COMMUNICATIONS LASER #17
March 23, 2017, 01:26:25 PM *
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 on: Yesterday at 10:20:53 AM 
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[...] [Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und Zürich in den 1970er Jahren, hier und nicht nur hier tobte der Häuserkampf. Bassist Kai Sichtermann, Gründungsmitglied von Ton Steine Scherben, war damals mittendrin. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Publizistin Barbara Sichtermann, besuchte er nun die Protagonisten von einst. Sie erzählen davon, wie alles anfing und welcher Geist sie trug – nicht zuletzt weil sich die Frage, wem die Stadt gehört, heute noch stellt. Das ist unser Haus heißt ihr Buch. (Das ist unser Haus Barbara Sichtermann, Kai Sichtermann Aufbau 2017, 300 S.)]

... Florian Schmid: In einigen Texten wird auf den Zusammenhang der 68er, der Studentenbewegung und der Hausbesetzer verwiesen. Waren das die Erben dieser Bewegung?

Barbara Sichtermann: Ja, 1970 ging das ja los mit den Hausbesetzungen. Die Ehre des ersten besetzten Hauses fällt auf die Eppsteinerstraße 47 in Frankfurt am Main. Das war die ersehnte Praxis, die mal hinausgehen sollte über die Proklamationen, Demonstrationen, viel Geschrei und heiße Luft. Man wollte ja wirklich etwas ändern. Okay, es gab auch die Kinderladenbewegung und an den Universitäten ging es um Mitsprache von unten. Zu diesen Impulsen, die Gesellschaft tatsächlich mit mehr Partizipation im antiautoritären Sinn umzugestalten, da gehört die Hausbesetzerbewegung natürlich dazu. ... Es war genauso in der Studentenberwegung, dass es Kulturrevolutionäre gab, die anders leben wollten, anders studieren, anders arbeiten. Und es gab die von unseren Gesprächspartnern oft „Ideologen“ genannten Besetzer, denen es darum ging, das mobilisierte Potenzial der Unzufriedenen zu bündeln und es irgendwie politisch zu einer Kraft zu machen, die dann eine Partei sein wollte. Die Grünen sind daraus hervorgegangen. Und dann gab es noch die Sex-Drugs-Rock-’n’-Roll-Fraktion, die vor allem anders leben wollte. Es gab Theoretiker, die Gegenmodelle entwerfen und schon mal mit dem anderen Leben anfangen wollten. Es waren unterschiedliche Nah- und Fernziele, die sich hart im Raum gestoßen haben. Im glücklichsten Fall war alles da, und man kam miteinander aus.

...

Florian Schmid: Die Militanz, mit der zwischen 1970 und 1990 um Häuser gekämpft wurde, ist heute nur noch schwer vorstellbar. Vielleicht war sie aber Teil des Erfolgs der Bewegung. Wie stehen Sie zur jahrzehntelang debattierten Militanzfrage?

Barbara Sichtermann: Die Ausgangslage war, dass die unverhältnismäßige Gewalt der Polizei, die mit der Erschießung von Benno Ohnesorg begonnen hatte, irgendwie beantwortet werden musste. Damals hatte man bei der Polizei noch nicht gelernt, mit Aufrührern mal ein paar Worte zu wechseln oder Kompromisse zu suchen. Die Linie war allermeistens: draufschlagen, einsperren, fertigmachen. Die jungen Menschen seinerzeit fühlten sich im Recht. Es gab immer noch viele alte Nazis. Es gab keine Selbstbestimmung, alles war verregelt, alles wurde von oben kontrolliert. Die Jugendlichen wollten sich das einfach nicht mehr bieten lassen. Ob das ein Erfolgsrezept war, ist schwierig zu beantworten. In Frankfurt war es umgekehrt. Da hat die enorme Militanz den Rückhalt der Hausbesetzer in der Bevölkerung beendet. Manchmal hat es auch was gebracht. Man muss das immer im Kontext sehen.

