center, shut mortgage lead biz
HSBC Holdings PLC – closing mortgage office, 600 layoffs
HSBC Mortgage Services (Correspondent division) – closed, layoffs
HSBC Financial Corp. Ltd. (Canada) closing 30 branches, 300 potential layoffs
HSBC – shuts down Decision One
HSBC Financial Corp. Ltd. (Canada) – closing 30 branches, 300 potential layoffs
HSBC – halts trading of mortgage-backed securities in U.S., 120 layoffs
HSBC – closing 260 consumer lending branches
Huntington Financial – to be acquired by Oxford Funding
Igate Global Solutions (India) – redeploying roughly 150 employees into other services
IKB Industriebank (Germany) – losses near $1bn as a result of subprime exposure in US
Impac – stops Alt-A lending, 144 laid off
Impac Mortgage Holdings – 350 recent layoffs, halted Alt-A loan production
Indymac – bought retail arm of New York Mortgage Trust, Indymac layoffs
Innovative Mortgage Capital – closed
Investaid Corp. – suspended operations indefinitely
Irwin Home Equity – layoffs
Ivanhoe Mortgage – closed
JP Morgan – layoffs reported in loan structuring group, CMBS group , and UW group
KBC Bank NV (Belgium) – buying Vertical Lend
Kensington Mortgages (UK) – temporarily withdrawing from the mortgage market
Kensington Mortgages (UK) – cut 20 percent of staff
Keycorp – exited subprime mortgage business, layoffs
Kirkwood Financial Corp. – suspended wholesale originations
KKR Financial Holdings –no longer intends to invest in residential real estate
Lancaster Mortgage Bankers – closed
LandAmerica Financial Group Inc. – will cut 1,100 jobs (title company)
Landesbank Sachsen Girozentrale (Germany) – sold to Landesbank Baden-Württemberg
Lehman Brothers cut 850 jobs
Lender’s Direct Capital Corporation – closed wholesale lending operations
Lending group Inc. – suspended operations
Lending Tree – 20% of workforce laid off (fresh ones on Aug. 17)
Lennar Corp. – over 4,000 layoffs at big Miami home builder
Lexington Lending halts wholesale operations
Levitt and Sons LLC (homebuilder) – laid off a third of staff
Levitt and Sons LLC (homebuilder) – filed for Ch. 11 bankruptcy
Liberty American Mortgage – halted wholesale lending
LIME Financial Services, Ltd – sold to Credit Suisse, downsized from 450 to 225
Loancity – closed 7 branches, shut down
Loans 123 – no longer taking anymore business
Lone Star – facing lawsuit over purchase of Accredited Home Lenders
Long Beach Mortgage Co. (WAMU) – winding down operations
Long Mortgage – lost financing, parent First Magnus trying to dissolve unit
LowerMyPayment.com – closed, mortgage lead company
Lownhome Financial – closed
Luminent– layoffs, two default notices, selling equity stake to Arco Capital Corp.
Mandalay Mortgage – closed
Maribella Mortgage – closed
Market Street Mortgage – layoffs
Market Street Mortgage – to be broken up and sold in pieces, 53 layoffs
Marlin Mortgage Company, LLC – shut it doors
Master Financial – layoffs, ceased wholesale production
Mercantile Mortgage – ceased operations
Meridias Capital – layoffs, rumors of employees not being paid
Meritage Mortgage – closed, staff employed by LIME Financial
Merrill Lynch – bought First Franklin
Merrlin Mortgage Corp. – acquired by Heartland Mortgage Co.
Metrocities Mortgage – dissolved No Red Tape Mortgage, layoffs, latest on Sep. 14, 07
MCAP Financial (Canada) – suspended subprime lending through its Eclipse division
MGIC – bought rival mortgage insurance provider Radian Group (pending)
Miami Valley Bank – shut down by the FDIC
Morgan Stanley – to lay off 300 employees in securities division
MortgageIT – layoffs and branch closure
Mortgage Investors Group (MIG) – closed wholesale division
Mortgage Investment Lending Associates (MILA) – subprime wholesale closed
Millenium Bankshares – closed mortgage division
Millenium Funding Group – closed
MLSG – halted lending operation
Monarch Bank – buying mortgage-related assets from Resource Bank
Morgan Stanley – bought Saxon Mortgage
Morgan Stanley cuts 600 mortgage jobs
Mortgage Investment Lending Associates – closed
MortgageIT – consolidated with DB Home Lending, rumored to be offering agency loans only
Mortgage Network Inc. – acquired Partners Group Unlimited
Mortgage Next (UK) – layoffs
Mortgage Lenders Network – stopped residential loan production
MortgageTree Lending – closed, website down
Mylor Financial – closed
National City – exits correspondent lending business
National City – laid off 1,300, National City branch closures and layoffs
National Home Equity – consolidated by National City Corp., suspended originations, layoffs
Nationpoint – a subsidiary of Merill Lynch laid off 60 people on August 15, 2007, 70 more in Nov.
Nation One Mortgage Co. Inc. – wholesale lender stopped origination and funding of mortgages
Nationstar – acquired Champion Mortgage, closed multiple offices, incl. Denver office Sept. 10
Nationstar – halts wholesale lending
NetBank – shut down by FDIC due to excessive mortgage defaults
Netbank Funding – closed
New England Merchants Corp. – receives cease and desist order
New Century – filed bankruptcy
New Equity Mortgage – merged with Advent Mortgage
New State Mortgage Company – ceased wholesale lending operations
Nomura Securities – closed its nonconforming mortgage conduit and laid off staff
Nomura Holdings – to shut mortgage-backed securities business, 1300 job cuts
Norddeutsche Landesbank – made offer for Deutsche Hypothekenbank AG
No Red Tape Mortgage – dissolved by Metrocities, now offering hard money and bridge loans
Northern Rock (UK) – seeks Bank of England bailout, issued profit warning
Novastar – closed wholesale unit, facing potentially huge lawsuit, laying off 37% of workforce
Novastar – cutting 275 jobs, closing 12 retail origination offices
Novastar – job cuts expected from sale of servicing unit
Novelle Financial – said to have ceased operations
NVR Mortgage Finance (builder) – restricted from offering Alt-A, subprime and piggyback loans
Oakmont Mortgage – closed
Oak Street Mortgage – closed, files bankruptcy
Opteum – closed conduit and wholesale operations
Optima Funding – reported to have ceased operations
Option One – shut down
Option One – buyout in jeopardy
Option One – layoffs, pending sale to Cerberus Capital Management LP
Option One – cut 50 jobs in Bay Area
Own It Mortgage – closed
Oxford Funding – acquiring Huntington Financial
Pacific American Mortgage (PAMCO) – no new submissions, halted operations
Paragon Home Lending – said to be shut down
Paragon Mortgages (UK) – laid off 62 Mortgage Trust staff
Partners Group Unlimited – bought out by Mortgage Network Inc.
Paul Financial – suspends loan origination
Paul Financial LLC – cut 57 jobs
People’s Choice Financial Corp. – bankrupt
People’s Mortgage – closed
PHH Mortgage – laid off 140 in Providence, 300 more from NJ and FL offices
Pinnacle Direct Funding Corp – merged with Tri-Star Lending
Pinnacle Financial Corp. – acquired by Impac Mortgage Holdings
Popular Financial Holdings – exited the wholesale sub-prime mortgage market
Portellus, Inc. (software) – winding down mortgage division, selling mortgage assets
Premier Mortgage Funding, Inc – filed for bankruptcy
Premium Funding Corp. – closed
Principal Mortgage Fund, Inc. – to buy Fair Home Lending Financial, Inc.
Priority Funding Mortgage Bankers – believed to have ceased operations
Property Finance Group (New Zealand) – halted trading amid liquidity concerns
Prospect Mortgage Co. LLC – buying Fidelity Trust Mortgage Inc.
Pulte Homes – 2,000 layoffs
Quality Home Loans – filed for bankruptcy, sold to hedge fund manager Michael Klein
Quick Loan Funding – layoffs, now reported closed
Quicken Loans Inc. – suspended new hiring
QuoteMeARate.com Inc. – closed
QHL Holdings Fund Ten LLC – filed for bankruptcy
RAMS Home Loans (Australia) – warned of profit losses after only two weeks on stock market
Regions Financial Corp. – closed warehouse lending unit
ResCap – bankruptcy fears
ResCap – layoffs
Residential Capital LLC – cutting roughly 1,000 jobs (GMAC company)
ResMae Mortgage Corp. – layoffs, bankrupt/for sale, closing Dallas facility
ResMae Mortgage Corp. – halted loan submission, cut over 150 jobs
Resource Bank – selling mortgage-related assets to Monarch Bank
Right Away Mortgage – closed
RFC – layoffs
Rose Mortgage Corp. – closed
Santa Cruz Mortgage – suspended operations indefinitely
Saxon – layoffs, closed correspondent unit
SCME – ceases wholesale operations
SCME Mortgage Bankers Inc. – layoffs, branch closures
Scottish RE – large subprime exposure drops stock into dangerzone
Sea Breeze Financial Services, Inc. – Irvine, CA lender apparently closed
Sebring Capital Partners – closed
Secured Bankers Mortgage Company – halted operations
Secured Funding – closed
Shearson Financial Network – to acquire Dollar Mortgage Corp. (fell through)
Sierra Pacific Mortgage – closed several branches
Silver State Mortgage – closed
Solent Mortgage Services – layoffs expected
Solutions Funding – closed
Southern Star Mortgage – cut wholesale lending

Southern Star Mortgage – halts loan origination
Southstar Funding – closed
Sovereign Bancorp – greatly reduced wholesale operations
Spectrum Financial Group – files bankruptcy
Starpointe Mortgage – closed
Steward Financial – closed
Stone Creek Funding – closed
SouthStar Funding – closed
Summit Financial Group Inc. – closed residential mortgage unit
Summit Mortgage Co. – to close
Sunset Direct Lending – closed
The Lending Connection – believed to have laid off staff and ceased operations
The Money Store – will take over Amstar Mortgage branches
The Mortgage Store Financial Inc. – rumored to have ceased lending, laid off most of staff
The Mortgage Warehouse – closed
Thornburg Mortgage – 5 downgrades, selling assets, denied BK, facing Wachovia lawsuit
TransLand Financial Services – facing involuntary Ch. 11 bankruptcy petition, layoffs
Transnational Financial Network – suspended wholesale lending operations
Tri-Star Lending Group – acquired by Impac Mortgage Holdings
Trojan Lending – ceased wholesale production
Trump Mortgage – closed
UBS Home Finance – stops wholesale lending
United Equity LLC (Baltimore) – shut down
Universal American Mortgage Co. – shut down its processing center, 57 layoffs
Unlimited Loan Resources – closed
Upland Mortgage – filed Chapter 11 bankruptcy
USA Federal Credit Union – layoffs
Valley Vista Mortgage – shut down all operations
Velocity Commercial Capital, LLC – layoffs reported
Vertex – to cut 55 jobs related to DB Mortgages account (Deutsche Bank UK)
Vertice (Wachovia unit) – undisclosed number of job cuts in third quarter of 2007

Vertice (wholesale mortgage unit of Wachovia) – cutting 40 more jobs
Victoria Mortgage Funding – closed (UK subprime lender)
Virtual Bank Mortgage – now Lydian Mortgage
Vision Development Group of Broward County LLC (condo developer) – Ch. 11 bankruptcy
Wachovia – closed Equibanc, 115 layoffs in bay area
Wachovia Corp. – to cut 200 positions in corporate and investment banking unit
Warehouse USA – closed

Washington Mutual – layoffs, halting subprime lending
Washington Mutual – laying off 50 in Capital Markets
Washington Mutual – cuts Commercial Correspondent/Wholesale Lending
Washington Mutual – layoffs, exited warehouse/correspondent market
Washington Mutual – layoffs as high as 1,000, closing 3 fulfillment centers
Washtenaw Mortgage Company – closed
WCI Communities – cut 575 jobs
Webster Bank – to cease wholesale lending effective Nov. 30th
Wells Fargo Alternative Lending Wholesale – closed, layoffs nationwide
Wells Fargo Home And Consumer Finance Group – layoffs
Wells Fargo – layoffs in home equity division
WestWorks Mortgage – closed
Winstar Mortgage – ceased operations
WMC – GE’s subprime unit cut 460 jobs, reported closed and for sale
WMC Mortgage – layoffs
WNS (India outsourcing) – redeploying employees due to mortgage shakeup
World Savings – sold to Wachovia
WSB Financial Group Inc. – cutting 33 mortgage jobs
XBancorp – closed wholesale
Xceed Mortgage Corp. (Canada) – issued profit warning, halted dividend

...


