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Femme Fatale: Blick – Macht – Gender
Die Femme fatale ist ein Mythos, eine Projektion, eine Konstruktion. Sie steht für ein bildlich fest codiertes weibliches Stereotyp: Die sinnlich-erotische und begehrenswerte Frau, deren vermeintlich dämonisches Wesen sich darin offenbart, dass sie Männer so in ihren Bann zieht, dass diese ihr verfallen – mit oftmals fatalem Ausgang. ...  Das ‚klassische‘ Bild der Femme fatale speist sich vor allem aus biblischen und mythologischen Frauenfiguren wie Judith, Salome, Medusa oder den Sirenen, die in Kunst und Literatur zwischen 1860 und 1920 als verhängnisvolle Frauen vielfältig rezipiert wurden. Die mit diesen Erzählungen einhergehende Dämonisierung weiblicher Sexualität ist prägend für die Femme fatale-Figur. Um 1900 wurde das Femme fatale-Bild oftmals auch auf reale Personen, häufig Schauspieler*innen, Tänzer*innen oder Künstler*innen wie Sarah Bernhardt, Alma Mahler oder Anita Berber projiziert. Auffallend ist die Gleichzeitigkeit von wichtigen Errungenschaften der Frauenemanzipation und dem verstärkten Auftreten dieses männlich geprägten Frauenbildes. Als ein Gegenbild, das Aspekte der Femme fatale-Figur spielerisch aufgreift, wird daher für die Ausstellung auch die in den 1920er-Jahren aufkommende Neue Frau wichtig. Eine entscheidende Zäsur wurde ab den 1960er-Jahren von feministischen Künstler*innen gesetzt, die den Mythos um die Femme fatale – und damit auch die entsprechenden Blickweisen und Bildtraditionen – dekonstruierten. Aktuelle künstlerische Positionen wiederum verhandeln Spuren und Anverwandlungen des Bildes oder etablieren explizite Gegenerzählungen – häufig mit Bezug auf die #MeToo-Bewegung, Fragen nach Genderidentitäten, weiblicher Körperlichkeit und Sexualität sowie in Auseinandersetzung mit dem male gaze. ... (09. Dez 2022 bis 10. April 2023)
https://www.hamburger-kunsthalle.de/ausstellungen/femme-fatale

Narration und Schwerkraft 50 - Femme Fatale (Januar 2023) --- by Narration und Schwerkraft
https://www.mixcloud.com/TheRevolver/narration-und-schwerkraft-50-femme-fatale-januar-2023/


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[...] Die Machtzirkel um Kurz hätten sich zudem "mittels Spezialbehandlung um superreiche Freunde" gekümmert. So sei dem Unternehmer Siegfried Wolf nach einer Intervention im Finanzministerium ein "satter Steuernachlass" genehmigt worden. Auch um den Immobilieninvestor René Benko habe sich das Ressort ausgiebig gekümmert. "Während die einfachen Leute – Sie, ich – unsere Steuern zahlen, wurde das Finanzministerium ein Steuerwohlfühlprogramm für Superreiche", kritisierte Tomaselli.

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Aus: "ÖVP-U-Ausschuss - "Protokoll einer großen Täuschung": Grüne legen Fraktionsbericht zum U-Ausschuss vor" (2. Februar 2023)
Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000143163844/protokoll-einer-grossen-taeuschung-gruene-legen-fraktionsbericht-als-erste-vor

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[...] Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des deutschen Kaufhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) durchleben eine Zeit quälender Ungewissheit: Am Dienstag eröffnete ein Essener Gericht das Insolvenzverfahren, doch wie das Unternehmen saniert werden soll, wird wohl erst Mitte März bekannt werden.

Der deutsche Detailhandel steckt in einer tiefen Krise, Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich in einem Insolvenzfahren. Dass der Kaufhauskonzern in der Vergangenheit viel Geld vom Staat erhalten hat, sorgt nun für Unverständnis.


Aus: "Deutschland: Gewinne einstreichen, Verluste sozialisieren? - Der Globus-Besitzer René Benko steht in Deutschland in der Kritik" Hansjörg Friedrich Müller, Berlin (02.02.2023)
Quelle: https://www.zugerzeitung.ch/wirtschaft/deutschland-gewinne-einstreichen-verluste-sozialisieren-der-globus-besitzer-rene-benko-steht-in-deutschland-in-der-kritik-ld.2408355

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[...] Der österreichische Kaufhaus-Investor René Benko (45) und neun weitere Angeklagte sind in Wien vom Vorwurf der politischen Korruption  freigesprochen worden. Die Geschworenen kamen am Montag zum Schluss, dass ausreichende Beweise fehlten. Die Anklage hatte den Vorwurf erhoben, dass ein ehemaliger Wiener Gemeinderat von mehreren prominenten Immobilien-Unternehmern und Managern Spenden für ein Schulprojekt in Südafrika angenommen hatte und sich im Gegenzug für deren Immobilienprojekte eingesetzt habe.

... "Die Anklage hatte keinerlei Substanz, die Vorwürfe waren von Beginn an falsch und haltlos", ließ Benko über einen Sprecher mitteilen. Es sei ein "sehr faires Beweisverfahren" gewesen. "Damit ist das Thema für mich erledigt", sagte er.

Eine Sorge weniger also für Kaufhauskönig Benko, der mit seiner Holding die beiden Marken Kaufhof und Karstadt zu Galeria fusionierte. Galeria befindet sich seit Ende November 2022 in einem Schutzschirmverfahren. Benko arbeitet nun am Comeback der Kaufhauskette samt personeller Neuaufstellung.


Aus: "René Benko in Korruptionsprozess freigesprochen" (23.01.2023)
Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/rene-benko-kaufhaus-investor-in-wiener-korruptionsprozess-freigesprochen-a-e0153a87-de8e-49fd-844a-27fd4852f836

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[...] Das Hamburger Elbtower-Grundstück gehört nun René Benko. Der geplante Wolkenkratzer direkt an der Elbe zwischen den Elbbrücken gilt als krönender Abschluss der Hafencity, des größten Stadtbauprojekts Europas. Mit 245 Metern Höhe wird der Elbtower deutschlandweit das höchste Gebäude außerhalb Frankfurts sein. Dort sind nur der Commerzbank-Turm und Messeturm größer.

Das Grundstück dafür hatte die Stadt Hamburg im November an den Immobilienentwickler hinter dem Karstadt-Investor und Immobilien-Tycoon Benko verkauft. Genauer gesagt an die Hamburg, Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG. Dabei handelt es sich um eine Projektgesellschaft der Signa Prime Selection, der größten Gesellschaft im Immobilienbereich von Signa. Nachdem etliche Auflagen erfüllt waren, galt es nur noch, eine Hürde zu nehmen: Die zweite und letzte Zahlungsrate des vereinbarten Kaufpreises in Höhe von 122 Millionen Euro. „Die Zahlung der zweiten Kaufpreisrate für das Grundstück wurde fristgerecht am 9. 1. 2023 überwiesen, das Grundstück ist damit wie vertraglich vereinbart an Signa übergegangen“, heißt es nun bei Signa.

