[...] Ein Sniffer kennt den so genannten non-promiscuous mode und den Promiscuous Mode. Im non-promiscuous mode wird der ankommende und abgehende Datenverkehr des eigenen Computers „gesnifft“. Im Promiscuous Mode sammelt der Sniffer den gesamten Datenverkehr an die in diesen Modus geschaltete Netzwerkschnittstelle. Es werden also nicht nur die an ihn adressierten Frames empfangen, sondern auch die nicht an ihn adressierten. Der Adressat eines Frames wird in Ethernet-Netzwerken anhand der MAC-Adresse festgelegt.
Weiterhin ist es von der Netzwerkstruktur abhängig, welche Daten ein Sniffer sehen kann. Werden die Computer mit Hubs verbunden, kann sämtlicher Traffic von den anderen Hosts mitgeschnitten werden. Wird ein Switch verwendet, ist nur wenig oder gar kein Datenverkehr zu sehen, der nicht für das sniffende System selbst bestimmt ist. Allerdings gibt es in diesem Fall mehrere Möglichkeiten wie z. B. ARP-Spoofing, ICMP Redirects, DHCP Spoofing oder MAC-Flooding, um trotzdem die Frames empfangen zu können. Ein Switch darf also nicht als Sicherheitsfeature gesehen werden.
Es gibt mehrere Gründe, einen Sniffer zu benutzen:
* Diagnose von Netzwerkproblemen
* Eindringungsversuche entdecken (Intrusion Detection Systems)
* Netzwerktraffic-Analyse und Filterung nach verdächtigem Inhalt
* Datenspionage
Aus: "Sniffer" (08/2007)
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sniffer-.-
[....] Das britische Parlament wurde englischen Medienberichten zufolge Anfang Januar gezielt mit E-Mails angegriffen, die ein präpariertes Bild in sich trugen, das die zu dem Zeitpunkt noch nicht von Microsoft geschlossene WMF-Lücke ausnutzen sollte. Die Angriffe sind laut den MessageLabs allesamt von Rechnern ausgegangen, die IP-Adressen aus China besaßen. Die maßgeschneiderten E-Mails wurden an 70 Parlamentarier versendet.
Offenbar häufen sich die Angriffe aus China auf Regierungen anderer Länder. Schon Anfang November letzten Jahres klauten Hacker der Gruppe Titan Rain vertrauliche Daten der US-Armee. Hinter dieser Gruppe wird die chinesische Regierung vermutet. Das britische National Infrastructure Security Co-ordination Centre (NISCC) beobachtete schon früher gezielte Versuche der Datenspionage aus dem asiatischen Raum und warnte vor der Gefahr.
Die MessageLabs, die als E-Mail-Provider für das britische Parlament arbeiten, haben aber alle böswilligen E-Mails abgefangen. Die Verbreitung des enthaltenen Trojaners TROJ_NASCENE.M beläuft sich daher Trend Micro zufolge auf null. Der Schädling hätte versucht, weitere Komponenten aus dem Netz nachzuladen, die den Angreifern beliebigen Zugriff auf die infizierten Maschinen gewährt hätte.
Aufgrund der IP-Adressen, die in den Angriffen genutzt wurden, auf chinesische Angreifer zu schließen, ist allerdings etwas voreilig. Gerade im asiatischen Raum sind zahlreiche Rechner von Schädlingen befallen. Die Urheber der Attacken könnten also irgendwo auf der Welt sitzen und ein Botnetz nutzen, das zufällig viele Drohnen in China hat.
