COMMUNICATIONS LASER #17
May 21, 2012, 06:49:24 PM *
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News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TEXT DATENBANK
=> BRUCHSTUECK-TEXT, SELEKTIVES GEDANKEN ARCHIV, UNGEORDNETE FELDFORSCHUNG, AMBIVALENZ, MENTALITAETSGESCHICHTE, GEHIRN ESKAPADEN, ZITATE, SPUREN, ASSOZIATIONEN, TUNNELREALITAET
 
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Author Topic: [Data Mining und Abweichungsanalyse... ]  (Read 18973 times)
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« Reply #135 on: December 09, 2010, 11:49:35 AM »

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[...] In 226 Folien nimmt er unter anderem die Gedankenwelt und das Verhalten eines typischen Facebook-Nutzers auseinander. Dabei sind nicht wir nicht die Adressaten von Adams Ausführungen, sondern andere Web-Entwickler. Ihnen will der Googlemann klarmachen, wie sie in Zukunft ein Maximum an Aktivität und Daten von uns auf ihre Seiten bekommen.

Spannend ist etwa der Abschnitt über den Einfluss von anderen auf unsere Entscheidungen. Das Netz gibt uns mehr Informationen über alles Mögliche, lautet die These, aber unsere Gehirnkapazität wachse nicht entsprechend mit. Deshalb würden wir unsere Entscheidungen für Produkte, Restaurants oder Filme verstärkt davon abhängig machen, was unsere Online-Freunde gewählt haben. „Wenn wir wollen, dass die Leute unsere Webseiten benutzen, ist es wichtig, Funktionen einzubauen, die es den Freunden ermöglicht, Entscheidungen für den Nutzer zu fällen“, schreibt Adams.

...


Aus: "Wir sind durchschaut" Patrick Beuth (08.12.2010)
Quelle: http://www.fr-online.de/digital/wir-sind-durchschaut/-/1472406/4905120/-/index.html

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« Reply #136 on: January 08, 2011, 12:25:37 PM »

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[...] Einen interessanten, aber gleichzeitig erschreckenden Einblick in die Welt des Scorings gibt es im Blog Mindsdelight zu lesen. Der Autor versuchte einen Handyvertrag zu bekommen, was aber nicht klappte. Um den Grund zu erfahren nutzte er seine Auskunftsrechte und erfuhr, dass Arvato-Infoscore ihn als unseriös einschätzte (ohne jemals irgendwelche finanziellen Daten über ihn erhoben zu haben). Hauptgrund für die Einstufung in einer Risikogruppe: Er ist männlich, 24 Jahre alt, ledig und lebt in Berlin-Neukölln. Statistisch gesehen bezahlt man in dieser Risikogruppe laut (intransparenter) Berechnung von Arvato Infoscore nur 67 Rechnungen von 100 ...


Aus: "Scoring-Alptraum transparent erzählt" von markus (Mittwoch, 5. Januar 2011)
Quelle: http://www.netzpolitik.org/2011/scoring-alptraum-transparent-erzahlt/


"Warum mir 02 keinen Vertrag geben möchte II: Nachricht von Arvato Infoscore"
Von Marco (01/2011 um)
http://www.mindsdelight.de/2011/01/warum-mir-02-keinen-vertrag-geben-mochte-ii-nachricht-von-arvato-infoscore/

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« Reply #137 on: February 03, 2011, 09:38:28 AM »

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[...] Die EU-Kommission arbeitet an einer Richtlinie zum Aufbau eines Systems zur Sammlung und Auswertung von Flugpassagierdaten. Der nun angekündigte Entwurf soll den Vorschlag für einen Rahmenbeschluss des EU-Rates von 2007 ersetzen, der Ende 2008 vor allem aufgrund des Widerstands der Bundesregierung auf Eis gelegt worden war.

Durch den neuen Anlauf soll die Privatsphäre der EU-Bürger besser geschützt werden. Statt 13 sollen die sogenannten Passenger Name Records (PNR) 5 Jahre gespeichert werden. Dabei sollen die Daten der Fluglinien nach 30 Tagen anonymisiert werden. Nur in Einzelfällen, beim Verdacht auf schwere oder terroristische Straftaten, sollen Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sein, heißt es in Brüssel. Die Definition der Straftaten, zu deren Abwehr oder Verfolgung Ermittler auf die Fluggastdaten zugreifen können sollen, ist an die der recht weiten Bestimmungen zum EU-Haftbefehl geknüpft. Darunter fallen neben Delikten der organisierten Kriminalität, Kinderpornographie oder Totschlag etwa auch Computerstraftaten, Betrug sowie Marken- und Produktpiraterie.

Besonders sensible Daten, die Aufschluss geben könnten über Rasse oder ethnische Herkunft, die politische Einstellung oder religiöse Überzeugungen eines Passagiers dürften in keinem Fall von den Fluggesellschaften an die Mitgliedstaaten übermittelt oder von den Mitgliedstaaten verwendet werden. Normalerweise umfassen PNR 19 Datenkategorien, zu denen neben Name, E-Mail-Adresse, Telefon-, Konten- und Kreditkartennummern etwa auch Essenswünsche gehören. Der Vorschlag bezieht sich vorerst allein auf internationale Flüge, die aus der EU hinausgehen oder dort aus dem weiter entfernten Ausland in einem Mitgliedsstaat ankommen. Flugreisen innerhalb der Gemeinschaft zu erfassen und analysieren ist angedacht, wird von der Kommission aber derzeit noch als zu aufwändig und teuer bezeichnet.

Die EU-Kommission plant das System als dezentralen Datenbankverbund. Die Fluggesellschaften sollen die in ihren Buchungssystemen erfassten Passagierinformationen an eine eigens dafür zuständige Stelle im Ankunfts- oder Abflugmitgliedstaat im Push-Verfahren übermitteln. Einen Datenfischzug der Strafverfolger in den Systemen der Airlines selbst will die Kommission damit genauso ausschließen wie sonstige übergreifende "Rasterfahndungen" in einem zentralen System. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Sammel- und Auskunftsstellen so einrichten, dass diese die Daten sicher verarbeiten, verwahren und für die Kontrolle durch eine unabhängige Einrichtung zugänglich machen. Die Fluggäste sollen korrekt über die Erfassung unterrichtet werden und Anspruch darauf haben, dass Daten berichtigt oder gelöscht werden.

Innenkommissarin Cecilia Malmström erläuterte, gemeinsame Vorschriften seien nötig, um gegen Verbrechen wie Drogenschmuggel und Menschenhandel sowie Terrorattacken vorgehen zu können. Es müsse sichergestellt werden, "dass die Privatsphäre der Fluggäste gewahrt bleibt". In der Praxis erfassen nach Angaben der Kommission bereits viele Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten PNR-Daten in konkreten Fällen oder bei bestimmten Flügen. Sie wolle ermöglichen, dass dabei systematischer und einheitlicher vorgegangen wird. Derzeit verlangten die USA, Kanada und Australien bereits Fluggastdaten aus der EU, wofür die Brüsseler Regierungseinrichtung einen eigenen Harmonisierungsentwurf vorgelegt hat. Wie die Erfahrungen dieser Länder bestätigten, würden PNR benötigt, "um wirksam gegen schwere Kriminalität und Terrorismus vorgehen zu können".

