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« on: January 18, 2007, 03:19:30 PM » |
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[...] Bremen (epd). Mal werden Pfützen blutrot eingefärbt, mal in Ungnade gefallene Personen getilgt. Dann wieder werden Fotos nach Herzenslust gedreht, ergänzt und per Bildunterschrift umgedeutet. In Bremen zeigt die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung mit ihrer Wanderausstellung "Bilder, die lügen", wie Medien die Wirklichkeit fälschen. "Im digitalen Zeitalter sind die Möglichkeiten schier grenzenlos", warnt Kurator Jürgen Reiche.
Im Bremer Focke-Museum taucht der Besucher bis zum 15. April in ein "Lügen-ABC" ein, das von A wie Aktuelles über K wie Kalter Krieg bis Z wie Zukunft reicht. Die Ahnenreihe der Bilderfälscher ist lang. So liefert besonders der Stalinismus schockierende Beispiele perfider Herrschaftspraxis durch Bildmanipulation. Bekanntestes Beispiel ist die Aufnahme einer Massenkundgebung mit Lenin und Leo Trotzki. Auf Anweisung Stalins wurde Trotzki aus dem Bild entfernt. Die physische Exekution folgte Jahre später im mexikanischen Exil.
Umdeuten nach Lesart des ehemaligen US-Außenministers Colin Powell ist eine andere Methode. So wird zur Legitimation des Irak-Krieges schnell aus einem Wassertankwagen der Laster einer Chemiewaffenfabrik. Andernorts sieht ein Boulevard-Blatt den Grünen-Politiker Jürgen Trittin mit einem Schlagstock. Dabei war es nur ein Absperrseil. "Schon die Auswahl eines Bildausschnitts kann eine Aussage radikal verändern, besonders in der Kriegsberichterstattung", sagt Reiche.
Da gilt das, was schon Reichskanzler Otto von Bismarck festhielt: "Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd." Mit 400 Bildbeispielen, die ständig aktuell ergänzt werden, will Reiche aufrütteln: "Es geht darum, ein kritisches Bewusstsein für ein wachsendes Fälschungs-Potential zu entwickeln", betont der Kurator, der Informationen aus unterschiedlichen Quellen empfiehlt. "Das Bild spielt eine große und wachsende Rolle, wenn es um Macht und Einfluss geht."
Aus: "Jetzt in Bremen: Das Lügen-ABC der Bilder: Wanderausstellung zeigt verfälschte Medien-Wirklichkeit" Von Dieter Sell (2007) Quelle: http://www.epd.de/niedersachsen_bremen/niedersachsen_bremen_index_47442.html-.- [...] Er ist der erfolgreichste Dokumentarfilmer aller Zeiten: der US-Amerikaner Michael Moore. Mit Werken wie "Roger And Me", "Bowling For Columbine" oder "Fahrenheit 9/11" steht Moore für den unbestechlichen Blick auf die Lügen der Macht - allen voran natürlich die Lügen der US-Regierung. Jahrelang wurde Moore als Geburtshelfer der Wahrheit gefeiert und könnte doch deren Totengräber sein. Denn nun zeigt der Dokumentarfilm einer kanadischen Kollegin: Michael Moore manipuliert sein Material über die Grenzen des Erlaubten hinaus.
Der große Michael Moore - er hat bereits einen Dokumentarfilm-Oscar für "Bowling For Columbine" gewonnen, verbreitet die Aura des modernen Freiheitskämpfers. Er ist ein Rebell mit Wackelkamera, der für die Wahrheit streitet, für nichts als die Wahrheit - so dachten wir. Doch Debbie Melnyk, Dokfilmerin aus Kanada, weiß es besser. Melnyk war lange ein Fan von Moore - bevor sie sich mit dessen Arbeitsmethoden befasste. "Ich habe vieles von dem, was Michael Moore in seinen Filmen zeigt, geglaubt", sagt sie. "Deshalb war ich so schockiert, als ich herausfand, was alles nicht stimmte. Ganz am Anfang habe ich mir seine Filme unbefangen angeschaut, denn eigentlich will ich glauben, was mir ein Dokumentarfilmer erzählt."
Über Moores speziellen Umgang mit der Wahrheit hat Melnyk nun ihren eigenen Dokumentarfilm gemacht: "Manufacturing Dissent" - ein Werk, das mit zahlreichen Beispielen belegt, wie Moore die Fakten verbiegt. Beginnen wir mit "Roger And Me", dem Dokumentarfilm, der Moore einst berühmt machte. "Me" ist Michael Moore. "Roger" ist Roger Smith, Boss von General Motors. Smith - so zeigt der Film - lässt Moores Heimatstadt Flint vor die Hunde gehen, weil er 30.000 Arbeiter auf die Straße setzt. Moore dokumentiert seine vergeblichen Versuche, Roger Smith mit den Zuständen in der Stadt zu konfrontieren. Im Film dann dieser Knaller: Ein Fernsehsender will über Flint berichten. Leider aber wird der Übertragungswagen von einem der Arbeitslosen gestohlen. Eine Reporterin berichtet: "Kurz vor der Sendung hat sich jemand in den Übertragungswagen geschlichen und ist weggefahren. Mit Kabeln und allem. Der Bericht aus Flint fällt somit aus. Die Polizei sucht den Verdächtigen." Es ist eine brillante Pointe - nur leider frei erfunden. "Das war alles gelogen", so Debbie Melnyk heute. "Moore hat jemanden angestellt, der einen erfundenen Fernsehbericht über einen erfundenen Übertragungswagen machte." Und sie fügt hinzu: "Ein Dokumentarfilmer sollte so etwas nicht tun." In "Bowling For Columbine" zeigt Moore, wie er ein Bankkonto eröffnet und als Dankeschön ein Gewehr geschenkt bekommt. Eine tolle Szene, aber nur die halbe Wahrheit. Moore bekam die Waffe allein, weil er einen Tag lang penetrant darum bettelte. Die Bankangestellte Silvia erinnert sich: "Ich erklärte ihm, dass wir zuerst seine Personalien prüfen müssten, um das Gewehr dann zu einem offiziellen Waffenhändler zu schicken. Doch er blieb hartnäckig. Er wollte das Gewehr sofort. Er fragte mich dann: 'Wie viel Gewehre haben Sie in ihrem Tresor?' Ich sagte: Es müssten an die 500 sein." Moore entgegnete: "500 Gewehre im Tresor! Wow!" Und Silvia, die Bankangestellte, stellt klar: "300 Meilen weit weg. Das hatten wir ganz deutlich gesagt!"
In "Fahrenheit 9/11" zeigt Moore eine Rede von George Bush, in der sich dieser elitär aufführt. Was Moore verschweigt: Bush sprach an einer Gala, bei der es zum Programm gehört, dass alle Redner selbstironische Witze erzählen. "Moore reißt die Rede aus ihrem Zusammenhang, so die Debbie Melnyk. "Bush macht sich über sich selbst lustig. Michael Moore aber nimmt sie als Beweis für Bushs Überheblichkeit. Richtig verstanden, sagt die Szene das Gegenteil: Hey, George Bush hat Sinn für Humor!"
Zurück zu "Roger And Me", und damit zum Höhepunkt von Melnyks Recherchen: Wir erinnern uns, "Roger And Me" handelt davon, dass Moore den Boss von General-Motors sprechen möchte, aber immer wieder abgewiesen wird. "Wir haben geschrieben, angerufen, gefaxt", sagt Moore. "Wir haben alles versucht. Er hat nie geantwortet." Eine dreiste Lüge. Melnyk hat einen ehemaligen Mitarbeiter Moores getroffen. Und der berichtet Erstaunliches: "Wir gingen ins Waldorf Astoria in New York, Michael und ich. Dort saß Roger Smith und beantwortete unserer Fragen. Zehn, 15 Minuten lang. Das war tolles Material, weil Smith Michaels Fragen tatsächlich beantwortete." Eine Auskunft, die Debbie Melnyk schockierte. Die Filmemacherin wollte den Star mit ihren Recherchen konfrontieren. Doch der ließ sie aus dem Saal werfen. "Für uns war es paradox, dass Michael jedes Interview verweigerte", sagt Melnyk. "Ausgerechnet er, der doch einen Film darüber gemacht hatte, wie ihm ein wichtiger Manager das Interview verweigert. Moore hat uns einfach den Rücken zugedreht. Das war schon sehr schräg."
Aus: "Lauter Lügen? - Die Doku "Manufacturing Dissent" führt Michael Moore vor" 19.04.2007 / Thorsten Stecher für Kulturzeit ("Manufacturing Dissent" (Dokumentation); Kanada 2007; Regie: Debbie Melnyk, Rick Caine - Premiere des Films ist auf dem Dokumentarfilmfestival Visions du Réel im Schweizerischen Nyon vom 20. bis zum 26.04.2007) Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/tips/107325/index.html-.- [...] Caine: [...] In London fragte kürzlich ein europäischer Journalist: Was ist das Problem mit Moores Filmen? Es sind Mockumentaries! Und wir versuchen zu erklären, was eine Doku-Parodie wie "Borat" von einem Film von Michael Moore unterscheidet. Wir waren fassungslos, dass manchen Leuten dieser Unterschied offenbar nicht klar ist.
[...] SPIEGEL ONLINE: In den USA nehmen Sie nun in der Öffentlichkeit die Rolle der Moore-Entthroner ein, was ausgerechnet Sie als Linke zu Lieblingen konservativer Fernsehtalker machen. Eine paradoxe Position?
Melnyk: Ja, in Kanada brauchen wir über so etwas nicht nachzudenken, aber in den USA lässt man uns nicht vergessen, dass die Konservativen total scharf darauf sind, aus uns und unserem Film mit einer Anti-Moore-Kampagne politisches Kapital zu schlagen. Doch dies ist keineswegs unser Anliegen. Wir wollen auf keinen Fall die Vorzeige-Konvertiten für Fox News und die Konservativen sein.
Caine: Wir konvertieren nicht, und wir wollen auch die politischen Chancen der Demokraten 2008 nicht beschädigen.
SPIEGEL ONLINE: Der Clou Ihres Films ist, dass Moore Ihnen während Ihrer Dreharbeiten ein Interview vor der Kamera verweigerte, ganz wie er es einst von Roger Smith behauptete. Hat er sich inzwischen Ihnen gegenüber oder in den Medien dazu geäußert?
Melnyk: Nein, wir haben bislang keinerlei Reaktion von ihm erhalten. Bei seinem eigenen Filmfestival in Traverse City befragte ihn neulich eine Journalistin zu unserem Film, und er sagte, er wisse nichts davon.
Caine: Wir halten diese Antwort für unehrlich, denn wir wissen, das zwei Manager der Weinstein-Company, die "Fahrenheit 9/11" herausgebracht hat, unseren Film auf dem Markt der Berlinale zu sehen bekommen haben. Zudem verlangte die Motion Picture Academy for Arts and Sciences für die Rechte an Moores Oscar-Rede 2003 unseren Film zur Vorlage. Da Moores Ehefrau Kathleen die Vorsitzende des Dokumentations-Kommittees in der Academy ist, gehen wir davon aus, dass auch sie den Film bereits gesehen hat.