Aus: "Britisches Parlament über WMF-Exploit angegriffen" (Meldung vom 24.01.2006)
Quelle:
http://www.heise.de/security/news/meldung/68732-.-
[...] Der deutsche Softwareanbieter SAP AG warnt seine Kunden dringend davor, am Telefon vertrauliche Informationen wie Zugangscodes preiszugeben. Das Unternehmen sieht sich zu der Warnung veranlasst, weil sich in letzter Zeit mehrfach Anrufer bei SAP-Kunden als Mitglieder des Support-Teams ausgegeben haben, um so vertrauliche Daten auszuspionieren. Es sei jedoch, so SAP, eine Regel des Hauses, niemals geheime Sicherheitsinformationen über das Telefon abzufragen. (pg)
Aus: "SAP warnt vor Datenspionage" (19.08.2004)
Quelle:
http://heftarchiv-cw.computerwoche.de/nachrichten/548832/-.-
[...] Telefone abhören, E-Mails abfangen, in fremde Computer eindringen - noch nie war es für ausländische Geheimdienste so einfach, deutsche Unternehmen auszuspionieren. Offiziell dienen diese Lauschangriffe meist dem Kampf gegen den Terrorismus. Doch sind die Datensätze erst einmal vorhanden, werden sie auch im Interesse der eigenen Industrie ausgeschlachtet.
[...] An die Spitze der Schnüffelei haben sich die amerikanischen Geheimdienste gesetzt. Vor allem die National Security Agency (NSA) betreibt eine gigantische Überwachungsmaschinerie. 38 000 Mathematiker, Informatiker und Sprachwissenschaftler nutzen im NSA-Hauptquartier im US-Bundesstaat Maryland die weltweit größte Ansammlung extrem leistungsstarker Superrechner, um den gesamten Telefon-, Daten- und E-Mail-Verkehr an den wichtigsten Knotenpunkten abzufangen und sekundenschnell nach brisanten Informationen zu durchforsten.
Weitere 250 000 Mitarbeiter, schätzt NSA-Experte James Bamford, sind im Central Security Service der Behörde beschäftigt und müssen im Ausland, etwa an den auf allen Kontinenten verteilten Horchstationen - Codewort Echelon - die abgefangenen Botschaften analysieren. Die Kapazitäten der weltweiten Glasfasernetze würden nicht ausreichen, alle herausgefischten Daten zur Weiterverarbeitung nach Crypto City zu schicken, wie die NSA-Zentrale in Geheimdienstkreisen heißt.
[...] Bei der Entwicklung neuer Technologien arbeitet die US-Industrie bereits eng mit der NSA zusammen. Internet-Produkte gehören für die US-Regierung zu den Schlüsseltechnologien, die nicht in ausländische Hände fallen dürfen. Die Fusion zwischen den Netzausrüstern Alcatel und Lucent bekam erst den Segen der US-Behörden, als Lucent „sensitive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die US-Regierung" aus der Ideenfabrik Bell Labs in eine separate Gesellschaft ausgliederte. Mit Ex-Verteidigungsminister William Perry, Ex-CIA-Chef James Woolsey und Ex-NSA-Chef Kenneth Minihan zogen gleich drei prominente Regierungsvertreter in den neu formierten Aufsichtsrat ein. Auch zu Cisco, dem Marktführer bei Internet-Routern, hält die NSA engen Kontakt.
Im großen Stil treibt die NSA diese Industriekooperationen voran. Ehemalige NSA-Chefs wie Minihan und der Vize-Chef William Crowell sitzen inzwischen in den Aufsichtsräten wichtiger Zulieferer wie Mantech (Schnüffelprogramme), Nexidia (Spracherkennung), Clearcube (ausgelagerte Rechner), Broadware (Videoüberwachung), Narus (Netzwerk-Management), RVision (Zoom-Kameratechnik), Safenet (Verschlüsselungsverfahren) und Choicepoint (Auswertungssoftware).
