Author Topic: [Die SCHUFA (Kreditsicherung)... ]  (Read 4138 times)

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[Die SCHUFA (Kreditsicherung)... ]
« on: March 18, 2006, 06:39:02 PM »
Quote
Die SCHUFA Holding AG (früher SCHUFA e. V. - Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine privatwirtschaftlich organisierte Auskunftsei, die von der kreditgebenden Wirtschaft getragen wird. Sitz der SCHUFA Holding AG ist Wiesbaden. Es gibt acht regionale SCHUFA-Gesellschaften. Geschäftzweck der SCHUFA ist es, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen; nach Meinung der SCHUFA trägt sie zudem zum Schutz der Verbraucher vor Überschuldung bei. Die SCHUFA ist im Besitz von 362 Millionen Einzeldaten von 62 Millionen natürlichen Personen. Es sind 701 Mitarbeiter bei der SCHUFA beschäftigt (Stand: Ende 2004).

[...] Die SCHUFA ermittelt nicht selbst Daten. Vertragspartner der SCHUFA müssen Daten über ihre Kunden an die Schufa liefern. Teilweise stammen die Daten auch aus öffentlichen Quellen (Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte).

Neben Name, Geburtsdatum, gegenwärtigen und früheren Anschriften speichert die SCHUFA Positivmerkmale (Daten über Aufnahme und vertragsgemäße Abwicklung von Geschäftsbeziehungen) und Negativmerkmale (Daten über nichtvertragsgemäßes Verhalten und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen). Positivmerkmale dürfen der Schufa nur mit Zustimmung des Kunden übermittelt werden (SCHUFA-Klausel). Negativmerkmale dürfen auch ohne Einwilligung des Verbrauchers übermittelt werden.

Positivmerkmale:

    * Kontoanträge und Daten über Girokonten
    * Ausgegebene Kreditkarten
    * Kreditanträge und Daten über Kredite
    * Leasinggeschäfte
    * Bürgschaften

Negativmerkmale:

    * Gemahnte, aber unbezahlte und nicht bestrittene Forderungen
    * Mahnbescheide
    * Vollstreckungsmaßnahmen
    * Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (aus Schuldnerverzeichnis)
    * Beantragung/Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens
    * Scheckkartenmissbrauch
    * Scheckrückgabe mangels Deckung
    * Kündigung des Girokontos wegen missbräuchlicher Nutzung
    * Kündigung von Konsumentenkrediten wegen Zahlungsverzugs mit mindestens zwei Raten

Die Höhe des Einkommens wird nicht gespeichert.

[...] Kritik an der SCHUFA

Die SCHUFA nimmt unter den Auskunfteien durch ihre Beziehung zu den Banken und zur sonstigen kreditgebenden Wirtschaft und durch den Umfang ihrer Daten - der daher rührt, dass es in Deutschland nur schwer möglich ist, ein Bankkonto ohne Unterzeichnung der SCHUFA-Klausel zu erhalten - eine herausgehobene Stellung ein. Bei Guthabenkonten gibt es keine Verpflichtung, die SCHUFA-Klausel zu unterschreiben. Solche Guthabenkonten werden zum Beispiel vom Sparkassenverbund, wegen deren Kontrahierungszwang, angeboten. Begründet wird das "SCHUFA-System" mit dem Hinweis, dass es nicht nur der kreditgebenden Wirtschaft nützt, sondern auch den Verbraucher vor Überschuldung schützt, was allerdings als Entmündigung des Verbrauchers kritisiert wird.

Kritik an der SCHUFA kommt vor allem von Verbraucherschutzverbänden und Datenschützern.

Kritisiert wird:

    * Unzulässige Gefälligkeitsabfragen von SCHUFA-Daten z. B. durch einen bei einem SCHUFA-Vertragspartner beschäftigten Bekannten sind nicht zuverlässig zu verhindern. So berichtet das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in seinem 24. Tätigkeitsbericht über einen Fall, bei dem ein Geschäftmann letztendlich über eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft, welche Vertragpartner der SCHUFA ist, unberechtigterweise SCHUFA-Daten erhielt.