Aus: ""Wir wollen glauben, was Michael Moore erzählt"" Das Interview führte Nina Rehfeld (07. Mai 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,481426,00.html-.- [...] "Einer der Gründe für die enormen Fortschritte unserer Zivilisation ist der Mut zur Provokation", hat der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen geschrieben, als er in der Zeitung Jyllands-Posten deren umstrittene Mohammed-Karikaturen verteidigte. Jetzt ist Rasmussen das Opfer einer Provokation, die in Dänemark eine heftige Debatte ausgelöst hat. Wie die Boulevardzeitung BT reißerisch aufmachte: "Fogh als Schwuler bloßgestellt und ermordet".
Mockumentary nennt man in der Filmbranche Pseudo-Dokumentationen, in denen die Grenzen zwischen Wahrheit und Erdichtetem verschwimmen, und eine Mockumentary hat der dänische Filmemacher Morten Hartz Kaplers gedreht, mit den Initialen des Premiers AFR als Titel. Dafür hat er neben Schauspielern und Statisten viel Fernseh-Archivmaterial benützt und Interviews mit dänischen Politikern verwendet. Missbraucht, sagen diese.
Pia Kjærsgaard zum Beispiel, die Vorsitzende der rechten Dänischen Volkspartei, die posthum von einem "mutigen Mann" spricht und grinsend hinzufügt: "Außerdem war er schwul, das wussten alle." Ihr Zitat ist auf den holländischen Politiker Pim Fortuyn gemünzt, im Film wirkt es, als spreche sie von Rasmussen. Der Liberale Nasser Khader erzählt vom erschütterten Schweigen in der Fraktionssitzung. In Wirklichkeit redete er von den Stunden nach dem Mord an der schwedischen Außenministerin Anna Lindh. Und auch US-Präsident George Bush oder der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan sprachen natürlich nicht vom dänischen Premier, als sie einen "großen Staatsmann" ehrten.
Hartz Kaplers hat diese Zitatausschnitte mit gestellten Interviews mit erfundenen Personen zu einer fiktiven Dokumentation verwoben, die mit dem Mord an AFR beginnt und dann dessen Vorgeschichte aufrollt. Beim Aufstieg des rechtsliberalen Politikers stimmen Fiktion und Wahrheit noch weitgehend überein. Doch dann wird das Geschehen durch eine Liebesgeschichte mit einem (vom Filmemacher selbst gespielten) Strichjungen namens Emil verbrämt, der schließlich als Mörder gejagt und bei seiner Verhaftung von der Polizei getötet wird. Was nach Eifersuchtsdrama aussieht - der fiktive AFR hat Emil aus Rücksicht auf seine Karriere verlassen - bekommt schließlich eine politische Dimension: in Wahrheit, stellt sich heraus, stecken nämlich dunklere Kräfte hinter dem Mord an dem Regierungschef. Dieser hat, just von Emil zum Umdenken gebracht, sein Herz für Afrika entdeckt und einen "Rettungsplan" für den Kontinent entwickelt, den er wichtigen Finanzkreisen vorlegen will, als er auf der Fahrt zu dem Treffen erschossen wird.
Das ist bar jeder Glaubwürdigkeit. Doch darum geht es in der dänischen Debatte nicht. Die fragt: sind die Grenzen künstlerischer Freiheit überschritten, wenn man einen lebenden Spitzenpolitiker filmisch ermorden lässt? Und geht es an, Politiker zu einem Thema zu interviewen und dann ihre Worte in ganz anderem Zusammenhang zu benützen? Wie beim konservativen Fraktionschef Helge Møller, der sagt: "Zuletzt war er eine Art Diktator", aber dabei nicht von Rasmussen spricht, sondern von einem abgehalfterten ehemaligen Parteichef. Pia Kjærsgaard nennt es "abstoßend" und "geschmacklos", gegen ihren Willen in eine "fiktive Mordgeschichte an einem absolut nicht fiktiven Regierungschef" verwickelt zu werden. Auch der gleichfalls zitierte Sozialist Holger Nielsen fühlt sein "Vertrauen missbraucht".
Hartz Kaplers beteuert, dass er niemanden missbrauche: "Das Publikum ist zu keinem Zeitpunkt im Zweifel, dass in dem Film die Wirklichkeit manipuliert wird." Indem er bekannte Politiker benütze und Realität und Fiktion mische, zwinge er die Zuschauer, Stellung zu nehmen. "Der Film ist ein künstlerischer Ausdruck und braucht daher weder journalistischer noch allgemein bürgerlicher Ethik zu folgen." Provokation? "Wenn Dinge auf den Kopf gestellt werden, ist das immer provozierend", sagt der Filmemacher und findet es "typisch für unsere Doppelmoral", dass AFRs angeblicher schwuler Lover die Schlagzeilen stiehlt und die Debatten prägt und nicht der ebenso angebliche Afrika-Rettungsplan.
Zur Provokation hat sich auch Rasmussen bekannt, als es um die Mohammed-Karikaturen ging. Doch wie damals muss man sich auch heute fragen, ob Provokation um der Provokation willen richtig ist. Was Kapler mit seinem Film eigentlich bezweckt, bleibt auch nach der Premiere schleierhaft. Und seine unfreiwillige Hauptperson? "Ich bin für Meinungsfreiheit in weitestem Rahmen", sagt Anders Fogh Rasmussen, doch er glaube nicht, dass er "Stunden genug" habe, um sich den Film anzusehen.
Aus: "Staatschef mit Lover: Dänemark diskutiert über eine Pseudo-Dokumentation" VON HANNES GAMILLSCHEG (25.04.2007) Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/?em_cnt=1121996Mockumentary: http://de.wikipedia.org/wiki/Mockumentary
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« Last Edit: August 20, 2007, 08:36:11 AM by lemonhorse »
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« Reply #1 on: August 18, 2007, 11:25:17 AM » |
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[...] Verdeckte Operationen sind in Friedenszeiten eines der wenigen Mittel, unter Umgehung der Souveränität eines Staates direkt auf dessen Innere Angelegenheiten Einfluss zu nehmen. Die eingesetzten Mittel verstoßen häufig sowohl gegen das nationale Recht des ausführenden als auch das des Zielstaates sowie gegen Internationales Recht, was die Notwendigkeit der Geheimhaltung umso dringlicher erscheinen lässt.
Aus: "Verdeckte Operation" (08/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verdeckte_Operation-.- [...] Desinformation kann ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit von staatlichen Stellen (z.B. Geheimdienst oder Militär), politischen Parteien und Gruppen, von Lobbygruppen oder von Einzelpersonen ausgeübt werden. Ziel ist Täuschung der Bevölkerung, Stimmungsmache oder Verwirrung des Gegners. Massenmedien wie Presse oder Rundfunk werden bevorzugt zur Desinformation der Bevölkerung genutzt.
Aus: "Desinformation" (08/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Desinformation-.- [...] Die von Krawetz vorgenommenen Analysen sagen allerdings nichts darüber aus, wer die Manipulationen vorgenommen hat – sie beweisen lediglich, dass die Bilder an den entsprechenden Stellen digital verändert wurden, bevor sie Presse und Öffentlichkeit zugänglich waren.
Aus: "Vom Bücherregal bis zum Bluescreen-Terrorfürsten" Peter Mühlbauer (TP, 07.08.2007) Wie Manipulationen in Videos und Bildern erkennbar werden - Neal Krawetz von Hacker Factor führte letzte Woche auf der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas vor, wie sich Manipulationen in Digitalvideos zurückverfolgen lassen. Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25902/1.html-.- "A Picture's Worth - Image Analysis and Forensics" by Dr. Neal Krawetz (2007) http://blog.wired.com/27bstroke6/files/bh-usa-07-krawetz.pdf
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« Last Edit: August 20, 2007, 08:46:12 AM by lemonhorse »
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« Reply #2 on: August 19, 2007, 11:38:58 AM » |
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[...] Im Prinzip kann jeder Internetnutzer anonym an der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia mitschreiben. Mit wenigen Mausklicks kann fast jeder Artikel geändert werden. Kehrseite der Medaille: Jede Änderung des Artikels wird permanent zusammen mit der IP-Adresse des Nutzers in der Wikipedia-Datenbank abgespeichert, die jederzeit online eingesehen oder sogar heruntergeladen und ausgewertet werden kann. Genau das hat der kalifornische Student und Sicherheits-Experte Virgil Griffith gemacht: Er kombinierte einen Dump der englischen Wikipedia mit einer Datenbank der registrierten IP-Adressen von Firmen und Institutionen. Damit filterte er 5,3 Millionen anonyme Änderungen von Wikipedia-Artikeln heraus. Das Ergebnis ist der Wikiscanner, mit dem sich jeder auf die Suche nach verdächtigen Manipulationen machen kann. Zwar verbietet die Wikipedia das Editieren von Artikeln in eigener Sache nicht ausdrücklich – solche Änderungen sind aber verpönt und sorgen oft für Streit. In der Vergangenheit sind gezielte Manipulationen in der Online-Enzyklopädie eher zufällig aufgefallen, wenn Wikipedia-Autoren auf verdächtige Änderungen stießen. Als die Vandalismen in politischen Artikeln zu Wahlkampfzeiten überhand nahmen, hatten Wikipedia-Administratoren die Datenbank schon einmal nach Edits aus dem US-Parlament durchsucht und einige bedenkliche Vandalismen entdeckt. Auch deutsche Politiker wurden wegen vermeintlichen Manipulationen in der Wikipedia kritisiert. Solche Abfragen kann nun jeder Internetnutzer vornehmen. Die Möglichkeiten des Wikiscanners sind vielfältig: So kann man gezielt nach IP-Adressbereichen von bestimmten Organisationen suchen und bekommt direkt angezeigt, wie viele Edits aus diesem Adressbereich in der Datenbank enthalten sind. Alternativ kann man auch direkt nach bestimmten Wikipedia-Artikeln suchen und bekommt eine Liste der IP-Adressbereiche, die an der Entstehung des Artikels beteiligt waren. Nutzer haben ebenfalls die Möglichkeit, freie IP-Bereiche zu definieren und so der Datenbank hinzuzufügen. Neben einer Auflistung der Artikel erhalten die Suchenden auch detaillierte Angaben darüber, was überarbeitet wurde – mit einem Klick kann man die Änderung direkt von den Wikipedia-Servern abrufen. [...] Für besonders viel Empörung sorgt diese Änderung aus dem IP-Netz des US-Wahlmaschinenherstellers Diebold: Ein Firmenmitarbeiter hatte offenbar sämtliche Kritik aus dem Artikel über seinen Arbeitgeber entfernt – was freilich nach einer Minute rückgängig gemacht wurde. Dass es bisweilen für Betroffene nicht einfach ist, falsche Angaben über sich selbst richtig zu stellen, beweist der Gründer des Projekts: So war Jimmy Wales Ende des Jahres 2005 in die Kritik geraten, weil er den Artikel über sich selbst in der Wikipedia geändert hatte. Nach dem Protest der Wikipedia-Community hatte Wales dann auf Änderungen in seinem eigenen Artikel verzichtet, selbst als ein falsches Geburtsdatum in den Artikel eingepflegt wurde. Erst als seine Korrektur bei der Encyclopaedia Britannica dokumentiert wurde, recherchierte ein Journalist das korrekte Datum, das dann in der vergangenen Woche auch in der Wikipedia ergänzt wurde. (Torsten Kleinz) / (jk/c't) 14. August 2007 12:46 Und im deutschen Wikipedia... soisses (13 Beiträge seit 25.07.04) Man kann bestimmt noch tolle Beispiele in Deutschland finden. Ich habe mir mal die Seite vom AKW Biblis angeschaut: > http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kernkraftwerk_Biblis&diff=18461678&oldid=18136771 Die Seite wurde von 153.100.131.14 (proxy.rwe.com) geändert. "Das Kraftwerk Biblis ist ein Meilenstein in punkto Sicherheit." :) 14. August 2007 20:22 Re: Und im deutschen Wikipedia... KayHH (mehr als 1000 Beiträge seit 03.06.04) "Das Kartell - Im Würgegriff der Energiekonzerne", gleich um 21:00 Uhr im ZDF. > ... Der Markt versagt, und die Politik schaut weg. > Gegen die Tricks von E.ON, RWE & Co. scheinen > Verbraucher machtlos zu sein. Die "Frontal > 21"-Dokumentation mit Theo Koll berichtet > über die Hintergründe dramatischer > Fehlentwicklungen. ... Quelle: TV-Browser Wenigstens passt bei Wikipedia jemand auf, wenn es unsere Politiker schon nicht tun. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass man ein Community nicht schmieren kann. KayHH 14. August 2007 21:08 Re: Und im deutschen Wikipedia... Kai Lahmann, Kai Lahmann (mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.00)
KayHH schrieb am 14. August 2007 20:31
> BTW, ist 153.100.131.14 auch in diesem Monat wieder aktiv gewesen. > Die Spacken lassen nicht locker.