...


Aus: "„Hart im Raum“" Florian Schmid (Ausgabe 0917, 15.03.2017)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/hart-im-raum


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 on: March 21, 2017, 12:18:13 PM 
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[...] Gut sechs Jahre nach der Atomkatastrophe in Japan tut sich am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, das nach Erdbeben mit anschließendem Tsunami eine mehrfache Kernschmelze durchmachen musste, weniger als von vielen Experten erhofft, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Fukushima: Wenig Hoffnung auf schnelle Lösung").

Es sieht demnach alles danach aus, dass die Aufgabenstellung deutlich härter wird, als anfänglich angenommen. So erreichte in diesem Jahr die radioaktive Strahlung in einem der Sicherheitsbehälter der Kraftwerksreaktoren den höchsten Wert seit 2011. Praktisch gesehen heißt das: Unter diesen Bedingungen wäre ein Mensch in weniger als einer Minute tot.

Es gab die Hoffnung, dass eine Reihe speziell für solche Vorfälle entwickelter Roboter helfen könnten, die Problemstellungen zu erfassen und – zumindest teilweise – zu beheben. Doch mittlerweile sind bereits mindestens zwei der teuren Geräte verloren gegangen – die radioaktiven Bedingungen in den Reaktoren, die sie untersuchen sollten, waren zu harsch. Inzwischen wird geschätzt, dass die Aufräumarbeiten bis zu 189 Milliarden Dollar kosten könnten – eine Zahl, die sich in den letzten drei Jahren verdoppelt hat. Bis zu 40 Jahre lang könnten sie dauern, vielleicht sogar länger.

Zwar dürfen Ende März Menschen, die ihre Häuser vor sechs Jahren verlassen mussten, schrittweise in bestimmte Regionen um das Kraftwerk herum zurückziehen – die japanische Regierung hat einige Orte dekontaminiert und freigegeben. Doch die Betroffenen fürchten die Strahlung weiterhin und ziehen wohl zum Teil auch nur deshalb zurück, weil sie sonst staatliche Mittel verlieren würden, um ihre Existenzen wieder aufzubauen.


Aus: "Fukushima: Aufräumarbeiten nach japanischer Atomkatastrophe stocken" Ben Schwan (Technology Review, 21.03.2017)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fukushima-Aufraeumarbeiten-nach-japanischer-Atomkatastrophe-stocken-3654348.html

 3 
 on: March 21, 2017, 12:13:13 PM 
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[...] Der US-Suchmaschinenanbieter Google ist von einem Richter im US-Bundesstaat Minnesota dazu verpflichtet worden, alle Personen zu identifizieren, die Ende 2016 nach dem Namen einer ganz bestimmten Person gesucht haben. Das berichtet Ars Technica unter Berufung auf den Journalisten Tony Webster, der das Gerichtsdokument entdeckt hat. Demnach geht es dem Gericht darum, einen Betrug aufzuklären, in dessen Rahmen 28.500 US-Dollar vom Konto eines Mannes aus der Kleinstadt Edina abgehoben wurden. Dazu hatte der Betrüger einen gefälschten Pass benutzt.

Teil dieses Passes war demnach ein Foto des Betrugsopfers, das dem Gericht zufolge nur eine Bildersuche auf Google zutage fördert, nicht Yahoo oder Bing. Deswegen sei anzunehmen, dass der Betrüger auf diesem Weg an das Bild gelangt sei. Um ihn zu finden, müsse Google deshalb jede vorhandene beziehungsweise alle Informationen zu Personen herausgeben, die zwischen dem 1. Dezember 2016 und dem 7. Januar 2017 nach diesem Namen gesucht haben – darunter "Name(n), Adresse(n), Telefonnummer(n), Geburtstag(e), Sozialversicherungsnummer(n), E-Mail-Adresse(n) [...] IP- sowie MAC-Adresse(n)".