From: "List of Mortgage Closures, Mergers and Layoffs" (List last updated on December 19, 2007)
Source: http://www.thetruthaboutmortgage.com/a-list-of-recent-mortgage-closures-mergers-and-layoffs/


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[Hilmar Kopper erlangte bittere Berühmtheit... (Notiz, BRD, Schneider)]
« Reply #90 on: Dezember 22, 2007, 12:56:41 nachm. »
Quote
[...] Utz Jürgen Schneider (* 30. April 1934 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Immobilienunternehmer, der nach einer aufsehenerregenden Milliardenpleite im Jahre 1994 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Zuvor hatte er sich vor allem durch die aufwändige Sanierung historischer Immobilien in Frankfurt, München, Leipzig und Berlin einen Namen gemacht.

...


http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schneider (12/2007)

-.-

Quote
[...] Hilmar Kopper (* 13. März 1935 in Oslanin, Kreis Putzig, Westpreußen) ist ein deutscher Bankmanager.

[...] Kopper wurde als zweites von vier Kindern eines Landwirts in Westpreußen geboren. Er begann seine Karriere 1954 bei der Deutschen Bank AG als Lehrling und blieb diesem Institut sein ganzes Berufsleben über treu. 1960 wurde er Leiter der Filiale Leverkusen, 1977 Mitglied des Vorstands. Nach der Ermordung Alfred Herrhausens 1989 wurde Kopper zum Sprecher des Vorstands bestellt. Sein Nachfolger im Amt wurde 1997 Rolf-E. Breuer.

Im Winter 2003 hat Kopper in dem Theaterstück „Kölner Devisen“, das im ehemaligen Straßenbahndepot in Frankfurt-Bockenheim aufgeführt wurde, mitgewirkt. Das Stück ist die theatralische Umsetzung der Vorgänge um den Zusammenbruch der Kölner Privatbank Herstatt in den siebziger Jahren.

Kopper ist in zweiter Ehe seit 2003 mit Brigitte Seebacher-Brandt, der Witwe von Willy Brandt, verheiratet.

Kopper ist Mitglied im Steering Comitee der Bilderberg-Konferenzen.

[...] Hilmar Kopper bezeichnete 1994 auf einer Pressekonferenz die den von Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider engagierten Handwerkern entstandene Schadenssumme in Höhe von ca. 50 Millionen DM als Peanuts.


http://de.wikipedia.org/wiki/Hilmar_Kopper (12/2007)

-.-

Quote
[...] Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle private Treffen von einflussreichen Personen aus Politik, Wirtschaft, Militär, Gewerkschaften, Medien und Hochschulen. Die meisten Teilnehmer kommen aus NATO-Staaten, seit 1989 nehmen zunehmend Personen aus anderen Staaten an den Konferenzen teil.

Die Konferenz wurde zum ersten Mal im Mai 1954 im Hotel de Bilderberg in Oosterbeek (Niederlande) veranstaltet. Bei der „Bilderberg-Gruppe” handelt es sich um keine formelle Organisation, es existieren weder Mitgliedschaft, Gründungsvertrag noch ein gewählter Vorsitz.

[...] Die Auslagen für die Durchführung der Bilderberg-Konferenzen werden vollständig durch Spenden gedeckt, wenngleich die erste Konferenz indirekt durch den US-Geheimdienst CIA finanziert wurde; die Auslagen setzen sich zusammen aus den Kosten für das Sekretariat sowie die Druckkosten für die nicht-öffentlichen Protokolle der einzelnen Konferenzen. Die Kosten für die jeweilige Bilderberg-Konferenz werden vom gastgebenden Land getragen, die Anreise von jedem Teilnehmer selbst, ebenso die Verpflegung. Private Stiftungen, welche der Gruppe zur Verfügung gestellt werden, erleichtern die jährlichen Planungen erheblich (Allein die Hotelkosten für die 3-tägige Konferenz in Wiesbaden 1966, beliefen sich auf 150.000.- DM). Allerdings haben sich etliche bundesdeutsche Politiker die ihnen entstandenen Kosten über ihr Landes- bzw. das Bundes-Parlament finanzieren lassen, in einigen Fällen wurden auch Studienreisen inoffiziell angeschlossen und über Steuergelder abgerechnet.

[...] Die strenge Geheimhaltung der Gesprächsthemen der Konferenzen lieferte häufig Stoff für Verschwörungstheorien. So behauptet der amerikanische Verschwörungstheoretiker Des Griffin in seinem Buch Die Herrscher – Luzifers fünfte Kolonne, die Bilderberger strebten eine „Weltdiktatur” im Sinne einer Neuen Weltordnung an und würden ihre diesbezüglichen Pläne „erbarmungslos weiterentwickeln”[3]. Der deutsche Autor Andreas von Retyi spekuliert darüber, ob sie nicht hinter den Morden an Alfred Herrhausen und Olof Palme stecken würden, die sich angeblich gegen sie gestellt hätten. Für die rechtskonservative amerikanische Zeitschrift The Spectator war im Mai 1993 die Tatsache, dass von den Treffen der Bilderberger trotz der hohen Prominenz der Teilnehmer nichts veröffentlicht wird, bereits Anlass genug, über ihre Macht auch über die Medien zu spekulieren: „Die Bilderberger sind zu mächtig und zu allgegenwärtig, als dass man öffentlich über sie berichten könnte”.[4] Der belgische Soziologe Geoffrey Geuens von der Université de Liège widmete den Bilderbergern ebenfalls ein Kapitel in einem seiner Bücher. Obwohl Geuens die zwanghafte Geheimhaltung der Bilderberger missbilligt, schließt er sich keinen Verschwörungstheorien an. Er benutzt das Beispiel der Bilderberger, um aufzuzeigen, wie Macht funktioniert und welche engen Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und den Medien bestehen.[2] Ron Paul, Kandidat der US-Präsidentschaftswahl 2008, äußerte im Juni 2007 unter anderem gegenüber Alex Jones den Wunsch, dass die Teilnahme an der Konferenz in Istanbul von Gouverneur Rick Perry wegen einer möglichen Verletzung des Logan Acts untersucht werden möge. Dadurch, dass Perry keine Autorisierung zum Beiwohnen eines Bilderbergtreffens durch den US-Kongress, der Regierung oder des amerikanischen Volkes erhalten habe, sehe er Anzeichen dafür, dass Perry in eine internationale Verschwörung verwickelt sei.


Aus: "Bilderberg-Konferenz" (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz



-.-

Quote
[...] Er wirkte seriös und verlässlich - und war ein beispielloser Betrüger: Jürgen Schneider richtete mit frisierten Immobiliengeschäften einen Milliardenschaden an. Vor zehn Jahren wurde der Baulöwe in einem spektakulären Prozess verurteilt.

[...] Als seine Betrügereien im Frühjahr 1994 durch einen Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ruchbar wurden, setzte sich Schneider gemeinsam mit seiner Ehefrau in die USA ab. Er musste damit rechnen, dass nun all die absurden Verträge überprüft würden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er längst den Überblick über sein Imperium verloren. In einem Brief an die Deutsche Bank warnte er noch vor seiner drohenden Zahlungsunfähigkeit - und überwies sich vor seiner Flucht selbst noch rasch 245 Millionen Mark auf ein Schweizer Konto.

Erst im Mai 1995 spürten Ermittler ihn in Miami auf. Die Fotos des zerzausten alten Mannes mit sonnengegerbter Haut gingen um die Welt. Im Februar 1996 wurde Schneider nach Deutschland ausgeliefert und kam in Untersuchungshaft.

Was folgte, war ein langes Leiden - vor allem für die deutsche Bankenszene. Im wohl spektakulärsten Wirtschaftsprozess der Bundesrepublik vor dem Frankfurter Landgericht wurde zwar in erster Linie Schneider angeklagt, namentlich wegen Betrugs, Kreditbetrugs und Urkundenfälschung. Doch vor den Augen der Republik stand auch die Sorglosigkeit, ja Unfähigkeit mancher deutscher Finanzinstitute am Pranger. Mehr als 50 Zeugen sagten in dem Mammutverfahren aus. Schneider legte ein Teilgeständnis ab und verwies auf die Mitverantwortung der Banken. Dann schwieg er mehrere Tage lang und trieb Richter Heinrich Gehrke so zur Weißglut. Vor zehn Jahren, am 23. Dezember 1997, fällten die Richter ihr Urteil und verdonnerten den Pleitier zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis. Kritikern zufolge war das noch ein zu mildes Urteil angesichts des Milliardenschadens, den Schneider angerichtet hatte.

Schneider hatte das Geld in Prachtbauten und historische Immobilien in innerstädtischen Bestlagen sowie in aufwändige Sanierungen investiert. Darunter waren bundesweit bekannte Bauten: Die Hackeschen Höfe und das Kurfürsteneck in Berlin, der Frankfurter Fürstenhof und die Zeilgalerie sowie die Mädler-Passage und der Barthels Hof in Leipzig erstrahlten in neuem Glanz.

Das Problem war nur: All diese Gebäude waren nur drei Milliarden Mark wert und brachten viel weniger Miete ein als Schneider den Banken zugesichert hatte. Um seine defizitären Bauten zu finanzieren und neue Kredite zu bekommen, startete der Baulöwe immer neue Projekte. Am Ende gehörten Schneider 168 Objekte, er war Deutschlands größter privater Immobilienbesitzer - und zugleich größter Darlehensnehmer. Die erhofften Rekordgewinne blieben jedoch aus.

Schneider gab sich während des Prozesses und auch danach davon überzeugt, er habe das Bild vieler deutscher Städte durch einmalige Bauten geprägt. Doch ein Teil des Geldes, das ihm die Banken gaben, verschwand in seiner Tasche. "Ich bin kein Unschuldslamm und habe viele Fehler gemacht, die ich heute bereue", sagte er während seiner Untersuchungshaft. Aber er deutete damit an: Auch andere haben sich zu verantworten - allen voran die Banken.

"Wo hat es so etwas in Deutschland schon einmal gegeben, dass ein einzelner Privatmann, der praktisch aus dem Nichts auftauchte, binnen einer kurzen Zeitspanne zu einem der größten Häuserbauer und -besitzer aufsteigt, mit einem attestierten Nettovermögen von fast 5000 Millionen Mark, finanziert von einem halben Hundert deutscher Banken?", schrieb Richter Gehrke in die Urteilsbegründung. "Und der dann, nach dem unvermeidlichen Crash, bei Nacht und Nebel mit 245 Millionen flieht, ein Firmendesaster hinterlässt - und natürlich eine eindrucksvolle Phalanx der namhaftesten deutschen Geldinstitute, die wie begossene Pudel dastehen und sich krampfhaft, zum Teil unter Benutzung zweifelhafter Wortspiele, für ihre Gutgläubigkeit und ihr Versagen zu rechtfertigen suchen."

Nach Ansicht des Frankfurter Landgerichts trugen auch die Banken eine Mitschuld an der milliardenschweren Pleite. Die Bankiers handelten sorglos, fahrlässig, vielleicht auch dumm: Sie übernahmen blind die in Schneiders Kreditanträgen angegebenen Zahlen und gaben ihm Geld, darunter die NordLB, die BHF Bank oder die Deutsche Bau- und Bodenbank. Alle bemühten sich um den Kunden Schneider, wollten ihn keinesfalls der Konkurrenz überlassen und liehen ihm insgesamt Milliardensummen, die er nie wieder zurückzahlen konnte.

[...]

Größter Geldgeber Schneiders war die Deutsche Bank. Ihr damaliger Chef Hilmar Kopper erlangte bittere Berühmtheit, als er unbezahlte Handwerkerrechnungen aus Schneiders Geschäften in Höhe von 50 Millionen Mark als "Peanuts" abtat - die Bank erlitt einen erheblichen Imageschaden, "Peanuts" wurde zum Unwort des Jahres 1994 gewählt. Für viele Handwerker wurde aus der Schneider-Affäre ein existentielles Problem: Sie blieben auf ihren finanziellen Schäden sitzen. "Dass ich die Handwerker zu hart behandelt habe, tut mir heute noch leid", sagte Schneider in einer Vernehmung.

Er verließ das Gericht als Freigänger. Im Dezember 1999 hat er seine Strafe verbüßt. Heute lebt Schneider, inzwischen 73 Jahre alt, mit seiner Frau in München. Das schlechte Gewissen plagt ihn offenbar: Die Erlöse aus seinen inzwischen drei Büchern fließen in einen Hilfsfonds für jene Handwerker, die er einst geschädigt hat.