    * Die Berechnung des Scoring-Wertes ist undurchsichtig und wird von der SCHUFA nicht offengelegt, und der Score-Wert ist in der Eigenauskunft nicht enthalten; bis vor kurzem ist bereits das alleinige Einholen einer Eigenauskunft als negatives Merkmal in das Scoring eingeflossen; nach massiven Protesten stellte die SCHUFA diese Praxis mittlerweile ein. Jeder Verbraucher kann bei der SCHUFA die Scoreübermittlung zu seiner Person untersagen. Wahrscheinlich wird dieser Antrag von den Vertragspartnern der SCHUFA dann jedoch negativ gewertet.

    * Die Rechtmäßigkeit des Entgelts der schriftlichen Eigenauskunft in Höhe von 7,60 € wird von manchen Verbraucherschützern angezweifelt. Tatsächlich verurteilte das Landgericht Berlin die SCHUFA (Az.: 14 O 417/97; Urteil v. 14. Januar 1999), an einen Kläger 6 € zurückzuzahlen, da das Entgelt für die Eigenauskunft laut § 34 Abs. 5 BDSG nur die tatsächlich anfallenden Kosten abdecken darf. Die mündliche Eigenauskunft ist zwar kostenlos, aber nur an den in wenigen größeren Städten vorhandenen SCHUFA-Geschäftsstellen erhältlich.

    * Angesichts der Bestrebungen der SCHUFA, sich neue Geschäftsfelder im Bereich Wohnungswirtschaft, Versicherungswirtschaft und Inkassounternehmen zu erschließen, warnten der Bundesdatenschutzbeauftragte und einige Landesdatenschutzbeauftragte in einer gemeinsamen Presseerklärung (15. Mai 2003) vor einer Entwicklung der SCHUFA zu einer privatwirtschaftlich organisierten Zentraldatei. Laut Presseerklärung führt jede weitere Datenquelle "zu einem detaillierteren Persönlichkeitsprofil des betroffenen Menschen." Die gläserne Bürgerin und der gläserne Bürger würden damit Realität.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schufa (03/2006)

« Last Edit: October 02, 2018, 11:14:31 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die SCHUFA (Kreditsicherung)... ]
« Reply #1 on: June 12, 2006, 11:06:18 AM »
Quote
[...] Die Schufa speichert Informationen von über 60 Millionen Menschen und sammelt fleißig weiter. Gute Geschäfte will man in Zukunft auch mit Auskünften zu Versicherungen und Mietern machen.

[....] "Als Betroffener erfährt man ja in der Regel nicht, dass eine negative Auskunft der Schufa dazu geführt hat, dass man die Wohnung nicht bekommt. Man erfährt nur, dass ein anderer Mieter den Vorzug erhalten hat ", erklärt Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz. "Handy-Nutzern wird bisweilen bereits dann mit einem Schufa-Eintrag gedroht, wenn eine Rechnung bestritten wird ".

[...] Gegründet wurde die Schufa 1927 von dem Prokuristen Walter Meyer und seinem Bruder Kurt. "Wer Arbeit hat und bekannt ist, der kauft - gerne auch auf Kredit. Aus dem ländlich üblichen Anschreiben wird der systematische Kauf auf Raten", heißt es dazu in der eigenen Geschichtsschreibung. "Allerdings wird solcher Kredit ausdrücklich nur gewährt, wird als Gunstbeweis verstanden."

Walter Meyer hatte es als Mitarbeiter der städtischen Elektrizitätsgesellschaft BEWAG auch mit weniger zahlungsfreudigen Kunden zu tun und so entstand die Idee für ein Auskunftssystem. Heute ist das Unternehmen im Besitz von mehr als 360 Millionen Einzeldaten und bearbeitet jährlich mehr als 70 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit.