Dass es nur um jene in und um Edina gehe, sei eine Standardklausel, die nicht bedeute, dass Google nur jene identifizieren soll, die dort leben, erklärte Webster gegenüber Ars Technica. Potenziell betroffen wäre demnach also jeder Google-Nutzer, egal wo er sich während einer Suche aufgehalten hat. Google hat sich zu dem konkreten Fall nicht geäußert, aber versichert, dass derart breit gefasste Datenforderungen bekämpft würden, wo möglich. Wie genau der aktuelle Stand in dem Fall ist, bleibt also derzeit noch unklar. (mho)

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     Green12, 21.03.2017 12:02

Google sagt nicht, dass sie es nicht können ...



Aus: "US-Richter: Google soll alle Suchenden eines Namens identifizieren" Martin Holland (21.03.2017)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Richter-Google-soll-alle-Suchenden-eines-Namens-identifizieren-3660539.html


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 on: March 21, 2017, 10:23:47 AM 
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[...] Immer mehr Menschen nehmen wegen psychischer Erkrankungen Reha-Leistungen in Anspruch, um wieder fit für den beruflichen Alltag zu werden. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Rentenversicherung 156.500 stationäre Rehabilitationsleistungen wegen psychischer Erkrankungen bewilligt – mehr als jemals zuvor.

Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Jahr 2015 waren 155.000 Patienten Aufenthalte in Reha-Kliniken zugestanden worden. Vor zehn Jahren lag die Zahl noch um rund 70 Prozent niedriger, da waren es 92.750 Rehabilitationen.

Die häufigsten Diagnosen, die eine Reha notwendig erscheinen lassen, sind depressive Störungen und Angsterkrankungen. Im Jahr 2016 waren 55 Prozent der Reha-Patienten Frauen. Die Erfolgsaussichten dieser Behandlungen bewertet die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, als sehr hoch.

Die Rehabilitation ermögliche vielen Versicherten mit psychischen Störungen, trotz einer gesundheitlichen Beeinträchtigung im Erwerbsleben zu bleiben, sagte sie der F.A.Z. in Berlin. „Unsere Erhebungen haben gezeigt, dass bei rund 85 Prozent der Versicherten eine Rehabilitation wegen einer psychischen Erkrankung zu einer Eingliederung in das Berufsleben geführt hat.“ Eine Erwerbsminderungs- oder Altersrente bezogen zwei Jahre nach der Rehabilitation rund 15 Prozent.


Aus: "Immer mehr Rehas wegen psychischer Erkrankungen" (20.03.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/f-a-z-exklusiv-immer-mehr-rehas-wegen-psychischer-erkrankungen-14934710.html

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 on: March 20, 2017, 12:40:24 PM 
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[...] Hamburg taz Lug und Betrug – Rechtsanwalt Reiner Fuell­mich ist nicht zimperlich mit seinen Anschuldigungen gegen die Deutsche Bank. Er hat sie in mehreren Gerichtsverfahren erhoben. In einem Aufsatz, den er zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Michael Bohndorf verfasst hat und der in der Fachzeitschrift für Wirtschafts- und Verbraucherrecht VuR erscheinen soll, macht er der Großbank neue Vorwürfe.
Sie soll den tatsächlichen Zeitpunkt des Vertragsschlusses in Abertausenden Fällen manipuliert haben. In mindestens 4.000 Fällen, so Fuellmich, wären die Darlehensverträge daher nichtig. Die Bank müsste eigentlich Rückzahlungen an die Darlehensnehmer von rund 100.000 Euro pro Person leisten. ... Für Fachanwalt Fuellmich, seit Langem auf der Spur der Deutschen Bank, kein Grund zur Aufgabe. Für ihn erklären sich die Erfolge der Banken vor Gericht aus falschen Angaben, die sie gemacht hätten. Er wirft nun der Deutschen Bank „massenhaften – aktuell in Hunderten von Rechtsstreiten begangenen – Prozessbetrug“ vor. Die Deutsche Bank habe „systematisch die Gerichte über die Art und Weise und den Zeitpunkt des Vertragsschlusses belogen“. Diese Praxis setze sie fort.
Deutschlands größte Bank reagiert gewohnt wortkarg. Ein Sprecher weist die Vorwürfe als „unbegründet“ zurück. Die von Fuellmich genannte Zahl von 4.000 Fällen „entbehrt jeglicher Grundlage“. Ins Feld führt Fuellmich mehrere Verfahren vor Oberlandesgerichten. Jetzt könne es wie in den USA, wo die Deutsche Bank etwa 4 Milliarden Euro an Opfer von „Schrottimmobilien“ zahlen müsse, auch in Deutschland „zum Eklat“ kommen. Das OLG Oldenburg habe eine Beweisaufnahme wegen Falschaussage angeordnet, in anderen Gerichten liefen sie bereits. Mit Ergebnissen, heißt es am Oldenburger Gericht, sei sicherlich nicht vor der Sommerpause zu rechnen.


