Author Topic: [Kapital & Macht (Notizen)... ]  (Read 8687 times)

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[Kapital & Macht (Notizen)... ]
« Reply #15 on: October 21, 2016, 10:47:44 AM »
We don't see things as they are, we see them as we are. – Anaïs Nin

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[...] Symbolic universes are created to provide legitimation to the created institutional structure. Symbolic universes are a set of beliefs “everybody knows” that aim at making the institutionalized structure plausible and acceptable for the individual—who might otherwise not understand or agree with the underlying logic of the institution. As an ideological system, the symbolic universe “puts everything in its right place”. It provides explanations for why we do things the way we do. ...


Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Social_Construction_of_Reality (11 October 2016)

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Quote
[...] Die Welt wird durchgerüttelt: Es herrscht Krieg in Syrien, ein Irrer könnte US-Präsident werden. Für große Unsicherheit sorgt der Brexit. Und Europa steht immer wieder vor der Zerreißprobe. Wie gefährlich ist das alles für die Börse und unser Geld?  ...


Aus: "Alarmstufe rot: Diese Risiken bedrohen unseren Wohlstand"
FOCUS-MONEY-Redakteurin Heike Bangert und FOCUS-MONEY-Redakteur Mika Hoffmann  (21.10.2016)
Quelle: http://www.focus.de/finanzen/boerse/bankenkrise-brexit-schock-donald-trump-alarmstufe-rot-diese-geopolitischen-risiken-bedrohen-unseren-wohlstand_id_6096940.html

« Last Edit: November 22, 2016, 12:40:41 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Kapital & Macht (Notizen)... ]
« Reply #16 on: November 22, 2016, 12:39:15 PM »
Die Dakota Access Pipeline (kurz: DAPL), auch Bakken Pipeline genannt, ist eine im Bau befindliche Erdölpipeline zwischen der erdölreichen Bakken-Formation in North Dakota und dem Pipelineknotenpunkt Patoka in Illinois. Die Pipeline soll eine Länge von 1.880 km haben und durch die US-Bundesstaaten North Dakota, South Dakota und Iowa bis nach Illinois führen. Ihr Bau wird von US-weiten Protesten begleitet und wurde mehrmals gerichtlich gestoppt. ... Initiator des rund 3,8 Milliarden US-Dollar teuren Projekt ist der Pipelinebetreiber Energy Transfer Partners und wird von einer Reihe von Banken finanziert, unter anderem JP Morgan Chase, Goldman Sachs, ING, CitiBank, Morgan Stanley und die Bank of America. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Dakota_Access_Pipeline (11/2016)

"Dakota pipeline protesters say they were detained in dog kennels; 268 arrested in week of police crackdown" Ben Norton (Tuesday, Nov 1, 2016)
Tens of thousands of people have checked in on Facebook at the Standing Rock Indian Reservation over the past few days. They are expressing solidarity with the protests against the Dakota Access pipeline in North Dakota, which have faced an increasingly brutal backlash from police. ...
https://www.salon.com/2016/10/31/dakota-pipeline-protesters-say-they-were-detained-in-dog-kennels-268-arrests-in-week-of-police-crackdown/


"Dakota Access Pipeline: Ausschreitungen bei Protest gegen Erdölpipeline" (21. November 2016)
Ein Polizeisprecher warf den Aktivisten laut Guardian vor, "sehr aggressiv" aufzutreten. Man habe Wasserwerfer einsetzen müssen, weil die Demonstranten Feuer entzündet hätten. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-11/dakota-access-pipeline-erdoel-proteste-north-dakota


"Dakota Access Pipeline Company Attacks Native American Protesters with Dogs & Pepper Spray"
On September 3, the Dakota Access pipeline company attacked Native Americans with dogs and pepper spray as they protested against the $3.8 billion pipeline's construction. If completed, the pipeline would carry about 500,000 barrels of crude per day from North Dakota’s Bakken oilfield to Illinois. The project has faced months of resistance from the Standing Rock Sioux tribe and members of nearly 100 more tribes from across the U.S. and Canada. ...
https://www.youtube.com/watch?v=kuZcx2zEo4k

"Dakota Access Pipeline - Native Americans Protest DAPL - What is the story? Why the media blackout?" (16.10.2016)
The fight of Native American tribes in North Dakota against an oil pipeline continues, and the protest camp says it's not going anywhere until the Dakota access pipeline meets their demands, the biggest of which is altering the route of the proposed pipeline which, under it's current blueprint would cross the Missouri River. This creates concerns with the Standing Rock Sioux Tribe that their only source of water could be destroyed.
Dakota Access Pipeline (DAPL) is a 1,134-mile-long (1825 km) underground U.S. oil pipeline project for crude oil being planned by Dakota Access, LLC, a subsidiary of the Dallas, Texas corporation Energy Transfer Partners, L.P. to begin in the Bakken oil fields in Northwest North Dakota, travel through South Dakota and Iowa before ending in Patoka, Illinois. The $3.7 billion project became public in July 2014, and informational hearings for landowners took place between August 2014 and January 2015. Dakota Access submitted its plan to the Iowa Utilities Board (IUB) on October 29, 2014, and applied for a permit in January 2015. The IUB was the last of the four state regulators to grant the permit in March 2016, including the use of eminent domain, after some public controversy. As of March 2016, Dakota Access had secured voluntary easements on 82 percent of Iowa land.
The pipeline has been controversial regarding its necessity, potential harm to the environment, and impact on climate change. A number of Native Americans in Iowa and the Dakotas have opposed the pipeline, including the Meskwaki and several Sioux tribal nations. In August 2016, ReZpect Our Water, a group organized on the Standing Rock Indian Reservation, brought a petition to the U.S. Army Corps of Engineers in Washington, D.C., the tribe sued for an injunction, and a protest has begun at the pipeline site in North Dakota that has drawn international attention. ...
https://www.youtube.com/watch?v=Y6nNpvHEkZI

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[Kapital & Macht (Notizen)... ]
« Reply #17 on: May 27, 2018, 12:50:52 PM »
Quote
[...] Das Team - INVESTIGATE EUROPE ist ein Team von neun Journalisten aus acht europäischen Ländern. Sie recherchieren gemeinsam Themen, die für ganz Europa wichtig sind und teilen die Ergebnisse. Auf dieser Basis produzieren sie gemeinsam mit Kollegen in den jeweiligen Ländern Beiträge, wie sie die beteiligten Medien benötigen. Unterstützt wird das Projekt durch die Hans-Böckler-Stiftung, die norwegische Stiftung Fritt Ord, die Stiftung Hübner & Kennedy, die GLS Treuhand, die Schöpflin-Stiftung, die Rudolf-Augstein-Stiftung und die Open Society Initiative for Europe. Das Team kooperiert mit den NGOs Journalismfund und N-Ost.
    Die Recherchen über den Blackrock-Konzern werden in ganz Europa veröffentlicht. Zu den Medienpartnern gehören neben dem Tagesspiegel unter anderem Gazeta Wyborza, La Vanguardia, Mediapart, Publico, Efimerida ton Syntakton, Aftenposten, Tagesanzeiger, Falter. Außer den beiden Autoren arbeiten Crina Boros, Wojciech Ciesla, Ingeborg Eliassen, Jordan Pouille, Nikolas Leontopoulos, Maria Maggiore und Paulo Pena für „IE“. Mehr zum Projekt: www.investigate-europe.eu


Den 16. Januar 2018 werden viele Top-Manager so schnell nicht vergessen. An diesem Tag erhielten die Chefs fast aller Weltkonzerne in Europa und Amerika den gleichen Brief. Und der Absender aus New York schrieb in einem Ton, den die Mächtigen der globalen Wirtschaft nicht gewohnt sind.

Die „Besitzer von Kapital haben seit der Finanzkrise enorme Gewinne eingestrichen“, und „gleichzeitig müssen viele Menschen mit geringem Lohnwachstum und unzureichender Altersvorsorge leben“, hieß es darin. „Diese Trends sind die wesentliche Ursache für die Angst und die Polarisierung, die wir in der ganzen Welt beobachten“, beklagte der Autor und forderte radikale Veränderungen. Der „finanzielle Erfolg“ reiche nicht mehr, um Unternehmen zu erhalten. Vielmehr sollten sie auch „einen sozialen Zweck“ erfüllen, schrieb er. Sie müssten „allen einen Nutzen bringen, Ihren Aktionären genauso wie Ihren Angestellten und Kunden. Andernfalls würden sie „Ihre Existenzberechtigung verlieren. Wir werden die Verantwortung wahrnehmen, diesen Wandel voranzutreiben“, kündigte der Briefeschreiber an.

Sozialer Zweck, Nutzen für alle, und das gleich für Tausende von Unternehmen – das klingt nach einem idealistischen Weltverbesserer mit Größenwahn. Aber der Eindruck täuscht. Der Brief kam von einem der mächtigsten Männer der Weltwirtschaft: Laurence Fink, Chief Executive Officer von Blackrock, dem größten Finanzkonglomerat der Welt. Fink und seine Manager verwalten 6300 Milliarden Dollar Anlagekapital. Damit ist der Konzern an mehr als 17 000 Unternehmen beteiligt und bei allen börsennotierten Weltkonzernen aus Europa und den USA einflussreicher Großaktionär (siehe Karte). Zugleich ist er eng vernetzt mit Regierungen, Behörden, Banken und Versicherungen.