Ich hab den Artikel mal auf die Watchlist genommen - klassischer Fall von unbelegter und dadurch angreifbarer Kritik...:(
Aus: "Wer schreibt da in der Wikipedia?" (14.08.2007) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94316-.- [...] Dass Firmen und politische Kreise versuchen, sich durch Manipulationen von Beiträgen vorteilhafter in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia darzustellen, ist nicht neu und in der Vergangenheit sind schon zahlreiche solcher Versuche aufgefallen. Dabei hilft, dass die Wikipedia jede Änderung zusammen mit der IP-Nummer speichert, über die sich der benutzte Rechner oder zumindest das Netzwerk anhand des Adressbereichs zurückverfolgen lässt. Über den kürzlich vorgestellten Wikiscanner kann sich jeder auf die Suche nach solchen Manipulationen machen. Bislang galten die meisten Änderungen als harmlos. Doch nach Medienberichten sind jetzt der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI aufgefallen, die in Beiträge zur Irak-Invasion und zum umstrittenen Gefangegenlager Guantanamo massiv eingegriffen haben sollen. So steht die CIA im Verdacht, unter anderem eine Grafik über Kriegstote manipuliert, Angaben zu Todesursachen gelöscht und die Bemerkung eingefügt zu haben, dass die Anzahl der Toten in vielen Fällen nicht belegt sei. Von FBI-Rechnern aus sollen Luftaufnahmen des Gefangenenlagers Guantanamo entfernt worden sein. CIA-Mitarbeiter stehen außerdem unter dem Verdacht, die Rolle ihres ehemaligen Chefs William Colby während des Vietnam-Kriegs verschleiert zu haben – wenn auch erfolglos. (db/c't) 18. August 2007 14:40 Wikipedia und die Wahrheit dabbelju (50 Beiträge seit 08.03.03) An all diejenigen die jetzt groß den Sieg des Wikipedia-Systems feiern und über die Dummheit von CIA und FBI lästern: Ihr glaubt doch nicht im Ernst dass die aufgefallenen Manipulationen die einzigen sind? Ich gehe jede Wette ein dass in der vielgepriesenen Wikipedia haufenweise unentdeckte Manipulationen schlummern. Ich habe es selbst bereits erlebt. In Artikeln die nicht gerade zum absoluten Mainstream gehörten habe ich Manipulationen von Firmen gefunden die dort teilweise monatelang geschlummert haben. Wie viele Leute das in der Zeit gelesen und für bare Münze genommen haben kann man nur raten. Und darin besteht die eigentliche Gefahr. Alles was irgendwie "basisdemokratisch" zustandegekommen ist wird in den Himmel gelobt und das Gros der Nutzer glaubt blindlings alles was drinsteht. Wikipedia ist sicherlich nützlich um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen, aber verlässliche Informationen sind dort nicht zu bekommen. 18. August 2007 14:57 Re: Wikipedia und die Wahrheit Michun, Gerhard Kulzer (9 Beiträge seit 26.12.06)
dabbelju schrieb am 18. August 2007 14:40
> An all diejenigen die jetzt groß den Sieg des Wikipedia-Systems > feiern und über die Dummheit von CIA und FBI lästern: Ihr glaubt doch > nicht im Ernst dass die aufgefallenen Manipulationen die einzigen > sind? Ich gehe jede Wette ein dass in der vielgepriesenen Wikipedia > haufenweise unentdeckte Manipulationen schlummern.
Natürlich glaubt das niemand. Die Frage ist doch, wieviel ist manipuliert, wieviele Halbwahrheiten werden verbreitet? Wenn ich mir die 20 Uhr Nachrichten im Fernsehen anschaue kommt mir regelmässig die Galle hoch, so wie dort grobfahrlässig nur die Mainstream Meinung verbreitet wird. Ohne Hintergrundwissen der Zuschauer kann man solche Sendungen als 90% das Falsche suggerierend abtun, sie dienen NUR der Beschönigung der Tatsachen.
> Und darin besteht die eigentliche Gefahr. Alles was irgendwie > "basisdemokratisch" zustandegekommen ist wird in den Himmel gelobt > und das Gros der Nutzer glaubt blindlings alles was drinsteht. > Wikipedia ist sicherlich nützlich um sich einen allgemeinen Überblick > zu verschaffen, aber verlässliche Informationen sind dort nicht zu > bekommen.
Sie oben. Wikipedia ist sogar besser als Brockhaus, wenn auch nicht perfekt. Und Aktuelles, Politisches oder Industrielles kriegt man in anderen Zyklopädien eh nicht zu lesen. 19. August 2007 11:18 Re: Wikipedia und die Wahrheit linsort (204 Beiträge seit 05.03.06)
dabbelju schrieb am 18. August 2007 14:40
> An all diejenigen die jetzt groß den Sieg des Wikipedia-Systems > feiern und über die Dummheit von CIA und FBI lästern: Ihr glaubt doch > nicht im Ernst dass die aufgefallenen Manipulationen die einzigen > sind? Ich gehe jede Wette ein dass in der vielgepriesenen Wikipedia > haufenweise unentdeckte Manipulationen schlummern.
Meinst du? Echt?
> Ich habe es selbst bereits erlebt. In Artikeln die nicht gerade zum > absoluten Mainstream gehörten habe ich Manipulationen von Firmen > gefunden die dort teilweise monatelang geschlummert haben. Wie viele > Leute das in der Zeit gelesen und für bare Münze genommen haben kann > man nur raten.
Und? Zurückgeändert? Gegen Fakten getauscht? Nein? Dacht' ich mir.
> Und darin besteht die eigentliche Gefahr. Alles was irgendwie > "basisdemokratisch" zustandegekommen ist wird in den Himmel gelobt > und das Gros der Nutzer glaubt blindlings alles was drinsteht. > Wikipedia ist sicherlich nützlich um sich einen allgemeinen Überblick > zu verschaffen, aber verlässliche Informationen sind dort nicht zu > bekommen.
Ist nicht wahr? Du meinst, man sollte nicht blindlings einfach Artikeln in Wikipedia vertrauen? Hui. Revolutionär.
Nur als Tipp am Rande: Ich würd' auch nicht allem vertrauen, das irgendwann irgendwo von irgendwem gedruckt wurde. 18. August 2007 15:38 Besser: "Auch CIA und FBI arbeiteten aktiv bei Wikipedia mit" NorFie (150 Beiträge seit 01.02.02) CIA und FBI haben lediglich begriffen, was Wikipedia ist und wie Wikipedia funktioniert: jeder kann da reinschreiben, was er weiss und was er fuer die Wahrheit haelt. Ist doch nur ok, wenn offizielle Stellen die Wichtigkeit von Wikipedia erkennen. Warum immer nur die Aufgeregtheit, wenn jemand 'offizielles' versucht auch bei Wikipedia 'mitzuarbeiten'? Warum wird da statt neutraler Berichterstattung mit negativ belegten Ausdrucksweisen versucht, Stimmung zu machen? Es setzt sich leider immer mehr der tendenzioese Journalismus durch: Berichterstattung mit eigener Meinung so stark miteinander zu vermischen, dass am Ende nur noch Meinungsmache uebrigbleibt. 18. August 2007 16:07 Re: Besser: "Auch CIA und FBI arbeiteten aktiv bei Wikipedia mit" The Matrix has you (884 Beiträge seit 04.09.05)
Einer der Grundsätze der Wikipedia ist aber auch, nicht über sich selbst zu schreiben und Interessenskonflikte eher zu meiden. Außerdem ist jeder dazu angehalten, seine Angaben zu belegen. Fälschungen sind geächtet.
In diesem Fall waren aber FBI & CIA involviert, die unmittelbar von den Artikeln betroffen sind. Und Fälschungen haben sie anscheinend auch angefertigt und eingeschleust. Das ist keine hilfreiche Mitarbeit an der Wikipedia. 18. August 2007 16:55 Re: Besser: "Auch CIA und FBI arbeiteten aktiv bei Wikipedia mit" skipper2 (67 Beiträge seit 20.05.05)
> Warum wird da statt neutraler Berichterstattung mit negativ belegten > Ausdrucksweisen versucht, Stimmung zu machen? Es setzt sich leider immer > mehr der tendenzioese Journalismus durch: Berichterstattung mit eigener > Meinung so stark miteinander zu vermischen, dass am Ende nur noch > Meinungsmache uebrigbleibt.
Manipulation in Wikipedia durch die CIA und das FBI sollte man nicht negativ belegen. Die Jungs sind ja die Guten, hätte ich beinahe vergessen. Die können natürlich bei Wikipedia mitmachen, darf ja jeder. Da können die dann die bösen Geschichtsfälschungen über den Vietnam- und Irakkrieg richtigstellen.
Die sollten sich angeleht an George Orwell zukünftig "Ministerium der Wahrheit" nennen.
Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn gern behalten.
18. August 2007 18:32 Re: Besser: "Auch CIA und FBI arbeiteten aktiv bei Wikipedia mit" lappkrad (144 Beiträge seit 16.06.07)
NorFie schrieb am 18. August 2007 15:38
> CIA und FBI haben lediglich begriffen, was Wikipedia ist und wie > Wikipedia funktioniert: jeder kann da reinschreiben, was er weiss und > was er fuer die Wahrheit haelt. Was er/sie/es fuer die Wahrheit halten, weil manche Menschen einen völlig anderen eben subjkektiven Blick auf die Dinge haben, oder das was er/sie/es moechte, dass andere fuer die Wahrheit halten.
