Author Topic: [The Lordship of Moneygaming... ]  (Read 109959 times)

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[...] Drei Jahre lang arbeitete Erwin Wagenhofer an «Let’s Make Money». Der Dokumentarfilm geht der Frage nach, wie das Finanzsystem funktioniert. Dass der Film mittlerweile von den Ereignissen eingeholt wurde, bestätigt einzig seine Dringlichkeit. Der Filmregisseur über neoliberale Grundrechnungsarten und Rechtfertigungsstrategien. Sowie über den Weg des Goldes und anderer Stoffe.


 [...] [Erwin Wagenhofer]: Wer sich ernsthaft mit unserer Gesellschaft beschäftigt, mit einem gewissen politischen Background, und sich Fragen stellt, die ihm niemand beantworten kann - dem war schon vor Jahren klar, dass diese Krise kommen wird. Nicht nur mir. Jeder Bankenmensch, jeder Wirtschaftsmensch, welchem ich in den drei Produktionsjahren begegnet bin, hat nur von dieser Krise gesprochen.

Weshalb war sie vorhersehbar?

Es kann ja nicht funktionieren, dass wir ein Wirtschaftswachstum haben von zwei, drei Prozent in den letzten Jahrzehnten. Und dann betragen die Renditen plötzlich zehn, zwanzig Prozent. Und Joe Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, spricht sogar von 25 Prozent. Ich bin ja der Meinung, dass die Neoliberalen maximal die Grundrechnungsarten beherrschen, und von denen wieder speziell zwei.

Welche?

Nämlich die Multiplikation und die Addition. Die Subtraktion - nix! Und die Division, teilen - ja schon gar nix! Dieser Fake: dass nie bilanziert wird, wenn wir etwas aus der Natur nehmen.

Kamen Sie von der Nahrung aufs Geld?

Es war fast umgekehrt, das Geld hat mich immer mehr interessiert. Ich war siebzehn Jahre alt, als ich meinen Vater, der auch ein sehr politischer Mensch war, gefragt habe: Warum brauchen wir ständig ein Wirtschaftswachstum? Wenn wir null Wirtschaftswachstum haben - dann wird schon sehr viel produziert. Wenn uns ein Wirtschaftswachstum von zwei, drei Prozent aufgezwungen wird, so bedeutet das: Ein Bäcker, der dieses Jahr 10 000 Semmeln macht, muss im nächs­ten Jahr 10 300 machen. Hätte er Abnehmer, wäre das gut! Hat er aber nicht in einer saturierten Welt! Was mit den 300 Semmeln passiert, zeigt der Anfang von «We Feed the World»: Die werden in den Müll gekippt.

Sie klinken sich in die Kreisläufe ein und zeigen so ein Bild der Abhängigkeiten.

Meine Methode geht aus von der Frage: Was hat etwas mit uns zu tun? Mich interessiert nicht Burkina Faso, die haben nur ihre Baumwolle, und der Boden erodiert, und das ist alles so dramatisch ... Sondern: Was hat das mit uns zu tun? Ich wollte den Film zuerst «Die Aktiengesellschaft» nennen. Weil wir alle Aktionäre sind, ob wir es wissen oder nicht. Mindes­tens über die Pensionskassen. Das war ja auch so ein Trick der Neoliberalen, dem kleinen Mann, der kleinen Frau zu sagen: Sie können jetzt auch partizipieren! Kaufen Sie sich ein paar Aktien! Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!

Sie haben die Verwicklung der Einzelnen angesprochen. Welche Rolle spielt die Schweiz als Land im Finanzsystem?

Einen Film über Geld zu machen, in dem die Schweiz nicht vorkommt, wäre ein gewisser Fehler. Wir zeigen im Film ja eine Goldmine in Ghana. Wir sind ein ganz kleines Team, wir waren da zu dritt, und ich machte selbst die Kamera. Ich filmte also, wie sie diese Boxen mit dem Edelmetall in den Helikopter hievten. Es musste schnell gehen, schwerste Sicherheitsbedingungen. Da sah ich plötzlich die Aufschrift: «Switzerland». Ich dachte, das gibt es doch nicht! Ich sitze irgendwo im ghanaischen Regenwald oder in den Resten, die noch davon übrig sind, und lese: «Switzerland». Die fliegen das von hier in die Schweiz!

Und was passiert hier mit dem Gold?

Hier passiert die wunderbare Wertvermehrung. 97 Prozent der Wertschöpfung des Edelmetalls passieren hier, nur drei Prozent bleiben in Ghana. Und warum muss das in der Schweiz sein? Weil in der Schweiz dafür kaum Steuern zu bezahlen sind. Dass drei der vier Schweizer Raffinerien im Tessin liegen, ist kein Zufall. Das hat viel mit der Mafia zu tun.

Klammern Sie illegale Geschäfte im Film bewusst aus?

Die legalen beschreiben schon genug.

Also zurück zum Gold.

Die zweitgrösste US-Goldfirma Newmont, so beginnt die Geschichte, sucht sich irgendwo auf der Welt einen Platz mit Goldvorkommen aus. Ghana ist bekannt dafür, hiess früher auch Goldküste. Da werden zuerst Verträge gemacht, ich rede noch gar nicht von Bestechungen. Ein grosses Areal wird abgesteckt, vergleichbar einem österreichischen Bundesland. Darauf leben Bauern, in diesem Fall Kakaobauern. Die werden nun entschädigt, erhalten pro Baum zehn Dollar. So viel erhalten sie für die jährliche Ernte. Ein Kakaobaum bringt ab zwanzig Jahren Ertrag und kann bis zu achtzig Jahre alt werden. Im besten Fall würde er dem Bauern also 600 Dollar einbringen.

Wer zahlt die Kakaobauern aus?

Der Kredit, um die Bauern auszuzahlen und um das Land für die Sprengungen vorzubereiten, wird von der Weltbank zur Verfügung gestellt. Obwohl Newmont hochprofitabel ist. Die Weltbank ist eine Aktiengesellschaft, und die Mitgliedsländer sind ihre Aktionäre. Schweiz, Österreich, Deutschland, wir sind Aktionäre. Unser Finanzminister fährt einmal im Jahr zur Sitzung. Auf der Traktandenliste steht dann beispielsweise «Ghana, Goldmine». Bei der entsprechenden Abstimmung über den Kredit gab es drei Enthaltungen und einen Gegner. Der Deutsche stimmte dagegen. Wie gesagt, lediglich drei Prozent des Goldes bleiben in Ghana. Und wer bezahlt den Weltbankkredit zurück? Natürlich die GhanaerInnen.

Spielt die Schweiz diese Rolle der Wertvermehrung nur beim Gold? Oder auch bei anderen Stoffen?

Weil wir alle drei Jeans anhaben - ja, der Fotograf auch! -, können wir die als Beispiel nehmen. In China befindet sich ein Drittel der Weltjeansproduktion. Alle Marken, von den billigsten bis zu den High-End-Diesel-Jeans. In der Regel kos­tet die Hose in China zwischen zwei bis drei Dollar das Stück. Und kostet dann in Wien zwischen siebzig und hundert Euro. Die Jeans werden in Schanghai verschifft und gelangen über den Hafen von Rotterdam nach Europa. Auf dem Papier macht die Jeans aber einen ganz anderen Weg: von den Bahamas auf Jersey, von Jersey in die Schweiz, von der Schweiz wieder irgendwohin und noch irgendwohin - und am Schluss landet die Rechnung auch in Rotterdam.

Und beträgt dann siebzig Euro.

Genau. An einem Ort wird das Logo bewertet: zwanzig Euro wert. Und an einem nächsten das Marketingkonzept: nochmals zwanzig Euro. Dann noch die Finanzdienstleistung: fünf Euro wert. Und so weiter. In Ländern wie den Bahamas, auf Jersey oder in der Schweiz werden Dienstleistungen angeboten, die rein fiktional sind, aber nicht versteuert werden müssen. Per E-Mail, ssssst, schon ist die Rechnung durch. Deshalb sind solche Länder für die Konzerne sehr wichtig. So funktioniert die ganze Welt. Das hat NZZ-Wirtschaftschef Gerhard Schwarz bis heute nicht verstanden: Afrika ist der rohstoffreichste Kontinent. Die Afrikaner zahlen den Eintrittspreis, den er im Film haben will. Und zwar seit Jahrhunderten!

Wie wählen Sie sich eigentlich Ihre Gesprächspartner aus?

Mich interessiert nicht die Frage nach der Schuld. Ich sage immer: Schuld ist etwas für Religionen. Und für Versicherungen. Vielmehr interessiert mich: Wer übernimmt die Verantwortung? Ich suchte also nach Verantwortlichen und setzte immer sehr hoch an. Ich versuche, Topleute zu bekommen.

Genau das wird Ihnen von der linken Kritik, etwa in der deutschen Wochenzeitung «Jungle World», angelas­tet: dass sie nicht mit den Menschen unten sprechen.

Ich probiere es jedes Mal. Ich habe in Indien beispielsweise mit Arbeiterinnen und Arbeitern vom Kovac-Werk gesprochen. Aber sie bangen um ihren Job. Darum habe ich das Material weggelassen. Was viele Linke nicht mitdenken: dass ich die Leute schützen muss. Als ich an die Premiere von Hubert Saupers Nilbarschfilm «Darwins Nightmare» ging, dachte ich: Die Angestellten, die da frei sprechen - die kriegen ja alle Schwierigkeiten. So kam es auch: Sie wurden des Landes verwiesen, ins Gefängnis gesteckt.

...


Aus: "Erwin Wagenhofer: «Die fliegen das in die Schweiz!»" Von Kaspar Surber (WOZ vom 08.01.2009)
Quelle: http://www.woz.ch/artikel/2009/nr01/kultur/17325.html


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[Hypo Real Estate... ]
« Reply #151 on: January 22, 2009, 01:54:32 PM »
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[...] Sollte ein Wirtschaftshistoriker in einigen Jahren planen, ein Buch über kometenhaften Aufstieg und tiefen Fall der Hypo Real Estate zu verfassen, so wird er zweierlei feststellen. Erstens gab es niemals einen Aufstieg. Die Hypo Real Estate war bereits bei ihrer Gründung eine Totgeburt, abgespalten mit dem bilanziellen Abfall, der aus der Verbindung der Bayerischen Vereinsbank mit der vor sich hin rottenden Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank zur Bay. Hypo- und Vereinsbank in 1998 entstanden war. Zweitens wird dieser Historiker feststellen müssen, dass es auch an einem tiefen Fall der Hypo Real Estate fehlt. Sie wird auch in vielen Jahren noch als Staatsbank aktiv sein, ihren Vorständen Posten und abgehalfterten Politikern Pöstchen sichern helfen. Dem Steuerzahler wird sie auch in dieser Zukunft, die ebenso wenig u- wie dystopisch, sondern nur realistisch ist, auf der Tasche liegen. Der Historiker wird sich dann fragen, warum er ein Werk über eine Bank verfassen soll, die weder Aufstieg noch Fall kennt. Die Antwort ist einfach: auch unendliche Geschichten können skandalös spannend sein.