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Aus: "Der Elbtower gehört nun René Benko" Madlen Stottmeyer (13.01.2023)
Quelle: https://www.diepresse.com/6237643/der-elbtower-gehoert-nun-rene-benko

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[...] Für René Benko ist dieser Mittwoch ein sehr guter Tag: Zuerst wurde der österreichische Immobilienmagnat im Wiener Korruptionsprozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Zeitgleich erlaubte ihm das Essener Amtsgericht, seinen chronisch klammen Kaufhauskonzern ein weiteres Mal auf Kosten anderer zu sanieren. Diesmal vor allem auf Kosten des Staates, also der Steuerzahlerinnen und -zahler. Der Bund wird von seinen 680 Millionen Euro, die er Galeria Karstadt Kaufhof geliehen hat, so gut wie nichts zurückbekommen. Er hat viel Geld in den Sand gesetzt – aus der guten Absicht heraus, so den mehr als 17.000 Beschäftigten des letzten deutschen Warenhausriesen zu helfen.

https://www.waz.de/wirtschaft/amtsgericht-essen-eroeffnet-insolvenzverfahren-fuer-galeria-id237519655.html

https://www.waz.de/wirtschaft/galeria-will-glaeubigern-wohl-nur-50-millionen-euro-zahlen-id237474195.html

Dabei nicht allzu blind für die tatsächliche Lage eines um Staatshilfe bittenden Konzerns zu sein, muss eine Lehre für alle Politikschaffenden aus der Causa Karstadt sein. Die Größe eines angeschlagenen Unternehmens sorgt bei ihnen von allein für mehr Aufmerksamkeit. Doch das darf niemals entscheidend dafür sein, ob Staatsgeld fließt oder nicht. Stattdessen müssen für Finanzspritzen aus dem Topf der Allgemeinheit die gleichen Maßstäbe für kleine, mittelständische und große Unternehmen gelten. Dass dies bei Galeria nicht so war, kostet eine ganze Reihe von Mittelständlern nun viel Geld, das Galeria ihnen schuldet, aber nicht mehr zurückzahlen kann. Aus eigenem Verschulden, versteht sich, schließlich ist der Essener Handelskonzern aus der Insolvenz 2020 schuldenfrei herausstolziert, nur um wenige Monate später schon wieder nach dem Staat zu rufen.

https://www.waz.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/drei-insolvenzen-in-folge-warum-galeria-in-der-krise-steckt-id237482895.html

Die Beschäftigten haben jedes Recht, über den Gegenwind des Schicksals in der Pandemie zu klagen, über Missmanagement und über einen Eigentümer, der sich offensichtlich mehr für die Immobilien interessiert als für das nicht mehr ganz taufrische Handelsmodell namens Warenhaus. Doch auch die Steuer- und Beitragszahler haben jedes Recht zu hinterfragen, warum sie erneut einen großen Teil der Verluste Benkos aus dem Galeria-Geschäft übernehmen sollen. Zu den verbrannten Krediten kommt schließlich wie 2020 noch die erneut dreimonatige Übernahme der Löhne durch die Arbeitsagenturen.

Das sollten auch die Bürgermeister im Hinterkopf haben, die nun allerorten versuchen, ihren Kaufhof oder ihr Karstadt zu retten. Weil die meisten Vermieter Galeria nicht schon wieder Miete erlassen oder die Fläche verkleinern wollen, treten die Stadtoberhäupter nicht nur als Vermittler auf, sondern auch als Ersatzmieter. Hier und da bieten sie an, einen Verwaltungsteil, ein Bürgeramt oder andere städtische Einrichtungen ins zu groß gewordene Kaufhaus zu verlagern, um Galeria zu halten. Doch auch dabei entstehen Kosten, die von den Bürgerinnen und Bürgern übernommen werden müssen. Jeder und jede OB muss diese Kosten gegen den Nutzen abwägen. Nicht gegen den erhofften, sondern gegen den wahrscheinlichen Nutzen eines erneut gesundgeschrumpften Kaufhauses – und die Frage, wie lange es diesmal gesund bleibt.


Aus: "Galeria-Insolvenz: Ein guter Tag für René Benko" Ein Kommentar von Stefan Schulte (01.02.2023)
Quelle: https://www.waz.de/wirtschaft/galeria-insolvenz-ein-guter-tag-fuer-rene-benko-id237521477.html

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[...] Die Beschäftigten der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sind weiterhin mit der Insolvenz und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert. "Wieder und wieder zahlen sie den Preis, ökonomisch und emotional", heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der katholischen Betriebsseelsorge der Erzdiözese Bamberg. Mitte Januar schwirrten Gerüchte umher, Galeria wolle 60 Filialen sicher schließen, darunter etwa in Bayreuth und Nürnberg. Bestätigt hat die insolvente Warenhauskette das bisher nicht, die Rede war bisher stets von rund 40 Standorten gewesen.

Zuvor hatte der Online-Händler "Buero.de" sein Übernahme-Angebot zurückgezogen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Galeria müssen bereits seit geraumer Zeit um ihre Arbeitsplätze bangen. Das kritisiert auch die Betriebsseelsorge: "Zweieinhalb Jahre ist es her, dass die von René Benko aufgekaufte und fusionierte Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof mit harten Sanierungsmaßnahmen Schlagzeilen machte, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen", heißt es in dem Statement.

"Zahlreiche Häuser wurden geschlossen, Kolleginnen und Kollegen in den Filialen und Tochtergesellschaften kämpften um ihren Arbeitsplatz, viele wurden arbeitslos. Eine sichere Zukunft für die verbleibenden knapp 17.400 Beschäftigten und ein nachhaltiges Konzept für attraktive, florierende Filialen in den Innenstädten sind ausgeblieben", heißt es weiter.

Dies sei nur "einer der vielen Einschläge" gewesen, den die langjährigen Beschäftigten der Warenhäuser Galeria Karstadt und Kaufhof hätten wegstecken müssen. "Über viele Jahre und weit über ihre Kräfte haben sie auf eine tarifliche Bezahlung verzichtet und mit ausgedünnter Personaldecke einen hohen Beitrag geleistet, um Missmanagement abzufedern und die Traditionsläden am Laufen zu halten", so die Seelsorge.

"Jüngst kam der nächste Schlag. Im Oktober 2022 verkündete die Unternehmensleitung die existenzgefährdende wirtschaftliche Notlage, kündigte den zur Sanierung des Unternehmens mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarten Integrationstarifvertrag und meldete wenige Wochen später die Insolvenz des Unternehmens in Eigenverwaltung an", heißt es.

Mit gutem Recht würden die Beschäftigten "das himmelschreiende Missverhältnis von Unternehmensnotlage und den Vermögensverhältnissen des Haupteigentümers und Multimilliardärs René Benko" anprangern, so die Betriebsseelsorge. "Mit Empörung reagieren wir daher auf das unternehmerische Vorgehen der letzten Monate." Es handle sich bei Galeria "seit Jahren um Missmanagement im System", lautet der klare Vorwurf aus Bamberg.

Es sei "unredlich" und "dauerhaft gesellschaftsschädigend", den Beschäftigten der Warenhauskette "Verzicht und Einschnitte zuzumuten, ohne ernsthafte langfristige Unternehmensstrategien und einschlägige Investitionen des Eigentümers in Aussicht zu stellen". Die katholische Betriebsseelsorge in Bamberg fordert "Verhandlungen auf Augenhöhe mit den gewerkschaftlichen Tarifpartnern und eine wirksame Finanzinvestition des Eigentümers in ein nachhaltiges Zukunftskonzept, das Arbeitsplätze sichert, Filialen erhält, die sich oft als Herzstücke der Innenstädte zeigen und die lokalen Märkte beleben".

"Unser Appell richtet sich zuerst und vor allem an den bisherigen Galeria-Eigner René Benko und an CEO Miguel Müllenbach. Unternehmerisches Handeln hat sich stabilen, existenzsichernden Arbeitsplätzen und tragfähigen Unternehmensstrategien zu verpflichten", heißt es weiter. "Unsere Solidarität gilt den Beschäftigten, die sich in ohnehin hochstrapaziösen Zeiten für ihre Arbeitsplätze und den Erhalt der Filialen einsetzen." Wie viele davon in Franken letztlich bleiben - das weiß bisher niemand so genau.