Einer der Hoflieferanten ist der Softwareanbieter Mantech. Speziell entwickelte Schnüffelprogramme wie das „Netwitness" (zu Deutsch Augenzeuge im Netz) schlagen an, sobald ein in den Suchlisten der NSA-Hochleistungsrechner hinterlegter Begriff in Telefonaten oder E-Mails fällt. Die Version 5.0 - so die aktuelle Produktbeschreibung - „zeichnet wie ein Videorekorder große Datenvolumina auf" und „sucht sofort automatisch Antworten auf die Fragen, wer wann wo was warum verschickt hat". Zwei Drittel des Umsatzes bringen die Großaufträge der US-Geheimdienste.
[...] Die NSA interessiert sich sogar für das Surfverhalten. So wurde Ende 2005 bekannt, dass die NSA Besucher der eigenen Web-Seite mit sogenannten Spyware-Cookies ausschnüffelt. Diese illegalen Schnüffelprogramme gelangen auf die Computer ahnungsloser Surfer, protokollieren alle angeklickten Web-Seiten, werten sie aus und leiten diese Daten an die NSA zurück. Nicht verstummen wollen zudem Gerüchte, dass die NSA eng mit dem Suchmaschinen-Betreiber Google kooperiert. Der Ex-Geheimdienstoffizier Robert David Steele behauptet, dass sich diese Partnerschaft vor allem auf die Entwicklung neuer sogenannter Data-Mining-Technologien konzentriert. Google soll der NSA helfen, noch besser und schneller bislang verborgene Schätze in großen Datenbanken zu heben.
[...] Wie groß die Sammelwut der US-Geheimdienste inzwischen ist, zeigt ein gerade erst unterzeichnetes Abkommen der EU-Kommission mit der US-Regierung, das die Weitergabe von Passagierdaten regelt. Vor einer Landung in den USA müssen die Fluggesellschaften 34 persönliche Daten ihrer Fluggäste, darunter E-Mail-Adresse, Handynummer und alle bisherigen Reiseziele, übermitteln. In den USA bekommen neben dem Grenzschutz auch die Geheimdienste Zugriff auf diese Informationen.
Selbst das Bankgeheimnis gilt in den USA nichts mehr. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 werden die Transaktionen des in Brüssel ansässigen Finanzdienstleisters Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) von US-Behörden gezielt überwacht. Über Swift tauschen 8 000 Banken, Brokerhäuser, Börsen und andere Geldinstitute weltweit ihre Nachrichten und Datensätze aus. Pro Tag verschickt Swift mehrere Millionen verschlüsselte Informationen mit einem Gesamtwert von fünf Billionen Euro.
[...] Wie groß die Gefahren sind, zeigen die täglichen Attacken auf die Bundesregierung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Betreiber des regierungseigenen Informationsverbundes Berlin-Bonn (IVBB) mit rund 40 000 angeschlossenen Beamten-PCs, registrierte noch nie so viele Angriffe wie in diesem Jahr. Über zehn Prozent aller E-Mails sind mit Computerviren und Phishing-Programmen verseucht, die Dateien zerstören oder den Beamten zur Herausgabe von PIN-Codes und anderen persönlichen Daten verleiten sollen.
Immer öfter prallen auch Spionageprogramme, sogenannte Spyware, an den speziell errichteten Schutzwällen des BSI ab. Diese Programme sammeln ohne Wissen der Computerbesitzer Informationen und geben sie weiter. Spyware kann beispielsweise Tastaturanschläge mitschreiben, Screenshots anfertigen und E-Mails mitlesen, ohne dass der Nutzer es merkt. „Die Angreifer sind gut organisierte Kriminelle, die immer professioneller vorgehen", sagt BSI-Präsident Udo Helmbrecht.
Aus: "Ohne Spuren" Von Jürgen Berke, Wirtschaftswoche (HANDELSBLATT, Donnerstag, 7. Dezember 2006)
Quelle:
http://www.handelsblatt.com/News/Technologie/IT-Trends-Internet/_pv/_p/204016/_t/ft/_b/1180306/default.aspx/ohne-spuren.html-.-
[...] Seit Anfang des Monats dürfen die amerikanischen Geheimdienste aufgrund eines neuen Abhörgesetzes die Bürger des eigenen Landes ohne richterliche Verfügung abhören. Das aber taten sie offenbar schon vorher. Bisher wurde ein solches Treiben stets nur vermutet, jetzt ist es offiziell bestätigt worden, berichtet die " New York Times".