Aus: "Neue Vorwürfe gegen Deutsche Bank" Hermannus Pfeiffer (15.3.2017)
Quelle: https://www.taz.de/Streit-um-Schrottimmobilien/!5392938/

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[...] Die Deutsche Bank will mit frischem Geld Lücken stopfen, die durch die unzähligen Rechtsstreitigkeiten entstanden sind. Sie beschloss eine massive Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro. ... Allein im vergangenen Jahr hatte die Bank wegen ihrer Verstrickungen einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro verbucht, im Jahr zuvor waren es 6,7 Milliarden. ...  Die Bank beschäftigt ganze Abteilungen, die sich mit den Tausenden von Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Die kostet Unsummen und führte das Institut soweit in die Krise, dass Anfang vergangenen Jahres sogar über seine Solvenz spekuliert wurde. Auch gab es Sondierungsgespräche über eine Notfusion mit der Commerzbank, die aber ins Nichts führten.

An den Finanzmärkten wird der neueste Coup der Deutschen Bank positiv bewertet. Dort hofft man, dass mit dem Befreiungsschlag endlich reiner Tisch gemacht wird und somit die Plattform für einen Neunanfang entsteht.

Die Aktionäre allerdings dürften wenig begeistert sein. Der Aktienkurs, der erst vor wenigen Monaten bis rund zehn Euro abstürzte und sich wieder etwas berappelt hat, wird durch die Kapitalerhöhung nun weiter verwässert.


Aus: "Befreiungsschlag aus der Krise?" (05.03.2017)
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutschebank-215.html

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[...] Der Chef der Deutschen Bank gehört nicht mehr zu den Spitzenverdienern unter den Vorstandsvorsitzenden der börsennotierten deutschen Konzerne. Der gebürtige Brite bekam für das vergangene Jahr „nur“ sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausgezahlt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorging. Wie die übrigen Vorstände der Bank verzichtete er damit auf alle Boni.

Unter den Chefs der Dax-Konzerne verdienten damit bislang nur die Anführer des Versorgers Eon, des Halbleiterherstellers Infineon und der Lufthansa weniger. 26 der 30 in dem Standardwerteindex haben bislang berichtet darüber.

... Cryans Vorgänger an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus, Anshu Jain und Josef Ackermann, hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. Die Zeiten haben sich geändert: Auch wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, beträgt die Gehaltsobergrenze in der Deutschen Bank 9,85 Millionen Euro je Vorstand. Insgesamt kostete der Vorstand die Bank im vergangenen Jahr etwas weniger als 26 Millionen Euro, im Jahr 2015 waren es beinahe 23 Millionen Euro gewesen.

Das neue Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. „Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen“, heißt es im Vergütungsbericht.

Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher. Stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

Indem sie auf ihre Boni verzichtete, reagierten die Deutsche-Bank-Vorstände auf die drastische Kürzung der variablen Vergütungen für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. Die gesamten Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück.