Aus: "Filialschließungen drohen - "Der nächste Schlag": Fränkische Galeria-Beschäftigte bangen um Jobs" (31.01.2023)
Quelle: https://www.infranken.de/lk/bamberg/galeria-karstadt-kaufhof-fraenkische-beschaeftigte-bangen-um-jobs-sie-verzichten-freiwillig-auf-tarifzahlung-art-5629802

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 on: Today at 10:29:29 AM 
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[...]  Celia Parbey: Jessi Streib, Sie haben für Ihre Doktorarbeit mit 32 Paaren aus unterschiedlichen sozialen Klassen gesprochen und untersucht, welche Rolle Klasse in ihrer Ehe spielt. Heiraten Menschen überhaupt klassenübergreifend?

Jessi Streib: Bei heterosexuellen Paaren war es lange selbstverständlich, dass sie ein unterschiedliches Klassen- und Bildungsniveau haben. Männer haben studiert, Frauen blieb das verwehrt. Heute, wo Frauen sogar häufiger studieren als Männer, gibt es immer weniger Paare, bei denen die eine Person Hochschulbildung hat und die andere nicht. Für meine Doktorarbeit habe ich mit Paaren gesprochen, die ursprünglich aus unterschiedlichen sozialen Klassen kamen. Fast alle hatten studiert, nach dem Hochschulabschluss gehörten sie derselben Akademikerklasse an. Solche Paarkonstellationen sind dennoch unüblich. Meistens suchen sich Menschen Partner:innen aus, die ihnen ähnlich sind. Das heißt: Menschen, die ähnlich aufgewachsen sind und in der Regel ähnliche Vorstellungen haben wie sie.

Celia Parbey: Welche Faktoren definieren die Klassenzugehörigkeit eines Menschen?

Jessi Streib: Die Klasse, in die man als Kind hineingeboren wird, beruht auf dem Beruf, der Ausbildung und dem Einkommen der Eltern. Als Erwachsener erhält man dann seine eigene Klassenposition, die mit der Klasse der Eltern übereinstimmen kann oder auch nicht. Die Definition ist aber umstritten. Die Grenze, die wir zwischen den Klassen ziehen, ist immer auch willkürlich. Nicht alle Menschen lassen sich in eine klare Klassenstruktur einordnen. 

Celia Parbey: Wie interagieren Menschen unterschiedlicher sozialer Klassen miteinander?

Jessi Streib: Meistens bleiben sie unter sich. Sie leben getrennt und kommen kaum in Kontakt miteinander. Das ist weltweit die Norm, auch wenn es in jeder Gesellschaft unterschiedliche Ausmaße annimmt. Wenn es zum Austausch kommt, interagieren sie meistens nicht auf Augenhöhe miteinander. Ein Arzt, der zum Beispiel mit seinem Gärtner spricht, tut das in der Regel aus wirtschaftlichen Gründen. Diese Beziehungen sind selten freundschaftlich.   

Celia Parbey: Wie zeigen sich Klassenunterschiede in romantischen Beziehungen?

Jessi Streib: Akademikerkinder wachsen mit den notwendigen Ressourcen auf, um im Leben Pläne zu schmieden. In meinen Interviews kam heraus, dass für sie das Leben vorhersehbarer ist. Sie können es sich leisten, darüber nachzudenken, wie genau sie ihre berufliche Laufbahn gestalten wollen. Wo sie anfangen und wo sie am Ende stehen können. Diese Planungssicherheit zieht sich durch alle Aspekte ihres Lebens: Sie planen ihre Urlaube im Voraus, die Kindererziehung und sogar, wie und wann sie ihre Gefühle äußern. Wenn sie sich über ihre Partner:innen ärgern, überlegen sie sich beispielsweise erst, wie ihr Gegenüber reagieren wird, bevor sie den Konflikt ansprechen. 

Celia Parbey: Wie ist das für Menschen aus Arbeiterfamilien?

Jessi Streib: In meinen Interviews zeigte sich, dass Menschen aus Arbeiterfamilien früh lernen, mit dem Strom zu schwimmen. Sie sind nicht mit viel Geld aufgewachsen. In der Familie wurden keine großen Pläne gemacht, weil dazu die Ressourcen fehlten. Oft können sie deshalb gut mit Chaos umgehen oder reagieren besser auf spontane Notfälle. Sie erwarten nicht, dass andere Menschen sich die Mühe machen, ihnen zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Den Gedanken, einfach das zu bekommen, was sie sich wünschen, finden sie vielleicht sogar ein bisschen verrückt.

Celia Parbey: Wie sehen typische Beziehungskonflikte aus?

Jessi Streib: Schwierig wird es, wenn Menschen aus Akademikerhaushalten, die mit dem Mindset aufwachsen, dass sie alles planen können, versuchen, die Leben ihrer Partner:innen mitzuplanen. Wenn sie ihnen sagen, was sie tun sollen, weil sie es angeblich besser wissen. Das führt zu Spannungen in der Beziehung und Enttäuschung und natürlich zu Unmut bei der Person, der gesagt wird, dass sie sich ändern muss, obwohl sie mit ihrer Art zu leben völlig zufrieden ist. 

Celia Parbey: Können Sie das genauer erklären?

Jessi Streib: Es kann beispielsweise um den Umgang mit Zeit gehen. Menschen aus der oberen Mittelschicht planen in der Regel ihren Alltag anders. Sie wissen vielleicht schon Anfang der Woche ganz genau, was sie samstagmorgens machen und wie sie den Samstagnachmittag gestalten. Für Menschen aus einer Arbeiterfamilie ist dann oft erst mal Wochenende. Das ist zum Entspannen da und muss nicht unbedingt im Voraus durchgeplant werden. Beide Herangehensweisen gleichzeitig sind nicht möglich, was in Beziehungen für Spannungen sorgt. Auch bei der Kindererziehung kann es zum Konflikt kommen. 

Celia Parbey: Inwiefern?

Jessi Streib: Die Menschen aus einem Akademikerhaushalt, mit denen ich sprach, hatten eine andere Vorstellung davon, welchen Aktivitäten ihre Kinder nachgehen sollten, als ihre Partner:innen: samstagmorgens Musikunterricht und nachmittags sind sie beim Sport. Sonntags gehen sie dann einem anderen außerschulischen Hobby nach. Es ist für sie möglich, zu planen. Sie haben das Geld, sie haben die Zeit. Es käme ihnen sehr seltsam vor, wenn sie ihre Ressourcen nicht nutzen würden, um ihren Kindern zu helfen, so zu werden wie sie. Ihre Partner:innen aus Arbeiterhaushalten wollten eher mit ihren Kindern zu Hause bleiben, entspannen und sie kennenlernen. Sie wollten nicht zu früh planen, was aus ihnen werden soll. Manche wünschten sich, dass ihre Kinder an die Uni gehen, aber konnten sich auch andere Optionen vorstellen. 

Celia Parbey: Macht es dabei einen Unterschied, ob der Mann oder die Frau privilegiert aufgewachsen ist?

Jessi Streib: Frauen sind in den meisten Fällen für die Kindererziehung zuständig, unabhängig von ihrer Klassenzugehörigkeit. Die Unterschiede zwischen einer Frau, die in der oberen Mittelschicht aufgewachsen, und einem Mann, der in der Arbeiterklasse aufgewachsen ist, sind viel signifikanter als zwischen einer Frau, die in der Arbeiterklasse aufgewachsen ist, und einem Mann, der in der oberen Mittelschicht aufgewachsen ist, weil Männer bei den Kindern tendenziell weniger involviert sind. Wenn eine Frau aus der Arbeiterklasse ihrem Partner zum Beispiel sagt, dass ihre Kinder nicht unbedingt an außerschulischen Aktivitäten teilnehmen müssen, stimmt der Mann dem wahrscheinlich eher zu. 