Im ersten Fall ist die Wikipedia selber ein guter Regulator im Sinne stabiler Dokumentation auf realistischem Niveau. Im zweiten Fall handelt es sich um Manipulation, wenn im staatsinne wie hier um Propaganda. Propaganda hat in einem Lexikon nur als Begriff der erläutert wird etwas zu suchen, nicht aber als gelebte Anwendung. Eben dann ist es sonst kein Lexikon mehr. > Ist doch nur ok, wenn offizielle > Stellen die Wichtigkeit von Wikipedia erkennen. Nun, solange Wikipedia nur wichtig ist und nicht, wie im geschilderten Fall, als politisches und propagandistisches Element politisiert manipuliert und ver- bzw. gefälscht wird, mag das ok sein. > Warum immer nur die Aufgeregtheit, wenn jemand 'offizielles' versucht > auch bei Wikipedia 'mitzuarbeiten'? Warum wird da statt neutraler > Berichterstattung mit negativ belegten Ausdrucksweisen versucht, > Stimmung zu machen? Weil es in den genannten Fällen keine Mitarbeit im reinen Wortsinne war, sondern der Versuch durch Manipulation und Fälschung die Tendenz der Artikel in der Wikipedia abzuändern um so auf eine möglichst breite Masse im eigenen politischen Sinne einzuwirken und partiell Falschaussagen zu verbreiten. Das ist nicht neutral! >Es setzt sich leider immer mehr der tendenzioese > Journalismus durch: Berichterstattung mit eigener Meinung so stark > miteinander zu vermischen, dass am Ende nur noch Meinungsmache > uebrigbleibt. Wie gesagt, die sogenannte "Mitarbeit" war nicht neutral.
Der Volksmund würde sagen: Da haben Leute Lügen reingschrieben um Ihre Politik zu rechtfertigen.
Die Konsquenzen dieser Handlungen liegen auf der Hand.
18. August 2007 16:44 Vorteil des Wikipedia-Konzepts Roman Racine, Roman Racine (855 Beiträge seit 14.03.01)
Da man auf Wikipedia ältere Artikelversionen mit der aktuellen vergleichen kann, ist es für jeden möglich, solchen Manipulationen auf die Schliche zu kommen. Bei klassischen Enzyklopädien weiss der gewöhnliche Leser dagegen nicht, welche Deals im Hintergrund getroffen worden sind, weil man da die Entstehungsgeschichte der Artikel nicht mitverfolgen kann.
Gruss
Roman [..] 19. August 2007 0:28 Die Geheimdienste machen doch auch nur, was alle machen! Trollplonk (mehr als 1000 Beiträge seit 02.06.03)
Bei Wikipedia konnte doch seit eh und je jeder hergelaufene Troll anonym seine Privatversion der Wahrheit reinschreibseln. Anscheinend wird das aber nur dann als Problem angesehen, wenn das auch Geheimdienste so machen. Wenn schon, dann bitte gleiches Recht für alle! War das nicht sogar mal der Grundgedanke von Wikipedia?
Und wer garantiert mir eigentlich, daß die Lügen der CIA falscher sind, als die von PISA-Troll Hänschen Müller, die vorher dastanden?
Ja, klar, bei Wikipedia geht nichts verloren. Jeder, der zuviel Zeit hat, kann sich alle 297 Versionen von dem Blödsinn durchlesen und sich dann die aussuchen, die ihm am besten in den Kram paßt. Und wenn ihm überhaupt keine davon gefällt? Na, das ist dann natürlich auch kein Problem! Dann kann er ja auch noch die 298. Version mit seiner eigenen Privatrealität reinschreiben.
Bei brisanten Themen passiert das manchmal schon nach Minuten, spätestens aber nach wenigen Stunden und nach einigen Tagen findet man die CIA-Version nur noch unter "ferner liefen", falls sie bis dahin nicht von einem Lösch-Admin komplett plattgemacht wurde. Gegen Millionen Trolle kämpfen selbst Geheimdienste vergebens. Es gibt im Universum keine größere Macht, als die menschliche Dummheit und Wikipedia scheint sie anzuziehen, wie ein schwarzes Loch.
Ich verstehe die ganze Aufregung jedenfalls nicht. Wer den Wikipedia-Schrott noch Ernst nimmt, dem ist wohl ohnehin nicht mehr zu helfen, CIA hin FBI her.
Trollplonk
Mein Name ist Programm.
18. August 2007 19:11 Form der Benutzung ist entscheidend... Harry Boeck, Harry Boeck (417 Beiträge seit 14.03.00)
Die Wikipedia könnte sich hier tatsächlich als erstmals in der Geschichte zu robustes Medium selbst gegen Geheimdienste erweisen. Was eine tolle Sache wäre. Es scheint aber auch einiges vom Verhalten der Benutzer abzuhängen.
Ich hatte mir von vornherein angewöhnt, im Falle von strittigen Themen immer einen Blick in die Diskussionen und gegebenenfalls in die Änderungs-History zu werfen. Es gibt ein paar Artikel, die erst durch jenen Inhalt richtig interessant werden, weil eben vieles, was umstritten ist, auf Dauer keinen Halt in der offiziellen Version findet, aber unter Umständen viel wichtiger für den eigenen Erkenntnisprozeß ist, als die allgemein anerkannte Quintessenz.
Den Artikel zu Winston Churchill
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Winston_Churchill
fand ich seinerzeit geradezu vorbildlich in dieser Hinsicht, weil auf den Diskussionsseiten sehr viel mehr an Hintergrundwissen und Zusammenhängen um diese Person vermittelt wurde als im eigentlichen Wikipedia-Artikel. Auf diese Weise werden Manipulationen im Hauptartikel ganz von allein unwirksam oder bewirken gar das Gegenteil.
DAS allerdings nur solange, wie nicht auch dort (also massiv) gefälscht wird, wozu größere Institutionen, allen voran Geheimdienste der USA, wohl durchaus die Ressourcen hätten. Aber auch das ist wegen der extremen Offenheit der Wikipedia sehr schwer zu bewerkstelligen. Ich gehe mal davon aus, daß jeweils die Personen, die einen Artikel bearbeiten, ein bestimmtes vordergründges Interesse daran haben und jede Menge privater Backups ihrer Artikel anlegen. Jede massive Manipulation wird sofort auch massiv auffallen und zu Gegenaktivitäten führen, wo dann die investierten Arbeitszeiten darüber entscheiden, was letztlich stehen bleibt. Allerdings werden in Fällen derart massiver Eingriffe die Wikipedia-Betreiber Maßnahmen zur Sperrung von Zugriffen ergreifen (wie das in einigen Fällen ja durchaus schon geschah), so daß auch sowas meistens in die Hose gehen wird.
Letztlich könnten NSA, CIA und Konsorten ihre Spuren nur dann verwischen, wenn sie ein ganzes Netz von Mitarbeitern nur zum Zweck der Wikipedia-Manipulation arbeiten lassen (und bezahlen) würden. Wobei die das Problem haben, daß es gerade zu den brisanten politischen Themen immer auch eine ganze Masse an daran interessierten Personen gibt, die das Zeug verfolgen und aktiv bearbeiten. Aus: "Berichte: CIA und FBI griffen in Wikipedia ein" (18.08.2007) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94535-.- [...] Among many revelations, Wikipedia Scanner reported that: - Microsoft tried to cover up the XBOX 360 failure rate
- Apple edit Microsoft entries, adding more negative comments about its rival
- Bill Gates revenge? Microsoft edits Apple entries, adding more negative comments about its rival
- The Vatican edits Irish Catholic politician Gerry Adams page
- In the 9/11 Wikipedia article, the NRA added that “Iraq was involved in 9/11”
- Exxon Mobil edits spillages and eco-system destruction from oil spillages article
- FBI edits Guantanamo Bay, removing numerous pictures
- Oil company ChevronTexaco removes informative biodiesel article and deletes a paragraph regarding fines against the company
- Scientology removes criticism and negatives article from Scientology page
- Al Jazeera TV station adds that the foundation of Iraq was just as bad as the Holocaust
- Amnesty International removes negative comments
- Dell Computers deletes negative comments on customer services and removes a passage how the company outsources work to third world countries
- MySpace removes paragraph when their website was hacked
- EA Games deletes whole paragraphs of criticism about employment practices and business methods
- Dog breeding association deletes whole paragraphs about fatal attacks by dogs on humans - US Republican Party changes the "Post-Saddam" section of the Baath Party article to a different account of the war, changing the language from "US-led occupation" to "US-led liberation"
- Fox News removes all controversial topics against the network from the Fox News page
- News of the World deletes a number of criticism against the paper
- Nestle removes negative comments on its business practices from its page
- UN address calls journalist Oriana Fallaci a racist ‘prostitute’
- Portuguese government removes entries about Prime Minister’s scandals
- DieBold, the company that controversially supplied computerised polling stations in the US elections, removes numerous paragraphs with negative comments
- Walmart removes criticism of outsourcing work. The retailer also changes negative paragraphs of underpaid workforce
- Sony removes harmful paragraphs against blu-ray systems
- Someone at Reuters calls Bush “a mass murderer”
- Coca Cola removes negative content about its effects
- British Conservative Party removes negative references of its MPs and deletes paragraph of the party’s old policies
- US University adds the “prestigious” adjective to its page
- Boeing edits from “Boeing is a leading American aircraft and aerospace manufacturer” to “Boeing is the leading American aircraft and aerospace manufacturer”
- MSN Search is “a major competitor to Google”. That’s what MSN added to their page
- BBC changes Blair's drink from coffee to vodka and his workout from the gym to the bedroom. Someone from the BBC also changes Bush’s page, changing the name from ”George Walker Bush” to “George Wan*** Bush”
- Someone from The Guardian edits the Wikipedia page of rival newspaper The Times. Originally in the article it is said that The Times sells more than The Guardian. After the edit, The Guardian sells more.
From: "USA: Student’s program sends PR chaos in Wiki-scandal" (Thu, 16 August 2007) Source: http://www.maltastar.com/pages/msFullArt.asp?an=14323
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lemonhorse
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« Reply #3 on: July 24, 2008, 11:25:45 AM » |
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[...] Mindfuck (engl., wörtl. etwa Gedanken-Fick, im übertragenen Sinne etwa Gedankenmanipulation des Zuschauers oder Verstandes- und Sinnestäuschung) [...] In der Gesellschaft gibt es die Gruppen der Diskordianer [...], welche den Mindfuck als kognitive Herausforderung besonders schätzen. [...] Im Spiel Blade Runner, das auf dem gleichnamigen Film basiert, wird dem Spieler nicht eindeutig mitgeteilt, ob seine Spielfigur ein Mensch oder ein Replikant (Roboter) ist. [[Kategorie:Erkenntnisprozess]] [[Kategorie:Diskordianismus]] http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Pargo/mindfuck (14. Mai 2008) -.- [...] In den Illuminatus-Romanen wird das blinde Akzeptieren des Fnords auch mit dem Satz „Wenn du den Fnord nicht siehst, kann er dich auch nicht essen.“ beworben. Obwohl es sich eigentlich um eine Aussage über Fnords zu handeln scheint, ist der Satz selbst ebenfalls ein Beispiel für Fnord. Er suggeriert aufgrund seiner Struktur eine Bedrohungssituation, die er selbst erst durch die Einführung des Begriffs 'Fnord' erzeugt, und wirkt auf diese Weise selbst mystifizierend. Fnord verweist auf die klassische Technik aller mystifizierenden Desinformation, nämlich die Glaubwürdigkeit und Unangreifbarkeit eines Beweises (hier: die Existenz von Fnords) gerade dadurch zu untermauern, dass er für Ungläubige und Kritiker unverständlich oder unsichtbar bleiben müsse. ...