316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756 gewesen. Die beiden Spitzenverdiener lagen laut Vergütungsbericht zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Auch noch nach der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank einigen Investmentbankern teils zweistellige Millionensummen im Jahr gezahlt.

Zum ersten Mal seit Jahren beschäftigt die Deutsche Bank weniger als 100.000 Mitarbeiter, obwohl im Controlling und in Überwachungs-Funktionen neue Stellen geschaffen wurden und ausgelagerte Aufgaben in den Konzern zurückgeholt wurden. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahr 2016 um 1360 auf 99.744. Der größte Teil des Stellenabbaus steht der Deutschen Bank noch bevor. Mit der Wiedereingliederung der Postbank dürfte er nochmals verschärft werden.


Aus: "Deutsche-Bank-Chef verzichtet auf alle Boni" (20.03.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/john-cryan-deutsche-bank-chef-verzichtet-auf-alle-boni-14933642.html

 6 
 on: March 20, 2017, 10:38:09 AM 
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[...] Im Bundesstaat Arizona hat eine Künstlerin ihre Kritik an der neuen Regierung auf ziemlich drastische Weise vorgebracht - oder, besser gesagt: angebracht.

Seit wenigen Tagen ist in der Millionenmetropole Phoenix ein Plakat zu sehen, das Donald Trump neben Symbolen zeigt, die unzweideutig an die Hakenkreuze aus der Zeit des Nationalsozialismus angelehnt sind. Die schwarzen Symbole, die offenbar stilisierte Dollar-Zeichen darstellen sollen, sind auf einem weißen Kreis vor rotem Hintergrund zu sehen - die Ähnlichkeit zur Flagge des Deutschen Reichs während des Zweiten Weltkriegs ist kaum zu übersehen.

Doch Trump wird nicht nur in die Nähe des NS-Regimes gerückt, sondern auch als Gefahr für den Weltfrieden dargestellt: Neben dem ernst dreinschauenden Konterfei des Republikaners sind zwei große Atompilze zu sehen, die grinsende Clownsfratzen bilden. Sie sehe auf diesem Plakat "Macht, Geld und Diktatur", sagte die Künstlerin Karen Fiorito der Nachrichtenagentur Reuters.

"Ich glaube, viele Leute denken so und ich versuche nur auszudrücken, was derzeit in den Köpfen vieler Leute vor sich geht", sagte sie der US-Nachrichtenseite "12News" über das Plakat. Was ihr wirklich zu schaffen mache, sei die Vorstellung einer Diktatur in USA, sagte Fiorito: "Ich versuche in Dinge, die wirklich dunkel und schwer zu ertragen sind, etwas Humor einzubauen."

Die Reaktionen auf das Plakat seien äußerst heftig, sagte die Künstlerin weiter: "Da ist eine Menge Hass. Die Dinge eskalieren derzeit sehr schnell." Sie habe inzwischen auch Morddrohungen erhalten.

Die Macher der Plakate wollen nicht klein beigeben. Dem Bericht zufolge will die Eigentümerin der Werbefläche, Beatrice Moore, das Plakat trotz Morddrohungen hängen bleibe. Und zwar so lange, wie Trump Präsident sei.


Aus: "Plakat zeigt Donald Trump mit Pseudo-Hakenkreuzen" (20.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/donald-trump-auf-plakat-in-usa-mit-pseudo-hakenkreuzen-gezeigt-a-1139517.html

http://www.12news.com/mb/news/politics/owner-of-phoenix-trump-billboard-it-will-stay-up-as-long-as-trump-is-president/423507653

 7 
 on: March 20, 2017, 07:59:53 AM 
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[...] Einer von neun Erdenbürgern - 795 Millionen weltweit - hat heute nicht genug zu essen, meldet das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Die Zahl der Hungernden ist seit 1990 um 216 Millionen gesunken, obwohl mittlerweile viel mehr Menschen auf der Erde leben als damals. 216 Millionen - das sind mehr als die Einwohner von Brasilien und Griechenland zusammen. Obwohl die Zahl der Notleidenden immer noch ungeheuerlich groß ist, scheint die Welt also zumindest auf dem richtigen Weg zu sein.