Celia Parbey: Zu welchen Konflikten kann es bei Paaren aus unterschiedlichen sozialen Klassen noch kommen?

Jessi Streib: Für Personen aus einer höheren sozialen Klasse ist es einfacher, die eigene Karriere zu planen, deshalb haben sie in der Hinsicht oft größere Ambitionen. Was auch bedeutet, dass sie mehr Zeit bei der Arbeit verbringen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Person, die einen sozialen Aufstieg hinter sich hat, denkt sich eher: Hey, ich hab's geschafft. Jetzt möchte ich das Leben genießen. Arbeit hat für sie eine ganz andere Bedeutung. 

Celia Parbey: Woher kommt das?

Jessi Streib: Ein Mensch, der aus einem privilegierten Umfeld kommt, kann in der Annahme aufwachsen, im Leben eine Arbeit zu finden, die ihm Spaß macht. Eine Arbeit, bei der es Aufstiegschancen gibt, bei der er etwas erreichen kann. Für Menschen, die aus Arbeiterfamilien kommen, ist Freude an der Arbeit meistens ein Luxus, den sie überhaupt nicht erwarten. Viele wachsen nicht mit dem Gedanken auf, dass Arbeit erfüllend sein muss. Sie haben ihre Eltern oft in Jobs arbeiten sehen, die ihnen keinen Spaß gemacht haben. 

Celia Parbey: Warum kann das zu Spannungen führen?

Jessi Streib: Weniger zu arbeiten und dafür mehr Zeit für die Familie zu haben, ist für viele Menschen aus Arbeiterfamilien wichtig. Es herrscht eher die Mentalität, zu arbeiten, um zu leben, und nicht zu leben, um zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass sie schlechte Arbeiter:innen sind oder ihnen die Arbeit egal ist. Es bedeutet lediglich, dass ihre Arbeit oft kein wichtiger Teil ihrer Identität ist. Viele würden sie nicht als Leidenschaft oder Berufung bezeichnen. Wenn der:die Partner:in aus dem Akademikerhaushalt dann die Zeit mit der Familie für die Karriere opfert, kann das frustrierend sein. Auch bei der Frage, wie viel Geld sie brauchen, um sich sicher zu fühlen, ließen sich bei den Paaren, die ich interviewt habe, große Unterschiede feststellen. 

Celia Parbey: Welche?

Jessi Streib: Menschen aus Arbeiterfamilien sind es gewohnt, keine großen Ersparnisse zu haben. Daher ist es für sie weniger beängstigend, wenn mal nicht so viele Rücklagen auf dem Konto sind. Menschen aus der oberen Mittelschicht kennen das nicht. Ohne finanzielle Ersparnisse zu leben, fühlt sich für sie beängstigend an, deshalb neigen sie dazu, mehr zu sparen. Die Paare, mit denen ich sprach, stritten darüber, wie viel sie sparen oder ausgeben sollten.

Celia Parbey: Das klingt alles danach, als seien klassenübergreifende Beziehungen konfliktgeprägt. Gibt es auch positive Effekte?

Jessi Streib: Menschen, die privilegierter aufwachsen, betonen oft, wie angenehm sie die emotionale Ehrlichkeit ihrer Partner:innen finden. Sie schätzen, dass diese einfach sagen, was sie fühlen, wenn sie es fühlen, auch nach mehreren Jahren Beziehung. Oft ist das sogar die Eigenschaft, die sie ursprünglich an ihnen angezogen hat. Das bedeutet nicht, dass Menschen aus Akademikerfamilien unehrlich sind. Sie sind nur oft vorsichtiger, wenn sie sich ausdrücken. Es wird erst über die mögliche Reaktion des Gegenübers, den Ort und den Zeitpunkt nachgedacht, bevor sie sich äußern. Auf der anderen Seite staunen Menschen aus der Arbeiterklasse darüber, mit welcher Leichtigkeit ihre Partner:innen sich durch die Welt bewegen können und welche Dinge sie als selbstverständlich erachten. 

Celia Parbey: War den Paaren, mit den sie gesprochen haben, bewusst, welche Klassenunterschiede sie hatten?

Jessi Streib: Die meisten Paare leugnen, dass ihre Klassenzugehörigkeit in ihrer Beziehung je eine Rolle gespielt hat. In den Interviews habe ich Aussagen gehört wie: "Klar, ihre Familie hatte mehr Geld als ich, aber Geld macht dich ja nicht zu dem Menschen, der du bist. Und überhaupt, heute teilen wir ein Bankkonto." Sie dachten, dass Klasse in ihrer Beziehung keine Bedeutung hat, weil sie eine sehr verkürzte Definition hatten, was Klasse überhaupt sein soll. Sie dachten, es ginge nur ums Geld.

Celia Parbey: Haben Sie einen Tipp für Paare, die versuchen, innerhalb ihrer Beziehung Klassenunterschiede zu navigieren?

Jessi Streib: Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie Ihre:n Partner:in ändern können. Die glücklichsten Paare, die ich interviewt habe, sahen ihre Unterschiede nicht als Hindernis. Im Gegenteil, sie freuten sich, dass ihre Partner:innen Dinge konnten, zu denen sie selbst nicht in der Lage waren. Klassenunterschiede sollten offen angesprochen werden, um ihren Ursprung zu erkennen. Viele Menschen denken gar nicht darüber nach, aus welcher sozialen Schicht sie kommen. Das ist aber wichtig, weil es die Interaktionen miteinander entpersonalisiert. Der Person aus dem Akademikerhaushalt wird dann vielleicht bewusst, dass es nicht nur ihr:e Partner:in ist, der:die nicht gerne Dinge im Voraus plant, sondern, dass das vielen Menschen aus Arbeiterfamilien schwerfällt. Sie verstehen dann besser, warum es für ihre Partner:innen lange sinnvoll war, mit dem Strom zu schwimmen und spontan zu sein. Anstatt ihre Partner:innen zu kritisieren, erkennen sie, dass es einen Grund dafür gibt, warum sie bestimmte Dinge gut können und andere nicht. 

Celia Parbey: Was hat Sie an den Paaren am meisten überrascht, mit denen Sie gesprochen haben? 

Jessi Streib: Ich hatte mehr Veränderung erwartet. Einer der Beweggründe für meine Studie war, dass ich davon ausging, dass sich die Menschen in klassenübergreifenden Beziehungen mit der Zeit stark verändern und an ihre Partner:innen anpassen. Die Paare hatten nicht nur studiert und gingen einer guten Arbeit nach, sondern hatten auch die gleiche Menge an Geld zur Verfügung. Sie lebten im selben Haus, in denselben Stadtvierteln. Sie zogen dieselben Kinder auf. Oftmals hatten sie dieselben Freund:innen. Trotzdem waren ihre Interessen und Wertvorstellungen weiterhin von ihrer ursprünglichen sozialen Klasse geprägt. 

Celia Parbey: Wenn ich also zu Beginn einer Beziehung aufgrund von Klassenunterschieden Probleme habe, halten diese in der Regel an?

Jessi Streib: Es gibt da diesen Spruch: Man kann Menschen aus der Klasse herausholen, aber nicht die Klasse aus dem Menschen. Die Menschen, mit denen ich sprach, waren alle Akademiker:innen, die in unterschiedlichen Klassen aufgewachsen sind. Auch nach 20 Jahren Ehe, in der sie in derselben Klasse lebten, gleich viel Geld verdienten und beide gute Jobs hatten, ließen sich diese Unterschiede in der Grundhaltung noch feststellen. Es gibt Menschen, die sich verändern, das ist aber eine Minderheit. Die Klasse, in der wir aufwachsen, prägt uns ein Leben lang.