Aus: "Der Gauner mit der weißen Weste" Von Hasnain Kazim (2007)
Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1049/der_gauner_mit_der_weissen_weste.html


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[manipulierten Mitarbeiter der Bank kontinuierlich... (Notiz, WestLB)]
« Reply #91 on: Dezember 29, 2007, 01:09:55 nachm. »
Quote
[...] Die WestLB AG ist eine international tätige Geschäftsbank mit Sitz in Düsseldorf und Münster. Mit einer Bilanzsumme von 285 Mrd. Euro (2006) ist sie die neuntgrößte deutsche Bank

[...] Ein riesiger Neubau in London mit integrierten Fitnesscenter für die Investmentbanker waren äußerliche Höhepunkte der Internationalisierung. Nach riskanten Geschäften des Bereichs Principal Finance in London unter Robin Saunders ergab sich ein Bilanzverlust der Bank von 482,6 Millionen Euro. In der Folge des Bekanntwerdens der Probleme in den Jahren 2002 und 2003 traten zuerst der zuständige Arbeitsdirektor Andreas Seibert und kurze Zeit später auch der Vorstandsvorsitzende Jürgen Sengera und dessen Nachfolger Johannes Ringel von ihren Ämtern zurück. Die WestLB geriet insbesondere auch durch das schleppende Eingeständnis der Probleme in eine tiefe Krise. Als Konsequenz aus den gescheiterten Plänen einer internationalen Investmentbank wurden die risikoreichen Kreditengagements zurückgefahren und der Fokus zurück auf NRW als zentraler Dienstleister der Sparkassen zurückgefahren. Dabei wurden auch aufgrund der fehlenden kritischen Masse Teile des Investmentbankings aufgegeben und WestLB Panmure an Lazard verkauft. Durch die öffentlich-rechtlichen Eigentumsverhältnisse der Bank wurde die Schieflage auch in der Landespolitik aufgearbeitet.

Zum 1. August 2002 wurde die WestLB in die Landesbank NRW (heute: NRW.BANK) und in die WestLB AG aufgespalten. Die NRW.BANK betreibt als Anstalt des öffentlichen Rechts das so genannte „öffentliche Auftragsgeschäft“ für das Land Nordrhein-Westfalen (zum Beispiel Vergabe von Förderkrediten). Die WestLB AG betreibt in der Rechtsform der Aktiengesellschaft das sogenannte Wettbewerbsgeschäft als Geschäftsbank und als Zentralbank der rheinischen und der westfälischen Sparkassen.


Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/WestLB (12/2007)

-.-

Quote
[...] Hamburg - Im Vorfeld der Verluste im Eigenhandel der WestLB, die sich im vergangenen Jahr auf über 600 Millionen Euro beliefen, manipulierten Mitarbeiter der Bank kontinuierlich die Kurse von VW-Vorzugs- und Stammaktien. Das geht aus mehreren Prüfberichten hervor, die der Bank - aber auch der Staatsanwaltschaft - inzwischen vorliegen.


Aus: "Verdacht der Manipulation im WestLB-Eigenhandel erhärtet" ( 29. Dezember 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,525802,00.html


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[Société Générale, abgekürzt SG... (Notiz, République française)]
« Reply #92 on: Januar 26, 2008, 01:40:05 nachm. »
Quote
[...] Société Générale, abgekürzt SG, ist eine der wichtigsten Geschäftsbanken Frankreichs und gehört zusammen mit dem Crédit Lyonnais und der BNP Paribas zu den drei ältesten Geschäftsbanken („les trois vieilles“). Ihr ursprünglicher Name lautet Société Générale pour favoriser le développement du commerce et de l’industrie en France (= Allgemeine Gesellschaft zur Förderung der Entwicklung des Handels und der Industrie in Frankreich).

[...] Wie die Société Générale am 24. Januar 2008 in einer Pressemitteilung bekannt gab, erwirtschaftete die Bank in den vorangegangenen Tagen einen Eigenhandelsverlust in Höhe von rund 4,9 Milliarden Euro. Dafür verantwortlich sei der 31-jährige Angestellte Jérôme Kerviel, dessen eigentliche Aufgabe darin bestand, kleinere Geschäfte auf europäische Aktienindizes mit Futures abzusichern.[1]

Darüber hinaus muss die Société Générale aufgrund der US-Immobilienkrise noch Abschreibungen von 2,05 Mrd. Euro im vierten Quartal 2007 vornehmen. Die Verluste sollen über eine Kapitalerhöhung von 5,5 Milliarden Euro ausgeglichen werden. Die Bank geht von einem Nettogewinn 2007 zwischen 600 und 800 Millionen Euro aus.[2]

...



Aus: "Société Générale" (01/2008)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Soci%C3%A9t%C3%A9_G%C3%A9n%C3%A9rale

-.-

Quote
[...] Die Großbank Société Générale hatte am vergangenen Donnerstag durch die riskanten Finanzoperationen Kerviels einen außerordentlichen Verlust von 4,9 Milliarden Euro bekanntgeben müssen.

Auf der Suche nach verwertbaren Unterlagen zur Aufklärung des Falles hat die französische Polizei die Wohnung von Kerviel durchsucht und offenbar etliche Dokumente beschlagnahmt. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass das Schloss der Wohnung im Pariser Nobel-Vorort Neuilly aufgebrochen wurde. Augenzeugen sagten, dass mehrere Polizisten in die Wohnung eindrangen und sie am Abend mit Koffern verließen. Die Ermittler nahmen auch die Hauptverwaltung der Société Générale unter die Lupe.

...


Aus: "DESASTER BEI SOCIÉTÉ GÉNÉRALE: Milliarden-Zocker Kerviel soll auf Dax gewettet haben" (26. Januar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,531178,00.html


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[Sachverhalt "lückenlos aufgearbeitet"... (Notiz, Siemens)]
« Reply #93 on: Januar 26, 2008, 02:05:57 nachm. »
Quote
[...] In der Siemens-Schmiergeldaffäre sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vom Konzern eingeschaltete Ermittler in einem weiteren Geschäftsfeld auf ein rätselhaftes Finanzsystem gestoßen. Hinweisen an den Aufsichtsrat zufolge könnten im Unternehmensbereich Medizintechnik gut 140 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, berichtet die Zeitung. Aufsichtsräte sprächen von möglicherweise ernsten Problemen im profitabelsten Geschäftsfeld, dessen Jahresumsatz etwa zehn Milliarden Euro betrage. Die US-Kanzlei Debevoise untersuche, ob es in dieser Sparte ähnliche Strukturen wie im Bereich Telekommunikation gegeben habe.

Wie das Handelsblatt berichtet, könne Thomas Stinnesbeck, ehemaliger Vertriebsleiter der Siemens-Tochter Siemens Audiologische Technik (SAT), belegen, dass er bereits im Juni 2004 den Medizintechnik-Spartenvorstand Erich Reinhardt und den damaligen Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer schriftlich über "Schwarzgeldgeschäfte" unterrichtet habe. Laut Siemens handle es sich bei den fraglichen Zahlungen jedoch nicht um "Schwarzgeld", sondern um die Vergütung regulär erzielter Rabatte. Eine interne Revision habe den Sachverhalt "lückenlos aufgearbeitet", zitiert das Handelsblatt einen Siemens-Sprecher. (jk/c't)

Quote
24. Januar 2008 3:35
An die Dämlichen: Haltet die Klappe !
Mario Schmid, Mario Schmid (767 Beiträge seit 21.10.01)

Siemens benötigt wie jeder andere westliche Konzern ein probates
Finanzsystem für Sonderausgaben (Schmiergeld) um überhaupt eine
realistische Chance auf Aufträge zu haben !

Und genau davon hängen EURE Arbeitsplätze, und über die Steuern und
finanzierte Infrastruktur auch EURE Lebensqualität ab. Selbst das
Geld für die Sozialhilfeempfänger muß ja irgendwann irgendwo einmal
verdient werden.

Ob das schön ist und so sein sollte ist eine reine Luxusdiskussion,
zuvorderst muß man sich ersteinmal in der Realität beweisen. Und
genau das tun Siemens und Co.
In Afrika und Südamerika oder dem Nahen Osten bekommt man nun einfach
mal keine Milliardenaufträge, wenn die Konkurrenz aus Europa, USA und
Asien ähnlich gute Produkte liefert und ganz bestimmt auch kräftig
die Schmiergeldschubkarren belädt.
Solange das UNSEREN Unternehmen, also UNSEREN Gehalts/Steuerzahlern
und Wohlstandserkämpfern zugute kommt hat es OK zu sein.
Dort draußen herrscht schließlich Krieg, wenn auch nicht immer Bomben
fliegen.

Ich bin diesem selbstschädigendem Gutmenschengeseier einfach mal
überdrüssig.
Und jetzt macht den Beitrag ruhig rot ihr Typen mit dem Horizont
eines Klohäuschenbenutzers.



Quote
24. Januar 2008 8:17
An alle "Schmiergeld ist doch normal"-Brüller:
IEEE802.1q (mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.02)


Zitat aus dem Spiegel Online Artikel

"Dabei seien Händlern von Siemens-Hörgeräten zunächst Rabatte
gestrichen worden. Dann wurden in Höhe dieser Rabatte Flugtickets
beim Reisedienst Med Travel gekauft. Diese Flugtickets wurden aber
nicht genutzt, sondern sofort gegen Bargeld getauscht."

So , und jetzt guck mal auf deine Gehaltsabrechnung wieviel Du und
dein Arbeitgeber jeden Monat in das Gesundheitssystem zahlen ...


Quote
24. Januar 2008 0:40
Warten wir mal ab...
Weihnachtshase (594 Beiträge seit 26.03.05)

..wie lückenlos lückenlos wirklich ist. Ich fordere auf jeden Fall
Kochsche brutalstmögliche Aufklärung. Mindestens!



Aus: "Siemens-Ermittler stoßen erneut auf dubioses Finanzsystem" (24.01.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/102338


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[Scheinrechnungen für EDV-Dienstleistungen... ]
« Reply #94 on: Januar 30, 2008, 01:01:12 nachm. »
Quote
[...] Das Stuttgarter Landegericht hat einen früheren Daimler-Manager wegen millionenschwerer Untreue zu fünfeinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Nach Darstellung der Anklage hatte der ehemalige Controller jahrelang Scheinrechnungen für EDV-Dienstleistungen angewiesen, obwohl die Leistungen nicht erbracht worden waren. Dem damaligen DaimlerChrysler-Konzern sei durch die Machenschaften des 42-jährigen Computerspezialisten ein Schaden von mehr als 22 Millionen Euro entstanden.

Damit entsprach das Gericht der Strafforderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte gebeten, die 26-monatige Untersuchungshaft des Verurteilten zu berücksichtigen und die Haftstrafe daher niedriger anzusetzen. Die Ermittler waren den dubiosen Geschäften während einer Steuerprüfung bei einer Firma des früheren Daimler-Managers auf die Spur gekommen.

Die illegalen Machenschaften spielten sich den Ermittlungen zufolge von November 2000 bis November 2005 ab. Der internen Revision des Autobauers waren die Betrügereien nicht aufgefallen. Der 42 Jahre alte Manager hatte in dem Verfahren vor dem Landgericht ein Geständnis abgelegt. Ein Großteil des ergaunerten Geldes wurde sichergestellt und soll an Daimler zurückfließen. Dem Mann wurde neben besonders schwerer Untreue auch noch Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung zur Last gelegt.


Aus: "Millionenbetrüger: Ex-Manager von Daimler muss ins Gefängnis" (30. Januar 2008)
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article1613112/Ex-Manager_von_Daimler_muss_ins_Gefaengnis.html


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[Siegelbruch... (Notiz, Eon)]
« Reply #95 on: Januar 31, 2008, 10:13:07 vorm. »
Quote
[...] Die EU-Kommission warf Eon am Mittwoch vor, nach einer Durchsuchung von Geschäftsräumen des Konzerns im Mai 2006 sei ein von den Ermittlern angebrachtes Siegel aufgebrochen worden.

In dem versiegelten Raum hätten sich Unterlagen zu mutmaßlichen Wettbewerbsverstößen auf den deutschen Energiemärkten befunden, hieß es.

[...] Eon lieferte laut Kommission verschiedene Erklärungen für die Beschädigung des Siegels. "Keine der angegebenen Erklärungen erwies sich als stichhaltig", betonte die Kommission.

