Author Topic: [The Lordship of Moneygaming... ]  (Read 106369 times)

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[The Lordship of Moneygaming... ]
« Reply #225 on: September 13, 2018, 01:05:49 PM »

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[...]  Die Wahrscheinlichkeit, als ehemaliger Präsident El Salvadors wegen Korruption angeklagt zu werden, beträgt für jene, die das Amt seit der Jahrtausendwende ausgeübt haben, hundert Prozent. Rechtskräftig verurteilt ist freilich noch keiner.

Zuerst geriet Francisco Flores, Staatschef von 1999 bis 2004, ins Visier der Justiz. Er wurde beschuldigt, 15 Millionen Dollar an Spendengeldern aus Taiwan, die für die Opfer von Erdbeben bestimmt waren, für sich selber und seine rechtskonservative Arena-Partei abgezweigt zu haben. Flores bestritt dies nicht, doch im Januar dieses Jahres starb er an einer Gehirnblutung, bevor der Prozess stattfinden konnte. Gegen die Komplizen in der Partei wurde keine Anklage erhoben.

Mauricio Funes, der 2009 bis 2014 für den FMLN, die Partei der einstigen Linksguerilla, Präsident war, hat sich vor Gericht für Einkünfte von 700 000 Dollar ungeklärter Herkunft zu verantworten. Damit soll er unter anderem ein Haus in einem Nobelviertel von San Salvador sowie Landkäufe finanziert haben. Funes setzte sich im August mit seiner Familie nach Nicaragua ab und erhielt dort von Präsident Daniel Ortega politisches Asyl. Er bezeichnet sich als Opfer einer politischen Vendetta der Rechten, weil er seinerzeit die Ermittlungen gegen Flores in Gang gebracht habe.

Zum spektakulärsten Fall ist inzwischen jener des Präsidenten von 2004 bis 2009 geworden. Antonio Saca war als Unabhängiger für die Arena-Partei gewählt worden, überwarf sich aber nach der Präsidentschaft mit der Partei. Er landete Ende Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft Saca vor, in einer «immensen Operation» während seiner Amtszeit 246 Millionen Dollar aus der Staatskasse veruntreut zu haben. Mithilfe seines Privatsekretärs und fünf weiterer Komplizen, die ebenfalls in Haft sind, sei das Geld auf Privatkonten gelangt; 116 Millionen Dollar davon seien in bar abgehoben worden. Gemunkelt wurde über Sacas Korruption schon früh – unter anderem in einem von Wikileaks veröffentlichten Telegramm der amerikanischen Botschaft im Jahr 2009. ...


Aus: "Kolumne: Ein Korruptionsskandal nach dem andern" Peter Gaupp, San José (24.11.2016)
Quelle: https://www.nzz.ch/international/aufgefallen/unschoene-tradition-in-el-salvador-ein-korruptionsskandal-nach-dem-andern-ld.130315

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[...] Saca ist Mediengeschäftsmann und war Vorsitzender des salvadorianischen Unternehmerverbands. Als Präsident setzte er auf "Marktreformen" und eine Politik von "Recht und Ordnung". Seine Kritiker werfen ihm die frühere Nähe seiner Partei zu rechtsextremen Todesschwadronen vor. (APA, 30.10.2016)


Aus: "Ehemaliger Präsident El Salvadors festgenommen" (30. Oktober 2016)
Quelle: https://derstandard.at/2000046718676/Ehemaliger-Praesident-El-Salvadors-festgenommen

https://www.tagesspiegel.de/politik/elas-antonio-saca-el-salvadors-ex-staatschef-wegen-korruption-zu-zehn-jahren-haft-verurteilt/23061566.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Saca


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[The Lordship of Moneygaming... ]
« Reply #226 on: October 30, 2018, 12:22:08 PM »
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[...] Der deutsche Immobilienmarkt ist lukrativ – auch für Kriminelle. Schätzungsweise 25 Milliarden Euro werden hier im Jahr gewaschen. 

Bargeld ist tabu. „Ich kriege E-Mails von Botschaftern, die mit einer Million im Koffer eine Wohnung kaufen wollen“, sagt Enrico Schumacher. „Da läutet sofort die Alarmglocke.“ Schumacher ist Geldwäschebeauftragter. Seit einem Jahr prüft der gelernte Steuerfachmann für die Berliner Immobilienfirma „Berkshire Hathaway Homeservices Rubina Real Estate“ potenzielle Käufer auf ihre Redlichkeit. „Ich verdächtige niemanden, aber ich überprüfe alle“, sagt Schumacher. Wer eine Wohnung cash bezahlen will, hat bei ihm keine Chance.

Der deutsche Immobilienmarkt ist lukrativ – auch für Kriminelle. Der Bundesregierung zufolge kennzeichnet die Branche ein „herausgehobenes Risiko“ für Geldwäsche. Hohe Wertstabilität plus schwache staatliche Kontrolle plus hohe Intransparenz machen den Markt attraktiv. Es fehlt ein zentrales Immobilienregister, in dem die tatsächlichen Eigentümer aufgeführt sind. In die lokalen Grundbücher, die zwar digitalisiert, aber nicht miteinander verknüpft sind, kann jede x-beliebige Briefkastenfirma eingetragen werden. Finanzexperten und das Bundeskriminalamt schätzen, dass rund zehn Prozent der jährlich auf dem deutschen Immobilienmarkt umgesetzten 250 Milliarden Euro zu Geldwäschezwecken eingesetzt werden. Das sind 25 Milliarden Euro aus Drogen-, Waffen- oder Menschenhandel, die zur Preisspirale nach oben beitragen. Geldwäscher nehmen Verluste von bis zu 60 Prozent in Kauf – neben schlechten Bankkonditionen auch überhöhte Preise für Immobilien.