[...] Die Schufa möchte auch mit Versicherungsgesellschaften ins Geschäft kommen, die bisher mit brancheneigenen Warnsystemen arbeiten. So gehen immer mehr Daten aus verschiedenen Branchen in die Bewertung ein und es entsteht ein umfassendes Profil der einzelnen Menschen. Datenschützer befürchten, dass schon eine unbezahlte Mahnung der Handyrechnung zu Schwierigkeiten bei der Eröffnung eines Bankkontos führt. Im schlimmsten Fall lässt sich dann keine Wohnung mehr finden, es lässt sich kein Versicherungsvertrag mehr abschließen und der Zahnersatz wird nur gegen Vorkasse gewährt.

Die Zahlungsfähigkeit kann auch schon angezweifelt werden, wenn sich der Kunde gar nichts zuschulden kommen lässt. Mit dem so genannten Score wird jeder gespeicherte Bürger in einem Prognoseverfahren mit einer ähnlichen Datengruppe verglichen. So entsteht eine Punktzahl zwischen eins und Tausend. Je niedriger der Wert, desto schlechter fällt auch die finanzielle Einschätzung aus. Neben der Schufa gibt es weitere Anbieter ähnlicher Dienstleistungen und die Möglichkeiten der Analyse werden beständig weiterentwickelt. "Die Ausgrenzung von ganzen Personengruppen und ganzen Stadtteilen wird so vorangetrieben. Beim so genannten Geomarketing werden verschiedene Faktoren regional zugeordnet ", kritisiert Peter Schaar. "Da fließen zum Beispiel Daten über die Art der zugelassenen Fahrzeuge ein und natürlich die Art der Bebauung und der Anteil der Sozialhilfeempfänger."




Bruchstuecke aus: "SCHRECKGESPENST SCHUFA - Die Datensammler aus Wiesbaden" Von Michael Voregger (11. Juni 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,420549,00.html

« Last Edit: October 02, 2018, 11:17:32 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die SCHUFA (Kreditsicherung)... ]
« Reply #2 on: July 19, 2006, 11:03:47 AM »
Quote
[...] Unter meineSchufa.de [https://www.meineschufa.de/] betreibt der Dienstleister seit dem vergangenen Jahr ein Internetportal, auf dem Verbraucher ihre von der Schufa gespeicherten persönlichen Daten einsehen können. Bisher stand dieser Dienst jedoch nur Einwohnern der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Brandenburg zur Verfügung. Künftig sollen sich auch Verbraucher aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein informieren können. Damit erhalten immer mehr Bürger die Möglichkeit, über das Internet aktiv Einblick in ihre persönlichen Daten zu nehmen und diese zu kontrollieren.

Die über 362 Millionen bei der Schufa gespeicherten Einzeldaten von 62 Millionen Bundesbürgern spielen eine entscheidende Rolle, wenn es beispielsweise um die Vergabe eines Kredits geht. Banken etwa greifen stets auf die Schufa-Daten zu, um die Kreditwürdigkeit von Kunden beurteilen zu können. Das dabei zugrunde gelegte Scoring-Verfahren ist jedoch nicht unumstritten.


Aus: "Schufa gibt mehr Verbrauchern Zugang zur Online-Auskunft"  (map/c't; 18.07.2006; heise.de/newsticker)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/75620

« Last Edit: October 02, 2018, 11:17:42 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die SCHUFA (Kreditsicherung)... ]
« Reply #3 on: June 29, 2015, 09:38:06 AM »
Die Schufa Holding AG (Eigenschreibung SCHUFA, früher SCHUFA e. V. Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit dem Geschäftssitz in Wiesbaden. Zu den Aktionären gehören Kreditinstitute, Handelsunternehmen und sonstige Dienstleister. Ihr Geschäftszweck ist, ihre Vertragspartner mit Informationen zur Bonität Dritter zu versorgen. ... Auch die Polizei, Steuerfahndung und die Vollstreckungsbehörden können auf die Daten der Schufa zugreifen. Für Auskunftsersuchen ist § 93 AO eine ausreichende Rechtsgrundlage. ... Die Berechnung des Score-Wertes wird von der Schufa nicht offengelegt und ist daher für Außenstehende undurchsichtig. Bis zum Jahr 2001 ist das Einholen einer Eigenauskunft als negatives Merkmal in das Scoring eingeflossen; nach massiven Protesten stellte die Schufa diese Praxis ein. Jeder Verbraucher kann bei der Schufa die Scoreübermittlung zu seiner Person untersagen. Ob dieser Antrag negative Auswirkungen auf eine spätere Kreditentscheidung hat, ist offen. ... (06/2015)
https://de.wikipedia.org/wiki/Schufa

