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[...] Seit Tagen gab es Gerüchte, dass Juan Carlos I. Spanien den Rücken zukehren werde. Am Montagabend dann die offizielle Bestätigung: Das frühere königliche Staatsoberhaupt Spaniens, gegen das wegen mutmaßlicher Schwarzgeldkonten in der Schweiz ermittelt wird, packt die Koffer und verlässt das Land. Wohin der in Spanien in Ungnade gefallene König im Ruhestand übersiedeln wird, ist zunächst nicht bekannt.

Es ist kein freiwilliger Abschied, sondern eine weitere Abstrafung von Juan Carlos durch seinen Sohn, Felipe VI., der bereits Mitte März mit seinem Vater gebrochen hatte. Damals, als sich der Verdacht illegaler Geschäfte gegen Juan Carlos verdichtete, verkündete Felipe, dass er auf alle finanziellen Erbansprüche gegenüber seinem Vater verzichten werde. Außerdem strich er Juan Carlos die jährliche Zuwendung von nahezu 200.000 Euro.

Der Auszug des 82-jährigen Königs im Ruhestand aus dem Palast ist nun eine weitere Sanktion und kommt einem Rauswurf gleich.
In einer Erklärung Juan Carlos’, die das Königshaus am Montagabend veröffentlicht, wird der Familienkrach hinter diplomatischen Floskeln verborgen. In dem Schreiben spricht Juan Carlos von einer „reiflich überlegten Entscheidung“, mit welcher er die Monarchie vor weiteren Schaden bewahren wolle. Zu dem auf ihm lastenden Verdacht des Steuerbetrugs, der Geldwäsche und der Korruption geht er in dem Brief nicht ein.

Juan Carlos spricht in der kurzen Erklärung lediglich von „bestimmten vergangenen Ereignissen in meinem privaten Leben“, die öffentliche Auswirkungen gehabt hätten. Mit seiner Abreise aus Spanien, so schreibt er in dem an den „lieben Felipe“ gerichteten Dokument, wolle er dazu beitragen, „die Ausübung deines Amtes zu erleichtern“.

Die Vorwürfe gegen Juan Carlos, die staatsanwaltliche Ermittlungen in Genf und in Madrid ausgelöst hatten, waren in den letzten Monaten zu einer schweren Belastung für Felipe geworden. Die Popularität des Königshauses ist in Umfragen auf einen Tiefpunkt gesunken.

„Das Verhalten von Juan Carlos als Privatperson hat die Mehrheit der Spanier enttäuscht“, kommentiert vor einigen Tagen Spaniens einflussreichste Tageszeitung „El País“. Immer neue Dokumente, die den Medien zugespielt worden waren, untermauern den Verdacht, dass Juan Carlos jahrzehntelang Millionengelder auf Schweizer Geheimkonten versteckte.

Zudem gehen die Ermittler Hinweisen nach, wonach die Bankkonten mit Schmiergeldern gefüllt worden sein sollen. Hohe Summen, die Juan Carlos für die Vermittlung von Geschäften zwischen der spanischen Industrie und arabischen Ländern kassiert haben könnte.
Konkret geht es um Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. In der sogenannten „Affäre um den Wüsten-Zug“ ermitteln die für Korruption und Wirtschaftsdelikte zuständigen Behörden schon seit 2018. Im Jahr 2008 soll Juan Carlos Schmiergeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien kassiert haben.

Juan Carlos war von 1975 bis 2014 Spaniens Staatsoberhaupt. 2014 musste er wegen der Auswirkungen eines anderen Skandals abdanken. Auslöser war damals eine luxuriöse Elefantenjagd in Botswana, bei der sich Juan Carlos die Hüfte gebrochen hatte. Dadurch kam heraus, dass er nicht von Königin Sofía, sondern von seiner bis dahin unbekannten Geliebten, der deutschen Geschäftsfrau Corinna zu Sayn-Wittgenstein, begleitet worden war.