Die schrecklichste, tödlichste Form des Hungers ist die flächendeckende Hungersnot. Der letzten großen Katastrophe dieser Art fielen in Somalia 2011 geschätzte 258.000 Menschen zum Opfer, annähernd fünf Prozent der dortigen Bevölkerung. Doch im historischen Vergleich des 20. Jahrhunderts wirken selbst solche Zahlen klein. Seit 1920 starben mehr als 70 Millionen Menschen durch Hungersnöte, wobei fast die Hälfte auf Maos "Großen Sprung" in den Abgrund entfällt, ein weiteres Viertel auf Stalins mörderische Politik der Zwangskollektivierung, vor allem in der heutigen Ukraine und Kasachstan.

Während zwischen 1920 und 1970 global im Schnitt rund 400 von 100.000 Menschen per Dekade in Hungersnöten starben, betrug diese Rate in den Nullerjahren noch 3 pro 100.000. Das stellte schon eine Studie im Jahr 2000 fest. Die Zahlen rund um die Jahrtausendwende haben also bereits Mut gemacht. Und seitdem ist der Hunger in Entwicklungsländern um weitere 29 Prozent zurückgegangen, meldet der Welthunger-Index (WHI), der jährlich herausgegeben wird. Zu dieser Formel gehört der Anteil von Unterernährten und von unterentwickelten oder sogar an Hunger gestorbenen Kindern in der Bevölkerung. Für alle betroffenen Regionen in der Welt gilt: Die Zahlen nehmen ab.

... In allen Weltregionen hat sich die Ernährungssicherheit und die Anzahl Kalorien pro Kopf in den letzten sechzig Jahren enorm verbessert. Obwohl es immer mehr Menschen gibt auf der Welt, gibt es gleichzeitig auch immer mehr Nahrung pro Kopf. Die Uno nennt Hunger das "größte lösbare Problem der Welt".


Aus: "Früher war alles schlechter: Immer mehr Menschen werden satt" Christoph Henrichs und Guido Mingels (19.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/immer-mehr-menschen-werden-satt-obwohl-die-weltbevoelkerung-zunimmt-a-1132731.html

 8 
 on: March 18, 2017, 10:27:58 AM 
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[...] Siemens hält seit 2014 eine Zeitgeschichte des großen Korruptionsskandals unter Verschluss, die der Konzern selbst bei zwei unabhängigen Historikern in Auftrag gegeben hat. Damit hatte die Firma ursprünglich ein Zeichen für mehr Transparenz setzen wollen.

"Siemens hat ohne Angabe von Gründen die geplante und uns verbindlich zugesagte Buchpublikation der Untersuchungsergebnisse auf unbestimmte Zeit zurückgestellt", hieß es dazu auf Anfrage von den Autoren des 800-Seiten-Werks, Hartmut Berghoff und Cornelia Rauh. Der Konzern ging noch einen Schritt weiter und bestätigte, eine Veröffentlichung sei nicht mehr geplant.

Der renommierte Göttinger Historiker Berghoff hatte den Auftrag für die Untersuchung im Jahr 2011 von Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme bekommen. Gemeinsam mit seiner Hannoveraner Kollegin Rauh sollte er die Geschichte des Konzerns in der Zeit des Korruptionsskandals nachzeichnen, der 2006 aufgeflogen war. Die Historiker hatten dazu auch vertrauliche Vorstands- und Aufsichtsratsprotokolle einsehen dürfen. Konzern und Historiker konnten danach aber keine Einigkeit darüber erzielen, ob und wie aus diesen Protokollen in dem öffentlich angekündigten Buch zitiert werden kann. Darüber hinaus gibt es Stimmen, die der heutigen Siemens-Spitze unter Joe Kaeser kein Interesse mehr an einer neuerlichen Aufarbeitung des Skandals nachsagen.

