Author Topic: [The Lordship of Moneygaming... ]  (Read 117149 times)

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[Auf dem Boden des Schwimmbeckens seines Anwesens... ]
« Reply #180 on: October 27, 2009, 11:41:29 AM »
Quote
[...] Picower wurde am Sonntagnachmittag von seiner Frau leblos auf dem Boden des Schwimmbeckens seines Anwesens in Florida entdeckt.

....


Aus: "Madoff-Freund tot im Pool entdeckt" (26. Oktober 2009, 07:16, NZZ Online)
Ein Freund des verurteilten amerikanischen Milliardenbetrügers Bernard Madoff ist tot aufgefunden worden. Der 67-jährige Jeffry Picower soll von Madoffs Betrugssystem profitiert haben.
Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/madoff-freund_tot_im_pool_entdeckt_1.3923548.html


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[Die Finanzmanager der anglikanischen Kirche... ]
« Reply #181 on: November 05, 2009, 12:58:49 PM »
Quote
[...] London/Ulm (pte/04.11.2009/13:10) - Die Finanzmanager der anglikanischen Kirche in Großbritannien haben große Teile der Pensionen ihrer Pfarrer an den Börsen verspekuliert. Dabei gilt die anglikanische Kirche spätestens seit der Krise als scharfe Kritikerin von Gier und "ungebändigtem Kapitalismus" in der Finanzwelt. Ihre Bischöfe hatten etwa von einem "Götzendienst" der Banker gesprochen. Nach Angaben von Shaun Farrell, Chef des kirchlichen Pensionsfonds, weist nun die eigene Rentenkasse ein "tiefes Loch" auf. Die Ansprüche der Geistlichen summieren sich aktuell auf über 800 Mio. Pfund, denen nur mehr Aktien im Wert von 416 Mio. Pfund gegenüberstehen.

...


Aus: "Britische Kirche verzockte Rente ihrer Pfarrer" (pte/04.11.2009/13:10)
Quelle: http://pressetext.ch/news/091104032/britische-kirche-verzockte-rente-ihrer-pfarrer/


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[Das Geld heißt heißes Geld weil... ]
« Reply #182 on: November 23, 2009, 10:42:33 AM »
Quote
[...] Die Risikofreude ist zurück, die Zocker spielen das alte Spiel, den Carry Trade: Sie leihen sich Geld dort, wo es am billigsten ist. Das sind zurzeit die USA, bis zum Ausbruch der Krise war es Japan. Dann tauschen sie die Dollar in die Währungen um, in denen es mehr Zinsen gibt und von denen sie hoffen, dass sie gegenüber dem Dollar an Wert gewinnen werden.

Das Schlimme an dem vielen heißen Geld: Es fließt nicht in die Länder, weil dort Kapital knapp ist, wie es der reinen Lehre nach sein müsste. Es fließt nicht dorthin, weil ein Land einen Handelskredit braucht. Es fließt nicht dorthin, weil langfristig investiert werden soll, etwa in Unternehmen oder Fabriken. Nein, es fließt aus rein kurzfristigem spekulativen Kalkül.

Das aufnehmende Land wird dadurch vor große Probleme gestellt. Denn das fehlgeleitete Geld sorgt im Bankensystem der jeweiligen Staaten für Verwerfungen, weil es ja irgendwo bleiben muss. Also klettern die Vermögenspreise etwa am Immobilienmarkt oder die Banken steigen groß ins Auslandsgeschäft ein, siehe Island.

Das Geld heißt heißes Geld, weil es genauso schnell das Land wieder verlässt, wie es gekommen ist, dann nämlich, wenn sich der Wind an den Devisenmärkten dreht, der Dollar wieder aufwertet. Und in der Regel bleibt dann nichts als eine Spur der Verwüstung. Die vielen Krisen in Lateinamerika in den 1980ern bis zur Asien- und Russlandkrise Ende des 20. Jahrhunderts erzählen davon gruselige Geschichten.

Erschreckend ist das Bild, das der Westen derzeit abgibt. Er laviert, weil er die Wahrheit noch nicht aushält, ganz gleich ob Internationaler Währungsfonds, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank. Hört man den verantwortlichen Geldpolitikern zu, liest die einschlägigen Fachartikel, so ist inzwischen erfreulicher Weise verstanden worden, dass Finanzmärkte nicht effizient sind, nicht immer recht haben.

Doch die Standard-Schlussfolgerung stimmt bedenklich: Weil es an den Finanzmärkten wieder Übertreibungen nach oben gibt, müssen die Notenbanken die Zinsen erhöhen, um die Blasen anzupieksen, bevor sie richtig prall werden.