Im EU-Parlament, das ein Mitspracherecht hat, dürfte der neue Anlauf trotz der Nachbesserungen wieder auf Skepsis stoßen. Es hatte im Herbst die Kommission wieder aufgefordert, konkrete Beweise für die Notwendigkeit der Verarbeitung von Fluggastdatensätzen vorzulegen. Insgesamt sahen auch Vertreter der konservativen Europäischen Volkspartei das Verlangen der EU-Kommission nach einem eigenen PNR-System mit großer Skepsis. Die Mitgliedsstaaten sollten sich laut einem CSU-Innenpolitiker besser darauf konzentrieren, ihre Sicherheitsbehörden stärker zu vernetzen. Der Innenexperte der Grünen im EU-Parlament, Jan Philipp Albrecht, tat die überarbeitete Initiative in einer ersten Reaktion als "Schlag ins Gesicht für die europäischen Grundrechte und Verfassungswerte" ab. Eine "flächendeckende Überwachung aller Flugpassagiere" sei "unverhältnismäßig" und widerspreche "grundlegenden Datenschutz- und Rechtsstaatsprinzipien". (Stefan Krempl) / (anw)

Quote
2. Februar 2011 18:16
Die Lügen um das SWIFT-Abkommen sind noch nicht einmal gesühnt, ...
Redefix

... da kommt dieses unverschämte Gesindel schon mit der nächsten
Frechheit. ...


Quote
2. Februar 2011 23:14
Größtes Überwachungsprojekt von EU finanziert
musiksuechtiger (mehr als 1000 Beiträge seit 18.09.03)

den wenigsten bekannt:

http://de.wikipedia.org/wiki/INDECT





Aus: "Neuer Vorstoß zur Auswertung von Flugpassagierdaten auf EU-Ebene" (02.02.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Neuer-Vorstoss-zur-Auswertung-von-Flugpassagierdaten-auf-EU-Ebene-1182425.html

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« Reply #138 on: June 19, 2011, 07:26:29 PM »

Quote
[...] Berlin/Dresden (dpa) - Bei Protesten gegen Neonazi-Aufmärsche Mitte Februar in Dresden hat die Polizei Handyverbindungen tausender Demonstranten und Anwohner ausgewertet.
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Mit Beschluss des Amtsgerichts sei lokal eine sogenannte Funkzellenauswertung durchgeführt worden, sagte der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte einen Bericht der Berliner «taz» (Montag). Von allen Handybesitzern, die sich zu dieser Zeit in dem Gebiet aufhielten, seien ein- und ausgehende Anrufe, SMS und die jeweilige Position erfasst worden.

Hintergrund sei ein Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs gegen Unbekannt während der gewalttätigen Ausschreitungen südlich des Hauptbahnhofs, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Haase. Laut «taz» flossen Verbindungsdaten in mehreren Fällen aber auch in Ermittlungen gegen Menschen ein, denen die Störung der angemeldeten Nazi-Demonstration vorgeworfen wird.

Die Zweckentfremdung der Daten sei juristisch nicht haltbar, schreibt das Blatt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft entgegnete, die Behörde werde die aktuellen Daten im Zusammenhang mit Verfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz nicht verwerten. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, forderte den Gesetzgeber in der «taz» auf, die Funkzellenauswertung stärker als bisher einzugrenzen.


Aus: "Dresdner Polizei wertet tausende Handydaten aus"  (dpa , 19.6.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/news-062011/19/iptc-bdt-20110619-414-30975470xml

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« Reply #139 on: June 22, 2011, 07:58:04 AM »

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[...] Die massenhafte Datenauswertung der sächsischen Polizei, über die am Wochenende berichtet wurde, ist laut dem MDR kein Einzelfall. Seit zwei Jahren werden einem Bericht des Senders zufolge beim Landeskriminalamt Sachsen tausende Kundendaten der Baumarktkette OBI und Mobilfunkdaten aus dem Bereich der Dresdner Neustadt gespeichert und ausgewertet. Dabei geht es um einen Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge in der Dresdner Alberstadtkaserne am 12. April 2009, der bisher noch nicht aufgeklärt wurde.

Die Polizei habe auf der Suche nach vermutlich linksextremen Tätern 162.000 Rechnungsbelege von OBI beschlagnahmt und mit Daten von Mobilfunknutzern mit dem computergestützen Datenabgleichsystem EFAS abgeglichen. Diese Daten seien noch nicht gelöscht worden. Die Belege waren für die Polizei wichtig, weil eine Komponente eines am Tatort sichergestellten unbeschädigten Brandsatzes nur bei OBI erhältlich war.

Die SPD kritisierte laut dem Bericht eine "systematische Überwachung", die erschreckende Ausmaße annehme. Carsten Biesok von der Landtagsfraktion der FDP, die in Sachsen mitregiert, meinte, die Ereignisse zeigten, dass man der Polizei bestimmte Mittel "nicht in die Hände geben dürfe". Das gelte vor allem für die Vorratsdatenspeicherung und präventive Telefon-Überwachung. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Polizei nach Protesten gegen Neonazi-Aufmärsche Mitte Februar in Dresden Handyverbindungen tausender Demonstranten und Anwohner ausgewertet hat. (anw)


Aus: "Bericht: Sächsische Polizei wertet massenhaft Daten aus" (22.06.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Saechsische-Polizei-wertet-massenhaft-Daten-aus-1264926.html

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« Reply #140 on: June 27, 2011, 10:59:26 AM »

Quote
[...] Der Datenskandal über die flächendeckende Erfassung von Mobilfunk-Verbindungsdaten im Zuge einer Anti-Nazi-Demonstration in Dresden weitet sich aus. Laut einem Bericht der taz wurden in und um Dresden am 18. und 19. Februar über 1.034.000 Mobilfunk-Verbindungsdaten und -Bewegunsprofile erfasst und würden "aktuell weiter ausgewertet". Dies gehe aus einem sechsseitigen Bericht des sächsischen Innen- und Justizministeriums an Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hervor. Zunächst hatte die Polizeibehörde in Dresden die Auswertung der Funkzellendaten mit Ermittlungen in 45 Fällen von schwerem Landfriedensbruch begründet. Nachdem die Staatsanwaltschaft Dresden laut taz die weitere Auswertung der Funkdaten in diesen Fällen jedoch untersagt hatte, begründete der sächsische Justizminister Jürgen Martens (FDP) die Datenerhebung nun mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, ohne jedoch Details zu nennen.

Ministerpräsident Tillich soll das Justiz- und Innenministerium darum gebeten haben, ihre "Berichtspflichten zu optimieren". Verstöße gegen das Versammlungsrecht seien kein ausreichender Grund für die Datenerfassung. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) bezeichnete die Auswertung von über einer Million Verbindungsdaten hingegen als "verhältnismäßig". Die Landesregierung plane nun eine Bundesratsinitiative, bei der der unklare Rechtsbegriff der "erheblichen Straftat" präzisiert werden soll, laut der nach § 100g der Strafprozessordnung eine derartige Datenauswertung gerechtfertigt sei. Der Oberbürgermeister von Jena, Albrecht Schröter (SPD), kündigte unterdessen juristische Schritte gegen die flächendeckende Datenerfassung an: „Wir sind nicht in der DDR auf die Straße gegangen, um jetzt in einem Staat zu leben, wo so etwas möglich ist. Was da in Dresden passiert ist, war Rechtsbeugung. Ich werde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen um das feststellen zu lassen.“

Das Bündnis Nazifrei - Dresden stellt sich quer hatte zur Blockade eines geplanten Neonazi-Aufmarschs am 19. Februar in Dresden aufgerufen. Laut Selbstdarstellung vereint das Bündnis ein breites gesellschaftliches Spektrum, mit Beteiligungen aus der SPD, den Grünen, der Linken, Gewerkschaften und außerparlamentarischen linken Gruppen. Mit ihren Blockaden wollten sie den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch – angeblich der größte in Europa – verhindern, zu dem die rechtsextreme "Junge Landsmannschaft Ostpreußen" aufgerufen hatte. 15 bis 20.000 Menschen sollen sich an den Blockaden am 19. Februar beteiligt und den Aufmarsch verhindert haben. Laut Darstellung des Bündnisses soll die Polizei unter anderem mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen die Demonstraten vorgegangen sein. Es kritisierte jedoch auch, dass sich einzelne Demonstraten nicht an die Absprachen zu den friedlichen Sitzblockaden gehalten, mit Steinen geworfen und brennende Barrikaden errichtet hätten.