Zwar zieht die Studie ein positives Urteil über Kaeser. Gegen den heutigen Konzernchef, der in den Jahren 2001 bis 2004 in der korruptionsanfälligen Mobilfunksparte als Finanzvorstand tätig war, wurde auch nie ermittelt; Hinweise, er habe von Bestechungen gewusst, wies er stets zurück. Die Studie kommt allerdings zu dem Schluss, dass sich nach der milliardenschweren Einigung des Konzerns mit den Strafverfolgungsbehörden "ein Schleier über tausende Vorwürfe gelegt" habe, die nicht weiter aufgeklärt worden seien.

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Nordstadtbewohner gestern, 18:27 Uhr
... Kein Unternehmen ist gezwungen, interne Untersuchungen zu veröffentlichen. Das hat auch seinen Grund. Eine Veröffentlichung gäbe Unternehmensinterna preis, die von der Konkurrenz und Meinungshabern missbraucht werden würde. Siemens tut gut daran, Untersuchungsergebnisse nur den Eigentümern zukommen zu lassen.


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whizzzler gestern, 18:32 Uhr
Alles gut. Es gibt hier nichts zu sehen bitte gehen sie weiter.


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gomo heute, 08:14 Uhr
Wenn Sie mal richtig googlen nach Siemens und Schmiergeldskandal, können Sie herausfinden, dass in den letzten Jahren viele Strafverfahren gg Siemens Vorstände und Mitarbeiter wegen dieses Skandals angeklagt und auch verurteilt worden sind. Fast alle Vorstände mussten das Unternehmen verlassen. Der ehemalige Finanzvorstand nahm sich nach seinem Prozess tragischerweise das Leben. ...


...


Aus: "Siemens hält Schmiergeldstudie unter Verschluss" (17.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-haelt-schmiergeld-studie-unter-verschluss-a-1139211.html


 9 
 on: March 18, 2017, 10:27:34 AM 
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[...] Siemens hält seit 2014 eine Zeitgeschichte des großen Korruptionsskandals unter Verschluss, die der Konzern selbst bei zwei unabhängigen Historikern in Auftrag gegeben hat. Damit hatte die Firma ursprünglich ein Zeichen für mehr Transparenz setzen wollen.

"Siemens hat ohne Angabe von Gründen die geplante und uns verbindlich zugesagte Buchpublikation der Untersuchungsergebnisse auf unbestimmte Zeit zurückgestellt", hieß es dazu auf Anfrage von den Autoren des 800-Seiten-Werks, Hartmut Berghoff und Cornelia Rauh. Der Konzern ging noch einen Schritt weiter und bestätigte, eine Veröffentlichung sei nicht mehr geplant.

Der renommierte Göttinger Historiker Berghoff hatte den Auftrag für die Untersuchung im Jahr 2011 von Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme bekommen. Gemeinsam mit seiner Hannoveraner Kollegin Rauh sollte er die Geschichte des Konzerns in der Zeit des Korruptionsskandals nachzeichnen, der 2006 aufgeflogen war. Die Historiker hatten dazu auch vertrauliche Vorstands- und Aufsichtsratsprotokolle einsehen dürfen. Konzern und Historiker konnten danach aber keine Einigkeit darüber erzielen, ob und wie aus diesen Protokollen in dem öffentlich angekündigten Buch zitiert werden kann. Darüber hinaus gibt es Stimmen, die der heutigen Siemens-Spitze unter Joe Kaeser kein Interesse mehr an einer neuerlichen Aufarbeitung des Skandals nachsagen.