Welche Konsequenzen hat diese Macht für Europas Unternehmen und ihre Arbeitnehmer? Wie setzen die Verantwortlichen des Konzerns sie ein? Und verbessert Blackrock tatsächlich die Welt, wie es Fink in seinem Schreiben verspricht? Diesen Fragen ist das Team von Investigate Europe gemeinsam mit der niederländischen Rechercheplattform „Follow the money“ europaweit nachgegangen. Kein Blackrock-Manager war bereit, sich kritischen Fragen zu stellen. Auch die eigens angeforderten schriftlichen Fragen blieben ohne Antwort. Dagegen zeichneten Ökonomen, Politiker, Banker, Manager und frühere Blackrock-Mitarbeiter im Gespräch mit den Reportern das Bild eines einzigartigen Unternehmens, wie es das noch nie gab:
Blackrock, der globale Geldriese mit Kunden in 100 Ländern

- untergräbt als allgegenwärtiger Großaktionär den marktwirtschaftlichen Wettbewerb;
- arbeitet so eng mit Aufsichtsbehörden und Regierungen zusammen, dass die Grenzen zwischen privatem Kapital und dem Staat verschwimmen;
- treibt die Privatisierung der Altersvorsorge voran, um Sparkapital in seine Fonds zu lenken;
- und verfügt über ein starkes Netzwerk politischer Verbindungen, das einer möglichen Regulierung entgegensteht.

Blackrock „steht für eine extreme Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Händen weniger, die werden sie nutzen“, konstatiert der Politikwissenschaftler Elke Heemkerk von der Universität Amsterdam, der mit dem Forscherteam „Corpnet“ die Strukturen der globalisierten Ökonomie analysiert. „Die schiere Größe von Blackrock erzeugt eine Marktmacht, die kein Staat mehr kontrollieren kann“, fürchtet auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Theurer, der als langjähriger EU-Parlamentarier Erfahrungen mit dem Wirken des Geldriesen machte. „Larry“ Fink, wie er gemeinhin genannt wird, habe „den besten Weg zur globalen Vorherrschaft“ gefunden, urteilte jüngst auch das britische Magazin „Economist“.

Im privaten Gespräch drücken Branchenkenner es meist bildhafter aus: Der Konzern sei „eine Krake, die ihre Arme überall hat“, sagt ein früherer Top-Manager der Deutschen Bank.
Noch vor zehn Jahren war die Reichweite der Krake gering. Blackrock war nur ein Vermögensverwalter unter vielen. Allerdings hatte deren Gründer und Manager eine starke Vision und einen großen Plan.

Das merkt ihm zunächst niemand an. Fink, 65, ein großer Mann mit Brille und Bauchansatz, gibt sich gern wie ein Durchschnittsbürger. Wenn er über seinen Konzern spricht, formen die schmalen Lippen oft ein ironisches Lächeln, gerade so als wundere er sich noch immer über seinen Aufstieg vom Sohn eines kleinen Einzelhändlers zum mächtigsten Mann der Wall Street. Dort gilt er heute als der erfolgreiche Macher, den nichts erschüttern kann. Als junger Mann aber war ihm ein schwerer Fehler unterlaufen. Bei einer Investmentbank verspielte er mit nur einem Deal 100 Millionen Dollar und verlor seinen Job. Das, so erzählt es Fink, sei der Ursprung des späteren Erfolgs. Die strenge Kontrolle des Risikos bei Kapitalanlagen wurde seine „Obsession“, wie ein früherer Mitarbeiter berichtet. Als er gemeinsam mit sieben Partnern 1994 seine eigene Firma gründete, sollte der Name höchste Sicherheit suggerieren. Doch statt eines Felsens entstand ein Organismus, dessen Fangarme sich weltweit ausbreiten.

Dafür setzte Fink vor allem auf den Kauf von Wettbewerbern. Gleichwohl hatte die Firma auch nach 14 Jahren gerade mal ein Sechstel der heutigen Größe erreicht. Jenseits der Finanzbranche war sie weitgehend unbekannt. Erst mit der Krise im Frühjahr 2008 änderte sich das radikal.

Die Mächtigen der Finanzwelt saßen auf Bergen unverkäuflicher Wertpapiere im Nennwert von vielen hundert Milliarden Dollar und wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten. Für Fink und seine Partner die Chance ihres Lebens. Sie hatten ein computergestütztes System für die Analyse großer Portfolios entwickelt. Damit wussten sie Rat für den Umgang mit den „toxischen“ Konstrukten der Banken. „Aladdin“ nannten sie ihr Programm, vermeintlich nur ein Akronym, aber eines mit dem Klang der Magie, nach der die gescheiterten Hasardeure der Wall Street so dringend suchten. JP Morgan, die Schweizer UBS, der Versicherungskonzern AIG, ein Geldhaus nach dem anderen heuerte die Blackrock-Berater und ihren Aladdin an, um aufzuräumen.

Am 18. März 2008 schließlich meldete sich der prominenteste aller Kunden: die US-Zentralbank Federal Reserve. Über Nacht hatte die „Fed“ die faulen Wertpapiere der insolventen Investmentbank Bear Stearns übernommen, und Timothy Geithner, damals noch Chef der Aufsicht und späterer Finanzminister, engagierte Blackrock für die Abwicklung.

Das öffnete dem Unternehmen eine neue Dimension. Bald darauf entwarfen Finks Experten für das Finanzministerium den Plan für den Bankenrettungsfonds TARP, verwalteten die faulen Papiere von Citibank und AIG und prüften die Billionen-Portfolios der staatseigenen Hypothekenversicherer Fannie Mae und Freddy Mac. Blackrock wurde de facto die operative Abteilung der Regierung für das Krisenmanagement.

Ein Jahr später folgte der entscheidende Coup. Die britische Großbank Barclays war angeschlagen und musste ihr Fondsgeschäft verkaufen. Fink schlug zu, und Blackrock übernahm im Juni 2009 die erfolgreiche Barclays Investment Group (BIG) – ein sagenhafter Deal. Über Nacht verdoppelte sich das verwaltete Vermögen und mit der übernommenen Marke „iShares“ wurde Blackrock zum führenden Anbieter für das wichtigste Finanzprodukt der Zukunft: börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs genannt.

Die Idee dahinter ist einfach. Anders als bei klassischen Investmentfonds gibt es keine teuren Experten, die aktiv einzelne Wertpapiere für ihren Kunden kaufen. Stattdessen erwerben die Anleger mit ihren Fondsanteilen indirekt gleich alle Aktien, die in einem Index wie dem deutschen Dax 30 oder dem amerikanischen S&P 500 und vielen weiteren gelistet sind. Der Wert dieser Fondsanteile folgt stets dem Wert des gesamten Index. Wann immer ein Anleger Anteile kauft, zeichnet der Fondsverwalter für die gleiche Summe die zu Grunde liegenden Wertpapiere. Steigt der Dax, steigt so auch der zugehörige Fondswert; fällt er, dann verlieren auch die Anleger.

Das ist für jedermann leicht verständlich, und es ist billig, alle Prozesse laufen automatisiert. Wer seine Anteile wieder verkaufen will, kann auch das elektronisch über die Börse bequem am eigenen Rechner erledigen. Die Anleger müssen daher für diese „passive“ Kapitalanlage, wie es im Finanzjargon heißt, zumeist nur 0,2 Prozent der Anlage als Gebühren abführen. Das Konzept ist schon alt, richtig populär wurde es aber erst nach dem Crash, als vom Kleinanleger bis zum Versicherungskonzern die ganze Welt nach einfachen Geldanlagen suchte. Längst bieten alle großen Finanzhäuser entsprechende Fonds, aber keines ist dabei so erfolgreich wie Blackrock. Allein in den iShare-Fonds sind schon 1,8 Billionen Dollar angelegt. Millionen von Sparern sind damit Kunden bei Blackrock, ohne es zu wissen. Gleichzeitig verwaltet der größte aller Geldriesen auch für Hunderte Stiftungen und Pensionsfonds weitere 2,3 Billionen Dollar nach dem Index-Prinzip. Und der Trend ist ungebrochen. Im vergangen Jahr flossen Blackrock weitere 300 Milliarden Dollar zu.

Blackrock-Vizechefin Barbara Novick, Finks Geschäftspartnerin der ersten Stunde, beschreibt diesen Erfolg als „Demokratisierung“ der Aktienanlage, weil ein jeder auch mit kleinen Summen einsteigen könne. Doch dieser Prozess verändert zugleich fundamental die Struktur der westlichen Marktwirtschaften. Je größer das Volumen des „passiv“ verwalteten Kapitals wird, um so mehr konzentriert sich der Aktienbesitz bei einigen wenigen Fondsverwaltern. Neben Blackrock operieren auch die US-Finanzfirmen Vanguard und State Street schon im Billionen-Dollar-Bereich. Die großen Drei, wie sie in der Branche genannt werden, halten ihre Aktienvermögen zwar nur im Auftrag ihrer Kunden. Aber das damit verbundene Stimmrecht als Aktionär erzeugt eine noch nie dagewesene potenzielle Macht.