Zwar sind nach dem deutschen Geldwäschegesetz neben Banken, Steuerberatern, Rechtsanwälten und Notaren auch Immobilienmakler dazu verpflichtet, Verdachtsfälle zu melden. Doch die wenigsten tun das. Nur drei Prozent aller angezeigten Verdachtsfälle stammen von ihnen. Zu dem Schluss kommt eine Studie des Bundeskriminalamts, die der Branche „mangelnde Sensibilität“ vorwirft. Ein Grund: Die Hälfte der Makler fürchten nach einer Umfrage des Kriminologen Kai Bussmann von der Universität Halle um den Deal und ihre Provision. Je besser das Geschäft für die Makler, desto geringer die Motivation einer Verdachtsmeldung.

Wegen der internationalen Ausrichtung ist Schumachers Arbeitgeber besonders gefährdet für Geldwäsche: „Es ist deutlich komplizierter, etwas über einen chinesischen Käufer in Erfahrung zu bringen als über einen deutschen.“ Schon unter dem Namen „Rubina Real Estate“ vermittelte die Firma vorrangig vermögende Interessenten aus China und dem arabischen Raum. Sie werden in Vor-Ort-Büros akquiriert, nach Berlin eingeflogen und mit exklusiver Betreuung für Berliner „Premium-Immobilien“ begeistert, wie etwa Neubauprojekte in zentralen Lagen an der Chausseestraße. Gerade Kunden aus der rasant wachsenden chinesischen Mittelschicht suchen nach Möglichkeiten, ihr Geld angesichts des unbezahlbaren Heimatwohnmarkts in sichere deutsche Immobilien zu investieren. Nach der Allianz mit der Firma „Berkshire Hathaway Homeservices“ des US-Investors Warren Buffett soll der Kundenfokus in Richtung Amerika ausgedehnt werden.

Enrico Schumacher, vom TÜV zertifiziert, soll nun dafür sorgen, dass sein Geschäftsführer Carsten Heinrich nicht über seine globalen Deals stolpert. Denn der ist prinzipiell haftbar, wenn nicht ausreichend auf Geldwäsche geprüft wurde. Im Extremfall droht Gefängnis. Einen Teil der Haftung übernimmt nun Schumacher; dafür wird er gut bezahlt und genießt ein Jahr Kündigungsschutz. „Damit ich nicht wegen eines geplatzten Zehn-Millionen- Deals rausgeworfen werden kann“, sagt der Geldwäschebeauftragte.

Mit seinem Job ist er ein Exot. Die wenigsten Maklerfirmen beschäftigen einen eigenen Geldwäschebeauftragten. Denn der ist teuer und schlecht fürs Geschäft, „man muss in kritischen Fällen den Verkäufern in die Quere kommen“, sagt Schumacher. Drückt man da aus Kollegialität nicht im Zweifel ein Auge zu? Nein, beteuert Schumacher. „Wenn ich einen Verdacht wegen mangelnder Sorgfalt übersehe, ist das mein Verschulden“, sagt er. „Wenn ich vorsätzlich oder wissentlich einen Verdacht verschweige, bin ich erst recht dran.“ Deshalb nerve er die Verkäufer permanent mit Schulungen, in denen er klarmacht, worauf sie achten müssten.

Besonders anfällig für Geldwäsche sei die Maklerpraxis der Reservierungsgebühr. Interessenten zahlen überschaubare Beträge an, die meist unter der Überprüfungsgrenze von 15000 Euro liegen. Damit kann man Geld 1:1 waschen, wenn der Interessent abspringt und die Gebühr auf ein anderes Konto zurücküberwiesen haben möchte. Solche Wünsche gebe es. „Wir achten aber peinlich genau darauf, dass es auf dasselbe Konto zurückgeht.“ In den Schulungen wird auch erklärt, wie das von der Firma selbst entwickelte Detektivprogramm „Black Diamond“ funktioniert. Das sucht im Internet nach verdächtigen Indizien. Etwa, ob der Interessent eine politisch exponierte Person ist, die ihren Einfluss ausnutzen könnte, oder ob derjenige auf einer Terrorsanktionsliste steht. Auch das Herkunftsland des Eigenkapitals wird geprüft. „Hochrisiko ist überall wo Krieg ist oder unübersichtliche Verhältnisse herrschen“, sagt Schumacher.

Er berichtet von einem Fall, in dem ein Käufer mit deutschem Pass ohne geregeltes Einkommen mit viel Eigenkapital Wohnungen kaufen wollte. Vermutlich als Strohmann, denn das Geld stammte aus einem Risikoland. „Ab der Meldung darf man nichts mehr machen, bis der Staatsanwalt das Geld wieder frei gibt oder endgültig sperrt“, erzählt Schumacher.