[...] Der Skandal, mit dem das Buch für den Wirtschaftshistoriker zum Beststeller werden kann, offenbart sich, wenn man einer von „report“ aufgedeckten Verknüpfung folgt. Die HRE ist nach dem Umwandlungsgesetz von der Bay. Hypo- und Vereinsbank abgespalten worden. Die BHV, selbst mittlerweile unter italienischer Kontrolle, haftet für Schulden der HRE für die Dauer von fünf Jahren nach der Abspaltung. Diese Frist endete am 29.09.2008, just an dem Tag, als die HRE ihre prekäre Lage bekannt gab. Die HRE wurde als „bad bank“ gegründet. Sie hielt Vermögenswerte, die in der BHV, der damaligen bayerischen Vorzeigebank, niemand mehr haben wollte. Was niemand mehr haben will, das kauft am Ende die Bundesregierung. ...


Aus: "Kreditkrise: Der seltsame Fall der Hypo Real Estate" von Dirk Friedrich (Jahrgang 1976, Jurist und Blogger) 31. Januar 2009
Quelle: http://ef-magazin.de/2009/01/31/926-kreditkrise-der-seltsame-fall-der-hypo-real-estate

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Siehe: "Der Fall Hypo Real Estate" Stand: 26.01.2009
Bundesfinanzministerium war frühzeitig informiert
report MÜNCHEN, heute Abend, 21.45 Uhr in der ARD
Quelle: http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-hre-pressemitteilung-ID1232985554984.xml


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Quote
[...] Die Hypo Real Estate Holding (HRE) ist eine deutsche Bankenholding mit Sitz in München. Zum HRE-Konzern, der unter dem Namen Hypo Real Estate Group in der Öffentlichkeit auftritt, gehören mit der Hypo Real Estate Bank AG, der Hypo Real Estate Bank International AG, der Depfa Bank plc und der Depfa Deutsche Pfandbriefbank AG vier Banken im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierungen sowie in der Staats- und Infrastrukturfinanzierung.

Die Hypo Real Estate Holding ist seit Oktober 2003 börsennotiert und wurde rund zwei Jahre nach ihrer Gründung mit Wirkung zum 19. Dezember 2005 in den DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. Am 22. Dezember 2008 wurde sie wieder aus dem DAX entfernt und ist seitdem im MDAX notiert.

Die HRE ist durch die internationale Finanzkrise ab 2007 stark betroffen. Als erste deutsche Bank erhielt sie im Rahmen dieser Krise staatliche Garantiezusagen in zweistelliger Milliardenhöhe. Außerdem beansprucht sie Garantien aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds. Bisher hat die HRE etwa 92 Milliarden Euro an staatlichen Beihilfen und Garantien erhalten.

...

[...] Wie am 20. Januar 2009 bekannt gegeben wurde, wurde der Bürgschaftsrahmen des Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) um 12 Milliarden Euro auf nunmehr 42 Milliarden Euro aufgestockt. [26] Zusammen mit der Finanzspritze über 50 Milliarden Euro aus Mitte November 2008 hat die Hypo Real Estate damit schon 92 Milliarden Euro staatliche Beihilfen und Garantien erhalten.

Im Gefolge der Rettungsaktionen übernahmen die Bundesregierung und ein Bankenkonsortium die Kontrolle der HRE und gestalteten den Aufsichtsrat um. Am 17. November 2008 wurde bekannt, dass der bisherige Aufsichtsrat der HRE fast vollständig ausgewechselt, und gleich sieben neue Mitglieder in das Kontrollgremium eingezogen waren. Ihren Rücktritt erklärten alle Mitglieder, die nicht zum Konsortium um den HRE-Großaktionär JC Flowers gehörten. Dies waren Klaus Pohle (der den Vorsitz des HRE-Aufsichtsrats nach dem Rücktritt von Kurt Viermetz übergangsweise übernommen hatte), Gerhard Casper, Johann van der Ende, Frank Heintzeler, Thomas Kolbeck, Pieter Korteweg, Thomas Quinn sowie der frühere Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Michael Endres, ehemaliger Vorstand der Deutschen Bank. [27] Neben Endres zogen neu in den Aufsichtsrat ein: Der frühere Commerzbank-Vorstand Bernd Knobloch, Ex-Bundesbank-Vorstand Edgar Meister, der ehemalige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Sigmar Mosdorf, der Chef der Landesbank Berlin, Hans-Jörg Vetter, Ex-Dresdner-Bank-Chef Bernhard Walter und der frühere Chef der DGZ/DekaBank, Manfred Zaß. [28] [29] [30] [31]

BaFin-Sonderprüfung:
Die Finanzmarktaufsicht BaFin prüft Hinweise auf Gesetzesverstöße während der Liquiditätskrise der HRE. Der Behörde wurde von der Staatsanwaltschaft München „die Verdachtsanzeige eines Marktteilnehmers“ weitergeleitet. „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, aber wir halten die erhobenen Vorwürfe für substantiiert“, sagte eine BaFin-Sprecherin. Als mögliche Gesetzesverstöße kommen unerlaubte Marktmanipulation, Insiderhandel und ein Verstoß gegen die Richtlinien zur Ad-hoc-Publizität durch Entscheidungsträger der Bank in Frage. [32]

Strafanzeige durch DSW:
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat am 14. Oktober 2008 bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts München I Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Hypo Real Estate gestellt. Es gebe gleich mehrere Verdachtsmomente auf Rechtsverstöße, erklärte Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der DSW. In ihrer Strafanzeige hat die DSW die Staatsanwaltschaft aufgefordert, zu klären, ob im Zusammenhang mit der finanziellen Notlage der HRE möglicherweise Straftatbestände wie fehlerhafte Kapitalmarktinformation (§ 400 Abs. 1 Aktiengesetz), Verstoß gegen das Verbot der Marktmanipulation (§ 20a Wertpapierhandelsgesetz) sowie Betrugsverdacht (§ 263 Strafgesetzbuch) vorlägen.[33][34][35][36]

Am 16./17./18. Dezember 2008 durchsuchten bei einer Großrazzia 65 LKA-Ermittler, 15 Staatsanwälte und zwei Beamte der Finanzaufsicht Bafin die HRE-Zentrale in München, sowie die Privaträume einiger Vorstandsmitglieder.[37][38][39]

Ermittelt wurde gegen alle HRE-Vorstände, die zwischen November 2007 und September 2008 im Amt waren. Dazu zählten u.a. der frühere Vorstandschef Georg Funke und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz. (Beide traten im Oktober 2008 von ihren Posten zurück), der mittlerweile ebenfalls ausgeschiedene Bo Heide-Ottosen, sowie der (zum Zeitpunkt der Razzia noch amtierende und nun ebenfalls ausgeschiedene [40]) HRE-Finanzchef Markus Fell.[41] [42]

Interne Prüfung:
Der neue Vorstand der HRE hat der Anwaltskanzlei Milbank Tweed Hadley McCloy den Auftrag erteilt, „das Vorliegen etwaiger Pflichtverletzungen“ des früheren Vorstandschefs Georg Funke und des Vorstandsmitglieds Bo Heide-Ottosen zu untersuchen. „Im Interesse des Unternehmens und aller Beteiligten hat sich der Aufsichtsrat zu dieser im Ergebnis offenen Untersuchung durch eine unabhängige, renommierte Kanzlei entschlossen," erläuterte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Pohle.[43]

Je nach Ausgang der Untersuchungen drohen strafrechtliche Konsequenzen, aber auch Auswirkungen auf die Ausbezahlung der Bezüge der beiden Vorstände nach der Auflösung ihrer Dienstverhältnisse. Funke könnte sein Ruhegehalt von 560.000 Euro pro Jahr nur dann sofort beziehen, wenn sein Vertrag ohne eigenes Verschulden vorzeitig aufgelöst worden wäre. Andernfalls müsste Funke bis zur Vollendung des 60. Lebensjahrs warten.[44] [45] [46] [47]