...

Quote

30.01.2008 14:39:39

Diaula: Putzfrau oder E.on Mitarbeiter ....

.... beides denkbar.

Nur: man müsste halt schon den BEWEIS führen, bevor man jemand aufs Schafott führt.
Eine Tat muss nicht nur "logisch" sein, sondern auch bewiesen werden können.
Unser gesamtes Rechts-System beruht auf diesem Grundsatz.


Quote

30.01.2008 14:14:19

HH07: Kein Willkür! Sondern Fakt!

Wer schon einmal gesehen hat wie ein amtliches Siegel angebracht ist, dem ist klar, dass ein ordnungsgemäß angebrachtes Siegel nicht durch eine Putzfrau versehentlich zerstört werden kann. So etwas muss bewusst und gewollt geschehen. Nur durch Siegelbruch kommt man an die verräterischen Akten und sonstigen Unterlagen wieder heran. Wer bitte, außer den Beschäftigten von Eon, hatte Zugang zum Raum oder Interesse am Rauminhalt? Die großen Unbekannten? Nein! Das Bußgeld ist vielleicht sogar noch zu niedrig für diesen Konzern!


Quote

30.01.2008 14:13:53

Kain E. Ahnung: @ Diaula

...oder jemand hat sein Pausenbrot im Raum vergessen und es nur herausgeholt.

Sicher, sicher!





Aus: "Eon: 38 Millionen Euro Strafe für Siegelbruch" (30.01.2008)
http://www.sueddeutsche.de/,tt1m1/wirtschaft/artikel/636/155231/


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[Potentatengeld... (Global, Kapitalflucht, Korruptionsgelder)]
« Reply #96 on: Februar 04, 2008, 10:49:24 vorm. »
Quote
[...]  The United Nations Convention against Corruption, ratified by 107 nations, came into force three years ago and requires members to make corruption a criminal offence, as well as binding them to cooperate with each other over graft and to return stolen assets.

"Stolen assets rot quickly in idle bank accounts, rusty yachts, decaying real estate and devalued securities," Costa said in an earlier speech at the opening of the conference.

Huguette Labelle, chairwoman of Transparency International, said in an interview on Monday she was worried about the failure of some global financial centres -- such as Liechtenstein, Singapore and Switzerland -- to ratify the anti-graft convention.

Anton Thalmann, Swiss deputy state secretary, said his nation had returned $1.6 billion over 20 years to nations of origin and that "Swiss banking secrecy laws do not protect crooks".

"If you want to have an efficient sustainable financial centre you have to keep it clean," said Thalmann, adding separately to Reuters that Switzerland was expected to sign up soon to the convention.

Bribes received by public officials from less developed countries are put at $20 billion to $40 billion per year, or between 20 to 40 percent of official development assistance.

Robert Klitgaard, a corruption expert at Claremont Graduate University in Los Angeles, told a lecture at the conference that it was key to make an example of some high-profile corruptors.

"If a few big fish are fried and they see that" it sends a powerful signal, he said.


From: "UN graft meeting seeks new ways to chase the money" By Ed Davies (29 Jan 2008)
Source: http://africa.reuters.com/top/news/usnBAN939620.html

-.-

Quote
[Ein Potentat] ... ist das Oberhaupt eines Stammes, Volkes, Reiches oder Landes. Im europäischen Raum wurden Herrscher beispielsweise Monarch, Zar, Kaiser, König, Herzog, Graf/Markgraf oder Fürst genannt.

Das Wort Regent wird meist für einen Herrscher gebraucht, der die Regierungsgewalt stellvertretend für einen anderen, als legitimen anerkannten Herrscher ausübt, der daran (z.B. durch Krankheit oder durch sein jugendliches Alter) gehindert ist.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Potentat (02/2008)


-.-

Quote
[...]  Insbesondere die USA, Großbritannien und die Schweiz haben mittlerweile einige Erfahrung mit der Rückgabe von Korruptionsgeldern gemacht. Auf Bali hob die US-Delegation laut einem indonesischem Zeitungsbericht hervor, dass sie erst kürzlich 20 Millionen US-Dollar an Peru rücküberwiesen habe, ohne komplizierte rechtliche Verfahren eingefordert zu haben. Kuwait wiederum erklärte die von ihm durchgesetzten Rückforderungen an Großbritannien für vorbildlich: Nach einem neunjährigen Strafverfahren gegen korrupte Politiker und Geschäftsleute habe der Ölstaat 548 Millionen USD zurückerhalten – die Kosten für den Rechtsstreit hätten dabei übrigens bei "nur" 7 Prozent dieser Summe gelegen.

Die meiste Erfahrung mit der Rückgabe gestohlener Gelder kann aber nach wie vor die Schweiz vorweisen: Sie habe in den vergangenen zwanzig Jahren insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar an "Potentatengeldern" rückführen können, [extern] erklärte der stellvertretende Staatssekretär Anton Thalmann.

Indonesien seinerseits, wo Suharto während seiner jahrzehntelangen Regierungszeit mehr als 15 Milliarden US-Dollar außer Landes geschafft haben soll, hat jetzt erklärt, ein Ermittlungsverfahren gegen dessen Kinder einleiten zu wollen. Zu Lebzeiten des Diktators, der vor kurzem gestorben war, war bereits ein Verfahren gegen Suhartos angebliche "Wohltätigkeits"-Stiftung eröffnet worden, die 240 Millionen USD an Staatsgeldern veruntreut haben soll. Ansonsten hatte es das Land bisher nicht gewagt, rechtliche Schritte gegen seinen langjährigen Regierungschef einzuleiten. Doch auch Personen niedrigeren Ranges scheuten nicht davor zurück, erhebliche Summen ins Ausland zu transferieren: Die Schweiz und Australien sind auf verdächtige Einzahlungen von indonesischen Bankdirektoren gestoßen und haben daraufhin - in der Schweiz - Konten von fast 15 Millionen Dollar gesperrt, beziehungsweise - in Australien - nach beendeten Rechtsverfahren 600 000 Dollar zurücküberwiesen.

Bleibt die Frage, was dann mit den rücküberwiesenen Geldern passiert? Gehen die Nachfolgeregierungen verantwortlicher damit um? Einige Länder verknüpfen die Rückgabe der Gelder deshalb mit der Auflage, dass sie für soziale Zwecke ausgegeben werden müssen. Auch die StAR-Initiative von Weltbank und UNODC will darauf ein zentrales Augenmerk richten. Die Erwartungen - auch von Seiten von Menschenrechtsorganisationen, die ebenfalls auf einer Kontrolle der rücküberführten Gelder pochen - sind groß. Im Norden sprechen bereits einzelne Politiker davon, dass mit den Rückflüssen der Korruptionsgelder ein neuer Weg gefunden werden könne, um die Umsetzung der [extern] Millenniumsentwicklungsziele schneller zu erreichen:

Es ist bedauerlich, dass das Thema der illegalen Finanzflüsse aus Entwicklungsländern noch keinen Eingang in die Debatte um Entwicklungsfinanzierung gefunden hat. Bei Kapitalfluchtgeldern geht um riesige Summen – vergleichen Sie die mal mit den 150 Milliarden USD, die es für die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele braucht!
Elisabeth Droyer, Norwegen, in einer Rede am 1.11.2007


Quote
4. Februar 2008 1:35, videomartin

[...] Wenn die Schweiz "freiwillig" 1,6 Milliarden rausrückt(e), dürfte das
jedoch nur ein Tropfen auf dem heissen Stein gewesen sein.


Quote
4. Februar 2008 10:28
warum in die Ferne schweifen?
gatito (mehr als 1000 Beiträge seit 21.06.05)

..., wenn das Gute liegt so nah?
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah...

> Der Praxis, dass korrupte Potentanten, Regierungsmitglieder und
> Bürokraten aus den Entwicklungsländern illegal Gelder auf westliche
> Banken transferieren, soll Einhalt geboten werden

Das habe ich dem Koch so oft gesagt, aber er wollte ja nicht auf mich
hören. Er meint, Hessen wäre kein Entwicklungsland, und illegal ist
scheißegal.



Aus: "Aufspüren und Rückführug von "Potentatengeldern"" Bettina Stang (04.02.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27204/1.html



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[Beraterhonorare und Provisionen... (Notiz, UNICEF)]
« Reply #97 on: Februar 04, 2008, 12:43:26 nachm. »
Quote
[...] An der Basis fordern Arbeitsgruppen verstärkt Garlichs' Rücktritt. Es herrsche "blankes Entsetzen", sagte Klaus Hoppe von der Arbeitsgruppe Frankfurt der Zeitung. Dass jetzt die um Aufklärung bemühte Vorsitzende Simonis gehen müsse, sei "der Gipfel der Verlogenheit" bei Unicef. "Garlichs muss zurücktreten, das wäre der am dringendsten erforderliche Schritt", so Hoppe. Der Geschäftsführer habe sich "nie mit der moralischen Verantwortung von Unicef identifiziert".

Ausgelöst wurde der Streit bei Unicef durch Vorwürfe von Verschwendung und Misswirtschaft. Unter anderem wurden hohe Beraterhonorare und Provisionen für Spendenvermittler kritisiert, sodass auch die Staatsanwaltschaft ermittelte.

hen/dpa/AP/Reuters


Aus: "MISSWIRTSCHAFT: Wirtschaftsprüfer und Simonis belasten Unicef" (04. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,532871,00.html


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[Eindringlich rief Bush den Kongress auf... (Notiz, Militärausgaben)]
« Reply #98 on: Februar 05, 2008, 11:38:52 vorm. »
Quote
[...] Der Ausgabenplan prognostiziert für dieses und das kommende Jahr ein riesiges Defizit von rund 400 Milliarden Dollar. Dies wäre gegenüber dem für 2007 berechneten Defizit von 163 Milliarden mehr als eine Verdoppelung. Die Deckungslücke könnte sich wegen der schwächelnden US-Wirtschaft sogar noch weiter vergrößern. Ein weiteres Risiko sind die Kosten für die Kriege im Irak und in Afghanistan, die Bush in dem Entwurf nicht voll berücksichtigt hat. Eingeplant sind lediglich 70 Milliarden Dollar für 2009, die tatsächlichen Kosten dürften sich jedoch auf zwei Billionen Dollar belaufen.

Wie in den vergangenen Jahren sieht der Plan die höchsten Steigerungsraten in den Bereichen äußere und innere Sicherheit vor. Die Verteidigungsausgaben sollen um etwa sieben Prozent auf 515 Milliarden Dollar steigen, wie vorab aus Regierungskreisen verlautete. Der Etat des Heimatschutzministeriums soll sogar um fast elf Prozent wachsen. Ein großer Ausgabenposten entfällt dabei auf die Verstärkung der Grenzsicherung.

Einsparungen soll es dagegen im Sozialbereich geben. So soll etwa der Kostenanstieg bei den Gesundheitsprogrammen für Rentner (Medicare) und Arme (Medicaid) gebremst werden. Bushs Plan sieht in diesem Bereich Einsparungen im Umfang von 200 Milliarden Dollar in den kommenden fünf Jahren vor. Dies ist eine Verdreifachung des im vergangenen Jahr geforderten Einsparvolumens.


Aus: "Bush rechnet mit riesigem Haushaltsdefizit" (04. Feb. 2008)
Quelle: http://www.netzeitung.de/ausland/893117.html

-.-

Quote
[...] Washington (dpa) - Trotz leerer Kassen und steigender Schulden will US-Präsident George W. Bush im letzten Haushalt seiner Amtszeit eine erneute drastische Erhöhung der Militärausgaben durchsetzen.

Er legte am Montag einen Etatentwurf für 2009 mit einem Rekordvolumen von 3,1 Billionen Dollar (2,09 Billionen Euro) und einem Megadefizit von 410 Milliarden Dollar (276,7 Milliarden Euro) vor. Die Militärausgaben sollen um 7,5 Prozent auf 515 Milliarden Dollar (347,57 Euro) steigen, Sozialprogramme wie die Gesundheitsversorgung aber erheblich gekürzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der schwächelnden US-Wirtschaft.

«Unsere oberste Priorität ist es, unser Land zu verteidigen», begründete Bush seinen Vorschlag nach einer Kabinettssitzung am Montag in Washington. Erneut trat er für eine Festschreibung der in den Vorjahren beschlossenen Steuererleichterungen ein.