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fnord (25. Juni 2008 ) -.- wikid_german: [...] Jeder dritte DAX-Konzern manipuliert seinen eigenen Wikipedia Artikel. Es werden Kritiken gelöscht, Profite durch Zwangsarbeiter aus der NS-Zeit heruntergespielt und die Beteiligung am Irak Krieg verleugnet... http://reddit.wired.com/wikid_german/wikidgame (engl.): http://wired.reddit.com/wikidgame/WikiScanner Creator Releases New Tools to Uncover Anonymous Edits (By Kim Zetter Email, July 18, 2008) http://blog.wired.com/27bstroke6/2008/07/wikiscanner-cre.htmlWikiWatcher: http://wikiscanner.virgil.grWikiScanner FAQ: http://virgil.gr/31Der WikiScanner: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiscannerAuflistung von Wikipedia-Artikeln, die von nicht angemeldeten Personen aus Netzwerken interessanter Organisationen geändert wurden by Virgil Griffith http://wikiscanner.virgil.gr/index_DE.phpBitte »Dr. Zetsche«! (DIE ZEIT, Ausgabe 20, 2008) Von Christian Fuchs http://www.zeit.de/2008/20/II-Wirtschaft_-WikiscannerWer schreibt da in der Wikipedia? (14.08.2007, heise.de/newsticker/) http://www.heise.de/newsticker/Wer-schreibt-da-in-der-Wikipedia--/meldung/94316etc.
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« Reply #4 on: November 26, 2008, 11:24:28 AM » |
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[...] Offenbar braucht die Bundesregierung mehr positive Nachrichten im Wahljahr 2009. Sie will die Zahl der Arbeitslosen herunterrechnen - mit einem neuen Gesetz.
Nach einem Gesetzentwurf zur Neuregelung von Arbeitsmarktinstrumenten sollen künftig alle Arbeitslosen, die durch private Träger betreut werden, nicht mehr als arbeitslos gezählt werden. Im Oktober fielen darunter noch rund 149.000 Arbeitslose, insgesamt waren es 2008 rund 300.000 Erwerbslose.
Dass die Statistik nicht alle Arbeitslosen benennt, ist bekannt. So wurden im Oktober rund eine Million Arbeitslose statistisch nicht als solche gezählt, obwohl sie keinen regulären Job haben. Als Begründung gilt, dass sie dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung stünden, weil sie etwa an einer Weiterbildung teilnehmen. Diese statistische Möglichkeit will die Regierung nun ausweiten.
Wenn Arbeitsbehörden überlastet sind oder private Träger gute Angebote machen, werden Arbeitslose häufig an diese Vermittler überwiesen. Die Träger vermitteln in Jobs, beraten und qualifizieren. Bislang werden diese Arbeitslosen in der Statistik mitgezählt. Mit dem neuen Gesetz soll sich das ändern. Das Bundesarbeitsministerium bestätigte den Plan. "Das ist grundsätzlich so geplant. Die Zahl der Maßnahmenteilnehmer ist ja nicht geheim", sagte eine Sprecherin.
Arbeitsmarktexperten sind dagegen äußerst skeptisch. Dies sei keine saubere Erfassung der Arbeitslosenzahlen, schreibt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Stellungnahme für eine Bundestagsanhörung, in der am Montag das Gesetz zu den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten erörtert wurde. Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist dagegen.
Der Vizedirektor des IAB, Ulrich Walwei, warnte vor der neuen Zählweise. "Das sehen wir mehr als kritisch. Es ist inkonsequent, wenn der Arbeitslose mitgezählt wird, der von der BA vermittelt wird, und der andere nicht", sagte er der FTD. Anders sehe es aus, wenn der Träger eine Qualifizierung oder Ähnliches übernehme. "Das sollte differenzierter geregelt werden." Die Statistik solle schließlich "auch ein Bild abgeben, wie die Beschäftigungsproblematik tatsächlich aussieht", sagte Walwei.
Mit den Gesetzesänderungen werden die bisher über 50 arbeitsmarktpolitischen Instrumente zusammengefasst und pauschaliert. Damit sollen die Vermittler der Agenturen mehr Entscheidungsfreiheit darüber erhalten, welche Maßnahme angewendet werden soll.
Aus: "Im Wahljahr - Regierung frisiert Statistik für Arbeitslose von Maike Rademaker und Monika Dunkel (Berlin)" (FTD vom 25.11.2008) Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Im-Wahljahr-Regierung-frisiert-Statistik-f%FCr-Arbeitslose/442995.html-.- [...] Weil sie einem Ein-Euro-Job nachgehen, tauchen knapp 400.000 Arbeitslose nicht in der Statistik auf.
[...] Sie betreuen Kinder, arbeiten im Pflegeheim oder räumen Parks auf: sogenannte Ein-Euro-Jobber. Stefanie Episarek zum Beispiel kocht das Essen in einer Schulkantine. Die 33-jährige hat eine klassische Langzeitarbeitslosenkarriere hinter sich: Offiziell taucht sie nicht mehr in der Statistik auf, tatsächlich lebt sie aber noch immer von Arbeitslosengeld II.
...
Aus: "Ein-Euro-Jobs weitgehend sinnlos?" (Reportage | 27.11.2008) Quelle: http://www.ndrinfo.de/programm/sendungen/reportagen/eineurobilanz100.html
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« Last Edit: November 29, 2008, 01:33:00 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #5 on: April 23, 2009, 09:20:51 AM » |
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[...] Wer sich heutzutage eine neue Waschmaschine anschaffen oder eine Lebensversicherung abschließen will, informiert sichhäufig zunächst im Internet über die Angebote. Im besten Fall gibt es zu dem Produkt oder der Dienstleistung bereits Erfahrungsberichte und unabhängige Empfehlungen anderer Verbraucher. Doch diese sind häufig nichts weiter als gut versteckte Werbung von Firmen, die für potenzielle Kunden nicht erkennbar ist. So sind 95 Prozent aller Blogs und Foren zum Thema Versicherungen reine Werbeblogs, wie jetzt eine Recherche der Internetbeobachtungsfirma Infospeed ergeben hat. Das Unternehmen übernimmt für Firmen die Beobachtung von Foren, Blogs und Netzwerken wie www.ciao.de, in denen deren Produkte diskutiert, empfohlen oder abgelehnt werden. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der auch Internet-Marketingfirmen vertritt, war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Statt der Weitergabe von unabhängigen Erfahrungsberichten und Qualitätsbeurteilungen häuften sich Manipulationen, die Blogger als einzelne und auch in der Gruppe betreiben, weiß der Informationswissenschaftler Matthias Fank von der Fachhochschule Köln. Im Auftrag von Infospeed führte er 2007 eine bislang unterveröffentlichte Studie zu Foren- und Blogbetreibern durch. Die Untersuchung ergab, dass 50 Prozent der untersuchten augenscheinlich unabhängigen Blogs zu Marketing-Zwecken erstellt wurden - es handelt sich also um Blogs von Unternehmen oder Privatpersonen, die versuchen, ihre Produkte zu verbreiten. Allerdings gibt es nicht nur scheinbar unabhängige Blogs und Foren, die keine sind - es gibt auch Blog- und Forennutzer, die sich als unabhängig ausgeben, es aber nicht sind. "Ich werde dafür bezahlt, in mehreren privaten Netzwerken positive Kommentare über die Produkte einer Software-Firma zu schreiben, die Unterhaltungsprogramme entwickelt", sagt ein Informatikstudent, der anonym bleiben will. Für zwei Nachmittagsschichten pro Woche erhält er 500 Euro im Monat. "Sicher habe ich gewisse Leute eindeutig in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst." Selbst große Internethändler sind offenbar nicht vor gelenkten Nutzern sicher. So fanden sich beispielsweise Ende Januar beim Internet-Versandhaus Amazon rund hundert Sehr-gut-Bewertungen über Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt von ein und demselben Nutzer - was bedeutet, dass er rund hundert Bücher innerhalb kurzer Zeit gelesen haben müsste. Das Online-Lexikon Wikipedia bietet mit seinen offenen Strukturen ebenfalls eine breite Angriffsfläche für Manipulationen jeglicher Art. Darauf wies Ullrich Müller von der Nichtregierungsorganisation Lobby Control 2007 in seiner Studie "Greenwash in Zeiten des Klimawandels" hin. Viele Wikipedia-Seiten, besonders zu den Themen Gentechnik, Atomenergie und Klimaschutz, seien massiv manipuliert worden, so Müller. Wie groß das Manipulationspotenzial im Internet ist, wo sich Firmen und Lobbyisten die virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda zu eigen machen, zeigt die Arbeit der Firma Infospeed. Demnach surfen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen täglich im Netz. In Deutschland sind über 50 Millionen Computernutzer online, allein hierzulande werden 300.000 Blogs verwaltet. International sind es schon mehr als 40 Millionen sein - und jede Sekunde kommt ein neues hinzu. Wie wichtig das Internet für potenzielle Kunden geworden ist, zeigt Fank ebenfalls in seinen Untersuchungen. Folglich treffen 96 Prozent aller deutschen Haushalte Kaufentscheidungen mit Hilfe des Internets - ohne genau nachvollziehen zu können, woher die Test- und Erfahrungsberichte stammen, die sie zu ihrer Kaufentscheidung bewogen haben. Dabei schreiben die gekauften Blogger nicht nur positive Einträge, um ihre eigenen Produkte anzupreisen, sondern machen die Produkte anderer Firmen gezielt schlecht, was manchmal viel wirkungsvoller ist, erklärt Jan Krömer von Infospeed. Fank sieht diese Entwicklung jedoch nüchtern: "Nicht die Kundenmeinungen im Web sind das Problem, sondern eine Strategie, die sie nicht berücksichtigt." 22.04.2009 15:14 Uhr: Von Marcus:
Was erwaretet ihr denn Anderes?
Ein Bekannter von mir (Student) schreibt im Auftrag eines sehr konservativen Wirtschaftsinstituts mit 4 Buchstaben vorzugsweise in Foren von Kontakt- und Singlebörsen wirtschaftsfreundliche Kommentare zu allen möglichen Themen.
Er wird nach Anzahl der geschriebenen Kommentare und Artikel bezahlt.
Aus: "Werbung in Internet-Foren - Gekaufte Blogger" VON MALALAI BINDEMANN (22.04.2009) Quelle: http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/gekaufte-blogger/
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« Reply #6 on: June 01, 2009, 10:23:27 AM » |
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[...] Die Bahn kommt, die Bahn kontrolliert. Nicht nur ihren eigenen Mitarbeiter, sondern auch was über sie geschrieben wird. Allein im Jahr 2007 hat der Konzern 1,3 Millionen Euro in verdeckte Werbemaßnahmen zur Imageaufbesserung investiert, wie der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag selbst zugab.
...