Demnach hob Geheimdienstminister Mike McConnell in einer offiziellen Stellungnahme die zentrale Rolle, die große Telefongesellschaften wie AT&T im Rahmen des nationalen Abhörprogramms spielen, hervor. Die Abhöraktionen seien entgegen der seinerzeitigen Rechtslage ohne Gerichtsbeschluss durchgeführt worden. Bislang wurden Angaben dieser Art immer wie Staatsgeheimnisse behandelt und entsprechende Antworten mit dem Hinweis auf die nationale Sicherheit verweigert.
McConnells offizielle Erklärung könnte für die Telkos nun zum Problem werden. Das Ziel der Regierung ist es eigentlich, den Telefonfirmen quasi rückwirkend Immunität für ihre damals illegalen Aktivitäten zu geben. Denn mittlerweile sind vor US-Gerichten zahlreiche Klagen wegen eben jener unrechtmäßigen Schnüffelaktionen und der unterstützenden Rolle, die die Telefonprovider dabei gespielt haben, anhängig.
Bisher hatte die Regierung versucht, diese Prozesse niederschlagen zu lassen und berief sich bei ihrer Weigerung, nähere Angaben zu machen, auf ebenjene nationale Sicherheit, die jetzt als Grund für das öffentliche Bekenntnis zu den Aktivitäten der Schlapphüte fungiert. Genau so originell war auch McConnells Warnung vor weiteren Debatten über das Abhörgesetz, angeblich würden diese die nationale Sicherheit gefährden, weil sie die Aufmerksamkeit von Terroristen auf die amerikanischen Überwachungsmethoden lenken würden.
Aus: "NETZWELT-TICKER: US-Regierung gibt illegale Überwachung zu" Von Richard Meusers (24. August 2007)
Quelle:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,501812,00.html-.-
[...] WASHINGTON, Aug. 23 — The Bush administration has confirmed for the first time that American telecommunications companies played a crucial role in the National Security Agency’s domestic eavesdropping program after asserting for more than a year that any role played by them was a “state secret.”
Source: "Role of Telecom Firms in Wiretaps Is Confirmed" By ERIC LICHTBLAU (Published: August 24, 2007)
http://www.nytimes.com/2007/08/24/washington/24nsa.html?_r=3&oref=slogin&oref=slogin-.-
[...] Mit Justizminister Alberto Gonzales hat die US-Regierung den obersten zivilen Progagandisten der NSA-Totalüberwachung verloren. Ausgerechnet ein bereits zur Haft verurteilter Imam könnte die Herausgabe bisher geheimer Regierungsdokumente erzwingen, die das Ausmaß offenbaren.
Nachdem bekanntgeworden war, dass der Supergeheimdienst NSA seit Jahren an den zentralen Netzknoten des größten US-Carriers AT&T groß dimensionierte Überwachungsanlagen betreibt, hatte Gonzales das Programm vehement verteidigt.
[...] Es könnten bald noch mehr Betreiber von Daten- und Telefonienetzen der Carrier-Klasse betroffen sein, denn US-Präsident George W. Bushs oberster Geheimdienstkoordinator Mike McConnell hat in der vergangenen Woche überraschend aus dem Nähkästchen geplaudert.
Der private Sektor habe natürlich bei der Überwachung kooperiert, denn um Zugang zu Daten zu bekommen, brauche es natürlich "Partner", sagte McConnell zur "El Paso Times".
Der Spionagekoordinator versprach, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die betreffenden Carrier Immunität gegen Klagen zugesichert bekämen. Eben das hatte aber der US-Kongress bereits mehrheitlich abgelehnt.