Die Luxussafari fand zudem mitten in der spanischen Finanz- und Wirtschaftskrise statt, die Hunderttausende Familien in die Armut trieb.Seitdem ist es mit der Freundschaft zwischen den Beiden aus. Gerade erst sind neue Aufzeichnungen aufgetaucht, in denen die Ex-Geliebte gegenüber einem spanischen Polizeioffizier ihr Herz ausschüttet. In den Tonaufnahmen berichtet sie wenig Schmeichelhaftes über Juan Carlos, mit dem die Deutsche eine jahrelange Beziehung hatte.

Die Aufnahmen, die 2016 in dem Gespräch mit dem Polizeikommissar in London entstanden, wurden offenbar ohne ihr Wissen von dem Beamten gemacht und nun von der Online-Zeitung „OkDiario“ veröffentlicht. Auf den Tonbändern, deren Echtheit bisher nicht angezweifelt wurde, plaudert die frühere „amiga“ über die illegalen Praktiken Juan Carlos’. So habe er öfter, wenn er aus arabischen Staaten zurückgekehrt sei, große Mengen von Geld mitgebracht.

Die nicht deklarierten Summen habe er bei seiner Rückreise nach Madrid im Diplomatengepäck versteckt. Im Palast habe er sogar eine Geldzählmaschine gehabt. „Ich habe ihn das Geld zählen sehen. Er verhält sich dabei wie ein Kind.“ Juan Carlos sei „süchtig“ nach Reichtümern: „Er ist besessen – von Gold, Diamanten und Uhren.“

In den vergangenen Tagen war auch Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez auf Distanz zu Juan Carlos gegangen, der in Spanien möglicherweise bald mit einer Anklage rechnen muss. „Es gibt keinen Raum für Straflosigkeit“, sagte Sánchez. Auch nicht für einen alten König. (mit dpa)


Aus: "Juan Carlos verlässt wegen Korruptionsvorwürfen Spanien" Ralph Schulze (03.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/ex-geliebte-er-ist-suechtig-nach-reichtum-juan-carlos-verlaesst-wegen-korruptionsvorwuerfen-spanien/26062642.html

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Auch-das-noch 19:43 Uhr

Wohin geht die Reise denn?

Lichtenstein? Vereinigte arabische Emrirate? Cayman Inseln?


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    KaiserVonChina 19:53 Uhr

    Antwort auf den Beitrag von Auch-das-noch 19:43 Uhr
    Ich denke mal, viele Spanier hoffen: Bermuda-Dreieck....


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[...] Seit Tagen gab es Gerüchte, dass Juan Carlos I. Spanien den Rücken zukehren werde. Am Montagabend dann die offizielle Bestätigung: Das frühere königliche Staatsoberhaupt Spaniens, gegen das wegen mutmaßlicher Schwarzgeldkonten in der Schweiz ermittelt wird, packt die Koffer und verlässt das Land. Wohin der in Spanien in Ungnade gefallene König im Ruhestand übersiedeln wird, ist zunächst nicht bekannt.

Es ist kein freiwilliger Abschied, sondern eine weitere Abstrafung von Juan Carlos durch seinen Sohn, Felipe VI., der bereits Mitte März mit seinem Vater gebrochen hatte. Damals, als sich der Verdacht illegaler Geschäfte gegen Juan Carlos verdichtete, verkündete Felipe, dass er auf alle finanziellen Erbansprüche gegenüber seinem Vater verzichten werde. Außerdem strich er Juan Carlos die jährliche Zuwendung von nahezu 200.000 Euro.

Der Auszug des 82-jährigen Königs im Ruhestand aus dem Palast ist nun eine weitere Sanktion und kommt einem Rauswurf gleich.
In einer Erklärung Juan Carlos’, die das Königshaus am Montagabend veröffentlicht, wird der Familienkrach hinter diplomatischen Floskeln verborgen. In dem Schreiben spricht Juan Carlos von einer „reiflich überlegten Entscheidung“, mit welcher er die Monarchie vor weiteren Schaden bewahren wolle. Zu dem auf ihm lastenden Verdacht des Steuerbetrugs, der Geldwäsche und der Korruption geht er in dem Brief nicht ein.