Ein Kreditscore (von engl. to score -punkten, score - Punktestand) ist ein Zahlenwert auf Basis einer statistischen Analyse, der die Kreditwürdigkeit einer Person repräsentiert. Mit Kreditscoring versuchen Unternehmen die Kreditwürdigkeit von Kunden oder Partnerunternehmen nach einem vorgegebenen Verfahren mehr oder weniger automatisiert zu ermitteln. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreditscoring

« Last Edit: October 02, 2018, 11:18:01 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #4 on: June 29, 2015, 09:46:21 AM »
Quote
[...] Mieter sehen sich oftmals vor das Problem gestellt, dass sie eine Schufa-Auskunft vorweisen müssen, um eine Wohnung anmieten zu können. Mittlerweile verlangen beinahe alle Vermieter eine solche Selbstauskunft. Weigert sich der Mieter in spe, wird er die Wohnung nicht bekommen. Sagt die Auskunft etwas Negatives über ihn, auch. Dabei ist es unklar, wie genau der Scoring-Wert entsteht und welche Parameter wie in dessen Berechnung mit welcher Wertung einfließen. Berechnungen aufgrund falscher Annahmen zu korrigieren – unter diesen Umständen unmöglich.

Die Bundesregierung interessiert das augenscheinlich nicht besonders, denn:

    Dem schutzwürdigen Interesse von Mietinteressenten, über die Preisgabe ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Daten frei zu entscheiden, steht das berechtigte Interesse des Vermieters an der Bonität des künftigen Mieters gegenüber.

Außerdem sei ja eine freiwillige Einwilligung des Mieters erforderlich und damit die Datennutzung erlaubt. Dass von freiwilliger Einwilligung keine Rede sein kann, wenn ein Mieter nunmal eine Wohnung benötigt und es beinahe keine Vermieter gibt, die keine Schufa-Auskunft wollen, ignoriert man. Man müsse im Einzelfall ermitteln, welche Daten „für die Begründung des Mietverhältnisses“ erforderlich seien. Und auch hier wieder maximale Realitätsignoranz: Niemand wird einen Rechtsstreit mit seinem zukünftigen Vermieter beginnen, wenn er der Meinung ist, dass dieser zu viele Daten einsehen will. Noch einmal: Freiwilligkeit ist das nicht. ...



Aus: "Schufa-Scoring: Regierung stellt Geschäftsinteressen über Datenschutz" Anna Biselli (12. Juni 2015)
Quelle: https://netzpolitik.org/2015/schufa-scoring-regierung-stellt-geschaeftsinteressen-ueber-datenschutz/

"Anwaltspost von der Schufa: Wir stehen zu unserem Artikel und lehnen die Löschung ab" Constanze (26. Juni 2015)
Wir haben diese Woche mal wieder Anwaltspost bekommen. Die Anwälte aus der Kanzlei Höcker, spezialisiert auf Marken- und Medienrecht, fordern uns im Namen der Schufa am 23. Juni auf, einen unserer Blogposts zu löschen: Schufa-Scoring: Regierung stellt Geschäftsinteressen über Datenschutz. ...
https://netzpolitik.org/2015/anwaltspost-von-der-schufa-wir-stehen-zu-unserem-artikel-und-lehnen-die-loeschung-ab/

« Last Edit: October 02, 2018, 11:18:12 AM by Textaris(txt*bot) »

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« Reply #5 on: June 26, 2018, 02:22:47 PM »
Quote
[...] Der hessische Datenschutzbeauftragte überprüft laut Medienberichten das Geschäftsmodell der Kreditauskunft Schufa. Bislang galt: Wenn Verbraucher eine sofortige elektronische Auskunft über ihre Bonität wollen, müssen sie eine Gebühr in Höhe von mindestens 3,95 Euro bezahlen. Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sieht aber eine kostenlose Auskunft über alle Daten vor, die ein Unternehmen über Verbraucher gespeichert hat.

