[...] Die Euthanasiemorde in der NS-Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Psychiatrie-Patienten und behinderten Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte von 1940 bis 1941. Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwägungen zur Begründung herangezogen worden. Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Tötungen nach erfolgter „Leerung“ vieler Krankenabteilungen nicht mehr zentral, sondern ab 1942 dezentral, weniger offensichtlich fortgesetzt.
... Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massentötungen unter der euphemistischen Überschrift „Euthanasie“ oder „Aktion Gnadentod“ vollzogen. Die „Aktion“ wurde auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens, NS-Krankenmorde bekannt.
... Die „Aktion T4“ war Teil einer stufenweisen Verwirklichung von Kernzielen der nationalsozialistischen Ideologie, der „Aufartung“ oder „Aufnordung“ des deutschen Volkes. Hierzu gehörten verschiedene Maßnahmen – von harmlosen wie Ehestandsdarlehen, Kinderbeihilfen, Steuererleichterungen bis hin zur Zuweisung von Siedlerstellen und Erbhöfen zur Förderung von rassisch erwünschtem zahlreichem Nachwuchs. Jede „Beeinträchtigung des deutschen Volkskörpers“ sollte durch die gesetzlich geregelte „Verhinderung" der Fortpflanzung von Menschen mit einer echten oder angeblichen Erbkrankheit sowie von sozial und rassisch unerwünschten Menschen verhindert werden.
Aus: "Aktion T4" (20. Juni 2011)
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4-.-
[...] Auch wenn die kleinen Anfänge der anthroposophischen Heilpädagogik in den damaligen Zeiten kaum wahrgenommen wurden und die unheilvollen Geschehnisse der Ermordung von mehreren hunderttausend behinderter Menschen während des Nazi-Regimes nicht aufgehalten werden konnte, bildet sie doch – zusammen mit anderen humanistischen Strömungen – nicht nur ein inneres, sondern auch faktisches Gegengewicht zu den Stimmen von Biologismus und Euthanasie, die auch nach der Katastrophe der "Aktion T4" und des Holocaust im 20. Jahrhundert bis zu seinem Ende nie ganz verstummt sind.
Das haben auch Persönlichkeiten gesehen, die ansonsten der anthroposophischen Heilpädagogik keineswegs unkritisch gegenüber stehen. So schrieb der kürzlich verstorbene, bedeutende Schweizer Heilpädagoge Emil E. Kobi: "Steiner brachte ein radikal neue Sichtweise und Definition dessen, was die Gesellschaft, psychiatrischer Usanz gemäss, Schwachsinn nannte. Der Geistigbehinderte ist a priori, aus-sich-selbst-verständlich und vorbehaltlos Mensch und nicht ‹Auch-ein-Mensch›, ‹Trotzdem-ein-Mensch›, ‹Minus-Variante› und was derartiger Einklammerungen mehr sein mögen. Jeder Mensch ist ganzheitlicher Ausdruck des Seinsguten; jedes Leben ist als Schicksal und Auftrag sinnvoll" (Kobi 2004, 264).
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Aus: "Zum Geburtstag der anthroposophischen Heilpädagogik" (17.06.2011)
Quelle:
http://www.themen-der-zeit.de/content/Der_Lauenstein-Tag.1465.0.html-.-
[...] ... "Was Sarrazin jetzt sagt, stand schon in dem Interview in Lettre International vor einem Jahr", sagt der Vorsitzende des Kreisverbands Spandau, Raed Saleh, der das erste, erfolglose Ausschlussverfahren mitinitiiert hatte. "Wenn wir dort schon angemessen reagiert hätten, könnten wir uns heute die Diskussion ersparen", sagte er.
Sarrazin wiederum ließ am Montag in einer Erklärung verlauten, er bedaure, dass er "Irritationen und Missverständnisse" ausgelöst habe. "Als ich sagte, dass ,alle Juden ein bestimmtes Gen teilen', habe ich mich nicht hinreichend präzise ausgedrückt."
