COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Ontologie, Technologie + Heidegger... ]  (Read 1394 times)
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« on: June 13, 2005, 09:39:47 AM »

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Die allgemeine Lehre vom Sein bzw. dem Seienden, sofern diesem Wirklichkeit zugesprochen werden kann und es dem menschlichen Geist zugänglich erscheint.
Parmenides schrieb als erster ein Lehrgedicht (um 515/510 v. Chr.) und begründete damit eine Literaturgattung, die in der Antike weit verbreitet war. Für ihn ist der Geist oder die Vernunft ein Organ der "Seinswahrnehmung". "Geistiges Wahrnehmen und Sein sind dasselbe". Parmenides machte das Sein zum Grundwort der Philosophie und die Philosophie in ihrem Kern zur Ontologie

[...] Als grundlegender Teil der Metaphysik hat die Ontologie die Aufgabe, die letzten Strukturen der Wirklichkeit aufzudecken [...] Wenn vielleicht der direkte Weg zur Wahrheit nicht über die Sprache führt, so bleibt sie dennoch für uns der Ausgangspunkt [...] Wesentlich ist dabei die Unterscheidung zwischen begrifflicher und überbegrifflicher Erkenntnis [...] die digitale Technologie ist selbst in erster Linie eine Weise des menschlichen Denkens, wie es dem Sein übereignet ist. Es gibt eine stufenweise Abstraktion vom natürlich Gegebenen zum Geometrischen (das noch ästhetisch, aber ortlos ist) und dann weiter zum Mathematisch-Arithmetischen (das weder ästhetisch noch verortet noch positioniert ist). Erst bei der zweiten Ablösung wird die Berechnung völlig vom natürlich Seienden befreit. Und es ist dieses abgelöste berechnende "Denken", das dann durch die digitale Technologie (die bereitgestellten Rechenmaschinen) ausgelagert und so selbständig gemacht wird [...]




(Autor ? / Quelle ?)

« Last Edit: June 03, 2009, 12:14:42 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: October 19, 2006, 10:41:57 AM »

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[...] Während die Frage, ob Heidegger - wenigstens zeitweise - ein Nationalsozialist war, weitgehend bejaht wird, ist die andere Frage, ob sein Denken vom Faschismus beeinflusst ist, umstritten.

Prominente Positionen vertreten u.a. Jürgen Habermas, der im Werk vor 1933 eher Potentiale des Widerstands sieht, oder Derrida, der die Schriften nach 1945 aufgrund ihrer radikalen Lösung von der traditionellen Metaphysik für antifaschistisch hält, ansonsten aber Heidegger auch harsch kritisiert, nicht ohne die Notwendigkeit zu betonen, ihn zu lesen. Hannah Arendt hielt Heidegger neben Jaspers für den größten zeitgenössischen Philosophen, attestierte ihm jedoch 1949 in einem Brief an Jaspers Charakterlosigkeit, in dem Sinne, „daß er buchstäblich keinen hat, bestimmt auch keinen besonders schlechten.“ (Arendt/Jaspers. Briefwechsel. B. 29. September 1949)

Heidegger selbst schrieb: „Wer groß denkt, irrt groß“.


Aus: "Martin Heidegger" (Stand: 10/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger

« Last Edit: June 03, 2009, 12:14:09 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #2 on: October 19, 2006, 10:46:14 AM »

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[...] Ziel der Etymologie: In jedem Wort sind Lautgestalt, Bedeutung und Gebrauch untrennbar ineinander verflochten. Jeder dieser Bestandteile ist zeitlich und örtlich Änderungen ausgesetzt (von Generation zu Generation, von Ort zu Ort, von Person zu Person, in verschiedenen Lebensabschnitten). Daher muss sich die Suche nach dem „Etymon“ eines Wortes auch mit dem Wandel befassen, dem es von Beginn an örtlich und zeitlich unterworfen war. Insofern sucht Etymologie nicht normativ „vorschreibend“ ein verbindliches Soll („jetzt und immer einzig richtig“), sondern trägt deskriptiv „beschreibend“ Spuren zusammen („dort und damals so gesprochen und so gemeint“).