Am Ende prüft er die Recherche-Ergebnisse und schickt im Verdachtsfall die Meldung ab. Empfänger ist die FIU (Financial Intelligence Unit). Die Zentralstelle für Geldwäsche-Verdachtsanzeigen wurde 2017 beim deutschen Zoll eingerichtet. Wie viel die Meldungen bringen, ist fraglich. „Die Behörde stellt sich ja gerade erst richtig auf“, sagt Schumacher, „in den nächsten zwei Jahren wird sie die Keule rausholen.“ Viele würden die Augen noch zumachen. Doch er glaubt: spätestens, wenn es die ersten großen Strafen gebe, werde jeder in der Branche wach.


Aus: "Der Immobilienmarkt ist anfällig für Geldwäsche" Christian Hönicke (30.10.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/zwielichtige-geschaefte-der-immobilienmarkt-ist-anfaellig-fuer-geldwaesche/23239530.html

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« Reply #227 on: October 31, 2018, 08:20:19 PM »
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[...] Bei den Ermittlungen stellten sie gravierende Unregelmäßigkeiten fest. In der Zusammenfassung schreibt der Rechnungshof, in rund 80 Prozent sei die schiere Notwendigkeit der Beratung "nicht nachgewiesen", auch die Wirtschaftlichkeit sei in fast keinem der Fälle geprüft worden, 44 von 56 Berater-Projekten wurden "freihändig" vergeben. ...

... Eins der Beispiele ist nach SPIEGEL-Informationen ein Großvertrag mit dem Beratungsriesen Accenture. Nach Prüfung der Unterlagen konnten die Ermittler nicht nachvollziehen, wer im Ministerium und warum die Berater überhaupt engagiert wurden. Die Bezahlung der Rechnung über 2,9 Millionen Euro wurde erstmal eilig gestoppt.

... Für die Ministerin ist die Affäre mehr als nur unangenehm. Schon vor ihrem Amtsantritt im Wehrressort Ende 2013 galt sie als glühender Fan von externen Beratern bei Reformvorhaben, aus ihrer Sicht kann man mit den unabhängigen Fachleuten Prozesse schlicht schneller als mit dem trägen Beamtenapparat eines Ministeriums in Gang setzen.

...


Aus: "Von der Leyen räumt gravierende Mängel bei Vergabe von Beraterjobs ein" Matthias Gebauer (31.10.2018)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-raeumt-gravierende-maengel-bei-vergabe-von-berater-jobs-ein-a-1236122.html


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« Reply #228 on: January 10, 2019, 04:47:18 PM »
Quote
[...] Gegen Heinrich Maria Schulte lief von Mai 2014 bis April 2015 vor dem Landgericht Hamburg ein Verfahren wegen Veruntreuung von Anlagegeldern. In Form gewerbsmäßiger Untreue soll Schulte von 2011 bis 2013 in 327 Fällen rund 147 Millionen Euro aus 31 geschlossenen Immobilienfonds mit Vorsatz zweckwidrig verwendet haben. Am 20. April 2015 wurde Schulte zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftdauer von zwölf Jahren beantragt. Betroffen sind rund 35.000 Anleger. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bankhaus_W%C3%B6lbern_%26_Co. (27. April 2018)

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[...] Der seinerzeitige Wölbern-Inhaber hat laut Urteil vom April 2015 zwischen August 2011 und September 2013 insgesamt mehr als 147 Millionen Euro aus geschlossenen Fonds seines Emissionshauses entnommen und über eine in den Niederlanden ansässige Tochterfirma unrechtmäßig zweckentfremdet. Abzüglich Rückzahlungen von rund 31 Millionen Euro blieben offene Posten von rund 115 Millionen Euro, so die Richter. Rund 50 Millionen Euro davon seien in den privaten Bereich Schultes geflossen.

K. fungierte in der fraglichen Zeit im Hause Wölbern als "rechte Hand" Schultes. Sein Geständnis legte er Prozessbeobachtern zufolge, die namentlich nicht genannt werden wollten, die jedoch als zuverlässig einzustufen sind, am Dienstags dieser Woche vor der 18. Großen Strafkammer des Landgerichts in Hamburg ab. Diese Information sowie der mögliche Strafrahmen von bis zu einem Jahr und zehn Monaten, den der Richter gegenüber K. in Aussicht gestellt hat, wurde manager-magazin.de zudem inzwischen von einer Sprecherin des Gerichts bestätigt.

Bei seinem Geständnis sagte K. den Beobachtern zufolge, ihm sei die aussichtslose Lage der Wölbern-Gruppe bereits seit 2011 bewusst gewesen. Er habe jedoch die Augen davor verschlossen beziehungsweise sich von Beteuerungen Schultes und anderer Beteiligter blenden lassen.

Zudem bat K. offenbar darum, von einer Bestrafung abzusehen, da diese seine aktuelle berufliche Existenz gefährden würde. Diesem Wunsch dürfte das Gericht aller Wahrscheinlichkeit nach aber kaum nachkommen.

Der Prozess soll am Dienstag, den 15. Januar, mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt werden.