Nach Berechnung des Forschungsteams Corpnet von der Universität Amsterdam stellen die „Big Three“ bereits bei 88 Prozent der 500 führenden US-Konzerne den größten Aktionär. Faktisch seien sie nun deren „permanentes Leitungsgremium“, konstatieren die Corpnet-Forscher. Das gleiche Muster ergibt sich in Europa. Allein bei den 30 Dax-Konzernen, so zeigt die Datenbank „Thomson One“ des Informationsdienstes Thomson Reuters, hält Blackrock Aktien im Wert von mehr als 90 Milliarden Euro oder rund acht Prozent des Gesamtkapitals und stellt einen der größten drei Aktionäre. In den anderen großen EU-Staaten ist es ähnlich.

So sind die Geldkonzerne nicht nur maßgebliche Eigentümer einzelner Unternehmen, sondern ganzer Branchen. Egal ob in der Luftfahrt- oder der Computer-Industrie, im Pharmavertrieb oder bei Elektrogeräten, in vielen Sektoren haben nun alle wichtigen Anbieter dieselben Aktionäre. Auch die fünf US-Großbanken stehen indirekt unter Kontrolle der neuen Geldriesen.

In Europa hat vor allem Blackrock die Fangarme weit ausgedehnt. Dort ist der Fink-Konzern schon beim britischen Bankriesen HSBC, den spanischen Banken Bilbao und Santander, der italienischen Banco Intesa und der Deutschen Bank größter oder zweitgrößter Aktionär. In der Chemieindustrie sitzt Blackrock sogar transatlantisch auf allen Seiten. Bei Bayer und Monsanto, BASF und DowDuPont, beim Gase-Hersteller Linde ebenso wie bei dessen US-Konkurrent Praxair zählt der Konzern zu den führenden Aktionären. Trotzdem haben die Kartellbehörden diese schleichende Konzentration lange nicht wahrgenommen.

Das änderte sich erst, als der junge deutsche Ökonom Martin Schmalz von der US-Universität Michigan gemeinsam mit zwei Kollegen im Jahr 2016 eine spektakuläre Untersuchung veröffentlichte. [https://www.hhs.se/contentassets/ab3211db12ea4ba6bf646e5d7b782587/schmalz_ssrn-id2427345.pdf]

Diese baute auf eine einfache, aber logische Hypothese: Die gemeinsamen Eigentümer von Firmen derselben Branche haben nichts davon, wenn sich ihre Unternehmen gegenseitig unterbieten. Der Wert ihres gesamten Portfolios bleibt im besten Fall gleich, wenn eine Firma auf Kosten einer anderen an Umsatz gewinnt. Wenn im Preiswettbewerb die Gewinne schrumpfen, sinkt er sogar. Ohne harte Konkurrenz dagegen können alle Unternehmen gemeinsam auf Kosten der Verbraucher den Gewinn steigern und ihr Wert legt zu. „In der Theorie war das Problem lange bekannt“, erinnert sich Schmalz, „aber niemand hatte das untersucht, es gab keinen empirischen Beleg."

Darum analysierten er und zwei Kollegen die US-Luftfahrtindustrie, wo das Phänomen am weitesten fortgeschritten ist. Bei allen vier großen Fluggesellschaften stellten Blackrock und Vanguard zwei der vier größten Aktionäre, und prompt wurden die Forscher fündig. Sie wiesen nach, dass die Kunden bis zu zehn Prozent höhere Preise zahlen müssen, als es bei dem früher üblichen harten Wettbewerb zu erwarten gewesen wäre. Ein ähnliches Resultat ergab sich für die Bankbranche. Je höher die Eigentümerkonzentration in einer Region war, umso höher waren die Kontogebühren und umso weniger Zins erhielten die Kunden.

Die Studien schreckten Fachleute und Behörden auf wie ein Feueralarm bei Nacht. Seitdem formiert sich eine ungewöhnliche Allianz: Traditionelle, marktliberale Ökonomen und Juristen machen Front gegen die neuen Billionen-Herrscher der Finanzsphäre. Professor Einer Elhauge zum Beispiel, Wettbewerbsexperte an der Universität Harvard, warnt, „der horizontale Aktienbesitz“ über ganze Branchen hinweg sei „die größte Bedrohung des freien Wettbewerbs unserer Zeit“. Diese Entwicklung erkläre auch „die Lücke zwischen Gewinnen und Investitionen“ und „die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit“. Die deutsche Monopolkommission setzte prompt eine eigene Untersuchung an. Es gebe schrieben die Kartellexperten in ihr Gutachten für die Bundesregierung. Die OECD, bei der die Wohlstandsstaaten ihre Wirtschaftspolitik koordinieren, lud vergangen Dezember eigens zu einer internationalen Anhörung zum Thema nach Paris.

Zuletzt meldete auch die EU-Kommission Bedenken an. Es sei „zunehmend üblich, dass dieselben Investoren Aktien verschiedener Unternehmen derselben Branche halten“, erklärte EU-Kommissarin Margrethe Vestager, Chefin der EU-Kartellaufsicht. „Für diese ist Wettbewerb nicht so attraktiv“, bemerkte die streitbare Dänin spitz. Ihre Behörde hat darum eine ausführliche Studie über die Folgen in der EU in Auftrag gegeben, bestätigte die Behörde gegenüber Investigate Europe.

Dafür könnte sich Vestager auch in Amerika Rat holen. Die Ökonomin Fiona Scott Morton, heute Professorin in Yale, war jahrelang Staatsanwältin in der Kartell-Abteilung des US-Justizministeriums und hält die Zähmung der Geldverwalter „für die wichtigste Aufgabe der Kartell-Abwehr.“ Darum forderte sie, die Anteile der Finanzkonzerne auf maximal ein Prozent pro Unternehmen zu begrenzen, wenn sie quer durch ganze Branchen investieren. Käme es dazu, müssten die Fondsriesen allerdings ihr Geschäftsmodell ändern.

Die versuchen darum, Schmalz und seine Kollegen zu diskreditieren. Diese hätten „fragwürdige statistische Methoden“ benutzt, schrieb Blackrock-Vizechefin Novick in einem Statement. Ihr Kollege Christian Staub, bis 2017 Deutschlandchef, legte beim Bundeswirtschaftsministerium Widerspruch gegen die Expertise der Monopolkommission ein. Da werde den Kritikern „eine empirische Gewissheit bescheinigt, ohne dass diese von anderen Experten auf ihre Richtigkeit hin überprüft wurden“, klagte er. Daraufhin schickte das Ministerium im Juni 2017 dem Bundestag eine Stellungnahme, wie sie auch die Presseabteilung von Blackrock hätte schreiben können. Die Regierung, so heißt es da, sehe „ein grundsätzliches Problem bei der empirischen Untersuchung des Phänomens“ , weil die Faktoren für Unternehmensentscheidungen „nicht eindeutig bestimmt werden“ könnten. Folglich handele es sich nur um eine „theoretische Vermutung“. Mit anderen Worten: Es gibt gar kein Problem.

Aber die Einwände tragen nicht. „Unsere Studien wurden gründlich geprüft, die ökonomische Zunft hat sie für korrekt befunden“, berichtet Schmalz. Es gehe auch „gar nicht um böse Manager, die im Geheimen ein Kartell schmieden“, sagt der Finanzökonom. Die Bremse im Wettbewerb trete selbst dann schon ein, wenn die Überall-Aktionäre „nichts tun." Denn bereits bei mangelndem Druck lasse der Wille zur Konkurrenz nach, „da fehlen die Anreize“. Die Kritik an den neuen Universalaktionären sei keineswegs nur eine akademische Übung, versichert auch John Weche, der zuständige Experte der Monopolkommission. „Völlig klar“ sei, „dass man heute mit Anteilen von fünf bis zehn Prozent an den börsennotierten Konzernen erheblichen Einfluss“ habe, sagt Weche. Und anders als die Blackrock-Chefs Fink und Novick stets behaupten, seien sie als Großaktionäre ganzer Branchen keineswegs neutral gegenüber der Geschäftspolitik der einzelnen Unternehmen. So forderten Blackrock-Manager wiederholt die EU-Regierungen auf, die Fusion europäischer Großbanken über alle Grenzen hinweg zu fördern. Käme es dazu, würde das vor allem dem Konzern selbst nutzen, weil der Wert seiner Beteiligungen stiege. Für den Wettbewerb vermutlich weniger gut, die Verbraucher müssten womöglich wie in den USA mit höheren Gebühren bezahlen.

Trotz aller Warnungen wagt aber bisher keine EU-Regierung, das drohende Kartell der Geldverwalter anzugehen. „Es untergräbt die Grundregeln unserer Marktwirtschaft, aber die meisten Politiker fürchten den Einfluss des Riesen und trauen sich nicht einmal kritische Fragen zu stellen“, beobachtete der langjährige FDP-Europa- und heutige Bundestagsabgeordnete Michael Theurer.