...




Aus: "Heißes Geld außer Kontrolle" Von Robert von Heusinger (22.11.2009)
Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/spezial_banken/meinung/2097012_Leitartikel-Heisses-Geld-ausser-Kontrolle.html


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[Diese Umschichtungen... (Citigroup)]
« Reply #183 on: December 17, 2009, 12:15:28 PM »
Quote
[...] Diese Umschichtungen müssten die milliardenschweren Steuervergünstigungen eigentlich hinfällig machen. Doch wie die "Washington Post" und die "New York Times" berichten, setzte die US-Steuerbehörde IRS in der vergangenen Woche eine Ausnahmeregelung in Kraft, durch die die Citigroup - und andere Unternehmen im Staatsbesitz - nach einem Verkauf der Staatsanteile an Privatunternehmen weiter von Steuererleichterungen profitieren.

[...] Einen ganz anderen Ton schlug Citigroup-Chef Vikram Pandit in einem internen Memo an, in dem er sich zu der genehmigten Rückzahlung der staatlichen Hilfsgelder äußert. "Wir schulden den Steuerzahlern und der Regierung enormen Dank", schrieb Pandit.

Hinter Pandits Dank steckt allerdings kaltes Kalkül: Fortan habe das Management wieder "größere Flexibilität", sagte der Analyst Frank Barkocy dem "Wall Street Journal". Klartext: Kaum Reinreden des Staates mehr und kein Rechtfertigungszwang.

Die US-Steuerbehörde wollte zu dem Steuerentscheid auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht Stellung nehmen. Ein Citigroup-Sprecher äußerte sich ebenfalls nicht dazu.

ssu


Aus: "Bankenpolitik - US-Regierung schenkt Citigroup Milliarden" (16.12.2009)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,667394,00.html


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[ ...schwarze Löcher in der Bankenwelt]
« Reply #184 on: December 23, 2009, 12:12:00 PM »
Quote
[...] Mehrere Banken in Deutschland haben viel Geld verschlungen. [...] Bankvorstände, Aufsichts- und Verwaltungsräte haben aber ein Interesse daran, dass dies als quasi natürlicher Vorgang betrachtet wird: Das sei systemimmanent. Es sei daher unsinnig, Fragen nach Schuld und Verantwortlichkeit zu stellen, es sei verfehlt, nach Schadenersatz oder Strafe zu rufen.

[...] Jeder Chef eines Handwerksbetriebs muss für die Beachtung der Arbeitsschutzvorschriften einstehen. Warum soll das für Bankvorstände nicht gelten? Der Verfassungsgerichtshof Sachsen hat in einem Urteil vom 28. August 2009 über das Geschäftsgebaren der Landesbank festgestellt: "Die...Betätigung der Sachsen LB auf den Kapitalmärkten war von ihren gesetzlichen Aufgaben nicht mehr gedeckt." Nicht gedeckt: An sieben sehr markanten Stellen im Urteil werden solche Gesetzesverstöße festgestellt. Warum sollen dann pflichtvergessene Vorstände und fahrlässige Aufsichtsorgane nicht auf Schadenersatz haften?

Die Landesbanken haben sich, wie andere Banken auch, irrwitzig viel Geld für absurd hohe Wertpapierkäufe geliehen - für Spekulationsgeschäfte ohne wirtschaftlichen Hintergrund. Sie haben hochriskante Geschäfte ins Ausland ausgelagert, sich so der Bankenaufsicht entzogen. Sie haben, so der Wirtschaftsrechtler Marcus Lutter, "wissen- und willentlich die Bremsen aus ihrem Wagen ausgebaut". Wer das beim Auto macht und einen furchtbaren Unfall baut, weiß, was ihm blüht. Die Finanzwirtschaft aber verweist darauf, dass sie sich künftig einem freiwilligen TÜV unterwerfen wolle. Soll es damit wirklich getan sein?

Derzeit ist es so, dass im Hinblick auf strafrechtliche Ermittlungen zivilrechtliche Schadenersatzansprüche kaum geltend gemacht werden. Banken, Aufsichtsorgane und Finanzminister wollen offenbar das Ergebnis der Strafermittlungen abwarten.