Aus: "Letzter Wölbern-Angeklagter steht kurz vor Verurteilung" Christoph Rottwilm (10.01.2019)
Quelle: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/woelbern-invest-urteil-steht-nach-gestaendnis-kurz-bevor-a-1247348.html

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[...] Der Geldwäscheskandal hält Behörden in Europa seit Monaten auf Trab: Die dänische Danske Bank steht im Verdacht, über ihre Niederlassung in Estland dubiose Gelder in Höhe von 200 Milliarden Euro transferiert zu haben. Staatsanwälte in Dänemark, Estland und den USA ermitteln, kurz vor Weihnachten wurden Mitarbeiter der estnischen Filiale der Bank festgenommen. Von diesem Geldwäscheskandal sind auch deutsche und österreichische Unternehmen und Banken betroffen. Das ergaben gemeinsame Recherchen der RBB-Redaktion Investigatives und Hintergrund, des ARD-Politikmagazins "Kontraste" und der Wochenzeitung "Die Zeit". Dem STANDARD liegt ein Auszug der Dokumente vor. Allein für Deutschland geht es dabei um einen Betrag von mehr als 32 Millionen Euro in den Jahren 2007 bis 2011. In Österreich beträgt die Summe rund vier Millionen Euro. Aus der Auswertung der vorliegenden Dokumente ergibt sich, dass 64 Überweisungen auf Kundenkonten in Österreich erfolgten. In Deutschland waren es 792 Überweisungen auf 321 Konten bei Banken und Sparkassen.

Der Geldwäscheskandal hält Behörden in Europa seit Monaten auf Trab: Die dänische Danske Bank steht im Verdacht, über ihre Niederlassung in Estland dubiose Gelder in Höhe von 200 Milliarden Euro transferiert zu haben. Staatsanwälte in Dänemark, Estland und den USA ermitteln, kurz vor Weihnachten wurden Mitarbeiter der estnischen Filiale der Bank festgenommen. Von diesem Geldwäscheskandal sind auch deutsche und österreichische Unternehmen und Banken betroffen. Das ergaben gemeinsame Recherchen der RBB-Redaktion Investigatives und Hintergrund, des ARD-Politikmagazins "Kontraste" und der Wochenzeitung "Die Zeit".

Dem STANDARD liegt ein Auszug der Dokumente vor. Allein für Deutschland geht es dabei um einen Betrag von mehr als 32 Millionen Euro in den Jahren 2007 bis 2011. In Österreich beträgt die Summe rund vier Millionen Euro. Aus der Auswertung der vorliegenden Dokumente ergibt sich, dass 64 Überweisungen auf Kundenkonten in Österreich erfolgten. In Deutschland waren es 792 Überweisungen auf 321 Konten bei Banken und Sparkassen.
Warenlieferungen nach Russland

In vielen der Fälle wurden damit wahrscheinlich Warenlieferungen nach Russland bezahlt. Die Empfänger der Handelsgüter waren jedoch nicht immer identisch mit den Firmen, die für die Warenlieferungen bezahlt haben. Auch ließen sich keine unmittelbaren Geschäftsbeziehungen zwischen den beteiligten Firmen nachweisen. Bei den gelieferten Gütern handelt es sich unter anderem um Industrieausrüstungen, Hausgerätetechnik, Stoffe, Aquarientechnik, Ersatzteile oder Autos. In Österreich wurden auch Küchengeräte um tausende Euro gekauft.

Unter Geldwäscheexperten gilt der Güterhandel bis heute als besonders anfällig für Geldwäsche.

Woher die Gelder stammen, die auf diesem Weg in den legalen Wirtschaftskreislauf gelangten, lässt sich nur schwer nachweisen. William Browder, einst einer der größten westlichen Fondsinvestoren in Russland, beschuldig in einem Schreiben an die estnische Staatsanwaltschaft 26 Mitarbeiter der Danske Bank in Estland der Beihilfe zur Geldwäsche. Browder vermutet, dass über die Danske Bank auch 230 Millionen Dollar aus einem Steuerbetrug zulasten des russischen Staates im Jahr 2008 gewaschen wurden. Der Fall erregte als Magnizki-Affäre Aufmerksamkeit, benannt nach Sergej Magnizki, Browders Steuerberater, der im Zuge der Ermittlungen von den russischen Behörden inhaftiert wurde und 2009 im Gefängnis unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.


Aus: "Geldwäscheskandal bei der Danske Bank: Spuren führen nach Österreich" Markus Sulzbacher (10.01.2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000095769226/Geldwaescheskandal-bei-der-Danske-Bank-Spuren-fuehren-nach-Oesterreich

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warp.faktor

Bei den Banken ist es wie bei der Mafia.
Schmutzige Geschäfte kommen nur dann ans Licht, wenn es zu Streitigkeiten kommt.


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[...] (Reuters) Ein amerikanischer Pensionsfonds verklagt die von einem Skandal erschütterte Danske Bank. Zudem will der Fonds vier ehemalige Manager des Geldhauses vor Gericht bringen.

Der in New York ansässige Fonds (Plumbers & Steamfitters Local 773 Pension Fund) strebt laut in New York eingereichten Gerichtsunterlagen vom Mittwoch eine Sammelklage gegen Dänemarks grösstes Finanzinstitut an und fordert Schadensatz für Anleger, die zwischen dem 9. Januar 2014 und 23. Oktober 2018 ADS-Scheine des Geldhauses hielten. Die Hinterlegungsscheine hatten nach Bekanntwerden des Skandals an Wert verloren. Gemäss den eingereichten Dokumenten fielen die Papiere um rund 2,5 Mrd. $, als Anlegern die volle Tragweite des Skandals sichtbar wurde.