Wer dafür Erklärungen sucht, trifft auf ein erstaunliches Phänomen: Blackrock ist selbst eine politische Macht. Die Arme der Geldkrake reichen bis in die Regierungen. Das signalisiert schon die Symbolik im Umgang mit Larry Fink. Wenn Fink Europa bereist, wird er empfangen wie ein Staatsgast. Gleich ob in Rom, Paris, Den Haag oder Athen, der Herr über die Billionen hat stets ein Rendezvous mit dem Staatschef persönlich. „In den letzten paar Wochen hatte ich Treffen mit vier Staatschefs“, prahlte Fink im April 2017 beim Wirtschaftssender Bloomberg TV.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron traf ihn im vergangenen Jahr sogar zwei Mal. Dafür machte zunächst Macrons Finanzminister dem Geldfürsten in New York seine Aufwartung. Dann empfing ihn der Präsident exklusiv in der vergoldeten Pracht des Elysée-Palasts. Anschließend geleitete man Fink zum Hôtel de Matignon für ein Tête-à-Tête mit Premierminister Edouard Philippe. Im September war Fink erneut geladen, dieses Mal zum Treffen über die anstehende Privatisierung der Staatsunternehmen.

Parallel dazu unterhält Blackrock in Brüssel eine bestens ausgestattete Vertretung. Seit 2011 verzehnfachte es die Ausgaben für EU-Lobbying von 150 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Vielfach erscheinen Blackrock-Lobbyisten auf den Terminlisten von EU-Kommissar und Vizepräsident Valdis Dombrovskis sowie seinem Stabschef, die für die Finanzmarktregulierung zuständig sind. Alle Vorschläge zur Regulierung von „Schattenbanken“, wie auch Blackrock eine ist, sind seither nicht weit gediehen. Der eigentliche Jackpot aber winkt mit der geplanten Einführung von pan-europäischen Pensionsfonds. Die Privatisierung der Altersvorsorge ist schon bisher die wichtigste Quelle für Blackrocks Aufstieg. Kommissar Dombrovskis will die zugehörigen Fonds nun von den Arbeitgebern lösen. Die Sparer sollen individuell über die Anlage entscheiden, und Blackrock könnte mit Kampfpreisen einen weiteren Billionenmarkt aufrollen. Ein Pilotprojekt für das Vorhaben gibt es bereits. Der von der EU-Kommission geförderte Fonds „Resaver“ bietet eine Altersvorsorge für Wissenschaftler. Das Anlagemanagement ging prompt an Blackrock.

Zur Sicherung des Erfolgs arbeiten vor Ort prominente Statthalter mit guten Kontakten. Dafür steht in Deutschland Friedrich Merz, der frühere Chef der Unionsfraktion im Bundestag, der seit 2016 den Aufsichtsrat von Blackrock Deutschland führt. Auch in Frankreich ist mit Jean-François Cirelli ein Ex-Politiker Präsident der nationalen Blackrock-Filiale. Früher arbeitete er für Präsident Jaques Chirac sowie dessen Premier und im Wahlkampfstab eines Präsidentschaftskandidaten der Konservativen. Jetzt dient er Macron in der Kommission für den Rückbau des französischen Staates. Wichtiger Punkt auf der Agenda: die Neuorganisation der privaten Altersvorsorge.

Noch weiter trieb Blackrock die Politisierung des Geschäfts in Großbritannien. George Osborne, der nach dem Brexit-Referendum seinen Posten als Finanzminister verlor, wurde im Februar 2017 bei Blackrock zum bestbezahlten Lobbyisten des Landes. Für vier Arbeitstage pro Monat bezahlt ihn Blackrock mit umgerechnet rund 750 000 Euro jährlich, das sieht nach einer Belohnung aus. Während seiner Amtszeit traf sich der Minister mindestens fünf Mal mit Blackrock-Vertretern, und er gewährte dem Konzern einen Vortrag zum Honorar von umgerechnet 40 000 Euro. Zur selben Zeit traf die Regierung lukrative Entscheidungen für die Fondsbranche. So müssen Sparer in Pensionsfonds ihre Rente nicht mehr in jährlichen Raten beziehen, sondern können sich nun die gesamte angesparte Summe auszahlen lassen und selbst anlegen. Das habe im Vereinigten Königreich Altersersparnisse im Wert von 25 Milliarden Dollar „in Bewegung gesetzt“, erklärte Fink-Partner und Blackrock-Präsident Robert Kapito bei einer anschließenden Telefonkonferenz. Zudem verschaffte Osborne der Branche noch eine Steuererleichterung von jährlich rund 200 Millionen Euro.

Gut vernetzt ist auch Philipp Hildebrand, der seit 2012 als ein weiterer Vize-Chef des Konzerns für die Großkunden in Europa zuständig ist. Zuvor war er Präsident der Schweizer Notenbank. Nun pflegt er guten Kontakt zu seinen früheren Kollegen bei der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bank of England und der Federal Reserve. Gemeinsam sind sie Mitglied der „Group of Thirty“, einem privaten Club für diskrete Gespräche unter den Mächtigen der Finanzwelt. So verkörpert Hildebrand einen besonders starken Fangarm von Blackrock: die direkte Verbindung zu den Zentralbanken. Mit „BlackRock Solutions“, wie der Consulting-Zweig heißt, dringt die Geldkrake bis zum Allerheiligsten des Geschäfts vor: den Kreditbüchern der Banken, die auch alle Daten der Kreditnehmer preisgeben.

Noch weiter trieb Blackrock die Politisierung des Geschäfts in Großbritannien. George Osborne, der nach dem Brexit-Referendum seinen Posten als Finanzminister verlor, wurde im Februar 2017 bei Blackrock zum bestbezahlten Lobbyisten des Landes. Für vier Arbeitstage pro Monat bezahlt ihn Blackrock mit umgerechnet rund 750 000 Euro jährlich, das sieht nach einer Belohnung aus. Während seiner Amtszeit traf sich der Minister mindestens fünf Mal mit Blackrock-Vertretern, und er gewährte dem Konzern einen Vortrag zum Honorar von umgerechnet 40 000 Euro. Zur selben Zeit traf die Regierung lukrative Entscheidungen für die Fondsbranche. So müssen Sparer in Pensionsfonds ihre Rente nicht mehr in jährlichen Raten beziehen, sondern können sich nun die gesamte angesparte Summe auszahlen lassen und selbst anlegen. Das habe im Vereinigten Königreich Altersersparnisse im Wert von 25 Milliarden Dollar „in Bewegung gesetzt“, erklärte Fink-Partner und Blackrock-Präsident Robert Kapito bei einer anschließenden Telefonkonferenz. Zudem verschaffte Osborne der Branche noch eine Steuererleichterung von jährlich rund 200 Millionen Euro.

Gut vernetzt ist auch Philipp Hildebrand, der seit 2012 als ein weiterer Vize-Chef des Konzerns für die Großkunden in Europa zuständig ist. Zuvor war er Präsident der Schweizer Notenbank. Nun pflegt er guten Kontakt zu seinen früheren Kollegen bei der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bank of England und der Federal Reserve. Gemeinsam sind sie Mitglied der „Group of Thirty“, einem privaten Club für diskrete Gespräche unter den Mächtigen der Finanzwelt. So verkörpert Hildebrand einen besonders starken Fangarm von Blackrock: die direkte Verbindung zu den Zentralbanken. Mit „BlackRock Solutions“, wie der Consulting-Zweig heißt, dringt die Geldkrake bis zum Allerheiligsten des Geschäfts vor: den Kreditbüchern der Banken, die auch alle Daten der Kreditnehmer preisgeben.

Dass da ein Konzern mit besten Insiderinformationen auf allen Seiten spielt, war für Kontrolleure der Euro-Finanzminister kein Thema. Im Gegenteil: Auch die Notenbanken in Frankreich, Spanien und den Niederlanden heuerten Blackrock für die Bankenaufsicht an. Die Konditionen der Verträge sind durchweg geheim. Es handele sich „um vertrauliche Informationen der Finanzaufsicht“, erklärte ein Zentralbanksprecher ganz ohne Ironie.