Das ist ein grober Fehler, das ist eine neuerliche Pflichtverletzung. Für die Schadenersatzpflicht im Zivilrecht reicht grobe Pflichtverletzung, es muss nicht, wie bei der Untreue im Strafrecht, ein Schädigungsvorsatz nachgewiesen werden. Wenn nun die Geschädigten erst das Ergebnis strafrechtlicher Ermittlungen abwarten, können sie lange warten. Derweilen verjähren die Schadenersatzansprüche. Das wäre eine neue Katastrophe - rechtlich, politisch und moralisch.

(SZ vom 23.12.2009/hgn)

Quote

23.12.2009 11:20:35

gkrannich: Aufarbeitung der Finanzkrise? Aufwachen !!!

In devoter Grundhaltung kriechen wir vor dem Kapital und notieren seine aktuellen Wuensche.
Wo duerfen wir Sie weiter entlasten, von welcher Steuer und welcher Abgabe als naechstes befreien?
Nein nein, keine Sorge, natuerlich werden Kapitaleinnahmen ganz anders besteuert als solche aus Arbeit.

...



Aus: "Geldsauger - schwarze Löcher in der Bankenwelt" (23.12.2009)
Ein Kommentar von Heribert Prantl
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/151/498445/text/

« Last Edit: December 23, 2009, 12:19:26 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Nach dem Milliarden-Desaster der Bayerischen Landesbank... ]
« Reply #185 on: January 01, 2010, 07:55:44 PM »
Quote
[...] Nach dem Milliarden-Desaster der Bayerischen Landesbank (BayernLB) bei der österreichischen Hypo Alpe Adria erhärtet sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung der Verdacht von Insider-Geschäften zu Lasten der Landesbank und des Freistaats. Von der Expansion der BayernLB nach Österreich hatten vor allem vermögende Familien aus beiden Ländern profitiert, die bei der Hypo Alpe Adria kurzzeitig eingestiegen waren und ihre Anteile dann mit hohem Gewinn an die Landesbank verkaufen konnten. Neben den damals an diesen Geschäften beteiligten Bank-Managern gerät auch der seinerzeitige, inzwischen verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nachträglich ins Zwielicht.

[...] Die Staatsanwaltschaft befragte Schmidt nach den Details des Milliarden-Geschäfts. Dabei ging es auch um eine bislang geheime Gesprächsrunde am 31. Januar 2007 in der Münchner Konzernzentrale der BayernLB, die später vertuscht werden sollte. Damals trafen sich Schmidt und weitere Manager der BayernLB mit Wolfgang Kulterer, dem Aufsichtsratschef der Hypo Alpe Adria und Vertrauten des Kärntner Landeshauptmanns Haider. Beteiligt am Gespräch war auch Tilo Berlin, ein in Kärnten ansässiger Vermögensverwalter. Besprochen wurde der Einstieg der BayernLB bei der Hypo Alpe Adria.

[...] Berlins Investorengruppe, die vor allem aus reichen Familien bestand, konnte ihre Beteiligung an der Hypo Alpe Adria anschließend mit bis zu 150 Millionen Euro Gewinn an die BayernLB weiterverkaufen.

[...] Bisher hatten alle Beteiligten beteuert, dieser schnelle Profit sei nicht absehbar gewesen. Schmidt, Kulterer, Berlin und Haider hatten als Zeugen in einem Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtags sogar behauptet, die BayernLB habe erst ab März 2007 ihr Interesse an der Hypo Alpe Adria bekundet. Erst dann sei über eine Übernahme gesprochen worden. Berlin und Haider beteuerten, es sei kein "Insider-Wissen" im Spiel gewesen. Haider erklärte, er habe im März 2007 "das erste Mal"vom Interesse aus Bayern gehört. Mit Haider hatte Bayerns seinerzeitige Regierung von Edmund Stoiber (CSU) die Übernahme der Hypo Alpe Adria verhandelt. Die fehlgeschlagene Expansion der Landesbank nach Österreich kostet die bayerischen Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro.

[...] Nach SZ-Informationen sagte Schmidt aus, er wisse nicht, wer die von Vermögensverwalter Berlin betreuten Investoren seien, die an der Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB verdient hätten. Schmidt versicherte, weder er noch seine Familie hätten zu diesen Investoren gezählt. Für die Landesbank sei der Kauf von Berlins Anteilen an der Hypo Alpe Adria damals der einzige Weg gewesen, um das Kärntner Institut übernehmen zu können.

Schmidt hatte auf die Vernehmung gedrängt, um der Staatsanwaltschaft das Milliardengeschäft und seine Sicht der Dinge schildern zu können. Schmidt wollte sich auf Anfrage der SZ nicht zu seiner Vernehmung äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handele. Berlin und dessen Anwalt waren nicht erreichbar, eine von der SZ schriftlich eingereichte Anfrage blieb unbeantwortet. Die Münchner Staatsanwaltschaft erklärte, die Ermittlungen gingen weiter.