Aus: "Klassenunterschiede in Beziehungen: "Akademikerkinder planen sogar, wie und wann sie Gefühle äußern"" Celia Parbey (1. Februar 2023)
Quelle: https://www.zeit.de/zett/liebe-sex/2023-01/klassenunterschiede-beziehung-ehe-konflikte-umgang

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KaroR

Ein sehr interessantes Interview, bei dem viele Aspekte, die ich selbst beobachte auch beschrieben werden. Eine wohlwollende Anmerkung habe ich allerderdings: In einem Abschnitt ist von "Personen aus einer höheren sozialen Klasse" die Rede. Ich finde die Unterscheidung in "höher" oder "niedriger" absolut nicht mehr zeitgemäß. Wir leben nicht mehr in der Ständegesellschaft sondern in einer Bürgergesellschaft mit gleichen Rechten und Pflichten. Wir haben unterschiedliche soziale Klassen aus soziologischen Sicht, aber nicht "höhere" und "niedrigere" Klassen.


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Jukat

Ich finde es seltsam, dass in diesem Artikel Akademikerhaushalte automatisch mit einem finanziell priviligiertem Hintergrund gleichgesetzt werden. Ich kenne zahlreiche Familien, die keinen akademischen Hintergrund, dafür aber Unternehmen aufgebaut und Ersparnisse zur Seite gelegt haben. Viele Akademiker*innen leben hingegen am Existenzminimum und sind auf soziale Unterstützung angewiesen. Diese Realität spiegelt sich im vorliegenden Interview nicht wieder.


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Nikolaus12345

Sorry, der Artikel strotzt vor Stereotypen, die ich, gutverdienender Arzt mit Eltern, die mit 14 bzw. 15 Jahren in die Fabrik gesteckt wurden, überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Es fängt schon mit dem "Arzt spricht mit seinem Gärtner" an. ...


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marsjaner

Tatsächlich habe ich das Gefühl dass in Deutschland sehr oft geleugnet wird, dass Klassenunterschiede eigentlich sichtbar sind. Viele finden es sehr grob dieses Thema so anzusprechen und sagen immer "Klasse spielt keine große Rolle für mich".

Ich sehe einige der selben Dinge in meinem Umfeld. Die Einstellungen und Wertehaltungen in denen man aufgewachsen ist bleiben selbst nach jahrelanger Beziehungsführung dennoch sehr ausgeprägt bei klassenübergreifenden Beziehungen.

Der Unterschied zwischen "Neuaufsteigern" und "stabile obere Mittelschicht" zB ist doch schon sehr groß. Man kann eben seine Kindheit und die Lektionen in der eigenen Familie nicht so einfach vergessen.


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barfussfee

Ja, es gibt Unterschiede. Persönlich vermute ich sie in Deutschland jedoch stärker zwischen 'Neureich' und 'Altem Geld' als zwischen Arbeiterkind und Akademikerkind.


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TheOwl

Ich habe in dem Interview mehrfach v.a. mega spiessiges, abschreckendes Leben erkannt. Unabhängig von Standesdenken.


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antibanane


Bin ja selber Akademiker, aber dieses Eigenschaftsbündel, mit dem Akademiker hier geschildert werden, ist doch ziemlich negativ. Unspontan, hölzern, spießige Sparer, kleinkarierte Allesdurchplaner, Helikoptereltern, kein Gefühl für work-life-balance...

Sind diese Stereotypen wirklich zutreffend?


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Danke gut

Das ist Humbug, ein krasses und vor allem unzutreffendes Stereotyp. Ich bin Dottore und nichts liegt mir ferner, als alles oder auch nur vieles zu planen. Es lebe der Augenblick.


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desue

Ich erkenne viel aus dem Interview wieder, und es wird nicht alles so negativ ausgedrückt wie du es beschreibst. Planen muss ja nicht spießig sein. Wir planen beispielsweise Urlaube. Und zwar auch nach Wünschen der Kinder. Wir planen auch, was wir am nächsten Wochenende machen, und das ist bei "normalen" Aktivitäten nicht vom Geld abhängig. Dann wird halt ein Museum besucht, mal ein Ticket im Familienblock von Alba gebucht, oder auf Wunsch in Restaurant xy gegessen. Andere Familien machen das auch, die Fragen dann z.B. ob die Kinder zusammen irgendwelche Aktivitäten machen. Die Kinder machen auch Aktivitäten wie Schwimmverein, Sport, musikalische Früherziehung. Und das ist bei vielen Kindern aus der Kita genau so. Deren Eltern sind dann auch Akademiker. Auch Diskussionen breche ich nicht einfach so vom Zaun, sondern ich bin mir der Konsequenzen bewusst. Das heißt ja nicht, dass man nicht auch spontan sein kann. Auch beim Arbeiten heißt ein erfüllender Beruf ja nicht fehlende Work-Life-Balance. Aber mir macht es keine Angst bis 67 arbeiten zu müssen. Ich kenne auch viele Menschen, die zwar in geringerem Umfang noch mit über 70 arbeiten. Ärzte, die Vorträge halten, Mitglieder im Aufsichtsrat, emeritierte Professoren, Ehrenämter. Ich kann mir beispielsweise nicht vorstellen, dass man freiwillig Pakete ausliefert oder in der Stadtreinigung arbeitet.


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justAmoonwalker

Verrückt, ich würde von mir behaupten, dass ich einen recht großen sozialen Kreis besitze und dieser zudem durch schulischen und akademischen Hintergrund sehr hetrogen ist. Und in meinem Umfeld komme ich auf völlig andere Schlüsse:

Akademiker, angebliches Faible für Planungssicherheit:
-> Akademikerkinder wechseln oft das Studium, gönnen ein Sabbatjahr, wechseln den Job und Wohnort. Arbeiterkinder hingegen, welche auf den Aufstieg fokussiert sind, weisen gern ein geradlinigen Lebenslauf auf. Oft macht die Familie Druck, ein ewiges hin & her ist gar nicht drin. Am Wochenende muss noch neben des Studiums gearbeitet werden. Die Upper-Class mach derweil Party und plant vllt. 8h vorher bei wem man vortrinkt.

Akademikerkinder, höhere Ambitionen was Karriere angeht (1) und Verzicht auf Work-/Life Balance (2)
-> (1) Dieser Punkt widerspricht quasi jedem Beispiel aus meinem sozialen Umfeld. Oftmals haben die Kinder aus der Oberschicht ein Erbe im Rücken oder können irgendwann bei dem Betrieb der Eltern einsteigen. (Sorgenfreiheit) Viele Eltern (Ärzte, CEO, etc.) haben zudem wenig Zeit. Anders in der (unteren) Mittelschicht. Hier wird auf die Kinder ein hoher Druck aufgebaut - wenn studiert wird, dann soll bitte auch was dabei rumkommen. (2) Im Berufsleben wollen Arbeiterkinder vorallem aufsteigen und machen Abstriche bei der Work-/Life Balance.

etc..

Genrell finde ich die Datenbasis von 35 Paaren eher gering für eine Doktorarbeit, ein Bias kann nicht ausgeschlossen werden.


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KaroR

Ich denke da unterscheiden sich die USA deutlich von Deutschland. Während die Zeit nach dem Abitur und das Studium in Deutschland auch als Findungsphase gesehen wird, geht in den USA die Karriere an einer teuren Uni „sofort“ los.


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[...] Die Deutsche Bank hat 2022 den höchsten Gewinn seit 15 Jahren erwirtschaftet. Vor Steuern erhöhte er sich im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent auf rund 5,6 Milliarden Euro. Nach Steuern belief sich das Ergebnis auf rund fünf Milliarden Euro – ein Plus um 159 Prozent.

Die Bank profitierte auch von einem positiven Steuereffekt in Milliardenhöhe. Analysten hatten im Schnitt einen Nettogewinn von 4,17 Milliarden Euro prognostiziert. 2021 hatte der Überschuss rund 1,9 Milliarden Euro betragen.