Das endgültige Vertrauenssiegel für Blackrock erteilte schließlich die EZB selbst. Schon 2014 ließ Präsident Mario Draghi die Mitarbeiter seines Club-Freundes Hildebrand ein Konzept zum Kauf von besicherten Wertpapieren entwickeln. Zwei Jahre später holte die EZB schließlich ein Blackrock-Team für mehrere Monate ins Haus, um den „Stresstest“ für die 39 größten Banken der Eurozone durchzuführen. Die Berater wirkten so an der Aufsicht all der Banken mit, an denen ihr Arbeitgeber selbst große Aktienpakete hält. Zur Begründung teilte die EZB mit, die rund 1000 Mitarbeiter der EZB-Bankenaufsicht genügten „nur für die alltägliche Arbeit“. Für „große und zeitweilige Projekte wie den Stresstest“ werde „externe Unterstützung“ benötigt, und Blackrock habe eine entsprechende Ausschreibung gewonnen. Wie viele Leute der Konzern schickte, und was für ihre Arbeit bezahlt wird, ist allerdings geheim – ein bizarrer Vorgang. Hier werde „einem privaten Unternehmen eine hoheitliche Aufgabe anvertraut, das ist grundsätzlich falsch“, mahnt der Bankökonom Martin Hellwig, ehemals Chef der Monopolkommission und bis 2017 Leiter des Max-Planck-Instituts für Gemeinschaftsgüter. Die EZB-Beamten haben dagegen kein Problem damit. „Die Vertraulichkeit der gegebenen Informationen“ sei „vertraglich gesichert“, versichert ein Sprecher. Es gebe eine „chinesische Mauer“ zwischen den angeheuerten Beratern und den übrigen Aktivitäten von Blackrock, sagt auch ein mit den Vorgängen vertrauter Experte. Jeder Einzelne müsse eine „Verschwiegenheitserklärung“ unterzeichnen, und die Mitnahme von Daten sei technisch ausgeschlossen. Ohnehin ergebe es für Blackrock keinen Sinn, „mit unseren Informationen Insider-Geschäfte zu machen.“ Käme das raus, „würde es das Unternehmen zerstören“.

Das klingt plausibel – und verstellt doch den Blick auf das Wesentliche. Denn unvermeidlich erwächst aus dem exklusiven Zugang zu Europas höchster Aufsichtsbehörde „ein enormer strategischer Vorteil gegenüber allen Wettbewerbern“, erklärt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim. Der Zugang verschafft dem Konzern noch mehr Einfluss auf die betroffenen Banken, um dort den Verkauf von Blackrock-Fonds zu befördern.

Selbstverständlich gibt dafür keinen handfesten Beleg. Aber es gibt überraschende Vorgänge. Bei der Großbank ING etwa ist Blackrock Großaktionär und sowohl über die EZB als auch über die niederländische Zentralbank an deren Überwachung beteiligt. Seit anderthalb Jahren ist die Online-Tochter der Bank jetzt auch ein Vertriebskanal für Blackrock. Dazu kaufte sich der Konzern beim Fintech-Startup „Scalable Capital“ ein, das die automatische Geldanlage per „Robo-Advisor“ vermarktet. Für diese Firma wiederum übernahm die ING Werbung und Vertrieb. Bis heute sammelte sie bereits rund 800 Millionen Euro ein, großteils angelegt in Blackrock-Fonds.

Ein weiteres Indiz für die versteckte Macht des Konzerns in der Finanzbranche ist auch der Erfolg beim Verkauf des elektronischen Analysesystems Aladdin, über das Anlage-Manager ihre Portfolios testen und ihre Deals abwickeln. Das klingt harmlos, doch mit keinem Fangarm durchdringt die Blackrock-Krake die Weltwirtschaft tiefer als mit diesem. Denn Aladdin ist längst ein eigener globaler Organismus. In den USA läuft dafür ein mehr als 6000 Rechner starker Serverpark. Schon mehr als 200 Finanzinstitutionen aller Art nutzen das System, darunter sogar direkte Wettbewerber des Konzerns wie die Deutsche Bank und die französische BNP Paribas, die wiederum Blackrock zu ihren wichtigsten Aktionären zählen.

Mit jedem neuen Kunden fließen Blackrock mehr Informationen zu, die dem Konzern einen gigantischen Datenschatz zum Geschehen auf den Finanzmärkten verschaffen. Schon werden weltweit mehr als 20 Billionen Dollar Vermögen mit dem System verwaltet, und die Summe wächst jedes Jahr um mehr als zehn Prozent. „Blackrock wird für den Finanzmarkt bald ein Monopol haben wie SAP für die Betriebsführung“, prophezeit ein Brüsseler Banker.

Lobbyarbeit für die Privatisierung der Altersvorsorge, Zugriff auf Behördendaten, Erschließung neuer Vertriebskanäle – die sichtbaren Aktivitäten der vielen Arme von Blackrock dienen nur einem Zweck: Wachstum und damit noch mehr Einfluss. Aber setzen die Blackrock-Manager diesen auch ein, um die Welt zu verbessern, wie es ihr Boss Larry Fink in seinem Brief verspricht? Drängt der weltgrößte Aktionär seine Unternehmen auf bessere Bezahlung für jene, „die von der Globalisierung zurückgelassen wurden“, wie er im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos beklagte?

Möglich wäre das schon. Großaktionäre wie Blackrock „haben einen massiven Einfluss“ bestätigt Michael Kramarsch von der Unternehmensberatung hkp-group, der seit vielen Jahren Konzernvorstände beim Umgang mit ihren Aktionären berät. Dafür seien auch Anteile von fünf bis zehn Prozent der Aktien ausreichend. Bei den Hauptversammlungen sei meist nur die Hälfte der Aktien vertreten, „dann werden aus sieben Prozent Aktienanteil 14 Prozent der Stimmen“. Zudem sei Blackrock ein Leit-Investor; „wenn die den Daumen senken, dann folgen auch andere“. Doch anders als Fink suggeriert, spielen soziale Ziele in der Praxis des Aktionärs Blackrock fast keine Rolle. Gerade mal 30 der 13 000 Blackrock-Mitarbeiter sind damit befasst, das Management der Firmen zu kontrollieren, an denen der Konzern größere Anteile hält. Künftig sollen es zwar doppelt so viele werden, kündigte Fink an. Angesichts der Beteiligung an mehr als 17 000 Unternehmen ändert das jedoch wenig. Blackrock werde eben „für den Anlageerfolg bezahlt, nicht für die Unternehmensführung“, erklärt Kramarsch.

Bei mehr als 90 Prozent aller Aktionärsbeschlüsse folgen die Blackrock-Verteter denn auch einfach nur dem Vorschlag des jeweiligen Managements, geht aus der konzerneigenen Statistik hervor. Und wenn nicht, dann stellt sich das Unternehmen nur gegen die Abwehr feindlicher Übernahmen oder gegen überhöhte Gehälter. Die „stakeholder“ dagegen, die Beschäftigten und Kunden, von denen Fink schrieb, kümmern den Aktionär Blackrock nicht. Sichtbar wird das etwa im Fall der geplanten Fusion der deutschen Linde AG mit dem US-Konkurrenten Praxair, wo Blackrock auf beiden Seiten große Aktienpakete hält. „Davon profitieren nur die Aktionäre“, berichtet Gernot Hahl, der Vorsitzende des Konzern-Betriebsrats bei Linde. „Für unsere Leute wird das sehr bitter“, sagt er. Obwohl Linde ein gesundes Unternehmen ist, sollen allein in Deutschland 5000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die in Deutschland geltende Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wollen die Manager auch gleich abschaffen. Dafür wird die Firmenzentrale nach Irland verlegt. Für den Aktionär Blackrock ist all das jedoch kein Thema. „Im Aufsichtsrat wurde nichts von einem Einspruch eines Großaktionärs erwähnt“, sagt Hahl.

Dass die Interessen der Beschäftigten für Blackrock wenig zählen, wurde auch bei einer Anhörung im britischen Parlament deutlich, als die Regierung erwog, nach deutschem Vorbild Vertreter der Arbeitnehmer in die Aufsichtsräte wählen zu lassen. Dagegen führte ein Konzernvertreter das krude Argument an, es gebe „keinen Beleg dafür, dass die Präsenz von Arbeitnehmervertretern zu besseren Entscheidungen geführt haben, und wir haben Beispiele von Wertminderung trotz der Anwesenheit von Direktoren der Angestellten“. Wirklich ernst ist es Fink mit dem Engagement gegen die Ungleichheit offenbar nicht. „Am Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit muss sich nichts ändern, das wird nicht passieren“, bekannte er jüngst ganz offen. Vorschläge, wie die von ihm selbst beklagte „Polarisierung“ zu bekämpfen sei, machte er noch nicht.

So ist das soziale Engagement des neuen Königs der Wall Street bisher kaum mehr als eine gut orchestrierte PR-Übung. Was zählt, ist dann wohl doch nur der Anlageerfolg. Der allerdings kann sich sehen lassen, vor allem für Finks eigene Aktionäre. Seit Januar 2017 stieg der Kurs der Blackrock-Aktie um 40 Prozent.


