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« on: June 27, 2007, 01:25:22 PM » |
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[...] Am 1. November 1957 wurde [Rosemarie Nitribitt, eigentlich: Rosalie Marie Auguste Nitribitt] mit einer Platzwunde am Kopf und Würgemalen am Hals tot in ihrer Wohnung in Frankfurt am Main in der Stiftstr. 36 am Eschenheimer Turm aufgefunden, vermutlich etwa drei Tage nach ihrem Tod. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten hatte. Da der Mordfall nicht aufgeklärt werden konnte, wurde in manchen Medien der Eindruck erweckt, dass bestimmte Kreise aus Wirtschaft und Politik die Aufklärung zu verhindern suchten. Nitribitt wurde auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.
Die Beamten ermittelten gegen viele, zum Teil prominente Verdächtige; darunter waren Angehörige der Familie Krupp (Harald von Bohlen und Halbach), Harald Quandt und Gunter Sachs. Das Medieninteresse war groß, nicht zuletzt dank vieler Pannen bei den Ermittlungen. Einige Akten verschwanden spurlos, die Beamten machten zahlreiche Fehler, ein Verdächtiger erlitt – möglicherweise wegen der Ermittlungen gegen ihn – einen tödlichen Herzinfarkt.
[...]
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rosemarie_Nitribitt (14. Februar 2008) -.- [...] Geständnisse in der Korruptionsaffäre um den staatlich kontrollierten Volkswagen-Konzern offenbaren Parallelen zum jüngsten sächsischen Politskandal (siehe NRhZ 97). Demnach standen kriminelle Aktivitäten bei VW mit „Lustreisen" in Verbindung. Um das Produktionsmanagement hochrangiger Firmenvertreter zu fördern und die internationale Konzernexpansion mit fügsamen Arbeitervertretern zu erleichtern, wurden auf Betriebskosten Prostituierte besorgt.
Die Wolfsburger Machenschaften gingen nicht nur zu Lasten der tschechischen VW-Tochter Skoda und ihrer Mitarbeiter; sie knüpften auch an weltweite Strukturen sexueller Ausbeutung an, die zahlreiche Frauen in den globalen Armutsgebieten veranlassen, ihren Lebensunterhalt durch gering bezahlte sexuelle Dienste für Männer aus den westlichen Wohlstandszentren zu sichern.
So genannte Lustreisen, oft auch Sextourismus genannt, werden von Frauen- und Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert, da es dabei immer wieder zu sexueller Gewalt und zum Missbrauch von Kindern vor allem aus armen Ländern kommt. Wie dieses Geschäft funktioniert und welche Interessen es bedient, zeigen Enthüllungen aus Leipzig. Zu den wichtigsten Staaten, von denen Sextourismus ausgeht, gehört Deutschland.
Erste Informationen über die aktuelle Korruptionsaffäre im Volkswagen-Konzern, bei dem das Bundesland Niedersachsen Großaktionär ist, drangen bereits im Juli 2005 an die Öffentlichkeit. Auslöser war die fristlose Entlassung des deutschen Personalvorstands von Skoda; die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Dem Vorstandsmitglied wird vorgeworfen, über Tarnfirmen Gelder der tschechischen VW-Tochter abgezweigt und sich persönlich bereichert zu haben. Mehrere Mitglieder des Betriebsrates wurden mit Zuwendungen aus der Konzernkasse bestochen: Bargeld, Luxusreisen und kostenfreie Dienstleistungen von Prostituierten.
Details werden jetzt durch ein Geständnis des früheren VW-Personalreferenten Klaus-Joachim Gebauer bekannt. Wie Gebauer in der vergangenen Woche einräumte, waren so genannte Lustreisen „Highlights" im firmeninternen Bestechungssystem. Mitgliedern des Betriebsrats (darunter Bundes- und Landtagsabgeordnete der SPD sowie Gewerkschafter) wurden Auslandsreisen nach Asien und Lateinamerika finanziert – sexuelle Dienste inklusive. Gebauer berichtet, dass ein SPD-Parlamentarier die Kontakte ins Hannoveraner Rotlichtmilieu organisiert haben soll, und beschreibt, wie an ausländischen Tagungsorten „Sondierungen" vorgenommen wurden.
Zeitweise sei es zu Konflikten gekommen, weil deutsche Betriebsräte sexuelle Dienstleistungen verlangten, die aus der Firmenkasse nicht oder nicht ausreichend bezahlt worden waren.[1] Bei Volkswagen habe eine „Atmosphäre" geherrscht, „in der ich die Bodenhaftung verloren habe", resümiert ein jetzt verurteilter Mittäter das Klima der systematischen Indienststellung sexueller Lüste für Zwecke der Konzernexpansion.
Damit weist die VW-Korruptionsaffäre strukturelle Ähnlichkeiten mit dem sächsischen Polit- und Justizskandal auf. Auch dort scheinen Bordellbesuche bei ausufernden Geschäftstätigkeiten geholfen zu haben. Zentrum der Begehrlichkeiten waren wertvolle Immobilien, die aus dem Gesellschaftsvermögen der DDR stammten. Um sie möglichst billig in Besitz zu nehmen, mussten Entscheidungsträger bestochen werden. Während das Stillschweigen im VW-Konzern fragwürdigen oder ungesetzlichen Praktiken im Produktions- und Managementprozess galt, galt es im Fall der sächsischen Immobilien einer widerrechtlichen Enteignung öffentlichen Grundbesitzes. In beiden Fällen wurde Dritten Zwang angetan, um die Vermögensvorteile zu erschleichen: Ausländische Prostituierte und Kinder waren die Opfer. Wie das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) in Erfahrung gebracht haben will, sollen Frauen aus der Tschechischen Republik nach Leipzig verbracht worden sein, um in den oberen Etagen des Rathauses das Politpersonal zu bedienen. Leipziger Oberbürgermeister war Wolfgang Tiefensee (SPD), der heutige Minister im Kabinett Merkel.[2] Tiefensee streitet ab, zu den Begünstigten der sexuellen Zwangsveranstaltungen gehört zu haben. Wie in Leipzig kam es auch im Wolfsburger VW-Konzern zur Ausbeutung ausländischer Frauen – Prostituierte aus Asien und Lateinamerika.
Dass mehrere asiatische Küstenstaaten zu einem Eldorado des Bestechungs- und Ausbeutungssystems geworden sind, ist einer weiteren Form widerrechtlicher Aneignungen geschuldet: Kriegsereignissen. Die asiatische Massenprostitution, auf die bei VW zurückgegriffen wurde, begann während des Vietnamkriegs. Damals schickte das Pentagon seine Soldaten zum Fronturlaub nach Thailand („Rest and Recreation"). Schon bald „schnellte die Prostitution in neue Höhen", berichtet Terre des hommes: „Mit dem Versprechen auf eine gute Ausbildung oder einen Job wurden immer mehr, besonders auch junge Mädchen aus ihren Dörfern nach Bangkok gelockt, wo sie mit Schulden, Drohungen und Gewalt in die Prostitution gezwungen wurden."[3] Bereits 1974 schätzte die thailändische Polizei die Zahl der Frauen und Mädchen, die in den Bordellen der Hauptstadt US-Soldaten sexuelle Dienste anboten, auf 400.000. „Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen", heißt es bei Terre des hommes weiter, „übernahmen westliche Touristen die 'sexuelle Infrastruktur' des Landes" - Sextouristen jeder Art, im höheren Sozialsegment ganze Managergruppen international tätiger Firmen.
Ihnen kommt das Wohlstandsgefälle zwischen den südostasiatischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Armutsgebieten und den westlichen Wohlstandszentren zugute. „Eine kambodschanische Kellnerin, die ich vor drei Monaten traf, arbeitet 14 Stunden am Tag und verdient damit 15 Euro im Monat", berichtet der Tourismuswissenschaftler Dr. Franck Michel: „Ihre Freundinnen, die sich an die westlichen Touristen verkaufen, verdienen mehr als das innerhalb von zwei Stunden."[4] Die in Aussicht stehenden Gehälter - für die anreisenden westlichen Sextouristen ein Spottpreis – locken nicht nur zahlreiche Frauen an, sondern auch Menschenhändler, die Kinder aus ländlichen Gebieten und städtischen Slums sexuellem Missbrauch preisgeben. Allein in Thailand gehen heute „realistische Schätzungen von 100.000 bis 150.000 Kindern" aus, die westlichen Männern zur Verfügung stehen müssen.[5]
Zu den wichtigsten Staaten, von denen Sextourismus ausgeht, gehört Deutschland. „Experten schätzen (...), dass sich alleine 50.000 deutsche Männer in jedem Jahr im Ausland an Minderjährigen vergreifen", heißt es in der offiziösen Bundestags-Zeitung „Das Parlament".[6] Viele der Opfer sind zwischen sieben und elf Jahre alt. Obwohl der Missbrauch von Kindern nach deutschem Gesetz inzwischen auch im Ausland verboten ist, werden die Täter nur in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen. Ob dies im Fall der jetzt bekannt gewordenen Leipziger Zwangsveranstaltungen gelingt, bei denen „Frischfleisch" [7] aus der CSR feilgeboten worden sein soll, ist mehr als fraglich. Obwohl die Namen mehrerer deutscher Politiker bekannt sind, die in einem Bericht des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz als Beschuldigte auftauchen, wird ihre Identität seit Wochen von den deutschen Medien unter der Decke gehalten – aus Angst und Devotion in einem Wirtschaftssystem, das die sexuelle Ausbeutung zu einer Spielart staatlicher und privater Gewalt macht. (PK)
[1] Selbstoperation ohne Blutvergießen; Handelsblatt 15.06.2007 [2] Auf Fallhöhe; Berliner Zeitung 15.06.2007 [3] Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus (http://www.child-hood.com/index.php?id=449) [4] „Westliche Männer und Frauen suchen Macht"; Kulturaustausch online 2/2007 [5] Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus (http://www.child-hood.com/index.php?id=449) [6] Jeannette Goddar: Die Ausbeuter; Das Parlament 11.06.2007 [7] s. dazu Profiteure und Paten in NRhZ 97 Siehe auch german-foreign-policy.com Online-Flyer Nr. 101 vom 27.06.2007 Aus: "Inland: VW-Korruptionsaffäre ähnelt dem sächsischen Polit- und Justizskandal - Sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern" Von Hans Georg (27. Juni 2007) Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11095-.- [...] Uhl gab heute in Berlin zu, im Umgang mit Vorwürfen gegen ihn „nicht die Wahrheit“ gesagt zu haben. Sein Verhalten lasse sich nicht entschuldigen. Bisher hatte der frühere VW-Betriebsrat die Anschuldigungen stets bestritten. Uhl muss sich sich ab dem 14. Juni vor dem Amtsgericht Wolfsburg wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen und falschen eidesstattlichen Versicherungen in fünf Fällen verantworten. Es ist nach dem Prozess gegen Ex-Arbeitsdirektor Peter Hartz der zweite Prozess in der VW-Affäre.
Die Staatsanwaltschaft legt Uhl insgesamt sieben Straftaten zur Last. Dabei geht es in zwei Fällen, und zwar bei den Sexpartys auf Firmenkosten, um den Vorwurf der Beihilfe zur Untreue. Zudem soll der 55-Jährige fünf falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben haben. Uhl erklärte nun, die von ihm abgegebenen eidesstattlichen Versicherungen in mit verschiedenen Medien geführten gerichtlichen Auseinandersetzungen seien „zu erheblichen Teilen falsch“.
[...] Im ersten Prozess in der VW-Affäre war der frühere Arbeitsdirektor Hartz im Januar vom Landgericht Braunschweig nach einem umstrittenen Deal mit der Justiz verurteilt worden. Hartz hatte zugegeben, den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe „gekauft“ zu haben. Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz wurde bereits im Januar wegen Untreue und Begünstigung eines Betriebsrates zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 576.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Außerdem ist Uhls früherer Chef, der ehemaliger Vorsitzende des VW-Betriebsrates Klaus Volkert, wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt.
Aus: "SPD-Abgeordneter legt Mandat wegen Lustreisen nieder" (29.05.2007) Quelle: http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/125/id/273565/fm/0/SH/0/depot/0/-.- [...] Vorher hatte Gebauer erstmals im Gerichtssaal vor staunendem Publikum Details der Affäre berichtet. Die Schlüsselfigur in dem seit 2005 bekannten Skandal erläuterte das System, bei dem Ausgaben für Prostituierte nach dem "Prinzip der Intransparenz" an der Revision vorbei pauschal abgerechnet worden seien. Dafür habe er letztlich vom damaligen Personalvorstand Peter Hartz den Auftrag bekommen, sagte Gebauer. Etwa seit 1993, seit Hartz bei VW war, sei das "Beiprogramm" mit Prostituierten "normaler Bestandteil einer Sitzung" geworden. Er selbst sei mit dem früheren Betriebsratschef Klaus Volkert zu VW-Standorten in der Welt gereist, habe vor Treffen "Beiprogramm" organisiert und auch getestet. "Wir sind nicht dorthin gefahren, wo nichts los war", sagte Gebauer unter dem Gelächter des Publikums.