Zurückzuführen ist die positive Bilanz vor allem auf das Handelsgeschäft mit Anleihen und Währungen. Hier erhöhten sich die Erträge um gut ein Viertel (plus 26 Prozent). Dazu profitierte die Bank von höheren Zinsen.

Im vergangenen Jahr lief es für die Deutsche Bank den Angaben nach vor allem im Geschäft mit Privatkunden und Unternehmen gut. Die Unternehmensbank konnte ihren Vorsteuergewinn auf 2,1 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Die Privatkundenbank verdiente mit zwei Milliarden Euro mehr als fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Damit warfen die beiden Segmente zusammen mehr ab als die Investmentbank, von deren Erfolg die Deutsche Bank lange Zeit abhängig gewesen war.

Im Investmentbanking des Emissions- und Beratungsgeschäfts gingen die Gewinne dagegen um 62 Prozent auf eine Milliarde Euro zurück. Auch die Vermögensverwaltung warf weniger ab: Der Vorsteuergewinn der hauseigenen Fondsgesellschaft DWS brach um 27 Prozent auf 598 Millionen Euro ein. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle stieg 2022 auf 1,2 Milliarden Euro von 515 Millionen Euro.

Das selbst gesteckte Ziel, eine Eigenkapitalrendite von acht Prozent zu erzielen, übertraf die Bank mit 9,4 Prozent deutlich. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 30 Cent je Aktie bekommen.

"Die Transformation der Deutschen Bank in den vergangenen dreieinhalb Jahren war ein Erfolg", bilanzierte Vorstandschef Christian Sewing, der 2019 eine grundlegende Neuaufstellung des Konzerns eingeleitet hatte. Der Bereich des Investmentbankings war in den vergangenen Jahren verkleinert worden, die Integration der Postbank ins Privatkundengeschäft wurde vorangetrieben. "Indem wir uns auf unsere Stärken konzentriert haben, sind wir deutlich profitabler, diversifizierter und effizienter geworden", befand Sewing.


Aus: "Deutsche Bank erzielt höchsten Gewinn seit 15 Jahren" (2. Februar 2023)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2023-02/finanzindustrie-deutsche-bank-gewinn-15-jahre

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Einfach Mensch #5

"...Deutsche Bank erzielt höchsten Gewinn seit 15 Jahren..."

Es gibt halt immer Krisenprofiteure. Aber wenn's doch mal schiefgeht, darf der Steuerzahler einspringen. Eigentlich schön, immer auf der Gewinnerseite zu sein.


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Herr Käßmann #5.1

"Aber wenn's doch mal schiefgeht, darf der Steuerzahler einspringen."

Was verstehst du an der "neue soziale Marktwirtschaft" nicht? ;)


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unendliche weiten #11

"Die Bank profitierte auch von einem positiven Steuereffekt in Milliardenhöhe." - der Satz reicht mir schon. Ist es eigentlich so schwer, Banken nicht noch mehr Geld als unbedingt nötig in den Allerwertesten zu blasen? D hat Investitionsstau in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen, aber für Banken gibt es positive Steuereffekte in Milliardenhöhe?


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Zantano #9

... Wie zynisch das einfach ist. Millionen Menschen wurden einfach die Zinsen für ihr Kredite erhöht weil es ja nötig ist bei den schlimmen Kapitalmärkten. Und dann erwirtschaftet man Rekordgewinne.


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Losombee #10

In den letzten Jahren hat die Bank ja ziemlich Federn gelassen.


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Dec Kimbal #12

Leider kein Wunder.

War ja auch schon bei der weltfinanzkrise 2008 leider so, und bei der corona-krise, dass die obersten 10% und damit die Finanzindustrie und das Bankensystem massive Profiteure waren, während vor allem das untere Drittel der Gesellschaft draufgezahlt hat.


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 on: Yesterday at 12:50:03 PM 
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[...] Der größte Streik seit Jahrzehnten droht in Großbritannien zahlreiche Branchen lahmzulegen: Eine halbe Million Beschäftigte wollen Schätzungen zufolge am heutigen Mittwoch ihre Arbeit niederlegen. Sieben Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufgerufen und den sogenannten nationalen Protesttag koordiniert.

Weil die Streikenden aus zahlreichen Branchen kommen, droht in weiten Teilen des Vereinigten Königreichs ein Stillstand. Die britische Regierung warnte vor "erheblichen Störungen", wenn Lehrer, Lokführerinnen, Regierungsmitarbeiter, Dozentinnen, Busfahrer und Sicherheitskräfte gleichzeitig streiken.

Die Unzufriedenheit der Beschäftigten ist in allen Branchen groß. Angesichts der Inflation von derzeit rund zehn Prozent fordern sie eine Angleichung der Löhne an den Preisanstieg. Bisherige Angebote im öffentlichen Dienst schlugen die Gewerkschaften aus, etwa eine von der Regierung angebotene Lohnerhöhung von fünf Prozent für Lehrkräfte.

"Es geht nicht um eine Gehaltserhöhung, sondern um die Korrektur historischer Reallohnkürzungen", teilte die Lehrergewerkschaft NEU mit. Ihre Angehörigen machen einen großen Teil der Streikenden aus: 120.000 Lehrerinnen und Lehrer wollen die Arbeit niederlegen, 23.000 Schulen bleiben geschlossen. Ihnen schließen sich Zehntausende Beschäftigte von 150 Hochschulen, Lokführer von 14 Bauunternehmen und etwa 100.000 Mitarbeiter von 124 verschiedenen Regierungsbehörden an.

Auf die Forderungen der Arbeitnehmer will die Regierung bislang nicht eingehen. Inflationsgerechte Lohnerhöhungen lehnt Premierminister Rishi Sunak ab: Dies würde den "Teufelskreis" immer weiter steigender Verbraucherpreise nur antreiben.

Die Beschäftigten fordern nicht nur bessere Löhne und Arbeitsbedingungen: Ihnen geht es auch um das Streikrecht an sich. Sunak will es per Gesetz einschränken, um den seit dem Sommer anhaltenden Streiks ein Ende zu setzen.

Das Gesetz sieht strikte Beschränkungen für Polizisten, Feuerwehrleute und Beschäftigte des Gesundheitsdiensts NHS sowie Bahnpersonal vor. Sunak begründete die Pläne damit, die Grundversorgung gewährleisten zu wollen, Gewerkschaften kritisierten die Pläne als übergriffig.

So sagte etwa der Generalsekretär des größten britischen Gewerkschaftsbundes TUC, Paul Nowak, das Vorhaben der Regierung sei "undemokratisch, nicht durchführbar und mit ziemlicher Sicherheit illegal". Auch die Opposition warnte, das Gesetz setze Arbeitnehmer der Gefahr aus, ihre Jobs zu verlieren.

Die Vizechefin der Labour-Partei, Angela Rayner, sprach im Zusammenhang mit dem Gesetz von einem "Feuer-die-Pflegekräfte-Entwurf". Ihre Partei profitiert von der Proteststimmung: Je mehr Menschen von den hohen Preisen betroffen sind, desto schwieriger ist es für die regierenden Konservativen, die traditionell eng mit Gewerkschaften verwobene Labour-Partei als Treiber für die Unruhen darzustellen. In Umfragen liegen die oppositionellen Sozialdemokraten knapp unter der absoluten Mehrheit und damit fast 20 Prozentpunkte vor Sunaks Tories.