Aus: "Ein Geldkonzern auf dem Weg zur globalen Vorherrschaft" Harald Schumann, Elisa Simantke  (08.05.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/blackrock-ein-geldkonzern-auf-dem-weg-zur-globalen-vorherrschaft/21246966-all.html

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« Reply #18 on: May 27, 2018, 01:10:38 PM »
Hans-Jürgen Jakobs (* 28. Oktober 1956 in Wiesbaden) ist ein deutscher Volkswirt und Journalist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_Jakobs

"Hans Jürgen Jakobs - Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus" (Am 19.05.2017 veröffentlicht)
Conférence Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus Montag, 15. Mai Uhr Hans-Jürgen Jakobs Hans-Jürgen Jakobs der ehemalige Chefredakteur des Handelsblatts hat kürzlich das Buch « Wem gehört die Welt? » geschrieben. Er wird uns die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus erläutern. Wirklich globale Macht haben nur Personen, die über richtig hohe Summen Geld disponieren. Das sind nicht Donald Trump, Angela Merkel oder Xi Jinping. Und auch nicht wirklich die zuletzt viel zitierten Milliardäre. Sondern Larry Fink, Stephen Schwarzman oder Abdullah bin Mohammed bin Saud al-Thani. Mit ihren Billionen schweren Fonds legen sie über Vermögensverwaltungsfirmen und Staatsfonds wie Blackrock, Blackstone oder Qatar Investment mehr Geld an als Staaten wie Deutschland erwirtschaften. Längst dominieren sie über das Investieren und Spekulieren der ihnen anvertrauten Gelder in Höhe von 47.000.000.000.000 US-Dollar die zentralen Felder der Weltwirtschaft und konzentrieren Geld und Einfluss wie nie zuvor einzelne Personen oder Institutionen. Doch wer diese Vermögensverwalter und Staatsfonds sind, wer sie leitet und welche Ziele sie verfolgen, ist erst mit der Ende 2016 erschienenen Publikation „Wem gehört die Welt?“ des früheren Chefredakteurs des Handelsblatts, Hans-Jürgen Jakobs, gründlich recherchiert worden. In diesem ersten umfassenden Report über die heutigen Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus werden über 200 der mächtigsten Akteure des Weltfinanzwesens im Porträt vorgestellt, die zusammen 60 % des Bruttoinlandsprodukts der Welt versammeln. Das Gesamtbild dieses neuen Kapitalismus, den Jakobs „Blackrock Kapitalismus“ nennt, ist bedrohlich: Denn die nächste große Krise wird ihm zufolge vom „grauen“ Kapitalmarkt und den „Schattenbanken“ ausgehen, die in ihrer Gier nach Rendite ungeregelt und ungezügelt wachsen. Hans-Jürgen Jakobs schlägt den Bogen zwischen den globalen Machtverhältnissen früherer Jahrhunderte zu einer Neubetrachtung dieser Welt, in der politische Institutionen gegenüber diesem über die Finanzmärkte gesteuerten Neokapitalismus längst die Kontrolle verloren haben. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich schrankenlos agierende Finanzmagnate eine dominante Stellung in der globalisierten Wirtschaft erarbeitet. Welche Rolle spielt der hiesige Finanzplatz in diesem System? Und wie können wir Bürger hier die Welt für uns zurückgewinnen? Als Angestellte am Finanzplatz Luxemburg? Als Wutaktionäre und Aktivisten auf Hauptversammlungen? Als Akteure der Zivilgesellschaft gegenüber Staaten, die der Steuervermeidung viele Türen geöffnet haben? Durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer? Und eine Regulierung des Shadow-Bankings? Oder auch durch das Erzwingen der Befolgung von ESG-Kriterien? Diese Fragen wollen wir nach dem Vortrag mit Hans-Jürgen Jakobs debattieren.
https://www.youtube.com/watch?v=7AfU8hROzrU
« Last Edit: March 20, 2019, 09:14:35 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #19 on: June 13, 2018, 11:25:05 AM »
Quote
[...] Schulen und Kindergärten, ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, moderne Spitäler und eine gut ausgerüstete Polizei: Damit Staaten ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen können, brauchen sie von ihren Bürgern und Unternehmen Steuergeld. Eine Reihe spektakulärer Enthüllungen in den vergangenen Monaten – etwa Panama Papers oder Lux Leaks – hat gezeigt, wie multinationale Konzerne und wohlhabende Privatleute mit aggressivsten Methoden darum kämpfen, Steuern zu sparen. Doch wie viel entgeht Gesellschaften weltweit durch solche Optimierungsstrategien? Der Ökonom Gabriel Zucman hat gemeinsam mit zwei Doktoranden von der Universität Kopenhagen einen neuen Anlauf unternommen, um das herauszufinden. Die drei haben dabei einige neue Erkenntnisse und imposantes Zahlenmaterial zutage gefördert.

Im Jahr 2015, auf das sich die Untersuchung bezieht, haben Multis wie Google, Amazon, Nike und Co insgesamt 620 Milliarden US-Dollar an Gewinnen in Steueroasen verlagert (570 Milliarden Euro). Das entspricht 40 Prozent der gesamten Gewinne, die multinationale Unternehmen weltweit in diesem Jahr erwirtschaftet haben. Durch diesen Vorgang entgehen Industrieländern, insbesondere in der EU, aber auch Schwellen- und Entwicklungsländern, Einnahmen im großen Stil.

In ihrem Paper "The Missing Profits of Nations" greifen die Autoren auf einen neuen Ansatz zurück. Bisherige Untersuchungen bauen auf Daten zu Einzelunternehmen auf. Forscher bedienen sich dabei privater Datenbanken wie Orbis, wo Unternehmensumsätze und Gewinne ausgewiesen werden. Auf Basis dieser Zahlen versuchen sie auszurechnen, wie viel Geld in Steueroasen verschoben wird. Die Unternehmensdatenbanken sind aber lückenhaft, viele Konzerne werden nur schlecht erfasst. Zucman, der in Berkley forscht und weltweit als Experte für Steuerfragen gilt, und seine Kollegen analysieren deshalb erstmals offizielle Statistiken. Sie greifen auf volkswirtschaftliche Daten des Internationalen Währungsfonds und der Industriestaatenorganisation OECD zurück, die erst seit kurzer Zeit verfügbar sind. Aus diesen Datensätzen wird für jedes Land ersichtlich, wie viel Gewinn Unternehmen dort erwirtschaften und wie viel Lohn sie bezahlen.

Dabei offenbarte sich den Ökonomen eine geteilte Welt: In Ländern wie Österreich, Deutschland, den USA oder Italien gilt, dass für jeden Cent an ausbezahlten Löhnen 30 bis 40 Cent an Vorsteuergewinn bei einem Konzern anfällt. Ob es sich dabei um einen in- oder ausländischen Konzern handelt, macht fast keinen Unterschied. In Steueroasen ist das völlig anders. Hier beschäftigen ausländische Unternehmen kaum Mitarbeiter, sie zahlen also fast keine Löhne. Bei multinationalen Unternehmen in Steueroasen entfallen auf jeden Cent an ausbezahltem Lohn mehrere Hundert Cent an Gewinn.

Ein klassisches Beispiel dafür ist Google. Den Löwenanteil seiner Gewinne erwirtschaftet der IT-Gigant in den USA und in Europa, aber ein großer Teil des Geldes, zuletzt fast 20 Milliarden US-Dollar, wird aus Steuergründen auf die Bermudas verschoben. Als Steueroasen werten Zucman und seine Kollegen nicht nur die Bermudas oder die Cayman Islands. Übereinstimmend mit früheren Arbeiten zum Thema gelten für die Studienautoren auch die Schweiz, die Niederlande, Singapur, Irland und Hongkong als Steueroasen. Rechnet man nun den exorbitanten Gewinnanteil der multinationalen Konzerne in den Oasen zusammen, ergibt das die erwähnten 620 Milliarden Dollar. Eine realwirtschaftliche Erklärung dafür, weshalb so viel Geld von ausländischen Konzernen in Steueroasen "verdient" wird, gibt es nicht. Unternehmen transferieren nicht im großen Stil Maschinen auf die Caymans oder investieren dort. Sie verschieben buchhalterisch ihre Gewinne, weil in den Oasen die Steuersätze deutlich niedriger oder gar bei null sind.

Multinationale Konzerne können sich verschiedener Strategien bedienen, um Gewinne aus einem Hochsteuerland wegzuschaffen. Beliebt ist etwa, mit hohen Lizenzgebühren zu arbeiten. Eine Konzerntochter zahlt Gebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum an eine Schwestergesellschaft, die in einer Steueroase sitzt. Ist diese Gebühr entsprechend hoch, lässt sich damit ein guter Teil der Gewinne wegschaffen. Google hat zum Beispiel Patentrechte auf den Bermudas registriert, Google-Töchter weltweit zahlen also für die Nutzung ebendieser Rechte. Was ein angemessener Preis dafür ist, lässt sich objektiv kaum ermitteln. Auch der konzerninterne Verkauf von Produkten dient zur Verschiebung von Gewinnen. Dabei verkauft eine Gesellschaft in einer Steueroase anderen Konzerngesellschaften in Hochsteuerländern Produkte zu überhöhten Preisen. Damit bleibt der Spielraum für die Unternehmen bei der Bewertung groß.

Die Studienautoren ermittelten auch, aus welchen Ländern Konzerne wie viel Geld in Steueroasen verschieben. Im Falle Österreichs sind es 3,6 Milliarden Euro. Dem Staat entgehen demnach bis zu 900 Millionen Euro an Steuereinnahmen im Jahr, wenn man einen Körperschaftssteuersatz von 25 Prozent zugrunde legt. Die Steueroasen hinterlassen aber in vielen Industrieländern bleibende Spuren: Im Schnitt verlieren Länder ein Zehntel ihrer Einnahmen aus der Besteuerung von Unternehmensgewinnen. In der EU steigt dieser Wert sogar auf fast 20 Prozent. Auch die USA und Entwicklungsländer zählen zu den großen Verlierern. Die Studie ist, wie Co-Autor Ludvig Wier dem STANDARD sagt, bloß eine Annäherung an das Thema, er spricht von der "derzeit bestmöglichen Schätzung", weil selbst die verfügbaren öffentlichen Statistiken oft noch lückenhaft sind.