Dagegen kündigten die Demokraten im Kongress heftigen Widerstand an. «Der Entwurf trägt alle Kennzeichen des Bush-Erbes», kritisierte der demokratische Vorsitzende des Haushaltausschusses im Repräsentantenhaus, John Spratt. «Er sieht ein höheres Defizit vor, mehr Schulden, weitere Steuererleichterungen sowie weitere Kürzungen bei wichtigen Sozialleistungen.» Noch im vergangen Jahr lag das Defizit lediglich bei 163 Milliarden Dollar.

Bei den Militärausgaben sind US-Medienberichten zufolge nicht alle Ausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan enthalten. Es heißt, dazu seien zusätzlich 70 Milliarden Dollar (47,20 Milliarden Euro) vorgesehen. Falls Bushs Entwurf eine Mehrheit findet, handelt es sich um den elften Etat hintereinander mit einer Zunahme der Militärausgaben. Nicht zuletzt mit Blick auf die Präsidentenwahlen im Herbst erwarten Kommentatoren scharfe Auseinandersetzung mit dem Kongress.

Erstmals in der US-Geschichte soll der Haushalt die Drei- Billionen-Grenze sprengen. Im Jahr 2002 lag der Etat erstmals über der Zwei-Billion-Dollar-Grenze. Das enorme Anwachsen des Defizits auf über 400 Milliarden Dollar ist nach Angaben von Experten vor allem Folge des schwachen Wachstums der US-Wirtschaft sowie sinkender Steuereinnahmen.

Eindringlich rief Bush den Kongress auf, das 145-Milliarden-Dollar Konjunkturprogramm rasch zu verabschieden. «Dies muss Geld in die Hände der Konsumenten bringen und Initiativen für Kleinbetriebe und Großunternehmen schaffen.» Das Programm sieht vor allem einmalige Steuerrückzahlungen für Bürger und Erleichterungen für Unternehmen vor.


Aus: "Bush will Militärausgaben drastisch erhöhen" (05.02.2008 )
Quelle: http://newsticker.welt.de/index.php?channel=pol&module=dpa&id=16829160


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[Die "Geister"... (Notiz, Bogotá)]
« Reply #99 on: Februar 11, 2008, 11:58:45 vorm. »
Quote
[...] Bogotá - In einem grauen und einem roten Lieferwagen hätten mehrere Vermummte die Straßen der örtlichen Armenviertel durchfahren und dabei Geld unter die Leute gebracht, schreibt die Zeitung "El País Cali Colombia": "Ein Auto hielt neben uns, und jeder erhielt umgerechnet etwa 1000 Dollar", berichtete ein junger Mann.

Andere Bewohner der Stadt hätten Beträge von umgerechnet etwa 300 Dollar in ihren Briefkästen oder unter der Wohnungstür hindurchgeschoben gefunden, hieß es. Viele Beschenkte hätten das Geld für neue Schuluniformen und Lebensmittel ausgegeben, schreibt "El País Cali Colombia".

Augenzeugen berichteten, dass die Geldnoten nicht gefälscht seien. Zahlreiche Menschen blieben nach dem unerwarteten Geldregen die ganze Nacht auf, weil sie hofften, die "Geister" würden sich ein zweites Mal blicken lassen.

Der örtliche Polizeikommandant Paulo Emilio Gómez bestätigte die öffentliche Aufregung um die mutmaßliche Geschenkaktion - Beweise dafür habe er allerdings nicht. Die Behörden vermuten, dass es sich um Gelder aus Drogengeschäften handeln könnte.

ala/dpa


Aus: "KOLUMBIEN: Vermummte verschenken Millionen Pesos an Passanten" (11. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,534366,00.html

« Last Edit: Februar 11, 2008, 12:03:50 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Delikaten Daten... (Liechtensteiner Landesbank)]
« Reply #100 on: Februar 16, 2008, 05:15:38 nachm. »
Quote
[...] Polizisten haben drei Männer aus Kiel und Rostock verhaftet. Sie sollen mitgeholfen haben, die Liechtensteiner Landesbank um Millionen zu erpressen - mit delikaten Daten, die ein Angestellter 2003 aus dem Geldinstitut geschleust hatte.

Rostock - Insgesamt neun Millionen Euro sollen die Erpresser seit 2005 von der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) kassiert haben, damit sie deren Kundendaten nicht ausplaudern. Jetzt hat die Polizei drei Verdächtige in dem Fall festgenommen, Männer im Alter von 41, 43 und 50 Jahren , wie Staatsanwalt Peter Lückemann der Nachrichtenagentur AP sagte.


Aus: "Drei Festnahmen im Liechtensteiner Erpressungsfall" (16. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535754,00.html

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[Eine ganze Reihe von prominenten Namen... (Notiz, BRD, Steuerermittlungen)]
« Reply #101 on: Februar 16, 2008, 05:31:42 nachm. »
Quote
[...] Hamburg - Bei den Fahndungen nach Steuersündern in Liechtenstein ist kräftig Geld geflossen: Nach SPIEGEL-Informationen haben Ermittlungsbehörden rund fünf Millionen Euro für die Liechtensteiner Bankdaten gezahlt, die zu den größten Steuerermittlungen in der Geschichte der Bundesrepublik geführt haben.

Das Geld, das aus dem Haushaltstopf des Bundesnachrichtendienstes (BND) stammt, ging an einen geheimen Informanten des BND, der sich Anfang 2006 bei dem deutschen Auslandsgeheimdienst gemeldet hatte. In der Folge gab es im Jahr 2006 mehrere Treffen, an denen auch die nordrhein-westfälischen Steuerfahnder teilnahmen.

Zunächst übergab der Informant nach Informationen des SPIEGEL mehrere Stichproben, mit denen die Ermittler die Qualität des Materials begutachten konnten. Anschließend deponierten die Steuerfahnder das Millionenhonorar auf einem Notarkonto.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) war persönlich in die Transaktion eingeweiht. In dem Datenkonvolut soll es neben Informationen über mutmaßliche Steuersünder aus Deutschland auch Materialien mit politischer Brisanz geben, darunter offenbar Dienstanweisungen des Liechtensteiner Fürstentums zur Verschleierung von Finanzströmen.

Die Liechtensteiner Steueraffäre ist einer der größten Wirtschaftsskandale der Nachkriegszeit. Rund 125 Ermittlungsverfahren sollen ab kommender Woche laufen, die Rede ist von etwa 900 Durchsuchungsbeschlüssen und mehr als tausend Verdächtigen - die nach konservativen Schätzungen insgesamt mindestens 300 Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben, nach anderen Angaben bis zu vier Milliarden Euro.

Nach den Worten eines Sprechers von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird gegen "sehr viele" bekannte und weniger bekannte "Leistungsträger" ermittelt. Das Ministerium riet Betroffenen zur Selbstanzeige.

Die Ermittler verfügen nach derzeitigem Informationsstand über Daten der Liechtensteinische Landesbank (LLB) und der fürstlichen Bank LGT.

Die LGT bestätigte per Presseerklärung, dass es im Jahr 2002 bei ihrer Tochter LGT Treuhand einen Datendiebstahl gegeben habe. Ein Jahr später sei der verantwortliche Mitarbeiter verurteilt worden. Nach Informationen des SPIEGEL gehen die Daten der Fahnder weit über das Datum dieses Diebstahls hinaus - demnach hat der BND Informationen über Steuersünder bis Ende 2005.

Bereits Anfang der Woche hatte auch die Liechtensteinische Landesbank (LLB) berichtet, sie sei von einem ehemaligen Mitarbeiter mit gestohlenen Unterlagen über deutsche Kunden erpresst worden. Auch dieser Mann wurde verurteilt. Nach SPIEGEL-Informationen sind aber auch diese Daten noch in Umlauf.

In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock. Ein aus Deutschland stammender 48-Jähriger soll seit 2005 von der LLB Schweigegeld in Höhe von rund neun Millionen Euro kassiert und der Bank dafür gestohlene Daten zurückgegeben haben, erklärte die Anklagebehörde. Der Fall habe jedoch nichts mit dem aktuellen Steuerskandal um Kunden der Liechtensteiner LGT-Bank zu tun.

Der mutmaßliche Erpresser soll mit mehr als 2000 Kontodaten gehandelt haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zunächst habe der 48-Jährige versucht, die Kunden mit den Datensätzen zu erpressen, dann habe sich die Bank eingeschaltet.

Bisher soll das Geldhaus laut Staatsanwaltschaft rund 1600 Daten zurückgekauft haben. Im August 2005 habe der Verdächtige für 7,5 Millionen Schweizer Franken zunächst 700 Daten an die Bank zurückgegeben, im August 2007 für vier Millionen Euro weitere 900 Daten. Der Rest sollte im August 2009 an die Bank zurückgehen.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, zeitnah Anklage gegen den Mann zu erheben. Seit vergangenem Herbst sitze er in Untersuchungshaft. Gegen drei mutmaßliche, ebenfalls in Norddeutschland lebende Mittäter werde ermittelt.

[...] Den entscheidenden Tipp im Fall Zumwinkel haben die Fahnder laut Dieter Ondracek, Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, bereits im August 2007 erhalten.

Dass es so lange bis zum ersten Haftbefehl dauerte, begründete Ondracek mit der schlechten personellen Ausstattung der deutschen Steuerfahnder sowie damit, dass eine ganze Reihe von prominenten Namen aufgetaucht sei. Da habe man ganz besonders streng prüfen müssen, ob es sich nicht um falsche Anschuldigungen gehandelt habe.




Aus: "FINANZSKANDAL: BND zahlte fünf Millionen für geheime Steuerdaten" (16. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535687,00.html

-.-

Quote
[...] Hamburg - Es war ein echter Schatz, den der Mann dem Bundesnachrichtendienst (BND) im Frühjahr 2006 angeboten hatte: eine DVD mit Informationen über ausländische Investoren und ausländische Finanzströme. Zudem rund tausend Datensätze, nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich um Korrespondenzen, Depotauszüge, Vermerke aus dem Fundus der LGT-Gruppe - und die Dienstvorschriften des Fürstentums Liechtenstein über die Verschleierung von Finanzströmen.

Der Mann hat keinen Namen, wie er aussieht, wissen nur die Mitarbeiter des BND und die Wuppertaler Steuerfahnder, mit denen er sich mehrmals traf - bevor er für fünf Millionen Euro die Daten-DVD übergab.

Was die Fahnder für die geforderte Summe bekommen würden, war ihnen zunächst nicht klar - der Name Klaus Zumwinkel stand nicht in den Kostproben, die der Mann anbot. Mindestens zweimal trafen sich die Wuppertaler mit dem Unbekannten, bei dem ersten Treffen brachte der Mann 14 Infohappen aus seiner Datensammlung mit. Es war frische Ware, die belegt, dass rund drei Viertel aller Stifter die deutschen Finanzbehörden hintergehen.

Die Ermittler überschlugen, was die Informationen einbringen könnten - dann stimmten sie zu. Das Geld für die DVD kam direkt aus der Kriegskasse des BND. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) war über die Aktion informiert.

[...]


Aus: "STEUERSKANDAL: Geheiminformant fürchtet um sein  Leben" (16. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535724,00.html


-.-

Quote
[...] Erst die Verdächtigungen wegen möglicher Veruntreuung von Spendengeldern, dann der Rücktritt der Vorsitzenden Heide Simonis - und jetzt das: Der scheidende Post-Chef Klaus Zumwinkel soll laut einem Medienbericht Favorit für die Simonis-Nachfolge gewesen sein.

[...] Für Zumwinkel ist dies aber wohl das kleinste Problem. Laut "Focus" soll der zurückgetretene Post-Chef rund vier Millionen Euro an das Finanzamt Köln zahlen - als Ausgleich für seine nicht versteuerten Zinserträge aus der zwölf Millionen Euro schweren Stiftung in Liechtenstein. Die Summe setze sich zusammen aus hinterzogenen Steuern, Zinsen und Geldstrafe.

Zumwinkel habe dem Haftbefehl zufolge fast 20 Jahre lang in "konspirativer Weise" versucht, seine Erträge aus der Anlage bei der Vaduzer LGT-Bank zu verschleiern.