Juan Carlos spricht in der kurzen Erklärung lediglich von „bestimmten vergangenen Ereignissen in meinem privaten Leben“, die öffentliche Auswirkungen gehabt hätten. Mit seiner Abreise aus Spanien, so schreibt er in dem an den „lieben Felipe“ gerichteten Dokument, wolle er dazu beitragen, „die Ausübung deines Amtes zu erleichtern“.

Die Vorwürfe gegen Juan Carlos, die staatsanwaltliche Ermittlungen in Genf und in Madrid ausgelöst hatten, waren in den letzten Monaten zu einer schweren Belastung für Felipe geworden. Die Popularität des Königshauses ist in Umfragen auf einen Tiefpunkt gesunken.

„Das Verhalten von Juan Carlos als Privatperson hat die Mehrheit der Spanier enttäuscht“, kommentiert vor einigen Tagen Spaniens einflussreichste Tageszeitung „El País“. Immer neue Dokumente, die den Medien zugespielt worden waren, untermauern den Verdacht, dass Juan Carlos jahrzehntelang Millionengelder auf Schweizer Geheimkonten versteckte.

Zudem gehen die Ermittler Hinweisen nach, wonach die Bankkonten mit Schmiergeldern gefüllt worden sein sollen. Hohe Summen, die Juan Carlos für die Vermittlung von Geschäften zwischen der spanischen Industrie und arabischen Ländern kassiert haben könnte.
Konkret geht es um Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. In der sogenannten „Affäre um den Wüsten-Zug“ ermitteln die für Korruption und Wirtschaftsdelikte zuständigen Behörden schon seit 2018. Im Jahr 2008 soll Juan Carlos Schmiergeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien kassiert haben.

Juan Carlos war von 1975 bis 2014 Spaniens Staatsoberhaupt. 2014 musste er wegen der Auswirkungen eines anderen Skandals abdanken. Auslöser war damals eine luxuriöse Elefantenjagd in Botswana, bei der sich Juan Carlos die Hüfte gebrochen hatte. Dadurch kam heraus, dass er nicht von Königin Sofía, sondern von seiner bis dahin unbekannten Geliebten, der deutschen Geschäftsfrau Corinna zu Sayn-Wittgenstein, begleitet worden war.

Die Luxussafari fand zudem mitten in der spanischen Finanz- und Wirtschaftskrise statt, die Hunderttausende Familien in die Armut trieb.Seitdem ist es mit der Freundschaft zwischen den Beiden aus. Gerade erst sind neue Aufzeichnungen aufgetaucht, in denen die Ex-Geliebte gegenüber einem spanischen Polizeioffizier ihr Herz ausschüttet. In den Tonaufnahmen berichtet sie wenig Schmeichelhaftes über Juan Carlos, mit dem die Deutsche eine jahrelange Beziehung hatte.

Die Aufnahmen, die 2016 in dem Gespräch mit dem Polizeikommissar in London entstanden, wurden offenbar ohne ihr Wissen von dem Beamten gemacht und nun von der Online-Zeitung „OkDiario“ veröffentlicht. Auf den Tonbändern, deren Echtheit bisher nicht angezweifelt wurde, plaudert die frühere „amiga“ über die illegalen Praktiken Juan Carlos’. So habe er öfter, wenn er aus arabischen Staaten zurückgekehrt sei, große Mengen von Geld mitgebracht.

