[...] Die Staatsverschuldung bezeichnet die vom Staat akzeptierten Gesamtforderungen der kreditgebenden Gläubiger an den Staat, beispielsweise in Deutschland die zusammengefassten Schulden von Bund, Ländern, Kommunen, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen. Die Staatsverschuldung wird dabei in der Regel brutto betrachtet, das heißt, die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten werden nicht um die Forderungen des Staates gegenüber Dritten vermindert. Im Jahre 2007 betrugen die Verbindlichkeiten des Sektors Staat in der Bundesrepublik Deutschland 1588,5 Mrd. Euro oder rund 66 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das Geldvermögen betrug 508,2 Mrd. Euro oder 21 % des BIP und die Nettoverbindlichkeiten somit 1080,3 Mrd. Euro oder 45 % des BIP.[1]
[...] Im Jahr 2002 betrugen in Deutschland die Schulden 5.930 Mrd. Euro, davon entfielen auf die privaten Haushalte 1.535 Mrd. Euro (rd. 25 %), auf die Unternehmen 3.142 Mrd. Euro (rd. 52 % und auf den Staat 1.253 Mrd. Euro (rd. 23 %).
Das Nettogeldvermögen aller Unternehmen lag im negativen Bereich bei 1.241 Mrd. Euro, das des Staates bei 1.061 Mrd. Euro. Spiegelbildlich dazu lag das Nettogeldvermögen privater Haushalte und der Versicherungen und Banken bei 2380 Mrd. Euro. (Quelle: Bundesbank).
Aus: „Staatsverschuldung“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. September 2009, 17:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Staatsverschuldung&oldid=64661496 (Abgerufen: 22. September 2009, 09:10 UTC)
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[...] Die Haushalte der Bundesländer leiden heftig unter den Folgen der stärksten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Neuesten Zahlen zufolge stiegen die Schulden im ersten Halbjahr drastisch auf insgesamt 1 602 Mrd. Euro an.
HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, nahmen sie damit im Vergleich zur Jahresmitte 2008 um 7,2 Prozent oder 107,5 Mrd. Euro zu. Gegenüber dem Jahresende 2008 betrug der Anstieg 5,7 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf die Kernhaushalte des Bundes und der Länder einschließlich ihrer jeweiligen Extrahaushalte sowie auf die Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände.
Beim Bund wurde laut Bundesamt der größte Anstieg der Kreditmarktschulden registriert. Sie erhöhten sich gegenüber Ende 2008 um 7,5 Prozent (plus 71,7 Mrd. Euro) auf 1 028,5 Mrd. Euro. Hierin sind auch die Schulden der zur Bewältigung der Finanzmarktkrise neu gegründeten Sondervermögen Finanzmarktstabilisierungsfonds (44,7 Mrd. Euro) sowie Investitions- und Tilgungsfonds (1,2 Mrd. Euro) enthalten.
Die Länder waren zur Jahresmitte 2009 mit 498,6 Mrd. Euro am Kreditmarkt verschuldet, dies waren 3,5 Prozent (plus 16,9 Mrd. Euro) mehr als Ende 2008. Rückläufig war dagegen die Verschuldung der Gemeinden mit 74,8 Mrd. Euro (minus 2,1 Prozent beziehungsweise minus 1,6 Mrd. Euro). Die Schulden der kommunalen Zweckverbände sind dabei nicht enthalten.
Aus: "Rezessionsfolgen - Schulden des Staates steigen rasant an" (21.09.2009 )
Quelle:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schulden-des-staates-steigen-rasant-an;2458944