Aus: "Inflation und Löhne: Großbritannien erwartet größten Streik seit Jahrzehnten" (1. Februar 2023)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2023-02/grossbritannien-streik-inflation-loehne-protest

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Heinrich Reisen #3

Das ist die Zuspitzung einer dramatischen Situation in der UK. Es wurde viel versprochen Post- Brexit, das Gegenteil ist eingetreten. ... Die Tory Regierung stellt sich taub und stumm als wäre sie nicht verantwortlich für die aktuelle Situation und dir zu keinen Verhandlungen bereit. Ich wünsche den Verzweifelten alles Gute und viel Erfolg!


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Ralf Gabriel #3.8

"Wohlstandsverluste ja" - bei der Mittel- und Unterschicht.
"aber keine Katastrophe" - für die Oberschicht.


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DingoEurope #3.11

"Es wurde viel versprochen Post- Brexit, das Gegenteil ist eingetreten."

Wer hat das auch ahnen können ...


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Egalitärundhochgebildet #4

In Germany we call it 'Lohn-Preis-Spirale'


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Metalhard #8

Das vereinigte Königreich hat ja geschichtlich viel Erfahrungen mit streikenden. Ich hoffe das sie diesmal Erfolg haben. ...


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FensterBruder #10

Großbritannien muss aufpassen, dass es nicht in eine Lohn-Preis-Spirale gerät und die Inflation vollkommen außer Kontrolle läuft und der Standort Großbritannien und die Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Deswegen muss ganz klar gesagt werden: nein, es wird keine höheren Löhne geben.



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Heinrich Reisen #16.1

... die geforderten Lohnerhöhung würden nicht einmal die bereits laufenden Inflationskosten egalisieren. Wie sprechen also gerade von einer Verarmung der öffentlichen Angestellten und sind weit weg von Anna Lohn Preisspirale.


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Direkte Demokratie 1 #21

Take back Control!

Hoch, doch nicht alles so toll, wie man es erwartet hat…
Aber wenigstens gehen die Britten für ihr Recht auf Faire Löhne auf die Straße! Ich wünsche gutes Gelingen.


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 6 
 on: January 31, 2023, 02:12:08 PM 
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"Spionageaffäre: Wie die Bundeswehr mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Künstler und Kritiker im Inland überwacht" Philip Kaleta, Tobias Fuchs (12 Jan 2023)
Die Abteilung Operative Kommunikation der Bundeswehr hat im Rahmen des Projekts „Propaganda Awareness“ systematisch Informationen über Kritiker zusammengetragen. Das belegen dutzende eingestufte Dokumente, die Business Insider vorliegen. Auch im Visier: die Kunstaktivisten des „Zentrums für Politische Schönheit“. ... Demnach sucht die Bundeswehr mithilfe von künstlicher Intelligenz Websites und soziale Netzwerke in Deutschland nach Kritik an der Truppe ab. Im Rahmen des Projektes zur Erkennung und Auswertung feindlicher Propaganda wurde unter anderem das „Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) überwacht. Die deutsche Künstlergruppierung fiel in der Vergangenheit mit bundeswehrkritischen Aktionen auf, machte dabei auch auf rechtsextreme Soldaten aufmerksam, die Zugang zu Waffen haben. Die Aktionskünstler stellten 2020 vor dem Bundeskanzleramt einen Sammelcontainer für entwendete Gewehre und Pistolen auf, verschickten Briefe an tausende Dienststellen der Truppe mit der Aufforderung, nach den verschwundenen Waffen zu suchen. Die Briefe erweckten den Eindruck, als seien sie offizielle Bundeswehranschreiben. Die Propagandajäger der Bundeswehr erkannten darin einen Angriff auf das Militär, sprachen von einer „Guerilla-Marketingaktion mit Elementen einer Informationsoperation“. ...
https://www.businessinsider.de/politik/spionageaffaere-wie-die-bundeswehr-mit-hilfe-von-kuenstlicher-intelligenz-kuenstler-und-kritiker-im-inland-ueberwacht-p1/
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Die Bundeswehr hat systematisch das ZPS beobachtet und ausgespäht! Wir fordern sofortige Aufklärung von Lambrecht und Veröffentlichung sämtlicher relevanter Dokumente:
Die Künstlervereinigung wurde behandelt wie ein Feind, eine potenzielle Bedrohung für die Sicherheit
11:04 vorm. · 12. Jan. 2023
https://twitter.com/politicalbeauty/status/1613477088652042240

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 on: January 29, 2023, 12:07:44 PM 
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[...] 809.000 Deutsche müssen nicht arbeiten – diese Headline der Onlineplattform Statista in meinem Tweet zu Jahresbeginn hat eine Welle an Empörung ausgelöst. Vor allem auch, weil sich diese Zahl in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt hat. Die Zahl bedeutet, dass 809.000 Menschen für ihren Lebensunterhalt nicht arbeiten müssen, sondern von den Renditen und Einkünften ihrer Vermögen leben – sie sind also Rentiers.  ...

Ist es ein Problem, wenn immer mehr Menschen für ihren Lebensunterhalt nicht mehr auf produktive Arbeit angewiesen sind? Für die einen ist die Antwort ein klares Ja, viele sehen darin eine schreiende Ungerechtigkeit. Für die anderen ist die Antwort ein klares Nein und die Zahl eher ein Zeichen des Erfolgs.

...


Aus: "Auf dem Weg in die Gesellschaft der Privatiers" Aus einer Kolumne von Marcel Fratzscher (27. Januar 2023)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-01/privatiers-vermoegen-ungleichheit-wohlstand-demokratie/komplettansicht

809.000 Menschen in Deutschland bestreiten laut Statistischem Bundesamt (destatis) ihren Lebensunterhalt überwiegend durch eigenes Vermögen (inklusive Vermietung, Zinsen, Altenteil) - das entspricht etwa einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit ist die Zahl der sogenannten Privatiers gegenüber dem Jahr 2020 um fast 100.000 gestiegen. (05.01.2023)
https://de.statista.com/infografik/19202/anzahl-der-privatiers-in-deutschland/

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sommertunnel #1

Wir leben in einer unglaublichen Neidgesellschaft. Freuen wir uns, dass andere Glück haben. Niemand von uns würde nein sagen, hätten wir die Chance in eine ähnliche Situation zu kommen.


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namevergeben2 #1.1

Ein typischer Kommentar, der sich nicht mit dem Artikel befasst hat. Darf ich wissen, warum Sie hier kommentieren, wenn Sie doch die Artikel gar nicht lesen?


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elfotografo #1.13

"Wir leben in einer unglaublichen Neidgesellschaft..."

Wir lesen ein unglaublich hohles Phrasengedresche ohne den Hauch eines Arguments.


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Rosenhorst #1.23

Ich finde, es hat mit Neid wenig zu tun, wenn z.B. eine Krankenschwester 40 Jahre einen Knochenjob macht und dabei wahrscheinlich trotzdem arm bleibt, während andere viel erben, nichts leisten, aber die Leistung anderer natürlich täglich in Anspruch nehmen. Das ist einfach keine faire Arbeitsteilung in der Gesellschaft. ...


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namevergeben2 #1.10

Aus der Statistik: Jährlich werden in Deutschland 400 Milliarden Euro Vermögenswerte vererbt.
Würde man das nehmen und gleichmäßig unter den Neugeborenen verteilen, bekäme jedes 500.000 Euro als Start ins Leben.


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Kontrollstellenprüfstelle #1.51

Beim ALDI und beim LIDL gibt's ja da immer tolle Angebote!



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einfacher Benutzername #6

Tja, wer arbeitet hat keine Zeit Geld zu verdienen.


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abc123abc #9

Da spricht doch nur der Neid. Und Sozialhilfeempfänger, die den Staat Riesensummen kosten, mit Menschen zu vergleichen, die alleine duch ihre Ausgaben und die Steuern den Staat finanzieren, auch wenn sie nicht arbeiten müssen, ist einfach nur dumm.