Aus: "SIMONIS-NACHFOLGE: Zumwinkel sollte Unicef-Chef werden" (16. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535686,00.html

« Last Edit: Februar 16, 2008, 05:37:08 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Magazin meldet Spur in Liechtenstein... (SED-Vermögen, DDR-Treuhänder)]
« Reply #102 on: Februar 20, 2008, 09:19:08 vorm. »
Quote
[...] Nach Angaben des Politikmagazins "Cicero" sind bei Banken in Liechtenstein Gelder aus dem verschwundenen SED-Vermögen aufgetaucht. Es handele sich nach den Erkenntnissen einer Sonderuntersuchung um 60 verdächtige Bankverbindungen, zumeist geschlossene Konten, wie das Magazin heute vorab mitteilte. Auf einem sichergestellten Konto in Liechtenstein, angelegt auf den Namen einer Stiftung, für deren Guthaben jedoch tatsächlich ein ehemaliger DDR-Treuhänder berechtigt war, hätten sich noch 2,6 Millionen Schweizer Franken befunden. In Verhandlungen mit den zuständigen Behörden in Liechtenstein konnte dem Bericht zufolge erreicht werden, dass dieses Geld ohne rechtliche Auseinandersetzungen zugunsten der Bundesrepublik Deutschland nach Deutschland zurückgeführt wurde.


Aus: "VERSCHWUNDENE SED-MILLIONEN: Magazin meldet Spur in Liechtenstein" (19. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,536391,00.html


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[150 Beschuldigte, 72 Selbstanzeigen (Steuerflüchtige, BRD, EU, GB, USA, BND)]
« Reply #103 on: Februar 27, 2008, 12:04:06 nachm. »
Quote
[...] Wegen der Steueraffäre dürften die Banken in der Deutschschweiz bei der Einstellung von deutschen Staatsbürgern zurückhaltender werden, sagte Derobert in einem Interview der Westschweizer Zeitung "Le Matin".


Aus: "STEUERFAHNDUNG: Schweizer Banken wollen keine Deutschen mehr einstellen" (26. Februar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,537895,00.html


-.-

Quote
[...]  Die Staatsanwaltschaft Bochum hat im Rahmen einer der größten Ermittlungen gegen Steuersünder in der Geschichte der Bundesrepublik Wohnungen und Büros von rund 150 Beschuldigten durchsucht. Es seien Steuern in „immenser Höhe“ hinterzogen worden, teilte die Staatsanwaltschaft, die bei den bundesweiten Ermittlungen die Federführung hat, am Dienstag mit. 91 Verdächtige hätten den Sachverhalt eingeräumt und zum Teil Abschlagszahlungen auf zu erwartende Steuernachforderungen in Höhe von insgesamt 27,8 Millionen Euro geleistet, erläuterte Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Krück. Weitere Zahlungen in ähnlicher Höhe seien bereits avisiert, und die Summe erhöhe sich täglich. Auch seien 72 Selbstanzeigen eingegangen.

Die Fälle verteilten sich im wesentlichen auf die Großräume München (34 Fälle), Frankfurt (17), Stuttgart (24), Hamburg (30) und Nordrhein-Westfalen (15). Einzelne Bankmitarbeiter stehen im Verdacht, ausgesuchten Kunden Beihilfe zur Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit deren Geldanlagen über Liechtensteiner Stiftungen geleistet zu haben, wie Krück weiter sagte. Die überprüften Stiftungen verfügten den Angaben zufolge über ein Kapital von mehr als 200 Millionen Euro. Durch das Verschweigen dieses Kapitals und der darauf entfallenden Kapitalerträge seien Steuern „in immenser Höhe“ hinterzogen worden.

Das Bundesfinanzministerium zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der Staatsanwaltschaft. „Für eine Woche ist das ziemlich gut“, ließ Finanzminister Steinbrück (SPD) mitteilen. Das Ministerium bekräftigte zugleich die Bereitschaft Deutschlands, anderen Ländern die Daten über Liechtensteiner Stiftungen zur Verfügung zu stellen. „Es gibt aber bisher noch keine Anfrage“, berichtete Steinbrücks Sprecher.

Dänemarks Finanzminister Kristian Jensen lehnte das Berliner Angebot ab. „Wir haben nicht vor, gestohlene Angaben zu verwenden. Und wir bezahlen nicht für gestohlene Angaben“, sagte er der Zeitung „Børsen“. Es sei ein „moralisches Problem, einen Verbrecher für Informationen zu entlohnen, die er gestohlen hat“. Weiter meinte er: „Diese Art von gehobener Hehleraktivität sagt mir nicht zu.“ Dagegen sollen die Steuerbehörden in Schweden, Norwegen und Finnland Interesse an den Daten haben.

Bekannt wurden unterdessen Konsequenzen in den Vereinigten Staaten. Amerikanische Behörden gehen gegen mehr als 100 verdächtige Steuerflüchtige vor. Es seien entsprechende Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerbetrug eingeleitet worden, teilte die Steuerbehörde in einer Erklärung mit.

In Deutschland waren an den verschiedenen Aktionen den Angaben zufolge acht Staatsanwälte und 139 Steuerfahnder des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligt. Sie seien von Steuerfahndern aus zahlreichen Städten unterstützt worden seien, unter anderem durch Beamte aus München, Landshut, Rosenheim, Reutlingen, Berlin, Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Elmshorn. Zudem arbeiteten auch 20 Mitarbeiter des Wirtschaftskommissariats Essen mit.

Durch den Ermittlungsdruck nimmt die Zahl der Selbstanzeigen nach Angaben der Fahnder ständig zu. Auch hier sei mit nicht unerheblichen Steuernachzahlungen zu rechnen. Derzeit würden die Selbstanzeigen allerdings noch auf Vollständigkeit und Wirksamkeit überprüft. Dabei gehe es insbesondere um die Frage, ob sie noch so rechtzeitig erfolgt seien, dass ihnen eine strafbefreiende Wirkung zukommen könne.

In seiner Bilanz wies die Staatsanwaltschaft Kritik am Vorgehen der Behörden zurück. Der Nachrichtendienst BND hatte die Daten über die Konten in Liechtenstein von einem ehemaligen Mitarbeiter gekauft, der sie heimlich kopiert hatte.

[...] Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte am 14. Februar mit ihren Razzien begonnen. Damals durchsuchten die Fahnder auch Zumwinkels Haus, der kurz darauf seinen Hut nahm. Die Ermittler haben die meist sehr wohlhabenden Beschuldigten im Verdacht, über Liechtensteiner Stiftungen Gelder am Fiskus vorbei geschleust und so Steuern hinterzogen zu haben. Sie verfügt über Unterlagen, die die Geldanlagen mehrerer hundert Personen betreffen. Ins Visier der Ermittler sind auch zwei Banken mit Niederlassungen in Liechtenstein und Mitarbeiter deutscher Geldhäuser geraten. Die Fahnder stehen derzeit noch am Anfang ihrer Untersuchungen. Nach Angaben aus ihren Kreisen können sich die Ermittlungen noch über Monate hinziehen.

Die deutschen Ermittlungen hatten auch in vielen europäischen Ländern Folgen. Der britische Fiskus hatte ebenfalls Daten über mutmaßliche Steuerhinterzieher in Liechtenstein gekauft. Die Niederlande hatten Steuersünder zu Selbstanzeigen aufgefordert. Auch die französischen Behörden prüfen Hinweise auf Steuerbetrüger, die über Liechtensteiner Stiftungen Gelder hinterzogen haben könnten.

Frankreichs Europaminister Jean-Pierre Jouyet sagte in Brüssel, angesichts des Ausmaßes der Steuerhinterziehung sei das harte Durchgreifen der deutschen Behörden verständlich. „Ich habe da überhaupt kein Mitleid“, sagte er. Der Kampf gegen Steueroasen wie Liechtenstein sei ein sehr wichtiges Ziel, das die EU geschlossen verfolgen müsse. Damit wächst der internationale Druck auf das Fürstentum weiter, dem mangelnde Transparenz am Finanzplatz vorgeworfen wird. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Liechtenstein sind durch die Razzien belastet.

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Betrachtungspunkt?
R Burger (FairTax), 26. Februar 2008

Wie auch immer Steuerhinterziehung beurteilt wird, die Beschaffung der Daten wirft doch folgende Fragen auf: was in einem anderen Land verboten ist (Verkauf von per Diebstahl beschafften Daten) wird in Deutschland belohnt. Da es sich ja "nur" um Steuerhinterzieher handelt. Wenn nun also beispielsweise China es mit dem geistigen Eigentum nicht so genau nimmt und für in Deutschland unrechtmäßig beschaffte Geschäfts- und Forschungsdaten dem Überbringer etwas bezahlen würde, ist dies ja auch ok und aus Sicht des chinesischen Staates ein legitimes Vorgehen. Oder etwa nicht...? Wo fängt die Unterscheidung an, was Recht und was Unrecht ist?


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Warum fahnden die Steuerfahnder nicht nach den Milliarden der IKB
Sven Frotscher (bigpublisher), 26. Februar 2008

Das Wort Staatsanwaltschaft spricht Bände. Eine Amtsanwaltschaft könnte Milliarden heben. Wir wissen bis heute nicht, wer die IKB-Verträge unterschrieben hat. Beides gehört vom Staat verfolgt: die staatliche wie die private Straftat.

Erst dann ist der Artikel 3 des Grundgesetzes verwirklicht.

Wieso erfahren wir über die Namen der Skandale der öffentlichen Banken nicht annähernd so viel?

Wieso gibt es bei jenen Mitarbeitern, die die 10fache Menge an Kindergartenplätzen verjuxt haben, keine Kameras?

Wieso haben spanische Banken nicht mit Subprime-Vehikeln spekulieren dürfen?

Wieso hat Steinbrück hier geschlafen?

Wieso hat die deutsche Bankenaufsicht nicht verlangt, dass diese Kredite mit Eigenkapital unterlegt werden müssen?

Dadurch wurde es VEB, anonymes Volksrisiko?

Alles ist relativ, nur der Schaden nicht, konnte man nicht auf privater wie auf staatlicher Seite vor dem Schaden klug sein?


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Toller Erfolg ??
Ludwig Wolff (taetervolk), 26. Februar 2008

Das was uns die Staatsanwaltschaft Bochum als großen Erfolg verkauft ist in Wahrheit die Bankrotterklärung der Steuergesetzgebung.
Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, Sozialbetrug usw. sind flächendeckend so selbstverständlich wie Brötchen zum Frühstück. Ich wette hier und jetzt, dass von 100 Steuerfahndern mindestens 33 zuhause gerade illegal Babysitter, Putzfrau, Nachhilfelehrer oder Handwerker beschäftigen.
Fragen Sie mal einen Unternehmer, wann er das letzte Mal eine privat verwendete Briefmarke nicht von der Steuer abgesetzt hat. In 99% aller Fälle werden Sie Auskunft darüber erhalten wer in eine Klapsmühle gehört und wer nicht.
Es ist nicht nur so dass diese Betrügereien selbstverständlich sind - nein - wer steuerehrlich ist, handelt in den Augen vieler Menschen verantwortungslos, vergleichbar einem Alkoholiker oder Spieler, weil er sich und Angehörige existenziell gefährdet.

Politisch ist unser Land da auf einem sehr,sehr unguten Weg - Sorgen jedoch macht mir das Maß an Heuchelei, dass durch die Medien geht, denn Wahrheit wird nur noch hinter vorgehaltener Hand gesagt !


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Milliardenverlust
Ernst Paul (Echopapa), 26. Februar 2008

Diese Hexenjagd wird dem deutschen Staat noch Milliarden kosten, da die Leistungsträger aus Deutschland so schnell als möglich verschwinden werden und begüterte Menschen, die sich vielleicht mit dem Gedanken getragen haben, nach Deutschland zu ziehen, jetzt bestimmt keine Lust mehr haben in einem Denunziantenstaat zu leben. Deutschland ist verloren!


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Wandert endlich aus!
Hannes Heilmannsstedt (mediumdry), 26. Februar 2008

...aber verschont bitte die Kommentarspalte der FAZ mit diesem unmoralisch-egozentrischen und erbärmlichen Gejammer. Geht in die Schweiz oder nach Liechtenstein und ertränkt eure Scheinheiligkeit mit den anderen Steuersündern in Schampus.



Aus: "150 Beschuldigte, 72 Selbstanzeigen: „Für eine Woche ziemlich gut“" (26. Februar 2008)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub53B6D88BDF4A49D6BF5E114728883FE3/Doc~E248A54FD0B904A5FA3C554FCA267D72C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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[...] München/Vaduz - Die Liechtenstein-Affäre zieht weitere Kreise: Mehrere aufgeflogene Steuersünder aus Deutschland bereiten offenbar Schadensersatzklagen gegen die Fürstenbank LGT vor. "Einige sind dazu wild entschlossen", sagte der Vaduzer Rechtsanwalt und frühere Justizminister des Fürstentums, Heinz Frommelt, der "Süddeutschen Zeitung".