[...] Die Ausführungen McConnells stehen ganz im Gegensatz zur bisherigen Informationspolitik der US-Regierung, die auch vor Gericht unter Berufung auf Staatsgeheimnisse jede derartige Aussage verweigert hat.
Dass die Regierung schon bald zu näheren Auskünften gezwungen sein dürfte, zeigt der Prozessverlauf in der Sammelklage der Electronic Frontier Foundation gegen AT&T.
[...] Ausgerechnet ein bereits zu 15 Jahren Haft verurteilter muslimischer Geistlicher, dessen Fall exemplarisch zeigt, was im US-Justizsystem der Bush-Regierung möglich ist, könnte Licht in die Affäre bringen.
Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, wurde auf den Imam einer Moschee im US-Bundesstaat New York ein Agent provocateur mit kriminellem Hintergrund angesetzt. Der überredete den Geistlichen, an einer vom FBI inszenierten Geldwäscheaktion zur Terrorfinanzierung mitzuwirken.
Das Ergebnis im darauf folgenden Prozess waren 15 Jahre Haft für den Imam, seinen Verteidigern wurde die Einsicht in die Transkripte abgefangener Telefonate unter Berufung auf die nationale Sicherheit verwehrt.
Als ganz besonderes Staatsgeheimnis gehütet wird nämlich das wahre Ausmaß der Überwachung in den Datenzentren der großen US-Carrier. Bekannt ist nur, dass jährlich auf rein administrativem Weg, also ohne Gerichtsbescheid, um die 2.000 einstweilige Überwachungsverfügungen [Subpoenas] ausgestellt werden.
Wie breit sie angelegt und wie viele US-Staatsbürger davon betroffen sind, ist nicht bekannt.
[....] Die eingesetzte Datenanalyse-Technologie verarbeitet den Zehn-Gigabit-Verkehr von Hochleistungsrechenzentren hart an der Echtzeit. Der komplette Datenverkehr wird auf eine Glasfaserleitung kopiert, dann von überflüssigen Verkehrsdaten "gesäubert" und auf ganze Kaskaden von NSA-Rechnern zur Voranalyse verteilt.
[...] Über das Ausmaß der oben zitierten Fälle weiß McConnell, der gegenüber der "El Paso Times" erklärt hatte, die laufende Diskussion werde mit Sicherheit einige US-Bürger das Leben kosten, schon von seiner Berufslaufbahn her aus erster Hand Bescheid.
Der nunmehrige oberste US-Geheimdienstkoordinator war davor in der Geschäftsführung der IT-Beraterfirma Booz Allen Hamilton als Sicherheitsexperte für Banken- und Finanznetze tätig.
Aus: "Die Justiz, der Imam und die NSA" futurezone | Erich Moechel (28.08.2007)
Quelle:
http://futurezone.orf.at/it/stories/217604/-.-
[...] John Michael McConnell, United States Director of National Intelligence, öffnet weiteren US-Behörden den Zugang zu Daten und Aufnahmen, die von US-Spionagesatelliten gewonnen werden. Das Wall Street Journal berichtet, McConnell habe dem Minister für innere Sicherheit Michael Chertoff am 25. Mai eine Mitteilung zugeschickt, in der er ihn darum gebeten hat, weiteren zivilen Stellen und Strafermittlern den Zugang zum Spionagenetz zu ermöglichen.
Bisher können darauf nur wenige Behörden wie die Raumfahrtbehörde NASA und auch nur für wissenschaftliche Zwecke zugreifen. Derartige Anfragen wurden bisher vom Civil Applications Committee bearbeitet. Im Oktober soll diese Dienststelle von einer neuen Behörde namens National Applications Office abgelöst werden. Bisher war der erdkundliche Informationsdienst US Geological Survey einer der größten zivilen Nutzer der Spionagenetzdaten.