Aus: "VW-Affäre kostet wohl zweiten Politiker das Mandat" (Do Jun 14, 2007 7:47 MESZ19) Quelle: http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=companiesNews&storyID=2007-06-14T174719Z_01_KOE464021_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-FIRMEN-VW-AFFRE-2ZF.xml-.- [...] Was Professor und Schüler nicht begriffen haben, ist, dass es sich bei der Halbwelt, in die sie geraten, auch um eine Halböffentlichkeit handelt – um das reziproke Gegenstück einer bürgerlichen Doppelmoral, um etwas, das nur erwähnt wird, wenn man „unter sich“ ist. In feudalen Zeiten konnte der Souverän sich recht ungeniert seinen Favoritinnen widmen, sobald der Stammhalter in trockenen Tüchern lag. Das aufstrebende Bürgertum aber vollendete nicht nur die Trennung von öffentlichem und privatem Leben, sondern unterwarf beide auch einer strengen Kontrolle. Wer über die Stränge schlagen wollte, der musste sich, wie Professor Unrat, in ein Milieu begeben, das er offiziell nur aufs Schärfste missbilligen konnte: Dass Heinrichs Manns Held als Debütant in der Seniorenliga antritt, macht ihn natürlich noch lächerlicher und unterstreicht die Eitelkeit, sich Liebe kaufen zu wollen. In Guy de Maupassants Geschichte „Das Freudenhaus“ wird ausgerechnet der Herr Poulin, der gleich nach dem ersten Akt eingeschlafen ist, zum Star einer champagnerseeligen Honoratiorenfeier, bei der auch Richter und Bürgermeister beteiligt sind. Der Ruf „Wir haben geschaut, wie Herr Poulin schläft“, wird zum Running Gag des Abends, der immer wiederholt wird, wenn ein weiterer Gast mit einem weiteren Mädchen nach oben geht. Dass er vom Steuereinnehmer des Ortes stammt, zeugt von der vertraulichen Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Justiz, die hier gefeiert wird. [...] Empfindsameren Naturen bleibt nur jene Maxime, die im 18. Jahrhundert der bekennende Wüstling James Boswell der Madame Guyon entlehnte. Die habe geraten, „man solle eine Sünde so schnell wie möglich vergessen – der Gedanke sei zu grobschlächtig für die Seele eines frommen Menschen und der religiösen Inbrunst abträglich.“
S.Y.S meint: 19-06-2007, 08:42 Uhr in der tat ist der "Intensivtäter" unter den Bordellgängern eher häßlich und nicht grade ein Aufreißer.Und/oder jemand mit gestörtem Selbstwertgefühl. Die Statistik wird von den huren selbst zusammengezimmert, sie sieht außerdem durch die Stammkundschaft so hoch aus. In den Puffs läuft das geschäft so schlecht, daß man inzwischen Männer mit echter Damenbegleitung auffordert, hereinzukommen, um das Ambiente fürs nümmerchen mit der eigenen Lady zu nutzen. Die Typen, die mir dabei aufgefallen sind,eben das Stammklientel,würde ich nicht mal für viel geld nehmen. Männer können mangelnde Schönheit nun mal durch geld kompensieren. Und was die Huren angeht: Ein totaler Looser-Job für die faulen und Dummen, bei denen es noch nicht mal gereicht hat, sich wenigstens clever zu verheiraten. Die, mit denen ich gesprochen habe, stehen schon mal nach der "arbeit"ein stündchen unter der Dusche und saufen. Insgesamt ein erbärmliches arrangement für die zu-kurz-gekommenen beider Geschlechter. Noch dazu in einer Zeit, wo den attraktiven "Jägern" in freier Wildbahn genug zur Verfügung steht. Guck man sich doch den Uhl an, den könnt ich mir den ganzen abend lang nicht schön saufen. Peter Marks meint: 18-06-2007, 19:45 Uhr Zitat: Eine freiwillige Dienstleistung, gegen Geld erbracht, kann und wird nie "Ausbeutung" sein. _________
Diese "freiwillige Dienstleistung" ist sittenwidrig und eine perverse Form der Ausbeutung und des Machtmissbrauchs über andere Menschen. Art.1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ich bezweifle, dass die Würde von Frauen im Prostitutionsgewerbe erhalten bleibt. Deshalb verschweigen die meisten Prostituierten ihren Lohnerwerb. Deshalb sind die Worte "Hure, Nutte, Dirne, Bordscheinschwalbe" alles Schimpfwörter der härteren Kategorie. Deshalb gibt es kaum "nette" Bezeichnungen für das "Gewerbe"
Es gibt viele "freiwillige Dienstleistungen", die bereits Ausbeutung sind. Oder wie würden sie einen Stundenlohn bezeichnen, der zum Leben in einem Land nicht ausreicht? Darum genau dreht sich die sogenannte "Mindestlohndebatte".
Also merken, nur weil etwas als "freiwillige Dienstleistung" etikettiert wird, nicht (mehr) illegal ist und irgendwie bezahlt wird, ist es keineswegs richtig, ethisch angemessen und keineswegs "keine Ausbeutung".
Der übliche Vorwurf der Prüderie wird von ihnen in irreführender Weise verwendet. Sie werfen mir vor, als Gegner der Prostitution altmodisch und sexuell verklemmt zu sein, weil ich gegen Prostitution bin. Ihre Argumentation ist nicht haltbar, weil Prüderie nicht das Gegenstück zu Prostitution ist. Das Gegenstück zu Prostitution ist eine aufgeklärte, menschliche und ethisch moderne Haltung zur Sexualität einzunehmen und die streite ich jedem Verteidiger der Prostitution ab.
Zu ihrer Information: Das Gegenstück zu Prüderie ist, wenn man sich denn diesem sehr obsoleten, oft irreführenden, unmodernen und beschränkten Denken intellektueller Tiefflieger in binären Dichotomien hingeben möchte, Erotik. sp meint: 18-06-2007, 12:53 Uhr @Peter Marks: Eine freiwillige Dienstleistung, gegen Geld erbracht, kann und wird nie "Ausbeutung" sein. Solange niemand zur Prostitution (genauso wie zu jeder anderen Tätigkeit) gezwungen wird, geht es die Gesellschaft schlicht und einfach einen feuchten Kehricht an, was in einem Bordell passiert.
Prüderie ist Machtmissbrauch - egal ob von christlich- oder feministisch-konservativer Seite. Jeder möge nach seinen eigenen moralischen Vorstellungen leben, aber diese niemandem anderen aufzwingen. Sandra meint: 18-06-2007, 02:29 Uhr http://parapluie.de/archiv/haut/prostitution/
Sehr interessanter Bericht aus Sicht von Prostituierten über Prostitution. Das ist keineswegs eine Dienstleistung wie andere. Peter Marks meint: 18-06-2007, 01:31 Uhr Prostitution = ältestes Gewerbe der Welt und legal, von wegen. Prostitution ist und war immer und wird immer sein: Ausbeutung und es ist ethisch gesehen ein zu bestrafender Akt. Interessanterweise sehen das fast alle Länder dieser Welt so, außer Deutschland (nur Zuhälterei illegal).
USA (Prostitution und Zuhälterei illegal) Frankreich (Zuhälterei wird bestraft) Schweden (nicht Prostituierte sondern der Freier wird bestraft, Zuhälterei auch illegal)
Durch die Legalisierung der Prostitution wird es übrigens der Polizei unmöglich gemacht, Bordelle nach Zwangsprostituierten zu durchsuchen, weil Prostitution ja jetzt legal ist und es daher schwieriger ist, Durchsuchungsbefehle zu bekommen.
Wenn Männer Probleme haben, sich Prostitution als Ausbeutung vorzustellen, mögen sie sich mal folgendes vorstellen: sie, als Mann, müssten ihren Hintern für Analverkehr an jeden Mann verkaufen, der dafür zahlen kann. Denn genau so ist das für Prostituierte, die müssen jedem Mann Zugang in ihren Körper für Geld erlauben. Natürlich sagt jede Prostituierte: "Ja, ich mache es gerne." Denn eine andere Haltung würde die Kunden vergraulen. Der Kunde soll sich ja nicht wie das perverse Schwein fühlen, dass er tatsächlich ist. Soviel mal für die ganzen "Ich-würde-auch-gerne-mal"-Kommentatoren hier im Forum.
Prostitution hat wesentlich mehr mit perversen Machtgelüsten von Freiern zu tun denn mit menschlicher Sexualität. Es ist schade, dass man das heute noch Männern erklären muss.
"Wer keine abkriegt, der geht halt zu Prostituierten." Blödsinn. Das Geburtsverhältnis von Jungen und Mädchen ist ca 51:49, wird aber durch eine etwas höhere Säuglingssterblichkeit der Jungen auf ziemlich genau 50:50 gebracht. Männer, mit denen keine Frau etwas anfangen will, haben eher das Problem, psychisch beziehungsunfähig oder krankhaft schüchtern zu sein oder zu hohe Ansprüche zu haben oder nicht auszugehen und so keine kennenzulernen usw., denn dass sie abgrundtief häßlich sind.
Aus: "Rotlicht: Literarische Vorbilder der VW-Betriebsräte" (17. Juni 2007) Quelle: http://www.welt.de/kultur/article953061/Literarische_Vorbilder_der_VW-Betriebsraete.html
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« Last Edit: April 05, 2011, 01:30:41 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: June 27, 2007, 01:50:07 PM » |
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[...] Privat (von lat. privatus, „gehört einer einzelnen Person“ und privatum, „das Eigene“) bezeichnet Gegenstände, Bereiche und Angelegenheiten, die nicht der Allgemeinheit gehören bzw. offenstehen, sondern nur einer einzelnen Person oder einer eingegrenzten Gruppe von Personen, die untereinander in einem intimen bzw. einem Vertrauensverhältnis stehen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird privat meist als Gegensatz von "öffentlich" gebraucht. Privat steht dabei stellvertretend für den Begriff "persönlich" oder wird im Sinne von "im vertrauten Kreise" verwendet. Dieser Wortstamm wird auch häufig in Kombination mit anderen Begriffen verwendet, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine öffentliche Angelegenheit handelt.
Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Privat-.- [...] Die Privatsphäre einer Person bezeichnet den Bereich, der nicht öffentlich ist, in dem nicht im Auftrag eines Unternehmens, Behörde o.ä. gehandelt wird, sondern der nur die eigene Person angeht.
Der Terminus "Privacy" wurde 1890 von dem späteren Richter Louis Brandeis und dem Schriftsteller und Rechtsanwalt Samuel Warren im Artikel "The Right to Privacy" im Harvard Law Review (Jahrgang 4, Nr. 5) als "Individual's right to be let alone" definiert, also als das Recht, in Ruhe gelassen zu werden.
Diese Definition geht vielen aber nicht weit genug. Rainer Kuhlen sagt in seinem Buch "Die Konsequenzen von Informationsassistenten" auf Seite 417: "Privacy bedeutet [...] mehr als "das Recht in Ruhe gelassen zu werden", sondern das aktive Recht, darüber zu bestimmen, welche Daten über sich [...] von anderen gebraucht werden und welche Daten auf einen selbst einwirken dürfen".
Aus: "Privatsphäre" (06/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Privatsph%C3%A4re-.- [...] Unter Öffentlichkeit versteht man die Gesamtheit der möglicherweise an einem Ereignis oder Geschehen teilnehmenden Personen ohne jede Begrenzung in der Anzahl oder sonstige Einschränkungen.
Im alten griechischen Ideal ist gemäß Hannah Arendt die Teilnahme an der Öffentlichkeit der Polis in der Agora dem freien Bürger vorbehalten, der die Lebensnotwendigkeiten des privaten Haushalts (Oikos) überwunden hat und in die freie Sphäre der Öffentlichkeit übergehen kann. Dieser Logik folgend ist ein arbeitender Mensch nicht frei, da er noch mit Lebensnotwendigkeiten beschäftig ist, welche der Freiheit berauben. Freiheit wird hier also nicht als Freiheit des Handelns im Sinne eines nicht vorhandenen Determinismus verstanden, sondern als ein Hintersichlassen der privaten Angelegenheiten.
[...] Von innerer Öffentlichkeit spricht man im Zusammenhang von größeren Gruppen, Vereinen, Unternehmen oder sonstigen Organisationen und Körperschaften. Sie bezeichnet die Gesamtzahl der betreffenden Personen und unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten und organisatorischen Grundmustern wie die äußere Öffentlichkeit, wird aber von dieser getrennt und unter Berücksichtigung des speziellen Informationsbedarfs bedient.
In demokratischen Gesellschaften spielt die Öffentlichkeit eine wichtige Rolle, denn in ihr findet die (politische) Meinungsbildung statt. Die Presse ist wichtiger Teil und Spiegel der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang sind öffentliche Güter wichtig, die Öffentlichkeit überhaupt erst ermöglichen. Eine lebendige Öffentlichkeit kann als Grundlage zur Entwicklung von Zivilgesellschaft gesehen werden.
Aus: "Öffentlichkeit" (06/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlichkeit-.- [...] Kann ein Freier ein erotisches Erlebnis haben, ohne daß die Sexarbeiterin ihre Gefühle einbringt? Und wenn nicht, was ist dann professionell, die Bezauberung des Kunden durch eine erotische Ausstrahlung oder das Ausblenden von Gefühlen während des Geschlechtsaktes mit dem Freier? Diesen Fragen wurde während einer zweimonatigen Feldforschung im Nürnberger Prostitutionsmilieu nachgegangen, bei der neben teilnehmender Beobachtung in der Prostituiertenselbsthilfe und Beratungsstelle Kassandra e.V. auch sieben narrative Interviews mit Sexarbeiterinnen geführt wurden. Die Interviewpartnerinnen wurden gefragt, wodurch sich eine professionelle Hure auszeichnet. Ihre Antworten unterschieden sich wenig voneinander. Nie ohne Kondom arbeiten, wurde meist zuerst genannt. Kein Küssen, keine Gefühle, keine Zärtlichkeiten, war ein weiteres zentrales Gebot. Ebenso hielten alle Frauen ein selbstbewußtes Auftreten und das Einhalten der Absprachen mit dem Kunden für wichtig. Manche Frauen erwähnten, daß eine gute Prostituierte an ihre Zukunft denkt. Dazu gehören Altersversorgung und Krankenversicherung. Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle und das Vermeiden gesundheitsschädlicher Aktivitäten wurden ebenfalls angesprochen. Einige betonten, daß eine gute Hure schauspielerische Begabung braucht, denn der Kunde sollte zum einen das Gefühl haben, der wichtigste zu sein und zudem den Eindruck bekommen, die Sexarbeiterin genieße die Aktivitäten mit ihm.
[...] Einerseits versuchen die Sexarbeiterinnen, sich vom Kunden zu distanzieren, andererseits soll dieser ein erfreuliches Erlebnis haben. Dies kommt aber nur dann zustande, wenn er das Gefühl hat, die Sexarbeiterin empfinde Zuneigung zu ihm. Die Kunst einer professionellen Prostituierten besteht also vor allem darin, zwei Ergebnisse gleichzeitig zu erzielen, die sich nicht gerade gegenseitig bedingen: Der Kunde soll mit der gebotenen Leistung zufrieden sein, und die Sexarbeiterin möchte trotz des engen Kontaktes zum Freier ihre emotionale Freiheit beibehalten.
[...] Für die Zufriedenheit der Kunden ist es wichtig, daß die Sexarbeiterin in der Lage ist, sich schnell und umfassend auf den Freier einzustellen. Sie muß herausfinden, was er wünscht und seine Vorstellung in möglichst kurzer Zeit verwirklichen, ohne dabei emotional zu sehr beteiligt zu sein. Carola stimmt sich deswegen bereits vor der Arbeit auf ihre Gäste ein:
"Ich muß mich vom Kopf her drauf einstellen, ist ganz klar. Du bist ja nicht privat, sondern es ist ja Business, [...] und ich arbeite so, daß ich mich nach Möglichkeit auf den Freier einstelle. Der Freier soll die Illusion haben, daß er das, was er will, was er sich wünscht, daß er das auch bekommt. Und meine Aufgabe ist es, ihm die zu geben. Und das kann ich jetzt nicht mit meinem eigenen Denken, sondern [...] dann rede ich ihm natürlich nach dem Mund, mache ihm auch Komplimente, versuche, es ihm durch kleine Gesten so angenehm wie möglich zu machen, daß er das Gefühl hat, er ist gut aufgehoben bei mir und daß er im Moment der wichtigste ist."