Zwar zieht die Studie ein positives Urteil über Kaeser. Gegen den heutigen Konzernchef, der in den Jahren 2001 bis 2004 in der korruptionsanfälligen Mobilfunksparte als Finanzvorstand tätig war, wurde auch nie ermittelt; Hinweise, er habe von Bestechungen gewusst, wies er stets zurück. Die Studie kommt allerdings zu dem Schluss, dass sich nach der milliardenschweren Einigung des Konzerns mit den Strafverfolgungsbehörden "ein Schleier über tausende Vorwürfe gelegt" habe, die nicht weiter aufgeklärt worden seien.


Aus: "Siemens hält Schmiergeldstudie unter Verschluss" (17.03.2017)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-haelt-schmiergeld-studie-unter-verschluss-a-1139211.html


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 on: March 13, 2017, 09:34:31 AM 
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[...] Der 24-jährige Schriftsteller Édouard Louis hasst den Front National. Er will das Verstummen der französischen Linken beenden. Ein Gespräch in Paris : ... Politik ist in meiner biografischen Erfahrung keine Frage von Meinungen, von Worten, von Kommunikation, die im Ergebnis die Lebensverhältnisse der Privilegierten schützen. Ich komme aus dem Lumpenproletariat, um es mit Marx zu sagen. In dem Dorf in der deindustrialisierten Picardie, über das ich meinen ersten Roman Das Ende von Eddy geschrieben habe, herrschten Arbeitslosigkeit, Elend, Alkohol, Gewalt, eine brutale Männlichkeit. In diesem Milieu, aus dem auch Bourdieu stammt, ist Politik eine Frage von Leben und Tod. Man spürt sie am lebendigen Leibe: in der medizinischen Versorgung, beim Essen, im sexuellen Alltag. Die politischen Fragen heißen: Gehe ich zum Arzt, wenn ich krank bin? Gibt es heute Abend etwas zu essen? Kann ich sexueller Gewalt entkommen? Mein Vater ist zum ersten Mal in seinem Leben zum Zahnarzt gegangen, als ich 14 Jahre alt war, weil der Staat eine Beihilfe geschaffen hatte. Es gab Tage in meiner Kindheit, da hat meine Mutter gesagt: "Heute gibt es zum Essen nur Milch." Ich gehe wählen, damit die körperliche Not und Gewalt aufhört. Das Wahlrecht ist für mich dabei ein politisches Instrument unter vielen. ... Die unangenehme Wahrheit lautet: Als Simone de Beauvoir den Kampf für die Frauen aufnahm, hat das eine große Mehrheit der Frauen nicht interessiert. Heute sehen viele die strukturelle Gewalt nicht, die noch meine Mutter dazu gebracht hat, mit 15 Jahren von der Schule abzugehen, angeblich weil sie es aus freien Stücken so wollte. Diese Gewalt ist unsichtbar, sie tritt als Normalität auf, deshalb kämpfen die Leute nicht. ... Die junge Generation lebt mit einem alles beherrschenden Gefühl der Ohnmacht. Sie hat in den letzten Jahren jeden Kampf verloren, ob in den sozialen Bewegungen wie Nuit debout und Occupy oder im Kampf gegen den alltäglichen Rassismus. Immer wieder erzählen mir Studenten von ihrer Traurigkeit darüber, dass sich ohnehin nichts ändert. Diese Generation verabscheut die Politik.

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Blues Man, #11

Wie sehr doch die Sichtweise eines jungen linken Islamophobie beklagenden Schriftstellers und die einer tunesischstämmigen, französischen Busfahrerin, Mitglied der kommunistischen Gewerkschaft, auseinanderklaffen können, zeigt diese ARTE-Doku auf. Ab 27:35 min oder 28:35 min bis ca. 33:00 min.

"Endstation Bataclan - Vom Busfahrer zum Attentäter - Arte Doku - (Deutsch, Dokumentation)"
https://www.youtube.com/watch?v=zJ5lCr27niw&app=desktop


...


Aus: "Édouard Louis: Wenn die Eltern Le Pen wählen" Interview: Elisabeth von Thadden (9. März 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/2017/09/edouard-louis-frankreich-linke-front-national-marine-le-pen/komplettansicht


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