Um sich einen Überblick über das Ausmaß der Datenüberwachung zu verschaffen, ruft das Bündnis Demonstrationsteilnehmer und Dresdner Bürger auf, Auskünfte über die Datenerfassung bei Polzei und Staatsanwaltschaft einzuholen. Bündnisanwältin Prietrzyk bereite derzeit eine Klage vor. (hag)

Quote
26. Juni 2011 16:14
45 / 1.000.000
Dennis-B (mehr als 1000 Beiträge seit 20.01.04)

Wenn wegen 45 Straftaten 1.000.000 Daten ausgewertet werden, bedeutet
daß mathematisch, daß wegen 3600 Straftaten 80.000.000 Daten
ausgewertet werden dürften?

...


Quote
26. Juni 2011 16:25
Das Volk - eine kriminelle Vereinigung!?!
Dringi (972 Beiträge seit 04.12.00)

Oder wie darf ich mir das vorstellen?

Bei der Quote wäre es effizienter, den Bundestag in Berlin und
sämtiche Landesparlamente und Ortsgruppen der Parteien abzuhören. Da
käme sicherlich deutlich mehr kriminelle Energie ans Tageslicht als
bei einer Gegendemo von größtenteils 08/15-Bürgern.

Aber ich denke, dass das nicht erwünscht ist.


Quote
26. Juni 2011 16:29
Ist das präventive töten von Politiker auch
wahrheit (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.00)

als "verhältnismäßig" zu bezeichnen?
Denn erwiesener maßen sind es ja die Politiker die unsere
freiheitliche Ordnung und das Grundgesetz am massivsten mit Füßen
treten.


Quote
26. Juni 2011 16:34
Ist diesen Polizisten mit Stasi-Ambitionen klar, was sie da heraufbeschwören?
Mit_linux_wär_das_nicht_passiert

Gerade in den Ost-Bundesländern gibt es noch viele, die sehr
allergisch auf derartige Methoden reagieren, und das völlig zu Recht.
...


Quote
26. Juni 2011 16:38
Facebook/Google/etc-Kritiker ?
Dimarzio

Wo seid Ihr? Wo ist denn das übliche "In einem Rechtsstaat bestimme
ich über meine Daten selbst" Gelaber?


Quote
26. Juni 2011 18:39
Fragwürdiges Demokratieverständnis von Nazigegnern...
wizard m, martin@wizards.de (mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.00)

Blockaden genehmigter Demonstrationen von Rechtsextremen sind kein
Mittel demokratischer Auseinandersetzung sondern selbst Zeichen einer
extremistischen antidemokratischen Haltung.

Schon in der Weimarer Republik ging die Demokratie am Strassenkrieg
zwischen Links- und rechtsextremistischen Gruppierungen zugrunde.

Es geht nicht um die Frage wogegen man ist sondern wofür. Wer für
eine freiheitlich demokratische Grundordung eintritt kann dies nicht
mit antidemokratischen Mitteln tun.

Solange die Rechtsextremisten die Voraussetzungen erfüllen ihre
Anliegen im Wege der Demonstration zu artikulieren haben sie ein
Recht darauf dies ungehindert zu tun. Demokratie heisst eben auch
Meinungen zu respektieren die man ablehnt oder verabscheut.

Man denke immer daran dass wir im letzen Jahrhundert zwei Diktaturen
auf deutschem Boden hatten die Demokratie und Meinungsfreiheit
zuallererst mit Füssen getreten haben, bevor die alle
gesellschaftlichen Bereiche gleichgeschaltet hatten.

Quote
26. Juni 2011 18:54
Re: Fragwürdiges Demokratieverständnis von Nazigegnern...
Mayne (mehr als 1000 Beiträge seit 18.09.00)

wizard m schrieb am 26. Juni 2011 18:39

> Blockaden genehmigter Demonstrationen von Rechtsextremen sind kein
> Mittel demokratischer Auseinandersetzung sondern selbst Zeichen einer
> extremistischen antidemokratischen Haltung.

Hältst Du auch Sitzblockaden von z.B. Atommülltransporten für
"antidemokratisch"? Oder die Sitzblockaden in Stuttgart?


Quote
26. Juni 2011 20:47
Re: Fragwürdiges Demokratieverständnis von Nazigegnern... (Editiert vom Verfasser am 26.06.11 um 20:51)
bombjack, bombjack@fastmail.ca (mehr als 1000 Beiträge seit 29.12.00)

Mayne schrieb am 26. Juni 2011 18:54

> wizard m schrieb am 26. Juni 2011 18:39
>
> > Blockaden genehmigter Demonstrationen von Rechtsextremen sind kein
> > Mittel demokratischer Auseinandersetzung sondern selbst Zeichen einer
> > extremistischen antidemokratischen Haltung.
>
> Hältst Du auch Sitzblockaden von z.B. Atommülltransporten für
> "antidemokratisch"? Oder die Sitzblockaden in Stuttgart?

Tangiert eine Sitzblockade bei einem Atommülltransport oder Stuttgart
21 ein Grundrecht oder tangiert eher der Atommülltransport oder
Stuttgart 21 Grundrechte von Bürgern?

bombjack

Edit: Würdest Du z.B. konservativen Gegendemonstranten gegen eine
linke Demo auch das Recht einräumen diese zu blockieren?





...


Aus: "Bericht: Über 1 Million Mobilfunkgespräche bei Anti-Nazi-Demo in Dresden erfasst" (26.06.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Ueber-1-Million-Mobilfunkgespraeche-bei-Anti-Nazi-Demo-in-Dresden-erfasst-1268104.html

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« Reply #141 on: June 28, 2011, 09:27:30 AM »

Quote
[...] Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat der EU-Ministerrat schon im April beschlossen, die Erhebung von Flugpassagierdaten auf innereuropäische Flüge auszuweiten. Gravierende Einwände der eigenen Rechtsabteilung wurden dabei ignoriert.

Laut Informationen, die ORF.at vorliegen, gibt es bereits einen Beschluss des EU-Ministerrats, die geplante Erfassung sämtlicher Flüge aus dem EU-Territorium in Drittstaaten und vice versa auszuweiten.

Wie aus Diplomatenkreisen zu erfahren war, war bereits am 11. April im Ministerrat beschlossen worden, auch Passagierdaten ("Passenger Name Records", PNR) von Flügen innerhalb der EU zu erfassen.

Bei diesem bis jetzt nicht veröffentlichen Ratsbeschluss handelt es sich um einen der üblichen "Kompromisse", der - wie so oft - auf Betreiben der Briten zustande gekommen war. Großbritannien, Irland und Schweden hatten darauf gedrängt, auch die Passagierdaten von Binnenflügen zu erheben, ganz nach dem Muster, das die UKUSA-Staaten USA, Australien und Kanada vorgegeben haben.

Wie schon der Name UKUSA sagt, ist das "United Kingdom" bei diesem 1947 gegründeten Bündnis an führender Stelle mit dabei. Zentraler Inhalt des Abkommens ist der Austausch von Geheimdienstinformationen.

Als "Kompromiss" betrifft der Ratsbeschluss nicht sämtliche innereuropäischen Flugbewegungen, sondern nur solche nach einem Modus, der noch festzulegen ist. Und darum wird jetzt heftig gerangelt, eine Anzahl von EU-Mitgliedsstaaten legt sich nämlich quer.

So hatten die österreichische und niederländischen Delegationen auf einer Sitzung der Ratsarbeitsgruppe GENVAL ("Working Party on General Matters, including Evaluation") im Mai grundsätzliche Zweifel an Nutzen und Verhältnismäßigkeit des Vorhabens angemeldet. Österreich schlug vor, es den Mitgliedsstaaten zu überlassen, von welchen - internationalen wie innereuropäischen - Flügen Daten erfasst werden.