Carola fügt hinzu, daß eine gewisse schauspielerische Fähigkeit vonnöten ist. Sie muß in der Lage sein, mit dem Freier eine Unterhaltung nach seinem Geschmack zu führen, auch wenn sie in Wirklichkeit völlig anders denkt. Franziska beschreibt weitere Gründe, weshalb eine gute Prostituierte schauspielern können sollte:
"Die Männer, die wollen die Traumfrau auf dem Zimmer haben. Wenn ich eine Beziehung habe, die auch länger geht, stöhne ich nicht durch die Gegend oder schrei ordinäre Ausdrücke. Mal stöhnen vielleicht ein bißchen, ja, aber im Bereich des Normalen. Und was die wollen (lacht): 'Meine Stute, mein Hengst, mein was weiß ich' (lacht). Klar mußt du das [schauspielern]. Oder wenn sie dich dann fragen: 'Kommst du auch?' Depp du Blöder, 'Ja, natürlich komm ich.' (Wir lachen beide.) Und je mehr du schauspielerst, desto schneller kommen die Männer. Du wärst blöd, wenn du's nicht tust, denn dann hast du mehr Arbeit. Und mehr Arbeit geht dann mehr auf die Psyche. Also machst du's automatisch."
Der Kunde bekommt vorgespielt, daß er in diesem Moment der interessanteste und attraktivste Mann für die Sexarbeiterin ist, und daß sie die Zeit mit ihm genießt. So kommt er am schnellsten zu seinem Höhepunkt und hat dabei das Gefühl, sein Geld auch lohnend angelegt zu haben. Sowohl Franziska als auch Carola stellen ihre Kunden mit wenig Anstrengung zufrieden. Eine Prostituierte mit schauspielerischer Begabung kann mit relativ geringem Einsatz eine erotische Atmosphäre schaffen. Birgit betont, daß eine gute Prostituierte auch geduldig zuhören muß, damit ihr Gast sich ernst genommen fühlt: "Viele kamen, die haben gesagt, '[...] komm, wir setzen uns hin, wir rauchen zwei, drei Zigaretten, wir trinken einen Kaffee, und wir reden nur.' Passiert oft. Und du hilfst auch viel mit Reden. Die brauchen dann nur jemanden, der ihnen zuhört."
Hier spricht Birgit die therapeutische Funktion an, die eine Sexarbeiterin immer wieder übernehmen muß. Manche Kunden wollen nicht in erster Linie eine sexuelle Dienstleistung, sondern erwarten von der Sexarbeiterin Verständnis und Einfühlungsvermögen. Die Prostituierte muß sich die Probleme der Männer anhören und ihnen die Aufmerksamkeit geben, die sie in ihrem Alltag bei anderen Menschen vermissen.
[...] In keinem anderen Beruf ist der soziale und physische Kundenkontakt so nah, wie zwischen einer Prostituierten und ihrem Freier. Um die Sexarbeit über längere Zeit hinweg ausüben zu können, muß sich die Sexarbeiterin ihre emotionale Unabhängigkeit gegenüber dem Kunden erhalten. Dazu setzt sie verschiedene Strategien ein. Zum einen versucht sie sich weitmöglichst vom Freier abzugrenzen. Zum anderen halten viele Prostituierte Privat- und Berufsleben strikt getrennt.
Für die Abgrenzung der Prostituierten zu ihrem Kunden ist es wichtig, daß sie den Kontakt klar als Geschäftsverhältnis definiert und dabei deutliche Grenzen setzt. Dies bewerkstelligen die Sexarbeiterinnen, indem sie sich durch die Einführung von Tabubereichen eine eigene Intimsphäre schaffen und bewußt Sex und Gefühlswelt trennen.
Dazu gehören körperliche Tabuzonen, die dem Lebensgefährten oder Ehemann vorbehalten sind und die der Freier zu respektieren hat. Birgit berichtet, wie sie von einer erfahrenen Prostituierten eingelernt worden ist:
"Gesicht und obere Hälfte des Körpers, also ab dem Kopf, war für die Freier tabu. Und nicht an dich ranlassen, das war alleroberstes Gebot. [...] Das war tabu, absolut tabu. Kein Küssen, der Freier durfte auch nicht mit seinem Kopf an deinen Hals oder so, das war einfach damals so."
Die Sexarbeiterinnen brauchen Körperteile, die für andere Frauen zum Intimbereich gehören, für ihre Arbeit mit dem Freier; daher bilden für sie andere Körperbereiche die Intimsphäre. Zur Wahrung dieses Intimbereiches gehört auch die Weigerung der Prostituierten, ihre Kunden zu küssen. Ingrid erläutert:
"Ich finde, ein Zungenkuß ist das Intimste, was es überhaupt gibt. Wenn ich heute einen Geschlechtsverkehr habe, dann mache ich da einen Präser drüber, das ist nicht so intim, als wenn ich mit einem Mann einen Zungenkuß austausche. Ich finde, ein Zungenkuß ist was ganz Intimes, das sollte man wirklich bloß mit seinem Partner machen und nicht mit irgendeinem, der ein Gebiß drin hat oder Knoblauch gegessen hat oder sonstiges."
Viele Frauen, die nicht im Sexgeschäft tätig sind und deshalb von Prostituierten als 'Solide' bezeichnet werden, empfinden den Geschlechtsverkehr als ihre intimste Begegnung. Für die Sexarbeiterinnen ist dagegen der Kuß das innigste Zeichen ihrer Zuneigung. Deswegen bleibt Küssen dem Lebenspartner vorbehalten, der Kopf wird zur Tabuzone erklärt. In der Durchführung von Oralsex sehen die Prostituierten keinen Widerspruch dazu, da sie dabei Kondome benutzen.
Die Schaffung einer eigenen Intimsphäre hat zwei Konsequenzen. Einerseits kann sich die Sexarbeiterin zum Kunden hin abgrenzen und ihre emotionale Unabhängigkeit bewahren. Andererseits gelingt es ihr dadurch, sich nicht zu weit von den in der Gesellschaft hegemonialen Moralvorstellungen zu entfernen: Obwohl sich eine Prostituierte den gesellschaftlichen Anforderungen an eine Frau, den Geschlechtsverkehr nur mit ihrem Lebensgefährten auszuführen, widersetzt, löst sie sich nicht von der Vorstellung, daß einer Partnerschaft bestimmte Intimitäten exklusiv vorzubehalten sind. Um diesen Widerspruch aufzulösen, schafft sie sich eigene Tabuzonen und erfüllt dadurch auf ihre Weise die Wertvorstellung von der 'monogamen' Beziehung, obwohl sie häufig wechselnde Sexualpartner hat.
[...] Die Kunst einer Prostituierten liegt vor allem darin, den Widerspruch zu verbergen, den das Prostitutionsgeschehen mit sich bringt. Einerseits ist die Sexarbeit ein knallhartes Geschäft, andererseits erhofft sich der Kunde echte Leidenschaft. Eine professionelle Prostituierte kann dem Freier durch Einfühlungsvermögen und schauspielerische Fähigkeiten die Illusion einer persönlichen Beziehung schaffen. Nach Abschluß des Kaufvertrages beginnt sozusagen die 'Vorstellung', bei der dem Kunden scheinbar wahre Zuneigung entgegengebracht wird. Gleichzeitig bleibt der Sexarbeiterin immer bewußt, daß sie bei ihrer Arbeit mit dem Kunden in eine Rolle schlüpft; sie kann sich so trotz des engen Kundenkontaktes ihre emotionale Unabhängigkeit bewahren. Je professioneller eine Frau arbeitet, desto größer ist ihre Autonomie, und die Belastung durch die Sexarbeit ist geringer. Dies ist vor allem für Prostituierte wichtig, die über längere Zeit in ihrem Beruf arbeiten.
Aus: "Prostitution professionell - Über die Sozialtechniken von Sexarbeiterinnen" von Martina Schuster (Parapluie no. 12; Winter 2001/2002) Quelle: http://parapluie.de/archiv/haut/prostitution/
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« Reply #2 on: August 13, 2007, 12:02:36 PM » |
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[...] Saskia begleitet Männer – immer für Geld, meistens ins Bett. Das macht sie seit rund einem Jahr. Sie nennt es einen Traumjob – neben ihrer eigentlichen Arbeit als Personaldisponentin. „Puren Sex, ohne Liebe, das muss man schon können“, sagt die Siebenundzwanzigjährige, die mit warmer Stimme und leichtem schwäbischem Dialekt spricht. Die Stelle bei der Escort-Agentur sei das Beste, was sie sich vorstellen könne. Sie als Single habe eben auch körperliche Bedürfnisse. Aber wenn sie Männer auf dem „normalen Weg“ kennenlerne, dann sei es oft schwer, die Sache nach einer Nacht zu beenden. Und es sei ihr einfach zu anstrengend. Sie fragt: „Warum sollte ich keine lustigen und schönen Abende mit wohlhabenden und meist attraktiven Männern verbringen und dafür auch noch bezahlt werden?“ Aus ähnlichen Gründen zahlt Philipp, der in der Medienbranche arbeitet, rund 400 Euro, um zwei Stunden mit einer schönen Dame verbringen zu dürfen – eine Nacht kann sogar mehr als 1000 Euro kosten. Die Frauen der Agentur bekämen ja seine Telefonnummer nicht, und so habe er schöne Abende ohne jede Verpflichtung; das sei ihm das Geld wert. Alle seine Beziehungen seien bisher gescheitert. Der Sechsunddreißigjährige, der eine angenehme und ruhige Stimme hat, versichert: „Ich lerne auch so genug Frauen kennen.“ Aber mit einer 70-Stunden-Woche könne und wolle er gewisse Erwartungen im Moment einfach nicht erfüllen. Was für Erwartungen das sind, erklärt er nicht. Bei den „Escorts“ sei eben alles unkomplizierter, und er habe hinterher immer ein gutes Gefühl. Vanessa, hellblond und schlank, heißt wie Saskia und Philipp eigentlich anders. Am Telefon hört sie sich fast an wie ein Kind. Aber sie kann durchgreifen: Die Chefin der Agentur „Glamour-Escort“ mit Sitz unter anderem in Frankfurt kümmert sich um um die Verwaltung. Die Zweiunddreißigjährige betreibt die Agentur nebenher, in ihrem anderen Leben hat sie noch eine Unternehmensberatung. Sie meint genau zu wissen, was die Frauen und Männer suchen, die bei ihr anrufen. Es gehe nicht nur um „rein und los“. „Die Mädels haben oft Erfahrungen als Geliebte gemacht, wurden schmählich verlassen – und wollen jetzt selbst bestimmen, wo es langgeht. Und die Herren wollen umschwärmt werden, aber ohne Verpflichtungen.“ Wer nach „Escort-Service Frankfurt“ googelt, erzielt 847 Treffer. Die Stadt der Banken und Messen bietet für Escort-Agenturen ein perfektes Umfeld. Vanessa bestätigt das; ihre Kunden seien in erster Linie Geschäftsleute aus dem In- und Ausland. Und gerade während der Messen steige die Zahl der Buchungen sprunghaft an. Die Internetseite von Vanessas Agentur ist in warmen, rotbraunen und beigen Tönen gehalten. Die Chefin legt viel Wert auf einen professionellen Eindruck, der potentielle Kunde wird diskret angesprochen. Von ihren „Mädels“, wie sie ihre Frauen nennt, gibt es Fotos. Meist in Unterwäsche, aber das Gesicht ist nie zu erkennen. Vielleicht vermittelt diese oder jene Agentur Frauen wirklich nur als Abendbegleitungen – aber die erotischen Angebote überwiegen. „Die meisten Treffen enden im Bett“, bestätigt Vanessa. Ihrer Ansicht nach ist genau das wichtig: Ein Mann fühle sich nur dann gut, wenn die Frau ihm signalisiere, dass sie Sex wolle. Und schließlich auch mit ihm ins Bett gehe. Obwohl die Männer alleine für die Damenbegleitung schon viel Geld zahlen, von dem die Frauen rund 75 Prozent behalten dürfen, sind sie auch spendabel bei den Treffen. Die Frauen werden beschenkt, zum Beispiel mit ihrem Lieblingsparfüm, das Dinner bezahlt der Herr ebenfalls – genauso wie Champagner, Theaterkarten oder was sonst anfällt. Sie kaufen sich so eine Geliebte auf Zeit. Und die Frauen lassen sich gerne kaufen – um Geld zu verdienen, aber in erster Linie, um sich gut zu fühlen. Das glaubt zumindest Vanessa: Die Treffen mit den gutsituierten Geschäftsmännern kämen für die Frauen einer Aufwertung und einer Genugtuung gleich. Saskia bestätigt das: „Ich bin selbstbewusster geworden, bekomme viele Komplimente. Mein Auftreten ist sicherer, ich fühle mich schöner. Ich werde besser und liebevoller behandelt als von einem Freund.“ Prostitution nicht aus Geldnot, sondern als Therapie. [...] Wenn der Mann zum Beispiel sehr ungepflegt sei oder streng rieche, dann dürften die Frauen wieder gehen. Damit sie sich das auch leisten können, achtet Vanessa nach eigenem Bekunden darauf, keine zu beschäftigen, die hauptberuflich in dem Gewerbe tätig ist. Ihre Frauen studieren oder haben eine feste Arbeitsstelle. Geschlechtsverkehr, heißt es, gebe es nur mit Kondom. Und auch auf Sicherheit wird angeblich geachtet: Vanessa sagt, sie kontrolliere, ob sich die Männer unter richtigem Namen im Hotel angemeldet hätten, und rufe dort an. Die Frauen müssten sich nach dem Termin sofort melden. [...] Jeden Monat bewürben sich zwischen 150 und 200 Frauen, aber außer dem Aussehen müssten auch Bildung und Niveau stimmen: Von den rund 60 Damen, die bei Vanessa angestellt sind, haben nach Angaben der Chefin alle Abitur, rund 70 Prozent studieren oder haben studiert. Die angeblich ideale Frau beschreibt sie so: „ein Playboy-Häschen mit akademischem Hintergrund“. Sollte Philipp jemals seine ideale Frau finden, würde er sofort mit den Escort-Damen aufhören, behauptet er. „Ich hätte auch kein Problem damit, ihr dann davon zu erzählen.“ Aber sonst hält er sich eher bedeckt – seine Eltern zum Beispiel wissen bis heute nichts davon. Dafür aber viele seiner Freunde. Einigen von ihnen hat er nämlich gleich den Kontakt vermittelt. Angefangen hatte alles damit, dass er zwei seiner Mitarbeiter belohnen und ihnen einen schönen Abend spendieren wollte: Beim Suchen im Internet fand er die Escort-Agentur. Vanessa kam gleich persönlich und brachte zwei Frauen mit. Die beiden Herren wussten nicht, dass sie es mit „Professionellen“ zu tun hatten, und merkten es den ganzen Abend nicht. Das war vor rund drei Jahren, und seitdem gönnt sich Philipp diesen Luxus immer wieder. Zur Freude von Vanessa – und vielleicht auch ihrer Mitarbeiterinnen. Edelprostitution????!!! Eckelhaft ist das!!! anne grether (annegrether) 12.08.2007, 16:33 Dieser Beitrag ist pervers und widerwärtig!!!!!!!!!!!!!!!! Wie denn nun? Torsten Klier (TorstenKlier) 12.08.2007, 18:58 Da wird uns pausenlos berichtet von hochemanzipierten und hochqualifizierten Akademikerinnen, die auf dem Arbeitsmarkt begehrt sind, weil sie in großer Zahl Bildung, Energie und Motivation frei Haus mitbringen (worin sie sich in wachsendem Maß von den Männern unterscheiden), wie es vom „GIST - Gender Perspectives Increasing Diversity for Information Society Technology” eindruckvoll belegt wurde. Weil die Gehirnhälften der Frauen besser vernetzt sind, sind die mehr aufgeschlossen für Neues und können vielfältigere Perspektiven integrieren. Und weil die Powerfrauen mit ihrer Frauenpower dermaßen lospowern, dass uns ausgedienten Alphatierchen Hören und Sehen vergeht, ist nur logisch, dass Männer Angst vor starken Frauen haben.