Einzelnachweise:
   1. ↑ a b Geschäftsbericht 2007
   2. ↑ Detlev Landmesser: Der Pfandbrief in der Krise. In boerse.ARD.de, 6. Oktober 2008 (online)
   3. ↑ Germany: Ravenous For Bad Debt - Workout veteran Lone Star is thriving by buying up Germany's troubled loans. In: Business Week. Abgerufen am 14.03.2005. (english)
   4. ↑ Hypo Real Estate Group schließt Übernahme der Depfa ab, 02.10.2007
   5. ↑ comdirect bank: Firmenportrait der Hypo Real Estate
   6. ↑ Pressemitteilung vom 24. Juni 2008
   7. ↑ Dax-Konzern Hypo Real Estate kämpft ums Überleben. In: Spiegel online, 28. September 2008
   8. ↑ Finanzkonsortium stützt Hypo Real Estate mit Milliardenkredit. In: Spiegel online, 29. September 2008
   9. ↑ Hypo Real Estate wird radikal umgebaut. Von dpa, 30. September 2008 (online)
  10. ↑ Ministerium: Rettungspaket dient nicht zur HRE-Abwicklung. Von Handelsblatt.com, 1. Oktober 2008 (online)
  11. ↑ Nach Scheitern des 35-Milliarden-Euro-Pakets – Krisengipfel soll HRE retten. In: Tagesschau (ARD), 4. Oktober 2008 (online)
  12. ↑ Nach Bund und Finanzbranche erreichen Einigung - 15 Milliarden Euro mehr Kredit für HRE. In: Tagesschau (ARD), 6. Oktober 2008 (online)
  13. ↑ Inter-Banken-System stand vor Crash. In: Frankfurter Rundschau, 7. Oktober 2008 (online)
  14. ↑ Politiker fordern Rücktritt von HRE-Chef Funke. In: Spiegel-Online, 6. Oktober 2008 (online)
  15. ↑ Spiegel-Online 10. Oktober 2008: HRE-Aufsichtsratschef Viermetz tritt zurück
  16. ↑ Presseinformation Hypo Real Estate: Aufsichtsrat bestellt neue Vorstandsmitglieder (PDF) (online)
  17. ↑ http://www.hyporealestate.com/274.php Der (gegenwärtige) Vorstand der Hypo Real Estate
  18. ↑ http://www.hyporealestate.com/167.php Der (gegenwärtige) Aufsichtsrat der Hypo Real Estate
  19. ↑ Spiegel-Online 19. Oktober 2008: Deutsche Bank hilft Hypo Real Estate mit zwölf Milliarden
  20. ↑ Pressemitteilung der HRE vom 29. Oktober 2008: Liquiditätslinien und Finanzmarktstabilisierungsfonds
  21. ↑ Spiegel-Online 29. Oktober 2008: Hypo Real Estate beantragt neue Hilfe in Milliardenhöhe
  22. ↑ manager-magazin 29. Oktober 2008: Hypo Real greift nach dem Rettungsschirm
  23. ↑ Spiegel-Online 31. Oktober 2008: Hypo Real Estate erhält 15 Milliarden Euro
  24. ↑ Financial Times Deutschland 31. Oktober 2008:Neue Staatsmilliarden für Hypo Real
  25. ↑ http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hyporeal110.html
  26. ↑ http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELK13889520090120
  27. ↑ Financial Times Deutschland 12. November 2008: Michael Endres soll Hypo kontrollieren
  28. ↑ Pressmitteilung der HRE 17. November 2008: Veränderungen im Aufsichtsrat der Hypo Real Estate Holding AG...
  29. ↑ Financial Times Deutschland 18. November 2008: Nach Rettungsaktion. Hypo wechselt fast alle Aufseher aus
  30. ↑ Financial Times Deutschland 18. November 2008: Ratlose Pensionäre bei Hypo Real
  31. ↑ manager-magazin 17. November 2008: Endres wird Chefkontrolleur
  32. ↑ faz.net 14. Oktober 2008: Bafin sieht Gesetzesverstöße. Hypo-Real-Estate-Manager unter Verdacht
  33. ↑ Pressemitteilung der DSW 14. Oktober 2008: DSW stellt Strafanzeige gegen Verantwortliche der Hypo Real Estate
  34. ↑ Pressemitteilung der DSW vom 10. November 2008: DSW: Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Hypo Real Estate
  35. ↑ Spiegel-Online 14. Oktober 2008: Missmanagement-Vorwurf. Hypo Real Estate leitet Untersuchung gegen Ex-Chefs ein
  36. ↑ faz.net 14. Oktober 2008: Bafin sieht Gesetzesverstöße. Hypo-Real-Estate-Manager unter Verdacht
  37. ↑ Süddeutsche Zeitung 18. Dezember 2008: Schwerer Verdacht. HRE-Spitze soll Aktionäre getäuscht haben
  38. ↑ Handelsblatt 17. Dezember 2008: Marktmanipulation. Razzia bei der Hypo Real Estate
  39. ↑ Welt-Online 17. Dezember 2008: Verdacht auf Manipulation. Razzia bei der Skandalbank Hypo Real Estate
  40. ↑ [Pressemitteilung der HRE 20. Dezember 2008: Hypo Real Estate: Aufhebungsverträge mit leitenden Vorständen]
  41. ↑ Financial Times Deutschland 18. Dezember 2008: Vorwurf der Untreue. Razzia bei früheren Hypo-Chefs
  42. ↑ Tagesschau.de: Razzia bei Hypo Real Estate
  43. ↑ Pressemitteilung der HRE vom 14. Oktober 2008: Aufsichtsrat beauftragt rechtliche Untersuchung
  44. ↑ Financial Times Deutschland 15. Oktober 2008: Hypo Real knöpft sich Funke vor
  45. ↑ faz.net 14. Oktober 2008: Bafin sieht Gesetzesverstöße. Hypo-Real-Estate-Manager unter Verdacht
  46. ↑ Spiegel-Online 14. Oktober 2008: Missmanagement-Vorwurf. Hypo Real Estate leitet Untersuchung gegen Ex-Chefs ein
  47. ↑ Financial Times Deutschland 7. Oktober 2008: Bei der Hypo Real Estate stinkt der Fisch vom Kopf her



Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Hypo_Real_Estate (21. Januar 2009)


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[...] London/Brüssel (Reuters) - Im Kampf gegen die Finanzkrise wollen mehrere europäische Regierungen weitere Milliarden in die angeschlagene Bankenbranche pumpen.

Während in Großbritannien am Mittwoch Rufe nach einer Verstaatlichung von zwei führenden Instituten des Landes laut wurden, stellte Frankreich seinen Banken weitere Staatshilfen in Milliardenhilfe in Aussicht. Auch Belgien erwägt nach Regierungsangaben ein zweites Rettungspaket für die angeschlagene Branche. Indes greift Spanien seinen Instituten mit Krediten in Höhe von vier Milliarden Euro unter die Arme. In Deutschland muss die schwer angeschlagene Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate auf weitere Staatshilfen zurückgreifen. An den Märkten ließ die neue Runde an Stützungsmaßnahmen keine Zuversicht aufkommen: Bankaktien verbuchten erneut auf breiter Front Verluste.

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Aus: "Europas Regierungen pumpen weitere Milliarden in Banken" (Mittwoch, 21. Januar 2009)
Quelle: http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE50K0E720090121


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[...] Und noch ein Garantierahmen für die Hypo Real Estate - diesmal in Höhe von zwölf Milliarden Euro. Zusammen mit bereits zuvor gegebenen Garantien erhöht sich die Summe, mit der der Steuerzahler für die Rückzahlung von durch den Immobilienfinanzierer emittierte Wertpapiere geradesteht, auf 42 Milliarden Euro.

Ach ja, und dann waren da noch die 50 Milliarden Euro, die im Herbst vergangenen Jahres dem Konzern über Nacht zugeschossen werden mussten. Eine Kapitalzufuhr, ohne die der Konzern den darauffolgenden Morgen wohl nicht mehr erlebt hätte. Macht 92 Milliarden Euro.

92 Milliarden Euro für einen Konzern, der an der Börse gerade noch 400 Millionen Euro wert ist. Und von dem jetzt schon klar ist, wo die Reise hinführt: ins Nichts.

Gerade deshalb macht die Rechnung so schwindlig. Und dennoch verhandelt der Konzern schon über weitere Hilfen aus dem staatlichen Rettungsfonds. Das Absurde daran: Längst ist klar, dass der Konzern das viele Geld wohl nie wieder einspielen wird.

Das Neugeschäft des Instituts liegt brach, gleichzeitig wird der Finanzkonzern zu einem kleinen Unternehmen geschrumpft, um das Schlimmste zu verhindern. Jedem sollte daher klar sein: Es geht bei der HRE nicht darum, einen Konzern wieder auf Vordermann zu bringen, sondern seinen ungeordneten Zusammenbruch zu verhindern.

"Bitte die Aktie weiter meiden", schrieben Analysten am Mittwoch. Deutlicher geht es nicht.

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21.01.2009 18:50:00

bgresser: Keine große Überraschung

Wer bisher geschlafen hat und nur Überschriften verfolgt hat, wird die große Geldschwemme in die Kassen der Banken verpasst haben. Wem gehört das Geld?

Wem dient unsere "Volksvertretung"? Worte können ablenken und vortäuschen. Die Massnahmen sprechen inzwischen eine eindeutige Sprache.


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21.01.2009 17:39:04

Ferdinand2010: Allgemeines

Hallo zusammen,

ich wollte hier auch mal meinem sprachloses Erstaunen Ausdruck verleihen: Da werden ja die Milliarden "rausgeballert", dass einem die Spucke wegbleibt!!!

An den Kindergärten, Schulen und an den Unis fehlt es überall, aber für eine EINZIGE(!) "Firma" werden schon 90 Milliarden an Kapitalspritzen, Bürgschaften etc. zur Verfügung gestellt.

Fragen:

1. Was machen wir eigentlich, wenn ein richtig grosses Unternehmen Probleme bekommt, z.B. BASF?

2. Wird überhaupt mal jemand zur Verantwortung gezogen bei der HypoReal?

3. Sorry, aber wenn mit unserem Steuergeld die HypoReal gestützt wird, was machen die HypoRealer eigentlich damit, um uns zu "unterstützen"? Ein bisschen Symbolik wäre schon angebracht!

4. Zählt noch irgendjemand mit, wieviel Staatsgelder unter die Banken und Firmen gebracht worden ist?

(...)


Quote
21.01.2009  16:36:40

Coffeshop: [...]

Eine Eigenkapitalrendite von 25% bei einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 3% muss von irgend jemandem bezahlt werden. Dort entsthet dann also ein Kapitalabfluss. Sind wir uns da einig?

...


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21.01.2009 13:59:57

ottonormalverbraucher125:

den menschen scheint nicht klar zu sein, wie viele nullen da zwischen den 92 und dem komma stehen

92 000 000 000 , 00 euro

(das ist mehr als die hälfte der gesamten österreichischen staatsverschuldung (ca. 165mrd € http://www.staatsschulden.at/), die die letzten 60 jahre angehäuft wurden, je nach dem was einbezogen wird, da wird ja immer ausgelagert und ausgelagert und ausgelagert)

na gut bei den vielen nullen, die da tätig sind, kommts auf diese nullen auch nicht mehr an oder wie, und was ist nix, nullkommanix, die dafür verantwortlichen gehen noch mit einer millionenabfertigung nach hause bzw mit hohen bezügen in den wohlverdienten ruhestand

das ist alles nur mehr verrückt, ein irrenhaus


Quote

21.01.2009 14:23:00

McKiri:

Ich möchte mal einen Artikel dazu lesen, in dem die Auswirkungen aufgeführt werden, die bei einer Pleite der HRE zu erwarten sind. Man kennt die Konsequenzen nicht, oder will sie nicht nennen, aber man gibt hemmungslos neues Geld dazu.

Und da fragt sich die Politik, woher die Staatsverdrossenheit herkommt. Eine Kommunikation mit dem Bürger, sprich dem Steuerzahler, findet doch schon lange nicht mehr statt. Hält man uns für unmündig oder zu schwach, um die Wahrheit zu ertragen, oder soll mit diesem Verhalten eigenes Unvermögen verschleiert werden?