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Miami-HH #17

... Ist es nicht Sinn[voll] irgendwann nicht mehr Arbeiten zu müssen? ...


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palmero #54

Es ist einfach nicht erklärbar, dass Menschen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, bis zu 42% Einkommensteuer zahlen müssen, während Rentiers, die von den Erträgen ihres Vermögens leben, mit 25% davonkommen und nicht einmal Vermögenssteuer zahlen müssen. Das hat mit Neid nichts zu tun, es ist einfach unlogisch.


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Hendess #18

800.000? Nur? Da hätte ich weit mehr geschätzt ...


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tungl #20

Bin echt baff wieviele Kommentare hier einfach nur Neid unterstellen. Der Artikel zählt doch auf, weshalb dieser Zustand ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem darstellt. Es geht nicht um den einzelnen Rentier, dem man was nicht gönnt, sondern um die zunehmende Ungleichverteilung.


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MM66 #20.1

Schätze die „dahinter steckt nur Neid „ Kommentierer haben den Text nicht vollständig gelesen oder schlimmer gar nicht verstanden?!


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flavius #35

Einige Menschen in Deutschland leben aus ihren Vermoegen... und die Gessellschaft, die Gemeinschaft, die Kolektivitaet, der Staat, die haben nichts davon. Klingt fast wie die Nazitheorien der 30 ger... naechster Schritt waere uns gegen solche Menschen zu hetzen, dann uns zu sagen, dass sie eigentlich keine echten Deutschen sind...schrecklich.


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Saccman #35.1

Ich frage mich, was Privatiers eigentlich von HartzIV-Menschen halten...


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akkumulator #35.3

"Ich frage mich, was Privatiers eigentlich von HartzIV-Menschen halten..."

Keine Ahnung. Aber wo der Begriff HartzIV-Menschen fällt, da frage ich mich: Was würde wohl passieren, wenn Herr Fratzscher schreiben würde:
"auch HartzIV-Menschen sollten arbeiten" oder "HartzIV-Menschen reduzieren den gesellschaftlichen Wohlstand". Das Echo darauf würde ich gern mal erleben...


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Guido Stütz #40

Kann es nicht sein, dass manche, wie ich und meine Frau, in ihrem früheren Leben etwas "schneller" gearbeitet haben und daher früher aufhören können.
Ach fragt man sich, wofür gerade die Geringerverdiener manchmal ihr Geld ausgeben.


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nbele #40.1

Essen und Miete.


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 on: January 29, 2023, 11:20:05 AM 
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„Beat it like Medea – Pasolinis Darstellung der Wirklichkeit anhand der Befreiung des Individuums“
Lukas Wolf - Wien, Februar 2010 (DIPLOMARBEIT)
https://phaidra.univie.ac.at/download/o:1264705

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Gaetano Biccari (Hrsg.): Pier Paolo Pasolini in persona. Gespräche und Selbstzeugnisse
Berlin: Wagenbach 2022
Florian Baranyi, Monika Lustig (Hrsg.): Pier Paolo Pasolini. Eine Jugend im Faschismus
Bad Herrenalb: Edition Converso 2022
Pier Paolo Pasolini – Poet, Romanschriftsteller, Publizist, Regisseur, Schauspieler und Maler – gilt als einer der schillerndsten Intellektuellen Italiens im 20. Jahrhundert. Er war homosexuell, Atheist und doch zutiefst geprägt von der christlichen Tradition, ein aus dem Partito Comunista Italiano ausgeschlossener Kommunist und polemischer Kritiker der Konsumgesellschaft, deren Medien er gleichwohl bediente. Am 5. März dieses Jahres wäre der widersprüchliche und unorthodoxe Intellektuelle 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sind jüngst eine Vielzahl von Publikationen zu Pasolinis Leben und Werk erschienen – auch in deutscher Sprache.1 Zwei davon sollen hier besprochen werden: Zum einen das von Monika Lustig und Florian Baranyi bei Edition Converso veröffentlichte Buch Pier Paolo Pasolini. Eine Jugend im Faschismus; zum anderen die von Gaetano Biccari zusammengestellte und bei Wagenbach verlegte Anthologie Pier Paolo Pasolini in persona. Gespräche und Selbstzeugnisse. ...
https://horizonte-zeitschrift.de/de/article/gaetano-biccari-hrsg-pier-paolo-pasolini-in-persona-gesprache-und-selbstzeugnisseberlin-wagenbach-2022florian-baranyi-monika-lustig-hrsg-pier-paolo-pasolini-eine-jugend-im-faschismusbad-he/

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 on: January 25, 2023, 02:19:15 PM 
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Jendrik Hillebrecht "Ästhetik und Gestaltung in Ingmar Bergmans Persona (1966)" (BACHELORARBEIT, 2015)
Bergman ist als Regisseur dem Autorenfilm zuzuordnen. Seine Filme tragen eine persönliche Handschrift und er verarbeitet in ihnen verschiedene autobiographische Themen. Er arbeitete stets mit einem festen Schauspielerensemble. Es ist wichtig anzumerken, dass Ingmar Bergman zeit seines Lebens neben dem Filmemachen auch Theaterregisseur war und dass diese Tätigkeit große Auswirkungen auf sein filmisches Werk hatte. Bestimmte Themen, Motive und Stilmittel sind in seinen Filmen wiederkehrend und erkennbar. Um seine Arbeit als Autorenfilmer besser verstehen zu können,
wird im Rahmen dieser Arbeit auf seine Biographie eingegangen. Zudem werden einige Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte des hier näher behandelten Films aufgeführt. Im Hauptteil dieser Arbeit wird die Ästhetik und Gestaltung in Bergmans Film Persona strukturfunktional untersucht. ...
https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/7286/file/01_Jendrik_Hillebrecht_Bachelorarbeit.pdf

Leseprobe ...
Ingmar Bergman - LATERNA MAGICA: Mein Leben
Aus dem Schwedischen von Hans-Joachim Maass (Dritte Auflage 2018)
https://www.alexander-verlag.com/images/verlag/medien/9783895814716_lp.pdf

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 on: January 25, 2023, 02:09:25 PM 
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"Ingmar Bergman: An enduring legacy" (Lund University Press 2021, 309 Pages, Creativecommons)
This book on Swedish filmmaker Ingmar Bergman contains eighteen new scholarly chapters on the director’s work, mainly in the cinema. Most of the contributors—some Swedish, others American or British—have written extensively on Bergman before, some for decades. Bergman is one of the most written-about artists in film history and his fame still lingers all over the world, as was seen in the celebrations of his centenary in 2018. The book was specifically conceived at that time with the aim of presenting fresh angles on his work, although several chapters also focus on traditional aspects of Bergman’s art, such as philosophy and psychology. Ingmar Bergman: An Enduring Legacy thus addresses a number of essential topics which have not featured in Bergman studies before, such as the director’s relations with Hollywood and transnational film production. It also deals at length with Bergman’s highly sophisticated use of film music and with his prominence as a writer of autobiographical literature, as well as with the intermedial relations to his films that this perspective inevitably entails. Finally, the book addresses Bergman’s complex relations to Swedish politics. Many different approaches and methods are employed in the book in order to show that Bergman remains a relevant and important artist. The analyses generally focus on some of his most memorable films, like Smiles of a Summer Night, The Seventh Seal, Wild Strawberries, Persona, and Fanny and Alexander; but some rarer material, including Hour of the Wolf, The Lie, and Autumn Sonata, is discussed as well.
https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/50921


BERENBERG: Ingmar Bergman - Ich schreibe Filme
Arbeitstagebücher: 1955–2001
In einer Auswahl übersetzt,
kommentiert und mit einem Nachwort
von Renate Bleibtreu
https://www.berenberg-verlag.de/files/berenberg_book_726d9687bb62.pdf


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