Doch sobald die Rede auf weibliches Fehlverhalten kommt (Kind ermordet, Geld im horizontalen Gewerbe verdient usw.) da hat sich’s was mit hochemanzipiert und hochqualifiziert, mit Powerfrauen und Frauenpower, vor denen die Männer vor Angst schlottern. Nein, da sind die auf einmal arme schwache Opfer.
Und weil in diesem Fall das „Opfer” beim besten Willen nicht beschrieben werden kann, springen die Protagonistinnen eben vor Wut im Dreieck. Ich find´s gut.
Eindrucksvoller Enthüllungsjournalismus Stephan Malinowski (malinows) 11.08.2007, 17:13 Dann ist es jetzt also endlich raus, und die FAZ fand eine Frau, die der Wahrheit endlich eine Gasse bahnen konnte: "deus le vult" und die Frauen wollen es auch. Wirklich. Es macht ihnen Spaß, sie verdienen gut, es gibt echt gutes Essen, alles ist viel besser als im richtigen Leben und die meisten Männer, so recherchierte die FAZ, riechen sogar gut dabei. Prostitution ist eine feine Sache, und dies eine wirklich starke Recherche. Und man fragt sich, wann man das letzte Mal einen Beitrag gelesen hätte, in dem der Name der Autorin in so schroffem Widerspruch zu ihrem Text gestanden hätte. Zum Thema Prostitution hat man jedenfalls selten etwas Dümmeres gelesen. Sind eigentlich die Töchter der gut riechenden Männer aus dem Artikel auf Anraten ihrer Väter auch in diesem angenehmen "Job" tätig? Oder kommt dies erst in Folge II Ihrer hirntoten und jämmerlichen Reportage?
Escort und Vorurteile Jens Reinecke (Jens.Reinecke) 12.08.2007, 00:40 Es ist doch merkwürdig. Wenn ein durchweg positiver Artikel über eine Escort-Agentur geschrieben wird, fragt man sich, ob das denn wirklich wahr sein kann. Und ist geneigt, den Artikel als Werbung abzutun.
Würde man einen durchweg positiven Artikel über eine Werbeagentur oder ein mittelständisches Industrieunternehmen auch als unglaubwürdigen Enthüllungsjournalismus oder reine Werbung betrachten?
Seit wann..... Stefan Pacholke (GU4RDI4N) 12.08.2007, 01:04 ... reflektiert eine Autorin ihr Thema so mangelhaft bei der FAZ. Der Artikel erinnert stark an die frühen "Aufklärungsfilme" der 60'er und 70'er.
Die FAZ hat wohl einfach recht Bülent Altindag (Quilargo) 12.08.2007, 04:18 Vielleich ist es einfach so toll und angenehm, wie es dort beschrieben wurde.
Es gibt dunkle Seiten der Prostitution (wohl die Mehrheit) und eben hellere Seiten. Guter Journalismus zeigt auch die (selteneren) helleren Seiten eines Berufs. Ohne es ideologisch überfrachten zu wollen, wie es eben standardisiert einige der vorigen Postings mit den üblich negativen, undifferenzierten Reflexen es auf oktroyieren wollen. Klingt idyllisch!? Annegret Müller (Elisaoel) 12.08.2007, 11:15 [...] Edelprostitution heißt jetzt mitunter Begleitservice. Innere seelische Kälte als besonderes Selbstbewußtsein herauszustreichen ist schon interessant. Die meisten berufl. Prostituierten geben auch an, dass sie schon viel Gewalt von klein auf erfahren haben und bei den Freiern nichts emotional empfinden oder eher Ekel mit Haß vermischt. Dieses wird mit Kälte, Depression und/oder Alkohol/Drogen mitbetäubt.
teils teils Moritz Büsing (MeddlMoe) 12.08.2007, 15:17 zum teil möchte ich den ersten 2 kommentatoren recht geben:
dieser artikel ist nichts ausser werbung für prostitution. selbst wenn es nur um einen "begleitservice" ohne prostitution ginge wirkt dieser artikel doch arg verherrlichend.
aber ich möchte in einem punkt den kommentaren widersprechen: frauen werden nicht ausschließlich durch armut in die prostitution gezwungen, sondern in vielen fällen gehen sie freiwillig auf grund der verlockungen des reichtums und des luxus. dass es tatsächlich frauen gibt, die so denken, sieht man auch an die vielen fällen wo eine blutjunge frau einen reichen 60 jährigen heiratet.
Frankfurt Erhard Grund (ErhGrund) 12.08.2007, 16:27 Toller Werbeartikel, und auch noch von Lisa Hirn. Hinter dieser Zeitung steckt halt immer ein kluger Kopf. Aus: "Prostitution: Käufliche Liebe als Therapie" Von Lisa Hirn (12. August 2007) Quelle: http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EF6A474F37DF24610B9F4FC91F6E9973A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #3 on: August 21, 2007, 10:10:15 AM » |
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[...] Las Vegas - Sieben Jahre lang war es laut Anklage alltägliche Praxis, dass weibliche Küchenhilfen im Alter von 19 bis 40 im Caesars Palace ihren Vorgesetzten auch sexuell zu Diensten sein mussten - andernfalls drohte die Kündigung. Direkt neben der Küche sei eigens ein Raum für die ungewollten Schäferstündchen eingerichtet gewesen, heißt es in der Klageschrift. Darin seien immer ein Sofa oder ein Bett gewesen und oft auch Wein. Der Raum sei "ein kleines schmutziges Geheimnis gewesen, das lange da war", sagte Federico Sayre, die Anwältin einiger Klägerinnen."Wenn man sie dorthin mitnahm, wussten sie, wozu das war", so die Juristin weiter. "So etwas sollte es an keinem Arbeitsplatz geben." Insgesamt sieben Frauen und ein Mann reichten im April 2005 schließlich Klage wegen der unhaltbaren Zustände ein.
[...] Die betroffenen Frauen kamen vor allem aus Lateinamerika. "In Fällen wie diesen, wo viele Arbeiter nur Spanisch sprechen, fühlen sich die Opfer schnell besonders isoliert", sagte die Anwältin der Kommission. Wenn sich Frauen beim Management beschwerten, mussten sie laut Klageschrift mit weiteren Sanktionen rechnen. Ihnen wurde beispielsweise der Lohn gekürzt oder sie bekamen Disziplinarstrafen.
Aus: "Chefs forderten Sex von Küchen-Frauen in US-Nobel-Kasino" (21. August 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,500967,00.html
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« Reply #4 on: October 31, 2007, 11:44:38 AM » |
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[...] Es ist 22 Uhr, an der Kreuzung nahe der Kirche spucken die Autos Mädchen aus - andere laden sie wieder ein. Im Minutentakt. Die "Mittwochsinitiative" schließt ihre Türen. Die Mädchen stecken Kondome ein, nehmen sich Lunchpakete. Jeanette und Melanie gehen wieder auf die Straße. Ein paar Stunden nur, vielleicht auch die ganze Nacht. Melanie sagt, sie werde wieder die Augen zumachen, wenn der Freier "besonders eklig" ist. Und Jeanette wird sich die Nummernschilder merken, wenn Melanie zu einem Freier ins Auto steigt.
Laila und das Mädchen ohne Zähne stehen wieder an der Ecke. Sie sprechen kein Wort. Irgendwann sind beide verschwunden. Für ein paar Euro.
* Namen von der Redaktion geändert
Aus: "ELENDSPROSTITUTION IN BERLIN: "Die Freier warten immer auf eine, die noch weiter unten ist"" Von Anna Reimann und Marie Preuß (SPON, 30. Oktober 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,512770,00.html
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« Reply #5 on: January 09, 2008, 03:04:45 PM » |
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[...] Gut zwanzig Jahre war Silke W., 41, eine der drei Sekretärinnen des früheren VW-Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer. Im Februar 2003 ordnete der Organisator der Lustreisen an, Silke W. solle in Braunschweig eine exklusive Wohnung besorgen. Der damalige VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert und der damalige VW-Personalvorstand Peter Hartz bräuchten eine verschwiegene Absteige für Treffen mit käuflichen Damen. Frau W., die sich auch um Einrichtung und selbst um die Bademäntel für die Herren zu kümmern hatte, sagt, "ich fand das schon sehr unangenehm". Sie hat dann eine Wohnung im Bahnhofsviertel, 6. Stock, Tiefgarage, gefunden. Sehr verschwiegen. "Wenn man aus dem Fahrstuhl kommt, dann war es gleich die Wohnung links". Und: "Mein eigentliches Aufgabengebiet war das nicht", seufzt sie. Das Aufgabengebiet einer Sekretärin in dieser sehr speziellen VW-Abteilung, die sich unter anderem um das Wohl des Gesamtbetriebsratsausschusses (GBA) in Europas größtem Autokonzern kümmerte, lässt sich nicht mit den normalen Kategorien aus der Welt der Personalsachbearbeiterinnen beschreiben. Über absonderliche Dinge berichteten am sechsten Verhandlungstag des Prozesses gegen den ehemaligen VW-Betriebsratschef KlausVolkert und den Ex-VW-Personalmanager Klaus-Jürgen Gebauer die zwei Vorzimmerdamen. Klaus Volkert galt einst als mächtigster Betriebsratsboss der Republik. Dann der tiefe Fall. Anstiftung zur Untreue werfen ihm die Staatsanwälte im Prozess vor dem Braunschweiger Landgericht vor. Volkert drohen mehrere Jahre Haft, er soll fast 2,7 Millionen Euro Schaden verursacht haben. In der Summe enthalten fragwürdige Sonderboni und ein Salär für seine Ex-Geliebte, eine rassige Brasilianerin. Was sie denn so gemacht habe, will die Vorsitzende Richterin Gerstin Dreyer, 47, von Frau W. wissen. Die ist ein bisschen nervös, verliert manchmal den Faden. Sie erzählt von den Vorbereitungen auf die Reisen des GBA. Die Herren wollten es krachen lassen. In Bratislava beispielsweise, sagt Frau W., habe sie mitbekommen, wie Gebauer nach Prostituierten Ausschau gehalten habe. Oder in Straßburg: Dort habe sie mit Gebauer und einem Hotelmanager zusammengesessen und Gebauer habe den Hotelier dann gefragt, wo man denn Frauen besorgen könne. "Die Situation war für mich ausgesprochen peinlich. Ich wäre am liebsten im Boden versunken". Warum sie sich nicht beschwert habe, will die Richterin wissen. "Wo sollten wir denn hingehen?", antwortet sie. Die Sekretärin erklärt, sie sei davon ausgegangen, dass das "alles im Auftrag des Unternehmens" stattgefunden habe. [...] Seit sechs Verhandlungstagen kreist der Prozess um das schwitzige "System" mit Lustreisen, Unterhaltungsdamen und vielerlei Boni, einschließlich der Gaben für die brasilianische Geliebte des Ex-Betriebsratschefs. Frau W. beurteilt das Gewesene nach zwanzigjähriger Beobachtung so nüchtern, wie eine Wissenschaftlerin, die unter ihrem Mikroskop ein seltenes Insekt betrachtet. Natürlich hat sie gewusst, dass Prostituierte über das Unternehmen abgerechnet wurden und für die brasilianische Geliebte Volkerts hat sie auch die Hotelübernachtungen buchen müssen. Die Dame sei sehr ungehalten gewesen, wenn was nicht geklappt habe. Den Ehefrauen der Betriebsräte, die es auch gab, seien immerhin bei Damenprogrammen Gutscheine oder Bargeld überreicht worden. [...] Nach Frau W. tritt die Kollegin Jessika Z., 32, im Zeugenstand auf. Dreizehn Jahre lang hat sie für Gebauer gearbeitet. Sie hat die Reisen mitorganisiert und war für die Abrechnungen verantwortlich. Ein sehr spezielles System, das ihr "schon ziemlich komisch" vorgekommen sei. Sie habe ständig Ersatzbelege ausstellen müssen und der Wortlaut sei gleichlautend gewesen: "Ausgaben im Geschäftsinteresse des Gesamtbetriebsratsausschusses". Das musste reichen und wurde dann über das Vorstandskonto "1860 Diverses" abgerechnet. [...] Warum hat sie mitgemacht? "Ich konnte mich doch nicht bei denen beschweren, die involviert sind", sagt sie. Wen meint sie damit? Aus ihren Schilderungen wird ersichtlich, dass sie an Volkert und Hartz gedacht hat, die im Werk in "unterschiedlichen Sektoren" ihre Büros gehabt hätten. Als sie die Welt der Sektoren genauer beschreiben will, sagt sie: "Irgendwann kommt man in die Küche". Eigentlich endet in diesem VW-Stück alles im Schlafzimmer. Auf Reisen des GBA, sagt der in dieser Affäre zu einer Geldstrafe verurteilte Zeuge Hans-Jürgen Uhl, 56, sei es "um das Thema Nummer eins" gegangen und das war nicht Fußball. Frage der Vorsitzenden Richterin an den ehemaligen Betriebsrat und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten: "Nachtklubs, Prostituierte oder so?" Uhl: "Ja". "Bei allen Auslandsreisen?" Uhl: "Es ist häufig vorgekommen". Auch habe er von Gebauer Bargeld zugesteckt bekommen. Frage: "Waren es 1000 bis 2000 Euro pro Reise?" Uhl: "Ich kann mich nicht an die konkrete Summe erinnern. "Alzheimer" rufen zwei Zuschauer. Sie werden zur Ordnung gerufen. Schließlich muss auch im VW-Land alles seine Ordnung haben. 08.01.2008 16:26:07
trendsetzer: "Ähhh, Frau W.