Für Berlin und Kulterer werden deren frühere Aussagen im Kärntner Landtag ein Nachspiel haben. "Wir werden die beiden Herren noch einmal vorladen und fragen, warum sie uns das Treffen Ende Januar 2007 verschwiegen haben", sagte Rolf Holub, Fraktionschef der Grünen, der SZ. Es sehe so aus, als ob Berlins Investorengruppe von dem Interesse der BayernLB "frühzeitig gewusst habe".

Der Kärntner Landtag hat inzwischen einen neuen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der den Skandal um die Hypo Alpe Adria und die Landesbank aufklären soll.

...


Aus: "Verdacht auf Insider-Geschäfte" Von K. Ott (01.01.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/743/499027/text/


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[Die Staatsanwaltschaft wirft Rajaratnam vor... ]
« Reply #186 on: January 11, 2010, 09:59:13 AM »
Quote
[...] In der Insideraffäre an der New Yorker Wall Street hat einer der Beschuldigten ein Geständnis abgelegt. Der frühere McKinsey-Berater Anil Kumar gab am Donnerstag zu, den Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam illegal mit geheimen Informationen aus Unternehmen versorgt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rajaratnam vor, mit seinem Wissensvorsprung mindestens 36 Millionen Dollar Gewinn bei Börsengeschäften eingestrichen zu haben.

...


Aus: "McKinsey-Berater half US-Milliardär bei Betrug" (10. Januar 2010)
Quelle: http://www.welt.de/finanzen/article5795614/McKinsey-Berater-half-US-Milliardaer-bei-Betrug.html


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[je nach der eigener Interessenlage... ]
« Reply #187 on: January 25, 2010, 10:19:35 AM »
Quote
[...] Laut Durchsuchungsbeschluss gingen die Ermittler unter anderem dem Vorwurf nach, Porsche und die Maple Bank hätten "vorsätzlich und gemeinschaftlich" den Kurs der VW-Aktie manipuliert. Als Beleg würden zum Beispiel die Aktienkäufe und -verkäufe am 7. Mai und am 2. Juni 2009 angeführt. Die Bank habe den Börsenpreis der VW-Aktie je nach der eigenen Interessenlage erhöht oder gedrückt, heiße es im Durchsuchungsbeschluss.

Ziel könnte es gewesen sein, dass die VW-Aktie nicht zu stark fällt, weil Porsche für die bereits erworbenen VW-Aktien dann außerplanmäßige Abschreibungen hätte vornehmen müssen. Das VW-Papier sollte aber auch nicht zu stark steigen, weil Porsche dann zu viel für weitere Aktienkäufe hätte zahlen müssen, berichtete das Magazin.

Die Maple Bank will laut "Spiegel" auf Anfrage zum Ermittlungsverfahren und zu Kundenbeziehungen grundsätzlich nichts sagen, betonte aber, ihre Geschäfte "stets im Einklang mit sämtlichen rechtlichen Vorgaben zu betreiben".

Für Porsche hat der Tübinger Strafrechtler Joachim Vogel die Vorgänge untersucht. Er habe dem Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE berichtet, es gebe "keine tragfähigen Anhaltspunkte" dafür, dass das Verhalten von Porsche beim VW-Einstieg "von September 2005 bis heute kapitalmarkt- oder strafrechtlich zu beanstanden ist".

manager magazin mit Material von ddp


Aus: "Staatsanwalt verschärft Ermittlungen" (24.01.2010  )
Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,673687,00.html


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[Mit Hilfe von Scheinfirmen... ]
« Reply #188 on: February 25, 2010, 09:55:48 AM »
Quote
[...] Die italienische Justiz hat wegen des Verdachts auf Geldwäsche Haftbefehl gegen einen prominenten Unternehmer, einen Senator aus der Partei von Regierungschef Silvio Berlusconi und rund 50 weitere Personen erlassen. Die Gruppe, die der Mafia zugerechnet wird, soll mit Hilfe von Scheinfirmen mehr als zwei Milliarden Euro an Schwarzgeld gewaschen haben. Die Fahndung nach den Verdächtigen läuft in Italien, Großbritannien, der Schweiz und Panama, wie die Ermittler am Dienstag mitteilten.