Es kotzt mich an, wie die Politik um den heissen Brei rumschleicht. man verhält sich wie jemand, der Falschgeld unters Volk bringen will.



Aus: "Hypo Real Estate: Hilfe - Ein Fass ohne Boden" (21.01.2009)
Ein Kommentar von Thomas Fromm
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/808/455483/text/

« Last Edit: February 01, 2009, 01:19:47 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Man muss auch die Deliktsumme anschauen... (UBS)]
« Reply #152 on: January 27, 2009, 11:16:49 AM »
Quote
[...] Laut Informationen des «Wall Street Journal» untersuchen die Steuerfahndung in Washington sowie die zuständige Bundesstaatsanwaltschaft in Florida, ob nicht noch weitere Einheiten der UBS in den Steuerhinterziehungsfall involviert sind.

Bislang gingen die amerikanischen Fahnder davon aus, dass rund 17'000 US-Bürger über die UBS Steuern hinterzogen hätten – gemeint sind Kunden, die von der Vermögensverwaltungsabteilung der Grossbank betreut wurden und dabei Gelder in der Schweiz oder in karibischen Steuerparadiesen versteckt haben sollen. In der Folge leitete die Staatsanwaltschaft – als grösster Schlag gegen die UBS – ein Strafverfahren gegen Raoul Weil ein, den Wealth-Management-Chef der Grossbank. Das war im November; Weil ist inzwischen zur Fahndung ausgeschrieben.

Die US-Ermittler äusserten dabei öffentlich den Verdacht, dass neben Weil auch andere hohe Kaderleute der UBS an der «Verschwörung» beteiligt gewesen seien. Wie das «Wallstreet Journal» jetzt erfuhr, gerieten derweil neben dem Wealth Management auch andere Abteilungen der UBS ins Visier. Zudem erwarten die Fahnder, dass weitaus mehr als nur 17'000 Amerikaner mit Unterstützung der Schweizer Bank Steuern hinterzogen hätten. Das New Yorker Blatt beruft sich dabei auf «mehrere Personen, die in den Fall involviert sind.»

Die Ausweitung erhöht den Druck auf die Schweizer Bank um eine weitere Stufe. Im Hintergrund steht, dass derzeit Verhandlungen zwischen der UBS und dem Justizministerium in Washington laufen. Dabei soll die UBS anstreben, mit der Zahlung einer summarischen Busse das Verfahren abzukürzen. Wie das «Wallstreet Journal» nun ebenfalls erfahren hat, soll derzeit um eine Zahlung in der Grössenordnung von 1.2 Milliarden US-Dollar verhandelt werden.


Aus: "USA ziehen im Fall UBS die Daumenschraube an" (26.01.2009)
Quelle: http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/USA-ziehen-im-Fall-UBS-die-Daumenschraube-an/story/13067522

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[...] Die Zürcher Justiz bleibt hart: Die beiden beim UBS-Farbanschlag verhafteten Jugendlichen kommen in Untersuchungshaft. Den 15- und 16-jährigen Schülern drohen mehrere Wochen Haft.

«Der Haftrichter hat Untersuchungshaft für die beiden Verdächtigen angeordnet», sagt Rosmarie Müller, die zuständige Jugendanwältin. Am vergangenen Montag hatte sie Untersuchungshaft für die zwei 15- und 16-jährigen Schüler beantragt. Die beiden werden verdächtigt, am Farbanschlag auf die UBS am Paradeplatz beteiligt gewesen zu sein. «Es besteht dringender Tatverdacht auf Sachbeschädigung», erklärt Müller.

Nun ist die Stadtpolizei mit der Spurensicherung und weiteren Einvernahmen beschäftigt. Wie lange die Ermittlungen dauern, kann die Polizei nicht sagen. Jugendanwältin Müller rechnet mit «ein paar Wochen». Vorher werden die beiden nicht aus der Untersuchungshaft entlassen. «Wegen Verdunklungsgefahr sind die beiden in verschiedenen Gefängnissen untergebracht», erklärt sie. Einer der beiden ist im Jugendgefängnis Horgen inhaftiert.

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Quote
Paul Scfhmid
22.01.2009, 08:02 Uhr

Soso, die Polizei braucht ein paar Wochen, um festzustellen, dass ein paar Farbeier geflogen sind. Und die die draussen sind haben sich nicht schon längst abgesprochen. Was Rosmarie Müller da zusammen mit der Polizei betreibt ist ein klarer Fall von Beugehaft. Man hält die jungen Leute für ein läppisches Delikt in Haft, und hofft, sie mürbe zu kochen. Rechtsstaatlich ist das mehr als fragwürdig.


Quote
James Munday
21.01.2009, 19:11 Uhr

"Mehrere Wochen" U-Haft für zwei 15 und 16 jährige Vandalen? Ich kanns nicht fassen! Macht die Zürcher Justiz eigentlich auch was anderes, als Minderjährige wochenlang wegzusperren und Falschparker zu büssen? Die Richter fühlen sich jetzt sicher sehr mutig, wenn sie zwei pubertierende Bengel fertig machen können. Hauptsache die "wahren" Bösewichte laufen lassen. Bravo!


Quote
Markus Haener
21.01.2009, 18:23 Uhr

Die Jungen haben Regeln verletzt, das wird zu einem öffentlichen Thema gemacht. Lasst uns mit Weisheit unterscheiden zwischen Wichtigem und Unwichtigem: was wird wohl das wichtige Thema sein in diesem Jahr? Diese Farbbeutel-Geschichte hilft ablenken von den fetten Schuldigen, die nun ganz still sitzen und sich freuen, wenn man 'vergisst' ihr Verhalten zu untersuchen.


Quote
Peter Egloff
21.01.2009, 18:21 Uhr

Man muss auch die Deliktsumme anschauen, eine solche Sachbeschädigung (und es handelt sich um nichts anderes) kostet zur Reinigung wahrscheinlich mehrere 10000 Franken und sowas sehe ich als keine Bagatelle an. Und da ist das Ziel für die Justiz ganz egal, ob jetzt Bank, Kirche, Rathaus oder Polizei. Es muss mal ein Exempel statuiert werden, ansonsten sehen wir die gleichen Leute am 1.Mai wieder.


Quote
Florian Roth
21.01.2009, 17:42 Uhr

Welch Schande, sich gegen das so ALLMÄCHTIGE Establishment aufzulehnen! Welch Frevel es noch mit fröhlicher Farbe zu tun! Graue Wände anzumalen, den finanzpolitischen Raubrittern einen starken Wurf entgegenzuhalten. Man kann uns Schweizer zur Mitgestaltung geben, was uns ja seit kurzem gehört: Staatsbank UBS (60Mia.) Was Sozialismus nur schwer schafft, ist dem Neoliberalismus nun gelungen.


...


Aus: "UBS-Vandalen: Mehrere Wochen Untersuchungshaft angeordnet"
Von Thomas Schenk. (21.01.2009)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/UBSVandalen-Mehrere-Wochen-Untersuchungshaft-angeordnet/story/26712176

« Last Edit: January 27, 2009, 11:22:41 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Richard Fuld... ]
« Reply #153 on: January 27, 2009, 11:34:03 AM »
Quote
[...] Der Ex Chef der Pleite-Bank Lehman Brothers, Richard Fuld, hat sein knapp 14 Mio. Dollar teures Anwesen in Hobe Sound, Florida, zu einem Verkaufspreis von 100 Dollar an seine eigene Frau Kathleen verkauft. Die Transaktion fand kurz nach der Lehman-Pleit statt und zwar am 10.11.2008 - so geht es aus den lokalen Grundbuchunterlagen hervor.

Dabei ist wohl kaum der taumelnde Immobilienmarkt für den Spottpreis ausschlaggebend. Nachdem Lehman unter seiner Führung Bankrott ging, fürchtet der Manager offenbar Schadenersatzforderungen, die ihn um sein Hab und Gut bringen könnten.

14 Jahre lang stand Fuld der Investmentbank vor, deren Pleite als Auslöser der zweiten großen Krisenwelle im Herbst des Vorjahres gilt. Allein vom Jahre 2000 bis zum Pleitejahr 2008 kassierte der Manager laut Unterlagen des US-Kongresses fast 500 Millionen Dollar - Gehalt und Boni inklusive Erlöse durch den Verkauf von Aktienoptionen.

Seine Villa habe der ehemalige Lehman-Chef nun vorerst retten können. Ob dies so bleibt, ist fraglich. Im Fall Lehman würden bereits angestrengte Verfahren sowie Untersuchungen des US-Kongresses auf ein vorliegendes Fehlverhalten hinweisen. Das könnte bedeuten, dass Fuld auch persönlich haften muss.

Der Ex-CEO übernahm vor Gericht zwar bereits Verantwortung, verwies jedoch auf eine Mitschuld von US-Regulierungsbehörden und Kongress. Wie der Weblog Cityfile berichtet, hat der Manager sein 1,3 Hektar großes Anwesen vor etwa fünf Jahren zu einem Preis von 13,75 Mio. Dollar gekauft. Akten des Staates Florida weisen mit 10. November 2008 den Verkauf des Grundstücks an Kathreen Fuld um 100 Dollar aus.


Aus: "Ex-Lehman-CEO: Millionen-Villa für 100 Dollar an Ehefrau verkauft" Michael Mross  (Montag, 26. Januar 2009)
Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/200901262085/MM-News/Ex-Lehman-CEO-Millionen-Villa-fur-100-Dollar-an-Ehefrau-verkauft.html


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[160 NRW-Kommunen beichten Zinswetten... ]
« Reply #154 on: February 03, 2009, 01:58:53 PM »
Quote
[...] Mindestens 160 Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind riskante "Zinswetten" mit Steuergeldern eingegangen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Bundes der Steuerzahler. Fünf Städte hätten eingeräumt, dass die Spekulation schief ging und Verluste zwischen 0,1 und 27 Mio. Euro entstanden seien.

Dabei handele es sich um Bocholt, Mülheim, Remscheid, Moers und Hagen. Die Stadt Bocholt bestritt die Angaben. Wetten seien nicht getätigt worden, teilte Stadtkämmerer Jürgen Elmer mit. Bocholt habe lediglich drei Swap-Geschäfte abgeschlossen. Bis zum Jahresende sei ein Verlust von rund 100.000 Euro aufgelaufen.