...buchen Sie mir doch bei der Agentur Incognito die Svetlana und die rassige Angelique." Ach ja, bitte holen Sie auf dem Rückweg noch die gebrauchten Damenschlüpfer und den Vibrator "Long Dong Silver" für´s Vorspiel ab und rufen meine Frau an, ich bin bis morgen früh in schweren Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern, danke..."
Wenn in Wolfsburg die ein oder andere Managerstelle vakant wird, kann sich bei solchen Enthüllungen die Personalabteilung vor hochmotivierten Bewerbern nicht mehr retten...
08.01.2008 16:47:55
RobertOstermeier: Tja, ich kann es nicht verhehlen - auch ich würde gerne bei VW arbeiten!
27 Stundenwoche, übertarifliche Bezahlung und sinnvolle Freizeitgestaltung! Was will mann mehr?
08.01.2008 17:07:43
chocochip:
Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.
08.01.2008 18:28:52
RobertOstermeier: Ich hätte da noch ein paar Ersatzbelege "Ausgaben im Geschäftsinteresse des Gesamtbetriebsratsausschusses"
abzurechnen- wo darf ich diese bitte einreichen? Oder lieber unter der Bezeichnung "Ausgaben im Geschäftsinteresse des Vorstandsvorsitzenden".
...
08.01.2008 18:37:30
thepostman:
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09.01.2008 09:56:20
rick.sander: Who is next
Die Deutschland AG in schwerer See. Erst VW, jetzt gerade Siemens. Die Anderen werden doch da hoffentlich nicht zurückstehen. sonst haben ja die Voyeure nichts mehr zu lesen.
09.01.2008 13:30:28
Verleihnix1: Wie anno dazumal....
zu Zeiten von Ludwig XIV, XV und XVI, so leisten sich auch die neuen Feudalherren des Kapitals ihre Konkubinen, rekrutiert aus dem Prekariat, zur persönlichen Erbauung.
Die Organisation für die kleine Schweinerei nebenbei müssen natürlich die hauseigenen Lakaien übernehmen, die dafür aber sicher mit zufriedenstellenden Gehältern ausgestattet wurden und werden.
Wenn man dann auffliegt, dann muß man sich natürlich echauffieren und zum Besten geben, wie sehr man sich doch in seiner fraulichen Würde verletzt sah angesichts dieser obszönen Vorgänge.
Auf die Idee, einfach zu kündigen, kam aber keine.
Leider Gottes kommen diese Lackaffen in ihren Brioni-Anzügen, ihren gestärkten Hemden und Seidenkrawatten heute meist genau so ungeschoren davon, wie damals.
Nur Ludwig der XVI hatte das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
Manchmal wünsche ich mir wirklich die Zeiten der Revolution zurück, weil eine Klatsche mit meinem Fisch zwar angezeigt wäre, aber bei weitem nicht ausreicht.
Aus: "VW-Prozess: Sekretärinnen packen aus: Nach dem Diktat: Lustreisen organisieren" (08.01.2008) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/751/151372/4/
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« Reply #6 on: March 18, 2008, 10:12:25 AM » |
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[...] "Zwischen der platten Prostitution und einem exklusiven Escort-Service liegen Welten, auch wenn es im Endeffekt um die gleiche Dienstleistung geht: Sex für Geld", sagt Martin Brent, seit vier Jahren Geschäftsführer des Escort-Services "Brentmodels" [*Name von der Redaktion geändert]. Er vermittelt Damen in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Leipzig. Der "qualitative Unterschied" liege in der "Frequenz, in der die Models arbeiten. Wenn eine Frau jeden Tag Sex mit Männern hat, hinterlässt das Spuren. Das will der Kunde nicht."
[...] "Das Geld wird nie persönlich ausgehändigt. Er legt es entweder auf den Kaminsims oder auf eine Kommode", sagt Agenturchef Brent.
"Je teurer, desto angenehmer ist es für beide Seiten", erklärt Nadine. "Ich fühle mich aufgewertet und nicht wie eine Hure aus der Herbertstraße, und der Kunde nicht als abgehalfterter Freier." Als angehende Diplom-Kauffrau definiert sie in diesem Zusammenhang Geld für sich als befreiend, für den Kunden als beruhigend.
Wichtig sei, dass die "Models" über ein festes Einkommen verfügten und nicht auf das Geld angewiesen seien, das sie als Callgirl verdienten, sagt Agenturchef Brent. "Wenn das eine Frau hauptberuflich macht, sind die Abnutzungserscheinungen zu groß." Zudem verliere sie ihre für das Escort-Gewerbe unabkömmliche Natürlichkeit.
"Der Kunde bevorzugt eine total natürliche, klassisch, diskrete, niveauvolle Dame, mit der er sich gern zeigt und die er gern unterhält."
[...] Nicht von ungefähr lautet die Bezeichnung für diese Begleiterinnen "Novizinnen": Es sind Frauen, die sich zum ersten Mal prostituieren, ohne professionelle Attitüde arbeiten und möglichst wenig nerven. "Man muss dem Kunden das Gegenteil von dem bieten, was er zu Hause sitzen hat, was er gewohnt ist - dann legt er einem die Welt zu Füßen", sagt Nadine. "Manchmal springt dabei auch ein Geschenk raus, man darf sich beim Shoppen was aussuchen oder es gibt einen Extra-Schein."
Untersagt in der Welt der gehobenen Escort-Agenturen sind kosmetische Verzierungen wie etwa Tattoos, Piercings, Vinylkrallen aus dem Nagelstudio und eine billige Aufmachung. "Das ist zu nuttig", sagt Nadine. "Man muss so aussehen, als könnte man tatsächlich die Partnerin des Mannes sein: Von außen klassisch, notfalls bieder, aber darunter dürfen es gern exklusive Dessous sein, meist auch Strapse." Neben dem Aussehen, sind Benimm, Auftreten, Ausstrahlung, gute Allgemeinbildung, gute Intuition sowie Taktgefühl gefragt. Fließend Englisch zu sprechen ist von Vorteil. "Die Models müssen eine Persönlichkeit haben. Nicht nur gut aussehen und ihren Arsch durch die Gegend tragen", fasst es Martin Brent zusammen.
Seriöse Agenturen verbriefen sich für Authentizität, was Alter, Aussehen und Ausstrahlung ihrer Damen angeht. Wer einen Porsche bestellt und einen Fiat Panda bekommt, bucht nicht mehr. "Der Kunde ist König", sagt die Geschäftsführerin eines renommierten Escort-Service, dessen Namen sie in der Presse nicht erwähnt wissen will. "Diskretion ist unser oberstes Gebot, auf Werbung sind wir nicht angewiesen."
[...]
Aus: ""Ist das verwerflich?"" Von Julia Jüttner (18. März 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,541796,00.html
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« Reply #7 on: April 28, 2008, 08:03:08 PM » |
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[...] Ausgerechnet dort wo seit den achtziger Jahren ein Geschäft herangewachsen ist, das schneller, härter und vor allem lukrativer ist, als man es zu Hollywoods erfolgreichsten Zeiten kannte, herrscht Katerstimmung: Das Geschäft mit der nackten Haut, dem zuckenden Fleisch, den stöhnenden Starlets läuft nicht mehr wie gewünscht, seitdem auch Haus- und Putzfrauen ihre selbstgedrehten Pornos ins Netz stellen. Die sind zwar weniger ästhetisch, werden aber häufiger angeklickt.
Es ist das Videoportal Youporn, das Youtube für Erwachsene, das den Filmemachern im San Fernando Valley die Sorgenfalten ins Gesicht treibt. Zwar ist es nur eine von inzwischen geschätzten 42 Millionen Sexseiten im Netz, aber es ist die derzeit prominenteste und es hat Pornovideos von Amateuren populär gemacht. Youporn liefert zuverlässig Tag für Tag, Stunde für Stunde das, wonach die Pornoindustrie schon immer sehnsuchtsvoll lechzte, wofür sie abertausende von Frauen mit dem schnellen Geld und dem Versprechen einer großen Karriere vor die Kamera lockte: Frischfleisch.
[...] Das Pornoportal wurde erst Ende 2006 lanciert, vermutlich von einem amerikanischen Harvard-Absolventen und einem Malaysier. Genau weiß das niemand. Die mächtigsten Pornomanager im Internet geben sich lieber nicht zu erkennen, eine Treuhandfirma erledigt die Formalitäten für Youporn.
Aus: "Boom von Amateurvideos im Web: Pornoproduzenten mit dem Hintern zur Wand" (NZ, 04. Apr 2008) Quelle: http://www.netzeitung.de/internet/959897.html-.- http://de.wikipedia.org/wiki/Youporn
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« Reply #8 on: July 08, 2008, 09:38:30 AM » |
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[...] Mit den in vielen Bundesländern im Sommer 2007 eingeführten Studiengebühren soll ja die Arbeit der Hochschulen gefördert werden. Doch offenbar fördern sie noch etwas ganz anderes: die Prostitution. Das behauptet jedenfalls Herbert Krauleidis, Geschäftsführer des wohl größten deutschen Sex-Auktionshauses gesext.de. Nach seinen Angaben verkaufen dort immer mehr Studentinnen sexuelle Leistungen gegen Geld. Und wie es in einer Presseerklärung dazu heißt, ist "seit September 2007 die Zahl um 400 Prozent gestiegen und verlaufe von da an auf hohem Niveau." [...] 8. Juli 2008 01:38 Klar, und die 0900er-Mutti hat auch 90/60/90.... Hannes Blank, Hannes Blank (652 Beiträge seit 14.12.07)
Ich habe mich immer gefragt, wer solche Beschreibungen glaubt, wie man sie zB auf dem Onlinepuff "gesext"(danke für die Schleichwerbung, TP) findet.
Da schreibt jede Junkie- oder Profinutte was wie "hallo, ich bin Studentin...blabla..bin voll feucht und brauche Geld für Bafög"...
Glaubt eigentlich keiner und weiss jeder, dass das meistens Scheiss ist....und die paar Leute die sowas doch glauben, bekommen werden Schreiber für Telepolis, oder was?
7. Juli 2008 21:14 Telepolis = RTL Melv1n (347 Beiträge seit 20.10.02)
Ich dachte, dass nur RTL in einem seiner billigen Magazinen berichtet aber anscheinend hat Telepolis es auch super drauf......
7. Juli 2008 12:35 Nichts neues... Screet (mehr als 1000 Beiträge seit 21.03.01)
Moin!
Das ist doch absolut nichts neues. Studentinnen haben sich auch schon vor der Einführung von Studiengebühren verkauft, daß dann ein zusätzlicher finanzieller Druck dementsprechend mehr Studentinnen dazu bringt, sich zu verkaufen, ist doch absolut erwartungskonform.
Schon ein wenig traurig, wenn dann eines der Mädels feststellt, daß sie, egal wie gut sie im Studium ist, mit dem "Nebenjob" deutlich mehr Geld verdient und deshalb das Studium abbricht.
Offenbar aber das, was die Gesellschaft will.
Screet
7. Juli 2008 13:30 Studinutten alionSonny (mehr als 1000 Beiträge seit 09.08.02)
gab es immer, wird es immer geben. Es ist natürlich möglich, daß sich Student(inn)en aufgrund der Studiengebühren eher zum Mittel Prostitution greifen, aber tun wir mal nicht so, als hätte der Markt vorher nicht existiert. Und warum nicht? Für Studentinnen ohne grössere Moral, welche, die sich für nix schämen und die ein Ehrdefizit haben, ist Ficken fürs Studium sicher ein gangbarer Weg. Das Problem ist nur, daß diese Damen hinterher, wenn sie mal nen Mann fürs Leben wollen, aufpassen müssen, daß der vom "Studentenjob" nix erfährt. Nämlich, und jetzt merkt auf liebe Megaliberalisten: Auch in heutigen sogenannten aufgeklärten Zeiten, gibt es nur wenige Männer, die ne Ex-Nutte zur Partnerin wollen, selbst wenns nur zur Finanzierung des Studiums war.
Aber wo wir schonmal beim Thema sind: Hartz IV fördert die Prostitution noch viel mehr. Hier im Hochhausviertel steigen immer mehr Frauen, die auf Hartz gelandet sind, voll in die Prostitution ein. Wohnungsprostitution ist hier Standard. Und das hat sogar, wenn man mal vergisst, was sich diese Damen u.U. psychisch antun, nen sozialen Aspekt. WEIL: Die Hartzmänner, die aufgrund ihrer Situation weder ne Frau haben, noch die Hoffnung mal eine zu bekommen, haben so eine Möglichkeit günstig Sex zu haben.
Aber sein wir doch mal ehrlich: Allgemein hat die Bereitschaft seinen Körper in sexueller Form für Geld zu vermieten zugenommen. Und das ist auch garkein Wunder. In den Medien, inbesondere Fernsehen und Werbung, wird doch ganz klar ein Bild gezeichnet, in dem die Vermarktung der eigenen Sexualität etwas positives ist. Wenn ich mir die aktuellen Film- und Serienproduktionen anschaue, wird dort oft z.B. die Frau, die sich mit List und Sex zu Erfolg zu verhelfen weiss, als schlau dargestellt. Überhaupt scheint die Devise "Moral und Würde sind verhandelbar und relativ" zu gelten. Was einen monetär weiterbringt ist gut.