Die nicht deklarierten Summen habe er bei seiner Rückreise nach Madrid im Diplomatengepäck versteckt. Im Palast habe er sogar eine Geldzählmaschine gehabt. „Ich habe ihn das Geld zählen sehen. Er verhält sich dabei wie ein Kind.“ Juan Carlos sei „süchtig“ nach Reichtümern: „Er ist besessen – von Gold, Diamanten und Uhren.“

In den vergangenen Tagen war auch Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez auf Distanz zu Juan Carlos gegangen, der in Spanien möglicherweise bald mit einer Anklage rechnen muss. „Es gibt keinen Raum für Straflosigkeit“, sagte Sánchez. Auch nicht für einen alten König. (mit dpa)


Aus: "Juan Carlos verlässt wegen Korruptionsvorwürfen Spanien" Ralph Schulze (03.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/ex-geliebte-er-ist-suechtig-nach-reichtum-juan-carlos-verlaesst-wegen-korruptionsvorwuerfen-spanien/26062642.html

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Auch-das-noch 19:43 Uhr

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[...] Eine interne Aufarbeitung des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit dem NSU hat öffentlich Aufsehen erregt, weil sie für 120 Jahre geheim gehalten werden sollte. Inzwischen wurde die Frist auf 30 Jahre verringert. Die ursprüngliche lange Dauer weckte bei manchen den Verdacht, der hessische Geheimdienst habe Schlimmes zu verbergen. Für das Landesamt für Verfassungsschutz waren die 120 Jahre aber offenbar gar nicht ungewöhnlich. Beuth spricht von „früher üblichen Einstufungsfristen von bis zu 120 Jahren“. Sie sei aus einem „umfassenden Schutzgedanken“ gefolgt, da nicht nur V-Leute des Verfassungsschutzes, sondern auch deren Kinder und Enkelkinder hätten geschützt werden sollen.

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Aus: "Geheimhaltungsfristvon 120 auf 30 Jahre gesenkt" Pitt v. Bebenburgvon (02.08.2020)
Quelle: https://www.fr.de/rhein-main/geheimhaltungsfristvon-120-auf-30-jahre-gesenkt-90016687.html
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[...] Eine interne Aufarbeitung des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit dem NSU hat öffentlich Aufsehen erregt, weil sie für 120 Jahre geheim gehalten werden sollte. Inzwischen wurde die Frist auf 30 Jahre verringert. Die ursprüngliche lange Dauer weckte bei manchen den Verdacht, der hessische Geheimdienst habe Schlimmes zu verbergen. Für das Landesamt für Verfassungsschutz waren die 120 Jahre aber offenbar gar nicht ungewöhnlich. Beuth spricht von „früher üblichen Einstufungsfristen von bis zu 120 Jahren“. Sie sei aus einem „umfassenden Schutzgedanken“ gefolgt, da nicht nur V-Leute des Verfassungsschutzes, sondern auch deren Kinder und Enkelkinder hätten geschützt werden sollen.

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Aus: "Geheimhaltungsfristvon 120 auf 30 Jahre gesenkt" Pitt v. Bebenburgvon (02.08.2020)
Quelle: https://www.fr.de/rhein-main/geheimhaltungsfristvon-120-auf-30-jahre-gesenkt-90016687.html
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[...] Eine interne Aufarbeitung des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit dem NSU hat öffentlich Aufsehen erregt, weil sie für 120 Jahre geheim gehalten werden sollte. Inzwischen wurde die Frist auf 30 Jahre verringert. Die ursprüngliche lange Dauer weckte bei manchen den Verdacht, der hessische Geheimdienst habe Schlimmes zu verbergen. Für das Landesamt für Verfassungsschutz waren die 120 Jahre aber offenbar gar nicht ungewöhnlich. Beuth spricht von „früher üblichen Einstufungsfristen von bis zu 120 Jahren“. Sie sei aus einem „umfassenden Schutzgedanken“ gefolgt, da nicht nur V-Leute des Verfassungsschutzes, sondern auch deren Kinder und Enkelkinder hätten geschützt werden sollen.

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Aus: "Geheimhaltungsfristvon 120 auf 30 Jahre gesenkt" Pitt v. Bebenburgvon (02.08.2020)
Quelle: https://www.fr.de/rhein-main/geheimhaltungsfristvon-120-auf-30-jahre-gesenkt-90016687.html
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[...] Strafverfolger auf Bundes-, Staaten- und Kommunalebene wollen in den USA immer mehr Informationen über Kunden von Amazon einholen. In den ersten sechs Monaten 2020 stieg die Zahl der an den Konzern gerichteten einschlägigen rechtlichen Anordnungen und Durchsuchungsbefehle um 23 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019, die anderer gerichtlicher Erlasse sogar um 29 Prozent. Es ging dabei jeweils um Daten, die Amazon über die eigenen Angebote zum Online-Shopping, die smarten Echo-Lautsprecher mit dem Sprachassistenten Alexa sowie die Tablets Kindle und Fire gesammelt hat.