Quote
Boarding

Da kriechen die Neider wieder hervor. ...


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moejoe187

Aber die Flüchtlinge und Sozialschmarotzer nehmen uns das Geld weg.


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Scheibenwelt

Der Gesetzgeber hat wirklich sehr gut darauf geachtet, dass die Angestellten und Arbeiter ja nicht schummeln können, dafür dürfen die Konzerne sich umso leichter davor drücken.
Natürlich spielen da alle Regierungen mit. Scheinbar profitieren sie ja davon (spätestens nachdem sie in die Privatwirtschaft wechseln). Anders ist diese schon lange bekannte Ungerechtigkeit nicht zu erklären.


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Makro 24/7

Steuerosasen, das ist halt so kompliziert! - Über Flüchtlinge, Mindestsicherungsbezieher und zunehmend auch Arbeitssuchende kann man viel leichter herziehen! ... Und vor allem, man kann dann schöner mit der Legende "Wenn du fleißig bist und den Mund hälst, dann wirst du vielleicht auch mal reich." die Leute bei der Stange halten.


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ReductioAdAbsurdum

... Irland erhält ein Hilfspaket von 85 Milliarden € und dankt es der EU durch die Errichtung einer Steueroase. Gleichzeitig ist der Steuerdruck auf die eigene Bevölkerung exorbitant. Interessiert die EU anscheinend nicht.


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c00kiem00nster

Dafür haben wir Registrierkassen bei Eisverkäufern!


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Der fidele Castro

Wann schließt die Regierung endlich die Panamaroute gegen all die Steuerflüchtlinge?!


...


Aus: "Konzerngewinne landen zu 40 Prozent in Steueroasen" András Szigetvari (13.6.2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000081453728/Konzerngewinne-landen-zu-40-Prozent-in-Steueroasen

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[Kapital & Macht (Notizen)... ]
« Reply #20 on: August 06, 2018, 10:19:24 AM »
Quote
... Schulmeister entwickelte ein Modell langer politökonomischer Entwicklungszyklen moderner kapitalistischer Marktwirtschaften, in denen sich zwei gesellschaftliche Machtkonstellationen und darauf basierende Spielanordnungen ablösen: Realkapitalismus und Finanzkapitalismus. Der lange Aufschwung wird durch ein Interessenbündnis zwischen Realkapital und Arbeit gegen das Finanzkapital und ein darauf basierende „realkapitalistische“ Spielanordnung, der lange Abschwung durch ein Bündnis zwischen Real- und Finanzkapital gegen die Arbeit und eine darauf basierende „finanzkapitalistische“ Spielanordnung bestimmt. ...

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Schulmeister (14. Juni 2018)

---


Quote
[...] Im deutschen Fernsehen wird jeden Abend das Publikum damit vertraut gemacht, was am Tage die Märkte so bewegt hat. Ist das sinnvoll?

Ökonom Stephan Schulmeister: Es ist ein Akt der Gegenaufklärung, der Entmündigung. Der Markt oder die Märkte werden zu einem Subjekt, das handelt, das etwas erwartet oder fürchtet. Vor 40 Jahren, als ich studiert habe, gab es eine solche Sprache nicht. Damals war der Mensch das Subjekt und der Markt sein Instrument, etwas zu erreichen. Heute gilt eher der Satz des Ökonomen Hayek: Die Menschen müssen sich den anonymen Kräften des Marktes unterwerfen.

Hayek argumentierte als Liberaler stets für die Freiheit der Menschen. Wie passt dazu die Aufforderung der Unterwerfung?

Das ist die Paradoxie des Neoliberalismus: Er predigt Freiheit durch Unterwerfung. Die Börsenberichte sind nur ein Teil dieses Systems – ein Teil einer Weltanschauung, in der der Einzelne den Kräften der Märkte ausgeliefert ist und er daher vor der „Tagesschau“ informiert wird, was diese anonymen Mächte heute so getrieben haben und was sie von uns erwarten.

Diese Erwartungen werden in Aktienindexpunkten formuliert und sind daher nicht besonders eindeutig.

Daher werden die Deuter dieser rätselhaften Mächte wichtiger – wie früher die Schamanen. Erster Schritt: Die Märkte werden zu einem höheren Wesen. Zweiter Schritt: Die Sprache der Märkte ist deutungsbedürftig. Was sagen sie uns? Dritter Schritt: Auftritt der Priester, die den Marktbewegungen einen Sinn ablauschen. Das hat man in der Euro-Krise gut sehen können: Den Märkten wurde eine Art Richterfunktion über Staaten wie Griechenland oder Irland zugewiesen – das waren allerdings die gleichen Märkte, die in den Jahren zuvor Südeuropa bedenkenlos Kredit zu geringen Zinsen gegeben haben. Noch heute werden die Zinsbewegungen an den Börsen gedeutet als das unbestechliche Urteil der Märkte über die Solidität von Regierungen.

Was sie aber nicht sind?

Nein. Es lässt sich zeigen, dass Aktienkurse, Wechselkurse, Rohstoffpreise und zum Teil auch Zinssätze dem Muster von Bullen- und Bärenmärkten folgen. Diesen von den Märkten selbst produzierten Trends rennen Anleger hinterher, wodurch diese Trends wiederum verstärkt werden. Es sind von der realen Ökonomie losgelöste Bewegungen. Da sie gefährlich sind, hat man dem Finanzsektor früher Beruhigungspillen in Form von strenger Regulation verabreicht, so wie einem psychisch Kranken. Schon der Ökonom und Finanzanleger John Maynard Keynes hat gesagt: Die Liebe zum Geld ist eine Krankheit.

Sie kritisieren nicht nur die Macht des Finanzsektors. Sie sprechen von einer ganzen „Spielanordnung Finanzkapitalismus“. Was meinen Sie damit?

Es ist ein System mit eigenen Regeln. Man muss sich klar machen: Es gibt drei Arten der Beteiligung am erwirtschafteten Ertrag: Für unternehmerisches Handeln gibt es Profit, für Arbeit den Lohn. Die dritte Kategorie sind Finanzanleger, aber auch Immobilienbesitzer. Quelle ihres Einkommens ist keine Leistung, sondern allein der Besitz. Diese Quelle des Einkommens gewinnt im Finanzkapitalismus an Bedeutung.

Was ist daran schlecht?

... Wenn Besitz, wie zum Beispiel Aktien, höhere Erträge abwirft als unternehmerisches Handeln, dann wird die Anreizstruktur verzerrt: Finanzspekulation lohnt sich mehr als das Schaffen echter Werte. Finanzkapitalismus heißt, dass das Gewinnstreben sich verschiebt von der Herstellung von Gütern zur Spekulation auf Bewertungsveränderungen. ... Normalerweise zerstört sich der Finanzkapitalismus selbst, da gibt es einige Beispiele in der Geschichte. Zum Beispiel nach den Hochkonjunkturen 1865 bis 1873 oder 1925 bis 1929. Stets folgte eine Depression. Denn eine finanzkapitalistische Spielanordnung produziert permanent riesige Finanzvermögen, die keine realwirtschaftliche Deckung haben. Das geschieht seit den siebziger Jahren wieder.

Von einer großen Depression ist allerdings bislang nichts zu sehen.

Die früheren großen Kapitalismuskrisen waren Keulenschläge. Derzeit erleben wir eher eine Strangulation – die Krise streckt sich über inzwischen 40 Jahre. Sie ist mittlerweile so eine Art Normalzustand und wirkt dadurch wie ein Sachzwang. Dadurch haben es die jungen Leute heutzutage gar nicht so leicht aufzubegehren. Sie haben gar keine Vorstellung mehr davon, dass es eine Welt geben kann, in der es zum Beispiel Vollbeschäftigung und sichere Jobs gibt – Dinge, die früher mal normal waren.

...

Quote
Ontologix Pontifex minimus

... Ich hatte mir schon oft die Old Economy zurückgewünscht, in der es das Ziel eines Unternehmers war, gute Produkte herzustellen. Die New Economy der Wall Street predigt das Geldmachen, egal wie. Und die Politiker Thatcher, Reagan, Pinochet, Blair, Clinton und Bush schufen die politischen Rahmenbedingungen für diese Ausbeutung. [ROT/GRÜN (also Schröder/Fischer) nicht [zu] vergessen!] Traurige Zeiten.


Quote
  rita momo

Schröder/Fischer sind doch nur in einem vorhandenen Strom mitgeschwommen. "Sie [die Krise] ist mittlerweile so eine Art Normalzustand und wirkt dadurch wie ein Sachzwang." Leider hatte damals kaum jemand den Weitblick, das zu erkennen, vor allem die Wähler nicht.


Quote
kastner63

... Obendrein kann sich der Normalbürger dem gar nicht unterwerfen, sondern er wird mitgeschleift, denn der Normalbürger, der Bürger ohne Anlagen usw., ist kein Akteur der Märkte.