Die bei der Sitzung anwesenden Kommissionsvertreter lehnten das vehement ab. Wenn nur ausgewählte Flüge erfasst würden, dann sei die Maßnahme in Bezug auf "reaktive und proaktive Nutzung" sinnlos.

Um verhältnismäßig zu sein, müsse die Regelung aber zwangsweise nützlich sein. Mit "reaktive und proaktive Nutzung" ist die Auswertung der mittels Data-Mining von sämtlichen Reisen aller Flugpassagiere gewonnenen individuellen Bewegungsprofile gemeint.

Deutschland erneuerte seinen generellen Prüfvorbehalt des gesamten Unterfangens und ersuchte die Rechtsabteilung des Ministerrats, ihre Einwände schriftlich näher zu erläutern. Österreich schloss sich dieser Forderung an.

Die Rechtsabteilung des Rats selbst hatte in der nämlichen Sitzung der Ratsarbeitsgruppe GENVAL eine juristische Bombe platzen lassen.

...

Quote
cyana | vor 51 Minuten
Danke für diesen aufschlussreichen Hintergrundartikel !

Nicht dass es mich sonderlich überraschen würde - abgesehen von dem Umstand, dass es tatsächlich Länder gibt, die den Überwachungswahn skeptisch sehen, und dass erfreulicherweise Ö darunter ist - ist die Unverfrorenheit der EU Kommission erschreckend. Offenkundig fürchten sich die Politiker vor ihren Untertanen, anders ist der Generalterrorverdacht gegen die Bevölkerung der EU wohl nicht erklärbar.




Aus: "Flugdaten: Geheimbeschluss im EU-Ministerrat" (27. 6. 2011)
Quelle: http://fm4.orf.at/stories/1684537/

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« Reply #142 on: July 06, 2011, 08:08:56 AM »

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[...] Als "peinlich" bezeichnete Jan Philipp Albrecht von den Grünen die bislang von Malmström abgelieferten Ergebnisse. Die Entwürfe seien ein "Freibrief für das Verknüpfen und Analysieren aller möglicher Daten", sie würden zu einer "anlasslosen Vorratsdatenspeicherung" führen.

... Man könne nicht Millionen von Daten unbescholtener Bürger für 15 Jahre speichern, sagte Birgit Sippel von den Sozialdemokraten. Die Kommission bleibe mit den aktuellen Verhandlungsergebnissen hinter den Standards zurück, die etwa für die Übergabe der Bankdatentransfers ausgehandelt wurden. Die liberale Abgeordnete Sophie In't Veld meinte, die Einwände der Rechtsdienste seien "keine Kleinigkeiten". In't Veld lehnte einen direkten Zugriff der USA auf die bei Dienstleistern wie Amadeus gespeicherten Daten über Fluggäste ab. Da Zugriffe auf Amadeus nicht protokolliert würden, könnte auf weit mehr Daten als vorgesehen zugegriffen werden. Kritisch angemerkt wurde von Abgeordneten schließlich auch, dass für die USA, Kanada, Australien und andere Länder unterschiedliche Standards gelten sollen.

... Lediglich einzelne konservative Abgeordnete, etwa der britische Abgeordnete Timothy Kirkhope, sprachen sich dafür aus, bei dem Reizthema endlich voranzukommen und die noch bestehenden offenen Fragen zu klären. Anders als die Kritiker vertrat Kirkhope, der auch Berichterstatter für die parallel diskutierte EU-Variante für den Fluggastdatenaustausch ist, die Ansicht, dass die Wirksamkeit des Fluggastdatenaustauschs bei der Aufklärung "schwerer Verbrechen, Mord, Vergewaltigung, Terrorismus und Menschenhandel" bereits nachgewiesen sei. Malmström nannte ihrerseits die erzielten Verhandlungsergebnisse bereits eine enorme Verbesserung gegenüber dem provisorisch geltenden Status Quo. Letztlich, so die Kommissarin, könne jedes Land entscheiden könne, wer landen beziehungsweise einreisen kann. (Monika Ermert) / (anw)


Aus: "Schlagabtausch zu Fluggastdatenabkommen im EU-Parlament" (05.07.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schlagabtausch-zu-Fluggastdatenabkommen-im-EU-Parlament-1273400.html

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« Reply #143 on: July 06, 2011, 01:11:47 PM »

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[...] ZEIT ONLINE: Viele Ihrer Kunden wussten nicht, dass TomTom anonym Verkehrsdaten sammelt, bevor es zur Affäre um die holländische Polizei und ihre dank TomTom-Daten besonders gut platzierten Radarfallen kam. Wissen die Leute jetzt, was ihr Navi da im Hintergrund erfasst?

Harold Goddijn: Erst einmal würde ich sagen, dass das so nicht stimmt. Die Leute wussten das auch früher schon. Erstens fragen wir unsere Kunden innerhalb der Software, ob sie mitmachen wollen. Zweitens sagen wir schon lange klar, dass wir anonym Daten sammeln, um unsere Verkehrsdatenbank IQ damit zu füttern. Diese Informationen helfen uns, bessere Produkte anzubieten, mit denen die Kunden schneller ans Ziel kommen.
In unserem öffentlichen "Traffic Manifesto" steht zum Beispiel, dass wir Bewegungsdaten sammeln und auch GPS-Punkte, um unsere Karten zu validieren, um Fehler und Veränderungen in der Straßenlandschaft zu finden und um Stauinformationen zu bekommen. Deshalb glaube ich nicht, dass das für die Kunden wirklich eine Überraschung war.

ZEIT ONLINE: Kritisiert wurde vor allem, dass TomTom Daten an Stellen verkauft hat, die Autofahrer normalerweise nicht mögen, an Polizeibehörden mit ihren Blitzgeräten...

Goddijn: Ganz so einfach ist das nicht. Ja, wir wissen viel über das Straßennetz, in vielen Fällen sogar mehr als staatliche Stellen. Regierungen kommen seit Langem zu uns und fragen, wie ist die Situation an dieser Stelle ihrer Straßeninfrastruktur, wie ist sie an jener, was könnten wir besser machen? Aus diesem Grund haben wir unsere anonyme Datenbank geöffnet und lizenziert. So ist es möglich, besser zu planen, Staustellen zu erkennen, zu ermitteln, was eine neue Straße bringen würde und vieles mehr.


Aus: ""Wir wissen mehr über Straßen als der Staat"" Von Ben Schwan (5.7.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-07/tomtom-daten

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« Reply #144 on: July 14, 2011, 09:34:10 AM »

Quote
[...] EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat Vorschläge für den Aufbau eines europäischen Systems zur Auswertung von Überweisungsinformationen im Rahmen der Terrorismusbekämpfung vorgelegt. Demnach soll in Europa ein "Terrorist Finance Tracking System" (TFTS) analog zum umstrittenen "Terrorist Finance Tracking Program" (TFTP) der USA errichtet werden. Damit solle vor allem die Masse der Daten, die aus dem Finanznetzwerk SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) auf Grundlage des bestehenden transatlantischen Abkommens an die Vereinigten Staaten übergeben wird, reduziert werden. Malmström betonte, dass "die uneingeschränkte Achtung der Grundrechte der europäischen Bürger" sowie "Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit" zu gewährleisten seien.

...

Quote
13. Juli 2011 14:57
Dasselbe in Grün.
Watteschmeisser (mehr als 1000 Beiträge seit 16.01.07)

Ob jetzt die USA oder Frankreich und Deutschland die Bankdaten für
Wirtschaftsspionage verwenden, ist auch schon egal.


Quote
13. Juli 2011 15:03
Mir ist vollkommen egal, welcher Staat mich bespitzelt.
Largor (mehr als 1000 Beiträge seit 14.02.03)

Egal ob Deutschland, USA oder EU, solange kein Anfangsverdacht
besteht, haben Bankdaten geschützt zu sein! Würde sich die Werten
Damen und Herren doch nur mit halbsoviel Engagement gegen Korruption
in der Politik engagieren...