... Der emeritierte Rechtsprofessor Uwe Wesel glaubt nicht, dass Sarrazins biologistische Äußerungen ausreichen, um ihn als Vorstandsmitglied der Bundesbank abzuberufen. "Dieser Blödsinn fällt noch unter die Meinungsfreiheit", sagte Wesel zur taz, "auch wenn es hart an der Grenze ist." Wesel hält Sarrazin für einen "gekonnten Opportunisten". Als Finanzsenator hätte er mühelos entlassen werden können. "Sarrazin hat mit seinem Unsinn so lange gewartet, bis er in der Bundesbank war, wo ihm nichts passieren kann."
Unterdessen erhält Sarrazin neue Stellenangebote. "Es würde mich freuen, wenn er als Berater dem NPD-Parteivorstand zur Verfügung stünde", sagte NPD-Parteichef Udo Voigt, "oder gar als Ausländerrückführungs-Beauftragter der NPD fungiert."
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31.08.2010 15:06 Uhr:
von Steffi:
Also, dass Sarrazin blos darauf gewartet hat bis er in der Bundesbank war ist blödsinn. Er war schon als Berliner Finanzsenator so, hat öfters für Furore gesorgt. Deshalb war der Bundesbankvorstand damals auch gegen seine Nominierung. Aber der nette Herr Wowereit war dran mit dem vorschlagen und hatte keinen besseren. Oder vielleicht wollte er ihn loswerden? Wer weiss...
Und zum Thema Judengen: In der Haaretz schreiben sie dass der israelische Innenminister sogar so weit geht, dass wenn man zum Judentum konvertiert man dieses Judengen bekommt... naja.
http://www.haaretz.com/print-edition/features/jewish-gene-theories-make-waves-in-germany-go-unnoticed-in-israel-1.311182
31.08.2010 10:37 Uhr:
von Kemal:
Saranazzin spricht aus, was die Mehrheit denkt!
Beispiele? Vor kurzem hat meine Vermieterin, die im gleichen Haus wohnt, wie wir, zu meiner Frau gesagt:" Schade, dass ich meine Tochter nicht in einer anderen Grundschule anmelden kann. An unserer Schule gibt es doch zu viele Türken....". (Ich habe einen türkischen Namen und bin türkischer Herkunft, die Vermieterin weiß das auch).
Zwei Tage später sagte der Moderator eines Straßenfestes, das überwiegend von der alteingessesenen Mehrheitsbevölkerung besucht wird: "So, meine Damen und Herren, das war der türksiche Chor. Wie Sie bemerkt haben, tragen die Frauen nicht die typische Kopfbedeckung, das ist sehr gut. Und sie singen mit den Männern zusammen, auch sehr vorbildlich und europäisch."
Sarazzin kann ich abschalten, wenn mir die Kotze hochkommt. Aber die Vermieterin und der Moderator des Straßenfestes, die ihren Rassismus ungehindert ausleben können, gehören zu meiner eigenen kanakischen Realtität, genauso wie der Lehrer aus einer Schule in meiner Nachbarschaft, der einmal sagte: "Interkulturelle Trainings brauchen wir nicht. Wir haben keine Probleme mit ausländischen Schülern." Da kommt mir einiges hoch, aber hier kann ich nur schlucken.
31.08.2010 01:18 Uhr:
von tazitus:
Sah Thilo Sarrazin kurz bei "Beckmann". Da tat er mir irgendwie Leid. Herr S. wirkte wie eine Parodie auf Adolf Tegtmeier (J.v.Manger) Äährlich. Was ein paar Jahre Recklinghausen aus jemand machen können.
Aus: "Zirkus Sarrazani" VON U.HERRMANN & G.REPINSKI & A. Wierth (30.08.2010)
Quelle:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/zirkus-sarrazani/