Im Einzelnen erhielt der E-Commerce-Riese im ersten Halbjahr 2416 rechtliche Anordnungen, denen er zu 70 Prozent ganz oder teilweise nachkam. Ermittler klopften bei dem Unternehmen zudem mit 543 richterlich genehmigten Durchsuchungsbefehlen an, die Amazon in 79 Prozent der Fälle befolgte. Dazu kamen 146 sonstige Gerichtsanordnungen, bei denen die Lieferquote auf Unternehmensseite bei 74 Prozent lag.

An die Cloudsparte AWS gingen zudem insgesamt 344 rechtliche Auskunftsersuchen, während es im ersten Halbjahr 2019 nur 270 waren. Für beide Bereiche weist Amazon in dem aktuellen, am Freitag veröffentlichten Bericht zudem "0 bis 249" erhaltene "National Security Letter" aus. Dabei handelt es sich um meist sehr weitgehende Datenabfragen durch das FBI auf Basis des Spionagegesetzes Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Betroffene dürfen von Rechts wegen hier nur Angaben innerhalb einer weiten Spannbreite machen. An diesem Punkt gibt es keine Änderungen zur Vergleichsperiode ein Jahr früher.

Im zweiten Halbjahr 2019 lag die Zahl der Anfragen insgesamt sogar noch niedriger als in den sechs Monaten davor. Wie sich der Anstieg im ersten Halbjahr 2020 erklärt, erläutert der Konzern nicht. Deutlich gesunken sind dagegen die Ersuchen aus dem Ausland: während es zwischen Januar und Juni 2019 noch 279 für alle Sparten waren, gingen in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr nur noch 195 ein. Daten rückte Amazon hier nur in 22 Fällen ganz oder teilweise heraus. Im ersten Halbjahr 2019 war die Rechtsabteilung sogar bloß zwei internationalen Ersuchen nachgekommen, diesen aber zumindest komplett.

Für das Geschäft mit den kamerabestückten und WLAN-fähigen Türklingeln der Marke Ring gibt das Unternehmen nach wie vor überhaupt keine Zahlen zu polizeilichen Anfragen nach Nutzerdaten heraus. Amazon steht hier in der Kritik wegen schlechter Sicherheitspraktiken und direkten Kooperationen mit Strafverfolgungsbehörden.

Allgemein betont der Konzern: "Wir haben wiederholt staatliche Forderungen nach Kundeninformationen angefochten, die wir für überzogen hielten." Man habe vor Gericht auch wiederholt Beschlüsse erfochten, die dazu beigetragen haben, die rechtlichen Standards für den Schutz der Meinungsfreiheit und die Privatsphäre aufgestellt haben.

"Wir setzen uns im Kongress auch dafür ein, veraltete Datenschutzgesetze zu modernisieren, um die Strafverfolgungsbehörden zu verpflichten, einen Durchsuchungsbefehl von einem Gericht zu erwirken", heißt es weiter. In der Regel gebe man nur auf dieser Basis Kommunikationsinhalte preis. Amazon unterstreicht: "Für AWS-Kunden bieten wir starke Verschlüsselung als eine von vielen Standard-Sicherheitsfunktionen an." Ferner bestehe die Möglichkeit, die dazu benötigten eigenen Schlüssel in Eigenregie zu verwalten.


Aus: "Alexa, AWS & Co.: US-Polizei verlangt deutlich mehr Daten" Stefan Krempl (02.08.2020)
Quelle: https://www.heise.de/news/Alexa-AWS-Co-US-Polizei-verlangt-deutlich-mehr-Daten-4861068.html

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     sou, 03.08.2020 14:02

Der Trog und die Schweine. In jedem Überwachungsstaat ist das so.