Wer nichts zahlen will, konnte bei der Schufa zwar einmal pro Jahr eine kostenlose Auskunft per Post anfordern. Dies dauert aber Wochen, nicht alle können so lange warten. Wie die Welt berichtet, verwehrt die Schufa den kostenlosen Download, weil sie nicht feststellen könne, ob die Online-Anfrage von der berechtigten Person kommt. Nur eine Zustellung an die postalische Adresse könne gewährleisten, dass die Auskunft die richtige Person erreicht. Das Vorgehen habe die Schufa mit den Datenschutzbehörden abgestimmt. Beim hessischen Datenschutzbeauftragten hieß es dazu, die entsprechende Vereinbarung werde derzeit überprüft.

Beim kostenpflichtigen Dienst sieht die Schufa das Problem nicht. Dort weisen sich Nutzerinnen und Nutzer über die Prüfziffer auf ihrem Personalausweis aus.

Der zuständige Referent des hessischen Landesdatenschutzbeauftragten habe diesbezüglich das Unternehmen zur Stellungnahme aufgefordert. Die Behörde prüfe, inwiefern die Praxis der Schufa zulässig ist, berichtet die Welt.

Die Schufa widersprach zudem der Vorstellung, dass eine elektronische Auskunft bedeutend schneller sein müsse als eine postalische. Laut Gesetz hat sie vier Wochen Zeit dafür. Auch das bezahlpflichtige Online-Angebot "meineSchufa" sei nicht unbedingt schneller, weil für den Erstzugang ein Identifikationsprozess nötig sei, der "ungefähr identisch" lange dauere wie eine postalische Datenkopie nach der DSGVO.

Außerdem bezweifelte die Schufa, ob Auskünfte nach der DSGVO im Alltag einen Vorteil brächten. So dürften beispielsweise Vermieter diese Art der Auskünfte laut Bundesdatenschutzbeauftragtem gar nicht anfordern, weil sie zu detailliert sind. Hierfür bietet die Schufa eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft an, die ebenfalls nur per Post zugestellt wird.

Die DSGVO sorgt seit ihrem Inkrafttreten am 25. Mai an zahlreichen Stellen für Anpassungsbedarf. Verbraucher bekommen etliche E-Mails mit Hinweisen auf neue Datenschutzbestimmungen. Unternehmen fürchten eine Abmahnwelle, weil sie die gesetzlichen Bestimmungen noch nicht umgesetzt haben.

Quote
Cornflakes #3

Das Geschäftsmodell der Schufa ist doch an ganz anderer Stelle bedroht durch die DSGVO, dagegen sind die 3,95 Euro Peanuts. Ich helfe: Die DSGVO sieht vor, dass Betroffene von Unternehmen auch die Löschung ihrer Daten verlangen können. Damit jedoch wäre die gesamte Kreditauskunft gefährdet. Schließlich könnten schlechte Schuldner einfach die Daten über ihre Zahlungsausfälle löschen lassen, um anschließend erneut Kredit zu beantragen. Die DSGVO sieht laut § 21 in diesem Fall eine Abwägung vor: Wer besondere persönliche Umstände ins Feld führt, kann sehr wohl eine Löschung verlangen. Die Nicht-Gewährung eines notwendigen Kredits zum Beispiel für die Finanzierung einer selbstgenutzten Immobilie sind derartige besondere persönliche Umstände.
Die Schufa wird dies natürlich anders sehen und es bleibt den Bürgern die Möglichkeit einer Beschwerde beim hessischen Landesdatenschutz. Der muss dann entscheiden, ob ein Löschansinnen berechtigt ist und DAS wird spannend.


...


Aus: "Datenschutzbeauftrage prüfen kostenpflichtige Bonitätsauskunft" (11. Juni 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/schufa-dsgvo-daten-kostenlose-auskunft-pruefung
« Last Edit: October 02, 2018, 11:18:24 AM by Textaris(txt*bot) »