Quote
13. Juli 2011 15:46
Der einzudämmende Terror, ...
Michael Dankert,

...der mir tagtäglich das Leben schwer macht - die vielen Attentate,
wegen denen ich regelmässig zu spät zur Arbeit komme, die gehören
eingedämmt, jawohl!


Quote
14. Juli 2011 08:20
Mensch, wenn wir die in Brüssel nicht hätten.....
gsxr1000

hier in Deutschland wird sich ja über jeden Mist aufgeregt.
z.B. dass in Dresden alle Handy Daten verdachtsunbezogen ausgewertet
wurden.

Da muss jetzt mal eine ausserdemokratische übergeordnete
Zentralregierung das Heft in die Hand nehmen und auf die massive und latente
Terrorgefahr reagieren.



Aus: "EU-Kommission will Bankdaten zur Terrorbekämpfung auswerten" Stefan Krempl (13.07.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommission-will-Bankdaten-zur-Terrorbekaempfung-auswerten-1278780.html


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« Reply #145 on: October 15, 2011, 02:15:34 PM »

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[...] Für William Bratton, den früheren Polizeichef von New York und Los Angeles, gehört die massive Informationsanalyse längst zum gängigen Handwerkszeug der Strafverfolger. Die im Spielberg-Streifen "Minority Report" unter dem Stichwort "PreCrime" gezeigten Versuche zur Voraussage künftiger Verbrechen könnten heute mit einem iPad bewältigt werden, erklärte der "Supercop" am Freitag auf der "Wired"-Konferenz in London. In der täglichen Polizeiarbeit drehe sich spätestens seit den Anschlägen am 11. September 2001 alles um die Datensammlung und die daraus ableitbaren Aufklärungsmöglichkeiten.

Zusammen mit Universitäten arbeiteten führende Polizeibehörden in den USA derzeit an neuen Algorithmen zur Verhinderung von Straftaten, führte Bratton weiter aus. Schließlich sei es besser, einen Angriff oder einen Mord zu verhindern als darauf im Nachhinein zu reagieren. Als Beispiel nannte er die Überwachung der Aktivitäten bekannter Gangs in sozialen Netzwerken vor deren üblichen Geburtstagsfeiern, die regelmäßig zu Ausschreitungen führten. So könne die Polizei rascher Einsatzkräfte zum richtigen Ort schicken und Auseinandersetzungen mit Mitgliedern anderer Banden frühzeitig unterbinden.

Hinter "PreCrime"-artigen Systemen und dem Einsatz von Informationstechnik im Polizeialltag steckt für den Praktiker wenig Geheimnisvolles oder Anstößiges. In New York habe er Mitte der 1990er "CompStat" eingeführt, eine Datenbank zur Aufzeichnung aller von Strafverfolgern in der Großstadt registrierten Delikten. Dies habe geholfen, Muster und Trends der Verbrechensentwicklung auszumachen, damit verbundene Kriminalitätsschwerpunkte zu identifizieren, darauf rasch zu reagieren und durch ständige Kontrollen ein Wiederaufflammen von Konflikten zu verhindern. Das Vorgehen entspreche der Krebstherapie mit der Identifizierung kranker Zellen, Chemotherapie, Operation und Überwachung des Behandlungserfolgs. Letztlich setzten Menschen die gleichen Mechanismen auch bei einem Flirt an der Bar und Folgeaktionen am nächsten Tag ein.

Soziale Netzwerke spielen laut Bratton nicht nur bei der Strafverhinderung eine wichtige Rolle, sondern erleichtern potenziellen Übeltätern zunächst auch das Zusammenspiel und fordern die Analysefähigkeiten der Überwacher heraus. Facebook und Konsorten ermutigten Leute, sich an Protesten und Aufständen zu beteiligen, meinte der Experte. Sie stellten "neue Elemente der Verunsicherung" dar. Von einer Sperre sozialer Netzwerke und Echtzeitkommunikationsmöglichkeiten in Krisensituationen, wie sie die britische Regierung nach den jüngsten Revolten in London im Sommer diskutierte, hält Bratton aber nichts. Er selbst habe beim großflächigen Blackout-Netzausfall in dieser Woche erfahren, wie sehr mit einer solchen Maßnahme auch wichtige und hilfreiche Kommunikationsvorgänge verhindert würden. Vorstellbar sei höchstens eine gezielte kurzfristige Abkoppelung einzelner für Unruhe sorgender Teilnehmer vom Netz.

Die Wirtschaft steht der Staatsmacht beim Data Mining in keiner Weise nach. "Big Data bedeutet Big Business", erklärte Werner Vogels, Cheftechniker von Amazon, auf der Tagung. Die Sammlung, Speicherung, Organisation und Analyse möglichst vieler Daten sei nötig, um Geschäftsprozesse rasch an die Wünsche von Kunden anzupassen. Probleme mit dem Vorhalten von Informationen haben sich laut Vogels mit dem Cloud Computing erledigt. Dieses erlaube die Fokussierung auf die Arbeit an Methoden und Algorithmen zur Datenauswertung, die durch Googles MapReduce und die freie Software-Datenbank Hadoop erleichtert würde. Hilfreich seien auch Verfahren zum Crowdsourcing und zur Verschlagwortung von Informationsmengen, wie sie Amazon selbst etwa mit dem Dienstleistungsmarktplatz " Mechanical Turk" eröffnet habe.

Geoff McGrath, Manager bei McLaren Applied Technologies, beschrieb die Bedeutung, die Datenverarbeitung in Echtzeit im Autorennsport erhalten habe. Ein einzelner Wagen liefere permanent Hunderte Millionen an Informationen, die von 40 Mitarbeitern direkt an der Strecke, 40 in der Werkstatt vor Ort und ebenso vielen Mitstreitern in der Einsatzzentrale bei London analysiert würden. Wichtig dabei sei vor allem, Formen der "vorschreibenden Intelligenz" zu entwickeln, um auf Szenarien wie einen plötzlichen Regenguss oder einen Crash sekundenschnell reagieren zu können. Es sei zwar nicht möglich, die Zukunft vorauszusagen, räumte McGrath ein. Man könne Reaktionsformen aber vorformulieren und diese im Notfall direkt zur Anwendung bringen. Auch für andere Sportarten wie Leichtathletik oder Fußball werden solche Vorgehensweisen bedeutsam: Dafür versehe der McLaren-Ableger Sportler mit einem "Body Area Network", um die Körperfunktionen zu überwachen und Anzeichen für eine Überstrapazierung einzelner Teile festzustellen. Ebenso gewännen solche Berechnungsmethoden im Verkehrsmanagement oder im Einzelhandel an Bedeutung.

Auch der gesellschaftliche Bereich profitiere von Big Data, führte Juliana Rotich aus, Mitgründerin der "Crowdmapping"-Plattform Ushahidi. Über die Technik könnten Nutzer unter anderem in Echtzeit lokale Konfliktherde markieren und Warnungen aussprechen. Dies zeige zugleich, dass eine Community lebendig sei. In Verknüpfung mit dem "Open Data"-Ansatz, dem sich gerade auch ihr Heimatland Kenia verschrieben habe, könne etwa auch das Verhältnis von Lehrern zu Schülern in der Umgebung angezeigt werden. Letztlich handele es sich bei jeder Crowdmap, die Leute ins Web stellen, um eine Bereicherung des "Netzwerks der Netzwerke". ( Stefan Krempl) / (gr)


Aus: "Ex-Polizeichef: Kriminalitätsvorhersage à la "Minority Report" schon alltäglich" (15.10.2011)
Quelle:  http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ex-Polizeichef-Kriminalitaetsvorhersage-a-la-Minority-Report-schon-alltaeglich-1361796.html

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« Reply #146 on: November 13, 2011, 10:04:55 AM »

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[...] Die Facebook-Welt bricht über die Arbeitswelt herein. Wie schon vor einigen Jahren, als sich die E-Mails ins Arbeitsleben schlichen, hat bereits mehr als die Hälfte der großen amerikanischen Unternehmen Regeln zur Benutzung der sozialen Netzwerke aufgestellt. Auch in Deutschland entstehen solche Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern reihenweise in Firmen und Behörden.