Aus: "Etymologie" (10/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Etymologie

« Last Edit: June 03, 2009, 12:17:01 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #3 on: October 19, 2006, 10:56:32 AM »

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[...] Wahre Kunst ist immer unwahr. Dieses Paradox sollte auf jeweils andere Weise für die Anschauung Heideggers und Nietzsches, und zuletzt auch noch für Platons Auffassung von Kunst zutreffen. Das Verhältnis von Kunst und Wahrheit hängt von der Definition von Kunst ab und den Erwartungen, die man an sie stellt. Platon spaltet den Kunstbegriff

a) in die techne, in deren Ausübung der Künstler nur mimetes sei und bleibe, ein Nachahmer, der nur in dritter Rangfolge am wahren Sein der Idee teilhabe (wohingegen der Handwerker als Verfertiger von wirklichen Gegenständen der wahren Idee näherstehe).

b) sowie in to kalon, das Schöne: diese Schönheit sei es, welche den eros anrege und mittels dieses eros den Übergang zum wahren Sein in der Idee bewirke.


Bruchstück aus: "Heidegger und Nietzsche" (2. Zum Zwiespalt zwischen und zur Rangfolge von Kunst und Wahrheit) Von Helmut Walther (Nürnberg; Datum: ?)
Quelle: http://www.virtusens.de/walther/heidegg.htm

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« Reply #4 on: October 19, 2006, 11:09:35 AM »

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[...] Dem "Verstehen" räumt Heidegger in seinem Werk eine zentrale Position ein. In seinem Hauptwerk Sein und Zeit von 1927 lautet der Titel des § 31 Das Da-sein als Verstehen. "Verstehen" ist als "universale Bestimmtheit des Daseins" anzusehen. Nach Heidegger sind die Menschen in diese Welt "geworfen". Unmittelbar erfahrbar ist für sie nur, daß sie sind. Woher alles kommt und wohin alles führt, das bleibt im Dunkeln. Nur der Tod ist gewiß. Heidegger nennt dies "das Sein zum Tode". Dieses "Sein" konstituiert nun zusammen mit der "Befindlichkeit" - zu denken wäre etwa an 'die Furcht' - das "Verstehen". Dieses "Verstehen" zielt auf das Verständnis der Welt, der anderen und meiner selbst. Es ist ein "fundamentales Existential" (eine Kategorie des menschlichen Seins), sozusagen ein primäres Verstehen, von dem das "Verstehen" im Sinne einer möglichen Erkenntnisart unter anderen, etwa unterschieden von "Erklären", nur abgeleitet ist.


Aus: "Martin Heidegger" (3.     Regeln und Probleme des Textverstehens: Hermeneutik >> 2. Positionen der allgemeinen / philosophischen Hermeneutik; DS und JV; Datum: ?)
Quelle: http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/hermeneutik/heidegger.htm

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« Reply #5 on: October 19, 2006, 12:05:46 PM »

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[...] Da sich unsere gegenwärtigen Techniken nur noch selten direkt auf die Natur beziehen, sondern zunächst auf andere Techniken und deren Nebenfolgen, ist Technik in einem wesentlichen Sinne “nachnatürlich” (Gehlen 1986) geworden; sie bildet gerade deshalb unsere neue Natur. Jede abstrakte Gegenüberstellung von Technik und Kultur muss vor diesem Hintergrund scheitern. Technik präsentiert sich nicht länger als Anderes der Kultur sondern als Medium oder Verlaufsform des Kulturellen selbst. Als unseren gesamten Alltag durchdringende Technologie verwandelt sie sich spätestens seit der zweiten industriellen Revolution in eine symbolische Form, in ein Medium der Deutung. Bereits Martin Heidegger weist auf die welterschließende (“entbergende”) Leistung der Technik hin, die ihren bloßen Mittelcharakter übersteigt (Heidegger 1979). In der Technologie zeigt uns die Technik ein geistiges Gesicht, sie wird zum materialisierten logos.