Die Danske Bank steht im Verdacht, über ihre Niederlassung in Estland zwischen 2007 und 2015 dubiose Gelder in Höhe von 200 Mrd. € transferiert zu haben. Staatsanwälte in Dänemark, Estland und den USA ermitteln. Bei der Danske Bank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.



Aus: "US-Pensionsfonds verklagt Danske Bank wegen Geldwäscherei-Skandals" (10.1.2019)
Quelle: https://www.nzz.ch/finanzen/us-pensionsfonds-verklagt-danske-bank-wegen-geldwaescherei-skandals-ld.1450319

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« Reply #229 on: March 05, 2019, 10:02:16 AM »
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[...] Über ein ausgeklügeltes Geldwäschesystem sind innerhalb weniger Jahre Milliardensummen aus Russland an den Westen geflossen, knapp 190 Millionen Euro auch auf deutsche Konten. Politiker, Geschäftsleute und Kriminelle brachten ihr Geld aus undurchsichtigen Quellen außer Landes, die Empfänger waren unter anderem eine Wohltätigkeitsfirma des britischen Prinzen Charles, das Firmenkonto eines Jugendfreunds des russischen Präsidenten Waldimir Putin und ein Unternehmen mit Sitz in Bayern. Das geht aus Bankunterlagen hervor, die dem Recherchenetzwerk Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und der litauischen Nachrichtenseite 15min.lt zugespielt wurden.

Bei den geleakten Dokumenten handelt es sich um Korrespondenz, Verträge, Rechnungen und Informationen zu mehr als 1,3 Millionen Banküberweisungen. Sie betreffen zu großen Teilen die litauischen Banken Snoras und Ūkio. Die Süddeutsche Zeitung hat die Unterlagen zusammen mit 20 weiteren Medienhäusern ausgewertet. Die Ergebnisse werden unter dem Titel "Troika Laundromat" weltweit veröffentlicht.

Geld legaler wie illegaler Herkunft floss laut den Recherchen in ein Netzwerk von rund 70 Briefkastenfirmen, die von Scheindirektoren geleitet wurden. Die Beträge wurden vielfach hin- und herüberwiesen. Am Ende wurden mit dem Geld Immobilien etwa in Großbritannien, Spanien und Montenegro gekauft, außerdem Luxusjachten, Flugzeuge oder Kunst und vieles mehr. Auch eine Wohltätigkeitsorganisation, die von Prinz Charles geleitet wird, erhielt Geld. Die Firma eines Steuerberaters aus Bayern wurde für Tausende Drucker und Tonerpackungen bezahlt. Der Steuerberater und seine angeblichen Geschäftspartner gaben gegenüber der Süddeutschen an, nie mit diesen Waren gehandelt zu haben, auch seien Unterschriften gefälscht worden.

Ein zweistelliger Millionenbetrag landete auf einem Schweizer Firmenkonto des Cellisten Sergej Roldugin, eines der besten Freunde von Präsident Putin. Roldugin hatte schon bei den Enthüllungen der Panama Papers eine tragende Rolle gespielt, als die Süddeutsche Zeitung und ihre Partner aufdeckten, dass Roldugin im Zentrum eines Netzes von Briefkastenfirmen stand, das Hunderte Millionen Dollar verwaltete.

Bereits 2014 hatten Reporter des OCCRP erstmals ein Geldwäschesystem aufgedeckt, das sie damals Russian Laundromat – zu Deutsch: Russischer Waschsalon – nannten. Dieser Waschsalon hatte in den Jahren 2010 bis 2014 Geld aus mindestens fragwürdigen Quellen in Höhe von etwa 20,7 Milliarden US-Dollar aus Russland in die Europäische Union geschleust. Erst vor wenigen Tagen beschlagnahmte das Bundeskriminalamt in diesem Zusammenhang Immobilien in Nürnberg, Regensburg, Mühldorf am Inn und Schwalbach am Taunus im Wert von 40 Millionen Euro und fror auf mehreren Konten weitere sieben Millionen Euro ein, berichtet die Süddeutsche.

Ein nächstes, ähnliches Geldwäschesystem flog im Herbst 2017 auf. Diesmal stammte das Geld aus Aserbaidschan und floss über die estnische Filiale der dänischen Danske Bank in die EU. Und von dort aus auch nach Deutschland, beispielsweise an eine Firma der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz (CDU). Strenz erhielt nach der Enthüllung eine Rüge des Bundestagspräsidiums, der Europarat erteilte ihr Hausverbot.


Aus: "Russisches Geldwäschesystem aufgedeckt" (4. März 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/datenleak-geldwaesche-russland-westen

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Mutti ihr Sohn #4


Wo ist der Skandal?
Das ist doch guter alten Kapitalismus guter Ton , so wie die Steuervermeidung und vor allem müssen die Russen noch bei den Finanzakrobaten in Europa in die Lehre gehen.
Denn zu Cum Ex Geschäften haben sie noch nicht die praktischen Erfahrungen!
Zu den Relationen der Cum Ex Geschäften ist das doch Pillepalle!