Gewinne meldeten nach Angaben des Steuerzahlerbundes 93 Kommunen. Vier von ihnen nannten allerdings keine Zahlen. 188 Kommunen haben nach eigenen Angaben kein umstrittenes Zins-Geschäft getätigt.


[...] Die mit einer Wette vergleichbaren Zinstauschgeschäfte, sogenannte Swap-Geschäfte, sind üblich als Quelle für die kostengünstige Beschaffung von Fremdkapital. Viele Städte versuchen, darüber ihre Schuldenlast zu reduzieren. Mehrere Kommunen und Unternehmen haben die Deutsche Bank auf Schadenersatz verklagt, weil sie aus ihrer Sicht zu wenig über die Risiken aufgeklärt wurden. Ein Prozess der Stadt Hagen, die rund 50 Mio. Euro verloren hatte, wurde im Juli zugunsten der Deutschen Bank entschieden.


Aus: "Zockerei mit Steuergeld - 160 NRW-Kommunen beichten Zinswetten" (02.02.2009)
Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Zockerei-mit-Steuergeld-160-NRW-Kommunen-beichten-Zinswetten/469006.html


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[UBS muss Milliardenverlust hinnehmen... ]
« Reply #155 on: February 10, 2009, 10:42:43 AM »
Quote
[...] Die UBS AG ist eine Schweizer Grossbank mit Hauptsitzen in Zürich und Basel, sie zählt zu den weltweit grössten Vermögensverwaltern.

...


Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/UBS (3. Februar 2009)

-.-

Quote
[...] HB ZÜRICH. Analysten hatten im Durchschnitt den Quartalsverlust der UBS auf 4,86 Mrd. Euro (7,07 Mrd. Franken) und den Jahresverlust auf 12,38 Mrd. Euro (18,7 Mrd. Franken) geschätzt. Allerdings taten sich die Experten sehr schwer - die Prognosen lagen weit auseinander. Auslöser für die neuen massiven Verluste waren unter anderem Wertberichtigungen im Investmentbanking.

[...] Im Bereich Global Wealth Management & Business Banking verzeichnete die Bank netto einen Vermögensabfluss von 38,5 Mrd. Euro (58,2 Mrd. Franken) im vierten Quartal. Analysten hatten den Abfluss auf 17,2 Mrd. Euro (26 Mrd. Franken) geschätzt, nach einem Abfluss von 32,4 Mrd. Euro (49 Mrd. Franken) im dritten Quartal.

Im Bereich Asset Management betrugen die Abflüsse im Quartal 18,3 Mrd. Euro (27,6 Mrd. Franken) im Vergleich zu den Analystenschätzungen von 16,6 Mrd. Euro (25 Mrd. Franken) und einem Abfluss von 22,5 Mrd. Euro (34 Mrd. Franken) im Quartal davor.

Für das vergangene Jahr wurden variable Löhne in Höhe von 2,2 Milliarden Franken (1,45 Milliarden Euro) gezahlt. Hinzu kommen 1,6 Milliarden Franken an aufgeschobenen Lohnzahlungen, die ab 2010 nur zur Auszahlung kommen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie es in einem Bericht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA hieß.

Im Ausblick sprach UBS aber von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009.  ...



Aus: "Verlust höher als erwartet - UBS muss Milliardenverlust hinnehmen" (10.02.2009)
Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/ubs-muss-milliardenverlust-hinnehmen;2146999


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[Schneeballsysteme von gigantischen Ausmaßen... ]
« Reply #156 on: February 25, 2009, 11:57:34 AM »
Quote
[...] Dem Investor wird vorgeworfen, ein Schneeballsystem von gigantischen Ausmaßen aufgebaut zu haben, übertroffen nur von Bernard Madoff, dem ungekrönten König der Finanzbetrüger. Mit hohen Renditeversprechungen lockte Stanford Anleger in aller Welt, Zertifikate seiner Stanford Investment Group zu kaufen. Und die Anleger kauften: für insgesamt 8 Mrd. $. Militärs in Venezuela, Kleinanleger in der Karibik und Vermögende in den USA gingen ihm auf den Leim.

Laut Börsenaufsicht SEC investierte Stanford das Geld nicht wie versprochen in liquide Zertifikate, sondern beispielsweise in Private-Equity-Unternehmen und Immobilien. Das ging so lange gut, wie die Finanzkrise noch in weiter Ferne war und es in nahezu jedem Anlagesegment Geld zu verdienen gab.

Jetzt ist das Stanford-Konstrukt am Ende. Aufgeflogen wie Dutzende anderer Schneeballsysteme, die in diesen Wochen in sich zusammenbrechen. Reihenweise fliegen Schwindler auf, weil ihre wackligen Geschäftsmodelle nur in guten Zeiten funktionieren. "Nur bei Ebbe lässt sich feststellen, wer nackt schwimmt", witzelte Investorenlegende Warren Buffett kürzlich. Die Zahl der Finanzjongleure ohne Badehose alarmiert auch die Behörden. "Es herrscht absolute Ebbe an der Wall Street", sagt John Coffee von der Columbia University in New York, "und die SEC fängt an, genauer als früher nach den Nackten zu suchen."

Die Fälle, die dabei aufgedeckt werden, zeugen von einer Dreistigkeit, die selbst die Ermittler erstaunt: Das Unternehmen Billion Coupons aus Hawaii etwa wurde vergangenen Donnerstag angeklagt, seit September 2007 mit falschen Versprechungen insgesamt rund 4,4 Mio. $ eingesammelt zu haben. Statt wirkliche Erträge auszuschütten, gab es laut Anklage lediglich die Einzahlungen neuer Kunden an bestehende Kunden weiter - ein klassisches Schneeballsystem. Dass Billion Coupons ausgerechnet auf Seminaren für Taube Werbung für seine Anlagen machte, nennt SEC-Regionaldirektorin Rosalind Tyson "besonders verwerflich".

Wie schnell sich ein vermeintlich hoher moralischer Anspruch gegen einen wenden kann, zeigt auch der Fall eines betrügerischen Investors aus Buffalo. Der 82-jährige Richard Piccoli warb mit Anzeigen in katholischen Publikationen für sein Schneeballsystem und sammelte damit stolze 17 Mio. $ ein. Jetzt drohen ihm trotz seines hohen Alters 20 Jahre Gefängnis.

Die gleiche Strafe hat Joseph Forte zu befürchten. Der 57-Jährige hat in den vergangenen 13 Jahren angeblich Investoren um 50 Mio. $ erleichtert. Vor dem Haftrichter in Philadelphia jammerte er, von dem ergaunerten Geld sei nichts mehr übrig. Er habe nicht einmal mehr genügend Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Die Ermittler sind sich nicht sicher, ob er das Geld seiner Kunden jemals investiert hat - oder es ausschließlich an alte Kunden weitergab.

Für die amerikanische Finanzbranche kommt diese Fülle an Enttarnungen einer Katastrophe gleich. Das Vertrauen von Anlegern ist angesichts der Bankenkrise und gigantischer Kursverluste an den Börsen ohnehin schwer beschädigt. Je mehr Betrüger auffliegen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bürger ihr Geld in absehbarer Zeit wieder investieren. "Anleger sind extrem vorsichtig geworden", sagt Peter Henning, Juraprofessor an der Wayne State University.

Was bis jetzt an Betrügereien bekannt geworden ist, könnte nur die Spitze des Eisbergs sein, vermutet Steven Philippsohn, Chairman der Commercial Fraud Lawyers Association. "Wir werden uns während dieser Rezession an diese Art von Nachrichten gewöhnen müssen", sagt Philippsohn. Auf eine Selbstreinigung des Finanzsystems sollten Anleger nicht hoffen, meint Juraprofessor Henning: "Wenn es an den Märkten aufwärtsgeht, werden neue Betrüger die Bühne betreten." Nicht nur in den USA, sondern auch anderswo.

Dass die Schwindler so lange unentdeckt blieben, liegt nicht zuletzt an ihrer geschickten Tarnung: Madoff, einst Chef der Technologiebörse Nasdaq, verkehrte in den besten New Yorker Kreisen. Stanford machte sich als Finanzier internationaler Kricketturniere beliebt. Obama nahm ebenso von ihm Spenden an wie John McCain und Hillary Clinton. Zu den Nutznießern zählten auch Kongressabgeordnete, die die SEC kontrollieren, die wiederum Stanfords Unternehmen überwacht. Bereits vor zwei Jahrzehnten ermittelte das FBI gegen Stanford, damals wegen angeblicher Verbindungen zu einem Drogenring - doch das Establishment in Washington störte sich nicht am zweifelhaften Ruf des Texaners.

Von seinen Buchprüfern hatte Stanford ebenfalls nichts zu befürchten. Eine winzige Firma im fernen London mit einem Büro über einem Friseursalon kontrollierte die Bilanzen des internationalen Finanzimperiums. Der Schein des ehrbaren Kaufmanns blieb gewahrt.

Auch der Vermögensverwalter Arthur Nadel aus Florida galt bis vor Kurzem als Ehrenmann. Vor wenigen Jahren erhielt er die Auszeichnung "Americas Top Ranked Money Manager". Doch im Januar tauchte Nadel unter. Zu diesem Zeitpunkt schuldete er seinen Investoren 50 Mio. $. Der ehemalige Chef der Firma Scoop Management flüchtete vor der Bundespolizei FBI, die ihn mit einem Großaufgebot suchte. Als er sich schließlich stellte, verblüffte sein Anwalt Barry Cohen die Öffentlichkeit mit der lapidaren Aussage: "Er ist für eine Weile weggegangen, weil er allein sein wollte."

[...] In Nadels Abschiedsbrief hatte sich das noch weitaus dramatischer angehört: Er habe Angst, ein enttäuschter Kunde könnte ihn töten. Dem werde er zuvorkommen und sich selbst das Leben nehmen. Nadels Geschäftsbilanz ist desaströs: Die sechs von ihm geführten Hedge-Fonds, deren Wert Nadel zuletzt auf mehr als 300 Mio. $ schätzte, haben nach Ansicht der Ermittler ein Volumen von nicht einmal mehr 1 Mio. $.

Nadel ist nicht der erste gescheiterte Finanzjongleur, der sich geprellten Anlegern durch einen vorgetäuschten Freitod entziehen wollte. Der prominenteste Fall ereignete sich bereits im vergangenen Sommer: Der ehemalige Hedge-Fonds-Manager Samuel Israel war bereits wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Eines Tages im Juni stellte Israel sein Auto auf einer Brücke im Staat New York ab. Auf die Kühlerhaube hatte er "Selbstmord ist schmerzlos" geschmiert. Das FBI nahm seine Freundin ins Kreuzverhör, die schließlich zugab, dass ihr Liebster in bester Verfassung war. Kurz darauf stellte sich Israel.