Aus: "Bahn foppte Spiegel Online und FTD mit versteckter PR" (30. Mai 2009) 30. Mai 2009 - Jürgen Vielmeier Quelle: http://freshzweinull.de/2009/05/bahn-foppte-spiegel-online-und-ftd-mit-versteckter-pr/-.- [...] Zu den Daten- und E-Mail-Affären bei der Deutschen Bahn gesellt sich nun noch ein PR-Skandal. Wie das Unternehmen am Donnerstag selber mitteilte, flossen im Jahr 2007 knapp 1,3 Millionen Euro in die "verdeckte Beeinflussung der Öffentlichkeit".
Dies hätten die internen Ermittler der Prüfungsgesellschaft KPMG nach Hinweisen des Kölner Vereins LobbyControl herausgefunden.
Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube, der erst Anfang des Monats seinen Job angetreten hatte, distanzierte sich umgehend: "Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab", sagte er. Er werde "umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen ziehen".
Was genau mit dem Geld finanziert wurde, ist in der Bahn bislang unklar. Offenbar wurden damit Leserbriefe, Meinungsumfragen, vorproduzierte Medienbeiträge bezahlt. Auch die Süddeutsche Zeitung erreichten nach ersten Informationen solche fingierten Bahn-Leserbriefe.
Nach SZ-Informationen floss das Geld an die Berliner PR-Firma European Public Policy Advisers, kurz Eppa. Deren Geschäftsführer, Rüdiger May, war seinerzeit in Personalunion auch Geschäftsführer des Berliner Thinktanks Berlinpolis (Slogan: "Politik für morgen"), der im Jahr 2007 diverse Umfragen und Meinungsbeiträge über die Bahn gefertigt hatte. May selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern. Es handele sich um Geschäftsbeziehungen, "und darüber rede ich nicht".
Berlinpolis wiederum, das auch Unternehmen, Ministerien und Stiftungen berät, stritt jede Beteiligung ab. "Es gab keine derartigen Aufträge", sagte Berlinpolis-Geschäftsführer Daniel Dettling der SZ. "Wir haben uns generell mit solchen Themen beschäftigt." Inwieweit Berlinpolis über seinen damaligen Co-Geschäftsführer May mit der Bahn oder Eppa kooperierte, vermochte er nicht zu sagen.
Auffällig ist jedoch, wie intensiv sich Berlinpolis im Jahr 2007 mit der Bahn beschäftigte. Damals liefen in dem Staatskonzern die Vorbereitungen auf den Börsengang auf Hochtouren, es gab allerdings auch einige Probleme: In der SPD fand die Idee einer "Volksaktie" zunehmend Gehör; und im Tarifkonflikt mit den Lokführern schien jede Lösung fern.
Beides interessierte Berlinpolis so sehr, dass es entsprechende Umfragen in Auftrag gab. "Die Mehrheit der Deutschen hat mittlerweile kein Verständnis mehr für weitere Streiks der in der GdL organisierten Lokführer", tat Berlinpolis im November mit Blick auf die Lokführer-Gewerkschaft kund. Die hatte am selben Tag den Nahverkehr in Ostdeutschland lahmgelegt. 55 Prozent hätten dafür kein Verständnis, ergab die Umfrage. Die Meldung fand einige Verbreitung.
Drei Monate vorher hatten die Bundesbürger per Umfrage schon der Lohnforderung der Lokführer mehrheitlich eine Abfuhr erteilt, ebenfalls mit medialem Erfolg. Auf verwunderte Rückfragen von Parlamentariern hin hatte Berlinpolis seinerzeit jegliche finanzielle Beziehung zur Bahn zurückgewiesen.
Auch mit der Volksaktie rechnete die "Denkfabrik", wie sie sich nennt, auf diese Art ab. "Bundesbürger haben kein Interesse an Volksaktien der Deutschen Bahn", verbreitete sie auf ihrer Homepage zukunftmobil.de. Demnach hätten 87Prozent der Bundesbürger kein Interesse an solchen Aktien.
"Die Bürger erteilen den Plänen einer volkseigenen Bahn eine klare Absage", schloss Berlinpolis-Chef Dettling. "Die Politik sollte jetzt die Privatisierung zügig umsetzen."
Dettling durfte seine Haltung zur Bahn schließlich auch in Gastbeiträgen publizieren, etwa in der Financial Times Deutschland oder in Capital. Die genauen Hintergründe bleiben unklar.
"Hier wurde offensichtlich versucht, die Öffentlichkeit und die politische Debatte dadurch zu beeinflussen, dass vermeintlich unabhängige Dritte in die Debatte eingreifen", kritisiert Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl. "Diese Methoden sind absolut inakzeptabel."
Mancher Parlamentarier sieht sich dagegen in seinen Mutmaßungen bestätigt. "Das ist noch schlimmer als das, was wir vermutet haben", sagte der FDP-Abgeordnete Horst Friedrich.
Zuständig für die Beauftragung der externen Meinungsmacher war nach Informationen aus Konzernkreisen das Büro des Marketingchefs der Bahn, Ralf Klein-Bölting. Schon am Donnerstag zeichnete sich ab, dass Grube auch ihn entlassen wird. Aus konzernnahen Kreisen verlautete aber, dass Klein-Bölting keineswegs als Einziger in die Affäre verstrickt sein soll.
Aus: "PR-Skandal bei der Bahn - Alle reden vom Wetter" Von M. Bauchmüller (28.05.2009) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/686/470237/text/-.- [...] Längst haben die Unternehmen auch die wachsende Bedeutung des Internets erkannt, in dem sich immer mehr Menschen informieren. Nach einer Studie des Internetbeobachters Infospeed sind 95 Prozent aller Blogs und Foren zum Thema Versicherung reine Werbung.
Ob der Netznutzer dies merkt, ist die Frage. Immer häufiger schreiben Konzerne auch am Online-Lexikon Wikipedia mit. Fluggesellschaften ändern Einträge zu Fluglärm, Ölmultis zu Tankerunfällen. Siemens fiel 2006 auf, weil ein Sprecher in das Wikipedia-Profil des damaligen Konzernchefs eilig hineinkopiert hatte, er leite Projekte in "unseren" Bereichen - immerhin agierte er nicht allzu unauffällig.
Gerne sponsern Unternehmen wissenschaftliche Arbeiten, die anschließend die öffentliche Meinung beeinflussen. Ein Mediziner aus Boston untersuchte 200 Studien zu den gesundheitlichen Wirkungen von Softdrinks oder Säften. Ergebnis: Die gesponserten Arbeiten fielen grundsätzlich positiver aus.
Zeitungen und Sender erhalten häufiger kostenlose Artikel und Filme über neutral klingende Themen. Nicht immer ist der Geldgeber zu erkennen - und schon hat eine Firma ihre Sicht der Dinge transportiert oder unauffällig für ein Produkt geworben.
Michael Konken vom Journalistenverband gibt auch den Medien eine Schuld daran, dass solche Methoden erfolgreich sind: "Die Redaktionen sind immer knapper ausgestattet - manchen Journalisten fehlt schlicht die Zeit, gut gemachte PR zu enttarnen."
Großes Aufsehen erregte vor ein paar Jahren Schleichwerbung in ARD-Sendungen wie "Marienhof" oder "Tatort". Gegen Zahlungen hatten Reiseveranstalter oder Pharmakonzerne Hinweise auf ihre Produkte untergebracht.
Danach griffen die öffentlich-rechtlichen Anstalten stärker durch. Bei Privatsendern gibt es weiterhin häufiger Hinweise auf verdeckte Reklame, die dem Zuschauer verborgen bleibt. Eine neue Welle der Schleichwerbung droht nach Ansicht des Journalistenverbands, wenn eine EU-Richtlinie unverändert Gesetz wird.
Das Werk aus Brüssel erleichtert nach Ansicht von Kritikern die unauffällige Platzierung von Reklame. Kommende Woche beschäftigen sich die Bundesländer mit dem Gesetz - noch haben sie die Chance, es zu verschärfen.
Aus: "Die heimlichen Botschaften der Konzerne" Von A. Hagelüken (29.05.2009) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/849/470399/text/
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« Reply #7 on: September 23, 2009, 03:06:49 PM » |
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[...] 1,65 Millionen Euro hatte die Deutsche Bahn 2007 für positive Umfragen und Leserbriefe und andere Maßnahmen ausgegeben, um das Image des Konzerns aufzupeppen. Es ging, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, um "die verdeckte Beeinflussung der Öffentlichkeit", etwa durch fingierte Leserbriefe und Umfragen, die die "richtigen" Ergebnisse produzierten. Dies alles kurz vor dem geplanten und mittlerweile verschobenen Börsengang der Bahn. Es floss also viel Geld, um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Mit dabei war, wie der PR-Rat jetzt rügte, die Firma [extern] Allendorf Media AG in Berlin. Die bringt gegen gutes Geld die Botschaften ihrer Auftrageber über die Medien und das Internet unter das Volk. Zum Beispiel für die Bundeswehr und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", einem Propagandatrupp der Metallarbeitgeber. Oder eben für die Deutsche Bahn. Und dabei laut PR-Rat mit unsauberen Methoden: "Allendorf Media unterwanderte Foren und Blogs wie Brigitte.de und SPIEGEL ONLINE mit bahnfreundlichen Beiträgen. Bei SPIEGEL ONLINE wurden rund ein Viertel der Beiträge in drei bahnrelevanten Foren von Allendorf Media platziert – durchgängig ohne Nennung des Arbeit- bzw. Auftraggebers und unter Pseudonym", so der PR-Rat in seiner Rüge. Daneben lieferte die Firma Videomaterial für eine angeblich neutrale Website und setzte Prominente für die Berichterstattung pro Bahn ein. "Die Rüge des PR-Rates bestätigt unsere Kritik an dieser unsäglichen Manipulation der Öffentlichkeit", [extern] zog dann auch die Initiative LobbyControl Bilanz. Bereits im Juni und August waren diesbezüglich die Meinungsagenturen EPPA GmbH und Berlinpolis sowie die Bahn selbst vom PR-Rat gerügt worden: "Die verdeckte PR der Deutschen Bahn AG ist ein in seinem Umfang und seiner Tiefe sehr ernst zu nehmender Vorgang". Das Gebaren von Bahn AG oder INSM wirft ein Licht darauf, wie der Internetsurfer, Leser oder TV-Zuschauer immer mehr einer undurchsichtigen Manipulation unterworfen wird. Die Meinungsmache ist längst zu einem lukrativen Markt geworden. Auch wenn es dabei nicht um unseriöse Praktiken geht, wen wundert's, dass hinsichtlich des Themas "Image" immer mehr Firmen aus dem Boden schießen, die sich speziell der "Pflege" des Internet widmen. "arvato online services, Full-Service-Dienstleister für Online-Marketing und Loyalty-Services, hat sein Portfolio um Social Media Monitoring erweitert", ist in bestem Denglisch in einer Pressemitteilung vom Mai zu lesen. Das [extern] Unternehmen überwacht die Darstellung ihrer Kunden in den relevanten Blogs, Foren und Communities und forscht aus, was in den Sozialen Netzwerken so geplaudert und thematisiert wird. Warum? "Das Internet ist inzwischen für 98 Prozent der Nutzer ein entscheidendes Rechercheinstrument. Konsumenten informieren sich im Netz vorab über Produkte und Dienstleistungen, die sie interessieren und reagieren dabei stark auf die Erfahrung anderer", so Stephan Wolfram, Geschäftsführer bei arvato online, einer Bertelsmann-Tochter. "Digitale Mund-zu-Mund-Propaganda" [extern] heißt dies bei "ethority", einer weiteren Firma zur Pflege des Webs im Auftrag von Kunden: "Gerade kaufkräftige Zielgruppen vertrauen in ihrer Meinungsbildung den Erfahrungen anderer, so dass sich Kaufentscheidungsprozesse in die digitale Welt der Diskussion-Boards, Online-Foren, Weblogs und Meinungsportale verlagern", ist auf der [extern] Website der Firma zu lesen. Und weil das angeblich so ist, bieten beide Firmen nun die entsprechenden digitalen Handreichungen an, um das Image ihrer Kunden zu pflegen. "Unser Expertenteam wertet die Resultate im Hinblick auf das Krisenpotential von Konsumentenäußerungen aus und deckt rufschädigende Aktionen gegen Ihr Unternehmen oder Ihre Marken auf", bietet ethority an. Und: "Wir bringen Ihre Markenbotschaft ins Gespräch". Die Botschaft wird "ohne Streuverlust" direkt innerhalb der "Zielgruppe" verbreitet: "Wir schreiben für Sie den richtigen Beitrag an der richtigen Stelle." Ähnlich arvato, auch diese Firma bietet Marketingmaßnahmen an, die zu einem "positiveren Bild innerhalb der Web 2.0 Welt verhelfen". Beide Firmen, so ist zu betonen, lehnen laut ihrer Sprecher aber unseriöse Praktiken wie das Postieren von anonymen Foreneinträgen ab. 21. September 2009 00:32 Warum denn in die Ferne schweifen? (kt ;-) Hinz & Kunz (mehr als 1000 Beiträge seit 28.09.01)
hinz & kunz
21. September 2009 00:42 Würde mich stark interessieren, ... Irwisch (593 Beiträge seit 22.03.05)
... wieviele beauftragte und bezahlte Schreiber bei TP ihre Kommentare anbringen, um gewisse Eindrücke zu erwecken oder brisante Inhalte zu verharmlosen.