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RedDuke #4.1


Tatsächlich steht in dem Artikel nichts von einem Skandal. Sondern nur das Recherchen dieses Geldwäschesystem aufgedeckt haben. Diese Info hat auch ohne jeden ideologischen Grabenkampf eine Bedeutung. Und ein größeres Unrecht, macht ein kleineres Unrecht nicht besser.

Verbrechen bleibt Verbrechen. Egal ob bei uns, oder in Russland.


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Rober Richard #10

Warum sollte die tiefe Regierung in Russland anders agieren als die tiefen Regierungen anderer Staaten dieser Welt .


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Galgenstein #10.1

Sie meinen ein Problem, das sich relativieren lässt, ist in Wirklichkeit gar kein Problem? Na denn....


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Das entscheidende Problem #20

"Troika Laundromat" - da musste ich schmunzeln.

Meinen grössten Respekt vor Leuten, die sich mit organisierter Kriminalität befassen und solchen Fällen nachgehen.


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« Reply #230 on: March 20, 2019, 09:08:57 AM »
"Cum-Ex: Spion oder Held?" Karsten Polke-Majewski  (19. März 2019)
Ein deutscher Anwalt half, einen großen Steuerraub aufzudecken. In der Schweiz wird er nun wegen Spionage angeklagt. ...
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/cum-ex-steuerbetrug-wirtschaftsspionage-anklage-schweiz/komplettansicht

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Pressimist #29

Wenn jemand in der Schweiz versucht Recht und Gesetz im Bankenwesen durchzusetzen, ist das so, als würde in Deutschland jemand versuchen die Autoindustrie zu zwingen sich an Recht und Gesetz zu halten: Die Gewinne eines wichtigen Industriezweigs werden bedroht.


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[...]  Looser99 #18

Ein Nebenschauplatz des Krieges arm gegen reich. ...


...

Kontext:

Unter Dividendenstripping wird börsentechnisch die Kombination aus dem Verkauf einer Aktie kurz vor dem Termin der Dividendenzahlung und Rückkauf derselben Aktie kurz nach dem Dividendentermin verstanden. Solche Geschäfte sind häufig durch die Erlangung von Steuervorteilen motiviert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping

"CumEx Files: Held, Dieb oder Spion?"  Jörg Göbel , Oliver Schröm , Sylke Gruhnwald , Michael Haselrieder , Carlos Hanimann (21. March 2018)
Eine Schlüsselszene entlarvt, mit welcher Härte der Kampf geführt wird. Dr. Peter Giger, Schweizer Staatsbürger, Staatsanwalt, Mitglied der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei. Und Josef Talheimer, Deutscher, schwerbehindert, Mitarbeiter eines Schweizer Bankhauses. Sie treffen in einem Büro der Staatsanwaltschaft Zürich aufeinander. Sie sind zwei der vier Männer, die im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung stehen, bei der es anfangs um 50 Millionen Euro geht, bald aber um systematischen Betrug an deutschen Steuerbehörden. Am Ende wird von Wirtschaftskrieg die Rede sein.
https://correctiv.org/aktuelles/cumex-files/2018/03/21/held-dieb-oder-spion
« Last Edit: March 20, 2019, 09:12:44 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #231 on: May 02, 2019, 04:50:27 PM »
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[...]  Wegen der Vorgänge um die Sanierung ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue und Korruption. ...


Aus: "Keine Entlassungen: "Gorch Fock"-Werft will ans Vermögen ihrer Ex-Vorstände" (02.05.2019)
Quelle: https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-gorch-fockwerft-will-ans-vermoegen-ihrer-exvorstaende-_arid,1826633.html

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« Reply #232 on: May 13, 2019, 10:42:25 AM »
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[...] Der Finanzinvestor Cinven rückt der Übernahme von vier Millionen Lebensversicherungs-Policen von Generali Deutschland einen Schritt näher. Der italienische Versicherungsriese Generali wolle in Kürze exklusive Verhandlungen mit dem Bestandsmanager Viridium über den Verkauf der klassischen Garantie-Policen aufnehmen, sagte eine mit dem Prozess vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die finale Entscheidung steht aber noch aus. Hinter Viridium stehen Cinven und die Hannover Rück. Dem Abwickler gehören in Deutschland schon drei kleinere Lebensversicherungs-Bestände.

Damit hätte Viridium die Rivalen Frankfurter Leben und Athora ausgestochen, die sich ebenfalls um das Portfolio bemüht hatten. Athora gehört zum US-Finanzivestor Apollo. Ob sich Generali am Ende wirklich von dem rund 40 Milliarden Euro schweren Bestand trennt, ist offen. Auch die Finanzaufsicht BaFin muss einem Verkauf noch zustimmen. Es wäre mit Abstand die größte derartige Transaktion in Deutschland bisher. Die Münchener Rück hatte den Verkauf von Ergo Leben wieder abgesagt und will die sechs Millionen Policen stattdessen selbst abwickeln.

Viridium und Generali Deutschland wollten sich nicht zu den Informationen äußern. Der Versicherer sprach von "Gerüchten im Markt".