Ein anderer Investmentverwalter bewies beim Vortäuschen eines tödlichen Unfalls James-Bond-Niveau. Marcus Schrenker, wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs im Visier der Ermittler, startete in Indiana mit seinem Kleinflugzeug. Von Bord meldete der 38-Jährige schwere Turbulenzen. Eine der Windschutzscheiben sei zerbrochen, er blute stark. Kurz darauf stürzte der Flieger in der Nähe eines Wohngebiets ab. Doch die Polizei suchte anschließend vergeblich nach Schrenkers Überresten. Der Pilot war mit dem Fallschirm abgesprungen und anschließend mit einem vorher bereitgestellten Motorrad geflüchtet. Einen Tag später entkam er Polizisten, die ihn bereits gestellt hatten, zu Fuß. Schließlich endete Schrenkers Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern auf einem Campingplatz.

So skurril die Fluchtaktionen auch sind, im Ranking der spektakulärsten Betrugsfälle belegen Bernard Madoff und Richard Allen Stanford wegen des Volumens unangefochten die Spitzenplätze.

...


Aus: "Kein Halten bei Finanzbetrug" 23. Febr. 2009 (Financial Times Deutschland)
Quelle: http://www.boerse-online.de/tools/ftd/478536.html


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[Das Schweigen der EU-Parlamentarier... ]
« Reply #157 on: February 26, 2009, 02:21:35 PM »
Quote
[...] Auf dem Schild an dem unscheinbaren grün-braunen Bürogebäude steht "Investor House". Luxemburg, Allée Scheffer Nummer 5 - hier ist der Sitz der Caceis Bank und einer wenig bekannten Investmentgesellschaft.
 

Die Liste ihrer Eigentümer ist das wohl bestgehütete Geheimnis der Abgeordneten des Europaparlaments. Zeitweise standen Werte von 212 Millionen Euro in den Büchern der Investmentgesellschaft, über Jahre aufgehäuft, aus Steuergeldern, aber ohne Rechtsgrundlage.


Mehr als 1000 EU-Abgeordneten soll der Fonds eine luxuriöse Zusatzpension garantieren - nach 20 Jahren im Parlament stolze 5575 Euro pro Monat. Doch nun haben sich die Parlamentarier verspekuliert. Die Verluste sollen die Bürger tragen. Zugleich will das EU-Parlaments eines keinesfalls verraten: Wer profitiert?

478 aktive und 635 ehemalige Volksvertreter aus allen Ecken Europas sind Mitglieder des so genannten freiwilligen Pensionsfonds. Um ihre "Privatsphäre" zu schützen, wolle das EU-Parlament die Namen nicht nennen, sagt die Parlamentsvizepräsidentin Diane Wallis - weil die Angaben "in der politischen Auseinandersetzung" womöglich "missbraucht werden" könnten.

...


Aus: "Luxemburger Pensionsfonds: Das Schweigen der EU-Parlamentarier" (24.02.2009)
Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/:Luxemburger-Pensionsfonds-Das-Schweigen-EU-Parlamentarier/655826.html?id=655826


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[IKB, SachsenLB, Lone Star, DSW... ]
« Reply #158 on: February 26, 2009, 04:16:10 PM »
Quote
[...] Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat die Ermittlungen zum Zusammenbruch der SachsenLB ausgeweitet. Wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte, wird nun gegen weitere ehemalige Vorstände wegen möglicher falscher Jahresabschlüsse von 2004-2006 ermittelt. Namen wurden bisher nicht genannt, allerdings war Michael Weiss in der fraglichen Zeit Vorstandschef.

Anlassung für die neuen Ermittlungen ist ein Urteil des Landgerichts Stuttgart, das die Jahresabschlüsse von 2004 bis 2006 für nichtig erklärt hatte. Bisher war wegen der Abschlüsse 2006 und 2007 ermittelt worden. Den Ex-Vorständen der SachsenLB wird Untreue und unrichtige Darstellung vorgeworfen.

Michael Weiss und seine Lebensgefährtin Andrea Braun gelten als Schlüsselfiguren im Skandal um die Sachsen LB. Der Untersuchungsausschuss des Landtags hatte bereits mehrfach versucht, Weiß und Braun vorzuladen, bislang ohne Erfolg. Das Paar lebt derzeit auf Zypern.

Durch Fehlspekulationen, insbesondere bei einer irischen Tochter, war die Bank 2007 an den Rand der Pleite geraten und konnte nur durch einen eiligen Verkauf an die Landesbank Baden-Württemberg gerettet werden. Der Freistaat übernahm im Zuge des Verkaufs eine Landesbürgschaft von 2,75 Milliarden Euro. Sachsens damaliger Finanzminister Horst Metz trat nach dem Notverkauf zurück. Wenige Monate später zog auch Ministerpräsident Georg Milbradt die Konsequenzen aus der Misere und legte sein Amt nieder.




Aus: "Untersuchungsausschuss: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen zu SachsenLB aus" (25. Februar 2009)
Quelle: http://www.mdr.de/sachsen/6159919.html

-.-

Quote
[...] Der Neueigentümer Lone Star aus den USA möchte die Untersuchung bei Ex-Bankmanagern der IKB stoppen. Eine Schutzvereinigung kündigt Klage an.

Bei der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB sollen womöglich Fehler ehemaliger Manager unter den Teppich gekehrt werden. Das befürchtet jedenfalls die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), weil der neue IKB-Großaktionär Lone Star eine Sonderprüfung kurz vor deren Ende abbrechen und deren Veröffentlichung verhindern will.

Auf Antrag des US-Investors soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. März den mit der Sonderprüfung beauftragten Wirtschaftsprüfer Harald Ring abberufen. Die DSW kündigte am Mittwoch an, den Prüfer von einem Gericht neu einsetzen lassen zu wollen.

 Die IKB-Aktionäre hatten die ehemaligen Vorstände und Aufseher der Bank im März 2008 nicht entlastet und den Sonderprüfer eingesetzt. Ring klärt seither, wie die Schieflage der Bank entstand, die den Steuerzahler zehn Milliarden Euro kostete. Er prüft, ob Manager und Aufsichtsräte Pflichten verletzt haben und in welchem Umfang sie haften müssen.

Damals war die Staatsbank KfW noch größter IKB-Anteilseigner. Die Sonderprüfung lag deshalb auch im Interesse der Bundesregierung, deren Vertreter in den Aufsichtsgremien von IKB und KfW saßen und die für ihr Versagen öffentlich kritisiert wurden. Im Sommer verkaufte die KfW die IKB an den US-Investor, der seither knapp 90 Prozent hält.

Lone Star begründet den Verzicht auf die Sonderprüfung damit, dass "gesellschaftsinterne Sachverhalte nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht" werden sollten. Wie es im Umfeld heißt, sollen Geschäftspartner nicht mit Material für mögliche Klagen versorgt werden. Der US-Anleiheversicherer Financial Guaranty Insurance Company (FGIC) verklagt die IKB wegen falscher und irreführender Informationen. Es geht um Schäden in Milliardenhöhe. Pikanterweise gehört FGIC zum Teil dem Lone-Star-Konkurrenten Blackstone.

Quote

26.02.2009 10:06:25

Eurohasenbaer: Du bist Deutschland!

12.00 Uhr mittags. Am hellichten Tag überfallen mehrere unmaskierte Täter eine Bank und fordern mit vorgehaltenem Finanzprodukt die Herausgabe von Milliardenbeträgen. Die Bank verständigt die Regierung und die Ministerien, daß sie Geld brauche.

Gleichzeitig auf der anderen Straßenseite:

Eine Hundertschaft der Polizei verhaftet eine Kassiererin, die fünf große (!) Pfandflaschen mitgenommen hatte.


Quote

26.02.2009 09:48:33

Compiler: Und wo ist der kritische Journalismus ?

Warum wird das, auch von der SZ, nicht viel vehementer Berichtet und der Bürger alarmiert ? Das ist doch der eigentlich Jahrtausendskandal !!!

Dem Bürger wird irgendwann noch mal dämmern, daß eigentlich fast die komplette politische Kaste ins Kitchen gehört !


Quote

26.02.2009 13:43:27

Eurohasenbaer: @Hardy1974

Es gilt das alte Sprichwort:

Wenn der Ochse wüßt, wie stark er ist, würd er das Joch nicht tragen.

Es fehlt an Solidarität in der Bevölkerung.

Selbst wenn ein Generalstreik verboten sein sollte, man könnte damit sehr viel bewirken.

Falls es tatsächlich einmal zu einem Generalstreik kommen würde, an dem sich hundertausende oder eventuell sogar einige Millionen Arbeitnehmer beteiligen würden, wer wollte diese Leute jemals Anklagen?

Ich bin nicht für gewalttätige Auseinandersetzungen.

Mit dem Generalstreik hätte die Arbeitnehmerschaft ein probates Machtinstrument in der Hand, er müßte nur organisiert werden.



Aus: "Deutsche Industriebank: Vertuschung bei IKB befürchtet" Von Helga Einecke (25.02.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/4/459643/text/

-.-


Quote
[...] hierzulande sind Manager nicht so leicht zu packen, wie es sich die Kanzlerin wünscht. Das zeigt der Fall der IKB-Bank. Das Düsseldorfer Institut war nach gigantischen Fehlspekulationen in US-Schrottanleihen vom Steuerzahler mit zehn Milliarden Euro gestützt und anschließend für einen Spottpreis an den US-Investor Lone Star verscherbelt worden.

An Aufklärung oder gar Ahndung der dubiosen Vorgänge auf der Chefetage ist allerdings vorerst kaum zu denken. Es riecht nach einem zweiten IKB-Skandal.

Der neue Haupteigentümer, der gut 90 Prozent des Kapitals der Bank hält, will auf der heutigen Hauptversammlung in Düsseldorf die vor einem Jahr in Auftrag gegebene Sonderprüfung stoppen.

Dabei sollte herausgefunden, ob Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des Geldhauses ihre Pflichten verletzt haben. Falls dies der Fall war, könnten die Verantwortlichen zu Schadenersatz an die Bank verklagt werden.