22. September 2009 07:44 Die Mehdorn-Beweihräucherer in SPIEGEL ONLINE... Waldgeist (mehr als 1000 Beiträge seit 09.03.00)
...waren schon ziemlich penetrant, das stimmt. Nun weiß ich wenigstens, woher sie kamen.
21. September 2009 08:03 Und ich hab das mit den "bezahlten Microsoft-Beifallklatschern" in Heise... dynamis (mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.03)
...immer für Forumsrhetorik gehalten. Wie naiv ich war.
dynamis
21. September 2009 11:19 Ja, ja, das Internet... (Editiert vom Verfasser am 21.09.09 um 11:19) ManagedDemocracy (881 Beiträge seit 18.11.08)
... ist mit Bedacht zu geniessen.
Aber, war es denn jemals anders? Auch den Printmedien durfte man nie unbedacht folgen, ohne zuvor sein eigenes Hirn zu benutzen.
...
Aus: "Kontaminierte Inhalte" Rudolf Stumberger (21.09.2009) Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31159/1.html
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« Reply #8 on: August 03, 2010, 09:28:08 AM » |
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In Großbritanien ist die Londoner Polizei beim fälschen eines CCTV-Beweisvideos erwischt worden: "CCTV and police abuse of power". Der Anwalt eines Beschuldigten hatte sich die Originalaufnahmen beschafft und festgestellt, dass diese nicht identisch waren mit denen, die beim Prozess gegen seinen Mandanten verwendet wurden. http://www.netzpolitik.org/2010/londoner-polizei-wurde-beim-falschen-von-cctv-videos-erwischt/-.- [...] Investigations into the London Gaza protests last year have called into question how CCTV evidence is being used by police.
[...] Demonstrator Jake Smith was charged with two counts of violent disorder. These charges were later dropped when Smith's solicitor, Matt Foot, viewed the original CCTV footage and discovered that the police video had been edited to show events out of sequence, at one point implying another man was Smith while omitting footage showing Smith being assaulted by a police officer without provocation.
Considering the potential for abuse of power, the control that the police have had over the use of CCTV is frightening. Foot warns, "We should be both curious and suspicious about how the police use CCTV footage in these cases."
...
Aus: "CCTV and police abuse of power" By Nicola Cutcher guardian.co.uk, Monday 19 July 2010 Quelle: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/jul/19/gaza-protests-inquiry-police-cctv
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« Reply #9 on: October 11, 2010, 08:20:45 AM » |
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[...] Hamburg - Der Kunde wolle sein Shopping-Portal "aufwerten", heißt es in einer internen Mail der Agentur Textprovider, die dem SPIEGEL vorliegt. Die Firma fertigte im Auftrag des Internet-Shopping-Portals "Einkaufswelt" der Telekom-Tochter T-Online Hunderte Kundenbewertungen an. Offenbar sollte so vorgetäuscht werden, dass sich auf den Seiten die Nutzer angeregte Debatten über Produkte liefern.
1000 Texte, zwischen 80 und 180 Wörter lang, lieferte die Agentur, die sich offiziell darauf spezialisiert hat, Produktbeschreibungen zu optimieren. Für das Telekom-Portal schrieben Dutzende Autoren bezahlte Texte über die Waschmaschine AEG Lavamat 86 850 ("Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viel verändert hat"), über die Kamera Canon EOS 7D ("Hier ist Canon ein großer Schritt gelungen"), über die Eismaschine Krups Venise ("Es war spielend leicht") und Dutzende andere Produkte.
In einem Briefing waren die Texter genau instruiert worden: "Es sollen realistische Produktbewertungen erstellt werden, die nach Möglichkeit möglichst real und natürlich verfasst sind." Auch negative Wertungen waren erlaubt, schließlich soll alles echt wirken. "Sie müssen in die Rolle des Users 'schlüpfen' und möglichst authentische Bewertungen aller Produkte vornehmen", wurde den Textern vermittelt. Es gehe "nicht vorrangig um gefakte Bewertungen", die bezahlten Texter sollten sich "an realen, schon bestehenden Bewertungen im Netz orientieren".
Die Telekom erklärt dazu, "ein übereifriger Dienstleister" habe den Auftrag zur Erstellung von Nutzerbewertungen an die Agentur Textprovider erteilt. Die "Einkaufswelt" sei Teil von t-online.de und handle in ihren Geschäftsbeziehungen autark und unabhängig von der Telekom. Der Auftrag sei dem Konzern nicht bekannt gewesen, die Texte seien inzwischen gelöscht worden. "Hier ist der Dienstleister deutlich über das Ziel hinausgeschossen", sagt eine Konzernsprecherin. Die Agentur Textprovider war zu einer Stellungnahme nicht bereit.
Aus: "Shopping-Portal: Telekom ließ Nutzerbewertungen fingieren" (09.10.2010) Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,722255,00.html
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« Reply #10 on: November 09, 2010, 10:00:42 AM » |
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[...] Wissenschaftler an der Indiana University haben Beweise dafür gefunden, dass politische Kampagnen und Lobby-Gruppen in den USA zahllose falsche Accounts beim Kurznachrichtendienst Twitter angelegt haben. Das Ziel dieser Bemühungen scheint zu sein, nach außen den Eindruck einer breiten Graswurzelbewegung zu vermitteln – und damit Meinung zu machen und Wähler zu beeinflussen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Das Forscherteam nutzte spezielle Software-Werkzeuge, um die Aktivitäten aufzudecken, die aus der Netzwerkanalyse stammen. "Wir glaubten, dass so etwas ziemlich normal sein muss", meint Dozent Filippo Menczer, einer der Projektleiter. "Überall dort, wo viele Augenpaare sind, werden sich auch die Spammer hinbegeben. Warum also nicht auch in der Politik?" Das Forschungsvorhaben hört auf den Namen "Truthy Projekt" – eine Referenz an den politischen Comedian Stephen Colbert.
Gefälschte Graswurzelbewegungen sind auch außerhalb des Netzes nicht neu. Der Fachbegriff dafür lautet "Astroturfing" – in Anspielung auf den Markennamen eines amerikanischen Kunstrasens. Menczer und sein Team fanden bei der Arbeit schnell erstaunliche Ergebnisse: Zwei besonders auffällige Twitter-Accounts, die kürzlich geschlossen wurden, verschickten 20.000 ähnlich lautende Tweets. "@PeaceKaren_25" und "@HopeMarie_25" verwiesen dabei fast ausnahmslos auf die Website des Chefs der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, John Boehner.
Aus: "Astroturfing bei Twitter" Ben Schwan (09.11.2010) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Astroturfing-bei-Twitter-1131844.html
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« Reply #11 on: December 19, 2010, 07:45:46 PM » |
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... Assange: Mein Leben ist bedroht ... 19. Dezember 2010 19:11 Was hatte er denn erwartet? GuenterMuc (881 Beiträge seit 07.04.00) Er pinkelt jeder Menge Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen ans Bein und scheint sich dann darüber zu wundern, dass ihn evtl. ein unnatürlicher Tod ereilt. Wenn er nicht bereit ist mit dieser Konsequenz zu leben (bzw. dann nicht mehr zu leben), dann hätte er diese Aktion nicht starten sollen. 19. Dezember 2010 19:19 Re: Was hatte er denn erwartet? GuenterMuc (882 Beiträge seit 07.04.00) Lemminkäinen schrieb am 19. Dezember 2010 19:15 > Noch so ein bezahlter Schreiber. Tststs ;-) > Leider nicht. Aber falls irgendjemand dafür bezahlen will, kein Problem. Da es meine aufrichtige Meinung ist, nehme ich dafür gerne Geld. 19. Dezember 2010 19:29 Re: Was hatte er denn erwartet? FischX
Was sagt den die Opportunisten-Gewerkschaft dazu?
19. Dezember 2010 12:44 Woher kommen bloß plötzlich alle diese Schwachköpfe? Karl Frank
Es ist für mich recht erstaunlich festzustellen, wie in zunehmendem Maße extrem dämliche Postings in Bezug auf WikiLeaks und Julian Assange in diesem Forum auftauchen. Postings die völlig sinnfrei sind und vor Blödheit nur so strotzen.
Hier einige Beispiele
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Assange-Drama-Queen/forum-191118/msg-19596214/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-ja-ja/forum-191118/msg-19596309/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Wikileaks-Wichtigkeit-wird-ueberschaetzt-auch-von-Assange/forum-191118/msg-19596377/read/
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Dessen-Leben-ist-auch-ohne-ganz-Wikileaks-bedroht/forum-191118/msg-19596433/read/
Dies führt mich zu foldenden Fragen:
- Wer sind diese Idioten, die meinen ihren geistigen Dünnschiss der Öffentlichkeit kundzutun?
- Lesen diese Menschen überhaupt die veröffentlichten Dokumente?
- Befassen sie sich in irgendeiner Weise mit den Hintergründen?
- Haben diese Menschen jemals irgendeinen vernünftigen Gedanken geäußert oder leiden sie an einer bisher unbekannten, mentalen Krankheit?