Aus: "Skizze des Forschungsvorhabens: Cyberfiktionen - Technik und kollektive Einbildungskraft" Von Andreas Hetzel (Datum ?)
Quelle: http://www.philosophie.tu-darmstadt.de/fileadmin/phil/Prof_Mitarb/das-technisch-phantasmatische.pdf
« Last Edit: June 03, 2009, 12:18:43 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #6 on: October 23, 2006, 10:54:50 AM »

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[...] Es ist eine ganze Mafia von Tarn- und Briefkastenfirmen, die wie russische Puppen ineinander geschachtelt ein Netz aus Seilschaften aufrechterhalten, das konstruiert wurde, um ein kohärentes Bild von etwas zu illusionieren, was es nie gegeben hat: Das Sein.

Das Sein ist ein Konstrukt. Das Sein hat es nie gegeben. Das Sein ist ein Mythos. Heidegger hat sich in diesem alles letztendlich begründenden Begriff verloren. Es ist der Begriff des Begründens selbst. Warum? Weil das eben so ist.

Das Sein ist der letzte Grund, es ist der Grund des Grundes und der Grund des Begründens. Geist ist Sein. Bewusstsein ist Sein. Idee ist Sein. Sprechen ist Sein. Deskartes murmelte „Ich denke, also bin ich“. Er meine vielleicht: „Ich bin hier, bei mir, ganz allein und ich kann zu mir sagen: „Ich denke, also bin ich““ was nichts anderes meint als: „Ich denke, also höre ich mich selber sprechen“. „Ich höre mich in dem Moment sprechen, in dem ich spreche, also bin ich ganz bei mir selbst.“ Was man wiederum übersetzen könnte mit: „Ich bin hier und keiner kann mich hören, nur ich mich. Keiner kann meine Existenz bezeugen, aber ich kann es, denn ich höre mich sprechen.“


Aus: "Onkel mspro erklärt die Dekonstruktion" (29.9.06)
Quelle: http://mymspro.blogspot.com/2006/09/onkel-mspro-erklrt-die-dekonstruktion.html

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« Reply #7 on: October 23, 2006, 12:11:28 PM »

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[...]

Die Frage kann nicht lauten: wodurch gewinnt das Dasein die
Einheit des Zusammenhangs für eine nachträgliche Verkettung
der erfolgten und erfolgenden Abfolge der »Erlebnisse«, sondern:
in welcher Seinsart seiner selbst verliert es sich so, daß es sich
gleichsam erst nachträglich aus der Zerstreuung zusammenholen
und für das Zusammen eine umgreifende Einheit sich erdenken
muß?

[...] Daß die Historie wie jede Wissenschaft als eine Seinsart des
Daseins faktisch und jeweils von der »herrschenden Weltanschauung«
»abhängig« ist, bedarf keiner Erörterung, über dieses
Faktum hinaus muß jedoch nach der ontologischen Möglichkeit
des Ursprungs der Wissenschaften aus der Seinsverfassung des
Daseins gefragt werden. Dieser Ursprung ist noch wenig durchsichtig.




Aus: "SEIN UND ZEIT" Von MARTIN HEIDEGGER (Elfte, unveränderte Auflage 1967)
Quelle: http://hudsoncress.org/html/library/western-philosophy/Heidegger,%20Martin%20-%20Sein%20und%20Zeit.pdf

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« Reply #8 on: October 23, 2006, 12:20:15 PM »

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Die Zeit-Begriffe in HEIDEGGERs „Sein und Zeit“

(1) der vulgäre Zeit-Begriff (die objektive Zeit) mit folgenden Merkmalen:
• „Vorhandenheit“
• endlose Kette von Jetzt-Punkten
• Gleichwertigkeit aller Punkte


(2) die subjektiv-uneigentliche Zeitlichkeit:
• Verfallenheit des „Man“ an die Gegenwart und ihre Kleinigkeiten


(3) die subjektiv-eigentliche Zeitlichkeit ein Ganzes mit drei „Ekstasen“:
• Zukunft („Vorlaufen zum Tode“)
• Gewesenheit (Akzeptanz unserer „Geworfenheit“)
• Gegenwart (Augenblick, „Entschlossenheit")


Aus: "Die Zeit-Begriffe in HEIDEGGERs „Sein und Zeit“" (Datum (?); Autor (? / uni-rostock.de))
Quelle: http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/thies/Heidegger.pdf

« Last Edit: October 23, 2006, 04:55:14 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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