Aus: "Abwickler Viridium hat bei Generali Leben Nase vorn" (28. Juni 2018 )
Quelle: https://www.wiwo.de/unternehmen/versicherer/exklusive-verhandlungen-abwickler-viridium-hat-bei-generali-leben-nase-vorn/22746410.html

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[...] Das Ereignis markiert das Scheitern der privaten Altersvorsorge in Deutschland: Am Dienstag vergangener Woche schloss die Firma Viridium den Kauf von rund vier Millionen Altersvorsorgeverträgen, Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen der Generali-Versicherung ab – nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, neun Monate lang die Übertragung geprüft hatte. Es ist nicht der erste Verkauf eines Lebensversicherungsbestands an eine Abwicklungsgesellschaft – ein sogenannter Run-off, aber der mit Abstand größte. Branchenbeobachter erwarten, dass weitere Versicherer ihre Bestände an klassischen Lebensversicherungen verkaufen werden.

Noch vor wenigen Jahren brüstete sich die Branche damit, dass sie die Alterssicherung besser betreiben könne als der Staat. Doch das Umsichgreifen des Run-off zeigt: Private Versicherer beherrschen die Altersvorsorge mitnichten besser als die gesetzliche Rentenversicherung. Die Bundesregierung müsste Konsequenzen daraus ziehen und sofort aus der Förderung der privaten Altersvorsorge aussteigen, die bestehenden Verträge sollten in die gesetzliche Rentenversicherung überführt werden. Zudem wäre es endlich an der Zeit für die Einführung einer Mindestrente nach skandina­vischem Vorbild, die jeder und jede bekommt und die zum Leben reicht. Doch leider gibt es dafür keine Anzeichen.

Früher waren die gängigen Altersvorsorgeverträge für die Versicherungswirtschaft attraktiv, doch das hat sich in der anhaltenden Niedrigzinsphase geändert. Bei klassischen Lebens- oder privaten Rentenversicherungen bekommen Kunden eine garantierte Verzinsung ihrer Beiträge und des angesammelten Kapitals. Der Versicherer trägt das Kapitalmarktrisiko, mitunter über viele Jahrzehnte. Er muss die bei Vertragsabschluss zugesagte Garantieverzinsung gutschreiben, auch wenn er sie selbst mit seinen ­Kapitalanlagen nicht erwirtschaftet. Früher argumentierten die Versicherer, Kunden könnten so auch schlechte Kapitalmarkt­zeiten überstehen. Jetzt, da diese Zeiten da sind, trennen sich Versicherer wie Generali von dem Geschäftsmodell und den Kunden. Neuen Kunden drehen sie Lebens- und Rentenversicherungen an, bei denen die Verbraucher das Risiko tragen. Und bei den Alt­beständen tragen sie nicht das Risiko, sondern wälzen es ab – an die sogenannten Abwickler, eine Art bad bank für die private Rentenversicherung. Ob am Ende die Kunden ihr versprochenes Geld bekommen, wird immer zweifelhafter.

Das betrifft Millionen von Menschen. Schon jetzt befinden sich rund fünf Millionen Policen in den Händen von Abwicklern, viele werden folgen. Die rot-grüne Regierung hat ab 2002 viele Menschen in die Arme der Versicherungswirtschaft getrieben, indem sie die künftigen Renten erheblich gekürzt hat. Um Kunden zum Abschluss etwa einer »Riester-Rente« zu bewegen, ­fördert der Staat zudem private Altersvorsorgeverträge. Die Versicherungsbranche hat um dieses Geschäft gebuhlt. Doch der ­Verkauf der Bestände zeigt, dass ihr Geschäftsmodell dafür nicht taugt.


Aus: "Das Scheitern der privaten Altersvorsorge: Abgewickelt" Anja Krüger (09.05.2019)
Quelle: https://jungle.world/artikel/2019/19/abgewickelt

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[The Lordship of Moneygaming... ]
« Reply #233 on: May 18, 2019, 05:11:12 PM »
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[...] Strache und Gudenus offenbaren bei dem Treffen [ ] ein womöglich illegales System der Parteifinanzierung. "Es gibt ein paar sehr Vermögende. Die zahlen zwischen 500.000 und anderthalb bis zwei Millionen", sagt Strache in dem Video. Das Geld fließe demnach aber nicht an die FPÖ, sondern an einen Verein. "Der Verein ist gemeinnützig, der hat auch nichts mit der Partei zu tun. Dadurch hast du keine Meldungen an den Rechnungshof."

Strache und Gudenus nennen laut "Spiegel" auf dem Video mehrere Namen angeblicher Großspender, die bereits bezahlt oder zumindest eine Zusage gegeben hätten. Diese dementierten auf Anfrage von SZ und Spiegel, direkt oder indirekt an die FPÖ gespendet zu haben.

... Auf Anfrage von SZ und Spiegel räumten die FPÖ-Politiker das Treffen in der Villa ein, bezeichneten es allerdings als "rein privates" in "lockerer, ungezwungener und feuchtfröhlicher Urlaubsatmosphäre". „Auf die relevanten gesetzlichen Bestimmungen und die Notwendigkeit der Einhaltung der österreichischen Rechtsordnung wurde von mir in diesem Gespräch bei allen Themen mehrmals hingewiesen.“ Das gelte auch für „allenfalls in Aussicht gestellte Parteispenden bzw. Spenden an gemeinnützige Vereine im Sinne der jeweiligen Vereinsstatuten“. „Im Übrigen“, teilte Strache zunächst schriftlich mit,, „gab es neben dem Umstand, dass viel Alkohol im Laufe des Abends gereicht wurde, auch eine hohe Sprachbarriere“.