Das dumme Wahlvieh wird belogen und angefixt
"Alexa, schalte das LICHT AN." --- "Es funktioniert! WIE GEIL, was für ein TOLLES System!"

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[...] Miller arbeitete früher für die „New York Times“ und war im Streit um George W. Bushs Irakkrieg ein Star, weil sie die These von den gefährlichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins befeuerte. Sie galt als Heldin der Meinungsfreiheit, als sie lieber ins Gefängnis ging, als ihre Quellen zu offenbar. Die New York Times trennte sich von ihr, als herauskam, dass sie ihre Informationen von „Scooter“ Libby bekommen hatte, dem Stabschef des damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney, der den Irakkrieg wollte. ...


Aus: "Ein Star schimpft und kündigt" Christoph von Marschall (16.07.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/streit-in-der-new-york-times-ein-star-schimpft-und-kuendigt/26010468.html

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Apostata 16.07.2020, 15:37 Uhr
Ein sehr interessanter Beitrag. Ich hoffe, Herr von Marschall stimmt mir zu, dass er ausschließlich ein Problem der US- Presse beschreibt. ...


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[...] Als irakische Panzer vor 30 Jahren in den frühen Morgenstunden des 2. August 1990 in das kleine Emirat Kuwait rollten, begann ein Krieg, dessen Auswirkungen auch heute noch zu spüren sind.

Auf Befehl von Diktator Saddam Hussein nahm die irakische Armee das Nachbarland ein, zwang den Emir zur Flucht aus Kuwait-Stadt, sicherte dem Irak den Zugang zu reichen Ölvorräten und bedrohte westliche Verbündete wie Saudi-Arabien.

Ein halbes Jahr später wurde der Irak von einer US-geführten Koalition wieder aus Kuwait vertrieben. Die Kettenreaktion, die mit der Aggression Saddams in Gang gesetzt wurde, veränderte den Nahen Osten.

Im Krieg gegen den Iran von 1980 bis 1988 war Saddam Hussein noch vom Westen unterstützt worden, weil der Irak als Bollwerk gegen den schiitischen Gottesstaat der Islamischen Republik galt. Zwei Jahre später war der irakische Staat hoch verschuldet und lag mit seinen arabischen Nachbarn im Streit.

Mit der Einnahme von Kuwait erwarb der Irak, der selbst zwölf Prozent der weltweiten Ölreserven besitzt, weitere acht Prozent des globalen Ölreichtums. Möglicherweise rechnete Saddam damit, dass der Westen den Einmarsch seiner Truppen in Kuwait hinnehmen würde.

Die damalige US-Botschafterin in Bagdad, April Glaspie, sagte in einem Gespräch mit dem irakischen Staatschef kurz vor der Intervention vom August 1990, Amerika habe „keine Meinung“ zum Streit zwischen den Irakern und den anderen Arabern.

 Doch Saddam täuschte sich. Seine Truppen konnten das kleine Kuwait zwar schnell besetzen, was innerhalb weniger Tage die Annexion des Emirats als „19. Provinz des Irak“ nach sich zog. US-Präsident George Bush schickte nach dem Fall von Kuwait aber sofort amerikanische Truppen an den Golf, um den wichtigen Partner Saudi-Arabien zu schützen.

In den Monaten darauf stellte Bush eine internationale Koalition zusammen, die im Januar 1991 mit der Bombardierung von Irak begann und im Februar die irakischen Truppen aus Kuwait vertrieb. Während Bush von einer „neuen Weltordnung“ sprach, kündigte Saddam die „Mutter aller Schlachten“ gegen die Amerikaner an – doch seine Armee wurde vernichtend geschlagen.