Zunächst sei nun geplant, die Grenzsicherung, den Schutz wichtiger Infrastruktur und den Katastrophenschutz mit Hilfe von Spionagesatelliten zu unterstützen. Auch werde im Department of Homeland Security ausgelotet, wie lokale und Bundespolizei für die Verfolgung von Straftaten von den Daten profitieren können. Ihnen würden in Echtzeit hochaufgelöste Bilder zur Verfügung stehen, um beispielsweise Schmuggelei, Ganovenverstecke oder Häuser zu beobachten, in denen Terrorverdächtige zugange sind.
Über welche Funktionen die Spionagesatelliten genau verfügen sei eines der bestgehüteten Regierungsgeheimnisse, schreibt das Wall Street Journal. Militärexperten gehen demnach davon aus, dass sie nicht nur Echtfarbenaufnahmen machen können, sondern auch in anderen Bereichen des Spektrums. Charles Allen, Chefgeheimdienstler des DHS, erläutert in dem Bericht, die Satelliten seien in der Lage, "mehrdimensionale" Ansichten auf die Infrastruktur zu bieten, um Schwächen auszumachen, beispielsweise Schlupflöcher für Schmuggler.
Die Idee, den Kreis der Zugangsberechtigten auszuweiten, kam nach den Attentaten des 11. September 2001 auf. Der US-Kongress habe bereits einen Kostenposten im Budget abgesegnet, auch hätten die einschlägigen Gremien des Parlaments ihre Zustimmung gegeben, heißt es in dem Bericht. Zu Zeiten des Kalten Krieges wurden mit den Spionagesatelliten Truppenbewegungen des Feindes beobachtet. Heute werden mit ihnen Terroristen-Schlupfwinkel, Schmuggelrouten für Waffen im Irak, Atomwaffentests beäugt und exakte Landkarten für die US-Soldaten im Irak und Afghanistan erstellt.
Unklar ist derzeit noch die Rechtsgrundlage für den Einsatz von Spionagesatelliten für zivile Zwecke. Es gebe zwar bereits in einzelnen Fällen richterliche Erlaubnisse für die Nutzung der Flugüberwachung zur Beobachtung von Privateigentum, aber noch keine Urteile zur Nutzung von Satelliten. Das Gesetz Posse Comitatus Act verbietet dem US-Militär, innerhalb der Landesgrenzen tätig zu werden – die Spionagesatelliten wurden hauptsächlich für das Verteidigungsministerium ins All geschickt. (anw/c't)
Aus: "Daten von US-Spionagesatelliten sollen die innere Sicherheit verbessern" (15.08.2007)
Quelle:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94387-.-
Quelle: "Neues Betätigungsfeld - US-Lauschbehörde NSA hilft Unternehmen" Von Andreas Henry und Jürgen Berke, Wirtschaftswoche (HANDELSBLATT, Donnerstag, 7. Dezember 2006)
http://www.handelsblatt.com/news/Technologie/IT-Trends-Internet/_pv/_p/204016/_t/ft/_b/1180335/default.aspx/neues-betaetigungsfeld.html-.-
Quelle: "„Angriffe gehören zum Alltag" - Die Fragen stellte Jürgen Berke, Wirtschaftswoche (HANDELSBLATT, Donnerstag, 7. Dezember 2006)
Thomas Menk, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft und Leiter der Konzernsicherheit bei Daimler- Chrysler, über die zunehmenden Know-how-Verluste durch Wirtschaftsspionage.
http://www.handelsblatt.com/news/Technologie/IT-Trends-Internet/_pv/_p/204016/_t/ft/_b/1180326/default.aspx/angriffe-gehoeren-zum-alltag.html-.-
Quelle: "Das NSA-Lauschprogramm war nur die Spitze des Eisbergs" (Florian Rötzer, 02.08.2007)
Das heimliche NSA-Lauschprogramm war nur ein Teil einer Reihe von Geheimdienstaktivitäten, die US-Präsident Bush in einer bislang unbekannten Anordnung nach dem 11.9. genehmigt hatte...