Unter den Verdächtigen ist Silvio Scaglia, Gründer des Breitbandanbieters Fastweb, das von der Swisscom übernommen wurde, und des Internetunternehmens Babelgum. Scaglias Anwalt wies die Vorwürfe zurück.

Gefahndet wird zudem nach Senator Nicola Di Girolamo. Der 49-Jährige gehört Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) an und vertritt als Senator die im Ausland lebenden Italiener. Er lebt in Brüssel. Da er parlamentarische Immunität genießt, könnte er ohne Zustimmung des Senats nicht festgenommen werden.

Der Anti-Mafia-Ermittler Piero Grasso sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Rom, Di Girolamo sei mit Hilfe gefälschter Stimmzettel gewählt worden. Die Fälschung sei von der kalabrischen Mafia, der ´Ndrangheta, arrangiert worden. Die Razzia der Finanzpolizei und der paramilitärischen Carabinieri habe sich gegen „eine Mafia-Organisation“ gerichtet, die in der Lage gewesen sei, mit Scheinfirmen und falschen Buchungen in mehreren europäischen Ländern „riesige Geldbeträge zu waschen“, erklärte der Ermittler.

Wie viele Festnahmen es bislang gab, war zunächst nicht klar. Laut Grasso wurde ein Beamter der Finanzpolizei unter dem Verdacht festgenommen, Bestechungsgelder angenommen und die Betrügereien gedeckt zu haben. Die Fastweb-Aktie gab nach der Bekanntwerden der Haftbefehle um bis zu neun Prozent nach.

gxs/APN


Aus: "Haftbefehl gegen Senator erlassen" (23.02.2010)
Quelle: http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/italien-haftbefehl-gegen-senator-erlassen_aid_483570.html


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[Die fabelhaften Banker Boys... ]
« Reply #189 on: July 05, 2010, 01:07:39 PM »
Quote
[...] Das System soll so einfach wie erfolgreich gewesen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen vor, im Ausland große Mengen an CO2-Lizenzen gekauft zu haben. Beim Import der Zertifikate in die Bundesrepublik sei die eigentlich fällige Umsatzsteuer weder erklärt noch abgeführt worden.

Anschließend hätten die Verschmutzungsrechte mehrmals den Eigentümer gewechselt, mit Rechnungen inklusive Umsatzsteuer. Die letzte Firma in dieser Handelskette habe die Lizenzen wieder exportiert und dafür vom Fiskus die bei den Einfuhr angeblich gezahlte Umsatzsteuer zurückerstattet bekommen. Dieses Geld, um das der Staat betrogen wurde, soll irgendwo in der Kette versickert sein - bei Firmen, die ebenso schnell auftauchten wie sie wieder verschwanden.

"Umsatzsteuerkarussell" werden solche Netzwerke genannt. Jahrelang wurde das mit Autos oder Handys betrieben, die Bundesrepublik wurde so um etliche Milliarden Euro betrogen. Mit den neu eingeführten CO2-Lizenzen fiel das noch leichter, weil man die Ware nicht mal transportieren musste ... Bis Anfang dieses Jahres immerhin soll das Mitwirken der Deutschen Bank das Betrügerkarussell kräftig in Fahrt gebracht haben, glaubt die Generalstaatsanwaltschaft.

[...] Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft spekuliert, Mitarbeiter der Bank hätten, um die Umsätze und Gewinne ihrer Abteilungen nach oben zu treiben, bewusst mit Betrügern kooperiert. Denn die hätten die CO2-Lizenzen um ein paar Cent unter dem aktuellen Börsenpreis verkauft, was sich für die Bank zu einem größeren Betrag summiert habe. Diese guten Ergebnisse hätten für die Mitarbeiter dann wohl höhere Provisionen und Boni, Gehaltssprünge und Beförderungen nach sich gezogen. Und vielleicht auch eine Einladung ans Mittelmeer, auf ein Boot vor Saint-Tropez.

...




Aus: "Die fabelhaften Banker Boys" Von Klaus Ott und Nicolas Richter (03.07.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/deutsche-bank-handel-mit-emissionsrechten-die-fabelhaften-banker-boys-1.969223



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[Gestaltungsmöglichkeiten bei der Steuerplanung... ]
« Reply #190 on: July 19, 2010, 01:47:30 PM »
Quote
[...] Eine schärfere Steuerprüfung von Banken würde dem deutschen Staat mehrere Milliarden Euro pro Jahr einbringen. Die Geldinstitute können ihre Steuerlast durch zahlreiche Umgehungsmöglichkeiten reduzieren, wie die OECD mitteilte. Dabei gingen nicht nur einige, sondern mehrere Milliarden Euro verloren, sagte der Leiter der OECD-Steuerabteilung, Jeffrey Owns, der "Berliner Zeitung".