Es liege "nicht im Interesse" der IKB, "dass gesellschaftsinterne Sachverhalte im Rahmen eine Sonderprüfung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", heißt es in der Begründung, mit der Lone Star den damaligen Beschluss kippen will.

Schließlich sei "eine angemessene gesellschaftsinterne Befassung mit derartigen Angelegenheiten unter Wahrung der Vertraulichkeit möglich".


Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse auf der Hauptversammlung wird Lone Star den Antrag locker durchsetzen können. Doch die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hat Gegenwehr angekündigt.

Die Aktionärsvertreter wollen die zu erwartenden Beschlüsse anfechten, eine weitere Hauptversammlung einberufen und notfalls eine Sonderprüfung gerichtlich durchsetzen. "Es herrscht Krieg mit Lone Star", sagt DSW-Vertreter Marc Tüngler.

Der Plan des US-Investors, die bereits weit fortgeschrittene Sonderprüfung abzubrechen, deute darauf hin, dass "die Ergebnisse brisanter sind, als wir gedacht haben".

Ermutigt fühlt sich die DSW durch eine Einschätzung des renommierten Bonner Juristen Marcus Lutter. Ihm zufolge haben Bankmanager ihre Sorgfaltspflichten verletzt, indem sie weit überzogene Risiken eingingen. Sie haften daher persönlich für den angerichteten Schaden.

Das Problem: Aufsichtsrat und Vorstand müssten gegeneinander vorgehen, was wegen der beidseitigen Verquickung lebensfremd erscheint. Tatsächlich hat bislang nur das Kontrollgremium von Siemens den Vorstand verklagt.

Ähnlich schwierig gestaltet es sich für Aktionäre, Schadenersatzforderungen gegen Unternehmen durchzusetzen. Dies setzt Betrug oder Untreue durch das Management voraus.

Mit dem entsprechenden Nachweis haben auch die Strafverfolger in Wirtschaftsdelikten erhebliche Probleme. Oder warum hört man in der aktuellen Finanzkrise so wenig von ihnen?




Aus: "Aufarbeitung des Bankenskandals - Bei der IKB herrscht Krieg" VON MARIO MÜLLER (24.03.2009)
Quelle: http://www.fr-online.de/top_news/1698018_Aufarbeitung-des-Bankenskandals-Bei-der-IKB-herrscht-Krieg.html

« Last Edit: March 18, 2019, 09:57:08 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Es ist der bislang größte Verlust der Wirtschaftsgeschichte... ]
« Reply #159 on: March 02, 2009, 06:11:02 PM »
Quote
[...] Washington schießt Milliarden für den ehemals weltgrößten Versicherer AIG nach – und die Kurse stürzen ab. Als Reaktion auf den massiven AIG-Verlust von fast 100 Milliarden Dollar bricht der Dow-Jones-Index der Standardwerte erstmals seit Oktober 1997 auf unter 7000 Punkte ein und nimmt damit eine wichtige psychologische Marke.

Wenige Stunden zuvor hatte AIG horrende Verluste für das vierte Quartal gemeldet. Für das abgelaufene Geschäftsquartal stehen Verluste in Höhe von 61,7 Milliarden Dollar in den Büchern. Es ist der bislang größte Verlust der Wirtschaftsgeschichte. Für das Gesamtjahr 2008 meldete der ehemalige Weltmarktführer ein Minus von 99,3 Milliarden Dollar.

Angesichts der Verluste rettet Washington den taumelnden Versicherungsriesen nun schon zum dritten Mal vor der Pleite und stellt dem Unternehmen weitere Milliarden zur Verfügung. US-Finanzministerium und Notenbank erklärten am Montag, erneut bis zu 30 Milliarden Dollar zuzuschießen. Washington hat bislang bereits 150 Milliarden Dollar in den AIG-Konzern gepumpt.

...




Aus: "US-Börsen: AIG-Desaster reißt Dow in die Tiefe" (02.03.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/561/460196/text/

-.-

Quote
[...]

Quote

02.03.2009 13:35:12

Kindergartenöffnungszeiten: Wettlauf der Systeme

Zu toppen sind: 150 Mrd. USD.

Entspricht ca. 120 Mrd. Euro. Das wird ein Kopf-an-Kropf-Rennen, wer mehr Steuergeld verbrennt. Omama mit seiner Quiag oder Merkel mit ihrer Real Bankrupting Bank, auch genannt Humbug Real Estate, der systemischen :-( Schaumschlägerbank.

Jede Samenbank ist systemerhaltender als die Hyper Real Estate.


http://www.sueddeutsche.de/finanzen/525/460160/text/?page=1#readcomment





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[Money for Nothing... (Hypo Real Estate)]
« Reply #160 on: March 17, 2009, 10:24:32 AM »
Quote
[...] Faktisch ist die Hypo Real Estate nichts mehr wert. Nichts. Keinen müden Cent. Die Verluste haben das Eigenkapital der Bank aufgezehrt. Übrig geblieben sind nur noch die Schulden, die die Hypo Real Estate bei anderen Banken, Versicherungen und Pensionsfonds hat. Es ist also eigentlich Wahnsinn, dass die Altaktionäre überhaupt eine Entschädigung erhalten. Selbst 90 Cent pro Aktie sind für den Staat teuer, denn insgesamt wären das noch immer fast 200 Millionen Euro. Für nichts.

...


Aus: "Erpressung lohnt sich - KOMMENTAR VON ULRIKE HERRMANN" (16.03.2009 )
Quelle: http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/erpressung-lohnt-sich/


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[Die nichtigen Bilanzen... (SachsenLB)]
« Reply #161 on: March 17, 2009, 11:45:15 AM »
Quote
[...] Dresden (ap). Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich hat jegliche Verantwortung für den Niedergang der SachsenLB bestritten. Bei seinem Amtsantritt als Finanzminister sei die Grundsatzentscheidung zum Verkauf an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bereits gefallen gewesen, sagte der CDU-Politiker vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags. Tillich war zwischen Herbst 2007 und Frühjahr 2008 maßgeblich an den Verkaufsverhandlungen beteiligt. Die SachsenLB war wegen spekulativer Geschäfte in Schieflage geraten und an die LBBW notverkauft worden. Sachsen bürgt und haftet mit bis zu 2,75 Milliarden Euro.


Aus: "SachsenLB: Regierungschef lehnt Verantwortung ab" (10.03.2009, Quelle: Rheinische Post)
Quelle: http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/SachsenLB-Regierungschef-lehnt-Verantwortung-ab/32422


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[...] Hintergrund der Ausweitung sind eigene Ermittlungen der Strafverfolger und ein Urteil des Landgerichts Stuttgart, dass die Bilanzen der ehemaligen SachsenLB aus den Jahren 2004 bis 2006 für nichtig erklärt hatte. Bislang war es nur um die Jahresabschlüsse 2006 und 2007 gegangen, bei denen die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen fünf Ex-Vorstände, unter anderem Weiss-Nachfolger Herbert Süß, ermittelt hatte.

Von den Ex-Vorständen Weiss, Fuchs und Klumpp will die jetzige SachsenLB-Eignerin, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), jetzt einen Teil der Boni für 2004 bis 2006 zurückhaben, da sie auf ungültigen Jahresabschlüssen basierten. Eine entsprechende Klage haben die Schwaben nach Auskunft eines Sprechers vor kurzem beim Landgericht in Leipzig eingereicht. Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft wollte er sich nicht äußern.

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Aus: "SachsenLB: Mehr Banker unter Feuer" von Sonia Shinde (16.03.2009)
Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/mehr-banker-unter-feuer;2203959


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[Der bittere Nachgeschmack... (Steuermilliarden, AIG, Deutsche Bank, ...)]
« Reply #162 on: March 17, 2009, 11:54:18 AM »
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[...] WASHINGTON. Der amerikanische Versicherungskonzern AIG gerät immer mehr in die Kritik. Hatte sich der Unmut der US-Steuerzahler zunächst auf die geplante Auszahlung von Boni an die Manager in Höhe von 165 Mio. Dollar konzentriert, sind es nun Milliarden Dollar aus dem Rettungspaket der Regierung, die AIG an Geschäftspartner im Ausland überwiesen hat. Profitiert haben von den Transfers auch mehrere deutsche Finanzkonzerne, allen voran die Deutsche Bank; sie erhielt knapp zwölf Mrd. Dollar von AIG. Der Versicherungskonzern war von der US-Notenbank im Herbst mit rund 170 Mrd. Dollar gerettet worden.

Unter den Empfängern sind inländische Banken wie Goldman Sachs, Merrill Lynch oder die Bank of America genauso wie die französische Société Générale, die britische Barclays und die Schweizer UBS. Aus Deutschland finden sich neben der Deutschen Bank, die Dresdner Bank, die DZ Bank, die KfW und die Landesbank Baden-Württemberg. Die Société Générale verteidigte gestern die Annahme von 11,9 Mrd. Dollar. Der Transfer sei in voller Übereinstimmung mit den Vereinbarungen erfolgt, sagte eine Sprecherin der französischen Bank. Insgesamt hatte der US-Versicherungskonzern 105 Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket an in- und ausländische Partner ausgezahlt.

In US-Medien wurde gestern jedoch bezweifelt, dass die amerikanische Öffentlichkeit allzu viel Verständnis dafür haben werde, wie die Steuermilliarden von AIG verwendet wurden und dass diese auch an ausländische Unternehmen transferiert wurden. "Das hinterlässt beim amerikanischen Steuerzahler einen bitteren Nachgeschmack", sagte Donald Powell, der frühere Chef der Federal Deposit Insurance Corporation. "Aber wenn man sich eine Chance auf eine Erholung erhalten will, dann muss man wohl dabei bleiben."

[...] Der Vorsitzende der US-Notenbank, Ben Bernanke, hatte seinem Ärger über AIG am Sonntagabend in einem Fernsehinterview Luft gemacht. "Von allen Ereignissen und allen Dingen, die wir in den letzten 18 Monaten unternommen haben, ärgert mich die Intervention bei AIG am meisten", sagte der Fed-Chef. Der Versicherungskonzern sei alle Arten von "gewissenlosen Wetten" eingegangen. AIG hätte das gesamte Finanzsystem zum Einsturz bringen können.