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25860/1.html-.-
[...] WASHINGTON, 02. August (RIA Novosti). Die amerikanischen Geheimdienste müssen mehr Befugnisse haben, um den Datenverkehr im Ausland ohne richterliche Genehmigung zu überwachen.
Das sagte der Direktor des National Reconnaissance Office (NRO), Donald Kerr, am Mittwoch im US-Senat.
Kerr ist von George Bush für das Amt des ersten stellvertretenden Nachrichtendienstkoordinators nominiert worden.
Bei den Anhörungen zu seiner Bestätigung unterstützte Kerr uneingeschränkt den Vorschlag von Nachrichtendienstkoordinator Mike McConnell, den Foreign Intelligence Surveillance Act (Gesetz über die Überwachung ausländischer Geheimdienste - FISA) von 1978 zur Überwachung von Internet- und Telefonverbindungen von US-Bürgern im Ausland von Grund auf zu novellieren. Bisher bedurfte es einer speziellen richterlichen Anordnung, die von Sondergerichten zur Abwehr der Spionage zuständig sind.
"Vor 30 Jahren, als das Gesetz erlassen wurde, gab es bestimmte Vorstellungen von der Zukunft und bestimmte Realitäten in diesem Kontext. Die Vorstellungen und die Realitäten haben sich grundlegend gewandelt, und so muss auch das Gesetz neu gefasst werden, damit es den Funktionsweisen der modernen Telekommunikationssysteme entspricht und es den Nachrichtendiensten ermöglicht das zu tun, was sie tun müssen", erklärte Kerr.
Bei der Datensammlung über Personen, die sich in den USA aufhalten, müssen die Nachrichtendienste nach seiner Feststellung nach wie vor eine gerichtliche Genehmigung einholen.
Das Amt für die militärische Satellitenaufklärung (NRO), welches Kerr seit 2005 leitet, arbeitet der CIA und dem Verteidigungsministerium zu.
In der vergangenen Woche hat George Bush in seiner wöchentlichen Rundfunksendung an den Kongress appelliert, unverzüglich den Gesetzentwurf des Weißen Hauses zu billigen, der es den Nachrichtendiensten erleichtert, im Interesse des Kampfes gegen den Terrorismus den Datenverkehr über Telefon- und Internetanschlüssen im Ausland zu überwachen.
Die Dienste, sagte Bush, müssten über die aussagekräftigsten Informationen verfügen, um Bescheid zu wissen, "wer Terrorist ist, wo sie sind und was sie vorhaben".
[...] Bush-Kritiker im Kongress und Menschenrechtler mahnen unterdessen vor einen Missbrauch der Neuregelungen, denn US-Bürger im Ausland würden sich des gleichen Datenverkehrs bedienen wie Leute, die des Terrors und der Spionage verdächtig sind. Sie machen sich deshalb für einen verstärkten Datenschutz stark.
Aus: "US-Geheimdienste wollen mehr Befugnisse beim Datenklau im Ausland" (02/ 08/ 2007)
Quelle:
http://de.rian.ru/world/20070802/70153627.html-.-
[...] Für die oppositionellen Demokraten war Gonzales schon länger einer der Lieblingsgegner in der Regierung. Er verteidigte das umstrittene nationale Terror-Überwachungsprogramm wie auch die international stark kritisierten Regelungen zum Verhör von so genannten illegalen Kombattanten. Für beide Positionen bekam der Justizminister Rückhalt aus der eigenen Partei. Doch nach dem Skandal um die Amtsenthebungen der Bundesanwälte war Gonzales auch innerhalb der republikanischen Partei umstritten.
Aus: "USA | Kommentar: Gonzales-Rücktritt soll Demokraten besänftigen " (27.08.2007)
Quelle:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2754584,00.html