Wen wundert es da, wenn immer mehr Menschen diese Denke adaptieren? Mich zumindest nicht. Es ist Ausverkaufszeit. Der Mensch bekommt von allen Seiten in die Ohren und Augen geblasen, daß er lediglich etwas wert ist, wenn er Kohle hat, und zwar viel Kohle. Der Mensch bekommt im gleichen Zuge beigebracht, daß alle sonstigen (persönlichen) Werte hinter dem Ziel der monetären Gewinnmaximierung zurückzustehen haben. Das Ergebnis ist ein Ausverkauf und dabei wiederum ein Konkurrenzkampf, der schlimmer ist, als im PC-Handel: Jeder muss sich noch günstiger anbieten als der andere. Und die Medien streuen subtil durch diverse "RealTV"-Shows und Pseudodokumentationen die Information, daß sich die anderen eh schon viel billiger verkaufen als man selbst.
Ich bin gespannt, wo das ganze endet.
7. Juli 2008 15:12 Sehr gut, Prostitution senkt die Studiendauer. yossarian (mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.00)
Ob sich tatsächlich mehr Studentinnen als früher prostituieren, weiß eh niemand. Ob sie das wegen Studiengebühren tun, weiß auch keiner. Valide & Reliable Untersuchungen gibt es m.W. dazu nicht.
ABER:
Nehmen wir mal an es sei so. Dann müßte man konstatieren, daß Prostitution eine erheblich bessere Art ist, sich das Studium zu finanzieren, als Taxifahren oder als Bedienung in der Kneipe zu jobben.
Warum? Prostitution wird einfach sehr viel besser bezahlt, es kommt in kürzerer Zeit erheblich mehr Geld rein.
Anstatt bei mieser Bezahlung in irgendwelchen Minus-Jobs, Semester um Semester zu vertrödeln ("mußte ja arbeiten, konnte keinen Schein machen") kann die Prostituierte in sehr kurzer Zeit soviel Geld verdienen, daß sie zügig durchstudieren kann. Gerade die Examensphase kann dann nebenjob-frei gehalten werden, man kann mehr lernen, was sich positiv auf die Prüfungsergebnisse auswirkt.
Und bitte: Es ist doch in jedem Fall moralisch besser, wenn ich einer jungen Frau eine gute Ausbildung finanziere, als nun irgendwelchen illegalen Einwanderinnen ihren zweifelhaften Lebenswandel inkl. häufig auch Drogenabhängigkeit und die oftmals mit Gewaltkriminalität einhergehende Zuhälterei.
Studentische Prostitution ist emanzipierte Prostitution, weil die Studentin eben nicht so gut ausbeutbar ist (weder finanziell noch sexuell), wie eine illegale Nutte, der der Zuhälter den Paß weggenommen hat. Eine Studentin wird eher um ihre Rechte Bescheid wissen, sie wird es sich weit eher leisten können, unangenehme Kunden abzulehnen.
Ich sehe das völlig unkritisch. Übrigens: An die männlichen Studenten wird doch auch gedacht: a) gibts auch Callboys b) gibt es auch eine große Nachfrage nach schwulen Prostituierten, interessant für bi- oder schwule Studenten und c) eröffnet der Markt der Prostitution bei den Studentinnen auch ganz reguläre Jobs für die Studenten: Wie wärs z.B. als Kameramann beim Porno-Dreh oder gar als Produzent? Viele Prostituierte vermarkten sich im Internet, hier gibt es Jobs für Webdesigner usw. usw.
mfG, yossarian
Aus: "Wie man die Prostitution auch fördern kann" Von Ernst Corinth (07.07.2008) Das Geschäft mit dem Sex soll dank Studiengebühren boomen Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28269/1.html
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« Reply #9 on: July 20, 2008, 08:22:41 AM » |
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[...] Nach einem Bericht des US-Senders CNN beklagen Hilfsorganisationen derzeit eine Flut von Prostituierten. Unter ihnen seien zahlreiche Frauen, die dazu gezwungen würden, ihren Körper für Geld zu verkaufen. "Sie werden hierhergebracht, weil die Wirtschaft hier boomt", sagte Afsona Kadyrova von der russischen Hilfsorganisation "Angel Coalition" gegenüber CNN. "Die schnelle Entwicklung in Moskau hat den Bedarf an billigen Arbeitern gesteigert - und auch an Prostituierten."
Menschenhandel und Zwangsprostitution sind wachsende Probleme in Russland. Die Polizei ist sich dessen bewusst: Angeblich tue sie alles, um Zuhälter zu verhaften, die Frauen zur Prostitution zwingen. Die Schwierigkeiten lägen aber woanders, meinen die Verantwortlichen: "Im Prinzip haben wir offene Grenzen und kaum Kontrolle bei der Einwanderung aus unseren Nachbarländern", sagte Alexander Krasnov von der russischen Polizei gegenüber CNN. "Außerdem haben wir noch immer kein Gesetz, das die Rechte von Opfern definiert und schützt." Derzeit seien es hauptsächlich die Hilfsorganisationen, die sich um die Opfer kümmerten.
Das können die Nothelfer bestätigen: Ihnen fällt es zunehmend schwer, die stetig wachsende Zahl von traumatisierten Frauen aus Bordellen aufzufangen.
...
Aus: "RUSSLAND - Zwangsprostitution boomt in Moskau" (19.07.2008) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,566856,00.html
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« Reply #10 on: July 20, 2008, 08:32:29 AM » |
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[...] Im August 2000 traf sie im Kulturhaus von Skala Podolskaya einen Mann, der anbot, ihr eine Arbeit als Haushaltshilfe und Kindermädchen in Polen verschaffen zu können. Irina willigte ein. Mit geliehenem Geld vom Vater ihres Sohnes - fünfundsechzig Euro - besorgte sie sich einen Paß und reiste im Mai 2001 nach Polen. Dort wurde sie in der Nähe von Breslau von Boris B. empfangen, einem damals dreißig Jahre alten Landsmann. Boris B. war in einem Internat aufgewachsen, hatte als Soldat der Sowjetarmee in Afghanistan gedient, hatte Geschäfte in Polen gemacht und war 1998 als Autohändler nach Deutschland gekommen. Dann eröffnete er in Berlin ein Bordell. Und für das brauchte er Frauen.
B. machte Irina C. Versprechungen und teilte ihr mit, so erinnert sie sich, von nun an sei er ihr „Direktor, Vater und Gott“. Auf dem Tisch des Hauses, in dem sich dies zutrug, lagen Pornohefte. Die solle sie sich ansehen, habe Boris B. zu ihr gesagt. Zur Vorbereitung auf die Arbeit.
Doch zunächst mißlang der Versuch, die junge Frau nach Deutschland zu schleusen. Irina fuhr in die Tschechische Republik, von dort aus wollten sie und ein Begleiter mit dem Zug nach Berlin reisen, wo B. einen „Haus- und Hotelbetrieb“ aufgezogen hatte, eine Frauenvermietung, in der nach Kenntnis der Staatsanwaltschaft mindestens sechzehn Frauen als Prostituierte arbeiten mußten.
Die meisten von ihnen waren, wie Irina, mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt worden. Doch diese Fahrt nach Berlin endete schon vor der Grenze. Bei einer Personenkontrolle flog Irina C. auf. Sie schrieb den polnischen Namen aus ihrem verfälschten Paß falsch, und außerdem sprach sie kein Polnisch. Die tschechische Grenzpolizei nahm sie fest, Irina kam in Abschiebehaft.
Zurück in der Ukraine, fanden die Schleuser sie rasch wieder. Beim nächsten Versuch sollte es klappen. Doch Irina C. war skeptisch geworden durch das Erlebnis mit den Pornoheften aus Breslau. Aber es gab kein Zurück, denn sie hatte kein Geld mehr, und der Mann, der sie nunmehr bewachte, sagte, sie habe schon zuviel gekostet - allein zweitausend Euro schulde sie für die mißlungene Schleusung. Das müsse sie in Deutschland abarbeiten. Diesmal wolle man es mit einem Visum der Botschaft versuchen.
So geschah es. Die 450 Euro für das erschlichene Schengen-Visum der deutschen Auslandsvertretung übernahm zunächst Boris B., den das Landgericht Berlin im Frühsommer 2004 wegen gewerbsmäßiger Schleusung, Menschenhandel, Zuhälterei und anderer Delikte zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt hat. Am 28. Mai 2001 fuhren Irina und ein Begleiter zur polnisch-deutschen Grenze nach Slubice/Frankfurt an der Oder. Dort übergab B. ihr eine Teilnehmerliste für eine Gruppenreise sowie eine Hotelreservierung. Bei einer Kontrolle sollte sie gegebenenfalls erzählen, sie hätte ihre Reisegruppe verloren. Die Reisegruppe gab es natürlich gar nicht, das Hotel war bloß eine Fassade, wie in so vielen Fällen der Visa-Erschleichung an der deutschen Botschaft in Kiew.
Trotzdem kamen sie problemlos über die Grenze. Am 21. August 2001 traf Irina C., die junge Lehrerin und Mutter aus Skala Podolskaya, in Berlin ein und galt fortan wie andere Frauen in B.'s Sex-Betrieb als eine „junge ukrainische Nymphe“ oder als „naturgeile jg. Ukrainerinnen“, als die sie Boris B. in der Berliner Gossenpresse feilbot. In seiner Kundendatei fand die Polizei mehr als dreieinhalbtausend Telefonnummern.
Irina wurde mit mehreren Frauen zusammen in einer Ein-Zimmer-Wohnung in Berlin-Friedenau festgehalten. Mehrere Zwangsprostituierte teilten sich dort ein Doppelstockbett und eine Klappcouch, eine der Frauen mußte auf dem Boden schlafen. Irina C. erhielt abermals einen gefälschten polnischen Paß, ihren richtigen Ausweis mit dem Touristenvisum behielt Boris B. bei sich. Der neue Paß kostete sie weitere 3.500 Euro. Inzwischen waren ihre Schulden bei Boris B. auf mehr als siebentausend Euro gestiegen - das Fünfhundertvierzigfache ihres ukrainischen Lehrerinnenlohnes. Ein Jahr lang brauchte sie, um diese Schulden zu begleichen. Einmal konnte sie fünfhundert Euro für ihren Sohn in die Ukraine schicken.
Wenn sich Freier auf Zeitungsanzeigen meldeten, fuhr ein Fahrer Irina oder eine der anderen Frauen zu den Anrufern. Eine Stunde mit „Irina“, „Natascha“ oder „Larysa“ kostete zwischen fünfundsiebzig und fünfundneunzig Euro, je nach Sexualpraktik und Kundenstatus. Knapp ein Drittel davon bekamen die Frauen, die allerdings einen großen Teil des Geldes für ihre Schulden, überhöhte Miete und ihren Lebensunterhalt wieder an Boris B. abgeben mußten. Die Frauen durften ihre Unterkünfte nur mit seiner Erlaubnis verlassen, die ihnen für Arzttermine und Einkäufe erteilt wurde. Ihre Kunden konnten sie sich nicht aussuchen, teilweise waren die Männer schmutzig, alkoholisiert oder standen unter Drogen. Gelegentlich wurden sie geschlagen.
Fluchtgedanken erstickte Boris B. mit Drohungen. Man könne, so bekamen Irina und die anderen zu hören, leicht ein Haus in der Ukraine sprengen, oder es gebe ja noch die Familie - wie etwa Irinas Sohn. Viele der jungen Frauen betranken sich systematisch vor ihren Freierbesuchen, anders war es für sie nicht zu ertragen. Ihre einzige Chance, Boris B. und seinen Komplizen zu entkommen, bestand darin, daß sie unter ihren Kunden einen fanden, der bereit war, für die Freiheit seiner Sexdienerin zu bezahlen. Bis zu 25.000 Euro pro Frau verdiente B. mit dieser Art des Sklavenhandels.
Im November 2002 wurde Irina C. von der Polizei festgenommen und vier Wochen später zu einer Bewährungsstrafe wegen Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Ausländergesetz verurteilt. Einige Monate später zerschlug eine großangelegte Durchsuchungsaktion der Berliner Staatsanwaltschaft die Organisation des Boris B. und beendete das Martyrium der Ukrainerinnen und Polinnen, das mit einer Lüge von Hausmädchenarbeit und einem erschlichenen Touristenvisum der deutschen Botschaft begonnen hatte. Bei dem Prozeß gegen Boris B. traten vier der Frauen als Nebenklägerinnen gegen ihn auf, darunter die Lehrerin Irina C. aus Skala Podolskaya.
Aus: "Zwangsprostitution - Zur Sklavenarbeit nach Berlin" Von Peter Carstens (Text: F.A.Z., 28.02.2005, Nr. 49 / Seite 3) Quelle: http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EE98BC392FB0E40659D01D3816120680B~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #11 on: October 09, 2008, 08:41:38 AM » |
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[...] Monika Hauser (* 24. Mai 1959 in Thal, Schweiz) ist Fachärztin für Gynäkologie. In den 1990er Jahren gründete sie die Frauenrechtsorganisation medica mondiale mit dem Ziel, kriegstraumatisierten Frauen medizinische und psychologische Hilfe zu leisten.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Hauser (7. Oktober 2008) -.- [...] Das Verbrechen ist so alt wie der Krieg, aber erst in der letzten Zeit gibt es vereinzelte Publikationen darüber. Es ist die konditionierte Scham, die dafür sorgt, dass die Vergewaltigung von Frauen im Krieg aus dem Bewusstsein verdrängt wird. Eine pervertierte Scham - denn nicht die Täter schämen sich, sondern die Opfer: Sie werden stigmatisiert und nicht selten von ihrer Gesellschaft und Familie verstoßen. Wer Opfer eines Diebstahls wird, kann sich des Mitgefühls seiner Umwelt sicher sein, die seine Wut teilt. Handelt es sich jedoch um ein Vergehen am weiblichen Körper, wehrt das patriarchale Denken oft genug ab und projiziert die Schuld auf die Frau.
[...] Auch die Zwangsprostituierten spalten bei ihrer "Arbeit" die Gefühle ab, werden gefühlskalt oder apathisch.
Aus: "Anwältin der Menschlichkeit" Von Irena Brezná (09.10.2008) Über ein Buch über die Schweizer Gynäkologin Monika Hauser Quelle: http://www.freitag.de/2008/41/08411701.php-.- [...] stern.de: Viele Soldaten besuchen bei ihren Auslandseinsätzen Bordelle und Prostituierte. Nur die deutschen Truppen nicht - zumindest wenn man dem Bundesverteidigungsministerium glaubt. Welches Wunder ist da mit den deutschen Jungs geschehen?