... In dem Video beschimpft Strache auch Journalisten. Er wird mit den Worten zitiert: "Journalisten sind sowieso die größten Huren auf dem Planeten." Strache schlägt vor, kritische "Krone"-Journalisten zu entfernen und durch von ihm bevorzugte Journalisten zu ersetzen. Gudenus wird mit den folgenden Worten zitiert: "Die Kronen Zeitung wär für uns alle gut, für sie geschäftlich, für uns politisch." Zudem soll Strache in dem Video geäußert haben, er wünsche sich eine "Medienlandschaft ähnlich wie der Orbán". Victor Orbán ist seit 2010 Ministerpräsident in Ungarn und beschränkt seither massiv die Pressefreiheit. ...


Aus: "Was die Aufnahmen über den FPÖ-Politiker aussagen" Madlen Haarbach (18.05.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/ist-strache-kaeuflich-was-die-aufnahmen-ueber-den-fpoe-politiker-aussagen/24356454.html

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Bernfried 10:37 Uhr
Die österreichische „Schwesterpartei“ der AfD.

Die Umstände unter denen diese Aufnahmen jetzt nach fast zwei Jahren “geleakt“ wurden, sind zwar ziemlich dubios. Aber all das tritt gegenüber einem Ausmaß an Dummheit, Vulgarität und illegalenGedankenspielen zurück, die eine x-beliebige Bananenrepublik im Vergleich dazu wie eine Musterdemokratie aussehen lassen:

Da haben wir unter anderem:

- Parteispenden am Fiskus über Scheinfirmen vorbei schleusen.
- Medienmanipulation und Kaltstellen missliebiger Journalisten
- Orbán als offen genanntes Vorbild für eine Semidiktatur
- Vergabe öffentlicher Aufträge an Spender an an Spender und/oder
Parteifreunde
- Korruption, d.h. künstliche Aufblähung dieser erblichen Aufträge,
damit es sich auch richtig lohnt.
- Verkauf des österreichischen Trinkwassers an Oligarchen
- Vulgärste Diffamierungen politischer Gegner

All das erläutern dieser Herrschaften angeheitert und in größter
Selbstverständlichkeit und all das würde ich den Granden unseres
lieben Rechtspopulistenvereins ebenso zutrauen: Mit den Parteispenden haben wir ja schon die erste Parallele. ...


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berlin.er 09:27 Uhr
Wenn ich den Zeitpunkt berücksichtige, wann das Video öffentlich wurde, und der Böhmermann evtl. darüber schon länger Bescheid wusste, dann könnte ich mir vorstellen, dass man vor der Europawahl darauf aufmerksam machen wollte, wie volksverbunden populistische Volksparteien sind. Das dürfte dann jedenfalls gelungen sein, europaweit.


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mogberlin 09:11 Uhr
Besonders amüsant an der ganzen Angelegenheit ist mal wieder die totale Schweigsamkeit des rechten Spektrums, die immer zu beobachten ist, wenn etwas vorkommt, bei dem erst einmal eine Sprachregelung bzw. ein Narrativ ge-/erfunden werden muss. Da sitzen dann die Kubitscheks (o. a.) im stillen Kämmerlein und grübeln, welchen Opfermythos sie sich einfallen lassen können und bis das Ergebnis präsentiert ist, herrscht Stille ...


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peeka 07:57 Uhr
Nun wird klar, warum die neuen rechtsradikalen Parteien in ganz Europa die Farbe Blau als Erkennungszeichen gewählt haben. Und auch die weiße Schrift lässt sich allegorisch deuten.
Sicherlich muss Strache zurücktreten, alles andere wäre selbst für die politische Richtung, die sich mehr und mehr als international agierende kriminelle Vereinigung entpuppt, nicht zu erwarten.

In gut einer Woche wissen wir, wie groß der Anteil an Menschen in Europa ist, die sich von solchen Menschen eine Verbesserung versprechen. Wenn Alkohol, Koks, eine hübsche Dame und die Aussicht auf Macht ausreichen, um Staatsaufträge zu versprechen, dann wundern sich wohl lediglich diejenigen, die politische Vorgänge in Spielfilmen verarbeiten und die mit einem solchen Plot in einem Drehbuch wohl bei jedem Produzenten gescheitert wären, weil es dieser als zu klischeehaft abgelehnt hätte.


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DaW 17.05.2019, 21:38 Uhr

Tja: "Unser Geld für uns're Leut!"

Man muss verdammt naiv sein, um nicht zu sehen, was die FPÖ damit meinte...


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Pat7 11:04 Uhr
Antwort auf den Beitrag von ford_perfect 17.05.2019, 19:36 Uhr

    Und für Kanzler Kurz gilt: "Wer sich mit Schweinen in die Suhle legt, darf sich nicht wundern wenn er nach Jauche stinkt".

Das ist noch besser  als "Wer sich mit Hunden schlafen legt, wacht mit Flöhen  wieder auf".....


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