Die Frustration über das Verhalten der LGT scheine sehr groß zu sein, erklärte Frommelt. Die Betroffenen werfen der Bank des Liechtensteiner Fürstenhauses vor, sie nicht umgehend über den Diebstahl ihrer Kundendaten durch einen Angestellten der Vaduzer LGT Treuhand im Jahr 2002 informiert zu haben. Der Mitarbeiter hatte sich mit umfangreichem Material abgesetzt und die deutsche Anleger betreffenden Daten später dem Bundesnachrichtendienst verkauft.

Frommelt hat nach eigenen Angaben allein "ein knappes Dutzend" meist sehr konkreter Anfragen deutscher Rechtsanwälte erhalten, gegen deren Mandanten wegen Steuerdelikten ermittelt wird. Die Juristen seien dabei, die Rechtslage und die Erfolgsaussichten für Schadensersatzklagen in Liechtenstein auszuloten und diese vorzubereiten. Momentan empfehlen sie ihren Mandaten allerdings noch Zurückhaltung und raten ihnen, zunächst ihre Probleme mit dem deutschen Fiskus zu lösen.


[...] Bei manchen Instituten habe die Affäre um den früheren Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, sogar das Geschäft angekurbelt. "Es scheint auch einen gewissen Jetzt-erst-recht-Effekt zu geben", sagte Lauber. So hat die LGT den Angaben zufolge seit Beginn 2007 einen Zugang von rund einer Milliarde Schweizer Franken an Neugeldern verzeichnet.


Aus: "LIECHTENSTEIN-AFFÄRE - Steuersünder wollen Fürstenbank verklagen" (21.07.2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,566961,00.html

« Last Edit: Juli 21, 2008, 09:43:49 vorm. by Textaris(txt*bot) »

Offline Textaris(txt*bot)

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[Man verliert das Gefühl für Summen... (Notiz, Bankenkrise)]
« Reply #104 on: M?RZ 18, 2008, 10:01:58 vorm. »
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[...] Nun, nach dem Platzen der Spekulationsblase, möchte der ansonsten eisern die Freiheit des freien Marktes und Unternehmertums verteidigende Ackermann am liebsten die rapide zum Sozialfall verkommende Finanzbranche in die Nestwärme eines fürsorglichen und spendablen Sozialstaates überführen, den er und seinesgleichen keinem Hartz-IV-Empfänger gönnen würden. Die Banken könnten die "Situation nicht mehr retten", gestand Ackermann das Scheitern der ansonsten gepriesenen "Selbstregulierungskräfte des Marktes" ein: "Wir haben nicht die Zeit zu warten, bis der US-Häusermarkt über Jahre das Ungleichgewicht abbaut", da dies zu lange dauern würde. Man darf getrost davon ausgehen, dass die Regierung den Wünschen Ackermanns nachkommen wird – es wäre sonst das erste Mal, dass sich die deutsche Politik einem Ukas der Deutschen Bank widersetzt.

Einen weiteren, oftmals übersehenen Vorteil hält die absichtliche massive Dollarabwertung seitens der Fed ebenfalls für alle Dollarschuldner – vorerst - parat. Durch die Inflation sinken auch die Schuldenberge der USA real im Wert, wie beispielsweise die Billionenreserven an US-Wertpapieren und Dollars, die ostasiatischen Zentralbanken aufgrund des Handelsüberschüsse mit den Vereinigten Staaten akkumuliert haben. Zudem kann durch den fallenden Dollar endlich auch das Handelsdefizit der USA [extern] gesenkt werden, da im Dollarraum produzierte Waren in Relation zum Ausland billiger werden.

Doch auch hier kann bald ein Punkt erreicht sein, der zu einem massiven Zusammenbruch des Dollars und des gesamten Weltwährungssystems führt, sollten die riesige Dollarbeträge haltenden Zentralbanken Asiens sich entscheiden, dessen schleichenden Wertverfall nicht mehr hinzunehmen und massiv Greenbacks auf den Markt zu werfen. Zudem senkt die Fed beständig die Zinsen, wodurch ein Zinsgefälle zwischen dem Dollar- und EU-Raum zugunsten des Euro entsteht.

Die Lehren aus 1929:
Dennoch sieht die Fed und insbesondere ihr Chef Bernanke in seiner inflationstreibenden Strategie der Krisenbekämpfung die einzig gangbare Möglichkeit, mit der Krise fertig zu werden. Die nahezu unbeschränkten Hilfsmaßnahmen für Investmentbanken, die Überflutung des Marktes mit rapide an Wert verlierenden Papierdollars, sind eine Konsequenz aus dem Verhalten der Fed während der Weltwirtschaftskrise von 1929, die eine restriktive Finanzpolitik verfolgte.

Die US-Zentralbank erhöhte Anfang der 30er Jahre die Zinsen, um der Deflation vorzubeugen. Zudem hat die Fed damals strauchelnden Banken keine Hilfen angeboten, so dass jegliches Vertrauen in die Kreditinstitute zerstört wurde. Diese Stürme aufgebrachter Kunden auf ihre Banken haben nach Ansicht des derzeitigen Fed-Chefs zur Zerstörung der realen Wirtschaft und zur großen Depression geführt. [extern] Laut Bernanke, der zu diesem Thema ausgiebig publiziert hat, soll diese geschichtliche Entwicklung – buchstäblich - um jeden Preis verhindert werden. Mit auf Hochtouren laufenden Geldpressen sollen die mit der Kreditkrise einhergehenden Liquiditätsengpässe auf den Finanzmärkten faktisch in Dollarscheinen ertränkt werden. Hierfür nimmt die Fed auch eine ausufernde Inflation in Kauf, die vor allen die Bevölkerung besonders hart trifft, während die Besitzer größerer Einkommen auch in der Deflation gute Geschäfte – vor allem durch Rohstoffspekulation - machen können.


Aus: "Am Abgrund mit der Dollarflut" Tomasz Konicz (TP, 19.03.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27542/1.html

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[...] „Es gibt keinen Liquiditätsengpass, sondern etwas, das wir noch nie gesehen haben – einen Investorenstreik. Die Kapitalspritzen sind nötig, um Vertrauen wieder herzustellen“, sagte Ackermann mit Blick auf die Stützungsaktionen der US-Notenbank Fed am Vortag. Die Spirale nach unten müsse durchbrochen werden. Die von der Fed mit 30 Milliarden Dollar abgesicherte Übernahme der Investmentbank Bear Stearns durch den Konkurrenten JP Morgan sei ein richtiger Ansatz.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach am Dienstag von der „schwersten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte“. Auf einer Veranstaltung in Potsdam versicherte der Minister, Bundesbank, Bankenverbände, Institute und die Politik stünden in engem Kontakt. Verursacht worden sei die Krise aber in den USA. „Bei der Bewältigung sind auch zuallererst die USA gefragt“, sagte Steinbrück. In Deutschland gebe es bisher keine Beeinträchtigung bei der Kreditvergabe für den Mittelstand. Es gebe auch keine rezessive Entwicklung. „Das prognostizierte Wachstum in Deutschland von 1,7 Prozent in diesem Jahr ist weiter realistisch“, sagte der Finanzminister. Die Lage dürfe allerdings nicht verharmlost werden. „ Wir müssen die Situation genau analysieren, ob wir an einen Punkt kommen, an dem über die bisherigen Aktivitäten hinaus Maßnahmen erforderlich sein werden“, meinte Steinbrück. Er sei derzeit nicht bereit, „den Konsolidierungskurs des Bundeshaushalts zu gefährden“.

[...]  Nach Ansicht von Reinhard Schmidt, Professor für internationales Bankwesen an der Uni Frankfurt, ist vor allem eine noch engere Abstimmung zwischen Notenbanken gefordert, etwa bei der Bereitstellung von weiteren, vorübergehenden Finanzhilfen. Richtig seien auch die von der US-Regierung eingeleiteten Steuersenkungen, um die Last vor allem von Hausbesitzern zu nehmen. Die Rettungsaktion für Bear Stearns versteht Schmidt nicht als „Heraushauen“ einer angeschlagenen Bank, sondern als Hilfe für ein im Grunde gesundes Institut, das in Liquiditätsprobleme geraten sei.

Genau dieses staatliche „Heraushauen“ von klammen Banken ist nach Ansicht des Bremer Wirtschaftswissenschaftlers Rudolf Hickel prinzipiell problematisch. Weil es Institute dazu verleiten könnte, hochriskante Geschäfte zu tätigen im Wissen, dass der Staat mit Steuergeldern die Bank später aus einer Schieflage befreien werde. mit HB




Aus: "Ackermanns Hilferuf" (Tagesspiegel vom 19.03.2008)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Finanzkrise-Josef-Ackermann;art130,2497057

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[...] Was Ackermann verklausuliert ausdrückt, lässt sich direkter sagen: Die Regierung soll mit dem Geld der Steuerzahler die Banken aus ihrer misslichen Lage befreien, in die sie sich, von ungehemmter Gewinngier getrieben und ohne notwendige Rücksicht auf Risiken, selbst gebracht haben. Wobei anzumerken bleibt, dass die Deutsche Bank noch relativ gut dasteht, weil sie mehr Risikobewusstsein an den Tag gelegt hat als viele Konkurrenten.

Ackermanns Wünsche werden wohl in Erfüllung gehen. Die Notenbanken stützen das Bankensystem schon seit Monaten mit erheblichen Beträgen und werden das vermutlich weiter tun. Zudem scheint die amerikanische Regierung tatsächlich zu überlegen, den notleidenden Immobilienmarkt zu stützen. Ob das nachhaltig gelingt, ist eine andere Frage.

Die Begründung für Staatseingriffe während Finanzmarktkrisen ist immer die gleiche: Der Kollaps großer Banken müsse vermieden werden, weil ansonsten ein Vertrauensverlust drohe, der die gesamte Branche erfassen und weitreichende wirtschaftliche und politische Konsequenzen nach sich ziehen könne. Wie die deutsche Bankenkrise des Jahres 1931 lehrt, sind solche Befürchtungen nicht unbegründet.

Dennoch dürfen sich Ackermann und seine Kollegen nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit mit einer Mischung aus Wut, Unverständnis und Häme reagiert. Das sichere Wissen, in einer Krise vom Staat gerettet zu werden, erlaubt es Banken und anderen Finanzhäusern, in guten Zeiten Geschäfte ohne ausreichendes Risikobewusstsein zu betreiben – Geschäfte, die nicht zuletzt für die Spitzenleute äußerst einträglich sind.

Es hat nichts mit Sozialneid zu tun, daran zu erinnern, dass erfolgreiche Bankmanager zweistellige Millionenbeträge im Jahr verdienen, erfolgreiche Manager von Hedge-Fonds und Private-Equity-Häusern sogar noch viel mehr. In solchen Zeiten gerieren sich Bankmanager als Advokaten freier Märkte. Droht das Kartenhaus der Spekulation zusammenzubrechen, sollen Notenbanken und Steuerzahler sie heraushauen. Dem Staat bleibt im Interesse des Gemeinwesens nichts anderes übrig, als das zu tun. Für das Ansehen der Finanzbranche sind solche Rettungsaktionen jedoch fürchterlich. Dass nun nach Regulierung gerufen wird, hat sie sich selbst zuzuschreiben.

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Ackermann und der Staat- Unglaublich impertinent
D. Reitz (natzl), 19. März 2008

Eigentlich an Impertinenz kaum noch zu überbieten, wenn dann ein mittelständiger Betrieb oder gar ein privater Verbraucher in die Insolvenz geht gerät, sollte man mal auf die Reaktion gespannt sein, wenn diese dann nach dem Staat rufen.
Erst wird versucht abzuzocken im ganz grossen Stil, dann soll der Steuerzahlen es noch richten.
Leider wird immer mehr deutlich dass wir in diesem Lande eine moralische Dekadenz bekommen haben, die ihres Gleichen sucht. Der mittelständige Betrieb als solche, abgesehen davon das er nicht die pressemässigen Möglichkeiten hat, würde sich garnicht trauen solle Rufe nach dem Staat zu stellen.
Mir würden glaube ich noch ganz andere Dinge jetzt einfallen, aber lassen wir es.
Eines ist nun jedenfalls mal mit Intresse zu verfolgen, wie nun so der ein oder andere Politiker auf diese Posse von A. reagiert.