Monika Hauser: Wunder gibt es nicht, auch nicht bei der Bundeswehr. Wir prangern seit etwa zehn Jahren an, dass Kosovo, Bosnien und Mazedonien Transit- und Zielländer für Frauenhandel geworden sind. Mafiöse Gruppen haben dort gleich nach dem Ende der Kriege Bordelle mit Zwangsprostituierten aufgebaut, mittellose osteuropäische Mädchen werden dort festgehalten und regelrecht versklavt. Seit Jahr und Tag besuchen Männer aus den Friedenstruppen und den internationalen Hilfsorganisationen diese Bordelle, darunter auch Deutsche. Seit zehn Jahren haben Verteidigungsministerium und Bundeswehr nicht auf unsere Forderungen und unsere Gesprächsangebote reagiert. Sie sehen nicht ein, dass sie hier endlich präventiv vorgehen und junge Soldaten vor deren Auslandseinsatz sensibilisieren und schulen müssen. Und dass sie auch Sanktionen verhängen müssen, wenn Männer dem Verhaltenskodex der Uno und der Nato zuwider handeln. Beide Organisationen fahren hier eine "Null-Toleranz-Politik", zumindest offiziell. Nur die Deutschen übernehmen hier einfach keine Verantwortung.
[...]
Aus: "Interview Monika Hauser: "Der Schutz besteht nur auf dem Papier"" Interview: Ute Scheub (02. Oktober 2008) Quelle: http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Interview-Monika-Hauser-Der-Schutz/641063.html
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« Reply #12 on: October 30, 2008, 03:22:51 PM » |
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[...] Der Brief liegt vor, sein Inhalt ist anstößig und so wie es aussieht, wird er noch für viel Ärger sorgen im Europäischen Parlament. 37 Abgeordnete aus Skandinavien verlangen vom Präsidenten, etwas gegen die Förderung der Prostitution durch europäische Volksvertreter zu tun. Demnach sollten sich EU-Abgeordnete nur noch in Hotels einquartieren, die Prostituierten keinen Zugang gewähren.
[...] Die Reaktion auf diese Forderung war bislang aber eher verhalten im Europäischen Parlament. Der christlich soziale EU-Abgeordnete Manfred Ferber aus Bayern meint: "Zunächst war ich überrascht, dass es einen solchen Brief gibt. Ich bin seit über elf Jahren im gleichen Hotel und habe bislang noch nichts beobachtet." Wie Ferber fürchten jetzt viele der fast 800 Parlamentarier, der Brief trage nicht dazu bei, Prostitution zu bekämpfen - er beschädige vielmehr das Ansehen des Europäischen Parlaments und seiner Vertreter. Die Sorge um die politische Reputation ändert allerdings nichts an den Fakten: Das beschauliche europäische Straßburg ist tatsächlich eine Metropole für käuflichen Sex. Und die Parlamentswoche bringt Kundschaft: Beamte, Journalisten, Politiker.
"Das passiert mir immer wieder", sagt Jana aus Tschechien. Sie werde dann ins Hotel gebracht, wo der Kunde auf sie warte. Meistens bezahle er gut. Und alles sei sehr diskret, nicht wie auf dem Parkplatz. Ein Rezeptionist beim Europäischen Parlament habe ihr auch schon angeboten, Kundschaft zu besorgen. Sehr diskret, gut bezahlt.
Route du Rhin, Boulvard de Nancy, Quai Pasteur, Avenue des Voges – rund ums historische Fachwerkzentrum legt sich ein Rotlichtring, den die osteuropäische Zuhältermafia im Rotationsverfahren beliefert. Zurzeit sind Zwangsprostituierte aus Rumänien, Bulgarien und Tschechien auf dem Strich. Manchmal kommen 500 Euro zusammen in einer Nacht, sagt Jana, aber fast alles muss sie dem Zuhälter geben. Für sie bleibt gerade genug, um Hotel, Essen, Kleider zu zahlen.
Jana ist 29 Jahre alt und Mutter von drei kleinen Kindern. Früher war sie Angestellte in einer Instrumentenfabrik und baute Gitarren, Cellos und Violinen. Dann versprach ihr der Mann ihrer Cousine eine Reise nach Straßburg: "Er hat gesagt, das sei das Paradies, ich könne viel Geld als Kellnerin oder Zimmermädchen verdienen. Es sei wunderbar", sagt Jana. Sie sei Nachmittags um vier Uhr in Straßburg angekommen. "Und am Abend schickten sie mich schon auf den Strich."
Drogen und Druck und die Drohung, der Familie zuhause Gewalt anzutun – das macht die Frauen gefügig. Die Europäische Union hat sich bislang nicht darauf einigen können, ob es besser ist, solche Fälle als Prostitution oder als Zwangsprostitution zu definieren. Ob es sinnvoller ist, käuflichen Sex wie in Dänemark zu verbieten, wie in Frankreich zu beschränken oder wie in Deutschland zu legalisieren. Jedes Mitgliedsland hat sein eigenes Verhältnis zum Rotlichtmilieu, was den EU-weiten Kampf gegen Menschenhandel erschwert.
Derweil fühlen sich die Abgeordneten des EU-Parlaments in ihrem Ansehen beschädigt, wenn ihre Kollegin Jörgensen öffentlich darüber redet. Da könne sie nur lachen, sagt sie, es gehe hier doch nicht um Reputation. "Ich bin sehr gespannt, wie Parlamenspräsident Pöttering reagieren wird, er ist schließlich von der CDU und sieht unsere Initiative sicher positiv", so Jörgensen.
"Ich bin ja gezwungen, mich damit zu beschäftigen, weil es diesen Brief gibt. Der Brief hat viel Wirbel ausgelöst. Das Präsidium des Europäischen Parlaments hat gebeten, dass der Ältestenrat sich mit der Frage befasst. Wir sollten das mit der nötigen Ernsthaftigkeit untersuchen, aber auch jede Form der übertriebenen Darstellung vermeiden", sagt der Präsident des Europäischen Parlaments und macht ein Gesicht, als habe er gerade in ein faules Stück Obst beißen müssen.
...
Aus: "Prostitution in Straßburg - EU-Abgeordnete streiten um Rotlichtring" (29.10.2008) Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/eu112.html
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« Reply #13 on: November 06, 2008, 02:54:58 PM » |
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[...] "Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10.000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur insoweit als der Panzergraben für Deutschland fertig wird." Worte eines Massenmörders aus einer Rede gehalten am 4. Oktober 1943 vor 92 SS-Generälen im Goldenen Saal des Posener Schlosses: Die berüchtigte Geheimrede des SS-Reichsführers Heinrich Himmlers
...
Aus: "Das Himmler-Projekt - Romuald Karmakars Film-Experiment macht eines der wichtigsten Nazi-Dokumente öffentlich" (02.11.2001, Kulturzeit) Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/25469/index.html-.- [...] Heinrich Luitpold Himmler (* 7. Oktober 1900 in München; † 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus. Als Reichsführer-SS war er während des Zweiten Weltkrieges hauptverantwortlich für den Holocaust an den europäischen Juden, Sinti und Roma sowie für zahlreiche weitere Kriegsverbrechen der Waffen-SS. Zwischen 1943 und 1945 war Himmler zusätzlich Reichsinnenminister.
...
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler (6. November 2008) -.- [...] Peter Longerich (* 1955 in Krefeld) ist ein deutscher Historiker. Er ist Professor für Geschichte des modernen Deutschlands an der Universität London, Royal Holloway and Bedford New College. Am Royal Holloway-College ist er Direktor des Research Centre for the Holocaust and Twentieth-Century History. Longerich gilt als Spezialist für die Geschichte der Weimarer Republik und des nationalsozialistischen Deutschlands und insbesondere für den Holocaust.
...
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Longerich (30. Oktober 2008) -.- [...] Für seine Biografie («Heinrich Himmler») hat Longerich unter anderem Tagebücher ausgewertet, die Himmler als Jugendlicher geführt hatte. Bei den Recherchen habe er keine Hinweise auf eine «abnorme Verhaltensweise» in Himmlers Kindheit und Jugend gefunden, sagte der an der Universität London lehrende Historiker.
Himmler sei auch nicht «von Kindesbeinen an ein fanatischer Antisemit» gewesen, erst durch die «politische Gesamtkonstellation» habe er sich radikalisiert.
[...]
Aus: "Historiker veröffentlicht Buch über NS-Täter: Himmler war ein «verklemmter» Einzelgänger" (16. Okt. 2008) Quelle: http://www.netzeitung.de/spezial/zeitgeschichte/1190677.html-.- [...] „Himmler war alles andere als ein auswechselbarer Funktionär oder gar Bürokrat“, bilanziert Longerich, sondern vielmehr „ein extremes Beispiel nahezu totaler Personalisierung politischer Macht“.
...
Aus: "Himmler-Biographie: Terror und Bürokratie" Von Bernhard Schulz (20.10.2008) Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Peter-Longerich-Heinrich-Himmler;art138,2640255-.- [...] Er war ein überaus gehemmter junger Mann, der sich Idealbilder von der deutschen Frau zusammenfantasierte, im Umgang mit wirklichen Frauen aber eigentümlich ahnungslos war.
Aus: "Der reglose Machtmensch" Von Thomas Schmid (12. Oktober 2008) Quelle: http://www.welt.de/wams_print/article2564624/Der-reglose-Machtmensch.html-.- [...] Anhand der Lektüreerlebnisse, die der gescheiterte Offiziersanwärter minutiös in seinem Tagebuch festhielt, schildert Longerich die Entwicklung zu einem der martialischen, bindungsunfähigen Jungmänner, die Klaus Theweleit in seinem Buch "Männerphantasien" dargestellt hat.
[...] Vor Frauen hatte er mittlerweile so viel Angst, dass er das Phantasma entwickelte, ohnedies nicht heiraten zu können, weil er im nächsten Krieg viele Jahre lang im Osten für das Reich streiten werde. In all dem, so Longerich, sei er nicht der Einzige gewesen. Heraus stach er allenfalls durch die fatale Neigung, sich in die privaten Dinge anderer einzumischen. 1928 heiratete er dann doch. Ganz im Einklang mit den Theorien Klaus Theweleits ehelichte er eine Krankenschwester.
[...] Nachdem Himmler sich in seine Privatsekretärin verknallt hatte, erließ er 1939 einen Ukas, demzufolge es vaterländische Pflicht der Soldaten war, außereheliche Kinder zu zeugen. Er selbst ging mit gutem Beispiel voran und machte seiner Sekretärin ein Kind. Und nachdem Reinhard Heydrich, der Leiter des Reichssicherheitshauptamts, 1942 bei einem Anschlag getötet worden war, verschärfte Himmler die Verfolgung der Juden.
Nicht seine Eltern, nicht seine zwei Frauen und auch nicht die Tochter, die er mit seiner Sekretärin zeugte, haben ihn für seine Untaten je kritisiert.
Aus: "Die erste Himmler-Biographie: Das Monster" Von Franziska Augstein (04.11.2008) Über PETER LONGERICH: Heinrich Himmler. Biographie. Siedler Verlag, München 2008. 1035 Seiten, 39, 95 Euro. Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/768/316649/text/-.- [...] Heinrich Himmler war verwundert: "Im Lager Buchenwald habe ich (...) festgestellt, dass dort noch kein Lager-Bordell ist", schrieb er im März 1943 einem seiner Schergen. Das sollte sich nach dem Willen des Massenmörders bald ändern - aus Motivationsgründen, wie der Reichsführer SS meinte: Jeder KZ-Häftling, der für die Rüstung wichtig und "arisch" war, solle die Möglichkeit haben "ein- oder zweimal in der Woche das Lager-Bordell" zu besuchen.
Die Handlanger Himmlers taten wie befohlen: Schon seit Mitte 1942 wurden Bordelle in Konzentrationslagern - von Mauthausen, über Auschwitz bis Sachsenhausen - eingerichtet, das letzte in Dora-Mittelbau wurde sogar erst wenige Monate vor dem Kriegsende eröffnet.
Die Zwangsprostituierten waren größtenteils deutsche Frauen und wurden aus dem Frauenlager in Ravensbrück in Brandenburg rekrutiert. Nach Angaben des NS-Experten Robert Sommer wurden mehr als 200 Frauen in zehn Konzentrationslagern zur Sex-Zwangsarbeit gezwungen.
Auf was sie sich einließen, als sie sich zu einem "Sonderkommando" gemeldet hatten, dürften die wenigsten geahnt haben. Die Bordell-Gebäude wurden als "Sonderbaracken" bezeichnet und lagen meistens am Rand der Lagerkomplexe.
Im KZ Neuengamme wurde ein solches Bordell 1944 eingerichtet. In der Gedenkstätte des Lagers im Südosten Hamburgs behandelt nun eine Sonderausstellung diesen bislang wenig beachteten Aspekt der NS-Vergangenheit. "Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern" lautet der Titel der Schau, die am Mittwoch eröffnet wurde und bis zum 18. Januar 2008 zu sehen ist. Filmische Interviews mit Zeitzeugen, Fotos, NS-Dokumente und Hörstationen bringen dem Ausstellungsbesucher diese erschütternde Thematik nahe. Zu sehen sind auch Karteikarten, die die Frauen als "Bordellfrauen" ausweisen und Antragsformulare für den Bordellbesuch.
In der Ausstellung wird auch ein von den Allierten aufgenommenes Luftfoto vom 16. April 1945 gezeigt, auf dem das Bordell in Neuengamme genau zu erkennen ist: Es befand sich hinter den Krankenrevierbaracken und war von einem hohen Zaun umgeben. Die Zwangsprostituierten durften den Bereich nicht verlassen. Bis zu zwölf Frauen "bedienten" männliche, "arische" Häftlinge, meist aus der Rüstungsproduktion - bis zu acht Mal täglich.
"Frauen, die das taten, wollten durch die Zwangsprostitution ihr Leben retten", sagt die Wissenschaftlerin Christa Paul. Die 47-Jährige ist Autorin des Buches "Zwangsprostitution - Staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus".
Im Diskurs der NS-Aufarbeitung spielte das Thema bisher eine untergeordnete Rolle, ähnlich wie das Thema der von Japan im Zweiten Weltkrieg in Bordelle gezwungenen Zwangsprostituierten, damals euphemistisch "Trostfrauen" bezeichnet. "Die Betreiber von Gedenkstätten und ehemalige Häftlinge fürchteten, dass durch die Bordelle ein falsches Bild vom KZ-Alltag entstehen könnte", sagt Paul.
Sexuelle Gewalt wird erst seit 2002 explizit als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen anerkannt. Das Thema der KZ-Bordelle verschwand auch deshalb jahrzehntelang hinter der Grausamkeit anderer NS-Verbrechen.
Die wenigsten betroffenen Frauen konnten nach dem Krieg über ihre körperlichen und seelischen Qualen sprechen. Häufig beantragten sie nach 1945 nicht einmal Haftentschädigung. Mithäftlinge werteten ihre Verdingung in den KZ-Stuben zudem oft als freiwillige "Arbeit".