Quote
MalteSehr

Gute Analyse, die zu denken gibt, sofern man nicht schon selbst darauf gekommen ist:

* In den Finanzmärkten wird das Geld durch Spekulation "verdient". Reale Werte stehen kaum dahinter, ebenso wenig wie z.B. bei der Blauen Mauritius, mit der man noch nicht einmal einen Brief versenden könnte. Daher sind diese Märkte so fragil wie Seifenblasen. ("Normalerweise zerstört sich der Finanzkapitalismus selbst.")

* Das Geld, was Finanzjongleure einkassieren, haben andere durch harte Arbeit in der Realwirtschaft verdient. Die Gewinne (wie auch die Tatsache, dass die deutsche Wirtschaft einen hohen Exportüberschuss aufweist) beruhen auf dem zu niedrigen Lohnniveau, um nicht zu sagen auf Dumping-Löhnen. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander, die Politik wirkt dem nicht entgegen. Einer, aber ein wichtiger Grund, warum immer mehr alternativ gewählt wird.

* Ursache für die heutige Situation ist die Liberalierung in den 1970er Jahren. ("Um die Vermehrung dieser Vermögen zu erleichtern, wurde der Finanzsektor liberalisiert.")


...


Aus: "Finanzsystem „Wir erleben derzeit eine Strangulation“" (04.08.2018)
Quelle: http://www.fr.de/wirtschaft/finanzsystem-wir-erleben-derzeit-eine-strangulation-a-1556577,0#artpager-1556577-1

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« Reply #21 on: August 22, 2018, 09:30:35 AM »
Quote
[...] Der Schweizer Pharmakonzern Novartis und der US-Mobilfunkriese AT&T haben unmittelbar nach Donald Trumps Amtseinführung Beraterverträge mit dem persönlichen Anwalt des Präsidenten über insgesamt 1,8 Millionen Dollar abgeschlossen. Novartis erklärte, man habe gehofft, von Michael Cohen für 1,2 Millionen Dollar in Bezug auf die Gesundheitspolitik der neuen Regierung beraten zu werden. AT&T versprach sich nach eigenen Angaben „Einsichten“ Cohens in die Regierungspolitik. Berichten zufolge beliefen sich die Zahlungen hier auf 600000 Dollar. Der Kontrakt fiel in die Zeit der Übernahmebemühungen von Time Warner.

... In US-Medien wurde spekuliert, dass Cohen sich von Firmen als Türöffner zu Trump bezahlen ließ. Das Weiße Haus wollte dazu auch auf wiederholte Nachfragen keine Stellung nehmen und verwies auf Trumps persönliche Anwälte. Das „Wall Street Journal“ schrieb, zwar seien Zahlungen von Unternehmen an politische Berater in Washington an der Tagesordnung.


Aus: "Michael Cohen: Konzerne beauftragten Trumps Anwalt" (10.05.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/michael-cohen-konzerne-beauftragten-trumps-anwalt/21263968.html

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[Kapital & Macht (Notizen)... ]
« Reply #22 on: March 20, 2019, 09:13:52 AM »
"Cum-Ex: Spion oder Held?" Karsten Polke-Majewski  (19. März 2019)
Ein deutscher Anwalt half, einen großen Steuerraub aufzudecken. In der Schweiz wird er nun wegen Spionage angeklagt. ...
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/cum-ex-steuerbetrug-wirtschaftsspionage-anklage-schweiz/komplettansicht

Quote
Pressimist #29

Wenn jemand in der Schweiz versucht Recht und Gesetz im Bankenwesen durchzusetzen, ist das so, als würde in Deutschland jemand versuchen die Autoindustrie zu zwingen sich an Recht und Gesetz zu halten: Die Gewinne eines wichtigen Industriezweigs werden bedroht.


Quote
[...]  Looser99 #18

Ein Nebenschauplatz des Krieges arm gegen reich. ...


...

Kontext:

Unter Dividendenstripping wird börsentechnisch die Kombination aus dem Verkauf einer Aktie kurz vor dem Termin der Dividendenzahlung und Rückkauf derselben Aktie kurz nach dem Dividendentermin verstanden. Solche Geschäfte sind häufig durch die Erlangung von Steuervorteilen motiviert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping

"CumEx Files: Held, Dieb oder Spion?"  Jörg Göbel , Oliver Schröm , Sylke Gruhnwald , Michael Haselrieder , Carlos Hanimann (21. March 2018)
Eine Schlüsselszene entlarvt, mit welcher Härte der Kampf geführt wird. Dr. Peter Giger, Schweizer Staatsbürger, Staatsanwalt, Mitglied der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei. Und Josef Talheimer, Deutscher, schwerbehindert, Mitarbeiter eines Schweizer Bankhauses. Sie treffen in einem Büro der Staatsanwaltschaft Zürich aufeinander. Sie sind zwei der vier Männer, die im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung stehen, bei der es anfangs um 50 Millionen Euro geht, bald aber um systematischen Betrug an deutschen Steuerbehörden. Am Ende wird von Wirtschaftskrieg die Rede sein.
https://correctiv.org/aktuelles/cumex-files/2018/03/21/held-dieb-oder-spion

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« Reply #23 on: November 20, 2019, 07:18:21 AM »
Quote
11,2 Milliarden Gewinn. Steuern: 0

Das ist das Problem.

"Amazon will pay $0 in taxes on $11,200,000,000 in profit for 2018"
https://finance.yahoo.com/news/amazon-taxes-zero-180337770.html

9:19 AM - 19 Nov 2019


https://twitter.com/florianklenk/status/1196840517256003586?s=03

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« Reply #24 on: November 20, 2019, 07:23:52 AM »
Quote
[...] Die Bundesregierung äußert sich nur zurückhaltend zu den Ereignissen in Hongkong. Der Grund: Die deutsche Wirtschaft braucht China. ...


Aus: "Wie abhängig ist Deutschland von China?"  Georg Ismar Claudia von Salzen Christoph von Marschall Benedikt Voigt (20.11.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/zum-schweigen-der-bundesregierung-zu-hongkong-wie-abhaengig-ist-deutschland-von-china/25246718.html

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« Reply #25 on: December 03, 2019, 09:45:47 AM »
Quote
[...] Für besondere Empörung sorgte im Jahr 2000, dass der hessische CDU-Funktionär Sayn-Wittgenstein behauptete, die illegalen Einnahmen stammten aus "Vermächtnissen jüdischer Emigranten". Der Versuch, das aus kriminellen Machenschaften stammende Geld ausgerechnet mit der Aura von Opfern des Nationalsozialismus zu verklären, war an moralischer Verkommenheit kaum noch zu überbieten. Er bildete den Höhepunkt der Skrupellosigkeit, die dieser Landesverband der Union gerne an den Tag legte - beispielsweise auch im Zuge der Kampagne gegen die von Rot-Grün geplante Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft während des Landtagswahlkampfs 1999 unter Roland Koch. Dessen Ankündigung einer "brutalstmöglichen Aufklärung" aller Schwarzgeld-Vorgänge, von denen er selbstverständlich keinerlei Ahnung gehabt habe, gehört seither zum ironischen Zitatenschatz der deutschen politischen Kultur. Und sie wurde selbstverständlich nie eingelöst.

... Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch von Karl-Heinz Ebert: "Die Beichte meines Vaters über die Herkunft des Bimbes. Die schwarzen Kassen der CDU", 160 Seiten, Westend Verlag. Karl-Heinz Ebert erzählt von der Beichte seines Vaters Karl-Anton Ebert, der als Buchhalter an entscheidender Stelle verwickelt war, und von den Ergebnissen seiner eigenen Recherchen. Die lassen tief in ein weit verzweigtes System schwarzer Kassen bei Deutschlands größter Volkspartei blicken und enthüllen einen atemberaubenden Coup aus der Frühphase der Bundesrepublik Ende der 1950er-Jahre.


Aus: "Geld ist Macht - die schwarzen Kassen der CDU" Karl-Heinz Ebert (02.12.2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Geld-ist-Macht-die-schwarzen-Kassen-der-CDU-4600185.html

Quote
     derauserwaehlte, 02.12.2019 13:47

Läuft heutzutage über "Sponsoring"

Kein Bargeld, keine Übergabe in der Schweiz, einfach über "Sponsoring". Besonders intensiv läuft diese Masche, na bei wem wohl, richtig: CSU. Von wem wohl? Richtig Quandt/BMW und Konsorten. Und das Beste: Steuerlich voll absetzbar!

https://lobbypedia.de/wiki/Parteisponsoring

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (02.12.2019 13:50).


Quote
     Hat se nicht alle, 02.12.2019 13:45

Soviel zur Inkompatibilität von Kapitalismus und Demokratie
Solange Geld der Götze unserer Gesellschaft ist hat die Macht des Geldes unendliche Möglichkeiten die demokratischen Prozesse zu unterwandern und zu korrumpieren.
In den USA ist man da schon einen Schritt weiter. Wer da nicht Zugriff auf hunderte von Millionen für den Wahlkampf hat, der kann am "demokratischen Prozess" gar nicht erst teilnehmen.


...