Da überrascht es nicht, dass gewiefte Anbieter versprechen, bei der Kontrolle der Einhaltung dieser Vorgaben zu helfen. Und wie üblich im 21. Jahrhundert, ist der Kontrolleur kein Mensch mehr, sondern eine Software. Doch die Algorithmen können deutlich mehr, als nur über die Einhaltung der Regeln beim Twittern zu wachen. Sie krempeln die Arbeit ganzer Personalabteilungen um.

Um die firmeninternen Vereinbarungen durchzusetzen, sollen die Informationsströme überwacht werden. Dabei erfassen die Systeme nebenher alles, was Mitarbeiter aus dem Firmennetz heraus auf privaten Websites und in sozialen Netzen treiben. Die Namen der Mitgliedskonten der Mitarbeiter bei Twitter oder Facebook landen so in den Kontrollstrukturen. Und fertigt die Software einmal Protokolle an, werden der E-Mail-Verkehr, Chat-Nachrichten, Kalenderdaten und Telefonkontakte gespeichert.

Was als Analyse- und Monitoringsysteme der Aktivitäten und Interaktionen von Mitarbeitern heute angeboten wird, zielt längst nicht mehr nur auf eine einfache Auswertung. Die Anbieter werben damit, dass Kommunikationsmuster automatisch gefunden und darin Anomalien identifiziert werden können - automatische Erkennung suboptimaler Effizienz, rufschädigendes Verhalten oder Geheimnisverrat inklusive.

Die Abläufe der internen und externen Kommunikation im Unternehmen lassen sich mitarbeitergenau visualieren. Der Wert des Einzelnen und seine „Performance“ können errechnet und auch vergleichend graphisch dargestellt werden. Der arbeitende Mensch muss sich in ähnliche Kriterien einordnen lassen, wie wir sie sonst bei Maschinen oder Fahrzeugen kennen. Selbst an das „Return On Investment“ ist gedacht: Hat sich für die berechnete Effektivität des Angestellten die vom Arbeitgeber bezahlte Weiterbildung gelohnt? Kann die Optimierung der Arbeitsvorgänge noch verbessert werden? All das liefern die Algorithmen auf Knopfdruck, bunt und gern auch im Zeitverlauf.

Zugleich kann nach den „Superconnectors“ der Firma gefahndet werden, über deren Schreibtische die entscheidenden Impulse laufen. Auch die „Flaschenhälse“ sind im Handumdrehen identifiziert: Wo stockt der Informationsfluss, wer ist die Bremse im Betrieb? Die mathematisch-statistischen Methoden der neuzeitlichen Kontrollsoftware sind unerbittlich. Der fortwährend steigende Einsatz mobiler Geräte und deren Vernetzung erlauben die permanente Erfassung solcher Datenströme, die eine Informationsdichte ermöglichen, die im vordigitalen Zeitalter undenkbar war. Die Mobiltelefone protokollieren - auf Wunsch oder unbemerkt - die Bewegungsprofile und Aktivitäten der Nutzer. Das erleichtert Kontrollalgorithmen ihre Arbeit ungemein, werden die Daten doch technisch generiert, ohne auf die aktive Kooperation des Mitarbeiters setzen zu müssen. Neben der quantitativen steigt so auch die qualitative Aussagekraft.

Was ein Personalchef in einem halben Arbeitsleben an Erfahrungen gesammelt hat, wird ersetzt durch algorithmisch detektierte „Muster des Erfolges“: Die Software vergleicht die Profile erfolgreicher Mitarbeiter und bildet Korrelationen aus den Daten der Ausbildung, besuchter Universitäten, früherer Positionen, Zusatzqualifikationen. Diejenigen mit dem besten Punktekonto können so gezielt bei Beförderungen und Bewerbungen berücksichtigt werden.


Nach ähnlichen Verfahren werden auch „Muster der Kündigungen“ ermittelt: Betrachtet werden im Nachhinein die Daten derjenigen, die in den letzten Jahren das Unternehmen verließen, um das typische Profil eines Kündigungskandidaten zu errechnen. Vergleicht man dieses Profil mit den derzeitigen Angestellten und deren individuellen Parametern, fallen etwa Entscheidungen über anstehende Weiterbildungen anders aus, hat die Software doch potentiell Fahnenflüchtige identifiziert, in deren Arbeitsleistung kaum mehr investiert zu werden braucht.

Es gibt Firmen in diesem Markt, die ihre Humankapital-Analyseprodukte auf so eindrucksvoll unzweideutige Weise bewerben, dass einem das kalte Grausen kommen kann. Es kostet den Arbeitgeber zwischen ein und zehn Dollar pro Mitarbeiter, um je nach gewünschter Detailtiefe neben den internen Informationsströmen die öffentlich zugänglichen Daten seines Angestellten von Facebook, Twitter, Myspace, Youtube und Linkedin einzusammeln und zu bewerten.

Die Anbieter haben kaum bekannte Namen wie Teneros oder Cataphora, doch auch die großen Player im Softwaremarkt sind dabei: Microsoft, IBM, Oracle. Der Sprung zu Angeboten für den anders gestrickten deutschen Rechtsraum ist bereits gemacht und die digitale Archäologie der Informationsströme der hiesigen Arbeitnehmer zur Generierung präziser Verhaltenszusammenfassungen in vollem Gange. Da scheinen der schon fast vergessene Telekom-Skandal und die Schnüffelei in den Telefonverbindungen der Mitarbeiter wie aus einer anderen Zeit.

Ein Wandel ist offenkundig bereits eingetreten, gerade auch im Arbeitsleben und in der Bewertung von Mitarbeitern. Natürlich wäre es mehr als angemessen, diese Entwicklung hinsichtlich des Schutzes der Beschäftigen nicht nur zu hinterfragen, sondern aktiv zu gestalten. Doch dieser technologischen Umwälzung steht derzeit ein Entwurf zum Beschäftigten-Datenschutz gegenüber, der die Zeichen der Zeit nicht einmal im Ansatz erkannt hat und gestriger kaum sein könnte.

Quote
Patrick Holz - 11.11.2011 12:07 Uhr

D'accord

... Im Grunde sind solche digitalen Humankapitalbewerter ein Rückschritt zu Taylorismus und Panoptikum - die Fortsetzung (zu strikter) standartisierter, hierarchischer Auswahlmethoden die gerade in der innovationslastigen knowledge economy kontraproduktiv sind.



Aus: "Der gläserne Angestellte im Mahlstrom seiner Daten" Von Constanze Kurz (10.11.2011 )
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/aus-dem-maschinenraum-der-glaeserne-angestellte-im-mahlstrom-seiner-daten-11524174.html

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« Reply #147 on: November 29, 2011, 09:50:21 AM »

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[...]Fluggastdaten an die USA – Analyse

... In der Kurz-Analyse heißt es: “Es wird nicht im konkreten Verdachtsfall ermittelt sondern erst der Verdachtsmoment durch die Datenanalyse (Profiling) kreiert, woraufhin anschließend die Unschuld des Betroffenen festgestellt werden muss. Das ist eine vollständige Umkehr der Unschuldsvermutung! Darüber hinaus ist die Maßnahme jenseits jeder Verhältnismäßigkeit! Die Datenkategorien sind nach wie vor sehr weitreichend und die Speicherdauer zu lang. Das Abkommen wird zu keinem Zeitpunkt mehr Rechtssicherheit garantieren können, da NUR durch einen internationalen Vertrag, der auch vom US-Senat angenommen werden müsste, Rechtssicherheit vor US-Gerichten tatsächlich garantiert wird! Darüber hinaus sind auch die im Abkommen festgehaltenen Rechtsinstrumente belanglos, da die Definitionen zuvor zu schwammig sind, als dass man einen Missbrauch klar erkennen kann. Darüber hinaus gelten die Reglungen nicht für bisher gespeicherte PNR Daten. ..."