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Dreist
Andreas Seidl (ASeidl), 18. März 2008

ist es, wenn Manager fordern, der Steuerzahler solle für Ihre Fehler einstehen. Der gesunde Menschenverstand würde sagen nein, laß sie diese Kreditinstitute vor die Hunde gehen, sodaß es eine Warnung für die Branche ist. Nur hier zahlt der Steuerzahler auch die Zeche durch Sozialleistungen für die ruinierten Bankkunden, Arbeitslosengeld für die Mitarbeiter etc.

Vielleicht ist ein Mittelweg sinnvoll. Indem Maße, wie der Staat hilft, geht das Institut in den Staatsbesitz über, indem Anteile von den Aktionären ersatzlos eingezogen werden und dem Staat übertragen. Damit würden die Aktionäre und Fonds, die die Wirtschaft zu immer unrealistischeren Renditen treiben, am Verlust mitbeteiligt, da ihr Vermögen und ihr Einfluß schwindet. Nach einer Sanierung des Marktes, könnte der Staat die Anteile oder Erträge zur Deckung der Sozialleistungen verwenden. Damit käme zumindest langfristig ein Interessenausgleich zu Stande bei dem der Steuerzahler nicht immer der Dumme ist und die coolen Spekulanten einen gehörigen Dämpfer, der sie zur Realität zurückführen kann.


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Populistische Ignoranz
Walther Schmidt (silitoe), 18. März 2008

Der Autor verkennt die enge Vernetzung von Wirtschafts- und Finanzsystem und die entscheidende Rolle, die der Staat und die Notenbank dabei spielen leider völlig. Wenn man der Krise auf den Grund geht, dann begann sie in den USA, auf dem Markt für Privatimmobilien. Wer hat denn in diesen Immobilien gewohnt und davon profitiert? Die Antwort lautet: Weniger wohlhabende Konsumenten. Wer hat diesen Wohlstand begrüßt: Die Konsumenten und die Politiker. Warum konnten sie die Zinsen nicht mehr zahlen? Weil die Notenbank die Zinsen angehoben hat und die finanzielle Belastung damit zu hoch wurde. Es ist der Faz unwürdig, wenn diese Zusammenhänge einfach übersehen werden und die Schuld lediglich den Banken zugeschoben wird. Wenn deutsche Banker sich an US-Krediten beteiligt haben, taten sie dies, weil wir in einer globalen Marktwirtschaft leben, in der man nicht immer zusehen darf, wenn andere Geld verdienen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Richtig ist, Ackermann hat besser gearbeitet als andere. Es muss bessere und schlechtere geben. Sich dann über die zu hohen Bankergehälter zu beschweren, verdient obigen Kommentar. Ein Chefarzt mit 20 Mitarbeitern verdient auch gut. Ackermann trägt die Verantwortung für Zehntausende.


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Bankenkrise
Bernd Siegmann (Stieg), 18. März 2008

An den Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte war die Politik nie ganz unbeteiligt verehrter Herr Steinbrück. Nehmen wir als Beispiel nur einmal die Landesbanken, die uns Steuerzahlern in den vergangenen Jahren immer wieder horrende Milliardenbeträge abverlangten, und dies nur, weil einige absolute Amateure dort ein wenig "global player" spielen durften. Es ist absolut unverständlich, daß diese sogenannten "Banken", die überhaupt kein Geschäftsmodell besitzen, nicht endlich geschlossen und abgeschafft werden!! Wer, frage ich, steht eigentlich endlich einmal für die riesigen Verluste dieser sogenannten "Banken" in diesem Jahr gerade, Herr Steinbrück? Angesichts der Milliarden, die in Sachsen und sonstwo verzockt wurden, wäre es an der Zeit, daß auch mal ein Ministerpräsident seinen Hut nimmt, anstatt ständig auf den Geschäftsbanken und Herrn Ackermann herumzureiten. An diesem Vorstandschef könnten sich einige Herren in der Landespolitk mal eine Scheibe abschneiden, denn im Gegensatz zu Ihnen steht Herr Ackermann seit Jahren seinen Mann und gibt Rechenschaft ab, wozu Sie als Politiker offenbar überhaupt nicht in der Lage sind. Was ist das nur für eine Heuchelei in diesem Land.



Aus: "Bankenkrise: Ackermann und der Staat" Von Gerald Braunberger (18. März 2008)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E0BDA4D78C19846028951812C4660356D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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[...] Angesichts der internationalen Turbulenzen glaubt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Er rief deshalb zu einer gemeinsamen Aktion von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen.

Auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Chart zeigen, Norbert Walter, sieht kein schnelles Ende der Finanzkrise. "Vor Ende 2009 werden die Turbulenzen nicht zu Ende sein", sagte er den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". "Wir brauchen die Neuordnung und eine Neubesinnung auch bei den Regulatoren der Finanzmärkte", fügte Walter hinzu. Die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise sei "verfrüht" gewesen. "Die Ereignisse in den USA und ihre Auswirkungen auf das Vertrauen der Anleger sind zu gewichtig", erklärte er.


Aus: "BANKEN-KRISE: Ackermann ruft Regierungen zur Hilfe - Finanzmärkte fiebern Fed-Entscheidung entgegen" (18. März 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542074,00.html

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[...] "Man hat sich mit den hochrisikoreichen Kreditpaketen auf eine ziemlich waghalsige Transaktion eingelassen und immer darauf vertraut, dass es gutgeht", sagt Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Um sich auf den Märkten Geld zu besorgen, habe man außerdem Lücken in der Regulierung bewusst ausgenutzt: "Kredite an Tochtergesellschaften, die dann in die spekulativen Finanzprodukte gegangen sind, wurden etwa auf 364 Tage begrenzt - weil ab einem Jahr Eigenkapital hinterlegt werden muss." Die Banken seien also nicht durch Zufall in die Krise geschlittert.

[...] "Dass verbriefte Kredite risikoreich sind, hätten die Banken wissen müssen", sagt auch IW-Experte Jäger. Das Problem sei, dass die strukturierten Kreditpakete so komplex seien, dass es keine klaren Verantwortlichkeiten gebe - und sich damit alle herausreden könnten. "Es sind nicht nur die Rating-Agenturen, auf die jetzt alle mit dem Finger zeigen, tatsächlich tragen alle eine Mitschuld." Jäger plädiert deshalb für mehr Transparenz: Im Nachhinein müsse immer klar sein, wer das Risiko trägt, wer verantwortlich ist und wer verantwortlich gemacht werden kann. "Wenn Sie einen Mietwagen mit Selbstbeteiligung haben, fahren Sie automatisch vorsichtiger als ohne."


Aus: "BÖRSEN-TEUFELSKREIS: Wie Amerikas Banken ihr Renommee verzockten" Von Susanne Amann
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,541990,00.html



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[...] Einen besonders aufschlussreichen Kommentar zur sich ständig steigernden Krise an den Finanzmärkten lieferte der Franzose Jérome Kerviel. Zur Erinnerung: Das ist jener Jung-Banker, der seinem Arbeitgeber, der Société Générale, einen satten Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingespielt hat. Gegenüber der Staatsanwaltschaft begründete Kerviel sein Handeln gut nachvollziehbar: "Man verliert das Gefühl für Summen, wenn man in diesem Beruf arbeitet". Und er fügte an: "Man lässt sich ein bisschen davontragen."

[...] Wir haben gelernt, dass ungezügelte Märkte zur Monopolbildung neigen und folgerichtig Kartellgesetze geschaffen. Wir haben auch längst gewusst, dass Banken einen gesetzlichen Rahmen und staatliche Überwachung brauchen – "um Fehlentwicklungen vorzubeugen, die das Funktionieren des Bankenapparates stören können", wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ihre Aufgabe so schön beschreibt.

So haben wir uns in der Gewissheit gewogen, dass uns eine Erschütterung, die das feingesponnene Netz der globalen Wirtschaft wie in der Weltwirtschaftskrise zerreißen könnte, erspart bleiben würde. Sollte diese Erwartung womöglich zu naiv und blauäugig gewesen sein?



Aus: "FINANZKRISE: Die Lehren aus dem Crash" Von Wolfgang Kaden (18.03.2008)
Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,542084-3,00.html

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capital.de [!]: [...] Für den Aufstieg in den engsten Kreis der Top-Manager zählt nicht Herkunft oder Qualifikation, sondern einzig und allein die Bereitschaft, seine Seele an den Arbeitgeber zu verkaufen. Da unter­scheiden sich die klassischen Brutstätten der künftigen Managementelite wie Vorstandsstäbe, Investmentbanken oder Unternehmensberatungen kaum von den menschenverachtenden Selektionsprozessen einschlägiger Sekten.

Wer in der Organisation etwas werden will, darf außerhalb nichts mehr sein und muss deshalb mit allen bisherigen sozialen Kontakten brechen.

Allein der zeitliche Einsatz, der von aufstrebenden Führungskräften in den ersten Berufsjahren eingefordert wird, lässt eine ernsthafte Beziehung zu Menschen außerhalb der Firma, sei es Familie oder Freunde, nicht mehr zu, geschweige denn ein Engagement in Nachbarschaft oder Verein. Konsequenz: Unsere künftige Führungselite, noch nicht 30 Jahre alt, hat bereits jede Bodenhaftung verloren, weil sie am wirklichen Leben der Menschen nicht mehr teilhat, nicht mehr teilhaben kann.

Der Preis für den schnellen Aufstieg ist die Isolationshaft unter ihresgleichen. Wer unter seinen Bekannten keine sogenannten normalen Menschen mehr findet, sondern nur noch unter Vorständen verkehrt, führt kein Sozial­leben, sondern ist – im strengen Wortsinne – eigentlich asozial.

Will man das weitere Auseinanderdriften zwischen denen da oben und denen da unten wirklich verhindern, so bedarf es keiner Reichensteuer, keiner Deckelung von Gehältern, keiner härteren Strafen für Wirtschaftsdelikte, sondern Führungskräfte, die mitten im Alltag dieser Gesellschaft stehen. Das heißt für die Unternehmen: Sie müssen die Auswahlkriterien für ihre Top-Manager neu definieren. Wer im Konzern nach oben will, der muss draußen vernetzt sein. Und braucht dazu den Freiraum, sich mit einem guten Teil seiner Zeit mit anderen und für andere zu engagieren – ob im Kindergarten, im Sportverein, in der Kirche oder im Gemeinderat.

Je höher der Manager in der Hierarchie steigt, desto härter muss das sein, was ihm an sozialem Einsatz abverlangt wird. Es mag verstörend klingen, aber warum sollte der Chef eines Dax-Konzerns nicht verpflichtet werden, mehrere Tage im Jahr im Krankenhaus die Bettpfannen auszuleeren, in der Suppenküche für Obdachlose zu helfen oder einsame Menschen zu besuchen? Unsere Top-Manager würden sich dort an etwas erinnern, das den meisten wohl verloren gegangen ist: Demut.




Aus: "Sind Top-Manager asozial?" von Klaus Schweinsberg, Chefredakteur (capital.de, 28.02.2008)
Quelle: http://www.capital.de/div/100009957.html

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[...] Kritiker verlangen, dass Finanzinstitute, die sich verzockt haben, die Konsequenzen selbst tragen sollen - in voller Härte. Das Gleiche gelte für Hausbesitzer, die Kredite aufgenommen haben, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können. Selbst Finanzminister Henry Paulson erwartet, dass noch mehrere Finanzinstitute Bankrott gehen könnten, bevor sich die Lage beruhigt.

Fraglich ist auch, wie lange das Geld der Fed noch reicht. Laut "International Herald Tribune" hatte die US-Notenbank bisher rund 800 Milliarden Dollar in Cash und in Treasury Bonds zur Verfügung. Mittlerweile hat sie aber schon 400 Milliarden Dollar an kurzfristigen Krediten bereitgestellt - und es könnten bald mehr werden.

"Die Notenbank fährt zurzeit mit halb vollem Tank", sagt der frühere Fed-Direktor Laurence Meyer laut "International Herald Tribune". "Bald hat sie keinen Spielraum mehr für solche Maßnahmen."

[...] Die einen werfen Bush vor, er habe mit der Rettungsaktion für Bear Stearns seine eigene ideologische Grundhaltung gegen Staatsinterventionen aufgegeben. Andere klagen, die Regierung tue zu wenig, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Demokratische Spitzenpolitiker werfen der Regierung Bush vor, sie habe den Notverkauf einer prestigeträchtigen Investmentbank unterstützt - tue aber zu wenig für einfache Amerikaner, deren Häuser zwangsversteigert werden sollen.



Aus: "FINANZKRISE: Ökonomen kritisieren US-Notenbank - Demokraten drängen Bush zum Handeln" (18. März 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542246,00.html

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