[...] Barney Frank, der für die Demokraten im Kongress den Finanzausschuss leitet, sagte, das Verhalten von AIG sei ein Beispiel dafür, wie diejenigen, die an den ökonomischen Schaltstellen säßen, das System missbrauchten. AIG-Chef Edward Liddy erklärte in einem Brief an Finanzminister Timothy Geithner, dass ihm bei den Bonuszahlungen die Hände gebunden seien. Zwar wolle er die Leistungen für 2009 kürzen; für 2008 habe sich das Unternehmen zu den Zahlungen jedoch verpflichtet. Außerdem sei es schwer, in Zukunft talentierte Mitarbeiter zu finden, wenn die Frage der Bezüge der Willkür des Finanzministeriums ausgesetzt sei.


Aus: "Banken: AIG zahlt Deutscher Bank Milliarden" von Markus Ziener (16.03.2009)
Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/aig-zahlt-deutscher-bank-milliarden;2203816

« Last Edit: March 17, 2009, 11:59:36 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Diskretion, Vertraulichkeit, Rechtssicherheit... ]
« Reply #163 on: March 18, 2009, 11:18:41 AM »
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[...] Bei den Vermögensverwaltungsbanken in Liechtenstein ziehen reiche Kunden angesichts der Diskussionen um Steuern und Bankgeheimnis weiterhin Geld ab. Bei der im Besitz des Fürstenhauses stehenden LGT Group zogen Kunden nach Angaben vom Dienstag aus Konten und Depots in Liechtenstein im letzten Jahr 4,7 Mrd. Franken (3 Mrd. Euro) ab.

[...] Unter dem Strich zeigte sich LGT-Chef Prinz Max von und zu Liechtenstein aber zufrieden. Der Gewinnrückgang um 36 Prozent auf 163 Mio. Franken sei angesichts der Finanzkrise und der Diskussionen um Liechtenstein zufriedenstellen. In den ersten beiden Monaten habe sich an den Geschäftstrends im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert.

Saldiert 1,3 Mrd. Franken an Kundengeldern wanderten im vergangenen Jahr aus den Tresoren der LGT. Im Februar 2008 war die Bank in die Schlagzeilen gekommen, weil ein Angestellter LGT-Kundendaten stahl und den deutschen Steuerbehörden aushändigte. Die Folge war ein Steuerskandal in mehreren Staaten.

[...] Die Bank ist indessen zuversichtlich, dass der Geldabfluss endet. "Die Ursachen des Abflusses sind bekannt", sagte Finanzchef Olivier de Perregaux. Wieviel unversteuertes Geld aus dem Ausland noch bei der LGT liegt, verrät die Bank nicht.

Der "Paradigmenwechsel" im Umgang mit Steueroasen werde die LGT Group überstehen, ist sich Prinz Max gewiss. "Die Treuhandabteilung haben wir verkauft, und wir fokussieren uns nun auf das Kerngeschäft", sagte der LGT-Chef.

(APA/Reuters/sda)


Aus: "Reiche ziehen Milliarden aus Liechtenstein ab - Manchem Ausländer ist das kleine Fürstentum Liechtenstein als Hort des Vermögens nicht mehr sicher genug" (17.03.2009)
Quelle:  http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/366540/index.do

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[...] Manager von vermeintlich sicheren Rentenfonds haben ohne Wissen der Anleger auf riskante Papiere gesetzt und hohe Verluste gemacht. Wie die Stiftung Warentest in der Zeitschrift "Finanztest" berichtet, haben durch die Fehlspekulationen im vergangenen Jahr viele Fonds schlechter abgeschnitten als der Anleihenmarkt im Durchschnitt. Anleger, die davon ausgingen, ihr Geld sei über ihren Fonds sicher in soliden Zinspapieren angelegt, haben in den vergangenen zwölf Monaten deshalb Geld verloren, einige weit über 20 Prozent.

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Aus: "Anleger haben mit Rentenfonds bis zu 20 Prozent verloren" (17.03.2009)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/2/20090317/tts-anleger-haben-mit-rentenfonds-bis-zu-c1b2fc3.html

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[...] Im letzten Juli setzte London eine Untersuchungskommission unter der Leitung des pensionierten Richters Robin Auld ein. Die Befürchtungen, dass es im britischen Übersee-Gebiet der Turks- und Caicosinseln nicht mit rechten Dingen zu und hergeht, sollten genau untersucht und abgeklärt werden.

Und Auld wurde fündig: In einem ersten Zwischenbericht werden miserable Zustände auf den beiden Karibikinseln angeprangert, wie die britische Zeitung «The Guardian» schreibt: «Vermutlich systematische Korruption in hohem Masse, klare Signale über politisch unmoralisches Handeln und eine generelle Inkompetenz der Administration», lautet das vernichtende Urteil der Experten.

[...] Für den britischen Premier Gordon Brown kommt diese Geschichte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Er steht mit an der Spitze einer «Anti-Steueroasen-Koalition» die mehr Transparenz im internationalen Steuerwettbewerb fordert.

Wie es in dem Bericht des «Guardian» weiter heisst, fiel in dem Expertenbericht kein Wort über Geldwäscherei und Steuerhinterziehung. Das Blatt zitiert aber Insider, die von solchen Praktiken auf den Turks- und Caicosinseln wissen wollen. «Es gibt den starken Verdacht, dass viel Übersee-Vermögen dort landet. Und das Finanzsystem ist angelegt, um Geld zu verstecken», steht im Blatt.

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Aus: "«Systematische Korruption» in britischen Steuerparadiesen" Von Matthias Chapman (17.03.2009)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Systematische-Korruption-in-britischen-Steuerparadiesen/story/17256137

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[...] Banken in Deutschland helfen Schweizern einem Zeitungsbericht zufolge beim Verstecken von Schwarzgeld. Banken im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Deutschland gäben Ratschläge, wie größere Summen an nicht versteuertem Geld vor dem Fiskus verborgen werden können, berichtete der Schweizer "Tages-Anzeiger" unter Berufung auf verdeckte Recherchen. [...]

Wie die Zeitung berichtete, hätten die Deutsche Bank und die Dresdner Bank in Lörrach an der deutsch-schweizerischen Grenze den verdeckt recherchierenden Reportern geraten, zwei parallele Konten einzurichten. Bei einem der Konten werde die Korrespondenz in die Schweiz geschickt, beim anderen Konto lagerten die Briefe vor dem Fiskus versteckt bei der Bank.

Der Reporter der Zeitung hatte jeweils angefragt, wie er mehrere hunderttausend Schweizer Franken, die unversteuert waren, anlegen könnte. Andere Banken im Grenzgebiet, darunter eine Sparkasse, hatten dem Bericht zufolge zurückhaltender auf ähnliche Anliegen der Reporter reagiert.

Bei einer verdeckten Anfrage bei der Deutschen Bank in Zürich habe ein Mitarbeiter ebenfalls zu zwei Konten geraten. Der Berater habe zugleich davon abgeraten, das Geld über die Grenze nach Deutschland zu verschieben. In der Schweiz genössen Bankkunden "Diskretion, Vertraulichkeit, Rechtssicherheit", zitierte das Blatt den Mitarbeiter. Deutschland habe davon keine Ahnung.

Laut dem Blatt stammt bei Banken in der Grenzregion jeder zweite bis dritte Kunde aus der Schweiz. Viele davon werden demnach allerdings von ganz legalen Vorzügen angelockt, von vergleichsweise hohen Zinsen etwa. Die Bundesregierung hatte der Schweiz zuletzt wiederholt vorgeworfen, Steuersünder vor Strafverfolgung zu schützen. Zuletzt hatte die Schweiz unter internationalem Druck eine Lockerung ihres Bankgeheimnisses in Aussicht gestellt.

Die Deutsche Bank erklärte in Reaktion auf den Zeitungsbericht, sie distanziere sich "ausdrücklich von Anlagemöglichkeiten für Kapital, das der Steuer hinterzogen werden soll". Alle bei der Bank getätigten Geldanlagen entsprächen "den geltenden gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben".

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Aus: "AFP: Deutsche Banken helfen angeblich bei Steuerhinterziehung" (17. März 2009)
Quelle: http://de.biz.yahoo.com/17032009/286/finance2001-deutsche-banken-helfen-angeblich-steuerhinterziehung.html


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[Zusätzliche Liquidität... ]
« Reply #164 on: March 19, 2009, 11:58:29 AM »
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[...] Die Federal Reserve kündigte am Mittwoch den Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren und Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion Dollar (770 Mrd Euro) an, um die Bedingungen an den Kreditmärkten zu verbessern. Zugleich beließ die Zentralbank den US-Leitzins auf seinem historischen Tiefstand von knapp über null Prozent, der Mitte Dezember festgelegt worden war.

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Aus: "dpa - Fed: Neue Billionen-Spritze gegen Kreditklemme" (Mittwoch 18. März 2009)
Quelle: http://de.biz.yahoo.com/18032009/3/fed-billionen-spritze-kreditklemme.html

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[...] FRANKFURT (Dow Jones)--Die US-Notenbank hat den Kauf von Staatsanleihen und die Ausweitung ihrer Kreditprogramme angekündigt, um die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg mit zusätzlichen geldpolitischen Impulsen zu bekämpfen. Die bereits sehr niedrige Zielspanne für Tagesgeld werde zudem zwischen 0% und 0,25% unverändert gelassen, teilte der Offenmarktausschuss (FOMC) der Federal Reserve am Mittwoch mit. Die US-Währungshüter um Fed-Chairman Ben Bernanke warnten, dass die Wirtschaft trotz des niedrigen Zinses vor einer anhaltenden Schrumpfung stehe.

Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins im Dezember 2008 auf ein historisches Tief gesenkt und sich damit von der klassischen Zinspolitik verabschiedet. Zusätzliche Impulse für die Wirtschaft können jetzt nur noch über eine Ausweitung der Geldmenge - eine sogenannte quantitative Lockerung - gesetzt werden. Dazu legte die Fed die entsprechenden Beschlüsse vor.

[...] Harm Bandholz von UniCredit sagte, die neuen Maßnahmen wiesen darauf hin, "dass die Fed wegen der wirtschaftlichen Lage sehr viel besorgter ist, als es in ihrem Statement zum Ausdruck kommt". Zudem zeigte er sich überrascht vom einstimmigen Votum: So habe es noch vor einigen Tagen deutliche Vorbehalte in der Fed - unter anderem von Fed-Chef Bernanke selbst - gegen den Kauf von Treasuries gegeben, betonte Bandholz.


Aus: "Fed bekämpft Wirtschaftskrise mit zusätzlicher Liquidität" Von Andreas Plecko (19.03.2009)
Quelle: http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=100522004