Bush rief die Iraker zum Aufstand gegen Saddam auf, entschied sich aber gegen einen Feldzug zur Entmachtung des Diktators. Als Saddam daraufhin blutige Rache an den Kurden im Norden und an den Schiiten im Süden des Irak nahm, richteten die Amerikaner Flugverbotszonen über beiden Landesteilen ein. Bis heute wird darüber diskutiert, ob die USA damals einen Fehler begingen, als sie den militärisch geschlagenen irakischen Diktator davonkommen ließen.

 Der Krieg war nicht nur der erste massive Einsatz amerikanischer Kampfflugzeuge und Bodentruppen im Nahen Osten; bis dahin hatte sich das US-Engagement in der Region auf Geheimdiensteinsätze und kleinere Interventionen beschränkt. Er war auch der Beginn einer permanenten US-Militärpräsenz am Golf. Heute sind Tausende amerikanische Soldaten sowie starke Luftwaffen- und Marineverbände in der Region stationiert.

Mittelfristig führte der Krieg um Kuwait zu einem neuen Krieg unter der Präsidentschaft von Bushs Sohn George W. Bush im Jahr 2003, bei dem Saddam entmachtet und der Irak ins Chaos gestürzt wurde. Schwere innenpolitische Verwerfungen, die auf irakischem Boden ausgetragene Rivalität von USA und Iran sowie Korruption und Misswirtschaft zeichnen den Irak bis heute.

Misstrauen gegenüber den USA kommt hinzu. Insbesondere die irakischen Schiiten fühlten sich nach dem Golf-Krieg von 1991 von Bush verraten, weil er sie ermuntert hatte, sich gegen Saddam zu erheben, dann aber bei der blutigen Unterdrückung der Schiiten tatenlos zuschaute. Saddams Armee setzte gegen die Schiiten auch Giftgas ein.

 Gleichzeitig stärkte der Krieg von 1990 radikale islamistische Kräfte in der Region. Al-Kaida-Chef Osama bin Laden protestierte scharf gegen die Stationierung amerikanischer Soldaten in Saudi-Arabien, dem Land der heiligen islamischen Städte Mekka und Medina.

Bin Laden bot dem saudischen Königshaus an, das Land mit seinen eigenen Kämpfern gegen den Irak zu verteidigen, doch Riad zog den Schutz durch die Amerikaner vor. Nach 1990 machte bin Laden deshalb den Rückzug der USA aus der Region zu seinem wichtigsten Ziel. Er verfolgte es mit vielen Terroranschlägen, die in den Anschlägen vom 11. September 2001 gipfelten.

Die Spätfolgen der Einnahme von Kuwait sind auch in anderen Teilen der Region zu spüren. Die Flugverbotszone über dem nordirakischen Kurdengebiet verschaffte der anti-türkischen Terrororganisation PKK die Möglichkeit, sich in den Bergen Iraks zu verschanzen und von dort aus die Türkei anzugreifen.

Der Kurdenkonflikt in der Türkei eskalierte und führte zur Vertreibung von Hunderttausenden Menschen, von denen viele nach Deutschland und in andere europäische Länder flohen. Bis heute greift die türkische Armee regelmäßig die Stellungen und Nachschubwege der PKK im Nordirak an.


Aus: "Was Saddam Husseins Invasion für die heutige Lage bedeutet" Thomas Seibert (02.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/30-jahre-ueberfall-auf-kuweit-was-saddam-husseins-invasion-fuer-die-heutige-lage-bedeutet/26059112.html

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garno 18:36 Uhr

    Die Kettenreaktion, die mit der Aggression Saddams in Gang gesetzt wurde, veränderte den Nahen Osten.

"Die Kettenreaktion" begann schon sehr viel früher, nämlich mit der westlichen Einflußnahme im Nahen Osten, und hier insbesondere mit der von Briten und US-Amerikanern eingesetzten Schah-Diktatur im Iran. Die iranische Revolution und die weiteren Geschehnisse in der Region lassen sich darauf zurückführen.

Auch Saddam Hussein wurde von den USA gegen den IRAN aufgehetzt, dann aber letztlich im Stich gelassen ...