Seinen Angaben zufolge "liegt ein enormes Potenzial brach, um durch einen besseren Steuervollzug den Defizitabbau zu unterstützen." Effektiv zahlten Banken weniger Steuern als andere Branchen, weil sie größere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Steuerplanung hätten.

Ein Mittel gegen die Steuereinsparungen sieht der Finanzexperte in einer strikteren Steuerverwaltung, die von Sparzwängen ausgenommen werden muss. So gingen beispielsweise die Regierungen in Australien, Irland oder Großbritannien alle davon aus, dass sie "durch einen besseren Steuervollzug die Einnahmen mindestens um 20 Prozent steigern können."

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte, die Einschätzung der OECD sei "nicht überprüft oder nachvollzogen" worden. Es handle sich dabei um eine "eher allgemeine Einschätzung". Sie verwies auf die Pläne der Bundesregierung für eine europaweite Besteuerung von Finanzmarkttransaktionen.

...


Aus: "OECD kritisiert Steuerschlupflöcher - Staat verliert Milliarden an Steuergeldern bei Banken" (12.07.2010)
Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bankensteuern100.html


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[Fehlinformationen und Anlegerschützer... ]
« Reply #191 on: September 28, 2010, 10:03:08 AM »
Quote
[...] Die Staatsanwaltschaft München ermittelt mit Hochdruck gegen ein Netzwerk von 31 Geschäftsleuten, die Aktienkurse manipuliert und auf diese Weise viele Millionen Euro verdient haben sollen. Der Verdacht: Eine Clique von Finanzjournalisten, Vermögensverwaltern und Herausgebern von Börsenbriefen gab untereinander lukrative Insiderinformationen weiter. Außerdem trieb sie durch Fehlinformationen die Aktien von 20 Unternehmen wie Conergy (Solar), Wirecard (Zahlungsysteme) oder Thielert (Flugzeugmotoren) hinauf oder hinunter, um von den Kurssprüngen zu profitieren. Besonders pikant daran ist die Verwicklung von Anlegerschützern, die auf Hauptversammlungen auftreten und stets vorgeben, die Interessen von Privatanlegern zu vertreten.

Nach derzeitigem Stand tauchen in dem Fall vier aktive oder ehemalige Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) auf.

...


Aus: ""Scalping": Aktionärsschützer als Börsenzocker?" Von Hannah Wilhelm und Alexander Hagelüken (28.09.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/groesster-aktienbetrugsfall-in-deutschland-herbe-beschuldigungen-gegen-anlegerschuetzer-1.1005268


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[Und sei ein Lebenskünstler gewesen... ]
« Reply #192 on: October 02, 2010, 06:40:51 PM »
Quote
[...] Ein 42-jähriger Untersuchungshäftling ist am Mittwoch in Bern im Gefängnis gestorben. Der Mann war im Zusammenhang mit der Steuerdatenaffäre inhaftiert. Die „Kronen Zeitung“ berichtete heute, der Verstorbene sei ein Tiroler, der seit einiger Zeit in der Schweiz gelebt habe. Die Kantonspolizei in Bern gab auf Anfrage der APA „auf Bitten der Bundesstaatsanwaltschaft“ keine näheren Auskünfte.

Von der Festnahme des Mannes im September habe nicht einmal die Familie gewusst, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter.
Todesumstände „nicht restlos geklärt“

Die Berner Kantonspolizei hatte gestern gemeldet, der leblose Mann sei am Mittwoch gegen 6.30 Uhr in seiner Zelle gefunden worden. Die Umstände des Todesfalls seien „noch nicht restlos geklärt“. Die Einwirkung von Dritten könne aber ausgeschlossen werden.

In der Affäre geht es um den Diebstahl von Bankkundendaten und deren Verkauf an Deutschland. Die CD mit Daten von möglichen deutschen Steuersündern sorgte seit Ende Jänner für großes Aufsehen. Zum Schrecken der Schweizer Behörden und Banken hatte sich Deutschland entschieden, den Datenträger anzukaufen. Der Preis betrug angeblich 2,5 Millionen Euro. Wie von Bern befürchtet, blieb das kein Einzelfall. Weitere CDs wurden später den deutschen Behörden angeboten, zum Teil mit Erfolg.