Eine der Frauen berichtete unter der Zusicherung völliger Anonymität nach dem Krieg: Man habe ihnen gesagt, jede Frau müsste "an jedem Tag zwei Stunden - pro Häftling eine Viertelstunde - (...) über sich rüberrutschen lassen".
"Wir hatten uns unserem Schicksal gefügt", erzählte ein anderes Opfer. "Wir hatten schon so viel mitgemacht." Im Lager-Bordell in Neuengamme, das etwa zwölf mal 44 Meter gemessen hat, kontrollierte die SS selbst das, was in den "Kabinen" geschah - durch Gucklöcher: "Da waren Spione mit einer Klappe drüber, und die schob die SS dann auf. Hämisch gegrinst haben sie", erzählte eine der missbrauchten Frauen. Nach jedem Akt mussten sich die Frauen zum Häftlingsarzt begeben, der sie mit Milchsäure "ausgespült" hat, wie eine Betroffenen berichtete.
Himmlers Menschenschinder ließen ausgesuchte Häftlinge, die wichtig waren für die Rüstungsproduktion und sich durch "Fleiß, Umsichtigkeit, gute Führung und besondere Arbeitsleistung auszeichnen" als Belohung in das Bordell - wenn sie "eine Gebühr von Reichsmark 2" entrichteten.
Von dem Betrag behielt die SS 1,50 Reichsmark ein, fünf Reichspfennig erhielt der "aufsichtsführende weibliche Häftling", die übrigen 45 Pfennige sollten an die zum Sex gezwungenen Frauen gehen. Die Frauen sollten das Geld nach der Entlassung bekommen, die man ihnen in Aussicht stellte und die freilich nie kam. Und nach wenigen Monaten wurden die Frauen ausgetauscht. Durch neue Opfer.
Aus: "Nationalsozialismus: Himmlers Zwangsprostituierte" (09.10.2008) Auf Befehl von SS-Führer Heinrich Himmler wurden mehr als 200 Frauen gezwungen, in Bordellen verschiedener Konzentrationslager arische Häftlinge zu "bedienen" - ein bislang wenig beachtetes Thema in der NS-Aufarbeitung. Von Oliver Das Gupta Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/528/313435/text/5/-.- [...] Rätselhaft bleibt, warum es niemals eine Opposition innerhalb des heterogenen SS-Apparats gegen den Reichsführer gab. Himmler war kein charismatischer Führer und auch kein glänzender Redner. Ehrgeizigen Jungakademikern wie dem SD-Amtschef Otto Ohlendorf erschien Himmler als eifriger, aber intellektuell schlichter Organisator. Dass so jemand zu einem der grausigsten Herrschaftsfiguren des 20. Jahrhunderts aufsteigen konnte, bleibt auch nach der Lektüre von Longerichs monumentalem Werk beängstigend.
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Aus: "Buchmesse 2008" (Berliner Zeitung, 15.10.2008) Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial/kritiken/buecher/buchmesse_2008/111746/index.php-.- [...] In zehn Konzentrationslagern betrieb die SS Bordelle - die Nazis nötigten weibliche Gefangene zum Sex. Das System bedeutete für die Frauen oft die Rettung vor dem Tod. Bis heute hat keine einzige Entschädigung für den Zwangdienst bekommen. Die Sonderbauten wurden allesamt in Männerlagern errichtet – woher kamen die Frauen für die Häftlingsbordelle? Robert Sommer: Sie waren alle ebenfalls Häftlinge. Die SS selektierte die Frauen in den Frauen-Konzentrationslagern Ravensbrück oder Auschwitz-Birkenau, dann päppelte man sie zehn Tage im Krankenrevier auf und transportierte sie in die Männerlager. Die meisten der späteren "Bordellfrauen" waren "Reichsdeutsche" zwischen 17 und 35 Jahre alt, es wurden aber auch Polinnen, Weißrussinnen und Ukrainerinnen ausgewählt. Viele von ihnen waren als sogenannte "Asoziale" verhaftet worden und trugen im Lager den schwarzen Winkel, zum Beispiel weil sie den Arbeitsdienst verweigert hatten. Die SS rekrutierte in den Lagern auch einige inhaftierte Prostituierte für die Häftlingsbordelle, die vor allem zu Beginn den "professionellen" Betrieb der Lagerbordelle garantieren sollten. Wie muss man sich den Alltag in einem solchen Lagerbordell vorstellen?Sommer: Wie das ganze Leben im Lager war auch der Bordellbetrieb komplett von der SS überwacht, Privatsphäre war auch hier ein Fremdwort. Der "Sonderbau" im KZ Buchenwald war etwa jeden Abend von 19 bis 22 Uhr geöffnet, in den Zimmertüren waren Spione eingefasst, auf dem Flur patrouillierte ein SS-Mann. Jeder Häftling musste zuvor einen Antrag auf den Besuch des Bordells stellen und konnte sich dann einen "Sprungkarte" im Wert von zwei Reichsmark kaufen. Zum Vergleich: 20 Zigaretten in der Kantine kosteten drei Reichsmark. Juden war der Bordellbesuch verboten. Ein Rapportführer rief die Nummer des Häftlings auf und das Zimmer, in das er gehen durfte. Dort durften sich die Häftlinge genau 15 Minuten aufhalten, erlaubt war nur die Missionarsstellung. [...] Sie haben über Jahre hinweg in Archiven und Gedenkstätten über die Zwangsprostituierten und die Häftlingsfreier recherchiert und sind auf eine große Fülle an Material gestoßen, dass die Geschichte der Sonderbauten in vielen Einzelheiten dokumentiert. Trotzdem ist das Thema bislang kaum bekannt gewesen.Sommer: Ja, das ist in der Tat erstaunlich, denn zum Beispiel selbst die Abrechnung der Bordelleinnahmen durch die SS sind überliefert. Doch das Thema Zwangsprostitution ist ja generell ein Tabu, da muss es nicht einmal um Sex-Zwangsarbeit in Konzentrationslagern gehen. Dies war eine ganz besonders perfide Form nationalsozialistischer Gewalt, die SS hat in den Lagerbordellen versucht, Häftlinge zu Mittätern zu machen. Daher ist das Thema Lagerbordelle auch innerhalb von Überlebenden-Verbänden nach wie vor ein strittiges. Viele der missbrauchten Frauen schwiegen aus Scham lange über ihr Schicksal. Besonders tragisch ist zudem, dass keine Frau für das Unrecht der Sex-Zwangsarbeit entschädigt wurde. Das Buch von Robert Sommer erscheint im Juni 2009 im Ferdinand-Schöningh-Verlag: "Das KZ-Bordell. Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern" Aus: "1943: Sex-Zwangsarbeit" Das Interview führten Mareike Fallet und Simone Kaiser (Veröffentlicht: 25.5.2009 ) Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4203/_erlaubt_war_nur_die_missionarsstellung.html-.- [...] Klaus Theweleit (* 7. Februar 1942 in Ebenrode, Ostpreußen - heute Nesterow, Russland) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Philosoph (wobei er sich oft gegen die Bezeichnung als „Philosoph“ gewehrt hat).
[...] Seine Dissertation über die „Freikorpsliteratur und den Körper des soldatischen Mannes“ von 1979 war die Grundlage für das Buch Männerphantasien, einer Untersuchung des faschistischen Bewusstseins und der soldatischen Prägung des Ichs.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Theweleit (2. November 2008) -.- [...] Ich hatte etwas geliefert, was es bis dahin nicht gab, den Versuch, den Faschismus, den Nationalsozialismus, nicht als Ausgeburt einer fürchterlichen „Ideologie“ zu beschreiben, sondern, ausgehend vom Mann-Frau-Verhältnis in der europäischen Geschichte, als eine gewalttätige Art und Weise, „die Realität“ herzustellen: die politische mörderische Realität des faschistischen Gewaltstaats nicht als Folge von Ansichten, Ideen oder Industrie-Interessen, sondern als umgesetzten Ausdruck verheerender Körperzustände seiner Protagonisten - der faschistische Staat als Realitätsproduktion des Körpers des soldatischen Mannes.
[...] In der Tat war es die Körperlichkeit des „soldatischen Manns“, auf die es mir ankam in den „Männerphantasien“: Versuch, die Funktionsweisen des faschistischen Terrors zu beschreiben.
[...] die Analyse von Folterern weltweit, die Kate Millett vorgelegt hat; die Berichte Rigoberta Menchùs von den Folteraktionen der Todesschwadronen in Guatemala; Mika Haritos-Fatouros Darstellung der Ausbildung der griechischen Militärpolizei unter der Militärdiktatur; auf die bekanntgewordenen Folterungen in den südamerikanischen Militärdiktaturen; auf die Berichte vom Verhalten der Wachmannschaften in nordamerikanischen Gefängnissen. Aber auch auf die Konstruktion „des genießend folternden Faschisten“ in Pier Paolo Pasolinis Film „Salò oder die 120 Tage von Sodom“ - zeitgleich entstanden mit den „Männerphantasien“.
Sie dringen darauf, einige der früheren Befunde zu erweitern beziehungsweise zu präzisieren. Stichworte: die männliche Selbstgeburt durch Tötung anderer. Das Gelächter des Folterers. Der Institutionenkörper. Die erlaubte Übertretung in göttliche Kriminalität. Die Sexualisierung der Gewalt. Die theatralische Ausstellung der Gewalt; das staging der Gewaltakte.
[...] Rigoberta Menchú beschreibt, wie die Killer der Todesschwadronen das Mordtheater genießen. Wie sie sich selbst erleben als handelnden Teil einer übergeordneten Macht. Der Kern ihrer Aktion ist die erlaubte Übertretung ins Verbrecherische, die zugleich zur Schau gestellt wird. Das ist überhaupt das Zentralversprechen an den faschistischen Körper; sein Königsweg, zur psychischen Ganzheit zu gelangen. Diesen Moment feiert er mit Gelächter. Es ist Fiesta (in seinen eigenen Worten). Absorbiert vom eigenen Wachstum, vom Durchbruch in den neuen riesigen Körper der Macht, den er im Töten erhält: Körper einer männlichen Gewaltinstitution, die alles absegnet, die ihn erhebt für das, was er tut, ihn bezahlt, belohnt; ihm einen neuen, „heilen“ Körper gibt.
[...] Zum Fragment-Körper dieses Institutionenmanns gehört ein abruptes zwanghaftes An- und Abschalten von Haltungen und Wahrnehmungen. Er schaltet ein, er schaltet aus. Switch. Abspaltungen. Der eine Körper kommt, der andere geht. Zum nicht endenden Erstaunen der „anderen“: „Ist der noch derselbe Typ?“ Nein, das ist nicht derselbe Typ. Der individuelle Körper, der teilanästhesierte Körper, der gehorchende wie der übertretende, leben im soldatisierten Männerleib unintegriert nebeneinander, übergangslos, umschaltbar. Der Realitätsproduzent „Faschist“ ist ein institutionelles Gestenrepertoire mit Umschaltvorrichtung. „Glück“ entsteht und besteht darin, dass er den Anforderungen genügt und entsprechend funktioniert.
[...] Mir ist bis heute unverständlich, warum nicht alle Kinder meiner Generation mehr oder weniger Psychoanalytiker wurden. Am Vater und seiner Umgebung hatte ich gesehen, dass sie „ideologisch“ keine Nazis waren, „intellektuell“ nicht fähig, den Nazi-Schrott herzubeten oder gar zu verteidigen. Sie waren körperlich Nazis; Teile ihrer Körperlichkeit verlangten die „Auslöschung“ anderer, anderen abweichenden Lebens. Zu dem man in Momenten der cholerischen Gewaltausbrüche der erziehenden Erwachsenen selber gehören konnte - selber unter der Todesdrohung. Und immer redeten sie von ihrer „überlegenen Kultur“. Wie ging das zu?
Als sich beim Forschen herausstellte, dass Freuds Antworten zur Ergründung des Vernichtungszwangs bei ihnen und ihrer Killergeneration nicht hinreichten, musste weitergesucht werden, unter anderem mit bedeutender Hilfe der französischen „Antipsychiatrie“, Deleuze, Guattari. Jonathan Littell nennt die weiteren Namen in seinem Text. Ich würde heute Pasolini stärker beteiligen. Pasolini zieht in seinem letzten Film eine Linie von den Gewalttätern des biblischen Sodom über die Antike zu den Folterern in Dantes Höllenkapiteln, zu de Sades Folter-Libertins, über die deutsche SS zum modernen italienischen Kolonialismus-Soldatismus der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts und sieht in ihnen jeweils Konfigurationen „des Gleichen“: des höhnisch lachenden Universalfaschisten, Hand am Hosenschlitz, masturbierend, während vor seinen Augen die Opfer sich winden, erschossen, verbrannt, zerstückelt werden. Eine Vernichterkultur, die sich in unseren Gesellschaften eingenistet hat von Beginn unserer „Zivilisation“ an, immer irgendwo vorhanden. Wir sterben, er wichst sich einen ab und führt dabei seine kulturgesättigte Rede.
[...]
Aus: "Klaus Theweleit über Léon Degrelle: Der belgische Hitler-Sohn und der deutsche Überleib" Von Klaus Theweleit (25. April 2008) Kontext: Klaus Theweleit: "Männerphantasien" Band 1 + 2, Stroemfeld 1977 + 1978, Lizenzausgabe als TB bei Piper Verlag 2000 Quelle: http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~EC5546F16F02E434789E3B51535F8F50F~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #14 on: December 03, 2008, 12:13:06 PM » |
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[...] Die Staatsanwaltschaft Mainz bestätigte einen Bericht von "Spiegel Online": Gegen Markus Hebgen, den ehemaligen Fraktionsgeschäftsführer der CDU Rheinland-Pfalz, wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Hebgen wird vorgeworfen, mehrfach Besuche in Bordellen über das Fraktionskonto abgerechnet zu haben. So soll er im Juni 2005 in dem Berliner Etablissement „Villa Rascona“ eine Rechnung von 2900 Euro mit der Kreditkarte seiner Fraktion beglichen haben. Ein anderes Mal seien in einer Mainzer Bar 3700 Euro fällig geworden. Hebgens Anwalt bestätigte den Vorwurf grundsätzlich der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, betonte jedoch, dass weitere Unions-Abgeordnete Hebgen begleitet hätten. Die Fraktion bestreitet dies.
Aus: "Politiker zahlte Bordellbesuche aus CDU-Kasse" (2.12.2008) Quelle: http://www.morgenpost.de/vermischtes/article990559/Politiker_zahlte_Bordellbesuche_aus_CDU_Kasse.html
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