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https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg

https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Golfkrieg

https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung_des_Irakkriegs

https://de.wikipedia.org/wiki/Koalition_der_Willigen

https://de.wikipedia.org/wiki/Achse_des_B%C3%B6sen

https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

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Whistleblowerin Katharine Gun "Ich fürchtete, sie könnten meine Gedanken lesen" Christoph Gunkel (28.10.2019)
Uno-Mitgliedstaaten sollten erpresst werden, um den Irakkrieg durchzuboxen: 2003 deckte Katharine Gun schmutzige Spiele der Geheimdienste auf und bezahlte dafür einen hohen Preis.
https://www.spiegel.de/geschichte/official-secrets-katharine-gun-und-der-irak-krieg-die-whistleblowerin-a-1292907.html

"Irak-Krieg: Am Anfang stand die Lüge" Matthias von Hein (09.04.2018)
Vor 15 Jahren stürzten US-Soldaten in Bagdad die Statue Saddam Husseins. Heute wissen wir: Dieser Krieg hat Hunderttausende Opfer gekostet, den Mittleren Osten ins Chaos gestürzt - und war auf Lügen gebaut. ...
https://www.dw.com/de/irak-krieg-am-anfang-stand-die-l%C3%BCge/a-43279424
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[...] Die Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmern in Ost- und Westdeutschland sind auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch groß. Wie RND.de berichtet, verdienten Vollzeitbeschäftigte mit Sozialversicherungspflicht in den alten Bundesländern im Jahr 2019 im Mittel 699 Euro mehr als in den neuen Bundesländern. Quelle dafür ist eine Regierungsantwort auf eine AfD-Anfrage.

Lag der mittlere monatliche Bruttolohn im Westen bei 3526 Euro im Monat, waren es im Osten nur 2827 Euro, wie dem Bericht zufolge aus der Regierungsantwort weiter hervorgeht. Das entspricht einem Lohnunterschied von rund einem Fünftel.

Ein Vergleich mit den Zahlen von 2018 zeigt demnach, dass der Entgeltunterschied zwischen Ost und West im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen ist. Das mittlere Entgelt stieg dem Bericht zufolge in den neuen Bundesländern um 120 Euro monatlich, die alten Länder verzeichneten ein Plus von 92 Euro.

Bundesweit lag demnach das mittlere Bruttoarbeitsentgelt der Vollzeitbeschäftigten mit Sozialversicherungspflicht im vergangenen Jahr bei 3401 Euro im Monat, was einem Anstieg von 2,9 Prozent oder 97 Euro im Vergleich zum Jahr 2018 (3304 Euro) entspricht.

Der größte Entgeltunterschied zwischen den Bundesländern besteht zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, heißt es weiter. Lag das mittlere Entgelt in Hamburg im vergangenen Jahr bei 3820 Euro brutto im Monat, waren es demnach in Mecklenburg-Vorpommern nur 2608 Euro.

Die Bundesregierung berief sich in ihrer Antwort auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Das mittlere Einkommen, der Median, ist ein statistischer Wert, der robuster gegenüber Ausreißern ist als der klassische Durchschnittswert. Das Medianentgelt bezeichnet jenes Einkommen, bei dem es genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Lohn gibt.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP


Aus: "Noch immer großer Unterschied: Osten holt leicht bei Gehaltslücke auf" (Samstag, 01. August 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Osten-holt-leicht-bei-Gehaltsluecke-auf-article21946992.html

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[8mm Filmmaking] Filmgruppe 24143 :: GEREDE / Re: In Arbeit: Phantom Film ...
« Last post by Textaris(txt*bot) on Juli 31, 2020, 07:50:18 nachm. »
Egisto Macchi ‎(Italia, 1972) - Città Notte
https://www.youtube.com/watch?v=IcFoV5BOvQs
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United Nations (@UN) twitterte um 9:03 nachm. on Mo., Juli 27, 2020:
Women & children made up more than 40% of all civilian casualties in the Afghanistan conflict during first half of 2020.
https://twitter.com/UN/status/1287825834795888640

https://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports
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