Aus: "Steuer-CD-Affäre: Toter U-Häftling in Bern Österreicher?" (Publiziert am 01.10.2010)
Quelle: http://news.orf.at/stories/2017706/

-.-

Quote
[...] Der unter noch ungeklärten Umständen in Schweizer Untersuchungshaft Haft gestorbene Österreicher war einem Zeitungsbericht zufolge nicht der tatsächliche Dieb der Schweizer Bankdaten, sondern ein "Zwischenhändler". Der 42-Jährige soll das dafür gezahlte Geld als Treuhänder über eine Vorarlberger Bank gewaschen und so die Verbindung zwischen den noch unbekannten Datendieben und dem Käufer, dem deutschen Staat, gewesen sein. Das berichtet die "Kronen Zeitung" (Samstagausgabe).

Der 42-jährige Mann war am Mittwoch tot in seiner Gefängniszelle in Bern aufgefunden worden. Gegen den gebürtigen Oberländer aus dem Bezirk Landeck war sowohl in Vorarlberg als auch in der Schweiz ermittelt worden.

...


Aus: "Steuer-CD-Affäre: War verstorbener Tiroler nur Bote?" (02.10.2010)
Quelle: http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/599236/index.do?from=simarchiv


-.-

Quote
[...] Wolfgang U., der in der Schweiz als Grafiker arbeitete, wurde laut Schweizer Medien in seiner Firma in Wil (Kanton Sankt Gallen) vor gut zwei Wochen von Beamten des Bundeskriminalamtes verhaftet. Die Schweiz hatte, wie eine Sprecherin des Amts bestätigte, nach dem CD-Deal Ermittlungen wegen Diebstahls bankinterner Daten sowie Wirtschaftsspionage für eine fremde Macht eingeleitet. Es seien auch Schweizer und deutsche Geheimdienste aktiv geworden.

Das Schweizer Bundeskriminalamt mauert zu dem Fall und ließ sich keine näheren Angaben entlocken. Es gebe Hinweise, dass sich der Verdächtige umgebracht habe, heißt es. Zudem dauerten die Ermittlungen noch an, und man habe die Verwandten des Tirolers sehr wohl benachrichtigen wollen. Schweizer Medien spekulierten daher, dass noch gegen andere Personen ermittelt werde und U. gar nicht der eigentliche Dieb der Daten, sondern nur ein „Vermittler“ war, der an dem Verkauf der CD prozentuell mitgeschnitten haben könnte.
Von der Verhaftung waren nicht einmal, entgegen internationalen Usancen, die konsularischen Behörden Österreichs informiert worden. Allerdings kann es ein im Ausland Verhafteter ablehnen, dass man seinen Heimatstaat in Kenntnis setzt. Interessanterweise war in die Ermittlungen auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch (Vorarlberg) eingebunden, was scheinbar in Wien nicht bekannt war. Daher gibt es Vermutungen, dass die Komplizen des Toten in Vorarlberg sein könnten; schon länger gibt es Gerüchte, ein unbekannter Ex-Angestellter einer Schweizer Bank und gebürtiger Vorarlberger könnte Bankdaten illegal kopiert und nach Deutschland vermittelt haben.

Im Frühjahr wurden Deutschland mehrere CDs mit Daten von Schweizer Konten angeboten. Laut „NZZ am Sonntag“ könnte U. auch in den Deal mit einer anderen CD als der oben erwähnten verwickelt gewesen sein. Freunde berichten, er habe nie über die Causa gesprochen und sei ein bescheidener Mensch und „Lebenskünstler“ gewesen, der das Geld nicht nötig gehabt hätte. Vielleicht sei er in der Haft gefoltert worden.

Seit dem ersten CD-Deal haben sich weit mehr als 10.000 Deutsche mit Schwarzkonten in der Schweiz selbst angezeigt, um einer Strafe zu entgehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2010)


Aus: "Rätselraten um toten Tiroler in Schweizer CD-Affäre" (03.10.2010)
Quelle: http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/599299/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
« Last Edit: October 04, 2010, 01:09:25 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Das Bundesfinanzministerium wollte nicht kommentieren... ]
« Reply #193 on: October 04, 2010, 01:10:59 PM »
Quote
[...] (Bern/Bonn 2010-10-03 10:48:48) - Deutsche Steuersünder, die Schwarzgeld auf Konten bei der HSBC-Bank in der Schweiz liegen haben, könnten schon bald vom Finanzamt enttarnt werden. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" aus Behördenkreisen erfuhr, übergibt Frankreich in diesen Tagen eine CD mit Daten von HSBC-Kunden an das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn. Ein 37-jähriger ehemaliger Mitarbeiter der HSBC-Bank hatte Kontodaten inklusive Namen kopiert und die CD im Januar den französischen Behörden übergeben. Nach Informationen aus Behördenkreisen sollen sich die Namen vieler deutscher HSBC-Kunden darauf befinden. Das Bundesfinanzministerium wollte das auf "Focus"-Anfrage nicht kommentieren. Grundsätzlich sei Frankreich laut EU-Vorschriften aber verpflichtet, entsprechende Daten an Deutschland zu übergeben, hieß es aus dem Ministerium.