19. Dezember 2010 18:35 FUD hier im Forum: Kommt nur mir das so vor? Schumbit (287 Beiträge seit 29.01.10)
Kommt nur mir das so vor, dass hier im Forum gerade un- glaublich viele offensichtliche Vollidioten unterwegs sind, die gezielt FUD verbreiten?
Irgendwie habe ich das Gefühl, die Hälfte der Beiträge kommt aus Agenturen und ist gekaufte Meinungs-Manipula- tion ..
Y.S.
19. Dezember 2010 19:15 Re: Was hatte er denn erwartet? Lemminkäinen (857 Beiträge seit 18.02.10)
Noch so ein bezahlter Schreiber. Tststs ;-)
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-FUD-hier-im-Forum-Kommt-nur-mir-das-so-vor/forum-191118/msg-19597783/read/
19. Dezember 2010 19:00 Danke, genau solchen Blödsinn meinte ich Schumbit (288 Beiträge seit 29.01.10)
Fred das Faultier schrieb am 19. Dezember 2010 18:51
> Stimmt, so dumm kann eigentlich keiner sein, dass er diesen Verräter > der freien Welt auch noch als Held bejubelt.
K.w.K. nötig ..
Y.S.
19. Dezember 2010 19:10 Re: FUD hier im Forum: Kommt nur mir das so vor? (Editiert vom Verfasser am 19.12.10 um 19:14) Lemminkäinen (856 Beiträge seit 18.02.10)
Das kommt besonders paranoid verlanlagten immer so vor, wenn gegensätzliche Meinungen vertreten werden. "Bezahlte [hier Gegner einfügen]-Schreiber". Das hat Tradition - und es sind Reflexe, die mit denen in einem bayrischen Kuhdorf übereinstimmen. Deswegen unterscheiden sich die ach so schlauen Schreiber hier ja auch in Nichts davon: "Kemmats der nicht ois Preißen? Hoats der net a Kommunisten ois Vater? Is der oi bezahlter Volkszersetzer?"
Euer Westagent
Um also nochmal zu präzisieren: Ja, alle, die hier im Heise-Forum gegen Assange schreiben, sind bezahlte Schreiber.
19. Dezember 2010 19:18 Re: FUD hier im Forum: Kommt nur mir das so vor? frieda670 (11 Beiträge seit 14.12.10)
Es scheint mir eher ungefähr eine Handvoll zu sein, aber die sind dafür umso eifriger. Derzeit haben wir geradezu ein Paradebeispiel für die versuchte Meinungsmanipulation. Wenn man die Kommentare der letzten ca. 2 Wochen verfolgt, sieht man bei jeder größeren Nachricht erstmal eine Welle recht authentischer und einheitlicher Reaktionen, und dann, nach ein oder zwei Tagen, kommen die Uboote aus ihren Löchern und versuchen mit ihren bekannten demagogischen Tricks die Meinungen der anderen entweder ins Lächerliche zu ziehen (kindisch, dumm, Verschwörungstheorie), oder uns zu erklären, dass die Kugel nicht rund ist und wir doch bitte sehr erstmal das Gegenteil beweisen sollen... Das kotzt mich echt zunehmend an und gibt mir das Gefühl, dass man mit Vernunft einfach nicht mehr weiter kommt. Wenn man noch nicht paranoid ist, dann wird man es durch diese Vögel irgendwann. Kein Wunder, dass immer mehr Leuten einfach der Kragen platzt und dass sie irgendwann so wütend sind, dass sie das Bedürfnis haben, zu radikaleren Mitteln zu greifen.
Kommentare zu Kommentaren zu "Assange: Mein Leben ist bedroht" (19.12.2010) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Assange-Mein-Leben-ist-bedroht-1156181.html
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« Reply #12 on: December 21, 2010, 11:02:48 AM » |
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[...] Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gerät wegen den von der Internetplattform Wikileaks enthüllten Berichten von US-Diplomaten erneut in Verlegenheit. Aus einer von Wikileaks veröffentlichten Depesche des Ex-US-Botschafters in Rom, Mel Sembler, geht hervor, dass ein Bericht der Regierung Berlusconi über den Tod des 2005 im Irak erschossenen italienischen Geheimagenten Nicola Calipari manipuliert worden sei, um weitere Ermittlungen seitens der Justizbehörden und einer parlamentarischen Untersuchungskommission in Italien zu verhindern.
... Die Regierung Berlusconi wollte verhindern, dass der Fall Calipari die bilateralen Beziehungen zu Washington beeinträchtige. Daher habe sich die Regierung Berlusconi gegen Versuche seitens der parlamentarischen Kommissionen gewehrt, die Ermittlungen über Caliparis Tod wieder zu öffnen, obwohl die Opposition dies forderte, berichtete Sembler in seiner Depesche. In dem Bericht der Regierung Berlusconi sei Caliparis Tod als Zufall dargestellt worden, um Justizermittlungen zu vermeiden, berichtete Sembler.
...
Aus: "Wikileaks: Agenten-Tod im Irak holt Berlusconi ein" (20. Dezember 2010) Quelle: http://derstandard.at/1292462272139/Wikileaks-Agenten-Tod-im-Irak-holt-Berlusconi-ein
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« Reply #13 on: January 31, 2011, 10:04:14 AM » |
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[...] Von einem "Bloggergate", einem "Tsunami" spricht Sascha Pallenberg, Betreiber von Netbooknews und damit einer der bekannteren Blogger Deutschlands. Sein Vorwurf: Die News-Site Onlinekosten.de und das Blog Basic Thinking, die beide zur Intergenia AG gehören, hätten mehr als hundert Blogger zur Schleichwerbung verführt und diese mit Knebelverträgen zum Schweigen verpflichtet.
Nach Informationen Pallenbergs habe Christoph Berger, Geschäftsführer von Basic Thinking und Onlinekosten.de, zahlreiche Blogger kontaktiert und ihnen eine "Kooperation" angeboten. Die Blogger sollten Links mit passenden Keywords auf ihren Sites platzieren und dafür 25 Euro pro Link erhalten. Diese Links durften nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Außerdem verpflichtete Onlinekosten.de die Blogger zur Geheimhaltung über diese Verabredung, ansonsten drohe eine Vertragsstrafe von 5001 Euro.
Ziel der Abmachung war, die verlinkten Angebote im Google-Index weiter nach vorne zu bringen. Pallenberg hat die Vertragsunterlagen und die Liste der Kunden (XLS) veröffentlicht, auf der sich Neckermann Reisen, Thomas Cook, HRS, Condor, Conrad, Base soiwie Versicherer, Finanzdienstleister, Modeläden, Buchhändler und Autovermieter finden. Auch Angebote von Onlinekosten.de wurden auf diese Weise beworben.
... Aller Geheimhaltung zum Trotz sind solche Kooperationen im Gegensatz zu Schleichwerbung (Update: möglicherweise) legal. So sieht auch der bloggende Anwalt Markus Kompa nichts Illegales daran, fasst seine Wertschätzung für die beteiligten Blogger aber in dem Begriff "PR-Huren" zusammen.
...
(heb)
Aus: "Bloggerszene streitet über bezahlte Links [Update]" (28.01.2011) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bloggerszene-streitet-ueber-bezahlte-Links-Update-1179434.html
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« Reply #14 on: February 21, 2011, 09:17:25 AM » |
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[...] In einem Blog auf Daily kos Community befasst sich Happy Rockefeller mit bisher wenig beachteten Mails aus den von Anonymous veröffentlichten Archiven. Darin diskutieren Mitarbeiter von HBGary Federal ein Konzept, das es einzelnen Anwendern erlaubt, eine Gruppe oder gar eine Armee künstlicher Personas zu führen, um damit scheinbare Meinungsmehrheiten etwa in den Foren missliebiger Websites zu erzeugen. Über ein sogenanntes Persona Management sorge man für konfliktfreie Konstruktionen. Ein menschlicher Anwender bedient sich dabei vorgefertigter virtueller Maschinen, in denen Personas mit bereits installierten E-Mail-Accounts, Web-Seiten und etwa Mitgliedschaften in sozialen Netzen stecken. In einem Word-Dokument, das Aaron Barr, CEO der HBGary-Tochter HBGary Federal verschickte, geht es darum, gleich einen Schwung Personas auf Twitter, in Blogs, Foren und Myspace zu kreieren und mit passenden Namen auszustatten. Die Accounts werden dann automatisch durch RSS Feeds, Retweets und Verlinkungen untereinander mittels Social-Media-Kommentaren gewartet und aufdatiert. Wie man solche Personas dann richtig etablieren könnte, skizzierte Barr ein einem kleinen "Nebenprojekt". Er wollte mit einer Persona die Low Orbit Ion Canon – das Tool, das in der Operation Payback zum Einsatz kam – manipulieren und verteilen. Eine zweite sollte diese trojanisierte Version dann "finden" und anprangern. Damit wäre zwar die erste Persona verbrannt, aber der vorgebliche Finder hätte in der Szene Renommé sammeln können. Zumindest die E-Mail-Kommunikation zu diesem Projekt endet allerdings damit, dass sich der von Barr beauftragte Entwickler rundweg weigerte: "I'm not compiling that shit on my box!" Die Entwicklung eines Prototypen für das Management der Personas und das Einsammeln von Daten veranschlagt der HBGary-Federal-Chef in einem Angebot an die Firma Mantech mit etwa 100.000 US-Dollar. Damit wird auch das Zielrichtung dieser Aktivitäten klar. Denn Mantech wirbt seinerseits mit einer beeindruckenden Kundenliste: Defense Intelligence Agency, U.S. Navy, Air Force, Army, Marine Corps, FBI, NSA, Department of Homeland Security und so weiter. Bereits kurz nachdem Unbekannte sehr trickreich in die Systeme von HBGary eingebrochen waren, dokumentierte heise online, dass die Mutterfirma HBGary anscheinend für eine ähnliche Klientel hochspezialisierte Rootkits und Spionageprogramme entwickelte. Künstliche Meinungsmache gibt es beispielsweise in der PR bereits seit längerem, allerdings üblicherweise durch reale Menschen, die gegen Bezahlung etwa Bewertungen vornehmen oder Wunschkommentare in Foren verfassen. Die neue Qualität liege nach Rockefeller aber in der scheinbaren Mehrheitsmeinung, die damit ohne großen Aufwand auch kleinen Gruppen zu Gebote steht – und ein gut gemachter "Proteststurm" auf einem Blog lässt bei Lesern schon mal Zweifel am eigenen Standpunkt aufkommen. (gr) 21. Februar 2011 08:22, Thorsten M Verhältnis Sockenpuppen:EchteForenteilnehmer auf heise.de?
Das ist doch die Frage, die jetzt jeden hier beschäftigt. (Die drei echten User, weil sie aus einer Traumwelt gerissen werden, und uns Sockenpuppen, weil unsere Besitzer wissen möchten, ob sie überhaupt noch echte Nutzer erreichen mit ihren Campagnen.)
Gruß, Thorsten M.
Aus: "Security-Firma entwirft Tools zur Meinungsmache mit Kunstfiguren" (20.02.2011) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Security-Firma-entwirft-Tools-zur-Meinungsmache-mit-Kunstfiguren-1193436.html
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