Aus: "Fluggastdaten an die USA – Analyse" (November 28th, 2011)
Quelle: http://www.nopnr.org/fluggastdaten-an-die-usa-analyse/

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« Reply #148 on: November 29, 2011, 11:50:26 AM »

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[...] In IKEA-Filialen folgen Mitarbeiter ausgewählten Kunden und beobachten, wohin diese laufen und was sie sich anschauen. In Supermärkten testen Psychologen, welche Regalhöhen, Gangbreiten und Laufwege sinnvoll sind, um so viel wie möglich zu verkaufen. Manche Geschäfte setzen Kameras ein, um Kunden beim Einkaufen auszuspähen. Und auf Internetseiten wird mithilfe von sogenannten Cookies verfolgt, was die Menschen anschauen. In den USA werden zu dieser Art Kundenbeobachtung nun Handydaten ausgewertet.

Zwei Einkaufszentren haben gerade damit begonnen, die Bewegungen ihrer Kunden anhand von Handy-Standortdaten zu erfassen. In den Malls Promenade Temecula im Süden Kaliforniens und Short Pump Town Center in Richmond im Bundesstaat Virginia sind seit dem vergangenen Freitag Scanner installiert, die die Gerätekennung von Mobiltelefonen registrieren und speichern.

Beide Malls gehören zu Forest City, einem amerikanischen Immobilienunternehmen. Das erklärte in einer Mitteilung, der Einsatz der Scanner sei ein Test, um Kundenbewegungen zu beobachten und "das Einkaufserlebnis zu verbessern". Vom 25. November bis zum Neujahrstag würden in den beiden Malls die Daten gesammelt.

Die Technologie, die das Unternehmen einsetzt, nennt sich Footpath und stammt von einer britischen Firma namens Path Intelligence. Zwar versichert Forest City, dass Datenschutz und Anonymität bei dem Verfahren gewahrt blieben. Zweifel sind aber angebracht. Weder Forest City noch Path Intelligence sagen in ihren Mitteilungen dazu, welche Daten der Kundenhandys sie nun genau speichern. Es heißt lediglich: "Die Geräte registrieren Signale der Mobiltelefone der Kunden und versenden diese Daten, damit sie ausgewertet werden können. Die Technik sammelt keine persönlichen Informationen oder Telefonnummern."

Die Scanner registrieren wahrscheinlich die Identifizierungsnummer der SIM-Karte, die sogenannte IMSI. Dafür spricht, dass Path Intelligence die Nationalität der Kunden kennt und diese Information ebenfalls als Auswertungsmerkmal anbietet. Denn die IMSI soll Mobilfunkkunden eindeutig identifizierbar machen – weltweit. Sie enthält dazu unter anderem eine Länderkennung, der Code 262 steht beispielsweise für Deutschland. Jede Nummer wird auch nur einmal vergeben und lässt sich zu einem Mobilfunkvertrag zurückverfolgen.

Path Intelligence und die Mall-Betreiber können das zwar wahrscheinlich nicht. Beide versichern auch, sie seien an der Identität der Menschen gar nicht interessiert, was durchaus vorstellbar ist. Trotzdem sind solche Datenbanken ein Risiko, ziehen sie doch Hacker, Kriminelle und Strafermittler geradezu magisch an. Gleichzeitig kann auch problemlos ein Gesicht mit einem Handystandort verknüpft werden. In solchen Shoppingcentern ist eine Videoüberwachung schließlich allgegenwärtig.

Unabhängig davon dürften die Daten viel über das Verhalten der Kunden verraten: welche Geschäfte beliebt sind, welche Orte so oft frequentiert werden, dass Werbung dort besonders sinnvoll ist, welche Ecken nur kurz angesteuert werden, in welcher Kombination verschiedene Läden besucht werden, zu welcher Uhrzeit. Problemlos lassen sich so Profile erstellen.

Damit sind interessante Anwendungen denkbar, denn die Computer können wahrscheinlich jeden Kunden nach wenigen Minuten Beobachtung einem bestimmten Profil zuordnen. Path Intelligence wirbt damit, dass der "Besuchertyp" identifiziert werden könne, ob also jemand ein "Einkäufer", ein "Angestellter", "Hindurchläufer" oder ein "Muße-Suchender" sei.

Denkbar wäre, diese Profile für gezieltes Marketing zu nutzen und den Menschen entsprechende Botschaften auf ihre Handys zu schicken. So praktisch das sicher viele fänden, mit dieser Technik ist auch eine Beeinflussung des Kaufverhaltens vorstellbar. Jene beispielsweise, die als schlechte Kunden identifiziert werden, bekämen dann eben keine Sonderangebote präsentiert und nicht die Chance, irgendwo einen Rabatt zu erhalten – da das Kalkül lauten könnte, dass sie sowieso nie wiederkommen.

Denn auch das registrieren die Scanner. Immerhin wirbt der Anbieter auf seiner Website damit, dass unter anderem die "frequency of visits" gemessen werden könne, die Häufigkeit also, in der ein Kunde wiederkommt. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Identifizierungsnummer der SIM-Karte gespeichert wird.

Schon das ohne Anlass vollständige Erfassen der IMSI in einem Gebiet gilt deutschen Datenschützern als Eingriff in die Grundrechte. Die Speicherung über einen unbekannten Zeitraum zu einem letztlich unbekannten künftigen Zweck macht das Problem noch schlimmer. Und auch in den USA regt sich leiser Widerstand. Das Wirtschaftsmagazin Forbes immerhin kommentiert, das Ganze "rieche irgendwie illegal".

Möglicherweise befassen sich ja demnächst auch hierzulande Datenschützer mit dem Verfahren. Denn die USA sind dieses Mal nicht der Vorreiter bei einer neuen Überwachungstechnologie. CNN berichtet, die Scanner der britischen Firma seien bereits in Einkaufszentren in Europa und Australien eingesetzt worden.

Den Kunden bleibt solange nur die Hoffnung, dass sie das kleine Hinweisschild am Eingang bemerken und ihr Handy rechtzeitig ausschalten.

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    ikonaut
    28.11.2011 um 18:13 Uhr

... um die ecke gibts wunderbare gebrauchte anonyme simkarten.


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    rhapsodie
    28.11.2011 um 19:58 Uhr

Ob Ausschalten hilft?

Ich vermute mal man müsste bei modernen Mobiles schon den Akku rausnehmen. Bin mir da aber nicht ganz sicher ...




Aus: "Einkaufszentren sammeln Handydaten ihrer Kunden" Von Kai Biermann  (28.11.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-11/footpath-einkaufszentren-handydaten

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« Reply #149 on: December 27, 2011, 01:25:32 PM »

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[...] Die Suche nach Kinderpornografie im Netz soll nach den derzeitigen Vorstellungen der Verantwortlichen von White-IT nun "proaktiv" erfolgen, wie es in internen Projektpapieren heißt. Mit anderen Worten: Suchmaschinen, Mailanbieter, Websitehoster, Filesharing-Dienste, kurz: all jene, die im Netz Inhalte weiterreichen oder Nutzern zugänglich machen, sollen in ihren Systemen nach strafbaren Bildern suchen. Auch großen Firmen will man die Technik anbieten, damit sie in ihren internen Netzwerken auf den Rechnern der Mitarbeiter suchen können.

Was im ersten Moment logisch klingen mag, ist aus gutem Grund rechtlich heikel, beziehungsweise bislang verboten. Handelt es sich dabei doch letztlich um eine Überwachung aller Nutzer ohne konkreten Anlass oder Verdacht.