...


Aus: "Schweizer Steuer-CD mit Daten von HSBC-Kunden kommt nach Deutschland" (03.10.2010)
Quelle: http://www.pr-inside.com/de/schweizer-steuer-cd-mit-daten-von-hsbc-kunden-r2153282.htm


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[Eine Reihe von Vorzugsaktien-Käufer... ]
« Reply #194 on: October 20, 2010, 09:59:18 AM »
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[...] In der Affäre rund um die notverstaatlichte Hypo Alpe Adria Bank sind jetzt die Käufer von Vorzugsaktien in Visier der Ermittler gekommen: „Wir befassen uns seit einiger Zeit mit der Causa und haben eine höhere Zahl von Personen und Unternehmen im Visier“, wird dem WirtschaftsBlatt aus Ermittlerkreisen bestätigt.

Aber auch die Finanz hat sich auf die Spur der Investoren geheftet. So haben gestern eine Reihe von Vorzugsaktien-Käufer Besuch von der Steuerfahndung erhalten. Die Finanzermittler wollten von den großteils prominenten Investoren Unterlagen zum umstrittenen Aktien-Kauf und stellten Unterlagen dazu sicher.

Wie berichtet haben vermögende Industrielle der Hypo 2006 mit einer Kapitalspritze aus Finanzproblemen verholfen. Für die Zeichnung von Vorzugsaktien der Hypo Leasing gab es nicht nur sechs Prozent Zinsen, sondern auch ein 2007 zugesichertes Rückgaberecht der Papiere an die Bank. Gekauft haben unter anderen die Flick-Stiftung, deren Vorstand der damalige Hypo-Chef Wolfgang Kulterer war, Kika-Chef und ehemaliger Hypo-Auf­sichts­ratschef Herbert Koch, die Stiftung von Gesundheitsökonom Christian Köck, der Kärntner Immo-Unternehmer Walter Moser und die Kärnten-Stiftung von Hypo, Strabag und dem deutschen Stromkonzern RWE.

Kulterer, der die Vorzugsaktien-Aktion initiierte, ließ das frische Kapital als Eigenkapital in der Bilanz ausweisen, was allerdings dem Bankwesengesetz widerspricht. Da das Rückgaberecht das Eigenkapital unerlaubterweise zeitlich limitiert, handelt es sich somit um Bilanzfälschung, worüber das WirtschaftsBlatt bereits am 18. August berichtete. Das Delikt bringt nicht nur den in U-Haft sitzenden Kulterer in die Bredouille, weil er schon einmal wegen Bilanzfälschung verurteilt ist.

Es dient dem Freistaat Bayern auch als Argument für eine etwaige Schadenersatzklage gegen das Land Kärnten beziehungsweise die Republik Österreich. Der Vorwurf: Man sei beim Kauf der Hypo 2007 „getäuscht und über den Tisch gezogen“ worden. Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon, der auch Aufsichtsratschef des Hypo-Käufers BayernLB ist, machte gestern im Landtag deutlich, dass entsprechende juristische Schritte in Vorbereitung seien. Dies sei nötig, um mögliche Ansprüche nicht verjähren zu lassen.

Von österreichischer Seite wird einer Schadensersatz aber wenig Chancen eingeräumt, da die Bayern über etwaige bilanzielle Probleme informiert gewesen sein mussten. Immerhin habe bei der  umstrittene Vorzugsaktien-Aktion auch das von den Bayern eingesetzte Management mitgewirkt habe.

Fahrenschon und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer drohen indes auch dem damaligen BayernLB-Vorstand unter Führung von Werner Schmidt Schadenersatzklagen an. Dieser habe Schuld am 3,7-Milliarden-€-Debakel.


Aus: "Hypo-Investoren im Visier von Soko und Steuerfahndung" von Günter Fritz (19.10.2010)
Quelle: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/hypo-investoren-im-visier-von-soko-und-steuerfahndung-443214/index.do?_vl_pos=r.1.NT