Die Technik, die für diese Überwachung nötig wäre, gibt es längst, als Sicherheitsverfahren: Computer sind derzeit nicht in der Lage, von sich aus zu entscheiden, was auf einem Bild zu sehen ist. Sie können zwar Gesichter erkennen und finden, nicht aber zuverlässig und rechtlich sauber bewerten, ob sie gerade einen von Modigliani gemalten Akt vor sich haben oder Kinderpornografie.

Allerdings lassen sich digitale Bilder, die ja auch nur aus Daten bestehen, anhand sogenannter Prüfsummen mathematisch eindeutig darstellen. Werden die Bilddaten mit einer bestimmten Formel bearbeitet, ergibt sich als Ergebnis ein Zahlencode, der nur für dieses eine Bild existiert. Jede Änderung am Bild, sei sie noch so klein, würde zu einer anderen Prüfsumme führen.

Diese Prüfsummen, Hash-Werte genannt, wurden eigentlich als Sicherheitsverfahren entwickelt. Mit ihnen lässt sich erkennen, ob eine digitale Nachricht auf dem Weg vom Sender zum Empfänger manipuliert wurde. Aber Hash-Werte können eben auch als eine Art Fingerabdruck einer Datei dienen, um diese unter vielen anderen Dateien herauszufiltern.

[...] Der Algorithmus, mit dem die Hashes berechnet werden, stammt von einer privaten Firma. Die stellt jedem, der es wünscht, ihr Programm und ihre Datenbank namens Perkeo (eine Abkürzung für Programm zur Erkennung relevanter kinderpornografisch eindeutiger Objekte) gegen entsprechende Gebühr zur Verfügung. Die Polizeien nutzen die Datenbank und füttern sie gleichzeitig mit den Hashes neu gefundener Bilder. Schätzungsweise 170.000 Dateien sollen inzwischen in ihr enthalten sein.

Auch das Projekt White-IT will Perkeo nutzen, um im Netz nach verbotenen Bildern fahnden zu lassen. Dazu sollen die Hash-Werte an jeden Betreiber geschickt werden, der im Netz mit Inhalten hantiert. Gefunden werden können so zumindest die Bilder, die schon einmal als kinderpornografisch identifiziert worden sind, allerings keine Dateien, die neu in Umlauf gebracht werden.

Den Organisatoren von White-IT ist offensichtlich klar, dass sie damit in einem juristisch schwierigen Bereich operieren. Immerhin haben sie ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, ob die Hash-Werte überhaupt weitergegeben werden können und ob Provider selbst nach Kinderpornos fahnden dürfen.

Nach Aussage der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), die der Bekämpfung von Kinderpornografie dient und die an White-IT beteiligt ist, soll das Gutachten nur klären, ob Hashes weitergeleitet werden dürfen. Von einer geplanten Weitergabe an Firmen und Netzbetreiber wisse man nichts. Bislang liege auch noch kein Ergebnis dieser Prüfung vor, erklärte der Verein.

Auch der IT-Branchenverband Bitkom äußert sich zu dem Thema Einsatz von Hash-Werten nur vorsichtig: "Sollte die Politik diese Technologie auf einer klaren rechtlichen Grundlage einsetzen oder eine solche Grundlage neu schaffen wollen, würde sich die IT-Branche mit ihrem Know-how konstruktiv an einem Dialog beteiligen."

Die Vorsicht ist kein Wunder, denn bislang ist die Rechtslage eindeutig. Zugangsanbieter im Netz dürfen und sollen nicht wissen, welche Inhalte sie transportieren. Genau wie es die Telekom und die Post nichts angeht, was ihre Kunden an Telefonen und in Briefen mitteilen, haben sich auch die Provider nicht darum zu kümmern, welche Informationen ihre Nutzer teilen. Ein solcher Bilderscanner verstieße gegen das im Grundgesetz festgeschriebene Telekommunikationsgeheimnis.

Paragraf 7 des Telemediengesetzes (TMG) besagt daher auch, dass Provider nicht verantwortlich sind für die Tätigkeit ihrer Kunden und nicht verpflichtet, diese zu überwachen. Denn es wäre eine Überwachung, wenn jeder Anbieter die Mails, Daten, Websites und Filme durchsuchte, die seinen Kunden oder – bei Firmen – seinen Mitarbeitern gehören.

Genau das aber ist im Rahmen von White-IT geplant, wie zumindest die Ausschreibung für das Rechtsgutachten verrät. Demnach soll es diese Punkte prüfen. Zwar würde nur nach Kinderpornos gesucht, das aber bei jedem und jederzeit. Unser Rechtssystem verbietet einen solchen Generalverdacht, trotzdem gibt es solche Überlegungen immer wieder, wohl weil es technisch problemlos machbar ist. Software und Datenbank existieren, und sollten die Provider mitmachen, könnte es morgen losgehen.

Christian Bahls ist Gründer des Opfervereins Mogis, der sich dem Kampf gegen Netzsperren verschreiben hat. Auch Bahls ist Mitglied bei White-IT. Er sagt: "Im Bündnis White-IT sind natürlich auch vernünftige Akteure vertreten. Jedoch sehe ich den tatsächlichen Schutz von Opfern immer weiter in den Hintergrund treten. Dafür treten immer deutlicher die Projekte nach vorne, die eine neue Kontroll- und Überwachungsstruktur zu etablieren scheinen."

Bahls lehnt die Pläne mit den Hash-Werten ab. Denn solche Kontrollstrukturen schaffen oft mehr Probleme als sie lösen. Wer garantiert beispielsweise, dass die Hashes, die die Provider bekommen, wirklich nur die von Kinderpornos sind? Wer lediglich die Prüfsumme sieht, kann nicht erkennen, was sich hinter ihr verbirgt und ob es nicht vielleicht Wahlvideos einer Partei sind, die damit gefiltert werden. Denn diese Infrastruktur lässt sich, wenn sie erst einmal in Betrieb ist, auf beliebige Inhalte ausdehnen, seien es nun Bombenbauanleitungen oder Michael-Jackson-Videos.

Und längst nicht jedes eklige Bild ist aus rechtlicher Sicht wirklich Kinderpornografie. Es gibt viele Zwischenstufen und Grauzonen. Das BKA und die Polizeibehörden der Länder jedoch würden damit festlegen, was kriminell ist und was nicht. Das ist jedoch nicht ihre Aufgabe, dafür sind hierzulande immer noch Gerichte zuständig.

Aus dem gleichen Grund sind auch die Netzsperren gescheitert. Bei diesen sollte das BKA irgendwelche Webadressen an die Provider geben. Die hätten sich darauf verlassen müssen, dass die Sperrlisten korrekt sind. Eine richterliche oder anderweitig unabhängige Prüfung war nicht vorgesehen. Das ist sie bei White-IT bislang auch nicht.

Bahls hat sich daher entscheiden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Auf dem jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs will er am Dienstag einen Vortrag zu White-IT halten und seine Kritik daran vorstellen. Er sagt, er habe keine Möglichkeit mehr gesehen, "innerhalb der Strukturen von White-IT korrigierend auf diese einzuwirken". Dass Öffentlichkeit helfen kann, solche Pläne zu beerdigen, hat die Debatte um Netzsperren gezeigt.

Quote
    nixversteher
    27.12.2011 um 9:01 Uhr

Weshalb darf es keine Überwachung der benutzer des Internet ohne

konkreten Anlass geben?
Wer nicht zu verbergen hat, kann sich auch überwachen lassen. ...


Quote
    Traumflug
    27.12.2011 um 9:10 Uhr

Wer nicht zu verbergen hat, kann sich auch überwachen lassen.

Dieses Argument kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. ...





Aus: "Kinderporno-Fahndung bei allen Internetnutzern" Von Kai Biermann (27.12.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-12/white-it-netzfilter/komplettansicht

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